Sie wissen nicht viel voneinander und finden sich doch anziehend. Es könnte Liebe sein oder auch Illusion. Verlangen nach mehr oder einem Ende mit Stil. Oder der Wunsch danach, dass alles so bleibt. Verrannt in einer Welt, in der es nur sie und ihn gibt.
Genau dort befindet sich der Leser – im Emailwechsel zwei sich eigentlich fremder Personen. Mitten in einer Kommunikation der besten Art. Voller Witz, Ehrlichkeit und Tiefsinn. Ohne vorgespielter guter Laune, ohne Geschichten und leere Worte. Sie sind nur sie selbst. Und scheinbar ohne einem Leben außerhalb dieser Welt. Alles virtuell, zurechtgemalt. Ein Bild des anderen allein aus geschriebenen Worten und das, was sie sich daraus zusammenreimen. Entsprungen der Fantasie. Zu perfekt, um wahr zu sein. Oder auch nicht? Vielleicht ist es möglich. Vielleicht könnte diese Art von Liebe, dieses Bild des anderen, trotz Kennenlernens Bestand haben. Würde es dazu führen, dass sie sich weiter und mehr lieben könnten? Oder würden sie erkennen, dass zu viel zwischen ihnen steht? Der Alltag, das Leben, ihr Mann. Und vor allem: Würden ihre geliebten Mails aussterben? Zwischen dem Wunsch nach Gewissheit und der Angst vor dem Zerfall des Vertrauten entsteht ein Konflikt, der unüberwindbar scheint. Süchtig nach den Zeilen des anderen. Süchtig nach den Mails, die Trost und Sicherheit bringen.
Die Turbulenzen dieser Gefühlsachterbahn sensationell beschreibend, mit Witz geschrieben und nah am Leben, schafft es „Gut gegen Nordwind” von Daniel Glattauer somit einen Platz in den “Perlen der Bibo” zu ergattern!
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Buch-Signatur: CQYg4662 = 401453
Hörbuch-Signatur: 806426
von Jenniffer Malenz