Der Mann… warum verstehen wir Frauen ihn dann und wann nicht? Nun, manchmal scheint der weibliche Intellekt einfach zu komplex, um dieses gegengeschlechtliche, Stoff wechselnde Etwas zu begreifen. Zugegeben, wir Frauen sind wahrscheinlich auch anstrengende Vertreter der Gattung Mensch. Ein Mann, der sich nach unserem Befinden erkundigt, fragt, was los sei und mit einem quengeligen „nichts“ abgespeist wird, wird sich damit zufrieden geben. In der Männerwelt heißt das wohl soviel wie: „Alles in Ordnung“. Oder es bedeutet schlicht und ergreifend das, was es bedeutet: Nichts. In der Frauenwelt bedeutet „Nichts“ nicht einfach „Nichts“! Es ist ein unglaublich vielschichtiger Begriff verzweigter Emotionen, welcher sich dem steinzeitlich anmutenden, unkomplizierten Dasein des Mannes in diesem wichtigen Moment einfach nicht erschließen wird. Und hofft Frau auch noch so sehr auf expressiven, männlichen, emotionalen Beistand… sie wird ihn nicht bekommen. Nichts ist Nichts.
Hat Frau es bewerkstelligt, sich dennoch in irgendeiner Form Gehör zu verschaffen, so stößt sie auf ein neues Problem: der männlichen Unempfänglichkeit für die typisch weiblichen, vagen Andeutungen. Der buchstäbliche Zaunpfahl (siehe Bild) direkt ins maskuline Antlitz geschlagen… Verschwendung! Der komplette Gartenzaun aus dem jungfräulichen, vorstädtlichen Schrebergarten gerissen, mit roter Farbe angestrichen und mit aufrührerischer Musik dem Manne engelsgleich um den Kopf geschleudert… vergebene Liebesmüh! Dem Manne direkt sagen, was wir denken… undenkbar! Wahrscheinlich würde es den possierlichen Mann in seinem natürlichen Direktheits-Habitat auch sehr verstören, wenn Frau dasselbe mit ungebremstem Entdeckerdrang betreten und erobern würde. Wie also sollen wir auf einen grünen Zweig kommen, ohne den Mann zu verstören, zu erschrecken? Wie uns verständlich machen?
© (Fotograf unbekannt) /
PIXELIO [1]
Wie ich es drehe und auch wende, mir will keine geeignete Basis, keine geeignete Lösungsstrategie einfallen. Im Endeffekt ist es wohl so, Männer und Frauen werden sich nie vollkommen verstehen. Uns Menschen insgesamt ist es wohl nicht gegeben alles vollends zu verstehen, sei es Mann oder Frau oder die Welt an sich. Und ganz ehrlich… ich versteh´ mich ja selbst manchmal nicht…
von Melanie Ehlert
Warum bist du denn jetzt wieder eingeschnappt? Was habe ich denn gesagt?”, “Es geht nicht darum, was du gesagt hast, sondern wie!” Nun sollte ein strategischer Rückzug folgen, aber auf keinen Fall ein Kopfschütteln mit “Du meine Fresse!”. Als Mann steht man sehr häufig im Wald, wenn es um das Zwischenmenschliche geht. Man weiß zwar, dass die Frau an seiner Seite was Besonderes ist und man sie auch liebt, aber einige Dinge sind einfach nicht nachvollziehbar. Da braucht man gar nicht das allwochenendliche Thema des Sportes ansprechen. Es beginnt mit weitaus kleineren Dingen, die einem Mann, in der Masse vorkommend, jeglichen Nerv rauben. Bestes Beispiel sind Andeutungen jeglicher Art, die uns auf eine Fährte bringen sollen. “Hier könnte auch wieder aufgeräumt werden.” oder “Die Hose sitzt aber sehr tief.” Warum nicht einfach mal sagen, was gemacht werden soll? Würde Kraft sparen. Meistens knacken wir den Code ja, aber im Ganzen sind wir nicht fähig, Gedanken zu lesen und wenn wir es wären, würden wir es nicht tun. Auch stellt sich für uns kaum die Frage, was Frau denn nun anziehen soll, sie hat all ihre Sachen gekauft, weil sie gut aussehen, also wird sie auch heute abend wieder gut aussehen, wenn es nicht die Jogginghose ist.
Und was wir von der neuen Handtasche halten? Soviel wie du von unserer neu entdeckten Biersorte. So wie wir keine Handtaschen tragen, ist es bei euch sehr selten, dass Bier über Wein steht. Also belanglos.
Eine recht gute Möglichkeit, ungewollten Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, ist die Methode des komplimenthaften Reagierens. “Habe ich zugenommen?” “Nein!” “Ist sie schöner als ich?” “Nein!” Selbst wenn man lügt, alles ist besser als das Echo auf die Ehrlichkeit erfahren zu müssen. Aber die Wahrheit will ja nicht immer jeder wissen und manchmal muss man gar nicht lügen, denn natürlich hat man die schönste Frau an der Seite, sonst hätte man eine andere.
Wie man an diesen kleinen Beispielen sieht, ist es manchmal einfach schwierig, auf einen Nenner zu kommen. Der Grund, warum Männer und Frauen sich nicht verstehen, liegt nicht in den Genen oder an der Erziehung, sondern daran, dass sie es gar nicht wollen. Denn Friede, Freude, Eierkuchen 24/7, das hält weder Mann noch Frau aus.
von Sebastian Dargel