City and Islington College London
Verglichen mit anderen Praktika, war ich am ersten Tag meines Praktikums an der City and Islington College in London sehr aufgeregt. Es sollte nicht das erste Mal sein, dass ich ein Praktikum in London mache und auch nicht das erste Praktikum in einer Schule. Es war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal Erwachsene als Schüler in London haben sollte. ERWACHSENE. ERWACHSENENBILDUNG. Die Vorstellung allein hat mich schon drei Nächte lang nicht schlafen lassen. Zumal ich mich doch ganz steif auf das Grundschulleben in meiner Zukunft als Lehrerin fixiert hatte. Ich muss sagen, es stellte sich genau als das Gegenteil meiner Befürchtungen heraus. Die Schüler waren Menschen, die beispielsweise einen bestimmten Abschluss (A-Level = Abitur oder GCSE = Realschulabschluss) nachholen wollten oder Frauen, die vor 20 Jahren die Schule abgebrochen haben, weil sie schwanger wurden oder solche, die geistig oder körperlich behindert sind oder gar Menschen, die noch niemals zuvor in ihrem Leben mit Zahlen konfrontiert wurden. Kurz gesagt, diese Schule ist für Jedermann offen und gebührenfrei, was die meisten Situationen erleichtert.
Ich habe in zwei Matheklassen mit sehr niedrigem Niveau assistiert. Die Lehrer-Schüler-Beziehung in Klassen mit Erwachsenen als Schüler ist, muss ich gestehen, viel angenehmer, als die in einer Grundschule. Würde ich Kinder leider Gottes nicht lieben, hätte ich meine ganze Studienlaufbahn mit einem Schlag verändert. Das Erlernen vom jeweiligen Unterrichtsstoff ist selbstständig und demnach ist die Ebene, auf der sich der Unterricht und die Kommunikation stattfindet, sehr unbeschwert. Also das nächste Mal, bevor ich schlaflose Nächte bekomme, versuche ich mich darauf festzulegen, alles etwas “unbeschwerter“ zu sehen.
von Mürvet Ebcinoglu
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Fotos: Mürvet Ebcinoglu / René Kohn / Jessica Barbato / Melanie Ehlert
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Berlin Brandenburg International School (BBIS)
“I don´t can it”, sagte die kleine Theresa, als sie den Laptop hochgefahren hatte und anschließend bemüht versuchte, das Lernspielprogramm aufzurufen.
Nun ja, wir befinden uns im Klassenraum der 1C in der Berlin Brandenburg International School (BBIS), wo momentan der IT-Unterricht statt findet. Dies ist eines der wenigen Beispiele, die eine internationale Schule von einer stinknormalen öffentlichen Schule unterscheidet. Das will man aber auch erwarten, wenn man Unmengen von Gebühren im Jahr bezahlt, damit das eigene Kind wohlmöglich die beste Bildung bekommt.
Als Praktikantin dieser Schule habe ich ebenso die beste Betreuung bekommen, von der ich zuvor in gewohnten Praktika nicht einmal zu träumen wagte. Und das, ohne Gebühren zu zahlen, wohlbemerkt. Kaffee holen und Akten oder jegliche Papiere ordnen, gehörten diesmal nicht zu meinem Hauptarbeitsbereich. In dieser ASP-Zeit habe ich feststellen müssen, wie interessant, aber auch eigenartig es ist, zu sehen wie Kinder in jungen Jahren versuchen, eine Fremdsprache zu sprechen, die zugleich ihre Schulsprache ist. An der BBIS gab es nur selten Schüler, dessen Muttersprache Englisch war. Daher kamen sehr schnell Beispiele, wie “I don´t can it” zustande (und nicht I cannot), die aus dem Gedanken einer direkten Übersetzung entstehen. Eine süße Herausforderung, möchte ich meinen.
von Mürvet Ebcinoglu