Artikel aus No 02 - Dezember 2006

Brettorf

 
 
 
uniVista hat auch für diese Ausgabe keine Kosten und Mühen gescheut, um euch einen neuen Ort auf der Nordwestbahnroute näher zu bringen.
Weder Infektionskrankheiten noch elektrische Schiebetüren konnten uns davon abhalten, unsere Pflicht zu tun und uns innerhalb von einer halben Stunde vom inoffiziellen Hintern der Welt zum offiziellen chauffieren zu lassen, um ihn EUCH zu präsentieren. Ja, es gibt einen Ort an dem noch weniger geht als in Vechta an einem Regentag: Brettorf.
Nach kurzer Fahrt hält die Nordwestbahn in Richtung Bremen an diesem gottverlassenen Ort. Erste Impressionen schildet eine mitreisende Redakteurin mit folgenden Worten:
„Beschwingten Schrittes schreite ich durch die grüne Au und labe meinen Geruchssinn am frischgemähten Gras. Nie erblickte mein Auge schönere Landschaft, nie roch meine Großstadt geplagte Nase reinere Luft… doch nun zurück zu Brettorf. “
Die nackte Wahrheit ist in der Tat nicht ganz so idyllisch. Doch bevor wir uns auf den Weg in die unbekannten Straßen begeben, müssen wir sicherstellen, dass wir hier auch wieder weg kommen. Also wird der Fahrplan sorgfältig studiert und erstaunt stellen wir fest dass der „brettorfsche” Fluchtwunsch sehr groß sein muss, denn selbst um 22.52 Uhr fährt die NWB noch nach Vechta zurück. Weg kämen wir also auf jeden Fall. Wir machen uns auf… um zu finden, was zu finden ist, wenn etwas zu finden sei, um es zu finden, falls wir es finden sollten …Wir folgen einer langen, sehr langen Straße. Vereinzelt sind Häuser zu sehen, jedoch keine Bewohner. Hat Brettorf überhaupt Einwohner? Die Straße ist belebt, ein reger Durchgangsverkehr sorgt für einen gehobenen Geräuschpegel. Doch niemand hält an! (An dieser Stelle müsst ihr euch die Akte X Titelmusik denken!)
Nach einem langen, beschwerlichen Marsch erreichen wir das Industriegebiet Brettorfs. Es gibt also Arbeit. Aber uns drängt sich mittlerweile eine ganz andere Frage auf. „Was essen die Einwohner Brettorfs?” Trotz intensiver Suche finden wir keinen Supermarkt, keine Tankstelle, keinen kleinen Laden, kurz: NICHTS! Doch wovon leben die Einwohner dann? Etwa von Luft und Liebe? Essen sie sich gegenseitig? Würde das die fehlenden Einwohner erklären? Mittlerweile ist es kalt geworden, es dämmert. Feuchtigkeit und Kälte durchdringen unsere Kleidung. Sie schließt sich wie eine knöchrige Klaue um unsere Gliedmaßen und lässt uns in regelmäßigen Abständen erschauern. Unsere erschöpften Augen erblicken jedoch, kurz bevor wir aufgeben wollen, eine junge Einwohnerin.
ES GIBT LEBEN!
Sie versichert uns jedoch sogleich: „Ich wohne hier auch nicht freiwillig.” Was hat das zu bedeuten? Etwa, dass die Einwohner Brettorfs gezwungen werden, hier zu leben? Das wirft ein vollkommen neues Licht auf die leeren Straßen. Ein schauriges Licht …Auf die Frage nach etwas Essbarem antwortet sie: „Es gibt ein Restaurant”, wahrscheinlich in irgendeiner dunklen Gasse. Wir finden es jedenfalls nicht und sind uns auch nicht einmal mehr sicher, ob wir es finden wollen. Ebenso bleibt uns die Zuckerdose, der Dorfkrug, das Leben in Brettorf verborgen und wer weiß, welches dunkle Geheimnis noch… (Akte X Musik …)
von Britta Simon, Melanie Ehlert und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Brettorf:
Hin
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h – 16.32h st. + 18.32h, 20.32h
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Zurück
Mo.-Fr. 6.52h – 22.52h st.
Sa. 8.52h – 11.52h st. + 12.58h – 18.58h st. + 20.52h, 22.52h
So. 10.52h, 12.52h, 14.52h + 16.52h – 22.52h st.

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