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Von Saufexzessen und Selbstzerstörung, Madenbrei und Mao-Tse-Tung
Schon das Geschehen ist seltsam: Zwei junge Homosexuelle aus Deutschland reisen zur Zeit politischer Umbrüche durch den Iran. Der eine, ein körperliches Wrack, gibt sich auf einer heftigen Party den Rest, der andere gelangt mit Hilfe eines mysteriösen Fremden außer Landes, und begibt sich auf einen religiösen Selbsterfahrungstrip nach Tibet. Dort wird er von chinesischen Soldaten gefangen genommen, für einen Spion gehalten, und in einem Umerziehungslager inhaftiert.
Verwirrend, ja verstörend, ist, wie der namenlose Ich-Erzähler seine Umwelt wahrnimmt. Er verhält sich völlig passiv, akzeptiert alles, was ihm widerfährt, schildert präzise entwürdigende Arbeits- und Haftbedingungen , ohne dabei Selbstmitleid oder Hass zu verspüren, freut sich sogar, dass es ihm aufgrund der menschenverachtenden Kombination aus Unterernährung und Schwerstarbeit gelungen ist, seriously abzunehmen.
Ein durch und durch bizarres Stück Literatur, das, obwohl leicht zu verstehen und gut zu lesen, den Leser lange beschäftigt und viele Fragen aufwirft.
Christian Kracht: 1979
Signatur: 353885
von Stefan Hirsch
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Von Saufexzessen und Selbstzerstörung, Madenbrei und Mao-Tse-Tung
Datum: 9. Juli 2007
Rubriken: Artikel,No 05 - Juli 2007,Perlen der Bibo,Stefan Hirsch
Adresse: http://www.univista.de/2007/07/09/von-saufexzessen-und-selbstzerstoerung-madenbrei-und-mao-tse-tung/