Als die Humangenetikerin Katja de Bragança Anfang der 1990er auf einem Kongress über das Down-Syndrom einem Text von einem Mann mit diesem Syndrom begegnete, war sie begeistert. Sie hatte doch immer gelernt, dass Menschen mit Trisomie 21 weder lesen noch schreiben können! Aus dieser Begeisterung entstand die Idee für eine „kreative Bühne für Menschen mit Down-Syndrom“: Ohrenkuss. 50 feste Redakteure arbeiten daran mit, schreiben selbst oder diktieren ihre Texte. Viele davon wurden nun alphabetisch geordnet und zum zehnjährigen Jubiläum in einem (Wörter-)Buch herausgegeben, immer wieder aufgelockert von außergewöhnlichen Fotos.
Jedes mögliche oder scheinbar unmögliche Thema wurde auf besondere Weise behandelt. Die kleinen Texte laden zum Reinschnuppern oder Verweilen ein, vieles scheint direkt aus unserem Leben gegriffen, manches verblüfft oder öffnet die Augen.
„In dem man die Augen schließt und an nichts denkt und sich konzentriert, dann findet man das Glück.“
(Svenja Giesler 2003, Ohrenkuss Nr. 10)
Katja de Bragança & Bärbel Peschka (Hrsg.): Das Wörterbuch Ohrenkuss
Signatur: 402216
von Julia Stock