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Fesselnd, amüsant und anspruchsvoll
Satan besucht Moskau
© Verlag Volk und Welt
Finstere Gestalten mischen sich unter die russische Gesellschaft der 30er Jahre. Köpfe werden von Straßenbahnen getrennt, Menschen verschwinden spurlos und tauchen am anderen Ende des Landes wieder auf. Frauen stehen plötzlich entblößt auf den Straßen.
Der Leser weiß: Der Teufel und seine Gesellen hinterlassen bei einer jeden Begegnung mit korrumpierten Menschen ihre Spuren. Dies ist sehr düster beschrieben, jedoch bleibt der Humor dabei nie auf der Strecke. Während man einer mysteriösen Episode nach der Anderen folgt, in deren Fortsetzung sich die städtische psychiatrische Klinik auffällig füllt, wird die Liebesgeschichte vom Meister und seiner Margarita erzählt, deren bisheriges tragisches Schicksal durch die lenkende Hand des Teufels ein glückliches Ende finden kann.
Die facettenreiche Handlung ist zu komplex um sie auf einen Punkt zu bringen. Bulgakow (1891 – 1940), der als einer der größten russischen Satiriker gehandelt wird, arbeitete 12 Jahre an diesem Werk. Ob es einem gelingt, des Autors Auseinandersetzung mit der sowjetischen Vergangenheit unter Stalin und einer der Religion zunehmend abgeneigten Gesellschaft in seinen Worten zu erkennen, oder man sich lediglich an den unglaublich fantastischen Ideen erfreut, ist jedem selbst überlassen. Was bleibt, ist ein unvergleichliches Leseerlebnis und die Gewissheit, ein wichtiges Buch der Literaturgeschichte gelesen oder im besten Fall, verschlungen zu haben.
Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita
Signatur: 422811
von Tobias Kunz
uniVista | Campusmagazin Vechta (www.univista.de)
Titel: Fesselnd, amüsant und anspruchsvoll
Datum: 6. Dezember 2011
Rubriken: Artikel,No 20 - Dezember 2011,Perlen der Bibo,Tobias Kunz
Adresse: http://www.univista.de/2011/12/06/fesselnd-amusant-und-anspruchsvoll/