Dieser Ruf klang am 2. Dezember 2009 durch die Straßen von Vechta. Nachdem in den Nachrichten von europaweiten Protesten unter der Überschrift Bildungsstreik berichtet wurde, taten auch die Studenten und Studentinnen der HS Vechta ihren Unmut über das Bildungssystem Jahr kund. Im Gegensatz zu den doch eher kleinen Demos vor der Einführung der Studiengebühren und der ersten Bildungsstreikaktion „Betteln für Bildung“ im Sommer `09 (mit ca. 100 Teilnehmern) folgten dieses Mal unglaubliche, nach der Schätzung der Polizei, 500 Menschen dem Aufruf des AStA. Schon allein diese Menge macht deutlich, in Vechta bewegt sich etwas. Mit dem guten Gefühl nicht allein zu sein, zogen die StudentInnen und auch Dozierende zunächst auf der Windallee Richtung Füchtel, um dann in die Große Straße einzubiegen. Wartende PKWs drückten mit lautem Hupen ihre Solidarität aus. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf der großen Kreuzung vor Fix und Fax ging es dann zurück zur Hochschule und in die Aula.
Dort angekommen positionierten sich die studentischen VertreterInnen sowohl zu den bundesweit einheitlichen Forderungen, bezüglich der Mängel der Bachelor- und Masterstudiengänge, als auch zu den expliziten Forderungen an das Präsidium der Hochschule Vechta. Dieses reagierte prompt und stellte seine Position dar. Ebenso gaben Dozierende wie unter anderem Professor von Lahr und Professor Möhring Hesse ihre Meinung kund. Dabei wurde mit Parolen wie „Lassen Sie sich das nicht gefallen!“ (von Lahr) und guten Ratschlägen nicht gespart.
Zusammenfassend lassen sich drei Feststellungen treffen:
- Die studentische Vertretung ist nah an den Studierenden dran und in der Lage deren Wünsche schnell und gut umzusetzen. Denn der Wunsch nach dieser Demo wurde an sie heran getragen und sie reagierten prompt.
- Die Studierendenschaft ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und scheint mobilisiert.
- Das Präsidium ist zum Dialog bereit und arbeitet hinter den Kulissen an der Umsetzung zumindest einer Forderung, nämlich der besseren Transparenz über die Verwendung der Studiengebühren. Bereits vor den Protesten trat die AG Studiengebühren an uniVista heran und arbeitet mit uns zusammen an einer Möglichkeit die Hochschulöffentlichkeit über die Verwendung der Gelder umfassend zu informieren.
von Stefanie Bruns
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