Artikel aus No 25 - Juni 2013

In weiser Voraussicht?
Die letzten Kinder von Schewenborn

 
 
 
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Cover: Ravensburger Buchverlag
Es ist nur ein dünnes Heftchen, etwas mehr als 100 Seiten Text, doch mich hat jede Einzelne davon gefesselDie letzten Kinder von Schewenborn ist ein Buch, das man nicht aus den Händen legen kann, bis man irgendwann am Ende angekommen ist. Dann schlägt man den Deckel zu und muss zwangsläufig über das eigene Leben nachdenken. Klar, der eine oder andere kennt diese alles andere als leichte Lektüre schon aus dem Deutschunterricht, doch gerade heute in Zeiten von Atomausstieg und Nordkoreakonflikt bekommt es einen etwas neuen Beigeschmack. Gudrun Pausewang schafft es, mit ihren Büchern die Leser darauf aufmerksam zu machen, dass sie selbst Teil des großen Ganzen sind und als solche auch eine Verantwortung tragen. In diesem Buch erlebt man, wie eine Familie zur Zeit des Kalten Krieges über die Weihnachtsfeiertage die Großeltern besuchen will. Man erlebt die Geschehnisse aus der Sicht des zwölfjährigen Rolands. Die Familie lebt in Frankfurt und macht sich mit Vater, Mutter und drei Kindern auf den Weg nach Schewenborn, eine von Pausewang erfundene Stadt. Noch auf den ersten Seiten geschieht die nukleare Katastrophe. Nahe dem Heimatort der Großeltern geht eine Atombombe nieder. Der Vater erkennt sofort die Gefahren für seine Familie, doch auf Drängen der Mutter fährt er weiter. Als sie in Schewenborn ankommen, wird schnell klar, dass die Großeltern nicht mehr am Leben sind und auch sonst nichts mehr so ist, wie es einmal war. Es folgen Beschreibungen, die grausamer nicht sein könnten. Roland arbeitet im Krankenhaus mit, dort liegen Tote neben Sterbenden. Die Leichname werden in Massengräbern verscharrt. Nach und nach erlebt man als Leser, wie die Familie versucht, mit der Situation umzugehen. Die Nahrungsmittel werden knapp, das Wasser ist verseucht. Die Familie nimmt zwei Waisenkinder auf und Rolands Mutter bekommt ein Kind. Es stammt aus einer anderen Zeit. Der Zeit vor der Atombombe.
Für ein Jugendbuch vielleicht etwas Geschmacksache, aber definitiv ein Werk, das man unbedingt gelesen haben sollte.
Gudrun Pausewang: Die letzten Kinder von Schewenborn
Signatur: 283 952
von Carola Hofmann

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