In dieser Rubrik möchte uniVista lokalen Nachwuchsbands eine Plattform bieten, um auf sich und ihre Musik aufmerksam zu machen. Auftakt hierbei macht die Cloppenburger Band livin milk. Vier Musiker im Alter zwischen 24 und 29, die bereits auch überregional auf eine große Fangemeinde blicken können. livin milk beschreibt sich selbst als eine Metal-Rock Band mit einem Tropfen Melancholie. Alles andere als melancholisch waren die Jungs allerdings bei unserem Interview auf der Great Desaster Party in der Roten Schule Cloppenburg.
Ein Ohrenschmaus für Leute die auch gerne Incubus, Creed oder Disturbed hören…
Wie kamt ihr zur Musik und besonders zu diesem Stil?
Toddy: Das hat sich einfach entwickelt.
Ben: Also, ich kann mal bei mir anfangen. Ich bin angefangen mit 6 Jahren Gitarre zu spielen, hab mit 12 die erste Band gehabt und dann viele verschiedene Bands durchgemacht und dann irgendwann mit unserem Ex Schlagzeuger, der nicht mehr dabei ist, haben wir diese Band gegründet. Wir hatten damals noch eine Sängerin und einen Keyboarder und haben dann irgendwann mit 3 Mann erstmal nur weitergemacht. Dann kam der Konz dazu. Ja, und der Stil hat sich so entwickelt. Wir wollten eigentlich ursprünglich ruhiger werden, weil wir früher auch schon mal heftigere Musik gemacht haben, wir wollten eigentlich ein bisschen mehr Rock machen.
Toddy: Kuschelrock.
Ben: Ja, Kuschelrock.
Jan: Und dann kam der Jan.
Ben: Nenenene, der kam viel später. Toddy wollte einfach nur wieder Musik machen, weil er… ihm war so langweilig, jahrelang. Und wie gesagt, Toddy ist zum Beispiel eigentlich Gitarrist. Und er hat mich angerufen: „Sag mal, ich will bei euch spielen.” „Gitarristen haben wir schon.” „Ja, dann spiel ich halt Bass.” Und jetzt spielt er halt Bass. Und sehr gut, muss ich dazu sagen. Der Stil hat sich entwickelt. Wir haben angefangen, ruhigere Musik zu machen. Dadurch hat sich das entwickelt, dass wir diese Dynamik haben: halt mit ruhigen Sachen, die auch aus den ursprünglichen Anfängen herkommen und jetzt halt mit den Mehr-Gas-Sachen, wo wir einfach Bock drauf haben und diese Dynamik, das macht eigentlich livin milk aus.
Konz: Ja, das bildet sich wahrscheinlich auch aus den ganzen verschiedenen Richtungen, die wir hören. Also, Toddy hört ja mehr so Deathmetal- und Grindcore… irgendwie Gebrüll.

Toddy: Komm, hör auf…
Konz: (lacht) Ja, das hör ich ja auch. Das entwickelt sich wahrscheinlich auch aus diesen verschiedenen Stilrichtungen, die wir auch hören.
Wo kommt ihr eigentlich her? Wo würdet ihr sagen, kommt eure Band her?
Ben: Cloppenburg, also ich komm aus Cloppenburg. Obwohl ich ja in Ostfriesland geboren bin, muss ich dazu sagen.
Toddy: Ja, ich auch.
Ben: Ne, du nicht, wo bist du geboren? Toddy: Dodenhof. (Gelächter)
Ben: Hodendoof oder was? Toddy: Rothenburg Wümme.
Ben: Und Konz kommt aus Friesoythe wohl und Jan auch so da.
Jan: Petersdorf.
Ben: Petersdorf. Man fährt mit dem Auto, dann kommt so ein Schild „Petersdorf` und 200m kommt ein Schild „Petersdorf Ende”.
Wie kamt ihr auf euren Namen? Sind das so Kühlschrankerlebnisse?
Ben: Also ich bin ja… ich darf ja nicht sagen, dass ich dagegen bin, gegen den Namen, oder? Beim Interview darf man das nicht. Wir hatten damals auch Smellin’ Feet zur Auswahl, aber das war alles zu punkig und livin milk…ja… ich würde heute den Namen mal gerne wechseln können.
Toddy: Das schreibt ihr aber nicht!
Ben: Doch, können sie ruhig. Das Ding ist einfach nur, der Name hat sich so etabliert und ist in den Köpfen der Leute hier in der Gegend. Da wir regional auch relativ bekannt sind, wäre es Quatsch, das zu machen. Den Namen haben wir jetzt 6 Jahre und deswegen ist es schwierig, aber ich sag mal so, die Red Hot Chili Peppers haben auch einen komischen Namen in dem Sinne, machen aber dementsprechend ganz andere Musik. Bei livin milk ist das das gleiche. Ich glaube, keiner assoziiert da in irgendeiner Weise lebende Milch raus, sondern livin milk ist einfach der Name und die Leute wissen…
Das ist keine lebende Milch.
Ben: Richtig. Und es ist ja auch wirklich so, dass man sich an den Namen gewöhnt hat und gar nicht mehr darüber nachdenkt, was es eigentlich heißt. livin milk ist die Musik, ist das Gefühl, das wir haben, wenn wir Musik machen, auf der Bühne stehen und einen abrocken. Auch bis zum Erbrechen. Wir geben einfach alles und das ist livin milk.
Wie seht ihr selbst eure Musik oder wie definiert ihr eure Musik?
Ben: Laut! Wie definieren wir unsere Musik? Also, wir wollen keine Botschaft rausbringen. Es gibt so viele Bands, die man auf MTV sieht, die wollen immer Botschaften in die Welt rausschreien, um die Welt zu verbessern oder sonst was. Wir wollen einfach nur Musik machen und Spaß dabei haben und nicht irgendwie jetzt dadurch was bewegen oder so was. Das einzige, was wir bewegen wollen, sind die Köpfe von den Leuten, wenn sie bei uns vor der Bühne stehen.
Habt ihr irgendwelche musikalischen Vorbilder?
Ben: Mich. (alles lacht)
Toddy: Wolfgang Petry. Ja, echt jetzt, ohne Scheiß.
Konz: Musikalische Einflüsse, weiß ich nicht. Korn, Nevermore, seit neuestem Biomechanical…
Toddy: Ja, Biomechanical!
Konz: Sehr geile Band, auf jeden Fall! Godsmack.
Jan: Godsmack würd ich auch sagen, Godsmack ist schon mal gut. Dann, was haben wir denn noch? Ja, Killswitch Engage, saugeile Band, Metallica auf jeden Fall.
Ben: Man hat verschiedene Bands, die man hört. Ich hör auch mal Eric Clapton, ich hör auch mal Seal. Eine der geilsten Balladen ist Frankie Goes To Hollywood mit Power Of Love, obwohl das da gar nicht in die Musik reinpasst. Man muss sich von vielen Sachen irgendwas ziehen, denk ich mal. Natürlich ist die Hauptmusik, die man hört, schon

Metal und da sind die Bands alle genannt, die die Jungs auch schon gesagt haben. Mich hat in meinem Gesang Creed damals sehr im Stil bewegt. Incubus auf jeden Fall. Ich wollte früher, als wir angefangen haben, immer nur hoch singen und ich konnte es eigentlich gar nicht, klang immer schrecklich, wie so im Stimmbruch. (singt hoch und laut ins Mikro). Aber irgendwann habe ich die erste Creed-Scheibe bekommen und hab mich dann umgewöhnt und dadurch ist das entstanden. Also Creed hat mich sehr gut geprägt, aber ansonsten, so wirklich Vorbilder? Braucht man Vorbilder? Man braucht keine Vorbilder, oder? livin milk klinkt wie livin milk. Punkt.
Ihr habt bereits einmal den „Rote Schule Bandcontesi` gewonnen…
Ben: Ja. (Pause) Das war die Frage!? (Gelächter) Lasst sie doch mal die Frage zu Ende fragen.
Wie schätzt ihr eure Chancen heute Abend ein?
Ben: Wir würden hier nicht spielen, wenn wir sagen würden „Wir haben keine Chancen”, ganz klar. Ich würde schon sagen, wir machen diesen Band Contest nicht nur unbedingt um zu gewinnen, sondern auch um Kontakte zu knüpfen mit Bands, Kontakte zu knüpfen mit den anderen Jugendzentren, um da mal zu spielen. EMP ist ja auch ein Name, der was sagt und das ist auch in der Biografie ganz gut, wenn da steht: „Bandcontest EMP mitgemacht”. Vielleicht auch einen guten Platz irgendwie, macht sich in der Band-Bio immer sehr gut. Aber, wenn wir jetzt nicht gewinnen, dann ist es auch kein Beinbruch für mich. Das Problem ist bei uns immer, wir haben nicht so viele Bekannte mehr hier…
Konz: Die sind alle weggezogen.
Ben: …und die sind alle weggezogen. Wir haben wohl einen Fankreis, aber nicht halt diese Bekannten. Wenn alle Kumpels aus der Gegend halt herkommen und dann da für einen stimmen oder so was. Aber wir versuchen einfach durch unsere Musikalität bei der Jury zu glänzen. Wie wir heute Abend gespielt haben, muss ich sagen, das war einer der besten in der letzten Zeit. Weil, hat wirklich auch auf der Bühne Spaß gemacht, hat gerockt. So, und wenn wir dadurch jetzt, weil keiner für uns stimmt, nicht gewinnen, dann haben wir Pech gehabt, aber für uns waren wir heut richtig geil.
Ist ein neues Album geplant?
Ben: Ja, wir wollen im Dezember wahrscheinlich ins Studio gehen, um wieder mal vier Songs aufzunehmen. Aber nicht so eine große Produktion wie letztes Mal, weil wir nicht so viel Geld haben (lacht). Die alten Songs von der aliengirl-Scheibe sind immer noch geil, aber die neuen Songs sind schon ein bisschen anders geworden, auch weil ein anderer Schlagzeuger dabei ist. Man hat heute wieder gehört, nach dem Auftritt: „Spielt doch noch mal Under my skin “. Der Hit von der Scheibe „aliengirl”. Aber wir wollten das bewusst heute nicht machen, weil ich finde das ein bisschen unfair gegenüber den anderen Leuten, da jetzt die Songs zu spielen, die alle schon kennen. Wir wollten aber mit den neuen Songs auftreten und damit was machen. Aber, wir wollen auf jeden Fall ins Studio. Wir MÜSSEN!
Konz: Dieses Jahr!
Ben: Dieses Jahr noch, we try!
Wann und wo seid ihr das nächste Mal live zu sehen?
Ben: Nächste Woche in Nordenham, weil wir heute den ersten Platz gemacht haben! (Gelächter) Sonst sind dieses Jahr keine Gigs mehr geplant.
Konz: Siehe Aushang in der UNI!
Ben: (lacht): Ja, ne, das Ding ist auch, wenn wir im Dezember
ins Studio gehen, werden wir keine Zeit mehr haben um uns die Programme wieder anzueignen oder durchzuspielen, weil wir die vier Songs, die wir aufnehmen wollen, die werden wir so ca. 1 – 2 Monate komplett auseinander nehmen. Also, die werden analysiert, jedes einzelne Instrument wird noch einmal durchgespielt und genau angepasst. Wenn man mit allen Mann spielt, ist es manchmal schlecht rauszuhören, was jeder einzelne genau spielt. Das werden wir jetzt 1 1/2 Monate machen und da wird auch wahrscheinlich keine Zeit sein, um großartig Gigs zu machen. Letztes Jahr haben wir das auch so gemacht. Da kamen auch Gigs bzw. Anfragen danach und da haben wir gesagt: „Ne, wir gehen ins Studio, da haben wir keine Zeit für”
Sekt oder Selters
Chucks oder Chanel?
Ben: Cuck Norris ist cool Hat bis zur Unendlichkeit gezählt, zweimal.
Konz: Und Chuck Norris kriegt bei Praktiker 20% – auch auf Tiernahrung.
Ben: Ich hab auch Chanel.
Jan: Auf jeden Fall eher Chucks als Chanel
Ben: Chucks sind geruchtstechnisch ja auch ein Problem. Ich sprüh meine Chucks auch immer mit Chanel ein.
Durchtrieben oder durchdacht? Ben: Durchdacht
Konz: Durchdacht.
Toddy: Durchtrieben. (Gelächter)
Ben: Durchdacht, ich bin ein Perfektionist Ich bin der einzige, der die Leute immer nervt, wir müssen jetzt was machen.
Jan: Durchtrieben auf jeden Fall.
FlipFlops oder Filzpantoffeln?
(uneinig): Filzpantoffeln und FlipFlops.
Ben: Ich war letztens auf Malle, also FlipFlops. Ich würd sagen, ich ruf meine Mama kurz an oder frage das Publikum.
Fusel oder Fanta?
Ben: Du kannst doch nicht nen Rocker fragen: Fusel oder Fanta? Also, ich bitte dich! Fusel mit Fanta. Fanta abgelehnt.
Laut oder leise?
Alle: LAUT! (Gebrüll)
Mann oder Maus?
Ben: Frau!
Jan: Mann mit Maus.
Ben: Ja, ich mit meiner Freundin. Maus auf jeden Fall, so am Computer spielen. Mit Männern. Also, wir spielen nicht mit Männern, also, nicht wie das jetzt klingen soll Ich bin raus.
Matte oder Mecki?
Konz: Meckimatte.
Ben: Hat ihr das aus eurem Psychologiestudium?
uniVista:Nein, aus unserem Hirn?
Konz: Matte!
Rucksack oder Reisebüro?
Ben: Reisebüro. Hallo! All inklusive. Ich nehm nen Koffer mit und meine Chaneldose.
Konz: Rucksack!
Ben: Ja, du bist ja auch nen Student
Voll oder Verkehrstüchtig?
Ben: Total Betrunken. Also, es gibt Mitglieder der Band, die 9 Monate lang zu den Proben gebracht werden mussten. Namen werden nicht genannt. Also, verkehrstüchtig wohl eher, ich bin geschäftlich viel unterwegs.
Walzer oder Wegrennen?
Ben: Wegrennen? Meine Freundin will unbedingt, dass ich mal nen Tanzkurs mache.
Konz: Also ich hab den Silber…
Ben: Im Schwimmen?
Konz: Nein, ich hab nen Silberkurs im Tanzen gemacht
Ben: Momentan eher wegrennen!
von Melanie Ehlert, Britta Simon und Julia Stock
Bilderalbum
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