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“Singt dem HERRN ein neues Lied…”
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© smithy / PIXELIO [1]
Wer kennt sie nicht? Xavier Naidoo und U2 sind einer breiten Masse bekannt. Wie aber steht es mit Jars of Clay oder Kutless? Alle vier haben jedoch eines gemeinsam: Den – durch ihre Musik ausgedrückten – offensiven oder defensiven Bezug zum Glauben, sowie einem göttlichen Wesen. Ob die Texte frei assoziierbar oder beim Namen genannt mit Glauben und Gott verbinden, sie können eindeutig oder mutmaßlich der christlichen Populärmusik zugeordnet werden. Das Attribut „christlich“ benennt zum einen den sozialen Ort dieser Musik – christlich orientierte, engagierte Menschen. Zum anderen beinhaltet es im Wesentlichen die geistliche Orientierung, die diese Musik beinhaltet, welche grob in „Lobpreis“ und „Anbetung“ unterteilt werden kann.
Beide Ausdrucksmöglichkeiten des Glaubens sind in unterschiedlichen Weltreligionen enthalten. Im „Lobpreis“ ehrt der Gläubige Gott und rühmt Seine Taten. In der „Anbetung“ verehrt er Gottes Wesen. In beiden Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigen sich Interpreten der – unter Kennerkreisen bekannt als – Contemporary Christian Music (deutsch: Zeitgenössische christliche Musik) häufig mit Themen der Bibel und des christlichen Glaubens sowie mit gesellschaftlichen und alltäglichen Erfahrungen. Anzutreffen sind Stile wie Gospelrock, Sacropop oder Neues Geistliches Lied (NGL) meist im – oft noch – sonntags stattfindenden Gottesdienst freikirchlicher Gemeinden. Allgemein unter „christlicher Populärmusik“ bekannt ist der Ausdruck des Glaubens durch zeitgenössische Stile aber auch in den beiden Landeskirchen. So begann zum Beispiel der junge Kirchenmusiker Helmut Barbe 1956 Jazz-Elemente in sein Musical Halleluja Billy zu integrieren und seit 2000 gibt es in der evangelischen Landeskirche in Bayern einen  ersten Fachverband, den Verband für christliche Populärmusik in Bayern e.V.
Nicht für alle Zeitgenossen ist „dem Herrn ein neues Lied zu singen“ gleichermaßen auf die Gegenwart zu beziehen. Skeptik und Ablehnung finden sich in konservativen Kreisen, welche z.T. unbiblische Anpassungen an den sog. „Zeitgeist“ befürchten oder 1966 seitens der deutschen katholischen Bischofskonferenz, welche sich gegen die Art der Kirchenmusik aussprach, die Elemente von Jazz und „geistlichem Schlager“ ins Traditionelle integrierte. Als Überschrift dieses Artikels ist der Teil der Argumentation für die christliche Populärmusik gewählt, der von den Befürwortern angeführt wird. „Historisch betrachtet“ so ein Grundtenor der Befürworter „entsprach selbst das traditionelle Kirchenliedgut in seiner Entwicklung den Strömungen der jeweiligen Zeit“. Erfolg der Pro-Argumentation war unter anderem, als 1996 das Evangelische Kirchengesangbuch durch das Evangelische Gesangbuch abgelöst wurde, welches Lieder „neuerer Zeit“ ins Verzeichnis aufgenommen hatte.
Egal für welche der Positionen ich mich entscheide, in den christlichen Gruppierungen unserer Uni finden sich beide Stilrichtungen als Ausdruck des Glaubens. Und statt in erster Linie zu konkurrieren, ergänzen sich die KHG (Katholische Hochschulgemeinde) mit UNIted in Christ musikalisch, sodass Gläubige aus unterschiedlichen Kirchengemeinden Gott auf „ihre Weise“ zusammen preisen und anbeten können.
von Johanna Olberding
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: “Singt dem HERRN ein neues Lied…”
Datum: 27. April 2009
Rubriken: Artikel,Johanna Olberding,Musik,No 12 - April 2009
Adresse: http://www.univista.de/2009/04/27/singt-dem-herrn-ein-neues-lied/
Links im Artikel:[1] PIXELIO - http://www.pixelio.de
[2] ESG-KHG Vechta - http://www.khg-esg-vechta.de
[3] UNIted in Christ - http://www.unitedinchrist.de
[4] Halleluja, Billy! - http://www.spiritsingers.de/musik/hallelujabilly.php
[5] Sammlung von Tonträgern mit christlicher Populärmusik - http://www.popularmusikverband.de
[6] Song: “Eine Perle in Gottes Hand” - http://www.univista.de/2010/05/03/eine-perle-in-gottes-hand/