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Charles Darwin – wer… war das denn nochmal?
2009, das Jahr des Charles Robert Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie. Er wurde am 12.02.1809 geboren und ist nach 72 Jahren gestorben. Sein Leben war geprägt von naturwissenschaftlichen Dingen, wie der Chemie oder dem Beruf seines Vaters, der Arzt war. Durch seine Mutter hat Darwin den Glauben der anglikanischen Kirche gelehrt bekommen. Diese starb allerdings, als er gerade einmal acht Jahre alt war.
Als sein Vater merkte, dass Darwin keine Operationen und Sektionen mit ansehen konnte, wusste er, dass es keinen Sinn machen würde, dass Darwin Arzt werden sollte. Somit ist Darwin nach Cambridge gekommen. Dort hat er Theologie studiert. Nun hegte sein Vater die Hoffnung, dass er ein anglikanischer Pfarrer werden würde. Obwohl Darwin sein Theologiestudium in Cambridge erfolgreich abgeschlossen hatte, war er mehr an der Natur interessiert. Es traf sich, dass es früher in der Theologie Veranstaltungen über Natur gab, die Naturtheologie genannt wurden. Besonders der Naturtheologe William Paley beeindruckte ihn durch seine Logik und Sprache.
Auf einem Forschungsschiff, der HMS Beagle, lernte Darwin die Welt und ihre Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten kennen. Nach und nach entdeckte er, dass die Tiere einen ganzen bestimmten Zyklus durchlaufen hatten. Die Stärksten und Anpassungsfähigsten überlebten und konnten sich weiter entwickeln. Durch viele Erkenntnisse und Erfahrungen schrieb Darwin sein bekanntestes Werk Über die Entstehung der Arten (Origin of Species). Er prägte die Evolution wie kein zweiter Wissenschaftler. Die Wissenschaft hätte nicht glücklicher sein können und doch entbrannte durch Darwins Thesen eine Art „Krieg“, welcher bis heute, 200 Jahre nach seiner Zeit, andauert. Sollte es wirklich möglich sein, dass ein einzelner Mann, ein Theologiestudent, die ganze Schöpfung Gottes in Frage stellt? Die Welt spaltete sich. Es gab die Wissenschaftler und rationalen Menschen auf der einen Seite und die Gläubigen auf der anderen Seite. Obwohl der „Krieg“ bis heute andauert, hat es schon Kompromissversuche gegeben. Einige versuchen, die Schöpfung als eine Art Metapher zu sehen. Ein Bild, welches die Evolution darstellt. Doch im Endeffekt sind jegliche Schlichtungsversuche gescheitert.
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Grafik: Charles Darwin, Wikimedia Commons [1]
Dass Darwin ein gottesfürchtiger Mann war, bewies sein Theologiestudium. Aber er hat auch Wunderwerke an der Natur und Wissenschaft getan. Wichtig ist zu sehen, dass Darwin mit seinen Thesen niemals eine politisch motivierte Absicht verfolgte. Eine solche Absicht wurde ihm quasi in den Mund gelegt, und zwar im Dritten Reich. Herbert Spencer, ein britischer Sozialphilosoph zu Darwins Zeiten, prägte den Begriff „Survival of the Fittest“, den Darwin in seinem Werk verwendete. Im Zweiten Weltkrieg wurde Darwins Theorie auf Menschen angewendet und es wurde eine eigene Ideologie erschaffen. „Survival of the Fittest“ bedeutete jetzt, dass die Mächtigen die Kraft haben und sich Untertanen schaffen, wie zum Beispiel Hitler. Durch das Dritte Reich und den geprägten Sozialdarwinismus hat Darwin, der Wissenschaftler und Theologe, einen schlechten Ruf bekommen. Sein Ruf wird beschädigt, nur weil er eine der bedeutendsten Entdeckungen der Natur und der Welt gemacht hat.
Die Frage, ob man an die Schöpfung Gottes oder an die Evolution glauben sollte, kann niemand beantworten. Es kommt immer darauf an, was man selbst meint. Es ist auch möglich, gläubig und trotzdem der Evolutionstheorie zugewandt zu sein. Es gibt selbst Studenten, die sowohl Biologie, als auch Theologie studieren, obwohl das immer noch die Ausnahme bildet. Vielleicht können sich die gläubigen Menschen mit dem oben genannten Kompromiss zufrieden geben und wenn nicht, dann muss man sich eben für eine Seite entscheiden. Wichtig ist nur zu wissen, dass Darwin gewürdigt werden sollte in diesem Jahr und dass wir ohne ihn wahrscheinlich niemals alle diese Geheimnisse der Natur gelüftet hätten. Danke Charles Darwin und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nochmal nachträglich!
von Sarah Kotten
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Charles Darwin – wer… war das denn nochmal?
Datum: 27. April 2009
Rubriken: Artikel,No 12 - April 2009,Portrait,Sarah Kotten
Adresse: http://www.univista.de/2009/04/27/charles-darwin-wer-war-das-denn-nochmal/
Links im Artikel:[1] Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Man_is_But_a_Worm.jpg#file