Der Zweite Weltkrieg ist ein viel beachtetes und beschriebenes Ereignis in der jüngeren Geschichte Europas. Wir alle haben im Geschichtsunterricht gelernt, welche Schlachten geschlagen und wie viele Menschen getötet wurden. Doch hinter diesen historischen Geschehnissen und den abstrakten Zahlen stehen Menschen, von denen wir meist nichts erfahren und auch nichts wissen.
Walter Kempowski hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Unermüdlich sammelte er Briefe, Tagebücher, Zeugnisse von den Menschen, die an der Front kämpften, zu Hause auf ihre Liebsten warteten oder im KZ um ihr Leben gerungen haben. Der Brief des Frontsoldaten steht hier neben Tagebucheinträgen aus dem KZ oder dem eines Intellektuellen wie Thomas Mann. Kempowski unterscheidet nicht zwischen Opfern und Tätern, reich oder arm. Das alleinige Kriterium ist die Zeit, in der all diese Zeugnisse der Einzelschicksale entstanden sind. Damit verschafft er uns einen einmaligen Blick in die Leben dieser Menschen. Sie bekommen ihre eigene Geschichte und damit ihre Individualität zurück.
Dieses Werk ist nicht nur für Historiker von Interesse, sondern für jeden, der einen Blick hinter die abstrakten Statistiken werfen möchte und offen ist für die Schicksale dieser Zeit. Dieses zweifellos vom Anspruch her monumentale Werk hat seine Umsetzung in dem zehnbändigen kollektiven Tagebuch, dem Echolot. Jeder einzelne Band spiegelt ein bestimmtes Ereignis, einen Zeitrahmen wieder.
Alle Bände und ein Buch mit Werksnotizen sind auch in unserer Bibliothek zu finden und stellen damit ganz besondere Perlen dar.
Walter Kempowski (Hrsg.): Das Echolot
Ein kollektives Tagebuch. Januar und Februar 1943 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (268843)
Fuga furiosa. Ein kollektives Tagebuch. Winter 1945 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (355370)
Barbarossa ‘41. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (355370)
Abgesang 45. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (350417)
Culpa: Notizen zum „Echolot“
Signatur: CQYk3272 (350416)
von Stefanie Bruns