Umweltfreundliche Ernährung?!
Leidenschaftliche Tipps für eine faire, ökologische und nachhaltige Nahrungsbeschaffung

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Rette die Welt!
“Na klar, mach ich mit, aber wie?”, fragt sich so mancher jetzt bestimmt. Ein guter Anfang wäre, wenn sich jeder beim täglichen Gang in den Supermarkt die Werbejingles aus dem Kopf schlägt und andere Kriterien für die Auswahl seiner Lebensmittel zurate zieht.
Jeder kann mit kleinen Veränderungen, die auch bezahlbar sind, Entscheidendes zur Rettung des Planeten Erde beitragen.
Der folgende Text ist eine Anleitung, wie auch Du in vier Schritten zum Weltretter werden kannst
© espana-elke / PIXELIO
Fisch – eine gefährdete Spezies?
Fisch ist eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt, mit vielen wichtigen Nährstoffen, wie die Omega-3-Fettsäuren. Leider ist es erschreckend zu sehen, wie viele Menschen Fisch essen, ohne zu wissen, was sie tun. Viele Fischarten sind vom Aussterben bedroht, und zwar nicht irgendwelche exotischen Korallenriffbewohner. Nein, es sind die gebräuchlichsten Fischarten unserer Zeit, wie Rotbarsch oder Thunfisch. Ist es nicht bemerkenswert, dass der Thunfisch – eine sehr gefährdete Spezies – auf der Pizza sogar billiger ist als nur Käse?
Ein anderes Phänomen sind die Garnelen. Bis vor ein paar Jahren waren sie kaum irgendwo günstig zu bekommen. Nun gibt es sie in jeglichen Variationen bei beliebten Fast-Food-Ketten oder Discount-Supermärkten. Das geht nicht spurenlos an den Beständen der Ozeane vorbei.
Dabei gibt es so einfache Mittel, den Fisch, den man noch essen darf, ohne das Artensterben voranzutreiben, zu erkennen. Ein bekanntes und in fast jedem Supermarkt vertretenes Siegel gibt Aufschluss: MSC – Marine Stewardship Council.
Dieses Siegel ist zertifiziert und garantiert Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltiger Fischerei. Deutschlandweit beliefern sie Discounter, Feinkostgeschäfte und andere Firmen mit gesundem, leckeren Fisch.
Und auf Thunfisch braucht man auch nicht zu verzichten. Der weiße Thunfisch, natürlich mit dem MSC-Siegel, ist ohne Bedenken zu verspeisen.
Hier eine Liste der gefährdeten Fischarten:
Aal, Alaska-Seelachs, Hai, Tintenfisch, Garnele, Heilbutt, Kabeljau, Lachs, Rotbarsch, Sardine aus dem Mittelmeer, Scholle, Seehecht, Seeteufel, Seezunge, Steinbeißer, Thunfisch, Viktoriabarsch, Wolfsbarsch, Zander aus Osteuropa.
Grundsätzlich gilt: am besten Bio und mit MSC-Siegel.
© Margot Kessler / PIXELIO
Billig Fleisch vs. Bio-Fleisch
Kein besseres Beispiel als Fisch ist Fleisch.
Der Fleischkonsum steigt über die Jahre weiter an. Was früher etwas Besonderes war, wie zum Beispiel der Sonntagsbraten, ist für viele Menschen mittlerweile alltäglich geworden und nicht mehr wegzudenken. Schlimm, wenn man bedenkt wie die Tiere, die sie jeden Tag verzehren, ihr Leben lang gelitten haben. Zusammengepfercht in kleinen Gehegen, Käfigen und muffigen Ställen, die so überfüllt sind, dass einige ihrer Artgenossen sterben müssen wegen Krankheiten oder einzig und allein, weil es keinen Platz für sie gibt. Zu allem Überfluss stehen diese leckeren Steaks und Hähnchennuggets die meiste Zeit ihres Lebens in ihrem Kot.
Eine sehr bekannte Firma wirbt neuerdings damit, dass die Eier für ihre Mayo aus Bodentierhaltung stammen! Das ist nicht die ganz niedrigste Hühnerhaltungsstufe. Die Hühner sind nicht in Käfigen, können sich also bewegen, beziehungsweise etwas kuscheln, zwischen Kot und ihren toten Artgenossen.
“Alles muss billiger werden!” und “Geiz ist geil!”, so lauten die Devisen hierzulande. Wobei hier in Deutschland die Lebensmittel unglaublich günstig sind. So bezahlt man für 200g Mortadella aus dem Kühlregal gerade mal 0,69€. Aber natürlich auch auf Kosten der Tiere, sind ja auch nur Nutztiere …
Wenn jeder seinen Fleischkonsum auch nur ein bisschen einschränkt und ausschließlich das gesunde Fleisch aus artgerechter Tierhaltung mit dem Bio-Siegel kauft, wäre die Welt schon ein kleines bisschen besser. Wir sagen: zurück zum Sonntagsbraten!
Fazit: Fleisch und Eier mit Bio-Siegel kaufen.
Wer sagt, er kaufe kein Bio, weil das Siegel bestimmt gefälscht wäre, ist einfach nicht ausreichend informiert und kann sich auf den angegebenen Internetseiten schlaumachen.
Wenn auch Du was gegen die Massentierhaltung unternehmen willst, werde jetzt zum Retter der Welt und befolge unsere Ratschläge. Beim Einkaufen Kopf – und Gewissen – einschalten und mit einfachen Tipps die Welt retten.
von Inga Wulfke
© Martin Müller / PIXELIO
Käffchen?
Wie ich mit gutem Gewissen durch den (Kaffee-)Alltag komme
Man kennt das: Man sitzt mal wieder in einer dieser Vorlesungen und klammert sich mit zitternden, geschundenen Studentenhänden verzweifelt an das Einzige, was einen an so einem Morgen noch davon abhält, ungehindert in einen tiefen, traumlosen Schlaf zu versinken: das kleine, flüssige Bisschen Energie in Form von Koffein … einen Kaffee.
Den hat man vermutlich gerade von der netten, charismatischen Person hinter dem Tresen erstanden und man weiß, er kommt aus der Kaffeemaschine … aber halt! War da nicht das Schild Fairtrade-Kaffee? Nun, der ist ein bisschen teurer und der studiengebührengeplagte Student muss sparen, wo er kann. Heute jedoch wollen wir dem höheren Preis und den Folgen davon mal genauer auf den Grund gehen und herausfinden, ob sich ein paar Cent mehr nicht vielleicht doch lohnen können.
Beginnen wir mit ein wenig Geschichte
In einem kleinen Dorf im südmexikanischen Oaxaca gehen die Dorfbewohner ihrer alltäglichen Beschäftigung nach. Sie Bauen Café Sano an, und das seit über 100 Jahren. Die indianischen Kleinbauern dort wussten schon vor den Umweltorganisationen, wie man Kaffee anbaut, ohne dem Boden sämtliche Nährstoffe zu entziehen und gesundheits- und umweltschädliche Gifte zu verwenden. Das machen sie mittels des sogenannten Fruchtwechsels, bei dem jedes Jahr eine andere Feldfrucht angebaut wird, um dem Boden Gelegenheit zu geben, sich zu regenerieren.
Die Erzeugungskosten für so einen ökologisch angebauten Kaffee sind etwas höher, aber dafür bekommen die Bauern für den Café Sano auch mehr Geld, weswegen mittlerweile immer mehr Kleinbauern auf die ökologische Kaffeewirtschaft umstellen. So wird der ökologische mit dem sozialen Aspekt verbunden. 
Um den Preis nachvollziehen zu können, hat die Uni Amsterdam eine Studie über Fairtrade-Kaffee herausgebracht in der genau abgelesen werden kann welche Vorgänge welche Kosten entstehen lassen:
  • 3% für Kaffeepflanzen
  • 23% für Dünger
  • 22% für Pflege der Pflanzen
  • 32% für Erntearbeiten
  • 8% Finanzierungskosten
  • 4% Transport
  • ~ 8% Sonstiges
Der höhere Preis für ökologisch angebauten Kaffee entsteht dadurch, dass statt der Pestizide organische Dünger verwendet werden und sich hierdurch der Arbeitsaufwand und somit die Lohnkosten erhöhen, da auch die Arbeiter fair bezahlt werden sollen. Die Gesamtkosten sind somit etwa zehn Prozent höher als bei herkömmlichem Kaffee.
Wie komme ich an Fairtrade-Kaffee?
Um den Bauern ein regelmäßiges Einkommen zu sichern und einen beständigen Grundpreis zu gewährleisten gibt es heute Kaffeeabonnements. Diese sind im Internet unter dem Stichwort „My Fair Coffee“ zu finden. Auf der Seite kann sich der geneigte Kaffeekonsument unter verschiedenen Kaffeesorten eine auswählen und entscheiden, in welcher Menge pro Quartal der Kaffee geliefert werden soll. Von 3-24kg ist alles möglich. Geliefert wird der Kaffee zum Beispiel in ebenfalls regional entworfenen und hergestellten Säckchen, die gut wiederverwendet werden können und den Kleinbauern einen weiteren Industriezweig verschaffen. Der Kaffee würde im Schnitt etwa 1,3 Cent pro Tasse kosten, was gut zu verschmerzen ist. Deshalb wird pro Kilo ein geringer Betrag aufgeschlagen, um regionale Projekte zu fördern und den Ausbau von ökologischem Kaffeeanbau zu unterstützen. Und das ist uns ein paar Cent mehr dann doch wert, oder?
Öko? Logisch!
Öko muss nicht immer Bio sein
Guten Morgen! Ich stehe auf, mach mir meinen Kaffee, tingele mit dem Auto zur Uni, weil ich später noch einkaufen gehen möchte und sitze dann neben meiner besten Freundin in einer Vorlesung. Ich packe meinen glänzenden Bio-Apfel aus und beiße, guten Gewissens, herzhaft hinein.
Doch dann kommt der Augenblick, der mein Leben auf den Kopf stellt, durcheinander wirft und meinen geplanten Einkauf zu einer scheinbar unlösbaren Herausforderung werden lässt: “Sag mal, Bio-Äpfel aus Neuseeland, is´ das nicht irgendwie unlogisch?!”
Peng! Das sitzt! Der kleine Sticker hat den Apfel überführt.
Die Vorlesung ist vergessen und wir verlieren uns in einer Laptopdiskussion über Biolebensmittel, wo eigentlich der Unterschied zu ökologischen Lebensmitteln ist und wie man an sie kommt, ohne dabei seine Lebensgrundlage in Form von BAföG zu verpulvern, sofern man überhaupt welches bekommt.
Natürlich geht es dabei wieder um den möglichen Etikettenschwindel bei Bioprodukten und dass die Bio-Bauern ihre Prüfungsinstitute selbst bezahlen müssen kommt dabei auch zur Sprache.
Doch das eigentliche Ergebnis ist u. a. die Recherche zu diesem Artikel. Nach Rücksprache mit einigen Leuten, denn zu dem Thema hat ja beinahe jeder etwas zu sagen, höre ich die Worte „saisonal“ und „regional“. Ich recherchiere ein wenig und bin erleichtert, eine Lösung präsentieren zu dürfen, die es einem jeden Studenten möglich macht, fernab von Pizza und Ravioli bezahlbares Gemüse und Obst zu konsumieren, ohne dabei das halbe Repertoire an verfügbaren Insektiziden zu sich zu nehmen.
Anstatt Bio-Obst und -Gemüse aus Übersee zu kaufen, welches im Flugzeug transportiert und gereift ist, ist es wesentlich sinnvoller, dieses vom Bauernhof seines Vertrauens aus der Umgebung zu erwerben. Das ist dann nicht durch die halbe Welt gefahren worden, sondern unter der gleißenden Sonne Norddeutschlands gereift und somit tatsächlich zu Geschmack gekommen.
Nun werden einige sagen: “Das ist ja schön und gut Madame aber beim Bauern ist das ja auch meist teurer als beim netten Discounter um die Ecke und ich muss noch zwei Kilometer mit dem Fahrrad fahren.”
Nein, meine Lieben, das muss nicht sein. Es gibt eine Abhilfe namens Saisonkalender. Alles Grünzeug hat seine Saison, ist reichlich verfügbar und somit auch günstig zu erwerben.
von Freya Kuhn
Obst Gemüse u.a. verfügbar in/ab
Äpfel, Birnen, eingelegtes Obst Möhren, Rote Beete, Grünkohl, Chicorée, Wirsingkohl Januar – März
Rhabarber, Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren Rucola, Rettich, Mangold, Kohlrabi, Gurke, Blattsalate, Spargel April – Juni
Nektarine, Pfirsich, Mirabelle, Brombeeren, Preiselbeeren Sellerie, Radicchio, (Paprika), Fenchel, Dicke Bohnen, Erbsen, Brechbohnen, Blumenkohl Juli – August
Holunderbeeren, Quitten, Pflaumen Steckrübe, Spinat, Zuckermais September – Oktober
Äpfel, Birnen, eingelegtes Obst Rotkohl, Rosenkohl, Schwarzwurzel, Porree November – Dezember
Das ganze Jahr über verfügbar sind Gemüsesorten wie Zwiebeln, Champignons oder Kartoffeln. Äpfel und Birnen sind bei den Obstsorten immer regional verfügbar. Die oben angeführten Sorten sind zum Teil auch noch in anderen Monaten verfügbar und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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