Artikel drucken
Hey Mr. DJ …
... eine neue Playlist!
Hast du nicht den besten Job der Welt? Du, der Meister der Atmosphäre, der Wegweiser einer Party, hast die Macht, die Menschen wie Puppen tanzen zu lassen und das mit dem richtigen Knopfdruck, mit einer passenden Scheibe und dem richtigen Instinkt.
Nutze deine Macht, spüre den perfekten Moment und lass die Party explodieren. Natürlich, du wirst behaupten, dass man es nicht allen Gästen Recht machen kann, dass jeder etwas anderes braucht um sich in Ekstase zu tanzen. Doch lass dir helfen.
Von Semester zu Semester hat man nämlich das Gefühl, dass neben einzelnen Lichtblicken die Playliste einer Uniparty sich ständig wiederholt. Und wenn nach “Wannabe” von den Spice Girls nicht “Everybody” von den Backstreet Boys läuft, dann lief es schon davor. Und man braucht nicht lange zu warten und es werden eine halbe Stunde später, fast schon traditionell zu “Killing in the Name of” von Rage Against the Machines, die Köpfe gebangt.
Kann man es zum Beispiel erwarten, sich innerhalb drei Tracks zu fühlen wie in einem Berliner Electro-Schuppen und gehört ein Partyhitmix von Pur tatsächlich zu einer gelungenen Abendgestaltung für junge Menschen?
uniVista hat sich stichprobenartig informiert: Dazu haben wir uns auf den Weg gemacht und auf dem Campus rumlungernde Studenten gefragt:
Was ist an der Musikgestaltung gut? Was geht besser?
© Christian Steiner / PIXELIO [1]
“Im Großen und Ganzen ok. Also, die aktuellen Charts finde ich in Ordnung. Aber wenn man den ganzen Abend da ist, hört man ein Lied um die 10 Mal und Schlager oder sowas muss ich auch nicht haben. Rock würde ich mir wünschen.” (Annika Peters, 4. Semester, Biologie/Designpädagogik)
“Am 6. April war ja Waldhof. Das fand ich sehr gut. Da war ja auch so viel Mischmasch. Katy Perry und Purhitmix. Also dieser Hitmix muss sein. Also auf Partys ruhig Charts und R&B und sowas. Diese Remixe stören mich manchmal, aber die finden ja manche ganz gut auf Unipartys, aber bin ich halt nicht so der Fan von.” (Sinja Vollriede, 4. Semester, Mathematik/Designpädagogik)
“Die Musik auf den Unipartys ab 3 Uhr ist ein Grund,um zu gehen. Ich würde sagen, da fehlt die gesunde Mischung. Da gibt es bestimmt nur eine Playlist. Da könnte man die 2 ‚Dancefloors‘ in der Wunderbar für Abwechslung nutzen.” (Andreas Hemmer, 6. Semester Sachunterricht/ Deutsch)
“Die Musik auf den Unipartys ist auch ein Grund, vor um 3 zu gehen. Auf jeder Uniparty ist die Musik auch wirklich gleich, gerade Waldhof. Und das ist irgendwann langweilig, sehr langweilig. Es ist ja auch immer so eine Sache, ob man diese Popsachen, die jetzt gerade IN sind auch so supertoll findet, wie David Guetta und so Sachen. Das ist eine Sache, wo viele sagen, das ist nicht mein Ding und deswegen nicht dort hingehen.” (Anne Stahmleder, 6. Semester Sachunterricht/Deutsch)
“Ich will mehr Grunge, mehr Rock, mehr Indie, mehr Reggae. Dass Musik nicht immer die Gleiche ist. Die aktuellen Lieder kenne ich nicht, aber es wiederholt sich halt auf jeder Uniparty alles wieder.” (Anonym)
Hey Mr. DJ, bitte betrachte dies nicht als Beleidigung, sondern als freundliche Unterstützung. Ob du sie annimmst und zukünftig alte Tracks in die Tonne und Neue auf die Tanzfläche rotzt, sei ganz dir selbst überlassen.
von Tobias Kunz
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Hey Mr. DJ …
Datum: 23. Juni 2011
Rubriken: Artikel,mit Aktualität,Musik,No 19 - Juni 2011,Tobias Kunz
Adresse: http://www.univista.de/2011/06/23/hey-mr-dj/
Links im Artikel:[1] PIXELIO - http://www.pixelio.de