Artikel aus No 02 - Dezember 2006

Mein Gott kanns besser als deiner (Teil 1)

 
 
 
Nicht nur nach Rom, sondern auch ins Paradies führen viele Wege. Doch welcher von ihnen ist der sicherste? Was passiert mit denen, die sich für einen entscheiden, der sich nach dem Tod als frustrierende Sackgasse entpuppt? Wird religiöses Engagement belohnt oder erwartet Gott Strenggläubige nach ihrem Lebensende knüppelschwingenderweise mit den Worten: „So, jetzt werde ich dir mal zeigen, was ich von Strebern halte!”
Fragen, die Freundschaften entzweien, die die Grundlage für enervierende Diskussionen bilden und manch einen dazu bringen, einen Völkermord für eine sinnvolle und ethisch wenig bedenkliche Sache zu halten. Dabei will Religion doch vor allem eins: Dem Menschen Halt geben, Werte und Normen vermitteln und begründen, und zeigen, wie man seinem Seelenheil näher kommt.
uniVista stellt euch die beliebtesten Strategien vor, im Jenseits einen Platz an der Sonne zu ergattern. (Natürlich gibts auch andere Ziele.)
Buddhismus
Der Buddhismus hat ca. 375 Mio. Anhänge Verglichen mit anderen Religionen, wird de Buddhismus zumeist ausgesprochen positiv beurteilt.
Der Chef: -sessel bleibt leer. Es gibt keinen allmächtigen Gott und es wird nicht angenommen, dass unsere Existenz einem Schöpfer zu verdanken ist.
Der größte Held: ist Siddhartha Gautama, der 563 v. Chr. geboren wurde und den Buddhismus gegründet hat. Er schaffte es, sich von allen Fehlern und geistigen Hindernissen zu befreien, erlangte die Erleuchtung und wurde zur Buddha.
Erlaubt und verboten: Nicht erlaubt ist es, Tiere z töten. Deswegen müssen Buddhisten auf Fleisch verzichten. Ansonsten kommt vieles gut an, was sich auch in anderen Religionen bewährt: Spenden, mehrmals täglich beten und eine Fastenzeit einhalten.
Nach dem Tod: geht es wieder von vorne los. Nach dem Tod eines Lebewesens manifestieren sich die noch nicht erloschenen Kräfte in einer neuen Existenz, die nicht unbedingt menschlich sein muss. Zu was man wir( hängt davon ab, wie man sich in seinem vorherige Leben verhalten hat. Erst wenn man zum Buddha wir( kommt man in das Nirvana, einer Art Paradies, das m irdischen Begriffen nicht zu fassen ist.
Übrigens: Der dicke, grinsende Mann ist nicht de Religionsstifter Siddhartha Gautama, sondern ei chinesischer Mönch, der behauptete, die Erleuchtung erlangt und Buddha geworden zu sein. Sein Abbild gilt als Glückssymbol.
Christentum
Die größte Religion der Welt ist mit knapp 2 Mrd. Gläubigen das Christentum. Das Christentum ist monotheistisch und basiert auf dem Judentum.
Der Chef: Der christliche Gott ist ein einzelnes Wesen, das in drei Erscheinungen existiert: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Gott ist Schöpfer von Himmel und Erde, allmächtig und allwissend.
Der größte Held: Das kann nur Jesus Christus, der Messias, sein. Im Neuen Testament als Sohn Gottes bezeichnet, wurde er von einer Jungfrau geboren, um das Menschenschicksal zu teilen und ihre Herzen zu befreien. Er war nicht tot zu kriegen. Nicht lange nach seiner Kreuzigung stand er einfach wieder auf. In Zukunft wird er eine weitere Rolle spielen Er soll den Antichrist besiegen.
Erlaubt und Verboten: Die Katholiken haben ein paar mehr Regeln, Sünden und Pflichten als die Protestanten, deswegen werden hier nur die Gemeinsamkeiten aufgezeigt Vor allem sollte man sich an die zehn Gebote halten: ua. soll man nicht töten, stehlen oder eines anderen Frau begehren… Unterm Strich also Dinge, die man sowieso unterlasen sollte.
Nach dem Tod: Es gibt gleich zwei Möglichkeiten für die Seele, nachdem der Tod des Leibes eingetreten ist Entweder gelangt man zu Gott in den Himmel oder aber in die Hölle. Lediglich einer dieser Orte ist wirklich freundlich.
Übrigens: ‘Wir’ sind Papst!
Islam
Mit ca. 1,3 Mrd. Anhängern ist der Islam die zweitgrößte Weltreligion. Zum Christentum und jüdischen Glauben finden sich viele Parallelen.
Der Chef: Der Islam ist monotheistisch. Der Gott – Allah – hat keine Gestalt und kein Geschlecht Er wird als gütig und wohlwollend beschrieben, ein wichtiges Koran-Zitat lautet. „Wenn ein Gläubiger sich mir mit einem Schritt nähert, nähere ich mich mit 1000 Schritten.”
Der größte Held: ist Mohammed, der Gründer des Islam. Er hat von einem Erzengel den Koran erhalten und mit dessen Verbreitung begonnen
Erlaubt und Verboten: Im Koran stellen die Suren in Geschichtenform die Gesetze dar, an die sich Gläubige halten müssen Als schlimmste Sünden gelten Mord und Selbstmord. Auch verboten sind unter anderem Sex vor und außerhalb der Ehe, sowie alles, was die körperliche Integrität beeinträchtigt, wie zum Beispiel das Trinken von Alkohol oder Tattoos und Piercings.
Nach dem Tod: geht es vor Gericht und von da aus entweder ins Paradies oder, bis alle Sünden bestraft sind, in die Hölle. Im Paradies werden alle Wünsche erfüllt. Wirklich alle.
Übrigens: Dass ein Selbstmordattentäter nach seinem Ableben von 75 Jungfrauen erwartet wird, gilt unter Muslimen als Irrglaube und ist nichts weiter als radikalpolitisches Gewäsch. Im Koran steht, dass auch andere Religionen respektiert werden müssen.
Im zweiten Teil werden wir das Judentum und den Hinduismus vorstellen.
von Stefan Hirsch und Sebastian Dargel

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