Artikel aus der akt. Ausgabe No. 20 vom 6. November 2011

Selig in der Verkleidung: Blessed in Disguise
"Ich weiß nicht weiter - von hier an BL.IN.D, von hier an BL.IN.D, von hier an ...!"

 
 
 
Während “Wir sind Helden” in ihrem Lied “Von hier an blind” das Ausmaß von Verwirrung verdeutlichen, drehe ich dies zum Positiven und rufe dazu auf, gelegentlich ein bisschen BL.IN.D zu sein! “BL.IN.D”, wie Blessed in Disguise.
Hinter diesem Namen stecken vier sympathische Oldenburger, Anfang zwanzig, die sich einst auf lockere Art zusammengefunden haben, um mit einem eigenen Stil dem Mainstream die Stirn zu bieten. Ein besonderes Highlight dieser Band ist, dass es sich bei dem Bassisten um eine weibliche Besetzung handelt, die das Gesamtpaket, nicht bloß optisch vervollständigt, sondern in erster Linie ihren männlichen Bandmitgliedern durchaus in nichts nachsteht. Nach anfänglich experimentellen Versuchen, eine Indie-Band zu erschaffen, entdeckte Blessed in Disguise sehr bald, dass ihre Bestimmung in der Einzigartigkeit wiederzufinden ist.
Bild: Blessed in Disguise
Als musikalische “Kippfigur” verstehen Blessed in Disguise, je nach Gemüt und Inspiration, verschiedene Genre-Gesichter anzunehmen, die sich beispielsweise als Punkrock oder unverschämten Pop-Rock widerspiegeln lassen. Als oberste Priorität gilt es, den eigenen Touch zu finden, dem Medienhype zu entkommen und den ehrlichen Gedanken und Emotionen unbegrenzte Freiheit zu gewähren. Denn genau das ist es, was BL.IN.D für viele so interessant macht. Ihre Erfahrungen werden in ihren Liedern behandelt, die individuelle Note jedes einzelnen eingebracht und mit jeweils unterschiedlichem Genre in Verbindung gesetzt. Trotz allem wird nicht das Gefühl vermittelt, “Handschellen” angelegt zu bekommen, da auf besondere Weise genügend Freiraum für Eigeninterpretation zur Verfügung gestellt wird. Instrumental gesehen, bewegen sich Blessed in Disguise bewusst in dezenten Kreisen. Neben den aktuellen Elektroklängen, bieten sie einen erfrischenden Gegenwind, indem sie sich zu den Ursprüngen der Musik zurückbewegen. Pure, einfache Melodien, weit weg von Reizüberflutungen und Hype-Böen. Gestrandet auf einer Insel, auf der die Politik nicht einfacher sein kann: “Zieht euer eigenes Ding durch!”
Auch wenn ihr Bekanntheitsgrad noch ein wenig zu wünschen übrig lässt, schrecken BL.IN.D keinesfalls zurück, um diesen Zustand zu ändern: Das Cadillac in Oldenburg, sowie Vechta’s Gulfhaus, die Orte Leer, Plön und Jever, durften sich bereits von ihrem charmanten Bühnenbild geehrt fühlen.
Zu ihren bisher größten Errungenschaften gehören die erfolgreiche Teilnahme am Local-Heroes-Bandcontest, bei dem sie es bis ins Regionalfinale schafften. Sowie die Contests “Local Visions” und “All Rock”, bei denen sie ebenfalls zufriedenstellend abschnitten. In Zukunft erhoffen sich Blessed in Disguise künstlerisch nach Hamburg und Bremen expandieren zu können. Ende diesen Jahres wird einer Tour ins Auge geblickt. Auch auf die Erscheinung weiterer CDs wird tatkräftig hingearbeitet. Ihre aktuelle Zusammenstellung, die sie auf den Namen “Too Far From Me” tauften, kann man sich, natürlich kostenlos, auf facebook oder myspace anhören.
An all die Individualisten da draußen, deren Augen schon genug gesehen haben und die sich gelegentlich danach sehnen BL.IN.D zu sein: Hier ist eure Antwort.
von Johanna-Maria Jaromin

weitere Artikel dieser Ausgabe lesen

Kontakt

uniVista
Campusmagazin Vechta
Driverstr. 22
Raum CN 2 (hinter dem N-Gebäude)
Postfach 12 an der Uni (vor B1)
49377 Vechta
fon: 04441-15-617
email: redaktion[at]univista.de