Mein Gott kanns besser als deiner (Teil 2)
Wie versprochen, findet ihr hier nun den zweiten Teil des uniVista-Religionsvergleichs. Nachdem wir im ersten Teil den Buddhismus, das Christentum und den Islam vorgestellt haben, wird euch dieses mal das Judentum und der Hinduismus näher gebracht. Zwei weitere Chancen also, den richtigen Gott zu finden und sich selbst damit den Weg in den Himmel zu bereiten. Garantiert wird von uns natürlich nichts!

Judentum
Zur Zeit gibt es ca. 17 Mio. Menschen, die der jüdischen Religionsgemeinschaft angehören. Der Großteil von ihnen lebt in den USA und Israel. Das Judentum hat eine besondere Stellung unter den Weltreligionen, weil Christentum und Islam aus ihm hervorgingen.
Der Chef: Das Judentum versteht sich als monotheistische Religion. JHWH (auch Jahwe oder Jehova) ist allwissend, allmächtig und allgütig. Er hat die Welt nach seinem Willen geschaffen und wird meistens nur „Herr“ genannt.
Der größte Held: Schwierige Sache, aber Moses hat als Jehovas Prophet eine hohe Stellung bei den Juden. Die im Christentum bekannten 5 Bücher des Moses kennen die Juden als Thora (die Lehren Jehovas), sie gehören zum wichtigsten Teil ihrer Bibel und stellen im Christentum das alte Testament dar.
Erlaubt und verboten: Das Judentum hat 613 Gebote. Juden ist es z. B. nicht erlaubt, Nicht-Juden zu heiraten. Diese müssen vor der Ehe zum jüdischen Glauben konvertieren. Es gibt einige Regeln, die man vor allem beim Essen einhalten sollte: Milch und Fleisch etwa dürfen nicht zusammen verspeist werden; auch wird nur Fleisch von Tieren gegessen, dessen Hufe gespalten sind.
Nach dem Tod: Es gibt mehrere Arten des Judentums, deshalb scheiden sich die Geister der Gläubigen, wie es denn nach dem Leben weitergeht. Juden sind eher auf das Diesseits ausgerichtet. Manche glauben, dass es einen jenseitigen Ort der Gerechtigkeit gibt, andere wiederum, dass das Leben einfach aufhört oder dass Sünder nach ihrem Tod von Dämonen gequält werden.

Hindusimus
Auf Platz 3 der beliebtesten Religionen steht der Hinduismus mit ca. 1 Mrd. Gläubigen. Diese Religion stammt aus Indien und hat dort den Großteil ihrer Anhängerschaft.
Der Chef: Es gibt mehrere Chefs oder sagen wir lieber, es gibt mehrere hinduistische Richtungen, die jeweils eine eigene Gottheit mit sich bringen, beispielsweise den Shivaismus oder den Vishnuismus. Im Gegensatz zu anderen Religionen werden im Hinduismus die Gottheiten gerne dargestellt, wahlweise als Figur oder Symbol. „Einheit in der Vielfalt“ ist eine oft verwendete hinduistische Redewendung.
Der größte Held: Wo sich viele Gottheiten tummeln, dort bleibt wenig Platz für Helden. Allerdings kann man die 10 Avatare des Vishnu (seine Inkarnationen) wohl als solche ansehen. Unter ihnen auch Krishna, nach dem die religiöse „Hare Krishna-Bewegung“ benannt ist.
Erlaubt und Verboten: Erlaubt ist der Konsum von Haschisch, das im Hinduismus die Stelle des Weines im Christentum einnimmt. Das Fleischessen ist zwar nicht verboten, aber es wird empfohlen, es zu unterlassen.
Nach dem Tod: Die Reinkarnation ist ein zentraler Punkt des hinduistischen Glaubens. Leben und Tod gelten als stetiger Kreislauf. Der Körper, in dem man wiedergeboren wird, variiert aber. Es ist immer eine gute Idee, reichlich positives Karma anzuhäufen, um nicht als Tier das nächste Leben durchstehen zu müssen. Am Ende des Kreislaufes steht dann hoffentlich die Erlösung.
von Stefan Hirsch und Sebastian Dargel
