Mein erstes, zweites, drittes Spiel – 15 Euro war´n zu viel!

© Heiko Wagner / PIXELIO
Magic-Casino, ich dachte an schnelles Geld.
Wie? Natürlich mit dem magic in der Spielbank. Aschenputtel hat sie doch auch geholfen, die Magie.
Innerlich von schnellem Geld geblendet, betrat ich das Casino. Ich dachte, ich hätte Glückspilze gefrühstückt und ginge mit mehr Geld wieder nach Hause. Meine Hosentaschen beulte ich aus, hatte ich auch Taschen in der Jacke? – Nur für den Fall des Jackpots.
Wie? Natürlich mit dem magic in der Spielbank. Aschenputtel hat sie doch auch geholfen, die Magie.
Innerlich von schnellem Geld geblendet, betrat ich das Casino. Ich dachte, ich hätte Glückspilze gefrühstückt und ginge mit mehr Geld wieder nach Hause. Meine Hosentaschen beulte ich aus, hatte ich auch Taschen in der Jacke? – Nur für den Fall des Jackpots.
Meine Begleitung und ich hatten uns auf 15 Euro pro Person geeinigt. Für mich stand die Aktion unter scherzhaftem Stern. Der Augenblick meines ersten Mals hatte mich vergessen lassen, dass manche dauerillusioniert und realitätsfliehend in diesen Räumlichkeiten verweilen und auch, dass andere wiederum desillusioniert und realitätsnah professionelle Spieler sind.
Eine Dame begrüßte uns. Ich hoffte, mein Hilfe suchender Blick entlocke ihr ein “Kann ich Euch helfen?” Nichts. Meine fehlende Orientierung schließlich brachte ein „…ähm, ich hab keine Ahnung. Gibt‘s hier ne Gebrauchsanweisung oder so? Wie funktioniert das? Was sind das für Automaten?“ heraus und die Dame gab uns eine kurz gehaltene Einführung auf meine lang gestellten Fragen.
Uninformiert, aber erlebnisorientiert hielt das Selbermachen her. Sechs Automaten waren von vier Spielern belegt. „Gestern“ so erzählte die Dame, „habe jemand den Jackpot gewonnen.“ Wir waren also zu spät… Ich setzte mich an den ersten Automaten und bestimmte den Einsatz. Roulette und Bingo verstand ich nicht, so dass es mich zum Magic Kingdom verschlug. Dort verblieb ich und fiel in Resignation. Zwischendurch drückte ich hier und da Knöpfe. Ich gewann… und verlor. Ich setzte niedrig, setzte hoch. Meine Gedanken schweiften umher, schweiften weg. „Ich bin kein Spieler, hier macht es mir keinen Spaß, …“ Meine Begleitung riss mich aus meiner Resignation. „Hey, ich hab alles verspielt.“ Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit: „Ich hab noch sechs Euro…“. Wir verweilten neben meinem Automaten, ließen uns einen kostenlosen Kaffee servieren und nach kurzer Zeit stand mein Zockerkonto auf +/- Null.
Die Glückspilze hatte ich gefrühstückt, aber ich entlarvte meinen Begleiter als Pechvogel, dessen Gegenwart leider stärker war, als die meiner Pilze…
Die Glückspilze hatte ich gefrühstückt, aber ich entlarvte meinen Begleiter als Pechvogel, dessen Gegenwart leider stärker war, als die meiner Pilze…
Fazit: Was war nun “dran” an diesen Automaten im Magic Casino? Ich wusste: „Drin“ war auf jeden Fall Geld. Jetzt auch meine 15 Euro.

© Uwe Steinbrich / PIXELIO
Ein Hausarbeitsthema war es gewesen, welches mir dieses erste Mal einbrachte.
Ähnlich wie der erste Bildeindruck von Las Vegas bei Nacht eröffnete sich mir fachliterarisch ein erleuchtetes Feld mitten im Dunkeln. “Showlichter” sind die ätiologische Fragestellung oder die Diskussion über den Namen des Kindes. “Spielsucht” oder “Pathologisches Spielen”?
Die Autonomie fährt Achterbahn: Das “Suchtgen” als nicht oder nur kaum beeinflussbar oder „pathologisches Spielen“ als Symptom schwerer Lebenssituationen?
Ich habe etwas über mein eigenes Spielverhalten gelernt. Schlüsse auf meine Mitmenschen kann ich daraus nicht ziehen.
Ähnlich wie der erste Bildeindruck von Las Vegas bei Nacht eröffnete sich mir fachliterarisch ein erleuchtetes Feld mitten im Dunkeln. “Showlichter” sind die ätiologische Fragestellung oder die Diskussion über den Namen des Kindes. “Spielsucht” oder “Pathologisches Spielen”?
Die Autonomie fährt Achterbahn: Das “Suchtgen” als nicht oder nur kaum beeinflussbar oder „pathologisches Spielen“ als Symptom schwerer Lebenssituationen?
Ich habe etwas über mein eigenes Spielverhalten gelernt. Schlüsse auf meine Mitmenschen kann ich daraus nicht ziehen.
von Johanna Olberding
