Artikel aus No 13 - Juli 2009

Von Ejakulation und Erkältung, von Laffer-Kurve und Leben

 
 
 
“Ich weiß, dass ich nichts weiß.”
Dieses geflügelte Wort wird Sokrates zugeschrieben. Wenngleich heute bekannt ist, dass es sich dabei um einen Übersetzungsfehler handelt (eigentlich: „Ich weiß als Nichtwissender“), hat der Spruch trotzdem nichts an Wahrheit verloren. Sokrates hinterfragte damit das vermeintliche Wissen, welches sich allzu oft als Scheinwissen herausstellte.
Heute glauben wir mehr denn je, dass wir so gut wie alle Geheimnisse, die es auf unserer Erde gibt, entschlüsselt haben und somit alles wissen. Dass dem nicht so ist, zeigen Kathrin Passig und Aleks Scholz in ihrem Lexikon des Unwissens. Nach eigener Aussage ist es „das erste Buch, nach dessen Lektüre man weniger weiß als zuvor.“ Vielmehr würde man sich 42 „Qualitätswissenslücken“ aneignen.
Doch ist nicht schon allein das Bewusstsein um diese Lücken ein Zuwachs an Wissen?
Aber jenseits dieser philosophischen Fragen nähern sich Passig und Scholz auf durchaus vergnügliche Weise ganz alltäglichen Phänomenen wie dem Gähnen, dem Schlaf, den sexuellen Interessen, sowie dem Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel. Außerdem werden auch wissenschaftlich geprägte Fragestellungen aufgegriffen. So wird die Rotation der Sterne, die dunkle Materie oder die Riemann-Hypothese thematisiert. Dabei erlebt der Leser, trotz der sehr pessimistischen Einschätzung in der Einleitung, durchaus den einen oder anderen „Aha-Effekt“. Zudem ist es ein sehr erfrischender Lesespaß. Wer noch nie ein Lexikon gelesen hat, sollte mit diesem Anfangen.
Kathrin Passig & Aleks Scholz: Lexikon des Unwissens: Worauf es bisher keine Antwort gibt
Signatur: AFMpas = 383380
von Stefanie Bruns

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