Ausgenommen den Sozialen Arbeitern und den anderen paar Studenten, die nicht Lehrer werden wollen, blüht er allen in Vechta, der Master of Education (MEd), das wahre und echte Lehramt. Denn jeder, der Bachelor studiert und immer wieder ausdrücklich betont, er sei Lehramtsstudent, liegt da leider völlig falsch. Im Anschluss an die BA-Arbeit geht es so richtig zur Sache, erst dann winkt der vermeintliche Traumjob. Doch bevor man die Ziellinie durchläuft, hat die Uni Vechta den Studierenden einen Brocken hingelegt, den man wirklich als “die harte Version” des BA-Studiums bezeichnen kann. Schon der Anfang für die diesjährigen MED-Studenten verlief teilweise etwas holprig. Da die wenigsten Dozenten das neue StudIP System nutzen wollten, wurde auf die altbewährte Form der Listen zurückgegriffen. Leider bekam davon ein Großteil der Studenten nichts mit, woraus resultierte, dass einige nicht in die für sie vorgesehenen Kurse kamen. Bei Studenten, die schon immer in Vechta waren, kann man da einfaches “Pech” attestieren. Was aber sollen Studenten machen, die für den Master nach Vechta wechselten? Die können mit äußerster Sicherheit ihre Wohnung vorsorglich für 3 Semester buchen, denn einige Kurse werden nur jährlich angeboten.
Der Master – zu vollgepackt oder machbar?
Ob maßloser Kaffeekonsum allein ausreicht?
Hat man die ersten Schrecken des Einschreibens verdaut, so kommt es in den Vorlesungen zu weiteren Überraschungen. Nachdem im Bachelor zumeist Klausuren geschrieben wurden, ist im Master größtenteils auf Hausarbeiten und Portfolios umgestellt worden. Eine an sich sehr gute Idee um die Studenten zu entlasten, leider ist das ganze aber wieder suboptimal, wenn alle Dozenten gleichzeitig umstellen und unsere Masteraspiranten dann während des Semesters 3 oder 4 Portfolios erstellen müssen. Und der Terminplan im Master ist sowieso schon arg eng gesteckt. Die Vorlesungszeit des Wintersemesters endet am 2. Februar. Am 4. Februar starten die Master in ihr Pflichtpraktikum das 6 Wochen dauert. Das ist durch die Osterferien der Schüler in 2 Teile gesplittet (vom 3. Februar bis zum 7. März und noch eine Woche vom 31. März bis zum 4. April). Die Abgabe des Berichts ist vorgesehen für den 18. April, das Sommersemester startet bereits am 7. April. Der Bericht muss also simultan zum Praktikum angefertigt werden und alle ausstehenden Hausarbeiten aus dem WS sollten natürlich auch schon fertig sein. Dass der Praktikumsbericht mit 7 AP bewertet wird und damit mehr als 10% der Masterendnote ausmacht, macht die Arbeit an dem 25-seitigen Werk nicht gerade einfacher. Die Masterarbeit selbst wird dann im Laufe des zweiten Semesters geschrieben, nachdem man den Tag über in der Uni war, also „locker nebenbei“, obwohl sie ein Viertel der Gesamtnote mit ihren 15 AP ausmacht!
Die Dozenten versuchen wirklich, den Studenten unter die Arme zu greifen, trotzdem wird ein Großteil der Masteranwärter ein drittes Semester dranhängen. Die Entscheidung zur Verlängerung ist verständlich, da Referendariatsstellen in Niedersachsen im letzten Jahr mit dem Notenschnitt 1,6 ausgelobt wurden. Wie aber soll man einen solchen Schnitt unter diesem Druck schaffen? Man wird wohl ein Wartese mester einlegen müssen. Das kann man aber besser an der Uni verbringen und das Studium etwas ruhiger angehen lassen… Wenn da das liebe Geld nicht wäre. Denn die Studenten müssen nicht nur 630 Euro an die Uni zahlen, sondern auch noch Miete und Fahrtkosten für ein halbes Jahr mit einrechnen. Ihr seht also, nach dem Bachelor wird es keineswegs leichter. Aber der Master ist keine unüberwindbare Hürde, sondern durchaus zu schaffen und deswegen drücke ich all unseren Masterstudenten die Daumen, um mit Bestnote zu bestehen… oder zumindest zu bestehen und eine Stelle zu bekommen. Ihr macht das schon.
von Sebastian Dargel