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Von Hochmut und Hoffnungen, von Piouretten und Parteigenossen
Rudolf Nureyev war ein begnadeter Tänzer. Gehasst und verehrt zugleich, fanden sowohl Liebesbriefe und Hotelschlüssel als auch Todesdrohungen und Scherben den Weg auf seine Bühne. Was veranlasste zu derartiger Polarisation? Wer war der Mensch Rudolf Nureyev? Colum McCann begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, welche in Russland kurz nach dem zweiten Weltkrieg beginnt, über Paris in den 1960er Jahren und New York in den 70ern den Spuren des großen Künstlers folgt und schließlich in London, Brighton, 1991 endet. Es gelingt McCann in seinem, zum größten Teil fiktivem Roman, das nur wenig bekannte Leben des Tänzers mit großem Einfühlungsvermögen nachzuvollziehen. Die übergangslosen Perspektivwechsel, welche sowohl die Sicht des Protagonisten als auch die seines direkten und weiteren Umfeldes wiedergeben und der stark metaphorische Schreibstil, zeichnen ein sehr umfassendes Bild von Nurejews Charakter und seinen Lebensumständen. Der Leser findet sich wieder in einem Wechselbad der Gefühle. Auch für Menschen die mit Ballet nicht unbedingt etwas anzufangen wissen, ist dieses Buch ein absoluter Leckerbissen und gehört durchaus zu der Kategorie: Lesenswert.
Colum McCann: Der Tänzer
Signatur: 380513
von Stefanie Bruns
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Von Hochmut und Hoffnungen, von Piouretten und Parteigenossen
Datum: 26. April 2007
Rubriken: Artikel,No 04 - April 2007,Perlen der Bibo,Stefanie Bruns
Adresse: http://www.univista.de/2007/04/26/von-hochmut-und-hoffnungen-von-piouretten-und-parteigenossen/