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Frühlingsgefühle, von Intimität und Internet
Es wird Frühling. Die Zeit, in der alles wieder blüht, auch die Liebe. Frisch verliebt den Frühling zu zweit erleben, das ist ein Wunsch, den sicher nicht wenige Menschen hegen. Aber wo ihn oder sie finden? Das World Wide Web bietet hierzu eine Vielzahl von Möglichkeiten. Inzwischen scheint es einfacher über StudiVZ oder einschlägige Singleportale miteinander ins Gespräch zu kommen als im Cafe oder auf öffentlichen Plätzen.
So geht es auch den Protagonisten des Hörbuchs Gut gegen Nordwind. Eine falsch adressierte Mail von Emmi landet bei Leo und es entwickelt sich ein rege Unterhaltung, welche in ihrer Schnelligkeit eher an einen Chat erinnert. Dem Autor Daniel Glattauer gelingt es in diesem stetigen Hin und Her zwischen den Protagonisten, deren Charaktere fein heraus zu arbeiten. Dies wird durch die gelungene sprachliche Umsetzung von Andrea Sawatzki und Christan Berkel noch verstärkt. Amüsiert und auch gespannt habe ich verfolgt, wie sich Emmi und Leo kennen lernen und mich manchmal dabei ertappt, dass ich ebenso wie die Beiden angefangen habe zwischen den Zeilen zu horchen und mir vorzustellen, wie diese beiden aussehen und wie sie sich begegnen könnten.
Aber begegnen wollen sich beide eigentlich nicht und eigentlich auch wieder doch.
Trotzdem beide immer wieder betonen, dass der jeweils andere nichts von ihnen weiß und sich ihr Kontakt auch wirklich nur auf die Mailbox beschränkt, werden ihre Mails länger und auch intimer. Es scheint fast so, als könnten beide nicht mehr ohne diese regelmäßigen Nachrichten.
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Signatur: CQYg4662 (401453)
von Stefanie Bruns
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Frühlingsgefühle, von Intimität und Internet
Datum: 27. April 2009
Rubriken: Artikel,No 12 - April 2009,Perlen der Bibo,Stefanie Bruns
Adresse: http://www.univista.de/2009/04/27/fruehlingsgefuehle-von-intimitaet-und-internet/