© Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Stuttgart
“Mein Name ist XY, ich interessiere mich für Fantasy und bin abhängig von romantischen Romanen.”
“Hallo XY!”
Wer sich in diesem Dialog wiedererkennt, der sollte sich diese Perle auf jeden Fall nicht entgehen lassen! Auch wenn es sich hierbei um ein älteres Werk aus der Romantik handelt, wird Joseph von Eichendorffs Novelle sicherlich nicht enttäuschen.
Wie es zu der Zeit damals so üblich war, handelt es sich auch in dieser netten Geschichte um einen abenteuerlustigen Reisenden, der sich für eine Weile in einer idyllischen Gegend irgendwo in Italien niederlässt. Er lernt viele nette Leute kennen und verliebt sich natürlich Hals über Kopf in ein hübsches Mädel mit roten Apfelbäckchen, dass ihn ebenfalls begehrt. Was die Geschichte jedoch so interessant macht, ist, dass das kleine Örtchen – in dem viel gefeiert wird – nicht das zu sein scheint, als was es am Anfang der Handlung ausgegeben wird. Sehr bald geschehen etliche mysteriöse, Dinge, die dem Leser gelegentlich auch ein Schaudern über den Rücken laufen lassen. Ein unheimlicher Ritter taucht auf, dessen Charakter und Erscheinungsbild man in heutiger Zeit als Freak bezeichnen würde. Die gerade erst erblühende Liebe zwischen dem Reisenden und dem Mädchen, scheint durch das Buhlen einer weiteren Grazie gefährdet zu werden und last but not least verhalten sich alle seltsam und alles andere als vertrauenswürdig.
“Das Marmorbild” ist eines meiner persönlichen Highlights und mit neunundvierzig Seiten, ohne Zusatzmaterial, leicht und schnell gelesen.
Joseph von Eichendorff: Das Marmorbild
Signatur: CLSei239 = 353258
von Johanna-Maria Jaromin