Sie sieht nicht besonders gut aus, in der Schule wird sie gemobbt und gemieden – Sie ist einsam. Doch ihre Einsamkeit kommt nicht durch die Hänseleien ihrer Klassenkameraden, sondern durch den schmerzhaften Verlust ihrer Mutter. Die 15jährige Sophie und ihr Vater kommen nur schwer über ihren Tod hinweg und beide trauern auf ihre eigene, einsame Weise. Auf einer Reise an die Nordwestküste Amerikas, wo ihr Vater einen alten Indianerstamm fotografieren soll, wollen die beiden wieder zu sich selbst und vor allem wieder zueinander finden.
Doch als Sophie den Sohn ihrer Hotelwirtin, den Makah-Indianer Javid, kennenlernt, gehen sie und ihr Vater die meiste Zeit getrennte Wege. Denn Javid und Sophie arbeiten heimlich an einem Kanu und fahren fast täglich mit einem Schlauchboot auf den Ozean hinaus, um eine kleine Orca-Schule zu besuchen. Nachdem sie in einen schweren Sturm gerieten, verbietet ihr Vater Sophie den Umgang mit Javid, obwohl sie sich in seiner Gesellschaft zum ersten Mal seit dem Tod der Mutter wieder glücklich fühlt.
Dennoch muss ihre Freundschaft einige Prüfungen bestehen, nicht zuletzt wegen Sophies Hautfarbe, die für Javids besten Freund ein Problem darstellt. Doch bei diesem Roman handelt es sich keinesfalls um eine langweilige Teeny-Romanze. Auf 349 Seiten erfährt man in diesem spannenden Jugenddrama viel über die fremden Kulturen der nordamerikanischen Fischindianer, über Orcas und zugegeben auch ein bisschen was über die erste große Liebe. Allerdings schafft es Antje Babendererde dabei auf jeglichen Kitsch zu verzichten.
Ich denke, auch nach dem 20sten Mal lesen, werde ich noch Spaß an dem Buch haben.
Antje Babendererde: Der Gesang der Orcas
Signatur: 5.1 K bab = 422938
von Nina Gerlach