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Balu & Du
Gemeinsam stark!
Balu & Du – Einige von Euch werden diesen Ausdruck bestimmt schon das ein oder andere Mal auf dem Campus aufgeschnappt haben. Doch was überhaupt ist Balu & Du? Um das herauszufinden, habe ich mich mit Anke getroffen, einer Studentin der Uni Vechta, die an diesem Projekt teilnimmt und ihr einige Fragen zu Balu & Du gestellt.
Grafik: Balu und Du e.V.
Hallo Anke. Meine erste Frage wäre: Was genau ist Balu & Du und wie läuft das ab?
Balu & Du ist ein Mentorenprojekt, bei dem die Studenten ein kleines Grundschulkind, im Alter zwischen 6 und 11 Jahren, an die Hand bekommen und es regelmäßig, meistens einmal in der Woche, betreuen und mit ihm den Nachmittag verbringen. Hier bringen wir ihnen auch informelle Sachen bei, wie beispielsweise wenn man ein Eis mit einem 5€-Schein bezahlt, wie viel Wechselgeld man zurück bekommt.
Warum heißt es Balu & Du?
Das kommt aus dem Dschungelbuch. Das zu betreuende Kind ist Mogli und wir Mentoren sind die Balus und im Film hat ja Balu dem Mogli auch alles gezeigt.
Wer organisiert Balu & Du?
Volker Hülsmann von der Caritas. Er begleitet auch das Seminar, damit wir in der Uni die Anrechnungspunkte dafür bekommen.
Wie bist du zu Balu & Du gekommen?
Wir haben das von unseren Tutoren in der Erstis-Woche gehört und haben uns dann dahinter geklemmt. Dann hatten wir ein Gespräch mit Volker, da das Projekt schon angefangen hatte, damit wir dann noch einsteigen konnten.
Wie werden die Kinder und Eltern darauf aufmerksam gemacht?
Das läuft über die Schulen. Hier wird ihnen gesagt, dass vor allem Kinder mit sozialschwachem Hintergrund gefördert werden, dass man mit ihnen ein bisschen Zeit verbringt und ihnen zeigt, wie man soziale Kontakte pflegen kann. Manchmal läuft das auch über das Jugendamt, aber das eher selten.
Was macht ihr so mit den Kindern?
Also wir haben schon öfter was gekocht oder was zu Essen vorbereitet. Letztens haben wir Erdbeerquark gemacht. Wir spielen Fußball oder wir gehen Trampolin springen. Manche von uns fahren dann mal in den Tierpark oder in die Stadt und zeigen den Kindern die Bremer Stadtmusikanten. Wir malen und basteln auch ganz viel.
Die Uniparty am 4. Mai 2011 war ja eine Spendenparty für Balu & Du. Wofür werden die Spenden denn verwendet?
Also wir haben jetzt vor ein oder zwei Ausflüge zu machen. Einmal wollen wir zusammen in den Tierpark Thüle fahren, mit allen Mentoren, mit den Kindern und mit Volker. Und wir haben vor, einen Indianderabend mit Lagerfeuer und Grillen zu machen. Dafür wird das Geld verwendet. Außerdem haben wir einen Bestand an Spielzeugen hier im Caritas-Haus, der aufgestockt wird.
Stimmt es, dass man sich die Teilnahme als Praktikum anrechnen lassen kann?
Ja.
Wie läuft das dann zum Beispiel mit dem Praktikumsbericht?
Das sind dann die Tagebucheinträge, die man jede Woche verfassen muss, nachdem man ein Treffen mit dem Kind hatte und eine Reflektion über das Projekt, was mir das gebracht hat und was ich denke was es dem Kind gebracht hat.
Läuft das nur ein Semester?
Nein, das läuft über zwei Semester. Also ein Jahr ist das Treffen und parallel dazu einmal in der Woche ein Begleitseminar.
Infos
• Balu und Du ist in allen Bachelorstudiengängen als Praktikum oder im Optionalbereich anrechenbar.
• Jeder Mentor erhält für die Praxisphase ein offizielles Zertifikat des Landes Niedersachsen für sein ehrenamtliches Engagement.
• Kontakt:
   Volker Hülsmann
   Gemeindecaritas, Integrationsberatung
   Neuer Markt 30, 49377 Vechta
   Tel. 04441/8707-637
   E-Mail: huelsmann[at]caritas-sozialwerk.de
   Er ist der Ansprechpartner der Caritas für dieses Projekt und wird gerne weiterhelfen.
Was hast Du persönlich aus dem Projekt jetzt schon mitgenommen und was soll den Kindern vermittelt werden?
Also für mich war es ganz wichtig zu merken, wie schwierig es doch ist, ein Kind zu motivieren im Gegensatz zu einer größeren Gruppe von Kindern und auf die speziellen Wünsche einzugehen. Das man nicht wie üblich vorm Fernseher sitzt, Computerspiele spielt, sondern dass man mal ein bisschen was Ausgefalleneres macht und sich etwas überlegt, was einen Lerneffekt hat, um das informelle Lernen mit einzubringen. Das war für mich ganz wichtig. Und für das Kind ist einfach wichtig, dass es mal eine Abwechslung hat zu dem Alltag zu Hause und wir auch was unternehmen. Wir haben mal zusammen gefrühstückt, sodass er auch etwas über gesunde Ernährung lernt.
Was würdest Du Interessierten noch sagen wollen?
Ich würde einfach sagen, dass viele Leute an dem Projekt teilnehmen sollten von der Uni und dass das ein bisschen mehr publik gemacht werden sollte. Auch sollten die Begleittreffen kein Hindernis sein an dem Projekt teilzunehmen, weil viele Sachen, die in den Situationen mit den Kindern als Problem erachtet werden, in dem Seminar geklärt werden. Also man bekommt immer Unterstützung.
Vielen Dank Anke, dass Du Dir die Zeit genommen hast!
Die Fragen stellte Lea Seefeld.
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Balu & Du
Datum: 23. Juni 2011
Rubriken: Artikel,Interviews,Lea Seefeld,No 19 - Juni 2011,uniVista im Gespräch
Adresse: http://www.univista.de/2011/06/23/balu-du/