Auf der Jagd nach Katia S.

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katia11
© Lutz Doblies / PIXELIO
Es gibt definitiv, was ich zu diesem Zeitpunkt schon sagen kann, vielleicht keine Problem-Pädagogen, aber auf jeden Fall schwierige Interviewpartner.
Nun ja, vielleicht war mein Wunsch, Frau S. zu interviewen, etwas utopisch, ja was denn? Ich mag’s halt nicht einfach und unkompliziert – Journalismus ist Krieg. Und so habe ich mich, ohne vorher meine Fußtruppen vorweg zu schicken, direkt an die Front gewagt. Einen Kontakt herzustellen ist wirklich kein Problem. Man braucht eine Prise Geduld, etwas Mut und einen Löffel voll Charme und schon erhält man eine Antwort. Diese war sogar außerordentlich nett und auch nicht automatisch generiert. Sie ließ mich gleich zu Beginn auf Wolken der Euphorie schweben – ich hatte Kontakt hergestellt – zur Super Nanny! Naja, also, zumindest zu ihrem Büro. Aber immerhin!
Der euphorische Himmel entpuppte sich jedoch schnell als Stille Treppe. So saß ich da, in einer reizarmen Umgebung und dachte nach. Hatte ich etwas falsch gemacht? Zumindest gab man mir einige Zeit, einen Schritt zurück zu gehen und die Situation objektiver zu betrachten, was generell immer gut ist, um eine Eskalation zu vermeiden.
Was ich auf jeden Fall durch meinen Überraschungsangriff herausfand, war, dass Frau S. sehr nette Mitarbeiter um sich schart. Es ergab sich eine angenehme Korrespondenz, die schon seit 2 1/2 Monaten andauert. Ein Rückschritt? Mitnichten!
Ein Interview ist, genau wie Erziehung, ein langer, komplexer und – wenn er gelingt – ein sehr schöner Prozess wechselseitigen Verstehens und gegenseitigen Lernens.
Meine innige E-Mail-Korrespondenz gipfelte die Tage sogar in einem netten Telefonat, nein, nicht mit Frau S., aber ich hatte Kontakt zu einer neuen Mitarbeiterin von ihr. Von dieser erfuhr ich, dass Frau S. noch bis zum 12.01. mit Dreharbeiten beschäftigt ist. Eine neue Spur? Zumindest sollte ich wieder auf die traditionelle E-Mail-Korrespondenz zurückgreifen. Ich zog mich zurück in meine Wuthöhle und dachte neuerlich nach. Es gehört wahrlich nicht zu meinen Alltagskompetenzen, abzuschätzen, was es heißt, sich in einem Massenmedium zu präsentieren… aber wer so nette Mitarbeiter hat, der hat doch bestimmt mal Zeit, ein kleines Interview für ein Hochschulmagazin zu geben, oder vielleicht doch nicht? Ich möchte am liebsten in infantiles Schmollen verfallen, doch jedes Mal, wenn ich enttäuscht zu meinem Lieblingsteddy greifen will, werden meine negativen Emotionen durch die positive Grundstimmung im Büro von Frau S. reguliert – Vorzeige-Pädagogenbüroklima, hoher innerbürolicher Zusammenhalt, eine geringe Konfliktneigung sowie konstruktive Strategien der Problembewältigung. Ich glaube, ich kann es noch schaffen! Ich werde die Super Nanny interviewen! Die Fragen liegen immerhin schon 2 1/2 Monate bereit.
von Melanie Ehlert

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