Mit 16 Jahren habe ich das erste Mal durch eine Freundin, die einen Schüleraustausch in Amerika gemacht hat, von Facebook erfahren. Zwei Jahre später war es um mich geschehen, ich war ein offizielles Mitglied bei Facebook, doch mein Profil blieb meistens unbearbeitet, da ich mich höchstens einmal in der Woche einloggte. 2010 wendete sich das Blatt. Ein regelrechter “Facebook-Boom” ließen mich viele Freundschaftseinladungen bestätigen. Ich erfuhr einige Geheimnisse, die auf die Pinnwand gepostet wurden, über Menschen, die schon längst meiner Vergangenheit angehörten.
Facebook, die Website zur Unterhaltung, die im Februar 2004 erstmals zugänglich war und heute allein in Deutschland mittlerweile von nahezu 16 Millionen Menschen genutzt wird, entstand an der Harvard University und war ursprünglich nur für die dortigen Studenten vorgesehen, schreibt die Internetseite Wikipedia. Heute hat Facebook nach eigenen Angaben 600 Millionen aktive Mitglieder weltweit.
Trotz den Vorzügen, die solch ein weltweites Internetportal mit sich bringt, z.B. den schnellen und unkomplizierten Kontakt zu Menschen weltweit herzustellen, überzeugt mich Facebook dennoch in einigen Punkten nicht.
Fragt man einen Jugendlichen, was er macht, wenn er Hunger hat, so müsste neben seiner Antwort, die lauten würde, etwas zu essen, auch noch der Satz folgen, dass er es bei Facebook postet. Es folgen zehn angeklickte “Gefällt mir” und einige unbedeutende Kommentare. Nicht alles, was bei Facebook geschrieben wird “gefällt mir nicht”. Doch die öffentliche Selbstdarstellung hat meiner Meinung nach oft den Beigeschmack einer narzisstischen Selbstvermarktung.
Die am 31.05.2010 erschienene Tageszeitung (taz) schrieb, dass ein stetig gewachsener Unmut der Facebook-Nutzer zu bemerken sei. Zu wenig Mitspracherecht, zu wenig Privatsphäre, zu viele Datenpannen.
Selbst das Löschen seines Facebook-Accounts ist bereits so kompliziert, dass es spezielle Internetseiten mit Anleitungen dafür gibt. Die Suchphrase “How Delete Facebook” gehört mittlerweile zu den zehn meistgesuchten Begriffen bei Google. Dennoch ist der Zuwachs des sozialen Netzwerkes Facebookzuwachs auf der Überholspur. Facebook wurde in den USA im vergangenen Jahr sogar öfters besucht als Google.com.
Zu diesem Ergebnis kam eine Analyse des Marktforschungsunternehmens Experian Hitwise, die im Internet veröffentlicht wurde. Außerdem war Facebook wie schon im Jahr 2010 zuvor der meistgesuchte Begriff.
Ein weiterer Kritikpunkt ist meiner Meinung nach die ständige Sucht nach Ablenkung, die wir zulassen, sie sogar einladen. Wir funken permanent E-Mails, Anrufe, Postings, sodass man Zeit für sich ohne Unterbrechungen nur noch selten einhält. Da kann es auch schon einmal vorkommen, dass man lieber Zeit über das Internet mit Menschen verbringt, als sie tatsächlich zu treffen.
In dem Film “The Social Network” aus dem Jahre 2010, wird die Entstehungsgeschichte des Internetportals Facebook teilweise kritisch beleuchtet, da neben der eigentlichen Entwicklung des Internetnetzwerkes, Verrat, Gier und das Streben nach Macht und Geld mitunter im Vordergrund stehen.
Ein Leben ohne Facebook ist für die meisten Nutzer dennoch undenkbar geworden. Und ja ich gebe auch zu, dass der schnelle Kontakt zu Menschen über die ganze Welt verteilt, oder nur zu Freunden in nächster Umgebung, von unglaublichem Vorteil ist. Dennoch sollte jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er von sich preisgibt, denn das Internet hat ein unendliches “Gedächtnis”! Es ist die Frage, wie man seine Lebenszeit nutzt, ob man unmittelbar einen Abend unter Freunden genießt oder über Facebook mittelbare Erlebnisse austauscht!
von Ina Bushuven