Erik wächst in einem gewalttätigen Haushalt auf. Führt er nur die Gabel zu schnell an den Mund, gibt es Nachtischprügel vom Vater. Mit der Kleiderbürste, der Birkenrute oder der Hundepeitsche, welche den Rücken blutig reißt Danach der obligatorische Satz: „Wieder Freunde?” Und ein lächelndes Händeschütteln, denn der Vater war wieder erfolgreich pädagogisch tätig. Und 25 Schläge sind zu ertragen, Erik darf sich nur nicht winden und weinen, sonst gerät der Vater in Erregung und vergisst zu zählen. In der Schule ist der Junge Anführer einer Clique. Hier muss auch manches mit den Fäusten geregelt werden, aber Erik hat ja einen guten Lehrer zu hause. Als die Clique kleinkriminell wird und schließlich nur er dichthält, fliegt er, mit der Versprechung, an keiner Schule im Kreis mehr aufgenommen zu werden. Somit bleibt nur das Internat Stjärnsberg, an dem die “Kameradenerziehung” herrscht, ein verharmlosender Ausdruck für das Quälen und Erniedrigen jüngerer Schüler durch den so genannten Rat. Und Erwachsene schauen weg. Erik aber lässt das nicht mit sich machen, er hat einen untrüglichen Gerechtigkeitssinn. “Das Böse darf nicht siegen.”
Jan Guillou: EVIL, Das Böse
Signatur: 5.2A gui
von Julia Stock