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B.A. – Was nun?
Nach dem Bachelor ist vor dem Master oder der Ahnungslosigkeit. uniVista stellt euch ausgewählte Fortbildungsmöglichkeiten an den Unis und Fachhochschulen Deutschlands vor.
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Eine kuriose Anekdote vorweg: Seit Bestehen von uniVista geschieht es immer wieder, dass gleiche Überschriften für Artikel von anderen uninahen Magazinen gefunden werden, so auch in diesem Fall. Zur Verteidigung von Ehre und Originalität müsste man jetzt beweisen können, dass wir schon lange zuvor in Sitzungen genau diesen Artikelnamen entwickelt haben. Vielleicht aber spricht es auch einfach nur dafür, dass die redaktionelle Hochschullandschaft ähnlich denkt.
Einen Unterschied gibt‘s dann aber doch: “B.A. – Was nun?” zielt in Augen zwinkender Weise vor allem darauf ab, welche Studiermöglichkeiten ihr habt, wenn es zum Master of Education nicht mehr reicht und/oder ihr euch noch einmal völlig neu orientieren wollt. Dafür haben wir einige – wie wir finden – interessant anmutende Studiengänge gefunden, die sich nicht zuletzt durch ein ganz besonderes Prädikat auszeichnen: Sie sind fast alle absolut krisensicher, glauben wir.
Leisure and Tourism:
Die gute Nachricht zuerst: Diesen Studiengang gibt es – wie im übrigen alle hier vorgestellten – wirklich. Die schlechte: Wenn ihr nicht schon einen Bachelor in Freizeitpädagogik oder etwas Ähnlichem gemacht habt, dann könnt ihr diesen Masterstudiengang an der Hochschule Bremen leider nicht studieren. Und nein, Voraussetzung sind auch keine Zeugenaussagen eurer Kommilitonen, die mit euch zusammen auf den Wiesen gelegen haben, um einfach mal die gute Freizeit zu genießen.
Besser sind dann schon richtig gute Englischkenntnisse, ein Praktikum in der Tourismusbranche und eine Abschlussnote von 2,5.
Und dann geht‘s ans Eingemachte: Forschungsfragen aus Freizeit und Tourismus stehen auf dem Lehrplan. Methodische und analytische Kompetenzen werden hier auch erworben. Dann gibt es doch noch wieder ein Handlungsfeld namens Wellness – immerhin! Aber dazu kommen auch weitere, die sich folgendermaßen nennen: Erlebnis, aber halt auch Lernen, Gesundheit (und die bereits erwähnte Wellness), Kultur und nachhaltige Entwicklung. Ihr seht: Es gibt kein Ying ohne Yang oder anders: keine Freizeit ohne Stress. Wobei, da fällt mir ein, und wieder einmal muss ich eine Lehrkraft zitieren, die einst meinte: Sie hätte doch tatsächlich Freizeitstress gehabt, nämlich, als sie in Altersteilzeit gegangen ist. Freizeitstress? Hm, ob man den zu bewältigen auch im Studium lernt. Findet es selbst heraus binnen von 3 Semestern.
Automatisierungstechnik:
Es gibt gute und es gibt schlechte Science Fiction; die gute zeichnet sich dadurch aus, dass sie realisierbar scheint, so oder so ähnlich sprach einst eine Lehrerin, die zusammen mit ihrem Sohn ein wöchentliches Ritual beging, nämlich Star Trek zu gucken. Die Bewertung dieser Serie halte ich an dieser Stelle heraus. Was drin bleiben soll, ist das Vorstellen von Geräten, Apparaturen, Maschinen und Techniken, die das Leben noch ein wenig bequemer machen können. Man denke nur an die Möglichkeiten eines Hausroboters, der die eigenen vier Wände sauber hält, das Essen bereitet und am besten noch als Sekretär fungiert. Genial! Oder an diesen Replikator aus erwähnter Serie, der einfach mal eben das materialisieren lässt, was du ihm befiehlst.
Du bist ein Meister der Vorstellung und hast dazu auch noch handwerkliches, mindestens aber technisches Geschick? Der Begriff des Ingenieurs ist dir nicht vollkommen fremd? Dann entwickle Dinge, die wir uns morgen nicht mehr wegdenken können. Aber zunächst musst du natürlich ein wenig studieren und dich in den Grunddisziplinen Messen, Steuern und Regeln üben.
An folgenden Orten kommst du deinen Vorstellungen – natürlich in den bewährten Bachelor- und Masterstudiengängen – näher: Etwa am Leuphana College in Lüneburg oder aber an der Fachhochschule in Hannover.
Fußballmanagement:
Relativ neu im Programm steht dieser Studiengang, der seit April 2007 am IST-Studieninstitut mit Sitz in Düsseldorf in der Organisation eines Fernstudiums angeboten wird. Auch oder vielleicht gerade für die geschlechtliche Mehrheit an dieser Uni mag es sich hierbei um eine durchaus sinnvolle Alternative handeln: ob als klassische Spielerfrau, die in jedem Fall Ahnung von Fußball und Management haben sollte oder als Trainerin der Nationalmannschaft, was ein Spitzenjob ist; die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen wird zwar weniger gesehen, aber sie ist rein sportlich erfolgreicher als die Herrenmannschaft. In jedem Fall gilt aber: Als studierte/r Fußballmanager/in hat man es in Deutschland mit dem Volkssport Nummer 1 zu tun, der – ob Wettskandale oder Weltwirtschaftskrise – wahre Fanhorden anzieht, etwa 7% der Bevölkerung in Vereine rennen lässt und alles in allem genug Geld in genügend Kassen einspielt. Fazit: Wer kein Fußballmanagement studiert, will auch nicht reich werden. Selbst schuld! Auf Fußballdeutsch: klassisches Eigentor.
Radioactive and Hazardous Waste Management:
Es gibt ja so Berufe, die sind – naja, sagen wir – nicht ganz so beliebt, aber immerhin einigermaßen gut bezahlt, etwa der Entsorgungsfachmann bzw. die Entsorgungsfachfrau (oder auch „Müllmann“ genannt). Legen wir einfach noch eine Schippe darauf, aber nicht von dem gewöhnlichen Bio-, Rest- und Plastikmüll, sondern von dem richtig harten Stoff: Atommüll. Die Endlagerung radioaktiven Mülls ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft, und wenn es nach einigen eher konservativen Parteien geht, dann bleiben die Meiler auch noch eine ganze Weile länger am Start und die Müllberge können sich weiter türmen.
Nun bist natürlich du an der Reihe, der nämlich dafür Sorge trägt, dem ganzen gefährlichen Müll auf die Schliche zu kommen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wörter wie Geologie, Physik, Chemie, Mathematik, Bergbau und Bauingenieurswesen sollten dir weder fremd sein noch Angst einjagen. Einiges davon solltest du bereits im Bachelor mitgenommen haben, denn dann heißt es demnächst an der TU Clausthal: 4 Semester Master of Radioactive and Hazardous Waste Management oder etwas schlagzeilen-comicmäßiger: Hier wirst du zum Radioactiveman oder zur Radioactivewoman.
Popular Music:
Vielleicht habt ihr euch diese Frage auch schon einmal gestellt: Was haben die Menschen, die in den zahlreichen Casting-Shows in der Jury sitzen, eigentlich gelernt? Eine mögliche Antwort wäre diese: Sie haben Popular Music studiert. Denn hierin wird man gleich zu einem „Mehrfach-Spezialist“ in der Popularmusik ausgezeichnet. Klingt doch verlockend, oder? Neben einer musikpraktischen Ausbildung in zwei Instrumenten lernt man – halt ganz praktisch – gleich noch, wie man komponiert, arrangiert, Songs schreibt und das Rohmaterial schließlich in Studios produziert. Neben der bunten Praxis gibt‘s aber auch jede Menge Musiktheorie, Musikwissenschaft, Einblicke in die Medienwissenschaft und last but not least wartet dieser künstlerisch-wissenschaftliche Studiengang mit Begriffen wie Medienmanagement und Journalistik auf. Individualität und Interdisziplinarität stehen außerdem hoch im Kurse. Hierzu dienlich ist vor allem die Anbindung weiterer einschlägiger Institute (etwa des IJK, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung).
Also, wer meint, er habe den berühmt berüchtigten Rhythmus im Blut, den Soul in der Stimme und die Musik in den Ohren, der sollte sich für den achtsemestrigen Bachelor an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bewerben, am besten mit Pauken und Trompeten. Und immer schön daran denken: Der Ton macht die Musik. Viel Erfolg!
von René Kohn
Bildquelle (1): aboutpixel.de [1] / Eilig auf Reisen [2] © 2008 stormpic (Rainer Sturm) [3]
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uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: B.A. – Was nun?
Datum: 6. Juli 2009
Rubriken: Artikel,mit Aktualität,No 13 - Juli 2009,René Kohn,Studium
Adresse: http://www.univista.de/2009/07/06/ba-was-nun/
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