Von der Zeit und dem Zuhören, von Freundschaft und Fantasie

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Momo lebt in einer fiktiven Welt. Mehr und mehr übernehmen die grauen Herren die Vorherrschaft und bringen die Menschen dazu, ihre Zeit zu sparen. Die Bewohner von Momos Welt vergessen dabei völlig sich selbst, das Hier und Jetzt, denn: Spart man an seiner Zeit, so verkürzen sich die Tage und Wochen. Als ein Auflehnen gegen die Übermacht der grauen Herren schon fast aussichtslos erscheint, greift Meister Hora, der Verwalter der Zeit, ein und schickt Momo zusammen mit seiner Schildkröte Kassiopeia in den Kampf. Momo bleibt eine Stunde, um die ganze Welt zu retten. Als ich Michael Endes „Momo“ in der Hand hielt, kam ich mir zunächst vor wie ein Kind, entdeckte Stück für Stück die Welt des kleinen strubbeligen Mädchens und ihrer Freunde, ließ mich immer weiter in die Geschichte ziehen. Je mehr ich weiter las, desto mehr erschloss sich mir jedoch die ernste Thematik rund um dieses angebliche „Kinderbuch“. Michael Ende schafft mit diesem Werk eine Allegorie auf unsere heutige Gesellschaft, eine Kritik an dem Streben nach Macht und Erfolg. Ende findet hierbei eine bild- und fantasiereiche Sprache, die das zu fassen vermag und dem, was wir alle kennen und als unsichtbaren Druck in uns spüren, eine Gestalt verleiht. Ein Buch, für das sich das Zeitnehmen lohnt.
Michael Ende: Momo
Signatur: 5.1 E end = 122373
von Melanie Ehlert

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