Artikel aus No 09 - Juli 2008

Sommerloch? – Nicht mit uns: Grillen

 
 
 
Kulinarischer Genuss ???
Ich glaube, nach den Amis und Aussies sind wir Deutschen ziemlich groß im Grillen. (Damit meine ich jetzt das Herstellen kulinarischer Genüsse mit Hilfe von Glut und Flammen und nicht das Sonnenbanken.) Und vor allem wir Studierende. Sobald die ersten Sonnenstrahlen so etwas wie Sommer ankündigen (oder auch einfach den Aufenthalt unter freiem Himmel erträglich machen), wird in meinem Wohnheim, auf etlichen Balkons und Terrassen, gegrillt. Und das zumeist auf 10- 19 € Grills aus dem Supermarkt. Der ein oder die andere hat vielleicht noch einen Säulen-, Schwenk- oder Kugelgrill. Auch Einmalgrills sind durch Festivals oder Grillen im Park und am See bekannt.
Es ist auch nicht mehr nur die Wurst, die gegrillt wird. Längst haben alle möglichen Teile von allen möglichen Tieren den Rost erobert, darunter Geflügel, Fisch und ganze Ferkel. Aber auch vegetarisch grillen ist nicht mehr ganz so unnormal, gibt es doch in jedem Discounter neuerdings Grillkäse.
Also, was noch über des Studierenden liebste Essenszubereitung schreiben, wenn doch eh jede und jeder ständig grillt? Wir wollten es genau wissen: was man alles und auf welche Arten man es grillen kann?
von Julia Stock
Grillen ohne Rost
Es soll Situationen geben, in denen man einen Grill, Kohle, Anzünder und auch Grillgut dabei hat…aber keinen Rost! Kein Problem für den einfallsreichen Hungrigen: irgendwelche Stäbe schnappen, Wurst, Käse oder Fleisch aufspießen und über die Glut halten. Ist ein bisschen mühsam, wird auch mal warm an der Hand und zaubert keine Delikatessen, reicht aber fürs Sättigungsgefühl. Beim Käse ist zu beachten, dass der die Eigenschaft hat, zu schmelzen!
Mir wurde mal erzählt, man könnte in der Glut vom Grill eine Pizza – Calzone backen. Stimmt vielleicht auch. Aber erst, wenn die Glut schon ziemlich weg gebrannt ist!
So geht’s: Pizzateig vom Discounter kaufen, mit der mitgelieferten Tomatensauce bestreichen, die Hälfte mit Belag nach Wahl und Raspelkäse belegen, zusammenklappen und in Alufolie wickeln. Dann 5 Minuten von jeder Seite in die Glut. Aber wie gesagt: erst ganz am Ende! Zuvor könnt ihr einen normalen Durchgang grillen. Denn sonst wird die Calzone zu einer „außen schwarz und innen roh mit Brandaroma-Überraschung“. Grillbanane: Schön als Nachtisch oder fürs gute „Ich habe auch was Gesundes gegessen“-Gefühl: Bananen grillen. Dafür einfach die Banane ziemlich früh mit auf den Grill legen, ruhig an den Rand. Und dann schwarz werden lassen, zwischendurch mal wenden. Wenn die Banane innen weich ist (per Druck testen), runter nehmen, aufschneiden, mit Honig (oder Honig plus Cognac) beträufeln und auslöffeln.
von Julia Stock
Erd – Loch – Grill
Da standen wir nun. In dem Garten meiner Eltern. Was wir brauchten war eine uneinsehbare Ecke, in der wir ein Loch graben konnten – Erdlochgrill: Das war der Auftrag. Wir legten geschickte Hand an den Spaten, der im Laufe des Abends unter gleicher zu Bruch ging. Das Erdloch: ca. 20 cm tief, 30 cm lang und 20 cm breit. Mit einer Schicht Grill- und Holzkohle den Boden bedeckt, war der einzig effektiv und schnelle Weg zum Erreichen der Grilltemeperatur Brennspiritus. (Oh, wie das brannte… für Möchte-gern-Pyros ein höllisch heißer Himmel auf Erden…) Zurück zum Auftrag. Wir versuchten die Zartweizenbratlinge des Studentendinnerangebots und Eierkuchen (hierzulande Pfannkuchen) á la Oma Christa. Grillrost entnahmen wir einem üblichen Grill und eine Teflonbeschichtete Pfanne. Die Zartweizenbratlinge hatten leider nicht einmal die Möglichkeit, zu garen. Sie fielen auseinander und zwar bei jedem Wendeversuch. Ob Ei fehlte war die Frage aber wir konnten es nicht herausfinden. Nachdem der Frust die Bratlinge vom Grill vertrieb, versuchten wir uns an den Eierkuchen. Eine Geduldsprobe für alle Hungernden. Es dauerte, dauerte, dauerte, dauerte, dauerte….aber: Er schmeckte! Noch ein bisschen teigig – so mochte ich ihn.
Doch die Anderen wollten gare Eierkuchen, so versuchten wir per Höhenverstellungen durch weitere Grabung die Temperatur zu erhöhen. Ohne Erfolg und deswegen dauerte es dann auch leider nicht mehr lange, bis wir uns entschieden mit dem verbliebenen Teig an den Herd zu gehen.
Es funktioniert aber es dauert. Ganz im Gegensatz zum Löschen: Loch mit Sand füllen: Fertig! Nicht satt aber hoher Spaßfaktor!
von Johanna Olberding

Bilderalbum
uniVista No. 09: Grillen
 

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