Vorsicht! Änderungen in der Prüfungsordnung

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Seitdem in Vechta vor vier Jahren auf einen Bachlor- und Master-Abschluss umgestellt wurde, war es eigentlich allen Eingeweihten klar, dass man im Laufe der Zeit etwas verändern wird. Nur durch Beobachtungen des alltäglichen Tagesgeschäftes und durch intensiven Ausstausch mit anderen Universitäten, konnte man Fehler und Ungereimtheiten auf den zweiten Blick erkennen. So eine radikale Umstellung der universitären Bildungslaufbahn braucht, bis es schließlich fast perfekt funktioniert, Zeit und eine Menge Geduld. Selbst in den alten Studienordnungen fand man immer noch Missstände. Kein System, auf das man sich einigt, ist zu hundert Prozent wasserdicht.
Aber Änderungen, die zu einem besseren Ablauf des Bachlor/Master-Studienganges erdacht und versucht umgesetzt zu werden, dürfen nicht nur auf den Rücken der Studentenschaft ausgetragen werden. Der enorme Zeitaufwand, dreimal mehr Prüfungen abzuhalten und zu bewerten als vorher, ist unbestritten. Aber einfach Prüfungen zusammenzulegen, um so die Anzahl zu reduzieren, ist nicht akzeptabel. Dem Studenten wird so eine Möglichkeit genommen, erstens die Teilmodulprüfung erfolgreich zu bestehen und zweitens, eine schlechte Note auszugleichen. Die gängige Praxis, nur noch Modulabschlussklausuren schreiben zu lassen, nimmt jedem Studenten die Möglichkeit, wenigstens einen Teil des Moduls erfolgreich abzuschließen. Auch die Überlegung, die Joker zu reduzieren, ist gerade in Bezug auf die Zulassungsbeschränkungen zum Master- Studiengang geradezu fahrlässig. Es ist schon an sich unzumutbar, dass nicht jeder für sich selbst entscheiden kann, sein Studium normal zu beenden. Dass man nur mit einem Bachlor-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen kann, ist bis heute eine Utopie. Deutschland fehlt es an qualifizierten Kräften (vor allem im technischen Bereich) und nun sollen noch 2/3 der Studenten nach dem Bachlor rausgesiebt werden? Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Um aber trotzdem den Schnitt zu erreichen (momentan in Vechta für den Master 2,5) sind gerade Joker-Klausuren geeignet, um schlechtere Noten noch zu korrigieren. Dem Bachlor-Studenten werden so viele Prüfungen zugemutet, dass man doch wenigstens mit 5 Jokern einige schlechte Leistungen verbessern zu können. Die bei weitem aber unzumutbarste Änderung soll die Reduzierung der Wiederholungsprüfungen sein. Anstatt wie bisher drei Versuche (zwei schriftliche und eine mündliche Prüfung) sollen alle zukünftigen Erstsemester nur noch zwei Chancen haben. Hier werden berufliche Karieren verhindert, nur um den Arbeitsaufwand der Lehrenden zu vermindern. Wenn das System reformiert werden soll, dann aber bitte radikal und nicht nur zu Ungusten der Studentenschaft.
Alles in Allem setzten sich eure studentischen Vertreter (StuPa, ZKLS, AStA, Senat) dafür ein, diese geplanten Änderungen mit allen Mitteln zu verhindern. gemacht.
von Arnold Hobbacher

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