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Der Stundentenbühne hinter die Kulissen geschaut
Szene aus Weekend im Paradies
(Matthias Kalvelage und Wiebke Koch)
Foto: Pia Klein
Im Kurs des Optionalbereichs könnt Ihr selbst durch Mitgestalten und Anpacken erfahren, wie Theater gemacht wird.
Man kennt das ja: Quasi gerade von der Schule gekommen, auf der man lernte, dass selbstständiges Denken eine lebensnotwendige Fähigkeit ist, wird man nun im Bachelor- und Mastersystem mit Multiple-Choice-Klausuren konfrontiert und die erste Prüfungsleistung ohne Auswendiglernen wird auch erst im dritten Semester fällig. Die Uniwoche hat eben begonnen, es ist Montagabend und im Fernsehen läuft mal wieder nichts Besseres als Bauer sucht Frau. Es dürstet einen nach Anspruch, nach einem gewissen Niveau und einem Prozess des kreativen Auspowerns. Frustriert überfliegt man das Vorlesungsverzeichnis im StudIP mit der Frage im Hinterkopf, ob es dort nicht noch etwas an der Universität gibt, das einem etwas mehr geben kann als ständig nur körperlich anwesend sein zu müssen. Vom ganzen Stadt-Land-Fluss-Spielen hat man schließlich auch die Nase voll. Und dann, plötzlich, entdeckt man im Verzeichnis des Optionalbereichs einen Kurs, der eigentlich ganz interessant klingt. OB-3.2 steht dort geschrieben: Studentenbühne – Rollenbearbeitung und Inszenierung. Das macht neugierig und man findet sich am nachfolgenden Montagabend um 18 Uhr in der Aula ein.
Es handelt sich hier tatsächlich um einen Kurs im Optionalbereich. Im Studentenmund heißt er kurz und bündig: Studentenbühne. Und er beinhaltet auch genau das: Studenten und die Bühne. Auf der Bühne machen Studenten natürlich nicht irgendwas, sondern sie spielen Theater.
Begonnen wird dieser Kurs üblicherweise im Wintersemester und erstreckt sich über das anschließende Sommersemester. Im Verlauf dieser Zeit wird ein Theaterstück ausgewählt, erarbeitet und schließlich als Prüfungsleistung im Sommer aufgeführt. Das Wintersemester ist damit die Voraussetzung für das ausgewählte Stück, denn es werden durch einfaches Spielen die Grundlagen des Schauspielens und des Theaters näher gebracht. Der Teilnehmer wird langsam daran gewöhnt, sich in andere Rollen zu versetzen und diese auf der Bühne glaubwürdig verkörpern zu können. Dies geschieht zum Beispiel durch Improvisationstheater. Wollte nicht jeder schon einmal sehen, wie Angela Merkel Hänschen klein vorträgt?
Fachkundig angeleitet werden die Studierenden von Uwe Salewski, der normalerweise an der Liebfrauenschule in Vechta Deutsch, Englisch und Darstellendes Spiel unterrichtet. Mit viel Witz bringt Salewski den Studierenden in diesen zwei Semestern näher, was die Arbeit im Theater beinhaltet. Denn bei der Umsetzung eines Stückes muss auf wesentlich mehr geachtet werden, als darauf, dass der Text sitzt. Sind die Kostüme, die Bühne, das Licht und alles weitere bereit, kann der große Auftritt kommen. Im vergangenen Sommersemester inszenierte die Studentenbühne das Stück Weekend im Paradies von Franz Arnold und Ernst Bach, bei dem die Studierenden einen einmaligen Einblick in die Freizeitgestaltung der Beamten in den Goldenen Zwanzigern gewährten. Vor einem umfangreichen Bühnenbild präsentierten sie eine schlüpfrige Verwechslungskomödie, bei der kein Auge trocken blieb.
Welches Stück im nächsten Jahr aufgeführt wird, soll im Laufe des Semesters erarbeitet werden. Für die Teilnahme am Kurs können je nach Studiengang 2,5 AP für jeweils ein Semester im Optionalbereich angerechnet werden. Belegt Ihr den Kurs im Winter- und Sommersemester, bekommt Ihr dementsprechend 5 AP. Für genauere Informationen (besonders im Studiengang BA CS) konsultiert bitte Eure Vorlesungsverzeichnisse. An der Studentenbühne kann jedoch auch freiwillig ohne die Anrechnung von AP teilgenommen werden! Neue Gesichter werden gerne gesehen und in die ausgelassene Truppe aufgenommen.
von Pia Klein
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Der Stundentenbühne hinter die Kulissen geschaut
Datum: 11. Oktober 2010
Rubriken: Artikel,mit Aktualität,Pia Klein,Sonderausgabe No 3: Ersti-Spezial 2010 - Oktober 2010,Studium
Adresse: http://www.univista.de/2010/10/11/der-stundentenbuehne-hinter-die-kulissen-geschaut/