Neben den Demokraten ist die Republican Party oder GOP (Grand Old Party) die größte Partei in den USA. Außerhalb Amerikas wird sie als das größere politische Übel angesehen. Nimmt man die beiden letzten großen Kriege, die die Amerikaner geführt haben (Irakkrieg 2 und 3), so basieren die Interventionen der USA doch auf einer republikanischen Politik bzw. auf einer Entscheidung, die ein republikanischer Präsident gefällt hat.
Die RP ist eine national-konservative Partei und sieht ihre eigene Position Mitte-rechts. Sie stellte bislang die meisten Präsidenten in den USA, darunter solch klangvolle Namen wie Abraham Lincoln, Richard Nixon, Ronald Reagan und natürlich die beiden Bushmänner.
Die Partei wurde 1854 von Gegnern der Sklaverei gegründet und hatte als Tenor eben die Abschaffung der Sklaverei, freie Meinungsäußerung und Gleichberechtigung der Frauen. Ursprünglich waren die Republikaner neben den Demokraten und der Whigs-Party lediglich dritte Kraft im Land, dies änderte sich aber rasch und so wurde ihr zweiter Präsidentschaftskandidat, Abraham Lincoln, bereits ihr erster Präsident. Die Politik der Republicans ist sehr föderal eingestellt; ihr Ziel ist es, den einzelnen Staaten möglichst viele Kompetenzen zu überlassen. Im Ausland fallen sie nicht zuletzt durch ihre sehr konservative Politik auf. Sie sprechen sich gegen ein einschränkendes Waffengesetz aus, ebenso gegen Abtreibungen und die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren. Ihr neuer Präsidentschaftkandidat, John McCain, passt daher auch wie die Faust aufs Auge. Auch er ist Gegner von so eben erwähntem und dazu noch Befürworter der Todessstrafe. Ihre Wählerschaft rekrutieren sie zumeist aus den ländlichen Gegenden im Süden des Landes.
Von der komischen Art und Weise wie die Republikaner Wahlkampf führen, kann man sich auf ihrer Homepage (
www.gop.com [1]) überzeugen. Denn sie machen da eigentlich keine Werbung für ihren eigenen Kandidaten, sondern beschränken sich auf die Diffamierung des Kontrahenten. Man kann dort etwa einem Ticker zuschauen, der die Zeit zählt, wann Barrack Obama (Präsidentschaftskandidat der Demokraten) das letzte Mal die amerikanischen Truppen im Irak besucht hat. Dies ist bereits, welch Schande, ca. 900 Tage her. Außerdem kann man dann noch Max, Maxine, Patrick und Sam erwerben, vier dicke Plüschelefanten, die es zum Vorzugspreis von 110$ pro Stück im GOP-Store zu kaufen gibt. Besonderes Feature: Republikaner-Logo auf dem Bauch. Den Spaß kann man dann an seinen Lieblingsrepublikaner oder seine Kinder verschenken. Oder man lässt es bleiben. Je nachdem. Aber dann ist man kein Republikaner.
Die Partei von Hillary Clinton und Barack Obama genießt in Europa einen guten Ruf.
Hierzu tragen so große Name wie Roosvelt, Truman, Kennedy und nicht zuletzt Clinton bei, welche nur eine kleine Auswahl der demokratischen Präsidenten darstellen. Doch heute profitieren die Demokraten mehr denn je von diesen Mythen und den Männern die sie verkörpern. Da durch sie der Unterschied zu den Republikanern sehr deutlich wird. So sieht sich die demokratische Partei als Partei des kleinen Mannes, der Demokratisierung, der Freiheit und des Progressivismus (progress= Fortschrittlinksliberale Antwort auf Industrialisierung und sozialen Wandel).
Dies wird auch im andauernden Wahlkampf deutlich. So ist auf der offiziellen Website (
www.democrats.org [2]) Folgendes zu lesen:
„OurPlan: We have a bold new direction for a secure America. We seek: 1) Honest Leadership & Open Government, 2) Real Security, 3) Energy Independence, 4) Economic Prosperity & Educational Excellence, 5) A Healthcare System that Works for Everyone, and 6) Retirement Security.” Allgemein werden sie dem aufgeklärten Sozialliberalismus zugerechnet und verorten sich Mitte links im Parteiensystem.
Entstanden sind die Demokraten im frühen 19. Jh. (eine Epoche großer Umwälzungen in den USA: Abschaffung der Sklaverei, Einführung des allgemeinen Wahlrechts usw.) aus einer Abspaltung der demokratischen Republikaner. Über das genaue Datum gibt es widersprüchliche Angaben, da es verschiedene Gründungsmythen gibt, welche teilweise bis auf das Jahr 1792 zurück datieren, als eine Koalition um Thomas Jefferson erstmals Widerstand gegen die republikanische Politik geleistet hat.
Ebenso ungeklärt ist die Herkunft des Esels im Wappen der Demokraten. Er wurde nie offiziell anerkannt, wird aber von den parteinahen Organisationen zur Werbung genutzt. Genauso inoffiziell, aber im Prinzip schon das eigene Markenzeichen ist die Farbe Blau, welche für die Demokraten steht.
Obwohl sowohl Clinton als auch Obama sich damit profilieren, „Nein“ zum Irakkrieg gesagt zu haben und alles anders machen wollen, bleibt die Frage ob sie es überhaupt können. Denn der Allmachtsanspruch der USA und der ungeheure Patriotismus, welcher nicht davor zurück schreckt, Demokratie als Exportgut zu verkaufen und mit millitärischer Gewalt durchsetzen zu wollen, ist auch den Demokraten nicht ganz fremd.
Nr. 1 von Rosalie am 30. Juni 2011 @ 22:48 Uhr
Die Artikel sind super. Obwohl sie sehr knapp gehalten sind, enthalten sie alle wichtigen informationen und elementare merkmale der beiden parteien. einzig bei den demokraten hätte man noch genauer beschreiben können, wo genau ihre schwerpunkte liegen. denn auch wenn man der englischen sprache mächtig ist wird nicht ganz klar, was die genauen schwerpunkte sind. alles in allem aber sehr gelungen. ideal um sich schnell mal über beide parteien zu informieren ;)