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Sehr viel Wasser, ein Junge und ein Tiger
Nein, hier geht’s nicht um Janosch, wie aus dem englischen Titel „Life of Pi“ eher deutlich wird, sondern um eine wunderbare Erzählung vom Leben des Inders Piscine Molitor Matel.
Piscine, aufgrund der fehlenden Französisch-Kenntnisse seiner Lehrer und Mitschüler oft Pissin genannt und somit vielen Spöttereien ausgesetzt, kann im Laufe seines Schülerlebens den Namen Pi für sich beanspruchen. Mit diesem Namen, seiner Familie und einem kompletten Satz Zootiere reist er auf einem Schiff nach Kanada, einem vermeintlich besseren Leben entgegen. Der alte Dampfer sinkt eines Nachts jedoch auf den Grund des Pazifiks und Pi schwimmt als einzig Überlebender alleine in einem Rettungsboot. Einzig Überlebender? Nein, nicht ganz: Ein großer bengalischer Tiger hat die Katastrophe ebenfalls überlebt.
Was nun beginnt ist ein anrührende und teils tragische, teils komische Geschichte über Glaubensfragen, Tigerzähmung, Vegetarier und Weltansichten eines Schiffbrüchigen, die den Leser das Salzwasser auf der Zunge schmecken lässt. Yann Martel malt mit seinen Worten zarte und raue, stille und wilde Bilder und lässt einen nach der Lektüre noch lange über die merkwürdigen Begebenheiten mitten im stillen Ozean nachdenken.
Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
Signatur: 383024
von Anna Nehoss
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Sehr viel Wasser, ein Junge und ein Tiger
Datum: 16. Januar 2008
Rubriken: Anna Nehoss,Artikel,No 07 - Januar 2008,Perlen der Bibo
Adresse: http://www.univista.de/2008/01/16/sehr-viel-wasser-ein-junge-und-ein-tiger/