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Fotos: Mürvet Ebcinoglu / René Kohn / Jessica Barbato / Melanie Ehlert
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Vamos para o Brasil
Von dem Studium an unserer geliebten Hochschule ins Studium an der Universidade Federal da Paraíba (UFPB). Semesterferien werden eh überbewertet. Aber wer meckert schon, wenn er im Paradies am anderen Ende der Welt studieren darf? So weit weg von der gewohnten Umgebung studiert man nicht nur Kunst, Pädagogik, Geschichte oder Sozialwissenschaften, sondern vor allem das Leben selbst. Kaum angekommen, jagt ein Kulturschock den nächsten.
Während in good old Vechta der Sommer langsam ausklingt, geht er in João Pessoa, Paraíba in Brasilien, erst richtig los. Jeden Tag klettern die Temperaturen ein paar Grad die Leiter hinauf und sind mittlerweile bei gut 30 Grad, was sich nach dem etwas lauen deutschen Sommer richtig gut anfühlt. Doch neben all dem Studieren findet man dennoch die Zeit sich die atemberaubende Seite der Stadt zu vergegenwärtigen. Ganz nach Urlaubsmanier versucht man zumindest am Wochenende an den Strand zu gehen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.
Es ist schon ein tolles Gefühl morgens vor der Uni, die hier schrecklicherweise schon um 7 Uhr früh beginnt, am Strand zu joggen oder schon vor dem Frühstück die erste Kokusnuss zu trinken. Dann fällt es einem auch viel leichter sich zu solch unchristlichen Zeiten in eine Vorlesung zu setzen und auch noch mit vollem Elan mitzuwirken.
Die Seminare bestehen hier teilweise aus 15 Personen oder weniger, was das Arbeiten an sich erheblich erleichtert, aber zugleich auch erschwert, denn beherrscht man die Sprache nicht fliessend, kann man schnell den Anschluss verlieren oder sehr wichtige Dinge völlig falsch auslegen. Ein Beispiel: Man nickt immer nett, versteht aber leider nur die Hälfte und auf einmal soll man ein Referat über 200 Jahre deutsche Geschichte auf Portugiesisch halten.
Zum Glück sind die Brasilianer sehr freundlich und helfen und erklären gerne alles noch einmal, damit man auch die Möglichkeit bekommt, sich voll einzubringen. Der ganze Aufwand lohnt sich ohne Zweifel. Denn nach einem anstrengenden Tag voller Wissensaufnahme kommt man auf dem Weg nach Hause am Meer vorbei. Auch wenn man es dann meist nur hören und riechen kann, denn um 18 Uhr ist es hier zappenduster und das Nachtleben beginnt. Dieses ist meist auch nicht ganz ungefährlich. Sobald die Sonne verschwindet, ist Brasilien nicht länger ein Paradies. Beinahe jeden Tag bekommt man mit, dass jemand mit vorgehaltener Waffe überfallen wurde.
Man könnte denken, mitten in einem Film zu stecken, doch leider ist dies die Realität, was einige Bekannte schon am eigenen Leib erfahren mussten. Mit dieser Kehrseite muss man allerdings leben, wenn man die wunderschönen Seiten genießen will.
von Jessica Barbato