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PDF-Version der 16. Ausgabe

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uniVista Gefühls-Check: Bist Du ein Sommer-Typ?

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Bist Du ein Sommer-Typ? Hier kannst Du es herausfinden.
von Stefan Hirsch
Auf einer einsamen Insel ...
A ... sind Winterreifen oft kaum zu bekommen.
B ... sehen die Leute meist ungepflegter aus als in Lost.
C ... würde ich hoffentlich nicht zu schnell gefunden werden.
Ich kann ...
A ... Last Christmas von Wham! Mit Body Percussion untermalen.
B ... Dragosteia Din Tei von O-Zone mit Body Percussion untermalen.
C ... Surfen.
Wenn ich einen Bikini trage, bin ich ...
A ... nicht hinreichend bekleidet.
B ... wahrscheinlich betrunken.
C ... sexy.
Als ich 17 Jahre alt war ...
A ... habe ich mich geritzt.
B ... hatte ich noch Träume.
C ... hatte ich zum ersten Mal Sex am Strand.
Mein Traumberuf ist ...
A ... Skilehrer.
B ... Versuchstierpfleger.
C ... Pirat.
An Kokain mag ich ...
A ... die weiße Farbe und die pulvrige Konsistenz.
B ... die Wirkung.
C ... das exotische Flair des Herkunftslandes.
Mein schönster Lustkauf war ...
A ... ein Snowboard.
B ... ein Guthaben bei porno-loads.com.
C ... eine Ray-Ban-Sonnenbrille.
Den Weihnachtsmann würde ich gerne ...
A ... zu einem One-Night-Stand überreden.
B ... erst Ende November wiedersehen.
C ... verprügeln.


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16_unitag
Vom Hochschulstandstreifen auf die Uni-Überholspur
Die Klausuren bleiben auch nächstes Semester die gleichen, ihre Kopfzeilen ändern sich: Die Hochschule Vechta wird zur Universität. Am 29. Oktober erfolgt die offizielle Umbenennung.
Manche Dinge – und damit sei an dieser Stelle nicht Eurolatein gemeint – lernt man bloß in Vechta. Ich zumindest wusste vor einigen Jahren, als ich Bayerns nördlichste Außenstelle nur aus dem Verkehrsfunk kannte, nicht, dass ein Unterschied zwischen Hochschulen und Universitäten besteht.
Den gibt es: Nur an einer Uni kann man promovieren und habilitieren, d.h. einen großen Schritt Richtung Professur machen. An der Hochschule Vechta geht das auch, also ist sie eigentlich eine Universität, wird – wie allgemein bekannt – den begehrten Titel bald auch offiziell tragen, und zwar ab dem 29. Oktober 2010.
Dann, wenn der vor uns liegende, hoffentlich sonnige, Sommer vorbei ist, findet der Universitätstag statt, zu dem alle Studies herzlich eingeladen sind.
Er beginnt mit der offiziellen Umbenennung der Hochschule Vechta in Universität Vechta. Im Anschluss daran gibt es einen Tag der offenen Tür, an dem die Institute die Möglichkeit haben, sich vorzustellen, Forschungsaktivitäten und Projekte zu präsentieren.
In der Bibliothek wird eine Ausstellung eröffnet, die die Geschichte der Lehranstalt zeigt. Eine Vergangenheit mit Höhen und Tiefen, schließlich stand die Hochschule Vechta mehrfach kurz vor dem Aus, der Titel Universität blieb ihr viele Jahre verwehrt, die Zahl der Studierenden war zeitweise halb so hoch wie heute.
Abends gibt es dann eine Uniparty. Und weil zuvor mangels Universitätsstatus eigentlich nur Hochschulpartys gefeiert werden konnten, ist das die erste richtige Uniparty, die in Vechta stattfindet.
Fotowettbewerb für Studierende
Innerhalb der nächsten Wochen wird ein Fotowettbewerb ausgeschrieben. Mitmachen kann jeder, der hier studiert. Die Teilnehmer sollen ihre Uni Vechta abbilden, so, wie sie sie sehen. Zu gewinnen gibt es hochwertige Sachpreise, die im Rahmen des Universitätstages verliehen werden.
Infos dazu erhaltet ihr bei Melanie Philip unter universitaetstag[at]uni-vechta.de
von Stefan Hirsch
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Unser Semesterticket

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NordWestBahn will Preise deutlich erhöhen
“Andere Unis haben ein viel geileres Semesterticket! – Die fahren damit durch ganz Niedersachsen!” “Wieso zahle ich jedes Semester rund 650 € und kann dafür gerade mal mit der Nordwestbahn umherdümpeln?” “Ich brauche das Teil eh nicht, ich fahre mit dem Auto.”
Dieser Artikel befasst sich mit dem Semesterticket der Studierendenschaft der Hochschule Vechta, gibt Hintergrundinformationen und zeigt, wie das Semesterticket ab dem Wintersemester 2011/12 aussehen kann.
Die oben genannten Statements sind nur Einzelne von unzählig Verschiedenen, die man erhält, wenn man sich über unser Semesterticket unterhält. “Unzählig verschieden” meint: Eigentlich hätte gerne jeder sein ganz persönliches Semesterticket oder vielleicht auch: “Am liebsten überhaupt keins!”
Dass sich die Meinungen bei diesem Thema stark unterscheiden, ist logisch. Schließlich befindet sich die Heimat (bzw. Ort von aktuellem Interesse) der an der Uni Vechta eingeschriebenen Studierenden nicht nur in Bremen, Osnabrück oder Oldenburg. Nein!
Wir kommen zum Glück von überall und wollen gerne auch überall hin. Ach ja, und das dann bitte möglichst günstig!!
Die Gruppe der Studierenden spaltet sich grob gesagt in alle Bahnfans, die sich ein möglichst weites Semesterticket wünschen, und die Auto- und Asphaltfetischisten, die das Wort Bahn nur verwenden, um sich ausgiebig über Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit etc. auszulassen.
Leider ist es nicht möglich, dass sich ein jeder sein persönliches Ticket besorgt, jedenfalls nicht zu solch günstigen Konditionen, wie wir sie zurzeit haben. Denn das Semesterticket basiert auf dem sogenannten Solidarmodell, welches beinhaltet, dass jede Studentin und jeder Student pro Semester den gleichen Betrag für ein und dasselbe Ticket bezahlt, unabhängig davon, ob er es benötigt oder nicht. Dann, und nur dann, lassen die Verkehrsunternehmen mit sich über Semestertickets zu attraktiven Preisen verhandeln. Die Voraussetzung dafür ist eine Übereinkunft in der Studierendenschaft über Art und Umfang des Semestertickets.
Exkurs zum Solidarprinzip
Das Solidarprinzip ist nicht unumstritten. Bereits im Jahr 1992 klagte ein Duisburger Student gegen das Semesterticket. Das Bundesverwaltungsgericht unterstrich zuletzt in einem Urteil vom 12. Mai 1999 die Rechtmäßigkeit des Semestertickets nach dem Solidarmodell: “Sich für eine verbilligte Nutzung des Nahverkehrs durch die Studierenden zu bemühen, gehöre unabhängig von der Art und Weise der Finanzierung zu den einer Studierendenschaft legitimerweise übertragbaren Aufgaben.”
Eine dagegen eingereichte Verfassungsbeschwerde wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen.
Das Gericht argumentierte, die Geeignetheit des Semestertickets zur Verbesserung der sozialen Situation der Studierenden sei an den Vorteilen für die Gesamtheit der Studierenden zu messen. Besonders betont wurde auch die mögliche Verbilligung um 75%, welche mit den sogenannten Jobtickets für Einzelpersonen nicht erreicht werden könnten. Als weitere Aspekte nannten die Verfassungsrichter ökologische Vorteile durch die Nutzung des ÖPNV, die Entspannung der Parkplatzsituation sowie eine mögliche Freizeitnutzung des Tickets. Dies käme allen Studierenden zugute (Bundesverfassungsgericht 04.08.2000).
Die Preise
Nun zurück nach Vechta. Unsere gemeinsame Übereinkunft besteht aktuell in einem Vertrag über ein Semesterticket mit der NordWestBahn, welches die Nutzung des Weser-Ems-Netzes plus der Strecke Osnabrück-Halle-Bielefeld zu einem Preis von 8,45 € beinhaltet. Eine Übersicht der dazugehörigen Strecken findet Ihr übrigens auf der Rückseite Eures Studierendenausweises.
Da die Einführung eines Semestertickets aus verschiedenen Gründen eine relativ lange Vorlaufszeit benötigt, müssen wir uns einmal wieder fragen, auf welchen Schienen wir uns in Zukunft mit unserem Semesterticket bewegen wollen.
Hierzu ein paar Fakten:
Der Vertrag mit der NordWestBahn läuft noch bis einschließlich Sommersemester 2011.
Aus dem laufenden Vertrag zwischen der Studierendenschaft der Hochschule Vechta und der NordWestBahn ergibt sich ein Preis von 9,40 € für das WS 2010/11, genau sowie für das SS 2011.
Für das WS 2011/12 und das SS 2012 liegt dem AStA ein neues Angebot der NordWestBahn vor. Es sieht für das WS 2011/12 einen Preis von 16 € und für das SS 2012 einen Preis von 22,70 € vor.
Es handelt sich hier um Preiserhöhungen von ungeheuerlichem Ausmaß, die wir nicht ohne Weiteres hinnehmen wollen.
Die NordWestBahn begründet das Angebot mit einer erheblichen Steigerung der Nutzung des Semestertickets durch Studierende der Universität Vechta, insbesondere auf der Strecke Osnabrück-Vechta-Bremen. Das private Eisenbahnunternehmen beruft sich dabei auf Daten von eigens in Auftrag gegebenen Erhebungen, welche im September 2005 und Januar 2009 durchgeführt wurden. Es bedarf keiner aufwendigen Analyse, um zu erkennen, dass eine erhöhte Auslastung laut Umfragewerten naheliegend ist: Der Monat September befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, wenn so gut wie kein Pendelverkehr von und nach Vechta zu erwarten ist. Hinzu kommt, dass im Jahr 2005 rund 800 Studierende weniger an der Uni Vechta immatrikuliert waren als im Jahre 2009. In den laufenden Vertragsverhandlungen zählen für die NordWestBahn jedoch nur die eigenen Zahlen, nicht etwa berechtigte Kritik. Die Zeiträume der Erhebungen sind, mit dem Ziel eine Aussage über die Nutzung des Semestertickets der Uni Vechta zu treffen, mehr als unglücklich gewählt. Somit stellen die Erhebungen aus unserer Sicht keine Rechtfertigung für Preiserhöhung in dieser Höhe dar.
Bis Januar 2011 wird von der NordWestBahn überprüft, ob eine Implementierung des ab Ende 2010 neuen Regio-S-Bahnnetzes zu ähnlichen Konditionen wie in dem oben genannten Angebot möglich ist.
Unsere Verhandlungsposition könnte besser sein. Denn durch Vechta fährt nun einmal nur die NordWestBahn. Doch auch von anderen Verkehrsunternehmen liegen Angebote vor.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wir immer mit jedem Verkehrsunternehmen einzeln verhandeln müssen. Eine Abweichung gibt es nur beim VBN-Ticket dar, bei dessen Erwerb der Verkehrsverbund die Verhandlungen übernimmt.
Jetzt seit ihr gefragt. Wie soll unser Semesterticket in Zukunft aussehen?
Demnächst wird auf der AStA-Info-Seite im StudIP eine Umfrage zu diesem Thema geschaltet. Haltet die Augen offen. Bei Umfragestart wird es eine Rundmail geben.
Habt Ihr noch grundsätzliche Fragen oder vielleicht eigene Anregungen zum Semesterticket? Dann sprecht doch einmal mit Eurer/Eurem StuPa-Abgeordneten des Vertrauens (Das StuPa trifft letztendlich die Entscheidung über das Ticket.) oder schreibt mir eine Mail an maurice.matheus[at]asta-uni-vechta.de.
(Alle genannten Preise verstehen sich inkl. MwSt.)
WS 2011/12 SS 2012
NordWestBahn (Infos) 16,- 22,70
DB-Regio: Niedersachsen-Netz (Infos) 50,-* 50,-*
Metronom-Netz (Infos) 20,-* 20,-*
Stadtbus Vechta (Infos) 6,- 6,-
VBN-Ticket SemesterTicket (Infos) 110,-* 110,-*
*) Preisschätzungen basieren auf Angebot WS 2010/11. Die tatsächlichen Preis können abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr.
von Maurice Mathéus
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“Guck mal Mama!”

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Über das, was wir nicht sehen
Foto: Jenniffer Malenz
Alleinerziehend und studierend betrachtet man das Leben doch ein ganzes Stück anders, als wenn man eben nicht dieser „Randgruppe“ angehört. Man organisiert. Den lieben langen Tag läuft man von A nach B und hat 1000 Sachen im Kopf, die erstaunlicherweise wirklich dort bleiben. Mütter sind regelrecht unheimlich, könnte man sagen. Allein die Tatsache, dass man offenbar laufen und gleichzeitig denken kann, mag manche von uns schon überfordern. Doch habe ich nicht vor, uns Mütter als Supermenschen darzustellen.
Und so versuche ich für Euch einmal das Denken größtenteils sein zu lassen und mit Kinderaugen durch die Uni zu laufen. Warum? Ich bin eben kein Supermensch und mache gerne Quatsch.
Das beschließe ich, als ich mit meinem vierjährigen Töchterchen die Mensa betrete. Freudig geht sie mit mir hinein und ist temperamentvoll wie immer, bis sie die ganzen Menschen vernimmt und ich direkt weiß, was sie denkt: “Ich sehe nichts!”
Wie auch? Wenn ich nur Pobacken sehen würde, würde ich auch Angst bekommen und nicht mehr ausmachen können, wo ich bin. Ja, auch die Mini-Uni Vechtas kann riesig sein. Und so nehme ich sie an die Hand. Dann begebe ich mich auf ihre Höhe und stellte fest, dass es kaum einen Unterschied macht, denn ich bin wahrlich nicht die Größte.
Wie dem auch sei. Bestimmte Dinge stechen Kindern sofort ins Auge und so betrachten wir in der Mensa nicht nur die Hochstühle, bei denen meine Tochter sofort stolz sagt: “Da pass ich nicht mehr rein! Das ist für kleine Kinder!” und damit wohl zum Ausdruck bringen will, dass eben nicht alle größer sind, als sie, wie es gerade den Anschein machte.
An der Ausgabe 2 steht der Kinderteller, den allerdings nicht meine Tochter sieht, sondern ich. Und genau an dieser Stelle möchte ich Euch darauf aufmerksam machen, dass Ihr, sofern Ihr ein Kind unter 10 Jahren habt, einen Ausweis beantragen könnt, der Euer Kind, im Zusammenhang mit einem Gericht für Erwachsene, berechtigt, diesen mit einem Hauptgericht zu befüllen und es genüsslich zu verspeisen. Vollkommen kostenlos natürlich. Meldet Euch einfach telefonisch unter 0541 3307-41 oder schickt für weitere Informationen diesbezüglich eine E-Mail an annelen.trost[at]studentenwerk-osnabrueck.de.
Doch heute brauchen wir diesen Ausweis nicht. Wir werden in der Mensa schon freudig erwartet und erhalten hier im Rahmen des Studentendinners der uniVista ein Kindermenü, das Ihr unter unserer gleichnamigen Rubrik finden könnt und nur zu empfehlen ist.
Danach machen wir uns weiter auf den Weg durch die Uni und sehen vor dem Bistro eine kleine Lese- und Spieleecke, bei der ich mich sofort frage, wieso sie mir bisher nie aufgefallen ist. Ich denke, dass es daran liegt, dass ich diesen Bereich immer gemieden hatte, weil ich nicht von diesen Leuten angesprochen werden wollte, die dort manchmal an einem Tisch standen und mir irgendwas „andrehen“ wollten. Eigentlich richtig gemein von mir, denke ich. Schließlich wollen wir ja auch nur etwas Gutes, wenn wir uns unten an der Mensa zum Verteilen der uniVista aufstellen. Also beschließe ich, beim nächsten Mal die Uhr zu prüfen und den Leuten eine Minute zu geben.
Meine Tochter findet diese Ecke nicht mehr interessant und möchte weiter. Deshalb schlage ich ihr vor, in die Bibo zu gehen. Sie fängt an zu lachen und pflichtet mir bei, dass es aber “Bibliothek” heißt. Irgendwie scheint mein Studentendasein schon richtig auf sie abzufärben. Jedenfalls ist sie begeistert von dieser Idee und so leihen wir direkt noch ein, zwei Büchlein aus. Eis gibt es im Bistro heute leider noch nicht, sonst wäre auch das sicherlich drin gewesen.
Also beschließen wir nach Hause zu gehen. Doch kommen wir immer noch nicht von diesen komischen Gebäuden weg, in denen die Mama Tag für Tag verschwindet und sich so tolle Sachen von klugen Menschen anhört, die vor ihr stehen – in großen Sälen, die mit vielen Studierenden befüllt sind. “Schön lernen” soll ich dort. Ja, da hat sie recht.
Doch ist es gerade nicht so interessant, wo genau ich lerne, sondern wie ich da hinkomme.
Diese Übergangsbrücke hat es meiner Tochter angetan, obgleich sie sich beim Betreten sofort fest an mich klammert. Ich vermute, dass sie sich fürchtet, täusche mich aber. Denn ein Zurück kommt für sie nicht infrage. Gleich nochmal und nochmal geht es nun über die Brücke und jedes Mal mit einer gehörigen Portion Nervenkitzel und Freude.
Wie toll muss studieren sein, wird sie jetzt denken. Und nicht einmal einen Tag später offenbart sie mir freudestrahlend: “Mama, wenn ich groß bin, werde ich Studentin. Und Ärztin.”
von Jenniffer Malenz
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“Studentenausweis dabei?”

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Elf Fragen an die zwei Kassiererinnen der Mensa
Mal ganz ehrlich, wer kennt sie nicht, die beiden Kassiererinnen in der Mensa, an denen einfach niemand vorbeikommt, ohne vorher bezahlt zu haben. uniVista wollte mehr über die Stützen der Uni Vechta erfahren und hat Eindrücke jenseits der Kasse erhalten sowie viele interessante Antworten bekommen.
Karin Prüllage, eigentlich gelernte Bürokauffrau, arbeitet schon seit fast 28 Jahren in der Mensa und stellte sich als Erste den Fragen. Gefolgt von Renate Kluck, der gelernten Arzthelferin, die seit 24 Jahren mit von der Partie ist.
Einen Kaffee trinken würde ich gerne mal mit …
Frau Prüllage: … Brad Pitt.
Frau Kluck: … Heidi Klum.
Auf meinem Nachttisch liegt zur Zeit …
Frau Prüllage: … Gisa Paula: Die Tote im Watt.
Frau Kluck: … ein Buch: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken.
Hätte die Uni Vechta keine Mensa, …
Frau Prüllage: … würden mir sowohl die Studenten als auch die Dozenten fehlen. Das familiäre Umfeld ist nämlich mittlerweile unersetzlich für mich geworden.
Frau Kluck: … wäre Vechta wesentlich unattraktiver und mein Leben unerfüllter.
Völlig überschätzt werden …
Frau Prüllage: … Noten für Schulkinder, da somit die Menschlichkeit verloren geht.
Frau Kluck: … die dargestellten Privatsphären der wichtigsten und bedeutendsten Karriereleute.
Luxus bedeutet für mich …
Frau Prüllage: … nicht viel. Ist nicht so wichtig.
Frau Kluck: … ein gutes Gefühl und Zufriedenheit.
Reisen wollte ich immer schon mal …
Frau Prüllage: … zu der Osterinsel.
Frau Kluck: … nach Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Mein Lieblingsessen …
Frau Prüllage: … gibt es nicht.
Frau Kluck: … ist selbstgemachte Pizza.
Geld ist wichtig, weil …
Frau Prüllage: … es einen ein bisschen beruhigt, wenn man genug hat.
Frau Kluck: … das Leben sonst nicht funktioniert.
Sterben würde ich für …
Frau Prüllage: … einen endlich kommenden Sommer.
Frau Kluck: … ein kühles Bier am Abend in netter Gesellschaft.
Wem ich immer schon einmal die Meinung sagen wollte:
Frau Prüllage: Allgemein der Bundesregierung
Frau Kluck: Einigen Politikern in der Führungsposition
Die Klimakatastrophe …
Frau Prüllage: … hin, die Klimakatastrophe her, es muss gehandelt und nicht nur geredet werden.
Frau Kluck: … verändert und schockt die kommende Generation.
Wir sagen vielen Dank und bis bald in der Mensa!
Das Interview führte Ina Bushuven.
Karin Prüllage und Renate Kluck vom Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz
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Supersized

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uniVista fährt zu McDonald‘s. Zu oft. Viel zu oft.
Ja zu körperlicher Performance auf Tine-Wittler-Niveau. uniVista ist auf den Spuren von Supersize-Me-Darsteller Morgan Spurlock gewandelt, und war bei McDonald‘s. Mehr als nur einmal.
Noch schmeckt’s
Foto: Jenniffer Malenz und Thomas Hülsmann
Wer oft mit dem Auto unterwegs ist, kennt das vielleicht: Man hat noch hunderte Kilometer vor sich und das Loch im Bauch wird immer größer. Doch alles, was den Hunger stillen möchte, sind unappetitliche Imbissbuden mit Namen wie Bratwurst-Bernd oder Mandy‘s Truck-Stop.
Wenn dann unerwartet das gelbe M auftaucht, und einem aus der Drive-In-Sprechanlage dieses geschäftsmäßig-freundliche “Guten Tag, Ihre Bestellung bitte!” entgegenknarzt, fühlt man sich fast ein bisschen wie zu Hause. Klar, denn egal wo die Filiale steht, im Ristorante zur goldenen Möwe sieht‘s überall gleich aus, schmeckt‘s überall gleich.
Doch wie fühlt es sich an, wenn man diesen warmen Regen von Heimat in der Ferne unzählige Male hintereinander auf sich nieder prasseln lässt?
Eure Redaktion ist dieser Frage nachgegangen. Zu viert sind wir im uniVista-Mobil zum McDonald‘s-Drive-In gefahren, haben einen Cheeseburger bestellt, ihn aufgegessen, sind wieder vorgefahren und haben einen neuen geordert. Immer und immer wieder. Mehr als 20 Mal.
Jeder von uns ist so zu fünf bis sechs Cheeseburgern gekommen, zum Nachtisch gab‘s für alle einen McFlurry. Und um das McDonald‘s-Parkplatz-bei-der-Disko-Feeling perfekt zu machen, haben wir währenddessen Groove Coverage gehört. Ihr wisst schon, diese Trance-Gruppe, deren Lieder alle gleich klingen. Und so haben wir uns dabei gefühlt:
Die Bedienung hat gewechselt. Die erste war nett und lustig, die neue ist mehr so der Typ Domina. “Das macht einen Euro. WIE VORHIN AUCH SCHON! Fahren Sie an den zweiten Schalter. WIE VORHIN AUCH SCHON! BIS GLEICH!”
Ich bin dran mit essen. Und ich will nicht. Der vorletzte Bürger hat schon scheiße geschmeckt, der letzte erst recht. Und der jetzige? Auf der Liste von Dingen, die noch ich ungerner tun würde, als diesen Cheeseburger zu in meinen Magen zu zwängen, folgen nur noch “eine Eigenurin-Therapie machen” und „in einem Soldaten-sind-Mörder-T-Shirt zu einem Bundeswehr-Gelöbnis gehen“. Einfach auf etwas anderes konzentrieren, nicht daran denken, dass man isst. Matthias hat erzählt, dass er aus Guatemala kommt. Jennifer ist Harry-Potter-Fan. Wenn man Staatsfeind Nr. 1 wäre, aber auch zaubern könnte, würde man sich fühlen wie Sylar in Heroes.
Außerdem mag ich Cheeseburger. Eigentlich. Und in Brandenburg hungern die Kinder, die würden sich freuen. Die anderen schlagen – nicht ganz ernst gemeint – eine Essensschlacht vor, genau in dem Moment, in dem ich mich frage, ob ich diesen Gestank nach geschmacksverstärktem Cholesterin je wieder aus meinem Auto bekommen werde?
Wenn ich schon etwas essen muss, dann hätte ich gerne einen Apfel. Oder eine kleine Schale Erdbeeren. Ich will mit meiner Freundin an einem stürmischen Nordseestrand spazieren gehen. Ich will zu meiner Mutter. Aber das geht natürlich nicht. Der Cheeseburger ist jetzt meine Mutter.
Stefan Hirsch
Cheeseburger Nr. 1
Dies ist mein erster Cheeseburger.
Langsam – fast ehrfürchtig – führe ich deine perfekte, formschöne Gestalt an meinen Mund und lasse deine köstliche Soße meine Lippen benetzten. Liebevoll zerteilen meine Zahnreihen die glänzend-zarte Außenhaut des Brötchens, das dich in sanfter Umarmung einhüllt, um voll bebender Vorfreude in dein fleischiges
Herz zu gleiten. Wunderbare Aromakaskaden ergießen sich über meinen Gaumen, welcher sich unter Geschmacksorgasmen pulsierend aus mir zu winden versucht. Betäubt durch die Glückshormonexplosionen, die sich plötzlich in meinem Gehirn ergießen, breche ich unter Freudentränen zusammen und merke nicht einmal, wie sich meine Zunge zu der ménage à trois von halb zerschmolzenem Käse, wunderbar viskosem Hackfleisch und bonfortionöser Soße gesellt, um dieser Dreifaltigkeit der Haute Cuisine die gebührende Huldigung zu erweisen. DU bist es, allmächtiger Cheeseburger! DU bist das Eldorado der Würzigkeit! Das Burger-gewordene Walhalla des Genusses! DU bist die kulinarische Inkarnation Gottes.
Der letzte Burger
Dies ist mein letzter Burger. Mein Magen will, dass ich sterbe – ich kann ihn verstehen. Ich habe ihm viel zugemutet.
Der infernalische Gestank frisst sich in meine Nasenschleimhäute und mit einer Mischung aus Hass und Abscheu dringt die quälende Gewissheit in meine
Synapsen: Ich muss Es essen. Mitleidig betrachte ich das armselige Stück Matsche, welches aus dem vom Fett durchsichtigen Papier lugt. Was mir entgegen guckt, sieht wahrhaftig nicht aus wie Nahrung. Zwei asymmetrische „Brötchenhälften“ (Die Bezeichnung an sich ist schon eine Beleidigung gegen die gesamte Bäckerszunft!), die aussehen als hätte man den hässlichen Teil einer Bulldogge abgeschnitten und von einem retardierten Vierjährigen aus Knete, Mehl und Bioabfällen nachbauen lassen, existieren nur, um die Augen des Betrachters vor dem noch schlimmeren Übel, welches sich unter ihren fettschmierigen Leibern verbirgt, zu schonen. Denn unter der gebäckgewordenen Beleidigung lauert auf mich schon das Ende der Esskultur, der Endgegner der bewussten Ernährung, die Streckbank für meine Geschmacksrezeptoren – das „Patty“. Diese schlammig-konsistenzbefreite Platte aus gepressten Fleischindustrieabfällen und die obligatorische Alibi-Scheibe Pappkäse runden das gefranchiste Folterkonzept vorzüglich ab. Nicht einmal im neunten Kreis der Hölle könnte man so was mit Selbstbewusstsein als „essbar“ deklarieren.
Nur noch ein Bissen, dann bin ich frei. Ich brauche meine gesamte Willenskraft um mich durch die breiartige Pampe zwischen meinen Wangen zu quälen. Nur noch ein letztes Mal muss ich den Würgereflex überwinden. Geschafft. Angewidert spüre ich wie das gallertartige Mus ein letztes Mal durch meine Speiseröhre gequetscht wird … endlich Freiheit. Jetzt kann man nur noch beten, dass der Mist nicht drinbleibt.
Thomas Hülsmann
Der allerletzte Burger
Foto: Jenniffer Malenz und Thomas Hülsmann
Ein Nacht, die niemals endet
Erschreckend, zu was wir fähig sind. Wir sind Studenten und man sollte uns doch Besseres gelehrt haben, als drei Stunden lang in kurzen Zeitabständen immer nur einen Burger zu bestellen. Immer nur einen, mit geringfügigen Abweichungen.
Die Tatsache war so verrückt, dass wir tatsächlich irgendwann anfingen durchzudrehen: Gedichte wurden vorgetragen, zu Techno getanzt und private Details aus unseren Leben preisgegeben. Und ich frage mich ernsthaft, woran das gelegen hat. Daran, dass wir erst gegen halb vier unsere X-treme-Tour für beendet erklärten? Daran, dass es ein Donnerstag war? Oder daran, dass wir eben wir sind? Ich kann es nicht sagen. Es war verrückt, krank und sehr sehr lustig, wenn man die Tatsache weglässt, dass ich beim letzten Burger wirklich mit mir ringen musste, ihn nicht wieder nach draußen zu befördern.
Wenn ich auf die Zeit zurückblicke, erinnere ich mich noch ganz genau daran, wie ich am nächsten Tag, nach sage und schreibe zwei Stunden Schlaf, aufwachte.
Ich habe mich gefühlt, als hätte ich drei Tage durchgesoffen. Ich war ein Wrack und nur noch durstig. Heute bin ich mir sicher, dass die Bedienung den Burger immer etwas größer gemacht und immer ein wenig mehr Pfeffer draufgetan hat. Anders ist es nicht zu erklären, wie man nach nur ca. fünf Burgern (und einem großem Eis) derart neben der Spur sein kann. Doch offenbar war das zu viel. Und deshalb machte ich mich daran, beinahe einen Liter Wasser zu trinken, bevor ich mich überhaupt in Richtung Uni bewegen konnte.
Die einzige Nahrung, die ich gegen Mittag zu mir nehmen konnte, war ein fetter Obstsalat.
Welch ein Genuss das doch war. Vitamine. Das war genau das Richtige in diesem Moment und bot mir die Chance, wie gewohnt weiter zu essen, wo ich doch eigentlich befürchtet hatte, dies wäre nie wieder möglich.
Es war, als wäre ich gestorben und nur dieser Obstsalat und Wasser konnten mich retten. Ich bin ihnen sehr sehr dankbar, dass sie für mich da waren in diesen schweren Zeiten und weiß nicht, wie es ohne sie weitergegangen wäre. Deshalb kann ich Euch nur raten, diese Aktion nie, wie wir, in die Tat umzusetzen oder wenigstens gut darauf vorbereitet zu sein: mit viel Obst, Wasser und Schlaf sowie netten Leuten!
Jenniffer Malenz
Dem Ende nahe
Foto: Thomas Hülsmann
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Mein innerdeutscher Migrationshintergrund

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© Thomas Max Müller / PIXELIO
Sicher, die wenigsten von Euch kommen direkt aus Vechta, die meisten vermutlich aus dem Emsland, oder wie ich: aus Ostfriesland. Aber so wirklich Ostfriesin bin ich eigentlich gar nicht. Denn ich bin innerdeutsche Migrantin zweiter Generation.
Nachdem meine Eltern irgendwann in den Siebzigern in Ostfriesland Urlaub machten, fassten sie nach der Heimkehr nach Kaiserslautern den Entschluss nach Ostfriesland zu ziehen. Es gibt drei Möglichkeiten, die ich dafür in Betracht ziehe:
1. Weil das Land so schön ist (und jetzt bitte keine Einwände!); 2. Arbeit; 3. Um die eigene Souveränität gegenüber der restlichen Familie zu sichern. Die blieb nämlich größtenteils in der Pfalz zurück.
So packten sie ihre Sachen und rund zehn Jahre später waren mein Bruder und ich auch schon da. Und uns beschäftigten einige Thematiken, die so manch andere MigrantInnen zweiter Generation vermutlich in ähnlicher Form kennen.
Angefangen bei der Sprache, was zwar nicht die deutsche Sprache an sich betrifft, aber eine, die in Teilen Ostfrieslands stärker vertreten sein kann als Hochdeutsch: das Plattdeutsche.
Foto: Pia Klein
Des Öfteren musste ich mir von ostfriesischen Bekannten vorwerfen lassen, ich sei selbst schuld daran, dass ich kaum Plattdeutsch spräche. Fakt ist dabei dennoch, dass man damit nicht zwangsläufig in Berührung kommen muss, wenn man in Ostfriesland aufwächst. Meine Eltern sprechen schließlich schönstes Pfälzisch. Dort sieht der Genitiv im Vergleich zum Hochdeutsch (z. B. “Hans‘ Auto”) ungefähr so aus: “Demm Hans soi Audo”. Es gibt keine Gurken, es gibt Gummern. Kartoffeln sind Krumbeere. Das Endstück eines Brotes (im Norden meist Knust genannt) heißt Knärzje. Man setzt sich nicht in ein Café sondern in e Kaffee.
Meine Freunde hingegen sprechen, obgleich sie größtenteils Ostfriesen sind, Hochdeutsch mit mir. Sie, Lehrer und alle anderen um mich herum sprachen es und so eignete ich mir in erster Linie Hochdeutsch an. Natürlich kann ich auch Pfälzisch sprechen, aber mir fehlt die Übung. Im Hören und Übersetzen bin ich jedoch ganz groß und muss ziemlich oft das, was meine Eltern sagen, für meine Freunde übersetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich ein sonderbares Kauderwelsch aus Hochdeutsch, plattdeutschen und pfälzischen Begriffen.
Dann sind da noch die Traditionen und das übrige Verhalten. Das Verhalten der Pfälzer gegenüber den Ostfriesen ist sehr kontrastreich.
Ostfriesen scheinen den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch der Erdbevölkerung zu haben. Es gibt immer Tee. Am liebsten natürlich schwarzen Tee mit Kluntje
und Sahne. Meine Nachbarn trinken jeden Tag um Punkt 17 Uhr Tee. In der Pfalz gibt es hingegen den ganzen Tag Kaffee. Möglich, dass daraus das Temperament der Pfälzer entstammt. Sie scheinen permanent aufgeregt und nervös zu sein. Ostfriesen hingegen wirken ruhig und gelassen, als hätten sie keine Eile. Hat man in der Pfalz eine Autopanne und wechselt einen Reifen, sind sofort zehn Pfälzer da, die es besser können. In Ostfriesland würde sich eine einzige verirrte Seele neben die arbeitende Person stellen, viele Minuten schweigend bei der Arbeit zusehen und irgendwann trocken fragen: “Mokst dat ook richtig?”
Komplimente werden von manchen Pfälzern gerne als Fragen formuliert. Nehmen wir an, wir haben einen Kuchen gebacken. Der Pfälzer sagt: “Hasche schee gemach, gell?” Der Ostfriese … Naja, der Ostfriese lässt sich generell schwer begeistern. Er sagt einfach: “Schmeckt wohl.”
Es sind diese Unterschiede, die meine Stereotypen von Pfälzern und Ostfriesen definieren. Sie basieren auf meinen subjektiven Beobachtungen. Sollte ich durch eine meiner Ausführungen jemanden gekränkt haben, tut es mir leid. Schickt mir eine E-Mail an pia[at]univista.de. Vielleicht les ich sie mir durch. Hat aber Zeit. Denn eigentlich bin ich Ostfriesin. Ich bin zu Hause, wenn der Deich erklommen ist und Muscheln, Steine und Sand unter meinen Schuhen knirschen. Wenn der Wind mir durch das Haar streicht, die Luft nach Salz riecht und das Meer … Ei, wo isses dann? Net do? Ebbe? Och jo. Alle hopp, gehn mer heem.
von Pia Klein
© Uwe Steen / PIXELIO
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Ist Toleranz intolerant gegenüber Intoleranten?

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Toleranz, Akzeptanz und Engstirnigkeit. Wo fängt das eine an, wo hört das andere auf? Die meisten Menschen stellen sich diese Frage nur selten und meist entdeckt man auch gar nicht, wie einige Menschen in der Richtung denken. Sind es anerkannte Wissenschaftler, die fordern man solle sozial-schwachen Familien doch endlich die Fähigkeit zur Fortpflanzung nehmen, da sich sonst das soziale Elend karnickelartig ausbreiten würde oder aber ob in vielen Ländern gerade uns Deutschen immer noch viele Ressentiments der nationalsozialistischen Gräueltaten nachhängen. Wer schon mal von einem aufgebrachten Holländer mit seinem Hund von seiner Einfahrt weggejagt wurde mit den Worten “f[..] german n[..]“(vgl. aufgebrachter Holländer 2005), weiß, wovon ich spreche.
Aber ist es ok, wenn Türken Türkenwitze machen oder Judenwitze von Deutschen erzählt werden? Wo hört es auf, wo sind die Grenzen des Geschmackes? Sollte es Grenzen geben oder sind gerade diese Tabuisierungen schädlich? Fragen über Fragen und wie immer keine Antworten. Daran sind gewiss die da oben Schuld, die sich unser Geld in die Tasche stecken (vgl. Bild immer).
Nachdem so viel über Vorurteile geredet wurde, sind wir eigentlich frei davon? Vorurteile dienen uns gewiss die Realität zu vereinfachen. Das als große Entschuldigung und Neuentdeckung regelmäßig gefeierte Konzept der Vereinfachung, soll hier jedoch nicht gewürdigt werden. Denn es ist schlichtweg einfach eine Ausrede. Jeder kann die Welt herunterbrechen, aber es muss möglich sein, davon auch wieder wegzukommen und jeden Menschen als Individuum zu sehen. Alle fordern es, aber nur wenige gestehen es auch anderen zu, indem sie sie nicht in Schubladen stecken. Nicht umsonst heißt es regelmäßig: Da kommt die Tussi oder da der Streber. Fast immer dienen sie der eigenen Überhöhung. Man ist eben nicht die oberflächliche Tussi oder der „freakige“ Streber. Dummerweise ist man immer irgendetwas und sobald man etwas ist, kann man von anderen darauf reduziert werden und in einer weiteren fiesen Schublade feststecken. Es könnte also langsam Zeit werden für eine etwas komplexe Sicht auf die Menschen, die die eigene Wertigkeit relativiert, aber nicht verneint. Eine beliebte Diskussion in diesem Feld ist das Verbot der NPD. Natürlich ist es fraglich, ob wir zulassen sollten, dass „Feinde der Demokratie“ Mitspracherecht in unserem Land haben und die Vorzüge einer Partei genießen dürfen. Aber, dass wir ihnen die Gründe dafür liefern, wird oft nicht mitbedacht. Menschen wenden sich von ethischen und moralischen Vorstellungen ab und folgen populistischen Strömungen, die kurzfristig Aussicht auf Besserung garantieren, nicht ohne Grund.
Die Tendenz Dinge herabzuwürdigen ist dabei Bestandteil der menschlichen Geschichte seit jeher schon. Angefangen bei Sklaven über Massentierhaltung bis Gen-Mais. Woher nehmen Menschen das Recht zu sagen ihre Art der Homosapiens sapiens wäre mehr wert, als eine andere? Die meisten Begründungen zur Unantastbarkeit des Lebens beruhen auf normativen Setzungen, die sich nur auf Menschen beziehen. Konsequente logische Überlegungen scheitern meist daran zu begründen wo die Unterschiede sind von Mensch zu Tier ohne den Randbereichen (bsp. Kleinkinder oder behinderten Menschen) die Existenzgrundlage zu entziehen. So ein Mist, wir können nicht begründen, warum wir Organismen halten um sie zu töten, bei uns selbst jedoch strikt dagegen sind. Wir bevorzugen uns offensichtlich nur auf Grund unserer Rasse. Diese gewagte These, die u. a. Peter Singer vertritt, zeigt auf, wie labil unsere Sicht auf die Dinge und die in ihr vorhandenen angeblichen Wahrheiten ist. Bevor Menschen sich also anmaßen Dinge zu kategorisieren und zu beurteilen, sollten sie vielleicht erst einmal ihr eigenes Weltbild auf die Probe stellen.
Die alten Vorstellungen von Gut und Böse sind lange hinfällig und spiegeln nicht die komplexen Folgen einer realistischen Denkweise dar. Kausalität kann fast beliebig ausgedehnt werden und gute Dinge können zu schlechten Dingen führen und umgekehrt. Nicht einmal die Sichtweise ob gut oder böse muss immer gleich sein. Während die betrogene Ehefrau den nichts-ahnenden Ehemann als Schwein bezeichnet und ermordet, hat die Geliebte ihr Glück verloren. Aber wie soll der Mensch dann mit der Realität umgehen? Wenn der Müllmann nicht als Ziel des Spottes gelten darf und „Fette“ vielleicht sogar wertvollere Menschen sind als die schlanke Beautyqueen. Und welche Rolle spielt Schönheit überhaupt? Kann der Versuch anderen zu gefallen überhaupt als Schönheit gewertet werden oder ist er nur Ausdruck der eigenen selbstsüchtigen Wünsche nach Akzeptanz? Aber zum Glück haben wir ja noch strikte Anti-Haltungen. Atheismus, Punks, Einzelgänger, sie alle wollen sich von der Masse auf ihre Weise abheben und machen leider häufig eine eigene Sparte der Intoleranz auf. Argumentieren die einen, der Glaube wäre massenhafter Infantilismus und würde die Menschen blenden zum Zweck der Selbstbereicherung und Kontrolle, greifen die anderen die Angepasstheit des normalen Menschen an oder ziehen sich gleich ganz aus der Gesellschaft zurück. Der Schlüssel scheint ein Konzept zu sein, was nicht ohne weiteres einleuchtet.
Entgegen der Prämisse des Selbstbewusstseins, ist es vielleicht ab und an gut zu realisieren, dass Menschen gar nicht so viel wert sind. Sie sind auch nur Organismen, die aufgrund chemischer und elektrischer Prozesse mehr oder minder ihre Aufgaben erfüllen. Trotz allem ist damit nicht Mördern und Unsicherheit Tür und Tor geöffnet. Vielmehr sollte man ihn relativieren und nicht so übertreiben, wie es einige Anhängerin der Emanzipation tun und hinter allem und jedem eine Diskriminierung der Frauen sehen und darüber vergessen, dass Frauen gerade weil sie anders sind als Männer und andere Ansprüche haben, sich zwar nicht im Wert von ihnen unterscheiden (alle sind ja gleich unbedeutend), aber dennoch anders behandelt werden sollten. Eine übertriebene Homogenisierung von Dingen kann also auch schädlich sein.
Unterschiede sind also gar nicht so schlimm und sollten von uns eher als Chance begriffen werden Neues zu entdecken und seine alten Denkmuster verlassen zu können.
Angemerkt sei noch, dass die vorgestellten Denkströmungen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder mir darstellen, sondern lediglich herausfordernde und aggressive Ansätze sind das Denken der Leute einmal andersherum zu interpretieren.
von Matthias Christ
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Umweltfreundliche Ernährung?!

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Leidenschaftliche Tipps für eine faire, ökologische und nachhaltige Nahrungsbeschaffung
Rette die Welt!
“Na klar, mach ich mit, aber wie?”, fragt sich so mancher jetzt bestimmt. Ein guter Anfang wäre, wenn sich jeder beim täglichen Gang in den Supermarkt die Werbejingles aus dem Kopf schlägt und andere Kriterien für die Auswahl seiner Lebensmittel zurate zieht.
Jeder kann mit kleinen Veränderungen, die auch bezahlbar sind, Entscheidendes zur Rettung des Planeten Erde beitragen.
Der folgende Text ist eine Anleitung, wie auch Du in vier Schritten zum Weltretter werden kannst
© espana-elke / PIXELIO
Fisch – eine gefährdete Spezies?
Fisch ist eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt, mit vielen wichtigen Nährstoffen, wie die Omega-3-Fettsäuren. Leider ist es erschreckend zu sehen, wie viele Menschen Fisch essen, ohne zu wissen, was sie tun. Viele Fischarten sind vom Aussterben bedroht, und zwar nicht irgendwelche exotischen Korallenriffbewohner. Nein, es sind die gebräuchlichsten Fischarten unserer Zeit, wie Rotbarsch oder Thunfisch. Ist es nicht bemerkenswert, dass der Thunfisch – eine sehr gefährdete Spezies – auf der Pizza sogar billiger ist als nur Käse?
Ein anderes Phänomen sind die Garnelen. Bis vor ein paar Jahren waren sie kaum irgendwo günstig zu bekommen. Nun gibt es sie in jeglichen Variationen bei beliebten Fast-Food-Ketten oder Discount-Supermärkten. Das geht nicht spurenlos an den Beständen der Ozeane vorbei.
Dabei gibt es so einfache Mittel, den Fisch, den man noch essen darf, ohne das Artensterben voranzutreiben, zu erkennen. Ein bekanntes und in fast jedem Supermarkt vertretenes Siegel gibt Aufschluss: MSC – Marine Stewardship Council.
Dieses Siegel ist zertifiziert und garantiert Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltiger Fischerei. Deutschlandweit beliefern sie Discounter, Feinkostgeschäfte und andere Firmen mit gesundem, leckeren Fisch.
Und auf Thunfisch braucht man auch nicht zu verzichten. Der weiße Thunfisch, natürlich mit dem MSC-Siegel, ist ohne Bedenken zu verspeisen.
Hier eine Liste der gefährdeten Fischarten:
Aal, Alaska-Seelachs, Hai, Tintenfisch, Garnele, Heilbutt, Kabeljau, Lachs, Rotbarsch, Sardine aus dem Mittelmeer, Scholle, Seehecht, Seeteufel, Seezunge, Steinbeißer, Thunfisch, Viktoriabarsch, Wolfsbarsch, Zander aus Osteuropa.
Grundsätzlich gilt: am besten Bio und mit MSC-Siegel.
© Margot Kessler / PIXELIO
Billig Fleisch vs. Bio-Fleisch
Kein besseres Beispiel als Fisch ist Fleisch.
Der Fleischkonsum steigt über die Jahre weiter an. Was früher etwas Besonderes war, wie zum Beispiel der Sonntagsbraten, ist für viele Menschen mittlerweile alltäglich geworden und nicht mehr wegzudenken. Schlimm, wenn man bedenkt wie die Tiere, die sie jeden Tag verzehren, ihr Leben lang gelitten haben. Zusammengepfercht in kleinen Gehegen, Käfigen und muffigen Ställen, die so überfüllt sind, dass einige ihrer Artgenossen sterben müssen wegen Krankheiten oder einzig und allein, weil es keinen Platz für sie gibt. Zu allem Überfluss stehen diese leckeren Steaks und Hähnchennuggets die meiste Zeit ihres Lebens in ihrem Kot.
Eine sehr bekannte Firma wirbt neuerdings damit, dass die Eier für ihre Mayo aus Bodentierhaltung stammen! Das ist nicht die ganz niedrigste Hühnerhaltungsstufe. Die Hühner sind nicht in Käfigen, können sich also bewegen, beziehungsweise etwas kuscheln, zwischen Kot und ihren toten Artgenossen.
“Alles muss billiger werden!” und “Geiz ist geil!”, so lauten die Devisen hierzulande. Wobei hier in Deutschland die Lebensmittel unglaublich günstig sind. So bezahlt man für 200g Mortadella aus dem Kühlregal gerade mal 0,69€. Aber natürlich auch auf Kosten der Tiere, sind ja auch nur Nutztiere …
Wenn jeder seinen Fleischkonsum auch nur ein bisschen einschränkt und ausschließlich das gesunde Fleisch aus artgerechter Tierhaltung mit dem Bio-Siegel kauft, wäre die Welt schon ein kleines bisschen besser. Wir sagen: zurück zum Sonntagsbraten!
Fazit: Fleisch und Eier mit Bio-Siegel kaufen.
Wer sagt, er kaufe kein Bio, weil das Siegel bestimmt gefälscht wäre, ist einfach nicht ausreichend informiert und kann sich auf den angegebenen Internetseiten schlaumachen.
Wenn auch Du was gegen die Massentierhaltung unternehmen willst, werde jetzt zum Retter der Welt und befolge unsere Ratschläge. Beim Einkaufen Kopf – und Gewissen – einschalten und mit einfachen Tipps die Welt retten.
von Inga Wulfke
© Martin Müller / PIXELIO
Käffchen?
Wie ich mit gutem Gewissen durch den (Kaffee-)Alltag komme
Man kennt das: Man sitzt mal wieder in einer dieser Vorlesungen und klammert sich mit zitternden, geschundenen Studentenhänden verzweifelt an das Einzige, was einen an so einem Morgen noch davon abhält, ungehindert in einen tiefen, traumlosen Schlaf zu versinken: das kleine, flüssige Bisschen Energie in Form von Koffein … einen Kaffee.
Den hat man vermutlich gerade von der netten, charismatischen Person hinter dem Tresen erstanden und man weiß, er kommt aus der Kaffeemaschine … aber halt! War da nicht das Schild Fairtrade-Kaffee? Nun, der ist ein bisschen teurer und der studiengebührengeplagte Student muss sparen, wo er kann. Heute jedoch wollen wir dem höheren Preis und den Folgen davon mal genauer auf den Grund gehen und herausfinden, ob sich ein paar Cent mehr nicht vielleicht doch lohnen können.
Beginnen wir mit ein wenig Geschichte
In einem kleinen Dorf im südmexikanischen Oaxaca gehen die Dorfbewohner ihrer alltäglichen Beschäftigung nach. Sie Bauen Café Sano an, und das seit über 100 Jahren. Die indianischen Kleinbauern dort wussten schon vor den Umweltorganisationen, wie man Kaffee anbaut, ohne dem Boden sämtliche Nährstoffe zu entziehen und gesundheits- und umweltschädliche Gifte zu verwenden. Das machen sie mittels des sogenannten Fruchtwechsels, bei dem jedes Jahr eine andere Feldfrucht angebaut wird, um dem Boden Gelegenheit zu geben, sich zu regenerieren.
Die Erzeugungskosten für so einen ökologisch angebauten Kaffee sind etwas höher, aber dafür bekommen die Bauern für den Café Sano auch mehr Geld, weswegen mittlerweile immer mehr Kleinbauern auf die ökologische Kaffeewirtschaft umstellen. So wird der ökologische mit dem sozialen Aspekt verbunden. 
Um den Preis nachvollziehen zu können, hat die Uni Amsterdam eine Studie über Fairtrade-Kaffee herausgebracht in der genau abgelesen werden kann welche Vorgänge welche Kosten entstehen lassen:
  • 3% für Kaffeepflanzen
  • 23% für Dünger
  • 22% für Pflege der Pflanzen
  • 32% für Erntearbeiten
  • 8% Finanzierungskosten
  • 4% Transport
  • ~ 8% Sonstiges
Der höhere Preis für ökologisch angebauten Kaffee entsteht dadurch, dass statt der Pestizide organische Dünger verwendet werden und sich hierdurch der Arbeitsaufwand und somit die Lohnkosten erhöhen, da auch die Arbeiter fair bezahlt werden sollen. Die Gesamtkosten sind somit etwa zehn Prozent höher als bei herkömmlichem Kaffee.
Wie komme ich an Fairtrade-Kaffee?
Um den Bauern ein regelmäßiges Einkommen zu sichern und einen beständigen Grundpreis zu gewährleisten gibt es heute Kaffeeabonnements. Diese sind im Internet unter dem Stichwort „My Fair Coffee“ zu finden. Auf der Seite kann sich der geneigte Kaffeekonsument unter verschiedenen Kaffeesorten eine auswählen und entscheiden, in welcher Menge pro Quartal der Kaffee geliefert werden soll. Von 3-24kg ist alles möglich. Geliefert wird der Kaffee zum Beispiel in ebenfalls regional entworfenen und hergestellten Säckchen, die gut wiederverwendet werden können und den Kleinbauern einen weiteren Industriezweig verschaffen. Der Kaffee würde im Schnitt etwa 1,3 Cent pro Tasse kosten, was gut zu verschmerzen ist. Deshalb wird pro Kilo ein geringer Betrag aufgeschlagen, um regionale Projekte zu fördern und den Ausbau von ökologischem Kaffeeanbau zu unterstützen. Und das ist uns ein paar Cent mehr dann doch wert, oder?
Öko? Logisch!
Öko muss nicht immer Bio sein
Guten Morgen! Ich stehe auf, mach mir meinen Kaffee, tingele mit dem Auto zur Uni, weil ich später noch einkaufen gehen möchte und sitze dann neben meiner besten Freundin in einer Vorlesung. Ich packe meinen glänzenden Bio-Apfel aus und beiße, guten Gewissens, herzhaft hinein.
Doch dann kommt der Augenblick, der mein Leben auf den Kopf stellt, durcheinander wirft und meinen geplanten Einkauf zu einer scheinbar unlösbaren Herausforderung werden lässt: “Sag mal, Bio-Äpfel aus Neuseeland, is´ das nicht irgendwie unlogisch?!”
Peng! Das sitzt! Der kleine Sticker hat den Apfel überführt.
Die Vorlesung ist vergessen und wir verlieren uns in einer Laptopdiskussion über Biolebensmittel, wo eigentlich der Unterschied zu ökologischen Lebensmitteln ist und wie man an sie kommt, ohne dabei seine Lebensgrundlage in Form von BAföG zu verpulvern, sofern man überhaupt welches bekommt.
Natürlich geht es dabei wieder um den möglichen Etikettenschwindel bei Bioprodukten und dass die Bio-Bauern ihre Prüfungsinstitute selbst bezahlen müssen kommt dabei auch zur Sprache.
Doch das eigentliche Ergebnis ist u. a. die Recherche zu diesem Artikel. Nach Rücksprache mit einigen Leuten, denn zu dem Thema hat ja beinahe jeder etwas zu sagen, höre ich die Worte „saisonal“ und „regional“. Ich recherchiere ein wenig und bin erleichtert, eine Lösung präsentieren zu dürfen, die es einem jeden Studenten möglich macht, fernab von Pizza und Ravioli bezahlbares Gemüse und Obst zu konsumieren, ohne dabei das halbe Repertoire an verfügbaren Insektiziden zu sich zu nehmen.
Anstatt Bio-Obst und -Gemüse aus Übersee zu kaufen, welches im Flugzeug transportiert und gereift ist, ist es wesentlich sinnvoller, dieses vom Bauernhof seines Vertrauens aus der Umgebung zu erwerben. Das ist dann nicht durch die halbe Welt gefahren worden, sondern unter der gleißenden Sonne Norddeutschlands gereift und somit tatsächlich zu Geschmack gekommen.
Nun werden einige sagen: “Das ist ja schön und gut Madame aber beim Bauern ist das ja auch meist teurer als beim netten Discounter um die Ecke und ich muss noch zwei Kilometer mit dem Fahrrad fahren.”
Nein, meine Lieben, das muss nicht sein. Es gibt eine Abhilfe namens Saisonkalender. Alles Grünzeug hat seine Saison, ist reichlich verfügbar und somit auch günstig zu erwerben.
von Freya Kuhn
Obst Gemüse u.a. verfügbar in/ab
Äpfel, Birnen, eingelegtes Obst Möhren, Rote Beete, Grünkohl, Chicorée, Wirsingkohl Januar – März
Rhabarber, Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren Rucola, Rettich, Mangold, Kohlrabi, Gurke, Blattsalate, Spargel April – Juni
Nektarine, Pfirsich, Mirabelle, Brombeeren, Preiselbeeren Sellerie, Radicchio, (Paprika), Fenchel, Dicke Bohnen, Erbsen, Brechbohnen, Blumenkohl Juli – August
Holunderbeeren, Quitten, Pflaumen Steckrübe, Spinat, Zuckermais September – Oktober
Äpfel, Birnen, eingelegtes Obst Rotkohl, Rosenkohl, Schwarzwurzel, Porree November – Dezember
Das ganze Jahr über verfügbar sind Gemüsesorten wie Zwiebeln, Champignons oder Kartoffeln. Äpfel und Birnen sind bei den Obstsorten immer regional verfügbar. Die oben angeführten Sorten sind zum Teil auch noch in anderen Monaten verfügbar und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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WG-Leben

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Von DER Form studentischen Zusammenlebens
Die ersten Sonnenstrahlen fallen auf mein Bett, während ich langsam die Augen öffne. Es ist kurz vor 7. Die kühle Morgenluft ist angenehm im Vergleich zur Hitze des gestrigen Tages. Am liebsten möchte ich nicht aufstehen, auch wenn ich weiß, dass die Vorlesungen um 8:30 Uhr beginnen. Gerade bereit, mich noch einmal für fünf Minuten umzudrehen und möglicherweise etwas zu verschlafen, höre ich eine Tür aufgehen und eine andere sich verschließen und weiß: Oh Scheiße, jemand ist im Bad.
Wer sich für ein Leben in Vechta, auch wenn es nur für die 3-4 Tage an der Uni ist, entschieden hat, der weiß, wovon ich spreche. WG-Leben ist in einer Stadt, in der fast jeder Einwohner Räume an Studenten vermietet, wohl eine der häufigsten Formen des Wohnens. Ganz getreu unserer Serie uniPlay finden gerade in WGs die Abenteuer des Alltags statt.
Foto: Alexander Braun / aboutpixel.de
Putzen, Schrubben und Saugen
Der Hausputz ist ein beliebtes Thema in jeder WG. Wo viele Menschen zusammenleben und jeder es irgendwie nicht richtig einsieht, den Schmutz des anderen immer mit wegzuräumen, dort müssen Lösungen gefunden werden.
Diese sind oft vielfältig und reichen von verzweifelter Aufgabe und Versinken im Müll (Das ist doch gemütlich!) bis hin zur strikten Planung durch einen sogenannten Putzplan (Hält sich ja eh keiner dran!). Aber selbst wenn die anstehenden Aufgaben erledigt werden, so gibt es immer noch himmelweite Unterschiede zwischen „das Waschbecken sauber machen“ und „das Waschbecken wirklich sauber machen“. Sofern man nicht zu empfindlich ist, sollte man jedoch in der Lage sein, früher oder später die Sachen zu regeln.
Küche, Geschirr und Kochen
Ein anderes Betätigungsfeld ist die Küche. Von jedem gerne genutzt zur schnellen Bereitung eines köstlichen Studentendinners (Ja, es war Ironie), aber von keinem gerne aufgeräumt. Dabei ist das sich teilweise stapelnde Geschirr nur ein Teil des Problems. Backende Oberflächen, Krümel und Spritzer von Nudelwasser sind alte Freunde, die man in vielen WG-Küchen antrifft. Die obligatorischen Alkoholrückstände (Flaschen, was sonst) sind natürlich auch immer mit von der Partie. Die wenigen WGs, die einen Geschirrspüler ihr Eigen nennen können, haben es natürlich besser. Sie dürfen sich darüber streiten, wer denn mal wieder das Hightech-Gerät ausräumen darf. Allerdings ist natürlich nicht alles schlecht. Immerhin kann man sich mal ab und zu was vom Mitbewohner ausborgen, der die Wurst eh nicht mehr essen wollte (bestimmt!).
Freundschaften, Beziehungen, Familien
Neben diesen Dingen gibt es natürlich auch noch Personen in so einer WG. Das gefährliche Netzwerk zwischen ihnen, was einem Irrgarten aus sozialen Fallen gleichkommt, ist hochkomplex und oft von Außenstehenden nicht zu durchschauen. Abzuraten ist jedoch von Beziehungen in einer WG. Es ist schön seinem Ex jedem Tag in der Küche zu begegnen (isn’t it?). Aber auch Freundschaften können gefährlich sein. Nicht unbedingt für die, die sie haben, aber als Dritter sollte man immer bemüht sein, sich nicht abhängen zu lassen. Sonst steht einem schnell das gesellschaftliche Aus bevor. Nicht selten wird dann ohne den- oder diejenige etwas beim Italiener bestellt. Oder aber der gemeinsame Einkauf endet darin, dass man alleine abends zum Combi läuft, um schnell noch was zu kriegen, weil man ja den ganzen Tag auf die anderen gewartet hat (freundlich, wie man ist!). Großartig ist, wenn die Familien der Mitbewohner mal zu Besuch kommen. Meistens werden sie schnell ins Zimmer verfrachtet (hoffentlich hat keiner gesehen, wie Mami mir nen Kuss auf die Wange gedrückt hat!). Der gute Ruf und die Coolness stehen oftmals auf dem Spiel. Man ist ja nun erwachsen und hat die Eltern eh nur aus Höflichkeit mal eingeladen. Allerdings scheinen alle eine Art Konsens darüber zu haben, dass man die Eltern gegenseitig in Ruhe lässt und versucht sich nicht zu zeigen.
Foto: Jack Simanzik / aboutpixel.de
Bad – The Place to be!
Was gibt es Schöneres: Es ist 7 Uhr, die Uni fängt bald an und das Bad ist belegt. Dabei musste man eigentlich schon am Abend zuvor, war aber von seiner harten Studierarbeit zu geschafft (eigentlich hat mal wieder jemand eine halbe Stunde geduscht), um das Klo noch aufzusuchen. Neben fantasievollen Plänen, die Uni-Toiletten zum Zähneputzen zu benutzen, freut man sich jedoch trotzdem, wenn das Bad endlich frei wird. Erleichterung macht sich breit und man ist außerdem froh, sich endlich fertig machen zu können in der Gewissheit, dass mindestens einer gerade auf die Uhr schaut, wann man denn endlich fertig sei. Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Tiere
Eine schöne Abwechslung im WG-Alltag sind Tiere. Selten trifft man sie zwar an, aufgrund von besorgten Vermietern, aber wenn, ist es immer spannend, da sie das WG-Leben mit allerlei Problemen bereichern. Gut ist, wenn sie nur einem gehören, der sie wirklich will. Das klärt alle Zuständigkeiten und man kann sich mehr auf die angenehmen Dinge konzentrieren (Gilt natürlich nicht für den Besitzer!).
Geld
Manche Dinge wirken auch ohne Rahmen abschreckend genug. Eine solche Sache ist Geld. Wann immer es an den Geldbeutel geht, sind Probleme schon vorprogrammiert. Fragen nach dem Sinn des Lebens, verzweifelt artikuliert in der Frage: “Wer zum Teufel verbraucht immer so viel Klopapier?”, gefolgt von wilden Untersuchungen des Verbrauchs sind nur einige utopische Auswüchse des WG-Sprengers schlechthin. Wer bezahlt eigentlich immer die Staubsaugerbeutel und Putzlappen und die ganzen Reiniger? Solange ich es nicht bin, bin ich auf jeden Fall einverstanden!
Spaßig wird es auch, wenn Dinge gemeinsam angeschafft werden und hinterher beim Ausziehen es doch ganz sicher Mitbewohner A war, der das meiste dazu bezahlt hat und deswegen auch alle Ansprüche geltend macht, das Objekt seiner Begierde zu behalten.
© Jörg Siebauer / PIXELIO
The Room
Häufig besteht eine Art magische Grenze in einer WG. Die Türschwelle zum Zimmer der anderen ist oftmals heilig. Nur selten fühlt man sich eingeladen genug die unsagbare Mauer zu überwinden. Immer fühlt es sich irgendwie komisch an. Man will ja nicht zu aufdringlich wirken, aber Alkohol kann häufig Berührungsängste aller Art kurieren. Dr. Vodka ist eben der Beste! Es ist allerdings auch gefährlich, zu leichtfertig mit dem Raum der anderen umzugehen. Verschwindet etwas, wird man immer komisch angeguckt und zumindest der Typ, der einen eh nie leiden konnte, vermutet, man habe damit etwas zu tun. Troublesome!
Vor allem unangenehm ist der erste Besuch der Mitbewohner im eigenen Zimmer. Es wird sich umgeschaut und man kommt sich vor, als hätte man das eigene Leben an die Wände geschrieben und jeder könne nun offen darin lesen. Glücklicherweise hatte man vorher aufgeräumt. Das war natürlich keine große Arbeit, denn das Zimmer ist immer so ordentlich. Wirklich!
Ein beliebter Sport ist es auch die Zimmer der anderen zu benennen. Ob es nun das Schlösschen oder der Bunker ist, Hauptsache ist, es spiegelt auf mehr oder weniger ironisch Art und Weise den Raum und seinem Bewohner wieder.
Do Re Mi Fa …
Musik ist natürlich ein beliebtes Thema in WGs. Jeder kennt eigentlich den Musikgeschmack des anderen. Die Wände sind ja dünn genug, so dass man sich auch nachts noch von den Geräuschen des Nebenraumes entspannt wach halten lassen kann und nicht in unangenehme Träume verfallen muss. Wie praktisch! Gut ist, wenn die Musikgeschmäcker etwa übereinstimmen. iTunes-Mediatheken werden getauscht und alle sind zufrieden. Im schlimmsten Fall jedoch trifft Klassik auf Metal und leider ist jede der Personen davon überzeugt, dass seine Musik wertvoll wäre und die andere lediglich Geräusch darstellt.
Spannend wird es, wenn die nächtlichen Geräusche nicht von einem Menschen, sondern von Zweien erzeugt werden. Es ist ja nicht so, dass man dem anderen seinen Spaß nicht gönnt, aber ich muss morgen früh um 6 raus und es dauert jetzt schon 1 Stunde. Irgendwann ist doch auch mal gut!
Rauchen
Gibt es einige wenige glückliche Raucher, die in einer Raucher-WG gelandet sind, so gibt es auch etliche, die mit den lieben Nicht-Rauchern ihre Zeit verbringen müssen. Nur weil die ihre Gesundheit so schrecklich wichtig nehmen, muss ich mich selbst bei gefühlten -20°C draußen vor die Tür stellen. Eine Frechheit. Aber auch die Erfindung sogenannter Inhalationsräume (Raucherzimmer) ist eine interessante Antwort auf das Problem. Der Raum indem man problemlos Forellen räuchern könnte ist das Klein-Od einer jeden WG, in der Raucher leben. Ein Schutz gegen die Kälte und eine Möglichkeit über die Nicht-Raucher zu lästern, die wahrscheinlich gerade Salat oder so etwas essen. Ha, Spießer!
Wenn man also nichts dagegen hat, im Schmutz zu versinken, der Waschmaschine gerne um 3 Uhr morgens lauscht, nichts gegen Auflaufexzesse und Alkoholausschweifungen hat und eigentlich eh nicht so aufs Geld schaut, dann sollte man nicht davor zurückschrecken, in eine WG zu ziehen. Es ist auf jeden Fall eine besondere Zeit, die man nicht so schnell vergessen wird. Ach und eigentlich hat man in Vechta eh keine andere Wahl.
von Matthias Christ
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Von dumm zu dümmerer und wie Goethe dabei helfen kann

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Hoffnungslos gestrandet im Leben? Keinen Plan, worum es eigentlich gerade geht? Überall lauter Fragezeichen?
Das muss nicht sein! uniVista präsentiert:
Doof It Yourself, die entspannende, leichte Lektüre für den Heimgebrauch.
Der nicht ganz ernst zu nehmende Leitfaden für die Generation Doof. Oberflächlich, platt und eigentlich nicht lustig, zaubert es dennoch ab und an ein Lächeln auf den geneigten Akademiker (Ein Tipp des Buches: Leute imitieren; hier: Goethe).
Der Preis für die All-Round-Lebenshilfe, unfassbar! 0,00 € und das ganz ohne Geld. Frei in der Bibliothek. Ich bin doch nicht blöd! Obwohl das Buch was anderes sagt …
Wer also Bilding, Arbeiting, Unterhalting und Liebing mal aus einer platten Perspektive betrachten mag und sich nicht mit hochtrabenden Worten aus der Affäre stehlen will, der sollte sich die Bild-Brille anziehen und einen Blick auf dieses Kleinod werfen.
Daher schließe ich mit den Worten: “Lernen und Genießen sind das Geheimnis eines erfüllten Lebens. Lernen ohne Genießen verhärmt, Genießen ohne Lernen verblödet.”
Stefan Bonner & Anne Weiss: Doof it yourself
Signatur: 401889
von Matthias Christ
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Perle der Bibo? – Ein Aufruf!

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Liebe Kommilitonen/innen,
wie wir aus unserer Lesegewohnheiten-Umfrage herauslesen konnten, seid Ihr durchaus als Leseratten zu bezeichnen. Die meisten der Abstimmenden lesen regelmäßig bis viel, sowohl fürs Studium als auch privat. Sie lesen Dramen, Fantasy und anderes. Doch Ihr lest nicht unbedingt während der Vorlesungen. Die habt Ihr fürs Zuhören, chatten und quatschen reserviert. Ihr nutzt Eure freie Zeit, die Zugfahrten sowie die Zeit zwischen den Vorlesungen.
Aber vielleicht haben wir ja auch ein falsches Bild aus der Umfrage heraus erhalten?! Hast Du vielleicht noch gar nicht an der Umfrage teilgenommen? Dann nimm Dir doch bitte einige Minuten Zeit dafür und verwerfe unsere Vermutung.
Sollten unsere Ergebnisse jedoch nicht täuschen, interessiert es uns natürlich brennend, was für Bücher Euch fesseln. Was ergreift Eure Herzen, was regt Euch zum Nachdenken an?
Ihr kennt ein tolles Buch, das Ihr Euren Mitstudenten ans Herz legen wollt? Man kann dieses außerdem in der Bibliothek ausleihen? Und Ihr habt Spaß am Schreiben? Super.
Dann meldet Euch unter redaktion[at]univista.de und Eure Zeilen könnten schon in der nächsten Ausgabe hier stehen.
von Jenniffer Malenz
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Bild von Meike M. Münck

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Zeichnung: Meike M. Münck
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Nachgefragt bei Kyrill Kuritsyn

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In dieser Rubrik stellen wir Euch ab sofort in jeder Ausgabe jemanden vor, der im Rahmen eines Studienaustauschs ein paar Monate oder auch mehr in Vechta verbringt. Die Fragen sind jedes mal die selben, die Leute hoffentlich nicht.
Foto: Stefan Hirsch
Du heißt:
Kyrill Kuritsyn
Du kommst aus:
Schuya, einer kleinen Stadt in Russland
Du studierst:
Germanistik und Sozialwissenschaften
Warum hast Du Dich ausgerechnet für Vechta entschieden?
Die Hochschule Vechta hat mit meiner Universität in Kuritsyn partnerschaftliche Beziehungen.
Was ist hier genauso, wie Du es erwartet hast?
Ehrlich gesagt ist es schwer zu erklären, weil ich vorher noch nie in Deutschland gewesen bin. Nur positives habe ich von dem Wohnheim Sonnenkamp gehört. Und es ist wirklich genauso, wie mir erzählt wurde.
Und was ist völlig anders?
Das Bachelor-/Master-Studium. Und dass man seinen Stundenplan selbst zusammen stellt.
Würdest Du gerne länger bleiben als ursprünglich
vorgesehen?
Ich würde gerne in Deutschland zu ende studieren. Aber bleiben möchte ich nicht, obwohl ich Deutschland sehr mag. Es ist ziemlich kompliziert. Außerdem ist meine Familie in Russland, alle meine Freunde sind auch dort. Ich habe oft Heimweh.
Was machst Du, wenn Du Heimweh bekommst?
Ich besuche Freunde oder telefoniere übers Internet mit meiner Familie oder Freunden in Russland. Manchmal unterhalten wir uns stundenlang, besprechen alle möglichen Themen. Das Heimweh verschwindet dann einfach, die Laune wird sofort wieder gut.
Wo werden die besseren Partys gefeiert?
In Russland. Die Musik ist besser. Außerdem kann ich mit meinen besten Freunden hingehen.
Was gefällt Dir an den Deutschen?
Mir gefällt ihre Mentalität, ihre Hilfsbereitschaft, und das man sich immer gut mit ihnen unterhalten kann.
Und was stört Dich an ihnen?
Ich habe noch nie etwas Negatives mit den Deutschen erlebt.
Hast Du schon mal vorher im Ausland gelebt?
Ich war schon vor dem Studium mehrmals in Deutschland. Zwei Monate habe ich bei einer Gastfamilie gewohnt, im Sommer war ich oft hier, um Bekannte zu besuchen.
Würdest Du zu einem Studienaustausch raten?
Auf jeden Fall! Man lernt die Menschen, die Kultur und die Mentalität des Landes kennen. Die Sprache lernt man irgendwie automatisch. Man bekommt interessante Einblicke. Solche Möglichkeiten darf man auf keinen Fall verpassen.
Sei ehrlich: Nerven Dich diese Fragen?
Nein, diese Fragen nerven mich nicht.
Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!
Das Interview führte Stefan Hirsch.
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Spaghetti und Eierpfannkuchen

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Annette Nordiek vom Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz
Hauptspeise
Spaghetti mit Tomatensauce und Parmesan-Käse:
  • 250g Spaghetti
  • 30g Butter
  • 1 kl. Zwiebel
  • 100g Tomatenmark
  • 4-5 Tomaten
  • 30g Mehl
  • 0,8l Brühe, Fond zum Auffüllen
  • Salz, Pfeffer, Zucker, Oregano
  • Parmesan-Käse
Zunächst erhitzt Du in einem großen Topf Salzwasser und kochst die Spaghetti nach Anleitung auf der dazugehörigen Packung. Während das Wasser zu kochen beginnt, zerlässt Du die Butter in einer Pfanne. Ist dies geschehen, schwitzt Du die Zwiebel darin an und gibst dann die gewürfelten Tomaten bei. Nun schwitzt Du auch das Tomatenmark mit an. Alles mit Mehl bestäuben, mit kalter Brühe auffüllen und einem Schneebesen verrühren. Danach schmeckst Du die Sauce ab und wiederholst dieses nach Zugabe der Kräuter. Die Zutaten müssen nun püriert und durch ein Sieb gestrichen werden. Gib etwas Oregano dazu.
Nachspeise
Eierpfannkuchen mit Nutella und Bananenscheiben:
  • 2 Eier
  • 0,2l Milch
  • 100g Mehln
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Nutella
  • 1 Banane
  • 40g Butter
Eier, Mehl und Milch verrührst Du zunächst und gibst etwas Salz hinzu. Die Butter lässt Du in einer Pfanne zerlaufen und bäckst darin neun ganz dünne Pfannkuchen. Diese legst Du dann auf einen Teller, bestreichst sie mit Nutella und verteilst die frische Banane in feinen Scheiben darauf.
Guten Appetit!
Ausarbeitung: Annette Nordiek
Text: Jenniffer Malenz
Mit freundlicher Unterstützung der Mensa Vechta.
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Und unsere Kinder werden begeistert sein!

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Blick nach vorn und zurück
© khv24 / PIXELIO
Wohlmöglich mit übereinander gelegten Beinen und Pfeife im Mund werden einige von uns ganz nostalgisch vor dem offenen Kaminfeuer sitzen und ihren Kindern erzählen, wie es damals war vor 20 Jahren in einem unbekannten Ort namens Vechta. Das Bild scheint etwas abwegig, zumal es mehr an die Wohnzimmeratmosphäre des Biedermeier-Zeitalters erinnert, als an das Jahr 2030. Und nichtsdestotrotz, ob nun familiäre Gemütlichkeit wiederbelebt wird, oder fliegende Autos am Fenster vorbei zwitschern, irgendwann werden die eigenen Kinder, falls sie denn das Recht auf Leben in unserer verkappten demografischen Zeit finden, uns fragen: “Was ging denn damals ab? Zu Eurer Zeit, in den wilden 2010ern?”
Wehmut und Stolz?
Eine Mischung aus Wehmut und Stolz wird dann unsere Augen zum Leuchten bringen, gepaart mit Mundwinkeln, welche sich leicht nach oben ziehen. Es wird sich geräuspert, in die Hände geklatscht und eine aufrechte Position eingenommen. Die Augen träumerisch abwesend auf die Kinder gerichtet, was soviel bedeuten wird, wie: “Haltet Euch fest: die folgenden Schilderungen aus den Zeiten, als es noch Bachelor und Master zu erkämpfen gab, als die Studienbeiträge noch recht günstig waren und die Studenten halbherzig den Straßenverkehr lahm legten, um gegen die Missstände zu demonstrieren, werden Euch umhauen.”
Harmonie statt Action!
Es wird weit ausgeholt werden, denn Vechta hatte ja 2010 viel zu bieten und die Vergangenheit wird rückblickend immer besser geschildert, als sie wohl tatsächlich war.
Die Zeit, als sich die Studierenden zu Beginn des Jahrzehnts unglaublich vermehrten und den begrenzten Platz zu sprengen drohten, klingt doch sehr erzählenswert. Wenn die Kinder mit neugierigen Ohren lauschen, wird sicherlich auch vertuscht werden, dass jeder zweite Studierende an Vechta etwas auszusetzen hatte, da es wohl zu klein und zu langweilig war. Nein, es wird heißen, dass genau die Studierende die treibende Kraft gewesen ist, welche diesem Nest unglaubliches Leben eingehaucht hat. Die geringe Größe
des Studiums-Ortes hatte sich zwar auch auf den Geist Einzelner niedergelegt, doch meistens wurde wohl die Etikettierung “Nichts los” nicht einfach hingenommen. Nein, Vechta hatte geniale Möglichkeiten für den Zeitvertreib. Vielleicht nicht wie in Berlin, Hamburg, Köln oder München, dafür jedoch umso einzigartiger. Komische Studiengänge und komische Menschen. Hier konnte man sich noch einen Namen machen und die außergewöhnlichsten Gestalten grenzten sich einzigartig von der grauen Masse ab. Die Prüfungen waren leicht zu meistern und die Aufnahme ein Witz. Austauschstudenten sorgten damals für ein multikulturelles Miteinander und das Motto von Vechta hätte “Harmonie statt Action” heißen können. Ja, Vechta hatte unglaublichen Charme. Der immense Frauenanteil gestaltete ein Schlaraffenland für Männer und das Mensa-Essen wurde noch mit Liebe zubereitet.
Fragen?
Wenn wir dann nach gefühlten 2 Tagen fertig sind mit unseren euphorischen Ausführungen, ja dann werden die Kinder uns genervt anschauen und sicherlich ein paar Fragen stellen, auf die uns dann eventuell nicht die richtigen Antworten einfallen werden:
“Warum war denn damals der katholische Anteil noch so hoch? Wie, Euch ist 2010 das Streusalz ausgegangen? Es gab damals noch Schnee und Eis? Musstet Ihr denn immer so viel trinken? Was heißt hier Stadt des Pferdes? Und warum hat es stets nach Gülle gerochen? Was kann denn daran schön gewesen sein? Warum wart Ihr denn alle so komisch?”
“Vechta, liebe Kinder, Vechta! Das könnt Ihr nicht mehr verstehen!”
von Tobias Kunz
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Kilo stemmen und Beulen drücken!

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Wir befinden uns heute in Rico‘s WG-Zimmer. Eine Ansammlung von motivierten Studenten versucht sich einen geeigneten Tagesplan zu erstellen, in welchem vorgesehen ist, weiterhin ihre Genialität in der Welt zu verbreiten …

Es ist Sonntag Nachmittag und unsere WG ergießt sich wieder mühselig in heiterem und anspruchsvollem Geplauder. Studierende sind halt auch außerhalb ihrer Lerntätigkeit stets auf dem Gipfel ihrer geistreichsten Begeisterungsfähigkeit.

So wird sich ereifert über ihre Frische und Jugend. Ihren Stil, ihren Anmut! Es ist nicht zu leugnen, Energie ist in diesem Zimmer quasi so konzentriert, dass man sie förmlich anpacken kann!

Seht sie Euch an! Die Elite! Die zukünftig oberste soziale Klasse unserer Gesellschaft! Das vollkommene Maß an kollektiver Intelligenz!
… aber vorspulen. Und so könnt ihr in der nächsten Ausgabe den weiteren Fortgang auf höchstem Niveau verfolgen. Humor, Anspruch, Action, Spannung und Erotik in einem. Bis zum nächsten Mal!
Texte: Thomas Hülsmann und Tobias Kunz
Kulissen: Thomas Hülsmann
Inspiration: Bistro Geplapper
Fotos: Alexander Dressler
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Staatsfeind Nr. 1?

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Kein Grund auf Party zu verzichten!
Geneigter Leser, Du bist Staatsfeind Nr. 1! Oh ha. Ja, das kommt jetzt überraschend, ich weiß. Aber gehen wir nur mal so zum Spaß davon aus, dass man herausgefunden hat, dass beim Uni-Bäcker letztens mal ein KitKat auf dem Kassenzettel „zu wenig aufgetaucht“ ist (Liebe Leserinnen, an dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass Süßigkeiten auch dick machen, wenn gesehen wird, dass Frau sie kauft), oder Du wiederholt von wahnsinnigem Übermut getrieben in Ullas Bistro gekippelt hast und heimlich morgens Elmex statt Aronal benutzt. Wie dem auch sei, verfolgt Dich nun Polizei, GSG 9, FBI, DLRG, CIA und alles, was sonst noch Rang und Namen hat, um Dein hübsches Popöchen durch die Republik zu jagen. Will Smith würde sich jetzt einen kauzig-grenzdebilen Opi im Kupferkäfig suchen, um mit ihm und ein paar markigen Sprüchen gegen diese Ungeheuerlichkeit in den Kampf zu ziehen. Wäre nicht mein Stil.
Viel spaßiger ist es doch, sich mit allerlei psychoaktiven Substanzen (Kaffee soll hier empfohlen sein) die Birne wegzublasen und mit der geilsten Mucke der Welt auf dem Vechtapferd seine allerletzte Überparty zu feiern. Man stelle sich vor, wie die Beamten gucken würden, wenn man auf dem bronzenen Rücken des stolzen Warwick Rex (so heißt der freakige Gaul) mal so richtig abgehen würde, nur um einfach der grünweißen Front die absolute, unüberbietbare Iss-mir-scheiß-egal-lichste Ignoranz entgegenzuschleudern, die man zu bieten hat. Das Megaphon-Geplärre wird zur tanzbaren Symphonie, das Blaulicht beleuchtet Deine Tanzfläche und die Warnschüsse geben den Takt. Wenn man dann im Kugelhagel eingeht, geht man wenigstens mit Stil. Vorhang, Applaus.
Wem bei dieser Option (nachvollziehbarerweise) ein bisschen das Understatement fehlt, kann auch einfach in die Schuberta gehen und an der ein oder anderen Stelle fallen lassen, dass man polizeilich gesuchter Untergrundkämpfer wider unseren faschistoiden Stasi-Staat sei. Bei halbwegs charismatischem Auftreten wird man Dich sicher – zumindest bis der Spuck vorbei ist – gut verstecken und mit reichlich Billigbier und Büchsenravioli versorgen.
Ich würd´ trotzdem das mit dem Pferd machen.
von Thomas Hülsmann
Ehrlich gesagt habe ich diesen Film mit Will Smith nie gesehen. Auch Bushidos Album habe ich nie gehört. Vielleicht hätte ich mich auf diesem Gebiet mehr bilden sollen, denn plötzlich bin ich Staatsfeind Nr. 1 und weiß nicht so recht warum. Die paar Farbbeutel auf ein paar Politiker? Jedenfalls flimmert mein Gesicht nun über den Bildschirm und Peter Klöppel verkündet dazu, ich sei gefährlich. Ich schalte den Fernseher aus (als Peter an Ulrike abgibt; ich konnte diese beiden eh nie leiden) und frage mich, was ich tun soll.
Anscheinend bin ich gefährlich. Anscheinend werde ich polizeilich gesucht. Mein Gesicht findet sich in den Nachrichten, in den Zeitungen, in den Blogs und selbstverständlich auf der Homepage des BKA.
Der einzige Ausweg, den ich jetzt noch sehe, ist so unauffällig wie möglich in den Zug zu steigen, an die Küste zu fahren und mir ein Segelboot zu kapern. Eine Hochseeyacht. Dann heißt es: “Tschüß Vechta, hallo Dominikanische Republik!” Um den ganzen weiten Weg segeln zu können, habe ich mir natürlich vorher einen umfassenden Vorrat an Büchsenravioli besorgt. Das von Thomas erwähnte Billigbier passte leider nicht mehr in die Kajüte. Ravioli scheinen eine gute Grundlage für einen Hochseetörn zu sein: Tomatensoße gegen Skorbut und reichlich Kohlenhydrate fürs Segeln.
Kaum in dem kleinen Inselstaat angelangt, schmiede ich Pläne für mein weiteres Leben. Wenn ich so böse sein soll, wieso verhalte ich mich nicht einfach so? In der Uni nannte man das Labeling Approach. Aber das ist egal. Ich bin jetzt nicht mehr Sozialarbeiterin, sondern kriminell. Nein, ich meine nicht kriminell im Sinne von Waffen- und Drogenschmuggel. Ich meine: richtig böse. Richtige Bösewichte betreiben Atomkraftwerke und verdunkeln die Sonne. Oder entführen Prinzessinnen. Oder ziehen sich grüne Strumpfhosen an und schweben mit einem grünen Surfbrett durch die Luft, um dann von Spinnenmenschen bekämpft zu werden. Hm. Dieses Schweben ist schwer umzusetzen. Ich könnte mir ein Jetpack besorgen. Ich könnte es aber auch lassen. Stigmatisierung ist eh nicht mein Fall und so viel Geld für ein Jetpack hab ich auch nicht. Der Dominikanische Peso ist eben nichts mehr wert. Egal, ich bleib einfach auf der Insel und verkaufe Strandgut an Touristen. Damit mich trotz meiner politischen Vergangenheit keiner erkennt, kleb ich mir einen falschen Schnurrbart an. Klingt doch solide, oder?
von Pia Klein
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PDF-Version der 15. Ausgabe

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Klausuren, von Bologna zum Spicker

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Was hat sich nach dem Bildungsstreik wirklich geändert?
Foto: Jenniffer Malenz
2010, das letzte Jahr des Bologna-Prozesses. Viel ist passiert seit dem Aufkommen der Idee einheitliche Standards für den europäischen Hochschulsektor zu schaffen. Die grundlegende Idee der internationalen Vergleichbarkeit von Hochschulabschlüssen ist gut, aber die praktische Umsetzung lässt einige Wünsche offen. Auch hier in Vechta haben sich die Studenten gegen diese Missstände erhoben, wie bereits in der letzten Ausgabe (uniVista No. 14) berichtet. Doch was hat sich geändert? Die Erinnerungen an die AP-Jagd verblassen und die Post-its, die man noch vereinzelt findet, sind die letzten Überbleibsel dieser Tage.
Nach allen Versprechungen und geglückten bzw. weniger geglückten Reden in der Aula fand sich schnell wieder der Alltag ein. Die Klausuren standen an, ohne dass sich große Änderungen ergeben hätten. Jedoch bestimmen gerade diese maßgeblich die Vergleichbarkeit eines Hochschulabschlusses. Immerhin zeigen sie an, dass man in einem speziellen Modul den Unterrichtsstoff sehr gut, gut bis hin zu ausreichend verstanden hat und wiedergeben kann. Sie sind also Messinstrumente. Aber wie kann man internationale Vergleiche anstellen, wenn es selbst innerhalb eines Studienganges große Spielräume zur Gestaltung einer Klausur gibt?
Eine Klausur beispielsweise kann aus verschiedenen Komponenten aufgebaut sein.
Den größten Anteil stellen meist die Multiple-Choice-Fragen, aber auch Rechnungen sowie offene Fragen können enthalten sein. Vergleicht man Multiple-Choice-Fragen mit offenen, so zeigt sich, dass neben der Abfrage von Wissen auch das Ausdrucksvermögen mit geprüft wird bei letzteren. Jemand, dem es nicht gelingt Sachverhalte präzise darzustellen, hat es hier oft schwerer als andere. Eine Rechenaufgabe wiederum stellt neben den erst genannten Fragetypen eine besondere Kategorie dar, denn sie verlangt außer dem Wiedergeben von Wissen auch das Anwenden. Dies kommt zwar auch in den anderen Fragetypen vor, aber in geringerem Ausmaß.
Eine Modulabschlussklausur kann also erheblich im Schwierigkeitsgrad und in den Anforderungen variieren. Die APs hingegen variieren nicht unter diesen Aspekten.
Foto: Jenniffer Malenz
Selbst wenn man dies außer Acht lässt, so kommt man zum nächsten Problem der Klausuren: Manche Module müssen mit einer Prüfung beendet werden, die für 3 Teilmodule übergreifend ist. Bei anderen muss man lediglich eine Prüfung in einem Teilmodul machen. Dennoch sind die APs gleich.
Auch der anfallende Workload ist keineswegs vergleichbar, da unterschiedliche Dozenten unterschiedlich schnell durch den Stoff gehen und somit Qualität und Quantität der Themen variieren. Einige Teilmodule können außerdem lediglich durch Anwesenheit abgeschlossen werden, da man in nur einem Teil-modul eine Prüfung schreiben muss. Was folgt, ist die obligatorische körperliche Anwesenheit in diesen Veranstaltungen.
Zu guter Letzt gibt es noch das Problem, dass es neben Klausuren auch mündliche Prüfungen und Referate sowie Hausarbeiten gibt. Diese unterscheiden sich ebenfalls stark in Schwierigkeit und Umfang. Wer jetzt denkt, dass sich aufgrund der hohen Anzahl an Prüfungen während eines Studiums die einzelnen Ungerechtigkeiten gegenseitig aufheben, sollte bedenken, dass jede Note in den Klausuren hinterher mit darüber entscheidet, ob man einen Arbeitsplatz erhält oder ein Masterstudium beginnen darf.
Aus dieser Sicht wird es sogar fast unverantwortlich gegenüber der eigenen Zukunft nicht in einer Klausur zu betrügen, wo es nur geht. Gerade die Massenklausuren bieten allerlei Anlass zu Unterhaltungen, Spickern oder Internet-Handy-Suche aus gutem Grund.
Wenn man all dies abrechnet, so bleibt letztlich noch die Frage, wie gut man durch so eine Prüfung auf das Berufsleben vorbereitet wird. Lerne ich etwas für meinen Arbeitsplatz als Lehrer, Sozialarbeiter oder Manager?
Häufig erhält man nicht einmal die Gelegenheit die Klausur einzusehen und seine Fehler eventuell nachzubereiten. Aber darüber hinaus muss man sich fragen, was es mir bringt Definitionen von 1990 auswendig gelernt und die Bescheinigung darüber in Form einer Note erhalten zu haben, wenn es um das echte Anwenden von Wissen in Form von kritischen Entscheidungen geht, die das Leben von Menschen beeinflussen. Langfristig stellt das sogar den höheren Qualifizierungsgrad durch ein Studium infrage, da man sehr häufig lediglich nachweist, dass man ein gutes Gedächtnis hat, anstelle der Kompetenz mit dem gelernten Stoff Probleme lösen zu können.
Es darf also nicht mit dem Protest enden, nun müssen Lösungen gefunden werden.
von Matthias Christ
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Schicht im Schacht?

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Caféte ist für 9 Wochen bedingt geschlossen
Trotz vorangegangener Gespräche mit Frau Assenmacher und Frau Eickhoff (Liegenschaftsmanagement) kann die bedingte Schließung der Caféte aufgrund der Umbaumaßnahmen im R-Gebäude nicht umgangen werden.
Die Caféte stellt einen Erholungsraum und Treffpunkt in den Pausen sowie in freien Veranstaltungszeiträumen dar. Neben „Café“ – wie der Name schon vermuten lässt – sind andere Getränke und kleine süße aber auch herzhafte Happen für zwischendurch im Angebot. Zudem werden morgens Brötchen mit unterschiedlichem Aufschnitt angeboten und dies alles zu einem guten Preis. Die Caféte ist also – kurz gefasst – ein Angebot von Studierenden für Studierende et al. und findet reichlich Anklang.
Diese kleine Lobeshymne auf die Caféte jedoch wird die 9-wöchig bedingte Schließung nicht abwenden können genauso wenig wie das allgemeine Wissen über die Wichtigkeit und Richtigkeit der Caféte.
Vom 10. Mai bis zum 16. Juli nun wird die Caféte als Seminarraum genutzt werden müssen, da durch das Baugeschehen in diesem Zeitraum der gesamte R-20-Flur sowie der Raum R 117 entfallen werden.
Diese Schließung bleibt jedoch eben dies: bedingt.
Das Caféten-Team konnte eine bleibende Öffnungszeit von täglich 8 bis 10 Uhr aushandeln, sodass der morgendliche Café und bei Bedarf auch das Brötchen nicht fehlen. Zudem wird die Caféte in der ersten vorlesungsfreien Woche direkt nach dem 16. Juli für mindestens eine Woche geöffnet sein, um den Studierenden während der Klausuren mit Nervennahrung wieder zur Seite zu stehen. In der vorletzten Woche fanden Informationsveranstaltungen statt, in denen auch über mögliche Alternativen für den 9wöchigen Zeitraum diskutiert wurde. Pläne wurden geschmiedet und werden gerade konkretisiert. Es ist in der Caféte also noch lange nicht “Schicht im Schacht”.
von Johanna Olberding
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Thank you for travelling

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Einmal im Kreis mit der NordWestBahn
Foto: Jenniffer Malenz
Es fährt ein Zug nach Nirgendwo
Irgendwann macht es dich einfach kirre, wenn du weißt, dass du eine 12-stündige(!) Zugfahrt vor dir hast und niemals eine der bereisten Städte von innen sehen wirst oder wenigstens ein Endziel vor Augen hast, statt am Ende nur wieder in Vechta (für mache schon tragisch genug) zu enden. Doch das alles war uns egal. Wir wollten das komplette Semesterticket an einem Tag ausnutzen, koste es, was es wolle. Da sind Einschnitte nötig!
Irgendwann hört man dann sogar auf, miteinander zu reden oder die Pferde zu zählen (es waren 26), sondern beendet auch das Hoffen darauf, dass etwas Spannendes passiert. Jeder von uns hat sicherlich schon einmal eine längere Zugfahrt mitgemacht. Normalerweise passiert dort etwas. Irgendwas. Vielleicht sitzt man neben einem verrückten, komplett besoffenen Fußballfan, der versucht unter die Sitze zu erbrechen oder eine alte Omi führt Selbstgespräche über diese merkwürdigen Porzellanpuppen-Teleshops. Irgendwas halt. Bei uns war das nicht so. Es passierte nichts. Wir waren einfach gelangweilte Reisende neben gelangweilten Reisenden – mit dem Unterschied, dass sie in einem Zug saßen und wir in dem größten Karussell Niedersachsens, der NordWestBahn Vechta bis Vechta.
Monoton rattert der Waggon los. Emotionslose Berufspendler gucken emotionslos in die emotionslose niedersächsische Tiefebene. Die Tonbandstimme irgendeiner Bahnangestellten erklärt mir, dass wir auf dem Weg nach Esens sind. Esens – ein Name, den man (wenn überhaupt) nur von der Rückseite seines Studentenausweises kennt. Das hat auch seinen Grund: Esens ist nicht nur ein verschlafenes ostfriesisches Dorf, sondern auch das nördliche Ende der NordWestBahn. Doch für mich bekam es noch eine dritte Bedeutung. Esens war ein Symbol für die gesamte Reise, denn tatsächlich endet die Schiene hier vor einem großen grauen Poller. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo. Wir saßen uns bereits fünf oder sechs Stunden gegenüber, machten nur „Pause“, wo der Plan es vorsah, und stiegen niemals aus, sondern nur um. Wenn wir nicht unsere „heilige Mission“ zu erfüllen hätten, wäre man hier wohl ausgestiegen und hätte an der Nordsee ein paar Flaschen (oder Kisten) Bier getrunken. Statt dessen gucke ich kurz raus, höre eine Möwe schreien und nehme ernüchternd wahr, wie sich derselbe Zug, mit dem wir gekommen waren, in die umgekehrte Richtung aufmacht, um uns nach Bielefeld zu bringen. Der Betreiber eines schmierigen Autoskooters hätte jetzt gesagt: “Und weiter geht die wilde Fahrt.”
Ich schließe mit einem Appell:
Liebe Studenten, das Semesterticket ist toll, aber macht so was nicht nach! Mit der NordWestBahn im Kreis fahren, ist wie Sterben. Wirklich! Nehmt lieber Drogen, fangt das Rauchen an oder lasst das Anschnallen sein, aber macht nicht nach, was die wahnsinnigen uniVista-Kaputten da wieder ausprobiert haben. Lasst es einfach. Wirklich. Eure Psychohygiene wird Euch dankbar sein. (Ausserdem sind wir dafür um fünf Uhr aufgestanden! Um fünf! Wie bekloppt kann man eigentlich sein?)
von Thomas Hülsmann
Foto: Thomas Hülsmann
Zwischen Hüten und Zügen
“Was mach ich hier nur?”, war die erste Frage, die sich mir stellte, als sich an meinem freien Tag, morgens um fünf Uhr, der Wecker mit seinem schaurigem Piepton meldete, um damit den wohl merkwürdigsten Tag meiner Semesterferien einzuleiten. Wer bitte kam auf diese geistreiche Idee? Und was würde ich 12 Stunden lang mit den anderen anfangen? Fragen über Fragen, aber ich war bereit. Also traf ich alle Vorbereitungen, die für einen solch ereignisreichen Tag eben zu treffen sind, und begab mich auf den Weg zum Vechtaer Bahnhof, nachdem ich mit großer Genugtuung meinen Zauberbesen an meinem Fahrrad festgeklemmt hatte. Lange musste ich nicht warten an diesem Morgen, da bewegten sich auch schon zwei dunkle Gestalten auf mich zu. Die eine von ihnen rief laut: “Der Besen!” und lachte. Es war Thomas, der mit Tobias die Straße überquerte. Ich hatte wirklich befürchtet, dass sich keiner außer mir aus den Federn bewegen würde. Aber weit gefehlt.
So warteten wir gemeinsam noch kurze Zeit auf den Zug und stellten erstaunt fest, wie viele Leute so früh schon von A nach B unterwegs waren. Die NWB war gut befüllt, doch fanden wir einen Vierer-Platz, an dem wir uns gegenseitig unsere Habseligkeiten für den Tag zeigten und uns fragten, warum so viele
Harry-Potter-Dinge dabei waren. Nun ja, das nehme ich dann mal auf meine Kappe. Und es sollte ja auch noch seinen Zweck erfüllen. Tobias zeigte uns, wie stylish er mit Hut und uniVista-Shirt sein kann und Thomas präsentierte sich mit meinem tollen
Hogwarts-Outfit vor der Kamera.
Schon bald lugte die Sonne hervor und wir trafen in Bremen ein. Dort frühstückten wir bei einem Bäcker, posierten abermals vor der Kamera und begaben uns dann auf den Weg nach Wilhelmshaven. Welch ein schöner, weiter, flacher aber auch etwas trister Landesabschnitt. Und weil es sich anbot, haben wir die Gelegenheit genutzt, unsere intimsten Geheimnisse preiszugeben und über Gott und die Welt zu sprechen. Doch damit nicht genug. Es muss so zwischen Wilhelmshaven und Sande gewesen sein, als wir das Glück hatten, den kompletten Zug für uns alleine zu haben, als mein Hogwarts-Outfit und Tobias’ Quidditch-Ball zum Einsatz kamen. Ich habe tatsächlich den Schnatz gefangen und sogar einen Quaffel in den Torring bekommen. Welch ein Erfolg! Ravies rocken!
Nachdem wir uns also in Ostfriesland völlig verausgabt hatten, fuhren wir fröhlich weiter nach Osnabrück. Um die Reise noch extremer zu gestalten, diesmal stehend, so Tobias‘ Vorhaben, woran uns dann leider eine Schaffnerin hinderte und uns Plätze zuwies. Daher war diese Fahrt relativ unspektakulär. Bis auf den jungen Herrn neben mir, der das Bedürfnis hatte, während seines Schlafes mit dem Kopf auf meiner Schulter zu liegen. Daher nahm ich automatisch eine wenig rückenschonende Haltung ein, um ihm dies nicht zu ermöglichen. Tobias und Thomas fanden das sicher sehr amüsant.
Da dies aber nicht der Höhepunkt des Tages sein sollte, beschlossen wir dann eine Gemeinschaftsgeschichte zu schreiben und gingen diesem Vorhaben auch direkt auf dem Weg in Richtung Bielefeld nach. Nie war ich so kreativ, nie so reich an wohlgeformten Wörtern. Und weil nach diesem literarischen Meisterwerk unsere Köpfe leer und unsere Körper schlapp waren, nutzen wir die restliche Fahrt nach Vechta nur noch dafür, um in der Gegend herumzustarren oder auch um zu schlafen.
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich nun zum einen weiß, wie viele Orte ich kostenlos mit der NWB erreichen kann, wie es in Niedersachsen aussieht und wo ich ungestört Zugfahren kann. Zum anderen habe ich meine beiden Mitredakteure besser kennengelernt sowie umgekehrt, was doch immer eine tolle Sache ist und zum Zugfahren einfach dazugehört! Thank you for travelling! .
von Jenniffer Malenz
Foto: Jenniffer Malenz
Meine persönlichen Lowlights
Mal so was richtig Extremes machen. Das war das Motto. An die Grenzen gehen. Das Licht am Ende des Tunnels sehen und dann schnell abbiegen. Dass die NordWestBahn ein Zug des schleichenden Wahnsinns sein kann, wusste ich aus Erfahrung. Dass das karge Flachland im Norden reichlich Halluzinationen zutage bringt, auch. Ich war eingestellt auf Verspätungen, quälende Nahverkehrsschaffner und tobende Schulklassen, die einem die fröhliche Gesinnung nehmen. Doch dann das: Es passierte absolut gar nichts! Nicht ein Hauch von Abenteuer oder näher kommendem Nervenzusammenbruch. 12 Stunden geregeltes Beieinandersitzen in Harmonie und Geselligkeit. Mal reichlich abschweifend, dann wieder intensiver. Ist das extrem? Ja! Wieso? Schon allein das ganze Vorhaben ist von extremer Stumpfheit, dass die Schilderung der Erlebnisse einen Platz in dieser Rubrik finden darf. Hier meine persönlichen Lowlights.
Beginnen wir mit dem ersten extremen Akt.
05:30 Wenn man zu einer Zeit aufsteht, an der die letzten Gäste im Blue ein Bier bestellen, kann das keineswegs gesund sein. Motivation ist reichlich wenig vorhanden, dem kommenden Tag mit positiver Energie entgegenzutreten, da er doch dafür reserviert ist, die Zeit in Zügen der NWB abzusitzen, welche sogar Ortschaften anfährt, an dem kein Wunsch präsenter ist, als zu fliehen oder zu sterben.
06:01 Bahnhof Vechta. Ich mag diesen Ort eigentlich. Er ist stets der Beginn einer Reise zu aufregenderen Orten als eben dieses Vechta. Heute soll er mich in exakt einer Tageshälfte wieder begrüßen. Gut, dass Hermine uns begleitet. Vielleicht kann sie uns allesamt hinweg zaubern.
Als Student hat man irgendwann vergessen, dass Arbeitszeit auch schon vor 8:30 Uhr beginnen kann. Die NWB war nämlich voll von müden Lohnjägern, was ich in meiner einmaligen Situation, in ihrer Gegenwart zu verweilen, extrem lustig fand.
11:00 Wenn ich Möwen kacken sehe, bin ich recht zufrieden, da ich mir darüber im Klaren bin, dass das Meer nicht weit sein kann. Die NWB hält am obersten Zipfel ihres Liniennetzes leider nicht direkt am Strand. So konnte ich mir etwas salzigen Geruch einbilden, bevor wir wieder in Richtung extremer Landwirtschaft und Tierzüchterei fuhren.
13:00 Um alles einen Grad extremer zu gestalten, gebot ich meinen Mitstreitern (Hermine kann übrigens nicht zaubern) zwei Stunden im Stehen zu verweilen. Ich hätte mich dafür allerdings gegen eine eifrige Schaffnerin auflehnen müssen, welche die Fahrgäste so verteilte, dass auch Quasimodo bequem gesessen hätte. Aus Erfahrungswerten weiß ich allerdings, dass es keine Mittel gibt, Kontrolleure in ihrem natürlichen Jagdgebiet von dem Glauben an eine gute Sache zu überzeugen. Zumindest nicht in unserem Fall. Das extreme Vorhaben scheiterte.
15:55 Bielefeld ist extrem hässlich. Ich möchte mir kein Urteil über die gesamte Stadt erlauben, aber alles, was sich um den Bahnhof befindet, ist eine Beleidigung für neugierige Augen. Außerdem rannten ständig Arminia-Fans über den Zuggang. Die sind auch nicht schön anzusehen. Aber sie verhielten sich sehr vorbildlich. Kein Grölen, kaum am Saufen. Fast schon extrem langweilig.
18:30 Vechta. Wir sind zurück. Nicht einmal die Knochen schmerzen. Ich fühle mich extrem ausgeruht. Der Tag kann endlich beginnen. Dennoch muss ich noch so einige extreme Sachen festhalten. Zum einen waren meine Mitstreiter extrem sympathisch. Zum anderen sollte man bedenken, dass Zug fahren und Bier trinken eine notwendige Mischung zur Aufrechterhaltung des ausgeruhten Reisestiles ist. Ich verzichtete! Und das war richtig extrem!
von Tobias Kunz
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Geht nicht, gilt nicht

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Foto: Karl-Eckhard Carius
Porträt eines Künstlers, Gestalters und Pädagogen
Wieder einmal schneit es, wie an so vielen Tagen dieses Winters. Der Weg, den ich gehe, ist halb von Schnee und Eis bedeckt. Es ist fast mittags, nur noch wenige Stunden trennen mich von der bis dahin einzigen Mahlzeit des bisherigen Tages. Aber dennoch bin ich nicht auf dem Weg in die Mensa. Mein Weg führt mich ins N-Gebäude, welches direkt hinter meinem vermeintlichen Ziel liegt: 1. Stock.
Um 10 Uhr dieses 28. Januars findet dort ein Treffen statt, von dem ich nicht weiß, was mich erwartet.
An diesem bewölkten Januartag traf ich das erste Mal auf Karl-Eckhard Carius, der derzeit in der von ihm geleiteten Arbeitsstelle für intermediäre Gestaltung forscht und künstlerisch tätig ist. Es hieß, er wolle seine Website der Presse vorstellen. Jedoch hatte ich noch nie an einem derartigen Pressetermin teilgenommen und war gespannt und auch ein wenig aufgeregt, wie es ablaufen würde. Zunächst erwartete ich jedoch nicht viel, da derartige Homepages meist selbsterklärend sind und man den Inhalt lediglich lesen muss. Ich sollte jedoch überrascht werden und einige interessante Dinge herausfinden.
Wer ist Prof. Carius nun? Vor dem Termin war er für mich ein Unbekannter. Einer von vielen, denen man gewiss irgendwo schon einmal begegnet ist. Aber das ist er nicht. Vielmehr ist es jemand, der das tägliche Leben eines jeden Studenten mit beeinflusst. Sei es, wenn wir den Studentenausweis mit dem von ihm designten Logo in der Mensa vorlegen oder über die von ihm designte Homepage der Uni Vechta Informationen einholen. Aber auch auf dem Campus hinterlässt er sein Zeichen, nämlich eines im Wind. Ich meine damit natürlich den Himmelsstürmer auf dem W+K-Gebäude der Uni, der dort seit Jahren als Symbol des Wandels und vor allem der Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden steht. Denn das Projekt entstand im Rahmen eines von ihm geleiteten Seminars unter der Mitwirkung von Studenten. Auch das Studienangebot der Uni wurde durch ihn verändert. Als einer der ersten Unis in Deutschland führte Vechta das Fach Design unter der Aufsicht von Prof. Carius ein, der das Institut für intermediäre Gestaltung (IMEG) leitete. Somit behält seine Website recht: Er ist Künstler, Gestalter und Pädagoge.
Seine Internetpräsenz vereint diese drei Rollen in sich und richtet sich an ein Fachpublikum. Es wird dabei jedoch nie die Grenze hin zur bloßen Selbstdarstellung überschritten. Vielmehr sollen dem interessierten Besucher Denkanstöße gegeben werden. Dies gelingt auch, da die ganze Website von der Botschaft der zahlreichen Bilder lebt, die mal schön, mal kurios, mal trivial erscheinen, aber dennoch nicht leichtfertig abgetan werden sollten. Ein Bild beispielsweise zeigt Menschen am Strand. Diese Urlaubsidylle wird jedoch von Brandlöchern, die in das Bild mit einer Lupe eingebrannt wurden, zerrissen und die uns allen so wohl bekannte Sonne wirkt auf einmal fast feindlich auf dem Hintergrund dieses Sonnenbrand II genannten Bildes.
Es gibt aber auch Bilder, die Carius beim Spielen der Geige im Wasser zeigen, aufgenommen in Leningrad. Dass er sich damit dem KGB widersetzte, erahnt man jedoch nicht bei diesem so friedlich wirkenden Bild.
Bild: Karl-Eckhard Carius
Was mich an diesem vormittäglichen Treffen besonders faszinierte, war jedoch seine Art über die Pädagogik zu sprechen. Für ihn ist Erziehung gleichzusetzen mit Inspiration, mit dem Herausführen in eine Freiheit des Denkens, die Raum für eigene Ansätze schafft.
Denn wie sollen Innovationen in der Pädagogik geschehen, wenn wir den Pädagogen von morgen das Wissen von gestern beibringen?
Dies war daher auch nie sein Ziel. Er verstand sich eher als Türöffner, als Begleiter. Damit sei jedoch keineswegs gesagt, dass er es seinen Schülern und Studenten deswegen leicht machte. Im Gegenteil, Projekte unter seiner Leitung bezogen die Studenten stets mit ein und beteiligten sie an jeder Stufe des Prozesses. Von der Idee, über die Beschaffung der Materialien und der Finanzierung bis hin zur letztendlichen Realisation. Dadurch entstanden dann unser Zeichen im Wind oder die Giganten auf dem Dach auf der deutschen Schule in Lissabon, die u.a. großes internationales Interesse der Presse erhielten. Besonders herausragend ist das Goethe-Pessoa-Projekt, welches als Vorbild für interdisziplinäre Arbeit gesehen werden kann, aber auch als Zeichen seines interkulturellen Engagements. Die Plastik stellt die beiden großen Dichter Goethe und Pessoa einander gegenüber und befindet sich, wie auch die Giganten, in Lissabon.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der klare Überblick und die interessanten Themen die Seite zu einer zum Denken anregenden Sightseeing-Tour durch Carius’ Leben und Schaffen machen und garantiert einen Blick wert sind.
www.ke-carius.de
von Matthias Christ
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Eine Perle in Gottes Hand

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Weißt DU eigentlich wer DU bist?
Zeig dein Lächeln, dein Gesicht.
Niemand anderes als DU.
Zeig dein Herz und dann schau zu!
DU bist die Liebe seines Lebens.
Wertvoll, hübsch und interessant,
egal was andere Menschen sagen,
DU bist eine Perle in Gottes Hand.
Weißt DU eigentlich was DU kannst?
Alles Gute kommt aus seiner Hand.
Niemand macht es so wie DU.
Geh´ einen Schritt auf andere zu.
DU bist die Liebe seines Lebens.
Einzigartig, stark und anerkannt,
egal was andere Menschen sagen,
DU bist eine Perle in Gottes Hand.
Weißt DU eigentlich wie er fühlt?
Wie dein Leben sein Herz berührt?
Niemand anders so wie DU.
Lass seine Liebe einfach zu.
DU bist die Liebe seines Lebens.
Wertvoll, hübsch und interessant,
egal was andere Menschen sagen,
DU bist eine Perle in Gottes Hand.
DU bist die Liebe seines Lebens.
Einzigartig, stark und anerkannt,
egal was andere Menschen sagen,
DU bist eine Perle in Gottes Hand.
DU bist eine Perle in Gottes Hand.
DU bist eine Perle in Gottes Hand.
Hintergrundbild: © Renate Kalloch / PIXELIO
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B.

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Ich lege mich ins Bett, ein leises Klappen des Lichtschalters legt meinen Gedanken die Bahn frei, die gesamte Dunkelheit meines Zimmers auszufüllen. Nur mein CD Player leuchtet noch, die Weakerthans habe ich mir aus dem Regal gekruschtelt, obwohl ich sie eigentlich nie besonders gut leiden konnte, aber nach den 6 Bier klingen sie irgendwie doch gar nicht so schlecht. Ich muss an die klebrigen Datteln denken, die mir heute Nachmittag jemand geschenkt hat, den ich nicht kenne … und an das viele Bier. In meinem Bett verschwimmen ihre Geschmäcker. Ich selber rieche nach geräuchertem Speck, was meine Gedanken sofort zu meinem Vater führt, der jetzt mit Sicherheit Heißhunger bekäme … vielleicht kann er es auch bis nach Hause riechen und ist schon auf halbem Wege zum Kühlschrank, der bei offener Tür fast so hell leuchtet, wie das Lagerfeuer an dem ich saß, das Lagerfeuer, dass mich zum Räucherspeck gemacht hat. Viel zu lange Balken liegen im Feuer und ragen über die Feuerstelle hinaus, bilden eine Wippe. An jedem Ende steht jemand, in der Mitte die Hitze. Gummibärchen werden als Marshmallow-Ersatz aufgespießt und über die Glut gehalten. Wie die Sohlen meiner Schuhe werden sie immer weicher und fangen an zu zerfließen. In meinen Kreppschuhsohlen kleben jetzt Steine. So klebrig wie Datteln, die mir jemand geschenkt hat. Auf zwei roten Polstern liegt ein blonder Hund und sieht schön aus, viele wären gerne an seiner Stelle. Andere gehen an uns vorbei und suchen Nadjas Party, wir dann auch. Jemand spielt auf der Gitarre was von Prince und singt dazu … ich esse Nudeln … trinke mehr Bier … schlafe ein. Unter meiner Decke ist es warm, ich  schaue raus, in meinem Zimmer ist es kalt und hell. Es ist leer, die Musik ist aus und ich bin durstig. Meine Gedanken verflogen, ein Gefühl hat sie breit gemacht. Ich drücke auf play, die Weakerthans lassen das Gefühl sich wieder in Gedanken verwandeln. Ja. Ich finde sie doch nicht gut.
von Johanna Müller
Hintergrundbild: © Bernd Sterzl / PIXELIO
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Die Leipziger Buchmesse 2010

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Hören, sehen, lesen und fühlen
Foto: Jenniffer Malenz
Dank meiner Tätigkeit in der uniVista-Redaktion, war es mir möglich dieses Jahr – erstmalig – zur Leipziger Buchmesse zu reisen. In der sächsischen Stadt findet jährlich das bekannte Lesefestival Leipzig liest statt, das viele Leute von nah und fern anzieht. Sie besuchen Veranstaltungen in der ganzen Stadt, die sich rundum mit Literatur beschäftigen, und natürlich auch die Buchmesse selbst, auf der ich mich hingegen ausschließlich befand. Viele Eindrücke habe ich dort gewonnen und das ein oder andere aus diesen Tagen gezogen, was ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
In einer Welt, in der die Neuen Medien immer angesagter sind, nehmen die Besucherzahlen der Buchmesse nicht etwa ab, wie man daraus hervorgehend vermuten könnte. Nein, im Gegenteil. Wie die regionale Tageszeitung in Leipzig berichtete, steigt die Zahl der Buchinteressierten von Jahr zu Jahr an. Deshalb sei es sinnvoll frühzeitig Fahrt und Unterkunft zu buchen und sich somit ohne Stress auf die 4 Tage des Ausnahmezustands Leipzigs zu freuen.
Außerdem bietet sich die Bahnfahrt schon allein deswegen an, weil man mit der Messeeintrittskarte kostenlos den Nahverkehr in Leipzig und Umgebung (bis nach Halle) am Besuchstag nutzen kann. Auch das Messegelände ist wohl am besten mit der Bahn zu erreichen.
Das Gelände selbst besteht aus mehreren großen Hallen sowie einer gewölbten Haupthalle aus Glas. Das ist sehr schön anzusehen und macht einen ungemein freundlichen und hellen Eindruck. Allerdings wird es dort auch im recht kühlen März extrem warm, was sicherlich auch mit den Scheinwerfern, Kameras und der hohen Besucheranzahl zusammenhängt.
Falls es einem zu warm wird und man zusätzlich zu viel Ballast zu tragen hat, kann man für einen geringen Preis die Garderobe in Anspruch nehmen oder aber ergattert sich bei diversen TV- und Verlagsständen Papptüten, in denen man alles verstauen
kann.
Cosplayer in Action
Foto: Jenniffer Malenz
Die gewölbte Glashalle ist hauptsächlich mit Ständen von TV-Sendern belegt, während die Halle 2 befüllt ist mit Kinderbuchverlagen, der Kinderbuchhandlung sowie Fantasy, Anime usw. Außerdem befindet sich dort die sog. Cosplay-Halle, in der sich jährlich die Cosplayer (Personen, die einem japanischen Verkleidungstrend folgen) zusammenfinden, um dort am Fotowettbewerb teilzunehmen und somit evtl. für das beste Kostüm prämiert zu werden. In Halle 3 befindet sich die Buchhandlung für Erwachsene. Außerdem ist diese hauptsächlich mit Verlagen anderen europäischer Länder gefüllt, was beim Durchqueren dieser äußerst interessant ist, da man von allen Seiten Lesungen und Interviews hört, teilweise mit Übersetzung. In den Hallen 4 und 5 befinden sich wiederum eher deutsche Verlage, die Autoren-Arena der Leipziger Volkszeitung, die Autorenbuchhandlung sowie die Signierstände.
Des Weiteren sind vor und hinter der Messe kleine Wasserflächen, die ebenfalls dazu einladen, sich gemütlich hinzusetzen und zu verschnaufen. Insgesamt also eine wirklich sehr schöne Atmosphäre.
Donnerstag, der 18. März
Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse 2010
Direkt nach der Ankunft in Leipzig fuhr ich zur Messe, um die diesjährige Verleihung mitzuerleben. Da bis dahin noch etwas Zeit war, entschloss ich mich währenddessen einem Interview von Michael Mittermeier zu lauschen, der sein Buch Achtung Baby vorstellte und Anekdoten daraus erzählte. Ein sympathischer Mensch, der im Anschluss an das Interview noch für all seine Fans, die auf ihn warteten, signierte.
Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde bis dahin schon fünfmal vergeben und zeichnet Autoren für ihre Bücher in den Kategorien Sachbuch und Belletristik sowie den Autor einer besonders gelungenen Übersetzung aus, die von der Jury am ersten Tag der Buchmesse veröffentlicht werden. Viele waren für diesen Preis nominiert, einige Autoren schon Wochen zuvor in den Medien vertreten. Und so fieberte man jenem Moment entgegen, in dem die Sieger bekannt gegeben werden würden.
Die Hallen waren ca. zur Hälfte mit Presse gefüllt, die sich gegen 16 Uhr in der großen Glashalle sammelte. Auch ich fand mich dort ein, um nun das folgende Ergebnis zu erfahren:
Der Preis in der Kategorie Belletristik ging an Georg Klein mit seinem Buch Roman unserer Kindheit, zu dem Ihr weitere Informationen innerhalb unserer Rubrik Perlen der Bibo entnehmen könnt. Des Weiteren gewann Ulrich Raulff mit Kreis ohne Meister in der Kategorie Sachbuch. Ulrich Blumenbach erhielt für die Übersetzung des Buches Unendlicher Spaß von David Foster Wallace den Preis in der gleichnamigen Kategorie.
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich nun zum einen weiß, wie viele Orte ich kostenlos mit der NWB erreichen kann, wie es in Niedersachsen aussieht und wo ich ungestört Zugfahren kann. Zum anderen habe ich meine beiden Mitredakteure besser kennengelernt sowie umgekehrt, was doch immer eine tolle Sache ist und zum Zugfahren einfach dazugehört! Thank you for travelling! .
Jury des Preises der Leipziger Buchmesse 2010
Foto: Jenniffer Malenz
Freitag, der 19. März
Da nun die Gewinner des Leipziger Buchpreises bekannt waren, wurden sie hier und dort natürlich zu Interviews geladen. So auch Georg Klein am Freitagvormittag bei 3sat. Dort beantwortete er bereitwillig einige Fragen bezüglich seines Preises und las noch einige Minuten aus dem Anfang seines Buches vor, was die Menschen um ihn herum ganz aufmerksam werden lies.
Nachdem ich nun etwas mehr Überblick auf dem Gelände hatte, besuchte ich im Anschluss diverse Veranstaltungen.
Aus meinem Programmheft entnahm ich, dass in der „Textbox“ poetische Texte vorgetragen werden. Und so begab ich mich zum Stand in der Glashalle, in der die Sprecher in einer kleinen Box vor einem Mikrofon standen. Allerdings konnte man ihre Stimmen nur hören, wenn man sich einen der davor hängenden Kopfhörer nahm und ihren Worten lauschte, die kritisch und poetisch zugleich waren.
Der Tag endete für mich schließlich mit einer Recherche über die Eulenspiegel Verlagsgruppe, die mir während der Messe auffiel. Die von ihr vorgestellten Bücher greifen häufig Themen der ehemaligen DDR auf. Teilweise auch aus persönlichem Interesse stöberte ich in diesem Sortiment herum und empfehle Euch, euch ebenso die Zeit dafür zu nehmen, nach Büchern zu stöbern und sich darin zu verlieren.
Katy Karrenbauer
Foto: Jenniffer Malenz
Samstag, der 20. März
Ganz verloren fühlte ich mich am Samstagmorgen, als ich schon auf der Fahrt zum Hauptbahnhof kaum in die Züge kam, weil es überall von verkleideter Menschen wimmelte. Der gesamte Hauptbahnhof war gefüllt mit Cosplayern, die ein Gefühl einer anderen Welt vermittelten, und somit natürlich auch die Messe selbst.
Da an diesem Tag jedoch viele Prominente vor Ort waren, lies ich mich von dem Getümmel nicht abschrecken und fuhr auch wieder zur Messe. Günter Grass, der Autor von Die Blechtrommel, signierte Bücher und fand vor sich eine lange Schlange, die bis in die nächste Halle hineinreichte. Jostein Gaarder, der das philosophische Buch Sophies Welt schrieb, sollte ebenfalls zum Signieren kommen, fiel aber leider wegen Krankheit aus. Dies nahm mich wirklich mit, da ich ein begeisterter Fan von diesem Buch bin. Wenigstens weiß ich nun, welchen Geschlechts Jostein Gaarder angehört. Mir war es bislang aufgrund des undeutlichen Namens nicht ganz einleuchtend gewesen, dass er männlich ist.
Weitere Freude bereitete mir Katy Karrenbauer, die zunächst in der LVZ-Autoren-Arena für ein Interview zur Verfügung stand, das sie äußerst sympathisch erscheinen lies, und anschließend zum Signieren bei der Eulenspiegel Verlagsgruppe war. Auch ich konnte glücklicherweise ein Autogramm erhalten. Lustigerweise sollte man erwähnen, dass auf ihrem Tisch ein Stapel mit Autogrammkarten bereitstand, der nach einigen Minuten und dem Kommentar von Karrenbauer „Was? Wie sehe ich denn darauf aus? Das geht nicht mit dem Doppelkinn“ plötzlich nicht mehr bereitlag. Auch Thomas M. Stein war zum Signieren anwesend und schenkte mir für ein Foto ein Grinsen.
Doch damit nicht genug. Paul Maar, Erfinder der Kinderbuchfigur Das Sams, war freudestrahlend und sympathisch am Signiertisch für seine jungen Leser bereit, ihnen mit einem Autogramm und einer kleinen und hübschen Zeichnung das Buch zu signieren. Und wie bereits erwähnt, war auch Michael Mittermeier einer der anwesenden Prominenten.
Nach der Autogrammstunde von Frau Karrenbauer besichtigte ich noch eine sehr interessante Fotoausstellung, die Bilder aus dem Jahr 1989 zeigte. Dies macht deutlich, wie vielseitig die Buchmesse verschiedenst interessierte Leute anspricht. So auch die in Unmengen verkleideten Leute, die leider auch einen großen Haufen Müll in der Cosplay-Halle hinterließen. Ein wohl rundum buntes Treiben, wie man sagt.
Sonntag, der 21. März
Auch der Sonntag war ein sehr gut besuchter Tag, an dem es sich dennoch gelohnt hat auf der Messe anwesend zu sein und die Bücher, die man am Donnerstag oder Freitag besichtigt hat, nun günstiger und direkt an den Verlagsständen zu ergattern.
Diese Gelegenheit habe auch ich genutzt, bis ich dann wieder in Richtung Vechta aufbrach.
Zusammenfassend kann ich für das nächste Jahr nun raten, den Donnerstag dafür zu nutzen, um in Ruhe nach Büchern zu stöbern, da man aufgrund der hohen Presseanzahl genügend Plätze erhält, um in diese hineinzulesen. Des weiteren ist es, aufgrund der allgemein geringeren Besucherzahlen im Vergleich zu Samstag und Sonntag, sehr gut, sich allgemein erst einmal zu orientieren und umzusehen. Auch der Freitag bietet sich im Allgemeinen dafür an, obwohl sich auch gegen Nachmittag die Hallen mehr und mehr mit Besuchern füllen.
Der Samstag hingegen ist extrem voll und eignet sich wohl eher dazu, die Stadt und Umgebung kostenlos zu erkunden. Der Aufenthalt auf der Messe ist dem nur vorzuziehen, wenn man den Cosplayern oder aber Prominenten unbedingt begegnen möchte.
Sonntag, wie bereits erwähnt, stellt die beste Gelegenheit dar, die Bücher, die man haben möchte, kostengünstiger beim Verlag selbst zu erwerben.
Insgesamt bin ich sehr froh, auf der Leipziger Buchmesse gewesen zu sein und lege es jedem von Euch ans Herz, diese Tage im März 2011 zu erleben.
Weitere Fotos und Informationen zur Buchmesse Leipzig findet Ihr im Bilderalbum und auf www.leipziger-buchmesse.de.
von Jenniffer Malenz
Liebe Leser,
hiermit möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die freundlicherweise an der Umfrage teilgenommen haben, die wir am 1. Februar auf unserer Website online gestellt haben. Leider waren es nicht genügend Leute, um diese Ergebnisse sinnvoll auswerten zu können.
Daher bitte ich Euch an der Umfrage zu Euren Lesegewohnheiten teilzunehmen.
Vielen Dank.
Foto: Jenniffer Malenz

Bilderalbum
uniVista No. 15: Leipziger Buchmesse 2010
uniVista No. 15: Leipziger Buchmesse 2010
Ein Besuch auf der Leipziger Buchmesse 2010 (Fotos von Jenniffer Malenz und Daniel Knoke)
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Vom Leben und Leiden, mit Witz und Wahnsinn

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Lust auf ein Buch, das mal wieder das eingestaubte Herz so richtig erwärmt? Polski Blues lesen! Janosch kennt man wohlmöglich meist in Verbindung mit einer komischen Tigerente. Hier erfreut er auch die gereifte Generation mit Sinn für Menschlichkeit und Sprache.
Protagonist des Buches ist Filmregisseur Staszek Wandrosch, welcher mit Freunden durch sein heimatliches Polen reist, um sein altes Idol aufzuspüren: den legendären Jazztrompeter Zdenek Koziol. Eine Vielzahl dazu stoßender skurriler Gestalten erhöht dabei das Lesevergnügen. Allesamt versuchen sie, die Frage zu beantworten, was in einer von Armut geprägten Welt einen Lebenskünstler auszeichnet.
Die Darstellung vom polnischen Land und seinen Leuten geschieht dabei so herzlich, dass man in eine Stimmung versetzt wird, die konstant auf mageren 156 Seiten einen verregneten Nachmittag die Stirn bietet. Dabei halten sich Witz und Tragik die Waage, dass man es Janosch hoch anrechnen muss, ohne Bedarf an abgegriffenem Feel-Good-Kitsch, eine grau gezeichnete Welt, in wohlige Wärme zu hüllen.
Extra für Euch bestellt und von der Bibliothek rangeschafft, wünschen wir ein wohlwollendes Leseerlebnis für schwere und für leichte Zeiten.
Janosch: Polski Blues
Signatur: 407568
von Tobias Kunz
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Worte der Vergangenheit aus dem Herz eines Kindes

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Liest man erstmals die Zeilen dieses Buches, so entschwebt man alsbald in die Tragik eines scheinbar unbeschwerten Sommertages kleiner Kinder und fühlt sich direkt selbst in diese Szenerie versetzt. Unfassbar ehrlich, düster und magisch, wie es scheint, ist der Roman unserer Kindheit von Georg Klein völlig berechtigt zum Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2010 in der Kategorie Belletristik gewählt worden.
Von Klein selbst als seelisch und emotional erfassend bezeichnet, stellt dieses Buch autobiografisch dar, wie die Kinder der frühen sechziger Jahre ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sich fühlen und hingeben in einer Welt, die um sie herum stattfindet. Eine Welt, die sie festhält, ihnen so unheimlich spannend erscheint und ihnen viel mehr Freude bereitet, als es dem Erwachsenen möglich ist.
Wer also einen Einblick ins kindliche Erleben wünscht, dem lege ich diesen Roman ans Herz. Seine Sprache ist prägnant und zieht einen außergewöhnlich in ihren Bann.
Georg Klein: Roman unserer Kindheit
Signatur: CQYk6722 = 411051
von Jenniffer Malenz
Georg Klein (l.) liest auf der Leipziger Buchmesse aus seinem Roman vor
Foto: Jenniffer Malenz
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Horoskope Mai 2010

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Stier
Finanzielle Sorgen sollten nicht zu eng gesehen werden. Auch wenn es beruflich nicht sonderlich gut läuft, kommende Nahtoderfahrungen sind in nächster Zeit von größerer Bedeutung.
Zwillinge
Solltest Du jetzt vorhaben die Welt zu erobern, die Sterne stehen verdammt günstig. Mit Witz, Anmut und einer selbstverständlichen Leichtigkeit ziehst Du alles und jeden in Deinen Bann. Damit legst Du das Fundament für ewig währendes Glück und Vollkommenheit.
Krebs
Du bist unendlich motiviert in Sachen „Pläne schmieden“. Leider mangelt es Dir an ausreichend Kompetenzen diese umzusetzen. Deine subtile arrogante Art wird Dir dabei die nötige Unterstützung anderer vom Leib halten.
Löwe
Schönheit allein reicht leider nicht aus. Du kommst die Tage einfach nicht in Fahrt und Deine andauernde Zurückgezogenheit geht den Ersten bald auf den Zeiger.
Jungfrau
Du versprichst Dir viel von den kommenden Wochen und Monaten. Zu viel? Nein, Deine Erwartungen werden sogar noch übertroffen. Vor Dir liegt der beste Sommer, den Du je erlebt hast.
Waage
In der Liebe tut sich bei Dir einiges. Wenn Du Single bist, stehen die Sterne günstig, jemanden zu finden, der Dir sein Herz schenken möchte. Möglicherweise ist das Ganze nicht von Dauer, und alles, was bleibt, ist eine hartnäckige Syphilis-Infektion. Doch was wäre die Alternative? Nicht nur Domian-Fans wissen: Objekt-Sexualität ist keine Lösung..
Skorpion
Die Zeit ist reif für neue Kontakte. Die Frühlingsluft ermöglicht Dir, Dich hervorragend zu verstellen und Dein wahres, langweiliges Selbst zu verbergen. Dankbarkeit und Freundschaft könnten dafür gedeihen.
Schütze
Deine gute Laune ist wirklich unerträglich. Zwar hast Du das Gefühl mit Deinem harmonischen Gemüt die Leute anzustecken, stößt dabei mit Deiner Ekel erregenden Glücksschwafelei jedoch nur auf Ablehnung.
Steinbock
Du bist manchmal unzufrieden mit Deinem Leben? Du hättest gerne mehr geschafft, hättest gerne Erfolge, auf die Du zurück blicken könntest? Vielleicht hast Du recht. Vielleicht ist Dein Leben wirklich jämmerlich. Doch das untere Ende ist noch nicht erreicht. Gut möglich, dass das bald anders ist. Die Sterne jedenfalls sagen: „Herzlich willkommen am Arsch!“
Wassermann
Voller Erwartung sehnst Du den kommenden Sommer herbei. Doch wie war diese Jahreszeit 2009 oder 2008? Ein paar warme Tage und viel Regen? Ein Camping-Urlaub mit dem jetzigen Ex-Freund? 35 Grad im Zimmer und jede Menge Klausuren im Nacken? Mal im Ernst: Wer mit solchen Erfahrungen Vorfreude entwickelt, würde mit einem halben Hähnchen zum Tierarzt gehen.
Fische
Es ist schön, dass Du nach unendlichem Rumlungern ein neues Hobby gefunden hast. Du strahlst wie nie zuvor Zuversicht und Fröhlichkeit aus. Doch sei vorsichtig. Experimente mit Rauschgift sind nicht auf Dauer befriedigend.
Widder
Manchmal fühlst Du Dich unverstanden, einsam und unbeliebt. Nur nicht den Kopf hängen lassen! Vielleicht liegt es ja bloß an der unzureichenden Leistungsfähigkeit Deines Deodorants, dass niemand neben Dir sitzen möchte. Vielleicht auch nicht. Gut möglich, dass Dich wirklich keiner leiden kann. Die Sterne jedenfalls liefern darauf keine Antwort. Warum? Na weil sie Dich nicht mögen.
von Stefan Hirsch und Tobias Kunz
Hintergrundbild: © Martin Kolb / PIXELIO
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Wirsingroulade, dazu Zwiebelsuppe und Grießflammerie

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Gekocht von Vera Böske (Praktikantin) und
Kai Brockmeyer (Auszubildender)
vom Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz
Vorspeise
Überbackene Zwiebelsuppe:
  • 30ml Öl
  • 900g Zwiebeln
  • 2l Rinderbrühe
  • 1 Stück Stangenweißbrot
  • Knoblauch nach Bedarfn
  • 250g Gouda (geraspelt)
Nachdem Du die Zwiebeln geschält und in Streifen geschnitten hast, schwitzt Du sie in heißem Öl an. Sobald sie glasig sind, löschst Du sie mit etwas Weißwein ab und füllst sie mit der Rinderbrühe auf. Wenn die Zwiebeln weich sind, schmeckst Du die Suppe mit Salz und Pfeffer ab und füllst sie in Tassen. Dann bedeckst Du die Suppe mit einer gerösteten Scheibe vom Stangenweißbrot, bestreust sie mit Käse und überbackst alles.
Hauptspeise
Wirsingkohlroulade:
  • ca. 1kg Schweinehackfleisch
  • 1 Kopf Wirsing
  • 3 Möhren
  • 1 Sellerie
  • 1l Rinderbrühe
  • 50g Tomatenmark
Zunächst nimmst Du die Blätter vom Wirsing ab und blanchierst sie (kurz mit heißem Wasser überbrühen). Danach würzt Du das Hackfleisch und formst es zu 6 gleichgroßen Bällchen. Diese ummantelst Du dann mit dem Wirsing und verbindest sie dabei geschickt. Nun würfelst Du den Sellerie und die Möhren. Dann brätst Du die rohen Rouladen an und nimmst sie danach wieder aus dem Topf. In diesen gibst Du jetzt die Möhren- und Selleriewürfel und brätst diese ebenfalls an. Gib das Tomatenmark hinzu, lasse es anbraten, lösche den Ansatz ab und fülle ihn mit Rinderbrühe auf. Nun fügst Du die Rouladen hinzu und lässt sie bei mittlerer Hitze ca. 60 min. schmoren. Danach passierst Du die Soße mit einem Pürierstab und bindest sie, wenn nötig, mit Soßenbinder ab.
Savoyardkartoffeln:
  • 600-700g Kartoffeln
  • 1l Brühe
  • Salz
  • Pfeffer
Wasche die Kartoffeln, schäle sie und schneide sie dann in 2mm dicke Scheiben. Lege sie nun in eine Auflaufform in die gewünschte Form und würze sie. Danach übergießt Du die Scheiben mit Brühe und garst sie im Ofen.
Glasierte Möhren:
  • 400g Möhren
  • 50g Honig
Schäle die Möhren, bringe sie in die gewünschte Form und blanchiere sie. Nun löst Du den Honig mit etwas Wasser in einem Topf auf dem Herd auf, bis er zähflüssig ist. Dann gibst Du die Möhren hinzu und schwenkst sie kurz im Honig.
Nachspeise
Grießflammerie:
  • 500ml Milch
  • 120g Grieß
  • 100g Zucker
  • 3 Eigelb
  • 3 Eiweiß
  • Mark einer Vanilleschote
Vermische zunächst den Grieß mit 50g Zucker. Gib dann die Milch mit dem Vanillemark in einen Topf und lasse sie aufkochen. Dann fügst Du den Grieß hinzu und lässt ihn quellen. Nun mischst Du das Eigelb unter den Grieß, solange dieser noch heiß ist. Dann schlägst Du das Eiweiß solange auf, bis Du Eischnee erhältst, rührst den restlichen Zucker unter und mischst ihn mit der Grießmasse. Stelle den Grieß kalt.
Orangensoße:
  • 8 Orangen
  • 25g Zucker
  • 1 Blatt Gelatine
Weiche die Gelatine in kaltem Wasser ein und presse die Orangen. Den daraus gewonnenen Saft kochst Du auf, zuckerst ihn und löst die Gelatine, die Du zuvor aus dem Wasser entnimmst und kurz ausdrückst, darin auf. Nun stellst Du auch diese Soße kalt.
Vanillesoße:
  • 8 Orangen
  • 500ml Milch
  • 50g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 2 Eier
  • 1/2 Vanilleschote
Schneide die Vanilleschote auf und kratze das Mark aus. Koche die Milch mit diesem und der Schote auf und entferne diese wieder. Nun schlägst Du die Eier mit dem Zucker schaumig, fügst die Milch hinzu und schlägst es mit dem Eigelb zur Rose auf (im heißen Wasserbad schlagen, bis es schaumig wird). Stelle die Soße kalt.
Guten Appetit!
Ausarbeitung: Kai Brockmeyer
Text: Jenniffer Malenz
Mit freundlicher Unterstützung der Mensa Vechta.
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San Francisco

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Nachdem in der letzten Episode die gesamte WG unter einer Schneelawine begraben wurde, scheint alles vorbei. Ist dies das Ende? Und was wurde aus der Waschmaschine?

Gedanken wabern durch den Nebel des Bewusstseins. War dies tatsächlich der Himmel? Wo war Bob?

Stimmen. Worte. Bobs Verstand schien zu bersten. Bobs Verstand? Etwas war merkwürdig.

Oh, zum Glück war die Lawine und das Jenseits nur eine drogeninduzierte Halluzination von Bob. Da haben wir alle ja gerade noch mal Glück gehabt.
Jetzt, wo die WG gerettet ist (naja, streng genommen nur Bob), stellen sich jedoch nur noch mehr Fragen, die nach Antworten schreien. Warum halluziniert Bob sich in fremde Körper? Was ist mit der Waschmaschine?
Und wer zu Hölle ist Arno Dübel? All das erfahrt Ihr nächstes Mal (wer´s glaubt…)
Texte: Thomas Hülsmann
Kulissen: Thomas Hülsmann und Tobias Kunz
Inspiration: Arno Dübel
Fotos: Alexander Dressler
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Plötzlich exmatrikuliert: Was nun?

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Der Zukunft lächelnd entgegen
Dichte Wälder, sprudelnde Flüsse und weite Felder ziehen an mir vorbei. Nichts und niemand kann mich stressen und stellt mir Fragen. Lediglich der nette Herr, der mir in diesem Moment einen frischen Kaffee anbietet. Doch kann ich ihn mir nicht leisten, und wenn wir ehrlich sind, bekommt der mir eh nicht. Aber auch das interessiert mich nicht, denn ich bin glücklich und frei. Keine Klausuren, kein Lernen und kein Zwang mich mit Dingen zu beschäftigen, die schon bald nicht mehr von Bedeutung sind. Denn ich bin exmatrikuliert, aus Gründen, die eben dafür sprechen. Ich als zukünftige Sozialarbeiterin? Die Traumblase ist nun zerplatzt. Doch wen kümmert‘s? Genügend andere, zum Teil selbst psychische Wracks, können diesen Job jetzt gerne für mich übernehmen. Ich hingegen nutze nun die Zeit für meine andere Leidenschaft.
Wie dumm wäre ich, wenn ich nun aufgeben würde? So bereise ich die Welt, oder wenigstens Nordrhein-Westfalen. Denn ich bin auf dem Weg nach Dortmund, da ich im Internet gelesen habe, dass ich mich dort zur Journalistin ausbilden lassen kann. Und was liegt nun näher, als diesen Weg anzustreben? Richtig: nichts! Also begebe ich mich auf den Weg dorthin, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, der letzten Endes bewirken soll, dass ich aufgenommen werde und meinen weiteren Lebensweg im angrenzenden Bundesland beschreiten werde. Es bleibt nur zu hoffen, dass er mich glücklich macht. Und so träume ich schon von künftigen Tagen, die mich am Abend sagen lassen, dass ich den richtigen Weg gewählt habe. Sie werden mich daran erinnern, wie ich einst hier saß und mich damit abgefunden hatte, „versagt“ zu haben. Sie werden mich aber auch daran erinnern, dass ein Weg nicht alles bedeutet und eine Fähigkeit von mir nicht alles ausmacht. Und während ich voller Hingabe positiv denke, frage ich mich, ob dieser Optimismus vielleicht nur daher rührt, weil dies alles rein hypothetisch ist.
von Jenniffer Malenz
Der Zukunft ächzend entgegen
Exmatrikuliert. Schon allein die unterschwellige Kraft, welche dieses Wort zu bieten hat, kann einem zartbesaiteten Studenten Angst einjagen. Da lacht man an einem sonnigen Morgen dem Himmel entgegen und in der bedrohlichen Dunkelheit eines kleinen Briefkastens entfaltet sich ein Wisch des Grauens. “Sie wurden exmatrikuliert. Sie haben versagt. Sie sind von der Liste der Pseudo-Intellektuellenelite gestrichen worden. Packen Sie ihre Sachen. Ihre ungenügenden Fähigkeiten werden hier keinesfalls mehr benötigt.”
Das feine Polster des Studentendaseins hat man mit perfektionierter Faulheit oder grenzenloser Dummheit zerstört. Die neu gewonnene Freiheit schmeckt bitter. Wohin mit der eigenen, vorerst gescheiterten Existenz?
Ein Abend an der Theke einer Eckkneipe sollte Klarheit schaffen. Dieser Ort hat eine raue Menge an gescheiterten Existenzen zu bieten und sollte bei der Frage helfen, ob man sich selbst dazuzählt.
Die geöffneten Arme der Familie fühlen sich an wie Schläge in das Gesicht. Das geht schon in Ordnung. 600 Euro pro Semester, investiert für das eigene besiegelte Scheitern. Da kann man die Wut und Enttäuschung der verwandten Geldgeber schon nachvollziehen. Die Rolle des Sündenbocks sollte man akzeptieren.
Irgendwann, nach wochenlangem Suhlen im Selbstmitleid, sollte man wieder in die Zukunft schauen. Das Leben anpacken. Der eigene Blick muss in die richtige Richtung gehen. Nämlich genau zu den Leuten, welche noch viel mehr versagt haben. Das ist menschlich und stärkt Körper und Geist. Immatrikulation heißt dann das Zauberwort. Eine Anmeldefrist für den Neuanfang gibt es nämlich nicht.
von Tobias Kunz
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PDF-Version der 14. Ausgabe

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Mach diesen Test zusammen mit einer Person, die Dich gut kennt. Erst klickt sie sich stellvertretend für Dich durch die Fragen, dann Du. Dann klick auf "Auswerten" und schau nach, in wie vielen Punkten ihr überein stimmt...
von Stefan Hirsch
Wenn ich Auto fahre...
...denke ich über meine Kindheit nach.
...fangen Verkehrssicherheitsexperten an, zu weinen.
...höre ich heimlich Mickie Krause.
Mein Lebensstil ist...
...alkoholnah.
...exaltiert.
...umweltbewusst.
Meine Geschwister...
...können sich immer auf mich verlassen.
...wären gerne so wie ich.
...riechen besser als ich.
Wenn ich bewusstlos bin...
...sehe ich aus wie ein träumender Engel.
...machen sich meine Freunde Sorgen um mich.
...fällt es niemandem auf.
Ein Film, der Parallelen zu meinem Leben aufweist ist...
...Die Buddenbrooks.
...Das Blutgericht der reitenden Leichen.
...Captain Arsch und seine geilen Piraten.
Wenn ich betrunken bin...
...ist es kalt und dunkel.
...verursache ich Zwischenfälle.
...denke ich an meine Mutter.
Wenn ich ein Gegenstand wäre, wäre ich...
...ein Sack voll Edelsteine.
...ein gefälschtes Ed-Hardy-Shirt.
...ein Glas Milch.
Ich sehe so ähnlich aus wie...
...Miley Cyrus.
...Kristen Stewart.
...der Fuchs aus der Spee-Werbung.


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Offener Brief ans stille Örtchen

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toilette14
Foto: Johanna Olberding
Liebstes stilles Uni-Örtchen,
ich hörte, Du wärest ziemlich angepisst!? Ich kann Dich da durchaus verstehen. Menschen besuchen Dich Tag für Tag und es ist kein „Sitzen-bleiben“, sondern ein „Stuhl-gang“. Wie soll da eigentlich ein auf gegenseitige Wertschätzung beruhendes Gespräch entstehen? Sie laden ihren Mist bei Dir ab mit der selbstverständlichen Annahme, dass du es einfach runterspülst.
Dies ist nicht der Grund für Dein verstopftes Aggressionsventil!? Das ist Dein Job? O.K., Du fühlst Dich trotzdem beschissen? Du stehst immer da und keinen interessiert es, wie er Dich verlässt? Getreu dem Motto „Lieber ein scheiß Ende, als endlose Scheiße“ ergeht es Dir und der häufige Appell „Verlasse mich so, wie Du mich vorfinden möchtest!“, geht in die Hose.
Ich möchte mich hier für Dich aussprechen. Du bist immer da, wenn man Dich braucht. Manchmal bist Du besetzt, aber sobald Du wieder frei bist, kann jeder kommen. Unter Deinen Hygienekollegen bist Du die am meisten besuchte.
Vergessen werden doch gerne einmal die kleinen, farbigen Mülltrennungseimer. Zwar auf jedem Flur beheimatet jedoch oft unbeachtet klagen sie mir ihre Einsamkeit. Dabei helfen sie doch jeden Mist zu sortieren und sind darin oft präziser als mancher Therapeut.
Sie würden sich also, ebenso wie Du, fürsorglicherer Beachtung erfreuen. Dann geht auch er besser runter, der Uni-Alltag.
von Johanna Olberding
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“Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut”

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bildungsstreik14
Dieser Ruf klang am 2. Dezember 2009 durch die Straßen von Vechta. Nachdem in den Nachrichten von europaweiten Protesten unter der Überschrift Bildungsstreik berichtet wurde, taten auch die Studenten und Studentinnen der HS Vechta ihren Unmut über das Bildungssystem Jahr kund. Im Gegensatz zu den doch eher kleinen Demos vor der Einführung der Studiengebühren und der ersten Bildungsstreikaktion „Betteln für Bildung“ im Sommer `09 (mit ca. 100 Teilnehmern) folgten dieses Mal unglaubliche, nach der Schätzung der Polizei, 500 Menschen dem Aufruf des AStA. Schon allein diese Menge macht deutlich, in Vechta bewegt sich etwas. Mit dem guten Gefühl nicht allein zu sein, zogen die StudentInnen und auch Dozierende zunächst auf der Windallee Richtung Füchtel, um dann in die Große Straße einzubiegen. Wartende PKWs drückten mit lautem Hupen ihre Solidarität aus. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf der großen Kreuzung vor Fix und Fax ging es dann zurück zur Hochschule und in die Aula.
Dort angekommen positionierten sich die studentischen VertreterInnen sowohl zu den bundesweit einheitlichen Forderungen, bezüglich der Mängel der Bachelor- und Masterstudiengänge, als auch zu den expliziten Forderungen an das Präsidium der Hochschule Vechta. Dieses reagierte prompt und stellte seine Position dar. Ebenso gaben Dozierende wie unter anderem Professor von Lahr und Professor Möhring Hesse ihre Meinung kund. Dabei wurde mit Parolen wie „Lassen Sie sich das nicht gefallen!“ (von Lahr) und guten Ratschlägen nicht gespart.
Zusammenfassend lassen sich drei Feststellungen treffen:
  1. Die studentische Vertretung ist nah an den Studierenden dran und in der Lage deren Wünsche schnell und gut umzusetzen. Denn der Wunsch nach dieser Demo wurde an sie heran getragen und sie reagierten prompt.
  2. Die Studierendenschaft ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und scheint mobilisiert.
  3. Das Präsidium ist zum Dialog bereit und arbeitet hinter den Kulissen an der Umsetzung zumindest einer Forderung, nämlich der besseren Transparenz über die Verwendung der Studiengebühren. Bereits vor den Protesten trat die AG Studiengebühren an uniVista heran und arbeitet mit uns zusammen an einer Möglichkeit die Hochschulöffentlichkeit über die Verwendung der Gelder umfassend zu informieren.
von Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 14: Bildungsstreik 2009
uniVista No. 14: Bildungsstreik 2009
Bildungsstreikaktion „Betteln für Bildung“ am 16. Juni 2009 und Bildungsstreik am 2. Dezember 2009 in Vechta (Fotos von Alexander Dressler)
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2010 – Ein nächster Schritt

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Ausblickend auf das Jahr 2010 gehen wir nun schwanger mit dem 2009 begonnenen bundesweiten Bildungsstreik, welcher von dem „Aktionsbündnis gegen Studiengebühren“ (ABS) und dem „Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit“ (bpm) organisiert wurde und gewiss auch in diesem Jahr weiter Thema sein wird.
Nachdem nun die Meinung der Studierendenschaft ein öffentliches Ohr gefunden hat – es ist gewiss noch nicht an jedes Ohr gedrungen – gilt es, bei der inneren Missstandswahrnehmung insofern zu verbleiben, die Nischen zur Eigeninitiative – neben Demonstrationen – weiter zu entdecken, abzusichern und zu nutzen.
Unmutsausdrücke wie “Das bringt doch nichts.”, “Als einzelne/r kann ich nichts ändern” u.v.m. weichen dem Bewusstsein konstruktiver Kommunikation und Zusammenarbeit.
Die Reichweite einer gegenwärtigen Position schafft die Möglichkeiten des gegenwärtigen Denkens und Handelns. Die Grundlage für jede Position bleibt die Information über aktuelle Geschehnisse im Kleinen wie im Großen. Im Kleinen fällt unsere Hochschule in den Fokus. Die Aktionen vom 16. Juni und 2. Dezember 2009 verdichteten sich auf einen Appell an die „Baustellen“ der Hochschule Vechta selbst. Die Ende Januar diesen Jahres neugewählten Vertreter der Studierenden im Studierendenparlament (StuPa), Senat, der Zentralen Kommission für Lehre und Studium (ZKLS) sowie der Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung (KFG) bedürfen Eurer Informationen aus Studiengängen, Veranstaltungen, von Prüfungsbedingungen u.s.w. Dabei bilden besonders Ungereimtheiten, Veränderungswünsche, Hinweise etc. die zu vertretende Meinung, welche den Studierendenvertretern in den Gremien der Hochschulpolitik eine Handlungsgrundlage bietet.
Viele Studierende der Hochschule Vechta sind am 2. Dezember 2009 in den „Rausch“ der durchaus berechtigten Demonstration gekommen. Jetzt Bedarf es des Umstrukturierungs-Rausches. Der verläuft um etliches stiller und zieht keineswegs so viel mediale Aufmerksamkeit auf sich. Er ist jedoch notwendig um dieses Kind auf die Welt zu bringen und zwar in einen vorbereiteten Kontext, welcher dem Kind – nennen wir es einmal Bildung jr. – gute Voraussetzungen zur „Bildung“ gibt.
von Johanna Olberding
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Aktionstag für Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit

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Die Hochschule als Ort der Bildung besitzt einen Auftrag. Dieser besteht nicht nur in der Forschung und der Wissensvermittlung, sondern auch in der Sicherstellung von gesellschaftlicher Teilhabe, Chancengleichheit und Integration. In diesem Sinne gab es am 25. November 2009 den Aktionstag mit dem Schwerpunkt „Schwerbehinderung und chronische Krankheit“.
Nachdem bereits die ersten baulichen Maßnahmen die Hochschule der Barrierefreiheit ein Stück näher gebracht haben, wurde der Umgang mit Schwerbehinderung und chronischer Krankheit auch inhaltlich gefüllt. Der Aktionstag bot eine erste Möglichkeit sich ausführlich sowohl fachlich als auch persönlich zu den verschiedensten Themen, vom persönlichen Budget, über die Rentenversicherung bis hin zur Organspende zu informieren. Zum einen durch die Referate von Experten und die Möglichkeit zur Diskussion, zum anderen an den zahlreich vorhandenen Infoständen der Aussteller.
Genutzt wurde dieses Angebot von ca. 60-70 Besuchern, die überwiegend nicht der Hochschule angehörten. Obwohl beinahe alle Studierenden in ihren Fachgebieten mit dieser Thematik spätestens im Berufsalltag professionell konfrontiert sein werden, haben nur wenige den Weg zu dieser Veranstaltung gefunden.
Die Anwesenden jedoch äußerten sich über das Programm äußerst zufrieden. Das wurde auch in den zum Teil lebhaften Diskussionen nach den Referaten deutlich. Neben der Information war so der Austausch, vor allem zwischen den einzelnen Institutionen und professionellen Helfern, einer der zentralen Verdienste dieses Tages.
In der Folge haben sich vor allem in Vechta ansässigen Träger stärker vernetzt, so dass eine effektivere Zusammenarbeit möglich wird.
Darüber hinaus entstand ein Schulprojekt an der Justus von Liebig Schule. Die Abiturienten des sozialen Zweiges wollen nun, angeregt durch den Aktionstag, einen Wegweiser für behinderte Menschen erstellen und so die wichtigsten Informationen für Betroffene kompakt und einfach zur Verfügung stellen.
Auch für die Hochschule hat dieser Tag Folgen. Eine kleine, aber für Betroffene wichtige Anschaffung wird in der Mensa das Essen gehen erleichtern. So wird das Gleichstellungsbüro einen Rollwagen für die Mensa anschaffen, so dass die Tabletts bei Bedarf auch zum Sitzplatz geschoben werden können.
Diese Veranstaltung und die aus ihr resultierenden Projekte sind nur kleine Schritte auf einem langen Weg hin zur Barrierefreiheit und Chancengleichheit. Doch auch wenn der Weg noch weit ist, die Hochschule Vechta ist die ersten Schritte gegangen. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Aktionstag mit dem Schwerpunkt Behinderung und chronische Krankheit geben.
von Stefanie Bruns
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Die Musikgruppe Takatina und die Veranstalter des Aktionstages
Foto: Stephanie Borchers
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Die Welt in Tönen und Farben erschmecken

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Der Zimt riecht pink. Die Sonne schmeckt süß. Der Freitag ist feminin. Das Saxophon klingt quadratisch. Die 6 erscheint geschwätzig.
Die Sinne der Synästhetiker verschmelzen. Sie hören Farben, sehen Musik oder schmecken Ziffern. Solcherlei Aussagen klingen für viele Menschen befremdlich. Dennoch ist Synästhesie* kein Hirngespinst, sondern ein Phänomen, dessen medizinische Ursachen innerhalb der letzten 30 Jahre versucht wurde mit Hilfe der neuesten technologischen Durchbrüche zu entschlüsseln. 
So wird zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass bestimmte neuronale Verbindungen für die ungewöhnliche Verkopplung der Sinne verantwortlich sind. Die Forscher vermuten, dass jedes Neugeborene bis zu seinem vierten Lebensmonat die Welt um sich herum synästhetisch wahrnimmt. Mit der Reifung des Gehirns beginnen die Sinne zum größten Teil autonom ihre Aufgaben zu erfüllen.
Bei wenigen Menschen bleiben diese speziellen Verknüpfungen ein Leben lang erhalten. Wie viele Synästhetiker es wirklich gibt, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Häufig ist von dem Verhältnis 1:2000 die Rede.
Synästhesie kann verschiedenste Formen annehmen. So ist in der Theorie fast jede Kombination der Sinne denkbar, auch wenn noch nicht alle von ihnen bei Synästhetikern entdeckt werden konnten.
Die Ursache hierfür liegt zum einen an der noch sehr jungen Forschung, zum anderen daran, dass viele Menschen nichts von ihrer Synästhesie wissen. Sie gehen davon aus, dass jeder seine Umwelt auf dieselbe Weise erfährt. Die ungewöhnlichen Gefühle und Verbindungen werden als selbstverständlich beschrieben, da die eigene Welt nie anders erlebt wurde.
synaethesie14
“Einige Kreise” von Wassily Kandinsky (1926)
Nicht-Synästhetiker haben nur bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit synästhetische Empfindungen nachzuvollziehen. Das unwillkürliche, immer gleiche Empfinden bei diesen synästhetischen Erfahrungen bleibt ihnen verborgen. Der einzig mögliche Zugang zu der Perzeption* eines Synästhetikers ist nur unter Hinzunahme des Begriffs der Assoziation denkbar. Diese beiden Vorgänge können nicht gleichgesetzt werden, jedoch dem Verständnis dienlich sein. Jeder kann beispielsweise musikalische Wahrnehmungen mit Begriffen aus anderen Bereichen verknüpfen. Wir können über eine  Komposition aussagen, dass sie zu uns spricht, springt oder sich steigert. Derartige Gedankengänge sind für die meisten Menschen gut nachvollziehbar. Genau hier muss jedoch die Assoziation von der Synästhesie differenziert werden. Der Empfänger der Assoziation kann diese nur erleben, wenn er sich auf eine solche einlässt.
Der Synästhetiker hingegen hat keine Wahl. So wird die 6 immer rot, vertraut und feminin sein. Es entstehen untrennbare Einheiten, die nicht nur dann ablaufen, wenn über die Zahl gesprochen, sondern auch wenn nur an diese gedacht wird. Stehen auf einem Blatt schwarze Zahlen, werden sie dennoch, sobald sie gelesen und die Informationen im Gehirn verarbeitet werden, zu bunten Ziffern. Jeder Synästhetiker verbindet hierbei andere Farben und nicht nur diese bleiben über die Jahre erhalten, sondern auch die jeweiligen Nuancen. Ein Magentarot wäre genauso falsch wie Blau, da die 6 immer Weinrot sein muss.
Dass der Klang einer Trompete gelb und kantig erscheint, kann nur von einem Farbenhör-Synästhetiker, wie es zum Beispiel der Künstler Wassily Kandinsky war, nachempfunden werden. Ein Synästhetiker kann nämlich aufgrund seiner Veranlagung andere Synästhesiearten nicht nachvollziehen. Für eine Person, die Töne schmecken kann, und einen Nicht-Synästhetiker ist es gleichermaßen abstrus zu hören, dass jemand Grapheme personifiziert*.

Synästehie: Altgriech. für „mitempfinden“ oder “zugleich wahrnehmen”.
Perzeption: Unbewusste Prozesse individueller Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung.
Graphem-Personifikationen: Dabei werden Zahlen oder Buchstaben Geschlechtern oder Persönlichkeitseigenschaften zugeordnet.
Wir sehen Farben, hören Töne, riechen Gerüche, ertasten und empfinden.
Diese Vorgänge wirken auf uns, als seien sie unmittelbar und stünden im direkten Kontakt mit der einen, allgemeingültigen Wirklichkeit. Doch neuronale Signale werden von unserem Gehirn nach festgelegten Kriterien subjektiv bewertet und gedeutet. Somit kann unsere eigens durch die Sinne kreierte Welt als dynamisches Konstrukt des Gehirns angesehen werden. Die Hypothese, dass jedes Individuum in seiner eigenen Realität lebt, die es sich zuvor selbst erschaffen musste, kann durch die eigene undurchdringbare Isolation, welche damit vorausgesetzt wird, angsteinflößend erscheinen.
Durch die Erfahrungsberichte der Synästhetiker entsteht jedoch eine Art Praxis zu dieser Theorie, mit derer es uns leichter fallen kann, sich der Individualität der eigenen Wahrnehmung bewusst zu werden und somit vielleicht sogar Einblicke in konträre Weltbilder zu gewinnen.
von Franziska Kliefoth
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Ganz schön hohl

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Von Flat-Earth-Society und Innenweltkosmos
Gemein aber wahr: Die Globus-Industrie belügt und betrügt uns. Zumindest gibt es Menschen, die das glauben. Auch heute noch…
Die Erde ist ein Tortenboden. Der Nordpol liegt in der Mitte, drum herum die Kontinente und Ozeane. Die Antarktis ist ringförmig und begrenzt das Ganze nach außen. Davon gingen zumindest die Mitglieder der Flat-Earth-Society aus. Ihr Denken ging auf den Erfinder und Schriftsteller Samuel Rowbotham zurück. Dieser veröffentlichte Mitte des 19. Jahrhunderts eine Streitschrift, in der er – aufbauend auf Bibel-Interpretationen – begründete, warum die Erde flach sein müsse. Bis zur Zeit des ersten Weltkriegs hatten Flat-Earth-Society und ihre Vorgänger-Organisationen einen gewissen Zulauf, danach wurde es ruhig um die Theorie der flachen Erde. Heute gibt es noch ein paar Internet-Seiten, die sich mit dem Thema befassen. Allerdings nicht wirklich ernsthaft.
Aktiver sind hingegen die Anhänger der Hohlwelt-Theorie. Für sie ist die Erde kugelförmig. Das ist aber auch die einzige Parallele zum gängigen Weltbild, denn wir leben nicht außen, sondern innen. Im Zentrum der ca. 12.000 Kilometer messenden hohlen Erde befinden sich Sonne, Sterne und Mond, letzterer hat einen Durchmesser von – nicht 3.476 – sondern etwa 200 Kilometern.  
Warum es bisher niemandem aufgefallen ist? Das Licht, so die Hohl-Denker, verläuft nicht gerade, sondern in kreisförmigen Bahnen. Deswegen sind wir dem Glauben an die Außenwelttheorie verfallen, deswegen können Flugzeuge keine Abkürzungen nehmen, deswegen hat niemand bemerkt, dass die Unendlichkeit unter unseren Füßen liegt. Auch die Lichtgeschwindigkeit ist nicht konstant, sondern verlangsamt sich, umso weiter man dem Erdmittelpunkt kommt.
Und die Raumfahrt? Masse ist relativ, verringert sich, je weiter man sich der Erdmitte nähert. In dem Moment, in dem ein Space-Shuttle den Mond erreicht, hat es die Größe eines ferngesteuerten Autos, die Astronauten wiegen dann ca. 20 Gramm. Dadurch erwächst der Eindruck, der Mond ist 384.000 und nicht 6.000 Kilometer weit entfernt. Außerdem waren die Amis sowieso nicht auf dem Mond, das Ganze war ein Schwindel. Für Verschwörungstheorien haben Hohl-Denker immer ein offenes Ohr.
Das Ganze klingt nach den Fantasien eines Science-Fiction-Autors, der, wenn er Musiker wäre, „Cherry Cherry Lady“ singen würde. Wirft man allerdings einige althergebrachte Annahmen der Physik über Bord, zum Beispiel die Theorien Newtons und Galileis, dass die physikalischen Gesetze in allen Punkten des Raums die gleichen sind, wäre das Gedankengespinst vom Innenweltkosmos sogar möglich. Es ist nicht widerlegbar, aber auch nicht beweisbar. Fans abgedrehter Ideen nennen so was Grenzwissenschaft, für andere ist es pseudowissenschaftlicher Blödsinn. Und so ist es kein Wunder, dass die Theorie vom Innenweltkosmos schon als sie im Jahr 1870 vom Physiker und Alchemisten Cyrus Reed Teed verbreitet wurde (die Gedanken hierzu kamen ihm im Zuge eines Ohnmachtsanfalls), kaum jemanden überzeugt hat.
von Stefan Hirsch
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The End is Near!

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Über Sex, Brustvergrößerung und was das alles in der Überschrift zu suchen hat.
Ach, meine lieben Freunde, wir wissen es doch alle: Die Welt geht unter! Nichts ist offensichtlicher. Niemand rettet Tibet, niemand rettet das Weltklima, niemand rettet die Babyrobben! Und die Kultur macht da keine Ausnahme.
Besser als Fernsehen!
© I. Friedrich / PIXELIO
Um uns das alles vor Augen zu führen, gab uns Gott ein mächtiges Instrument, welches über jeden Zweifel erhaben ist und dem geschulten Betrachter aufzeigt, warum Nostradamus, Scientology und 100.000 Mayas nicht irren können: das Nachmittagsfernsehen. Nirgendwo sonst wird dem Interessierten so deutlich vorgeführt, warum der Weltenbrandt, zumindest auf kultureller Ebene, gar nicht mehr zu löschen ist.
Wenn Mister Methan bei Oliver Geißen zeigt, wie toll er auf Kommando furzen kann oder das kleine Nachbarsmädchen (14) davon erzählt, dass sie auf jeden Fall eine Brustvergrößerung von Körbchengröße B auf Doppel-D braucht, um den als Leguan ganzkörpertätowierten Sexpartner (46) der Mutter (26) zu verführen – ja, dann hört man die Apokalyptischen Reiter doch praktisch schon mit den Hufen scharren.
Die kulturelle Gosse, in der sich Barbara Salesch mit 9live zusammen auf die alten Zeitungen legen, K11 und Mitten im Leben ein paar Euro erbetteln und sich Lenßen und Partner mit Sturm der Liebe um den billigen Fusel zanken, ist das wahre Orakel vom Armageddon. Ohne irgendwas mit Sex, Titten, Drogen und Gewalt reißt man den abgestumpften 15-jährigen halt nicht mehr vom Hocker. Trash ist Quote.
Aber, lieber Leser, meckern hilft nichts und dem doofen Nachbarskind im Rahmen einer zünftigen Gehirnwäsche zwei Streichhölzer in die Augen zu klemmen und ihn von früh bis spät mit französischen arte-Kunstfilmen aus den frühen 70ern vollzustopfen, erscheint auch nicht sehr fruchtbringend (obwohl ich den Gedanken irgendwie reizvoll finde).
Anmerkungen des Autors: Zwei bei Kalwass erscheint nicht in der Aufzählung, da “ihre Therapiestrategien grundsätzlich nachvollziehbar sind.” (Zitat: Stefanie Bruns, Diplompädagogin)
Desweiteren trauern wir um Lenßen und Partner, von dem keine neuen Folgen produziert werden.
Eine echte Lösung hatte nur einer: Der letzte “vorderste Front”-Kämpfer der Kultur, den wir jemals im Nachmittagsfernsehen bewundern durften, war ironischerweise ein quasi geisteskranker Bauwagenbewohner in Latzhosen.
Peter Lustig‘s prägnant-passendes Postulat lautete: “Abschalten!”
von Thomas Hülsmann
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Art-Trash

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Unsere lieben Kunststudenten sind schon ein eigentümliches Völkchen. Meistens sieht man sie mit blauen Müllsäcken, unter denen sich sonderbare Handtuchhalter verbergen, durch die Flure eilen oder sie verstecken sich gleich ganz im Designgebäude. Aber offensichtlich scheinen sie ja auf bestem Wege zu einem Kunstpädagogen zu sein, denn nicht erst seit der Verhüllung des Reichstags ist klar: Künstler lieben Müllsacke! Aber sie machen nicht etwa halt bei der Verpackung, es geht in der Kunst ja auch um Inhalte. So kommt es, dass neben bemalten Klobrillen, auf einem Sockel stehenden Pissoirs und ausgestellten Betten inklusive Präservativ- und Tamponvorrat eben auch Kinderpuppen mit Penisnasen und Anusmündern ausgestellt werden. Kunst ist eben, wenn man trotzdem lacht.
Aber wer ist nun Schuld an dieser Kunstmisere? Was ist aus dem klassischen Begriff der Kunst als eine allgemeine Schönheit oder dem Vollkommenem geworden? Nun mag das Ergebnis einer öffentlichen Masturbation durchaus etwas subjektiv Schönes sein, aber ob derartige Selbstdarstellung nun auch Kunst ist? Fragen, denen es sich zu stellen gilt, wenn man nicht irgendwann das hilflose Opfer eines solchen “Happenings” werden will.
Die Gründerväter und Wegbereiter, welche die modernen Erklärungsengpässe mit gewichtigen Worten wie Surrealismus, Dadaismus oder Objektkunst füllen, mögen zwar durchaus nachvollziehbare Motive haben. Letztlich ist aber auch ein Wasserspiel mit Namen Fontäne – oben erwähntes Pissoir – fernab von Dingen, die den gemeinen Menschen zum Nachdenken bringen oder unsere Gesellschaft weiterentwickeln. Haben es Duchamp, Beuys und die in ihrer Tradition sich verstehenden Künstler übertrieben? Ist die Ignoranz der Menschen noch zu groß gegen anmutige Schlammhaufen und Selbstverstümmelung? Oder ist Kunst heutzutage doch nur noch Müll? Als wäre diese Fragestellung nicht schon schwierig genug, hatten die lieben Künstler noch eine Idee. “Wenn unsere Kunst eh nur noch als Trash angesehen wird, warum nehmen wir dann nicht gleich Abfall dafür?” Dadurch wurden die klassischen Materialien wie Stein, Glas oder Holz durch etwas ersetzt, was diese auf ganz neue Form miteinander kombiniert. Nämlich Müll.
Dass dies durchaus interessant sein kann, beweist Joshua Allen Harris, der in New York Abluftskulpturen aus Mülltüten ausstellte. Harris brachte an den Gittern der Luftschächte über den U-Bahn-Gleisen Mülltüten so an, dass diese sich durch den Luftzug der vorbeifahrenden Bahnen aufrichteten und so Giraffen, Eisbären oder gleich einen ganzen Zoo bildeten. Geht man anfangs an diesen kurzlebigen Luftgestalten vorbei, wirken sie wie Abfall. Doch durch das Leben in der U-Bahn erhalten sie eine ganz neue Form und werden vom bloßen Müll zu etwas Spektakulärem in den Straßen der Weltmetropole.
Ein anderes Beispiel, dass vor allem ältere Menschen als bloße Verschandelung ansehen, stellt das Graffiti dar. Ob nun jedes “Fuck you” auf einer Straßenbahn oder die Toiletten jeder Großstadt demnächst ins Museum gehören, sei dahingestellt. Doch auch dieses Gekritzel kann eine Form der Kunst darstellen. Darum wird es heute sogar als offizielle Auftragsarbeit ausgeführt oder als Street-Art zur Kunst gerechnet. Sogar die Sprachwissenschaft oder die Meinungsforschung sehen heute dieses “schreckliche Geschmiere” als interessantes Forschungsobjekt an. Eines ist klar, die New Yorker Lufttiere und die Graffitis in aller Welt haben große Zustimmung gefunden. Ob nun auf YouTube oder gar als Ausdruck ganzer Bevölkerungsgruppen auf den Mauern unserer Gesellschaft. Aus Müll kann tatsächlich Kunst werden.
Ein Künstler, der sich ganz in dieser Tradition versteht, ist Dieter Roth. Der 1998 verstorbene Universalkünstler hat Zeit seines Schaffens versucht vor allem sein eigenes Leben abzubilden. So verstand er sich sehr gut darauf, ein gut gewürztes Buch zu einer Literaturwurst zu verarbeiten oder alltägliche Dinge wie Schokolade, Käse oder auch Hasenkot als Teil seiner Kunst zu archivieren. Der markante Satz “Die Gegenstände, welche aus Schokolade oder Ähnlichem sind, dürfen (oder sollen) zergehen, vergehen, zerfallen, abgefressen, abgebrochen, zerschnitten, verkratzt werden – und das tut ihnen gut!” beschreibt seine Sicht auf die Kunst sehr genau.
Aber worin liegt der künstlerische Wert aus dem Kot und dem Stroh eines Hasens einen Hasen zu formen und es als Multiple zu bezeichnen? Roth stellt das Kaputte, das Vergängliche oder eben das Verschimmelte in den Mittelpunkt seiner Kunst und formte aus dieser “Scheiße” sein Lebenswerk. Den Höhepunkt fand dieser Recyclingwahn in seinem Schimmelmuseum in Hamburg, in dem Kunst weit über das Verfallsdatum aufbewahrt, zum Unglück der Nasen der Besucher jedoch nicht konserviert wurde. Aber vielleicht hat der Ekelkünstler doch etwas geschafft, was einen Wert hat. Das Thema Sterblichkeit ist ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Vielen fällt es schon schwer offen darüber mit anderen Menschen zu sprechen. Es ist eben etwas, dass man am liebsten von sich fernhält. Nun aber – wenn auch aus lauter Ärger darüber, dass so ein Mensch Kunstpreise erhält – setzt sich der ein oder andere vielleicht doch mit diesem Thema auseinander und vielleicht wird das im Moment noch heikle Thema doch irgendwann in der breiten Öffentlichkeit diskutierbar. Immerhin hat Dieter Roth sein ganzes Leben akribisch dem gewidmet, was andere Leute achtlos wegwerfen. Folglich sollten wir seine Arbeit auch nicht unaufmerksam auf dem Haufen des Kunstmülls entsorgen.
Nach allem Ausblick in die Welt, wie ist es eigentlich in Vechta mit der Kunst bestellt? Alles Müll? Oder Müll mit Aussage? Sind die 3 Säulen hinter dem Infopoint nur ein nett gemeinter Versuch die Kunst hineinzulassen oder stellen sie wirklich etwas dar?
Denn auch das perfekteste Gemälde kann ohne Bedeutung nicht mehr wert sein als eine Zeichnung auf einem Bierdeckel oder die Karikatur über den Lieblingsdozenten. Ein Selbstversuch soll Klarheit über die Verhältnisse an unserer Uni bringen. Also ab ins Designgebäude zu einer zufälligen Vorlesung, eine große Thermoskanne Kaffee mit im Gepäck. Los geht‘s!
Nach anstrengden 1 ½ Stunden verlasse ich den kleinen Raum indem die vielleicht 12 Plätze nur zur Hälfte genutzt werden. Eines ist mir jetzt jedoch klar: Ob o.b.-Tampons, Teebeutel oder Tetrapacks, all das verdient unsere Aufmerksamkeit. Denn die Designer von Morgen haben neben Glitzi-Elchen und Go-Go-Tänzern stets ihre knallharte Recherche im Blick, mit der sie gängige Produktverpackungen weiterentwickeln und verbessern wollen. Jedenfalls ist dies die Theorie.
Allerdings ist auch hier das Denken wirtschaftlich geprägt und die zuvor unermüdlich betriebenen Nachforschungen wurden gerade zu dieser Vorlesung dummerweise vergessen. Schade, dabei hatte man sich laut eigener Aussage doch gerade dieses Mal sehr viel Mühe gegeben. Design ist eben nicht gleich Kunst. Aber natürlich geht es hier ansonsten sehr professionell zu, denn es werden auch Materialeigenschaften besprochen und mögliche Zugänge zum Schaffensprozess thematisiert. Wie ernst es den angehenden Kunst- und Designpädagogen ist, wird spätestens beim Maschinenschein klar. Neben dem Riskieren einiger Extremitäten, wird vor allem die Geduld der zukünftigen Gestalter herausgefordert. Trotz der Abhärtung durch fachinterne Nicht-Absprache bei der Konzeption des Studienangebotes und der Fehlkalkulation von Studienplätzen in diesem Wintersemester ist das Warten auf zehn andere Kommilitonen vor der großen Kreissäge anstrengend. Glücklicherweise haben die Planungsschwierigkeiten, die manchen “zu Tränen rührten”, mittlerweile ein Ende gefunden. Die in Winterschlussverkauf-Manier durchgeführten Einschreibungen auf ausgehängten Listen in die Kurse am Grabbeltisch können also ruhigen Gewissens als Propädeutika angesehen werden. Alles natürlich, damit das Stud.IP nicht unter dem Ansturm der neuen Studenten zusammenbricht. Außerdem schadet ein wenig Nostalgie nie, früher war ja eh alles besser. Nach all diesen Strapazen kann das Studium nun also endlich beginnen. Endlich!
Aber wie geht man nun am besten mit der Kunst um? Auch wenn es einige gibt, die lediglich Aufmerksamkeit erregen wollen, damit die Kasse stimmt, Kunst ist etwas, dass man nicht einfach abtun sollte. Sie ist allemal eine Herausforderung und die in diesem Querschnitt gegebenen Beispiele zeigen, dass man nicht jeden Hundehaufen, nicht jeden Schimmelkäse, aber auch nicht jeden Studiengang gleich als Trash bezeichnen sollte. Manchmal muss man eben ganz unten anfangen, um etwas wirklich Großes zu schaffen.
von Matthias Christ
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Erbarmungslos schlecht und irgendwie auch traurig

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Verleihung der Goldenen Himbeere
Eine unauslöschliche Lichtgestalt des internationalen Filmbusiness ist ohne Zweifel: Uwe Boll. Nach Ed Wood als schlechtester Regisseur aller Zeiten verschrien, dreht und produziert dieser gleichwohl stur und eigenwillig einen Film des Grauens nach dem anderen. Viele kennen sicher Bruchstücke aus seiner tragischen, filmischen Laufbahn. Hinter trashigen Meisterwerken mit schauspielerischen Minimaltalenten wie Far Cry (Til Schweiger), Alone in the Dark (Christian Slater) oder Dungeon Siege (Jason Statham) steht sein Name.
Der Gebürtige Wermelskirchener erblickte am 22. Juni 1965 das Licht der Welt, um sie Jahre später mit seiner Kunst zu bestrafen. Zunächst jedoch studierte er Filmregie sowie Literatur, Film- und Betriebswirtschaft, um anschließend Mitte der Neunziger zum Doktor der Philosophie zu promovieren.
Wenn auch unbegabt im Filme drehen, hat Boll ein gutes Händchen als Geschäftsmann. Als Mitgründer und Geschäftsführer der Boll-KG (BOLU – Filmproduktions- und Verleih GmbH) ist es ihm erlaubt, seine Filme aus daraus entstehendenden Gewinnen und zusätzlich aus deutschen Medienfonds zu finanzieren. Des einen Freud (Boll), des anderen Leid (Publikum), staatliche Filmförderung für die Machwerke kam logischerweise bisher noch nie zu Stande, weshalb sich Boll überwiegend darauf “spezialisiert”, einschlägig bekannte Computerspiele mit hohem Gewaltfaktor zu verfilmen, in der Hoffnung die spielwütige Playstation-Generation würde die Kinos stürmen und damit kostendeckendes Geld einspielen.
Trotz eines gewissen Charmes, welcher von seinen dilitantischen Filmen zeitweilig ausgeht, muss man im Endeffekt zugeben: Uwe Bolls Machwerke sind für den kultivierten Filmliebhaber purer Schmerz. Nach ersten Erfahrungen mit Kurzfilmen auf Super 8 und Video stieg Boll 1991 mit seinen ersten Langspielfilmen in das Geschehen deutscher Filmproduktionen ein. Bis 2003, bevor er sich an die erste Verfilmung eines Computerspieles wagte (House of the Dead), versuchte Boll mit provokanten Themen das Publikum auf seine Werke aufmerksam zu machen. Unter anderem inszenierte er 1993 eine fingierte Dokumentation über den Tod des ehemaligen Politikers Uwe Barschel (Barschel – Mord in Genf). Das brisante Thema über Verschwörung und Machenschaften, welche dem realen Sterbetag Barschels vorangingen, setzt Boll unbedarft in den Sand. Weiterhin setzt sich der talentfreie Regisseur mit dem sensiblen Thema des Amoklaufes auseinander (Amoklauf, 1994). Allerdings wurde mehr Wert auf die Gewaltveranschaulichung und pornographischen Sequenzen gelegt als den psychologischen Werdegang des Protagonisten. Was bleibt, ist ein sinnfreies Filmwerk unterster Klasse.
Im Jahre 2006 schien Uwe Boll die ständigen (jedoch meist berechtigten) Einwände gegenüber seinem filmischen Schaffen nicht mehr zu verkraften und organisierte mit viel Promotion einen Boxkampf gegen seine fünf größten Kritiker: “Wenn ihr immer schreibt, ihr wollt mich umhauen, foltern, kreuzigen, erschießen, dann kommt nach Vancouver und wir boxen.” Gesagt und getan: Boll, welcher selbst über Boxerfahrung verfügt, gewann alle fünf Kämpfe. Der symbolisch amüsante Akt gegen sämtliche Kritiker hielt 2008 Computerspiele-Qualitätstester Robert Harvey nicht davon ab, eine Petition im Internet gegen Boll zu veröffentlichen. Virtuelle Unterschriften von ca. 330.000 Menschen forderten den Regisseur auf, seine verheerenden Aktivitäten im Filmgeschäft aufzugeben. Eine Million Namen wären laut Boll jedoch nötig gewesen um seine Tätigkeiten einzustellen. Die daraufhin von ihm selbst ins Leben gerufene Pro-Boll-Petition erreichte nicht einmal annähernd 10.000 Unterschriften. Die Kaugummimarke Stride bot dafür jedem Teilnehmer einen Warengutschein an, welcher sich für die Anti-Boll-Petition engagieren würde, bis das Ziel der Unterschriften von einer Million erreicht würde. Das ganze Unterfangen blieb jedoch folgenlos und so dreht Boll heute noch Filme.
Im Jahre 2009 kam der lang ersehnte Durchbruch auf der Karriereleiter des Schrottfilmers. Er erhielt gleich zweimal die Goldene Himbeere. Er wurde als schlechtester Regisseur geehrt. Daneben erhielt er die Auszeichnung für das “schlechteste, bisherige Lebenswerk”.
Zurzeit verhunzt Boll sicherlich die Biographie über Max Schmeling, welche noch dieses Jahr in unsere Kinos kommen soll. Henry Maske verkörpert übrigens die Boxlegende. Der Trailer lässt schon jetzt das nächste typische Boll-Werk vermuten: Erbarmungslos schlecht und irgendwie auch traurig.
von Tobias Kunz
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Smells Like Musikrubrik

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So. Ein Musikartikel zum Thema “Trash” muss her. Gute Idee, eigentlich. Der erste Gedanke: Rezensiere eine Platte, die du total trashig findest. Doch dann kommt dir der Gedanke, es könnte viele Menschen geben, die diese toll finden und dir aufs Dach steigen.
Unwillkürlich frage ich mich, ob es nicht etwas gibt, das musikalisch ist und trotzdem harmloserweise mit “Trash” verbunden werden kann. Natürlich! Wer erinnert sich nicht daran? Die MitschülerInnen, die schwarze T-Shirts mit kreuzäugigen Smileys trugen, über denen der knallgelbe Schriftzug Nirvana prangte. Zumeist jüngeren Alters. Und möglicherweise hatte man selbst ein T-Shirt dieser Art. Stimmt, da war ja mal was. Aber was war das überhaupt?
Der Begriff “Grunge” bedeutet zwar nicht gerade trashig, dafür schmutzig oder dreckig. Ursprünglich bezeichnete er keine Jugendkultur und wurde auch nicht in den Neunzigern erfunden. Denn in den späten Sechzigern kamen einige Bands mit einem raueren und dreckigeren Klang als die Bands im restlichen Rockgenre daher, darunter The Stooges und The Velvet Underground. Mit rohen Akkorden und verzerrten Soli ließen sie ihre Songs kaum im Studio bearbeiten. Sie wurden als “grungy” bezeichnet und beeinflussten mit ihrem ungewöhnlichen Sound nicht nur die aufkommende Punkmusik. Jahre später, in den späten Achtzigern, beriefen sich einige Bands im Nordwesten der Vereinigten Staaten, in Seattle, auf diese Grundlagen.
Die Anfänge der Szene werden von Quelle zu Quelle unterschiedlich beschrieben. Eine einheitliche Aussage ist jedoch, dass die Bands, die später die Aufmerksamkeit der Musikwelt erlangen sollten, zunächst im “Untergrund” experimentierten. Sie wurden von diversen College-Rundfunksendern gespielt, was bald die Aufmerksamkeit kleiner Labels auf die Bands zog. So wurde 1988 in Seattle das Label Sub Pop gegründet, das eng mit dem Produzenten Jack Endino zusammen arbeitete. Es vertrat Bands wie Green River, Soundgarden und eben auch das Aushängeschild der Szene, Nirvana. Ein Label, ein Produzent, ein Klang, ein Genre. Die Bands des Labels ähnelten sich nicht nur im Klang, auch in den Texten ging es zumeist um die gleichen Dinge. Depression und Außenseitertum konnten hier ausgemacht werden, allerdings waren natürlich Ausnahmen möglich. Der “Seattle-Sound” war geboren.
Die Öffentlichkeit außerhalb von Seattle reagierte verhalten, doch in der Stadt selbst war man begeistert. Schließlich erschien 1991 Nirvanas “Nevermind” samt dazugehöriger Single “Smells Like Teen Spirit” und führte den Grunge-Hype herbei. MTV spielte das Video rauf und runter und die Augen und Ohren der Welt, auch die der Major-Labels, richteten sich auf Stadt und Sound. Nirvana hatte bereits vor Erscheinen des Albums einen Vertrag mit einem Major unterschrieben, andere Bands folgten diesem Beispiel in der kommenden Zeit, so auch Soundgarden.
Doch zum Begriff der Jugendkultur gehört nicht nur die Musik, sondern auch ein einheitliches Auftreten. In Seattle war das Flanellhemd ein Kleidungsstück für jedermann. Mit dem Aufkommen des Grunge-Hypes wurde es zum Dresscode der Szene; ein Stück Corporate Identity. Ob das im Sinne der Bands war, lässt sich bestreiten.
Die Vermarktung war im vollen Gange, der Druck von außen stieg an, die Medien brauchten immer neues Futter. Infolgedessen herrschten in vielen Bands Differenzen und einige Künstler äußerten, sie könnten mit dem Druck nicht umgehen. Kurt Cobain, Sänger Nirvanas, äußerte sich wie folgt: “Famous is the last thing I wanted to be.”
Und so wurde er zu einer der tragischsten Personen in der Geschichte der Musik. Seit den Neunzigern heroinabhängig versuchte er damit ein Magenproblem in den Griff zu bekommen, an dem er schon lange Jahre litt. 1994 fand die Grunge-Szene mit Cobains Tod dann ihr jähes Ende. Am 8. April wurde er tot in seinem Haus in Seattle aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind noch immer umstritten; abseits der Verschwörungstheorien lautet die offizielle Todesursache: Selbstmord.
Nach Cobains Tod trennten sich viele Bands und der Hype um Grunge legte sich. Die bekannteste Seattle-Band, die noch heute performt, ist Pearl Jam. Andere Künstler haben neue Bands gegründet, beispielsweise Dave Grohl, ehemaliger Nirvana-Schlagzeuger und jetzt Sänger der Foo Fighters, oder Chris Cornell, ehemaliger Soundgarden-Sänger und danach bei Audioslave.
Apropos tragische Figuren des Musikbusiness: “Nevermind” löste im Januar 1992 Michael Jacksons “Dangerous” von der Nummer Eins der Billboard-Charts ab.
von Pia Klein
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Traumtrash – Recyceln ist sinnvoll!

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Virtuelles Kino. Eintritt frei, beste Sitzplätze. Jede Nacht in Deinem eigenen Kopf. Welche Programmsparte Dich erwartet? Nun, das liegt ganz in Deinem eigenen Empfinden. Träume sind ja, wie man so schön sagt: Der Spiegel unserer Seele. Alles, was in unserem Bewusstsein unformuliert ruht, macht sich in unserer Traumwelt bemerkbar und soll uns somit den Schlüssel zur Erklärung unserer alltäglichen Probleme und Aufgaben überreichen.
Ob man daran nun glaubt oder nicht, was Nacht für Nacht in unserem Kopf projiziert wird, insofern man sich nach dem Aufwachen noch daran erinnern kann, ist eine unsägliche Flut an Bildern und kreativen Auswüchsen, die nur ein benebelter Verstand zu Tage fördern vermag. Bevor man sich jedoch nach bloßem Gefühl in eigenen Erklärungen zur Deutung seiner Träume verirrt, sollte man eventuell doch einmal ein Medium zur Traumdeutung aufsuchen. Es könnte ja sein, dass falsche Interpretationen bzgl. unseres derzeitigen Empfindens uns schlicht an den Rand des Wahnsinns führen.
Angenommen Du liegst in einer lauen Sommernacht unter dem prächtigsten Sternenhimmel, für den sich die Natur gar wirklich sehr aufgeopfert hat. Du schwelgst in Gedanken, die sich alle um Dein wunderbares Leben drehen und dann schläfst Du ein, bevor Du auch nur einmal versucht hast, den großen Wagen über Dir zu entdecken. Stattdessen siehst Du Dich selbst. Einfach so, in einem schwarz gepuderten, unverzierten, leeren Raum. Das ist nichts Ungewöhnliches, könnte man denken, wenn deinem Selbst gegenüber nicht schlicht anfangen würde, das Gesicht wegzufaulen. Da stehst Du also und Du schimmelst. Du kannst den üblen Prozess der Verwesung nicht aufhalten und so siehst Du Dir selbst und den vergammelnden Tatsachen ins Auge. Bis Du aufwachst und Dir stockstarr über Dein doch so angenehm unangetastetes Gesicht streichelst. “Was jetzt?”, denkt sich Dein Verstand. “Was will mir mein Unterbewusstsein damit sagen? Steht mir Krankheit bevor, Hautkrebs oder Akne?” Nun, schauen wir im TraumWiki nach: “Vor einem Neubeginn steht oft Auflösung, etwa die Beendigung einer Beziehung. In ihnen ist keine Energie mehr vorhanden, sie weiter zu führen. Die Angst davor kann sich in Fäulnis ausdrücken.” Statt des eigenen Leides und Todes zu fürchten, muss man sich nun also Gedanken darüber machen, welche Person man ermüdet aus seinem Leben kickt. Danke, Traumdeutung.
© Marvin Siefke / PIXELIO
Zweiter Fall: Es ist späte Nacht. Du kommst erschöpft von der Arbeit und wirfst Dich direkt mit Anlauf in Dein Bett, um in ein sorgenfreies Schlummerland zu entgleiten. Denkste so. Denn anstatt unbehelligt in ein unaufgeregtes Dunkel zu starren, wird Dir in der eigens erschaffenen Traumwelt ein Päckchen Crack in die Hand gedrückt. Dummerweise befindet sich die Stadt, in der Du Dich aufhältst, soeben in einem Ausnahmezustand. Blaulicht streift durch dunkle Gassen und Polizeikontrollen versperren den Horizont. Du versuchst den Weg zu finden, um mit dem Crack an ein unbekanntes Ziel zu kommen. Auch wenn Du nicht drogensüchtig bist, solch einen Wert schmeißt man nicht weg. Zu spät. Ein liebäugelnder Dackel leckt über Deine Tasche mit erweiterten Pupillen und ein Polizist an seiner Leine packt Dich direkt in den Streifenwagen. “Was jetzt?”, denkt sich Dein Verstand. “Was will mir mein Unterbewusstsein damit sagen? Werde ich für meine bisherigen illegalen Aktivitäten bestraft? Konflikt mit Polizei oder GEZ? Juckt nach all den Jahren wieder das Pudernäschen?” Nochmals der Blick ins TraumWiki: “Drogen auf illegalem Weg zu erwerben, lässt auf eine überhöhte Risikobereitschaft schließen. Ein unangenehmes Drogenerlebnis im Traum kann auf die Angst, den Verstand zu verlieren, zurückgeführt werden. Von der Polizei abgeführt werden kann Schuldgefühle wegen tatsächlich oder vermeintlich unmoralischer Handlungen anzeigen.” Ja dann, danke Traumdeutung. Du hast wieder einmal den Tag gerettet.
Wusstet Du, dass sämtliche Personen, welche in Deinen Träumen vorkommen und die Du nicht aus Deinem realen Leben kennst, Du selbst bist? Eine Tatsache, wie ich finde, welche sehr interessant ist, wenn man überlegt, was man in seinen Träumen aus dieser Perspektive so alles mit sich selbst anstellt. Dinge, über die Du Dir am Besten selbst Gedanken machst, falls Du mal wieder Deinen Traumtrash recyceln willst.
von Tobias Kunz
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Ich bin viele – Ein Hoch aufs Stalken

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© Jörg Klemme, Hamburg / PIXELIO
Ich bin Safet, Eugen, Alex, Johanna und Stefan. Ich bin ein Dozent dieser Uni. Und ich bin der Dalai Lama.
Ich wohne an sechs verschiedenen Orten Deutschlands. Auf meinem Amazon-Wunschzettel wünsche ich mir weiter leben: Eine Jugend und Muttersterben.
Ich bin engagiert: bei der Caritas Krebsberatung, bei der Christlichen Arbeiterjugend Köln und beim Adventssingen.
Ich bin bei meinVZ und facebook.
Ich bin all das und gar nichts davon:
Ich bin Julia.
Ich wohne in Vechta.
Bei Amazon gibt es eine Buchbesprechung von mir.
Ich bin nicht christlich tätig.
Und ich bin bei studiVZ und xing.
Aber wenn ich mich selbst bei 123people.de suche, finde ich oben genanntes heraus. Unter anderem. Denn dort stehen auch meine Adresse und ein Teil meiner Telefonnummer… Aber auf Web 2.0 und Datenfreigabe wurde genug geschimpft. Ich habe auch keine Lust darauf, Euch mit erhobenem Finger zu ermahnen, Eure Daten vertraulich zu behandeln. Denn würdet Ihr dies tun, hätten die Menschheit und ich nichts mehr zu stalken! Was machen z. B meine Ex-Freunde gerade? er eine scheint immer noch zu Hause zu wohnen und ist unter seinem alten Spitznamen auch bei myspace zu finden.
Der Nächste wohnt – ach du liebe Güte, ich weiß, warum ich mit beiden Schluss gemacht habe – auch noch zu Hause, hat aber diese ganzen genannten politischen Bücherkommentare sicher nicht verfasst.
Und falls der nächste nicht wirklich gerade in Stäbelow (wo auch immer) wohnt, ist über ihn nichts herauszufinden. Nun gut, er hatte damals ja nicht einmal ein Handy.
Das langweilt Euch? Wie wäre es dann mit einer Recherche über DozentInnen oder HochschulmitarbeiterInnen? Ich sag nur schon mal vorab, um etwaige Enttäuschungen zu vermindern: Frau Assenmachers Profil verrät Euch nichts Neues. Und auch die Suche nach Herrn Kürschner ist kaum spannender.
Wie aber Herr Klohn 1997 aussah und ob Frau Wienken sich immer noch über “Rückmeldungen, Anregungen und Ideen zu den in der Homepage angelegten Schwerpunkten” freut, könnt ihr unter web.archive.org herausfinden. Das ist eine “Waybackmachine”, die euch auf alte Internetseiten bringt, getreu dem Motto “take me back”.
Die Frage, die mir nun kommt, ist, ob DozentInnen auch nach Studierenden googeln. Haben sie Fake-studiVZ-Accounts? Falls das jemand von Euch erstalkt: schreibt es mir! Denn dann findet Ihr meine Emailadresse sicher auch heraus…
Und nun? Seid Ihr immer noch da? uniVista weglegen und PC anschmeißen! Was könnte schon sozialer sein als rumzustalken? Ihr entdeckt Neuigkeiten über Euer (erweitertes) Netzwerk und könnt diese dann zur allgemeinen Erheiterung Eurer Freunde weitergeben.
Und zur Selbsterfahrung nutzt es auch: Ihr entdeckt schlimme Partybilder von Euch? Dann arbeitet an Euch… und schraubt Eure Schamgrenze runter…
von Julia Stock
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Ein Brasilianer in Vechta

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Mein Name ist Vinícius Laurindo und ich studiere Philosophie und Sozialwissenschaften an der Universidade Federal da Paraíba (UFPB). Im Moment bin ich im 6. Semester und seit letztem Sommersemester studiere ich an der Hochschule Vechta. Weil ich sehr beeindruckt bin, was das Austauschprogramm zwischen Vechta und João Pessoa ermöglicht, will ich die Chance nutzen und Euch an dieser Stelle von einigen Erfahrungen meinerseits berichten.
Akademisches Leben:
Das akademische Leben an der Hochschule Vechta bedeutet für mich eine sehr reiche kulturelle Erfahrung. Außer der deutschen Sprache kann ich auch das deutsche Uni-System kennenlernen. Es ist ganz anders im Vergleich zu Universitäten in Brasilien. Die Universität von João Pessoa ist viel größer als die Hochschule Vechta, jedoch ist mir aufgefallen, dass die Seminare hier größer sind.
Deutschland hat eine sehr große philosophische Tradition, das ist für meine akademische Erfahrung sehr wichtig. Hier habe ich den Zugang zu vielen philosophischen Werken. Ich habe also die Möglichkeit die Werke im Orginal zu lesen, nicht mehr nur in der Übersetzung. Außerdem kann ich mit dieser Erfahrung reifer in meinem Bereich werden und vielleicht kann ich später wieder nach Deutschland kommen, um meinen Master zu machen. Deshalb ist diese Erfahrung ganz wichtig für mich, weil die Sprache langsam leichter wird und ich die deutsche Kultur schon erlebe.
Viele kulturelle Aspekte haben mich sehr beeindruckt, wie z. B. die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden. Meiner Meinung nach gibt es eine große Distanz zwischen den beiden Gruppen. Die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden ist etwas anders in Brasilien. Vor allem kann es sein, dass die Studierenden nach den Vorlesungen mit den Dozierenden noch über das Seminar oder andere Sachen sprechen können. Hier in Vechta sehe ich schon einen großen Unterschied. Mir ist auch aufgefallen, dass alle sehr förmlich sind. Die Beziehung unter den Leuten ist hier sehr besonders. Beispielsweise werde ich hier auch anders angesprochen: In Vechta heiße ich nicht mehr Vinícius, sondern Herr Laurindo. Diese Feinheiten der deutschen Kultur sind schon genug, um einen Brasilianer in Erstaunen zu versetzen. Mit solchen gemachten Erfahrungen kann ich mit Sicherheit sagen: Sich auf die deutsche Kultur einzulassen bedeutet für mich, eine neue Kultur zu erleben.
Praktikum:
Dieses Programm zwischen Vechta und der brasilianischen Universität hat mir auch ermöglicht, ein Praktikum zu machen. Ich habe in Lohne ein Praktikum bei der Tafel gemacht. Die Lohner Tafel ist eine Nichtregierungsorganisation (NRO), die Spenden von Fabriken und Supermärkten bekommt. Solche Spenden sind Nahrungsmittel, welche übrig geblieben sind. Dennoch wählt die Lohner Tafel Essen aus und verteilt es unter ungefähr 400 Leuten pro Woche, die keine finanzielle Möglichkeit haben, ohne Hilfe täglich satt zu werden.
Als Herr Sandkötter, Soziologe und Leiter des Brasilienaustauschs an der Uni Vechta, mit mir über dieses Angebot gesprochen hatte, war ich sehr neugierig geworden, weil meine Arbeit bei der Tafel armen Leuten helfen würde. Mein Eindruck von der Einkommensverteilung in Deutschland war immer sehr positiv, weil ich keine armen Personen gesehen hatte und alles sehr reich aussieht. Ich weiß, dass Deutschland sehr reich ist, aber ich hatte gedacht, das wäre nur in großen Städten so, wie zum Beispiel in Berlin oder in München, aber nein, es ist überall so. Ich sehe hier in Vechta nur schöne Häuser, teure Autos, viel Konsum, Luxus – ein Lebensstil, den viele erreichen wollen. Ich habe sogar gedacht, dass alle hier das ideale Leben haben. Dieser Eindruck über die deutsche Gesellschaft hat sich jedoch total verändert, als mein Praktikum bei der Lohner Tafel angefangen hat. Es ist mir aufgefallen, dass solch ein Bild von teuren Autos, schönen großen Häusern, Luxus zu eingeschränkt und einseitig ist.
Wollt auch Ihr den Blick über den Tellerrand wagen?
Dann informiert Euch jetzt über Euer Wintersemester 2011/12 in Brasilien! Denn der Vorbereitungskurs beginnt am 12.04.2010!
Nähere Infos gibt‘s bei Dr. Stephan Sandkötter
(e-Mail: stephan.sandkoetter[at]uni-vechta.de)
Die Lohner Tafel hat mir nämlich eine andere Seite von Deutschland gezeigt. Da sah ich ungefähr 400 Leute mit großen Familien zu Hause, die nicht genügend zu essen hatten. Manchmal waren die Kinder nicht zu Hause, sondern mit ihren Eltern bei der Tafel und es ist oft passiert, dass die Kinder sehr zufrieden waren, weil ein Kollege von mir oder ich ihnen einfach extra Obst gegeben haben. Es war für mich eine sehr traurige Situation. Dennoch kann ich sagen, dass ich durch mein Praktikum ein bisschen besser die deutsche Gesellschaft kennen lernen konnte. Wenn ich meinen ersten Eindruck von der deutschen Gesellschaft mit meinem heutigen Eindruck vergleiche, merke ich, dass man das ganze Leben mit einem falschen Eindruck leben kann. Ich glaube, dass ich diese Erfahrung in meinem Leben nicht vergessen werde.
von Vinícius Laurindo
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Das Streben nach Wissen

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Foto: Jenniffer Malenz
Der Raum ist heute viel dunkler als sonst, doch fällt es mir kaum auf, da ich gebückt über meinem Block hänge und verzweifelt überlege, wie ich mir weitere Informationen über die Lesegewohnheiten meiner Mitstudenten aneignen kann. Das ist das Thema, was mich interessiert. Wie um Himmels Willen übersteht man diese Vorlesung ohne sich nicht nebenbei auch auf andere Dinge zu konzentrieren. Natürlich nur zur Überbrückung. Wir wollen ja etwas lernen und das nicht zu wenig.
Und just in diesem Moment bemerke ich, dass der Raum so dunkel ist, weil die Rollläden aus unerfindlichen Gründen unten sind und der Winter langsam aber sicher ins Land gezogen ist. Das Wetter ist grau und kein Mensch kommt auf die Idee das Licht einzuschalten. Vielleicht ist man von diesen ganzen sonnenfreien Stunden so sehr neben sich, dass es keinen mehr stört. Während mein Blick also im Raum umherschweift und ich überlege, ob ich es riskieren soll uns zu erleuchten, nehme ich eine junge Frau wahr, die es schafft in dieser einbrechenden Dämmerung unter ihrem Pult zu lesen. Wahrhaftig und freudig kann ich schon auf den ersten Blick erkennen, dass es sich weder um Luhmann noch um eine sonstige Lektüre der Sozialen Arbeit handelt. Obwohl es hier sicherlich definitionsabhängig ist. Fakt ist, dass sie liest. Sie findet die Zeit, sich mit Wissen voll zu stopfen, egal in welchem Sinne. Und ich erinnere mich an die Sätze, die uns zig Dozenten in der Einführungswoche sagten und die sich in mein Gehirn einbrannten, wie wohl kaum ein anderer Satz. “Studieren heißt Lesen.” oder auch “Eine eigene Meinung kann man sich nur durch Lesen aneignen.” Meine Kommilitonin steckt mittendrin in diesem Versuch eine gute Studentin zu sein, oder eben eine vorzeigbare.
Wie dem auch sei. Meine Frage dreht sich nun darum, was sie liest. Also nehme ich mir vor dies herauszufinden. Was lesen die Studenten? Diese Frage werde ich allerdings nicht in dieser Vorlesung im heute düsteren B1-Saal stellen. Nein, ich befrage im R-Gebäude meine Mitstudenten der Sozialen Arbeit nach ihren Lesegewohnheiten und stelle tatsächlich fest, dass diese ebenso bestrebt sind sich ihr Wissen lieber anzulesen. Angeblich lesen sie neben ihren privaten Wälzern tatsächlich Literatur, die sie durchs Studium bringen soll. Ohne Zwang, sondern rein aus Interesse. Kann das stimmen?
So lasse ich meinen Blick weiter schweifen und entdecke hier und dort den ein oder anderen mit seiner Lektüre. So lügt man mit Statistik bis hin zu diversen Romanen. Von Diekmann bis Rowling. Ich entdecke sogar das Vörlesbook för Wiehnachten von Heinrich Höpken in den Händen eines Kommilitonen. Alle streben sie nach Wissen. Oder wenigstens ein Teil davon.
Jedenfalls beschließe ich dem nachzugehen, obwohl die Antwort doch auf der Hand liegt. Es ist nicht von Nachteil sich zu belesen. Das weiß jeder. Doch wählen wir dabei das Richtige? Und was ist schon richtig? Was falsch? Reicht es nicht, überhaupt zu lesen? Hilft das allein nicht schon dabei, sich beispielsweise besser ausdrücken zu können?
Doch was lesen meine Mitstudenten? Was bewegt sie? Was interessiert sie? Was hilft ihnen weiter? Was bringt ihnen wiederum nichts? Und wann finden sie überhaupt die Zeit dafür? Diesbezüglich habe ich schon einiges herausfinden können. So bevorzugen die Zugfahrer unter uns das Lesen während der Fahrt, was durchaus naheliegend scheint. Andere wiederum entdecke ich lesend während der Vorlesungen bzw. des Seminars. Und so sitzen sie zusammengekauert und wissbegierig über ihren Büchern und tauchen ein in ihre, von ihnen ausgewählte, verschriftlichte Welt, ohne auch nur ein Wort vom Dozenten wahrzunehmen, der ihnen möglicherweise gerade in diesem Moment erzählt, wie wichtig das Lesen für ihre weitere Entwicklung und welches Buch dafür besonders geeignet sei. Doch wir stecken schon mittendrin. Noch bevor diese Sätze fielen, wie mir scheint, waren wir bestrebt zu lesen. Liegt es an den Worten der Lehrenden oder an uns selbst?
Ein Blick in die Bibliothek spricht ebenso Bände. Hier wird gesucht, gelesen, recherchiert und kopiert, als hinge ihr Leben davon ab. Ist es wahr? Macht nur das Lesen Euch groß und gebildet? Eröffnet es Euch abkürzende Wege zum angestrebten Ziel?
Um diese Fragen zu klären und mehr über Eure Lese- und Bildungsgewohnheiten herauszufinden, haben wir für Euch eine Umfrage vorbereitet, dessen Auswertung Ihr in der uniVista No. 15 lesen könnt. Anregungen und Wünsche hierzu nehmen wir gerne entgegen und versuchen es in unsere weitere Planung zu integrieren. Auch sonstige Rückmeldungen sind gerne gesehen.
Außerdem sei angemerkt, dass Ihr vom 18 bis 21. März 2010 die Möglichkeit habt, auf der Leipziger Buchmesse nach weiteren wissenswerten Büchern Ausschau zu halten.
Ich wünsche Euch viel Erfolg!
von Jenniffer Malenz
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Das Streben nach Wissen: Die Umfrage

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Ist es wahr? Macht nur das Lesen Euch groß und gebildet? Eröffnet es Euch abkürzende Wege zum angestrebten Ziel?
Um diese Fragen zu klären und mehr über Eure Lese- und Bildungsgewohnheiten herauszufinden, haben wir für Euch eine Umfrage vorbereitet. Anregungen und Wünsche hierzu nehmen wir gerne entgegen und versuchen es in unsere weitere Planung zu integrieren. Und auch sonstige Rückmeldungen sind gerne gesehen.
von Jenniffer Malenz
Wie alt bist Du?




Welchen Geschlechts gehörst Du an?


In welchem Semester studierst Du?





In welchem Studiengang studierst Du?

Falls Du nicht in Vechta studieren solltest, wo studierst Du dann?

Hast Du seit deiner Immatrikulation schon ein Buch gelesen?




Liest Du eher private Lektüre oder vorwiegend für die Uni?





Die Lektüre, die Du für die Uni nutzt, entnimmst Du...




Welche Art von Literatur bevorzugst Du privat? (Krimi, Fantasy, Sachbuch usw.)

Wann findest du überhaupt die Zeit zum Lesen für die Uni?





Wann nimmst Du dir die Zeit, Deine privaten Wälzer zu lesen?





Wie häufig liest Du durchschnittlich für die Uni?








Wie sieht das für die private Literatur aus?








Wenn du in den Vorlesungen / im Seminar nicht gerade liest oder zuhörst / mitschreibst, was tust du dann? (Musik hören, stricken, chatten etc.)

Noch ne Meinung zu der Umfrage?


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Kunst der Poesie, Ambitionen und Abgründe

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Der Leser, welcher ohnehin ein Faible für die Abgründe des menschlichen Daseins hegt, sollte sich ohne Bedenken dies Werk von Milan Kundera zu Gemüte führen. Ohne grobe Anklage, viel mehr mit liebenswürdiger Bewunderung, zeichnet der Autor ein Netz individueller Beziehungen zwischen seinen Figuren, welches sich von bedingungsloser Liebe bis hin zu rasender Verachtung erstreckt. 
Im Mittelpunkt des niveauvoll erzählten Dramas steht der heranwachsende Jaromil, der nach dem frühen Ableben seines Vaters von seiner übermäßig ergebenen Mutter großgezogen wird. Die ist es auch, welche in ihm den begnadeten Dichter zu erkennen glaubt. So wird Jaromil nicht an die Poesie mit all ihren Facetten herangeführt, sondern förmlich von ihr überschüttet. Der Leser sieht einen ausgeklügelten Leidensweg des Protagonisten, welcher auf der Suche nach Anerkennung und Bewunderung, überfordert von den eigenen und fremden Ansprüchen erkennen muss, dass sein eigener Glanz, lediglich eine trübe Abfärbung sämtlicher Vorbilder ist.
Kundera schafft es meisterhaft mit atmosphärisch dichtem Erzählstil die Aufmerksamkeit seiner Leser zu gewinnen ohne diese zu langweilen. Selten liegen Ironie und Tragik so nah beisammen wie in dieser Perle.
Milan Kundera: Das Leben ist anderswo
Signatur: 228399
von Tobias Kunz
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Kracht goes Postapokalyptik

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Wenn die Welt seit 100 Jahren Krieg gegen sich selbst führt und die Schweiz ein Großsowjetisches Reich von Analphabeten ist, genießt man gerade eines der ungewöhnlicheren Szenarien der deutschsprachigen Popliteratur.
Mit Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten von Christian Kracht wird der Leser in eine Postapokalytische Dystopie gerissen. Eine Geschichte von Menschen, die ihr gesamtes Leben in einem sinnlosen Krieg-um-des-Krieges-willen verbringen. Beeindruckend dicht schildert Kracht den Kampf ums Überleben und die ideologische Verblendung der Charaktere. Er zeichnet eine Welt, in welcher der ganz normale Wahnsinn von Krieg, fließenden Fronten und dem Verfall jeder Kultur zu einem Hintergrundrauschen wird. Erzählt wird der ganze Wahnsinn aus der Sicht eines schwarzen schweizer „Komissärs“, welcher versucht merkwürdige Morde an seinen Eidgenossen aufzuklären.
Wer sich mit dem durch und durch abgefuckten Szenario (Schwarz-Afrikanische Schweizer üben am Kilimandscharo den alpinen Winterkrieg!!) anfreunden kann, findet in diesem Buch tatsächlich eine wahre Perle der Bibo. Sprachlich brilliant. Lesen!
Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Signatur: CQYk8532=395842
von Thomas Hülsmann
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Horoskop Februar 2010

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horoskop13_steinbock
Steinbock
Nicht mehr so die Motivation vorhanden? Momentan kein Wunder und völlig berechtigt. Ein Weilchen wird dies leider noch anhalten. Glück ist, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind.
horoskop13_wassermann
Wassermann
Bei Dir steht  einiges auf der “To-Do”-Liste. Wirf noch einmal einen Blick darauf. Einiges kannst Du vielleicht streichen.
horoskop13_fische
Fische
Du hast viel erlebt und erreicht. Sei stolz auf Dich und klopf Dir auf die Schulter.
horoskop13_widder
Widder
Das Jahr 2010 wird bei Dir ziemlich entspannt. Uni-Stress verdrängst Du erfolgreich und anderes wird schnell geklärt. Freundschaften solltest Du besonders pflegen, sonst könntest Du bald alleine dastehen.
horoskop13_stier
Stier
In letzter Zeit musstest Du ziemlich viel wegstecken. Nun brauchst Du eine Pause und mal wieder Zeit nur für Dich. Gönn Dir was!
horoskop13_zwillinge
Zwillinge
Gefühlschaos. Mal so, mal so und immer ohne Grund… Abwarten bringt nix. Es wird Zeit, dass Du dich für eine Sache entscheidest und Dir klar darüber wirst, wo Du stehst.
horoskop13_krebs
Krebs
Du hast Dich nur noch auf das neue Jahr gefreut und wolltest einen Neustart? Dann los! Von nix kommt nix.
horoskop13_loewe
Löwe
Als Löwe wirst Du in diesem Jahr einiges zu verteidigen haben. Werde lockerer. Dir will niemand etwas Böses.
horoskop13_jungfrau
Jungfrau
Glücklich, zufrieden, ausgeglichen… Das wirst Du in diesem Jahr häufig sein und das wirkt sich auf Deine Mitmensch-en aus. Dieses kannst Du gut nutzen.
horoskop13_waage
Waage
Du drehst noch einmal richtig auf. Perfekter Zeitpunkt, um Vorgeschobenes anzupacken.
horoskop13_skorpion
Skorpion
Du vergisst gerne mal, dass es auch noch andere Menschen gibt außer Dir. Achte etwas mehr auf sie. Besser spät als nie.
horoskop13_schuetze
Schütze
Du erwartest ganz schön viel von Dir. Wenn Dir was am Leben liegt, lege Deine Messlatte etwas tiefer – Wer weniger Stress hat, lebt schließlich länger.
von Mira Brink
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Träumer

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Und du wartest
Und du träumst
Und du träumst
Und du findest was du träumst
Und du träumst
Und du träumst
Und sie wartet
Und du träumst
Und du träumst
Und sie wartet
Und du träumst
Und du träumst
Und ER kommt
Und du träumst
Und du träumst
ER träumt nicht
Und du träumst
Und du träumst
Und sie wartet
Und du träumst
Und du träumst
Und sie lässt das Warten bleiben
Doch du träumst
Und du träumst
Und verträumst worauf du wieder wartest.
von Tobias Kunz
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Schweinemedaillons “Westmoreland”

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dazu Tomatensuppe und Quarkcreme
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Gekocht von Kai Brockmeyer
(Azubi im Mensateam Vechta)
Foto: Tobias Kunz
Tomatensuppe mit Croutons:
  • 1kg Tomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 3 EL Sahne
  • 50g Sojasprossen
  • Knoblauch nach Bedarfn
  • 1l Gemüsebrühe
  • 3 EL Olivenöl
  • 10g Majoran
  • 10g Basilikum
Würfle die geschälten Zwiebeln und schwitze im Olivenöl glasig. Nun würfelst Du die Tomaten und schwitzt sie mit. Anschließend fügst Du die Gemüsebrühe hinzu. Gewürze und nach Geschmack Salz und Pfeffer beigeben, alles pürieren und mit Sahne vollenden. Für die Croutons brätst du ein bisschen Inneres vom Toast in der Pfanne an.
Schweinemedaillons:
  • 1kg Medaillon vom Schwein
  • 500ml Rotwein
  • 100g Tomaten
Zuerst schneidest Du die Medaillons in ca. 60g schwere Scheiben und brätst sie an. Den Ansatz löst Du dann mit Rotwein ab und lässt ihn einreduzieren. Nun blanchierst Du kurz die Tomaten, würfelst sie und fügst sie der Soße hinzu. Evtl. musst Du noch mit Stärke binden. Abschmecken und fertig.
Frühjahrsgemüse:
  • 300g Zuckerschoten
  • 250g Junge Möhren
  • 50g Honig
  • 500ml Wasser
Zuckerschoten und Möhren waschen und wenn notwendig in gewünschte Form bringen. Dann kannst Du das Gemüse abblanchieren. Mische nun das Wasser mit dem Honig, das Gemüse darin schwenken und bissfest garen.
Macair-Kartoffeln:
  • 1kg Kartoffeln
  • 4 Eier
  • 400g Schinkenwürfel
Zuerst kochst Du die geschälten Kartoffeln bis sie übergar sind. Dann dämpfst Du sie aus und presst sie. Die entstandene Masse mischst Du nun mit dem Eigelb und den Schinkenwürfeln. Nun formst Du auf einer bemehlten Fläche eine Rolle mit ca. 4cm Durchmesser. Danach schneidest Du sie in dünne Streifen (1-2cm) und brätst sie in der Pfanne.
Quarkcreme:
  • 250g Quark
  • 375ml Sahne
  • 4 Blatt Gelatine
  • 1 EL Vanillezucker oder 1/2 Vanilleschote
  • 2 EL Zitronensaft
Dazu musst Du die Sahne schlagen, die Gelatine einweichen und die Vanille in Zitronensaft auflösen bzw. auskochen. Nun mischst Du Quark und Sahne und schmeckst mit Zucker ab. Vier Stunden kaltstellen – fertig.
Erdbeersoße:
  • 500g Erdbeeren
  • 300g Zucker
Erdbeeren mit etwas Wasser aufkochen pürieren und zuckern. Nach gewünschter Konsistenz fügst Du Wasser hinzu.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
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Fliegerbombe und Schleudergang

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Ein Tag wie jeder andere. Eines drögen Morgens, an dem sich alle WG-Mitglieder so ganz wunderbar bei nebenbei laufendem TV entspannen, flattert eine fröhliche Neuigkeit durch die Gemächer und erhellt die verstaubten Gemüter. Bob hat gelernt seine Wäsche zu waschen.

Die Botschaft reißt sofort alle in einen berauschenden Bann. Jeder scheint sich zu freuen und Bob in seinem neu eroberten Lebensabschnitt das Beste zu wünschen, was man halt so jemanden wünschen kann, der allmählich sämtliche Facetten des schwierigen Lebens in den Griff zu bekommen scheint.

Alle sind sich einig. Bob ist von nun an ein anderer Mensch. Sein neuer Lebensmut und die damit einhergehenden verschärften Sinne strahlen eine unendliche Energie aus, welche sich in die noch so winzigste Pore der WG-Räumlichkeiten ausbreitet und alle restlichen Mitbewohner gleichwohl beflügelt.

Doch da ein unverhoffter Schicksalsschlag. Von einem Moment zum nächsten fliegt der doch eben noch so energiegeladene Wohngemeinschaftspalast in die Luft und wird von einer wuchtigen Schneelawine begraben. Doch bevor einer unserer tapferen Helden auch nur das Ausmaß des Schreckens verarbeitet hat, wird schon wieder an die Zukunft gedacht.
Doch wie wird diese Zukunft wohl aussehen? Wird Bob einen jämmerlichen Tod sterben oder doch noch bügeln lernen? Wird er es überhaupt überwinden mit dreckigen Sachen in das Krankenhaus gebracht zu werden? Und was ist mit Nadine und Enrico? Werden sie Kinder bekommen und sich den teuflischen Krallen der Ehe hingeben oder einfach nur ins Gras beißen? Ist das ganz und gar das Ende?
Text und Kulissen: Tobias Kunz
Inspiration: Robert Betz
Fotos: Alexander Dressler
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Dreck – Ein Hoch auf die Putzlappen

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Dreck wächst mit seinen Aufgaben. Dreck verweist auf Leben. Ja, Dreck reinigt sogar den Magen. Wieso also ein solch wunderbares Produkt unserer großzügigen Umwelt bekämpfen? Obwohl er alle Eigenschaften besitzt, der sich im Normalfall die Gesamtheit aller menschlichen Sinne entziehen möchte, bindet er vortrefflich die Charakterzüge eines Menschen zu einem Ganzen. Man möchte wissen mit welcher Person man es zu tun hat? Das Ausmaß der Verwüstung individueller Umfelde gibt darauf die Antwort. Nach dem Motto: Zeig mir deine Behausung und ich sage dir, wer du bist. Das Spektrum ist groß. Von psychisch gestörten Messies bis hin zu psychisch gestörten Ordnungswahnsinnigen. Oder unbrachial betrachtet: Von Menschen geregelter Verhältnisse bis hin zu Typen getriebener Planlosigkeit. Vielleicht sind solcherlei Betrachtungen wissenschaftlich relevant, vielleicht aber auch einfach nur: Müll.
Im Rahmen fortlaufender Emanzipation in allen sozialen Bereichen möchte ich auch sogleich das ausgelutschte Thema über die Unterschiede der Haushaltsführung zwischen den Geschlechtern verwerfen, entsorgen und pfandfrei niemals wiederverarbeiten.
Solange man angekündigten Besuch nicht als Gelegenheit auffasst, das vorläufig geplante Saubermachen tatsächlich umzusetzen, so bleibt zu sagen, das ein ungepflegtes Territorium eine Gelegenheit darstellt, um die Ernsthaftigkeit einer Beziehung zu Freund/Freundin oder Anderes auf die Probe zu stellen: Du willst mich? Du bekommst mich nur mit diesem und meinem Zimmer!
© Gisela Peter / PIXELIO
Es ist doch auch so, dass ein monatelanges, dahinsiechendes räumliches Umfeld einen Bezug zu der persönlichen Vergangenheit darstellt. Überwindet man sich wirklich einmal, den Frühjahrsputz durchzuziehen, könnte man unter dem eigenen Bett Dinge entdecken, die einem in schöne frühere Tage zurückversetzen. Eine Budweiserflasche vielleicht? – Ach ja, die verrückte Tschechin auf der WG-Party von `97. Das waren noch Zeiten. Das eigene unordentliche Zimmer dient also auch leidlich als eine Art Tagebuch.
Im Endeffekt bleibt zu erwähnen: Ob ordentlich oder unordentlich. Solange der Teppich nicht anfängt zu leben, ist doch alles in recht geordneten Verhältnissen.
von Tobias Kunz
So! Ich bin dann vor ein paar Monaten umgezogen. Im alten Zimmer hatte ich Laminat… also keinen Teppich. Ich hatte mich gut auf meinen Umzug vorbereitet, aber eine stille Gefahr habe ich nicht gesehen. Als mir meine Freunde geholfen haben mein Bett auseinander zu bauen, da sprangen sie mir fast ins Gesicht. Sie haben mich ausgelacht und streckten mir ihre grauen Zungen entgegen. Staubhasen oder wahlweise auch Staubmäuse genannt. Sie sammelten sich gesellig auf dem Boden und lachten uns mit ihrem Staub an. Zugleich mussten wir alle bei diesem Anblick keuchen vor Entsetzen… Naja, eigentlich eher wegen dem Staub, aber so klingt es dramatischer. Frisch umgezogen habe ich mir geschworen mehr für mein Zimmer zu sorgen. Daraus wurde leider noch nicht so viel, aber jetzt putze ich wenigstens. Mein Zimmer aufräumen? Ja, schon, aber… seien wir doch mal ehrlich! Wie viele von Euch räumen ihr Zimmer auf, wenn sich nicht gerade die Eltern oder anderer Besuch angemeldet hat? Also, ich gestehe hiermit, dass ich mein Zimmer nur aufräume, wenn Besuch kommt. Das ist in meinen Augen aber auch völlig in Ordnung, denn ich muss schließlich darin schlafen und nicht mein Besuch (naja, im Regelfall ist das so). Zu meiner Verteidigung darf ich sagen, dass ich aber wenigstens einen Grund habe mal richtig aufzuräumen und Besuch ist doch immer schön, also räume ich dann auch gerne auf, um meine Gäste gut zu empfangen. Und da ja Ausnahmen immer die Regel bestätigen, muss ich hier noch hinzufügen, dass auch sehr gerne während der Klausurenzeit geputzt wird. Hand aufs Herz, das ist doch bei Euch auch so.
Also hoch mit Euch Studenten und an die Putzlappen. Versucht auch, ohne dass Besuch kommt, Eure Staubhasen zu fangen und bringt sie zum Stillschweigen, denn sie haben kein Recht auf Leben! Mögen die Putzmittel und -lappen mit Euch sein!
von Sarah Kotten
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Vorschau auf Ausgabe 14

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Am 1. Februar kommt die uniVista Nr. 14 raus
Von Sprüngen war bei dem Redaktionsteam im Verlauf der Arbeiten zu dieser Ausgabe keinesfalls die Rede. Vielmehr sind wir anmutig zum Ziel “Ausgabe 14″ gekrochen. Die Gründe dafür liegen im Transfermarkt der kreativen Mitarbeiter.
Nun endlich erhoffen wir Euch unterhaltsam trashige Augenblicke mit der ersten Ausgabe Eurer Hochschulzeitung im neuen Jahrzehnt.
Wir geben Euch einen Rückblick auf den Bildungsstreik 2009 in Vechta und berichten von global hohlen Ideen. Daneben werfen wir einen Blick auf Euer Leseverhalten und schauen uns das Verhältnis von Trash und Kunst an.
Wie immer sind auch uniPlay, die Perlen der Bibo, das Studentendinner und die Kolumne über männliche und weibliche Sichtweisen dabei.
Ab nächster Woche online hier und offline in der Uni.
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Willkommen Erstis

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Hallo liebe Erstis. Willkommen an der Universität Vechta. Wir haben für euren Start hier ein paar Artikel zusammengestellt.
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PDF-Version der 13. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:
uv_titel13
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Wie viel Gender Mainstream bist du?

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Wir kennen es alle: Der Countdown läuft, alle loggen sich ein, StudIP steht still. Alle wollen sie, die heißbegehrten Kurse im Optionalbereich, doch wer auch nur ein Teilmodul (meist mit einer Teilnehmerbeschränkung von 15-20 Teilnehmern) ergattern kann, ist glücklich. Auch mir ging es im letzten Semester nicht anders. Wer zu spät aufsteht (in diesem Fall später als 7:00 Uhr morgens), hat verloren. Ich hatte mich nun damit abgefunden einen Sprachkurs wählen zu müssen, doch da erschien es auf meinem Bildschirm: OB-6 Geschlechterpolitiken. Nicht teilnehmerbeschränkt!!! Da auch einige andere dachten wie ich, nahmen etwa 120 Studierende am Teilmodul 1 von Ulrike Lahn und Simon Wöhrmann teil, beide erfahren auf dem Gebiet der Gender Studies. Der Kurs ist jedem weiter zu empfehlen und falls ihr euch noch nicht viel darunter vorstellen könnt, hier eine kleine Entscheidungshilfe in Form eines Quiz zur Planung des nächsten Semesters.
von Nelha Vardar und Natalie Johannson
Was bedeutet die Abkürzung CSD?
Combined Studies deleted
Christopher Street Day
Chromosomale Sexuelle Diffusität
Wann wurde das Gesetz »§175 StGB: Strafbare homosexuelle Handlungen« aufgehoben?
1969
1989
1994
Wann gab es den ersten offen schwulen Politiker?
1980
1983
1988
Seit wann dürfen Frauen in der BRD an Wahlen teilnehmen?
1919
1950
1863
Wann begann die erste Frauenbewegung?
1681
1791
1899
Welches Gerichtsverfahren gab es wirklich?
Kleingärtnerprozess von Weinheim
Zaubererprozess von Chemnitz
Hexenprozess von Itzehoe
Was ist der Teddy-Award?
Es ist ein Preis für sozial engagierte Homosexuelle.
Es ist ein Preis für schwul-lesbische Filme.
Es ist ein Preis für relevante Frauenrechtlerinnen.
Warum erregte eine Stern-Kampagne 1971 große öffentliche Aufmerksamkeit?
Frauen berichteten, dass sie abgetrieben haben.
Frauen berichteten, dass sie keinen Mann und Kinder wollten.
Frauen berichteten, dass sie bei der RAF aktiv beteiligt sind.
Die Queer-Theory beschäftigt sich mit...
... dem Konstrukt der Geschlechtlichkeit.
... der Theorie des verqueren Studentenlebens.
... homophoben Straftätern.


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Garantiert 100% wahr – Gerüchte an der Hochschule Vechta

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Vom Dolce-Vita-Leben eines Redakteurs über ausgelebte Träume wahrer Feuerwehrmänner und -frauen bis hin zur alles könnenden Chipkarte.
Biete 30qm möbliertes Zimmer im Laborstil mit zwei (Not-) Duschen, einem Waschbecken, zwei PCs inkl. Flachbildschirme und Drucker mit integriertem Scanner und Kopierer. Abgerundet wird das ganze Paket mit einem traumhaften Ausblick auf die Stadt (Vechta). Das Ganze erhältst du – und jetzt kommt’s – für umsonst! Nun gut, nicht ganz, denn du solltest schon ein wenig am Redaktionsleben interessiert sein, sprich den einen oder anderen Artikel schreiben können und wollen und was sonst noch so anfällt. Die eben geschilderte Ausstattung darf jeder in Anspruch nehmen, der bei uniVista mitarbeitet. Rechne also am besten nur etwa 3qm, denn neben dir arbeiten hier noch etwa 9 weitere Redakteure. Dass der Arbeitsraum umsonst ist, ist allerdings nicht zuletzt deshalb ganz sinnvoll, da diese Arbeit absolut ehrenamtlich ist. Ja, selbst die Werbeeinnahmen werden aufgelistet und kommen der Büroausstattung zugute. Immerhin bekommst du Tankgeld, wenn du Fahrten für Artikel auf dich nehmen musst. Manchmal ist sogar ein wenig Verzehr drin! Versprochen. Denke aber an die Quittungen.
geruecht13a
Bildquelle: Ein Teil der Grafik entstammt der Bildersammlung
des Bistumsarchivs Münster, der Urheber ist Gustav Albers.
Der Eintritt in die Redaktion erspart die leider ebenso wenig wie den Diplomern die Studiengebühren – sie alle müssen zahlen! Halten wir also fest: Für die Redaktionsarbeit gibt es kein Geld, keine (bis wenig) Vergünstigungen, und vor allem eines: jede Menge Arbeit. Das alles gibt es an der Hochschule Vechta oder sollte man besser sagen: An der Van Galen-Universität? Ja, genau, diesen Titel sollte die Hochschule einst tragen, nach dem Fürstbischof von Münster im 17. Jahrhundert benannt. Nun wird es dann doch „nur“ die Universität Vechta, also mutmaßlich. Aber allein dieser Umstand ist schon hoch zu schätzen, denn eigentlich gibt es diese Hochschule ja schon längst nicht mehr, sollte sie durch die Vorgängerregierung schon etliche Male geschlossen werden. Und wäre das eingetreten, dann hätte es in den vergangenen Semesterferien auch kein Angebot von Matthias Reim geben können. Ja, ihr hört richtig. Als Gastdozent hätte der Sänger des Gassenhauers „Verdammt ich lieb dich“ die Lücken im Wissen um die Schlagerfabrik schließen können. Tja, Pech gehabt. Bleibt immerhin noch die Möglichkeit des Selbststudiums an Mittwochabenden auf den Unipartys, allerdings nicht mehr vor B1. Wer auch immer sich nun angesprochen fühlt, möge ein wirklich schlechtes Gewissen haben. Die Entwendung von Feuerlöschern auf der wohl letzten B1-Party und deren unzweckmäßige Benutzung, einhergehend mit Beschädigungen am Uni-Inventar und an Kraftfahrzeugen, die sich in der Nähe des Campus befanden, hat dazu geführt, dass ab sofort keine Partys mehr in der Uni stattfinden. Die Außerhauspartys werden außerdem mit einer Extra-Aufwandsgebühr von 5 € pro Partygast belegt, so dass nunmehr ein Gesamteintrittspreis von stolzen 7 € zu zahlen ist, nicht zuletzt, um Jungenträume von Feuerwehrmännern weiterhin Träume sein zu lassen. Hierzu lest ihr natürlich keinerlei Presseberichte, wohl zu peinlich. Oder doch nur ein Gerücht?
Auf private Zwistigkeiten, Liebesgeplänkel und sonstigen Soap-Stoff im Dozentenkreise soll an dieser Stelle verzichtet werden. Und ganz ehrlich: Solche Gärtner- und Wer-mit-wem-und-wie-gut-oder-schlecht-Geschichten ändern sich ja doch täglich, so dass man Gefahr läuft, nicht nur längst Gewesenes zu veröffentlichen, sondern dafür auch noch eine Verleumdungsklage zu kassieren. Unschön!
Was sonst noch ganz interessant sein, mit der gut gefüllten Hochschulkasse finanziert werden und euch zu Gute kommen könnte, wären folgende Vorhaben: So wird die Hochschule Vechta ganz bald einen neuen Bühnenboden in der Aula erhalten, die Unibibliothek völlig neu konzipiert und ein (richtiger) Hörsaal nebst weiteren Seminarräumen gebaut. Ach ja, dann wird die Mensa erweitert, wofür allerdings der wirklich schöne Innenhof weichen muss; hinzu kommt eine weitere Essensausgabe, die nur Alternatives anbietet – versprochen! Und als wäre das nicht genug, wird der Campus wetterfest gemacht, d.h. ihr könnt bald im Trockenen über den Campus flanieren, unterirdisch und/oder über die überdachte Fußgängerbrücke. Ein Traum, nicht?
Und an eben dieser Traum-Uni könnt ihr bald mit nur einer Karte, die gleichsam euer Studentenausweis ist, kopieren, Bücher ausleihen und das Essen bezahlen und natürlich Bahn fahren bis nach Meppen und noch weiter. Das einzige Manko: Das alles hat seinen Preis. Für stolze 800 € ist das Studienpaket in Vechta dann zwar ein wenig teurer, aber es lässt auch keine Wünsche mehr übrig. Und nicht vergessen: den Gutschein für einen Tee in der Sprechstunde eines Dozenten eurer Wahl einlösen! In diesem Sinne immer schön weiter studieren an der baldigen Universität Vechta.
von René Kohn
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Klar (ver)strahlt memon®

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memon13
Wie schädlich ist
elektromagnetische Strahlung?
© Gerd Altmann (geralt) / ThreeDee (filter forge) / PIXELIO
“Die neue Quelle der Macht ist nicht mehr Geld in der Hand von wenigen, sondern Information in den Händen von vielen.” (John Naisbitt *1930, amerik. Prognostiker)
Gut gesprochen, klingt auch gut, doch mit der Realität gebrochen. Denn die Information in diesem Fall kostet. Die Information, die per „destruktiver Interferenz“ die elektrosmogerfüllte Umgebung von pathogenen Informationen „befreit“, auch Reharmonisierung genannt.
Kurios mag dieser Gedanke allein deshalb anmuten, weil wissenschaftlich eindeutige Beweise für die schädigende Wirkung elektromagnetischer Strahlungen auf unseren Organismus fehlen. Zugleich erklären einige Menschen die sie umgebenden elektrischen Geräte (genau: die elektromagnetische Strahlung dieser) zum Auslöser von Krankheiten (bis hin zu Krebserkrankungen) und diesen versucht memon® durch eben das Prinzip der „destruktiven Interferenz“ zu helfen.
„Destruktive Interferenz“ obliegt nicht unserem allgemeinen Sprachgebrauch, so versuche ich eine Metapher: Dieses Blatt Papier sei der Träger der Information (so wie ein Handy, eine Stereoanlage oder ein Laptop). Ebenfalls Träger der Information wären die aneinandergereihten schwarzen Lettern. Information entledigt sich nun des materiellen Bereiches und ist immateriell (wie die elektromagnetischen Schwingungen des Handys, der Stereoanlage oder des Laptops). Das wäre dann meine inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Kuriosität. Durch diese beeinflusse ich den Leser oder die Leserin nun entweder negativ, positiv oder gar nicht (neutral). Voraussetzung ist natürlich, dass der Empfänger der Information die Fertigkeit besitzt, bezogen auf diesen Fall, deutsch zu lesen und durch entsprechende organische Ausstattung (die Augen) befähigt ist zu sehen.
Ausgehend davon, dass mein Einfluss (wie es der der elektromagnetischen Strahlung hier tun soll) negativ auf Dich wirkt, tritt memon® dem damit entgegen, einen anderen Träger mit Informationen zu besetzen, die die negativen aufheben und somit unschädlich für den Organismus machen. Anschließend werden salutogene Informationen „aufgespielt“, die den Informationen des Körpers entsprechen sollen. Der Homöopathie entstammt der Satz „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Die memon®-Technologie heilt Gleiches mit Gleichem, da sie die Frequenzen der negativen Informationen genau ermitteln kann, um entsprechend reharmonisierende Frequenzen entgegenzusetzen. Hier hinkt meine Metapher, denn meine Informationen würden durch einen Gegenbeitrag nicht komplett aufgehoben werden. Dies soll jedoch bei der Technologie in Bezug auf die elektromagnetischen Strahlungen der Fall sein, sodass diese keinen negativen Einfluss mehr auf den Empfänger hätten (wie – um die Metapher wieder aufzugreifen – ein unbeschriebenes Blatt weißen Papiers).
Anm. der Autorin: Dies ist ein Laienartikel. Studierende der Hochschule Vechta sowie jeder, der sich berufen fühlt, sind herzlich eingeladen etwaige Logikfehler per E-Mail an mich zu korrigieren: johanna[at]univista.de
Um nun auf das eingangs Zitierte zurückzukommen: Informationen bezüglich des Preises gibt es auf der Homepage leider nicht zu finden. Die Größe des 4-Systeme-Transformers, welcher eins der Produkte darstellt, variiert mit den Bedingungen des Hauses (Größe, Leitungen etc.) Der Handy-Transformer liegt in dem Bereich von ca. 100 Euro.
Ein Wunsch, der sich bezüglich dieser Kuriosität in mir entwickelt hat, ist, dass es sehr bald fundierte Belege für die Wirkung elektromagnetischer Strahlungen auf unseren Organismus gibt. Dann könnten Elektrounternehmen beginnen, ihre Geräte mit entsprechenden Entstörgeräten zu versehen, um damit auch jene Nachfrager zu erreichen, die sich aufgrund ihrer Skepsis noch scheuen. Denn: wir bräuchten dann nicht auf den Standard verzichten, der mit diesen Geräten einhergeht und unser Organismus müsste nicht auf seine Gesundheit verzichten – wenn es stimmt, das mit den krankmachenden Strahlungen.
Um sich näher zu informieren und der Wahrheit des Kuriosen auf den Zahn zu fühlen: siehe www.memon.eu
von Johanna Olberding
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Herrentag – Ein Prost auf die Männlichkeit

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Es scheint die Sonne. Blauer Himmel weit und breit. Perfekter kann ein Tag nicht starten, welcher unsere vollkommene Männlichkeit krönt.
Stets am Vierzigsten Tage nach Ostern ziehen wir dahin, in unsere Wälder, an unsere Seen, bepackt mit Bollerwagen und Schubkarren, mit Alkohol bis an die Zähne bewaffnet.
Heute wird ein langjähriges, traditionelles Fest gefeiert. In den neuen Bundesländern vielmehr als „Männertag“ bekannt und hier auch weitaus beliebter in der Durchführung, wird jedes kirchliche Palaver anlässlich „Christi Himmelfahrt“ im gegärten Keim erstickt und sich auf das spezialisierteste Können der Männer konzentriert: Saufen.
Kaum jemand, welcher heute grölend unterwegs ist, kann verraten, aus welchem Anlass diese gewaltige Zeremonie durchgeführt wird, wie und wodurch sie entstanden ist, allgemein bekannt ist jedoch: Wenn Männer ihres Geschlechtes frönen, erreicht die Anzahl der Verkehrsunfälle und Schlägereien den totalen Jahreshöhepunkt.
In den brechend vollen Zügen liegt schon kurz nach neun am herrlichen Morgen der aufdringliche Duft von Alkohol in der Luft. Doch stören sollte es keinen, denn wer an diesem Tage nüchtern auf den Spuren aller stolzen Männer wandelt, muss sich darüber im Klaren sein, dass Ausdünstungen jeglicher Art die hartnäckigsten Begleiter sind.
Was früher absolut tabu gewesen ist, schleicht sich seit dem Mauerfall allmählich mit in das Geschehen: Frauen. Im Rahmen der Emanzipation und annähernder Gleichberechtigung beider Geschlechter, konnte sich auch der konventionelle Herrentag nicht gegen diese Entwicklung erwehren. Unter den Älteren erzählt man sich augenzwinkernd, dass zu Zeiten der DDR plötzlich auftauchende Schaffnerinnen gnadenlos aus dem Zug geschmissen wurden. Heute haben sich die Ansichten geändert, die Anzahl weiblicher Mitwanderer hat sich enorm vergrößert, auch wenn diese sich fortwährend unbedacht perverse Kommentare von sabbernd geilen Männerscharen anhören müssen. Das wohl letzte Recht, was den Männern an diesem Tage verblieben ist, zugegeben: meist nur von der minderbemittelten Sorte in Anspruch genommen.
Auch Kinderbeine rennen häufiger neben einem her. Historisch betrachte war zu einem Herrentag jedoch der jüngste Wanderer der heranwachsende Bub, welcher in die fröhliche Sauferei eingeweiht wurde. (Heute lernen Jungs so etwas eher bei Flaschendrehen und Flat-Rate-Partys. Ohne Papi aber dafür mit Mädels.) Es ist also klar erkenntlich geworden: Der Herrentag hat sich teilweise zu einem beherzten Volksfest entwickelt.
Bildquelle: aboutpixel.de / mexcian drunken [3] © Christoph Ruhland
“Männer sind auch Menschen, Männer sind etwas sonderbar”
Herbert Grönemeyer, Männer
Dennoch: Es tauchen unentwegt alte verbissene Narren auf, welche den Zahn der Zeit nicht erkannt haben und noch immer auf ihr abgelaufenes Anrecht pochen, an genau diesem Tag keinem Weib ins Antlitz schauen zu müssen. Und so werde auch ich, trotz Bart und tiefer Stimme, auf eine schwer verdauliche Art und Weise beschimpft, indem ich mich in Begleitung einer Frau wiederfinde. Zwei Minuten später beginnt der alte Kerl aus Enttäuschung zu weinen. Obwohl man dazu geneigt ist, dem hohen Alter Respekt darzubieten, weiß ich just in dem Moment nicht, ob ich mitfühlen oder lachen soll. Ich entscheide mich für Letzteres. Ein Prost auf die Männlichkeit.
Der Rest ist schnell erzählt: Es wird den ganzen Tag getrunken, viel gesungen, getanzt und gelacht. Später wird vermehrt gegrölt, geschlagen und demoliert. Man ergibt sich dem anschleichenden Nebel geistiger Unzurechnungsfähigkeit und am Ende passiert das, was stets durch zu viel Alkohol und Testosteron geschieht: Es artet aus.
von Tobias Kunz
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B.A. – Was nun?

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Nach dem Bachelor ist vor dem Master oder der Ahnungslosigkeit. uniVista stellt euch ausgewählte Fortbildungsmöglichkeiten an den Unis und Fachhochschulen Deutschlands vor.
Bildquelle: aboutpixel.de / Eilig auf Reisen © 2008 stormpic (Rainer Sturm)
Bildquelle: aboutpixel.de / Palmen Sonne und Meer © 2009 stormpic (Rainer Sturm)
Bildquelle: aboutpixel.de / ...ghetti? © Uwe Dreßler
Bildquelle: aboutpixel.de / © Jonathan Willmann
Bildquelle: aboutpixel.de / freie schussbahn © oli9983
Bildquelle: aboutpixel.de / atomkraftwerk07 © Sven Brentrup
Bildquelle: aboutpixel.de / Tape © Benzo
Eine kuriose Anekdote vorweg: Seit Bestehen von uniVista geschieht es immer wieder, dass gleiche Überschriften für Artikel von anderen uninahen Magazinen gefunden werden, so auch in diesem Fall. Zur Verteidigung von Ehre und Originalität müsste man jetzt beweisen können, dass wir schon lange zuvor in Sitzungen genau diesen Artikelnamen entwickelt haben. Vielleicht aber spricht es auch einfach nur dafür, dass die redaktionelle Hochschullandschaft ähnlich denkt.
Einen Unterschied gibt‘s dann aber doch: “B.A. – Was nun?” zielt in Augen zwinkender Weise vor allem darauf ab, welche Studiermöglichkeiten ihr habt, wenn es zum Master of Education nicht mehr reicht und/oder ihr euch noch einmal völlig neu orientieren wollt. Dafür haben wir einige – wie wir finden – interessant anmutende Studiengänge gefunden, die sich nicht zuletzt durch ein ganz besonderes Prädikat auszeichnen: Sie sind fast alle absolut krisensicher, glauben wir.
Leisure and Tourism:
Die gute Nachricht zuerst: Diesen Studiengang gibt es – wie im übrigen alle hier vorgestellten – wirklich. Die schlechte: Wenn ihr nicht schon einen Bachelor in Freizeitpädagogik oder etwas Ähnlichem gemacht habt, dann könnt ihr diesen Masterstudiengang an der Hochschule Bremen leider nicht studieren. Und nein, Voraussetzung sind auch keine Zeugenaussagen eurer Kommilitonen, die mit euch zusammen auf den Wiesen gelegen haben, um einfach mal die gute Freizeit zu genießen.
Besser sind dann schon richtig gute Englischkenntnisse, ein Praktikum in der Tourismusbranche und eine Abschlussnote von 2,5.
Und dann geht‘s ans Eingemachte: Forschungsfragen aus Freizeit und Tourismus stehen auf dem Lehrplan. Methodische und analytische Kompetenzen werden hier auch erworben. Dann gibt es doch noch wieder ein Handlungsfeld namens Wellness – immerhin! Aber dazu kommen auch weitere, die sich folgendermaßen nennen: Erlebnis, aber halt auch Lernen, Gesundheit (und die bereits erwähnte Wellness), Kultur und nachhaltige Entwicklung. Ihr seht: Es gibt kein Ying ohne Yang oder anders: keine Freizeit ohne Stress. Wobei, da fällt mir ein, und wieder einmal muss ich eine Lehrkraft zitieren, die einst meinte: Sie hätte doch tatsächlich Freizeitstress gehabt, nämlich, als sie in Altersteilzeit gegangen ist. Freizeitstress? Hm, ob man den zu bewältigen auch im Studium lernt. Findet es selbst heraus binnen von 3 Semestern.
Automatisierungstechnik:
Es gibt gute und es gibt schlechte Science Fiction; die gute zeichnet sich dadurch aus, dass sie realisierbar scheint, so oder so ähnlich sprach einst eine Lehrerin, die zusammen mit ihrem Sohn ein wöchentliches Ritual beging, nämlich Star Trek zu gucken. Die Bewertung dieser Serie halte ich an dieser Stelle heraus. Was drin bleiben soll, ist das Vorstellen von Geräten, Apparaturen, Maschinen und Techniken, die das Leben noch ein wenig bequemer machen können. Man denke nur an die Möglichkeiten eines Hausroboters, der die eigenen vier Wände sauber hält, das Essen bereitet und am besten noch als Sekretär fungiert. Genial! Oder an diesen Replikator aus erwähnter Serie, der einfach mal eben das materialisieren lässt, was du ihm befiehlst.
Du bist ein Meister der Vorstellung und hast dazu auch noch handwerkliches, mindestens aber technisches Geschick? Der Begriff des Ingenieurs ist dir nicht vollkommen fremd? Dann entwickle Dinge, die wir uns morgen nicht mehr wegdenken können. Aber zunächst musst du natürlich ein wenig studieren und dich in den Grunddisziplinen Messen, Steuern und Regeln üben.
An folgenden Orten kommst du deinen Vorstellungen – natürlich in den bewährten Bachelor- und Masterstudiengängen – näher: Etwa am Leuphana College in Lüneburg oder aber an der Fachhochschule in Hannover.
Fußballmanagement:
Relativ neu im Programm steht dieser Studiengang, der seit April 2007 am IST-Studieninstitut mit Sitz in Düsseldorf in der Organisation eines Fernstudiums angeboten wird. Auch oder vielleicht gerade für die geschlechtliche Mehrheit an dieser Uni mag es sich hierbei um eine durchaus sinnvolle Alternative handeln: ob als klassische Spielerfrau, die in jedem Fall Ahnung von Fußball und Management haben sollte oder als Trainerin der Nationalmannschaft, was ein Spitzenjob ist; die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen wird zwar weniger gesehen, aber sie ist rein sportlich erfolgreicher als die Herrenmannschaft. In jedem Fall gilt aber: Als studierte/r Fußballmanager/in hat man es in Deutschland mit dem Volkssport Nummer 1 zu tun, der – ob Wettskandale oder Weltwirtschaftskrise – wahre Fanhorden anzieht, etwa 7% der Bevölkerung in Vereine rennen lässt und alles in allem genug Geld in genügend Kassen einspielt. Fazit: Wer kein Fußballmanagement studiert, will auch nicht reich werden. Selbst schuld! Auf Fußballdeutsch: klassisches Eigentor.
Radioactive and Hazardous Waste Management:
Es gibt ja so Berufe, die sind – naja, sagen wir – nicht ganz so beliebt, aber immerhin einigermaßen gut bezahlt, etwa der Entsorgungsfachmann bzw. die Entsorgungsfachfrau (oder auch „Müllmann“ genannt). Legen wir einfach noch eine Schippe darauf, aber nicht von dem gewöhnlichen Bio-, Rest- und Plastikmüll, sondern von dem richtig harten Stoff: Atommüll. Die Endlagerung radioaktiven Mülls ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft, und wenn es nach einigen eher konservativen Parteien geht, dann bleiben die Meiler auch noch eine ganze Weile länger am Start und die Müllberge können sich weiter türmen.
Nun bist natürlich du an der Reihe, der nämlich dafür Sorge trägt, dem ganzen gefährlichen Müll auf die Schliche zu kommen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wörter wie Geologie, Physik, Chemie, Mathematik, Bergbau und Bauingenieurswesen sollten dir weder fremd sein noch Angst einjagen. Einiges davon solltest du bereits im Bachelor mitgenommen haben, denn dann heißt es demnächst an der TU Clausthal: 4 Semester Master of Radioactive and Hazardous Waste Management oder etwas schlagzeilen-comicmäßiger: Hier wirst du zum Radioactiveman oder zur Radioactivewoman.
Popular Music:
Vielleicht habt ihr euch diese Frage auch schon einmal gestellt: Was haben die Menschen, die in den zahlreichen Casting-Shows in der Jury sitzen, eigentlich gelernt? Eine mögliche Antwort wäre diese: Sie haben Popular Music studiert. Denn hierin wird man gleich zu einem „Mehrfach-Spezialist“ in der Popularmusik ausgezeichnet. Klingt doch verlockend, oder? Neben einer musikpraktischen Ausbildung in zwei Instrumenten lernt man – halt ganz praktisch – gleich noch, wie man komponiert, arrangiert, Songs schreibt und das Rohmaterial schließlich in Studios produziert. Neben der bunten Praxis gibt‘s aber auch jede Menge Musiktheorie, Musikwissenschaft, Einblicke in die Medienwissenschaft und last but not least wartet dieser künstlerisch-wissenschaftliche Studiengang mit Begriffen wie Medienmanagement und Journalistik auf. Individualität und Interdisziplinarität stehen außerdem hoch im Kurse. Hierzu dienlich ist vor allem die Anbindung weiterer einschlägiger Institute (etwa des IJK, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung).
Also, wer meint, er habe den berühmt berüchtigten Rhythmus im Blut, den Soul in der Stimme und die Musik in den Ohren, der sollte sich für den achtsemestrigen Bachelor an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bewerben, am besten mit Pauken und Trompeten. Und immer schön daran denken: Der Ton macht die Musik. Viel Erfolg!
von René Kohn
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Auf den (Akupunktur-) Punkt ohnmächtig

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Als eigentlich ablehnende Person fernöstlicher Medizin verlasse ich als Redakteurin meine private Einstellungs- und Glaubenszone und so war ich während der Suche nach Kuriositäten fast allem offen zugewandt. So auch der Akupunktur. Eine Krankenschwester des Familienkreises hatte sich in diesem Bereich weitergebildet und trägt ihr Material zur Behandlung meist dabei. Es schien alles vorbereitet: eine kurz bevorstehende Familienfeier, meine Kopfschmerzen (und die Unlust, mit Kopfschmerzen auf einer Feier zu sein), sowie das uniVista-Titelthema.
Nach kurzem Zögern entschied ich mich für „Mein erstes Mal Akupunktur“. Bis vor einiger Zeit waren Spritzen und Nadeln für mich kein Grund zur Aufregung. Doch seit einiger Zeit… Also: Ängste schnell in die Verdrängungszone geschoben, machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich. „Wo sind denn die Kopfschmerzen?“„Von der Schläfe nach hinten ausgehend“, antwortete ich. Zunächst platzierte sie eine Nadel direkt zwischen meinen Augen, dann zwei in meinem Nacken – bis dahin alles in Ordnung – dann eine in der Nähe meiner linken Schläfe, dann an der rechten. „So, fertig. Alles gut?“ Ich nickte. „Ich geh jetzt rüber. Wenn was ist, meld dich.“ „O.K.“ Dabei spürte ich schon ab dem Moment, an dem sie die letzte Nadel platzierte, dass sie mit dieser Nadel eine sensible Stelle getroffen hatte. Eine Spannung zog sich von rechts bis in die Mitte meines Gesichts. „Mmmhh“, dachte ich, „auf jeden Fall passiert etwas mit mir, soviel Zauber kann es dann ja auch nicht sein…“
akupunktur13
Es gibt rund 400 Akupunkturpunkte.
© Sabine Weiße / PIXELIO
Seit einigen Jahren mit einem leichten Tinitus lebend, der einem stetigen hohen Ton gleicht und durch Umweltgeräusche gut gedeckt kein Störenfried ist, begann dieser auf einmal, seinen Sound in meinem Ohr in ein schrilles Klingeln zu verändern. Das Gespräch zwei weiterer anwesender Personen wurde übertönt, denn der Tinitus war lauter denn je und lauter als jene piependen Töne im Ohr, die nach dreistündiger Beatboxbeschallung noch im Bett nachklingen. Während sich vor meinem geistigen Auge eine psychisch gefolterte Zukunft mit dieser Art von Tinitus abzeichnete, wurde mir übel und kurz darauf schwarz vor Augen und ich wusste, gleich werde ich ohnmächtig… „Ähm“, rief ich, „kann man eigentlich auch davon ohnmächtig werden?“ „Nö, eigentlich nicht. Wieso?“ (Gott sei Dank, war sie noch da und nicht schon rüber gegangen!) „Weil ich gleich ohnmächtig werde…“ Mit ziemlich flinken Fingern und Geschick zog sie mir die Nadeln wieder aus dem Kopf. Der drohenden Ohnmacht war zunächst abgeholfen. Ich legte mich nun auf‘s Sofa und begann zu beten: „Oh Gott! Oh Gott, bitte nimm dieses Klingeln aus meinen Ohren, damit kann ich nicht leben.“ Und: „Es tut mir Leid. Ich kenne doch die Spekulationen darüber, dass fernöstliche Medizin okkulte Hintergründe haben soll. Es ist doch nur ein Experiment im Rahmen der uniVista. Aaahhhh! Hilfe!“
Ein Foto als Beweis wäre natürlich toll! Aber dafür hatten wir leider keine Zeit und ich auch nicht den Kopf. Aber: Da ich unbedingt wissen will, was sie bei mir „erwischt“ hat und ob das Gleiche noch mal passiert, wird es vielleicht noch ein zweites erstes Mal* geben! Vielleicht…
von Johanna Olberding
* Ein auf Heraklit zurückgeführter Aphorismus sagt: „panta rhei: Alles fließt.“ Man kann den gleichen Fluss nicht zweimal durchqueren. Beim zweiten Mal ist der Fluss ein anderer, und man ist auch ein anderer, nachdem man den Fluss einmal durchquert hat.
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Die Sonnenkamp-Party

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Ein Nachruf voll Larmoyanz, aber mit Recht.
Verehrte Freunde, Bekannte, Verwandte und Angehörigen,
wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von etwas, was uns viele Jahre in unserem Leben als Student begleitet hat. Lange Zeit bildete sie den Höhepunkt des Sommersemesters, auf den man sich freuen, auf den man hinarbeiten konnte. Viele fröhliche Stunden haben wir dort zusammen verbracht. Viel zu früh ist sie nun als mutmaßliches Opfer ihrer eigenen Popularität von uns gegangen.
Auf private Zwistigkeiten, Liebesgeplänkel und sonstigen Soap-Stoff im Dozentenkreise soll an dieser Stelle verzichtet werden. Und ganz ehrlich: Solche Gärtner- und Wer-mit-wem-und-wie-gut-oder-schlecht-Geschichten ändern sich ja doch täglich, so dass man Gefahr läuft, nicht nur längst Gewesenes zu veröffentlichen, sondern dafür auch noch eine Verleumdungsklage zu kassieren. Unschön!
Geboren wurde sie vor vielen Jahren aus der hehren Idee einiger junger Sonnenkampbewohner, den Mitstudenten einen schönen Abend zum Semesterausgang zu bereiten. Selbstlos und rein ehrenamtlich tätig gelang es ihnen, durch die einzigartige Open-Air-Atmosphäre im Innenhof mit Lampions, guter Musik und niedrigen Bierpreisen bei freiem Eintritt eine Kultfeier zu etablieren, welche von einer großen Mehrheit als „die beste Party des Semesters“ bezeichnet wird. Es waren sorgenfreie Jahre voll der Blüte und Prosperität, stets mit dem Wohlwollen des Wettergottes bedacht. Nicht einmal die Einführung des Eintrittentgeltes ab 2005 konnte ihrer Beliebtheit einen Abbruch tun. Mit den Jahren zog die beliebte Feier jedoch Mitbürger an, deren Anliegen nicht hundertprozentig dem reinen Feiern galt. Mehr und mehr häuften sich die Zwischenfälle und kleineren Diebstähle (u.a. sogar ein Laptop). So mußte der Heimrat traurigerweise eine weniger professionelle Truppe an dunkel gedressten Männern an den Eingängen postieren. Diese konnte nicht verhindern, dass sich im Jahr 2007 ein unfreundlicher Genosse durch Eintreten der Tür Zutritt zu einem Apartment im Sonnenkamp verschaffte und 2 gefüllte Kassen mit einem Teil der Einnahmen entwendete. Nur durch viel Glück erwischte derjenige nur die Kassen mit dem Kleingeld (Wenn du von damals das hier liest: In der mittleren Kasse waren die großen Scheine. Sehr viele große Scheine. Und du Trottel schleppst dich mit… egal.) Durch den Missgriff des Diebes konnte der Heimrat doch noch sämtliche Löhne und Rechnungen für Getränke und Kühlcontainer bezahlen. Trotz allem war dadurch der Moral der Veranstalter recht zugesetzt worden. Und so hoffte man für das Jahr 2008 auf eine ruhigere Nacht. Eine Hoffnung, die sich wieder nicht erfüllen sollte. So entdeckten ein paar geistige Tiefflieger die Feuerlöscher in Haus 9b als Mittel zur Verwirklichung einer privaten Schaumparty. Unsere des größten Dankes würdige Putzfrau hat natürlich Luftsprünge vor Freude gemacht. Zudem gab es wieder Beschädigungen, u.a. erneut eine kaputte Tür. Wieder gab es Sauereien auf den Toiletten (Was ist so witzig daran, NEBEN die Schüssel zu kacken?), bei denen man nicht weiß, ob dort Mensch oder Tier die Notdurft verrichteten. Ein Spezialist konnte gerade noch davon abgehalten werden, in ein Treppenhaus zu urinieren. Hinzu kommen die unzähligen achtlos in Gebüsche geworfenen Flaschen, Berge von Müll, weil kein Schwein sich die Mühe macht, mal eben 2 Meter zu einem der vielen Mülleimer zu laufen und und und.
Wir, der Heimrat, wissen, dass die Ausrichtung einer Feier Arbeit macht. Arbeit, die wir gern gemacht haben. Mit den letzten Jahren haben wir jedoch beobachtet, dass diese Arbeit nicht nur immer öfter herabgewürdigt, sondern mit den Füßen getreten wurde. Mit diesen Erfahrungen scheinen wir nicht allein zu sein. Auch die B1-Partys sind seit vielen Jahren etabliert, aber noch nie standen sie so oft und so grundlegend zur Debatte wie in letzter Zeit. Aus bekannten Gründen wurden die B1-Partys für das laufende Sommersemester sogar komplett gestrichen. Und auch unser Hausmeister hat verständlicherweise keine Lust, als erste Amtshandlung am Morgen nach der Party irgendwelche Schäden mit dem Studentenwerk zu regulieren. Wenn sich jetzt irgendwelche Zweitsemester fragen: „Das ganze selbstmitleidige Gejammer – wegen einer Party?!“ Denen können wir nur antworten, dass es uns um den traurigen Prozess an sich geht, dass Unifeten ohne Türsteher und ohne irgendwelche Sachschäden Geschichte sind. Und stattdessen einige wenige Idioten die Legitimation des studentischen Feierns in Frage stellen lassen. Wir wissen nicht, woran all das liegen kann. Zuviel Alkohol und zuwenig Katharina Saalfrank? Die Konsequenz kennen wir jedoch sehr wohl:
Keine Sonnenkamp-Party 2009!
von Christopher Vielhaber
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Wheelchair-Showdown

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Lässig lasse ich mich in den tiefen Ledersitz fallen. Man kann förmlich die gewaltige Power spüren, die zwischen den vier Rädern danach lechzt, den 0,5-PS-Boliden übers Linoleum zu jagen. Die vehikelgewordene Bestie setzt sich mit quietschenden Reifen in Bewegung. Ich hatte die Bremse des Rollstuhls nicht gelöst.
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Noch öffnen sich nicht alle Türen
automatisch auf Tastendruck.
Foto: Tobias Kunz
Wir befinden uns in der uniVista-Redaktion (A-Gebäude, ganz oben), wo unser kleiner Selbsttest zur ach so rühmlichen „Barrierefreiheit“ der Uni beginnen soll. Ziel der ganzen Aktion ist es, herauszufinden, ob man als körperlich beeinträchtigter Kommilitone, Mitarbeiter oder Besucher tatsächlich die wichtigsten Bereiche der Uni ohne fremde Hilfe und mit vertretbarem Aufwand im Rollstuhl erreichen kann. Die Hauptrollen spielen hierbei nun ein altgedienter Rolli aus der Studentenbühne und ein bemitleidenswerter Redakteur, der zwar notorisches Pech beim Stöckchen ziehen hatte, sich dafür aber herzlich darauf freut, einen radikalen Verriss über die womöglich katastrophalen Verhältnisse zu schreiben.
Auf geht’s. Nach dem ersten Beschnuppern freunden sich mein Popo und der Krankenfahrstuhl schnell an. Ich löse die Bremse und gleite lautlos wie ein junger Gott über die Flure. Natürlich quatsch: Der mistige Sitz ist sau eng, die Reifen nicht ganz aufgepumpt und jeder Meter geht richtig in die Arme.
Die erste Frage, die sich sofort stellt, ist natürlich, wie man denn jetzt aus dem 2.Stock nach unten kommt, wenn man sonst immer die Treppen benutzt. Ich freue mich schon erstes Material gefunden zu haben, um meinen Hetzartikel zu schreiben, als ich mit meinen Fußrasten gegen die Tür eines Aufzugs stoße, den ich heute zum ersten Mal bemerke – Na toll! Im Erdgeschoss des A-Gebäudes bin ich das erste Mal unter Menschen. Die meisten ignorieren das sexy Gespann aus 19kg Stahl, Leder und mir. Andere glotzen unverhohlen. Als erstes teste ich nun den Haupteingang auf Rollikompatibilität. Und auch hier finde ich wieder keine Möglichkeit das Argumente-Arsenal für meinen ersehnten Hetzartikel auszubauen, denn hier gibt es sogar einen Schalter, welcher die Eingangstür automatisch für mich öffnet (auch dieser fällt mir jetzt zum ersten Mal auf). Draußen gibt es als Alternative zur Treppe eine durchaus nutzbare schlangenförmige Rampe. Ich fühle mich ein bisschen an die berühmten norditalienischen Serpentinen erinnert (naja eigentlich überhaupt nicht, wir sind schließlich in VECHTA).
Nun quäle ich mich an der Driverstraße entlang, um zur Bibliothek zu fahren. Um von der Straßenseite aus mit Rollstuhl dort hoch zu gelangen muss man sich nun eine recht steile Rampe hochwuchten. Als ich oben bin, habe ich die ersten Blasen an den Händen und Schweiß auf der Stirn. Ab zur Biblothek! Langsam steigt in mir die Verzweiflung auf, denn auch hier ist alles 1A mit Rollstuhl erreichbar. Ich sehe den Artikel in Gefahr. Die Aufzugversorgung ist leider top. Nur wer ins Erdgeschoss zurück will, muss freundlich fragen. Dieses ist nämlich nicht ohne Weiteres mit Lift erreichbar. (Ansonsten könnten nämlich hinterlistige Studenten – sagen wir mal – das ein oder andere Buch „unentgeltlich dauerausleihen“.)
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Die Brücke ist nicht der einzige
Weg vom Bistro in die Mensa.
Auch durch die Bibliothek führt ein Weg.
Foto: Tobias Kunz
Da der Zugang zum Außensteg, welcher einen bequemen Zugang zur Mensa gewährleistet hätte, verschlossen ist, muss ich mich nun den gesamten Weg über‘s E-Gebäude zurückkämpfen. Natürlich hätte man auch einfach fragen können, ob man hier bitte kurz aufschließen kann, aber da ich ja eigentlich laufen kann, wollten wir nicht zu aufdringlich sein. Doch auch hier, an der Seite des E-Gebäudes, zu dem ich mich nun geschleppt habe, wird mein Einsatz nicht belohnt. Zwar kann ich den ersten Eingang wegen einer kleinen Stufe nicht nutzen, aber schon eine Tür weiter gewähren mir die heiligen Hallen unserer allseits geliebten Alma Mater den Einlass. Als wäre das nicht schon genug, schreit mir auch hier – direkt hinter der Tür – die Barrierefreiheit in Form eines riesigen Rollstuhl-Aufzugs ins Gesicht.
Peu à peu beginne ich mich verfolgt zu fühlen. An jeder noch so kleinen Treppe bettelt mich irgendein Gerät an, welches danach lechzt mich und meinem fahrbaren Untersatz zu befördern. Um der Sache noch die Sahne aufzusetzen, kommt sogar ein freundlicher Hausmeister und erklärt mir, was ich genau drücken muss. Alles scheint sich gegen mich verschworen zu haben. Ich muss an die frische Luft. Draußen fahre ich über die Brücke der Universitätsstraße. Doch auch hier hole ich mir zwar Blasen, meine Hände krampfen und ich schwitze, als wäre ich 5km mit Gepäck gerannt, aber es war definitiv machbar. Ich beschließe zur Redaktion zurückzufahren. Es scheint mir, als müsse ich nun folgendes akzeptieren: Das wird nichts mit dem Hetzartikel!
Fazit: Die Barrierefreiheit ist (nach unser Erfahrung, die selbstverständlich lückenhaft ist) an der Hochschule Vechta gar nicht mal so schlecht…
Ich spreche jedem Rollstuhlfahrer meinen tiefsten Respekt aus, da ich diese für mich neue Situation als äußerst anstrengend und (trotz „Barrierefreiheit“) als Beeinträchtigung wahrgenommen habe. Wir hoffen, dass sich niemand durch diesen Artikel beleidigt fühlt. Im Gegenteil hoffen wir damit mehr auf die Bedürfnisse der Behinderten aufmerksam zumachen.
von Thomas Hülsmann
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Opel zu verkaufen

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Opels Zukunft liegt nach wie vor im Nebel. Das deutsche Traditionsunternehmen, das mit 147 Jahren älter ist, als das Automobil selber, gehört seit 1929 zum amerikanischen General-Motors-Konzern (GM). Jahrzehntelang ein Erfolgsmodell: Nachdem GM das im zweiten Weltkrieg zerstörte Werk wieder aufbaute, entwickelten die Rüsselsheimer zusammen mit den Amerikanern eine Modellpalette, die beinahe sämtliche Ansprüche in Nachkriegsdeutschland erfüllen konnte. Von der Luxuslimousine bis zum Kompaktwagen hatte die Traditionsmarke alles im Programm, was Neuwagenkunden damals verlangten. Autos wie Kadett, Ascona und Manta sahen gut aus, galten als zuverlässig, anspruchslos und taugten trotzdem als Statussymbol. Opel setzte auf moderne Technik, der ewige Rivale VW baute mit dem Käfer eine Vorkriegskonstruktion.
Doch Ende der 70er begann man, die ersten Fehler zu machen. Weil man sich vor Investitionen scheute, bot man in dem prestigeträchtigen Luxussegment keine Fahrzeuge mehr an. Der von Opel gesponsorte Rally-Weltmeister Walter Röhrl – damals ähnlich populär wie heute Michael Schumacher – wurde noch vor Vertragsende rausgeworfen. Er fuhr fortan für Audi. Nur zwei Beispiele für eine Geschäftspolitik, bei der schnelle Einsparungen wichtiger erschienen, als die Zukunft des Unternehmens.
Als Opel in den 90ern rote Zahlen schrieb, fuhr das Management einen knallharten Sparkurs. Oft genug wurde am falschen Ende gekürzt und die Qualität vernachlässigt: Die Autos aus dieser Ära litten unter Rostproblemen, ein Opel Omega,
der von der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ in einem Dauertest 100.000 km von der Redaktion genutzt wurde, musste nicht weniger als 40mal in die Werkstatt. Der alte Werbespruch „Opel – Der Zuverlässige“ wurde ad absurdum geführt.
Gleichzeitig wurde die Konkurrenz immer stärker: Aus Japan wurden moderne, hochwertige und preiswerte Fahrzeuge nach Deutschland importiert, der VW-Konzern, dessen Autos lange Zeit technische Rückständigkeit vorgeworfen wurde, entwickelte sich zu einer innovativen und dynamischen Marke, Mercedes entdeckte die Mittelklasse.
2008 stand die Konzernmutter GM als Folge jahrelanger Misswirtschaft, der Automobilkrise in den USA und der Weltwirtschaftskrise kurz vor dem Aus und verlangte nach milliardenschweren Rettungspaketen von der US-Regierung. Es wurde eng für Opel.
Im Februar verkündete GM, man sei bereit, sich von der Marke mit dem Blitz zu trennen. Angebote kamen von einem Konsortium, bestehend aus dem östereichisch-kanadischen Autoteile-Zulieferer Magna und der russischen Sberbank, dem ebensfalls angeschlagenen Fiat-Konzern und einem chinesischen Investor, der jedoch nicht für den Erhalt der Arbeitsplätze garantieren wollte. Ein Radio-Moderator witzelte, dass außerdem eine Fußpflegerin, ein Metzger und ein Kioskbesitzer interessiert seien.
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Opel hat schon bessere Zeiten gesehen.
© A.Dreher / PIXELIO
Zur Zeit gilt eine Übernahme durch Magna und die Sberbank als wahrscheinlich. Eine Art Vorvertrag ist bereits gemacht, über entscheidende Punkte ist man sich aber noch nicht einig: Die Investoren fordern staatliche Kredite in Milliardenhöhe, die Regierung verlangt, dass der Erhalt von Arbeitsplätzen zugesichert wird.
Doch es stellen sich jede Menge Fragen: Darf der Staat viel Geld in die Rettung einer Firma investieren, die letztendlich ein Konkurrent für Unternehmen ist, die es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen? Wie wichtig ist Opel überhaupt für Deutschland? Wäre eine Insolvenz – wie von Wirtschaftsminister zu Guttenberg gefordert – die sinnvollere Alternative?
Fragen, die viele Positionen zulassen und der alten Debatte „Wie stark sollte der Staat in die Wirtschaft eingreifen?“ neuen Stoff geben.
von Stefan Hirsch
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Meer und Morgenrot

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Ein blasses Mädchen, von 17 Jahr,
in ihrer Kammer unterm Dach
träumte davon wies früher war,
als sie nicht krank, nicht schwach.
Sie träumte von Sommer und Sonnenschein,
vom Lachen mit hübschen Knaben.
Für sie sollte‘s nun nicht mehr sein,
würd nie einen Gatten haben.
Denn vor ihr stand im Mondenschein,
mit schwarzem Kapuzengewand,
ein dunkler Herr im Kämmerlein,
die Sense in der Hand
„Ich bin der Tod
der allen droht
ein schneller Schnitt
und du kommst mit“
„Gevatter Tod, so hab Geduld!
Nimm fort die Finger, die kalten.
Mein Herz ist frei von jeder Schuld,
drum lass bitte Gnade walten!“
„Ich bin der Tod
die Sense blutrot
wer meine Arbeit tut
kennt Gnade nicht gut“
Das Mädchen weinte so bitterlich,
als sie diese Worte vernahm,
dass beim Sensemann sich Zweifel einschlich
und von ihm dieses Angebot kam:
„Ich bin zwar der Tod
bringe Leid und Not
doch dein Herz ist rein
ein Wunsch sei dein“
„Oh, Meister der Sense, dunkler Schnitter,
ich werde mit dir gehen,
doch wäre mein Ende halb so bitter,
könnt ich noch das weite Meer sehen.“
Da umarmte er sie mit festem Griff
und flog mit ihr durch die Nacht,
weit fort, zu einem schönen Riff,
wo Morgenröte lacht
Der Sensemann, er küsst sie sanft.
Eine Träne fällt in die Gischt,
die zischend in den Wellen verdampft,
als das Leben des Mädchens erlischt.
Ein blasses Mädchen von 17 Jahr,
sah das Meer noch, als die Sonne auftauchte.
Träumte nicht mehr, stand glücklich da,
als sie ihr Leben aushauchte.
von Thomas Hülsmann
morgenrot13
Zeichnung: John Boomer
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Von Ejakulation und Erkältung, von Laffer-Kurve und Leben

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“Ich weiß, dass ich nichts weiß.”
Dieses geflügelte Wort wird Sokrates zugeschrieben. Wenngleich heute bekannt ist, dass es sich dabei um einen Übersetzungsfehler handelt (eigentlich: „Ich weiß als Nichtwissender“), hat der Spruch trotzdem nichts an Wahrheit verloren. Sokrates hinterfragte damit das vermeintliche Wissen, welches sich allzu oft als Scheinwissen herausstellte.
Heute glauben wir mehr denn je, dass wir so gut wie alle Geheimnisse, die es auf unserer Erde gibt, entschlüsselt haben und somit alles wissen. Dass dem nicht so ist, zeigen Kathrin Passig und Aleks Scholz in ihrem Lexikon des Unwissens. Nach eigener Aussage ist es „das erste Buch, nach dessen Lektüre man weniger weiß als zuvor.“ Vielmehr würde man sich 42 „Qualitätswissenslücken“ aneignen.
Doch ist nicht schon allein das Bewusstsein um diese Lücken ein Zuwachs an Wissen?
Aber jenseits dieser philosophischen Fragen nähern sich Passig und Scholz auf durchaus vergnügliche Weise ganz alltäglichen Phänomenen wie dem Gähnen, dem Schlaf, den sexuellen Interessen, sowie dem Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel. Außerdem werden auch wissenschaftlich geprägte Fragestellungen aufgegriffen. So wird die Rotation der Sterne, die dunkle Materie oder die Riemann-Hypothese thematisiert. Dabei erlebt der Leser, trotz der sehr pessimistischen Einschätzung in der Einleitung, durchaus den einen oder anderen „Aha-Effekt“. Zudem ist es ein sehr erfrischender Lesespaß. Wer noch nie ein Lexikon gelesen hat, sollte mit diesem Anfangen.
Kathrin Passig & Aleks Scholz: Lexikon des Unwissens: Worauf es bisher keine Antwort gibt
Signatur: AFMpas = 383380
von Stefanie Bruns
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Von Luxus und Langeweile, von Aversionen und Alkohol

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Die Länge eines vertrübten Nachmittages beansprucht diese einmalige Perle und Wegweiser der deutschen Popliteratur.
Im Mittelpunkt der simpel geschilderten Farce von Nord- nach Süddeutschland bis in die Schweiz, steht ein meist unbeteiligter, namenloser Protagonist, welcher uns mittels herrlich misanthropischer Art und Weise schildert, auf welche gesellschaftlichen Abartigkeiten er stößt. Ziel und Sinn seiner Reise sind nicht von Belang. Ein Vagabund der reichen Gesellschaft, welcher permanent Alkohol konsumiert und sich auf jeder zweiten Seite eine neue Zigarette anbrennt. Er lässt sich treiben, nächtigt in den teuersten Hotels, steuert von einer Party zur nächsten, trifft Menschen seinesgleichen, welche mit ihm alle etwas gemeinsam haben. Sie deuten eine zunehmend ungemütlichere Gesellschaft an, in der Isolation, Selbstzerstörung, Heuchelei und Disharmonie überhandnehmen. Die absurden Schilderungen seiner Umgebung, angereichert mit Materialismus und Exzessen, belustigen und schockieren zugleich.
Dem Autor gelingt es, Deutschland in eine konstant düsteren Atmosphäre zu verkleiden, wobei sich die Frage stellt, wie viel Dunkelheit aus Christian Krachts Geist in das Werk mit einströmt und wieviel festgehaltene Finsternis tatsächlich auf diesem Fleck Erde existiert. Fakt ist, wie das zersplitterte Licht, in welchem sich seine tragikomische Geschichte abspielt, so gebrochen erscheinen auch seine Figuren. Inwieweit man sich auf diese Gestalten einlässt, sich zuletzt sogar mit ihnen identifiziert, sei jedem selbst überlassen.
Ein kurzweiliges Geschehen, welches bei jedem Leser einen eigenen Eindruck hinterlassen sollte.
Christian Kracht: Faserland
Signatur: CQYk8532 = 312967
von Tobias Kunz
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Ironie und Skurrilität – Wladimir Kaminer in Vechta

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“Nie etwas ausdenken, sondern dem Leben vertrauen.”
Diesen Satz kann ich dem Kultautoren Wladimir Kaminer nur zu gut glauben, wenn jemand ein so abenteuerliches Leben wie das seinige bestreiten müsste.
Er schafft es mit Hilfe seiner Sprachgewandtheit aus der alltäglichsten Situation eine Ode an das Leben zu entwerfen. So empfinde ich den von ihm geprägten Begriff der „Alltagsbewältigungsprosa“ als sehr passend, falls das Bedürfnis besteht, ihn irgendwo einordnen zu müssen.
Seine Bücher bestehen hauptsächlich aus Kurzprosa und Essays, die in den verschiedensten Längen aneinandergereiht werden und so ein Werk komplettieren.
Kaminer betont immer wieder, dass in seinen Büchern weder die Charaktere noch die Erzählungen fiktiv sind. Das Dazuerfinden bezeichnet er als eine „kopflästige Angelegenheit“. Aus diesem Grund erhalten wir authentische Einblicke in das Leben des Literaten, vornehmlich aus seiner Zeit in Berlin, und der Menschen in seiner Umgebung.
Im Mai beehrte Wladimir Kaminer die Universität Vechta, um aus seinen Büchern vorzulesen.
Hier überraschte er mit seiner starken Publikumsbezogenheit. So zog er das Stehen bei der Menge dem Wasserglas und Mikro auf der Bühne vor.
Einen festen Ablaufplan hatte die Lesung nicht. Er selbst war überrascht, dass er aufgrund seines Debütbuches Russendisko geladen worden war, da dieses bereits 2000 erschien und er seitdem fast jährlich ein neues Buch veröffentlichte. Lieber fragte er sein Publikum, was dieses gerne hören würde oder ob es Fragen zu seinen Werken hätte. Durch allerlei Anekdoten über sein momentanes Lieblingsthema „Familie“ gewann er sofort das Publikum für sich. Mit seiner lockeren Art flocht er Hintergrundinformationen zwischen die Texte ein, die aufgeschrieben ein neues weiteres Werk ergeben könnten. Diese Unbekümmertheit, die er ausstrahlte, und sein noch deutlich vernehmbarer Akzent unterstrichen einmal mehr seine Authentizität.
Auf Happy Ends innerhalb der Geschichten wird kein Wert gelegt, da Kaminer selbst sie nur als Zwischenstationen des Lebens ansieht.
Er sagt über seine eigene Person, dass er im Gegensatz zu vielen Popliteraten von heute nicht durch eine Wohlstandskindheit verdorben worden sei.
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Foto: Pia Sabine Klein
Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Er machte eine Ausbildung zum Toningenieur, absolvierte anschließend ein Dramaturgiestudium am Moskauer Theaterinstitut. 1990 bekam er durch seine jüdischen Wurzeln die Möglichkeit in die DDR einzureisen. Spontan entschied er sich, diese wahrzunehmen. Die Fahrkarte kostete nur 96 Rubel und für Ostberlin benötigte er nicht einmal ein Visum. Das größte Problem bestand darin, dass Kaminer bei seiner Ankunft kein einziges Wort deutsch sprechen konnte, sodass er sich die Sprache innerhalb kürzester Zeit selbst aneignete.
Nach einigen Umwegen, bei denen er unter anderem Limonade verkaufte oder als Filmstatist mitspielte, ist er nun wirklich in Berlin angekommen und lebt dort mit seinen zwei Kindern und seiner Frau Olga, deren Werke auch sehr gut zum Verschlingen geeignet sind.
Auch wenn seine Texte zumeist durch Ironie und Skurrilität große Belustigung erzeugen mögen, sollte er nicht als witziger Geschichtenerzähler gesehen werden. Kaminer ist ein proletarisch erzogener Autor, der versucht, sozial benachteiligte Menschen in die Bewusstseins-perspektive des Lesers zu bringen. Seine Kritik geschieht jedoch nie auf bissige Art und Weise.
Mit einem scheinbar kindlich naiven Blick beobachtet er den Alltagswahnsinn und die Lebenslügen um ihn herum.
Die Absurdität wurde vor allem bewusst, als er von seinem Künstlerfreund Sergej berichtete, dessen Plastik als Entwurf für das Holocaust-Mahnmal gedacht war und welche Kaminer einige Zeit später auf einem Berliner Abenteuerspielplatz wiederfand. „Das muschelförmige Werk sollte den Schmerz der Menschheit symbolisieren, einen aus Beton gegossenen Schrei.“ Aber auch „als Schnecke auf dem Spielplatz sah sie herrlich aus.“ (Russendisko, 2000) Er empört sich nicht, sondern stellt nur fest. Der Leser darf selbst entscheiden, ob er lachen oder verstehen möchte.
von Franziska Kliefoth
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“Mit Kunst kann ich meine Wünsche ausdrücken”

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Ein Interview mit dem Höffmann-Dozenten Stephen Folárànmí.
Stephen Adéyemí Folárànmí wurde 1969 in Lagos/Nigeria (Afrika) geboren und wuchs in Òyó und Lagos auf. Er schloss sein Studium der Kunst an der Obáfémi Awólówò Universität in Ile-Ife ab. Stephen ist seit 2002 Doktorand und Dozent der Obáfémi Awólówò Universität in der Fakultät für Angewandte Kunst. Dort sind seine Schwerpunkte Zeichnen und Malen. Seit Dezember 2008 noch bis September 2009 ist er der Inhaber der Höffmann-Dozentur für Interkulturelle Kompetenz.
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Foto: Stephen Folárànmí
Haben Sie etwas Bestimmtes erwartet, als Sie nach Deutschland gekommen sind?
Ich wollte mich überraschen lassen. Die Dozentur passierte sehr plötzlich und demnach hatte ich nicht viel Zeit, um mich auf diese Sache vorzubereiten, aber ich liebe die Herausforderung und habe mich über die Reise nach Deutschland gefreut.
Wie sind Sie hierher gekommen?
Ein Freund sandte mir Informationen über diese Dozentur und ich bewarb mich. Ziemlich spontan, eigentlich. Ich erhielt die Einladung, als ich die Bewerbung schon fast wieder vergessen hatte und deswegen ging die Sache, wie oben schon gesagt, recht schnell und plötzlich.
Drei Dinge, die Sie ausmachen?
Puh, das ist ziemlich schwierig. Also für mich ist der Glaube eine sehr wichtige Sache. Ein Christ zu sein und in Gott sein Vertrauen setzen zu können, hat mir schon oft geholfen. Ich merke immer wieder, wie wichtig der Glaube für mich, aber auch für meine Studenten ist. Das zweite wäre dann wohl meine Kunst. Mit ihr kann ich meine Wünsche ausdrücken und Menschen verbinden. Als drittes würde ich die Natur nehmen. Natur gibt mir Ruhe und Zeit für mich. Ich genieße sie und liebe es, sie in meinen Bildern festzuhalten. Deswegen ist Vechta ein perfekter Ort für mich. Schön grün. (lacht)
Da unser Thema der 13. Ausgabe Kurioses ist, welchen Aberglauben und Gerüchte gibt es in Nigeria?
Aberglaube ist ein Phänomen, welches verschieden existiert. Es kommt auf die Kultur, Religion und Moral an. Viele Aberglauben und Gerüchte in Nigeria dienen dazu, die moralische Gesinnung der Kinder in die richtige Bahn zu lenken. Ganz so wie in Deutschland. Ein Aberglaube ist, dass man nicht beim Eingang zum Haus essen darf. Der Witz an der Sache ist, dass man einfach die Leute, die an dir vorbei kommen, nicht stören sollte, indem man in der Gegend herum sitzt. Ein weiterer Aberglaube in Nigeria ist, dass man seine Hände nicht in den Regen ausstrecken sollte oder unter eine Regenrinne hält, denn sonst könnte man vom Blitz getroffen werden. Aber dies gilt nur in Verbindung mit einem Gewitter. Diese Gerüchte dienen einfach der Vorsorge und um den Leuten ein wenig Angst einzujagen, gewisse Dinge nicht zu tun. Also als eine gewisse „Moral von der Geschichte“.
Zurück zur Realität. Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?
Ich möchte Einheit, Frieden und Vielfalt zeigen. Jede Kultur ist anders, kann sich aber mit anderen verbünden und austauschen. Mein Anliegen ist es, dass Kulturen sich verbinden und im Frieden anerkennen. Ich möchte den Studenten Kultur und alles, was damit zusammenhängt, näher bringen. Dieses drücke ich durch meine Kunst aus. In den Workshops, die hier in Vechta laufen, gebe ich den Studenten Anleitungen und Tipps, wie sie dieses Anliegen ausdrücken können. Natürlich ist jede Kultur besonders und einzigartig, aber wer sagt, dass sie sich nicht ergänzen können?
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Foto: Lars Chovanietz
Mögen Sie Vechta?
(lacht) Ja. Ich komme aus einer großen Stadt. Aber ich bin mehr für die kleinen Dinge des Lebens. Ich liebe die Natur und die Ruhe. Große Städte sind für mich eher störend. Die Leute sind viel zu hektisch. Ich selbst habe auch die Pünktlichkeit der Deutschen bemerkt. In Afrika ticken die Uhren etwas anders. Eine Uhrzeit ist mehr eine Andeutung einer Zeit. In Wahrheit bedeutet zum Beispiel 14 Uhr, 14.30 Uhr oder später, Afrikanische Zeit. In Deutschland habe ich gelernt, dass die Deutschen kein großes Verständnis für solche Zeitspielereien haben. Wenn sie 14 Uhr sagen, dann erwarten sie dich auch um 14 Uhr am Treffpunkt und nicht erst eine halbe Stunde später. Ich habe aber recht schnell gelernt, damit umzugehen und sehe das nicht gerade als ein Problem an.
War es schwer in Kontakt mit Leuten in Vechta zu kommen?
Eigentlich nicht. Ich habe schnell viele Leute kennen gelernt. Das liegt natürlich auch daran, dass Vechta, beziehungsweise die Universität, nicht gerade die größte ist. Man läuft sich sehr schnell über den Weg und sieht sich häufig immer mal wieder. Die Leute hier sind sehr nett und freundlich. Sie sehen, dass ich wahrscheinlich nicht von hier komme und möchten mir helfen. Dieses Verhalten würde man in der Stadt nicht erwarten, was sich leider auch sehr oft bestätigt. Es herrscht eben eine andere Mentalität.
Wir sind schon fast am Ende unseres Interviews. Zum Schluss: Was wünschen Sie den deutschen Studenten und Studentinnen in Vechta?
Ich wünsche ihnen besonders die Neugier und die Offenheit. Sie sollen neue und andere Kulturen entdecken. Sie sollten reisen und die Weite der Welt zu schätzen wissen. Ich wünsche den Studentinnen und Studenten alles Gute dabei. Sie sollen sich für alles begeistern können.
Danke Stephen. Wir wünschen Ihnen noch viele schöne Erfahrungen in Vechta und man läuft sich bestimmt noch über den Weg.
Danke euch. Davon ist auszugehen. (lacht)
Das Interview führte Sarah Kotten.
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Der neue AStA-Referent für überregionale Hochschulpolitik

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asta13
Moin, ich bin‘s, Maurice Mathéus, der neue AStA-Referent für überregionale Hochschulpolitik. An dieser Stelle möchte ich mich euch kurz vorstellen. Ich bin 21 Jahre jung, aufgewachsen zusammen mit meinen vier jüngeren Brüdern in Faßberg in der schönen Lüneburger Heide. Nach meinem Abi in Hermannsburg zog es mich erstmal an die Küste. Ein Jahr lang arbeitete ich in Bremerhaven bei der Deutschen Seemannsmission. Von dort aus gelangte ich dann im Oktober letzten Jahres hier an die Hochschule Vechta. Der in meinen Augen sehr zukunftsorientierte Studiengang Dienstleistungsmanagement überzeugte mich.
Am 27. Mai durch das Studierendenparlament in den AStA gewählt, bin ich nunmehr seit dem 01.06. offiziell im Amt und euer Ansprechpartner, wenn es um Angelegenheiten geht, die über Vechtas Grenzen hinaus auch Studierende anderer Hochschulen etwas angehen. In der kommenden Zeit werde ich an Landes-Asten-Konferenzen (LAK) teilnehmen und diese mitgestalten. Mir ist in diesem Zusammenhang eine Integration der Studierenden wichtig. Wenn die Studierenden viel von dem mitbekommen, was wir im AStA so machen, dann wird automatisch das Interesse der Studierenden an hochschulpolitischen Zusammenhängen zunehmen. Mein Beitrag wird in regelmäßiger Berichterstattung von den Konferenzen bestehen. Für so was gibt es bei uns ja zum Beispiel den UNI-INSIDER!
Meine weiteren Aufgaben bestehen in der hochschulpolitischen Vertretung der Studierendenschaft gegenüber dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium und in der Begleitung studienbeitragsrelevanter Fragestellungen und Veranstaltungen, selbstredend unter der Zielsetzung die Studienbeiträge loszuwerden. Sie sind unsozial und nicht hinnehmbar. Bildung sollte für jedermann zugänglich sein, kein Privileg der „High Society“ werden. Ich werde mich stets klar gegen Studiengebühren aussprechen.
Die Arbeit im AStA lebt von Impulsen aus dem Studierendenparlament und insbesondere auch von euch Studenten der Hochschule Vechta! Wann immer euch etwas auf der Seele brennt, euch etwas so richtig gegen den Strich läuft, wenn ihr eine tolle Idee habt, so seit ihr bei mir und, ich möchte für uns alle sprechen, uns AStA-Referenten an der richtigen Adresse. Kommt in meine Sprechstunde (dienstags, 14:30 – 15:30 Uhr), schreibt mir eine Mail an maurice.matheus[at]mail.uni-vechta.de oder sprecht mich einfach mal so nebenbei an.
Ich freu mich drauf,
Euer Maurice
AStA-Referent für überregionale HoPo
von Maurice Mathéus
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Frühlingssalat mit Hähnchenbruststreifen

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dazu Brokkoli-Rahmsuppe und Bioquark mit Blaubeeren
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l
a
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studentendinner13
Anna-Maria Schreiber
(Praktikantin im Mensateam Vechta)
Foto: Alexander Dressler
Frühlingssalat mit Hähnchenbruststreifen:
  • Kleiner Kopf Eisbergsalat
  • Kleiner Kopf Lollo Rosso
  • 1/4 Wassermelone
  • 50g Sojasprossen
  • 250g Hähnchenbruststreifen
  • 200g Joghurt
  • Senf, Zucker
Alle festen Zutaten in Streifen schneiden. Eisbergsalat, Lollo Rosso und Wassermelone vermischen, die Sojasprossen unterheben und die Hähnchenbrust anschließend über den Salat geben. Joghurt, Senf und Zucker zu einem Dressing herstellen und ebenfalls über den Salat geben.
Brokkoli-Rahmsuppe:
  • 350g Brokkoli (blanchieren)
  • 80g Zwiebeln (in Würfel schneiden und anschwitzen)
  • 200g Butter
  • 250g Mehl
  • 0,4l Milch
  • 0,1l Sahne
  • 0,5l Brokkoliwasser
  • Salz, Pfeffer und Zucker
Den Brokkoli ca. 5 Minuten in kochendes Salzwasser legen, anschließend herausnehmen und das Wasser aufheben. Danach sofort 20 Sekunden in 1,5l Eiswasser abkühlen und wieder herausnehmen, damit die grüne Farbe vom Brokkoli erhalten bleibt. Um Mehlschwitze (gebräuntes Mehl, Einbrenne) anzurichten, musst du zunächst Butter mit gewürzten Zwiebeln und anschließend Mehl anschwitzen. Das Ganze mit der Milch glattrühren und aufkochen, danach Brokkoli-Wasser auffüllen und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Alles zum Kochen bringen und dann durch das Sieb fließen lassen. Brokkolirösschen für die Suppe als Einlage kurz vor dem Servieren in die Suppe geben.
Bioquark mit Blaubeeren:
  • 600g Bioquark
  • 100g Bioblaubeeren
  • 750g Biozucker
  • 0,1l Biomilch
Den Quark mit Milch und Zucker verrühren bis er cremig ist, anschließend die frischen Blaubeeren unterheben.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
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Fernweh

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uniplay13a
Eine eindeutige Erkenntnis zwang unsere WG heute über gewisse Dinge nachzudenken. Seit Bestehen der aufregenden Ansammlung unserer lustigen Gesellen ist uns klar geworden, dass zwar viele Menschen unsere Räumlichkeiten betreten haben, jedoch selten einer von uns diese verlassen hatte.
uniplay13b
Urlaub! Das ausschlaggebende Stichwort. Wir alle gierten sogleich nach dieser ausgefeilten Idee und ein jeder von uns interpretierte seine eigene Wunschvorstellung in diesen Gedanken. Es wurde Zeit diesem eingebrachten Traum einer Reise eine feste Gestalt zu geben.
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Und so vergingen ein paar Stunden. Keiner sagte ein Wort und keiner machte eine Bewegung. Und in der Stille der Peinlichkeit hofften alle, dass Tequila Tony, unser Vermieter, die Ruhe stören könnte, doch dieser war auf der Jagd nach dem Munkelmann. Bis schließlich…
uniplay13d
Bob unterbrach die grausame Stille und erwähnenswert ist es schon in jeglicher Hinsicht, dass unser Dauerkiffer der einzige war, der den roten Faden nicht verloren hatte. Jedoch wie der Zufall es so will, konnte diesen marihuanaverseuchten Faden auch keiner unserer dauergestressten Studenten wieder aufnehmen.
Und so verließ Luisa unser Paradies vereinter Glückseligkeit. Und als sie später mit Rucksack und gestrecktem Daumen die WG verließ, konnte sich nach einer halben Stunde auch keiner mehr an sie erinnern. Ob Luisa nach ihrer Rückkehr von ihren Mitbewohnern doch wieder erfasst wird, ist fraglich, aber dennoch anzunehmen. Wie wird die WG reagieren? Und wird Bob wieder backen können? All das und noch viel weniger, erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe.
Text und Kulissen: Tobias Kunz
Fotos: Alexander Dressler
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Horoskop Juli 2009

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horoskop13_steinbock
Steinbock
Du hast gerade ganz viel Energie und Unternehmungslust. Also: zusammen raus mit Mitmenschen! Deine glückliche Art wird viele anstecken.
horoskop13_wassermann
Wassermann
Lass dir durch eine Enttäuschung nicht den Tag verderben. Alles wird gut ;-) Blöde Phasen gehen schnell vorrüber.
horoskop13_fische
Fische
Jemand wird auf dich zukommen. Jetzt bloß die Schüchternheit ablegen! Vielleicht hast du schwuppdiwupp einen neuen Menschen an deiner Seite ;-)
horoskop13_widder
Widder
In letzter Zeit oft geflucht? Oft wütend und gestresst gewesen? Das hat jetzt bald ein Ende und du kannst dich wieder ganz den schönen Sachen widmen.
horoskop13_stier
Stier
Warum zurückhalten? Man lebt nur einmal! Also hüpf! Gönne dir Abwechslung und starte mit neuen Dingen!
horoskop13_zwillinge
Zwillinge
Uuuh, da liegt was in der Luft. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm, aber sei auf unnötige Streitereien gefasst, in denen du lernen musst, dich auch mal zurückzunehmen.
horoskop13_krebs
Krebs
Alles top, alles top, alles top – Das ist ja beinahe langweilig! Ne, das ist natürlich schön. Und bleibt auch noch ein Weilchen so. Also genieße es.
horoskop13_loewe
Löwe
Oft sind deine Erwartungen an dich selbst etwas zu hoch. Sei auch mal mit weniger zufrieden.
horoskop13_jungfrau
Jungfrau
Lange nicht mehr unterwegs gewesen? Dann wird‘s jetzt höchste Zeit, die Couch zu verlassen und den Alltag aufzumischen!
horoskop13_waage
Waage
Du bist in letzter Zeit viel zu nachtragend. Schaffe deine Probleme aus der Welt, die du seit längerem im Kopf hast.
horoskop13_skorpion
Skorpion
Hast du Rücken? Hüfte? Oder sogar Körper? Dann sei mal wieder aktiv und tu deinem Körper was Gutes!
horoskop13_schuetze
Schütze
Uiuiui, eine Beziehung zu einem Menschen, den du magst, wird sich intensivieren… Also schön immer das Odol-Mundspray in der Hosentasche mitschleppen!
von Mira Brink
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Geschlechtertausch

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Ich hätte Brüste. Und der Rest des Tages? Ich könnte es mal mit Schuhe kaufen versuchen. Eigentlich etwas, dass ich furchtbar finde und auch nur mache, wenn es unbedingt nötig ist. Normalerweise gehe ich in ein Schuhgeschäft, stelle fest, dass das einzige Paar, was mir passt und halbwegs gut aussieht, 179 Euro kostet, gehe genervt wieder raus und kaufe bei Karstadt mal wieder ein Paar Adidas Samba. Billig, robust und ich weiß auf Anhieb, welche Größe ich brauche. Aber als Frau? Vielleicht würde es mir Spaß machen? Dann könnte ich mir einen Mehrjahresvorrrat anschaffen. Herrenschuhe natürlich, schließlich wäre ich ja nur für einen Tag Frau. Außerdem gibt es Damenschuhe in meiner Größe nur im Sexshop, und so etwas gibt es in Vechta nicht, schließlich sind wir eine anständige Stadt. An meinem Tag als Frau würde ich dann einfach meine Sambas tragen, die stehen jedem – ja, ich gebs zu, ich trage sie sogar zum Anzug.
Mir stünden jede Menge Türen offen, die einem als Mann verschlossen bleiben. Es wäre mir zum Beispiel möglich, herauszufinden, ob Freundinnen sich tatsächlich über die sexuelle Kompetenz ihres Partners unterhalten. Soll ja angeblich so sein, obwohl eigene Freundinnen immer behaupten, dass sie das nie machen würde. Und ich könnte eine Handtasche tragen und bräuchte mir nicht mehr Autoschlüssel, Wohnungsschlüssel, Handy, Taschentücher und Portemonnaie in die Hosentaschen stopfen, was irgendwie der größte Nachteil am Sommer ist. Ich denke, ich würde mich für eine gefälschte Louis-Vuitton-Handtasche entscheiden. Die sind zwar stillos und seit einigen Jahren aus der Mode, aber weiß nicht, ich finde die Dinger irgendwie lustig.
kolumne13
Außerdem könnte ich mich in einem Frauen-Fitness-Center zu einem Probetraining anmelden, mich bei pro familia bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs beraten lassen, meine Kumpels fragen ob mein Hintern zu fett und wer ihre Lieblingsfigur bei Twilight ist und auf eine von diesen Flatrate-Partys gehen, die für Frauen 11 und für Männer 28 Euro Eintritt kosten. Ob da wohl Männer mit mir flirten würden? Wahrscheinlich nicht, schließlich wäre ich sehr schlecht geschminkt, ich hab da schließlich keine Erfahrungen mit, und statt Stiefeln mit hohen Absätzen würde ich Sambas tragen. Glück gehabt. Wenn ich keine Lust mehr hätte, würde ich jedenfalls nach Hause gehen. Allein. Denn: Ich hätte Brüste.
von Stefan Hirsch
Mh… so ein Tag als Mann, wie würde der wohl aussehen? Beim Blick in den Spiegel bekäme ich wahrscheinlich einen gehörigen Schreck, angesichts der Stoppeln in meinem Gesicht. Also erstmal rasieren. Das ist ganz schön lästig. Gut, dass ich das morgen nicht mehr machen muss.
Mein Kleiderschrank sähe plötzlich so voll aus. Eine Jeans und ein T-Shirt reichen doch vollkommen aus, oder? Oh Mann, so viele Schuhe, aber für heute gehen wohl nur die Turnschuhe.
Auf geht’s, erstmal in die Mensa, was essen. Es fühlt sich ganz schön komisch an, wie so ein Mann läuft. Oh, wer kommt denn da? Mädels! Wow, ich wusste nicht, dass Hintern und Brüste so anziehend sein können.
Bevor ich mich anstelle, gehe ich dorthin, wo Frauen sonst nicht hin dürfen, in die Toilette für Männer.
Irgendwie ist das aber doch nicht so spektakulär, wie ich erhofft hatte. Also zurück zum Essen.
Worüber reden Männer so unter sich? Ist die Standardbegrüßung wirklich: “Hey Alter, was geht?” Ich probier es aus und ernte komische Blicke. Anscheinend ist es doch nur so ein Klischee.
Was jetzt? Was macht ein Mann so den ganzen Tag? Ich versuch es mit einem Ego-Shooter. Ich spiel sonst eher Anno oder die Sims.
Abends geh ich auf eine Party, ohne mich vorher extra noch mal umzuziehen. Die Sachen sind ja noch gut. Es ist echt praktisch, wenn ein Kamm fürs Styling reicht und ich nicht soviel Zeit mit dem Make-up verschwende.
Ich will doch mal sehen, ob ich als Mann den Überschuss an Frauen hier in Vechta nicht nutzen kann. Also stell ich mich an die Tanzfläche, mein Bier in der Hand und sondiere die Lage. Mir gefällt, was ich sehe. Aber jetzt bin ich in Zugzwang. Männer müssen ja traditionell den ersten Schritt machen. Mir fällt jetzt zum ersten Mal auf, was für ein blödes Ritual das ist. Denn Mann soll ja nicht nur den ersten Schritt machen, sondern dabei auch noch intelligent und kreativ sein. Boah, darauf habe ich keine Lust. Ich bleib lieber bei meinem Bier, echtes Bier, nicht dieser Mixkram.
Dann geh ich, ohne es versucht zu haben, zu Bett. Morgen bin ich glücklicherweise ja wieder eine Frau.
von Stefanie Bruns
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PDF-Version der 12. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:
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Das uniVista-Liebesbarometer

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Du bist Single und hast jemanden kennen gelernt? Du siehst Euch schon weißhaarig mit beigefarbenen Windjacken bekleidet auf einer Parkbank sitzen und Enten füttern? Du willst wissen, was er/sie für Dich empfindet?
Das uniVista-Liebesbarometer verrät Dir, ob Du einen Kurztrip für zwei Personen nach Paris buchen darfst, oder das Geld besser in ein ordentliches Liebeskummer-Besäufnis investiert werden sollte.
von Stefan Hirsch
Was hat er/sie bei Eurem letzten Treffen zu Dir gesagt?
Seitdem ich Dich kenne, finde ich die Gefühlsdarstellungen in Twilight realistisch.
Wenn Du lächelst, siehst Du aus wie das sprechende T-Shirt aus der Kik-Werbung.
...war das Kokain mit so viel Abführmittel gestreckt, dass ich ständig scheißen musste.
Habt Ihr schon mal eine Nacht miteinander verbracht??
Ja, und es war schön.
Ja, und er/sie war total betrunken
Ja, und demnächst stehe ich wegen sexueller Nötigung vor Gericht.
Wie stellt sie/er sich ihre(n)/seine(n) Traumpartner/in vor??
So wie mich.
Sein(e)/Ihr(e) Traumpartner/in ist Orlando Bloom/Keira Knightley.
Sein(e)/Ihr(e) Traumpartner/in ist jemand, vor dem ich Angst habe.
Was hat er/sie Dir schon mal geschenkt?
Ein selbst verfasstes Gedicht, das seine/ihre Gefühle für mich beschreibt.
Eine Parkscheibe.
Einen Fön und eine Badewanne.
Welche Wörter benutzt er/sie besonders oft, wenn er/sie mit Dir redet?
Liebe, verliebt, glücklich.
Abwrackprämie, Modalverb, Erdanziehungskraft.
Unwohlsein, Brechreiz, DJ Bobo.
Träumt er/sie manchmal von Dir?
Ja, eigentlich ziemlich oft.
Keine Ahnung, über so was reden wir nicht.
Ja, aber vor kurzem hat er/sie eine Psychotherapie begonnen, damit diese Träume und die Panik-Attacken aufhören.


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“Wo man singt, da lass’ dich nieder…

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singt1
Klein fängt man an.
Foto: Lea Weber
…böse Menschen haben keine Lieder.” Das wusste schon Oma. Wenn ich mir die vier Jungs, die gerade vor mir stehen, so ansehe, glaube ich: Oma hatte recht. Es ist Dienstag nachmittag. Wir sitzen im Musikraum unter der Aula. Ich bin eingeladen zu einer Probe von Safet, Benjamin, Boris und Florian, den Jungs von d’Accord. Nachdem sie mit dem Comedian-Harmonists-Klassiker Mein kleiner grüner Kaktus bereits zur Einstimmung meine vollste Begeisterung ernten, darf ich einen kleinen Einblick in die Entstehung des d’Accord-Programms erhaschen.
Für den Sommer ist das große Konzert angekündigt, eine hoffentlich ausverkaufte Aula und, so sagen die Jungs, vielleicht die Zündung für die musikalische Karriere von d’Accord. Dafür werden nun nicht nur die älteren Barbershop-Klassiker aufpoliert, sondern auch neue Songs geschrieben, einstudiert, an ihnen herumgefeilt und weiter geprobt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Safet Fotiou
Studiengang: Germanistik, Sport.
Ich bin in Vechta seit: 2002.
Eigentlich komme ich aus: Rotenburg a.d. Wümme.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: schreibe ich die Songs für d’Accord, verbring die Zeit mit meinen Lieben und mit FIFA-Spielen mit Benni und Daniel.
Ich kann dieses Instrument spielen: Klavier.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Da gibt es einige.
Mein momentaner Lieblingssong: Wire to Wire von Razorlight.
Das letzte, das ich gekauft habe: Monte.
Mein Lieblingskuscheltier ist: Pandabär.
Ich könnte nicht leben ohne: Musik, meine lieben Mitmenschen, Sport, d’Accord.
Besonders stolz bin ich auf: Barack Obama.
Vechta ist für mich: ein sehr wichtiger Lebensabschnitt.
Der schönste Platz auf der Welt ist: Das erzähle ich euch lieber nicht. ;-)
Dabei sind wir genau an dem Ort, an dem alles begann. Flo und Safet trafen sich 2004 hier im Musiktrakt. Zusammen mit Safets Bruder Edin und André, einem weiteren Freund, fand sich zunächst die Gruppe Capella-A zusammen. Sie sangen Stücke von Boys II Men, NeYo und anderen bekannteren R&B-Größen.
Über den Hochschulchor ergab es sich, dass sich Safet und Flo mit Boris, dem Musikdozenten Klaus Werner und Daniel, einem weiteren Musikkommilitonen, als Barbershop-Quintett mit We will rest a while innerhalb eines größeren Musikprojekts zusammenfanden.
Klaus Werner, Safet, Flo und Daniel beschlossen nach diesem Projekt, das Barbershop- (nun) Quartett aufrecht zu erhalten und übten weitere Barbershop-Klassiker ein. Als Daniel Vechta verließ, trat Boris dafür an dessen Stelle und brachte Benni, den er aus der Studentenbühne kannte, gleich mit.
singt2
Proben vor dem großen Auftritt
Flo, Safet, Boris und Benni
Foto: Lea Weber
Nach einigen Auftritten mit dem Fach Musik und dem Hochschulchor kam 2008 die Anfrage unserer Hochschulpräsidentin, ob die Jungs nicht bei der Hochzeit ihrer Tochter für die musikalische Abwechslung sorgen könnten. Diese Anfrage setzte dann den Startschuss für d’Accord. Mit dem Gedanken, Auftritte zu machen, dabei ein bisschen Geld für die weitere Finanzierung des Projekts “A Capella Band” zu verdienen und damit das Programm noch weiter auszubauen, musste zunächst ein passender Name her. Irgendwer von den Jungs habe die Idee einfach mal so in den Raum geworfen. “Ja, und dann dachten wir: in d’Accord, da hört man das Wort ‘Chor’ raus und man liest das Wort ‘Accord’, also Dreiklang und es heißt ‘Einverstanden’. Und damit waren wir dann alle… einverstanden!”, erzählt Safet.
Florian Voigt
Studiengang: Master Ed (Musik / Gestaltendes Werken).
Ich bin in Vechta seit: dem WS 2004.
Eigentlich komme ich aus: Cloppenburg.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann:lache ich viel.
Ich kann dieses Instrument spielen: Schlagzeug, Percussion, Klavier, Blockflöte, E-Bass, Mundharmonika.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Frank Sinatra, Herbert Grönemeyer.
Mein momentaner Lieblingssong: A Capella auf dem Teller (Anm. d. Red.: von d’Accord).
Das letzte, das ich gekauft habe: nen Kaffee bei Jörg.
Mein Lieblingskuscheltier ist… : Waldbär.
…und heißt: Waldbär.
Ich könnte nicht leben ohne: Mensa! Grüße an Karin, Rudi, Inge, Melanie, Matze und Renate und natürlich alle, die ich vergessen habe!
Besonders stolz bin ich auf: meine Jungs!
Vechta ist für mich: ein großes Rätsel!
Der schönste Platz auf der Welt ist: auf der Bühne.
Neben neu einstudierten Songs von den Comedian Harmonists und den Beatles, kamen nach und nach die ersten selbst komponierten Lieder dazu. Safet steuert hierfür die Ideen, Texte und Melodien bei, die die Jungs dann gemeinsam zur Perfektion bringen. Die Songs spielen mit der Sprache. Die Schwierigkeit beim Einstudieren ist allerdings, dass Safet nie gelernt hat, Noten zu lesen oder zu schreiben. Die Harmonien entstehen daher alle nach Gehör – sicherlich keine Selbstverständlichkeit für eine A-Capella-Gruppe.
Ortswechsel: Rasta-Dome Vechta. Es ist Samstagabend, die Basketballer des SC Rasta Vechta spielen gegen den Oldenburger TB. d’Accord sind als Pausenact für das Spiel geladen. Noch ist die erste Halbzeit mitten im Gange.
Ein festes Ritual vor Auftritten haben die Jungs nicht. Der Ablauf wird noch ein paar Mal abgesprochen, “Tourbusfahrer” und seelische Unterstützung Daniel wird zum wiederholten Male erklärt, welchen Schalter er für die Boxen gleich betätigen soll und ständig huscht ein Blick zur Anzeigetafel, wie lang es noch bis zur Pause ist. Auch wenn alle vier bereits einige Bühnenerfahrung sammeln konnten, ist das Lampenfieber nicht zu leugnen. “Ach, ich glaub, das geht nie ganz weg. Aber ohne geht’s auch eigentlich gar nicht.”, sagt Benni.
singt3
Safet, Flo, Benni und Boris
im „Studio“
Foto: Lea Weber
Die erste Halbzeit ist vorbei, die Jungs werden vom Hallensprecher angekündigt und starten ihre Perfomance mit dem eigens komponierten Rasta-Vechta-Jingle: “…. Ich sing’ Rasta, ihr singt Vechta: Rasta..” “Vechta!”, grölt das Publikum zurück. Auch der Applaus auf Die Kugel fliegt wieder, ein Basketball-Rasta-Song, der aus dem ebenfalls von d’Accord stammenden Die Pille rollt wieder umgeschrieben wurde, zeugt von der Begeisterung des Publikums. Die Jungs kommen an.
“Hat sich eigentlich etwas geändert, seitdem d’Accord öfters öffentlich auftritt?”, will ich wissen. “Na ja, man wird schon öfters gegrüßt auf der Straße oder an der Uni – auch mal von Leuten, die man gar nicht kennt. Und Ulla spricht uns jetzt alle mit Namen an.”, erzählt Flo.
Wir sind zurück bei den Proben im Musiktrakt der Uni. Klaus Werner ist heute dazu gekommen, um die Jungs zu unterstützen. Dabei ist die Atmosphäre wie unter Freunden, nicht wie unter Studenten und deren Professor. Dabei merkt man allen an, wie viel Spaß sie an der Sache haben und dass selbst die zehnte Wiederholung eines Liedes an diesem Tag bei der Pointe immer noch ein Grinsen auf die Gesichter der Sänger setzt. Das Strahlen in den Augen lässt vermuten: Da kommt noch Größeres auf die vier jungen Herren zu.
Benjamin Grabbe
Wie ist dein zweiter Vorname? Nils.
Studiengang: Bachelor (Sport, Deutsch).
Ich bin in Vechta seit: 2005.
Eigentlich komme ich aus: Osnabrück.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: spiele ich Xbox 360 oder mache Sport oder gehe ins Kino.
Ich kann dieses Instrument spielen: Ich konnte mal Klavier spielen, hab es aber lange nicht mehr gemacht.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: hab keins.
Mein momentaner Lieblingssong: Die Welt zu Gast bei Freunden von Basta.
Das letzte, das ich gekauft habe: Fladenbrot und Käse beim Türken.
Mein Lieblingskuscheltier ist… : ein kleiner Affe.
…und heißt: Mary II.
Ich könnte nicht leben ohne: meine Fans. ;-)
Besonders stolz bin ich auf: mein Laminat und den Tisch in der Wohnung.
Vechta ist für mich: ein stark überdurchschnittlich reiches Dorf mit einer schicken Uni. *schleim*
Der schönste Platz auf der Welt ist: dort, wo ich mich gerade befinde. (Anm. d. Red.: in der Küche der Autorin???)
Zunächst ist als großes Event das Konzert am 24. Juni in der Aula angesetzt. “Das Größte wäre es natürlich, vor einer ausverkauften Aula zu singen.” , sagt Boris und fügt hinzu: “Wir hoffen ja doch so ein bisschen, dass das so ein Durchbruch für unsere musikalische Karriere werden könnte.”
Freuen können sich die Zuhörer bei diesem Konzert auf einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abend. Alte Comedian-Harmonists-Klassiker, so wie weitere Highlights der Musikgeschichte wechseln sich ab mit den eigenen Songs von d’Accord.
Ich durfte die vier Jungs ja in den letzten Wochen ein Stück weit begleiten und bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das große Ereignis erfahren… und Oma hatte wirklich recht, wo diese vier Jungs singen, kann man sich beruhigt niederlassen und sich auf sehr gute Unterhaltung freuen!
Für die weitere Zukunft kann ich nur raten: Wise Guys, Basta und Konsorten: Hört euch die Jungs gut an: Ihr seid dabei Konkurrenz zu bekommen….
Sekt oder Selters
singt4
Flo, Benni, Boris und Safet
bei ihrem Auftritt im Rasta-Drome
Foto: Lea Weber
Bohlen oder Beethoven?
Benni: Bohlen.
Boris: Beethoven, als Musikstudent muss ich das sagen…
Safet: Beethoven.
Flo:: äh…. Bohlenhoven.
Tagträumer oder Tatendränger?
Safet: Tagträumer, auf jeden Fall.
Flo: Äh… Tagträumer.
Benni: Joa, auch Tagträumer.
Boris: Ja, nehm ich auch.
Flo: Da sind wir alle d’Accord.
Lästerschwestern oder Schweigen der Männer?
Safet: Schweigen der Männer.
Flo: Lästerschwestern.
Benni: Lästerschwestern.
Boris: Ich nehm das Schweigen
Boris Blömer
Wie ist dein zweiter Vorname? Maria.
Studiengang: Master Ed (Anglistik/ Musik).
Ich bin in Vechta seit: langem.
Eigentlich komme ich aus: Vechta.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: im Moment, nichts.
Ich kann diese Instrumente spielen: Klavier, Marimbaphon.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Basta.
Mein momentaner Lieblingssong: Denkblockade (Anm. d. Red.: von d’Accord).
Das letzte, das ich gekauft habe: Monte.
Mein Lieblingskuscheltier ist: Kissen.
Ich könnte nicht leben ohne: die Musik.
Besonders stolz bin ich auf: das, was ich bisher geschafft habe.
Vechta ist für mich: die Heimat.
Der schönste Platz auf der Welt ist: einer, bei dem Freunde sind und wo Musik gemacht wird.
Freund der Sonne oder Fürst der Finsternis?
Flo: Ich bin Freund der Sonne.
Boris: Joa…
Benni: Finst der Fürsternis.
Safet: Jo, Freund der Sonne.
Tresenlehner oder Tanzflächenfeger?
Flo: Tanzflächenfeger.
Benni: Tresenlehner.
Safet: Tresenfeger.
Boris: Tresen…fe..leger…was? (alle lachen).
Benni: Tresenpfleger is auch schön!
Schlagsahne oder Schokosoße?
(längeres Schweigen)
Boris: Was? Schlagsahne?
Benni: Schokosoße.
Flo: Keins von beidem.
uniVista Sondern?
Flo: Bier!
Boris: Ich glaub, auch Schokosoße.
von Lea Weber

Bilderalbum
uniVista No. 12: d’Accord
uniVista No. 12: d’Accord
Musikgruppe d’Accord aus Vechta (Fotos von Lea Weber)
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Charles Darwin – wer… war das denn nochmal?

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2009, das Jahr des Charles Robert Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie. Er wurde am 12.02.1809 geboren und ist nach 72 Jahren gestorben. Sein Leben war geprägt von naturwissenschaftlichen Dingen, wie der Chemie oder dem Beruf seines Vaters, der Arzt war. Durch seine Mutter hat Darwin den Glauben der anglikanischen Kirche gelehrt bekommen. Diese starb allerdings, als er gerade einmal acht Jahre alt war.
Als sein Vater merkte, dass Darwin keine Operationen und Sektionen mit ansehen konnte, wusste er, dass es keinen Sinn machen würde, dass Darwin Arzt werden sollte. Somit ist Darwin nach Cambridge gekommen. Dort hat er Theologie studiert. Nun hegte sein Vater die Hoffnung, dass er ein anglikanischer Pfarrer werden würde. Obwohl Darwin sein Theologiestudium in Cambridge erfolgreich abgeschlossen hatte, war er mehr an der Natur interessiert. Es traf sich, dass es früher in der Theologie Veranstaltungen über Natur gab, die Naturtheologie genannt wurden. Besonders der Naturtheologe William Paley beeindruckte ihn durch seine Logik und Sprache.
Auf einem Forschungsschiff, der HMS Beagle, lernte Darwin die Welt und ihre Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten kennen. Nach und nach entdeckte er, dass die Tiere einen ganzen bestimmten Zyklus durchlaufen hatten. Die Stärksten und Anpassungsfähigsten überlebten und konnten sich weiter entwickeln. Durch viele Erkenntnisse und Erfahrungen schrieb Darwin sein bekanntestes Werk Über die Entstehung der Arten (Origin of Species). Er prägte die Evolution wie kein zweiter Wissenschaftler. Die Wissenschaft hätte nicht glücklicher sein können und doch entbrannte durch Darwins Thesen eine Art „Krieg“, welcher bis heute, 200 Jahre nach seiner Zeit, andauert. Sollte es wirklich möglich sein, dass ein einzelner Mann, ein Theologiestudent, die ganze Schöpfung Gottes in Frage stellt? Die Welt spaltete sich. Es gab die Wissenschaftler und rationalen Menschen auf der einen Seite und die Gläubigen auf der anderen Seite. Obwohl der „Krieg“ bis heute andauert, hat es schon Kompromissversuche gegeben. Einige versuchen, die Schöpfung als eine Art Metapher zu sehen. Ein Bild, welches die Evolution darstellt. Doch im Endeffekt sind jegliche Schlichtungsversuche gescheitert.
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Grafik: Charles Darwin, Wikimedia Commons
Dass Darwin ein gottesfürchtiger Mann war, bewies sein Theologiestudium. Aber er hat auch Wunderwerke an der Natur und Wissenschaft getan. Wichtig ist zu sehen, dass Darwin mit seinen Thesen niemals eine politisch motivierte Absicht verfolgte. Eine solche Absicht wurde ihm quasi in den Mund gelegt, und zwar im Dritten Reich. Herbert Spencer, ein britischer Sozialphilosoph zu Darwins Zeiten, prägte den Begriff „Survival of the Fittest“, den Darwin in seinem Werk verwendete. Im Zweiten Weltkrieg wurde Darwins Theorie auf Menschen angewendet und es wurde eine eigene Ideologie erschaffen. „Survival of the Fittest“ bedeutete jetzt, dass die Mächtigen die Kraft haben und sich Untertanen schaffen, wie zum Beispiel Hitler. Durch das Dritte Reich und den geprägten Sozialdarwinismus hat Darwin, der Wissenschaftler und Theologe, einen schlechten Ruf bekommen. Sein Ruf wird beschädigt, nur weil er eine der bedeutendsten Entdeckungen der Natur und der Welt gemacht hat.
Die Frage, ob man an die Schöpfung Gottes oder an die Evolution glauben sollte, kann niemand beantworten. Es kommt immer darauf an, was man selbst meint. Es ist auch möglich, gläubig und trotzdem der Evolutionstheorie zugewandt zu sein. Es gibt selbst Studenten, die sowohl Biologie, als auch Theologie studieren, obwohl das immer noch die Ausnahme bildet. Vielleicht können sich die gläubigen Menschen mit dem oben genannten Kompromiss zufrieden geben und wenn nicht, dann muss man sich eben für eine Seite entscheiden. Wichtig ist nur zu wissen, dass Darwin gewürdigt werden sollte in diesem Jahr und dass wir ohne ihn wahrscheinlich niemals alle diese Geheimnisse der Natur gelüftet hätten. Danke Charles Darwin und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nochmal nachträglich!
von Sarah Kotten
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Schleichender Virus, hässlicher Todbringer, liebster Tabak

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Dagegen sein kann jeder, daher zur
Abwechslung einmal ein Lob für
die Stummel voller Verheißungen.
© Günter Havlena / PIXELIO
Blauer Dunst, Du feine Kraft. Schlängelst Dir den Weg so majestätisch durch den Raum. Umtänzelst all die hübschen Gesichter und schmiegst Dich zärtlich an alles, was Dir im Wege steht. Liebevoll saugst Du Dich in sämtliche Hautporen, Haare, Kleidung und beglückst allesamt Plauzen mit deinem einzigartigen Geschmack. Leider hat man Dir die Freiheit eingeschränkt. Denn auch ich muss gestehen, wo Du doch deine Sonnenseite mir fortwährend in allen Bereichen meines Lebens präsentierst, so weiß ich, dass Du Deine Schattenseiten auf meine Lungen hetzt.
Aber Du scheinst mir beharrlich zu sein und wie auch Gras sich durch Beton frisst, kann man auch Dich nicht einfach vernichten. Deshalb, nach allen Schandtaten, die Dir angetan wurden, eine kleine Hommage an Dich, mein liebster Wegbegleiter, mein süffisanter Freund in Not, feuriger Helfer sozialer Bedrängnisse, schleichender Virus, hässlicher Todbringer, liebster Tabak:
Du hast Dich so sehr in mein Herz gefressen, dass selbst mein erster Gedanke nach bedrückendem Erwachen des Geistes in frühster Morgenminute nur Dir gewidmet ist. Indem ich deine hinterlassenen Spuren des vergangenen Tages aus meinem Rachenraum huste, schreit sogleich ein schwacher Pulsschlag nach Deiner belebenden Wirkung. Zusammen mit unserem besten Freund, dem Koffein, lächeln wir später der Sonne entgegen und betören ihre feinen Strahlen mit liebevollen Rauchzeichen. Ohne Dich an meiner Seite würde mir ein gelungener Tagesbeginn nie in den Sinn kommen.
Trete ich vor die Tür, so fühle ich mich schlicht und einfach nackt, wenn ich Dich nicht mit auf den Weg nehmen würde. Gucci, Levi‘s, Adidas … nein, meine Mode bist Du, mein ästhetischer Stängel und eingeklemmt zwischen Zeige- und Stinkefinger zeige ich Dich wie ein Neugeborenes gern in der Gegend rum. Manch einer scheint von Dir so beeindruckt zu sein, dass ich auch fremde Münder an Dir ziehen lasse.
Während viele Menschen geschmacklos in der Ecke stehen, um auf bestimmte Ereignisse zu warten, sich nicht vor Unwohlsein zu helfen wissen, ihre Finger nicht still halten können, sinnlos mit dem Handy spielen, ja da hol ich Dich raus, anmutiges Kippchen und kose Dich im Munde.
In jeder gut besuchten Location führst Du mich genau in die Ecken, in der auch ich gebraucht werden könnte und schielst einer blauen Gallierin entgegen. Denn Rauchen verbindet und wie auch Du Dich mit fremden Dunst umwirbelst, so halt ich bald gelbe Nikotinfinger in meiner Hand, betrachte wunderlich schwarze Zähne, staune über ausgetrocknete Haut und lausche dem zarten Krächzen des Raucherhustens.
Zu Unrecht, liebster Tabak, was man Dir angetan. Rauchverbot, Altersbeschränkung oder Beschuldigung als jegliche Krankheitsursache. Du bist der freundliche Virus, welcher die Süchtigen und exzessiven Selbstzerstörer verbindet. Du bist einfach da und doch so wunderbar!
In ewiger Liebe,
Dein Raucher.
von Tobias Kunz
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The Dome 49

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thedome49a
„Endlich“ eine Karte.
Foto: Lea Weber
Es ist 16 Uhr, drei Gestalten treffen sich auf einem öffentlichen Parkplatz und besteigen nach einer kurzen Besprechung einen kleinen, unauffälligen Kleinwagen, ihr Weg führt sie auf die Autobahn.
Kurz nach 18 Uhr: Das Auto fährt mit zügigem Tempo direkt vor den Hannoverschen Flughafen, hält abrupt auf dem Behindertenparkplatz, zwei Frauen stürzen heraus und rennen ins Gebäude.
Hektisch drehen sie sich nach links und rechts, um sich zu orientieren und wenden ihre eiligen Schritte schließlich nach links. Sie laufen endlose Gänge entlang, tauschen kurzatmige Silben der Ratlosigkeit aus. Die Blicke schweifen während des Runs durch den Flughafen nervös über die bunten Wegweiser. Hastig rennen sie ins zweite Stockwerk und betreten atemlos ein kleines Bistro…
Stoff für einen Hollywoodfilm? Retten die beiden Frauen den Hannoverschen Flughafen etwa vor einem Attentat?
Sie wenden sich an den Mann hinter der Theke: „Entschuldigen Sie… Wir brauchen unbedingt noch zwei Tickets für… The Dome.“ Peinlicher und x-tremer ging’s selten! Fast hätten wir unsere Tickets auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, aber sei’s drum… Lest nun auf den folgenden Seiten, wie x-treme es wirklich war.
von Melanie Ehlert
“Ihr seid super-affen-mega-spitze!“ Spätestens als uns der Warm-Upper das begeistert entgegen brüllt, wird mir bewusst, auf was ich mich da eingelassen habe… Gerechnet hatte ich ja mit einer Masse von 13- bis 16-Jährigen, die, völlig ausgehungert und durchgefroren, weil schon eine Woche vor der TUI Arena zeltend, Bands Liebeserklärungen und Kinderwünsche entgegen brüllen, von denen ich noch nie was gehört habe. Aber das ist tatsächlich noch schlimmer… Das (freiwillige) Publikum schätze ich so zwischen 8 und 13. Alles was älter ist, sind genervte Eltern oder große Geschwister, die mit einer Miene, wie ein Macho beim Schuhe kaufen, neben uns auf den oberen Rängen sitzen.
Eröffnet wird der Karneval der akustischen Grausamkeiten mit Lady Gaga. Ich hatte ja immer gedacht, wenn man berühmt wird, macht man das große Geld. Bei Lady Gaga reicht das aber offensichtlich nicht mal für eine vernünftige Hose – sie trällert uns im schwarzen Schlübber entgegen. Musik vom Band, Stimme live… Hätte sie sich allerdings vielleicht doch überlegen sollen… Erstens sind die Töne nicht so ganz treffsicher und die Technik hat das auch noch nicht so ganz raus… Erst hört man kaum Stimme, dann plärrt es
ohrenbetäubend.
Was für ein Auftakt! Später wird sie kurz über ihre Meinung zu deutschen Fans interviewt – was für ein Präventionsprogramm: Liebe Kinder, nehmt keine Drogen, sonst könnt ihr euch genauso wenig artikulieren wie Lady Gaga.
Durch den „bunten Abend“ führen Joko und Miriam, zwei Moderatoren… na ja, von der Stange halt, aber zu verkraften. Weiter geht’s mit dem Programm für diejenigen, die, wenn sie dem jugendlichen „eigentlich-alles-Musikgeschmack“ entkommen sind, sich Richtung Rock entwickeln möchten: Eisblume (mit Subway-to-Sally-Cover) und LaFee überraschen mich mit tatsächlich ganz gut hörbarer Gitarrenmusik – Eisblume zusätzlich mit einer netten Stimme, während LaFee mich mit den „Du-bist-voll-das-Arschloch-aber-ich-werde-mich-schon-rächen-denn-ich-bin-ja-schon-15-und-weiß-wie-das-Leben-läuft“-Texten dann doch wieder auf den Boden der Zielgruppen-Tatsachen zurückbringt.
Als nächstes werden Reamonn angekündigt. Schon in freudiger Erwartung wird diese aber gleich wieder enttäuscht. Die sind nämlich noch gar nicht da, aber da das ja eine Aufzeichnung ist, mussten sie die Anmoderation schon mal machen… aha… Besonders erquickend ist, dass sie die Abmoderation gleich mitdrehen. Ohne, dass etwas passiert ist, fragt uns Joko überschwänglich: „Uuuuuund? Wie fandet ihr Reamonn???“ Tja, da weiß glücklicherweise selbst das junge und ansonsten so begeisterte Publikum nicht mehr, was es dazu sagen soll.
Nachdem Queensberry im 80er-Jahre-Ballett-Barbie-Outfit den Kreischpegel der Teenies noch mal zum Exzess geführt haben (und den Papa neben mir dazu gebracht haben, noch mal Oropax nachzulegen), will sich Jeanette zum „Beat undressen“. Wir sind uns einig, dass das gerne ihre vier männlichen Tänzer vertretend übernehmen dürften… Immerhin eine Freude für die Augen!
thedome49b
Gute Sicht aus den oberen Rängen
Foto: Lea Weber
Bei Titiano Ferro täuscht meine redaktionelle Leidensgenossin neben mir dann endgültig akute Blasenschwäche und einen spontanen Herzinfarkt vor, aber da muss sie jetzt durch – auch wenn sie sich kopfschüttelnd die Ohren zuhält. Ich persönlich fange bei Tim Toupet und Super-Richie (hey, der war sogar schon bei The Dome, als ich das „damals“ noch freiwillig geguckt habe), jetzt als Luca Toni verkleidet, an, mich ernsthaft zu fragen, ob ich nicht noch ganz dringend irgendwelche Hausarbeiten zu schreiben hätte… Der Abfluss in der Dusche müsste auch dringend mal wieder gemacht werden… Und der Dachboden sieht aus…
Glücklicherweise kommen dann (tatsächlich) Reamonn und Razorlight. Zur Abwechslung ist bei denen tatsächlich alles live – man sieht sogar die Kabel von den Gitarren zu den Boxen laufen… Selbst die Eltern neben mir, die sich vermutlich auch gerade gefragt haben, warum sie heute nicht lieber die Steuererklärung gemacht haben, scheinen wieder gut gestimmt.
Diese Aufmunterung war auch nötig, denn es geht gleich schon wieder weiter mit Sido. Der Papa neben mir kramt nach weiterem Oropax, denn der Kreischpegel übertrifft den von Queensberry noch um einige Dezibel… Der Grund, warum ich über den Sido-Auftritt an sich gar nicht viel sagen kann… So viel hab ich davon ja gar nicht mitbekommen…
Jetzt kommt noch mal Lady Gaga auf die Bühne und präsentiert uns ihren neuen „Smash-Hit“ Poker Face. Also… das dachte man wohl so. Irgendwie kommt bei ihr nur die erste Minute kein Ton raus (Und ich sag noch: Man sollte das mit dem Halbplayback echt nur machen, wenn man‘s wirklich kann….). Wie sich nach der Perfomance rausstellt, ist die Moderatorin Miriam mit dem Absatz ihres Highheels auf ein Kabel getreten, dass für das Mikro von Lady Gaga zuständig war. Aber das schöne ist ja, dass wir hier bei einer Aufzeichnung sind. Also holen wir noch mal den Warm-Upper raus, um das Publikum noch mal hochzukochen und wiederholen den Auftritt einfach noch mal. Ich überlege erstmals in meinem Leben, ernsthaft mit harten Drogen anzufangen, um das ganze hier ohne weitere psychische Schäden zu überleben. Ein Blick zur Seite: Ein kopfschüttelndes Hände-ins-Gesicht-Vergraben lässt  mich vermuten, dass es nicht nur mir so geht.
Das große Finale macht dann Sammy Deluxe, der offensichtlich auf unserer Seite steht. Nachdem die Technik erst den falschen Song, dann den richtigen Song, aber die falsche Version eingespielt hatte, fiel selbst ihm nichts anderes mehr ein, als laut und deutlich ins Mikrofon gen Technik zu zischen: „Das ist jetzt aber echt mal viertel vor Blamage, Leute!“ Danke, Sammy! Du sprichst mir aus der Seele!
von Lea Weber
Bei mir hat es nur zu einem Stehplatz-Ticket gereicht. Anstatt mich komfortabel auf einem Sitz zu räkeln, bin ich zwischen den echten Fans. Naja, nicht ganz. Um sich einen vorderen Platz zu sichern, hätte man eher kommen müssen, so bleibt mir lediglich ein Standort am Rande der Menge, hinter den Teenagern und vor ihren gelangweilten Eltern, die als Begleitpersonen mitgekommen sind.
Immerhin hat es noch nicht angefangen. Ein Typ, der an Kinderbespaßer in Clubhotels erinnert, verteilt The-Dome-T-Shirts und fragt dabei immer wieder „Hannover, seid ihr gut drauf?“. Das ist offensichtlich der Fall: Als die Moderatoren übernehmen und wenig später Lady Gaga in einem leuchtenden Bilderrahmen auf die Bühne schwebt, bricht ein Kreischen los. Hoch, schrill, laut. Ich hätte solche Töne selbst mit 14 nicht hervorbringen können.
Dann geht es weiter mit Razorlight, Queensberry, Max Mutzke usw. Irgendwie nett, irgendwie aber auch genau das, was man zwischen einem Haufen dummen Gelaber auf Radio FFN hört. DJ Ötzi – sonst ja eher bekannt für Kirmes-Musik – überrascht mit einer Depri-Ballade, der Applaus fällt verhalten aus. Zwischendurch gibt es den ersten Personenschaden: Ein ca. 14-jähriges Mädchen klappt – vermutlich geschwächt durch langes Rumstehen in Verbindung mit hohen Limonadenpreisen – zusammen und wird mit einer Krankentrage abtransportiert.
Nach der Pause heißt es für mich dann wirklich „mittendrin statt nur“ dabei. Ich gehe so weit es geht nach vorne. Vor mir steht ein Junge, der sich das The-Dome-Symbol, die stilisierte Spiegelkugel, auf den Schädel rasiert hat. Ich komme mir vor, wie ein Atheist bei den Zeugen Jehovas.
thedome49c
Auf zur nächsten Show.
Foto: Lea Weber
DJ Ötzi kommt mit seiner zweiten Nummer besser an, obwohl sein Auch in 100000 Jahren werd‘ ich immer bei dir sein wie eine Drohung klingt. Eisblume, sonst nur als manga-ähnliche Zeichentrickfigur in ihrem Video zu sehen, tritt zum ersten mal live auf. Wir können uns also fast ein wenig privilegiert fühlen. Und ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber Sido hat es drauf. Bisher fand ich den Gewollt-Gangster mit der abgebrochenen Kindergärtner-Ausbildung eher peinlich. Aber bei seinem Auftritt stimmt alles, jeder Spruch, jede Bewegung passt perfekt, das Kreischen der Fans erinnert an startende Flugzeuge. Als er seinen Schal in die Menge wirft, bricht fast eine Schlägerei los.
Zwischen den Auftritten immer die beiden Moderatoren, und immer, wenn es schief läuft, wird Käpten Kinderbespaßer auf die Menge los gelassen: „Hannover, seid ihr gut drauf?“
Den Arschloch-Job übernimmt Sammy Deluxe. Sein Auftritt ist der letzte des Abends, die meisten gehen schon, während er auf der Bühne steht.
Hinterher klingeln mir die Ohren von dem Kreischen der Teenager, und ausgerechnet das Fliegerlied von Tim Toupet (vor allem bekannt durch Du hast die Haare schön) schwirrt mir auf der Autofahrt die ganze Zeit im Kopf herum. Trotzdem, irgendwie war es ganz lustig, auch wenn es ganz sicher keiner Wiederholung bedarf.
von Stefan Hirsch
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“Singt dem HERRN ein neues Lied…”

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herrn12
© smithy / PIXELIO
Wer kennt sie nicht? Xavier Naidoo und U2 sind einer breiten Masse bekannt. Wie aber steht es mit Jars of Clay oder Kutless? Alle vier haben jedoch eines gemeinsam: Den – durch ihre Musik ausgedrückten – offensiven oder defensiven Bezug zum Glauben, sowie einem göttlichen Wesen. Ob die Texte frei assoziierbar oder beim Namen genannt mit Glauben und Gott verbinden, sie können eindeutig oder mutmaßlich der christlichen Populärmusik zugeordnet werden. Das Attribut „christlich“ benennt zum einen den sozialen Ort dieser Musik – christlich orientierte, engagierte Menschen. Zum anderen beinhaltet es im Wesentlichen die geistliche Orientierung, die diese Musik beinhaltet, welche grob in „Lobpreis“ und „Anbetung“ unterteilt werden kann.
Beide Ausdrucksmöglichkeiten des Glaubens sind in unterschiedlichen Weltreligionen enthalten. Im „Lobpreis“ ehrt der Gläubige Gott und rühmt Seine Taten. In der „Anbetung“ verehrt er Gottes Wesen. In beiden Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigen sich Interpreten der – unter Kennerkreisen bekannt als – Contemporary Christian Music (deutsch: Zeitgenössische christliche Musik) häufig mit Themen der Bibel und des christlichen Glaubens sowie mit gesellschaftlichen und alltäglichen Erfahrungen. Anzutreffen sind Stile wie Gospelrock, Sacropop oder Neues Geistliches Lied (NGL) meist im – oft noch – sonntags stattfindenden Gottesdienst freikirchlicher Gemeinden. Allgemein unter „christlicher Populärmusik“ bekannt ist der Ausdruck des Glaubens durch zeitgenössische Stile aber auch in den beiden Landeskirchen. So begann zum Beispiel der junge Kirchenmusiker Helmut Barbe 1956 Jazz-Elemente in sein Musical Halleluja Billy zu integrieren und seit 2000 gibt es in der evangelischen Landeskirche in Bayern einen  ersten Fachverband, den Verband für christliche Populärmusik in Bayern e.V.
Nicht für alle Zeitgenossen ist „dem Herrn ein neues Lied zu singen“ gleichermaßen auf die Gegenwart zu beziehen. Skeptik und Ablehnung finden sich in konservativen Kreisen, welche z.T. unbiblische Anpassungen an den sog. „Zeitgeist“ befürchten oder 1966 seitens der deutschen katholischen Bischofskonferenz, welche sich gegen die Art der Kirchenmusik aussprach, die Elemente von Jazz und „geistlichem Schlager“ ins Traditionelle integrierte. Als Überschrift dieses Artikels ist der Teil der Argumentation für die christliche Populärmusik gewählt, der von den Befürwortern angeführt wird. „Historisch betrachtet“ so ein Grundtenor der Befürworter „entsprach selbst das traditionelle Kirchenliedgut in seiner Entwicklung den Strömungen der jeweiligen Zeit“. Erfolg der Pro-Argumentation war unter anderem, als 1996 das Evangelische Kirchengesangbuch durch das Evangelische Gesangbuch abgelöst wurde, welches Lieder „neuerer Zeit“ ins Verzeichnis aufgenommen hatte.
Egal für welche der Positionen ich mich entscheide, in den christlichen Gruppierungen unserer Uni finden sich beide Stilrichtungen als Ausdruck des Glaubens. Und statt in erster Linie zu konkurrieren, ergänzen sich die KHG (Katholische Hochschulgemeinde) mit UNIted in Christ musikalisch, sodass Gläubige aus unterschiedlichen Kirchengemeinden Gott auf „ihre Weise“ zusammen preisen und anbeten können.
von Johanna Olberding
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Zwiegespräch: Darf Politik kreativ sein und Spaß machen?

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Politik ist ein Metier, das nicht gerade dafür bekannt ist, leicht verständlich zu sein. Erst recht wird es nicht mit Begriffen wie Kreativität und Spaß in Verbindung gebracht. Aber schließen sich Politik und Kreativität wirklich aus, oder gibt es Schnittstellen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich die Kreativität (K), welche in diesem Fall auch das Recht auf politische Teilhabe vertritt und den engagierten, mündigen Bürger repräsentiert, und die Politik (P) ins Gespräch gebracht:
K: Politik darf nicht hinter verschlossenen Türen gemacht werden. In einer Demokratie sollte der Bürger die Möglichkeit haben, Einfluss auf Entscheidungsprozesse zu nehmen.
P: Politische Sachverhalte sind sehr komplex. Es ist nicht möglich, immer alles zu erklären und die Bürger zu fragen.
K: Aber genau das ist doch die Pflicht eines Politikers. Er ist Vertreter des Volkes. Deshalb sollte ihm dessen Meinung wichtig sein.
P: Ich kann es doch nicht jedem Recht machen. Wenn ich erst jeden fragen muss, wird nie eine Entscheidung getroffen. Das ist nicht machbar. Politik ist kein Wunschkonzert.
K: Das ist richtig. Dennoch sollten alle Entscheidungsprozesse transparent und für den Einzelnen nachvollziehbar sein.
P: Aber die können die vielschichtigen Zusammenhänge doch gar nicht verstehen. Es würde viel zu lange dauern, das alles so aufzubereiten, dass es nachvollziehbar ist.
K: Warum verstehen die Bürger das nicht? Du verstehst es doch auch. Es muss doch mehr drin sein als 15 Sekunden Statements in der Tagesschau, um die Bürger zu informieren und sie teilhaben zu lassen.
P: Was denn noch? Ich hab doch schon eine Website und bin via Mail erreichbar. Mehr Volksnähe muss doch nun wirklich nicht sein.
zwiegespraech12
Wir sind die Welt!
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
K: Was steht denn auf der Homepage?
P: Meine Referenzen und welche Grundsätze ich vertrete.
K: Es gäbe die Möglichkeit, ein Forum einzurichten und dort anstehende Entscheidungen oder Projekte zur Diskussion zu stellen. Mehrere Köpfe denken besser als einer.
P: Dann bin ich aber unter Druck und kann nicht mehr frei entscheiden.
K: Denk mal kreativer und sieh, was das für Möglichkeiten eröffnet. Menschen, die informiert werden und deren Stimme gehört wird, haben Spaß an der Politik. Sie werden sich dann mehr einbringen und ihre Ressourcen werden dich auch stärken.
P: Oder sie erwarten, dass ich ihre partikular Interessen vertrete, während sie dabei nicht das Große und Ganze im Blick.
K: Sie sind das Große und Ganze. Jeder Einzelne bildet einen Mosaikstein vom Bild.
P: Aber eben nur ein kleiner Stein.
K: Dann setz doch genau da an. Man kann nicht immer nur global denken und sagen, die Welt ist ein Dorf, sondern die Dörfer sind die Welt. Fang auf der lokalen Ebene an mit Projekten und Initiativen. Vor Ort spüren die Menschen sofort die Auswirkungen und das motiviert sie dann für die nächst höhere Ebene.
P: Das klingt alles schön und gut, aber wie soll ich so was denn realisieren? Da gehen doch Ressourcen für drauf, die dann an anderer Stelle fehlen.
K: Denk doch nicht so starr. Sprenge mal die Grenzen von dem, was politisch vorstellbar ist. Obama hat es doch vorgemacht.
P: So was funktioniert nur in Amerika.
K: Er kommt auch in Europa gut an. Er schafft es, die jungen Leute zu motivieren, indem er sie auf ganz vielen Ebenen anspricht und ihnen Möglichkeiten eröffnet, teilzuhaben.
P: Aber ein Patentrezept ist es trotzdem nicht.
K: Aber es ist ein Rezept von vielen möglichen.
Kreativität und Politik sind in diesem Gespräch nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Denn wahrscheinlich gibt es wirklich kein Patentrezept. Aber es gibt viele einzelne Menschen, die in ihrer Umgebung viel bewegen können, indem sie engagiert und kreativ die Probleme in Angriff nehmen.
von Stefanie Bruns
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Schmerzvolle (Un-)Gewissheit

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In meinem Unterleib schwirren tausend verwirrte, verwaiste Fliegen. Suchend nach der Einen oder der Anderen Möglichkeit einen Ausweg aus dieser ausweglosen Situation zu finden. Immer wieder stoßen die blinden, tauben Fliegen mit ihren Stahlhelmen von innen gegen meine Bauchdecke. Sie wollen mich quälen bis ich sie rauslasse.
Aber wann ist es soweit? Will ich es überhaupt? Was dann?
Was ist danach?
Wenn die Fliegen ihre Stahlhelme absetzen und einfach nur noch taumelnd in ihrer Grube der Gewissheit hängend vor sich hinschweben?
Gewissheit. Nichts wünsche ich mir gerade mehr, doch wenn ich sie hätte, würde ich mir wünschen sie nie gehabt zu haben?
Augen verschließen vor der Wahrheit.
Warum?
Warum nicht?
Das ist das Problem!
Was habe ich von Gewissheit? Nur die Gewissheit, dass ich jetzt Gewissheit habe?
Immer wieder und wieder bis zum Verrecken drüber nachdenken was als nächstes kommen wird nur um eventuell einmal richtig zu liegen und dann zu sagen “Ich habs mir gedacht”?
Nichts in unseren kleinen, beengten Köpfen kann uns je Gewissheit bringen. Gewissheit kommt stets von Außen, das sei gewiss. Drum denkt nicht drüber nach was kommen wird.
Die Gewissheit haben, zu denken, nur durch das Zermartern seines beengten menschlichen Hirnes über die eigene verdammte Zukunft sein Gewissen zu bereinigen, jedoch mit der Gewissheit der Aussichtslosigkeit auf Erfolg das Gewissen ohne Gewissheit zu bereinigen?
von Michaela van Overmeyer
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Contraire

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Nur ein Wort aus deinem Mund,
ließ mich innerlich entfachen.
Nur ein Blick aus deinen Augen
ließ mein kaltes Herz erzittern.
Nur ein Kuss von deinen Lippen,
ließ mein Ich ein Neues werden.
Doch ein Wort aus deinem Mund
wollt mich innerlich zerfetzen
und der Blick aus deinen Augen
wollt mein kaltes Herz gefrieren
und der Kuss von deinen Lippen
blieb dem Neuen Ich verborgen.
von Michaela van Overmeyer
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Glaube

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Ich höre von dir, aber ich sehe dich nicht.
Ich sehe dich nicht, aber ich spüre dich.
Ich spüre dich, aber ich kenne dich nicht.
Ich kenne dich nicht, aber ich liebe dich.
von Michaela van Overmeyer
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Frühlingsgefühle, von Intimität und Internet

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Es wird Frühling. Die Zeit, in der alles wieder blüht, auch die Liebe. Frisch verliebt den Frühling zu zweit erleben, das ist ein Wunsch, den sicher nicht wenige Menschen hegen. Aber wo ihn oder sie finden? Das World Wide Web bietet hierzu eine Vielzahl von Möglichkeiten. Inzwischen scheint es einfacher über StudiVZ oder einschlägige Singleportale miteinander ins Gespräch zu kommen als im Cafe oder auf öffentlichen Plätzen.
So geht es auch den Protagonisten des Hörbuchs Gut gegen Nordwind. Eine falsch adressierte Mail von Emmi landet bei Leo und es entwickelt sich ein rege Unterhaltung, welche in ihrer Schnelligkeit eher an einen Chat erinnert. Dem Autor Daniel Glattauer gelingt es in diesem stetigen Hin und Her zwischen den Protagonisten, deren Charaktere fein heraus zu arbeiten. Dies wird durch die gelungene sprachliche Umsetzung von Andrea Sawatzki und Christan Berkel noch verstärkt. Amüsiert und auch gespannt habe ich verfolgt, wie sich Emmi und Leo kennen lernen und mich manchmal dabei ertappt, dass ich ebenso wie die Beiden angefangen habe zwischen den Zeilen zu horchen und mir vorzustellen, wie diese beiden aussehen und wie sie sich begegnen könnten.
Aber begegnen wollen sich beide eigentlich nicht und eigentlich auch wieder doch.
Trotzdem beide immer wieder betonen, dass der jeweils andere nichts von ihnen weiß und sich ihr Kontakt auch wirklich nur auf die Mailbox beschränkt, werden ihre Mails länger und auch intimer. Es scheint fast so, als könnten beide nicht mehr ohne diese regelmäßigen Nachrichten.
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Signatur: CQYg4662 (401453)
von Stefanie Bruns
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Von Erkenntnis und Erlösung, von Weisheit und Wahrheit

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“Wir sind ja alle verrückt, dass wir uns dauernd auf Nebengleisen herumrangieren lassen und ewig, ewig und ewig, jede Winzigkeit, die passiert, sofort auf unser dummes, schmutziges, kleines Ego beziehen.“
Erinnert ihr euch noch an Salingers Besteller Der Fänger im Roggen? Holden Caulfield, die tragische, unangepasste Gestalt mit Sinneskrise, welche von vielen pubertären Jungs zur Identifikationsfigur ihres verpfuschten Daseins gekürt wurde? Sätze, welche meist auf „und so…“ endeten?
Mit Franny und Zooey beweist Salinger eindrucksvoll, dass er der Magie der Sprache auf anspruchsvollerer Ebene mächtig ist. Der Zauber des kleinen Meisterwerkes besteht zwischen den Dialogen der Familie Glass aus N.Y., deren geistige Überlegenheit gegenüber ihren Mitmenschen die Suche nach dem Sinn des Lebens deutlich erschwert.
Zwar sind viele Überlegungen in einem Netz aus Sprache verstrickt, welche schwer nachvollziehbar sind, doch genau darin liegt zugleich Herausforderung und Genuss dieser „Perle“.
Jerome D. Salinger: Franny und Zooey
Signatur: 758381
von Tobias Kunz
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“A man’s gotta read, what a man’s gotta read!”

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Und genau das Gegenteil habe ich für diesen Artikel getan.
Wie ist es als Mann ein Frauenbuch zu lesen?
Diese Frage war das Leitmotiv für eine kleine Expedition in das ureigenste Territorium der holden Weiblichkeit. Eine hochhackige Safari zum Zentrum der femininen Gedankenwelt. Eine Cosmopolitan schlürfende Reise zum heiligen Gral der Emanzipation.
Kurz: Ich las ein Buch über eine Londoner Yuppi-Mittdreißigerin, die denkt, ihr Hintern sei zu dick.
Nachdem ich die Bis(s)-zum-Morgengrauen-Trilogie von Stefanie Meyer gelesen hatte, dachte ich (naiv wie ich war), mir in Sachen weiblicher Literatur schon eine gewisse Erfahrung und Schmerzfreiheit angeeignet zu haben. Dass ich den emotionalen Overkill, den Meyer nach fast jedem Absatz über mich ergossen hatte, locker überstand, stimmte mich optimistisch, dass auch die kommende Aufgabe für mich ein Klacks wäre.
Also lieh ich mir von einer Freundin ein Buch, was nun wirklich die Bezeichnung Frauenliteratur verdiente
Arabella Weir: „Ist mein Hintern wirklich zu dick? – Tagebuch einer empfindsamen Frau“
Was habe ich mich durch die läppischen 237 Seiten durchgequält!
Schon nach den ersten Seiten erwischte mich dieser literarische Östrogenvorschlaghammer frontal im Gesicht. Nach den ersten 30 Seiten geht Jacqueline M. Pane en détail auf ihre Periode ein, schildert ihre Bindenstärke und erläutert jede Kleinigkeit ihrer prämenstruellen Störungen, welche im Buch später wegen häufiger Verwendung(!) als PMS abgekürzt werden.
Aber über allem steht natürlich die titelspendende Frage nach den allesentscheidenden Dimensionen des werten Gesäßes.
„Hilfe, mir passt mein Rock in 38 nicht mehr, ich müsste jetzt eigentlich 40 tragen – deshalb kaufe ich einen neuen in 36 um mich reinzuhungern!“
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Männer und Frauenlektüre: eine gute Kombi?
© khv24 / PIXELIO
Die paranoiden Gedankenschnipsel der Protagonistin gehen später so weit, dass sie sich Taktiken ausdenkt, um beim Sex nicht zu unvorteilhaft auszusehen, was natürlich in allen Einzelheiten ausgekocht werden muss – Sex sells.
„Wenn ich mich entscheiden müsste: Ich würde eher meinen Po, als meine Muschi bedecken!“
Eine richtige Geschichte wird übrigens nicht erzählt (man möge mich korrigieren, ich habe jedenfalls weder Spannungsbogen noch Ziel ausmachen können).
Vielmehr soll das Buch auf „lustige Weise“ einen Einblick in ein Jahr der Protagonistin liefern.
Da geht es um die wahren Probleme der modernen Frau:
Wie man PNLs (Abk. potenzielle neue Liebhaber) gewinnt und Cellulitis sowie Körpergewicht los wird oder warum die Freundin des Nachbarn beim Sex zu laut ist und die „Makrobio-Fastenkur“ nicht anschlägt.
„Die Blackouts, die ich bei meiner Arbeit wegen des Hungerns bekomme, zeigen mir, dass ich abnehme.“
Als Füllmaterial zwischen den neurotischen 1.-Weltproblemen wird eine halbgare Beziehung zu ANA (Abk. Attraktiver neuer Andy) gereicht, die sich endlos hinschleppt und erst auf den letzten paar Seiten plötzlich zum Happy End gehetzt wird.
Fazit: Obwohl ich im gleichem Maße zu der Zielgruppe gehöre wie meine Omi auf ein Slipknotkonzert, hatte ich zum Teil, das sei zugegeben, schon ein Schmunzeln auf den Lippen. Lichte Momente, in denen ich den grundweiblichen Humor verstand, waren zwar selten, aber um so interessanter.
Die wirren Gedankenströme um alle möglichen Ecken, die ständige Panik, wie frau bei andern ankommt und das niedliche Hin-und-her-Gezicke wegen Frisur, Kleiderkombinationen und gut aussehenden Männern, hatten manchmal schon einen unerklärlichen Reiz, dem selbst ich mich nicht entziehen konnte.
Am Ende bleibt jedoch ein ungutes Gefühl zurück, ein nagendes Unwohlsein, welches die Freude überschattet, diese Aufgabe hinter sich gebracht zu haben…
Ich geh mir die Füße lackieren.
von Thomas Hülsmann
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Phänomen Boygroup

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Boygroups = Klone?
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Nervig oder beeindruckend?
Boygroups! Es ist davon auszugehen, dass alle Leser sich darüber im Klaren sind, was der Begriff „Boygroup“ bedeutet. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, hier ein schnelles Briefing, damit wir auf dem gleichen Stand sind: Eine Boygroup oder Boyband, ist eine Gruppe von meist vier oder fünf zusammengewürfelten jungen Männern im Teenager- und/oder Twen-Alter. Jetzt könnte man denken, das sind doch Bands wie die Beatles damals oder so. Aber der Unterschied besteht darin, dass die Mitglieder einer Boygroup so unterschiedlich wie möglich sein sollen, damit auch für jedes Groupie mindestens einer der Jungs es Wert ist, angehimmelt zu werden. Aber das wohl wichtigste Merkmal einer Boygroup ist, dass die Jungs nahezu synchron singen und tanzen. Sie könnten ebenso gut Klone mit zumindest unterschiedlichen Haarfarben sein. Wollen wir uns mal erinnern, wer denn so in den letzten zehn bis zwanzig Jahren unsere Popwelt begeistert hat und sämtliche junge Frauen zum Ausflippen brachte. Kennt ihr noch diese hier:
  • Die smarten Jungs von The Backstreet Boys. Für einen 2. Pop-Frühling nie zu schade.
  • Die absoluten Schmusesänger von Boyz II Men.
  • Die Stehaufmännchen von New Kids on the Block, die übrigens dieses Jahr ein Comeback starten wollen und mit Bands wie den Pussycat Dolls und Timbaland starten. Außerdem gelten die Jungs als die Boygroup ever. Sie haben in den 1990ern dieses Phänomen überhaupt erst ausgelöst.
  • Die Boys von ‘NSYNC. Ohne Justin würde sich heute kaum noch jemand an die Jungs erinnern.
  • Die Dauerbrenner Take That. Sie können es einfach nicht lassen. Betrachtet man die Verkäufe ihrer Platten und Konzerttickets sind auch eine ganze Menge Menschen froh darüber. Auch wenn man diese Band eigentlich nicht mehr als Teenieband bezeichnen kann, denn sie sind mittlerweile alle in den 30ern und ohne Robbie ist es auch nicht so wie vor zehn Jahren.
Und nein, die Band, die alle jungen Mädchen heutzutage zum Kreischen bringt und von der man behauptet, dass sie die Plattenverkäufe der Beatles übertroffen haben, ist natürlich nicht vergessen worden. In vielen Toplisten des Internets werden sie als schlechteste Band in der Geschichte des Plastik-Pops betitelt, Tokio Hotel. Es ist davon auszugehen, dass diese Listen von Männern und Frauen unseres Alters erstellt worden sind, denn bei Bills, Toms, Gustavs und Georgs Zielgruppe handelt es sich um weibliche Fans im Alter von 10-16 Jahren.
Aber der Grund, warum Tokio Hotel nicht in der Liste aufgeführt wurde, ist ein ganz naheliegender. Sie gelten der Definition nach nicht zu den Boybands. Obwohl alle Mitglieder vermeintlich Jungs sind, so besagt eine Definition, dass die Mitglieder einer typischen Boyband singen und tanzen, aber ihre Instrumente nicht selber spielen. Demzufolge ist Tokio Hotel eine Band, aber keine Boyband.
Doch wieso gibt es so viele Boybands und warum verfallen junge Mädchen in eine Art Hysterie, wenn sie dieselben live auf einer Bühne sehen oder bei manchen auch bereits im Fernsehen?
Eine genaue Erklärung, die auf empirischen Daten basiert, kann hier leider nicht gegeben werden, aber es bestehen seit geraumer Zeit ein paar interessante Theorien zu diesem Phänomen. Eine ist, dass das Kreischen und Weinen aus der Urzeit stammt. Die Mädchen stehen laut dieser Theorie unter einem so enormen Druck, der durch überaus hohe Erwartungen an den Liebling entsteht, dass das Kreischen beim Anblick desselben als ein Energieausgleich anzusehen ist. Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes Luft.
Eine zweite und wahrscheinlichere Theorie besteht darin, dass überschüssige Hormone bedingt durch die Pubertät verrückt spielen und somit leicht außer Kontrolle geraten. Beim Anblick des Angebeteten kompensieren sich diese Hormone und äußern sich in Form einer Hysterie, eines Schrei- oder Weinkrampfes. Könnte dies gesundheitsschädlich sein? Diese Frage lässt sich ebenso nicht ganz eindeutig beantworten, denn obwohl eine Boyband eine Lebenserwartung von maximal zwei Jahren am Pophimmel (Comeback ausgeschlossen) hat und somit die Hysterie kurzweilig sein sollte, sorgen die USA dafür, dass immer ausreichend Nachschub besteht. Für eine Teenieband, die dem Popzenit Lebewohl gesagt hat, werden drei bis vier Neue gecastet. Dieses auch gerne publik im Fernsehen, womit die Wartezeit bis zur ersten Single überbrückt werden kann.
Abschließend ist zu sagen: Keine Angst, meine Lieben, Boybands wird es immer geben.
Und an unsere Generation gerichtet: Wer sich über Boygroups lustig macht, sollte mal überlegen, warum er sämtliche Texte auswendig mitsingen kann. Denkt mal drüber nach.
von Jessica Barbato
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North and About

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Die Jungs von North and About.
Foto: Mira Brink
North and About (NAA), eine neue Country-Kartoffel-Chips Marke beim Discounter um die Ecke, ein Reiseführer oder ein neues Eau de Toilette für den Mann von Welt?
Nein, ganz falsch. NAA sind eine Singer/Songwriter Band aus Osnabrück. Wer schon in älteren Ausgaben der uniVista aufmerksam die Bandseite studiert hat, merkt, dass hier auch wieder Leute von Rusticate und Union Youth am Werke sind. Hier trifft man auf eine Stimme, die die letzten 10 Jahre mit Whiskey gurgeln und Kette rauchen verbracht hat. Wer dann noch auf Bob Dylan, Chuck Ragan, Tim Berry und Ben Nichols steht, der sollte sich NAA unbedingt um die Ohren hauen.
Überzeugen konnten sie mich vollends, als die Jungs in der Schuberta in Vechta ein zweistündiges Live Set hingelegt haben und zum Schluss auch wirklich jeder Besucher die Songs mitgröhlen konnte (singen war aus Gründen vom starken Konsum diverser alkoholischer Getränke nicht mehr möglich).
Wenn ihr jetzt Lust habt, euch NAA mal anzusehen und anzuhören, der kann dies tun und zwar an folgenden Orten:
  • 29.04., 20 Uhr: Cafe Mojo, Osnabrück
  • 05.06., 20 Uhr: HDJ Bocksmauer, Osnabrück
  • 13.06., 20 Uhr: Schuberta, Vechta
von Mira Brink
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Das Studium hinterlässt Fragen – und das ist gut so!

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Ich bin ein Befürworter von Fragen und halte es auch ganz sprichwörtlich: Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten. Vielleicht muss man auch ein wenig so denken, wenn das Ziel der Lehramtsberuf sein soll. Aber zunächst noch einige weitere Informationen über den Verfasser: Der Studiengang Master of Education ist nach nunmehr zwei Semestern absolviert. Das impliziert so einiges: Etwa einen vorherigen Bachelorabschluss mit mastergemäßem Schnitt, insgesamt acht Semester Studieren und eine Menge an Prüfungsleistungen, dass beim nachträglichen Durchlesen der Leistungsnachweise die Augen immer größer werden. Wie man das geschafft hat? Die erste Frage verrät ein wenig Ungläubigkeit und Staunen. Man sollte es auch: Studieren ist ein Wahnsinnsakt. Immerzu denken. Nachdenken, überdenken, neu denken, um dann endlich in den Händen das lang ersehnte Zeugnis zu halten: Welch ein Andenken!
Und es impliziert ferner ein ganzes Bündel an aufgekommenen Fragen, mitunter auch die nicht unwichtige Grundsatzfrage: Warum werde ich Lehrer? Die Antwort verschiebe ich auf später.
Die Berg- und Talfahrten hinter den Noten lassen sich oftmals nur erahnen. Ein wenig rastlos geht es von Station zu Station. Am Ende wirst du sie alle besucht haben und mindestens gut bestanden haben müssen, um weiter zu kommen und den Anschluss nicht zu verpassen. Und um ganz sicher zu gehen, solltest du am besten auf 1 lernen, denn man glaubt ja gar nicht, wie viele sehr gute Abschlüsse es hierzulande gibt.
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Zeit finden für Fragen ans und im Studium
© www.jenafoto24.de / PIXELIO
Aber noch einmal zurück zu dem Bild mit den Stationen. Ein Ziel der neueren Studiengänge gilt der gleichmäßigeren Verteilung der Prüfungsleistungen über das gesamte Studium. Was im Bachelor noch relativ gut funktioniert, stellt sich als Farce für den Master heraus. Ist es wirklich sinnvoll, den Master of Education auf nur zwei Semester anzulegen? Ein Blick in den Aufgabenkatalog für dieses professionalisierte Kurzstudium sollte genügen, um eine halbwegs realistische Einschätzung zu bekommen: 22 Stationen inklusive Fachpraktikum, mündliche Prüfung und Masterarbeit. Wenngleich hier und da in den Anforderungen zurückgerudert wird, bleibt ein weiterer Aspekt zumindest fragwürdig, wenn man sich das hehre Ziel der Verteilung vor Augen führt: Allein die Masterarbeit macht ein Viertel der Abschlussnote aus! Im ohnehin zu kurz geratenen Studium kommt spätestens hiermit der nötige Druck auf, damit es ihn auf jeden Fall weiterhin gibt: den Abschlussstress.
Einige Fälle sind mir in meinem Freundeskreis bekannt. Jene, die das gute alte Staatsexamen gemacht haben. Die fielen dann immer nach ihrem Examen in das berühmtberüchtigte schwarze Loch, weil sie ein ganzes Semester nonstop Prüfungen hatten. Wie wird das mit den Bachelor- und Masterabsolventen sein? Nach mindestens vier Jahren Studium, der Reise von einer Station zur nächsten, der permanenten Konfrontation mit Prüfungsleistungen? Das Beste, was einem dann passieren kann, ist es wohl, unmittelbar ins Referendariat zu flüchten, vorausgesetzt die Eins vor dem Komma steht. Hauptsache das Stresslevel hoch halten. 
Es war selten im Studium so einfach, Zeilen zu füllen wie hier und jetzt. Hier darf und soll es kürzer und knapper sein, steht keine Note am Ende, aber natürlich eine Leserschaft, die sich fragt: Ja und, was wolltest du uns eigentlich sagen? Diese Frage ist wie jede andere berechtigt. Die Antwort darauf ist hoffentlich nicht dumm: Jedes Studium sollte Fragen aufkommen und hinterlassen. Viele Fragen habe ich an dieser Stelle nicht gestellt und Antworten auch nur unzureichend gegeben. Dabei hätte ich einige Vorschläge, die gar nicht so neu und originell sein wollen, sondern in ihrem schlichten Verlangen vielmehr dem Unmut vieler Studierenden Rechnung tragen wollen, etwa zur Neustrukturierung zumindest des Masterstudiengangs: Warum nicht den Master auf die Regelstudienzeit von drei Semestern anheben? Warum die Bachelornote nicht anteilig in die Masterabschlussnote einfließen lassen?
Ach ja, hier spricht im übrigen keiner, der seine Abschlussarbeit vergeigt hat oder der befürchten muss, das Referendariat erst in zwei Jahren machen zu können, weil die Note nicht mehr hergibt. Einzig und allein spricht hier jemand, der hofft, viele Fragen im Studium gestellt zu haben und der sie auch jetzt noch stellt. Jemand, der seinen Schülerinnen und Schülern später gerne erzählen möchte, dass das Studium mehr als nur Mittel zum Zweck ist.
Und auf die Frage, warum ich Lehrer werden will, kann ich nur antworten: Eine gute Frage, aber noch bin ich keiner. Aber ich habe eine Vorstellung und werde es herausfinden, neue Fragen stellen und die eine oder andere brauchbare Antwort finden.
von René Kohn
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Die neue Studierendensatzung

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Das Studierendenparlament hat auf seiner 9. Sitzung im WS 2008/09 am 21.01.09 eine neue Satzung verabschiedet. In Bezug auf den AStA konnte man sich mit der Mehrheit des Studierendenparlaments auf einen Kompromissvorschlag einigen, welcher beide entgegengesetzte Positionen verknüpft. Eigentlich sah der erste Satzungsentwurf vor, dass alle AStA-Referenten sich mit einem Tätigkeitsbericht am Ende des Wintersemesters vor dem StuPa rechtfertigen sollten. Im folgenden Sommersemester sollten dann von dem neu gewählten StuPa alle AStA-Stellen neu ausgeschrieben werden. Die alten Referenten hätten sich natürlich wieder um ihr Amt mit bewerben können, aber müssten sich dann mit anderen Bewerbern messen. Die Amtszeit eines AStA-Referenten hätte somit ein Jahr gedauert, mit der Option zur Wiederwahl im folgenden Semester. Man hätte also die Amtszeit des StuPa und der AStA-Referenten angepasst. In der alten Satzung waren die Amtszeiten der AStA-Referenten unbeschränkt, d.h. man konnte als Referent entweder selber kündigen oder sich vom StuPa wegen eines schlimmen Vergehens suspendieren lassen. Der derzeitige AStA lehnte die Anpassung der StuPa-Legislaturperiode mit den AStA-Stellen ab. Das Hauptargument lag in der fehlenden Kontinuität, falls man die AStA-Stellen jedes Jahr neu auswechselt. Gerade in diesem Gremium sind ein paar erfahrende Referenten sehr nützlich. Außerdem könnte die Situation eintreten, dass ein völlig neu zusammengestellter StuPa schlecht die Arbeit eines Referenten beurteilen kann, wenn sie ihn einfach nicht kennengelernt haben. Auf der anderen Seite müssen sich die Mitglieder des StuPa jedes Jahr neu zur Wahl stellen, d.h. schlechte Leistungen können mit Stimmverlust oder sogar Mandatsverlust bestraft werden. Davon waren die AStA-Referenten befreit und so konnten lange Dienstzeiten in Anspruch genommen werden. Nach etlichen Diskussionen im Studierendenparlament und in der Satzungsarbeitsgemeinschaft konnte ein passender Kompromiss gefunden werden. Die AStA-Referenten werden einen Rechenschaftsbericht abgeben und stellen sich zur Wiederwahl mit anderen Bewerbern im jeweiligen Sommersemester. So konnte eine Überlappung zwischen der Amtszeit des neu gewählten StuPa und den „alten“ AStA-Referenten erfolgen. In dieser Überlappungszeit kann sich dass neue StuPa ein Bild von den Referenten und ihrer Arbeit machen, während man früh genug klären kann, ob überhaupt Bewerber für die einzelnen AStA Stellen vorhanden sind. Zu diesem Zweck wird der AStA, mit Unterstützung des Studierendenparlaments, in diesem Sommersemester die Studierenden ausführlich über die Aufgaben der AStA-Referenten informieren. Nur mit viel Aufklärungsarbeit und Werbung kann man es so früh genug schaffen, möglichst viele Bewerber für die offene Ausschreibung zu gewinnen. Der Job des AStA-Referenten kann nur ein Jahr andauern, aber man hat die Möglichkeit durch überzeugende Leistung sich wieder wählen zu lassen. In dieser Zeit kann man sehr viele nützliche Erfahrungen sammeln und seinen Horizont erweitern. Achtet auf die AStA-Aushänge und die Vorstellungen der Referate im Uni-Insider. Dort könnt ihr euch schon einmal ein Bild davon machen, was euch erwartet und vielleicht wagt ihr ja den Schritt euch im Juni zu bewerben.
von Arnold Hobbacher
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Der Munkelmann

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Nach einer exzessiven WG-Party schien in unserer WG nichts mehr so zu sein wie es war. Die Räume schrien nach Sauerstoff, unsere Körper nach H20. Leider konnte sich keiner mehr an die vergangenen Nächte erinnern, demzufolge gab es untereinander nicht viel zu erzählen.
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Plötzlich betrat unser Vermieter, Tequila-Toni, der reichlich mitgefeiert hatte, unsere Wohnung. Doch irgendwie schien er an diesem Tage verändert und versuchte uns irgendetwas Ominöses mitzuteilen, was ihm wohl sehr zugesetzt hatte.
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Da keiner so richtig etwas verstand, musste Tequila-Toni, unser Vermieter, deutlicher werden. Und so versuchte er alle bemerkenswerten Details des Munkelmannes näher zu erläutern, wobei er nicht wirklich den Kern unseres benebelten Interesses traf.
uniplay12d
Bevor wir in Erwägung zogen, uns dem beängstigenden Thema des Munkelmannes unsere Aufmerksamkeit entgegenzubringen, beschlossen wir Tequila-Tony für verrückt zu erklären, der daraufhin beleidigt die Wohnung verließ. Somit lösten wir zwei Probleme mit einem Schlag und alles schien wieder in bester Ordnung zu geraten. Naja, zumindest fast alles.
Wird Tequila-Tony seinen neuen Gegner, den Munkelmann, in die Flucht schlagen oder ihm sogar eine Wohnung vermieten? Taucht Bobs Armbanduhr wieder auf und wird in der WG alles wieder so sein wie früher? Das alles und viel weniger erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe. Bis dahin und viel weiter… seid gespannt!
Text und Kulissen: Tobias Kunz
Bilder: Alexander Dressler
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Lammkeule mit gebratenem Spargel und Bärlauchspätzle

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Präsentiert von Kai Brockmeyer
(Azubi im Mensateam)
Foto: Alexander Dressler
Lammkeule:
  • 2 Zwiebeln
  • 150g Knollensellerie
  • 80g Gouda gerieben
  • 1 kleine Karotte
  • 1/2 Fenchelknolle
  • 1 Lammkeule
    (entbeint ca. 1,5kg)
  • 3El Öl
  • 1-2Tl Puderzucker
  • 300ml Rotwein
  • 1El Tomatenmark
  • 1 frisches Lorbeerblatt
  • 1-2Tl Speisestärke
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 2 Scheiben Ingwer
  • 1 Zweig Rosmarin
  • Prise Salz und Cayennepfeffer
Backofen auf 130°C vorheizen (soll die Lammkeule durchgeschmort werden, wird der Ofen auf 160°C vorgeheizt). Die Zwiebeln in Spalten schneiden, Karotten und Sellerie schälen und in 1cm breite und 3cm lange Balken schneiden. Fenchel halbieren und quer in 1cm breite Stücke schneiden. Die Lammkeule in Öl rundum anbraten, Bratöl entfernen, mit Puderzucker karamellisieren, Tomatenmark hinzufügen, etwas anbräunen, mit 1/3 Rotwein ablöschen und sämig einreduzieren lassen. Den restlichen Rotwein in 2 Schritten zufügen und ebenfalls reduzieren lassen. Das Gemüse in Öl glasig anschwitzen, mit der Brühe dem Fleisch beigeben. Im Ofen bei häufigem Übergießen in etwa 3 1/2 Stunden rosa gar kochen. Fleisch entnehmen und warm stellen. Sauce durch ein Sieb geben und das Gemüse aufbewahren. Das Lorbeerblatt in die Sauce legen und um 1/3 reduzieren lassen. Mit Speisestärke binden. Knoblauch, Ingwer, Rosmarin evt. Zitronenschale einige Minuten darin ziehen lassen und das Lorbeerblatt entfernen. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. Das Fleisch in Scheiben schneiden, mit der Sauce, dem Spargel und den Spätzle anrichten. Vóila!
Spargel:
  • 600g weißer Spargel
  • 1-2Tl Puderzuckere
  • 70ml Gemüsebrühe
  • 1-2El Butter
  • Prise Chilisalz und Muskat
Spargel schälen und in schräge Stücke von ungefähr 0,5cm Dicke schneiden. In der Pfanne bei mittlerer Hitze den Puderzucker farblos karamellisieren, den Spargel darin kurz anschwitzen, die Brühe dazu geben und 6-8 Minuten bissfest garen. Butter dazugeben und mit Chilisalz und Muskat abschmecken.
Bärlauchspätzle:
  • 150g Bärlauch
  • 70g Créme fraiche
  • 70g Sauerrahm
  • 5 Eier
  • 1El Öl
  • 500g Mehl
  • 3El Öl
  • 1El Olivenöl
  • 300ml Rotwein
  • Prise Salz und Muskat
Bärlauch waschen, abtropfen lassen und in feine Streifen schneiden. Créme fraîche, Sauerrahm, Eier, Öl und 100g Bärlauchstreifen pürieren. Bärlauchpüree, Mehl, Salz und Muskat zu einem glatten Teig rühren. Durch eine Spätzlepresse in siedendes Wasser geben und auf Biss kochen.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
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Weltuntergang – Und Du bist in Vechta!

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Weltuntergang… in Vechta? Oh man. Da, wo am Wochenende um acht Uhr schon die Bürgersteige hochgeklappt werden? Toll. Na ja, lässt sich nunmal nicht ändern. Da stecke ich also fest und überlege, was ich tun soll. Ich schätze, dass ich alle meine vermeintlichen Freunde zwingen würde, den letzten Tag unseres Lebens miteinander zu verbringen. Joa. Ansonsten, vielleicht ein paar Dinge, die man sonst noch nie gemacht hat… warum auch immer. Vielleicht irgendwas Kreatives an die Uni-Wände malen oder so. Ansonsten: Warten, beten und hoffen, aber Weltuntergang in Vechta ist echt unfair… zumindest für solche, die ihre Heimat woanders haben. Echt, ey!
von Sarah Kotten
kolumne12
© SarahC. / PIXELIO
© Gerd Altmann (geralt) / PIXELIO
Ich bin nicht sonderlich mutig. Vor allem nicht, wenn es darum geht, jemandem ganz klipp und klar die Meinung zu sagen. Ganz egal, ob die positiv oder negativ ausfällt. Meistens versuche ich alles ganz diplomatisch und so „einerseits-andererseits“-technisch auszudrücken. Ich denke aber immer: „Man müsste mal demunddem und so weiter…“ Ich denke, das würde ich tun: Ich würde den ganzen Tag damit verbringen, Lobhudeleien und (auch platonische) Liebeserklärungen an die (entsprechenden) Leute zu bringen und andere entsprechende Leute verbal (obwohl, dann is´ ja auch egal…) in der Luft zu zerreißen. Und dank Telefon geht das ja sogar über die Grenzen von Vechta hinaus…
von Lea Weber
Die Welt geht heute unter? Das allein ist schon eine gruselige Vorstellung. Zu allem Überfluss muss ich das dann auch noch in Vechta erleben? Wahrscheinlich würde ich meine Familie anrufen und mich dann mit meinen Freunden verabreden und in den Weltuntergang reinfeiern. Vielleicht würde ich auch Rotz und Wasser heulen und mich verkriechen. Oder all die Dinge tun, die ich schon immer tun wollte. Aber darüber müsste ich nachdenken und die Zeit hab ich doch gar nicht. Aaaargh.
von Stefanie Bruns
Auf der einen Seite gibt es Vechta, auf der anderen Seite die Welt. Wenn auch die Welt untergeht – Vechta bleibt. Im Falle eines Weltuntergangs rettet Weltfremdheit das Leben!
von Johanna Olberding
Weltuntergang, und ich bin in Vechta? Kein Ding. Ich schiebe alle unkoscheren Gedanken beiseite, zähle ein paar Ave Maria auf und bekreuzige mich. Denn wenn das wie mit dem Wetter läuft, dann machen die apokalyptischen Reiter eben so Halt vor den gläubigen Toren Vechtas wie der Niederschlag. Und wenn nicht, naja dann gibt’s ja immer noch das Paradies, und da ist ja eh alles schön. Nun, und wenn der heilige Schein nicht über Vechta wacht, dann gehe ich gepflegt mit meinen Liebsten in die Cubar und feier eine letzte Sause mit genügend Long Island Ice Teas. Insel, ich komme.
von René Kohn
Die Welt geht unter und ich bin dabei! Das ist ein fucking Event! An so einem Tag muss man was Besonderes machen. Mit Freunden treffen? Heulen? Kann man auch an allen anderen grauen Kleinstadttagen. Ich würde mir einen Porsche 911 Turbo mieten, und auf Vechtas Straßen alle 4 Teile von The Fast and the Furious nachspielen. In einem rosa Hasen-Kostüm. Betrunken. Bußgeld? Punkte? Scheiß drauf, die Welt geht unter und mit ihr mein Führerschein.
von Stefan Hirsch
Ich würde wohl zunächst abwarten, inwiefern meine ausbrechenden animalischen Triebe der aufkommenden Anarchie standhalten würden. Sicher spannend, ob ich dann Opfer oder (Wohl)täter wäre. Ansonsten würde ich Kette rauchen und dem letzten Feuer meines Lebens auf dem Pferd vor der Sparkasse in einem ausreichend geistesgestörten Zustand singend und heulend entgegen reiten.
von Tobias Kunz
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Die 12. Ausgabe ist raus!!!

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Jetzt ist die 12. Ausgabe endlich erschienen
Ein herzliches Willkommen im Sommersemester an der Universität Vechta.
Ja, ihr hört richtig: Ihr studiert nun oder vielmehr bald an einer Universität und nicht mehr an einer Hochschule. Mehr zu dieser kosmetischen Korrektur lest ihr unter Aktuelles.
Neben dieser hochschulpolitischen Randnotiz bietet euch die erste Ausgabe im neuen Semester aber vor allem einen Einblick in musikalische und kreative Welten. Ob Studentenbands oder Boygroups, Religion und Musik oder Politik und Kreativität – auf ganz unterschiedlichen Wegen nähern wir uns dem Titelthema der Ausgabe 12. Viel Spaß beim Lesen.
Wie immer sind auch uniPlay, die Perlen der Bibo, das Studentendinner und die Kolumne über männliche und weibliche Sichtweisen dabei.
Direkt hier und in der Uni. Diesmal mit musikalischer Unterstützung von d’Accord
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Die 11. Ausgabe ist raus!!!

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uvtitel_11
Jetzt ist die 11. Ausgabe endlich erschienen
Das Paket ist geschnürt: Wie angekündigt starten wir mit der 11. Ausgabe pädagogisch wertvoll ins neue Jahr.
Wir beleuchten das pädagogische Feld aus verschiedenen Blickwinkeln. Welches Bild von Pädagogik etwa wird in den Medien verhandelt? Was haben Religionspädagogik und Musik gemeinsam? Sind Lehrer Pädagogen?
Außerdem erfahrt ihr in uniVista-Xtreme, was passiert, wenn vier uniVista-Redakteure beschließen, eine Woche lang das gesamte Programm des Hochschulsports der Uni Vechta durchzuprobieren.
Wie immer sind auch uniPlay, die Perlen der Bibo, das Studentendinner und die Kolumne über männliche und weibliche Sichtweisen dabei.
Direkt hier und in der Uni.
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Wie soll deine Universität heißen?

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Wie soll deine Universität heißen?
Evil Knievel-Universität
  30%

Uni Vechta
  23%

Von Galen-Universität
  9%

The Wannabe-University
  9%

University of Oldenburger Land
  5%

University of Vechta
  24%

Danke für eure Meinungen
lädt ... lädt ...
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PDF-Version der 11. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:
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Die uniVista-Suchtberatung

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Mit Freunden einen zu trinken, dass kann ganz nett sein. Aber Web 2.0-Nutzer wissen: Nett ist der kleine Bruder von Scheiße. Sollte man es also zu seinem Lebensziel machen, im Rausch zu schwelgen? Ganz klar, dazu muss man eine Sucht finden, die optimal zu einem passt. Die uniVista Suchtberatung zeigt Dir, welche Abhängigkeit die richtige für Dich ist.
von Stefan Hirsch
Wo machst Du am liebsten Urlaub?
A Wir wollen Party, Palmen, Weiber und ein Bier. Ein paar geile Tage wollen wir...
B Ich habe keine Zeit für Urlaub. Dafür werdet ihr Blechtrommler eines Tages alle in meiner Firma arbeiten!
C Mir egal, mir gefällt es überall, wo ich mich entspannen kann.
D Ich bleibe lieber zu Hause und beschäftige mich mit mir selbst.
Du kommst mit Deinem Rechner nicht ins Internet. Was machst Du?
A Ich lasse mir von einem Kumpel helfen. Hinterher gebe ich ihm einen aus.
B Ich schnappe mir den, den ich für den Verantwortlichen halte und trete ihm die Eier ins Gehirn.
C Nur die Ruhe, in ein paar Stunden, Tagen oder Wochen wird sicher alles wieder funktionieren.
D Panik. Schnappatmung. Triebstau.
Wie hast Du Silvester gefeiert?
A Weiß nicht. Ich hab da nur so ne verschwommene Erinnerung, dass ich es übertrieben habe...
B Laute, schmutzige Party. Reichlich Böller. Schlägerei. Geil!
C Wir saßen auf dem Boden, haben uns unterhalten und Radio21 gehört.
D Ich war alleine, das heißt, nicht ganz: Der Fernseher lief.
Was hast Du an Deinen Wänden hängen?
A Partyfotos.
B Ein Poster von der Rolex Daytona.
C Peace-Zeichen, Bilder von Hanfblättern, Jim Morrison und ganz viel Schwarz-Gelb-Grün.
D Das Schwarz-Weiß-Poster mit den frühstückenden Bauarbeitern. Und Gina Wild.
Dein Nachbar mäht 3 mal die Woche morgens um 6 Uhr seinen Rasen und verständigt die Polizei, wenn Du Dein Fahrrad auf dem Gehweg parkst. Was machst Du?
A Alcohol as social lubricant. Wir sollten mal Einen Trinken gehen.
B Der soll aufpassen, dass er nicht klein und dick wird, wenn er mir im Dunkeln begegnet.
C Hey, wir können über alles reden. Wenn nicht heute, dann morgen.
D Der Gedanke an den Nachbarn macht mich wuschig.
Was hast Du Deinem besten Freund zu Weihnachten geschenkt?
A Eine Flasche Jack.
B Schenken? Gibt es etwas Nutzloseres?
C Weihnachten war schon?
D Welche Freunde?


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Kuschelpädagogik und Wuthöhle

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Mehr Anonymität für TV-Familien!
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Mittlerweile ist die Fernsehlandschaft nicht mehr ohne die zahlreichen Sendungen mit scheinbar pädagogischem Format vorstellbar. Quote und Nachfolgeproduktionen geben zu erkennen: Die Nachfrage beim Zuschauer ist vorhanden, danach etwa, wie man sich zu verhalten hat, wenn etwas schief läuft in der Familie, eingedenk des Haustieres. Im multimedialen Rahmen erhalten die Bedürftigen Hilfe von Experten, oftmals Diplompädagogen, welche mit Rede und Tat und manchmal auch fragwürdigen Konzepten zur Seite stehen. Disziplin, Regeln, Prinzipien sind dabei immer wieder Schlagwörter, die fallen. Greift das Verständnis von Pädagogik durch und in den Medien zu kurz? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden geklärt werden. Als Gesprächspartner stand uns Dipl.-Päd. Andreas Hoenig zur Verfügung.
Greift das Verständnis von und durch die Medien zu kurz?
Also wenn ich mir die Medienformate, dir mir bekannt sind, betrachte, dann wird da ein Verständnis von Pädagogik kolportiert, das techniklastig ist und eine Heilsbringung in Extremsituationen verspricht, die ich für nicht machbar halte. Ich schließe mich damit Kritiken, zum Beispiel des DJI (Anm. d. Red.: Deutsches Jugendinstitut) an, die deutlich sagen, dass etwa die Frage der Nachhaltigkeit überhaupt nicht nachgewiesen ist. Ich bin aber auch nicht ausschließlich negativ-kritisch eingestellt gegenüber medialer Aufbereitung solcher Formate. Nur die Art und Weise, wie es gegenwärtig geschieht, finde ich mindestens fragwürdig.
„Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank vorgeht, umso höher ist die Quote.“
Einmal etwas überspitzt formuliert: Jura-Studium bei Salesch (wahlweise auch bei anderen Gerichtsshows) und Pädagogikstudium bei Super Nanny? Verwirklicht sich hierin ein Bildungsauftrag der Medien?
Mit Sicherheit nicht. Vielmehr sind die Quoten von 15% und mehr ein Hinweis darauf, dass es einen absolut hohen Bedarf gibt. An der Stelle bin ich ein Befürworter medialer Bearbeitung solcher Fragen und ein Befürworter dessen, dass wir uns des Mediums Fernsehen bedienen, weil das nun einmal das Medium Nummer 1 Deutschlands ist. Aber natürlich sehe ich die mediale Aufbereitung, wie sie vor allem durch die Privatsender passiert, kritisch. In Videoclipform werden dramatische Lebenssituationen festgehalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt – da kann ich mich nur dagegen verwehren. Das kann so nicht sein. Was nicht heißt, dass das nicht grundsätzlich so sein kann.
Kommen wir doch einmal zu dem Auftrag von RTL. Laut RTL.de ist nämlich das Ziel der Super Nanny „eine fundierte Analyse, Besprechung der Erziehungssituation und eine individuelle pädagogische Beratung für die Eltern zu leisten“. RTL will nach eigener Aussage „mit diesem Format einerseits den betroffenen Familien eine Hilfestellung bieten, andererseits aber auch dem Zuschauer anhand von unterschiedlichen Fällen Lösungsansätze für Probleme in der eigenen Familie aufzeigen.“
Glauben Sie, dass dies mit diesem Format geschieht?
Das bezweifel ich. Ich bezweifle sogar den Ansatz. Natürlich versucht sich RTL in der Öffentlichkeit darzustellen, sozusagen, dass es kein Format sei, das auf Quote angelegt ist. Diese Darstellung halte ich für schlichtweg falsch. Natürlich agiert vor allem die Frau Saalfrank – und das ist im Grunde auch überhaupt die einzige, worüber ich mir ein Urteil erlauben kann – pädagogisch. Aber das Heilsversprechen, das da gebracht wird, ist, du hältst dich an einen gewissen Regelkatalog, Familienregeln – vom „Stillen Stuhl“ hat sie Gott sei Dank Abstand genommen – und dann ist das machbar. Die Krise ist anhand von ein, zwei, drei Interventionsmöglichkeiten, die sie zur Verfügung stellt, gelöst. Das ist vor dem Hintergrund der Sozialen Arbeit und der Arbeit mit Familien so nicht richtig. Es geht halt nicht so einfach. Und es werden wesentliche Aspekte, die wir als Vertreter der Sozialen Arbeit für wesentlich halten, außer Acht gelassen. Die Darstellung der Betroffenen, auf Seiten der Eltern vor allem die betroffenen Mütter, im Sinne von erzieherischer Inkompetenz, die Kinder als Monster, was sie de facto nun mal nicht sind, und die Väter finden weitestgehend überhaupt nicht statt – da wird ein Familienbild kolportiert, das nicht der Realität entspricht. Dramatische Verkürzung.
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Oft der einzige Ansprechpartner
© Rosel Eckstein / PIXELIO
Glauben sie, dass eine öffentliche Preisgabe des Privatlebens vor der Fernsehnation eine langfristig wirksame Stigmatisierung für die zur Schau gestellten Kinder, die Eltern, die übrigen Familienmitglieder und das weitere familiäre Umfeld zur Folge haben kann oder ist diese laut gewordene Kritik ebenfalls zu sehr in den Medien dramatisiert worden?
Also die Stigmatisierungseffekte, die da stattfinden, haben ihren dramatischen Höhepunkt erreicht bei dieser Folge mit dem 13-jährigen Mädchen. Und das war für mich genau der Punkt, an dem RTL sich mit seinem hehren Anspruch widerspricht. Nach meinem Kenntnisstand haben eine Mutter und ihre Tochter per einstweiliger Verfügung versucht, die Ausstrahlung des Formats zu verhindern, was nicht gelungen ist aufgrund vertraglicher Verbindungen, so dass es zur Ausstrahlung der Sendung kam. Mit der Folge, dass dieses Mädchen zumindest einen kurzfristigen psychiatrischen Aufenthalt und einen Zusammenbruch hatte. Und das konterkariert das, was RTL auf seinen Internetseiten als pädagogisches Format verkauft. Damit wird deutlich, worum es geht. Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank – und wir haben beide die gleiche Ausbildung genossen – vorgeht, umso höher die Quote. Das gipfelt dann darin, dass ein 3-jähriges Kind auf dem Stillen Stuhl sitzen muss. Ein 3-jähriges Kind! Und da mache ich auch eine deutliche Kritik fest an Frau Saalfrank, die sich hier sozusagen vor den Karren des Senders spannt. Aber sie handelt nicht durchgängig unpädagogisch.
„Mich erinnert Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.“
Wobei man sagen muss, dass gerade dieses Element ja aus der Sendung verschwunden ist. Es gibt keine stillen Orte mehr, weder Stuhl noch Treppe. Dieser Kritikpunkt, der auch laut geworden ist in den Medien, wurde also berücksichtigt. Haben Sie noch eklatant andere Puntke, die für Sie negativ auffallen?
Ein ganz wesentliches Moment, das für Schwierigkeiten bei diesem Format sorgt, ist diese Zeitschiene. Frau Saalfrank ist im Grunde genommen gezwungen sofort zu agieren, und das in ausgesuchten, höchst eskalativen Familien, die kein repräsentativer Querschnitt durch die Erziehungsrealität auch schwieriger Familien sind. Jetzt wissen wir, dass diese schnellen Reaktionen ein hohes Fehlerrisikio in sich birgt. Ich habe diese Sequenz vor Augen, wie sie über Funk coacht. Jetzt dies, jetzt das, jetzt jenes. Da stellt sich für mich die Frage: Was lernt ein Mensch an Erziehungskompetenz, wenn er so eine aus dem Psychodrama abgeleitete Methode des Alter Ego machen soll, also ferngesteuert agiert? Die Erziehungskompetenz wird hierdurch nicht erhöht. Der Kritikpunkt ist ganz klar die Reduzierung auf eine sehr technisch ausgerichtete Soziale Arbeit. Techniken sind die Lösung. Das alleine kann so nicht stimmen.
Es gibt natürlich auch eine umfassende Kritik der Deutschen Gesellschaft für Systemische Beratung, die sich absolut distanziert. Und natürlich distanzieren sie sich, weil es zuwider läuft gegen Grundsätze Sozialer Arbeit. Ich habe in Familien mit schwierigen Kindern gearbeitet. Und ich weiß, dass sich die Arbeit anders darstellt. Es gibt eben nicht den schnellen Erfolg. Und das, was das Format Super Nanny hier vorgibt, deckt sich eben hierin nicht mit meinen Erfahrungen. Außerdem muss ich sagen, dass ich es keiner Familie, mit der ich zusammengearbeitet habe, zugemutet hätte, diese Extremsituationen medial zur Schau zu stellen. Das ist mehr als grenzwertig. Das ist ethisch verwerflich.
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Kindern fehlen oft die Worte
© erysipel / PIXELIO
Dann würde uns doch einmal interessieren, was Sie der Super Nanny unter vier Augen sagen würden?
Ich glaube, ich würde ihr tatsächlich sogar zu ihrem Mut gratulieren. Ich meine, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und zu agieren, da ist es vollkommen klar, dass sie dann auch Projektionsfläche wird. Sie stellt sich sozusagen zur Verfügung in ihrem beruflichen Handeln. Da gehört Mut zu, vor allem, wenn man sich einmal anguckt, dass viele Agierende der Sozialen Arbeit große Angst davor haben, dass man in ihre Karten guckt – diese Angst scheint sie überwunden zu haben. Sie stellt sich selbst ja auch öffentlich dar. Und sie hat ja auch gerade zu Anfang große Schwierigkeiten gehabt. Was ich gut finde ist, dass sie versucht, Einfluss zu nehmen auf eine weitere Pädagogisierung. Und das mache ich fest an der letzten Folge, die gelaufen ist, die dann medial aufgearbeitet wurde als ihre erste Niederlage. Frau Saalfrank gibt auf. Die Inobhutnahme. Da finde ich, dass sie absolut richtig reagiert hat. Sie hat nicht die schnelle Lösung geliefert, sondern ganz klar gesagt, da sei eine Grenze für sie, das könne sie nicht. Das war keine Niederlage, das war ein Sieg. Ich würde ihr den Mut auch hausintern wünschen, dass sie weiter versucht, das Format pädagogischer zu gestalten. Das ist zurückzuführen auf die Person Saalfrank, nicht auf den Sender, mein Eindruck. Und ich würde sie natürlich versuchen zu motivieren, das Format dahingehend zu verändern, dass erstens dieses Heilsversprechen ein bisschen relativiert wird und dass sie zweitens eine höhere Aufmerksamkeit auf den Schutz der Klienten legt. Andere Sender, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, nehmen sich auch den Erziehungsfragen an, aber die tun das anders.
„Es macht wenig Sinn, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft verstehen.“
Nun, aber gerade was den Schnitt und die Schnitttechnik angeht, kann man ja auch nachlesen, dass Frau Saalfrank selbst hierauf keinen Einfluss hat.
Nun, ich gebe jetzt auch ein Interview und weiß gar nicht, was nachher in der uniVista steht und wie das dann dargestellt wird.
Richtig. Das wird mediengerecht aufbereitet.
Weiter im Programm: Sie hatten gerade schon den hohen Marktanteil angesprochen und meinten, das sei Ausdruck von Bedarf. Meinen Sie nicht auch, dass sich dahinter ein Ausdruck von Sensationslust gleichsam verbirgt?
Ich glaube, es ist beides. Wesentlicher für mich ist jedoch ganz klar die Message, dass es Bedarf gibt. Vielleicht müssen wir uns fragen: Wie können wir diesen Bedarf auch verantwortlich befriedigen? Wie kann sich die Soziale Arbeit oder auch die Familienarbeit in der Öffentlichkeit anders darstellen? Oder auch die Arbeit mit Ausreißern oder ähnlichem. Es sind ja verschiedenste Formate. Natürlich geht‘s dabei auch um die Befriedung einer Sensationsgier, eines gewissen Voyeurismus. Und diese ganzen Sendungen, auch diese Ausreißer-Formate, zeichnen sich dadurch aus, dass ein Bild von Kindern und Jugendlichen gezeigt wird, das sie an den Symptomen misst. Wir gucken nur auf die Person und nicht auf das Symptom. Das ist das, was wir predigen. Du bist gut, dein Verhalten ist schlecht. Und so werden Menschen über ihr Verhalten oder über Verhaltensspitzen, wenn man so will, stigmatisiert. Also es ist nicht der Sven, sondern der jugendliche Ausreißer.
Wie realitätsgetreu ist das Format?
In der Realität stellen sich familienunterstützende Maßnahmen im Sinne von SPFH (Anm. d. Red.: Sozialpädagogische Familienhilfe) oder auch Familientherapien als langfristig angelegte Hilfsmaßnahmen dar. Die durchschnittliche Behandlungsdauer einer SPFH ist auf zwei Jahre angelegt und nicht auf einige wenige Wochen. Also erinnert mich Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.
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Einsames Warten auf muntere Gäste
© Martin Müller / PIXELIO
Ein aktuelles Format, das für Sie derzeit einen pädagogischen Auftrag erfüllt?
In den Dritten des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens finden sich solche Sendeformate durchaus, aber auch die Sendereihe 37° im ZDF kann hier genannt werden. Auch hier gab es schon solche Folgen. Da sollten die Leute von RTL mal reinschauen, wenn sie das, was sie im Internet veröffentlichen, ernst meinen. Aber es ist natürlich klar, dass hier unterschiedliche Zielgruppen bedient werden sollen.
Es wird jedoch auch klar: Das Fernsehen bleibt das Bildungsmedium Nummer 1. Und wir nehmen es nicht wirklich wahr. Also es könnte ja auch von Seiten der Sozialen Arbeit versucht werden, aktiv solche Formate zu bilden, die dann wissenschaftlich abgesichert sind. Aber ich sehe diese Initiative nicht, das heißt aber auch, dass es wenig Sinn macht, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft zu verstehen.
Haben Sie denn eine Idee, wie eine Sendung aussehen könnte, die einen pädagogischen Inhalt hat und eine Hilfestellung für den „kleinen Mann“ sein kann?
Das ist eine gescheite Frage. Also ich hab das Konzept nicht im Schreibtisch. Mir ist im Augenblick auch keins bekannt. Aber ich glaube, dass deutlich geworden ist: Es gibt den Bedarf, und das vielleicht nicht nur aus Sensationsgier. Die Verzweiflung der Menschen in dieser Situation, und zwar aller Menschen, der kleinen und der großen, die da drin sind, ist immens. Stellen Sie sich mal den Alltag vor. Sie haben ja kein Alternativleben, selbst wenn sie sagen: Ich hab jetzt hier die Nase voll und geh in das nächste. Das können sie nicht.
„Ich werde mich auch in Zukunft nicht abends vor die Röhre quetschen, um eine pädagogische Fortbildung zu nehmen.“
Sie haben darauf hingewiesen, dass man das Bildungsmedium Fernsehen auch als eine Herausforderung für die Soziale Arbeit begreifen kann. Medienerziehung an der Hochschule Vechta. Findet das statt oder eher nicht?
Es gibt innerhalb der Studiengänge die Möglichkeit, medial zu arbeiten. Wir nutzen, ich kann das zumindest für unseren Fachbereich sagen, durchaus auch Medien. Wir tun das aber meiner Meinung nach noch nicht in der Form, wie wir das sollten. Ich halte das für ausbaubar.
Gibt es da Wunschvorstellungen?
Natürlich wäre eine bessere technische Ausstattung, welche die Arbeit mit neuen Medien möglich macht, gut. Also ich bin in meinen Veranstaltungen, ich kann das ja nur für meine sagen, ein recht techniklastiger Dozent. Ich würde das aber noch ausbauen wollen.
Ich halte das auch für ein geeignetes Medium. Nicht, um den Studierenden 90 Minuten einen Film zu zeigen, und das war dann meine Veranstaltung. Aber eine gezielte Anwendung medialer Formate, um Theorie durch Praxis zu unterfüttern, halte ich für sinnvoll.
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Kinder wollen wahrgenommen werden!
© Christine Becker / PIXELIO
Kommen wir zu einer Frage, die wir uns im Rahmen eines Streitgespräches in dieser Ausgabe stellen: Sind Lehrer Pädagogen?
Ja. Natürlich sind Lehrer Pädagogen.
Warum? Der pädagogische Anteil ist doch sehr gering im Studium.
Wie würden Sie das bezeichnen, wenn erwachsene Menschen sechs Stunden täglich mit Kindern arbeiten im Sinne von Bildung und Erziehung? Ich nenne das Pädagogik. Also natürlich sind Lehrer Pädagogen. Sozusagen Bildungspädagogen. Ich kann kein unpädagogischer Lehrer sein. Ich bin vielleicht ein schlechter oder guter Pädagoge, wie immer man das auch festmachen will. Aber ich bin einer als Lehrer. Man könnte die Frage ja erweitern: Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.
(Es wird gezweifelt.)
Jetzt sehe ich ganz kritische Mienen. Aber natürlich sind wir das.
„Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.“
Nun, aber der größte Anteil der Dozierenden, gerade auch in der Professorenschaft, sind sich ihrer Stühle doch sehr sicher und nehmen einen pädagogischen Auftrag nicht wirklich wahr. Da werden die Veranstaltungen 08/15 runter gerissen, welche Motivation da auch immer hinter steckt.
Da werde ich mich jetzt nicht zu äußern. Ich würde ganz gerne noch einmal zu den Lehrern zurückkommen. Ich kenne eine ganze Menge Lehrer. Ich weiß, dass in dieser Berufsgruppe ganze viele Leute ganz engagiert arbeiten. Ich lebe mit einer Lehrerin zusammen, und ich sehe und ich weiß, wie sie ihren Job macht. Und ich bin mit Lehrern befreundet, von denen ich weiß, dass sie sich einen Kopf um „ihre“ Kinder machen. Ich erlebe an Schulen eine zunehmende Bereitschaft, sich pädagogischen Fragestellungen zu öffnen, und zwar durch alle Schulformen hinweg, bis zum Gymnasium. Und ich habe in meiner kurzen Zeit, in der ich hier als Lehrender tätig bin, und in der Zeit, in der ich an Schulen tätig bin, um Konflikte zu lösen und Leute fortzubilden, festgestellt, dass die sich sehr stark öffnen. Also ich bin auf jeden Fall bereit, eine Lanze für Lehrer zu brechen. Für mich ist ein Lehrer ganz klar ein Pädagoge und er hat für mich den Anspruch darauf, dass ich ihn a) ernst nehme und dass ich ihm b) gute Motive unterstelle. Und wie in jeder Berufsgruppe mag es vereinzelt Leute geben, wo man sagt, naja, vielleicht hast du die falsche Berufsentscheidung getroffen. Aber das passiert auch bei Dachdeckern. Aber sagen Sie mir, waren Sie schon einmal in der sechsten Klasse, Hauptschule? Dann erzählen Sie mir mal, wie Sie das unpädagogisch lösen, wenn man rein versucht, Bildung zu vermitteln. Aber vielleicht sollte man darüber nachdenken, ob man den Bereich Pädagogik – pädagogische Ziele bieten wir an im Lehramtsstudium – ein wenig mehr betont in diesem Studium. Ich glaube nämlich sehr wohl, dass die pädagogischen Herausforderungen nicht geringer werden.
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Bis hierhin und nicht weiter!
© Christine Becker / PIXELIO
Eben das wäre auch eine Frage: Inwiefern spiegelt sich dieses pädagogische Mehrbedürfnis, welches Sie gerade attestiert haben, im Lehramtsstudium überhaupt wider?
Also die genuine Aufgabe von Lehrern ist Bildungsvermittlung. Aber nichtsdestotrotz ist der pädagogische Auftrag vorhanden. Und ich glaube auch immer noch, dass wir Nachbesserungsbedarf haben. An einer Hochschule, die so aufgestellt ist wie unsere, ist es natürlich möglich, genau an der Stelle sozusagen nachzubessern. Ich halte heute Abend zum Beispiel ein Seminar, wo ich Studierende – allerdings der Sozialen Arbeit – dahingehend befähige, Sozialkompetenztraining an Schulen zu geben. Die werden das in der Praxis durchführen.
Da kann man als Lehramtskandidat direkt neidisch werden. Unser pädagogisches Studium ist praxisfrei. Das, was Sie schildern, wäre wünschenswert. Also auch einmal in die Praxis zu gehen und unter diesem Aspekt Erfahrungen zu sammeln.
Da bin ich natürlich mit dem Curriculum zu wenig vertraut. Aber noch einmal: Auch die Öffnung der Schulen hin zu mehr Sozialpädagogik findet statt. Das von der Bundesregierung initiierte Projekt „Jugendhilfe und Schule“, das sich zunächst der Vermittlung von Neunt- und Zehntklässlern in den Arbeitsmarkt beschäftigte, das fruchtet ja. Also ist Soziale Arbeit in den Schulen angekommen. Sie finden kaum noch eine Hauptschule, die nicht mit Sozialen Arbeitern ausgestattet ist, wenngleich es davon auch noch zu wenige gibt. Meistens ist das dann eine halbe Stelle für eine Schüleranzahl von 300 bis 600. Also die Kollegen, die da arbeiten, könnten noch eine ganze Menge Support gebrauchen. Aber Tatsache ist, da findet etwas statt.
Nun, es ging jetzt auch nicht darum, dass angehende Lehrer die gleiche Ausbildung erfahren wie angehende Soziale Arbeiter, aber darum, dass man Einblicke gewinnt. Dass die Kommunikation, auch für späterhin, besser klappt und die Konkurrenz zwischen Pädagogen und Lehrern herausgenommen wird, gerade im Bereich Schule.
Andreas Hoenig wurde
am 1. Februar 1963
geboren. Er ist
Diplompädagoge und
seit WS 2007/08 als
Lehrkraft für besondere
Aufgaben an der
Hochschule Vechta
beschäftigt. Er ist
Sozialtherapeut in
der Jugendhilfe und
AAT/CTT-Trainer.
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Foto: Andreas Hoenig
Ja, ich glaube allerdings, dass wir schon länger dabei sind, diese Grenzen zu überschreiten. Haben Sie die neueste Ausgabe des Fokus gelesen? Dort wird ein Projekt vorgestellt in Duisburg. „Duisburg schlägt keiner“ heißt das. Das ist ein Freund und Kollege von mir, der dort ein ganzes Kollegium fit macht und schult im Bereich sozialer Kompetenzen und Konflikttrainings an einer Schule für Erziehungshilfen. Dort findet sozusagen eine Pädagogisierung der ganzen Schule statt, aber immer vor dem Hintergrund, dass es hier um Bildungsvermittlung geht.
Die Tendenz geht ja auch dahin, dieses dreigliedrige Schulsystem aufzugeben. Ich halt das für den richtigen Weg, weiter Sozialarbeit in die Schulen zu integrieren, aber auch Lehrer auf der anderen Seite für sozialpädagogische Methoden zu öffnen und auch selber zu befähigen.
„Ich muss Bock haben auf das, was ich
tue und ansonsten sollte ich es sein lassen.
Ganz einfach.“
Was macht einen Superpädagogen aus?
Zunächst mal, dass er sich nicht für super hält. Also dieses Wort „super“ mag ich nicht. Was macht einen guten Pädagogen aus? (denkt nach) Ich könnte jetzt anfangen, hier irgendwie zwanzig Adjektive runterzumurmeln. Ich könnte auch die großen drei von Rogers benennen: Authentizität, Empathie, Wertschätzung.
Ich könnte mich auf Waldner berufen: 80 Prozent Empathie und 20 Prozent Biss. Er muss Lust an seiner Arbeit haben. Der muss Spaß haben an der Arbeit mit Menschen und muss sozusagen auch daran glauben, was er da macht und an die Menschen, mit denen er arbeitet. Der muss auch an die Fähigkeit des Menschen glauben, sich selbst zu helfen. Wesentlich ist: Ich muss das, was ich tue, mit Leidenschaft und gerne tun. Wenn ich das tue, habe ich ein gutes Zeug, um ein guter Pädagoge zu sein. Dann kommen noch ein paar Techniken dazu, man kann an seiner Haltung arbeiten. Aber ich muss Bock haben auf das, was ich tue und ansonsten sollte ich es sein lassen. Ganz einfach.
Wir bedanken uns für das Interview.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns
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Offener Brief an die Kinder von morgen

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offenerbrief11a
© Jessi / PIXELIO
Liebe Kinder von morgen,
ihr seid unsere Zukunft!
An euch liegt es, das deutsche Kulturgut weiterzuführen. Knüpft also an Goethe, Kant und Schiller an! Dass euch dafür Ausdrucksmöglichkeiten und die nötige Rechtschreibung fehlen… nun gut, das macht ihr doch mit eurem dafür um so größeren Kommunikationstalent (sprich Internet) wieder wett, nicht wahr?
Da ihr aber nicht nur für unseren Freigeist, sondern auch für unsere Altersvorsorge aufkommen müsst, wäre es nett von euch, einen gewinnbringenden Job zu finden. Da die meisten Berufe, die früher mit Hauptschulabschluss erlernt werden konnten, nun mindestens Mittlere Reife erfordern, ihr aber schon Probleme beim Erlangen vom ersteren habt und es eh nicht genug Ausbildungsplätze für euch alle gibt… bleibt euch wohl nur das Studium. Gut, erstmal heißt es natürlich, Arschbacken zusammenkneifen und das Abi machen. In 12 Jahren müsst ihr das schaffen, wofür wir noch 13 Jahre Zeit hatten. Und dann einen Platz an der Uni ergattern (aber vielleicht habt ihr ja Glück und es ist wieder zufällig irgendein Studiengang zulassungsfrei hier in Vechta!). Wenn ihr denn das nötige Großgeld habt (denn von Kleingeld ist bei einem Studium, wo allein die Studienbeiträge schon mindestens 4000 Euro betragen, wohl nicht mehr zu sprechen).
Möglich ist das alles, wenn überhaupt, nur deutschen Kindern ohne Migrationshintergrund. Denn da es nicht für jeden von euch einen Kindergartenplatz gibt und in eurer Familie mit Migrationshintergrund zumeist nicht (gut) deutsch gesprochen wird oder ihr in ghettogleiche Wohngebiete abgeschoben werdet, wo ihr auch sonst kaum Kontakt zu deutschen Muttersprachlern habt, ist eure Chance selbst auf einen Hauptschulabschluss… siehe oben.
Aber dann gibt es ja noch uns, die Lehrer und Pädagogen (ein Sorry an alle in Vechta, die was anderes studieren/werden. Ich weiß, ihr werdet auch schon in den Lehrveranstaltungen diskriminiert). Wir sollen all das ersetzen, was euch fehlt und all das möglich machen, was unmöglich scheint. Und das auf Stellen, die gestrichen oder gekürzt werden. Hm…
Liebe Kinder von morgen, wenn ihr also gar nicht erst auf die Welt kommen wollt, könnten wir das zwar verstehen, aber es würde uns arbeitslos und arm im Alter machen. Deswegen eure Devise: Opfert euch auf!
Viele Grüße,
eure Lehrer und Pädagogen von morgen
von Julia Stock
offenerbrief11b
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
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Poetry Slam

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Klapprige Knie kurz vor dem Auftritt
gehören dazu beim Poetry Slam im Gulfhaus.
© Pegas / PIXELIO
Showtime! Ein Haufen begabter Amateurschreiberlinge tritt gegeneinander an, um mit selbst geschriebenen Texten vor applaudierender Menge zu punkten.
Um zu vermeiden, dass ein rasender Puls einen völlig um den Verstand bringt, ist es immer ratsam, mit dem Rotwein schon am Nachmittag zu beginnen. Ich stehe daher an einem tristen Novembertag, dem Vierten, um genau zu sein, auf dem Balkon und versuche meine Aufregung zu lindern. Meine Aufregung vor einer zu großen Bühne, vor zu vielen unbekannten Gesichtern und der grausamen Vorstellung, schlicht und einfach zu versagen.
Eine selbst erdachte Geschichte vor anderen zum Besten gegeben, das habe ich schon des Öfteren getan, doch was wusste ich schon von einem Poetry Slam? Das Prinzip hatte ich zwar verstanden, jedoch noch nie einen miterlebt. Immerhin stand ich ja nur auf der Teilnehmerliste, weil Uniparty-Nächte zuvor meine betrunkene, schlechtere Hälfte in Anwesenheit des Vechtaer Poetry Slam Masters zu viel Zuversicht, Mut und Phrasen wie „klar, mach ich da mit“, „kein Ding“ oder „…war schon immer mein Traum da mitzumachen“ rausposaunte.
Nun tickte also die Uhr, um 18 Uhr noch eine Vorlesung und direkt danach zum Gulfhaus, dem Ort des Geschehens. Aus einem Glas Wein waren inzwischen vier geworden, doch meine Zuversicht stieg mit jedem Schluck. Von der Vorlesung bekam ich im Endeffekt so gut wie nichts mit, ich verließ sie auch so schnell wie möglich und ging sehr zeitig meinem ungewissen Schicksal entgegen. Mit einem ausgedruckten Zettel, worauf mein Text geschrieben stand, den ich zum Besten geben würde, zitterte ich mich schließlich zum Gulfhaus.
Dort angekommen, befand ich nach so viel Rotwein meinen Puls für zu niedrig, meine Aufregung jedoch noch immer für zu hoch, und ging zu Becks über. Wohlbehütet aufgenommen in der Slammerrunde ließ der Startgong nicht lange auf sich warten. Als Neunter sollte ich an die Reihe kommen. Viel Zeit, um sich vorher kranke Geschehnisse, die mir auf der Bühne widerfahren könnten, auszumalen: Ohnmachtsanfälle oder Übelkeitssymptome zu Lasten des Publikums
Schon der erste Slammer ließ mich mit seiner Souveränität blass werden. Auch folgende Texte zeugten von Witz und Anspruch. Selbsteinschätzung liegt mir fern, weshalb die Ungewissheit, wie ich ankommen würde, stieg. Als es dann schließlich so weit war, wankte ich auf die Bühne, geleitet von Adern, prall gefüllt mit Alkohol.
Nach nur sechs Minuten war alles geschafft. Und dann soviel Aufregung? Ich muss verrückt gewesen sein. Angst wich nun dem Stolz und wie sich der Stein von meinem Herzen löste, schoss mir auch der restliche zuvor erstarrte Alkohol zu Kopf. Ich war noch nie in meinem Leben so schlagartig besoffen. Im Endeffekt hatte ich mit meinem Text, so wie ich denke und mir auch habe berichten lassen, die Menschen erfreut, zum Lachen gebracht, angeekelt oder angeödet. Alles Dinge, mit denen ich leben kann. Alles Dinge, die ich nur weiterempfehlen kann! Ein Platz irgendwo im Mittelfeld. Was will man mehr? Das nächste Mal, wenn es ein nächstes Mal geben wird, werde ich jedoch nüchtern sein.
von Tobias Kunz
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Extrem, extremer, Tai Chi – Eine Woche Hochschulsport

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Für die X-Treme-Aktion dieser Ausgabe wandelten wir auf den Spuren des Gerüchtes: „Sport ist Mord“. Zu viert erstellten wir uns einen Wochenplan nach Vorgabe des Hochschulsports, teilten das Programm auf und los ging‘s. Von Akrobatik Jonglage über schweißtreibende Aktivitäten wie Fitness Spezial oder Cardio Step haben wir alles mitgenommen. Wie sich das Ganze abgespielt hat und welche Angebote die Hochschule bietet, seht ihr im Folgenden.
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Fotos: Jessica Barbato, Mira Brink, Lea Weber
Montag:
Fitness Spezial: Auftakt in die uniVista-X-treme-Woche. Ich bin noch voller Elan und Motivation. Meine Aufgabe in dieser Stunde: Fitness Spezial im Multifunktionsraum. Pünktlich beginnt das Warm-Up, das einen Menschen ohne Kondition bereits an sein Limit treibt. Es geht hoch und runter und rechts und links mit Hanteln und Stepper oder auch ohne. Das Tempo und die Körperspannung bestimmen den Rhythmus. Sehr schnell komme ich ins Schwitzen und völlig außer Atem. Bei Trainingsanfängern ist höllischer Muskelkater garantiert. Erschöpfungsfaktor: sehr hoch.
Power Gym: Genau so stelle ich mir vor, wie es damals zugehen musste beim Bund Deutscher Mädels. Modelllernen par excellence. Ich merke jedoch einigermaßen schnell, dass man nicht alles nachmachen muss, was die Kursleiterin vormacht, etwa das Peace-Zeichen für die Zahl der Wiederholungen. Der Schwierigkeitsgrad ist zu bewältigen. Prima zum Aufwärmen, und man kommt gut rein in die Übung. Power Gym ist für alle, die einen Fabel für Massenchoreo haben, die gerne das machen, was vorgemacht wird – schöne Abwechslung zum Selbststudium – und für all diejenigen, die zumindest im Ansatz Taktgefühl haben und die denken, für meine Beine wollte ich schon immer mal was tun.
Effektives Bodyworkout: Der Bund Deutscher Mädels nimmt nun auch Jungs auf. Wir sind zu dritt! Die Kursleiterin spricht nun durch ein Mikro. Das lässt Schlimmes erahnen. Nach einer Weile kommt dann doch die Frage auf: Warum machen die hier genau das Gleiche wie beim Power Gym? Dann wird alles anders: Krasse Choreos! Der Step-Schritt wird ums Jogging auf der Stelle ergänzt. Der Anspruch steigt. Der Puls auch. Das effektive Bodyworkout ist gleichsam wie Power Gym für Massenchoreo-Fans, vor allem aber etwas für Schnellmerker von komplexen Schrittfolgen.
Indoor-Cycling: Es folgt als dritter und letzter Kurs für mich Indoor-Cycling (Spinning). Nun steht Kleingruppenchoreo auf dem Plan. Das Prinzip ist ziemlich einfach: Man fährt auf einem Rad, ohne voranzukommen und ist trotzdem fertig. Was die Musiklautstärke angeht, hat man eigentlich das Gefühl, in einer Disco zu sein. Ach, wie schön! Feiern und Sporten. Weil meine Muskeln nach zwei Workoutkursen richtig gut aufgewärmt sind, läuft das Rad wie eine Eins. Nach einer halben Stunde bin ich aber wirklich am Ende. Ich höre nur noch bruchstückhaft, was der Kursleiter von sich gibt, etwa: „Firestarter ist ein Berg.“ Alles klar. Und jeder andere Song ist auch ein Berg. Dass Sport eine Droge sein soll, wird mir allmählich klar. Dieser Kurs, das steht fest, ist der absolut anstrengendste von den dreien.
Jazz & Modern Dance: Hier wird eine Choreografie mit geschmeidigen und anmutigen Bewegungen zu langsamer Musik einstudiert. Da ich etwa sieben bis acht Wochen zu spät komme, ist zumindest mein Erschöpfungsfaktor eher gering.
Fußball für Frauen – ab in die Turnhalle: Was ich da sehe, macht mir Angst! Mädels sind dabei, sich aufzuwärmen und kicken Bälle, als seien diese an ihnen festgewachsen. Hallo? Ich bin froh, wenn ich den Ball treffe und soll nun mit Fußballerinnen zusammenspielen? Ich stelle dabei nur ein herumlaufendes Hindernis dar. Naja, war ich nicht offen für alles? Also Schockzustand überwinden und dazugesellen. Wenigstens ist dummes Herumstehen nicht anstrengend.
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Fotos: Rene Kohn, Lea Weber
Dienstag:
Kickaerobic: Ausgerechnet heute droht die Übungsleiterin mit Abwechslung und zwar in Form eines Springseils. Das können natürlich nur Mädels, denke ich ganz klischeebehaftet und beweise es mir ein wenig später dann auch. Die Kick-Moves sind mal was Neues (im Spiegel dabei permanenter Selbstbeobachtung ausgesetzt zu sein, ist nur schwer erträglich mit meiner Eitelkeit). Die Hanteln geben einem den Rest oder das nötige Gewicht in die Hände, damit auch jede Bewegung dreimal so intensiv gespürt werden kann – Wahnsinn! Kickaerobic ist was für die, die denken, wenn sie wie Bruce Lee kämpften, sähen sie gut aus – ist aber nicht so. (Keine Ahnung, wie der das so geschmeidig aussehen lässt – asiatisches Gengut?)
Effektives Workout: Bewegt wird sich zu afrikanischer Musik. Zwei Übungsleiterinnen fördern und fordern jeweils eine Gruppe, mal mit Ausdauer, mal mit Kraftsport. Hauptsache aber: Die ganze Zeit bewegen. Ich erfahre, dass diese Kombination topp für die Fettverbrennung sei. Fazit: Feine Sache!
Aqua-Fitness: Die Übungen sind denen bei Power Gym recht ähnlich, die Musik auch: Pop aus den 80ern und Dancefloor aus den 90ern. Nicht ganz so anstrengend und halt im Wasser. Ich bin mal wieder der einzige Mann und hoffe, dass die Kommilitonen nicht denken, ich wäre nur vorbei gekommen, um auch im Winter ein paar Mädels im Bikini zu sehen. Ansonsten irgendwie ganz lustig, aber irgendwie auch nicht mein Sport.
Badminton: Das Schöne: Endlich mal wieder selbst bestimmen, was man tut bzw. wird hier nichts nachgemacht, sondern nach simplem Reaktionsschema auf Aktionen des Gegenübers reagiert. Natürlich kann man bei professionellem Spiel auch höchst komplex reagieren. Ich gewinne einen Satz, bin halt topfit.
Ich verliere einen Satz. Hallo, nach drei Stunden Sport (an diesem Tag) ist das ja wohl kein Ding. Außerdem: Verlieren ist sportlich. Badminton ist definitiv für alle was, die kurze Sprints mögen, etwas Geschick mit federleichten Bällen beweisen und gerne selbst bestimmen, was sie tun.
Volleyball für Fortgeschrittene: Der Titel sagt eigentlich schon alles. Wer gerne baggert, hechtet und angreift, ist hier genau richtig. Obwohl jede Bewegung einfach nur weh tut, da sich der Muskelkater des Vortages deutlich zeigt, wird zwei Stunden lang fleißig gespielt. Die Nerven liegen blank. Die Kraft hat sich schon einmal in die Weihnachtsferien verabschiedet. Ein einzelner Gedanke herrscht 24 Stunden in meinem Kopf vor: AUA! Erschöpfungsfaktor: mittel.
Shaolin Kempo: Während dieses Kurses erfahre ich, dass es sich hierbei um chinesische Kampfkunst handelt, die sehr komisch aussieht. Man tippelt hektisch auf einer Stelle, vermöbelt mit den Händen sein Gegenüber und sobald man gegen Regeln verstößt, die ich mir gar nicht alle merken konnte, wird kurz aufgehört. Ich bin zwar leicht überfordert, aber es ist interessant und lustig.
Indoor Cycling: Das ist so eine Art Hardcore-Version vom Fahrrad-Ergometer-Training. Blöderweise komme ich zwei oder drei Minuten zu spät, deswegen stelle ich das Gerät eher schnell als passend ein, und erfahre auf die harte Tour, dass das Rad keinen Freilauf hat, und man, wenn man plötzlich aufhört zu treten, aus dem Pedal rutscht, welches einem dann von hinten in die Wade knallt. Anstrengend ist das ganze auch. Als ich hinterher zur Umkleide gehe, fragt mich eine Kommilitonin, ob mit mir alles in Ordnung sei…
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Fotos: Rene Kohn, Lea Weber, Mira Brink, Jessica Barbato
Mittwoch:
Den heutigen sportlichen Abend leite ich mit Spinning (Indoor-Cycling) ein. Wieder einmal werden zahlreiche Berge erklommen. Spätestens bei H. P. Baxters Stimme vergesse ich meinen Muskelkater. Die Hütte brennt, und ich bin gut drauf. Die Droge Sport scheint allmählich ihre Höchstwirkung zu erreichen.
Nach der Spinning-Aktion geht’s rüber zum Hip Hop. Der Kurs ist voll von Leuten, die genau so aussehen, wie ich mir Hip Hopper vorstelle. Ich find’s schön, wenn Erwartungen bestätigt werden. Das Aufwärmen soll nur kurz sein, ist aber wirklich anstrengend. Danach verabschieden wir uns, weil die Hip Hopper schon seit Semesterbeginn an einer Choreo feilen, und die wollen wir natürlich nicht vollends sabotieren.
Parallel zum Hip Hop findet Akrobatik Jonglage statt. Der Übungsleiter gibt sofortige Entwarnung: Nein, mit Akrobatik habe das nichts zu tun, aber eben mit Jonglieren. Und das lernen wir nun mit drei Bällen. Es zeigt sich schnell, dass ich kein Talent habe, dafür aber meine extreme Begleiterin. Dass sie die ganzen Lobe einheimst, bereits mit drei Bällen jonglierend und als Naturtalent bewundert, derweil ich mich immer noch mit zwei Bällen abmühe, fördert meine Motivation nicht zwingend. Am Ende habe ich ein Gefühl dafür, dass Jonglieren ganz schön viel Übung bedarf, vor allem dann, wenn linke und rechte Gehirnhälfte bisher noch nicht wirklich viel zusammen unternommen haben. Nun, auf dass sie sich besser kennen lernen in Zukunft. .
Fit und Gesund: Jetzt tun wir mal etwas für die Gesundheit. Ich stelle mich auf und warte auf Instruktion. Der Kurs ist recht locker. Es wird ein beweglicher Stab, den ich vorher noch nie gesehen habe, eingesetzt, der einmal die Arme richtig durchschüttelt. Dieser Kurs ist sehr locker, was mich freut, da sich die Motivation immer mehr verabschiedet und der Muskelkater sich bereits in dem Stadion befindet, dass man alleine nicht mehr die Treppen hoch und runter kommt. Erschöpfungsfaktor: gering.
Body-Fitness ist eigentlich ein anderes Wort für Body-Workout. Die Übungen sind quasi identisch und sprechen daher auch die gleichen Muskelpartien an. So ein Mist! Noch mehr Schmerzen. Ich bin froh, wenn die Stunde vorbei ist. Aufgeben ist nicht.
Hockey: Am Mittwoch habe ich einen so heftigen Muskelkater, dass ich beim Treppensteigen den Handlauf verwende. Aber egal, jammern werde ich später in meinem Artikel – also jetzt –, erstmal muss ich zum Unihockey. Da wegen der nahenden Weihnachtsferien nur acht Leute gekommen sind, ist das eine ziemlich Rennerei (hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich Muskelkater habe?), macht aber richtig Spaß und in der recht gemischten Mannschaft komme ich auch als Neuling zurecht.
Badminton findet gleich im Anschluss in der selben Halle statt. Das hat zwei Vorteile: Ich komme pünktlich und brauche mich dafür noch nicht mal bewegen. Ab und zu treffe ich sogar den Ball und meine Mitspieler sagen, dass man mir eigentlich fast kaum anmerkt, dass ich seit Jahren nicht mehr gespielt habe, und vorher eineinhalb Stunden Hallenhockey hatte. Nett.
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Fotos: Lea Weber, Jessica Barbato
Donnerstag:
Tai Chi: Hier ist alles extrem, und zwar extrem weich. Das ist nicht nur die Übersetzung, sondern auch Programm: weich fließende Bewegungen, durchaus mit Körperspannung, aber endlich mal weder Ausdauer noch Kraft. Ohne Muskelkater wäre dieser Kurs wirklich so richtig entspannend. Erhalte zunächst Einzeltraining, weil wir uns immer noch kurz vor Weihnachten befinden, bis mein extremer Leidensgenosse Bauch, Beine, Po, Rücken kraftlos aufgibt und nun eintaucht in asiatisch sphärische Klänge mit nur zu passend gehauchten Anweisungen unserer Übungsleiterin. Nach der Einführung bleibt nur zu sagen: Wirklich mal etwas anderes, und man sieht gar nicht so bescheuert aus in der Slowmotion wie etwa noch beim Kickaerobic. Bruce Lees Großmutter wäre stolz.
Cardio Step: Mit Cardio Step bestreite ich den nunmehr fünften und letzten Workout-Kurs der Hochschulsport- und X-treme-Woche. Die choreographischen Einlagen sind verhältnismäßig einfach. Das Step-Board hat es allerdings in sich, und die Hanteln werden auch wieder aus dem Schrank geholt. Alles in allem ein wirklich anstrengender, schweißtreibender Kurs. Dass es kurz vor Zwölf noch einmal so heftig werden würde, war bei dem Namen des Kurses abzusehen. Ich habe es wohl verdrängt und bin froh, als es heißt: Nun legt euch auf die Matten und entspannt. Ja, das mache ich nun.
Selbstverteidigung: Draufhauen, wenn es von Nöten ist , kann nicht jeder. Dabei ist es in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig, sich verteidigen zu können. Der Peter gab uns hierbei eine kleine Einführung. Erschöpfungsfaktor: sehr hoch.
Aqua-Fitness: Ich mag Wasser. Und Aqua Fitness von nun an auch. Mit eigentlich ausschließlich weiblichen Mitmenschen im Vechteraner Schwimmbad herumzuplanschen hat mir gut gefallen. Man lernt neue Leute kennen und kann nach dem Kurs noch umsonst das Bad nutzen. Wie praktisch. Kerlen wird ermöglicht, Frauenbekanntschaften zu machen: was will man(n) mehr?
Bauch, Beine, Po, Rücken: Ich bin so fit wie Johannes Heesters. Weniger ist mehr gilt offensichtlich nicht bloß für Benzinpreise. BBPR ist irgendwie eher schmerzhaft, weil ich einen fiesen Muskelkater in Bauch, Beinen, Po und Rücken habe (übrigens nicht nur dort).
Fazit:
Die Woche war außerordentlich anstrengend, aber auch spannend und lehrreich. Das Gerücht, Sport ist Mord, können wir in einer solchen Dosierung nur teilweise bestätigen. Die Muskeln verabschiedeten sich bereits Mitte der Woche, aber der Geist und der Wille haben im Sinne der Berichterstattung überlebt.
von Jessica Barbato, Mira Brink, René Kohn und Stefan Hirsch
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Das Ausland im Inland – und wie vom Inland ins Ausland

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Nach dem Abitur wollen viele ins Ausland. Einfach mal die Welt sehen oder auch dort arbeiten und Verantwortung übernehmen. Auch Studenten gehen oft ins Ausland, um dort Erfahrungen zu sammeln, Praktika zu absolvieren oder zu studieren. Doch nicht nur deutsche Studenten lieben diese globale Art zu studieren, auch ausländische Studenten kommen gerne nach Deutschland, vielleicht weil sie Deutsch studieren oder einfach eine Partneruniversität in ihrem Land haben. Es gibt verschiedene Gründe, aber genau dieselben, die auch deutsche Studenten bewegen.
Das International Office – an dieser Stelle ein Dank – und uniVista haben drei Studentinnen gefunden, die momentan in Vechta sind und bereit waren, sich vorzustellen.
Olga ist 19 und kommt aus Lettland. Sie ist seit 3 Monaten in Deutschland und möchte Lehrerin werden. Die Vorlesungen in ihren Fächern sind nicht so stark besucht, wie in Vechta. Trotz der großen und nicht so persönlichen Besprechungen der Themen ist sie gern in Deutschland und freut sich über jede neue Erfahrung, die sie mitnehmen kann.
Yildiz ist 22 und kommt aus der Türkei. Sie ist seit 2 Monaten in Vechta. Da es in der Türkei eine Partneruniversität zu Vechta gibt, dachte sich Yildiz, mal nach Deutschland zu kommen. Sie möchte Lehrerin werden und denkt, dass das Vechtaer Vorlesungsangebot besser ist, als in ihrer Heimat, da dort der pädagogische Bezug fehlt. Yildiz ist froh in Deutschland zu sein, denn eine Erfahrung ist es auf jeden Fall wert.
Jiajia ist 21 und kommt aus China. Seit mehr als 2 Monaten ist sie in Vechta, wo sie Erfahrungen sammelt. Jiajia möchte Übersetzerin oder Dolmetscherin werden. In Deutschland vertieft sie ihre Kenntnisse. In China sind die Vorlesungen nicht so frei wählbar wie in Deutschland, aber auch dort gibt es viele Veranstaltungen, die unseren sehr ähneln.
von Sarah Kotten
Checkliste fürs Ausland
Auslands-BAföG: Informiert euch rechtzeitig unter www.bafoeg.de, welche Stadt für eure Region zuständig ist. Das deckt sich meistens nicht mit dem Inlands-BAföG.
Kreditkarten: Achtet darauf, dass ihr eine gebührenfreie Karte beantragt. Viele Banken bieten diese für Studenten an. Einfach mal bei der Bank eures Vertrauens anfragen. Weiter solltet ihr in einen Reiseführer schauen, wo in eurer Stadt internationale Bankautomaten sind. In guten Führern wie Marco Polo oder Loose erhält man alle lebenswichtigen Informationen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 20 und 30 Euro, die aber goldrichtig investiert sind.
Visum: Bei nicht EU-Ländern ist ein Visum von Nöten. Hier gibt es verschiedene Abstufungen. Für ein Auslandssemester sollte man jedoch zusehen, dass ein Studentenvisum für ein Jahr bewilligt wird, auch wenn man nicht so lange bleiben möchte. Ein Touristenvisum schränkt einen doch etwas ein und nach spätestens 90 Tagen muss dieses verlängert werden oder ihr müsst das Land verlassen.
Wenn ihr ein Visum per Post beantragen solltet, rechnet mit mindestens 3 Wochen Bearbeitungszeit (obwohl das noch schnell ist). Nähere Infos erhaltet ihr auf den Konsulatsseiten der Länder.
Anrechnung/Beurlaubung: Falls ein Auslandssemester nicht zwingend für euer Studium angesetzt ist, solltet ihr euch mindestens ein Jahr im Voraus informieren, ob dieser Aufenthalt euch irgendwie für das Studium hier angerechnet werden kann. Hierfür einfach einmal im International Office oder direkt beim Prüfungsamt nachfragen. Ansonsten liegen beim SSC Formulare für die Beurlaubung aus (dann verliert ihr hier nicht euren Studienplatz, müsst aber auch keine Gebühren bezahlen).
Stipendien: Hier ist es ratsam das International Office zu befragen. Es gibt länderabhängige Stipendien wie Erasmus, Erasmus mundo, Leonardo und private Stiftungen. Wer vor hat, sich um ein Stipendium zu bewerben, sollte dieses min. 6 Monate vorher tun und besonders die Anmeldefristen beachten, die oft sehr früh sind.
Internationaler Führerschein (für nicht EU-Länder): Kostenfaktor ca. 14-16 Euro.
Versicherung: Eine Auslandskrankenversicherung ist nicht außer Acht zu lassen. Es gibt sehr gute Versicherungen, die im Monatsrhythmus gestaffelt sind. Hierzu können wir euch die ISIS empfehlen oder die Versicherung des ADAC. Hierbei lohnt es sich auch dringend, einen Preisvergleich zu unternehmen. Es ist zwar lästig, aber die Bedingungen ändern sich ständig und eine gute Versicherung ist lebenswichtig. Kostenfaktor für 6 Monate ca. 250-350 Euro.
Impfungen: Sollte euer Traumstudienort ein Nicht-EU-Land sein, solltet ihr dringend den Arzt eures Vertrauens aufsuchen und euch nach nötigen Impfungen erkundigen. Dieses bitte auch min. 6 Monate im Voraus. Falls ihr nicht alle Hepatitis-Impfungen haben solltet, dauern die nämlich schon einige Monate. Hierbei ist auch bei der Krankenkasse die Info einzuholen, ob diese die Kosten der Impfungen übernimmt. Für ein Studium ist dieses oft der Fall, aber auch von Kasse zu Kasse unterschiedlich.
Dokumente: Ganz wichtig vor der Abreise ist es, von allen Dokumenten – am besten mehrere – Kopien anzufertigen, und diese beglaubigen zu lassen. Fertigt eine Mappe an, die ihr bei euren Eltern, Verwandten oder besten Freunden hinterlasst, falls irgendetwas im Ausland verloren gehen sollte.
Reisepass: Zu beantragen ist der Reisepass für die Reise in Nicht-EU-Länder bei der Stadt, in der ihr mit eurem Erstwohnsitz gemeldet seid. Ein biometrisches Fotos ist Pflicht und dauert ca. 3 Monate. Kostenfaktor: 37-40 Euro.
Vor der Abreise ins Ausland solltet ihr auch unbedingt einige Passfotos machen lassen. Man weiß nie, wofür man die braucht, aber glaubt mir, ihr werdet sie brauchen.
von Jessica Barbato
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Lehrer vs. Pädagogen

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Lehrer und Pädagogen – ein ungleiches Paar?
© Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO
Was Lehrer und Lehrerinnen nicht alles sind oder besser sein sollen…
Als eine Art berufliches Sammelbecken vereinigt sich gleich ein ganzes Sammelsurium an möglichen Berufsbezeichnungen in ihren Spiegelbildern, die man nur zu gerne sieht, blickt man in eben dieses Becken. Verzerrungen werden scheinbar übersehen. Allein das bemühte Bild gibt bereits zu bedenken. Lehrer, das ist „ein“ Beruf. Soviel vorweg. Steigen wir dennoch ein in dieses Sammelbecken möglicher Berufszuschreibungen. Wer kennt sie nicht, diese Kinder aus Pädagogen-Familien? Und welche Berufe verbergen sich dahinter? Natürlich, ein Lehrer-Ehepaar. Lehrer sind also Pädagogen. Hierfür gibt es zwar einen eigenen Studiengang, aber gehen wir diesem Bild nach. Anteile des Lehrerstudiums beschäftigen sich klar mit Fragen aus der Erziehungswissenschaft. Jeder Lehramtskandidat hat denn auch zu lernen, was unter „Pädagogik“ zu verstehen ist. Aber heißt das späterhin auch, dass man Pädagoge ist? Wohl nicht. Es ist eine Zuschreibung. Der Lehrer mutiert damit, wie so oft, zu einer Art Projektionsscheibe einer kränkelnden Gesellschaft. Diagnose: Verdrängung, etwa von Aufgaben, die primär in der Familie zu leisten sind und meinetwegen auch von ausgebildeteten Pädagogen. Diesen Ansprüchen kommen Lehramtskandidaten dann mit Idealismus entgegen, der schnell bröckelt. Lehramtskandidaten tun sich dann auch besser, wenn sie sich selbst weniger als angehende Pädagogen als vielmehr eben als angehende Lehrer sehen. Dieser handelt zwar späterhin in bestimmten Situationen und Institutionen, in denen es auch auch um Persönlichkeitsentwicklung geht; das ist bereits dem simplen Umstand bei aller geachteten Komplexität zu verdanken, dass Menschen immer aufeinander einwirken und sich entsprechend beeinflussen, prägen etc. Es ist aber vorrangig nicht das Ziel des Lehrers, erzieherisch und damit pädagogisch zu handeln, sondern es ist seine Aufgabe, Wissen vermitteln zu können. Oder er schafft Situationen, in denen Wissen aufgebaut werden kann. Diese Tätigkeit ist weniger eine pädagogische als vielmehr eine didaktische. Dahinter stehen neben grundlegenden Techniken und Methoden der Vermittlung gleichsam ein fachwissenschaftliches Studium von zwei Fächern. Ohne eine solche Ausbildung kann ein Lehrer, selbst wenn er noch so pädagogisch handeln und wirken will, kein adäquater Berater oder Begleiter sein. Dass Kinder und Jugendliche in dieser Zeit und auch in Lernprozessen neue Erkenntnisse hinzugewinnen, zu lernen lernen und sich nicht zuletzt weiter entwickeln oder eben auch manchmal verharren, stehen bleiben und erst einmal zurückrudern müssen, das alles mag zu der verqueren Aussage führen, Lehrer seien Pädagogen. Nein, sie sind Lehrer, wenngleich sie das Studiensystem derweil als Meister der Erziehung entlässt.
von René Kohn
Lehrer sind keine Pädagogen, sollten es aber werden!
Lehrer sind in meinen Augen keine Pädagogen, aber sie sollten es sein. In der Schule ging es noch nie nur um bloße Wissensvermittlung, dennoch liegt der Schwerpunkt der Lehrerausbildung auf den Fachwissenschaften und die Pädagogik findet nur am Rande statt und meist in Form der alten Klassiker. In Zeiten, in denen Lehrer reihenweise das Handtuch schmeißen (Bsp. Rütli- Schule), in der Verarmung (wirtschaftlich und seelisch) in der Gesellschaft zunimmt, sind Lehrer mehr denn je mit verhaltensauffälligen und vernachlässigten Kindern konfrontiert. Die Schule ist in einem Land mit Schulpflicht für jeden eine wichtige und prägende Institution.
Es sind also vielfältige Aufgaben und Problematiken, welche ein Lehrer zu bewältigen hat, wohlgemerkt neben dem Anspruch, dem Lehrplan gerecht zu werden. Dennoch wird an den Universitäten nicht auf diese Herausforderungen reagiert. Es fehlen Angebote für die Studierenden, welche sie befähigen, im Klassenzimmer zu agieren und angemessen zu reagieren. Es fehlt pädagogisches Handwerkszeug, welches die Lehrer auch die Selbstsorge lehrt. Steigende Burnout-Zahlen bei Lehrern zeigen die Notwendigkeit von Strategien zur Psychohygiene, welche durch eine umfassende pädagogische Ausbildung erlernt werden können.
Didaktik und Pädagogik sind keine Gegensätze und sollten Hand in Hand gehen.
Noch sind Lehrer keine Pädagogen, aber sie sollten es werden!
von Stefanie Bruns
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Pädagogik – eine unterschätzte Profession?

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Gemeinsam statt gegeneinander
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Wenn ich in meiner Verwandtschaft erzähle, dass ich Pädagogik studiere, ist die erste Reaktion: „Ach, du wirst Lehrerin?“ Wenn ich das dann genervt verneine und erkläre, dass ich den Schwerpunkt auf Sozialpädagogik gelegt habe, blicke ich meist in fragende Gesichter und muss erklären, was man denn damit überhaupt machen kann. Diese alltägliche „Aufklärungsarbeit“ spiegelt das Bild dieser Profession in unserer Gesellschaft gut wider. Sie wird nicht wahrgenommen oder unterschätzt.
Dies hat viele Ursachen: In unserer Gesellschaft, welche auf einen gesunden, in den Normen funktionierenden Menschen ausgelegt ist, ist es nicht schick, sich einzugestehen, dass man ohne professionelle Hilfe nicht weiter kommt. Dies wird dann als „Versagen“ angesehen und nicht als da, was es ist, nämlich Kompetenz (siehe Diskussion über die Super Nanny, als sie veranlasst hat, dass ein Kind in Obhut genommen wurde und die Medien es so darstellten, als sei sie gescheitert). Diese Einstellung macht es dann Hilfebedürftigen natürlich schwer, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Hemmschwelle ist also mitunter sehr hoch. Es ist allerdings wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und es ist richtig, sich dann geeignete Hilfe zu holen.
Mittlerweile ist bekannt, wie komplex die menschliche Psyche ist, wie differenziert die menschliche Entwicklung (Erziehung, Sozialisation) verläuft und wie groß die Zahl der Faktoren für diese ist. Gleichwohl werden
Professionen, welche sich damit beschäftigen und versuchen, darauf positiv Einfluss zu nehmen, eher belächelt.
Die Notwendigkeit wird nicht gesehen. Bei Zahnweh wird jeder einen Zahnarzt aufsuchen, wenn auch mit Zähne knirschen. Doch wenn ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege, gehe ich nicht automatisch in eine Beratung oder zum Psychologen…
Der Bedarf wird also so lange nicht wahrgenommen oder ignoriert, dass Pädagogen u. a. oft erst zum Einsatz kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. In der Eskalationssituation sollen diese professionellen Helfer das Eisen aus dem Feuer holen. Wenn sie daran scheitern (siehe zum Beispiel den Fall „Kevin“ in Bremen), gibt es nicht nur eine empörte öffentliche Diskussion, sondern die Helfer müssen sich auch noch vor Gericht verantworten.
Pädagogische Maßnahmen sind, gerade im öffentlichen Bereich (Jugendämter etc.), oft nicht viel mehr als ein lästiger Kostenfaktor, welcher minimiert wird, bis
es wirklich nicht mehr geht. Dann sitzt ein Case Manager im Jugendamt und muss 70 und mehr Fälle allein(!) bearbeiten.
Bei der Frage, warum das alles so ist, habe ich zwei Hypothesen:
Zum einen sind pädagogische Interventionen (in welchem Bereich auch immer) in ihrem Nutzen für einen Außenstehenden nicht sofort erkennbar. Es gibt kein fertiges Produkt, nichts was zählbar oder messbar wäre. Wenn ich also nicht weiß, was bei so einer Intervention entsteht, fällt es mir schwer, erstmal für diese zu bezahlen, in der Hoffnung, dass es sich rentiert.
Zum anderen sind wir Pädagogen nicht gut darin, Berufspolitik zu betreiben. Die Profession spaltet sich auf in einzelne Fachbereiche, in denen dann jeder sein Ding macht, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Es fehlt öffentliche Präsenz und Aufklärungsarbeit. Es fehlt die Botschaft „Was wir können, ist wichtig. Unsere Kompetenzen haben einen großen Nutzen für die Gesellschaft.“
Es fehlt ein selbstbewusstes Auftreten nach dem Motto: Ich kann das, das und das und damit kann ich so, so und so handeln. Weg von dieser „Ich kann alles, aber eigentlich nichts“-Mentalität und die, meines Erachtens, falsche sozial aufopfernde Einstellung. Wer neun Semester studiert hat, der sollte sich nicht mit Erziehergehalt abspeisen lassen.
von Stefanie Bruns
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Wilhelmshaven – Maritime Erlebnisse

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Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler
Freundlich wurden wir in Wilhemshaven von einer älteren Mitbürgerin begrüßt, als wir unseren mit Rückenwind gesegneten Gang am Hafenkanal genossen. “Ich wünsche euch den Gegenwind, den ich grad hab.“, war ihre spontane Reaktion auf unsere Anwesenheit.
Wir waren grad auf dem Weg zum Bauwagen von Peter Lustig, von dem ein Exemplar im Kulturzentrum Pumpwerk steht. Leider war er lieblos hinter Bauzäunen versteckt und mit Plastikplanen vor dem rauen Seewetter geschützt. Nicht ganz so lieblos präsentiert Wilhelmshaven seine Maritime Meile, die im Fokus unseres Ausflugs stand. Mehrere unterschiedliche Museen und Erlebnishäuser befinden sich entlang des Kanals und der Bucht.
Dabei führen verschiedene Wege nach Wilhelmshaven. Entweder mittels einer meist stündlichen Verbindung über Bramsche und Oldenburg mit der NWB (ca. 3h), einer 3-4maligen Verbindung pro Tag über Ahlhorn mit dem Bus (3,90 Euro) und dann weiter mit der NWB (ca. 2h) oder über eine noch seltenere Verbindung (2 Mal pro Tag) mit der NWB über Delmenhorst und Oldenburg.
Garnisonskirche
Die Garnisonkirche ist nicht sehr groß, aber doch irgendwie beeindruckend. Zwischen all den Wappen an den Sitzbänken erinnern große Denkmäler und Tafeln an Opfer von Seeschlachten. Es wird den Helden der Marine gedacht und neben dem Altarbereich gibt es das Grab eines unbekannten Matrosen. Im Altarraum selbst prangt ein helles Bild, welches Gott auf dem Meer symbolisiert. Allgemein lohnt es sich, dieser evangelischen Kirche mal einen Besuch abzustatten. Außerdem kann man dann auch seine Gebete und allgemeinen Sorgen in einem Buch niederschreiben, was am Eingang der Kirche ausliegt. Ach, eine letzte Sache noch, die man hier unbedingt beachten sollte: Die Kirchentüren sollten immer geschlossen bleiben, denn schließlich heizt die Kirche nicht für den Vorplatz… sagt sie zumindest.
unterwegs1d
wal.welten
Foto: Tobias Kunz
Küstenmuseum
Wer sich schon immer für Seemannsromantik begeistern konnte, ist im Küstenmuseum gut aufgehoben. Neben den üblichen Abbildungen von Schiffen und Meereshorizonten erfährt man viel Wissenswertes über das Leben und Sterben der Nordseebewohner seit Anbeginn der Evolution. Aufnahmen von Überschwemmungen, ausgestellte Skelettfunde sowie die präzise Veranschaulichung der Veränderung Wilhelmshavens in den letzten Jahrzehnten bis in die Gegenwart. Nebenbei überzeugt die Ausstellung wal.welten indem sie das
15 Meter lange Skelett eines gestrandeten Wals präsentiert. Die derzeitige Sonderausstellung Auf zwei Rädern ins Wirtschaftswunder – Räder, Roller und Mopeds der Achilles-Werke Wilhelmshaven ist für Nostalgiker unbedingt zu empfehlen.
www.kuestenmuseum.de
Oceanis
Auf das Oceanis haben wir uns gefreut. Ja, wir dachten, es könne wirklich ein großes Highlight auf unserer Tour werden – doch leider entpuppte es sich recht schnell zu einer Art Wissenserlebnispark für engagierte Jungeltern, die ihren Kindern mal was richtig Tolles bieten wollen.
Im Wesentlichen besteht das Museum aus einer virtuellen Fahrstuhlfahrt „in die Tiefe des Meeres“, mit der man eingestimmt werden soll auf das Unterwasserstationsfeeling. Unten erwarten den Besucher dann einige röhrenartige Gänge, in denen Maschinen, Gegenstände oder Situationen aus der maritimen Umwelt, z.B. Reusen, Unterwasserroboter, Riesenkrakenangriffe etc. ausgestellt sind.
Zu jedem Exponat kann man sich dann aus den dargereichten Kopfhörern lehrreich beschallen lassen. Die Sprecher sind eine Meeresbiologin, interessierte Kinder, ein schrulliger alter Seebär und – man höre und staune –
ein Fisch.
Meist erklärt die Wissenschaftlerin die nüchternen Tatsachen, der Seebär jammert, dass früher alles besser war und wird dann von den Kindern zur Vernunft gerufen. Die Aufgabe des Fisches besteht, glaub ich, hauptsächlich darin, lustig zu sein (was kann man auch anderes von sprechenden Fischen erwarten).
Obwohl – und das muss man deutlich eingestehen – die Gespräche meistens durchaus informativ waren und leichter verdaulich sind als das für normale Museen übliche Textbombardement, so hätte ich stellenweise gerne auf den Klamauk verzichtet.
Im Zentrum der „gigantischen Unterwasserstation“ kann man dann noch an drei riesigen Monitoren ein lustiges Fische-Such-Spiel genießen und in bester Eye-Toy-Manier wild hüpfend Sternchen sammeln sowie vor Raubfischen fliehen. Der krönende Abschluss des Aufenthalts ist dann ein kurzer 4D-Kino-Trip, der einen dann wieder zur Oberfläche bringt.
Fazit: Die Zielgruppe sind eindeutig Kinder und Jugendliche. Wenn du nicht gerade engagiertes Jungelternteil bist, leg dir die 7 Euro lieber unter die Matratze.
www.oceanis.de
unterwegs1c
Außenbereich des Marinemuseums
Foto: Sarah Kotten
Deutsches Marinemuseum
Das Marinemuseum handelt von Marine… ja, klar. Die Theorie im Gebäude ist nicht gerade das Spannendste,
aber der Außenbereich macht das alles wieder wett. Dort gibt es ein altes U-Boot, welches man sich auch von innen ansehen kann und ein paar Schiffe der Marine, die eigentlich zeigen, wie es heute noch auf solchen Marineschiffen aussieht. Man erfährt, wie eng das in diesen Dingern ist und dass die äußere Größe manchmal über das Innere hinwegtäuschen kann. Einfach mal ausprobieren. Aber Vorsicht beim Einstieg in diese Schiffe, denn das ist nichts für Ängstliche… besonders Leute mit Platzangst sollten besser nur die Außenhülle genießen und lesen, wer sich alles auf dem U-Boot die ewige Liebe geschworen hat.
Noch ein Tipp: Kauft euch die Kombikarte, denn dann habt ihr im Preis den Eintritt für das Wattenmeerhaus mit drin.
www.marinemuseum.de
Wattenmeerhaus
Mit dem Slogan „Verborgene Welten entdecken“ wirbt das Wattenmeerhaus für seine 2000qm große Ausstellung. Es ist wirklich ein Erlebnis, wie vielfältig das Wattenmeer sein kein. Begrüßt wird man mit einem
Tasterlebnis, bei dem man verschiedene Dinge aus dem Watt ertasten kann. Weiter geht es im Erdgeschoss mit dem obligatorischen Geschenkeshop und grundsätzlichen Informationen zum Wattenmeer. Im nächsten Geschoss gibt es meistens Sonderausstellungen, die nicht unbedingt das Thema des Hauses vertreten. Zu der Zeit, als wir dort waren, gab es die Foto-Ausstellung „Eye to Eye“,
die mit eindrucksvollen Tierbildern des Wildlife-Fotografen Frans Lanting faszinierte. Im zweiten Geschoss geht es dann richtig los mit dem Erlebnis Wattenmeer. So gibt es nicht nur Ausstellungsstücke zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen und Mitmachen. Ein Sturmraum, ein original Krabbenkutter, Eindrücke und Erlebnisse von Fischern und Wattenmeerbewohnern und Konstruktionen wie brütende Vögel auf die Anwesenheit von Menschen reagieren, sind nur einige Beispiele. Ganz oben angekommen kann man mit dem Ausblick von der Panoramaterrasse den Tag ausklingen lassen.
www.wattenmeerhaus.de
In Wilhelmshaven gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Am empfehlenswertesten ist wohl ein Kurzurlaub, um alles sehen und genießen zu können, was Wilhelmshaven so zu bieten hat. Ein Tag ist dafür auf jeden Fall zu kurz, schon allein weil die meisten Einrichtungen pünktlich um 17 Uhr schließen.
von Alexander Dressler, Sarah Kotten, Tobias Kunz und Thomas Hülsmann
unterwegs1b
Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler

Bilderalbum
uniVista No. 11: Wilhelmshaven
uniVista No. 11: Wilhelmshaven
Unterwegs in Wilhelmshaven (Fotos von Sarah Kotten und Tobias Kunz)
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Auf der Jagd nach Katia S.

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katia11
© Lutz Doblies / PIXELIO
Es gibt definitiv, was ich zu diesem Zeitpunkt schon sagen kann, vielleicht keine Problem-Pädagogen, aber auf jeden Fall schwierige Interviewpartner.
Nun ja, vielleicht war mein Wunsch, Frau S. zu interviewen, etwas utopisch, ja was denn? Ich mag’s halt nicht einfach und unkompliziert – Journalismus ist Krieg. Und so habe ich mich, ohne vorher meine Fußtruppen vorweg zu schicken, direkt an die Front gewagt. Einen Kontakt herzustellen ist wirklich kein Problem. Man braucht eine Prise Geduld, etwas Mut und einen Löffel voll Charme und schon erhält man eine Antwort. Diese war sogar außerordentlich nett und auch nicht automatisch generiert. Sie ließ mich gleich zu Beginn auf Wolken der Euphorie schweben – ich hatte Kontakt hergestellt – zur Super Nanny! Naja, also, zumindest zu ihrem Büro. Aber immerhin!
Der euphorische Himmel entpuppte sich jedoch schnell als Stille Treppe. So saß ich da, in einer reizarmen Umgebung und dachte nach. Hatte ich etwas falsch gemacht? Zumindest gab man mir einige Zeit, einen Schritt zurück zu gehen und die Situation objektiver zu betrachten, was generell immer gut ist, um eine Eskalation zu vermeiden.
Was ich auf jeden Fall durch meinen Überraschungsangriff herausfand, war, dass Frau S. sehr nette Mitarbeiter um sich schart. Es ergab sich eine angenehme Korrespondenz, die schon seit 2 1/2 Monaten andauert. Ein Rückschritt? Mitnichten!
Ein Interview ist, genau wie Erziehung, ein langer, komplexer und – wenn er gelingt – ein sehr schöner Prozess wechselseitigen Verstehens und gegenseitigen Lernens.
Meine innige E-Mail-Korrespondenz gipfelte die Tage sogar in einem netten Telefonat, nein, nicht mit Frau S., aber ich hatte Kontakt zu einer neuen Mitarbeiterin von ihr. Von dieser erfuhr ich, dass Frau S. noch bis zum 12.01. mit Dreharbeiten beschäftigt ist. Eine neue Spur? Zumindest sollte ich wieder auf die traditionelle E-Mail-Korrespondenz zurückgreifen. Ich zog mich zurück in meine Wuthöhle und dachte neuerlich nach. Es gehört wahrlich nicht zu meinen Alltagskompetenzen, abzuschätzen, was es heißt, sich in einem Massenmedium zu präsentieren… aber wer so nette Mitarbeiter hat, der hat doch bestimmt mal Zeit, ein kleines Interview für ein Hochschulmagazin zu geben, oder vielleicht doch nicht? Ich möchte am liebsten in infantiles Schmollen verfallen, doch jedes Mal, wenn ich enttäuscht zu meinem Lieblingsteddy greifen will, werden meine negativen Emotionen durch die positive Grundstimmung im Büro von Frau S. reguliert – Vorzeige-Pädagogenbüroklima, hoher innerbürolicher Zusammenhalt, eine geringe Konfliktneigung sowie konstruktive Strategien der Problembewältigung. Ich glaube, ich kann es noch schaffen! Ich werde die Super Nanny interviewen! Die Fragen liegen immerhin schon 2 1/2 Monate bereit.
von Melanie Ehlert
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Auf der Jagd nach APs

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Wer in Vechta nicht auf Lehramt studiert (und sich auch nicht Sozialer Arbeiter schimpft) kommt sich manchmal wie ein Aussätziger, manchmal wie etwas Besonderes vor. Wenn mein Mitbewohner mal wieder über eine mehr als langweilige EW-Vorlesung gemeckert hat, konnte ich lachen und sagen: „Tja, ich muss da nicht hin!“ Andererseits konnte er dann am Ende des Studiums über mich lachen, weil ich verzweifelt alle APs, die ich irgendwann in irgendeinem Optionalbereichsmodul geholt hatte, zusammenrechnen durfte, und hoffen musste, dass ich auch wirklich die erforderliche Punktzahl erreicht hatte. Denn wer die Freiheit hat, alles zu wählen, was er möchte, verliert am Ende auch gerne den Überblick über das Geleistete. Oder, was noch schlimmer ist, man fühlt sich, als hätte man nur wenige Pflichten und lässt alles schleifen. Böser Fehler!
Ob man die Punkte aber überhaupt bekommt, hängt manchmal von purem Glück ab, denn zukünftige Nicht-Lehrer scheinen ab und an einfach nicht auf Listen drauf zu passen. Man fühlt sich als Sprachwissenschaftler von den Dozenten oft genug nicht ernst genommen, weil man das Gelernte ja nicht an Schüler weitergeben wird. Da frage ich mich, ob dieser Satz denn nun wirklich genau bedacht wurde, denn schließlich war der Dozent, der mir gegenüber stand, offensichtlich genau so ein Knallfrosch, wie ich einer bin.
Es sind aber nicht nur die Dozenten oder die schon angesprochene Qual der Wahl, die einen Nicht-Lehrämtler dazu veranlassen, sich öfter mal als etwas anderes zu sehen, sondern auch, dass man von der Hochschule ziemlich alleine gelassen wird. Ein jeder Lehramts-BA, Sozialer Arbeiter, Gerontologe oder weiß der Geier was, kann schön damit rechnen, dass er auch den Rest seiner studentischen Laufbahn wohlbehütet und geleitet von der Uni Vechta absolvieren kann. Ein Sozialwissenschaftler/Anglist kann das nicht. Und da haben wir auch schon den Fehler: Warum wird ein BA-Fach angeboten, zu dem es keinen ausgewiesenen MA an der Hochschule gibt? „Geldmacherei“, schreien die einen, „Pech gehabt“, die anderen, und man selbst denkt sich „Verdammt, die Vorzeigeumstellung auf das BA-Format in Vechta hat wohl doch irgendwo eine Macke.“
Und so kommt es dann, dass man nach 6 (oder manchmal auch 7 oder mehr) Semestern sich schleunigst eine neue Uni, eine neue Wohnung und neue Freunde suchen darf. Dafür bekommt man aber auch neue Dozenten, was gut sein kann, wenn man es sich mit den alten versiebt hat. Oder es kann schlecht sein. Wenn man gerne schleimt und nun wieder von vorne anfangen muss.
Ob man nun etwas Gutes oder Schlechtes in dieser Situation sehen will, sei jedem selbst überlassen. Ich als Ex-Vechteraner bin froh, es mitgemacht haben zu dürfen. Nach nun mehr 3,5 Jahren (jaja, 7 Semester, ich weiß!) freue ich mich aber auch, etwas Neues erleben zu dürfen.
von Sebastian Dargel
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Vom Potential der Musik im Religionsunterricht

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Jesus goes Pop!
© Gerd Altmann / PIXELIO
Welche Themen werden in einem religionspädagogischen Seminar eigentlich behandelt? Diese und andere Fragen werden häufig an einen Theologiestudenten gerichtet. Da dieses eine pädagogische Ausgabe ist, soll auch gerade die Religionspädagogik näher in den Blick genommen werden. Wohl kaum jemand der Leser würde vermuten, dass StudiVZ, Dailysoaps, Talkshows, Familienstrukturen, Gewalt in der Schule, Mediation, Gottesbilder in der Kunst oder Frieden in der Musik dem Bereich der Theologie zuzuordnen sind. Um einen kleinen Eindruck zu gewinnen, soll explizit auf den Punkt der Funktion der Musik im Religionsunterricht näher eingegangen werden.
Einerseits werden Jugendliche durch die Musik mit einem Medium angesprochen, dessen Benutzung ihnen selbstverständlich ist, anders als wohlmöglich bei einem Bibeltext. Andererseits wird dem Schüler vor Augen geführt, dass in der heutigen Zeit religiöse Fragen immer noch einen hohen Stellenwert haben. Es wäre jetzt natürlich ein Trugschluss, der Meinung zu sein, dass Musik als eine Art Allheilmittel eingesetzt werden kann. Die in der Musik angesprochenen religiösen Inhalte können aber gleichzeitig eine neue Ebene darstellen, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Die Darstellungsskala beschreibt verschiedene Phänomene wie Stimmungsregulierung, emotionaler Stimulus, Symbol für Gruppenzugehörigkeit, Möglichkeit der Abgrenzung und Distanzierung von der Erwachsenenwelt, Mittel der Identitätssuche, Sozialisationsinstanz sowie Protestpotential. Ebenso dienen sie dazu, sich abzulenken, als eine Art Ersatzerlebnis. Musik kann dabei behilflich sein, die religiöse Sprachlosigkeit zu überwinden, da es einigen Textpassagen gelingt, im Ansatz das auszudrücken, was viele zwar emotional erleben, gleichzeitig aber nicht verbalisieren können.
Literaturtipps:
Böhm, Uwe, Buschmann, Gerd (2000): Popmusik – Religion – Unterricht. Modelle und Materialien zur Didaktik von Popularkultur.
Schwarze, Bernd (1997): Die Religion der Rock- und Popmusik. Analysen und Interpretationen.
Einige Anreize bezogen auf das Thema Frieden in der Musik sollen exemplarisch genannt werden. Lieder, die Frieden thematisieren, finden sich in der Klassik, der Rock- und Popmusik, der Reggaemusik sowie der Schlagermusik. Diese Lieder richten sich gegen Rechtsradikalismus, Gewalt in verschiedenen gesellschaftlichen Konstrukten und setzen sich mit häufig tabuisierten Themen auseinander. Songs wie „War“ von Bob Marley, „Friedenspanzer“ von den Ärzten oder „Peace on Earth“ von U2 widmen sich dem Frieden. Solche Songtexte beinhalten ein großes Potential für den Unterricht und lassen sich gut darin einbetten. Dadurch wird bei den Schülern eine Grundsehnsucht der Menschen angesprochen, die leider noch nicht umgesetzt wurde: ein friedvoller Umgang, der durch gegenseitigen Respekt und Anerkennung gekennzeichnet ist. Da Frieden in allen Religionen als erstrebenswertes Ziel und nicht nur als Gesinnung betrachtet wird, sondern sich auch auf der interaktionalen, zwischenmenschlichen Ebene ereignet, kann dies einen Ansatzpunkt für die Religionspädagogik bedeuten.
von Thomas Deters
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Von “ABC” bis “Autor”, von “Zähne” bis “Zusammenspiel”

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Als die Humangenetikerin Katja de Bragança Anfang der 1990er auf einem Kongress über das Down-Syndrom einem Text von einem Mann mit diesem Syndrom begegnete, war sie begeistert. Sie hatte doch immer gelernt, dass Menschen mit Trisomie 21 weder lesen noch schreiben können! Aus dieser Begeisterung entstand die Idee für eine „kreative Bühne für Menschen mit Down-Syndrom“: Ohrenkuss. 50 feste Redakteure arbeiten daran mit, schreiben selbst oder diktieren ihre Texte. Viele davon wurden nun alphabetisch geordnet und zum zehnjährigen Jubiläum in einem (Wörter-)Buch herausgegeben, immer wieder aufgelockert von außergewöhnlichen Fotos.
Jedes mögliche oder scheinbar unmögliche Thema wurde auf besondere Weise behandelt. Die kleinen Texte laden zum Reinschnuppern oder Verweilen ein, vieles scheint direkt aus unserem Leben gegriffen, manches verblüfft oder öffnet die Augen.
„In dem man die Augen schließt und an nichts denkt und sich konzentriert, dann findet man das Glück.“
(Svenja Giesler 2003, Ohrenkuss Nr. 10)
Katja de Bragança & Bärbel Peschka (Hrsg.): Das Wörterbuch Ohrenkuss
Signatur: 402216
von Julia Stock
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Von Freunden und Feinden, von Leib und Leben

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Dieses Buch ist sicher dem einen oder anderen aus seiner Schulzeit bekannt und vielleicht auch verhasst. Doch manchmal lohnt es sich, die alten Bücher noch mal raus zu holen und sie ohne Zwang und die Aussicht auf den nächsten Test neu zu entdecken. So auch hier:
In Die Outsider wird der Leser vom Ich-Erzähler Ponyboy in sein Leben auf der Eastside mitgenommen. Neben den pubertären Gefühlsschwankungen geht es dabei nicht selten um das bloße Überleben. Denn Ponyboy und seine Bande gehören zu den Greasern, welche sich blutige Auseinandersetzungen mit den Socs von der Westside liefern. Durch die Erzählperspektive kann sich der Leser sehr schnell mit dem Protagonisten und seinen Mitstreitern identifizieren, trotz der wirklich krassen Schicksale (Ponyboy und sein Bruder sind Vollwaisen).
Gebannt habe ich bei der zweiten Lektüre mit den Greasern gelitten und gelacht. Es war wie eine Zeitreise in die eigene Schul- und Jugendzeit. Eine Reise von hoher Intensität, welche sich auf jeden Fall lohnt.
Susan E. Hinton: Die Outsider
Signatur: 5.2 A hin = 272595
von Stefanie Bruns
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Vampire, Drachen und Magie

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Tintenherz, Eragon, Bis(s) zum Morgengrauen – Fantasy-Geschichten stehen z.Z. ganz oben in den Bestsellerlisten. Und nicht nur dort: Fanseiten im Internet widmen sich einzelnen Romanen bzw. Filmen, Foren und Blogs beschäftigen sich mit dem gesamten Genre. Fantasy-Fans wurden nicht nur als Leser, sondern auch als Merchandising begeisterte Konsumenten entdeckt: Wer es mit einem Roman wie Tintenherz ernst meint, bekommt vom Brettspiel, einer Tintenherz-Schreibfeder, bis hin zum Taschenbuch, in dem die für den Film verkürzte Geschichte wiedergegeben wird, mehr, als er wollen könnte: Man kann von einem regelrechten Fantasy-Boom sprechen.
Begonnen hat es Anfang der 2000er Jahre mit dem Medienrummel um Harry Potter. Dem 1995 vollendeten ersten Teil der Heptalogie, Harry Potter und der Stein der Weisen, wurde zunächst kein großes Erfolgspotential unterstellt. Er erschien in einer Auflage von lediglich 500 Exemplaren (nein, ich habe keine Null vergessen) bei Bloomsbury Publishing, einem englischen Verlagshaus. Später nahm sich der Hamburger Carlsen Verlag der Romanreihe an. Rowlings Erfolg begann 1999 mit dem dritten Teil, Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Mittlerweile ist die 43jährige Rowling die kommerziell erfolgreichste Schriftstellerin der Welt, die Finanz-Zeitschrift Forbes schätzt ihr Vermögen auf eine Milliarde US-Dollar.
Der Erfolg von Rowlings Romanen sorgte nicht nur für dreiste Plagiate wie Harry Potter and Leopard-Walk-Up-to-Dragon oder Harry Potter in Calcutta. Es kamen zahlreiche Romanreihen für Kinder- und Jugendliche heraus, die gerne mit den Geschichten um Rowlings Nachwuchs-Zauberer verglichen werden, sich zum Teil aber deutlich von ihnen unterscheiden. So zum Beispiel Artemis Fowl von Eoin Colfer.
drachen11
© Marco Barnebeck / PIXELIO
Insgesamt wurden mehr Leser für das Genre gewonnen, was dazu führte, dass mittlerweile mehr Fantasy-Romane verlegt werden. Viele von ihnen sind gut geschrieben, spannend, angenehm zu lesen und kommen ohne peinliche Parallelen zu den Geschichten um den Zauber-Schüler aus.
Ein anderer Grund für den Fantasy-Boom ist der Erfolg der dreiteiligen Herr-der-Ringe-Verfilmung, die zwischen 2001 und 2003 in den Kinos zu sehen war. Hier gelang es Regisseur Peter Jackson (von ihm übrigens auch die Splatterfilm-Parodie Braindead stammt, in der der Protagonist mit einem Rasenmäher das wohl größte Zombie-Massaker der Filmgeschichte anrichtet), den bis dahin als nicht verfilmbar geltenden Fantasy-Klassiker auf die Leinwand zu bringen. Er schaffte es nicht nur, die argwöhnischen Herr-der-Ringe-Fans zu überzeugen (es gibt Websites, auf denen man bis ins letzte Detail nachvollziehen kann, wo der Film von der Romanvorlage abweicht), sondern machte das über 1300 Seiten starke Werk auch für neue Leser interessant.
Viele der Fantasy-Romane, die in den letzten Jahren erschienen sind, haben gemeinsam, dass sie alte literarische Motive aufgreifen, und diese mit Themen verbinden, die für Jugendbücher typisch sind. So begegnet man immer wieder Drachen, Vampiren und Zauberern. Figuren, die schon vor Jahrhunderten in Märchen, Mythen oder Heldenepen ihren Platz hatten. Handlungsmotive sind hingegen oft Freundschaft, Liebe oder das Erwachsen werden. So zum Beispiel in den Bis(s)-Romanen von Stephenie Meyer. Hier geht es um die erste Liebe der High-School-Schülerin Bella. Ziel ihrer Schwärmereien ist ihr geheimnisvoller Mitschüler Edward – ein Vampir.
In der Tinten-Trilogie steht mit Meggie eine sehr junge Protagonistin im Vordergrund. Im zweiten und dritten Teil der Romanreihe müssen sie und ihre Gefährten sich in einer mittelalterlich anmutenden Parallelwelt gegen bösartige Herrscher behaupten, auch das ist typisch Fantasy.
Jene archaischen fiktiven Welten, die zum Teil recht einfach aufgebaut sind, sind es auch, die der Fantasy den Vorwurf der Realitätsferne – manche reden sogar von Wirklichkeitsflucht oder Eskapismus – eingebracht haben. Klar, wo (wie zum Beispiel in Eragon) auf Drachen reitend gegen machtgierige Könige gekämpft wird, bleibt kein Platz für die Schwierigkeiten des Alltags. Und der – zugegeben seltsam glatt geföhnt wirkende – Vampir Edward Cullen lässt nicht gerade Rückschlüsse auf den Alltag amerikanischer Teenager zu.
Aber so etwas wird wohl kaum ein Fantasy-Autor ernsthaft versuchen. Hier geht es darum, den Leser für einige Stunden in eine fremde Welt zu entführen. Und das ist doch auch okay, oder?
von Stefan Hirsch
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allmaXXimal leben?!

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allmaxx11b
Das erste Mal stellte allmaxx.de seinen Stand im November des WS 08/09 in unserer Hochschule auf. Um diesen sammelten sich zu Stoßzeiten Trauben von Studierenden, von denen einige – neben einem Lutscher, einer Mini-Flasche Wodka, einer Kostprobe verschiedenster Zeitschriften u.v.m. – auch eine ‘kostenlose’ Mitgliedschaft bei allmaxx.de geschenkt bekamen.
Wer geht die Mitgliedschaft ein? Welchen Gewinn mache ich? Wo ist der Haken?
Um den Antworten dieser Fragen näher zu kommen, bin ich kurzerhand Mitglied geworden.
Den Worten ‘Mitgliederwerbung’, ‘Kostenlos’, ‘Datenverkauf’, ‘Betrug’, comdirect, ‘Aufwand’ bin ich auf den Grund gegangen, um ein wenig zur Aufklärung beizutragen.
‘Mitgliederwerbung’:Der erste Schritt zur allmaxx-Mitgliedschaft ermöglicht der Antrag. Über diesen wählst du dein Willkommensgeschenk und nach Interesse Campus-Angebote, wie z.B. diverse Zeitschriften aus. Unter diesem Punkt habe ich mir die Frage gestellt, ob mich das Geschenk auch wirklich erreicht. – Es ist da.
‘Kostenlos’ bedeutet, dass die Mitgliedschaft gesponsert wird, wie z.B. von der comdirect. Ansonsten kostet sie 24 Euro pro Jahr. Zudem kann eine Mitgliedschaft nur im Zusammenhang mit der eigenen Immatrikulation bestehen. Dies macht der Zusatz – students only – deutlich.
comdirect bietet sich derzeit als Sponsor des Mitgliederbeitrags an, mit der Bedingung, ein Giro-Konto bei ihnen zu eröffnen. Dies ist – wie bei Studenten üblich – in der Kontoführung kostenlos.
‘Datenverkauf’ ist in Zeiten der Datenschutzdiskussionen ein – schnell Misstrauen schürender – Begriff. Ein Verkauf der Daten ohne Zustimmung der Dateninhaber an Dritte ist rechtswidrig. allmaxx.de verspricht in ihren AGB die Daten nicht weiterzugeben. Diese sollen, so allmaxx.de,
durch die siebenstellige allmaxx-ID anonymisiert sein, welches die Datensicherung unterstützt.
‘Betrug’ ist ein sehr vorwurfvolles und schwerwiegendes Wort. Es wurde jedoch im Zusammenhang mit allmaxx.de erwähnt und soll hier aufgegriffen werden. allmaxx.de ist der Markenname, unter dem sich die merconic GmbH präsentiert, welche sich als „Spezialist für Marketing, Werbung und Promotion in der Zielgruppe Studenten, Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und Österreich“ bezeichnet. Damit präsentiert sie sich anderen Unternehmen gegenüber als eine Plattform für Firmen, um mit ihren Produkten an Studenten heranzutreten. So stellt allmaxx.de als „der Vorteilsclub für Studenten“ die Kontaktstelle zwischen Studierenden und Unternehmen dar. Eindeutig zielen die Aktivitäten von allmaxx.de somit auf Vertrieb und Konsum ab und darauf, ihre Kunden – sowohl Unternehmen als auch Studierende – hierin zu bedienen.
Eine Art Partnervermittlung für Angebot und Nachfrage. Mit der Frage, wo dann die Liebe hinfällt, sei auf Amor verwiesen.
allmaxx11a
Beitrittsgeschenk im Wert
von ca. 60 Euro
Foto: Johanna Olberding
‘Aufwand’ braucht es allerdings, um in den Genuss der Vorteile von allmaxx.de zu kommen und auch die Bedingung zum Sponsoring – die Kontoeröffnung – hat ihren zeitlichen Aufwand. Den Antrag am Stand auszufüllen dauert ca. 10 – 15 Min. Dieser wird von allmaxx.de weiterbearbeitet. Das kann durchaus zwei Wochen dauern. Danach bekommst du eine E-Mail von allmaxx.de über welche du dich abschließend registrierst. Währenddessen tritt die comdirect mit dir in Kontakt. Da es sich bei der comdirect um eine Onlinebank der Commerzbank handelt, findet die Kontoeröffnung über den Postverkehr statt. Dieser ist – im Sinne des Datenschutzes – sehr aufwendig gestaltet. Visa-, Kredit- und comdirect-Karte sowie die Geheimzahlen dazu werden dir alle separat zugeschickt. Die kostenlosen Werbeabonnements der angebotenen Zeitschriften werden ohne dein Kündigungsschreiben nach Erhalt der zweiten Ausgabe zu festen Abonnements, die z.T. und trotz Studentenrabatt tief in den Geldbeutel greifen. Die Auszahlung der Cashpunkte muss bei allmaxx.de in Auftrag gegeben werden und dies ist nur ein Teil der notwendigen Tätigkeiten, um die Vorteile optimal in Anspruch zu nehmen. Allmaxximal leben!?
von Johanna Olberding
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Gefüllter Gemüsetortilla mit Sauce

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Das Mensateam wünscht
einen guten Appetitt!
Foto: Björn Franke
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für 4 Personen
Zutaten:
  • 600g Balkangemüse
  • 40g Tomatenketchup
  • 80g Gouda gerieben
  • Nach Wunsch
    • Majoran, gerebelt
    • Bohnenkraut, gerebelt
Sauce:
  • Prise Jodsalz
  • Sambal Olek
  • 40g Tomatenketchup
  • 20ml Branntweinessig
  • 1/2 Glas Gewürzgurken
Tauche die Wraps kurz in Wasser, rolle dann das Gemüse in die Wraps ein und klappe die Seiten um. Rühre Ketchup mit etwas Wasser glatt und streiche die Wraps damit ein, dann bestreust du jene mit etwas Käse und erhitzt diese bei 150°C im Ofen, bis der Käse goldbraun ist. Für die kalte Barbecuesauce schneidest du die Gewürzgurken in Scheiben. Verrühre Tomatenketchup, Branntweinessig mit ein wenig Wasser und schmecke dies mit Zucker, Curry, Rauchsalz, Pfeffer bunt geschrotet, Jodsalz und Chilipulver ab.
Mensateam Vechta und Johanna Olberding
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Seelachs mit Kartoffeln

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…dazu Salat
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für 4 Personen
Zutaten:
  • 4 Stück Seelachs
  • 600g Kartoffel
Diesmal braucht‘s nicht viel. Den Seelachs (tief gefroren), die Kartoffeln und den Salat (fertig angemischt) kannst du im Supermarkt erwerben. Beachte des Weiteren die Zubereitungsanweisungen meist auf dem Rücken der Verpackung und folge ihr gewissenhaft. Die Kartoffeln bereitest du nach alter Weise und den Salat füllst du in eine ansehnliche Schale um. Tipp: Auch fertige Salatsaucen sind erwerbbar. Aber: In der Mensa schmeckt es besser!
von Johanna Olberding
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Wahlen an der Hochschule Vechta

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asta11a
© Gerd Altmann / PIXELIO
Am 27. und 28. Januar 2009 wird wie jedes Jahr in der Hochschule Vechta fleißig gewählt. Neben der Wahl zum Studierendenparlament werden noch der Senat, die Zentrale Kommission für Lehre und Studium (ZKLS) und die Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung (KFG) gewählt. Der AStA und die verantwortlichen Wahlleiter des Studierendenparlamentes versuchen, wie in jedem Jahr, durch gezielte Informationen, Werbung und die direkte Ansprache eine möglichst hohe Wahlbeteiligung unter den Studierenden zu erreichen. Im letzten Jahr konnte man eine Rekordwahlbeteiligung von stattlichen 21 Prozent verbuchen. Eine Zahl, die zum einen ausdrückt, dass hinter den Kulissen gute Arbeit geleistet wurde, aber zum anderen deutlich macht, dass 79 Prozent der fast 3400 Studierenden hier in Vechta nicht gewählt haben. Natürlich ist eine Studierendenwahl kein Pflichtprogramm und jeder kann selbst entscheiden, ob man wählt oder nicht, dennoch ist bei diesen Zahlen ein allgemeines politisches Desinteresse nicht zu übersehen. Die Zeiten, so wird argumentiert, haben sich halt geändert. Es ist schon fast zwei Generationen her, dass sich Studenten ihre Mitbestimmungsrechte erstritten haben und in den folgenden Jahren sehr beherzt an der Hochschulpolitik teilnahmen. Letztlich führte dieses politische Engagement in den achtziger Jahren in die Sackgasse. Gesellschaftspolitische Themen rückten immer mehr in den Vordergrund und verdrängten wichtige Aspekte, die sich mit den Interessen der Studierenden befassen sollten. Landesweit entfernten sich ASten und Studentenparlamente von der lebensweltlichen Wirklichkeit derjenigen, die sie eigentlich vertreten sollten. Abrüstung, Umweltschutz oder kapitalistische Ausbeutung der Dritten Welt wurden heftig diskutiert. Meist mit dem Ergebnis, die Studierenden aufzuklären oder Solidarität, mit wem auch immer, zu bekunden. In diesem Zusammenhang konnte man es verstehen, dass immer mehr Studenten einfach das Interesse an ihrer eigenen Studierendenvertretung verloren haben. Studierendenparlamente wurden als „Quatschbuden“ bezeichnet, in denen viel debattiert, aber wenig Konstruktives erreicht wurde. Natürlich veränderte sich auch die gesamte Gesellschaft gleichzeitig. Allgemeine Politikverdrossenheit ging Hand in Hand mit einer jüngeren Generation von Studierenden, welche ihr Studium und den dazugehörigen Abschluss an erster Stelle setzten. Studierendenparlamente und die ASten der Hochschulen galten als Sammelbecken für politische Gruppen, Selbstdarsteller oder Junior-Berufspolitiker. Regelmäßig blockierten sich Interessengruppen und hinterließen nach ihrer Abwahl den Amtsnachfolgern chaotische Zustände. ASten verschuldeten sich häufig oder verpulverten die Gelder der Studierenden mit Friedenskonzerten oder Demonstrationen, an denen niemand teilnahm. All diese Hintergründe lasten noch heute auf den studentischen Gremien, denn ein schlechter Ruf wirkt immer sehr nachhaltig.
asta11b
© Gerd Altmann / PIXELIO
Doch glücklicherweise veränderten sich die Studierendengremien langsam, aber stetig. Mitte der neunziger Jahre konnte man allgemein einen Paradigmenwechsel beobachten, weg von utopischer, politischer Agitation und hin zum Studenten und serviceorientierten Einrichtungen. Die Studierendenschaft rückte wieder in den Mittelpunkt und auch die Umstellung auf das
Bachelor-/Mastersystem sorgte dafür, dass Gremien sich mit Studieninhalten und Studienplanung beschäftigen mussten. In der Hochschule Vechta hat sich das Studierendenparlament jedoch immer in erster Linie als Interessenvertretung der Studierenden gesehen. Wichtige Entschlüsse und die große Möglichkeit, irgendwie auf Seiten der Studierenden einzugreifen, zeichneten immer das Studierendenparlament in Vechta aus.
Aber wie kommt man als normaler Student in das Studierendenparlament? Nun, man kann sich auf eine Wahlliste eintragen oder sich einer Liste anschließen. Unter diesen so genannten Listen stehen Interessengruppen, wie z.B. die Liste Geisteswissenschaft oder die Liste Soziale Arbeit. Jeder Bewerber hat danach die Möglichkeit, in dem Wahl Basta, einem Werbeheft, sich kurz vorzustellen und den Studierenden sein Konzept, Vorschläge oder Vision zu unterbreiten. Oft ist die Rede von dem allgemeinen Einsatz für die Studierenden im eigenen Fachbereich, dem ein Bewerber angehört, sowie natürlich auch in allen anderen Fachbereichen. Somit kann man theoretisch sein Wahlvolk erheblich vergrößern. Die Wahlwerbung der Listen ist immerhin schon deutlicher, wenn es um die Formulierung von angestrebten Zielen geht. Hier werden fachliche Belange und Änderungswünsche auf den Nenner gebracht, um so den Studierenden die Wahlentscheidung zu vereinfachen. Doch dies ist natürlich nicht immer der Fall, so hat sich letztes Jahr der größte Fachbereich sich als Liste aufgestellt und auf eine Angabe von Wahlversprechen, Zielen oder Vorhaben gänzlich verzichtet. Entweder wollte die Liste keine Versprechungen abgeben oder die Probleme des Fachbereiches waren so groß, dass sie sowieso eindeutig waren. Es gibt immer verschiedene Wahltaktiken und Wahlwerbungen und man kann sich, nachdem man selbst gewählt hat, fragen: „Warum habe ich meine Stimme Kandidat XY gegeben? Hat mich seine Erfahrung beeindruckt oder seine angegebenen Ziele und Wahlversprechen? Welche Liste hatte das beste Programm?“ Am Ende jedoch wählt man, wie in der „großen“ Politik, jemanden von der Liste, der den eigenen Fachbereich vertritt, oder noch einfacher, man wählt, wen man unter den Kandidaten persönlich kennt. Warum man wen wählt ist letztlich auch nebensächlich, Hauptsache man hat gewählt und sich somit ein Stück politisch engagiert.
Ehrenamt braucht…
asta11b
© Gerd Altmann / PIXELIO
… Ehre?! Nicht nur zum Wählen brauchen wir dich, sondern auch fürs Ehrenamt. Zwar ist es jetzt schon zu spät, sich noch für diese Legislatur für StuPa, ZKLS oder KFG aufzustellen, aber aktiv kannst du auch anders werden. Gerade zum Einstig bietet sich der Fachrat deines Studienganges an. Dieser kümmert sich um kleinere und größere Belange der Studierenden und wird auch kulturell aktiv – Uniparties vor B1 verdankst du immer dem Einsatz eines Fachrates! Und wenn du noch „höher hinaus willst“ in der Hochschulpolitik, bietet der Fachrat dir dafür ein geeignetes Fundament. Aber vor allem macht Fachratsarbeit Spaß und sieht auch später gut in der Bewerbung aus. Für Genaueres wendest du dich einfach an deine Fachvertreter (auf www.asta-vechta.de unter „Fachrat“).
Des Weiteren kannst du im Hochschulsport aktiv werden, dich im Mentoringprogramm Intermento um ausländische Studierende kümmern (auf www.uni-vechta.de unter „International“) oder natürlich bei der uniVista in der Redaktion oder als freier Mitarbeiter mitmachen. All das sind nicht nur tolle Freizeitbeschäftigungen, sondern geben dir die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und praktische Kompetenzen zu erwerben.
Und wer weiß, vielleicht bist du bei der nächsten Wahl fürs StuPa dabei?
von Arnold Hobbacher und Julia Stock
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und wenn das fünfte Lichtlein brennt…

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uniplay11a
Dass Bob manchmal etwas verpeilt war, war ja nichts Neues. Zugegeben, auch ich irrte mich manchmal im Wochentag. Aber wie man um volle fünf Wochen daneben liegen konnte?
uniplay11b
Bob war wirklich traurig. Also beschlossen wir, Weihnachten zu wiederholen. So gut es ging…
uniplay11c
Als wir mitten in den Vorbereitungen waren, klingelte unser Vermieter Tequila-Toni und fragte, ob er ein bisschen bei uns bleiben könnte. Candy, seine Freundin, war wohl irgendwie sauer auf ihn…
uniplay11d
Statt Glühwein tranken wir warmen Tequlia mit Zimt und Koriander. Nach der vierten Tasse setzte Tequila-Toni sich eine rote Mütze auf und sagte, er würde die Müllgebühren für unsere Wohnung dieses Jahr selber zahlen. Draußen legten sch dicke, wattige Schneeflocken auf die winterkahlen Bäume. Schön.
Auch unsere Playmos verabschieden sich in die vorlesungsfreie Zeit. Ob sie ihre WG auch im Sommersemester 2009 beziehen?
Dies und vieles mehr erfahrt ihr in in der nächsten Ausgabe, im April 2009.
Texte: Stefan Hirsch
Kulissen: Julia Stock
Fotos: René Kohn
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Dein Horoskop für 2009

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horoskop11_steinbock
Steinbock
Der Steinbock ist bockig? Woher kommt das? Nimm dich mal ein bisschen zurück. Wenn du ein wenig mehr Rücksicht auf die anderen nimmst, wird alles etwas entspannter.
horoskop11_wassermann
Wassermann
Oh wie spannend! Du wirst dich freuen, es warten einige schöne Überraschungen auf dich – vermutlich im Zeitraum vom 21.1. – 19.2.. Lass dich überraschen!
horoskop11_fische
Fische
Nicht so schüchtern … Du kannst ruhig öfter mal den ersten Schritt machen und auf Leute zugehen. Denken ist zwar sehr ratsam, jedoch kann es auch im Weg stehen, wenn du zu viel damit beschäftigt bist.
horoskop11_widder
Widder
Das neue Jahr hat begonnen und deine üblichen Vorsätze stehen natürlich. Doch nimm dir nicht zu viel vor und stecke dir kleinere Ziele. Es könnte sonst zu ungewollten Enttäuschungen kommen.
horoskop11_stier
Stier
Lust, neue Leute kennenzulernen? Das ist die Gelegenheit! Quatsch einfach die Menschen an, die dir sympathisch sind und schwupp di wupp ist dein Wunsch in Erfüllung gegangen!
horoskop11_zwillinge
Zwillinge
Wie ätzend … Zur Zeit läuft einiges schief. Doch lass dir nicht alles gefallen und sprich an, was dich nervt. So wird sich vieles wie von selbst lösen und du kannst dich wieder wohler fühlen.
horoskop11_krebs
Krebs
Du kannst jetzt richtig was reißen! Dir stehen quasi alle Türen offen. Nun musst du nur noch die Initiative ergreifen und deinem Erfolg steht nichts mehr im Weg.
horoskop11_loewe
Löwe
Na toll … Eben noch hoch motiviert und inzwischen Bock auf gar nix mehr. Stimmungsschwankungen? Pass auf, dass du dich nicht zu sehr verkriechst in deinem Schneckenhaus. Geh raus! Los!
horoskop11_jungfrau
Jungfrau
Auf dich wartet eine super Zeit. Vor lauter Kontaktfreude kaum zu bremsen wirst du in diesem Jahr viele neue Leute kennenlernen und Spaß haben. Doch vergiss nicht, dich auch mal zu entspannen, sonst ist das Tief nach deinem Hoch vorprogrammiert.
horoskop11_waage
Waage
Du kannst dich glücklich schätzen. Ein Problem, das auftaucht, wird durch eine dir nahestehende Person schnell wieder aus der Welt geschafft. Sieh diese Hilfe nicht als selbstverständlich an, sondern sei dankbar.
horoskop11_skorpion
Skorpion
Eigentlich ist alles gut. Keine großen Probleme, keine Sorgen. Du kannst dich glücklich schätzen. Alles stimmt und du kannst dich zurücklehnen und genießen.
horoskop11_schuetze
Schütze
Uni? Och nöööö… Gerade unmotiviert? Vergiss nicht, deine Leute zu beauftragen, für dich auf der Anwesenheitsliste zu unterschreiben!
Texte von Mira Brink
Grafiken: © Gerd Altmann und Ladyoak / PIXELIO
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R-Ziehung in der B-Ziehung

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Von Anziehpüppchen und willenlosen Langweilern
Es ist ja so… Sowohl in dem Wort „Erziehung“ als auch in „Beziehung“ befindet sich ein erheblicher Anteil an „Gezogenem“. Klingt irgendwie schon unschön und stressig. In dieser Kombination ist es das sicherlich auch.
Frauen erziehen meistens aus der Intention heraus, an ihrem Gegenüber etwas (grundlegend) zu ändern. Das fängt bei Gewohnheiten an – „Rauchen? Ach, das gewöhn ich ihm schon noch ab!“ – und geht bis an lebenslange Freundschaften – „Also sein komischer freakiger Kumpel, nee. Der geht gar nicht! Aber wenn er erstmal mit mir zusammen ist, dann…“. Im Stil-Teil der Welt am Sonntag wurde kürzlich sogar lang und breit erklärt, wie Frau ihren Partner zu einem ihr ansprechenderen Klamottenstil umerziehen soll. Es folgte der Nachsatz: „Im schlimmsten Falle machen Sie aus ihm ein hilfloses Anziehpüppchen“ – und das noch im Untertitel!
Männer hingegen wollen selten etwas an der Person ihrer Partnerin ändern. Sie wollen eigentlich hauptsächlich, dass alles so bleibt, wie sie es gewohnt sind. Und sei es „wie bei Mutti“. Dabei „erziehen“ sie gar nicht unbedingt bewusst, sondern erwarten vielmehr. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, werden sie bockig: „Ich verstehe gerade nicht, warum ich mein Bett selbst beziehen soll.“ (Dabei handelte es sich dann selbstverständlich um sein Bett in seiner eigenen Wohnung…)
Oft genug passiert es (gerade den Frauen), dass ihnen ihr „Zögling“ nach erfolgreicher Arbeit irgendwie zu langweilig geworden ist, ein hilfloses Anziehpüppchen eben – „Ach, ich weiß auch nicht. Das ist so ein Ja-Sager geworden…“. Dann wird er nicht selten stehen gelassen, um dem nächsten „Projekt“ Platz zu machen.
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© Gerd Altmann / PIXELIO
Übrigens, als ich meiner Mutter von dieser Kolumne erzählte, sagte die: „Oh, hab ich auch mal versucht. Ging total daneben. Am Ende bin ich gegangen und dann hab ich deinen Vater geheiratet.“ Die beiden rollen zwar, wie jedes „gesunde“ Paar, gelegentlich übereinander die Augen, aber… 29 Jahre glückliche Ehe und kein Ende in Sicht – denkt mal drüber nach…
von Lea Weber
Wenn man einmal die rosa Brille von der neuen Flamme aufgesetzt bekommen hat, nach der man sich instinktiv lange Zeit gesehnt hat, liegt es nicht an der Flamme selbst, dass man plötzlich wie neugeboren nicht mehr von sämtlichen Freundschaften wiedererkannt wird, viel mehr an der Glut, die in einem selbst entfacht ist. Klar ist dann, dass man nur noch lustlos als deprimierter Saufkumpel fungieren kann, wenn sich mit einem Male die ausgedehnte Schönheit der Menschlichkeit vor einem erströmt. Man wurde nicht schlicht und einfach umerzogen, man wurde entdeckt.
Liegen jedoch die Schmetterlinge im Bauch durch einschleichende Kälte im Sterben, ist es verständlich, dass man nicht mehr enthusiastisch für die Freundin jeden Handgriff erledigt. Wozu sollte dies auch gut sein? Man hat sie doch erobert, sie hat nun fast jede Facette deines Selbst erkannt, man muss sich nicht mehr von der besten Seite präsentieren. Wenn man ein wenig den Pascha in sich zeigt, wird nicht gleich die ganze Beziehung in Frage gestellt.
Immerhin trägt man selbst ja auch den dämlichen H&M-Hut, achtet stets darauf, dass die Kleidung perfekt sitzt und erduldet auf dem Friseurstuhl plärrende Einwände aus dem Hintergrund. Man hütet sich davor, fremden Mädchen hinterher zu schauen und vor dem Essen mit den Schwiegereltern werden noch einmal das Tischgebet studiert und die Essmanieren geprobt.
Mit den besten Saufkumpanen muss man Termine machen und auf Partys weiß die Freundin einfach immer besser, wann man seine Alkoholverträglichkeit ausgeschöpft hat. Irgendwann sieht man sich im Spiegel an und erkennt sich nicht mehr selbst, eher einen gelackten und geschniegelten Snob, den man doch immer so verachtet hat.
Man erinnert sich viel zu oft an den schönen Beginn der Beziehung, wenn man nicht selbst handelt und irgendwann sämtlichen Veränderungsprozessen einen Riegel vor die Tür schiebt, so bleibt zu erwarten, dass man verlassen wird, da man zu einem willenlosen Langweiler mutiert ist. „Du hast dich so verändert“, heißt es dann. Fassungslos kann man in solchen Augenblicken nur noch hoffen, dass man von seinem abgestoßenen Freundeskreis wieder aufgenommen wird und etwas länger Single bleibt.
von Tobias Kunz
VN:F [1.9.3_1094]
Bewertung
3.4 Stern(e) [28 Stimmen]

Vorschau auf Ausgabe 11

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uvtitel11
Am 26. Januar kommt die uniVista Nr. 11 raus
Das Paket ist geschnürt: Wie angekündigt starten wir mit der 11. Ausgabe pädagogisch wertvoll ins neue Jahr.
Wir beleuchten das pädagogische Feld aus verschiedenen Blickwinkeln. Welches Bild von Pädagogik etwa wird in den Medien verhandelt? Was haben Religionspädagogik und Musik gemeinsam? Sind Lehrer Pädagogen?
Außerdem erfahrt ihr in uniVista-Xtreme, was passiert, wenn vier uniVista-Redakteure beschließen, eine Woche lang das gesamte Programm des Hochschulsports der Uni Vechta durchzuprobieren.
Wie immer sind auch uniPlay, die Perlen der Bibo, das Studentendinner und die Kolumne über männliche und weibliche Sichtweisen dabei.
Ab nächster Woche online hier und in der Uni.
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Die ultimativen Helferelfen

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Zur Weihnachtszeit gibt es ein Semesterspezial von uns für euch
Von leckeren Back-Ideen bis zu Geschenken für die letzte Minute gibt es viele Vorschläge für eine kreative Weihnachtszeit.
Viel Spaß
Direkt hier und in der Uni.
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PDF-Version des Semesterspezial No 1

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univista-semspez0809
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uniVista-Classic: der Basic-Keks

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basickeks
Du brauchst:
  • 250g Mehl
  • 125g weiche Butter
  • 125g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
Nach dem Kneten eine Stunde kalt stellen und dann im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad so 10-12 Minuten goldig backen.
Wenn sie abgekühlt sind mit Schokolade oder Zuckerguß (Puderzucker + Fruchtsaft) und Streuseln oder Schrift verzieren.
…und welche für die Redaktion übrig lassen!
von Lea Weber
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X-mas-Rice-Crispie-Slices

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Some like it Sweet…
crispies
Du brauchst:
  • 1 Beutel Marshmallows
  • ca. 1/3 Pck. Rice Crispies (gibts in der Cornflakesabteilung)
  • ca. 125g Butter
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • evt. Speisefarbe
Butter in einem Topf flüssig werden lassen. Marshmallows dazugeben und ständig rühren bis eine gleichmäßige zähe Masse entsteht (Achtung: brennt leicht an!). Vanillezucker und Speisefarbe (rot oder grün sind schön weihnachtlich) einrühren. So lange Rice-Crispies unter rieseln einrühren lassen, bis kaum „Flüssigkeit“ übrig ist. Auf einem Teller flach drücken und auskühlen lassen. Evt. mit weißer Schokolade überziehen.
von Lea Weber
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Ullas Finest! Spitzen-Spritzgebäck

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spritzgebaeck
Du brauchst:
  • 1000g Mehl
  • 500g Butter
  • 250g Zucker
  • 3-4 Eier
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Päckchen Backpulver
Alles gut zusammenrühren, eine halbe Stunde kalt stellen, dann mit einem Fleischwolf oder einer Spritztüte zu Plätzchen formen. Das ganze 12-15 Minuten bei 175 Grad backen und wenns abgekühlt ist mit Schokoglasur verzieren.
…und einen für Ulla übrig lassen!
von Lea Weber
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Hätt ich dich heut erwartet

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keksfigur
hätt ich Kuchen da…
…aber über Kekse freuen sich deine Liebsten sicherlich genau so.
UniVista-Helferelfen-Keksrezepte sammeln (oder Oma das Rezept für die Lieblingskekse abschnacken), Backsession starten (dann wissen deine Mitbewohner auch gleich, was sie verschenken können), verzieren und ab in die Tüte oder Keksdose…
…Schleife drum – fertig!
von Lea Weber
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Briefpapier für Oldschool-Kommunikations-Freunde

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weihnachtspapier.jpg
Schnibbel dir aus einer Kartoffel eine gewünschte Form – Kreis, Stern, Prinzessin (Keksausstechformen können das ganze erleichtern!). Die Form mit der Lieblingsfarbe des Beschenkten einpinseln (Fingerfarbe, Acrylfarbe, Plaka-Lack, was halt noch da ist, ansonsten Kunststudentenmitbewohner anpumpen) und losstempeln – von normalem Kopierpapier und 08/15 Umschlägen bis hin zu farbig und Büttenpapier, je nach Budget…
…Schleife drum – fertig!
von Lea Weber
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Der Soundtrack eures Lebens

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soundtrack
Suche verschiedene Songs raus, die dich und den Beschenkten verbinden – der Sommerhit, den ihr im letzten Malle-Urlaub gegrölt habt, das euch immer an den heißen Typ/ die heiße Frau aus dem Dienstagsseminar erinnert, oder den Song, zu dem ihr schon die eigene Choreo auf der Uniparty habt…
Auf CD brennen, hübsches Cover aus den letzten Fotos basteln…
…Schleife drum – fertig!
von Lea Weber
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Tannebaumschmuck

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weihnachtskugel1.jpg
weihnachtskugel2.jpg
…nicht nur für Oma…
Besorg dir schlichte Tannenbaumkugeln. Je nach Traditions- oder Trendbewusstsein des Beschenkten in Rot-Gold über Trend-Lila bis chic-Creme-Gold-Braun. Jetzt brauchst du einen Edding – Schwarz geht auf goldenen Kugeln am besten, sonst Weiß oder Gold.
Nun die Kugeln mit Wunschtext beschriften (bspw. Name des Beschenkten, „Fröhliche Weihnachten“ in verschiedenen Sprachen, Weihnachtsliedtitel, etc.)
…Schleife drum – fertig!
von Lea Weber
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Top of the Weihnachtslieder

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für mehr Weihnachtsstimmung in Vechta!
Chris Rea – Driving home for Christmas
Ella Fitzgerald – Baby, it´s cold outside
Mel Blanc & the Sportsmen – Jingle Bells
Mariah Carey – All I want for Christmas
Slade – Merry Christmas everybody
Robert Downey, jr. – White Christmas
Vonda Shepard – The man with the bag
Götz Alsmann – Winter in Kanada
Robert Downey, jr. – River
The Andrews Sisters – Mele Kalikimaka
Band Aid – Do they know it´s Christmas
Louis Armstrong – Winterwonderland
Nat King Cole – The Christmas Song
Bing Crosby – Santa Clause is coming to town
Louis Prima – What will Santa Clause say?
Gene Autrey – Rudolph the rednosed Reindeer
von Lea Weber
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Woran erkennst du einen Super-Pädagogen?

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Du merkst, dass du ein Super-Pädagoge bist, wenn…
… du immer da bist, wenn andere dich brauchen.
  40%

… dein zweiter Satz nach dem Begrüßungswort "Sollen wir über deine Probleme reden?" ist.
  16%

... du ständig in dich hineinlächelst und einfach am liebsten wildfremde Passanten umarmen würdest.
  12%

… du ohne schlimme Zerrungen, völlig entspannt und ohne nachzudenken deinen Namen tanzen kannst.
  12%

… du unliebsamen Störenfrieden mit der "Wuthöhle", einer "Auszeit" oder der "Stillen Treppe" drohst.
  10%

… du nichts anderes als Cordhosen, Batik-Shirts und Sandalen in deinem Kleiderschrank findest.
  10%

Danke für eure Meinungen
lädt ... lädt ...
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PDF-Version der 10. Ausgabe

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Redakteure suchen Redakteure

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Ein kleiner Vorabcheck, ob ihr auch wirklich geeignet seid für die Redaktionsarbeit.
von Stefan Hirsch
Wie heißt das Hochschulmagazin der Uni Vechta?
Praline
Der Kommilitone. Ach nee, irgendwas mit U...
uniVista. Hätte ich aber auch gewusst, ohne hier auf der Seite zu sein.
Könntest Du Dir vorstellen, an einem Hochschulmagazin mitzuwirken?
Lieber stelle ich mir meine Nachbarin unter der Dusche vor.
Hab ich noch nie drüber nachgedacht.
Ja, durchaus.
Wie gefällt Dir die uniVista?
Uni-Was?! Kann man das essen?
Schöner wäre schöner.
Gut, aber wenn ich ... dann ...
Schreibst Du gerne?
Hä?!
Nicht wirklich.
Ja. Ich würde auch gerne mal etwas schreiben, was veröffentlicht wird.
Was machst Du am liebsten in Deiner Freizeit?
Ich starre besoffen die Wand an.
Mit Freunden treffen, Sport, dass übliche halt.
Das übliche, hätte aber noch ein bisschen Zeit.
Hast Du Spaß daran, Themen, die Dich interessieren, zu recherchieren
Ja, auf YouPorn.
Wenn ich ehrlich bin: Nein.
Könnte ich mir gut vorstellen.
Eine Frage zu Deinem Allgemeinwissen: Wer war der rasende Reporter?
Helmut Kohl. Oder Guido Westerwelle? Auf jeden Fall jemand aus der SPD...
Karla Kolumna
Egon Erwin Kisch
Kommst Du mit Computern zurecht? (Das ist zwar nicht unbedingt nötig, aber wünschenswert.)
An meinem Monitor kann ich Bierflaschen öffnen.
Für meine Zwecke reicht es...
Wenn meine Freunde ein Problem mit ihrem Rechner haben, bin ich der erste, den sie um Rat fragen.
Bist Du kreativ?
Ja, ich lasse mir ständig Neues einfallen. Als ich neulich besoffen war, habe ich nicht die Wand angestarrt, sondern die Decke.
Hab mich nie bemüht, das heraus zu finden.
Na, das hoffe ich doch.
Arbeitest Du gerne mit anderen Menschen zusammen?
Weiß nicht. Alle, denen ich begegne, ergreifen nach maximal 5 Minuten die Flucht.
Andere: Ja, Arbeiten: Nein.
Wenn sie nett sind...


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Alle Jubeljahre – Jubiläen: It all started with a mouse…

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Jeder von uns hat ja so seine eigenen Helden der Kindheit. Um einen „Held“ ist aber wahrscheinlich ausnahmslos niemand von uns herumgekommen: Mickey Mouse. Auf Bleistiften, Bettwäsche und Zahnbürsten oder als Kuscheltier hat diese Maus uns alle ein Stück weit begleitet (oder tut es auch heute noch) und verkörperte dabei irgendwie immer einen guten Freund, der genau so ist wie man selbst sein möchte – jemand, der immer gute Laune hat, für jeden Blödsinn zu haben ist und der jeden Tag zu einem Abenteuer macht. Dass dieser Jemand in Gestalt einer Maus vom Alter her locker unser Großvater, vielleicht sogar Urgroßvater sein könnte, bemerkt dabei niemand…
Mickey Mouse in Asien
Am 18. November 1928 strahlte das New Yorker Colony-Theatre im Vorprogramm erstmals den Zeichentrickfilm Steamboat Willie (auf YouTube) aus – die Geburtsstunde von Mickey Mouse. Walt Disney selbst lieh Mickey, seiner Freundin Minnie und dem ewigen Bösewicht Kater Karlo (im Original: Peg Leg Pete) seine Stimme und steckte jeden eigenen Cent in die Produktion des ersten bekannteren Zeichentrickfilms mit Ton. Gezeichnet hat die Figuren allerdings Up Iwerk. Disney selbst brachte lediglich die Ideen zu sämtlichen Charakteren.
Nach dem Erfolg des Leinwanddebüts konnten die heiteren Geschichten um die kleine schwarze Maus und ihre Freunde ab Januar 1930 auch als Comic-Strips in amerikanischen Tageszeitungen verfolgt werden. Zur gleichen Zeit kamen die ersten Schulmappen mit Mickey Mouse Motiv auf den Markt – der Startschuss für eine inzwischen kaum vorstellbare Vermarktung von Lizenzprodukten aus dem Hause Disney. Durch die zahlreichen Themenparks, Produktionsfirmen, Fernsehsendern und Merchandise rund um die Maus und ihre Freunde ist der Disney-Konzern inzwischen das zweitgrößte Medienunternehmen der Welt (137 000 Mitarbeiter bei 35,51 Mrd. USD jährlich, Stand 07/08).
Über die Jahre wuchs die Anzahl der gezeichneten Disneyfamilie und auch Mickey selbst wurde einigen äußeren Veränderungen unterzogen: Die einst punktförmigen Augen wurden umrandet und waren so zu einer größeren Mimik fähig, Handschuhe prägten bereits ab 1929 das Auftreten der stilbewussten Maus mit der roten Hose, die Ohren wurden größer, die Hüften breiter und das Gesamtbild runder.
Seit den 1960er Jahren überließ Mickey die Kinoleinwand allerdings überwiegend den anderen Disney-Charakteren. Schade eigentlich. So mit 80 ist doch die Zeit reif für ein pompöses Kino-Comeback, finden wir. Denk doch bei einem Stück Geburtstagstorte mal darüber nach, Mickey!
von Lea Weber
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Alle Jubeljahre – Jubiläen: Die Geschichte von B. und M.

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Boris Antonio und seine Schwester Maria Esclarmonde (im Folgenden B.A. und M.Ed.) hatten es von Anfang an nicht leicht. Mit ihrer Geburtsstadt hatten sie noch verhältnismäßig Glück. Im schönen Italien lag die Stadt, die ein wenig klingt wie eine berühmte Speise aus dem selben Land: Bologna. Und selbst mit der Familie war es gar nicht so schlecht um sie bestellt: Sie war riesengroß, und die Verwandten kamen aus fast allen europäischen Ländern. So weit so gut. Oder auch nicht? Der Schein trog, denn so toll es war, eine solch große Familie zu haben, sie alle, ob Tante Amelié aus Frankreich oder Onkel Karl Heinz aus Deutschland, sie alle hatten immer irgendwas auszusetzen und wussten natürlich immer alles besser. Egal, wohin sie reisten, und sie reisten viel und gern, immer war da jemand, der es besser wusste und auf den sie sich neu einzustellen hatten.
© magicpen / PIXELIO
Da kamen die beiden eines Tages auf die glorreiche Idee, die kurze Zeit, die sie ja immer nur zur Verfügung hatten, so gut wie nur möglich auszunutzen und stellten gemeine Dinge an. Ihr Lieblingsziel war zumeist die Universität der Stadt – merkwürdigerweise gab es in jeder Stadt, in der ihre Verwandten lebten, eine Universität. Hier stürmten sie die Büros, gingen an die Schränke und Schreibtische, tauschten Zettel aus, spielten mit dem Kopierer, fertigten Kollagen an… Schließlich zogen sie weiter und hinterließen, wie Kinder das nun mal gerne tun, ein gewaltiges Chaos, das Tante Amelié schon erleben durfte, was sie aber für sich behielt und ihrem Bruder Karl Heinz in Deutschland verschwieg. Hier nun wüteten die beiden in den vergangenen Jahren kreuz und quer durch die Republik und besuchten viele ihrer Verwandten.
Erst einmal ins schulfähige Alter gekommen, galt es natürlich, nebenbei einen Schulabschluss zu machen, und hier kommen wir nun wieder zum Anfang zurück, denn leicht, so haben wir festgestellt, hatten es die beiden nun wahrlich nicht. Die ständigen Wechsel und Veränderungen in ihrem Leben, kein wirkliches Zuhause, das fehlende stabile Umfeld – kein Wunder, dass die beiden Kinder ganz verunsichert sein mussten. Ihr chaotisches, zuweilen zerstörerisches Verhalten mag ein Ventil hierfür sein, dass niemand sie wirklich und für längere Zeit in ihr Herz geschlossen hat. Nur schwer fanden sie Anschluss, wenn sie wieder einmal neu irgendwo ankamen; sie waren oftmals sehr eigen, zuweilen sehr auf sich selbst bedacht, ohne wirkliches Interesse am Mitmenschen. Und was ihre Leistungen anging, nun, die wurden so unterschiedlich bewertet, so unterschiedlich Tante Amelié aus Frankreich und Onkel Karl Heinz aus Deutschland sprechen, der wiederum seinen schwäbelnden Bruder, den Peter, kaum verstand. Mal waren sie die Besten, mal Mittelfeld, mal die die Schlechtesten; manchmal kam es sogar vor, dass man gar nichts mit ihnen anzufangen wusste. Was habt ihr da gemacht? Und warum?, hieß es dann etwa, und B.A. und seine Schwester M.Ed. schüttelten die Köpfe. Keine Ahnung, wir haben das einfach so gemacht, sagten sie dann. Aber einmal abgesehen von dem mangelnden Sozialverhalten und den unterschiedlich bewerteten Voraussetzungen, wer ihnen vorwarf, sie lernten zu langsam oder seien immer nur abgelenkt, nun, denen kann gesagt werden, dass sie sehr tüchtig waren. Schnell holten sie Stoff auf und nach, erzielten gute bis sehr gute Ergebnisse und wurden schließlich in die Klasse 4 versetzt – Abschlussklasse Primarschule. Das ist jetzt.
© Thomas Kölsch / PIXELIO
Es geht um nichts weniger als um die Empfehlung für die weiterführende Schule. Es geht also um Weichenstellung für die Zukunft. Dass Züge, besonders schnellere, hierbei schon entgleist sind, ist kein Geheimnis, und ein wenig Angst können B.A. und seine Schwester M.Ed. auch haben: Eifrig dabei sind etwa 23.000 Kollegen von Karl Heinz und Peter, die Gleise zu demontieren. Sie, Professoren, Dozenten, Wissenschaftler, sprechen sich nämlich für eine neue Strecke aus. Der Weg des Geschwisterpärchens, wir konnten ihn ein wenig begleiten, habe nämlich alles andere als Erfolge gebracht: Viel zu viele wollen viel zu viele Interessen durchsetzen und vergessen darüber das, worum es einst ging, damals in Bologna: B.A. und MEd – das sollten Symbole, Garanten, Statusfiguren für Internationalisierung und Vergleichbarkeit werden. Und was noch? Kürzere Studienzeiten. Na gut, geschenkt. Letzteres kann man aber auch verdrehen: Quantität vor Qualität. Stichwort Scheuklappenstudium. Und was stellen wir hierzulande bei Karl Heinz und Peter noch fest? Es studieren nicht mehr StudentInnen – der Geschwisterboom um B.A. und M.Ed. blieb aus. Die Abbrecherquoten steigen. Stichworte: Gleiche Stofffülle bei kürzerer Studiendauer. Und bis man eine Person gefunden hat, die einem eine Prüfungsordnung erklären kann, nun, das war wohlmöglich auch früher schon nicht so einfach. Aber damals hatten sich die meisten an die alte Prüfungsordnung mittlerweile gewöhnt und wussten, was drin stand.
Hintergrund:
Im nächsten Jahr wird der Bologna-Beschluss 10 Jahre alt. Kein Grund zu feiern, sagen sich 23.000 Professoren und Wissenschaftler. Sie haben ihre Unterschrift dafür gegeben, dass sofortige drastische Gegenmaßnahmen bzgl. des Bachelor-Studienganges eingeleitet werden.
Abgesehen davon lässt die europäische Geschichte in Hinblick auf den Bachelarius-Abschluss keinen Optimiusmus für diesen versprühen: Immer wieder wurde er eingeführt, um einige Jahre später wieder zu verschwinden.
Welche Empfehlung also geben wir unseren künftigen Zehnjährigen im nächsten Jahr? Trotz tüchtigen Arbeitsverhaltens, trotz guter bis sehr guter Noten? Sollte man sie noch einmal wiederholen lassen, um Zeit zu gewinnen für die richtige Entscheidung und den hoffentlich richtigen Weg? Oder im Gegenteil: Schicken wir sie auf eine Schule für Hochbegabte und schauen, was passiert. Hier findet doch Förderung statt, wenn es auch nur für die Wenigsten ist (vgl. Studierendenzahlen). Oder sollten wir ein einfaches Ticket ohne Rückfahrt nach Bologna kaufen, und sie erst dann wieder in die weite Welt schicken, bis dort all die Zettel sortiert worden sind, die die beiden – man verzeihe es ihnen – durcheinander gebracht haben. Ich meine, mein Gott, waren wir nicht alle einmal neun Jahre alt und haben uns so benommen?
Wichtig bleibt, was schon immer wichtig gewesen ist für unsere Kleinen in der Gesellschaft, also auch für Boris Antonio und Maria Esclarmonde: Klare und nachvollziehbare Strukturen zu schaffen, ohne dabei die freie Entfaltung, die Kreativität und die Phantasie vollkommen zu verwerfen, denn das alles werden wir brauchen, um Lösungen zu finden, die dem Wirrwarr der derzeitigen Hochschullandschaft Europas Konstruktives entgegensetzen.
von René Kohn
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Alle Jubeljahre – Jubiläen: Google dich mal!

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Google: Helfer bei der Suche
nach der Nadel im Heuhaufen
© Rose / PIXELIO
Ja, kein Witz. “Googeln” ist seit 2004 offiziell ein vom Duden akzeptiertes Verb. Für unsere Generation steht diese Tatsache vielleicht weniger zur Diskussion. Im Gegenteil, es gehört zum festen Wortschatz eines jeden von uns. Aber war das schon immer so? Wir blenden einmal zurück…
Die Lovestory Larry Pages und Sergey Brins begann am 7. September 1998 in einer kleinen Garage in Mountain View, Kalifornien. Wie auch bei anderen großen Liebespaaren der Geschichte, konnten sich Larry und Sergey zunächst einmal gar nicht leiden, bis sie die Idee einer Hypertext-Web-Suchmaschine namens Google zusammenschweißte und bis heute nicht losließ. Ihre Idee bestand darin, die Menge der Hyperlinks zu analysieren, die auf eine Webseite verweisen, um herauszufinden, welche Seite am beliebtesten ist. Die Idee dieser Suchmaschine wurde in die Tat umgesetzt und wird heute von mehr als 90% aller Deutschen als erste Wahl genutzt. Studenten nutzen Google bei jeder Gelegenheit, um zum Beispiel an Infos zu gelangen, eine geeignete Lokalität zum Essen zu finden oder das Abendprogramm auszukundschaften. Für die Macher gilt die Devise: Was man dort nicht findet, ist schlichtweg nicht existent.
Durch Kleinanzeigen nach Suchbegriffen wird das Unternehmen finanziert und bietet heute eine Vielzahl von Diensten, wie Bilder- und Videosuche, E-Mail, Kalender, Text- und Tabellenbearbeitung. Doch Google bietet nicht nur Onlinedienste, sondern auch zahlreiche Produkte, wie ein eigenes Handybetriebssystem oder das gut bewährte Medium, das Buch “Die Google-Ökonomie”.
All diese Dinge wurden jedoch nicht an einem Tag geschaffen. Die Lovestory der beiden Computergenies jährte sich in diesem Jahr zum 10. Mal. Und auch nach 10 Jahren lässt Google nicht nach. In den ersten acht Monaten des Jahres 2008 wurden eine kollaborative Wissensplattform (Knol), eine 3D-Chat Anwendung (Lively), Straßenansichten für noch mehr Großstädte und ein eigener Google-Browser (Chrome) gestartet.
Also kann ich nur noch sagen: Alles Gute zum 10-Jährigen und weiter so. Wir Studis brauchen euch!!!!
von Jessica Barbato
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Alle Jubeljahre – Jubiläen: HIV

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Der HI-Virus reiht sich in unsere Jubiläumsserie ein. Vor nunmehr 25 Jahren wurde das Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) erstmalig von französischen und amerikanischen Forschern fast zeitgleich als solches benannt. Sie waren es, die herausfanden, dass das Virus über Blut, Sperma, Vaginalsekret, Liquor und Muttermilch übertragen werden konnte. In der heutigen Zeit ist HIV ein immer wichtiger werdendes Thema, denn die Anzahl der Infizierten steigt von Jahr zu Jahr, und das nicht nur in den sog. Drittweltländern, sondern auch in den Industriestatten!!!
Schaut man zurück in die Geschichte, so trat die Krankheit zunächst einmal nur bei homosexuellen Männern auf, später aber auch bei Drogenabhängigen oder Empfängern von Blutkonserven. Das Virus zeigte sich in Form von Hauttumoren, die Kaposi-Sarkomen genannt werden und endete tödliche. Heutzutage existieren Medikamente auf dem Markt, die das Virus eine Zeit lang eindämmen können, aber nicht vollständig ausrotten. Ebenfalls ist es nicht 100% sicher, dass das Virus bei einer infizierten Person ausbricht. Es gibt HIV positive Menschen, bei denen das Virus still im Körper verharrt und keine weiteren Schäden anrichtet. Leider betrifft das nur wenige. Es wird immer wieder empfohlen sich regelmäßig testen zu lassen, um eine unbewusste Übertragung zu vermeiden.
Die Rote Schleife (“Red Ribbon”) symbolisiert die Solidarität der Menschen mit den Infizierten. Sie trat erstmals von Prominenten getragen auf, die diese im Gedenken an verstorbene Kollegen trugen.
Obwohl die Forschung schon Großes geleistet hat, steht die Entwicklung eines Medikamentes, das den HI-Virus erfolgreich bekämpft, nach wie vor aus.
von Jessica Barbato
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“Er war Superstar. Er war populär.”

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Grabmal von Johann Hölzel in Wien
So lauten die Worte nicht irgendeines Songs irgendeines Künstlers. Hier nämlich wittert Geschichte, Ruhm, Erfolg, Anerkennung. Es handelt sich dabei nämlich um einzigartiges deutschsprachiges Kulturgut, das auch in Übersee so viel Anerkennung fand, dass es sich ganze drei Wochen an der Spitze der Billboard-­Charts halten konnte. Für alle, die nun immer noch krampfhaft in ihren musikalischen Erinnerungen suchen, möge das Geheimnis nun gelüftet werden: Rock Me Amadeus, so nennt sich der Chartbreaker. Und dahinter steht Falco. Und um seine Geschichte oder sagen wir, um einige Stationen davon wird es in diesem Artikel gehen, anlässlich zu seinem 10. Todestag. Das ist der eine Grund, warum gerade Falco ausgewählt wurde, es ist darüber hinaus aber auch die musikalische Geschichte, die etwas Verklärtes, zuweilen vielleicht auch etwas Mystisches an sich hat. Man mag dafür auch das Wort Legende bemühen.
Wo ist er denn also? Mit dem weitaus weniger vermarktungsfähigen Namen Johann Hölzel erblickt dieser im Jahre 1957 in Wien als einziger von drei Überlebenden die Welt. Johanns Geschwister verliert die Mutter nämlich bereits in der Schwangerschaft. Diesen doch eher außergewöhnlichen Umständen folgt im Grunde eine typische Künstlersozialisation: Mit Stützflügel und Plattenspieler war er schon in den ersten Jahren bestens ausgerüstet worden. Die Attestierung des absoluten Gehörs mit fünf Jahren lässt irgendwie darauf schließen, dass Fähigkeiten vermutet und bestätigt wurden, mehr dann aber auch nicht. Im Jugendalter brach er die Schule, wie kann es anders sein, natürlich ab, fing eine Berufsausbildung zum Bürokaufmann bei einer Versicherungsanstalt an, die er auch an den Nagel hing, um dann über einen kurzen Abstecher beim österreichischen Wehrdienst im Bundesheer endlich wieder der eigentlichen Passion zu folgen – der Musik – und begann ein Studium am Wiener Musikkonservatorium, das er wiederum schmiss, um „ein richtiger Musiker“ zu werden. Mit E-Gitarre und Bass zog er vornehmlich durch Wien und machte sich einen Namen vor allem in der Underground-Szene. Ach ja, was den Namen angeht, so spielte hier der Skispringer mit dem durchaus sprechenden Namen, Falko Weißpflog, auch der „Falke“ genannt, den Namenspatron.
Falco, bestach durch zweierlei, was sich im Grunde nie ändern sollte: Zum einen war es sein äußerliches Gebärden, so kokettierte er gerne mit gespielter oder ernsthafter (?) Eitelkeit und Dekadenz. Beispiel: Bei einem Auftritt trug er über seinem Anzug einen Plastikschutz. Zum anderen waren es seine Texte, die teils so provokativ anmuteten, dass sie von Hörsendern boykottiert wurden. Bekanntestes Beispiel hierfür ist wohl die 1986 erschiene Single-Auskopplung aus seinem erfolgreichsten Album (Falco 3), Jeanny und das dazugehörige Video, in dem er sich selbst in Zwangsjacke als Frauenmörder darstellt. Begründung: Gewalt verherrlichend. Neben Gewalt ist es aber vor allem die Wiener Drogenszene, welche er lyrisch mal deutlich, mal unterschwellig ironisch bearbeitet. Dass der Mann mit dem Koks in den 90er Jahren auftaucht – stilistisch nun im Elektro-Pop-Gewand –, trägt dem Spiel mit der doppelten Bedeutung vor diesem Hintergrund Rechnung. Die dreifache Bedeutung mag ersehen werden, wenn man Falcos Alkohol- und Drogenprobleme ergänzt.
Es sind diese Doppeldeutigkeiten und Verweise zwischen Künstler und Werk, die Falcos Geschichte ausmachen. Er war ein Selbstinszenierer par exellence und wusste dies auch gut zu verpacken, sei es in Plastikschutzfolie oder in programmatisch anmutende Texte. Beispiele gefällig? Siehe Überschrift. Mit diesen Zeilen schaffte Falco den internationalen Durchbruch, und ob damit nur Amadeus gemeint war, wer weiß es… Die ganze Welt dreht sich um mich, hieß es Ende der 90er in der Egoist. Die wohl berühmtesten Worte hörten wir aber nach seinem Ableben bei einem tragischen Autounfall in der Dominikanischen Republik, seiner letzten Heimat, wenn er in Out Of The Dark sprechsingt: Muss ich denn sterben, um zu leben? Das ewige Hinterherhängen nach dem einstmals großen Erfolg in den 80er Jahren sollte nach seinem Tod vorbei sein, denn er schaffte es ein zweites Mal durchzustarten, leider ohne es selbst mitzubekommen.
Ach ja, und wer nun meint, hey, Falco, der war doch voll uncool, und der konnte doch gar nicht rappen, dem sei gesagt, dass er mit Der Kommissar den ersten erfolgreichen Rap-Song eines ‚Weißen’ auf sich vereinigen konnte – noch vor Eminem! In diesem Sinne.
von René Kohn
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My Home is my Campus

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Das sollte noch im letzten Semester unser X-treme-Motto sein. Nachdem wir uns gefragt haben, was wir alles X-tremes tun könnten, erschien uns unsere Campus-WG-Action als die spaßigste und auch die mit Abstand am sinnvollste. 5 Tage, nur der Campus und wir. Eine 3-Personen-WG in einem 9-Personen-Zelt. Geduscht, gelebt und geschlafen wurde auf dem Campus. Werbung wollten wir machen, auffallen, Präsenz wollten wir zeigen… und was bitteschön ist präsenter als dauernd da zu sein? Tag und Nacht? Gesagt, getan. So machten wir uns am 12.07. auf, mit Sack und Pack, ein wenig Taschengeld für Frühstück und Mensaessen, der üblichen Festival-Camping-Ausrüstung und errichteten unser Camp direkt neben dem Affenfelsen gegenüber vom Bistro. Wie wir die Tage verlebten, lest ihr im Folgenden an den Beispielen meiner männlichen Mitbewohner.
von Melanie Ehlert
So, das Zelt steht, darf ich jetzt wieder nach Hause? So oder so ähnlich habe ich wohl geklungen als ich realisierte, worauf ich mich eingelassen habe. Ich als durch und durch Stadtmensch darf mich nun mit zwei weiteren Personen in ein enges Zelt quetschen und die nächsten fünf Tage das Unigelände nicht mehr verlassen… im Knast kann es kaum schöner sein! Aber wer so blöd ist und hier schreit, wenn er weiß, was als nächstes X-tremes passieren wird, der ist dann halt mal selber schuld.
Erstmal musste ich meinen Teil des Zeltes vernünftig einrichten und den wenigen Proviant (ich bin halt nicht Camping erfahren!), den ich hatte, habe ich auch erstmal in Tagesrationen eingeteilt… nicht dass ich draufgehe wenn Ulla ihr Bistro zu hat und ich am Vortag zu viele meiner fünf Minuten Terrinen aufgefuttert habe. Da uns schon am ersten Abend ein wenig die Langeweile überkam, gab es Bier, Tennis, Federball und „Verstecken“ spielen zum Abendbrot. So lässt es sich leben, so kann jeder Abend sein. Allerdings wusste ich, dass ich am Montag und Dienstag um 5 Uhr morgens arbeiten musste… und 3 Klausuren während der Campingwoche auf mich zukamen. Aber ein paar Bier und ein Schlafsack helfen wirklich über die fiesesten Gedanken hinweg.
Foto: Melanie Ehlert
Die erste Nacht war unglaublicherweise wirklich recht angenehm, das Aufstehen um halb fünf dagegen weniger. Dafür konnte ich auf meinem Rückweg von der Arbeit den Sonnenaufgang beobachten. Der erste Weg führte mich dann in den Sporttrakt. Zuerst einmal war Körperputz angesagt. Ich muss sagen, die Blicke die einem Studenten um 8 Uhr morgens zuwerfen wenn man mit Schlappen und Kulturtasche über den Campus eiert, sind wirklich kaum zu ersetzen. Lecker Frühstück im Bistro und zack war ich gewappnet für den Rest des Tages.
Immer mal wieder ging ich natürlich in mein neues Heim um zu schauen, ob noch alles steht und ob uns die Studenten registrieren. Ersteres ja, zweiteres nein. Komischerweise gab es am ersten Tag lediglich Kommentare von Freunden und Bekannten. Nur einige wenige, die das Banner über unserer Tür gelesen hatten, fragten was denn bitte uniVista sei. Eine berechtigte Frage nach nun mehr knapp 10000 verteilten Heften, dachte ich mir, während ich über einem Bunsenbrenner meine Ravioli aus der Dose kochte. Es ist also doch ganz gut, dass wir uns hier präsentieren.
Immer mal wieder fanden sich Menschen die sich des Abends zu uns gesellten um eine Runde Verstecken zu spielen. Herrlich, zu was man Leute bekommt, wenn die Optionen nicht sonderlich zahlreich sind. An diesem Abend durfte ich leider früh ins Bett, da am nächsten Tag eine Klausur anstand. Was mir weniger passte war, dass ich wusste, dass Kai sich etwas Fieses für mich ausgedacht hatte. Komischerweise fand er es überhaupt nicht lustig, dass ich ihm in der ersten Nacht einen TUC in den Schlafsack gelegt hatte. Seine Nacht war also wesentlich knuspriger als er es sich erhofft hatte. Seine Rache kam dann auch. Nachdem ich selig weggeschlummert war, entfernte er die Halteseile meines Innenzeltes.
Der Dienstag ging relativ schnell um, ich ging kurz in den Seminarraum, verhaute meine Klausur und genoss dasselbe Spiel wie am Montag. Bier, Ravioli, Verstecken aber von allem nicht zu viel, denn wieder wartete eine Klausur am nächsten Tag auf mich. Das schöne am Dienstag war allerdings, dass nun mehr und mehr Leute unser Vorhaben registrierten und uns ansprachen.
Der Mittwoch stand allgemein im Zeichen des Sonnenkampfestes. Nachdem ich also meine Klausur hinter mir hatte, ging es sogleich zum Vorglühen ans Zelt. Im Nachhinein möchte ich mich für die Solidarität der Studenten Vechtas bedanken, dass während des Festes nichts geklaut wurde und auch kein Witzbold auf die Idee kam unser Zelt mit gelbem Körpersaft zu verschönern.
Am Donnerstag wurde endlich ausgeschlafen. Das war weniger der Hammer, da das Wetter ungefähr so vernebelt war, wie unsere Köpfe. Am Freitag gab es dann noch die letzte Klausi für mich und danach wurde auch so langsam abgebaut.
Trotzdem ich Zelten überaus hasse, würde ich den Spaß immer wieder mitmachen. Es gibt unglaublich viele Stundenten in Vechta, die man noch nicht kennt, aber auf diesem Wege kennenlernen kann.
von Sebastian Dargel
So, das ist also mein neues Heim. Recht geräumig. Aber was sind das für Sponsen, die sich anschicken, dieses blaue WG-Zelt mit mir zu teilen. Hab ich mir das gut überlegt? War diese Schni-Schna-Schnapsidee nicht sogar von mir? Memo an mich selbst: Backen halten. Nun gut, es sind nur 5 Tage. Fünf Tage kein Freigang vom “Campus”, oder wie ich es gerne nenne: Schulhof.
Was soll‘s, die meiste Zeit der letzten vier Jahre hab ich eh hier verbracht, also warum nicht einfach das ganze mit einem gelungenen Topping abrunden.
Foto: Melanie Ehlert
Sonntag: Zelt aufbauen. Ich zweifle, dass das eine gute Idee war. Mein Zeltbereich ist rund 2,5 qm groß. Feinste Zeltwände mit Stockstuck und Lärmdämmung gleich Null. Das Atrium des blauen Stoffzuhauses bietet viel Platz, um auch mal einen Abend zuhause zu bleiben. Ich habe mir vorgenommen, mir ein paar Bücher aus der Bibliothek zu holen und zu lesen. Die Zeit will ich nutzen.
Montag: Schmackhaftes Frühstück bei Ulla. „Winnie der Puuh“ aus der Bibo ausgeliehen. Die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen vergeht wie im Fluge, dank der wirren Geschichten um den Bären mit geringem Verstand. Besucher des Zeltplatzes schauen neugierig bis verdutzt, und auch die WG im oberen Stock des N-Gebäudes linst neidisch auf unseren Vorgarten. Lass die Leute reden…
Dienstag: Dieser Dargel, ich bring ihn um. Ganz einfach und schmerzvoll. Hat dieser rothaarige Bengel mir doch glatt einen heimtückischen TUC-Cräcker aufs Bett gebröselt. Duschen im Sporttrakt.
Frühstück bei Ulla. Lernen für die letzte Prüfung meines jungen Studiums. Mit meinem Mitbewohner quäle ich mich durch die amerikanische Literatur und entdecke die Gewaltdarstellungen Cormac Mc Carthys für mich. Vielleicht lassen sich daraus ein paar Ideen ableiten gegen den gemeinen TUC-Terroristen. Heute Abend verlasse ich den Campus. Ich breche aus, um 4 Stunden später wieder da zu sein. Bandprobe und Ausnahmeregelung halt.
Mittwoch: Der Dargel-Schlachtplan wird immer ausgeklügelter. Frühstück bei Mama Ulla, die uns jeden Morgen mit einem mitleidsvollen Blick die notwendige Zuneigung vermittelt, um uns dann auszulachen. Habe das N-Gebäude als Badezimmer für mich entdeckt. Blöde Blicke beim Rasieren sind keine Seltenheit. Jungs, passt auf! Ihr habt keine Rasierklinge in der Hand. Heute Abend findet das Sonnenkamp-Fest statt. Wir überlegen, wie wir unsere lauten Nachbarn die ganze Nacht aushalten sollen. Zum Glück gehört das Wohnheimgelände auch zu unserem Ausgangsbereich. Wir trinken die Störung einfach weg. Infiltrieren, inhalieren und ignorieren!
Donnerstag: Dargels Zimmer ist über Nacht einfach eingestürzt. Unglaublich, wie viele Leute an der Vechtaer Uni einfach nett nachfragen, was wir mit unserem Zelt eigentlich auf dem Campus wollen. Verplempere Zeit auf dem wunderschönen großen Affenfelsen und fühle mich wie im Zoo. Winnie Puuh konnte mich nicht in seinen Bann ziehen, obwohl es so unglaublich gut ist. Ich habe höchstens die Hälfte des Buches geschafft. Was ich aber geschafft habe: Eine Reise durch den „linken Gemüsegarten“ hinter unserem Zelt, Besuch des Design-Gebäudes, persönlicher Kaffee-Rekord gebrochen.
Freitag: Heimwärts. Ich ziehe aus. Der letzte Tag fühlt sich an wie jeder Freitag in Vechta. Die Uni dampft so mit halber Fahrt dahin, weil sich 80% meiner Kommilitonen schon im Wochenende befinden.
Sollte die Wohnungskrise Vechta mal wieder erreichen, schlagt eure Zelte auf dem “Schulhof” auf.
von Kai Pröpper
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Offener Brief an die Verursacher der Finanzkrise

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Auswirkungen für die Studentenschaft:
Die Auswirkungen für die Studierenden werden von eher indirekter Natur sein, da sie selten Aktieneigentümer sind. Die großen Geldmassen, welche jetzt auf den Markt geworfen werden, können eine Inflation zur Folge haben. Das heißt, unser Geld wir immer weniger wert und die Güter des täglichen Bedarfs immer teurer.
Die anhaltende Verunsicherung auf dem Kreditmarkt sorgt dafür, dass Unternehmen keine Kredite mehr für ihre Investitionen bekommen. Dies hat zur Folge, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind. Dies macht natürlich auch einem Absolventen der Hochschule den Einstieg ins Berufsleben nicht unbedingt leichter.
Der Staatshaushalt gerät unter Druck und erforderliche Mehrausgaben (Rettungspakete für die Banken, Konjunkturprogramm für bestimmte Wirtschaftszweige) müssen irgendwie kompensiert werden. Es wird also Kürzungen geben. Diese werden traditionell zuerst in Bildung und sozialen Projekten angesetzt. Es werden also weniger Lehrer eingestellt, und die Gelder für Projekte für Straßenkinder, Drogenberatungsstellen etc. werden stark gekürzt oder gestrichen, so dass auch hier Arbeitsplätze wegfallen.
© Hans Peter Dehn / PIXELIO
Liebe Manager,
es ist schlimm, was zurzeit in ihrer Welt passiert. Ihr Posten ist nicht mehr sicher, und Sie bekommen statt 20 Millionen Dollar Abfindung nur noch die Hälfte und das, obwohl Ihr Jahresgehalt doch nur läppische 10 Millionen betragen hat. Mal abgesehen von den Aktien- und Gewinnbeteiligungen. Aber das ist ja eh nur Kleingeld. Schließlich haben Sie gute Arbeit geleistet, und es ist nicht Ihre Schuld, dass die Kreditnehmer in den USA nicht mehr zahlen konnten. Das tut mir wirklich Leid für Sie.
Doch nach all diesen bitteren Erkenntnissen freue ich mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass es Ihnen trotz allem gar nicht so schlecht geht. Denn 1,5 Millionen Häuser werden in diesem Jahr in den USA zwangsversteigert. Das sind 65 Prozent mehr als in den Vorjahren. Können Sie sich das überhaupt vorstellen, wie es wäre, wenn Sie Ihre geliebte Villa und das Penthouse-Appartement nicht mehr hätten? Schrecklich, oder?
Auch mit Ihrem Schicksal des Arbeitsverlustes sind Sie nicht allein. Denn nach Schätzungen werden bis zu
100.000 Arbeitsplätze in der Finanzindustrie im Zuge dieser Krise verloren gehen, und wer weiß, wie viele noch, wenn die Finanzkrise sich auf die Wirtschaft ausweitet.
Aber es kommt noch besser: Stellen Sie sich vor, die Steuerzahler der USA und der EU wollen Ihnen helfen, das kleine Missgeschick wieder auszubügeln und Ihr Unternehmen zu retten. Sie geben Ihnen allein in Deutschland 500 Milliarden Euro! Sie müssen nur noch über ihren Schatten springen und zugreifen.
Das ist doch toll, oder?
Gruß,
uniVista
Die Finanzkrise – ein Abriss der Entwicklung:
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 senkt die US Notenbank den Leitzins immer wieder (von 2001-2003 von 6,5 auf 1 Prozent) um die Märkte zu stabilisieren.
Eine Senkung des Leitzinses macht Kredite und damit Geld billig. Dies nutzen viele amerikanische Bürger um sich ein Eigenheim zu bauen, finanziert ohne einen Cent Eigenkapital. Die einzige Sicherheit für die Banken ist die Immobilie selbst. Durch die hohe Nachfrage steigen auch die Preise am Immobilienmarkt
Um das Risiko dieser Kredite zu minimieren entwickeln US Banken eine Anlageform, indem Sie die Kredite verkaufen. Kredite werden gestückelt, vermischt. Undurchsichtige Finanzpakete entstehen
Ab 2004 werden die Zinsen wieder angehoben. Da die amerikanischen Kredite an den Leitzins gebunden sind, bringt das die Kreditnehmer in Schwierigkeiten, so dass sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können.
2006: Das Angebot an Häusern ist nun größer al die Nachfrage, was die Preise rapide sinken lässt. Damit wird die einzige Sicherheit, welche die Banken haben, quasi wertlos.
Im Sommer 2007 wird das Ausmaß der Krise deutlich. Die riskanten US-Hypothekenkredite liegen nun direkt oder indirekt in vielen Portfolios und bringen damit Banken und Großanleger ins Schleudern. Durch die undurchsichtige Vorgehensweise beim Schnüren dieser Finanzpakete schwindet das Vertrauen der Banken untereinander. Niemand weiß wie weit die Banken involviert sind. Deshalb leihen sich die Banken kein Geld mehr untereinander. Die Zentralbank springt ein und pumpt 300 Milliarden Dollar in den Kreditmarkt.
Im letzten Quartal 2007 müssen die Finanzriesen Farbe bekennen und geben Abschreibungen in Milliarden Höhe an. Die Finanzkrise weitet sich inzwischen global aus, weil auch europäische Banken beim Geschäft mit den US- Hypothekenkrediten mitgemischt haben.
Januar 2008 fallen die Börsenkurse rapide, da Investoren befürchten, dass sich in den Bilanzen weitere Abschreibungen verbergen.
Liebe Politiker,
Sie sind im Moment nicht zu beneiden. Da hatten Ihnen die Manager und Wirtschaftsexperten soviel versprochen und Sie hatten sich die Zukunft schon so rosig ausgemalt. Ein ausgeglichener Haushalt war Ihr Ziel. Doch nun müssen Sie die Banken vor dem Bankrott retten und zusehen, wie ein Wirtschaftszweig nach dem anderen drastische Umsatzrückgänge vermeldet und Arbeitnehmer entlassen will. Jetzt bleibt Ihnen nur noch die Schadensregulierung. Eilig schnüren Sie und Ihre Kollegen nun Rettungspakete, bezahlt vom Steuerzahler. Der ist zwar Ihr Wähler und findet das gar nicht gut. Aber letztlich sitzen Sie dann am längeren Hebel und bis zur nächsten Wahl ist das ganze Debakel sicher wieder vergessen. Das heißt, nur wenn diese Milliarden, welche Sie auf den Markt werfen, nicht zur Inflation führen und somit wieder der kleine Bürger, welcher um seinen Arbeitsplatz bangt, noch weniger Geld zur Verfügung hat. Nein, Sie sind wirklich nicht um Ihren Job zu beneiden.
Dennoch würde ich gern mal mit Ihnen tauschen, um zu verstehen, warum Sie das Geschehen auf dem Geldmarkt nicht stärker regulieren. Selbst in den Landesbanken, in denen Sie Vorstandsmitglieder zur Kontrolle sitzen haben, wurde in die riskanten Papiere investiert. Wie kann das sein?
Gruß,
uniVista
Anmerkung:
Die im vorlegenden Text benannten Statusgruppen sind selbstverständlich nicht die alleigen Verantwortlichen der Finanzkrise. Diese hat vielfältige Ursachen und damit auch viele Beteiligte. Zum Beispiel die Börsianer und auch die Kreditnehmer in den USA, welche über ihre Verhältnisse gelebt haben. Wir haben diese zwei Statusgruppen ausgewählt, weil jene am meisten in der Öffentlichkeit stehen und aus ihren Positionen heraus den größten Einfluss haben.
von Stefanie Bruns
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Mein erstes, zweites, drittes Spiel – 15 Euro war´n zu viel!

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© Heiko Wagner / PIXELIO
Magic-Casino, ich dachte an schnelles Geld.
Wie? Natürlich mit dem magic in der Spielbank. Aschenputtel hat sie doch auch geholfen, die Magie.
Innerlich von schnellem Geld geblendet, betrat ich das Casino. Ich dachte, ich hätte Glückspilze gefrühstückt und ginge mit mehr Geld wieder nach Hause. Meine Hosentaschen beulte ich aus, hatte ich auch Taschen in der Jacke? – Nur für den Fall des Jackpots.
Meine Begleitung und ich hatten uns auf 15 Euro pro Person geeinigt. Für mich stand die Aktion unter scherzhaftem Stern. Der Augenblick meines ersten Mals hatte mich vergessen lassen, dass manche dauerillusioniert und realitätsfliehend in diesen Räumlichkeiten verweilen und auch, dass andere wiederum desillusioniert und realitätsnah professionelle Spieler sind.
Eine Dame begrüßte uns. Ich hoffte, mein Hilfe suchender Blick entlocke ihr ein “Kann ich Euch helfen?” Nichts. Meine fehlende Orientierung schließlich brachte ein „…ähm, ich hab keine Ahnung. Gibt‘s hier ne Gebrauchsanweisung oder so? Wie funktioniert das? Was sind das für Automaten?“ heraus und die Dame gab uns eine kurz gehaltene Einführung auf meine lang gestellten Fragen.
Uninformiert, aber erlebnisorientiert hielt das Selbermachen her. Sechs Automaten waren von vier Spielern belegt. „Gestern“ so erzählte die Dame, „habe jemand den Jackpot gewonnen.“ Wir waren also zu spät… Ich setzte mich an den ersten Automaten und bestimmte den Einsatz. Roulette und Bingo verstand ich nicht, so dass es mich zum Magic Kingdom verschlug. Dort verblieb ich und fiel in Resignation. Zwischendurch drückte ich hier und da Knöpfe. Ich gewann… und verlor. Ich setzte niedrig, setzte hoch. Meine Gedanken schweiften umher, schweiften weg. „Ich bin kein Spieler, hier macht es mir keinen Spaß, …“ Meine Begleitung riss mich aus meiner Resignation. „Hey, ich hab alles verspielt.“ Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit: „Ich hab noch sechs Euro…“. Wir verweilten neben meinem Automaten, ließen uns einen kostenlosen Kaffee servieren und nach kurzer Zeit stand mein Zockerkonto auf +/- Null.
Die Glückspilze hatte ich gefrühstückt, aber ich entlarvte meinen Begleiter als Pechvogel, dessen Gegenwart leider stärker war, als die meiner Pilze…
Fazit: Was war nun “dran” an diesen Automaten im Magic Casino? Ich wusste: „Drin“ war auf jeden Fall Geld. Jetzt auch meine 15 Euro.
© Uwe Steinbrich / PIXELIO
Ein Hausarbeitsthema war es gewesen, welches mir dieses erste Mal einbrachte.
Ähnlich wie der erste Bildeindruck von Las Vegas bei Nacht eröffnete sich mir fachliterarisch ein erleuchtetes Feld mitten im Dunkeln. “Showlichter” sind die ätiologische Fragestellung oder die Diskussion über den Namen des Kindes. “Spielsucht” oder “Pathologisches Spielen”?
Die Autonomie fährt Achterbahn: Das “Suchtgen” als nicht oder nur kaum beeinflussbar oder „pathologisches Spielen“ als Symptom schwerer Lebenssituationen?
Ich habe etwas über mein eigenes Spielverhalten gelernt. Schlüsse auf meine Mitmenschen kann ich daraus nicht ziehen.
von Johanna Olberding
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Delmenhorst – Hinter Huchting ist ein Graben…

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Was kann man als Stadt tun, wenn man zwischen den Unihochburgen Oldenburg und Bremen gefangen steckt und die einzige Assoziation ein Hotel mit zwielichtigem Charakter oder die Popsängerin Sarah Connor darstellt? Richtig, gar nichts! Dass Delmenhorst dennoch einige Perlen zu bieten hat, blieb dem uniVista-Team auf seiner Reise mit dem Studententicket nicht verborgen…


Fotos: Björn Franke
Fabrikmuseum
Industriekultur stellt für Delmenhorst seit über 100 Jahren einen wichtigen Faktor dar. In der 1884 gegründeten “Norddeutsche Woll- und Kammgarnspinnerei” wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein aus Rohwolle Garn gesponnen. Obwohl das Unternehmen selbst nicht mehr existiert, blieben einige historische Gebäude, wie die Lichtstation von 1884 und das Turbinenhaus von 1902, erhalten. Heutzutage kann man auf einer Ausstellungsfläche von 3000m² sowohl die Geschichte der Woll- und Kammgarnspinnerei, als auch die Entwicklung der Stadt Delmenhorst, von der mittelalterlichen Burg zur Industriestadt, betrachten. In regelmäßigen Abständen werden Führungen angeboten, die umfangreiche Informationen zum Industrieleben auf der Nordwolle in Delmenhorst bieten. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Weitere Informationen findet ihr unter: www.fabrikmuseum.de
Wem im Anschluss an den Besuch der Magen knurrt, dem empfiehlt sich ein kleiner Umweg über das hervorragende mexikanische Restaurant El Marriachi am Fabrikhof 9-10.
www.el-mariachi-delmenhorst.eu
Graftanlagen
Man glaubt es kaum: Selbst in der Industriestadt Delmenhorst gibt es Grün. Südlich der Innenstadt erstrecken sich entlang der Delme die Graftanlagen. 1247 wurde auf der Burginsel ein Hof zu einer Wasserburg umgebaut, im 16. Jahrhundert entstand daraus ein Renaissance-Schloss. Leider wurde dieses ab 1711 wieder abgerissen. 1906 wurde das Areal zur Parkanlage umgewandelt. Die Delmenhorster Graftanlagen bieten auf verschiedenen Wegen und Grünanlagen Möglichkeiten zum Spazieren und Ausruhen. Besonders zur Sommerzeit tummeln sich Menschen verschiedenen Alters in den Anlagen und genießen den Tag. Wer Lust nach einem Feierabendbierchen oder einem Glas Wein verspürt, dem seien der angrenzende Speicher sowie die Graftwerke empfohlen.
Im Netz:
www.graftspeicher.com
www.graftwerk.de
Fette Beats oder so…
Wer sein Nachtleben nicht nur mit einem Gang in die nächste Kneipe gestalten möchte, kann sein Tanzbein in der Diskothek Mausefalle schwingen. Von Donnerstag bis Samstag wird dem Besucher ab 21:30h auf zwei Areas Unterhaltung geboten. Die wöchentlich wechselnden Events können der Homepage entnommen werden. Die Mausefalle Delmenhorst zählt zu den erfolgreichen Nightlife-Konzepten der Stadt und ist jedes Wochenende erneut Anziehungspunkt für junge Leute aus Stadt und Umland.
Diskothek Mausefalle. Weberstraße 10. 27749 Delmenhorst.
Im Internet: www.mausefalle-delmenhorst.de
Riva
Sollte es nach einem Besuch im Delmenhorster Großraumkino Maxx noch etwas Zeit geben, bis euch der Zug zurück nach Vechta bringt, bietet sich ein kurzer Abstecher ins Riva an. Direkt am Bahnhof gelegen, bietet es Getränke und Speisen in allen Variationen und für jeden Geldbeutel. Außerdem lässt euch der direkte Blick auf den Bahnhof garantiert nicht den Zug verpassen.
www.riva-delmenhorst.de
Slattery´s Irish Pub
Zu einer festen Größe des Delmenhorster Nachtlebens zählt das Irish Pub Slattery‘s. Beliebt bei Jung und Alt bietet es sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende Live-Musik und verschiedene Events. Ein Highlight stellt vor allem die alljährliche Halloween-Party dar, die bereits Kultcharakter in der Stadt besitzt. Etwa fünf Minuten vom Bahnhof entfernt, findet ihr den Pub an der Stedinger Straße 40. Ab 16:00 Uhr steht das Team für euch hinter dem Tresen.
Mehr Infos unter: www.slatterys-delmenhorst.de
von Britta Simon und Björn Franke

Bilderalbum
uniVista No. 10: Delmenhorst
uniVista No. 10: Delmenhorst
Unterwegs in Delmenhorst (Fotos von Björn Franke)
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Fáilte go hÉireann – Willkommen in Irland

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Fotos: Britta Simon
Für wen das Auslandssemester vor der Tür steht oder wer lediglich eine Auszeit von der deutschen Lebensweise sucht, dem sei ein Aufenthalt auf Europas Grüner Insel empfohlen.
Die Republik Irland, die den westlichsten Punkt Europas markiert, trägt ihren Beinamen mit Recht. Wer die größeren Städte verlässt und im Land reist, findet sich schnell in einer unwirklichen Welt wieder. Unberührte Natur, raue Berglandschaften und wilde Bäche in weiten Nationalparks prägen das Bild. Dazwischen vereinzelte Wohnhäuser, die die Frage aufkommen lassen, wen es dauerhaft an solche abgelegenen Orte verschlägt. Die Liebe zu ihrem Land, ihrer Kultur und Tradition prägen den Stolz der Iren. So findet man an Straßen und öffentlichen Gebäuden sowohl die Amtssprache Englisch als auch des Irish Gaelic. Letzteres ist fester Bestandteil des Lehrplans an den meisten staatlichen Schulen. Patriotisch sind die Iren nicht nur in punkto Kultur. Auch im Sport dominiert der auf Irland begrenzte Gaelic Football, eine Mischung aus Rugby und Soccer. Daneben steht das etwas bekanntere Hurling. Beide Sportarten werden in reinen Amateurligen gespielt, dennoch brechen die alljährlichen championship-finals alle Zuschauerrekorde. Die im restlichen Europa beliebte Fußball-Liga findet in Irland eher zweitrangig Beachtung, was mitunter auch an der eher geringeren Beteiligung an internationalen Wettbewerben liegen kann.
Ein Problem, mit welchem sich Irland seit mehreren Jahren konfrontiert sieht, ist der hohe Alkoholkonsum Jugendlicher. Im Zuge des Intoxicating Liquor Act 2008 führte die Regierung diesen Sommer nicht nur ein generelles nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol ein, sondern erhöhte die Bußgelder für die illegale Abgabe an Jugendliche und das Betrinken in der Öffentlichkeit drastisch. In diesem Zuge soll ein verantwortungsbewussterer Umgang mit Alkohol gewährleistet werden. Auch die Verkehrssicherheit innerhalb des Landes wird stark debattiert. So hält Irland momentan einen traurigen Rekord: Neben Griechenland zählt es zu den Spitzenreitern in punkto Verkehrstoten innerhalb der EU. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auf das mitunter unzulängliche Verkehrssystem, vor allem außerhalb der Großstädte, zurückzuführen ist.
Obwohl die wirtschaftliche Hochkonjunktur der irischen Republik inzwischen abflaut, sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland immens. So kann mitunter das Doppelte der Kosten hierzulande für Lebensmittel und Konsumgüter veranschlagt werden. Kurzurlaubern und Rucksacktouristen sei daher ein Carepaket aus der Heimat empfohlen, welches ohne Probleme im Koffer oder Rucksack transportiert und ins Land eingeführt werden kann.
Wer an Kultur und Natur seinen Gefallen gefunden hat, der sollte einen Aufenthalt in Irland nicht missen und sich die Zeit nehmen, Land und Leute zu erkunden. In jedem größeren Ort sind Unterkünfte vorhanden und die Gastfreundlichkeit der Iren macht jeden Aufenthalt, ob kurz oder lang, zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Weitere Informationen findet ihr unter:
www.discoverireland.ie
von Britta Simon
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Netzwerken

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…oder: Warum Vitamin B so hilfreich ist
Ein neues Wort, welches so nicht im Duden zu finden ist, geistert durch Medien und Köpfe: Netzwerken. Dies soll der Schlüssel zu einer erfolgreichen Karriere sein. Darunter wird verstanden, dass ein jeder dazu angehalten ist, möglichst viele Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen. Getreu dem Motto: „eine Hand wäscht die andere“ sollen diese Netzwerke der gegenseitigen beruflichen Unterstützung dienen. Bei Politikern und Managern ist in diesem Kontext immer wieder von Seilschaften zu hören, welche diese Personen dort hin gebracht haben, wo sie heute stehen. Natürlich kann ein guter Kontakt nicht die eigene Kompetenz ersetzen. Doch er kann mir sagen wo eine Stelle frei wird oder mich empfehlen. Ein nicht kleiner Teil des Arbeitsmarktes funktioniert so. Stellen werden oftmals nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern durch Menschen besetzt, welche der Chef kennt oder die von einem Mitarbeiter empfohlen wurden.
Es ist also unbestreitbar, dass Kontakte nützlich sein können. Doch wo kann ich Kontakte knüpfen? Gerade als Student kenne ich doch überwiegend meine Kommilitonen, welche sich zunächst einmal in derselben Lage befinden wie ich.
Tagung in edlem Ambiente
©Thomas Bornschein / PIXELIO
Eine gute Möglichkeit über den eigenen Tellerrand zu schauen und wichtige Menschen in wichtigen Positionen kennen zu lernen bieten Kongresse und Tagungen. Über das ganze Jahr werden von den verschiedensten Fachrichtungen solche Veranstaltungen angeboten. Hier versammeln sich die Akademiker ebenso wie die Praktiker, um über neue Entwicklungen zu sprechen und sich über ihre Projekte auszutauschen. Dies ermöglicht es den Studierenden ihr Fachwissen zu vertiefen und auf Tuchfühlung zu gehen mit entscheidenden Persönlichkeiten. Es hat also eigentlich nur Vorteile. Dennoch sind die Zahlen der teilnehmenden Studenten oft sehr gering. Vielleicht sind es Berührungsängste, vielleicht der schmale Geldbeutel. Aber es lohnt sich, einfach mal über den eigenen Schatten zu springen. Viele Veranstalter bieten zudem für die Studierenden eine ermäßigte Teilnahmegebühr an.
Informieren könnt ihr Euch im Netz. Hier bieten alle großen Verbände auf ihren Homepages umfangreiche Terminkalender und Informationen an.
von Stefanie Bruns
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Beatniks und Bangkok, Krachts und Kyoto

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Ein nacktes, ungeschminktes Asien. Wie sieht das aus?
Menschlich, fast so sehr, dass kulturelle Unterschiede abkömmlich erscheinen. Es bedarf keines großen politischen Interesses, keines Studiums der Sozial- und Kulturwissenschaften, um Christian Krachts Gedanken über Kyoto, Singapur oder Bangkok in Der gelbe Bleistift zu folgen. Beim Lesen stand ich im Dialog mit dem Autor, wie ein Gedankenaustausch zwischen Altbekannten. Ich stritt mit ihm, denn manchmal hätte ich mir gewünscht, er hätte durch eine rosige Blume geschrieben, und im nächsten Augenblick schüttelte ich seine Hand, ihm zur schlichten Ehrlichkeit zu gratulieren, um wieder im nächsten Moment sein loses Handwerk in Ketten legen zu wollen.
Ich bin keine geschulte Kritikerin. Ich lese Kracht, wie ein Buch nebenbei, zu einer Tasse Grünem Tee. Ich freue mich über die Anreize, die mir der Inhalt gegeben hat. Ich kenne jetzt Beatniks und den Eastern & Oriental Express. Ich habe Hotelempfehlungen, und wenn ich dem Autor einen guten Geschmack zutraue, werde ich dort einchecken, sobald ich wieder in Asien bin. Es ist zu empfehlen, denn selten habe ich leichter Geschichtliches gelernt. Hand in Hand mit Erfahrungsgeschichten von Trivialität und Skurrilem. Eine “schwarz-glänzende” Perle der Bibo.
Christian Kracht: Der gelbe Bleistift
Signatur: CQYk8532 (353893)
von Johanna Olberding
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Von Geschichte und Geschichten, von Leben und Leiden

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Der Zweite Weltkrieg ist ein viel beachtetes und beschriebenes Ereignis in der jüngeren Geschichte Europas. Wir alle haben im Geschichtsunterricht gelernt, welche Schlachten geschlagen und wie viele Menschen getötet wurden. Doch hinter diesen historischen Geschehnissen und den abstrakten Zahlen stehen Menschen, von denen wir meist nichts erfahren und auch nichts wissen.
Walter Kempowski hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Unermüdlich sammelte er Briefe, Tagebücher, Zeugnisse von den Menschen, die an der Front kämpften, zu Hause auf ihre Liebsten warteten oder im KZ um ihr Leben gerungen haben. Der Brief des Frontsoldaten steht hier neben Tagebucheinträgen aus dem KZ oder dem eines Intellektuellen wie Thomas Mann. Kempowski unterscheidet nicht zwischen Opfern und Tätern, reich oder arm. Das alleinige Kriterium ist die Zeit, in der all diese Zeugnisse der Einzelschicksale entstanden sind. Damit verschafft er uns einen einmaligen Blick in die Leben dieser Menschen. Sie bekommen ihre eigene Geschichte und damit ihre Individualität zurück.
Dieses Werk ist nicht nur für Historiker von Interesse, sondern für jeden, der einen Blick hinter die abstrakten Statistiken werfen möchte und offen ist für die Schicksale dieser Zeit. Dieses zweifellos vom Anspruch her monumentale Werk hat seine Umsetzung in dem zehnbändigen kollektiven Tagebuch, dem Echolot. Jeder einzelne Band spiegelt ein bestimmtes Ereignis, einen Zeitrahmen wieder.
Alle Bände und ein Buch mit Werksnotizen sind auch in unserer Bibliothek zu finden und stellen damit ganz besondere Perlen dar.
Walter Kempowski (Hrsg.): Das Echolot
Ein kollektives Tagebuch. Januar und Februar 1943 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (268843)
Fuga furiosa. Ein kollektives Tagebuch. Winter 1945 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (355370)
Barbarossa ‘41. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (355370)
Abgesang 45. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (350417)
Culpa: Notizen zum „Echolot“
Signatur: CQYk3272 (350416)
von Stefanie Bruns
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Du bist ja tatsaechlich so dumm

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Ihr habt euch wohl gefragt, was unsere lebensbejahende, glückliche, freudestrahlende und unfrustrierte Studentin aus der uniVista No. 9 wohl als nächstes erleben wird! Habt ihr nicht? Auch egal! Denn hier kommt die gnadenlose Fortsetzung des StudiVZ-Gruppenartikels.
Endstation – ganz unten im Leben angekommen. Frühstück? Ne komm, lass mal! Kaffee und Zigaretten sind auch ein Frühstück. Bin kurz im BISTRO………. ;)
Samma, WAT WILLST DU? Komm mal klar auf deiner Polly-Pocket-Insel. Ich drängel nicht, ich stehe aktiv an!! Verdammt… einigen tut das Studieren echt nicht gut! Mmh lecker… Mein Kaffee is so schwarz, der fängt gleich an zu rappen.
Ich hasse Menschen, neben mir sitzen immer nur komische Leute. Sei bitte einmal ruhig, ich habe keine Zeit dich zu ignorieren. Ich seh dass sich dein Mund bewegt, aber ich höre nur blablabla. Worum gehts??? Ach ja … die langersehnten noten… Ich hab die Klausur nicht verkackt – Ich bin im Recall!!! Profs, mit schlechtem Sexualleben sollten keine Noten geben! Ich betrink´ mich heut´ Abend denn das tut mir gut… mmmh…Komische Party… Alles sitzt, Kein Alkohol? -SCHEISSE VORLESUNG! Ich bin angekommen im Zentrum des unnützen Wissens. Toll hier. Da langt man sich an den Kopf und will nie mehr loslassen! Schluss mit nervigen Profilierungsfragen in der Vorlesung!!! Halt die Fresse. die Vorlesung kostet 3,50€. Halt die Fresse hier! Wat für Spacken sitzen eigentlich in meiner Vorlesung???!!! Willste die Wahrheit oder was Schönes hören? Ich hab Klausuren, die sind schwerer als dein Studium! Wenn man keine Ahnung hat: Einfach lächeln und winken. Ich hab noch nix gelernt heisst ICH HABE ECHT NOCH NIX GELERNT! Morgen fange ich mit Lernen an…
Was ist DAS denn? Nach der Vorlesung klatschen statt klopfen? Kein Applaus für Scheiße… Horst-Kevin! Nach die letzte Vorlesung ab nach Mensa! Bevor ich anfange zu lernen, muß ich erstmal essen…. Gebt mir Essen und niemand wird verletzt!!! Scheisse WO ist eigentlich mein…toll WEG!! Ach ne da…
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Nicht soviel Realität bitte, mir ging es gerade gut. Aha, ist ja sehr interessant, was du da erzählst.
Gerüchte über mich!? WOW …muss mein Leben interessant sein… Oi!….Was für ein Pudel ist das denn?!? Entschuldigung, was hast Du gesagt? – Hab gerade nicht zu gehört. Party! Heute Abend… 3. Etage… links! :-) Bähm! und dann Vollgas! Uni Party Vechta Nein. Ich hab keine Zeit. Ich muss lernen. Wann soll ich da sein? Naja is jut… Auf Partys Pfand sammeln finanziert mir den Lebensunterhalt.
Vorsaufen – die wohl wichtigste Errungenschaft der Menschheit. Ich komm sogar zum Vorsaufen…. Betrunken!!! Verdammt – Wer ist denn die geile Sau im Spiegel??? Ruhig angehen, erstmal Lage peilen und dann mal sehen Wer ist denn nun mit wem zusammen? Das ist hier die Frage?! Ich bin Single weil die Auswahl scheiße ist. Sorry, wie heißt du nochmal? Achja… hier… klar…Servus…! – Wer war das? Hi, na wie geht’s? Gut und dir? Auch gut… ok, dann tschüss. Bescheuert ey… Naja… Ich muss mehr Alkohol trinken. Die Party ist immer noch öde!
Ich hab ordentlich einen im Tee!!! In meinem Kopf ist es total lustig!!! .. Komm auch rein! Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Destillat! Alles ist relativ – nur Vodka ist absolut. Ich muss mehr trinken, du bist noch zu hässlich. Dat wat du saufen kannst hau ich mir morgens schon ins Müsli. Meinen ersten Vollrausch hab ich noch in DM bezahlt! Dumdideldumm… Lalala… Hach, mir ist so blümerant zumut!
Ich bin voll und wer bist du? Hi… und wie geht deine Hose auf?!? Deine Sachen sehn auf meinem Schlafzimmerboden bestimmt besser aus… du bist Komplett geil… Was willst du denn jetzt eigentlich von mir? Oh, war wieder Schminke in der Wendy? Verzieh dich, wir wollen unter uns bleiben. Du bist ja tatsächlich so dumm, wie ich überall herumerzähl! Willst du Smokey Eyes, verzieh dich in den Raucherbereich, Bitch! Komm, geh Dich schminken! Blond und blöd!!! Ach komm Tussi, verpiss dich einfach!
Hier sind wir ungestört. Ey willste mich küssen oder was?? Gehen wir zu dir, zu mir oder machen wir es gleich hier?? Und ich sag noch zu mir: „Das ist total dumm was du da machst!“ Kennst du das, wenn dir ne` Klotür entgegen kommt…? Bring mich betrunken – ich bin nach Hause! äh…ähh…Dingenskirchen. Nie wieder Alkohol – zumindest nicht in den nächsten 12 Stunden!
06.08.2008- Ein guter Abend 07.09.08 – Kein guter Morgen…
Aufgewacht mit dickem Schädel… mein Wecker macht mehr Terror als Al Quaida…
von Melanie Ehlert
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Biete: Einsamkeit – Suche: Freunde

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Auf die Plätze, fertig, Los!
© Stihl024 / PIXELIO
Da war ich also. Mit meiner Immatrikulation an der Uni Vechta in der Hand, stand ich vor der Aula und sah, dass ich nicht die einzige war, die hier studieren wollte. Tausende Gesichter starrten zum Rednerpult, und einige Köpfe waren zusammengesteckt. Grob geschätzt waren so um die 70% der „Erstis“ hier, die ganz alleine waren. So wie ich. Ich setzte mich also auf einen freien Platz zwischen völlig fremden Menschen und begann wie fast alle auf das Rednerpult zu starren. Nach den üblichen Willkommensreden wurden wir schnell in Gruppen aufgeteilt und erfahrenen Studenten zugewiesen. Wir gingen aus der Aula und voilà sah ich um mich herum wieder völlig fremde Menschen, bis auf den Unterschied, dass es dieses Mal nicht so viele waren wie zuvor.
Zügig ging es in die Tutorien, um gleich mal ein paar Regeln an der Uni zu erfahren. Was haben wir erfahren? Neben wertvollen Tipps hat jeder von uns gemerkt, dass ein Mensch sich unmöglich so viele Namen auf einmal merken kann. Im Endeffekt wussten wir in den Tutorien nur von einander, dass die Person neben mir das Gleiche studieren will wie ich. Hah! Erstes Gesprächsthema gefunden. Das war‘s dann aber auch schon. Mehr war am ersten Tag mit Kontakte knüpfen einfach noch nicht drin.
Allein unter Fremden
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Wir hatten jedoch nicht an die örtlichen Kneipen und unsere Tutoren gedacht, die uns am selben Abend auf eine Kneipentour einluden. Frei nach dem Motto: Alkohol fördert die Kommunikation. Und auch an diesem Abend hat uns der Alkohol nicht im Stich gelassen. Aber auch ohne Alkohol fand man schnell Gleichgesinnte. Natürlich waren viele Gespräche beabsichtigt, aber manche wurden von den hinterhältigen Wirten und Tutoren kaltblütig geplant. Denn auf Grund der Anzahl der „Erstis“ war es so eng in den Räumen, dass man wohl oder übel mit jemandem völlig Fremden reden musste, auch wenn es sich dabei nur um ein „Hey. Darf ich mal vorbei?“ handelte. Sinn und Zweck des Abends war erfüllt, denn am nächsten Tag im Tutorium sah man die Kommilitonen plötzlich mit ganz anderen Augen. Schon wurden erste Gemeinsamkeiten entdeckt. Dann geht alles wie von selbst. Auf der Uni-Party lernt man den über den kennen und den Schwippschwager von dem und dessen Kumpel aus dem Kindergarten.
Alles wird gut!
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Schnell hat man kleine Grüppchen, mit denen man in Vorlesungen und Seminaren zusammen sitzt. Und auch die Mensa (mit ihrer unglaublichen Anzahl an hungrigen Studenten) wirkt weniger Angst einflößend, wenn ein paar bekannte Gesichter hier und da auftauchen. Denn wie gesagt, laut eigener Studie sind so schätzungsweise 70% alleine angefangen und bei den anderen Studenten hat‘s doch auch geklappt, warum nicht auch bei mir? Schließlich mögen mich meine Freunde von Zuhause doch auch… die tun zumindest immer so, als wenn. Lassen wir uns also nicht unterkriegen. Jeder war mal ein „Ersti“ und im nächsten Semester können wir wieder die Nächsten beobachten, die mit Sorgenfalten durch die Gegend laufen und versuchen, irgendwo Anschluss zu finden. Und wenn es gar nichts wird: Auf den Uni-Partys ein wenig Mut antrinken und einfach drauf los. Aber nicht zu viel, denn schließlich sollst du dich später noch an deine neuen Freunde erinnern. Keine Panik, wird schon werden… oder auch nicht… nee, Spaß! Kopf hoch und einfach mal sehen, was kommt, denn irgendwas kommt immer.
von Sarah Kotten
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Chancengleichheit für alle

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…auch an der Uni Vechta
Die Menschenrechte sichern jedem einzelnen Chancengleichheit zu. Das heißt, jeder Mensch soll die gleichen Rechte und Möglichkeiten für den Zugang zu Bildung und die Teilhabe an der Gesellschaft haben.
Dieser Ansatz findet sich auch in der Gesetzgebung wieder. So soll zum Beispiel das viel diskutierte Antidiskriminierungsgesetz verhindern, dass jemand aufgrund seiner Herkunft, Religion oder des Geschlechts benachteiligt wird. Auch der Nachteilsausgleich für Menschen mit Schwerbehinderung oder chronischer Krankheit soll der Chancengleichheit dienen.
Doch all diese Rechte und Gesetze sind zunächst nicht mehr als schwarze Buchstaben auf ziemlich dünnem weißem Papier zwischen zwei Buchdeckeln. Um sie mit Leben zu füllen, müssen sie im alltäglichen Leben umgesetzt werden.
Rollstuhlgerechter Umbau
des Haupteingangs der Uni
Foto: Alexander Dressler
Nun reicht ein kurzer Blick auf unser Bildungssystem, um zu erkennen, dass Chancengleichheit auf vielen Ebenen nicht gegeben ist. Wie in kaum einem anderen Land hängen in Deutschland die Chancen eines Kindes vom Geldbeutel und dem sozialen Status seiner Eltern ab. Dies fängt beim Kindergarten an und hört in der Uni noch lange nicht auf.
Wenn dazu noch eine Schwerbehinderung oder eine chronische Krankheit kommt, dann kann von Chancengleichheit nicht mehr die Rede sein.
Stellt Euch vor, dass ihr im Rollstuhl sitzt und motorisch stark eingeschränkt seid. Ihr habt das Abitur geschafft und wollt nun studieren. Ihr schaut Euch also in der Hochschullandschaft um. Doch bevor ihr Euch eine Uni näher anschauen könnt, müsst ihr erstmal die Stadt prüfen. Sind die Innenstadt und der Supermarkt mit dem Rollstuhl befahrbar? Gibt es die Möglichkeit, barrierefrei zu wohnen? Gibt es Fahrdienste und Stellen, bei denen ich mir persönliche Assistenzen holen kann? Ist das alles zur Zufriedenheit gegeben, geht der Blick zur Uni. Kann ich hier mit den Anforderungen, die ich mitbringe, adäquat studieren? Oft ist die Antwort nein. Auch an der HS Vechta hätte es ein Student im Rollstuhl schwer. Er käme trotz des neuen Haupteingangs längst nicht überall hin und müsste immense Umwege in Kauf nehmen. Doch nicht nur die baulichen Vorrausetzungen würden ein Studium in Vechta erschweren oder ganz und gar unmöglich machen. Auch die im Landesgesetz verankerten Nachteilsausgleiche, welche sich in den Prüfungsordnungen widerspiegeln sollten, werden gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Selten ist in einer Prüfungsordnung ein Passus zu finden, welcher adäquate Prüfungsformen für Menschen mit chronischer Krankheit oder Schwerbehinderung zulässt. Hinzu kommt schließlich noch, dass das neue System von Bachelor/Master mit seinem sehr strengen Studienraster kaum Abweichungen zulässt. Doch ein Mensch, welcher zur Organisation seines Alltages sehr viel Zeit braucht, weil er viele Barrieren überwinden muss, benötigt eine flexible Uni, welche bereit ist, auch auf seine Bedürfnisse einzugehen.
An der HS Vechta gibt es jedoch niemanden, der sich dafür zuständig fühlt, die Rechte behinderter und chronisch kranker Studierender umzusetzen. Dadurch wird es Studierenden, welche ohnehin gegenüber ihren gesunden Kommilitonen benachteiligt sind, noch schwerer gemacht.
Es gibt jedoch seit dem vergangenen Semester eine Initiative an der HS Vechta, welche sich dafür einsetzt, das Bewusstsein zu stärken und die vorhandenen Lücken zu füllen. Leider steht diese sehr allein da. Es gab keine Unterstützung von Seiten des Studierendenparlaments und bisher auch keine des AStA. Das ist insofern schockierend, als dass der überwiegende Teil dieser Menschen doch einen sozialen Beruf ergreifen möchten.
Wenn Du diese Initiative unterstützen möchtest oder selber darunter leidest, dass Dir keine adäquaten Prüfungsformen zugestanden werden, dann kannst Du Dich unter ag.schwerbehinderung[at]yahoo.de melden. Hier kannst Du Information und Unterstützung bekommen.
Damit wir der Chancengleichheit ein kleines Stück näher kommen.
von Stefanie Bruns
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Strahlend durchs Studium

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Dieses Mal trafen wir auf den Elektriker der Uni, Heinrich Luers. Bepackt mit einem kleinen quadratischen Mitbringsel, einem Buch zum Energiesparen, erfuhren wir nicht nur einige praktische Tipps zum nachhaltigeren Umgang mit Strom, sondern auch etwas darüber, was unser Hauselektriker außerdem macht, wenn er nicht gerade à la MacGyver-Manier alles dafür tut, dass wir strahlend durchs Studium gehen können. Der Stromtipp vorweg: Licht aus, wenn ihr den Seminarraum verlasst.
Foto: Hochschule Vechta
Wann und wie sind Sie zur Hochschule gekommen?
Ich hab vorher beim Elektrounternehmer in Visbeck gearbeitet, der seinen Laden dann zugemacht hat. Meine Vorstellung war es aber schon immer als Hausmeister zu arbeiten. Dann kam die Uni. Und das war 1983.
Da geben Sie im Grunde schon das Stichwort: Wie fühlt es sich an, 25 Jahre in einem Betrieb zu sein?
Kann man sich nicht vorstellen. Die sind so verflogen.
Das ist doch eine gute Sache, wenn man denkt, dass es gar nicht so lange war, dann muss die Arbeit ja eigentlich Spaß machen, oder?
Richtig, ist nicht schlecht.
Besondere Erinnerungen an diese 25 Jahre?
Wir waren zweimal auf einer Demo in Hannover. Die wollten die Uni schließen. Damals war ja nix los. 300, maximal 500 Studenten. Kein Vergleich zu heute! Dann sind wir mitgefahren nach Hannover und haben demonstriert.
Mit Erfolg. (beide lachen)
Ob das unser Erfolg war, weiß ich nicht.
Was gibt’s denn sonst noch für bewegende Momente?
Eine lustige Geschichte fällt mir noch ein: Da gab es mal einen Stromausfall im Seminarraum bei den Biologen im A-Trakt, und ich wurde gerufen. Die Studenten hatten Mikroskope aufgebaut, und nichts ging mehr. Der Fehler war schnell gefunden, und so bekam ich vom voll besetzten Seminarraum Applaus dafür.
Ja, schön! Zu ihrer Arbeit als Elektriker. Als Laie denke ich jetzt mal, dass Sie mindestens gut in Physik waren?
Als Kind hab ich Elektrikern bei der Arbeit zugesehen. Das hat mich fasziniert. Da hab ich dann selber rumgebastelt. Das war mein Ding, und das wollt ich dann auch machen.
Das Hobby also zum Beruf gemacht.
Ich habe auch noch andere Hobbys, so ist es nicht.
Ja? Was denn?
Damals hab ich Super8-Filme gemacht. 1984 war das. Da hab ich meine erste Kamera gekauft. Das war eine ganz einfache Stummfilmkamera und ich hab ich pausenlos gefilmt. Das ist mein 2. Hobby.
Ach so, und das betreiben sie heute auch noch?!
Natürlich, aber heute filme ich mit Video-Kamera.
Und irgendwelche besonderen Sachen oder Motive?
Hauptsächlich Familienaufnahmen, also eher privat. Wobei, einmal haben wir einen Sketsch an der Uni gedreht, aber das muss ja nicht in die Zeitung rein. (lachen)
Lüersche Filmaufnahmen werden wir also nicht an der Uni zu sehen bekommen. Schade. Wieder zurück zu Ihrer Arbeit als Elektriker hier an der Uni: Was heißt es, einen Tag Elektriker an der Hochschule zu sein?
Das ist eine ganze Menge. Geräteprüfung. Um die Telefonanlage kümmere ich mich auch. Fast täglich schalte ich da Telefone um oder frei. Leuchtmittel wechseln gehört ja sowieso dazu. Ich habe das mal durchgerechnet, wie viele Glühbirnen und Röhren ich in den vergangenen 25 ausgewechselt habe: Das waren ca. 46.000 Stück.
Wow! Wahnsinn!
Nun, dann bin ich da, wenn der Strom ausfällt oder auch für die Aufzüge.
Gab’s den Fall schon mal, dass jemand stecken geblieben ist?
Also nicht bei mir, ich hab noch keinen rausgeholt. Mein Kollege hat mal jemanden aus dem Aufzug in der Bibliothek befreit.
Apropros Bibliothek. Was passiert da eigentlich genau, von wegen Umbauarbeiten?
Also im nächsten Jahr gibt’s da erst wesentliche Änderungen, dann kommt dann nämlich die Ausleihtheke nach unten.
Oh, interessant. Was kann die Hochschule denn noch gebrauchen – was wünschen Sie ihr für die nächsten 25 Jahre?
Dass es weiter so aufwärts geht wie jetzt…, dass sie dann baldigst eine Universität ist.
Ja. Und für sich selbst?
Für mich selbst? Gesundheit.
Ist was für die nächsten 25 Jahre geplant, gibt’s da noch was, steht da noch was an?
12 Jahre hier noch, denk ich. Dann bin ich im Rentenalter. Und danach… mein Leben genießen.
Das Interview führte René Kohn.
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Fetaschnitzel mit Olivendip

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…dazu Salat
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für 4 Personen
Zutaten:
  • 600g Fetakäse
  • 1 Ei
  • 50g Mehl
  • 100g Paniermehl
  • Salatbeilage
Olivendip:
  • 100g Majonaise
  • 100g Saure Sahne
  • 50g gefüllte Oliven
  • Salz, Pfeffer, etwas Zucker
    (zum Abschmecken und die Zutaten verrühren)
Foto: Björn Franke
Für die schnelle vegetarische Küche ist dieses Menü hervorragend geeignet. Dass „schnell“ und „vegetarisch“ nicht gehe, verfliegt mit der ausgezeichneten Verwendung des übrigen Olivendips zu den abendlichen Crackern. Gut geeignet für die studentische Küche.
Den Fetakäse schneidet Ihr in 1 cm dicke Scheiben. Mit Mehl, Ei und Paniermehl panieren und bei 170° C goldbraun backen. Dazu empfiehlt Melanie Haskamp, Beiköchin unseres Mensapersonals, eine Salatbeilage. Guten Appetit!
Mensateam Vechta und Johanna Olberding
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Leberkäse an einer leichten Bratenjus

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…dazu Kartoffelsalat
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für 4 Personen
Zutaten:
  • 4 Scheiben Leberkäse a 190g
  • Öl zum Braten
  • Süßer Senf
  • 0,3 l Bratensoße
  • Kartoffelsalat je nach Geldbeutel von Aldi oder Combi
Wir holen Süddeutschland in unsere nordische Studentenküche und bereiten uns heute Leberkäse an einer leichten Bratenjus zu. Dazu gibt es Kartoffelsalat (ganz ehrlich, den zwischen zwei Vorlesungen selbst zu machen dauert zu lange). Ein Plus: die Kombination warm und kalt reizt die Nerven und bringt dadurch besonderen Genuss. Den Leberkäse gibt es im Kühlregal, meist auch schon in Scheiben geschnitten. Ihr bratet ihn von beiden Seiten an und serviert ihn auf einem warmen Teller (dazu den Teller kurz in die Mikrowelle oder den Ofen stellen) pfannenheiß mit dem Kartoffelsalat. Zu dem Menü ein Neuburger Weißwein mit seinem milden, vollmundigen Geschmack serviert: nicht zu Mittag, sondern zum Dinner mit Kerzenschein – romantische deutsche Küche.
Mensateam Vechta und Johanna Olberding
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Zimmer frei?

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Heute gab es was zu feiern, und fast alle WG-Mitglieder waren da, außer Nadine, unsere Mo-Di-Mi-Studentin. Bob wird 30! Zur Feier des Tages kredenzte er uns etwas aus seinem Privatanbau.

Da klingelte es an der Tür. Das musste der Typ sein, der sich das leere Zimmer angucken wollte. Tatsächlich, vor der Tür stand unser neuer potenzieller Mitbewohner, Marke „Steve Urkel“, nur dass er Joachim hieß.

Als wir Joachim endlich dazu gebracht hatten, unser Wohnzimmer zu betreten, machten wir ihn mit uns und unseren Gepflogenheiten vertraut.

Das Nächste, was wir dann von Joachim sahen, war die Rückansicht seines Pullunders, als er die Flucht ergriff. Er sagte noch so etwas wie, dass er keine Perspektiven in dieser WG hätte und dass wir unser Leben mal überdenken sollten. Nun gut, 20 Semester zu studieren und es sich nicht anmerken zu lassen, ist schon ne reife Leistung.
Aber so werde ich ja niemals enden. Ich bin ja auch erst im 6., äh… 7. oder doch schon im 8 Semester?
Wird es weitergehen? Wird es eine neue Folge geben? Oder war dies der Abschied von unserer vertrauten WG? Dies und vieles mehr erfahrt ihr in in der nächsten Ausgabe, im Januar 2009.
Texte: Melanie Ehlert und Jessica Barbato
Kulissen: Melanie Ehlert
Fotos: Björn Franke
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Wenn Männner krank sind…

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…über Fallobst- und Kranksheitsmomente
Da liegt er nun… zusammengekauert, wimmernd, winselnd, jammernd. Mit zitternder und vor Krankheit geschwächter Stimme verkündet er: „Scha…schahatz…ich glaub, ich bin krank…“ und sinkt erschöpft zusammen. Sein flacher Atem, seine geröteten Augen und sein lautes Schniefen unterstützen seine waghalsige These, tatsächlich! Eine todbringende Erkältung.
Mal ehrlich, liebe Männer, Ihr wollt früher Mammuts gejagt und Schlachten geschlagen haben? Zugegeben, es gibt auch Männer der Kategorie: Eine Erkältung ist der sichere Tod, aber wenn wirklich etwas Ernstes, ist verschweige ich es besser – plötzliche Dissimulation und Bagatellisierung. Welch verquere Welt. Ich meine, wovor habt ihr Angst? Dass ihr im Allgemeinen schlecht warten könnt, ist uns Frauen ja bekannt, aber ist zum Arzt gehen in eurem Kopf ein Zeichen von Schwäche? Der Nachbar könnte einen ja sehen, wenn man vermummt die Praxis betritt! Auf dem Sofa rumjammern und ins Kissen zu schniefen ist natürlich viel männlicher, ihr habt schon Recht. Rein biologisch betrachtet müsst ihr euch eh damit auseinandersetzen, dass ihr von der Natur auf den Tod programmiert werdet, sobald ihr euer reproduktionsfähiges Alter erreicht habt. Immer noch eine Tatsache, und die hab ich mir nicht mal ausgedacht. Aber dieser Tod wird bestimmt nicht durch eine Erkältung eingeläutet, auch wenn ihr euch in diesem Moment so fühlen möchtet. Die Krone der Schöpfung, der Mann, durch einen klitzekleinen Virus plötzlich zu Fallobst geworden, tja. Aber manchmal sind es gerade diese Fallobst-Momente, die euer Inneres offenbaren und uns Frauen weich werden lassen. Da sitzt das kleine, kümmerliche, schniefige Etwas mit der roten Nase und krächzt nach einem Tee… kann man ihm das verwehren? Eigentlich bin ich froh über den Lauf der Dinge… die Regelung der Natur. Unsere testosteron gesteuerten Freunde sind zwar arg im Nachteil, was die Gesundheit angeht, aber so können wir Östradiol-Vertreter zeigen was in uns steckt.
© RainerSturm / PIXELIO
Liebe Männer ganz ehrlich, ihr könnt froh sein, dass wir das mit dem Kinderkriegen und den Menstruationsbeschwerden übernehmen. Herrje, nicht auszudenken wie es andersherum wäre…
von Melanie Ehlert
Männer und ihr Verhalten während einer Krankheit sind vor allem für Frauen schwer nach zu vollziehen. Zunächst gibt es drei verschiedene Arten von Männern und wie sie mit Krankheit umgehen: Die einen behaupten, dass sich auch ein offener Oberschenkelhalsbruch ganz leicht mit Pferdesalbe kurieren lässt. Dem ist definitiv nicht so, aber manche leiden lieber als Schwäche zu zeigen. Andere dagegen meinen, dass ein Kratzen im Hals sofort ein Anflug von SARS ist und sie sich deswegen schnellstmöglich in Quarantäne begeben müssten.
Die dritte und am meisten verbreitete Art sind Männer, die eine normale Erkältung ausnutzen, um drei Wochen flach zu liegen und sich wahlweise von Mutti oder der Freundin pflegen zu lassen. Lieber allerdings von Mutti, denn man will der Freundin gegenüber keine Schwäche zeigen, so dass man mal eben sämtliche Treffen für die nächsten Wochen im Voraus absagt. Denn mal ehrlich, es ist doch wirklich mehr als peinlich, im Bett zu liegen, Tee zu schlürfen und umringt von verrotzten Taschentüchern zu sein, während die Superfrau den dahinsiechenden Freund bemitleiden muss und den Dreck, den er über die letzte Woche angesammelt hat wegräumen „darf“.
Dazu hat Frau natürlich auch recht wenig Bock. Ein herausragender Grund für eine solche Unlust ist nicht unbedingt, dass das ganze ziemlich ekelig werden kann, sondern dass der Anblick des kranken Freundes als Blick in die Zukunft erschreckt: Kranker Ehemann, kranke Kinder, Frau darf alles machen, aber keinen interessiert‘s, wenn die Frau krank ist.
Deswegen wird also eine blöde Ausrede gefunden, die die Freundin akzeptiert und dann wird zu einem großen Teil zu Hause bei Mami gekränkelt. Denn die hat immer ein paar Tipps auf Lager, von denen wir wissen, dass sie sicher nichts gegen die Erkältung bringen werden. ABER: Dafür müssen wir uns nicht bewegen und können endlich unser Beachtungsdefizit wieder ausgleichen. Denn wenn sich jemand Sorgen um uns macht, dann die Frau, mit der wir den größten Teil unseres Lebens bereits verbracht haben. Sie kocht nicht den ekeligen Kamillentee, sondern den schönen Instant-Zitronentee, denn der schmeckt einfach besser. Sie bekocht uns, denn trotz guter Mensa schmeckt es einfach nirgendwo so gut wie zu Hause. Sie räumt voller Freude und Dankbarkeit hinter uns her, weil wir den Mülleimer mit den Rotzfahnen einfach nicht treffen können.
Und warum? Das ganze Leben ist ein Geben und Nehmen. Auch dessen sind wir Männer uns bewusst. Und wenn wir uns mal wieder seit 10 Wochen zu Hause nicht gemeldet haben, ist eine Erkältung der perfekte Grund wieder in die alte Heimat zu fahren. Die Familie freut sich uns zu sehen und Mama ganz besonders. Denn entgegen jeglichem Empfinden, dass sich Eltern freuen, wenn die Bälger endlich aus dem Haus sind, brauchen Mütter immer mal wieder das Gefühl, gebraucht zu werden und benötigen ein Zeichen von uns, dass wir sie trotz der fantastischen Freundin neben uns nie vergessen. Also nehmt uns das nicht so krumm, liebe Damen der Schöpfung!
von Sebastian Dargel
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Die Jubiläumsausgabe ist raus!

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Jetzt ist die Jubiläumsausgabe endlich erschienen
Von den Problemen unserer bald Zehnjährigen, von den Helden für Groß und Klein, von den riesigen virtuellen Suchern und Findern und von denkwürdigen Tagen berichten wir in unserer Jubiläumsausgabe.
Daneben gibt es Eindrücke einer Erstsemester über die Anfangszeit hier an der Uni, Reiseberichte aus Delmenhorst und Irland, Wissenswertes über Chancengleichheit, die Finanzkrise und Netzwerken.
Außerdem erfahrt ihr in uniVista-Xtreme, was passiert, wenn drei uniVista-Redakteure beschließen, eine Woche lang den Campus zu bewohnen.
Wie immer sind auch uniPlay, die Perlen der Bibo, das Studentendinner und die Kolumne über männliche und weibliche Sichtweisen dabei.
Direkt hier und in der Uni.
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Neues hier auf der Seite

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Ein kleiner Vorabcheck, ob ihr auch wirklich geeignet seid für die Redaktionsarbeit.
Zur Einstimmung auf die 11. Ausgabe, die besonders pädagogisch wertvoll werden wird…
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Ab sofort kann man jeden Artikel bewerten. Einfach unter dem Artikel die Anzahl der Sterne auswählen, die man dem Artikel zugestehen möchte, von 1 Stern für Nicht sonderlich gut
bis 5 Sterne für Sehr gut.
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Vorschau auf die Jubiläumsausgabe

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Am 17. November wird die Jubiläumsausgabe herauskommen.
Von den Problemen unserer bald Zehnjährigen, von den Helden für Groß und Klein, von den riesigen virtuellen Suchern und Findern und von denkwürdigen Tagen berichten wir in unserer Jubiläumsausgabe.
Daneben gibt es Eindrücke einer Erstsemester über die Anfangszeit hier an der Uni, Reiseberichte aus Delmenhorst und Irland, Wissenswertes über Chancengleichheit, die Finanzkrise und Netzwerken.
Außerdem erfahrt ihr in uniVista-Xtreme, was passiert, wenn drei uniVista-Redakteure beschließen, eine Woche lang den Campus zu bewohnen.
Wie immer sind auch uniPlay, die Perlen der Bibo, das Studentendinner und die Kolumne über männliche und weibliche Sichtweisen dabei.
Ab nächster Woche online hier und in der Uni.
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Eure Meinung zu unserem Namen

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Welcher Name gefällt euch besser?
uniVista, das Campusmagazin
  55%

uniVista, das Hochschulmagazin
  45%

Danke für eure Meinungen
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Euer erster Eindruck von der Uni

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Hallo liebe Erstis, willkommen an eurer zukünftigen Lieblings-Uni. Der erste Eindruck zählt ja bekanntlich viel.
Wie ist euer erster Eindruck von der Uni?
Ich saufs mir schön.
  41%

Mir gefällts hier.
  21%

Es könnte mehr Männer geben.
  16%

Meine Wunsch-Uni: 80% Frauen. ;o)
  11%

Ich mags ländlich.
  11%

Danke für eure Meinungen
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Alle Artikel online

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Ab jetzt gibt es alle Artikel aller Ausgaben auch direkt online hier auf der Seite zum Lesen.
Einfach im Menü die Sortierung auswählen und schon werden alle Artikel danach geordnet angezeigt.

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Am 21. Juli ist es soweit: Vorlesungsfreie Zeit!

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Wir wünschen allen Studierenden erholsame und erfolgreiche drei Monate.

Den frischen und baldigen Alumni gratulieren wir herzlich und wünschen Euch alles Gute für die Zukunft.
Ob im Referendariatsjahr oder für den direkten Einstieg in den Beruf – Viel Erfolg!

Eure uniVista Redaktion

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PDF-Version der 9. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


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Wii

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Da stand er nun: Ein kleiner weißer Kasten, gerade mal so groß wie zwei oder drei DVD-Hüllen übereinander. So ein Blödsinn, so eine Zeitverschwendung, so viel Geld. Was hätte man mit dem Geld alles anstellen können? Seitdem diese technische Neuheit nun den Platz neben dem Fernseher in Anspruch nahm, war das Zimmer gefüllt mit Menschen. Aufgeregt wie Kinder am ersten Schultag wurde das Gerät vorsichtig berührt, gestreichelt, ein Jauchzen ertönte. Schnell vermehrten sich die abenteuerlichsten Spiele in dem Regal unterhalb des Fernsehers, keines war wirklich von langer Dauer, aber dennoch wurde jedes mit einer Begeisterung empfangen, die mir immer unverständlicher wurde, ganz zu schweigen von den albernen Verrenkungen, die erwachsene Menschen vor dem TV-Gerät vollbrachten. Diese kleine technische Errungenschaft fing an, mich kräftig zu nerven. Wo lag bitte der Reiz?
Es war doch letztlich nur eine Konsole, kaum etwas Neues für die Nintendo-Generation der 80er Jahre.
Bildnachweis: bs
Foto: Britta Simon
Ein paar Wochen sollten vergehen, bevor endlich ein Abend mit Ruhe einkehrte und ich mich alleine mit dem weißen Kasten im Raum befand. Ich blickte ein paar Mal von meiner Zeitschrift auf den Fernseher. Dann stand ich auf und schaltete den Knopf der Konsole ein. Alsbald erschien ein kleines Männchen auf dem Bildschirm, welches mir ausführlich erklärte, was ich zu tun hatte. Ich nahm den Controller in die Hand, wickelte ihn mir wie vorgeschrieben mehrfach um den Arm (lächerlich, aus dem Alter der Wutanfälle war ich nun wirklich heraus) und begann das Spiel. Kurze Zeit darauf befand ich mich auf einem Tennis Court, welcher mich in steigendem Tempo durchaus forderte. Auch Golf stellte sich als unterhaltsam heraus. In den nächsten Tagen probierte ich weitere Spiele aus, erstellte meine eigene Persönlichkeit, gewann sogar die ersten Wettkämpfe. Es machte Spaß, verdammt viel Spaß. Schweiß lief mir beim Baseball Spielen die Stirn herunter: Dieser Rekord musste doch zu knacken sein. Tags darauf fragte ich besorgt, woher die Schmerzen in meinem Körper kamen. Gut drei Wochen lang spielte ich in jeder freien Minute und entwickelte ein Talent für einzelne Disziplinen. Ich konnte es kaum erwarten, meine Rekorde zu erweitern. Dann kam der Abend, an dem ich mich messen wollte. Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass mein Gegner kaum das nötige spielerische Potential besaß, um mich zu schlagen. Zufrieden feierte ich meinen Triumph. Ganz nach dem Motto „Übung macht den Meister“ präzisierte ich stetig meine Wurftechniken. Dann kam der Abend, der alles verändern sollte: Wieder stand ich vor meinem Gegner, er machte kaum Anstalten, sich vom Sofa zu erheben. Wie sollte man bitte jemanden wie mich mit diesem Null-Aktionismus schlagen?
Es war doch letztlich nur eine Konsole, kaum etwas Neues für die Nintendo-Generation der 80er Jahre.
Ein paar Wochen sollten vergehen, bevor endlich ein Abend mit Ruhe einkehrte und ich mich alleine mit dem weißen Kasten im Raum befand. Ich blickte ein paar Mal von meiner Zeitschrift auf den Fernseher. Dann stand ich auf und schaltete den Knopf der Konsole ein. Alsbald erschien ein kleines Männchen auf dem Bildschirm, welches mir ausführlich erklärte, was ich zu tun hatte. Ich nahm den Controller in die Hand, wickelte ihn mir wie vorgeschrieben mehrfach um den Arm (lächerlich, aus dem Alter der Wutanfälle war ich nun wirklich heraus) und begann das Spiel. Kurze Zeit darauf befand ich mich auf einem Tennis Court, welcher mich in steigendem Tempo durchaus forderte. Auch Golf stellte sich als unterhaltsam heraus. In den nächsten Tagen probierte ich weitere Spiele aus, erstellte meine eigene Persönlichkeit, gewann sogar die ersten Wettkämpfe. Es machte Spaß, verdammt viel Spaß. Schweiß lief mir beim Baseball Spielen die Stirn herunter: Dieser Rekord musste doch zu knacken sein. Tags darauf fragte ich besorgt, woher die Schmerzen in meinem Körper kamen. Gut drei Wochen lang spielte ich in jeder freien Minute und entwickelte ein Talent für einzelne Disziplinen. Ich konnte es kaum erwarten, meine Rekorde zu erweitern. Dann kam der Abend, an dem ich mich messen wollte. Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass mein Gegner kaum das nötige spielerische Potential besaß, um mich zu schlagen. Zufrieden feierte ich meinen Triumph. Ganz nach dem Motto „Übung macht den Meister“ präzisierte ich stetig meine Wurftechniken. Dann kam der Abend, der alles verändern sollte: Wieder stand ich vor meinem Gegner, er machte kaum Anstalten, sich vom Sofa zu erheben. Wie sollte man bitte jemanden wie mich mit diesem Null-Aktionismus schlagen?
Der kleine Kasten und ich haben unseren Frieden geschlossen. Er ziert zwar immer noch den Platz neben dem Fernseher, doch habe ich mich wieder den Zeitschriften zugewandt. Über eine anonyme Suchtgruppe denke ich jedoch immer noch nach.
von Britta Simon
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Offener Brief an die Vermieter

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Liebe Vermieter, ich denke es wird Zeit Euch etwas Zeit zu widmen. Nach unzähligen Gesprächen mit Freunden, Bekannten, Mitstudenten usw. über deren Wohnverhältnisse, bin ich mir bewusst geworden, dass Ihr ein ganz schön lustiges und vor allem merkwürdiges Völkchen seid. Ihr macht Sachen bei denen sich andere Leute an den Kopf fassen und fragen: „Woher nehmt Ihr all die Zeit, all den Elan?“
Es geht schon damit los, dass Ihr oft wisst, wann genau der eigene Mieter die Wohnung verlässt, wann er wiedergekommen ist und in welchem desolaten Zustand er sich befand. Doch da gibt es noch eine Steigerung, eine Übung für Profis so gesehen: Wer mehr als einen Mieter in seiner Wohnung hat, also sein persönliches Gut an eine Wohngemeinschaft vermietet, kann versuchen die einzelnen An- und Abreisemomente aller Bewohner zu erhaschen und, je nach professioneller Vorgehensweise, aufzuschreiben. Für die Bewohner kann das ja auch hilfreich sein. Beispielsweise wenn sie nicht wissen, ob sich Mitbewohner X schon mal wieder hat blicken lassen. Aber Vorsicht! Diese Übung erfordert tagelanges sitzen am Küchen- bzw. Wohnzimmerfenster und kann zur Vernachlässigung des eigenen Lebens führen.
Bildnachweis: pixelio 188672
Vorsicht, Vermieter!
© Bredehorn.J / PIXELIO
Es ist ja oft so, dass Vermieter und Mieter sehr nah beieinander wohnen (müssen). Manche sogar im selben Haus. Ein Dach, ein Flur, zwei Reviere! Dennoch sollte eines klar sein: Wer Miete bezahlt erkauft sich monatlich ein Stückchen Privatsphäre. Da möchte man nicht auf jeden Besucher oder jedes Telefonat hingewiesen und deswegen ausgefragt werden. Nein! Nein!
Oh ja, Besucher. Man muss echt nicht noch mehr Miete bezahlen, wenn man Besuch bekommt. Wer setzt Euch solche Flausen in den Kopf? Und schon gar nicht muss der Besucher dann Miete bezahlen. Ja, sicher benutzt mein Besuch auch das Wasser aus meinen Leitungen. Aber macht man das nicht auch, wenn man woanders zu Besuch ist? Ich kann, wenn ich will, das ganze Psychoseminar PS 1 als Lerngruppe zu mir einladen. Bezahlt Ihr wenn ihr jemanden besucht oder haben alle eure Freunde eigene Häuser? Ach ich vergaß. Es ging ja um Vermieter. Ich stelle mir das so vor: Es gibt da diesen Club. Der heißt irgendwas mit „Vechtaer Fensterblicke“ oder so. Dann trefft Ihr Euch wöchentlich und erzählt von den fiesen Schandtaten Eurer Mieter. Wer was gemacht hat, wer welche Art von Besuch bekam (besonders gern seht Ihr natürlich Damen- bzw. Herrenbesuch beim anderen Geschlecht, da kann man morgens schon mal mit einem Zwinkern rechnen) usw. Aber Stopp, Denkfehler meinerseits! Wer sitzt denn dann am Fenster?
Ich wünsche mir einen Rollentausch. Ihr, liebe Vermieter, begebt Euch auf die Suche nach einem Zimmer in einer WG. Ein paar Rahmenbedingungen solltet Ihr dabei beachten. Das Zimmer darf nur zwischen 200,- und 250,- Euro warm kosten und soll mindestens 15qm besitzen (damit mache ich es euch noch leicht). Außerdem müsst Ihr euch als Studenten ausgeben (immer Haltung bewahren) und Ihr müsst Euch sicher sein, dass Ihr die Kaution noch wiederbekommt. Ich möchte die Blicke sehen, wenn Ihr den Wohnungen und den unannehmbaren Angebote Eurer Vermieterkollegen gegenübersteht. „Ja ja, das Zimmer wo alle durchgehen müssen um zu den eigenen Zimmern zu kommen wird auch vermietet. Ja, 230 Euro sind richtig. Nein, das Bad teilen sie sich noch mit der Wohnung unter ihnen.“ Und so weiter….
Um nicht alle Vermieter über einen Kamm zu scheren, – es gibt Euch auch in gut. Da sind die Zimmer in Ordnung und der Umgangston ist freundlich. Wenn Reparaturen anstehen kann man sich mit Euch einigen und beim Auszug macht Ihr keinen Aufstand, nur weil ein bisschen Farbe abgeblättert ist. Dafür möchte ich Euch hiermit herzlich danken. Ihr seid die Jedi Ritter unserer Wohnwünsche. Nur leider gibt es da halt noch die dunkle Seite der Eigenheimbesitzer und deren Todesstern wird im Winter wegen fehlender Isolierung bis zu 6 Grad kalt und die Heizung lässt sich „nicht mehr höher drehen“.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Überlegt doch mal, Ihr lieben Vermieter, ob Ihr selber in euren angebotenen Mietwohnungen wohnen wollen würdet und ob ein eigenes Leben außerhalb des Fensterrahmens nicht auch möglich ist.
Beste Grüße,
Eure uniVista
von Kai Pröpper
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Sommerloch? – Nicht mit uns: Grillen

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Kulinarischer Genuss ???
Ich glaube, nach den Amis und Aussies sind wir Deutschen ziemlich groß im Grillen. (Damit meine ich jetzt das Herstellen kulinarischer Genüsse mit Hilfe von Glut und Flammen und nicht das Sonnenbanken.) Und vor allem wir Studierende. Sobald die ersten Sonnenstrahlen so etwas wie Sommer ankündigen (oder auch einfach den Aufenthalt unter freiem Himmel erträglich machen), wird in meinem Wohnheim, auf etlichen Balkons und Terrassen, gegrillt. Und das zumeist auf 10- 19 € Grills aus dem Supermarkt. Der ein oder die andere hat vielleicht noch einen Säulen-, Schwenk- oder Kugelgrill. Auch Einmalgrills sind durch Festivals oder Grillen im Park und am See bekannt.
Es ist auch nicht mehr nur die Wurst, die gegrillt wird. Längst haben alle möglichen Teile von allen möglichen Tieren den Rost erobert, darunter Geflügel, Fisch und ganze Ferkel. Aber auch vegetarisch grillen ist nicht mehr ganz so unnormal, gibt es doch in jedem Discounter neuerdings Grillkäse.
Also, was noch über des Studierenden liebste Essenszubereitung schreiben, wenn doch eh jede und jeder ständig grillt? Wir wollten es genau wissen: was man alles und auf welche Arten man es grillen kann?
von Julia Stock
Grillen ohne Rost
Es soll Situationen geben, in denen man einen Grill, Kohle, Anzünder und auch Grillgut dabei hat…aber keinen Rost! Kein Problem für den einfallsreichen Hungrigen: irgendwelche Stäbe schnappen, Wurst, Käse oder Fleisch aufspießen und über die Glut halten. Ist ein bisschen mühsam, wird auch mal warm an der Hand und zaubert keine Delikatessen, reicht aber fürs Sättigungsgefühl. Beim Käse ist zu beachten, dass der die Eigenschaft hat, zu schmelzen!
Mir wurde mal erzählt, man könnte in der Glut vom Grill eine Pizza – Calzone backen. Stimmt vielleicht auch. Aber erst, wenn die Glut schon ziemlich weg gebrannt ist!
So geht’s: Pizzateig vom Discounter kaufen, mit der mitgelieferten Tomatensauce bestreichen, die Hälfte mit Belag nach Wahl und Raspelkäse belegen, zusammenklappen und in Alufolie wickeln. Dann 5 Minuten von jeder Seite in die Glut. Aber wie gesagt: erst ganz am Ende! Zuvor könnt ihr einen normalen Durchgang grillen. Denn sonst wird die Calzone zu einer „außen schwarz und innen roh mit Brandaroma-Überraschung“. Grillbanane: Schön als Nachtisch oder fürs gute „Ich habe auch was Gesundes gegessen“-Gefühl: Bananen grillen. Dafür einfach die Banane ziemlich früh mit auf den Grill legen, ruhig an den Rand. Und dann schwarz werden lassen, zwischendurch mal wenden. Wenn die Banane innen weich ist (per Druck testen), runter nehmen, aufschneiden, mit Honig (oder Honig plus Cognac) beträufeln und auslöffeln.
von Julia Stock
Erd – Loch – Grill
Da standen wir nun. In dem Garten meiner Eltern. Was wir brauchten war eine uneinsehbare Ecke, in der wir ein Loch graben konnten – Erdlochgrill: Das war der Auftrag. Wir legten geschickte Hand an den Spaten, der im Laufe des Abends unter gleicher zu Bruch ging. Das Erdloch: ca. 20 cm tief, 30 cm lang und 20 cm breit. Mit einer Schicht Grill- und Holzkohle den Boden bedeckt, war der einzig effektiv und schnelle Weg zum Erreichen der Grilltemeperatur Brennspiritus. (Oh, wie das brannte… für Möchte-gern-Pyros ein höllisch heißer Himmel auf Erden…) Zurück zum Auftrag. Wir versuchten die Zartweizenbratlinge des Studentendinnerangebots und Eierkuchen (hierzulande Pfannkuchen) á la Oma Christa. Grillrost entnahmen wir einem üblichen Grill und eine Teflonbeschichtete Pfanne. Die Zartweizenbratlinge hatten leider nicht einmal die Möglichkeit, zu garen. Sie fielen auseinander und zwar bei jedem Wendeversuch. Ob Ei fehlte war die Frage aber wir konnten es nicht herausfinden. Nachdem der Frust die Bratlinge vom Grill vertrieb, versuchten wir uns an den Eierkuchen. Eine Geduldsprobe für alle Hungernden. Es dauerte, dauerte, dauerte, dauerte, dauerte….aber: Er schmeckte! Noch ein bisschen teigig – so mochte ich ihn.
Doch die Anderen wollten gare Eierkuchen, so versuchten wir per Höhenverstellungen durch weitere Grabung die Temperatur zu erhöhen. Ohne Erfolg und deswegen dauerte es dann auch leider nicht mehr lange, bis wir uns entschieden mit dem verbliebenen Teig an den Herd zu gehen.
Es funktioniert aber es dauert. Ganz im Gegensatz zum Löschen: Loch mit Sand füllen: Fertig! Nicht satt aber hoher Spaßfaktor!
von Johanna Olberding

Bilderalbum
uniVista No. 09: Grillen
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Fleisch: gut durch – Studium: gut durch

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Was wir brauchen können
Zur Erinnerung: 1999 einigten sich in Bologna 29 europäische Länder auf ein gemeinsames Studiensystem, das den Bachelor- und Masterabschluss vorsieht. Mittlerweile sind es 46 Teilnehmerländer. Mit dem Bologna-Prozess sollten die bisherigen Hochschul-Abschlüsse Diplom, Staatsexamen und Magister abgelöst und ein erster Abschluss schon nach sechs Semestern möglich werden. An deutschen Universitäten sind derzeit mehr als die Hälfte der Studienprogramme auf die Bachelor- und Masterstruktur umgestellt. An den Fachhochschulen sind es fast 90 Prozent.
Exkurs 1:
Was den Geschmack des Fleisches betrifft sind wir uns einig. Viele Einflussfaktoren spielen hier eine Rolle. Das Fleisch selbst natürlich, das Wetter, der Grill, das Bier, womit wir dem Fleisch eine besondere Note verleihen, …, die Kohle. Ohne die Entdeckung des Feuers wären wir nicht, wo wir heute sind und auch das „Erster-Sonnenstrahl-Grill-täglich-raus“ im Studium wäre uns verwehrt gewesen.
© m.mieske / PIXELIO
Die brennende Kohle macht es uns möglich, dass uns während des Grillens schon das Wasser im Mund zusammenläuft. Der leicht rauchige Geruch, das Brutzeln … . Wie sieht es mit unserem Studium aus? Schon bei dem Gedanken daran verzieht es vielen das Gesicht, als hätten sie in eine saure Zitrone, anstelle eines saftigen Steaks gebissen.
Der Appetit vergeht?
Exkurs 1 Ende.
Besinnen wir uns kurz zurück auf das Ziel der, durch den Bologna Prozess eingeleiteten, Umstellung auf Bachelor/ Master. Ein kürzeres Studium, weniger Abbrecher, sowie bessere Qualität und Praxisbezug.
Ein kürzeres Studium ist es mit sechs Semestern durchaus. Ist es dadurch etwa weniger wert? Der Bachelor ist ein akademischer Abschluss. Und es steht außer Frage, dies einfordern zu müssen. Zur Frage steht aber, wie wir uns selbst hinter unseren eigenen Abschluss stellen… ?
Mehr Hochschulabsolventen sollten es werden, so hieß es. Derzeitige Zahlen sprechen jedoch von einer ansteigenden Zahl an Studierenden, die vor erreichen des Abschlusses das Studium beenden. Resultiert der Abbruch wirklich aus den veränderten Strukturen durch das Bachelor/ Master System oder liegt ein beachtlicher Teil vielleicht auch in der Korrelation Bachelor/ Master und Studiengebühren?
Bessere Qualität und Praxisbezug sind prägnante Ziele für einen Abschluss. Wodurch äußern sich jene?
Die Anstrengungen, die diese Umstellung mit sich bringen, dürfen nicht ungeachtet bleiben. Und das Engagement an der Optimierung des Bachelor/ Master Systems nicht vergessen werden. Es ist unvermeidbar, dass wir mit dieser Veränderung noch einige Jahre gemeinsamen Weges vor uns haben, aber:
In einer Umbruchphase steht noch kein Gerüst fest.
Selbst selbstständiges Denken bleibt nicht ganz außen vor, denn diese Zeit des Umbruchs erfordert viele klare Köpfe (Zum Beispiel bei der Erstellung des Stundenplans). Es mag vielleicht noch nicht den Studieninhalt direkt betreffen aber wenigstens schon in die Studienzeit selbst integriert sein.
Exkurs 2:
Welchen Einflussfaktor wir für den Garheitsgrad unseres Fleisches wählen entscheiden wir mit. Aber ich werde nicht das Fleisch sein und mich einfach grillen lassen. Manche Faktoren, wie den Wind oder die Kohlebeschaffenheit können wir nicht auf der Stelle ändern, wir können aber das Feuer anfachen, das Fleisch wenden … Griller oder Fleisch sein?
Und bevor ich` s vergesse: Wenn mindestens Kohle, Feuer, Grill und Griller zusammenarbeiten – kann das Fleisch nur „gut durch“ sein.
von Johanna Olberding
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Sonnenkamp-Party 2008

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Beach-Party, Cocktail-Party, Kostüm- und Mottoparty, ob klassisch im B1, moshend im Lohner Circus Musicus oder mit Stehkragen in der WuBa. Sie alle haben ihr eigenes Flair und sind alle irgendwie ganz nett – aber nett ist immer noch die kleine Schwester von scheiße. Sie alle können einpacken, denn am letzten Mittwoch des Semesters steigt DIE, jawohl, DIE Party auf die man die ganze Vorlesungszeit gewartet hat. Für alle, die erst im letzten Wintersemester in die Stadt gekommen sind:
Am Mittwoch, den 16.07.2008, veranstaltet der Heimrat des Studentenwohnheims „Sonnenkamp“ im Innenhof des selbigen die traditionelle Open-Air-Semesterabschlussfete. Dort können auch endlich alle Fachrats- und Asta-Mitglieder, die sonst die Feten organisieren, beherzt das Tanzbein schwingen und kühles Blondes genießen. Der Getränkepreis wird, dem allgemeinen Trend zum trotz, nicht erhöht. Er bleibt weiterhin bei einem Euro pro Flasche, so dass man den Abend mit der gewohnten Rechnung fünf Euro gleich fünf Bier bequem kalkulieren kann. Der Heimrat hofft, den Preis auch weiterhin so niedrig halten zu können, solange dieses Bemühen nicht durch unsoziale Zeitgenossen torpediert wird. Nach diversen Einbrüchen in den letzten Jahren mit einer zerstörten Wohnungstür, geklautem Laptop und Bargeldkassen, diversen Vandalismusdelikten und anderen Sachen, die „einfach nicht sein müssen“, sollte man dieses Jahr auf eine fröhliche, runde und friedliche Feier hoffen. Auch wenn der Termin bei dem ein oder anderen in die Klausurenphase fällt, gilt: Prüfungen kann man wiederholen – die Sonnenkampparty ist nur einmal im Jahr! Einlass ist ab 20 Uhr, der Eintritt kostet 3€, Studentenausweis ist, wie immer, Pflicht.
von Christopher Vielhaber
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Currywursteintopf

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für 4 Personen
Zutaten:
  • 500g Kartoffeln
  • 300ml Gemüsebrühe (Brühwürfel)
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Paprikaschoten (rot, gelb, grün)
  • 4 Bratwürste à 100g
  • 300ml Curryketchup
  • Paprikapulver
  • Currypulver
  • etwas Pflanzenöl
Currywursteintopf: Für manche eine Mahlzeit für jeden Tag, für andere ein seltener aber dann intensiver Genuss. Was Du dafür brauchst? Das übliche für Eintöpfe. In diesem Fall zwei Töpfe, Brettchen, Schälmesser und natürlich die Zutaten.
Zunächst die Brühe mit Wasser anrühren und zum Kochen bringen. Während dessen, Kartoffeln schälen, grob würfeln und in der Brühe garen. Auch die Zwiebeln einfach schälen (Taucherbrille oder Taschentücher nicht vergessen) und grob würfeln. Paprika putzen, waschen und auch grob würfeln. Bratwürste schälen und grob würfeln – oh, doch nicht! Also: Bratwürste nur in Scheiben schneiden! Während auf der anderen Herdplatte die Kartoffeln garen, Pflanzenöl in einem größeren Topf erhitzen, Wurstscheiben hinzugeben und anbraten. Zwiebelwürfel und Paprikawürfel hinzugeben und ebenfalls kurz anbraten. Je einen Teelöffel Currypulver und Paprikapulver zugeben, ebenso die Kartoffeln mit Brühe und den Ketchup. Kurz aufkochen lassen und eventuell mit etwas Zucker abschmecken. Mmmmhhhh, lecker!
Mensateam Vechta und Johanna Olberding
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Kartoffelpizza mit Mozzarella

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für 4 Personen
Zutaten:
  • 800g Kartoffeln
  • 2 Paprika (rot und grün)
  • 200g Tomaten
  • 150g Gouda
  • 150g Mozzarella
  • 80g Ketchup
  • etwas Speisestärke
  • etwas Öl
  • Gewürze
Klingt komisch – ist es aber gar nicht. Das Backblech einölen, je nach Geschmack viel oder wenig, und die geschälten Kartoffeln nebenbei gar kochen. Kartoffeln abkühlen lassen und in Scheiben schneiden. Auf dem Backblech verteilen und mit Speisestärke würzen. Dann etwas Ketchup auf die Kartoffeln träufeln. Die Paprika, die Zwiebeln und die Tomaten putzen. Die Paprika in Streifen, die Zwiebeln in Würfel und die Tomaten in feine Scheiben schneiden. Mit Samba Oleg (oder Tabasco), Salz, Pfeffer und Oregano würzen. Den geriebenen Käse und den Mozzarella mischen (dies ist eine interne Knobelaufgabe – viel Spaß dabei) und über den Belag verteilen. Das Ganze dann bei 160°C ca. 20 Minuten überbacken. Wenn der Käse hellbraun ist und es in der Küche nach lecker duftet, den Ofen ausschalten und die Kartoffelpizza bis sie goldbraun ist, im Ofen lassen. Das spart Energiekosten und das Essen ist trotzdem fertig! Kleiner Tipp der EWE.
Mensateam Vechta und Johanna Olberding
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Der Dalai Lama

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Der Mann, der mit dem Buddha flirtet
Bildnachweis: buddhismus.at
Der Dalai Lama
Der Dalai Lama (aus dem Mongolischen: Ozean gleicher Lehrer). Wer ist das eigentlich? Jeder kennt ihn zumindest vom Namen. Nur, weil so oft von ihm gesprochen wird, heißt dies nicht, dass jeder auch Bescheid weiß von wem genau die Rede ist.
Dass z.B. der Dalai Lama das geistige Oberhaupt der Tibeter ist, ist nicht richtig. Der Dalai Lama ist lediglich ein in seiner Linie sehr angesehener, hoher Lama, den die Geschichte vor etwas mehr als 350 Jahren zum wichtigsten Politiker seines Landes machte und dessen Hauptziel es ist, die Harmonie unter den Religionen zu fördern.
Im tibetischen Buddhismus wird der Dalai Lama als ein Mensch angesehen, der aus Mitgefühl wieder in das Leben oder in die „gewöhnliche Existenz“ eingetreten ist, um anderen Wesen dienen zu können, obwohl er den Kreislauf der Wiedergeburt als erleuchtetes Wesen hätte verlassen können. Er verzichtete auf das Einkehren in das Nirvana und wird nun solange wiedergeboren, bis alle Menschen erlöst sind.
Der fast 72-jährige gilt als freundlich, humorvoll, spontan und sehr intelligent. Dalai Lama Tenzin Gyatso ist heute der 14. in seiner Anreihe.
1949 begann China mit der Eroberung Tibets und machte auch den damals erst 15-jährigen Dalai Lama, dem im November 1950 die Herrschaft Tibets übertragen wurde, zum Flüchtling. 50 Jahre verbrachte Dalai Lama in Indien im Exil. Dort versuchte er, eine demokratische Regierung aufzubauen, dass Leid der Tibeter innerhalb und außerhalb Tibets zu mindern, sowie internationale Unterstützung für die Sache Tibets zu gewinnen.
Sein Nachfolger müsste nach der Logik der Wiedergeburt von außerhalb Tibets kommen, da er die Arbeit des vorherigen Dalai Lamas fortsetzen müsste. Nachfolger müssen nicht unbedingt männlich sein. Der heutige Dalai Lama würde es sogar begrüßen, würde es einmal eine Nachfolgerin geben. Eine Frau sei attraktiver und nützlicher für den Buddhismus, für die tibetische Kultur, das tibetische Volk – warum nicht?
Sein Nachfolger müsste nach der Logik der Wiedergeburt von außerhalb Tibets kommen, da er die Arbeit des vorherigen Dalai Lamas fortsetzen müsste. Nachfolger müssen nicht unbedingt männlich sein. Der heutige Dalai Lama würde es sogar begrüßen, würde es einmal eine Nachfolgerin geben. Eine Frau sei attraktiver und nützlicher für den Buddhismus, für die tibetische Kultur, das tibetische Volk – warum nicht?
1989 erhielt der Dalai Lama für seinen unermüdlichen Einsatz mit gewaltlosen Mitteln durch Dialog eine Lösung für das Tibetproblem zu finden, den Friedensnobelpreis.
Zitat des Dalai Lama: Lebe ein gutes, ehrbares Leben! Wenn du älter bist und zurückdenkst, wirst du es noch einmal genießen können.
von Mira Brink
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Splitter und Schlangenbrut, Kreuz und Kamel

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Witz? Humor? Ironie? – bei Jesus!? Meist sehen wir Ihn in unserer Uni an einem Kreuz aus Holz hängen. Für manche von uns ein Bekannter oder Freund, für manch andere wiederum völlig fremd – für alle aber wohl der Ausdruck eines Sterbenden, dem zumindest Witz und Humor nicht nahe liegen. Jesus zeichnet aber nicht nur Sein Tod aus.
Louis Kretz stellt Aussagen Jesu vor und lässt in dem Licht der damaligen kulturellen Verhältnisse neue Schlüsse über die Person Jesus zu. Er bringt die intelligente Schärfe Jesu zum Vorschein, mit der Jesus groteske Bilder, kühne Gleichnisse und entwaffnende Antworten auf Fragen und Leben in den Diskurs Seiner Mitmenschen brachte.
Mit Witz, Humor und Ironie bediente Er sich eines bewährten Instruments Menschen zur Selbstreflexion zu bewegen: Durch Lachen.
Was? Ein Kamel durch ein Nadelöhr!? Ein Balken im Auge? Das geht doch gar nicht!
Das Buch ist ein Amüsement für zwischendurch und ein persönliches Kommunikationstraining für den, der sich eine Scheibe von Jesus Schärfe abschneidet. Eine Perle etwas anderen Glanzes.
Louis Kretz: Witz, Humor und Ironie bei Jesus
Signatur: 202777
von Johanna Olberding
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Magie und Mysterium, Butler und Bibel

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Noch ein Harry Potter könnte man meinen, wenn man das Cover des ersten Bandes von Artemis Fowl ansieht. Doch in Eoin Colfers Erzählung ist alles anders – oder doch nicht? Held der Geschichte ist ein zwölfjähriger Ire. Spross einer einflussreichen Dynastie und ein kriminelles Genie. Ihm zur Seite steht Domovoi Butler, der seinerseits einer Familie entstammt, die die Fowls seit Generationen beschützt. Bereits an dieser Stelle ist sichtbar, dass es sich nicht um gewöhnliche Verwandtschaft oder gar einen gewöhnlichen Jungen handelt. Auf den folgenden Seiten wird der Leser in eine phantastische Welt der Unterirdischen entführt und erlebt dort, wie Artemis Fowl seine Energie und kriminelle Raffinesse aufbringen muss, um gegen Elfen und andere Wesen zu bestehen. Er möchte den finanziellen Schaden, welchen seine Familie seit dem Verschwinden seines Vaters erlitten hat, ausgleichen.
Ein spannender Einstieg in die bisher sechs Bände umfassende Erzählreihe von Eoin Colfer, die durch die interessante, abwechslungsreiche Erzählweise auch für große Kinder bestens geeignet ist.
2001 wurde Artemis Fowl mit dem Childrens Book Award ausgezeichnet, dem wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis Englands. 2004 erhielt der Roman den deutschen Bücherpreis in der Sparte Kinder- und Jugendbuch.
Eoin Colfer: Artemis Fowl
Signatur: 333235
von Stefanie Bruns
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Republikaner vs. Demokraten – eine Gegenüberstellung

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Die roten Elefanten
Neben den Demokraten ist die Republican Party oder GOP (Grand Old Party) die größte Partei in den USA. Außerhalb Amerikas wird sie als das größere politische Übel angesehen. Nimmt man die beiden letzten großen Kriege, die die Amerikaner geführt haben (Irakkrieg 2 und 3), so basieren die Interventionen der USA doch auf einer republikanischen Politik bzw. auf einer Entscheidung, die ein republikanischer Präsident gefällt hat.
Die RP ist eine national-konservative Partei und sieht ihre eigene Position Mitte-rechts. Sie stellte bislang die meisten Präsidenten in den USA, darunter solch klangvolle Namen wie Abraham Lincoln, Richard Nixon, Ronald Reagan und natürlich die beiden Bushmänner.
Die Partei wurde 1854 von Gegnern der Sklaverei gegründet und hatte als Tenor eben die Abschaffung der Sklaverei, freie Meinungsäußerung und Gleichberechtigung der Frauen. Ursprünglich waren die Republikaner neben den Demokraten und der Whigs-Party lediglich dritte Kraft im Land, dies änderte sich aber rasch und so wurde ihr zweiter Präsidentschaftskandidat, Abraham Lincoln, bereits ihr erster Präsident. Die Politik der Republicans ist sehr föderal eingestellt; ihr Ziel ist es, den einzelnen Staaten möglichst viele Kompetenzen zu überlassen. Im Ausland fallen sie nicht zuletzt durch ihre sehr konservative Politik auf. Sie sprechen sich gegen ein einschränkendes Waffengesetz aus, ebenso gegen Abtreibungen und die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren. Ihr neuer Präsidentschaftkandidat, John McCain, passt daher auch wie die Faust aufs Auge. Auch er ist Gegner von so eben erwähntem und dazu noch Befürworter der Todessstrafe. Ihre Wählerschaft rekrutieren sie zumeist aus den ländlichen Gegenden im Süden des Landes.
Von der komischen Art und Weise wie die Republikaner Wahlkampf führen, kann man sich auf ihrer Homepage (www.gop.com) überzeugen. Denn sie machen da eigentlich keine Werbung für ihren eigenen Kandidaten, sondern beschränken sich auf die Diffamierung des Kontrahenten. Man kann dort etwa einem Ticker zuschauen, der die Zeit zählt, wann Barrack Obama (Präsidentschaftskandidat der Demokraten) das letzte Mal die amerikanischen Truppen im Irak besucht hat. Dies ist bereits, welch Schande, ca. 900 Tage her. Außerdem kann man dann noch Max, Maxine, Patrick und Sam erwerben, vier dicke Plüschelefanten, die es zum Vorzugspreis von 110$ pro Stück im GOP-Store zu kaufen gibt. Besonderes Feature: Republikaner-Logo auf dem Bauch. Den Spaß kann man dann an seinen Lieblingsrepublikaner oder seine Kinder verschenken. Oder man lässt es bleiben. Je nachdem. Aber dann ist man kein Republikaner.
von Sebastian Dargel
Die blauen Esel
Die Partei von Hillary Clinton und Barack Obama genießt in Europa einen guten Ruf.
Hierzu tragen so große Name wie Roosvelt, Truman, Kennedy und nicht zuletzt Clinton bei, welche nur eine kleine Auswahl der demokratischen Präsidenten darstellen. Doch heute profitieren die Demokraten mehr denn je von diesen Mythen und den Männern die sie verkörpern. Da durch sie der Unterschied zu den Republikanern sehr deutlich wird. So sieht sich die demokratische Partei als Partei des kleinen Mannes, der Demokratisierung, der Freiheit und des Progressivismus (progress= Fortschrittlinksliberale Antwort auf Industrialisierung und sozialen Wandel).
Dies wird auch im andauernden Wahlkampf deutlich. So ist auf der offiziellen Website (www.democrats.org) Folgendes zu lesen:
„OurPlan: We have a bold new direction for a secure America. We seek: 1) Honest Leadership & Open Government, 2) Real Security, 3) Energy Independence, 4) Economic Prosperity & Educational Excellence, 5) A Healthcare System that Works for Everyone, and 6) Retirement Security.” Allgemein werden sie dem aufgeklärten Sozialliberalismus zugerechnet und verorten sich Mitte links im Parteiensystem.
Entstanden sind die Demokraten im frühen 19. Jh. (eine Epoche großer Umwälzungen in den USA: Abschaffung der Sklaverei, Einführung des allgemeinen Wahlrechts usw.) aus einer Abspaltung der demokratischen Republikaner. Über das genaue Datum gibt es widersprüchliche Angaben, da es verschiedene Gründungsmythen gibt, welche teilweise bis auf das Jahr 1792 zurück datieren, als eine Koalition um Thomas Jefferson erstmals Widerstand gegen die republikanische Politik geleistet hat.
Ebenso ungeklärt ist die Herkunft des Esels im Wappen der Demokraten. Er wurde nie offiziell anerkannt, wird aber von den parteinahen Organisationen zur Werbung genutzt. Genauso inoffiziell, aber im Prinzip schon das eigene Markenzeichen ist die Farbe Blau, welche für die Demokraten steht.
Obwohl sowohl Clinton als auch Obama sich damit profilieren, „Nein“ zum Irakkrieg gesagt zu haben und alles anders machen wollen, bleibt die Frage ob sie es überhaupt können. Denn der Allmachtsanspruch der USA und der ungeheure Patriotismus, welcher nicht davor zurück schreckt, Demokratie als Exportgut zu verkaufen und mit millitärischer Gewalt durchsetzen zu wollen, ist auch den Demokraten nicht ganz fremd.
von Stefanie Bruns
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Hurra… ach ne doch nicht

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© Barney O’Fair / PIXELIO
Eines wunderschönen Tages dachten wir darüber nach, ob es möglich wäre, einen Artikel zu erschaffen, der fast nur aus StudiVZ-Gruppen besteht. Es gibt eine gute Nachricht: Es geht! Dabei entstand der Gedankengang einer lebensbejahenden, glücklichen, freudestrahlenden und unfrustrierten Studentin.
Aufgewacht mit dickem Schädel… mein Wecker macht mehr Terror als Al Quaida…. Mein Körper macht datt alles nicht mehr mit. Aber, wenn ich einen Albtraum haben will, muss ich aufwachen!!!
Aufstehen ist genug Sport, wirklich! Das Sportlichste an mir ist mein Eisprung. Meine Vorlesungszeiten kollidieren mit meinem Lebensstil. Ich kann da nicht nüchtern hingehen!!! Naja. Klappt schon! Hat immer irgendwie geklappt… Ich hasse mein weißes Badezimmer…Wer is’n das in meinem Spiegel???… Scheiße seh ich gut aus… ach ne, das war gestern… Ganz klar, meine Haare feiern nachts ohne mich ne Party und ich wurde mit einer Packung Bratmaxe ins Gesicht geschlagen… Ich seh echt so aus wie ich mich fühle! Ich bin so heiß, ich fühle mich von mir selbst sexuell belästigt… ich hasse Menschen die lügen. Ich muss mich nur alleine ausziehen, dann… ja, dann geht’s weiter, denn: Ich dusche gerne nackt. Mein Bad ist so klein, ich steh beim Duschen auf der Toilette… Hauptsache die Zahnpflege stimmt, Kaugummi kauen ist auch eine Art von Zähne putzen. Der Rest ist mir heute zu anstrengend, denn ich renne beim Zähneputzen immer durch die Gegend!!!…
Ich wusste es!!!! Mein Mitbewohner klaut meine Pflegeprodukte… Mein nächster Mitbewohner wird ein Hund… da fragt er ob ich morgens schlechte Laune habe… morgens schlechte Laune? Ach was: fick dich, mach die tür zu!!!! Der frühe Vogel kann mich mal… Klar: Früh aufstehen hat Vorteile! Mir fällt nur grad keiner ein. Soo! Jetzt erstmal ne gemütliche Hose anziehen!… Aber warum Anziehen?? – Wir ziehen uns doch eh wieder aus… ich bin nicht wie andere mädchen (aber mein haar ist flauschig!)… Meine Freundin hat einen Schrank voll „NICHTS“ zum Anziehen! So eine frei nach dem Motto: Morgens aufstehen – Zeit sich ein Gesicht zu malen! Eine der Marke: Es ist ROSA, es GLITZERT…..ICH KRIEG´S KOTZEN!!!
Brauch ich für die UNI meine Tasche? Ach was, Chuck Norris macht auch ohne Tasche Competition! Ich brauch einen Zivi…….. der meine Tasche trägt.
Warum fährt jeder außer mir so verdammt beschissen Auto? Rechts ist das Gas. Also fahr Du Spasti! RECHTS!
© Barney O’Fair / PIXELIO
Geht das in deinen viel zu kleinen großen Schädel du Klappskalli? Rechts blinken, links abbiegen – mal einen auf spontan machen… Opa´s mit Hut im Straßenverkehr sollten verboten werden!! –Jaja-, mit jedem Tag rückt das Altenheim ein Stückchen näher… Cobra 11 hat mir ein falsches Bild vom Auto fahren vermittelt!… Scheiße, verdammt, bekloppt… ich muss immer fluchen!!! Ich hasse schreiende Kinder und alte Menschen. Wenn mein Kind später… ach egal, es kommt sowieso ins Heim! Wie wat was soll das denn? Warum einen Parkplatz nehmen, wenn man zwei haben kann!!!?? Nachricht– für dich –: Ich habe dir was mitgebracht…HASS HASS HASS!! … Ich bin stinksauer und jetzt schwitz ich auch noch!!! Ich finde raus wo Du wohnst und dann fackel ich dir dein Haus ab. Ach was solls, abschnallen, aussteigen und Fresse halten.
BOAR, is’ das anstrengend… Uni ist wie Sex, man kommt und schläft ein! Und dann noch überall diese Pärchen – ich kann’s nicht mehr sehen!!!! Pärchen…hass ich ja. Gäbe es von Natur aus keinen Sextrieb gäbe es auch keine Paare!! Und zu viele schöne Männer haben eine Dummbratze zur Freundin… Ist das eine Frau, ein Mädchen oder ein Mann??? Und wie die schon aussieht: Blaue Jacke und grüne Hose… Kinderfasching oder was??? „Hey Du Blitzbirne !?! Halts Maul oder wie du heißt…! Ich bin viel geiler als deine Alte!’’ Ach egal, einfach lächeln und winken…lächeln und winken… So dumm wie ich’s brauch, kannst du mir gar nicht kommen!!! Ich bin vergeben… Ich geh mit meiner Laterne. Auch blinde Körner werden von Hühnern gefressen!!! Ach, ich muss weg, gehe glückliche Pärchen im Park vergiften… Egal. Es gibt Sachen die muss man nich’ verstehen… Ich glaube, ich muss brechen… Fortsetzung folgt…
von Melanie Ehlert
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Bielefeld nightlife – Bielefeld gibt‘s auch bei Nacht

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Nachdem wir zuletzt ein wenig Licht in die Bielefeldverschwörung gebracht haben, hieß es nun: Licht aus und ab ins Nachtleben.
Irgendwo muss
es sein
Foto: Johanna Olberding
Ferdis Pizza Pinte
Bahnhof Bielefeld. Unser Plan: Eine schöne gute Nacht in der Stadt der Verschwörung zu verbringen und der geneigten Leserschaft (DIR!) zu erklären, dass auch die 2- 3stündige NWB- Fahrt sich lohnt. Vor dem Bahnhof stehen wir an der Stadtbahnhaltestelle und suchen den Platz mit dem CinemaxX. War schon mal wer in Bielefeld? Jetzt nicht über unsere anfängliche Torheit lachen. Das CinemaxX befindet sich auf der anderen Seite des Bahnhofs. Gefunden. Karten kaufen für The Happening mit Ex- Marky Mark (Life in the streets…). Was nun? Noch eine Stunde bis zum Filmstart. Hunger! Auf dem Weg in ein scheinbares Wohngebiet stoßen wir auf Ferdis Pizza Pinte. Sieht von außen aus wie der typische Nobelitaliener. Ein Ort wo sich geschiedene 40jährige Damen herumtreiben und bei einem Glas Wein und Antipasti über die böse Männerschaft schimpfen. Der Schein trügt so was von. Das Publikum ist jung, die Bedienung freundlich und die Preise bezahlbar (Spinat-Feta Pizza 6.80 €). Ein Doppelplusgut gibt es für die sanitären Anlagen. Ein paar Muscheln ins Bad werfen und das maritime Gestaltung nennen kann jeder. Aber das ganze Bad in eine Unterwasserlandschaft zu verwandeln und dann noch Meeresrauschen und Käpt’ n Blaubär Dialoge im Hintergrund düdeln zu lassen ist eine Kunst.
Multiplex CinemaxX
Ein gelungener Zweiteinstieg für eine lange Nacht sollte uns das CinemaxX bieten. Mit pizzagestilltem Magen ging es für mich das erste Mal in eines der Multiplex- Kettenkinos dieser Welt. Kannte ich doch sonst nur Bestellung am Platz, inklusive dem persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern des Kinos – über deren Arbeitsplätze ich mich immer freute – erwarteten mich hier Anonymität trotz oder gerade wegen vieler Sitzplätze und eine riesige Leinwand. Die Sitze waren eng, aber der Logenplatz und der Sound wenden meine negativ- Bewertung wieder ein wenig Plus Null. Wobei: ermäßigte 6,- € für Studenten 1,- € für Loge = 2 1/2 DVDs aus der Videothek + Beamer und Leinwand im Wohnzimmer = unbezahlbar! Um der Leinwand zu frönen: Actionfilme mit 3D Charakter lassen Schlagkraft vermuten und auf die Erfahrung würde ich auf keinen Fall verzichten.
„The Happening“ sollte uns noch die ganze Nacht hindurch begleiten. Aber wer konnte das bei Beginn des Streifens schon erahnen? Hauptverursacher aller Aktionen des Films: „In den Suizid führende Pflanzentoxide“. Den latenten Sinn konnte ich nicht ergreifen, wohl aber das Glück, welches uns mit Bielefeld ereilte, denn es gab kaum Grünzeugs in den von uns bewanderten Gebieten und wir überlebten die Nacht. Meinem ersten Mal im CinemaxX halte ich entgegen: Gute Filme kommen auch auf einer kleinen Leinwand groß raus! Ich bleibe mit dem Herzen gegen Anonymität, für Arbeitsplätze und persönlicher Bedienung bei unserem Kleinstadtkino mit einzigartigem Ambiente.
Der Ringlokschuppen
Foto: Johanna Olberding
Ringlokschuppen – Schuppen? Das ist ne Halle
Bielefeld hat viele Straßen. Und vor allem hat Bielefeld lange Straßen. Eine der längsten scheint die Herforder zu sein. Aber man will ja nicht klagen. Da nachts keine Busse, Stadtbahnen und Rikshas mehr fuhren, blieben uns nur die flinken Füße. Egal, Mama und Papa mussten ja auch täglich geschätzte 73km durch Wind und Wetter waten, nur um Milch oder eine Messerspitze Salz zu holen. Wir wollen zum Ringlokschuppen. Der heutige Ringlokschuppen ist Teil des alten Reichsbahn- Ausbesserungswerkes Speldorf und er ist so verdammt riesig, dass ich mir Wegzehrung zwischen den einzelnen Areas wünsche. Der Eintrittspreis war mit 5 € noch erschwinglich für einen Laden dieser Größenordnung. Der Bierpreis mit 3 € (ebenso Cappuccino) ist schon ein tieferer Eingriff in meine Spendierhosentaschen. Aber hey, Wegzehrung ist das Stichwort. Im Ringlokschuppen werden keine kleinen Brötchen gebacken, wenn überhaupt werden da Brotlaibe groß wie VW-Käfer gemacht. Heidewitzka! Auf drei Areas fand sich alles was ein Gitarrenherz begehrt. Ein großes Areal für die Breitrockmasse, eine feine Hardcore-Ecke, in der Jungs und Mädels mit ordentlich Metal im Gesicht die Luft verprügeln, als hätte sie deren Mütter beleidigt und eine weitere riesige Gothik, Black, Leder, Lack und whatever Halle. Hier sei nun eine Lanze für alle Gothiker gebrochen. Es sind wahrscheinlich, neben den Mitarbeitern der Wohlfahrt die nettesten Menschen dieses Planeten. Wäre Goth eine Regierungsform wäre die Welt ein bisschen netter und um einiges dunkler.
Besonders erwähnenswert ist noch eine der Lounge- Cafe- Bars. Alte Videos von Nirvana Auftritten unterlegt mit Rage against the Machine- Songs und schwarz gekleideten Kaffee und Bierschlürfern am Tresen. Ein dunkelbuntes Potpourri der Reizüberflutung. Genau das Richtige für eine Nacht wie diese. Daumen hoch für den Ringlokschuppen
Irgendwo muss
es sein
Foto: Kai Pröpper
WG gesucht
Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Der nächste Laden soll angelaufen werden. Unsere Wahl fällt auf „Die WG“, eine altes Hotel, in der wir uns vorstellen können, in Ruhe ein Bier zu trinken. Der Weg ist mal wieder lang und Kräfte zehrend. Vorbei am B1 Disco Baumarkt und merken, dass man einen ganzen Straßenzug umsonst abgelaufen hat. “Die WG” hat zu.
Suche nach dem “Sound”
Es war jetzt wirklich dringlich an der Zeit für eine Wanderpause und einer hefedurchsäuerten Gaumenspülung. Nachdem ich schon die Orientierung aber noch lange nicht die Lust am Wandern verloren hatte, freute ich mich eines männlichen Navigationssystems. „Da runter“ hieß es. Nach ungefähr 1500m Wegstrecke, für Urbangewachsene ein Marathon – für „Bahnhof-zur-Uni-Wanderer“ beiläufig, standen wir vor dem „Sound“. Leider ohne Sound aber immerhin noch mit Licht. Die Tür gab einem „Sesam öffne dich“ nicht nach. Klopfen blieb unbeantwortet (… mag sein, weil ich so leise klopfte…). Traurig aber wahr, dass Sound stand geschlossen vor uns da. Trotzdem: Allein die Tür lohnt schon einen Besuch. Als hätten sie viele Warsteinergläser in heißes Eisen gedrückt, strotzte die Tür vor „Pro- Bier“ und wir hätten es uns auch nicht entgehen lassen, wäre die Tür … nun ja; aufgegangen. Also merken: Vor Eins hingehen!
Stereo-oeretS
Kaffeepause
zwischendurch
Foto: Johanna Olberding
Nach einer schweren „Wir-haben-geschlossen“- Depression blieben tiefschürfende Fragen an dem Leben der Bielefelder nicht aus. Weite Strecken von Kneipe zu Kneipe, Geschlossen ab Eins… . Hypothesen zur Begründung derartigen anomalen Großstadtverhaltens entstanden in der Trunkenheit von Übermüdung und auf dem Weg zum neuen Bahnhofsviertel. (Auf geht’s ab geht’s, 3 Tage wach!) „Vielleicht sind die Kneipen so verstreut, weil sich die Bielefelder nicht als zusammengehörig empfinden? Ich meine, da es Bielefeld nicht gibt fehlt den Leuten doch total das Identitätsempfinden. Keine Stadt, keine Identität. Sie sind sich einander und sich selbst wohl möglich gar nicht bewusst?“ Auch Zusammenhänge zu möglichem Abwehrverhaltensmaßnahmen der Pflanzenwelt durch toxische Gase wurden vermutet…sogleich aber verworfen: Zu geringer Pflanzenbestand. Wir erreichten das „Stereo“. Ein kleiner Eingang direkt neben dem CinemaxX. Ich vermutete einen Empireverschnitt. Was mich erwartete war eine gelungene Diskothek meines Geschmacks. Reinheitsgrad nach Circus und Hydepark. Sanitäre Anlagen aber á la SaniFair ohne 50 Cent Bonn, inklusive gelesen werden wollender Wandbekleidung aus Teenagerzeitschriften bis vermutlich 1990. Die Preise waren adäquat. Der Eintritt um unsere Ankunftszeit (4.00Uhr) herum frei. Ein Bereich mit schicker normaler Tanzmusik, eine Ecke zum chillen mit Sesseln und Sofa, eine Bar und eine wundervolle Tapetenecke, in der wir sogleich blieben, den Abend ausklingen und zugleich den Morgen mit „Kopf-zum-Beat-schwingend“ einläuten ließen. Ein „wollen sollen“ für Bielefeldentdecker!
Ausgeschlossen
1/4 unserer gesamten Night Life Erfahrung erlag der Wanderschaft. Die Stunden liefen uns nur so davon und wir konnten nicht alles erkunden – Wir wollten nicht alles erkunden: Was geschähe mit der Entdeckerfreude würden wir euch alles vorwegnehmen! Also: Füße unter die Arme, ab in die NWB Richtung Bielefeld. Das Angebot ist groß und acht Stunden reichen nicht!
von Johanna Olberding und Kai Pröpper

Bilderalbum
uniVista No. 09: Bielefeld nightlife
uniVista No. 09: Bielefeld nightlife
Unterwegs in Bielefeld bei Nacht (Fotos von Johanna Olberding und Kai Pröper)
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Almous Famous

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uniVista im Gespräch mit RUSTICATE
Rockt die kleine Freiheit!
Am Donnerstag, den 29. Mai 2008 rockte die Kleine Freiheit in Osnabrück! Geschätzte 180 Besucher ließen sich an diesem Abend von der Rockband RUSTICATE aus Osnabrück musikalisch verwöhnen.
Bei “Einlass ab 20:00 Uhr” erscheinen Gäste grundsätzlich frühestens ab 20:30 Uhr.
Bildnachweis: mb
Die Punk-Band RUSTICATE
Foto: Mira Brink
Diesmal anders: Selbst vor 20:00 Uhr sammelten sich bereits die ersten Besucher vor der kleinen Freiheit an und verschwanden durch den äußerst ungewöhnlichen Haupteingang des Ladens – ein alter Bus. Raffiniert umgebaut zu einer Art „Flur“ wird der Bus gleichzeitig als Kasse genutzt.
Bis Rusticate spielen sollte, war noch ein wenig Zeit, die ich für ein Interview mit Gitarrist und Sänger Manuel nutzte:
Beschreibt mal eure Musik!
Die Beschreibung, die wir liefern, ist „chaotic“ Postpunk. Ein tschechischer Musiker meinte neulich im gebrochenen Englisch „Your music has much energy“. Ich denke ein Schnitt durch beides beschreibt unsere Musik ganz gut. Am besten ist es aber immer, wenn der geneigte Hörer einfach selbst reinhört auf myspace z.B.
Wie ist eure Band zustande gekommen?
Nach der Auflösung meiner ersten Punkrock Band Mad Conscience war klar, dass das nicht das Ende sein konnte und so machte ich mit unserem heutigen Bassisten Dennis, der schon öfter mal am Bass eingesprungen war, die neue Band RUSTICATE auf. Mit dabei waren noch der Gitarrist von Mad Conscience am Schlagzeug und Amel von den Rockoldies an der Gitarre. Nach ein paar gespielten Shows, bei denen wir eher im Indie-Pop Bereich herum spielten, sagten dann Gitarrist und Schlagzeuger ein Konzert in Karlsruhe am 2. Weihnachtstag ab. Ich wollte diese Show aber unbedingt spielen und so kam es dazu, dass Dennis seine ehemaligen Band- Kollegen Andi und Carsten mit in den Tourbus holte. Das Ganze ist dieses Jahr zu Weihnachten 7 Jahre und 162 weitere Konzerte her.
Wie kamt ihr denn zu eurem Namen RUSTICATE?
Ganz simpel durch Blättern im Wörterbuch. Die Band As friends rust mochte ich damals, so kam ich an Rust als Grundlage und Rusticate hieß passenderweise auch noch „auf dem Land lebend“. Da wir alle aus Quakenbrück und Umgebung kommen also die perfekte Verbindung von Klang und Sinn für mich.
Gibt es Orte, an denen ihr besonders gerne spielt?
Die besten Konzerte sind eigentlich die im Osten Deutschlands. Die Konzertkultur ist noch eine ganz andere und Punk hat einen anderen Stellenwert.
Bildnachweis: mb
Sänger in Aktion
Foto: Mira Brink
Es wird nicht so unglaublich auf Trends und Verkaufszahlen geachtet wie im Westen. Den Eindruck habe ich zumindest. Sicher wäre es auch anzustreben noch weiter in den Osten Europas vorzudringen, Tschechien, Polen, etc.
Das ist ja meist ziemlich weit weg. Unsere Leser kommen ja nun alle aus Vechta und Umgebung, wann gibt es denn für sie mal die nächste Gelegenheit, euch live zu sehen?
Genau kann ich es nicht sagen, wir planen aber schon, dass wir dieses Jahr noch hier in der Umgebung nen Auftritt bekommen.
Und worum geht es darin?
Es geht oft um Sozialpolitisches, in Bezug auf die eigenen Erfahrungen, die man so im Leben sammelt. Wer genau hinhört wird bestimmt etwas für sich entdecken. Leider achten die Leute viel zu selten auf die Texte. „Trust yourself and follow your heart“ stammt beispielsweise aus unserem neuen Song The quest. Davon kann sich vermutlich jeder ne Scheibe abschneiden.
Wer ist bei euch der „Chef“?
Einen Chef im Sinne von Band Hitler gibt es nicht. Wenn es ums Organisatorische geht bin ich das. Sprich ich buche die Konzerte, kümmere mich um die diversen Internetauftritte, Studio buchen, CDs pressen, T- Shirts und sonstige Werbemittel drucken lassen, all sowas. Allerdings gibt es auf längeren Fahrten mit dem Bus einen musikalischen Diktator, der gerne die Macht des CD–Players an sich reißt.
Welche Musik mögt ihr gar nicht?
Ich denke da lehne ich mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich für alle stellvertretend Techno und Chartsmist auf der Ebene von SchniSchnaSchnappi und DSDS sage.
Auf einer Tour seid ihr ziemlich lange zusammen – Klappt das immer oder entstehen da schnell mal Probleme?
Also, dass wir uns mal gestritten haben, daran kann ich mich nicht erinnern. Natürlich gibt es hier und da Ecken und Kanten und nicht jeder ist immer 100 Prozent gut zufrieden, aber alles in allem kommen wir auf Touren sehr gut miteinander klar.
Bildnachweis: mb
Ein Künstler und seine Anhänger
Foto: Mira Brink
Wir hocken privat nicht so viel aufeinander, vielleicht ist das der Grund warum es dann im Rahmen der Band immer alles toll klappt, weil man sich freut sich wieder zu sehen und eine gemeinsame Sache macht, die allen Spaß bereitet.
Wo seht ihr euch in 5 Jahren?
Wenn es nach mir ginge, gibt es die Band dann noch, das hoffe ich wirklich sehr. Alles andere ist erstmal unwesentlich. Natürlich möchte man immer weiter kommen, aber für mich würde es reichen, wenn wir immer noch Konzerte spielen.
20:30 Uhr – Zeit für den Auftritt der Band. Inzwischen längst gewohnheitsmäßig Manuels Ansage zu Begin: ,,Einen schönen guten Abend! Wir sind Rusticate aus Osnabrück und wünschen euch viel Spaß!“ Und los gehts mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang. Das zahlreich erschienene Publikum war begeistert – von Anfang bis Ende. Auf der Bühne 4 Männer, denen man eindeutig ansieht, wie sehr sie es lieben, Musik zu machen. Das reißt mit!
Was ich sehr gut fand: Nach dem Auftritt zogen sich die einzelnen Bandmitglieder keinesfalls zurück, sondern mischten sich unter die Leute.
Andi, der ebenfalls seine Gitarre und Stimme einsetzte, feierte an diesem Abend unter den 180 Gästen um 00:00 Uhr mit uns in seinen 25. Geburtstag hinein.
Der gesamte Abend war sehr gelungen – für die Band wie auch für das Publikum. Bei der Aufmachung der „kleinen Freiheit“ kann die Stimmung nur gut sein. Die Musik war super, genau wie die Stimmung, vor, während, sowie nach dem Auftritt!
Bei dem nächsten Auftritt dabei zu sein lohnt sich also!
Solange es live nicht möglich ist: www.rusticate.de
Das Interview führte Mira Brink
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Informatives zum Bausparer-Bier

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Bionade. Im StudVZ beschäftigen sich über 100 Gruppen mit ihr, sie sieht gut aus, schmeckt gut, ist halbwegs gesund, und man kann sie hervorragend mit Wodka mischen. Metrosexuelle Styler mögen sie ebenso sehr, wie doppelnamenbewaffnete Trägerinnen asymetrischer Kurzhaarfrisuren.
Bis aus der bayrischen Bio-Brause ein Trendgetränk mit dem besten Image wurde, das man sich als Hersteller wünschen kann, dauerte es aber seine Zeit. Angefangen hat es bereits 1995, als Dieter Leipold, Miteigentümer der insolvenzbedrohten Peter-Brauerei aus dem bayrischen Ostheim, ein neuartiges Brauverfahren erfand, bei dem kein Alkohol entsteht. Dieses Verfahren, die Grundlage der Bionade, war eine revolutionäre Neuentwicklung in der ca. 5000-jährigen Geschichte des Brauens – und interessierte zunächst niemanden. Leipold hatte ursprünglich geplant, sein Bionade-Herstellungsverfahren an seine Mitbewerber zu verkaufen, diese lehnten dankend ab. Als die finanziell angeschlagene Peter-Brauerei die Gesundheits-Limo schließlich selber produzierte, gab es abgesehen von einigen Fitness-Centern und Kurkliniken keinen, der sich das neue Getränk ins Lager stellen wollte. Erst Ekelfleisch-Skandal und Bio-Boom sorgten dafür, dass das „offizielle Getränk einer besseren Welt“ (Bionade- Werbe-Slogan) zur mutmaßlichen Lieblings-Limo der Neon-Leser und vieler anderer mehr wurde. Seitdem geht es steil bergauf. 2007 wurde in einigen Monaten mehr Bionade verkauft, als 2006 im ganzen Jahr. Immer wieder kommt es wegen der gewaltigen Nachfrage zu Lieferengpässen bei Zutaten aus biologisch überwachtem Anbau wie z.B Holunderbeeren. Die Bionade-GmbH schafft es kaum, genug zu produzieren. Probleme, von denen andere träumen…
Das bemerkenswerte an diesem Erfolg ist, dass kaum Werbegelder flossen. Im Gegensatz zu Firmen wie Coca-Cola, die sich die Markteinführung neuer Geschmacksrichtungen Millionen kosten lassen, war es dem Familienunternehmen unmöglich, kostenintensive Merk-dir-mein-Logo-oder-ich-brech-dir-‘nen-Arm-Kampagnen zu finanzieren. Stattdessen war man auf Guerilla- Marketing und Mundpropaganda angewiesen, und das reichte aus, um in den Jahren des Geiz-ist-geil-Denkens ein hochwertiges und teures Produkt zu etablieren. Kein Wunder, dass Bionade regelmäßig Thema in Wirtschaftsmagazinen ist.
Mittlerweile gibt es die Bio-Brause an jeder Ecke, selbst bei McDonalds. Wie jetzt? Das offizielle Getränk einer besseren Welt in den Regalen der Burger bratenden Hardcore-Kapitalisten? Supersize Me nach EG-Öko-Verordnung?
Nach einem Artikel der Zeitschrift Öko-Test nicht unpassend: Dort fand man in einem Limo-Vergleich heraus, dass Bionade Ingwer-Orange nicht nur deutlichBmehr Zucker enthält als angegeben, sondern, dass auch Spuren von Nickel in der Bio-Brause vorkommen. Bionade erhielt ein peinliches Befriedigend und landete – hinter Nachahmerprodukten – im Test-Mittelfeld. Die Bionade- GmbH ging daraufhin mit einer einstweiligen Verfügung gegen Öko-Test vor, diese wurde aber vom Landgericht Hamburg wieder zurück genommen. Es konnte nicht bewiesen werden, dass die Öko-Test-Messungen fehlerhaft waren.
Ist Bionade also nur das offizielle Getränk einer zweitbesten Welt? Naja, man sollte zwischen verhältnismäßig gesund und auch-in-den-Augen-derer,-die-selbst- Schnaps-und-Kippen-im-Reformhaus-kaufen-gesund unterscheiden. Gesünder als die meisten anderen „kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke“ ist sie sicher, außerdem fehlt ihr dieser Nachgeschmack nach entgangener Lebensfreude, der für alkoholfreies Bier so typisch ist. Prost.
von Stefan Hirsch
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Das Chrom- und Flamm Protokoll (redaktionelle Ausfälle)

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Stell dir vor, es ist Redaktionssitzung und niemand kommt…
Protokoll der Sitzung vom 24. April `08
Anwesend: Stefan, Bjo, Stiff
Abwesend: Alle anderen
  1. Stell‘ Dir vor, es ist Redaktionssitung, und keiner geht hin… Da wir nur zu dritt waren, fiel es uns jedoch leicht, einige wichtige Änderungen zu beschließen
  2. Der neue Termin für die Redaktionssitzung ist Sonntag, 15:00
  3. Wir haben einen neuen Namen: Die Zeitung heißt nicht mehr uniVista, sondern „Der Kommilitone“
  4. Ab der kommenden Ausgabe schreiben wir nicht mehr in Tahoma, sondern in Fraktur.
  5. Wir führen eine neue Rubrik ein: Der Kommilitone Chrom und Flammen, in dieser Rubrik beschreiben wir Stunts zum Nachmachen, stellen wichtige Stuntmen vor, und schreiben über Stuntshows, die wir besucht haben.
  6. Wir beantragen beim Hausmeister, die Gasleitung wieder anzuschließen.
  7. Anstelle des Konzerts im nächsten Semester veranstalten wir eine Stuntshow
  8. Die WG-Geschichte erstreckt sich in Zukunft über 6 Seiten.
  9. Der Komilitone Extreme: Wir besuchen einen BDSM-Club (also ich nicht… Anmerkung des Protokollführers)
  10. Wir richten eine Sprengstoffkasse ein. Hierfür sind pro Redaktionsmitglied 10,-€ monatlich zu zahlen.
  11. Der Redaktionssitzung voran steht eine 90minütige „Bastellstunde“, die für alle Mitglieder der Redaktion verbindlich ist. Dort werden Dinge gebastelt, mit denen der Redaktionsraum verschönert und passend zur Jahreszeit dekoriert wird.
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Echte Gefühle

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Von meinen Mitbewohnern ging mir Nadine am wenigsten auf die Nerven. Das lag allerdings daran, dass sie so gut wie nie zu Hause war. Sie hielt sich meistens nur von Dienstag bis Mittwoch in Vechta auf, wenn man sie sah, hatte sie immer einen Koffer in der Hand. Deswegen war ich etwas überrascht, dass ausgerechnet sie die Einzige war, die letztes Wochenende hier blieb.

Bob, der sich zu spät um einen Praktikumsplatz bemüht hatte, musste ein Betriebspraktikum bei einer Tretbootvermietung am Steinhuder Meer machen, Charlene war bei einer Freundin, und Enrico war nicht mehr gesehen worden, seitdem in Vechta ein 24-Stunden-Fitnesscenter eröffnet hatte.

Abends guckten wir Fernsehen. Sie lachte, ich blickte sie an. Ihr präzise aufgedrucktes Gesicht. Der seidenmatte Kunststoff ihrer Haare. Mit einem mal wurde mir bewusst, wie schön sie eigentlich war. Konnte das sein? War ich gerade dabei, mich zu verlieben? Obwohl ich sie seit fast drei Jahren kannte? Ihr Handy klingelte.

Ihr Freund war dran, und fragte, ob er sie abholen solle. SIE HATTE EINEN FREUND! Das war gemein, das war grausam. Sekunden zuvor hatte ich noch die Hoffnung auf eine neue Liebe, jetzt stand mir ein sehr einsames Wochenende bevor.

Enttäuscht blieb ich allein vor dem Fernseher sitzen und schlief spät ein. Ich träumte, ich würde in einem staubschwarzen Chevrolet Camaro eine südfranzösische Küstenstraße entlang fahren. Während der Fahrt zündete ich mir eine Zigarette an. Der Fahrtwind trug den Rauch durch das geöffnete Schiebedach davon.

Ich wachte auf, und plötzlich erkannte ich, dass ich meine große Liebe bereits gefunden hatte, dass ich keiner Partnerin bedurfte, sondern dass ich mein begehren darauf konzentrierte, im Tabakrauch zu schwelgen…
Wie wird die WG das Sommerloch überstehen? Erfahrt es in der nächsten Ausgabe, im November 2008.
von: Stefan Hirsch
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BWM-2 oder das Scheitern interdisziplinärer Module

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Eigentlich fing alles gut gemeint und ambitioniert an. Die neue Prüfungsform des Portfolios wird vom Kultusministerium in Hannover seit Längerem favorisiert. Hierbei handelt es sich um eine übergreifende Fragestellung, die ein oder mehrere Seminare umfasst. Das Portfolio kann zwischen fünf bis zehn Seiten stark sein und ersetzt die übliche schriftliche Seminararbeit oder die Modulabschlussklausur.
Die Hochschulleitung der Universität Vechta wollte diese übergreifende Prüfungsform aufnehmen und kam nach eingehender Beratung mit dem Masterprüfungsausschuss auf das kombinierte Mastermodul BWM. Dieses Modul wird aufgeteilt zwischen den Fächern Psychologie und Erziehungswissenschaft und ist somit perfekt, um ein fächerübergreifendes Portfolio als Prüfungsform anzusetzen. Beide Fächer wurden informiert, das Portfolio in die Prüfungsordnung aufgenommen.
Eigentlich eine ganz einfache Sache mit vielen Gewinnern. Zuerst die Studenten, die nun für zwei Seminare lediglich ein Portfolio einreichen müssen und somit ordentlich Zeit sparen können. Dann die beiden Fächer, da nun nur eine Prüfung korrigiert werden muss. Zu guter Letzt die Hochschulleitung sowie der Masterprüfungsausschuss, da man sehr schnell das in Hannover so heißgeliebte Portfolio in das Studium integriert hat. Doch wie immer im Leben ist nichts wirklich unkompliziert und an einer Universität schon gar nicht. So hatte sich der AStA auf einmal mit 140 wütenden Masterstudenten zu beschäftigen. Zunächst musste man als AstA-Referent jedoch die komplizierte neue Sachlage verstehen: Was ist BWM (ein Modul für Lehramtstudenten) und welche Prüfung ist gemeint? Wieso hatten die Studierenden bereits eine Prüfungsleistung in dem erziehungswissenschaftlichen Teilmodul geleistet und weshalb konnten diese Studenten nun kein Portfolio mehr im Fach Psychologie schreiben?
Der AstA versprach, eine Lösung zu finden. Zunächst hatte man anscheinend im Fach Erziehungswissenschaft die klare Vorgabe des Prüfungsausschusses und der Prüfungsordnung anders interpretiert. Ein übergreifendes Portfolio stand nicht zur Debatte, stattdessen wurden Referate mit Ausarbeitungen geschrieben. Als nun einige Studenten im darauf folgenden Semester im psychologischen Teil des Moduls saßen, kam die böse Überraschung, da ganz korrekt nach der Prüfungsordnung auf das Portfolio bestanden wurde. Aber wie soll man ein Portfolio, welches Seminar übergreifend ist, schreiben, wenn man einen Teil schon hinter sich hat? Das Portfolio sollte darüber hinaus als Modulabschlussprüfung fungieren und nicht als Teilprüfung. Die Studenten hätten also für die gleiche AP Zahl doppelten Arbeitsaufwand leisten müssen. Vielleicht war dies ja nur ein Versehen, was durchaus bei einer neuen Prüfungsform und einem Modul, welches sich zwei Fächer teilen, passieren kann. Daher setzt man sich in einem solchen Fall gewöhnlich zusammen, spricht miteinander und findet eine Lösung. Das Problem in diesem Fall ist allerdings, dass die Verantwortlichen beider Fächer eben gerade nicht miteinander kommunizieren. Die Hochschulleitung versuchte dies mehrfach zu ändern, kapitulierte jedoch und erließ eine Verfügung. Erst jetzt fand man eine Lösung und musste feststellen, dass ein fächerübergreifendes Portfolio nur funktionieren kann, wenn auch wirklich Kooperationsbereitschaft zwischen den Fächern besteht.
Der AstA war entsetzt über diesen Zustand, da doch eigentlich die Lehre und die Ausbildung der Studenten im Vordergrund stehen sollten. Stattdessen können sich nicht einmal zwei Fächer an Vereinbarungen halten oder zusammenarbeiten. Die Prüfungsform mit einem seminarübergreifenden Portfolio ist nach nur zwei Semestern gescheitert und jetzt auch aus der Prüfungsordnung genommen worden. Ein gutes Beispiel, wie man nicht miteinander arbeiten sollte und was uns verdeutlicht, wie kompliziert wohl interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fächer ist.
von Arnold Hobbacher
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Von C-Promis, fallenden Sternchen und Goldenen Himbeeren

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Die Redaktion auf der Suche nach den schlechtesten Filmen
Filmabende mit Freunden sind eine schöne Sache. Entweder Tempos, Sekt und Schoki bei Mädelsabenden, Bier und Pizza beim Fußball oder Kurze bei Sissi. Filmabende mit der Redaktion dagegen sind die pure Qual. Des Nachts im Wald ausgesetzt werden (der geneigte Leser weiß es vielleicht noch…) ist nichts dagegen.
Die Goldene Himbeere und Internet Movie Database halfen uns bei der Auswahl, damit wir auch ja nicht einen nur mittelschlechten Film gucken würden. Und so entschieden wir uns für vier Filme, von denen einer sogar im Besitz eines Redaktionsmitgliedes ist…
Zuerst Crossroads – Not A Girl mit Britney Spears. Meine KollegInnen waren schon nach wenigen Minuten der Meinung, schlimmer könnte es nicht kommen. Ha, wie sie sich geirrt haben!
Crossroads ist ein Coming-of- Age-Film. Darunter versteht man Filme, deren jugendliche Helden von grundlegenden menschlichen Fragen bewegt werden. In diesem Film wendet sich Britney alias Lucy den grundlegenden menschlichen Fragen zu (die uns sicher alle in unserer Jugend bewegt haben): Werde ich dank meines 1er-Zeugnisses an die beste Uni überhaupt gehen? Schlafe ich mit dem Schwerverbrecher, den ich gerade erst kennengelernt habe, obwohl ich noch Jungfrau bin? (Oops!… I Did It Again.) Oder werde ich doch erfolgreiche Popsängerin?
Bildnachweis: Kathi Biehler
Foto: Kathi Biehler
Adam Sandler kennt ihr sicher? Immerhin hat er in so grandiosen Filmen wie Die Wutprobe, 50 erste Dates oder Klick mitgespielt. Und auch sein Film Punch-Drunk Love wurde viel gelobt und ausgezeichnet. Für mich persönlich gibt es aber kaum einen weniger auszuhaltenden Film. Und auch die anderen fragten sich nach kürzester Zeit, wo der Sinn dieser Story und wie der Rest des Filmes zu überstehen sei. Adam Sandler alias Barry, Verkäufer von mysteriösen Klopröpfen, hängt den ganzen Tag in seiner Firma-Garage rum, wo er dann auch seiner großen Liebe Lena vorgestellt wird. Von seiner Schwester. Davon hat er einige und alle sind nervig. Bei einem Familientreffen rastet er aus und zerschlägt Fensterscheiben. Am Abend will er Telefonsex, wird im Anschluss erpresst und kriegt Probleme mit prügelnden Brüdern. Am Ende aber entdeckt er seine inneren Kräfte und alles wird gut. Auch irgendwie ein Coming-of-Age-Film…
Nach Punch-Drunk Love waren wir so hibbelig, dass wir uns auf Battlefield Earth mit John Travolta regelrecht freuten. Battlefield – das hörte sich nach Action, Geballer, Weltraumfights und tollen Specialeffects an, das klang wie eine Offenbarung! Oder zumindest wie einfache Ablenkungskost. Wir würden sehen… Der Film entstand nach der Romanvorlage von L. Ron Hubbard. Na, was bemerkt? Ja, das ist der Gründer von Scientology. Aber so was kann uns nicht schrecken. Und auch die Tatsache, dass der Film mit mehreren Goldenen Himbeeren ausgezeichnet wurde und als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt, war uns nur Ansporn. Und ja, der Film ist schlecht. Sehr schlecht. Und kein Stück actionreich oder spannend. Mir sind nicht mal Einzelheiten der Geschichte im Kopf geblieben. Irgendwie will die Menschheit sich von den bösen Aliens (unter anderem Travolta auf Plateau-Schuhen) befreien und schafft es auch. Jetzt habe ich das Ende verraten, ist aber nicht schlimm, guckt euch den Film einfach nicht an. Denn ich weiß nicht, ob ich je wieder Pulp Fiction genießen kann…
Die Krönung eines schlimmen Abends: Daniel der Zauberer. Schlechte Story, schlechtes Drehbuch, schlechte Schauspieler (u.a. Küblböck selbst), schlechter Dreh (mit einer Videokamera), schlechte Drehorte, schlechte Dialoge und schlechte Musik (von Küblböck daselbst). Ich habe noch nie einen so schlechten Film gesehen. Daniel alias Daniel – denn es geht ja um Küblböcks Geschichte- wird „von Millionen geliebt, von Vielen gehasst“ (so der Untertitel) und ganz besonders von zwei ältlichen Jugendlichen und einem ganz bösen Opa. Die hassen ihn so sehr, dass sie den armen Daniel umbringen wollen! Aber der hat einen lieben und toten Opa, der mit dem bösen Opa kämpft. Daniel wird dann doch entführt (Reaktion der Redaktion/ Reaktion jedes Zuschauers: „Nun tötet ihn endlich!“), aber durch seine positive Energie kann er Alles zum Guten wenden und an Weihnachten liegt unterm Baum sogar ein Zauberstab!
…dies war die inhaltliche Einführung – jetzt folgen erfahrene Wirklichkeiten oder auch „Nah-Tod-Erfahrungen“. „Coming-of-Age“ oder wohl eher: „Coming-of-Mind“: Also begleitet uns ins X-treme!
von Julia Stock
Schon das Gefühl, mir einen wertvollen Abend meines kurzen Lebens für „schlechte Filme“ zu reservieren, möchte mich zu dem Satz bewegen: „Oh, wisst ihr, an dem Abend kann ich leider auch nicht. Da müsst ihr wohl bedauerlicherweise ohne mich durch.“ – Ihr musstet wirklich ohne mich und: Ich konnte wirklich nicht! Therapeutische Hilfe auf psychodramatischer Basis biete ich euch nachträglich kostenlos an.
von Johanna Olberding
Aller Anfang ist Britney Spears. Na ja, hoffentlich nicht aller, aber so sollte es an diesem Abend sein.
Die Handlung versteckt sich gekonnt hinter flachen Dialogen und den Schmachtsongs der selbsternannten Pop-Prinzessin. Drei pubertierende Weiber, die sich nicht ausstehen können, fahren mit einem wildfremden Kerl, der auch noch ein Schwerverbrecher sein soll quer durch die USA. Ja klar! Selbstverständlich sind sie am Ende alle super dicke Freunde. Die Spears angelt sich natürlich den Typen, der kein Verbrecher sondern ein Held ist und sie startet als Sängerin durch. Also alles wie im richtigen Leben, oder? Ich habe keine Ahnung wer sich sowas ausdenkt. Zu ertragen war es für mich nur dank einer Menge Popcorn. Trotz allen Widerstandes konnten wir nicht verhindern, dass wir bei den darauf folgenden Filmen dann und wann, wenn es gerade irgendwie passte „I’m not a giiirl“ trällerten.
von Stefanie Bruns
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Ein Film mit Adam Sandler kann gar nicht schlecht sein – dachte ich. Ich dachte auch, nach den Filmen, die wir bisher gesehen haben, kann es gar nicht schlimmer werden. Doch bereits nach wenigen Minuten Spielfilmzeit brachte mich dieser an den Rand des Wahnsinns. Tatenloses wie Sinnloses begleitet von aggressiv machenden Psychomelodien schien einfach kein Ende zu nehmen. Ich wühlte in meinem Hirn nach Ausreden, den Raum verlassen zu müssen, doch meine Leidensgenossen ließen nicht zu, dass ich dem Grauen entfloh. Also betrank ich mich mit Mineralwasser und hoffte darauf, bald und häufig die Toilette aufsuchen zu müssen. Denn dies war der einzig erlaubte Grund, sich aus dem Raum zu begeben. Nachdem wir unsere Zeit erfolgreich durch diesen Film verschwendet hatten, wussten wir: Solche Filme lassen Aggressivität entstehen und wachsen. Versteckt sie also vor euren Kindern!
von Mira Brink
So, mittlerweile müssten die Aliens ja mal gelandet sein. Ginge es nach dem Streifen „Battlefield Earth – Kampf um die Erde“ aus dem Jahr 2000, wurde die Erde kurz nach der Jahrtausendwende von übelgelaunten Aliens überfallen, ihre Streitmacht innerhalb von 9 Minuten vernichtet und die Überlebenden für 1000 Jahre ABM in den Fabriken der Aliens verpflichtet. Bis, ja bis eines Tages ein charismatischer, junger Menschen-Mann beginnt aufzubegehren… Ein „Achtung, Spoiler!“ erspare ich mir. Ich bitte Euch, liebe Kommilitonen, seht Euch diesen Film nicht an! Schlaft 2 Stunden länger, geht spazieren oder kuschelt Euch an Eure Liebsten, aber bitte verschwendet Eure Zeit nicht mit diesem Film! Was von den Eckdaten annehmbar nach Popcornkino klingt („Wow, millionenschweres Endzeitepos mit immerhin John Travolta und Forest Whitaker!“), entpuppt sich als filmisches Zäpfchen gespickt mit groben Logikschnitzern, ätzenden Kostümen, gähnenden Dialogen. An plateaubesohlte Rastafari erinnernde Aliens nerven mit ihrer Bürokratie („Das muss ich dem Senat melden!“ „Sie werden strafversetzt!“), während die Menschen, die inzwischen wieder zu Wilden wie in der Steinzeit degeneriert sind, dank bestens gepflegter und frisierter Haare Heidi Klums Modelclique jeden Werbeauftrag wegschnappen würden. Sie bereiten ihre Befreiung vor, indem sie erst in einem 1000 Jahre alten Simulator fliegen lernen und sich anschließend die seit ebenfalls 1000 Jahren herumstehenden voll getankten Bomber der, na klaro, U.S. Air Force schnappen. Mit ihnen wollen sie auf dem Alienplaneten, der über ein nicht gezeigtes Portal mit der Erde verbunden ist, eine Atombombe zünden, und weil die Atmosphäre da drüben so ne ganz besondere ist, reicht eine Bombe auch für den ganzen Planeten. Falls Euch das noch nicht reicht: Die Bedienungsanleitung liegt übrigens neben der Atombombe. Auf einem Tageslichtprojektor.
Neben unzähligen Malen fremdschämen, dass so ein teures Machwerk nicht in der Produktion gestoppt wurde, kann ich meine einzige Reaktion während des Films schnell formulieren: „Alter, dauert der noch lang?!?“
von Christopher Vielhaber
Gegen Ende des Abends, nach dem grandiosen Battle um die Earth dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn es könnte nicht schlimmer kommen. Aber wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt immer noch was Schlimmeres daher. Dieses Etwas entpuppte sich als trashiger, grellbunt gekleideter, ohne Führerschein in Gurkenlaster rasender C-Promi. Daniel Küblböck, 81 Minuten lang, in seiner vollen Pracht. Nie war meine Blase schwächer, nie lagen meine Nerven blanker, nie habe ich verzweifelter um das Ende eines Filmes gebeten als an diesem Abend. Halbdokumentarisch lässt uns der Gurkenlastervandale an seinem verkorksten Leben und seinen Wunschvorstellungen teilhaben, quäkt zwischendurch fröhlich seine Lieder. Jede Sekunde hofft man mehr, dass es den Attentätern aus dem zweiten, mehr als schlechten fiktiven Handlungsstrang, gelingt ihn zur Strecke zu bringen bevor er sie mit seiner positiven Energie dazu bringt dem Küblböckismus zu verfallen. Ich bitte meine Mitstreiter aussichtslos die DVD aus dem Player zu reißen, falls mich Krämpfe durchschütteln oder mir Schaum vor dem Mund stehen sollte. Aber sie sind unerbittlich, wir müssen es bis zum Ende durchstehen sagen sie. Es war mit Abstand der schlechteste Film den ich jemals gesehen habe, eine peinliche, groteske, no-budget Selbstüberschätzungs-Show. Und was zum Geier sollten die armen Baby-Tiger in dem Musikvideo? Wo sind die die Greenpeace Aktivisten, wenn sie gebraucht werden? Fazit: Dieser Film ist schon wieder sooooo schlecht,… dass solltet ihr unbedingt einmal erlebt haben… aber bitte nicht nüchtern.
von Melanie Ehlert
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Das perfekte Gegenüber…

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…oder: Irgendwann, irgendwo, irgendwie mit irgendwem – über perfekte Zeitpunkte, Zeitorte und Partner
Ein Freund von mir sagte mal: „Wenn ich mit einer Frau zusammen komme, dann muss alles perfekt sein: die Frau, der Zeitpunkt, am besten noch der Ort…“ Klingt gut, plausibel. Will ich auch. Aber was ist denn überhaupt „perfekt“?
Nach einiger Recherche im engeren Freundeskreis bin ich zu folgendem Bild des „perfekten Mannes“ gekommen: Brad Pitts Körper, gepaart mit Heath Ledgers Lächeln, erstrahlt durch George Clooneys Augen, getragen von Einsteins IQ, verpackt im Charme von Patrick Dempsey und untermalt von der Stimme Vin Diesels. So einen würde vermutlich keine von uns von der Bettkante schubsen. Aber mal ganz abgesehen davon, dass die Wahrscheinlichkeit, so jemanden zu finden doch erschreckend gering ist, würde so ein „Traummann“ auch reichlich Nachteile mit sich bringen: Was nützt es uns, wenn der Typ mehr Zeit im Fitnessstudio und vorm Spiegel verbringt als mit uns? Wie gehen wir damit um, wenn wir uns nicht mehr trauen, tiefgründigere Gespräche als die Wetterlage anzuschneiden um neben ihm nicht als komplett dämlich dazustehen? Und, mal ehrlich, Mädels, was kann man an so einem Mann denn langfristig toll finden? So ganz ohne Ecken und Kanten. Eigentlich sind es doch immer die kleinen Macken, die einen Menschen erst interessant machen, denn die erzählen doch ein Stück von dem, wer man ist, was man erlebt hat, also alles das, was uns an einem anderen – tollen – Menschen eigentlich interessiert.
Und, um noch einmal auf den Faktor „perfekter Zeitpunkt“ zurück zu kommen, sind die Begegnungen mit solchen Menschen doch am spannendsten, wenn man sie am wenigsten erwartet: In der Schlange vorm Klo, beim Kampf um einen freien Kopierer in der Bibliothek oder beim Bezahlen im Bistro, weil Ulla zwei wildfremden Menschen was andichtet.
Ich möchte hiermit die Beschreibung von „perfekt“ korrigieren:
Bildnachweis: pixelio 255885
© Lea M. / PIXELIO
Der perfekte Mann hat das schönste Lächeln mit der kleinen Ecke am Schneidezahn vom Fahrradunfall in der Grundschule, die leuchtendsten Augen mit der kleinen Narbe neben der Augenbraue, die noch von den Windpocken übergeblieben ist, die er hatte, als er 3 war; er lacht sowohl über Dieter Nuhr (intelligent und lustig!), sich selbst und unsere Fettnäpfchensammlung; er hat diese knieschmelzende Stimme mit dem kleinen Lispeln, wenn er aufgeregt ist. Wir begegnen uns… irgendwann, irgendwo. Und vielleicht ist es auch alles ganz anders, aber das ist dann auch toll, denn das Perfekteste ist es doch eigentlich, sich vom Leben einfach mal überraschen zu lassen.
von Lea Weber
Welchen Typ Frau ein Mann sucht, das wissen Frauen scheinbar besser, als Männer selbst. Blond, groß (das bedeutet keinen Erdnuckel unter 1,60m oder ähnliches) flacher Bauch, große Brüste, knackiger Hintern, humorvoll und bitte nicht zu klug. Alles, was aus diesem Raster fällt, sollte sich zu Hause einschließen, denn darauf stehen Kerle ja nun wirklich nicht. Immer wenn mir ein weibliches Wesen meiner Umgebung erzählt, dass genau dieser Typ Frau der Traum aller Männer ist, frag ich mich, wieso schwarzhaarige Frauen auf dem Globus rumlaufen und sogar Freunde abgreifen. Ebenso finde ich es sehr komisch, dass haufenweise Frauen an der Uni einen Freund haben, aber mal eben so gar nicht groß und schlank sind.
Welchen Typ Frau wollen Männer denn nun bitte? Natürlich gibt es die Traumfrau, aber die sieht bei jedem Kerl ja nun mal anders aus. Dass die Models im Fernsehen hübsch und sexy sind, werden nur wenige Männer anzweifeln, aber haben will er sie nicht, sonst würde man sich ja eben das Model greifen oder zumindest eine Frau die ähnlich ausschaut. Und was genau will Mann nun? Was sucht Mann an einer Frau? Eigentlich will er alles, hat aber auch kein Problem damit, wenn es weniger ist. Wenn der Hintern nicht so knackig ist, wenn die Zähne nicht so weiß sind und die Brüste nun doch nicht so groß. Denn auch Männer schaffen es locker, über kleine Unzulänglichkeiten im Aussehen hinwegzusehen. Wir hoffen ja auch, dass Frauen uns unsere Fehler nicht allzu krum nehmen. Sache ist nur: Wenn ein Mann mit einer Frau zusammen ist, dann sieht er die kleinen Fehler gar nicht mehr. Dann hat er sich so eben das Supermodel aus dem Fernsehen gegriffen. Denn eines ist jawohl klar: Die schönste Frau auf der Welt liegt immer im eigenen Arm. Und die Definition von gutem Aussehen: Fühlt sich die Frau wohl und strahlt das aus, ist sie schön. Punkt aus.
Und genau deswegen hat das schrullige Mädel mit kurzen braunen Haaren, kleiner Brust, einer Größe von geschätzten 150cm und einem Klamottenstil wie frisch bei Schrader abgegriffen, ihren Freund seit zwei Jahren und ist glücklich wie am ersten Tag. Denn, und da kommt ein weiterer wichtiger Aspekt mit ins Spiel, ihr Freund spielt absolut in ihrer Liga, hört die gleiche Alternative Musik und steht auch irgendwie auf den vegetarischen Auflauf, den seine Herzdame jedes Wochenende zaubert.
Das Geheimnis ist somit gelüftet: Mann sucht nicht die wunderschönste Frau der Welt, sondern einfach ein passendes Gegenstück zu sich selbst. Aber: Kerle, die nur nach dem Charakter gehen, sind die Ausnahme.
Diese Aussage ist aber auch auf das Aussehen übertragbar. Denn auch kaum ein Kerl geht lediglich danach. Die Mischung machts und wenn diese stimmt, dann denkt niemand mehr an 90-60-90, sondern nur noch an die wundervolle Frau, die neben einem schläft. Und die ist eh besser als jedes Pseudo-Model, das sich von der Klum rumschubsen lässt.
von Sebastian Dargel
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PDF-Version der 8. Ausgabe

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Punktesekte

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Nach Weihnachten und vor Ostern entscheiden sich viele Bundesbürger für gute Vorsätze. Das Einhalten dieser Vorsätze ist meist schon einer davon, daneben gibt es aber noch die Klassiker: Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, der Liebsten öfter Blumen schenken, Fußballabende vom Freund ruhiger ertragen oder einfach öfter die Lateinvorlesungen besuchen.
Na gut, dass das mit Latein nicht einfach ist, weiß wohl jeder Germanistikstudent, aber abnehmen? Kann doch nicht so schwer sein…
Pünktlich zum Jahreswechsel war es dann soweit: Die bekannteste Abnahmegruppe der westlichen Welt, ja genau, die mit den zwei W, rief zur Gewichtsreduktion auf. Fröhlich lachende Frauen und bunte, frühlingsfrische Werbungen sprangen einem aus dem Fernseher auf das Sofa, direkt neben die Schokolade, und unterstützten die guten Vorsätze darin, den inneren Schweinehund in Ketten zu legen.
Okay, da ich ja schon länger bis immer nicht ganz so zufrieden mit mir war, entschloss ich mich, das örtliche Treffen zu besuchen. “Ein Versuch kann ja nicht schaden!” dachte ich mir und fuhr mit dem Rad (der erste Bewegungspunkt) zum Gruppentreffen. Im Saal eines Restaurants, wie passend, wartete schon eine Schlange Menschen in winterlich untypisch leichtem Outfit, um beim Gang auf die Waage ein gutes Ergebnis zu fördern; andere saßen schon auf den bereitstehenden Stühlen, und es war kalt. Ich mag Kälte nicht. Auf einem langen Tisch standen sämtliche Angebote von kalorienarmer Schlagsahne über kalorienarme Schokoriegel bis hin zu Büchern über kalorienarmes Kochen. Soweit die äußeren Gegebenheiten. Mehr Beobachtung war nicht möglich, denn jetzt stand ich unmittelbar vor der Waage und somit auch vor der Leiterin des Treffens. Sie begrüßte mich, drückte mir ein Heftchen in die Hand und bat mich, Platz zu nehmen.
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© Mensi / PIXELIO
Mit den Informationen bewaffnet, bezog ich Stellung auf meinem Stuhl und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Die Jacke ließ ich an, denn mir war ja schließlich kalt. Punkt acht ging es los. Die Leiterin stellte sich wie eine Lehrerin vor ihre Schüler und fragte in die Runde nach dem Befinden. Vereinzelte Antworten über zufriedene Abnahmen, nervige Gewichtsstillstände oder unliebsame Zunahmen wurden laut, begleitet vom Kopfnicken der anderen Teilnehmer. Nach einer kurzen Diskussion über die jeweiligen Zustände, wie sie erreicht worden seien, was man dagegen oder dafür tun könne, und natürlich mit den obligatorischen Bemerkungen über schlanke Ehemänner und maulende Kinder beim Gemüseeintopf, die das Abnehmen ja erschweren würden, wurde über das Thema des Abends, Kalzium, gesprochen.
Nach dem Gruppentreffen, das etwa 45 Minuten dauerte, stellte sich mir die Leiterin noch einmal persönlich und ausführlich vor, erläuterte mir das Ernährungskonzept und sprach von Punkten. Ja, alles klar, ich kannte Kalorien und Prozentangaben, aber PUNKTE? Nun, hier wurde mir erklärt, was es damit auf sich hatte, und das ich, wenn ich mich entschließen sollte mitzumachen, wöchentlich mit mehr Neuigkeiten über Punkte ausgestattet werden würde. Ich durfte wählen zwischen dem preisgünstigeren Abo und dem etwas kostspieligerem Einzeltreffen, entschied mich für ersteres, wurde gewogen und zack – war ich Mitglied der Punktesekte.
Mit weiteren Informationen, frischer Motivation und dem Wunsch nach einer heißen Dusche radelte ich nach Hause, schon gespannt, was jetzt passieren würde.
Jedes Lebensmittel hatte ab jetzt für mich Punkte, Pizza wenigstens 15, ein Glas Milch oder eine Scheibe Brot jeweils zwei, ein Stück (ja, ein klitzekleines Stückchen) Schokolade einen Punkt, Obst und Gemüse dafür aber gar keine. Für Sport gab es Bonuspunkte und damit ich den Überblick behielt, schrieb ich alles in ein Points-Tagebuch. Das war vor einigen Monaten, mittlerweile sind die ersten Pfunde weg, das Treffen hat den Raum und damit auch die Heizung gewechselt und demnächst bin ich vielleicht sogar Goldmitglied. Das ist aber dann schon wieder eine Geschichte für Mein erstes Mal : “Vom Verein geehrt werden…”
Wer mehr wissen möchte,
unter www.weightwatchers.de stehen alle Informationen.
von Ihna Grensemann
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Offener Brief an die Verkehrsteilnehmer der gehobenen Mittelklasse

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Lieber mobilisierter Verkehrsteilnehmer der gehobenen Mittelklasse, wie Dir sicherlich nicht entgangen ist, kann man derzeit relativ schonungslos in der Werbung verfolgen, dass jährlich etwa 5000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben kommen. In vielen Fällen ist vor allem die hohe Geschwindigkeit eine Ursache hierfür. Opfer dieser Unfälle, wie Du sicherlich weißt, sind selten die, die sie verursacht haben. Eher ist es die ahnungslose Mutter mit zwei Kindern auf der Rückbank, der Ehemann auf dem Heimweg von der Arbeit, der Fahranfänger drei Wochen nach Erhalt des Führerscheins. Die Verursacher hingegen, welche sich in der Regel in gut gepolsterten Gefährten befinden, kommen zumeist mit marginalen Schäden davon. Nun möchte ich Dir, lieber Verkehrsteilnehmer der gehobenen Mittelklasse, die Frage stellen, warum es eben immer wieder dieselben Gefährte sind, welche durch zu hohes Tempo, dichtes Auffahren und aggressives Überholverhalten auffallen und somit eine nicht mindere Gefahr für Unfälle darstellen? Sollte es tatsächlich einen charakterlichen Zusammenhang zwischen einer Automarke und seinem Besitzer geben? Und wenn ja, wer beeinflusst in diesem Fall wen?
Nicht selten erlebe ich als treue Kleinwagenfahrerin aufgebrachte Fahrer wie Dich in mobilisierten Einzimmerwohnungen, wie sie, nervös ausscherend, auf einer nassen Landstraße versuchen, selbst die Laserpistole eines Polizisten in Erstaunen zu versetzen. Sicherlich gibt es auch für Dich gute Gründe, warum man an einem gewöhnlichen Wochentag einfach mal die Regeln des Überholens außer Kraft setzt. War es nun der Reihe folgend oder einfach Darwins Gesetz des Stärkeren? Was auch immer, Hauptsache schnell davon. Auch möchte ich gern wissen, was einen vermeintlich harmlosen Autofahrer in einer bayerischen Vorzeigemarke dazu zwingt, wutschnaubend mit Lichthupe das alleinige Recht der linken Spur einzufordern. Wahrscheinlich wirst Du argumentieren, dass man die Tatsache, dass Deutschland eines der wenigen EU Länder mit freier Tempowahl auf Autobahnen ist, doch ausnutzen müsse. Außerdem sei Zeit bekanntlich Geld. Obwohl: Bei einem solchen Auto sollte Dir letzteres wohl kaum Probleme bereiten.
In Anbetracht der zu Beginn genannten Zahl von bis zu 5000 unnötiger Todesopfer jedes Jahr im deutschen Straßenverkehr möchte ich Dir, lieber Verkehrsteilnehmer der gehobenen Mittelklasse, einen Vorschlag unterbreiten: Wie wäre es mit einer Woche Fahren in einem Kleinwagen, durchschnittliche PS-Zahl, geringe Knautschzone. Selbstverständlich für Dich und Deine Familie. Ausflüge, Besuche, die tägliche Fahrt zur Arbeit. Fahren wie genau die Menschen, die du sonst über die Straßen Deutschlands scheuchst. Vielleicht wirst du dann nachvollziehen, welches Gefühl einen durchfährt, wie sich Angst mit Ärger über die Überheblichkeit des Fahres im Rückspiegel paart. Und vielleicht wirst auch Du dann feststellen, dass es letztlich kaum auf die paar Minuten ankommt, die an manchen Orten Familien zerreißen. Denk mal drüber nach.
Herzlichst
Deine uniVista
von Britta Simon
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Mobilität & Umwelt

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Foto: Lea Weber
Aufpassen, Spaßbremse! Als Student ist man auch in einer ständigen Zwickmühle: Wir würden gerne neue Autos kaufen, die so wenig CO² ausspucken wie möglich. Wenn es anders ginge, würden wir uns nicht in den Billigflieger setzen, um nach Spanien zu kommen. Denn wir wissen ja, das das Angebot (und die Nachfrage) an günstigen Flügen bedeutet, dass auch immer mehr Flieger am Himmel sind, die immer mehr die Luft verpesten. Und ja, auch wir haben die Biosprit-Verordnung zum Schutze der Umwelt unterstützt. Und wir hätten auch lächelnd hingenommen, dass der Liter Benzin um mehrere Cent teurer geworden ist. Hauptsache der Umwelt geht es gut. Wir würden, wir könnten, wir hätten. Irgendwie kommt es einem als Student vor, dass das Spiel an einem vorbeirauscht. Wir würden gerne mehr für die Umwelt tun, aber die meisten Studenten können kaum auf noch mehr verzichten, als sie es bisher tun. Und Umweltschutz ist nun einmal teuer. Auf das bisschen Spaß, was wir uns leisten können, wollen wir auch eigentlich nicht verzichten. Ein größeres Umweltbewusstsein erreicht man nur, wenn man auch aktiv am Prozess teilnehmen kann. Nun könnte man damit argumentieren, dass es schon aktiv genug ist, den Mitbewohner davon zu überzeugen, zum Lieblingsnachbarn namens Aldi mit dem Rad statt dem Auto zu fahren. Ein Tropfen auf den heißen Stein zwar, aber immerhin ein Anfang. Und selbst wenn uns nicht die Chance gegeben wird ein 3 Liter Auto zu kaufen und damit die Umwelt zu entlasten, so ist das Gewissen doch schon etwas beruhigt aufgrund dieser Großtat. Am besten denkt man darüber nach, wenn man im Flieger nach Barcelona sitzt. Auf dem Weg ins Shopping-Wochenende.
von Sebastian Dargel
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Mobilität & Gesellschaft

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“Wer aufhört zu rudern, der fällt zurück.”
Diese Worte schrieb mir meine Geschichtslehrerin bereits in der fünften Klasse in mein Poesiealbum. Sie sind ein Sinnbild für unsere Zeit, denn mehr denn je ist es wichtig, im Leben voran zu kommen. Sowohl im übertragenem, als auch im wörtlichen Sinn.
Nur der höchstmögliche Bildungsgrad, die bestmöglichen Noten erlauben zumindest die Illusion von einem guten, selbstbestimmten Leben ohne Zukunftsängste.
Denn in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit ist niemand sicher und alle gehen Kompromisse ein, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben.
Flexibilität und Mobilität sind die Stichwörter unserer Zeit. Ein Arbeitnehmer soll genügsam sein. Er soll viel arbeiten für wenig Geld. Gut ausgebildet soll er sein, flexibel einsetzbar. Ein Kind hat er besser nicht, das stört nur bei der Erfüllung der Arbeit und nicht zuletzt sollen ihn Entfernungen nicht schrecken. Entweder, er zieht mit gesamter Familie der Arbeit hinterher, wie es Millionen Menschen in Amerika tun oder er nimmt lange Anfahrtswege in Kauf. So ist heute Pendeln für viele Menschen Alltag. 2004 mußten 30 Millionen Menschen einen langen Weg zur Arbeit, zum Studienplatz, oder zur Schule in Kauf nehmen. Ja, auch unsere Jüngsten bleiben nicht von dieser Entwicklung verschont. In ländlichen Gebieten brauchen Kinder für den Schulweg oftmals 1 Stunde und mehr.
Aber was macht das mit einem Menschen?
Mobilität bringt Wechsel und Veränderung mit sich. Dabei geht Stabilität verloren und damit auch Sicherheit. Soziale Bindungen lösen sich. Die Zufriedenheit in der Partnerschaft nimmt ab, denn die Familie und die Freunde sind nicht mehr in unmittelbarer Nähe. Viel Zeit wird auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause verbracht. Zeit, die für soziale Kontakte fehlt. Zeit, die jeder Mensch braucht, um sich zu erholen und seinen Interessen nachzugehen. Das lässt das soziale Netz löchrig werden. Die soziale Identität und auch das Gefühl der Zugehörigkeit, Geborgenheit gehen verloren. Dies ist nicht zuletzt mit aufkommenden Ängsten und Depressionen verbunden. Natürlich ist es auch physisch eine große Anstrengung, eine lange Fahrtstrecke zu bewältigen. So treten bei den Betroffenen häufig Kopfschmerzen, Magen- Darm-Beschwerden und Bluthochdruck auf. Auch Pendler, welche die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, bleiben von derlei Auswirkungen nicht verschont. In Bussen und Bahnen kommt außerdem eine, unter Umständen, höchst unangenehme Nähe zu fremden Personen dazu, welche als sehr belastend empfunden wird, und sich auch auf das eigene soziale Verhalten negativ auswirken kann. Kurz um: Pendeln gefährdet die Gesundheit.
Foto: Lea Weber
Klar ist wohl, dass ich mich vom Bild des Studenten, wie es die ´68er Generation geprägt hat, verabschieden muss, will ich halbwegs erfolgreich ins Berufsleben starten. Aber was ist das neue Bild eines Studenten? Wo ist der rote Faden, der einem sagt: „ Hier geht´s lang, das ist dein Weg!“ ? Was will ich vom Leben? Von wessen Meinung und Ansicht lasse ich mich überzeugen? Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Nur, wen soll man denn fragen? Meine Dozenten? Meine Kommilitonen? Das Kaffeesatz-Orakel?
Doch der gesellschaftliche Druck ist groß. Wer sich nicht um Arbeit bemüht, und dafür auch Opfer bringt, wird schnell an den Rand der Gesellschaft gedrängt. So bleibt gerade Menschen mit Familie nichts anderes übrig, als lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Denn die Politik fordert von den Arbeitnehmern zwar Mobilität, doch sie macht es ihren Bürgern nicht einfach. Ein Schulwechsel von Region zu Region ist schon schwierig, aber in einem Land mit 16 verschiedenen Bildungssystemen, ist ein Wechsel zwischen den Bundesländern schlichtweg eine Zumutung für jedes Kind.
Aber der Blick muss gar nicht so weit abschweifen. Die Einführung des Bachelor-Master-Systems sollte den Studierenden ermöglichen, auch innerhalb ihres Studiums sehr mobil zu sein. Ein in Europa einheitlich gestaltetes Schnellstudium, damit unsere Studierenden schneller auf den Arbeitsmarkt kommen und sich während des „Blitzstudiums“ auch schon an das Unterwegssein gewöhnt haben.
Wo soll das noch hinführen?
Das Idealbild der Wirtschaft wäre sicher ein Arbeitnehmer, welcher der Firma überall hin folgt. Ein Mensch, für den Arbeit und Konsum das Wichtigste im Leben sind.
Doch der Mensch ist ein soziales Wesen. Die Auswirkungen, dieses auf Leistungsfähigkeit aufgebautem System, zeigen sich nicht erst heute. Die Geburtenrate sinkt. Die Zahl der Single-Haushalte steigt. Ebenso steigen die Vereinsamung und die damit verbundenen psychischen Probleme.
Ist es nicht längst fünf nach zwölf? Warum passen sich Menschen und Politik an die Wirtschaft an? Die Wirtschaft hat das Geld und damit Macht. Doch ohne den Konsumenten gäbe es die Wirtschaft nicht. Jeder Einzelne hat die Wahl, ob er einen derartigen Anspruch unterstützt. Er hat die Wahl, sein Leben anders zu führen und Zeichen zu setzen. Ein Beispiel hierfür ist die „Slowfood“ Bewegung. Sie entstand aus Protest gegen das erste Fastfood-Restaurant und tritt für bewusstes Leben und vor allem bewusstes Essen ein. Es geht also auch anders.
von Stefanie Bruns
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Rasten ohne Hasten?

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Fotos: Björn Franke
370 gibt es in Deutschland. Mal architektonisch reizvoll, mal im Charme der vergangenen Jahrzehnte. Im Grunde nimmt man sie nicht wahr, sie ziehen vorüber an den Fenstern der Automobilisten, es sei denn, man verspürt Hunger bzw. Durst, den Bedarf des Besuches von sanitären Anlagen oder das Auto braucht neuen Betriebsstoff.
Ein Ort des Rastens, nur für einen Moment, für vielleicht eine halbe Stunde.
Man wird Teil der Umgebung, die sonst an einem vorbeizieht, und doch gefangen in einer abgezäunten Welt der Autobahn, Landkarten, Kinderbespassungsutensilien. Mittlerweile haben die üblichen Vertreter der Junkfood – Industrie Einzug erhalten, so kann die burgeraffine Familie ebenso speisen wie ältere Damen und Herren, die zwischendurch einen Kaffee trinken wollen.
Biografien laufen nebeneinander her. Jeder verhaftet in sich selbst, das Ziel vor Augen, keine Zeit verlieren und schnell ankommen. Getrieben von Bedürfnissen, die den Menschen zum Halten zwingen. Die Herkunft, ob sozial oder geografisch, scheint egal.
Der fernfahrende Osteuropäer neben der aus dem Urlaub heimkehrenden Familie des Münsterlandes.
Der Regisseur Christian Petzold setzte sich bei dem stilistisch der Berliner Schule zuzurechnenden Film „Wolfsburg“ mit der Veränderung der Psyche des Menschen durch das Automobil auseinander: „Autofahren ist eine Massentätigkeit – es wird aber als etwas Individuelles verkauft. Es ist dein Auto, du bist in deinem Auto, du und die Welt. Dieser vereinzelte Mensch, der da sitzt, umgeben von Navigationssystemen, Geruchsfiltern, Verkehrsfunk, ist in seinem eigenen Film…“ (fluter, bpb, 31.08.2005)
Jeder in seinem eigenen Film, der selbst in der Raststätte nicht unterbrochen wird, oder gar endet. Das Smalltalk- Gespräch an der Kasse im Vergleich zur symbolhaften Interaktion aus Lichthupe, Bremslicht und Gestik auf den Fahrbahnen: Ein Hauch persönlicher?
Der Ort bleibt institutionalisiert – „Wann geht’s weiter?“.
Am Fenster Platz nehmend und nach draußen blickend gönnen wir uns einen Moment des Stopps in der Brückenraststätte Dammer Berger. Unter uns nimmt das Wort „Mobilität“ in ansehbarer Weise weiterhin Gestalt an. Auf der A1 kriechen, schlängeln, fahren, drängeln, jagen – manchmal ganz getreu dem Motto „Ich geb’ Gas, ich will Spaß“ -Autos, Wohnwagen, wie auch Laster auf zwei Richtungsfahrbahnen unter der Brücke durch.
Wir scheinen uns dem mobilen Treiben entzogen zu haben und zugleich bleiben wir mobil, denn an diesem Ort verweilt keiner länger als ein paar Stunden. Und doch:
Fotos: Björn Franke
Dieser Ort soll ein Ort der Rast sein. Der Ruhe nach dem Sturm eines Staus, stehendes Ventil für den durch Anspannung geladenen Ärger eines knapp entkommenen Unfalls, der Möglichkeit zum stillen Örtchen, dem „Sind wir jetzt da?“ ein kurzes Ende zu setzen. Aber auch ohne einen dieser Gründe ist allein die Aussicht der Raststätte einen kurzen Besuch wert.
Über der ständigen Bewegung einer fahrenden Bevölkerung fragen wir uns, ob sich Menschen hier begegnen. Doch nach einem Austausch über die Art einer Begegnung kommen wir zu dem vorläufigen Schluss, dass sich die Wege verschiedenster Menschen an diesem Ort nicht mehr als nur kreuzen.
Die Vielen, die hier zusammenkommen, rasten aber rosten nicht. Jeder in der Gruppe der Kraftwagen fahrenden bleibt sich seinem Ziel bewusst. Das Besondere an diesem Ort: Er scheint weitestgehend frei zu sein von sonstigen Scheidewegen menschlicher Unterschiede. Eine gewisse Neutralität politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Machenschaften. Das Augenmerk liegt auf den Grundbedürfnissen des Menschen, nicht mehr und nicht weniger.
Fastfood, Fastfoot. Ich muss weiter!
Mobilitätsgetrieben stehen wir auf und gehen Richtung Parkplatz …
von Björn Franke und Johanna Olberding
Raststätte “Dammer Berge”
“Dammer Berge” liegt an der A1 und erstreckt sich als eine von zwei Raststätten in Deutschland brückenförmig über die Autobahn. 2005 wurde die Anlage komplett renoviert. Seitdem gibt es dort Restaurants der Fastfood-Ketten Burger-King, Nordsee und Gustico, sowie zwei Coffee-Shops. In zwei Kiosk-ähnlichen Einkaufsbereichen bekommt man Tierfutter, Zeitschriften, Krawatten, Chips, CDs, Kinderspielzeug und vieles mehr, was man auf einer Autofahrt irgendwie brauchen könnte.
Wer die kostenpflichtige Toilette benutzt, erhält einen 50-Cent-Einkaufsgutschein, ansonsten sind die Preise – typisch Raststätte – heftig. Auch wer geistige Ablenkung vom Autofahren sucht, wird bedient: Eine Kinderecke lädt die lieben Kleinen, Geldspielgeräte die Zocker zum Spielen ein. Draußen wartet eine Kapelle auf durchreisende Christen, Eintrag im Gästebuch: „Bitte Herr, lass Bayern gegen Schalke gewinnen“. Und man kann natürlich auch tanken.
von Stefan Hirsch

Bilderalbum
uniVista No. 08: Rasten ohne Hasten
uniVista No. 08: Rasten ohne Hasten
Ein Besuch auf der Raststätte “Dammer Berge” (Fotos von Björn Franke und Johanna Olberding)
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Der Mann, der mit dem Tod flirtete

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Dezember 2007: In einer Zeit, in der Stuntmen in Klärgruben tauchen um eine trashige Popularität zu erlangen, erscheint der Tod eines amerikanischen Motorrad- Artisten im Ruhestand in der Süddeutschen Zeitung. Kein Wunder, Robert Craig „Evel“ Knievel war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Seine Motorrad-Stunts, meistens Sprünge über lange Reihen von Trucks und seine Flüge in selbstgebastelten Raketen zogen Tausende in ihren Bann.
Seinen Künstlernamen erwarb sich Evel (ja, mit zwei E) Knievel übrigens im Gefängnis. Nachdem er seinen Job als LKW-Fahrer verloren hatte, angeblich, weil er beim Wheelies fahren mit seinem Truck eine Stromleitung gekappt hatte, wurde er mehrfach straffällig. Zumeist waren es relativ harmlose Delikte, Diebstähle und kleinere Einbrüche. Nach seiner Haft versuchte er es mit halb-seriöser Arbeit. Halb-seriös, weil er Gerüchten zufolge als Versicherungsvertreter einen Großteil seiner Policen an die Insassen einer psychiatrischen Anstalt verkaufte, und weil er als Anbieter von Jagdreisen mit seinen Kunden in Naturschutzgebieten wilderte.
Im Alter von 27 Jahren gründete der 1938 in Montana geborene Knievel die Evel Knievel’s Motorcycle Daredevils, und begann seine Karriere als Stuntman. Seinen großen Durchbruch erlangte Knievel, als er 1967 versuchte, über die Brunnenanlage des Caesars Palace in Las Vegas zu springen.
Bildnachweis: Wikimedia Commons
Urheber: Bill Wolf, Sean / Wikimedia
Commons
(Lizenz: CreativeCommons)
Die missglückte Landung beförderte ihn in die Schlagzeilen, und mit 40 Knochenbrüchen für 29 Tage ins Koma. Überhaupt waren zahlreiche seiner Stunts extrem gefährlich und endeten oft genug mit lebensbedrohlichen Verletzungen. So zum Beispiel 1974 der Sprung über den Snake-River-Canyon in Idaho, bei dem sich der Bremsfallschirm seines raketengetriebenen Motorrades zu früh öffnete. Insgesamt 38 mal verunglückte Evel Knievel spektakulär. Er steht im Guiness Book of Records als der Mann mit den meisten Knochenbrüchen der Welt. Diese reale, unmittelbare Gefahr war es wohl auch, die seine Stunts für viele so faszinierend machte, ihn in den Augen mancher sogar zum Helden werden ließ. Bereits 1976 gab es ein Evel Knievel-Computerspiel, zweimal wurde sein Leben verfilmt, unter anderem mit Pamela Anderson in der Rolle seiner Freundin.
Er selber lehnte diese Verklärung seiner Person ab, sagte einmal: „Ich war ein guter Motorradfahrer und ein ziemlich guter Geschäftsmann. Ein Held war ich nicht.“ 1980 hörte Knievel auf, unterstützte nur noch gelegentlich seinen Sohn Robbie bei dessen Stunt-Shows. Mit dem Alter machten ihm die Spätfolgen seiner zahlreichen Operationen mehr und mehr zu schaffen. Zuletzt litt er unter Atembeschwerden und Leberproblemen. Robert Craig „Evel“ Knievel starb am 30. November 2007 im Alter von 69 Jahren.
von Stefan Hirsch
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Vom Erkennen und Erreichen, von Freundschaft und Frohsinn

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Knapp 800 Kilometer durch Frankreich und Spanien bis nach Santiago de Compostela, eine unglaubliche Reise, selbst für tiefgläubige Menschen, die diesen Weg schon mehrmals gegangen sind. Und nun machte sich Hans Peter Kerkeling auf diesen Weg und hat ein Buch darüber geschrieben? Das klang so unglaublich, dass ich es lesen musste. Das Buch zeigt den Entertainer von einer ganz anderen Seite, immer wieder geht der sich selbst als untrainierter Moppel bezeichnende Mann an seine persönlichen Grenzen. Auf der Suche nach, ja nach was eigentlich? Sich selbst? Nach Gott? Als Leser hat man das Gefühl, Hape Kerkeling die ganze Zeit auf seinem Weg zu begleiten und gerät beim Lesen schnell selbst ins Grübeln, über sich und wie die Welt zusammenhängt. Man begleitet ihn über die ganze Etappe, über die Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob. Mit gewohntem Witz und Charme, aber auch mit eher ungewohnter Nachdenklichkeit und Tiefsinn, lässt er den Leser an Momenten der Stille und Einsamkeit, aber auch an skurrilen Begegnungen und neuen innigen Freundschaften teilhaben. Insgesamt ein Buch, dass ich mit Spannung und Freude gelesen habe und zudem man auch als eher „nichtgläubiger“ Mensch wie ich gerne greifen darf.
Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg: meine Reise auf dem Jakobsweg
Signatur: 379588
von Melanie Ehlert
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Von Mordlust und Markenkleidung, Geldgeschäften und Gewaltorgien

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„Ich habe alle Merkmale eines Menschen: Fleisch, Blut, Haut, Haare. Aber keine einzige klar identifizierbare Emotion abgesehen von Gier und Abscheu.“
Auf den ersten Blick ist Broker Patrick Bateman ein lebendes Klischee: Jung, gutaussehend, arrogant und ehrgeizig. Mit seinen Arbeitskollegen trifft er sich in teuren Clubs, kokst und führt sterbenslangweilige Gespräche über Mode, Frauen und die ewige Arbeit. Dazugehören ist alles, alle sind reich, haben tolle Jobs, sind perfekt gekleidet. Individualität gibt es in Batemans Kreisen nicht, ständig wird er verwechselt, erscheint austauschbar. Doch teils unbemerkt, teils ignoriert lebt er eine perverse Lust auf Sex und Gewalt aus, ermordet beinahe wahllos Obdachlose, Prostituierte und Disko-Bekanntschaften.
Verstörend ist der Aufbau von American Psycho: Obwohl nicht völlig klar ist, ob die von Ich-Erzähler Bateman verübten Taten wirklich passiert oder nur die Phantasien eines Wahnsinnigen sind, beschreibt er seine Welt äußerst detailreich. Er teilt z.B. auf ca. 2 1/2 Seiten mit, wie seine Stereo-Anlage aussieht. Diesen eher langatmigen Passagen stehen die Mordszenen gegenüber, die – anders als im Film – mit einer derart gnadenlosen Präzision beschrieben werden, dass einem beim Lesen tatsächlich übel werden kann. Wer sich diesen Klassiker der amerikanischen Popliteratur ausleihen will, sollte also starke Nerven haben, nicht umsonst war der Roman von `96 bis `01 in Deutschland indiziert.
Bret Easton Ellis: American Psycho
Signatur: 354893
von Stefan Hirsch
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Von der Spinnerei zum Sozialen Netzwerk

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Profilseite bei kaioo
Foto: Björn Franke
Das Prinzip der Social Community boomt – fast jedem bekannt dürften die Plattform studiVZ für Studenten und Klone wie schülerVZ und meinVZ sein. uniVista hat Thomas Kreye, den Vater und ursprünglichen Ideengeber von kaioo, einer nicht-kommerziellen, gemeinnützigen Plattform, die durch Spenden finanziert wird, besucht, und ihn zum Interview gebeten. Kaioo bietet Menschen – wie andere Social Communities auch – die Möglichkeit gibt, sich Profile anzulegen, Gruppen zu gründen und beizutreten und sich dadurch mit seinen Freunden virtuell zu vernetzen.
kaioo ist laut Aussage von Kreye aus einer Spinnerei entstanden. Die Idee war eine Website zu erstellen, auf der sich Leute freiwillig Werbevideos anschauen, um dort „ihre Zeit zu spenden“ und mit dem gespendeten Werbeerlös etwas Gutes zu tun. Das Problem: Die Leute besuchen so eine Seite einmal und dann nie wieder. Daraus entstand die Idee, eine Community zu gründen, bei der der „Spende deine Zeit“-Gedanke in den Hintergrund rückt, da in einer Community die Nutzer die Werbung eher nebenbei wahrnehmen.
Kreye war zum damaligen Zeitpunkt in der Unternehmensentwicklung bei Bertelsmann beschäftigt und sprach mit Kollegen über diese Idee. Rolf Schmidt-Holtz, ehemaliger Stern-Chefredakteur und mittlerweile im Vorstand von SonyBMG, war begeistert und stellte eine Summe aus seinem Privatvermögen zur Verfügung.
Im Sommer 2007 wurde eine Satzung entworfen und damit die Entwicklung von kaioo gestartet. Die Zielgruppe von kaioo umfasst nicht nur Studenten, sondern Menschen jeden Alters, unabhängig von beruflicher und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Ende November 2007 ging die Community an den Start – mit rudimentärem Funktionsumfang und dem Problem, in der sowieso schon von Datenschützern kritisch beäugten Landschaft der Social Communities Glaubwürdigkeit zu erlangen.
„Die Leute müssen sehen, dass wir das auch wirklich ernst meinen“, sagt Kreye. „Durch den Gesellschaftsvertrag wird festgelegt, dass unsere Mittel zeitnah für soziale Zwecke verwendet werden müssen.“
Doch für neue Communites ist der Start schwer, denn die Menschen bleiben dort, wo sie ihre Freunde – ihre virtuelle Heimat – haben. Somit kamen anfangs nur Menschen zu kaioo, die die Konzeption gut fanden.
Das Konzept setzt neben der Gemeinnützigkeit auf aktive Beteiligung der Nutzer. So gibt es zum Beispiel eine Gruppe, die sich um die Ausgestaltung der AGB kümmert. Kreye dazu: „Die AGB sind momentan sicherlich nicht optimal, aber sie sollen dadurch nutzeroptimal gestaltet werden.“ Neben dem Wert der Mitbestimmung gilt auch der Wert der Meinungsfreiheit: „Zu Anfang funktionierte die Löschfunktion noch nicht. Dann gab es einen Thread ‚Wir wollen hier raus!‘. Wir haben den Thread stehen gelassen, weil wir dachten, es muss noch intelligente Menschen geben, die sich das erstmal anschaun und sich dann ein Urteil bilden. Aber wir haben uns damit auch in den Fuß geschossen, weil sowas ja auch abschreckt.“ Die Nutzer sollen sich bei kaioo nicht als Kunden fühlen, sondern als aktive Mitgestalter. Laut Kreye können die Nutzer selbst das beste „Monitoring“ liefern, wenn es um problematische Inhalte wie beispielsweise Schmuddelbilder geht. Der betreffende Nutzer wird in einem solchen Fall angeschrieben, dass er den problematischen Inhalt entfernen möge. Denn eine Löschung des Nutzers würde nur dazu führen, dass er sich in der nächsten Minute wieder neu anmeldet. Sofern die Inhalte gesetzeswidrig sind, werden die Daten des Nutzers nur auf richterlichen Beschluss herausgerückt.
kaioo wurde in der Vergangenheit oft die Nähe zu Bertelsmann vorgeworfen und kritische Stimmen fragten, ob kaioo am Ende nur Adressen für die Firma sammeln sollte, doch Kreye betont, dass dieser Gedanke indiskutabel sei und dass daran kein Interesse bestünde – er selbst war zwar 1,5 Jahre dort angestellt, doch die Firma Bertelsmann war für ihn nur ein Arbeitgeber und kaioo habe mit Bertelsmann überhaupt nichts zu tun.
Ein Problem, welches gewissermaßen aus dem Prinzip der Social Communities resultiert, ist der Datenschutz. Jeder Nutzer kann die Daten anderer Nutzer einsehen, seien es Freunde oder die Redakteure aus der Boulevardpresse, wie vor einiger Zeit geschehen, als eine schülerVZ-Nutzerin verunfallte und die Zeitung mit den vier Buchstaben Bilder aus ihrem Fotoalbum verwendete. Kreye sagt dazu, dass er hofft, dass die Menschen aufgrund der Thematisierung des Datenschutzes bei kaioo generell dafür sensibilisiert werden, welche Daten sie von sich in sozialen Netzwerken preisgeben.
Für die Zukunft der mittlerweile 35.000 Mitglieder fassenden Community kaioo plant Kreye, im Juni und Juli vieles zu verändern. Die Plattform wird seiner Aussage nach kaum wiederzuerkennen sein – am Prinzip der Gemeinnützigkeit wird sich zwar nichts ändern und die Werbeeinnahmen werden weiterhin gespendet werden, doch die Nutzer von kaioo sollen noch stärker ins Geschehen involviert werden.
Sebastian Ebert und Thomas Kreye
Foto: Cindy Klechowicz
Details des sich in der Entwicklung befindlichen Konzeptes sind jedoch noch geheim, der momentane Stand der Community ist aber keinesfalls das Endprodukt.
Mittel- bis langfristig kann Kreye sich auch vorstellen, kaioo nach dem Open- Source-Prinzip weiterzuentwickeln, da der Grundsatz der Ehrenamtlichkeit der Idee, möglichst viel Geld für wohltätige Zwecke zu spenden, am ehesten entspricht: Je weniger Mitarbeiter fest angestellt sind und je mehr Menschen das Projekt auf freiwilliger, ehrenamtlicher Basis unterstützen, desto mehr Kosten werden gespart und desto mehr Geld kommt gemeinnützigen Zwecken zugute – ein Grundsatz, den das Team von kaioo selbst zu leben scheint, wenn man wie wir die Chance hat, sich das einfach eingerichtete Büro im Hamburger Mediadeck einmal selbst anzuschauen.
von Björn Franke und Cindy Klechowicz
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Bielefeld gibt es wirklich

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„Schau dich hier um und dann in dich hinein, denn jeder braucht nen Platz zum glücklich sein, wir laden dich und deine Leute ein, um heute da zu sein, wo man sich liebt, in der Stadt die es nicht gibt“. Sicher ist, dass die Fantastischen Vier eine andere Stadt als Bielefeld im Kopf hatten, als sie diese Zeilen schrieben. Sicher ist jedoch auch, dass die uniVista die vermeintliche Stadt, die es nicht gibt, nicht nur gefunden hat, wir haben sie auch bereist und intensiv begutachtet.
Berlin sieht das sicherlich
etwas anders, aber man wird
noch träumen dürfen.
Foto: Sebastian Dargel
Bielefeld ist die zweitgrößte Stadt, die man mit unserem Semesterticket besuchen kann. Mit 330000 Einwohnern liegt sie zwar immer noch weit hinter Bremen, dafür aber auch weit vor allen anderen. Mitten im schönen Ostwestfalen, am Teutoburger Wald, ist Bielefeld vor allem einen Besuch wert, wenn euch Niedersachsen doch ein wenig zu flach ist.
Die Anfahrt nach Bielefeld legt euch leider einige Stolpersteine in den Weg. Eine Fahrt dauert 2 Stunden und 19 Minuten, falls in Osnabrück der Zug nach Bielefeld erreicht wird. Das erfordert aber Glück und Sportlichkeit, sonst kommt eine Stunde Wartezeit in Osnabrück dazu. Außerdem wird der Zug „Haller Willem“, den wir mit unserem Ticket nutzen können, nur auf der Nordwestbahn- Seite und nicht auf der Bahn-Seite angezeigt. Sollte man dann aber doch nach der langen Reise in Bielefeld ankommen, wird man wohl überrascht sein, wie attraktiv die eigene Heimatstadt im verregneten Wetter wirkt. Denn keine Frage, Bielefeld ist um den Bahnhof herum nicht schön anzusehen. Das Beste vorweg: Sollte man sich doch aus dem Zug trauen und nur 5 Minuten in egal welche Richtung gehen, hat man das Schlimmste hinter sich. Und was euch genau erwartet, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Die Altstadt
Unweit des Bahnhofs gelangt man in die im Stadtbezirk Mitte liegende Altstadt. Diese ist allemal einen Besuch wert. Denn in diesem mit 79 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadtviertel herrscht eine sehr angenehme und ruhige Atmosphäre. Das Bild wird von liebevoll restaurierten Altbauten bestimmt. Diese beherbergen di verse Läden (darunter haufenweise Edelboutiquen) und Cafés, welche zum Verweilen und Geld ausgeben einladen. Darüber hinaus hat die Altstadt, wenn man in kleinere Häusernischen abbiegt und den Hundehaufen ausweicht, auch einige besondere Bauten zu bieten. So zum Beispiel die Nicolai Kirche. Sie wurde um 1340 erbaut und ist damit die älteste Stadtkirche. In dieser gotischen Hallenkirche steht der Antwerpener Schnitzaltar, dessen genaues Entstehungsdatum bis heute ungeklärt ist.
Auch Bielefeld hat auf
die uniVista gewartet.
Foto: Sebastian Dargel
Kunsthalle Bielefeld
„Künstler = arm“: Für viele schwingt bei dem Gedanken an künstlerisches Schaffen der bittere Beigeschmack der Armut mit. Ein scheinbarer Widerspruch zu dem im November 2006 für 140 Mill US $ (106, 9 Mill €) verkauften Gemälde No. 5 1948 des Künstlers Paul Jackson Pollock. Oft scheint gerade das Ende des Lebens eines Künstlers den Anfang des Wertanstiegs seiner Werke zu bedeuten.
Doch: Emil Nolde (1867 – 1956) bricht mit dem Vorurteil der Armut. Er malte während seiner Lebzeit und schaffte es, durch Postkartendrucke und Veröffentlichungen als freischaffender Maler zu leben. Er malte im expressionistischen Stil und war einer der großen Aquarellisten. Wer die Ausstellung Begegnung mit dem Nordischen besucht, die noch bis zum 12. Mai 2008 in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen ist, den erwarten nordische Landschaften, Phantasieaquarelle und Zeichnungen. Zum Besuch reizend ist eben dieser Kontrast der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen Noldes. Der Künstler ermöglicht einen facettenreichen Einblick in seine Person, in seine Leidenschaften und in seine Veränderungen, durch die er öfter als einmal im Leben ging. Der Besuch der Ausstellung ähnelt einer großen Auswahl an Pralinen. Man bleibt bei denen, denen man verfallen ist.
Die Sparrenburg
Also Mauern bauen
können sie ja,
die Bielefelder.
Foto: Sebastian Dargel
Dieses historische Bauwerk ist das Wahrzeichen Bielefelds. Schon allein deshalb kamen wir natürlich auch nicht umhin, diese zu besuchen. Um 1300 erbaut, liegt die Burg auf einer Anhöhe und ist durch die Altstadt erreichbar.
Ihr heutiges Erscheinungsbild, so in der Informationsbroschüre zu lesen, hat die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Der Aufstieg zu den Festungsanlagen ist beschwerlich, da die Wege sehr steil sind.
Doch wer erstmal oben angelangt ist, wird mit einem fürstlichen Ausblick über Bielefeld belohnt. Wer außerdem noch den Turm besteigen und sich im Burgkiosk laben möchte, sollte darauf achten, in der Saison zu kommen (von April bis Oktober). An dieser Stelle sei auch auf das Spektakulum hingewiesen, einem großen Mittelaltermarkt, der alljährlich stattfindet. In diesem Jahr vom 25.07 bis zum 27.07.08.
Heimattierpark Olderdissen
Etwas außerhalb der Stadt, aber mit dem öffentlichen Nahverkehr problemlos zu erreichen, liegt der Heimat- Tierpark Olderdissen.
Das 15 Hektar große Gelände ist sehr offen gestaltet. Lediglich ein Schild weist darauf hin, dass man nun das Gelände des Tierparks betritt. Eintritt ist keiner fällig, aber um Spenden wird gebeten. Der Rundgang ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Zu sehen gibt es das übliche Dammwild, aber auch Bären, Wölfe und sogar ein Luchs und vieles mehr. Das heißt, wenn die Tiere gerade gewillt sind, sich zu zeigen. Die artgerecht gestalteten Gehege bieten viele Versteckmöglichkeiten und fordern den Besucher auf, etwas genauer hinzuschauen und Geduld zu haben. Natürlich fehlen auch die obligatorischen Ziegen, Gamsen und Esel nicht, welche einige Redaktionsmitglieder zu Entzückensschreien animierten und natürlich unbedingt mit Futter aus den aufgestellten Automaten versorgt werden mussten.
Darüber hinaus ist auch ein kleiner Abenteuerpfad Teil des Rundgangs auf dem sich nicht nur Kinder richtig austoben können.
Klare Sache, nach diesem Rundgang weiß man ein bisschen mehr über unsere heimische Tierwelt und hatte viel Bewegung und natürlich auch reichlich Vergnügen.
von Sebastian Dargel, Stefanie Bruns, Julia Stock und Johanna Olberding
Und so erreicht ihr Bielefeld:
Hin:
Vechta – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück:
Bielefeld – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:59 – 19:59 st. + 21:03, 22:33
Sa. 6:03 – 21:03 st.
So. 8:03, 9:03 + 11:03 – 15:03 zweist. + 16:03 – 21:03 st.
Osnabrück – Bielefeld
Mo.-Fr. 6:35 – 20:35 st. + 22:12
Sa. 6:35 – 20:35 st.
So. 7:35 – 13:35 zweist. + 14:35 – 20:35 st.
Osnabrück – Vechta
Mo.-Fr. 7:26 – 20:26 st. + 22:53
Sa. 7:26-15:26 st., 17:26, 19:26 + 22:53
So. 9:26, 11:26 + 13:26 – 20:29 st. + 22:53
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Briefe gegen das Vergessen

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Amnesty International (ai) ist eine unabhängige Mitgliederorganisation, die sich weltweit für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. Als größte Menschenrechtsorganisation hat sie mehr als 1,8 Millionen Mitglieder und Unterstützer. In vielen Kampagnen und Aktionen wenden sie sich gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung, sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Die Organisation ist auf das Engagement, die Unterstützung und Hilfe der Bürger angewiesen. Eine Aktion die sich auf dieses Engagement stützt, ist die weltweite Aktion Briefe gegen das Vergessen, die Teil der Kampagne Wir brauchen Ihren EinSatz ist. Hierbei geht es darum, Menschenrechtsverletzungen öffentlich zu machen und die entsprechenden Behörden und Akteure zum Handeln zu bringen. Die Aktion Briefe gegen das Vergessen wirkt durch die enorme Anzahl, die einen öffentlichen Druck auslöst. Je höher die Anzahl der Briefe, umso größer und breiter wird das Interesse an einem Fall. Dazu ist neben des öffentlichen Appells eine schlüssige Beweislage notwendig, die sich an Fakten hält und fragwürdige Vorgehensweisen aufzeigt, und so Menschenrechtsverletzungen aufdeckt. Genau das ist das Schwierige an dieser Aktion, das Sammeln von Fakten und Beweisen, die gerade nicht an die Öffentlichkeit kommen sollen.
Bei dieser Aktion EinSatz zu zeigen ist unkompliziert. Im Internet auf der Homepage von ai oder in einigen Tageszeitungen werden regelmäßig aktuelle Fälle veröffentlicht (jährlich veröffentlichter Bericht von ai). Warum erscheint es nun wichtig, sich an einer solchen Aktion zu beteiligen? Was habe ich damit zu tun, wenn sowas irgendwo passiert? Überall auf der Welt werden Menschenrechte verletzt. Ein Beispiel ist Folter. In vielen Demokratien werden im Zuge des Kampfes gegen den Terrorismus Anhörungspraktiken eingesetzt, die noch vor Jahren als Folterpraktiken angesehen, verboten waren. Ob in den USA das sogenannte Waterboarding oder in Deutschland das Fixieren von Händen und Beinen, das, auf dem Bauch liegend, tödlich enden kann. ai versucht an einzelnen Fällen solche Menschenrechtsverletzungen aufzudecken. Dafür erscheint eine breite, aktive, aufgeklärte Öffentlichkeit wichtig, die auch ein Interesse daran hat, dass vor dem Gesetz wirklich jeder gleich behandelt wird. Der folgende Fall, welcher ebenso aktuell wie exemplarisch ist, spielt im Kosovo.
Mon Balaj und Arben Xheladini wurden am 10. Februar 2007 während einer Demonstration für die Unabhängigkeit des Kosovo in Pristina von nicht identifizierten Angehörigen einer rumänischen Polizeieinheit umgebracht. Die Beamten dienten in der internationalen zivilen Polizei als Teil der Übergangsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK). Die Demonstration wurde von der Nichtregierungsorganisation Vetëvendosje (Selbstbestimmung) organisiert, um gegen einen Vorschlag des UNO-Sondergesandten Martti Ahtisaari über den zukünftigen Status des Kosovo zu protestieren. 78 Demonstrierende wurden bei den gewalttätigen Ausschreitungen verletzt, sieben von ihnen schwer. Man fand nach der Demonstration vier verschiedene Gummigeschosse und mit Plastik überzogene Stahlpatronen auf dem Gelände. Zwei Untersuchungsberichte der UNMIK kamen zu dem Schluss, dass die beiden Männer durch Gummigeschosse getötet wurden, welche die Angehörigen der rumänischen Polizeieinheit gegen die Demonstrierenden verwendet hatten. Mitarbeiter der UNMIK-Rechtsabteilung konnten jedoch die für ihren Tod verantwortlichen Beamten nicht ermitteln. Darüber hinaus zogen die rumänischen Behörden im März 2007 Polizeibeamte aus dem Kosovo ab, obwohl diese entscheidende Informationen über den Vorfall hätten liefern können. Danach hat es keine offizielle Untersuchung zur Aufklärung der Todesfälle und Verletzungen von Demonstrierenden mehr gegeben.
Wenn ihr Amnesty unterstützen wollt, könnt ihr höflich formulierte Briefe an die UNO-Behörden im Kosovo schreiben, in welchen ihr sie auffordert, eine strafrechtliche Untersuchung zum Tod von Mon Balaj und Arben Xheladini anzustrengen. Weiter könnt ihr sie auffordern die Immunität aller Angehörigen der UNMIK-Polizei aufzuheben, welche verdächtigt werden an den beiden Todesfällen beteiligt zu sein, und an die rumänischen Behörden appellieren alle rumänischen Polizeibeamten in den Kosovo zurückzusenden, die bei der Demonstration anwesend waren, sodass eine Befragung dieser erfolgen kann.
von Dennis Horn
Schreibt an:
Joachim Rücker
Special Representative of the
UN Secretary-General
Room 511
UNMIK Headquarters
38000 Pristina
Kosovo
Telefax: 001 – 212 – 963 98 77
E-Mail: ehailu@un.org
(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,70)
Und sendet bitte eine Kopie eures Schreibens an:
Botschaft von Rumänien
S.E. Herrn Bogdan Mazuru
Dorotheenstr. 62–66
10117 Berlin
Telefax: 030 – 21 23 93 99
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Terre des hommes – Hilfe für Kinder in Not

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Foto: Hans-Martin Grosse-Oetringhaus / terre des hommes
Eine Vechtaer Arbeitsgruppe stellt sich vor
Die gemeinnützige Organisation terre des hommes wurde 1966 in der Schweiz gegründet. Ziele der Arbeit waren zu Beginn in erster Linie die Versorgung von Kindern in Kriegsgebieten. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Arbeitsgebiet jedoch stetig. Heute steht der Name terre des hommes für zahlreiche rechtlich unabhängige und selbstständige Organisationen, welche unter dem Dachverband International Federation terre des hommes zusammenwirken. Die Organsitation sieht sich selbst als entwicklungspolitisches Kinderhilfswerk, das sich bei seiner Arbeit streng an den Kinderrechten orientiert. Finanziert wird die Arbeit von terre des hommes in erster Linie durch Spenden, hinzu kommt ein geringer Anteil öffentlicher Zuschüsse. Daneben sind es vor allem auch ehrenamtliche Arbeitsgruppen, welche die Arbeit von terre des hommes maßgeblich unterstützen. Inzwischen existieren in 129 deutschen Städten Gruppen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben. Menschen über Projekte zu informieren, Spendenaufrufe zu organisieren, sowie auf Probleme aufmerksam zu machen.
Seit Ende 2007 existiert eine solche Arbeitsgruppe nun auch an der Hochschule Vechta, die von Studierenden ins Leben gerufen wurde. Neben Informationsveranstaltungen sind vor allem Filmabende, Ausstellungen und regelmäßige Treffen der Gruppe geplant, zu denen Interessierte jederzeit eingeladen sind. Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppe stellen unter anderem Kinderarbeit, Kindersoldaten, sowie mangelnde Bildungsmöglichkeiten in Entwicklungsländern dar. Darüber hinaus werden auch regionale Aspekte in die Projektarbeit der Gruppe miteinbezogen. Trotz der vielen Vorhaben betonen die Studierenden, dass in erster Linie der Spaß an ehrenamtlicher Tätigkeit und der Kontakt mit Gleichgesinnten im Vordergrund stehen sollen. Weitere Informationen über die Arbeit von terre des hommes können der Homepage www.terredeshommes.de entnommen werden. Herzlich seid ihr auch zu der studiVZ-Gruppe terre des hommes eingeladen, in der ihr über alles auf dem Laufenden gehalten werdet. Wer Interesse an einer Teilnahme in der Arbeitsgruppe hat oder sich generell über die Projekte der Vechtaer Studierenden informieren möchte, kann dies über die neue Kontaktadresse terre-des-hommes-vechta[at]gmx.de.
von Britta Simon, Stefanie Bruns und Johanna Olberding

terre des hommes
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Die Linke – ein Streitgespräch

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Pro
Nun ist es geschehen. Wieder einmal hat sich die so genannte Linke aufgespaltet und heraus gekommen ist eine Partei aus WSAG und der PDS. Sie beansprucht nichts weniger, als das Konzept für soziale Gerechtigkeit zu haben und das schlechte Gewissen der etablierten Parteien zu sein. Ihr aggressiver Wahlkampf und die geballten Polemiken der beiden Vorsitzenden Gysi und Lafontaine verfehlen ihre Wirkung nicht: SPD und CDU entdecken soziale Inhalte wieder für sich und die Menschen wählen dennoch die Linke. Oft einfach nur um den anderen Parteien eins auszuwischen. Doch letztlich haben diese Protestwähler die Türen für die Linke in die Landtage von Hessen und Niedersachsen geöffnet.
In einer Demokratie bestimmt der Wähler, wer an die Macht kommt. So sollte es zumindest sein. Doch die Parteien denken gar nicht daran, sich mit dieser Situation zu arrangieren und es auch als Chance zu sehen für neue Koalitionen und neue politische Spielräume. Stattdessen wird Wahlkampf mit der Aussage gemacht „Mit denen werden wir nicht zusammen arbeiten.“ Das ist nicht nur reichlich wenig Inhalt für eine Volkspartei, das ist schlichtweg dumm. Schon in den 80er Jahren gab es eine ähnliche Entwicklung, als die Grünen auf den Plan traten und das gut eingespielte Drei-Parteien-System durcheinander brachten. Damals wie heute zeigten die etablierten Parteien die gleiche Reaktion: Ablehnung. Damals machte der in Hessen amtierende Ministerpräsident Börner die Grünen hoffähig, indem er gegen alle Widerstände mit ihnen koalierte. Schließlich und endlich regierten die Grünen zusammen mit der SPD unter der Führung von Gerhard Schröder unser Land. Eine Koalition ist nie eine Liebesheirat, sondern in den meisten Fällen ein Kompromiss auf dem kleinsten Nenner. Auch wenn es wohl keiner zugeben würde, geht es vordringlich darum, die Gestaltungsmacht zu haben. Diese hätte natürlich jede Partei gern für sich allein. Doch mit dem Einzug der Linken in das Parlament wird es wohl keine Regierung einer Partei mehr geben (Bayern ausgenommen). Umso wichtiger ist es für die Parteien, handlungsfähig zu bleiben. Deswegen sollten nach einer Wahl zunächst mit allen Parteien Gespräche geführt werden. Letztlich sollten dann Inhalte die Koalitionsbildung bestimmen.Die Linke wird nicht verschwinden nur weil die etablierten Parteien nicht mit ihr reden.
Grafik: die-linke.de
Vielmehr sollten sie mit in die Verantwortung genommen werden. Denn spätestens dort wird sich zeigen, wie viel ihre Wahlversprechen wert sind.
von Stefanie Bruns
Contra
Die Linkspartei ist nun also auch in vier alten Bundesländern vertreten. Das kann man einerseits als Unzufriedenheit mit den großen Volksparteien CDU und SPD ansehen. Andererseits muss man aber nicht die beliebte Phrase der „Politikverdrossenheit“ benutzen, sondern kann das Wort „Politikignoranz“ einführen. Die bisherigen Erfolge, die die Linkspartei in den Parlamenten der neuen deutschen Länder vorzuweisen hat, sind ungefähr so hoch wie die der NPD. Gehen also gegen null. Ich bin mir über die moralische Frage des Vergleiches völlig bewusst, keine Sorge. Zumindest ist aber hier schon einleuchtend, dass eine Frustwahl selten die erhoffte Verbesserung mit sich bringt.
Nicht nur die Aussagen, die die Linkspartei tätigt, sind utopisch. Ein Mindestlohn von 1000 Euro hört sich natürlich gut an. Nur wer das bezahlen soll, das weiß keiner. Die Steuerzahler, die sowieso kaum noch über eigenes Geld verfügen? Der Staat, dessen Kassen leer sind? Oder der Arbeitgeber? Letzteres wäre vielleicht am Besten, doch frage ich mich wie ein Frisör seine Lehrlinge mit 1000 Euro bezahlen soll, wenn ein Haarschnitt 10 Euro kostet. Ich persönlich möchte nicht 20 Euro dafür zahlen, denn die habe ich nicht! Eine Außenpolitik ist bei der Linkspartei leider überhaupt nicht vorhanden, außer dass man die EU an sich unterstützt, die deutschen Truppen gefälligst nach Hause kommen sollen, eine weltweite Abrüstung von Nöten ist, und dass nach der Auflösung der NATO nur noch Friede, Freude, Eierkuchen herrscht.
Die Politiker selbst sind auch wenig vertrauenswürdig. Das Sprachrohr Gregor Gysi hat schon im Jahre 2002 bewiesen, dass er unfähig ist, ein politisches Amt zu bekleiden. Ganze 6 1/2 Monate hat er als Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen in Berlin hinter sich gebracht. Bravo. Und jetzt wollen die Linken also in die Landtage eintreten. Sie werden es auch.
Aber sollte man wirklich darüber nachdenken, die ewiggestrigen Pseudokommunisten mit in den politischen Alltag einzubringen? Oder sollten die großen Parteien nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben und ihre soziale Ader wiederfinden und damit Politik auf der ganzen Bandbreite abliefern, statt ihre eigenen Wahlversprechen, wie es Frau Ypsilanti getan hat, in der Luft zu zerschießen? Oder sollte nicht die Linkspartei auch ein wenig von ihren harschen Standpunkten abrücken? Das Risiko, weiter in die Mitte zu rücken, ist dann zwar gegeben, aber mehr Alltagstauglichkeit würde den Linken sicherlich auch mehr Zuspruch geben und nicht Wählerstimmen im zweistelligen Prozentbereich zur Verschwendung verkommen lassen.
von Sebastian Dargel
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Neues aus Übersee

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Sonntage eignen sich besonders gut für Spaziergänge.
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Nicht nur für ältere Generationen in den Wäldern des Umlandes, auch für Mittzwanziger in urbanen Welten. An einem Sonntag im März waren wir mit den Drei As des Autonomen Architektur Ateliers Bremen und 120 Interessierten in der Bremer Überseestadt unterwegs, unter dem Titel: Neues aus Übersee. Keine Führung durch touristisch interessante Bereiche, sondern die Fortbewegung als Selbstzweck, verbunden mit der Betrachtung des städtischen Raums. Das vermeintlich Uninteressante wird sichtbar, herausgehoben aus dem Dornrösschenschlaf des Alltags. Gebäude, Freiflächen, seit Jahren oder gar Jahrzehnten brach liegend, auf ihre Umnutzung wartend. Zeitzeugen der Industrialisierung, teilweise abgetragen und auf einen Haufen geworfen. Aber es gibt auch Gebäude, die von der Abrissbirne verschont blieben. Sie erhalten ein neues Leben. Daneben das aufgefüllte Hafenbecken, von einem Zürcher Landschaftsarchitekten zu einer Hügellandschaft umgewandelt.
So machten sich also drei Vechtaer Studenten auf, um urbane Welten zu entdecken. Mit unseren Füßen, Augen und Ohren. Es ging über Beton und Asphalt, über Hügel und Gräben, an einsamen Garagen und neuen Discountern vorbei. Wir wandelten sogar über Wasser, ehemaliges Wasser (oben genanntes Hafenbecken). Wir sahen vom Parkhausdach halb Bremen, sahen alt neben neu, verfallen neben schön, sahen die Natur ihren Platz zurück erobern. Wir hörten drei junge Architekten, teilweise sympathisch nervös, und lernten dabei, was wohnen im Mischgebiet ist, wo alternatives Theater gespielt wird, was Schuppen außer Treckergaragen noch sein können und wo die Wetten dass? Außenwette stattfand. Nach drei Stunden spazieren, klettern, wandern gab´s noch ein nettes Angebot zu Kaffee und Gespräch.
von Björn Franke und Julia Stock
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Fotos: Björn Franke

Bilderalbum
uniVista No. 08: Überseestadt
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Unterwegs in Übersee (Fotos von Björn Franke)
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Schadstoffstark und leistungsarm

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Geplanter Stopp
kurz vor der niederländischen Grenze
Foto: Britta Simon, René Kohn
Wieso werden Bekannte ständig an der Grenze zwischen Holland und Deutschland angehalten? Liegt es vielleicht am Fahrzeug (VW Bus T1) mit dem sich schmuggeln noch lohnen würde? Liegt es an den klischeebehafteten Dreadlocks? Oder sind es die schweren Augenlider, mit denen manche aufgrund einer Liderschwäche schon seitdem sie vier sind herumlaufen müssen? Ist der Faktor „Aussehen“ überhaupt ein Kriterium für Zollfahnder, sich die Gestalten im Auto genauer anzusehen?
Wir haben wirklich an alles gedacht und vorher im Internet ausspioniert, wie man sich am sichersten in die Fänge des Zolles bringt. Das ist eigentlich ganz einfach: Nächstgrößere niederländische Stadt anfahren, sich zwielichtig vor Coffeeshops rumtreiben, den Beamten Zeit lassen, sich das Kennzeichen zu notieren und dann möglichst unauffällig über die fast unsichtbare Grenze zwischen der BRD und den Niederlanden fahren. Irgendwann sollte man dann, wenn man alles richtig gemacht hat, an den rechten Seitenstreifen gelotst werden und sich den Damen und Herren der Grenzüberwachung stellen dürfen.
Die Idee:
Wir fahren nach Holland und überqueren die Grenze immer und immer wieder, in unterschiedlichen Verkleidungen und Autos, bis wir angehalten werden und der niederländischen oder deutschen Polizei erklären, wie die Mottoparty heißt, zu der wir unterwegs sind. Das wird ein Spaß!!!
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Flower Power-Posing
Foto: Britta Simon
Materialien:
Ein alter, schmutziger, leicht verbeulter Polo FOX und ein neuer, glänzender, schmucker Nissan Micra aus dem großen Fuhrpark der Redaktion. Natürlich tippten wir alle auf eine schnelle Gefangennahme des Fuchses.
Verkleidungskrams (Perücken, Schminke, Kostüme), Utensilien (große Schultüte, die wir entsprechend gestalten, Schmuck, Sonnenbrillen…)
Die Durchführung:
Wir fahren vormittags los in Richtung und durchs Emsland, Haren. Der Grenzübergang befindet sich von Vechta aus in etwa 150 km Entfernung. Zwei Kilometer davor ist der Treffpunkt auf der deutschen Seite. Zwei Kilometer hinter der Grenze der niederländische. Ist klar, oder? Am Treffpunkt wird sich umgezogen und schick gemacht für die Überfahrt. Im Falle eines Autos: Vier Male (sprich hin und zurück und hin und zurück), im Falle von zwei Autos die Hälfte, also jeweils hin und zurück. Macht unterm Strich 2-4 Verkleidungen für jeden. Am späten Nachmittag bis abends sollte die Rückreise möglich sein, es sei denn, wir befinden uns derweil in einer Zelle, was blöd wäre, weil wir das ja schon hatten, es sei denn, wir landen in einer niederländischen Zelle – der ultimative Zellenvergleich!
Welche Frage sich dem uniVista-Team stellt, ist nun: Reicht es schon aus, einfach nur unkonform auszusehen und sich in Grenznähe aufzuhalten um Bekanntschaft mit den Wächtern der Grenzen zu machen? Testen.
Einige Möglichkeiten: Langes Haar muss natürlich mindestens in einem Fall aus dem Fenster wild im Fahrtwind wehen. Die Schultüte lugt ebenso aus dem Fenster. Eine Fraktion sollte komplett mit Sonnenbrillen unterwegs sein. Aktenkoffer wären auch nicht schlecht. Höh höh… Personenanzahl:
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Fotos: Britta Simon, René Kohn
Vier Leute in jedem Fall, entweder in einem Auto oder zwei in jedem. Für die Zwei-Auto-Variante wären auch sechs Leute möglich.
Das Hippieoutfit:
So wie unsere Generation es noch aus der CD-Werbung Top Hits of the Sixties kennt. Ihr wisst schon. Diese Werbespots, wonach man denkt, das Sound of Silence und Mercedes Benz ein und derselbe Song sind oder zumindest, dass sich diese astrein zusammenmixen lassen.
Außerirdisch:
Ein bisschen Alufolie auf dem Schädel toupieren und schon sieht man aus wie ein merkwürdiges Alien. Oder zumindest wie jemand, der Alufolie auf dem Kopf hat. Alf und E.T. drehen sich im kleinen Grabe um.
Geisterfahrer:
Der alte Bettlakentrick schockt immer noch. Und immer dran denken: Große Augenlöcher und eine Mundöffnung sind essentiell für einen gutgelaunten Poltergeist!
Piekfein:
Ja ja, wir putzten uns raus. Nur vom Feinsten. Mein lieber Scholli, ich hab den Anzug immer noch an. Wenn Oma uns so sehen könnte. Piekfein und irgendwo im Nirgendwo.
Von der Theorie in die Praxis:
Die Hinreise im Schnelldurchlauf: Einsteigen, fahren, aussteigen, tanken, einsteigen, fahren, fahren, fahren, aussteigen, Kostüm wählen, umziehen, einsteigen, über die Grenze fahren.
Der piekfeine Dress brachte leider nicht den gewünschten Erfolg. Es war keine Polizistenseele in Sicht. Warum auch? Es ist ja nichts Besonderes, gut gekleidet zu sein. Mehr Chancen erhofften wir uns von den außerirdischen Metallköpfen, doch nichts geschah.
Der Geist brachte auch keinerlei Erfolg. Wieder ein Bettlaken umsonst geopfert. Das nächste mal wird themengerecht gefahren: Gegen den Strom!
Auch das Hippieoutfit, auf welches wir in Verbindung mit dem alten, schmutzigen (ihr wisst schon…) Polo FOX fast schon all unser Bargeld gewettet hätten, machte uns keineswegs verdächtiger. Da kann man nur sagen „Myth busted“ und wieder was gelernt. Es liegt nicht am Aussehen der Fahrzeuginsassen, ob man an den Grenzen einer Kontrolle unterzogen wird. Den Grenzbewachern hätte eine gewisse Toleranz zugesprochen werden können, wenn denn welche vor Ort gewesen wären. Dieser Test ist unbedingt zur Nachahmung geeignet, wenn man einmal „Schadstoffstark und leistungsarm“ handeln möchte.
von Kai Pröpper, René Kohn, Stefanie Bruns und Britta Simon.
Ihr wollt uns leiden sehen? Verständlich!
Schickt eigene Vorschläge für uniVista x-treme an
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Back for Good

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In den Semesterferien hatte sich bei uns nicht viel verändert. Auch unser Vermieter, Tequila-Toni, den seine Freundin rausgeworfen hatte, weil er sie mit ihrer Schwester, ihrer besten Freundin und ihrem Friseur betrogen hatte, wohnte noch immer bei uns und litt unter Liebeskummer.

Blöderweise versuchte er jeden Abend, seinen Schmerz in Tequila zu ertränken, und nölte irgendwem von uns besoffen die Ohren voll. Es war wirklich anstrengend. Doch hätten wir ihm sagen sollen, dass er nervt? Immerhin wohnten wir recht günstig.

Wir hielten Krisenrat. Wir mussten ihn loswerden. Nur wie? Wir trauten uns nicht, ihn einfach rauszuwerfen, und irgendwie tat er uns auch leid. Ausgerechnet Bob sollte Recht behalten, denn…

…plötzlich klingelte es. Tequila-Tonis Freundin stand vor der Tür, und wollte – wahrscheinlich beflügelt durch das Frühlingserwachen – ihrer Beziehung eine zweite Chance geben. Nach einem klärenden Gespräch versöhnten sich beide und gingen gemeinsam nach Hause. Wie schön.
Wird Tequila-Toni seiner Freundin treu bleiben? Und was geschieht mit unserer WG, wenn nicht? Wird Enrico sich in einem 24-Stunden-Fitness-Center einrichten, Bob ein Auslandssemester in Kolumbien auf einer Kaffeeplantage machen und Charlene Studium und Wohnung aufgeben, um endlich die lang ersehnte Modell-Karriere in Angriff zu nehmen? Und wird Nadine in die WG kommen und selbst unseren Normalo nicht mehr antreffen? Ihr werdet es erfahren. Versprochen. In der nächsten Ausgabe im Juli 2008.
von Stefan Hirsch
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Gleichstellungsbüro plant Fortsetzung des Mentoring-Programms

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Studentinnen mit ihren Mentorinnen aus
dem Mentoring-Programm 2007/2008
Foto: Björn Franke & René Kohn
Beruflich erfolgreiche Frauen unterstützen Studentinnen der Hochschule Vechta bei ihrer Karriereund Lebensplanung.
Die zweite Auflage des Mentoring-Programms für Studentinnen ging Anfang April mit einem Abschluss-Workshop erfolgreich zu Ende. Fast ein Jahr lang konnten zehn Studentinnen der Hochschule von den Erfahrungen weiblicher Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen der Region profitieren. Mentoring ist eine Strategie zur Unterstützung des Nachwuchses bei der Planung und Gestaltung der Karriere. Es basiert auf einer zeitlich befristeten Partnerschaft, in der eine Nachwuchskraft – die Mentee – von einer Führungskraft – der Mentorin – betreut wird. Neben den regelmäßigen Treffen mit ihren Mentorinnen nahmen die Studentinnen zusätzlich an einem Rahmenprogramm teil, das verschiedene Seminare u.a. zu den Themen Selbstbewusstes Auftreten, Selbst-Management oder Bewerbungstraining beinhaltete.
Das Gleichstellungsbüro plant eine dritte Runde des Projekts und will damit weiteren engagierten Studentinnen bei ihrer Karriereplanung helfen. Interessentinnen können sich bei Ann-Kathrin Berkefeld montags und dienstags unterBder Nummer 04441-15-625 melden oder direkt im Gleichstellungsbüro (D-Gebäude) persönlich vorbei kommen.
von Ann-Kathrin Berkefeld
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Neues zum Semesterticket

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Ich fuhr mit meinen Freunden nach Bremen. Die Fahrt mit der NWB war kostenlos und ich konnte mir von meinem schon sehr strapazierten Budget gerade noch eine Flasche Wein leisten. Ich war aber frohen Mutes, mit netten Leuten einen entspannten Abend zu verbringen. Die gute Laune verging mir jedoch schnell, als Meike strahlend noch in der Tür erzählte, dass sie und der Rest beschlossen hatten, auf die Reeperbahn nach HH zu fahren. Alle fanden die Idee hervorragend und konnten meine sprachlose Bestürzung nicht verstehen. Als ich erzählte, dass ich pleite bin und mir nicht leisten kann, 40 € einfach so auszugeben, lachten sie nur und schrieen im Chor heraus: „Semesterticket!“. „Toll“, dachte ich – „Semesterticket. War klar“, und antwortete laut: „Ich habe aber keins.“ Diesmal ergriff fast alle stummes Entsetzen. Nur Meike, der nicht mal so etwas die Sprache verschlagen kann, sagte: „Wie? Hast du das Studium aufgegeben? Erzähl!“
Nun, irgendwann wurde der Abend doch noch ganz nett, aber der saure Ticket-Nachgeschmack blieb und nicht mal die Nordwestbahnfahrt konnte ihn versüßen. Kommt Euch dabei was bekannt vor? Ja? Obwohl ich erst seit Kurzem ein Amt im AStA bekleide, habe ich schon einige E-Mails bekommen, die davon zeugen. Um diese zu beantworten, musste ich mich über die Lage und die Bemühungen meiner Vorgänger informieren. Die Situation stellt sich, kurz gefasst, folgendermaßen dar: Es wurden mehrere Versuche unternommen, das Semesterticket zu erweitern. Alle Verhandlungen mit der Bahn scheiterten jedoch nicht nur an den 80,- Euro, die sie für ihr sehr begrenztes Angebot haben wollten, sondern auch an uns Studierenden, die diese Mehrkosten nicht zu tragen bereit waren (s. auch „Unser Semesterticket – ein Streitgespräch“ in uniVista No.7).
Soll das aber alles sein? Nicht doch! Der AStA bleibt weiterhin am Ball und um das zu beweisen, hier unser 3-Schritte- Plan:
1. StadtBus – Ticket
Mit diesem Ticket dürften wir durch Vechta fahren, so viel wir lustig sind. Die Firma Wilmering hat sich Gedanken gemacht und wird speziell für die Hochschulstudenten ihr Angebot erweitern. Außerdem sind Uni- Party-Nachtbusse im Gespräch. Kosten? Das normale Semesterticket kostet 96 €, wir haben die einmalige Chance, es für ca. 10 € zu bekommen.
2. Weser-Ems-Bus
Es geht hierbei um die Linien 660 und 696. Damit wäre auch die Strecke nach Ahlhorn gesichert und wir kämen nach Oldenburg, ohne weitere Kosten auf uns nehmen zu müssen. Herr Schneider, Verkehrsplaner der Weser- Ems GmbH, bemüht sich, die Strecken, die bisher hauptsächlich von Schülern genutzt werden, auch für die Studierenden der Hochschule Vechta attraktiv zu gestalten. Hier seid Ihr alle gefragt! Wann und wohin wollt Ihr fahren, welche Strecken sind für Euch interessant?
3. VBN – Ticket
Zu guter Letzt können wir mit Eurer Zustimmung in den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen aufgenommen werden und somit hätten wir das gleiche Semesterticket wie 9 weitere Unis in Niedersachsen. Darum geht es doch, oder? Alle Unis, die dazu gehören, bezahlen den gleichen Preis (z.Zt. ca. 90,- €) ohne jegliche Abstufungen, was für unsere verhältnismäßig kleine Uni von großem Vorteil wäre. Wo gilt das Ticket? Innerhalb des VBN-, des VEJ- und des VGC- Gebietes gilt es in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Straßenbahnen, Stadtbussen und allen Regionalbuslinien und Nahverkehrszügen (2. Klasse) der NWB, des Metronoms, der EVB, der Nordseebahn und der DB (RE, RB, SE) und weiteren Schienenstrecken. Klartext gefällig? Ein spontaner Reeperbahnbesuch wäre kein Problem mehr. In Hannover shoppen gehen? Aber ja doch, und zwar ohne die lästigen Bahnkosten, dafür aber mit neuen Schuhen in der Tasche.
Das ist unserer Drei-Schritte-Plan. Drei Hürden, die nicht einfach zu überwinden sind. Erstens brauchen wir Eure Unterstützung, Eure Stimmen; zweitens ein wenig mehr Unterstützung (vor allem rechtzeitige Überweisungen des Teils der studentischen Beiträge an den AStA) seitens der Hochschulverwaltung und… Zeit, um die Verhandlungen zu Eurer Zufriedenheit zu führen. Und Ihr seid gefragt. Kommt zur Vollversammlung, zögert nicht, wenn Ihr aufgefordert werdet, an einer Umfrage oder Abstimmung diesbezüglich teilzunehmen.
ABER: Ich will Euch hier kein Verkehrsparadies aufschwatzen und deswegen möchte ich an dieser Stelle unterstreichen, dass die Verhandlungen immer noch im vollen Gange sind. Die genauen Bedingungen müssen noch erarbeitet werden und es ist nicht gesagt, dass die Kooperation mit den Bahn- und Busunternehmen zustande kommt. Das „vollkommene Ticket“ wird auch nicht ab dem kommenden Wintersemester möglich sein, sondern aus Verwaltungsgründen frühestens zum Sommer-semester 2009. Dies erfordert jedoch vor allem Eure Zustimmung. Außerdem hängt auch nicht alles allein vom AStA ab. So ein Ticket ist eine sehr komplizierte Angelegenheit und da wir mit Eurem Geld operieren, können wir uns keine riskanten Investitionen und Verträge erlauben. Habt also bitte noch etwas Geduld mit uns. Über den Verlauf unserer Verhandlungen werden wir Euch auf unserer Homepage informieren.
Aber Kopf hoch! Ich glaube nicht nur daran, ich weiß, dass dieses Vorhaben gute Aussichten auf Erfolg hat.
Mit besten Empfehlungen,
Isabella Mittwollen
AStA- Finanzreferentin
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Husarentopf mit Schweinefleisch und Pusztagemüse

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Zutaten:
  • 400 g geschälte Kartoffeln
  • 400 g Balkangemüse und/oder grüne Brechbohnen
  • 90 g Puszta Salat
  • 100 g Mais
  • 90 g Silberzwiebeln
  • eine Paprika
  • 100 ml Rapsöl
  • 400 g frischen Schinken vom Schwein
  • 400 g Tomatenketchup
  • etwas Thymian und geschroteten bunten Pfeffer (nach Geschmack)
Prüfe zunächst alle Produkte auf einwandfreien Zustand, getreu dem Satz: Nur ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig – nur ein wenig verdorbene Zutat verdirbt das ganze Essen.
Wenn alle Zutaten ihrem Aussehen und Geruch nach ansprechend sind, kann es mit der Materialbereitung losgehen.
Du brauchst einen Topf, eine Pfanne, ein Brettchen, Schälmesser und Gemüsemesser. Schäle die Kartoffeln und schneide sie zu Würfeln. Koche sie zusammen mit etwas Salz in Wasser an.
Schneide das frische Schweinefleisch in kleine Stücke und brate es in Öl an. Anschließend gibst du Mais, Pusztasalat, Sielberzwiebeln und das gebratene Fleisch zu den Kartoffeln. Lasse den Husarentopf etwas kochen und gebe nach deinem Geschmack Tomatenketchup, Thymian, Pfeffer und Salz hinzu. Noch einmal umrühren – fertig. Um den Geschmack zu intensivieren kannst du etwas von der Dosenflüssigkeit des Mais und der Silberzwiebeln hinzufügen. Auch etwas Brühe gibt zusätzlichen Geschmack. Vor allem achte aber darauf, dass der Husarentopf nicht zu wässrig wird. Es soll ja auch deftig sein und satt machen.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
von Johanna Olberding
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Möhren-Zartweizenbratling

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Anette Kröger-Nordiek
Foto: Björn Franke
Zutaten:
  • 80 ml Rapsöl
  • Prise Zucker
  • 40 ml Vollei
  • 60 g geriebenen Goudakäse mit 48% Fett i.Tr.
  • 160 g lose frische Karotten
  • 20 g frischen Porree und Lauch
  • 80 g frische Zwiebeln
  • Etwas Petersilie
  • 120 g Zartweizen
  • Etwas gemahlenen weißen Pfeffer
  • Liebstöckel
  • 30 g Knödelpulver (halb und halb von Pfanni)
  • Etwas Jodsalz
Die ersten beiden Schritte wie oben bei dem Fleischfresserrezept aber ohne den Topf.
WICHTIG: Den Ebly-Zartweizen am Vortag in Wasser einweichen! Putze Möhren und Lauch und schneide sie in Streifen. Schneide die Zwiebeln in kleine Würfel und mische alle Zutaten in einer Schüssel zusammen.
Würze die Masse anschließend nach Geschmack und portioniere die Bratlinge nun á 160 g. Nun kannst Du die Bratlinge in der Pfanne mit Fett braten.
Dazu eine kleine Salat- oder Gemüsebeilage und Kräutersoße. Trennkost und lecker!
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
von Johanna Olberding
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Oh, es klingelt,…

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…oder: Über das geschlechtsspezifische Fernmeldeverhalten
“… Hallo, ich bin´s. … Was war denn das heut‘ Morgen im Seminar? Was wollte der Typ denn bitte von dir? (lacht) … (lacht wieder) … Ja, das habe ich mich auch gefragt. … Und eben auf dem Weg nach Hause …. Ja … Da hab ich Katha getroffen. … Du weißt schon, die mit dem Freund. … Na, der mit diesem seltsamen … Genau! (kichert) Naja, sie hat mir erzählt, dass sie Herrn P. gesehen hat. … Nein, nicht in der Uni. Rate! … Nein. … Schlimmer! …. Noch schlimmer! … Genau, in ihrer WG! … Er kam aus dem Zimmer ihrer Mitbewohnerin. Morgens! … Nee, ich kenn die nicht. … Ach. … Ach! … DIE ist das? Hat die nicht `nen Freund? … Ach so, hab ich verwechselt. Aber wie krass ist denn das? … Naja, zurück zu vorhin. Was hat der Typ gesagt? … Schon ein bisschen stumpf, oder? … Und, was machst du jetzt? … Echt? … Hm, ich weiß nicht. Sicher? … Wart‘ doch erst mal heute Abend ab. … Wie, du kommst nicht? Warum? … Kein Geld ist keine Ausrede. … Man, hier geht doch sonst nix, da muss man wenigstens mittwochs los. … Wir könnten doch vorsaufen. … Ich hab noch Reste. … Eklig? Eklig macht besoffen! (lacht) … Doch doch, das wird super. … Kannst ihn ja auch einladen. (lacht lauter) … Ok, eigentlich war das ein Scherz. … Naja, kannste ruhig machen. Ich frag dann noch ein paar Leute. … Ich meld mich später noch mal. … tschüß!“ „ … Hey. … Richtig! … Also, ich wollt dich fragen, ob du heut‘ Abend zum Vorsaufen kommst. … Bei mir. … Keine Ahnung, so um acht, neun? … Das ist ja super, ich hab auch noch was. … (lacht) … Ja, das hab ich auch schon gehört. Krass, ne?! … Ich dacht auch, ich fall aus allen Wolken, als Nadja das erzählt hat. … Unglaublich. … Ich mein … Irgendwie ist er ja auch ganz niedlich. … Naja, im Vergleich zu den anderen Profs. … Nein, ich bin nicht eklig! (lacht leise) … Oh, warte mal grad. … Da war nur grad mein Mitbewohner, hab das mal mit heut‘ geklärt. Der lädt dann auch noch ein paar Leute ein. … Gut, dann bis später! …”
“… Hallo. … Ich bin´s. … Ich rufe eigentlich an wegen…
Bildnachweis: pixelio.de (162319, 162320)
© Konstantin Gastmann / PIXELIO
Genau, woher … Ach, und hat sie auch von ihrer neuen Bekanntschaft erzählt? … Ja, dem Typen von heut‘ Morgen. … Der aus dem Seminar. … Ja, sie will sich ja anscheinend wirklich mit dem treffen! Oder ihn mitbringen heut Abend. … Hm. (lacht) … Und das von Nadjas Mitbewohnerin, haste das gehört? … … …”
von Julia Stock
Frauen und Naturwissenschaften, diese Kombination klingt ebenso phantastisch wie Frauen und Technik. Aber war es nicht Madame Curie, die das hochgefährliche Radium entdeckte? Und was die zweite Sache betrifft, fällt mir auf Anhieb eine technische Errungenschaft ein, die zwar von keiner Frau erfunden worden ist, aber die sie sich so sehr zu eigen gemacht hat, dass man das eine nicht mehr ohne das andere denken kann: das Telefon. Es ist schon abenteuerlich, wie lange und mit welcher Intensität die weiblichen Wesen unter uns das Telefonieren zelebrieren. Tag ein, Nacht ein – aus. Welch verbales Spiel, das kein Gegenüber in 3D braucht, welch gestische Vollkommenheit, die seit der Erfindung des kabellosen Telekommunikationsgerätes weitere Perfektion erfährt. Von Handys und den grenzen- und mauerlosen Möglichkeiten gar nicht zu sprechen. Unter dem Strich ist das alles wirklich eindrucksvoll und irgendwie, ja, auch irgendwie erschreckend. Was Männer vielleicht am Anfang einer Beziehung und ansatzweise in Fernbeziehungen schaffen und sonst möglichst kompakt in drei Sätzen runtersagen, da kommt Frau und füllt auf: ein eingeschobener Nebensatz, denn so gehört es sich, hier. Einen Hauptsatz finden wir noch dort. Und am Ende ist noch lange kein Ende in Sicht, sondern Punkt Punkt Punkt… Es ist nicht so, dass ich ein absoluter Anti-Telefonierer bin, ganz bestimmt nicht, aber manchmal habe ich einfach keine Lust. Ich sage dann Ja- oder Hm- oder Mhm-Sätze. Kennt jeder. Und manchmal bewege ich ganz langsam den Hörer weg, die Stimme am anderen Ende wird dann immer leiser. Dann wieder halte ich nur meinen Mund dran und sage einen dieser besagten Sätze, am besten aber nicht Ja, wenn ich vorher gar nichts gehört habe. Wenn Frau trotzdem fragen sollte, warum ich Mhm oder Hm gesagt habe, dann kommt die Ausrede mit dem Pudding, den ich gerade esse und der mir schmeckt. Nüsse eignen sich verständlicherweise nicht. Übrigens ist das mit dem Essen eine galante Ausrede, wie ich finde, denn beim Essen will man doch niemanden stören, oder? Also ist das Gespräch beendet. Bis es dann zehn Minuten später wieder klingelt. Man könnte dann unter die Dusche gesprungen sein, nen Spontanbesuch von nem Kumpel bekommen haben – nur auf ein Bier, versprochen! Man könnte, man könnte. Mann hätte auch etwas anderes erfinden können als das Telefon. Aber dann hätte es die Frau irgendwann erfunden. Garantiert! Und ich glaube sowieso, dass ein kaputtes Telefon, das noch funktionieren könnte, von einer Frau, eingeschlossen in einem Raum, ohne Probleme, mit etwas Zeit, repariert werden würde. Garantiert.
Nun gut, ich mache Schluss, denn es klingelt … oh, es ist das Telefon…
von René Kohn
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PDF-Version der 7. Ausgabe

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Holzauge sei wachsam…

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„Als ich nach dem Wochenende zurück in meine Wohnung kam, hatte ich das Gefühl, dass jemand ohne mein Wissen dort gewesen war. Ich rief natürlich gleich bei meinem Vermieter an und erfuhr, dass er Handwerkern Zutritt zu meiner Wohnung ermöglicht hatte. „Er wollte keine Zeit verlieren, denn Studenten seien schließlich so schlecht zu erreichen.“
Das Erlebnis der Studentin Verena ist manchem Studierenden in Vechta nicht unbekannt. Obwohl die eigene Wohnung bzw. das WG-Zimmer definitiv einen vom Gesetz geschützten Privatbereich darstellt, verschaffen sich einige Wohnungseigentümer in Abwesenheit ihrer Mieter Zutritt. Auf Nachfragen werden hierfür Gründe wie kleine Reparaturmaßnahmen, Zimmerbesichtigungen für potentielle Nachmieter oder auch ein allgemeines Nachdem- Rechten-Sehen angegeben. Der Gedanke, jemand Fremdes bewege sich unbemerkt in den eigenen vier Wänden, kann mitunter beängstigend sein, selbst wenn der Grund dafür, wie im Beispiel der Studentin Katja, jenseits der Neugierde liegt: „Nach dem Wochenende kam ich in meine Wohnung und fand im Wohnzimmer Laminat verlegt. Vorher war dort Teppich gewesen! Meine Vermieterin sah es als freundschaftlichen Dienst an. Sie erklärte mir, dass sie sogar meinen Hamster noch gefüttert hätte. Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte.“
Trotz aller Nächstenliebe für mittellose Studenten bleibt klarzustellen, dass ein Vermieter weder aus sorgenden noch aus überwachenden Gründen das Recht hat, eine vermietete Wohnung ohne Wissen des Mieters zu betreten. Allerdings ist es dem Eigentümer erlaubt, nach vorheriger Anmeldung seine Wohnung zu besichtigen, was ihm dann auch ermöglicht werden muss. Gründe hierfür wären beispielsweise eventuelle Nachmieter oder die Reparatur kleinerer und größerer Schäden, die den Wert der Immobilie auf längere Sicht senken könnten. Generell gilt jedoch, dass Besuche mindestens 24 Stunden vorher angekündigt werden müssen. Bei dieser Ankündigung ist der Vermieter ebenfalls verpflichtet, dem Mieter den Grund des Besuches mitzuteilen und weitere Besucher zu erwähnen. Von dieser Regel ausgenommen sind Notfälle wie ein plötzlicher Wasserrohrbruch oder der Verdacht auf Feuer. In diesem Fall darf auch ohne Benachrichtigung die Wohnung betreten bzw. eine Notöffnung vorgenommen werden. Daher ist es sinnvoll, einen Zweitschlüssel bei einer vertrauten Person im nahen Umfeld zu hinterlegen und dies dem Vermieter mitzuteilen. Zeiten, in denen die Wohnung besichtigt werden darf, sind gemeinhin auf Wochentage festgelegt. Dabei wird sich an den üblichen Arbeitszeiten orientiert, also 10-18 Uhr. In Ausnahmefällen können auch spätere Termine sowie das Wochenende berücksichtigt werden. Klauseln im Mietvertrag, die dem Vermieter ein Besuchsrecht zu jeder Zeit garantieren, sind ungültig und somit nichtig.
Ein Blick ins Mietrecht lohnt sich
auch für Studenten
Foto: Britta Simon
Sollte man das Gefühl haben, dass der Vermieter gerne mal einen Spaziergang durch die Wohnung unternimmt und sich dies auf Nachfrage auch bestätigt, besteht das Recht auf eine umgehende Kündigung des Mietvertrages. Kündigungsfristen sowie Schadenersatzansprüche seitens des Vermieters auf entgangene Miete sind in diesem Fall gegenstandslos.
Festzuhalten ist, dass Vermieter sich im Klaren darüber sein müssen, dass Studenten genauso zahlende Mieter sind wie eine Familie mit Kindern und somit ebenso ein Recht auf Privatsphäre in ihren vier Wänden besitzen. Daher ist ein Eindringen in den Wohnraum ohne Ankündigung nicht tolerierbar. Bei Unklarheiten oder bereits bestehenden Streitigkeiten sollten Studenten sich umgehend Rat beim deutschen Mieterbund einholen oder direkt einen Anwalt zur Hilfe nehmen. Denn wenn man in den eigenen vier Wänden nicht in Ruhe leben kann, wo dann?
von Britta Simon
Hilfestellen für Studierende:
Deutscher Mieterbund
- Im Internet unter: www.mieterbund.de
- oder per Telefon unter 0900/12 000 12 ( 2 Euro pro Minute )

Kostenlose Rechtsberatung an der Hochschule Vechta unter
www.asta-uni-vechta.de/home/information/rechtsberatung/
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Trinationales Kolloquium in Polen

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Vechtaer Studenten in Polen.
Foto: Ihna Grensemann
Man mag der Meinung sein, Vechta sei mit seiner Lage am Rande vom Nichts nur mäßig international, doch ab und zu kann man sich eines Besseren belehren lassen…
Ein internationales Treffen mit anderen Studenten aus Polen und Frankreich? In Polen, wo das Bier so schön billig ist und Zigaretten noch bezahlbar? Eine Woche keine Uni und dafür auch noch entschuldigt werden? Klingt ja super!!
Wo ist der Haken? Achja, es ist ein akademisches Arbeitstreffen mit dem Thema „Widerstand im Dritten Reich“. Muss das sein? Haben wir das nicht lange Jahre an der Schule gehabt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir selbst nicht Schuld sind und wir trotzdem aufpassen müssen, dass das nicht noch mal passiert!? Reicht das denn nicht?
Um einen Schein für die Fahrt zu bekommen, war der Besuch eines vorbereitenden Seminars Pflicht.
Hier lasen wir Originaltexte der Widerständigen Helmuth James von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg. Sie waren die Köpfe einer Gruppe von Widerständigen, dem Kreisauer Kreis. Hey, war das nicht das Reiseziel?
Yorck und Moltke hatten während des Krieges Pläne erdacht, wie es nach Hitlers Sturz mit Deutschland weitergehen könnte. Denn dass der Krieg nicht mit einem Sieg für die Deutschen enden würde, schien ihnen offensichtlich. Ihre Ideen stützten sich auf die demokratischen Grundsätze Gleichheit der Menschen, Freiheit und Gerechtigkeit. Das Besondere an ihrem Widerstand war die Gewaltlosigkeit, denn „man kämpft nicht für irgendetwas, sondern nur gegen irgendetwas: Hass ist die Dominante des Krieges, nicht Liebe. Feigheit, Muckertum, Massenpsychose züchtet der Krieg.“ (H. Moltke).
Trotzdem sind sie gehengt worden, Moltke nur drei Monate vor Kriegsende, und nur weil er nachgedacht hatte. Weil er es gewagt hatte, gegen die NSDAP zu denken. Weil er die Würde jedes Menschen über seinen Glauben hob. Dieser Widerstand steht stellvertretend für viele andere. Für Menschen, die bereit waren, ihr Leben einem Ideal zu opfern. Menschen, die sich gewehrt haben.
Widerstand ist vielfältig: Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Ausprägungen, als Volkswiderstand, als Einzelkämpfer, gewalttätig und gewaltfrei. Im Namen einer Organisation, einer Idee oder aufgrund der eigenen Moral. Widerstand ist so vielfältig wie die Menschen. Ihnen gemeinsam ist aber der Wille, etwas am aktuellen Zustand ändern zu wollen.
Genau diese Geisteshaltung hat den Bogen geschlagen von abgedroschener, langweiliger Geschichte zu einem interessanten Rückblick. Die Geschichte des Dritten Reiches ist so groß, unverständlich und grausam, dass es gar nicht genug Möglichkeiten geben kann, darüber zu informieren. Das muss nicht immer trocken oder langweilig sein, es geht nicht immer mit erhobenem Zeigefinger einher. In Kreisau waren wir auf dem Gut von Moltke untergebracht. Durch das Schloss zu gehen und zu wissen, dass vor etwas mehr als 60 Jahren in diesen Mauern Geheimtreffen stattfanden, berührt mehr als es viele Statistiken des Zweiten Weltkrieges zu schaffen vermögen.
So viele Fotografien zu sehen, Geschichten zu lesen und die einzelnen Menschen hinter den alten, angestaubten Büchern zu erkennen, geht tiefer unter die Haut als eine anonyme Zahl.
Die bunten Träume, Wünsche und Hoffnungen der Menschen, die der Maschinerie Hitlers zum Opfer fielen, sind es auch knapp 63 Jahre nach Kriegsende noch wert, gewürdigt und anerkannt zu werden.
Kreisau hat uns mit der Frage nach Hause geschickt, ob wir es merken würden, wenn sich wieder eine solche Macht zusammenbraut. Und ob wir den Wunsch hätten, uns zu wehren. Wie weit wir dafür gehen würden, ob wir uns unserer eigenen Moral beugen würden. Schwierige Fragen, die sich noch schwieriger beantworten lassen. Trotzdem: Mal einen Gedanken zu risikieren, kann ja nicht schaden!
von Ihna Grensemann
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Das erste Mal…

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Wer erinnert sich nicht an seinen ersten Besuch bei Ikea, die ersten komischen Dinge, die man so in den Mund genommen hat, die ersten Panikattacken, die ersten körperlichen und geistigen Unfälle? Die Liste könnte ewig so weiter gehen, und manches davon möchte man gar nicht erlebt haben oder aber ganz schnell wieder vergessen. Wir haben uns gedacht: Verdrängen hilft nicht. Also setzten wir uns auseinander mit unserer Vergangenheit und schrieben sie auf, all die ersten Male, die uns geprägt haben. Die Titelstory gewährt euch also tiefe Einblicke in das Leben der Redaktion, exemplarisch also für den Rest der Weltbevölkerung, und lässt euch teilhaben an Dingen, die man die ersten zehn Jahre geheim hält, um dann leicht schmunzelnd darüber zu reflektieren. Gleichsam bildet die Titelgeschichte den Auftakt für die gleichnamige Rubrik, welche dann ab der nächsten uniVista im Sommersemester 2008 regelmäßig erscheint.
Natürlich seid auch ihr aufgefordert, uns an euren ersten Malen teilhaben zu lassen. Egal ob Konzertbesuch, Gefrierbrand am eigenen Körper oder Candlelight Dinner, lasst eure Gedanken schweifen, schreibt sie nieder und schickt sie uns.
…oraler Kontakt mit seltsamen Dingen
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Langsam schließe ich die Lippen um ihn, lasse ihn weiter in den Mund gleiten und betaste ihn vorsichtig und ein wenig scheu mit der Zunge…er fühlt sich glatt an und irgendwie hart…
Verdammt! Ich rede von einem gerösteten Mehlwurm, den ich gerade in den Mund genommen habe!! Ihr erinnert euch noch an diese witzigen Lutscher mit den Insekten drin? Ich musste unbedingt einen haben und zum ersten Mal ein Insekt essen…man, fühlte ich mich beim Kauf cool!! Nun, ich hab’s getan…und ihn gegessen…schmeckte ein wenig wie zu Brikett getoastetes Weißbrot. Also nicht so lecker. Aber der mehlwurmumhüllende Lutscher war gut.
…Kontakt zu den (gelben) Engel
Ich höre eigentlich immer Radio. Nein, eigentlich läuft immer Kassette. Auf jeden Fall Musik. Und diese laut. Wenn ich Auto fahre, brauche ich das. Nur dieses Mal hab ich das aus unerklärlichen Gründen nicht gemacht. Und so hörte ich den Knall. Ich konnte das gar nicht richtig zuordnen. Dann merkte ich, dass das Auto komisch fuhr, dann wieder, dass das Geräusch nicht besser wurde und dann, dass mir ein Reifen fehlte. Hinten links. 120kmh. A 29. Mahlzeit! Hinter mir kein Auto. Durchatmen. Auf den Seitenstreifen fahren. Ruhig bleiben. Keine Panik. Ich sagte mir das immer wieder und tat einfach alles dagegen. Und ich meine: wirklich alles. Das ganze Register. Ich rief bei dem Freund meiner Mutter an, Kfz-Meister. Der muss doch Ahnung haben. Ich machte den Kofferraum auf, suchte nach Ersatzreifen und Wagenheber, fand ersteren, aber den Heber nicht. Ich rief die Polizei an. Römms, Fahrtwind, 200 Sachen. Nein, nicht mein Puls! Wind peitschte mir ins Gesicht.
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Die Autobahn kennt keine Geschwindigkeitsgrenzen. Aber mit Highspeed erfasst zu werden, bringts vermutlich schneller zu Ende als mit gemäßigten 120 ins Wachkoma verfrachtet zu werden. Ich rief die Polizei an. Ich stellte meinen Rucksack mit roter Lasche in 100 Meter Entfernung auf. Wo war nur das Warndreieck? Wo blieb nur die Polizei? Ich suchte weiter nach Wagenheber und Warndreieck. Das Radio blieb aus. Die Polizei kam viel zu spät. Grummelig stieg EINER aus. Und WIDERWILLIG rief er den ADAC. Kommunikation lief schleppend. Er auf dem Seitenstreifen. Ich hielt mich hinter einem Zaun auf. Ich sollte doch weg von der Fahrbahn, Muttis Freund sagte das doch. Polizei weg. Gott, was dachte der von mir?! Wo bleibt der ADAC? Ich gehe zum Kofferraum, ein letztes Mal. Ich suche und finde: das Warndreieck. Entscheide, dass der Rucksack seinen Zweck tut. Dann kommt der Wagenheber zum Vorschein. Ich entscheide mich: mutig zu sein. Ich will doch was zu erzählen haben, wenn ich das hier überlebe. Ich wechsele den ersten Reifen meines Lebens. Ich überlebe. Am Seitenstreifen auf der A29. Nur die A1 hätt das noch toppen können!
…Urlaub ohne die Erzeugerfraktion
Wir hatten es geschafft! Die Schlacht war geschlagen, und wir waren die Sieger. Stolz ohne Ende und mit einem Auto voll Gepäck und Proviant brachen wir nun auf zum ersten Urlaub ohne Eltern am Ostseestrand. Hinfahren durften uns die Erziehungsberechtigten noch. Aber dann waren wir endlich allein. Vier pubertierende Mädchen allein im Bungalow.
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Die Nächte wurden zu Tagen. Es wurde sich geliebt und gestritten ohne Ende. Die Urlaubskasse wurde voll ausgeschöpft, der Strand in Beschlag genommen und die Freiheit genossen. Nach zwei Wochen, die auch in unserer geliebten Seifenoper nicht turbulenter hätten ablaufen können, fühlten wir uns ein bisschen wie die einzigen Überlebenden eines schrecklichen Unglücks, als das Auto unserer Eltern in Sicht kam und wir wieder nach Hause fuhren. Erschöpft, um eine Erfahrung reicher, aber glücklich.
…mit 40 kmh der Schwerkraft trotzen
Als ich vor so einigen Jahren zum Geburtstag einen dieser tollen Fahrradcomputer geschenkt bekam, war völlig klar, was zuerst gemacht werden muss: Ein Geschwindigkeitsrekord muss her! Und da unsere Straße leicht abschüssig war, musste auch genau diese für den Versuch herhalten. Dass sie außerdem wie ein Hufeisen geformt ist, sollte später noch eine wichtige Rolle spielen. Ich begann also an einem schönen heißen Sommertag mit kurzer Hose und T-Shirt los zu brettern. Der Geschwindigkeitsmesser kletterte in ungeahnte Höhen, ich trat in die Pedale wie ein Verrückter, 34, 35, 36, 37… immer höher stieg der Messer an. Dann endlich 40!!! Juhu!!! Als ich dann aber den Kopf hob, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich zwar genug Straße hatte, um auf 40 km/h zu beschleunigen, aber kein einziger Meter Bremsweg zur Verfügung stand. Tief fliegend schlug ich mit dem Vorderrad am Bürgersteig an und wurde aus meinem Sattel über den Maschendrahtzaun auf die andere Seite des Bürgersteigs katapultiert… gerne wäre ich im Zaun gelandet, denn hinter dem Zaun bremsten ja Gott sei Dank nur dornenbewehrte Rosenbüsche meinen Aufprall. Als ich nach ca. 1 Minute des lauten Stöhnens langsam aufstand, sah ich, dass ich eine regelrechte Schneise durch die Büsche gerissen hatte und gute 3 m geflogen war. Das Rad hatte auch einen guten Teil zur Zerstörung des Vorgartens beigetragen, denn es hat beim Aufschlag den Zaun gewichtig zu Boden gepresst. Glücklicherweise hat mich keiner dabei gesehen… und mir geht’s gut, danke!
…auf Tuchfühlung mit der Kreisstadt
Endlich! Ich hatte das Abitur in der Tasche und war nun offiziell an der Hochschule Vechta eingeschrieben. Wer wollte mich jetzt noch aufhalten?
An einem schönen Tag im Oktober sollte es nun soweit sein. In Vechta wartete ein Schlüssel auf mich. Der Schlüssel zur Freiheit! Aber wo ist Vechta eigentlich? Mit vielen guten Ratschlägen und Landkarten machten wir uns auf den Weg. Schließlich kamen wir an. Aber wo war hier die Stadt? Einzelne Gebäude, kein Supermarkt, keine Bank. Wo war ich gelandet?
Besichtigung der WG. Ganz klar, hier wohnen Studenten. Der Kühlschrank war voll, voll mit Bier. Ich war froh, dass ich an diesem Tag noch nicht bleiben musste. Und Bremen und Osna sind ja auch nicht weit.
…einen Freund haben
Bildnachweis: Karen Ishikawa
Foto: Karen Ishikawa
Mein erster Freund war wiederum ein Freund meiner Cousine. Ein netter Junge mit der Aussicht auf einen eigenen Handwerksbetrieb. Groß, blond und mit Brille (denn das sind die besten Typen). Und besagte Verwandte fand wohl, dass es langsam an der Zeit sei, mich zu liieren. Ich war ja immerhin schon 14! Im besten Clueless-Style berichtete sie uns dann gegenseitig von unserer Großartigkeit – großartige Hobbies, großartiger Musikgeschmack (ich hatte damals noch gar keinen Musikgeschmack, bei und zu Hause lief nur FFN), großartige Nettigkeit – und vereinbarte ein erstes Treffen auf ihrem Geburtstag. Es existieren immer noch Fotos davon, anscheinend hatte ich Spaß, an den ich mich aber dank einer Flasche Blue Curaçao zwecks Aufregungsbekämpfung nicht mehr erinnern kann. Als einziges sind mir seine warmen, treuen Hundeaugen im Gedächtnis geblieben (leider stellte er sich als gar nicht so treu heraus, aber das wäre wohl eher eine Episode für „Mein erstes Mal: sich trennen“). Und so kam es von einem Date zum nächsten und von einem Kuss zur Beziehung. Und wie sehr ich verliebt war! Er war toll… Aber vor allem war ich vergeben. Liiert. Eine Pionierin in der Klasse. Das war sicher genauso ausschlaggebend für mein verklärtes Dauergrinsen. Das erste Mal einen Freund haben ist ein großes Gefühl. Ein Gefühl von Verliebtheit, aber auch von Herzschmerz. Mit den Eltern feilschen, um Fahrdienst betteln, die Pille nehmen, den ersten Sex haben, sich ver- und unverstanden fühlen. Vom Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Pubertät pur und das zu zweit.
…blau gelbe Impressionen
Bildnachweis: Björn Franke
Foto: Björn Franke
Ich war 21, hatte grade meine erste WG bezogen und brauchte: Möbel. Woher? IKEA! Ja, als jung-dynamische Landpomeranze klang das nach Abenteuer und großer Welt. Her mit Ektorp, Lunna und Köttbullar. Rein in den Konsum. Oh, es war ein Genuss, erst die Fahrt mit der Straßenbahn, dann die S-Bahn nach Köln-Godorf und schließlich der Bus zum Parkplatz… Auf der Heimfahrt beanspruchte ich vier Sitze und mehrere der großen blauen IKEA-Taschen, um all den Krimskrams (natürlich war ich an GLIMMA, den 100 Teelichtern, auch nicht vorbeigekommen) mit sämtlich verfügbaren Verkehrsmitteln in meine Wohnung zu befördern. Mein erstes Mal IKEA? Teuer!
…ungenügende Leistung bringen
Ich war jung, dynamisch trotz Rauchens oder gerade deswegen, in der neunten Klasse, die längste Zeit Streber gewesen. Ich war nun rebellisch (siehe Rauchen), aufmüpfig schon immer, ansonsten jeglichem Unterrichtsgeschehen gegenüber desinteressiert. Ich sagte natürlich nur dann was, wenn ich schweigen sollte und umgekehrt. Und dann war es soweit, ich arbeitete da wirklich drauf hin. Ich wollte es so: Nach Jahren der Zweier, manchmal Einser und der nur wenig befriedigenden Dreier und völlig inakzeptablen Vierer und sinnlosen Fünfer: Endlich die Sechs! Das Fach: Physik. Lichtbrechungswinkel, Fallgeschwindigkeiten, Wellen,… Ich hatte einfach keine Antworten parat auf Optik, Mechanik und wie das alles hieß. Auf die wirklich wichtigen Fragen, etwa wie die Relativitätstheorie denn funktioniere, hatte mein Lehrer entweder keine Antwort für mich, der ja eh nichts verstand oder schlichtweg auch keine Ahnung, was er natürlich nicht zugab. Egal. Denn endlich war sie da, die Sechs! Wie cool man damit war!
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© Hans-Peter Reichartz / PIXELIO
…Selbstfolter für die Schönheit
„Aua…aaaaah…uuuuuh…oh Mensch…tut das weeeeh!!! Ach, ich stell mich nur an, andere machen das doch auch… OH MEIN GOTT!!!! Werden diese Schmerzen jemals enden??“ Ich schaue auf die Anleitung. „WAAAAS? Die Achseln soll man sich damit machen können? Die BINKINIZONE? Sind die wahnsinnig??“ Ich weiß nicht, ob ein Mann sich vorstellen kann, wie das ist, wenn man sich jedes Haar einzeln ausreißt, wenn die fiesen kleinen Metallscheiben ein Haar zu packen bekommen und es samt Wurzel von seinem von Natur aus angestammten Platz gewaltsam entfernen. Jedes Haar, ein neuer individueller Schmerz. Schön! Mein erstes Mal epilieren, war auch mein letztes Mal, bin ich eben ein Schattenparker und greife lieber das erste…zweite…zweihundertste Mal zum Rasierer.
…Selbstbezacherln mit Instantsuppe
…irgendwann muss man es ja mal machen und Erfahrungen mit Herrn Knorr sammeln. Sich zum Bespiel selbst bekochen und eine ganz ganz tolle „KNORR Gemüse satt Instantsuppe“ kredenzen. 80% Gemüse, Olivenöl und Kräuter – vegetarisch, cholesterinfrei und fettarm – für 2 Teller…irre, dacht ich mir…dummerweise weiß ich nicht, was die gute Suppe gekostet hat, naja. Das Kochen stellte kein großes Problem dar…500ml Wasser warm machen, einrühren…ziehen lassen. Sieht aus wie Babybrei. Suppe? Hmm, eher wie Püree, nur flüssiger. Gemüse? War bestimmt drin, irgendwo. Ach, kommt schon…war halt einfach zu kochen und mein erstes Mal „Gemüse satt Suppe“!
…Synapsenstreik
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Es ist Nacht…ich sitze vor meinem PC und starre auf den Bildschirm. Vor mir: ein leeres Worddokument. Der Cursor, der markiert, wo ich mich gerade im nicht vorhandenen Satz befinde, scheint mich zu verhöhnen…sein Aufblinken gleicht mechanischem, rhythmischem Gelächter: Ha-ha-ha. Meine Augen brennen und meine Finger liegen eiskalt auf den Plastiktasten. Schreiben, schreiben: JA! Nur was denn?? Ich schaue zur Seite und sehe eine Motte, die immer und immer wieder mit dem Kopf gegen meine Fensterscheibe fliegt, ich betrachte sie eine Weile, vielleicht würde mir diese Art der Kopfarbeit auch mehr zusagen? Der Blick auf den Bildschirm, wieder die Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit. Ich mache den Versuch, einige unbeholfene Buchstaben in eine Reihe zu bringen. Faszinierend, wie lange man dafür brauchen kann und das nur, um sie dann in einem Anfall enttäuschter Wut innerhalb von zwei Sekunden wieder auszulöschen. Ich lasse den Kopf leicht mit der Schreibtischplatte kollidieren: „Denk nach…denk nach…denk…aua.“ Schmerz- auch nicht hilfreich. Jede Formulierung gleicht dem Erklimmen des Mount Everest. Die deutsche Sprache in all ihren Facetten erscheint mir feindlich gesinnt, mein Kopf- eine dumpfe pochende Kugel. Ich raufe meine Haare und blicke auf die Uhr: 3.47 Uhr. Mehr als Zeit um die persönliche Escape-Taste zu drücken und ins Bett zu gehen, abspeichern muss ich ja nichts. Morgen wird mein PC wieder in der Ecke auf mich warten, wie eine dicke, fiese, hässliche Spinne. Mein erstes Mal Schreibblockade? Ja und mit Sicherheit nicht die letzte. Aber wahrscheinlich wird mein nächstes erstes Mal die Überwindung derselben sein…
…die Alternative zum Automobil nutzen
Wenn Benzinpreise Höhen erreichen, die selbst Krösus für inakzeptabel halten würde, überlegt sich auch ein eingefleischter Autofahrer, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. So geschah es, dass ich mich an einem ganz gewöhnlichen Freitagnachmittag, auf einem ganz gewöhnlichen Bahnhof in Niedersachsen zur einer ganz gewöhnlichen Zugfahrt einfand. Zumindest dachte ich dies. Stutzig machte mich bereits im Vorfeld die Planung der Fahrt. Noch gut gelaunt, stellte ich bei einem Blick auf den Fahrplan im Internet fest, dass eine sonst eineinhalbstündige Autofahrt per Bahn 3,5 Stunden dauern sollte. Zweimal Umsteigen mit eingeschlossen. Nun gut, Lesen soll bilden, her mit der Unterhaltungsliteratur. Die erste Etappe betrug 40 Minuten und brachte neue Einblicke in die Jamba Klingelton Welt. Auch wurde mein, so dachte ich, bisher reichhaltiges Vokabular an Flüchen und Beschimpfungen durch modernere Kreationen erweitert, die dem einen oder anderen hätten die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Froh, diesen Zug nach 40 Minuten verlassen zu können, stieg ich aus, um in den nächsten Zug zu wechseln. Bei einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass mir kaum noch zwei Minuten für den Umstieg blieben. Jetzt war nicht vorhandenes, sportliches Talent gefragt. Die Reistasche in der einen, den Tragebeutel in der anderen Hand und den Rucksack auf dem Rücken, spurtete ich hastig über die Brücke und kam, wenn auch mit Schweißperlen auf der Stirn, auf der anderen Gleisseite an. Pünktlich zum Einstieg in die nächste Bahn.
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Foto: Björn Franke
Gute zweieinhalb Stunden sollten nun noch vor mir liegen. Ganz schön lange Zeit, dachte ich so bei mir. Doch hatte ich die Rechnung ohne eine junge Dame gemacht, die mich bereits nach kurzer Zeit mehr oder weniger unfreiwillig in ihr Talk Show-taugliches Privatleben einweihte. So war ich mir nach drei viertel Fahrzeit nicht mehr wirklich sicher, ob nun der der erste oder zweite Freund Vater des Kindes sei oder die beste Freundin doch eine Verräterin und ob der kleine Sohn mit englischem Vornamen jemals die deutsche Sprache ohne Sch-Laute erlernen würde, war ebenfalls fragwürdig. Ich hoffte, sie einmal auf einer meiner 10 nächsten Fahrten wieder zu treffen, um etwaige Verständnisprobleme klären zu können. Bei meinem nächsten und gleichzeitig letzten Umstieg war ich dennoch froh, mein Ziel fast erreicht zu haben. Es war inzwischen dunkel geworden und laut meiner Berechnung durfte ich an diesem Bahnhof tatsächlich etwas verschnaufen, bevor die nächste Bahn kommen sollte. Doch etwas war an diesem Ort seltsam. Wer in seinem Leben schon einmal die Verfilmung Langoliers von Stephen King gesehen haben sollte, würde nun meiner Beschreibung folgen können. Es war seltsam still an diesem Bahnhof, fast beängstigend. Ein junger Mann kam auf mich zu und fragte, ob ich in dieselbe Richtung wolle wie er. Als ich dies bejahte, zeigte er auf eine große Uhr am Gebäude und erklärte, dass der Zug bereits vor 15 Minuten abgefahren sei. 15 Minuten? Mein Zug hatte 15 Minuten Verspätung gehabt? Wieso hatte das niemand den Fahrgästen erklärt? War es ihnen etwa egal, dass man im Nichts landen würde? Nun gut, der nächste würde garantiert bald kommen, versuchte ich mich zu beruhigen. Doch auch hier war der Wunsch der Vater des Gedanken, denn drei Stunden sollte ich schon noch auf den Nachfolger warten. So blieb mir nichts anderes übrig, als per Telefon Jemanden zu bitten, mich von diesem trostlosen Ort abzuholen. Gut zweieinhalb Stunden später saß ich mit einem Tee in der Hand in einem warmen Zimmer. Fazit meiner ersten längeren Reise in der Nordwestbahn: durch Fahrtkostenbeteiligung und Handygesprächen hatte ich mein durch Zugfahren Erspartes zu einem Großteil wieder verloren, von verschwendeter Lebenszeit und eventueller Gefährdung wichtiger Gehirnzellen durch Jamba Monatspakete und ungeklärter Vaterschaften ganz zu schweigen. Dafür habe ich mir allerdings geschworen, beim nächsten Tankstopp mein Auto auch nur ein ganz kleines bisschen zu verfluchen.
…Verschönerung der Eigen-Fassade
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© Jeanne / PIXELIO
Damals, also schon länger her, so mit 15, war ich bei einer Freundin zu Besuch. Ich weiß nicht warum, aber wir färbten uns die Haare. Das machte ich, seit ich so alt war, regelmäßig, also mir die Haare färben. Von Braun auf Bronze, Kupfer, irgendwie blond. Also auf jeden Fall heller. Und da geschah es, als ich mir die Haare danach wusch, dass noch ein wenig Schaum in den Haaren war. Schauma! Und da ging ich mit meinen Händen durch die Haare. Und auf einmal waren sie so James Dean bis Elvis-mäßig zu einer Tolle hochgestylt. Ohne Schaum wäre das völlig undenkbar gewesen, und ich war so stolz auf mich, dass ich das fortan immer machen sollte, zunehmend mit sämtlichen Gelsorten. Und zwar, wenn auch in Variationen, bis heute. Und da fällt mir ein, es gibt es ein Bild von mir aus ungestylten Zeiten. Natürlich gibt’s mehrere, aber auf dem geh ich gar nicht. Das Schlimme: Es ist auf meiner eigenen Konfirmation. Und nun weiß ich, auf wen man hören sollte, wenn es um Stylingtipps geht. Gott ist es scheinbar nicht, denn morgens, also am Tag meiner Konfirmation, sagte meine Mutter zu mir: Willst du nicht ein wenig was in die Haare machen. Mein Gott, musste sie mich lieben, dass sie mich ohne Gel außer Haus lies.
…Konsum illegaler Substanzen
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Ich bin ein wenig im Zwiespalt. Kann ich im Hochschulmagazin über Drogen schreiben? Und zwar nicht als sozialwissenschaftlich motivierte Abhandlung, sondern als Erfahrungsbericht? Welcher noch nicht einmal abschreckend als Junkie in der Gasse endet? Aber wenn nicht in einem Unimagazin, wo dann? Ich meine, wem wird gewöhnlich Drogenkonsum zugetraut? Und wer müsste selber über Pro und Contra an einer Hochschule mit pädagogischem Schwerpunkt Bescheid wissen? Eben.
Mein erstes Mal illegale Drogen nehmen war gänzlich unspektakulär. Das einzige, was mir irgendwo hinstieg -und leider nicht in den Kopf, sondern in den Magen- war das Nikotin. Mir als Nichtraucher war speiübel. Das war‘s. Aber ein junger Mensch lässt sich nicht so schnell abschrecken und somit testete ich beim nächsten Versuch das Peace nicht in einem Joint, sondern in einer Bong (selbstgebaut aus einer Wasserflasche). Wir wollten auf ein Dorffest, welche bekanntlich ohne zumindest legale Drogen nicht auszuhalten sind: die Zelte stets taghell erleuchtet, die Landelite zu finden in der Jungschützenecke und der DJ ergießt nicht nur schlechte Musik in die biergeschwängerte Luft, er kann auch miese Ansagen. Nachdem ich mir die Lunge aus dem Hals und das THC in den Kopf gehustet hatte, schien der unterdurchschnittliche Radiotechno blau, alle Menschen nett und zu Hause erwartete mich nur Fressflash statt Kater.
…Kongressiale Eindrücke
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Ich war beim internationalen Kongress des Psychodramainstituts für Europa (Pife) in Berlin, als Studentin, ohne Abschluss und ohne besondere Vorkenntnisse. Ich muss verrückt gewesen sein. Tausend Szenarien schwirrten mir durch den Kopf, was alles schief gehen kann und auf wie viele verschiedene Arten ich mich blamieren könnte. Ich war drauf und dran, alles abzusagen.
Trotzdem stürzte ich mich ins Getümmel. Ich deckte mich mit Literatur ein und knüpfte erste zarte Kontakte und schon war ich mitten drin. 190 Leute aus 17 Nationen! Ich hab noch nie so viele Sprachen auf einem Haufen gehört.
Der nächste Kongresstag nahm mich voll in Anspruch. Vorträge und Workshops ließen keine Langeweile aufkommen und boten mir viel Gelegenheit weitere Kontakte zu knüpfen, welche dann am Abend auf der Party vertieft werden konnten. Mein Zustand nach durchwachter Nacht war am Sonntag grenzwertig. Nichtsdestotrotz habe ich es irgendwie nach Hause geschafft. Mein erstes Mal Kongress- großartig!
…Tupper-Party ab 18
Durch mehrere Zufälle und einige liebenswert-verrückte Freundinnen saß vor einigen Wochen diese Frau bei mir im Zimmer. Die Dildofee. Zwei dieser Körbe der Marke „Mutti geht mal einkaufen“ brachte sie mit und ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich wissen wollte, was es darin zu bestaunen gab. Mit acht Mädels saßen wir im Kreis um Sekt und Wodkabowle zur Hemmschwellensenkung und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
„Ja Hallo, ich bin eure Dildofee, ich sag mal „du“, ne? Und als erstes möchte ich euch die Raupe Nimmersatt vorstellen!“ Zack, fing die Dame an zu plaudern und zauberte als erstes etwas länglich-blaues mit einem freundlichen Gesicht aus ihrer Wunderkiste. Hibbeliges Kichern, rote Wangen und ziemlich viel Neugier war die Reaktion. Ob wir wohl mal anfassen dürften? „Klar, also alles, was ich euch hier heute Abend vorstelle ist absolut jungfräulich und natürlich dürft ihr anfassen, probieren, gucken soviel ihr wollt, darum seid ihr ja hier!“ „Oh, guck mal, wie niedlich, die hat ja sogar `ne Nase…“ Keine Frage, mit niedlichen Gesichtern und weicher Oberfläche kriegt man die Mädels, besonders wenn der Wodka anschlägt.
Nachdem uns die verschiedenen Vorzüge dieses Dildos aufgezählt wurden, unter anderem würden Männer ihn aufgrund des Comicgesichtes nicht als Konkurrenz wahrnehmen, sei das Ding absolut leicht zu reinigen und dank des Saug-Sockels sogar als Klorollenhalter zu verwenden, verschwand die Nervosität und wir wussten auf einmal, warum Dildoparties auch als das Gegenstück zur Tupperparty gelten: acht Weiber lassen sich in aller Ruhe über die Vor- und Nachteile von unkaputtbaren Plastikteilen informieren und tauschen ihre Erfahrungen aus. Besser als bei Dr. Sommer.
Gegen Mitternacht ging eine spannende Veranstaltung zu Ende, die für eine Menge Lacher und Information gesorgt hatte, ohne anrüchig zu sein. Ganz ohne Peinlichkeiten hatten wir einen tollen Abend, der nicht viel gemein hatte mit der Erwachsenen-Ecke aus der Videothek. Und wenn ihr auch mal Lust habt, vor der nächsten Uniparty mal ganz anders vorzuglühen, findet ihr alle Informationen unter: www.dildofee.de
von Britta Simon, Ihna Grensemann, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
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Benazir Bhutto – ein Nachruf

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Benazir Bhutto, 1953-2007
Urheber: IFaqeer / Wikimedia Commons (Lizenz: GNU)
Wie ein Phönix aus der Asche tauchte am 19. Oktober 2007 Benazir Bhutto auf der politischen Weltbühne auf.
An diesem Tag berichteten alle Sender von ihrer triumphalen Ankunft in Karachis. Es wurden jubelnde Massen gezeigt und eine Frau, welche nichts weniger zum Ziel hatte, als Pakistan von Pervez Musharraf und seinem Militärregime zu befreien und die Demokratie im Land zu etablieren.
Das klang zu schön um wahr zu sein. Um Mitternacht desselben Tages wurde dieser Siegeszug dann auch jäh durch zwei Sprengsätze, welche in unmittelbarer Nähe von Bhuttos Konvoi explodierten, beendet.
135 Menschen verloren in dieser Nacht ihr Leben. Benazir Bhutto blieb unverletzt. Doch nur 69 Tage später hatte sie nicht mehr so viel Glück. Sie wird auf einer Wahlkampfveranstaltung von einem Selbstmordattentäter beschossen und stirbt durch eine Bombe, welche der Terrorist unmittelbar nach den Schüssen zündet. Mit ihr verloren noch etliche weitere Menschen ihr Leben. Zurück bleibt ein Land im Schockzustand. Wieder einmal haben Terroristen einen Hoffnungsträger der Demokratie ermordet und somit die Hoffnung vieler Millionen Menschen auf Frieden und Stabilität vernichtet. Doch wer war Benazir Bhutto, und woher hatte sie diese Macht, welche sie letztlich das Leben kostete? Sie war die Tochter des ehemaligen Premierministers von Pakistan, Zufikar Ali Bhutto. Sie studierte in Harvard und Oxford Politik, Philosophie und Wirtschaftslehre. Nach ihrem Studienabschluss kehrte sie nach Pakistan zurück. 1977 wurde ihr Vater nach einem Putsch inhaftiert und 1979 schließlich gehängt. Daraufhin wurde Benazir Bhutto vom neuen Machthaber unter Hausarrest gestellt. 1984 wurde ihr erlaubt auszureisen. Sie ging nach Großbritannien und wurde Exilführerin der Partei ihres Vaters, der PPP (Pakistan Peoples Party).
1988 fanden erstmals nach elf Jahren wieder demokratische Wahlen in Pakistan statt. Benazir Bhutto gewann diese und wurde als erste Frau in einem islamischen Land Premierministerin. Ihre Regierung währte jedoch nur 2 Jahre. Schon 1990 wurde sie wegen Korruptionsvorwürfen abgesetzt. 1993 gelang es ihr ein zweites Mal, an die Spitze der Regierung gewählt zu werden. Doch auch diesmal wurde die Regierung nach 3 Jahren 1996 wegen erneuter Korruptionsvorwürfe aufgelöst. Benazir Bhutto bestritt diese Vorwürfe. Es kam nie zur Anklage. Von 1999 bis 2007 lebte sie im Exil in Dubai und den Vereinigten Staaten.
Sie war also keine Unbekannte auf dem politischen Parkett, ihr plötzliches Auftreten kein Zufall. Es gab Spekulationen, nach denen die amerikanische Regierung, besorgt ob Musharraf´s Schwäche, einen Deal mit Selbigem und Bhutto eingefädelt hat. Demnach sollte Musharraf seine Uniform ablegen und damit auch seinen Oberbefehl über das Militär, dürfe aber weiter Präsident bleiben. Benazir Bhutto sollte wieder als Premierministerin installiert werden.
Dieses Vorgehen erscheint in keinster Weise demokratisch und seine Umsetzung fragwürdig. Zwar hat Musharraf seinen Teil mittlerweile erfüllt und zeigt sich nun der Öffentlichkeit im Anzug. Aber ändert das wirklich etwas und wird er sich jetzt, da die Oppositionsführerin tot ist, weiter dazu verpflichtet fühlen? Desweiteren hätte Benazir Bhutto gar keine dritte Amtszeit als Premierministerin antreten dürfen. Denn die pakistanische Verfassung sieht maximal zwei Legislaturperioden für den Premier vor.
Die Korruptionsvorwürfe gegen Benazir Bhutto konnten nie geklärt werden. Nur unter einer rechtlich zweifelhaften Amnestie konnte sie überhaupt in ihr Heimatland zurückkehren. Die Wahrheit hat sie nun mit ins Grab genommen. Doch was auch immer an diesen Vorwürfen dran ist, so war sie doch eine Hoffnungsträgerin für ein Land, welches sich nach Frieden und Stabilität sehnt. Sie konnte ihre Ziele nicht mehr selber erreichen. Aber vielleicht strahlen ihre Persönlichkeit und ihre Ideale auch über ihren Tod hinaus und sorgen für eine Fortführung der demokratischen Bestrebungen in Pakistan. Um den Willen und die Ideen von Benazir Bhutto weiter zu führen und umzusetzen, hat ihr 19-jähriger Sohn Bilawal Bhutto Zardari am 30. Dezember 2007 den Parteivorsitz der PPP übernommen.
von Stefanie Bruns
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Sehr viel Wasser, ein Junge und ein Tiger

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Nein, hier geht’s nicht um Janosch, wie aus dem englischen Titel „Life of Pi“ eher deutlich wird, sondern um eine wunderbare Erzählung vom Leben des Inders Piscine Molitor Matel.
Piscine, aufgrund der fehlenden Französisch-Kenntnisse seiner Lehrer und Mitschüler oft Pissin genannt und somit vielen Spöttereien ausgesetzt, kann im Laufe seines Schülerlebens den Namen Pi für sich beanspruchen. Mit diesem Namen, seiner Familie und einem kompletten Satz Zootiere reist er auf einem Schiff nach Kanada, einem vermeintlich besseren Leben entgegen. Der alte Dampfer sinkt eines Nachts jedoch auf den Grund des Pazifiks und Pi schwimmt als einzig Überlebender alleine in einem Rettungsboot. Einzig Überlebender? Nein, nicht ganz: Ein großer bengalischer Tiger hat die Katastrophe ebenfalls überlebt.
Was nun beginnt ist ein anrührende und teils tragische, teils komische Geschichte über Glaubensfragen, Tigerzähmung, Vegetarier und Weltansichten eines Schiffbrüchigen, die den Leser das Salzwasser auf der Zunge schmecken lässt. Yann Martel malt mit seinen Worten zarte und raue, stille und wilde Bilder und lässt einen nach der Lektüre noch lange über die merkwürdigen Begebenheiten mitten im stillen Ozean nachdenken.
Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
Signatur: 383024
von Ihna Grensemann
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Von Leid und Liebe, Tränen und Träumen

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Jeder kennt das Tagebuch der Anne Frank. Die Geschichte eines jüdischen Mädchens, das sich vor den Nazis versteckt hielt und schließlich doch sterben musste. So tragisch es auch ist, so war ihr Schicksal leider doch kein Einzelfall.
Ebenso erging es einem jüdischen Mädchen in Rumänien, Selma Meerbaum Eisinger. Auch sie lebte erst in einem Ghetto bevor sie schließlich mit 18 Jahren in ein Arbeitslager deportiert wurde und dort verstarb. Auch sie hat der Nachwelt etwas hinterlassen:
Auf abenteuerliche Weise wurde durch all die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit ein Gedichtband mit 57 Gedichten gerettet. Der Band trug den Namen Blütenlese und so heißt er auch heute noch. Darin enthalten sind sowohl ihre Übersetzungen von Gedichten, also auch eigene Gedichte. Geschrieben in einer unwägbaren Zeit und ihrer großen ersten Liebe gewidmet. Ihre Sprache war Deutsch und ihre Worte entfalten große Kraft.
Nicht selten möchte man weinen, immer ist man berührt, und niemals kann man sich diesen Versen entziehen.
Selma Meerbaum-Eisinger: Blütenlese
Signatur: 140 815
von Stefanie Bruns
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Märchenhafter Mieterschutz

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Eines Tages stand unser Vermieter vor der Tür, und fragte, ob er für ein paar Tage bei uns wohnen könne. Seine Freundin hatte ihn rausgeworfen, weil er sie mit ihrer Schwester, ihrer Mutter und ihrem Friseur betrogen hatte.

Eigentlich war uns nicht ganz wohl bei der Sache, aber wir trauten uns nicht, ‚nein‘ zu sagen, immerhin gehörte ihm unsere Wohnung. Besonders Charlene war genervt von seiner ebenso plumpen wie schmierigen Art.

Wir hielten eine Krisensitzung, kamen aber zu keinem Ergebnis. Was sollten wir tun? Einfach abwarten, bis er von selber ging? Ihn rausschmeißen? Selber ausziehen? Seine Freundin bitten, ihm zu verzeihen?

Plötzlich flog eine Fee herein. Sie schoss mit ihrem Zauberstab auf Tequila-Tony, der hinter der Tür gelauscht hatte. In einem gleißenden Lichtblitz schmolzen er und all unsere Probleme zu einem Gedankenpups zusammen. Phantasien können so schön sein…
Können auch Gedankenpupse noch nerven? Befindet sich die WG in der nächsten Ausgabe wieder in trauter Viersamkeit? Zieht Tequila-Tony erneut bei seiner Freundin ein oder hat er ein sportliches Verhältnis mit Enrico? Könnte es sein, dass das immer noch leerstehende Zimmer doch noch vermietet wird? Vielleicht das alles, aber bestimmt vieles mehr erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe. Seid gespannt!
von Stefan Hirsch
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Der Schöne und das Biest

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Wer kennt ihn nicht, den männlichen Handlanger Ullas?! Der sonnen(bank)gebräunte Sunnyboy gehört genau so zum Bistroinventar wie unsere erste Säule. Über eine Stellenausschreibung gings vor fünf Jahren zum Studentenwerk Osnabrück. Vor der Tätigkeit im Studentenwerk Osnabrück war der 33-jährige beim Bund, ganze vier Jahre! Nun steht der gelernte Koch Rede und Antwort zur Arbeit und zum Privaten.
Also du hast richtig Karriere beim Bund gemacht? Mit Grundausbildung und allem drum und dran? Und dann ging’s an den Herd?
Genau. Ich hab mich freiwillig gemeldet beim Bund. Danach hab ich dann ein halbes Jahr gar nichts gemacht. Und dann… wo war ich denn überall. In Syke, in der Feinkostproduktion. Hat mit Koch eigentlich nichts zu tun; da musste man eher Maschinen bedienen. Dann ging’s ins Hotel Bremer Tor hier in Vechta, danach war ich im Famila-Center.
Für welches Gericht bist du denn berühmt? Was kannst du besonders gut? Was attestieren dir deine Freunde?
Ach, ich kann am besten Brötchen schmieren. Und Pommes.
Aber du musst doch irgendwas im Petto haben als gelernter Koch?
Für Freunde koch ich italienisch.
So, jetzt mal zu den harten Fragen: Wie oft bist du im Sonnenstudio zu finden? Obwohl, ist das jetzt so eine gemeine Frage? Ist doch eigentlich kein Geheimnis (?)
Ich geh gar nicht ins Solarium. – Ja, ok. Zweimal die Woche Steckdose. Auch mal drei- oder viermal.
Auch ganzjährig dann?
Ja klar. Wenn ich nicht in den Urlaub fliegen kann, geh ich ins Solarium. (Pause) Sieht man das denn so stark?
Nein nein. Aber ein bisschen lässt dein Teint darauf schließen. Also der Verdacht ist da.
Außerdem wohn ich neben einem Sonnenstudio.
Ok, wenn nicht gerade Sonnenbank, wo tankst du sonst gerne Sonne, jetzt mal reisetechnisch?
Eigentlich nur Spanien. Mallorca. Ibiza. Gran Canaria. Teneriffa.
Von welchem Ort würdest du am ehesten fliehen?
Vor Ulla.
Wie? Überall, wo Ulla ist? So anstrengend?
Ja. Naja, ok, es gibt halt Tage, da haben wir Spaß und halt auch Tage, an denen das weniger der Fall ist. Aber nach acht Stunden Ulla ist man schon mal froh, wenn man an einem Ort ist, an dem man seine Kollegen nicht sieht.
Na gut, dann kommen wir doch mal zu eurem Verhältnis? Wie würdest du das sonst noch beschreiben?
Ach, im Grunde spaßig, witzig. Kann auch mal ernst sein. Hin und wieder kracht’s auch. Aber das ist ja normal.
Also ein professionell freundschaftliches Verhältnis?
(lacht) Ja, stimmt. Klappt wunderbar.
Und mal auf ein Bierchen treffen, abends?
Ich bin bei Ulla schon ein paar Mal gewesen. Habe weder Sekt noch Bier bekommen. Das muss in die Zeitung rein, auf jeden Fall.
Bildnachweis: rk
Vom Bund ins Bistro – Jörg
Foto: René Kohn
Dass du von Ulla nichts angeboten bekommen hast? Machst du das denn wenigstens? Also bist du Gastangeber?
Ja, aber natürlich.
Also musst du dir die Getränke selbst mitbringen. Kommen wir zum nächsten: Welches Filmpärchen wärt ihr?
Also auf jeden Fall die Schöne und das Biest. In umgekehrter Reihenfolge.
Schon mal über die Zeit danach nachgedacht?
Also ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, noch mit fünfzig im Bistro zu sitzen. Wobei ich mich momentan hier richtig wohl fühle.
Also bleibst du uns noch ein wenig erhalten?
Ja klar, länger als…(Pause) zum Beispiel meine Kollegin…
Wie? Gibt’s Gerüchte um Ulla? Erzähl!
Naja, irgendwann wird sie auch in Rente gehen.
Das stimmt wohl, aber das ist ja noch hin. Ulla ist doch noch jung.
Ja klar, sie ist 33.
Ach so, ich dachte, sie ist 29.
Und weiter geht’s: Das peinlichste Erlebnis im Bistro?
Peinliches im Bistro. Hm, eigentlich gab’s da nichts. Was Peinliches ist mir mal in der Mensa an meinem zweiten oder dritten Arbeitstag passiert. Da hat mir jemand an der Ausgabe nen Zettel zugesteckt und gesagt; „Kannst mich anrufen, wenn du magst.“ Da ruf ich doch nicht an, hab ich mir gedacht, ich bin doch nicht bescheuert.
Also hast du’s nicht gemacht? Ist nichts draus geworden?
Piep. (Soll wohl „Ja“ heißen, Anm. der Redaktion)
Ja, ja. Kontaktbörse Mensaschlange. Alles klar. Na gut, ich frag da jetzt auch nicht nach. Gibt’s ihn noch an der Uni?
Nein.
Na gut, kommen wir zur schönen Seite des Arbeitslebens, wobei das Letztere jetzt ja scheinbar nicht ganz so übel gewesen ist. Also, das fand ich besonders…
(denkt nach)
Hat dich berührt, bewegt, begeistert…
Hm, ne, also alles…
gleichmäßig toll.
Ja, ich bin super glücklich. Eine bessere Arbeit hatte ich noch nicht. Macht Spaß, jeden Tag was anderes. Nette Leute.
Ja schön. Was machst du eigentlich im Sommer? Ich meine mich zu erinnern, dass du auch gerne mal acht Wochen fern der Uni bleibst.
Ach du, sind auch mal zehn Wochen. Ja, was mach ich da. Die ganze Zeit im Urlaub geht ja auch nicht. Eigentlich faulenzen, faulenzen, faulenzen. Erholen. Irgendwann besuch ich dann auch mal wieder das Bistro, so nach ein paar Wochen, weil die ganze Zeit zu Hause sein, geht nicht. Dann ist ja auch noch Schützenfest, Stoppelmarkt, Diepholzer Großmarkt. Und dann ist die Zeit auch schon wieder vorbei.
Das wünsche ich euch allen 2008:
Sollen alle so bleiben wie sie sind.
Und wenn sie nicht zufrieden sind?
Wenn sie nicht zufrieden sind, dann müssen sie halt daran arbeiten. Also ich muss sagen, dass 2007 für mich ein wirklich gutes Jahr war, von daher kann alles so bleiben.
Gut, also hast du alles gerissen, was du reißen konntest?
Äh, wie meinst du das jetzt?
Naja, am Ende kam jetzt ja sogar noch nen Interview mit der Zeitung heraus. Also, goldener Abschluss, oder?
Ja.
Das Interview führte René Kohn.
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Wildeshausen – Die Alternative zu Schöner wohnen

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Fotos: Björn Franke
Wildeshausen. Das klingt wild, prosaisch, und wie der Gegenentwurf zu Schöner Wohnen. Stehen hier die Regale, die Jaqueline in ihren Bann zogen? Entdeckte hier der Techno-Wikinger seine Liebe zur elektronischen Musik? Wohl kaum. Doch was erwartet einen in dem Ort, dessen trashiger rosa Bahnhof wahrscheinlich jedem auf dem Weg nach Bremen schon mal aufgefallen ist?



Fotos: Björn Franke
Die Vorbereitung der Fahrt verlief enttäuschend. Der Luftkurort Wildeshausen ist die älteste Stadt im Oldenburger Land, und mit rund 18000 Einwohnern nur unwesentlich kleiner als Vechta. Eigentlich sollte es also genug geben, worüber es sich lohnt zu berichten. Doch das Druckereimuseum wird in den Wintermonaten nur sporadisch geöffnet, das Brennereimuseum ebenso. Die Großsteingräber, eine aus der Jungsteinzeit erhaltene Grabanlage, liegen deutlich außerhalb, kommen also vor allem dann als Ziel in Frage, wenn man mit dem Auto nach Wildeshausen fährt, und wollen nicht so recht in unsere Unterwegs-Rubrik, in der wir mit der Nord-West-Bahn reisen, passen. Bleiben also noch die Innenstadt und die Alexanderkirche. Na toll! Wobei die Innenstadt gefällt. Klar, als Jagdrevier für jemanden, der den Vorsatz gefasst hat, mit Hardcore-Shopping seinen Dispo auf Anschlag zu bringen, eignet sie sich weniger. Aber mit ihren alten Häusern, die aus diesen für Norddeutschland so typischen roten Backsteinen gebaut sind, und den vielen kleinen Geschäften verströmt sie ein nettes Kleinstadt-Flair, das Vechta mit seiner etwas sterilen Großen Straße fehlt. Und auch wenn es um diese Jahreszeit so interessant ist wie gelber Schnee: Der Weihnachtsmarkt ist wirklich schön. Mit Kinderkarussell und den üblichen Bratwurst-, Mandel- und Glühweinbuden erstreckt er sich reizvoll arrangiert über den von zum Teil historischen Gebäuden umrahmten Marktplatz. Lediglich vom Kauf eines Überraschungspaketes sollte man absehen: Unseres enthielt ein neonfarbiges Haargummi und ein äußerst hässliches Portemonnaie. Wer glaubt, dass es jemanden gibt, der sich über so etwas freut, würde auch einem Veganer ein T-Bonesteak braten. Die Alexanderkirche existiert bereits seit dem 9. Jahrhundert, und ist die älteste Kirche im Oldenburger Land. Der eindrucksvolle rote Backsteinbau zählt zu den größten Sehenswürdigkeiten Wildeshausens, seine ehemals zwei Türme – heute ist es nur noch einer – finden sich in dem Wappen der Stadt wieder. Gegessen haben wir in der Brasserie am Marktplatz. Der Salat war gut, die Nackensteaks fettig und gut, die Preise fair. Als Luftkurort hat Wildeshausen natürlich auch einen Kurpark. Im Sommer ist es in dem an der Hunte gelegenen Park sicher schön, bei winterlicher Kälte und mit kahlen Bäumen hingegen mäßig spannend. Vor der Kurmuschel stehen keine Haltung annehmenden Rentner, sie scheint als Treffpunkt von Jugendlichen zu dienen und lässt einen dankbar dafür sein, dass man in einer Großstadt aufgewachsen ist. Wer sich noch an Sarah Connor erinnern kann, hat gute Chancen, ihr in Wildeshausen persönlich zu begegnen. Die 27-jährige Sängerin, die 2005 bei der Eröffnung der Allianz Arena mit „Brüh im Lichte dieses Glückes“ unfreiwillig eine höchst individuelle Version der deutschen Nationalhymne sang, dürfte wohl die prominenteste Einwohnerin der Stadt sein.
Mit der Fun Factory gibt es in Wildeshausen sogar eine Großraumdisco. Die Fun – ja, man sagt tatsächlich DIE – öffnet Freitags, Samstags und manchmal auch in der Woche, Informationen zum Programm finden sich auf ihrer Homepage (www.funfact.de). Hier könnt ihr auf drei verschiedenen Areas die ganze Nacht durchtanzen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Während es in der Soul Suite „strictly Black Music“ heißt, sorgen die Resident DJs in der Mainhall der Fun Factory z.B. mit Charts, Black, Pop und Dance für Stimmung. Für „Snacks & more“ ist im Disco eigenen Restaurant auch gesorgt. Wer also die Nacht in tanzender Bewegung verbringen will, der ist in einer der größten Discotheken im Nordwesten der Republik mehr als gut aufgehoben. Am Mega Snow Party Weekend (18- 19.01) könnt ihr die FUN gleich testen, die Veranstalter garantieren Neuschnee im ganzen Laden.
von Stefan Hirsch und Melanie Ehlert
Und so erreicht ihr Wildeshausen:
Hin: Vechta – Wildeshausen
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück: Wildeshausen – Vechta
Mo.-Fr. 7:00- 23:00 st.
Sa. 9:00- 19:00 st. + 21:00, 23:00
So. 11:00- 17:00 zweist. + 18:00- 23:00 st.

Bilderalbum
uniVista No. 07: Wildeshausen
uniVista No. 07: Wildeshausen
Unterwegs in Wildeshausen (Fotos von Björn Franke)
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Unser Semesterticket – ein Streitgespräch

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Pro
Die Wintersportgebiete im Harz, die Badeorte an der Nordsee, dazwischen Städte wie Hannover, Hamburg und Wildeshausen: Niedersachsen ist nicht wirklich scheiße. Wer sich davon erst noch überzeugen muss, kann es dank des Semestertickets der Deutschen Bahn völlig kostenlos. Vorausgesetzt natürlich, er studiert nicht in Vechta. Im Gegensatz zu anderen niedersächsischen Universitäten gilt unser Semesterticket nur im deutlich kleineren Streckennetz der Nord-West-Bahn.
Angeblich haben wir das selber so gewollt: Vor Jahren hat es Umfragen gegeben, denen zufolge die Vechtaer Studenten kein Interesse an einem niedersachsenweit gültigen Semesterticket, dass Mehrkosten von ca. 57,- € pro Halbjahr bedeuten würde, haben. Doch ist dieses Nein noch aktuell? Viele von uns sind Pendler und Wochenendheimfahrer, eine Bahncard 50 kostet mittlerweile selbst mit Ermäßigung 110,- €, ein Liter Normalbenzin fast 1,40 €, das Semesterticket würde sich für die meisten innerhalb kurzer Zeit bezahlt machen.
Auch andere Gründe wurden angeführt:
Das Semesterticket
ziemlich überschaubar
Die Bahn habe kein ernsthaftes Interesse, den Vechtaer Studenten ein Semesterticket zur Verfügung zu stellen, denn die Hochschule Vechta sei zu klein, der Bahnhof zu weit weg. Außerdem müsse die Uni eine heftige Vertragsstrafe zahlen, falls die Rechnung der Bahn zu spät bezahlt werden würde. Unüberwindliche Hürden? Unlösbare Probleme? Zumindest Vertragsstrafen lassen sich vermeiden, indem der Vertag einfach erfüllt wird. Für unsere Studentenvertreter ist das Thema Semesterticket mittlerweile durch. Zu Recht? Was spräche dagegen, erneut herauszufinden, ob sich die Mehrheit von uns ein solches Ticket wünscht, und – wenn das der Fall sein sollte – dafür zu sorgen, dass wir es bekommen?
von Stefan Hirsch
Contra
Unsere Pendler nutzen größtenteils das Auto und haben keine Lust auf die Bahn. Dazu kommt, dass alle Nichtpendler natürlich auch nicht einsehen, nicht 57,00 Euro, mehr bezahlen sollen für nichts.
Diese Diskussion führen wir in schöner Regelmäßigkeit, jedenfalls solange ich an dieser Uni bin, und das sind schon 3,5 Jahre. Der Asta hat sich diesbezüglich auch schon mit der Deutschen Bahn auseinandergesetzt. Die ist grundsätzlich nicht wirklich interessiert, weil Vechta nun mal keinen DB Bahnhof hat und erst ab Bremen bzw. Osnabrück dieselbe genutzt werden könnte.
Dazu kommt noch, dass wir mit 3500 Studierenden verhältnismäßig klein sind und es deshalb für die Bahn nicht gerade attraktiv ist, mit uns Geschäfte zu machen.
Auch nicht unerheblich sind natürlich die Bedingungen eines solchen Vertrages. Hier müssen wir uns nur an die Unstimmigkeiten mit der NWB erinnern. Das fängt bei laminierten oder vorläufigen Studentenausweisen an und lässt sich fortführen. Da die DB nun aber um einiges größer ist, sieht deren Vertrag auch Vertragsstrafen vor. Diese haben eine ganz erhebliche Höhe und würden fällig werden, wenn zum Beispiel die Überweisung nicht rechtzeitig kommt. Nun kennen wir die Uni und ihre Studenten. Da werden Studiengebühren und Semesterbeiträge zu spät gezahlt, im schlimmsten Fall erst nach Mahnung. Dann muss das Geld noch verteilt werden (Asta, Studentenwerk, NWB, Studiengebühren, Verwaltung). Das dauert. Der Asta erhält seine Gelder oft erst sehr spät. Deshalb wird angenommen, dass ein Risiko besteht, den Vertrag vielleicht nicht 100 % erfüllen zu können.
Hannover Hbf – per Semesterticket unerreichbar
Foto: Björn Franke
Die Gelder, die dann fällig würden, hätten ganz erhebliche Auswirkungen auf uns alle. Nun kann man sagen, dass das alles eine Frage der Organisation ist und zu lösen wäre. Meiner Meinung nach ist das eher ein strukturelles Problem und eben nicht so ohne weiteres aus der Welt zu schaffen.
Vollversammlungen wegen des Semestertickets gab es in den letzten Semestern des Öfteren. Denn der Asta muss sich jedes Mal die Legitimation der Studentenschaft holen, um den Vertrag zu verlängern. Diese sind nicht nur sehr schlecht besucht, dort wird auch oft über einen Euro mehr gemosert. So wurde zwar seither nicht mehr über ein Niedersachsenticket abgestimmt, aber es scheint eben auch kein Interesse daran zu geben.
von Stefanie Bruns
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Von „geraden“ und „ungeraden“ Lebensläufen

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Viele Studierende sind sich sicher: Das Leben ist ein Stückweit vorausplanbar. Ziele, die frühzeitig definiert werden, lassen sich mit großem Engagement und viel Disziplin über einen längeren Zeitraum hinweg verwirklichen. So funktionieren die „geraden Karrieren“ der meisten Studierenden in Vechta: Erst das Abitur, dann das Studium, anschließend das Referendariat, um schließlich als Lehrer bis zur Pensionierung an einer staatlichen Schule tätig zu sein. Zudem sind die meisten Studierenden am Beginn ihres Studiums an der hiesigen Hochschule augenscheinlich noch sehr jung. Aber es gibt ja auch noch die Anderen; die Langzeitstudenten, deren Anzahl in Anbetracht der eingeführten Studiengebühren sich in der Zukunft immer weiter verringern wird; die Seniorstudenten und eben jene Studierende, die um die 30 Jahre alt sind und schon eine Berufsausbildung oder vergleichbares absolviert haben, um aus den unterschiedlichsten Motiven heraus nunmehr durch das Studium eine neue berufliche Laufbahn einschlagen. Viele von ihnen sind auf Unterstützung durch das BAföG angewiesen: Von den Eltern erfahren sie im Regelfall keine finanzielle Unterstützung mehr und Nebenjobs sind im Zeitalter des Bachelor-Masterstudiengangs nur noch bedingt möglich. Unterstützung erfahren sie dabei, wie die anderen Studierenden, auch nur dann, wenn es sich dabei um das Erststudium handelt. Genau dies stellt aber die Problematik im Bachelor-Mastersystem dar. Mit dem Erwerb des Bachelor ist das Erststudium beendet, so dass der Masterstudiengang als Zweitstudium gilt. Da der Master of Education aber auf den Bachelor SKN aufbaut, womit beide zusammen einen konsekutiven Studiengang bilden, zahlt das Bafög-Amt im „Normalfall“ auch Leistungen an die Studierenden dieses Masterstudiengangs. Für die „Ü-30“ Studierenden gilt dies aber wohl nicht, wie einem „Ü-30er“ gesagt wurde. Obwohl er sich noch mitten im Bachelor-Studium befand, stellte er schon einen „Antrag auf Vorab-Entscheidung“ bezüglich des Erhalts von Leistungen für die Zeit des Masterstudiums. So einen Antrag kann jeder Studierende stellen. Somit erfährt er, ob ihm für einen bestimmten Zeitraum eine Unterstützung zusteht. In diesem Fall hat der Kommilitone dies aber in der Gewissheit getan, eine schriftlichte Ablehnung zu erhalten, um dann gegebenenfalls juristische Schritte einzuleiten. Groß war seine Verwunderung, als ihm die Leistungen in einem Schreiben des Amtes bewilligt wurden. Wenige Wochen später erreichte alle Studierenden der Hochschule Vechta eine Mail, in der eine Bafög-Zahlung an unsere überdreißigjährigen Kommilitoninnen und Kommilitonen in der Zeit ihres Master of Education Studiums nicht mehr kategorisch ausgeschlossen wurde. Daraus ergeben sich für mich eine Reihe von Erkenntnissen:
  1. Jeder Studierende sollte einen Bafögantrag stellen, selbst wenn ihm vorher verbal durch seinen Sachbearbeiter wenig Hoffnung gemacht worden ist.
  2. Die „Ü-30-Studierenden“ stellen an dieser Hochschule zwar eine Minderheit dar, sind aber auch ein Bestandteil des universitären Lebens und Mitglieder der Studierendenschaft.
  3. In unserer Gesellschaft gibt es nicht nur „gerade Karrieren“, die linienförmig verlaufen. So mancher Studierende wird möglicherweise einmal umdenken müssen. Im Leben eines Menschen kann es immer passieren, dass zunächst vorgezeichnete Wege auf einmal nicht mehr begehbar sind. Dafür können sich dann aber Türen öffnen, die vorher fest verschlossen waren.
von Ralf Weber
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„Ohne Musik geht gar nichts“

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Noch vor der großen Weihnachtspause trafen wir uns mit Safet und seinem Freund Christoph. Beide kennen sich aus der Schule, und die Musik hat sie zueinander gebracht. Nun arbeiten sie zusammen an verschiedenen Projekten. Was Safet über Kekse und Krümel denkt und was der „King of Queens“ mit ihm zu tun hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Hallo, schön dass du es einrichten konntest.
Ja, ich hab mir die Zeit genommen, bei dem Terminkalender… (lacht)
Also, ordentlich ausgefüllt der Terminkalender?
Ja, genau. (lacht) Nein, überhaupt nicht eigentlich, ich mach ja grad das Examen und habe keine Vorlesungen nebenbei, so dass ich eigentlich relativ viel Zeit habe.
Bildnachweis: Safet Fotiou
So präsentiert sich
Safet im Studi-VZ
Foto: Safet Fotiou
Manche sagen ja immer, im Examen hat man keine Zeit, aber ich hab wohl welche. Wenn man sich das Lernen vernünftig einteilt, geht das.
Okay. Wie viel Zeit nimmt denn die Musik für dich in Anspruch?
Das ist eigentlich die restliche Zeit. Also, echt viel, das kann ich jetzt so nicht schätzen. Aber ohne Musik geht gar nichts. Musik ist immer dabei, entweder läuft sie oder ich mache sie.
Wie lange machst du schon Musik?
Eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Als kleines Kind mit Keyboard angefangen. Und so professioneller, auch mit Aufnehmen, seit ein paar Jahren.
Also hast du auch richtig Klavier gelernt?
Ich hab mir das autodidaktisch beigebracht. Ich spiele nur nach Gehör, nicht nach Noten. Aber mittlerweile kann ich sie auch lesen.
Wie lange machst du schon Musik?
Also, wie gesagt, sehr lange schon. Irgendwann, wenn ich es mir leisten kann, will ich ein eigenes kleines Studio haben.
Was genau ist das für eine Musikrichtung, die du machst? Kann man das festlegen?
Ich glaube schon. Das geht so in die R´n´B-Soul-Pop-Richtung, würde ich sagen. Wobei mein Geschmack weit gefächert ist, ich höre mir gerne Rock an, Jazz, also wirklich alles.
Kannst du dir vorstellen, auch was in einer Band zu machen oder bist du eher so der Solokünstler?
Ne, überhaupt nicht, ich hab sogar ein paar Projekte, wo wir eine Band haben, mit Schlagzeug, Gitarre und so. Mache ich sogar gerne, weil es ne andere Richtung, ein anderer Stil ist. Ich probiere gerne rum, bin nicht zu festgelegt.
Ich habe da so ein Gerücht gehört und will das jetzt mal gerne bestätigt haben: Popstars, da gewesen?
Ja, bei Popstars war ich auch schon mal, das war so vor 5 Jahren, als die die Band NuPagadi gecastet haben. Der eine in der Jury war, glaube ich, der Produzent von Nena.
Uwe Petersen?
Genau. Er hat gesagt: „Du bist sehr musikalisch, passt aber einfach nicht ins Konzept.“ Nu- Pagadi – da bin ich schon sehr froh, dass es da nicht weitergegangen ist. Ein anderes Casting, was mich eher geprägt hat, war Fame Academy, ich weiß nicht, ob ihr davon gehört habt. Da hab ich mal mitgemacht und bin unter die letzten 60 gekommen, also recht weit. Das war auch eine Erfahrung, die mich geprägt hat. Da gab’s ne Bewerbung, da musste man ne CD hinschicken mit Songs. Und aus den 5000 Bewerbungen wurden die besten 100 ausgewählt. Und das ging dann weiter, bis nach Köln. Und ich glaube, die letzten 18 sind dann in dieses Haus gekommen. Erfahrungen habe ich also reichlich sammeln dürfen.
Würdest du denn wieder so ein Casting mitmachen oder war das so ne Pubertätssache?
Also, Pubertät nicht, ich wollt das schon mitmachen, einfach erfahren, wie das so ist. Egal, ob man so was als Sprungbrett benutzen kann oder nicht. Aber mittlerweile halte ich von Catsings nicht mehr so viel. Dann schon eher so über die eigene Schiene, zum Beispiel übers Internet. Das Internet ist mittlerweile so ein großes Portal, jeder kann sich jedem präsentieren. Wie zum Beispiel diese King of Queens- Geschichte. Da gab es viel Feedback, da hat man die Leute erreicht. Lieber so als Casting.
Die King of Queens-Geschichte? Erzähl mehr!
Vor ein paar Monaten lief ja die letzte Staffel von King of Queens im deutschen Fernsehen, und da hatte mein Kumpel Christoph die Idee, dass ein Abschiedssong doch super wäre. Er hat mich dann auch gleich gefragt, weil ich auch großer Fan der Serie bin, und ich sagte nur: Klar, warum nicht? Einfach nur ein Song für die Fans, ein Tribut quasi und das dann vielleicht ins Internet stellen. Ja, und dann hab ich ein Lied gemacht und letztendlich ist daraus dann ein kleiner Erfolg geworden. Christoph hat dazu ein Video gedreht, Ausschnitte aus Episoden von King of Queens, passend zum Text natürlich. Dann haben wir das ins Internet gestellt. Wir haben auch die Cast von King of Queens angeschrieben und Antwort bekommen. Nachdem wir noch viel positives Feedback aus den Fanforen bekommen haben, schrieben wir Njoy an, ob das nicht etwas für sie wäre. Tja, und irgendwann lief es dann im Radio.
Wie stellst du dir vor, könnte es weitergehen? Mit der Musik, mit dem Studium?
Zunächst einmal steht der Abschluss des Studiums im Vordergrund. Wenn das geschafft ist und irgendwann vielleicht mal Geld über ist, dann denke ich sicher über ein eigenes Studio nach mit eigenem Equipment, um dann meine eigenen Sachen aufnehmen zu können.
Bildnachweis: Safet Fotiou
Foto: Safet Fotiou
Auf jeden Fall möchte ich immer nebenbei Musik machen und wenn dies dann sogar noch mit Erfolg verbunden wäre, dann wäre das schon toll. Im Falle des King of Queens-Songs haben sich schon zwei Plattenfirmen gemeldet, und auch wenn der Song eigentlich nicht aus kommerziellen Gründen entstanden ist, ist allein der Kontakt zu diesen Firmen natürlich schon eine prima Sache
Studierst du denn auch Musik?
Nein, ich studiere Deutsch und Sport. Als ich im Sommer 2002 mit dem Studium begann, hatte ich einfach nicht die Lust, mich mit dem Lernen der Noten zu befassen.
Ist denn in Zukunft noch was mit dem Barbershop Vechta geplant?
Es soll definitiv im Januar ein Auftritt stattfinden. Wir treffen uns wöchentlich mit den Jungs und es macht nach wie vor eine Menge Spaß.
Machst du sonst noch irgendwas an der Uni?
Sport natürlich. Also ich leite hier den Hochschulsport, Fußball. Ja, und wie gesagt, ich habe keine Vorlesungen mehr. Gut, Mensa.
Mensa ist auch eine ganz wichtige Vorlesung (lacht)
Genau.
Im Januar steht das V-City Festival an. Wie stellst du dir das vor? Wie könnte das werden?
Puh, ich hab mir da ehrlich gesagt noch keine Gedanken drüber gemacht. Ich lass mich einfach überraschen.
Es wird auf jeden Fall wieder ein ganz wilder Sound-Mix. Ihr könnt euch da z.B. auf Dark Melodic Rock, Hip Hop und Rock-Pop-Cover freuen.
Klingt nach einer schönen Mischung!
Sekt oder Selters
Weltmeer oder Weiher?
Weltmeer. Ich hab einfach dieses Bild im Kopf, blau und Freiheit.
Keks oder Krümel?
Kekse… ich denke gerade an Butterkuchen und hab voll Hunger.
Also kann man sagen, du gibst dich nicht im Krümeln zufrieden, sondern nur mit Keksen?
Ja auf jeden Fall, ich nehm mir, was ich will. (lacht)
Grabschen oder Gruscheln?
Oh! Mittlerweile gruscheln. Die StudiVZ-Sucht halt.
Mit oder ohne?
Boar!… (macht eine lange Pause und überlegt grinsend) Ich enthalte mich dieser Frage einfach mal…
Vechta oder Wech da?
Vechta. Auf jeden Fall! Ich bin jetzt seit 5 Jahren hier und habe hier so tolle Leute kennen gelernt und Vechta ist mir richtig ans Herz gewachsen. Wenn es ums Nachtleben geht, ist eine Großstadt natürlich spaßiger. Aber zum Leben ist es hier genau richtig.
Irgendwelche letzten Worte?
Hmmm – Freut euch auf mehr von uns.
Das Interview führten Julia Stock und Melanie Ehlert.
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Licht an oder Licht aus?

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Was passiert, wenn man sturzbetrunken auf einer Uni Party rumrandaliert? Richtig! Man kommt, wenn die Polizei gerufen wird, in die Ausnüchterungszelle. Was einen da erwartet und was es für ein Gefühl ist, dort zu sein, haben wir für euch noch vor dem großen Fest getestet.
Ein großes Dankeschön an die örtliche Polizei für diese Erfahrung.
Bildnachweis: pixelio.de (205023)
Der Freund und Helfer hilft auch beim Ausnüchtern.
Foto: Gabi Schoenemanne / PIXELIO
45 Minuten anstehen, es ist kalt. Der zuvor zu mir genommene Glühwein und die selbst gemachte Feuerzangenbowle verlieren langsam ihre angenehme, leicht betäubende Wirkung. Mir ist im Gegensatz zur Außentemperatur mächtig warm, aufgrund der drängelnden Personen vor und hinter mir… was ist denn hier los? Ist doch nur ne Uni- Party?!
(1 Stunde später) … die Getränke sagen uns sehr zu – viele Menschen hier, ein Dauergrinsen macht sich auf meinem Gesicht breit, die Musik rauscht in meinen Ohren, ich swinge vor der Theke im Takt des Liedes – 4 Ouzo bitte…2 Charly… 2 Jägi-Cola…2 Bacardi-Sprite…2 Heino…
Melanie Ehlert
Es gibt wohl unzählige Möglichkeiten, wie so ein Abend mit 1,8 Promille enden kann. Drei davon finde ich am interessantesten – oder zumindest an dieser Stelle nennenswert. Da wäre zunächst die Angenehmste: Man tanzt mit guten Freunden in der Dorfdisse zu guter Musik, nimmt sich mit einer schönen Eroberung ein Taxi nach Hause und lässt es anschließend so richtig krachen. Man wacht in einem warmen Bett auf, die Sonne scheint einem aus dem Arsch und alles ist in Butter. Weniger angenehm sieht dagegen die Unfallstation des örtlichen Krankenhauses aus, welche die zweite Endstation eines Abends darstellen kann. In diesem Fall hat man mit einem ordentlichen Brauseschädel entweder direkt vor der Disco das Laufen auf zwei Beinen verlernt und ist mehr oder weniger elegant auf die Nase gefallen, oder man hat sich selbige von Disco-Vitali plätten lassen, da dieser durch das unvollständige Genuschel irgendwie die Keuschheit seiner Mutter in Frage gestellt sah. Weniger schön. Und drittens kann man dort enden, wo ich mich wahrscheinlich gerade befinde: In der Ausnüchterungszelle der Polizeiinspektion Vechta. Weil ich es selbst kaum glauben kann, gehe ich noch mal auf Nummer sicher und teste, ob ich wirklich hier bin. In der Horizontalen befinde ich mich schon mal, das merke ich auch mit meinen geschlossenen Augen. Meine Hände wandern links und rechts neben mich, aber dort liegt kein warmer weiblicher Körper unter einer verschwitzten Decke. Verdammt. Meine Hand geht zur Nase, einmal dran gewackelt, stelle ich erfreut fest, sie ist auch noch ganz. Okay, ich befinde mich also wirklich in der Zelle. Der Schatten der Gitterstäbe, der durch die schmalen Fenster fällt, bestätigt es hinreichend. Auch wenn ich hier unter anderen Voraussetzungen gelandet bin wie der Rest der Klientel, der hier gewöhnlich die Nacht verbringt. Dazu zählen wohl verlassene (Ex-)Freunde, die gedacht hatten, Sorgen könnten nicht schwimmen. Bürohengste, die auf der Weihnachtsfeier beim Flirt mit der Kröger aus der Buchhaltung zu tief ins Feuerzangenbowleglas geschaut haben. Oder Leute, die meinen, Laternen auszutreten, imponiere irgendjemanden. Ich dagegen bin schlicht und ergreifend hier, weil eine liebe Bekannte einen schwachen Moment meiner Person schamlos ausnutzte und sich unter Zeugen den Handschlag und das Versprechen einholte, doch mal eine Nacht für unsere uniVista mein schönes Bettchen aufzugeben und dort zu nächtigen, wo man normalerweise freiwillig nicht hin will. Sie habe da Kontakte, schon klar. Wenigstens macht sie selbst mit. Ändern kann ich daran jetzt nichts mehr, denn wie gesagt, ich befinde mich in einer Zelle. Und Zellen haben in ihrer archetypischen Funktion die Eigenschaft, ihren Insassen großzügigerweise die immer wieder nervige Entscheidung abzunehmen, wo man denn als nächstes hingeht und was man denn jetzt schon wieder als nächstes macht. Aber der Reihe nach. Kurz nach unserer Ankunft im blau-silbernen Passat- Kombi (oder war nur ich blau und habe bloß silberne Sterne gesehen? Egal, ich freue mich übrigens auf meine Kinder. „Als ich in eurem Alter war, waren Polizeiautos noch grün-weiß!“ „Boooah!“) betreten wir durch eine Art Schleuse die kleine, aber feine Polizeiwache Vechtas. Gleich nach hinten durch ins Büro, hinsetzen und pusten. Mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht schiele ich auf das Display des stationären Alkomaten-Test-Geräts. Denn mein Kapitaleinsatz im Waldhof hat dem Pustefix nach tatsächlich eine Rendite von 1,8 Promille erwirtschaftet. Hat sich ja doch gelohnt! Sollte Aktionär werden.
Gleich im Anschluss Handy, Schlüssel, Portemonnaie, Gürtel, Jacke und Schuhe abgeben. Die Kleinteile kommen in einen verschließbaren, abwaschbaren Beutel. Der Rest – man weiß es nicht. Aber so viel Vertrauen sollte man seinem Freund und Helfer schon entgegenbringen.
Bildnachweis: bf
Zelle belegt
Foto: Björn Franke
Als der gute Mann aber, der ja auch irgendwie mein Gastwirt ist, sich demonstrativ die weißen Latexhandschuhe überstreift, wurde ich dennoch leicht nervös. Es blieb Gott sei Dank beim bestens durch Film und Fernsehen bekannten Durchsuchen. Hände oben an die Wand, Beine auseinander, ein Griff hier, ein Klopfen dort. Eine fiese Leibesvisitation, bei denen die zumindest maskulin-heterosexuelle rektale Unschuld touchiert wird, war wohl durch meine Freundlichkeit und Kooperationsbereitschaft nicht vonnöten. Dann mal ab in den Bau. Das Grau der Fliesen könnte man sich durchaus auch in seinem eigenen Badezimmer vorstellen. Postmodern und gar nicht mal hässlich. Überhaupt bin ich überrascht, wie geräumig der Raum ist. Hier hätten auch drei bis vier Personen entspannt eingesperrt werden können. Dagegen gibt es nur einen gefliesten Steinsockel, der zusammen mit einer dünnen Plastikmatratze meine Schlafstätte darstellt. Dann sind noch drei Sachen zu klären: Licht an oder aus? Eine oder zwei Decken? Und hier ist der Rufknopf mit Gegensprechanlage, soll ja wohl vorkommen, dass Betrunkene mal aufs Örtchen müssen. Werde mich übrigens beim Reiseveranstalter beschweren, dass ich trotz anders lautendem Prospekt das Klo nicht auf dem Zimmer habe, sondern es mir mit anderen Gästen auf dem Flur teilen muss. Ich entscheide mich für die Option mit zwei Decken und Licht aus. Will ja auch irgendwann mal schlafen. Und dann geht auch schon die Tür zu. Sogleich beginne ich, meine Eindrücke dieser Zelle mit gängigen Vorurteilen abzugleichen. Erstens, wenn eine solch dicke Stahltür abgeschlossen wird, macht es tatsächlich so ein herrlich- tiefsattes „KLACK-KLACK“ wie im Film. Mann. So müsste eine Mercedes S-Klasse klingen, wenn man sie abschließt. DAS wäre chefmäßig-souverän. Dann denke ich, dass der ganze Raum vom Würfelhusten meiner Vorgänger eigentlich höllisch stinken müsste. Tut er aber keineswegs! Und selbst die Decken, die aber eher aussehen wie Einwegdecken und sich auch so rau anfühlen, riechen nicht besonders schlimm. Finde ich zumindest. Kann natürlich aber auch an der Rendite liegen. Nachdem ich mir diese spärlichen Informationen über diesen spärlich eingerichteten Raum in mein spärlich aufnahmebereites Gehirn eingeprägt habe, um sie mangels Stift oder Diktiergerät an dieser Stelle auch gescheit wiedergeben zu können, schlafe ich auch schon recht bald auf der Matratze ein.
Christopher Vielhaber
Licht an – oder Licht aus? Ich entscheide mich für Licht aus, was soll ich hier auch sehen? Die Tür fällt zu, es wird abgeschlossen, das Licht erlischt. Unsicher gehe ich in Socken über den gekachelten Boden und setze mich auf die dünne Latexmatratze. Plötzlich bin ich nicht mehr so überzeugt davon, dass eine Nacht in der Ausnüchterungszelle eine so enorm lustige Idee war… In meinem Kopf und meinen Ohren rauscht es noch von der Party, Bilder fegen durch meinen benebelten Schädel. Ich schaue mich ein wenig um, die Gitterstäbe werfen einen Schatten an die Wand – ich bin tatsächlich eingesperrt. Ein komisches Gefühl. Der Beamte sagte, er würde in einer halben Stunde nach mir sehen – was Christopher wohl gerade macht? Es ist ziemlich seltsam in der Zelle, ich wickle mich in eine der erhaltenen Decken und starre in die Dunkelheit. Mir ist ein wenig schwindelig, die Kacheln der Wand, an die ich mich gelehnt habe, sind hart, kalt und ungemütlich. Ich höre keinen einzigen Ton… nur meinen Atem und das Rauschen in meinen Ohren. Ich lausche eine Weile, da muss ein Beamter über den Flur gehen… aber an der Zellentür tut sich nichts.
Was ich die ganze Zeit gedacht habe? – Ich weiß es nicht mehr so genau, aber es muss einfach ALLES gewesen sein. Wie lange sitz ich denn schon hier? Er hatte doch gesagt, er wollte in einer halben Stunde wiederkommen?
Bildnachweis: bf
Weiße Kacheln, Matratze, Decke – was ein Luxus
Foto: Björn Franke
Ich ziehe die Knie an den Körper und schlinge die Arme um sie… Wer hier wohl schon so alles gesessen hat? Was der oder diejenige wohl hier gedacht, geschweige denn gemacht hat? Plötzlich durchbricht grelles Neonlicht die Dunkelheit, es schmerzt in den Augen, die Tür wird geöffnet. „Na, alles klar?“ Ich nicke und blinzle leicht benommen „Und? Wie lange bist du schon hier, was meinst du?“ Ich denke kurz nach. „Ganz schön lange, ne dreiviertel Stunde bestimmt.“ Lachend weist der Beamte mich darauf hin, dass ich erst 10 MINUTEN in der Zelle sitze. „Naja, ich komm’ in einer halben Stunde nochmal wieder… Licht an oder Licht aus?“ „Licht aus…“ murmel ich, das wird eine lange Nacht, an Schlafen ist nicht zu denken…
Melanie Ehlert
Als ich durch das inzwischen eingeschaltete Licht wieder aufwache, ist es nur wenige Stunden später und schon Zeit zu gehen. Also rasch zur Rezeption, noch einmal kurz den nur wenig gesunkenen Pegel gemessen, ausgecheckt und Wertsachen zurückerhalten. Frühstück gibt es nicht, also ab zum Bäcker. Da kann mir keiner sagen, ich hätte die Nacht auf Staatskosten verbracht – ist im Normalfall nämlich sauteuer, so ne Aktion, besonders wenn man die Fahrbereitschaft beanspruchen sollte. Alles in allem war es weniger schlimm, als ich befürchtet hatte. Auf ein fröhliches „Auf Wiedersehen!“ habe ich aber mal vorsichtshalber verzichtet.
Christopher Vielhaber
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Lachsfilet in Blätterteig mit Spinat

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Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
für 4 Personen
Zutaten:
  • 30 g gemischtes Gemüse (was du noch im Kühlschrank findest)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 20 g geriebener Gouda
  • 4 Blätterteigscheiben (TK)
  • 360 g Blattspinat (TK)
  • 300 g Lachssteak (gibts z.B. im bekannten Discounter mit dem blauen Zeichen)
  • 1 Ei
  • Margarine
  • Pfeffer, Muskat, Salz
  • Zitronensaft
Lasse zuerst den Spinat und das Lachsfilet antauen und heize den Ofen auf 200°C vor. Taue die Blätterteigscheiben auf (Achtung! Lasse sie dabei nicht aufeinander liegen, sonst pappen sie zusammen.). Nun schneidest du den Spinat grob und drückst ihn aus. Würfle die Zwiebel und lasse sie in Margarine anschwitzen (so dass sie leicht glasig wird), füge den Spinat hinzu. Würze das Ganze mit Pfeffer, Salz und Muskat und lasse es abkühlen. Währenddessen schneidest du das aufgefundene Gemüse in feine Streifen und mischt diese mit dem Käse unter den Spinat. Nun würzt du das angetaute Lachsfilet mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz und schneidest ihn in Stücke. Nimm eine Blätterteigscheibe, tue die Spinatmischung und ein Lachsstück darauf und klappe den Teig zusammen (sieht so ähnlich wie eine große Tortellini aus). Verquirle das Eiweiß mit dem Eigelb und bestreiche damit die Taschen. Backe diese ca. 15 Minuten..
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
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Kartoffel-Rosenkohlauflauf

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für 4 Personen
Zutaten:
  • 400 g Rosenkohl
  • 2 Eier
  • 125 g geriebener Gouda
  • ca. 6 große Kartoffeln
  • ca. 3 Karotten
  • Muskat, Pfeffer, Salz
Heize zuerst den Ofen auf 180°C vor. Schäle nun die Kartoffeln, dann koche sie und den Rosenkohl. Verquirle Eier und Milch und würze dies mit Salz, Pfeffer und Muskat. Schneide die Karotten in feine Streifen und mische diese mit dem Rosenkohl, den Kartoffeln und der Eiermilch. Fülle alles in eine Auflaufform, bestreue es mit Käse und gare es ca. 30 Minuten.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
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Hor(r)o(r)skop 2008

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Während die im Internet als kostenlos versprochenen Jahreshoroskope doch immer 9,99 oder 19,99 Euro kosten, ist unsere grausige Vorschau, das Horrorskop 2008, nicht nur kostenlos, sondern regelrecht umsonst.
Wassermann
Wenn du im Jahr 2007 kleine Brötchen gebacken hast, solltest du das in diesem Jahr auf jeden Fall beibehalten, ist einfach besser für die Figur. Im Studium wirst du beweisen, was in dir steckt, wenn du dir donnerstagmorgens die B1- Party noch mal durch den Kopf gehen lässt. Im Seminar. In der überfüllten Aula. Vielleicht möchtest du auch neue Wege einschlagen. So einen Ruf wird man ja auch schlecht wieder los.
Fische
Es drängt dich nach größeren Veränderungen, Mittelmaß kannst du kaum ertragen. Sei aber gewarnt, Mittelmaß ist immer noch besser als das, was du so machst. Deine Erwartungen an andere sind übertrieben hoch: auch du musst dich mal zum Putzdienst in der WG herablassen. Wenn du mehr erreichen willst im Liebesleben, solltest du einfach mal das Haus verlassen. Menschen kennen lernen ist ein wichtiger Schritt im Sozialleben.
Stier
Gegen Veränderungswünsche im beruflichen Bereich ist nichts einzuwenden, es kann einfach nicht jeder Pädagoge werden. Aber Schuster, bleib bei deinen Leisten: dann halt Lehrer. In der Schule warst du doch gut in Deutsch. Und gebastelt hast du auch immer gern. Aber leider läuft nicht alles so gut. 2008 wird nicht das Jahr der Liebe für dich, schade.
Zwillinge
Zieh doch mal Bilanz und schau, was du bis jetzt in deinem Leben erreicht hast. War ja nicht so viel. Wahrscheinlich bist du damit noch nicht so zufrieden, verständlich. Dann kremple dieses Jahr die Ärmel hoch und pack es an: neuer Name, neues Geschlecht, neue Identität. Wenn du nicht ganz so drastisch vorgehen willst, kannst du dich ja mal engagieren. Zum Beispiel im Hochschulmagazin. Quatsch in Horrorskopen kann jeder verfassen.
Krebs
Man kann ja nicht immer aus dem Vollen schöpfen. Das Jahr 2008 wird finanziell hart für dich. Das BAföG-Amt findet dein verstecktes Konto mit dem Geerbten von Oma. Das heißt Zurück- und Strafe zahlen für dich. Wenn du den Beamten auf Knien anflehst, sieht er vielleicht von einer Anzeige ab. Macht sich nicht so gut im Vorstrafenregister neben dem Eintrag wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz. Oh, das wusstest du noch gar nicht?
Jungfrau
In diesem Jahr neigst du dazu, mehr zu erwarten, als realistisch ist. Zum Beispiel ein Ausreichend in der wichtigen Klausur. Nicht immer bringt Lernen einem zum Ziel, manchmal kommt Bestechung besser. Bleib also auf dem Teppich, sauge den öfters mal ab und werfe einen Blick in deine Geldbörse. Herrscht dort Flut, steht den guten Noten und der körperlichen Liebe nichts mehr im Wege.
Widder
Herzlich willkommen am Arsch! Das neue Jahr verwandelt dein Leben in ein Jammertal aus Schmerz aus und Tränen. Was das konkret bedeutet? Wenn du das wüstest wärst du froh, wenn es dir nicht verraten worden wäre..
Löwe
Die Sterne stehen günstig für dich, eine neue Liebe zu finden. Es wird jemand sein, der dir noch nie über den Weg gelaufen ist, und den du doch irgendwo schon mal gesehen hast. Halte also die Augen auf, wenn du in der Speckfilmabteilung deiner Videothek bist…
Steinbock
Das letzte Jahr war der Hammer? Einfach genial, die geilste Zeit deines Lebens? Tja, dann kann es ja jetzt nur noch bergab gehen. Das gute daran: Man gewöhnt sich an (fast) alles, naja, sagt man zumindest. Aber egal, schon bald wirst du es selbst wissen.
Waage
Mars wirbelt gewaltig Staub auf. Vielleicht gewinnst du einen 7stelligen Geldbetrag. Vielleicht wirst du auch zu unrecht eines Mordes verdächtigt und zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, wer weiß? Tipp: Nicht die Seife aufheben.
Skorpion
Auf zu unbekannten Horizonten! Das Jahr 2008 verhilft dir zu völlig neuen Einsichten und Erfahrungen: Es könnte z.B. sein, dass du herausfindest, dass Zähne beim Küssen nur stören. Oder dass das Dosenpfand eigentlich eine super Sache ist. Astrotipp: Wenn du dieses Jahr gesund bleiben willst, werd besser nicht krank.
Schütze
2007 war eher geht so? 2006 und 2005 auch nicht besonders? Wie wird dann wohl 2008? Unsere Empfehlung: Es muss nicht immer Champagner sein, wenn du weniger erwartest wirst du seltener enttäuscht. Also: Fahrrad statt Ferrari, Youporn statt Hollywood.
von Stefan Hirsch und Julia Stock.
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Schenken ist schön…

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…oder: Wenn die Zeit drängt, kommt zumindest die männliche Kreativität ins Stolpern
Mein Geburtstag steht an. Die letzten zwei Monate habe ich in ahnender Voraussicht – ist ja nicht mein erster Freund – zig Anspielungen auf mögliche Geschenke gemacht. Ich weiß ja, dass sich Jungs irgendwie schwer damit tun, das Passende für ihre Partnerin zu finden. (Das Passende? Was hat mich denn da geritten? Noch mal: Ich weiß ja, dass sich Jungs irgendwie schwer damit tun, überhaupt ein Präsent für ihre Partnerin zu finden.) Also streute ich hier und da mal einen Hinweis, blieb mal länger vor einem Schaufenster stehen oder erzählte von schönen Dingen, „die ich mir aber ja jetzt, so kurz vor meinem Geburtstag, nicht selbst kaufe“. Ich selber wäre bei solch Andeutungen total eingeschnappt, würde es doch bedeuten, dass mein Liebster mir nicht zutraut, ein großartiges Geschenk für ihn auch ohne seine Hilfe zu finden. Mir, die in ihrem Timer extra eine Seite für Geschenkideen hat, die das ganze Jahr sofort brillante Geistesblitze hinsichtlich der Schenkerei einträgt und die immer Augen und Ohren offen hält. Aber rücksichtsvoll wie ich, die evolutionär bedingte Sammlerin mit Weitblick, halt bin, gebe ich Tipps und harre am Geburtstagmorgen den Päckchen, die da kommen. Ha. Ha ha. Könntet ihr mich hören, vernähmt ihr ein trockenes Hüsteln. Ihr fragt euch, was sich denn so Grauseliges im Geschenkpapier verbarg? Es gab gar nichts zum Auspacken, durch die Cellophanhülle des Blumenstraußes konnte ich auch so durchgucken. Rausgeschmissenes Geld für eine zwei Tage lang höchstens gespielte Freude. Was ist denn da von meinen Botschaften nicht angekommen? Was denkt sich ein Mann beim Geschenkekauf? Denkt er dabei überhaupt? Es wird wohl so gewesen sein:
Ein bis zwei Tage vorher erfährt er von meinem Geburtstag. Entweder, weil er es wirklich in seinem Timer/seinem Handy stehen hat, über StudiVZ, oder es fällt ihm im Zuge meiner Geburtstagsvorbereitungen ein. Wenn dann langsam die Zeit drängt, fährt er in die Stadt. Er weiß, dass ich gern lese, hat aber keine Ahnung, welche Bücher ich schon habe. Ein Gutschein kommt ihm dann doch ein bisschen langweilig vor. Und es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Dinge, die ihn interessieren würden, er kann das alles gar nicht erfassen, es läuft an ihm vorbei.
Bildnachweis: pixelio.de (202625)
© BirgitH / PIXELIO
Und auf einmal ist es kurz vor acht, die Geschäfte schließen bald, leichte Panik erfasst ihn. Er, ganz der Jäger, stürmt den nächsten Blumenladen. „Ich brauche einen Strauß für meine Freundin zum Geburtstag! Er darf ruhig teuer sein.“ Denn ich werde ja sicher seinen guten Willen an den langstieligen und kostspieligen Rosen erkennen…
von Julia Stock
Geschenke müssen in einer funktionierenden Beziehung ja immerhin dreimal im Jahr besorgt werden. Das wäre an Weihnachten, am Geburtstag und am Jahrestag. Aber einfach ein Geschenk kaufen ist aus Sicht der Frau ja tierisch unpersönlich und deswegen sollte man sich schon mindestens 5 Monate vor dem Tag der Tage im Klaren sein, was denn der Freund Schönes braucht. Oder nein: Es wird nichts Brauchbares geschenkt, sondern was Liebes, Persönliches und vor allem Selbstgemachtes. Hier gibt es natürlich haufenweise Optionen, die Frau ziehen kann, aber am persönlichsten und auch fast am beliebtesten ist Folgendes: Erstmal alle Fotos, die je zusammen fabriziert haben, zusammensuchen… eine Collage ist doch wohl das Schönste, was der Herr kriegen kann! Am besten mit mehr Fotos von der Frau als von dem Mann. Wenn dann endlich alles zusammen gesammelt ist, geht es ab in den nächsten Bastelladen. Pappe, Kleber, Glitzersterne… alles eingepackt und ab an die Arbeit. Da Frau ja grundsätzlich feststellt, dass prinzipiell alle Fotos aus einem völlig falschen Winkel aufgenommen wurden, werden im nächsten Monat mehrere Fotoshootings mit der besten Freundin arrangiert. Aber halt: vorher werden noch Klamotten gekauft, damit auch alles wirklich brandneu ist, wenn der Liebste sein Geschenk bekommt. Nachdem auch diese Hürde gemeistert ist, sind es auch nur noch 3 Monate bis zum Jahrestag. Nun folgen die ca. 2- bis 10 Treffen mit der Freundin, es wird alles ins beste Licht gerückt und abgedrückt. Das ganze, vermischt mit den Fotos aus dem letzten gemeinsamen Urlaub, wird auf einen schönen Bogen Regenbogenpappe geklebt und reich verziert.
So. Nun sind es aber noch knappe 2 Monate bis zur Geschenkübergabe. Hmm – da stellt sich die berechtigte Frage, ob es sich wirklich lohnt, solange den Mund zu halten, obwohl er sich doch so sehr freuen würde, oder ob man doch nicht lieber zeitnah die Bombe platzen lassen sollte. Ach was soll’s, er kriegt das Geschenk einfach so, und ich denke mir was Neues aus, was ich ihm zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zum Jahrestag schenken kann. Irgendwie war die ganze Arbeit ja gar keine, sondern eher ein Spaß, der sich gerne wiederholen lässt. Denn verdammt nochmal, er würde es vor seinen Freunden nicht zugeben, aber er ist doch mehr als stolz auf die Frau, die sich eine solche Mühe für ihn gegeben hat.
von Sebastian Dargel
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V-City Festival II am 16.01.08

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Am 16.01.08 präsentiert euch uniVista das zweite V-City-Festival.
Line-Up: Do not Dream (OL)
A new page of History (VEC)
Cleva ‘n’ Smart (VEC/SO/DA)
Safet Fotiou (VEC)
ab 00.30 Uhr DJ Crystal & DJ Dave Garland

Beginn: 21.00 Uhr
UKB: 3 EUR
Ort: Gulfhaus, Vechta

Bilderalbum
uniVista No. 07: V-City Festival II
uniVista No. 07: V-City Festival II
V-City Festival II (Fotos von Björn Franke)
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PDF-Version der 6. Ausgabe

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Master of Disaster?

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Ausgenommen den Sozialen Arbeitern und den anderen paar Studenten, die nicht Lehrer werden wollen, blüht er allen in Vechta, der Master of Education (MEd), das wahre und echte Lehramt. Denn jeder, der Bachelor studiert und immer wieder ausdrücklich betont, er sei Lehramtsstudent, liegt da leider völlig falsch. Im Anschluss an die BA-Arbeit geht es so richtig zur Sache, erst dann winkt der vermeintliche Traumjob. Doch bevor man die Ziellinie durchläuft, hat die Uni Vechta den Studierenden einen Brocken hingelegt, den man wirklich als “die harte Version” des BA-Studiums bezeichnen kann. Schon der Anfang für die diesjährigen MED-Studenten verlief teilweise etwas holprig. Da die wenigsten Dozenten das neue StudIP System nutzen wollten, wurde auf die altbewährte Form der Listen zurückgegriffen. Leider bekam davon ein Großteil der Studenten nichts mit, woraus resultierte, dass einige nicht in die für sie vorgesehenen Kurse kamen. Bei Studenten, die schon immer in Vechta waren, kann man da einfaches “Pech” attestieren. Was aber sollen Studenten machen, die für den Master nach Vechta wechselten? Die können mit äußerster Sicherheit ihre Wohnung vorsorglich für 3 Semester buchen, denn einige Kurse werden nur jährlich angeboten.
Der Master – zu vollgepackt oder machbar?
Ob maßloser Kaffeekonsum allein ausreicht?
© adel / PIXELIO
Hat man die ersten Schrecken des Einschreibens verdaut, so kommt es in den Vorlesungen zu weiteren Überraschungen. Nachdem im Bachelor zumeist Klausuren geschrieben wurden, ist im Master größtenteils auf Hausarbeiten und Portfolios umgestellt worden. Eine an sich sehr gute Idee um die Studenten zu entlasten, leider ist das ganze aber wieder suboptimal, wenn alle Dozenten gleichzeitig umstellen und unsere Masteraspiranten dann während des Semesters 3 oder 4 Portfolios erstellen müssen. Und der Terminplan im Master ist sowieso schon arg eng gesteckt. Die Vorlesungszeit des Wintersemesters endet am 2. Februar. Am 4. Februar starten die Master in ihr Pflichtpraktikum das 6 Wochen dauert. Das ist durch die Osterferien der Schüler in 2 Teile gesplittet (vom 3. Februar bis zum 7. März und noch eine Woche vom 31. März bis zum 4. April). Die Abgabe des Berichts ist vorgesehen für den 18. April, das Sommersemester startet bereits am 7. April. Der Bericht muss also simultan zum Praktikum angefertigt werden und alle ausstehenden Hausarbeiten aus dem WS sollten natürlich auch schon fertig sein. Dass der Praktikumsbericht mit 7 AP bewertet wird und damit mehr als 10% der Masterendnote ausmacht, macht die Arbeit an dem 25-seitigen Werk nicht gerade einfacher. Die Masterarbeit selbst wird dann im Laufe des zweiten Semesters geschrieben, nachdem man den Tag über in der Uni war, also „locker nebenbei“, obwohl sie ein Viertel der Gesamtnote mit ihren 15 AP ausmacht!
Die Dozenten versuchen wirklich, den Studenten unter die Arme zu greifen, trotzdem wird ein Großteil der Masteranwärter ein drittes Semester dranhängen. Die Entscheidung zur Verlängerung ist verständlich, da Referendariatsstellen in Niedersachsen im letzten Jahr mit dem Notenschnitt 1,6 ausgelobt wurden. Wie aber soll man einen solchen Schnitt unter diesem Druck schaffen? Man wird wohl ein Wartese mester einlegen müssen. Das kann man aber besser an der Uni verbringen und das Studium etwas ruhiger angehen lassen… Wenn da das liebe Geld nicht wäre. Denn die Studenten müssen nicht nur 630 Euro an die Uni zahlen, sondern auch noch Miete und Fahrtkosten für ein halbes Jahr mit einrechnen. Ihr seht also, nach dem Bachelor wird es keineswegs leichter. Aber der Master ist keine unüberwindbare Hürde, sondern durchaus zu schaffen und deswegen drücke ich all unseren Masterstudenten die Daumen, um mit Bestnote zu bestehen… oder zumindest zu bestehen und eine Stelle zu bekommen. Ihr macht das schon.
von Sebastian Dargel
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Aufschieberitis – Aufzeichnungen einer Betroffenen

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3 Wochen vor der Prüfung:
In die Bücher gucken? Zettel sortieren? Lächerlich. Da kann ich auch noch nächste Woche mit anfangen.
2 Wochen vor der Prüfung:
Langsam ein mulmiges Gefühl. Eventuell könnte ich mal alle Zettel suchen. Obwohl, zwei Wochen sind immerhin 14 Tage…
1 Woche vor der Prüfung:
Wollte längst die Zettel zusammen gesucht haben. Ich kann definitiv morgen nicht zur Uni gehen, jetzt hat die Prüfung Vorrang.
5 Tage vor der Prüfung:
Ich weiß genau, ich habe die Zettel hier hingelegt. Wieso sind die dämlichen Zettel nicht mehr da. Schauen wir nochmal durch. Sitzung 4? Wo war ich da bloß? Egal, ich ruf eben die Kathrin an, die hat bestimmt alle Zettel.
3 Tage vor der Prüfung:
12:00 Uhr: Habe nun alle Zettel. Das wäre knapp geworden. Ich guck mal kurz TV, mittags kann man eh nicht lernen.
14:00 Uhr: In die Stadt muss ich auch noch.
18:30 Uhr: Gleich leg ich los, will nur noch eben im Netz was gucken.
23:00 Uhr: Noch drei Tage. Wenn ich nun jeden Tag drei bis vier Stunden lerne, muss das eigentlich zu schaffen sein. Ich ruf lieber nochmal Wiebke an, die hatte den Kurs im letzten Jahr, die weiß, ob die Zeit noch reicht.
Es ist kurz vor 12, und um 12 ist Prüfung.
2 Tage vor der Prüfung:
1:30 Uhr: Gut, sie meinte, dass drei Tage dicke reichen. Nun bin ich erleichtert.
9:00h: Ich mach heute bis in die Nacht, aber erstmal weiter schlafen, dann bin ich fit. 12:30 Uhr: Kaffee! Die Teller hier im Küchenschrank sind alle irgendwie seltsam gestapelt. Sowieso hat mich die Anordnung hier schon immer genervt. Ich werde mal umräumen.
16:00 Uhr: So, die Jalousie hängt auch wieder richtig, das Geschirr ist gespült, der Müll ist draußen. Nun mal aufs Sofa packen und fernsehen. Heute Abend geht’s dann los.
20:30 Uhr: Vielleicht geh´ ich noch für´n Stündchen Joggen.
21:00 Uhr: Ich muss unbedingt noch das Schild an unserem Briefkasten neu drucken, der Postbote hat schon mehrfach gemeckert, ach, das mach ich nun mal eben und dann könnt ich noch die Wäsche aus der Maschine holen.
22:00 Uhr: Konsequent bis heute Nacht, dann hab ich was drauf.
1 Tag vor der Prüfung:
1:00 Uhr: Ich hab echt keinen Bock mehr. Das Thema kotzt mich an. Ach was, ich pack das schon, ich mein, so schwer kann das nich´ sein, das haben andere Trottel auch schon abgeschlossen, sogar der eine, der, wie heißt der noch? Ich guck mal kurz im Studiverzeichnis.
10:30 Uhr: So, heute power ich nochmal richtig durch. Und dann morgen bis um drei wiederholen.
12:00 Uhr: Eigentlich hab ich ja Seminar, aber da kann ich unter diesem Prüfungsstress nun wirklich nicht hingehen. Nächste Woche ist alles wieder anders.
16:30 Uhr: Ich trink mal Tee und ruf Oma an.
18:00 Uhr: Jetzt nochmal ein paar Seiten.
21:00 Uhr: Ich verzweifel hier mit dem Scheiß. Wieso hab ich nicht früher angefangen? Ich guck mal, ob die das im nächsten Semester auch anbieten, vielleicht kann ich mich noch abmelden. Ach was, ich zieh das jetzt durch.
Prüfungstag:
11:30 Uhr: Verpennt! Ok, ganz ruhig, du hast noch drei Stunden. Wiederholen, einfach Wiederholen.
14:30 Uhr: Nun ab unter die Dusche. Hoffentlich labern die gleich nicht soviel rum vor dem Raum, das kann ich echt nicht gebrauchen. Wie war das nochmal? Nein, das muss anders gewesen sein. Scheiße, hoffentlich fällt mir das gleich wieder ein. Naja, ist ja Ankreuzen, das kann nicht schief gehen.
16:00 Uhr: Hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen….
17:20 Uhr: Da bin ich durchgefallen, 100 pro. Scheiße! Naja, was soll´s.
3 Wochen später:
Die Noten sind draußen! ´Ne 2,7….Gott sei Dank! Obwohl? Das hätt´ ich eigentlich auch besser gekonnt. Egal, Hauptsache durch. Aber beim nächsten Mal fang´ ich definitiv früher an!
von Britta Simon
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Stil – eine Frage des Konsens

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Was passiert, wenn Indie und Wave-Post-Punk aufeinander treffen
Wir trafen die drei Jungs von Swansea bei einem Gig in Oldenburg. Vor ihrem Auftritt interviewten wir sie vor dem Club, mitten im (anrüchigen) Bahnhofsviertel auf der Straße, eben so, wie es sich gehört für wahre Musiker.
So, kann losgehen, am Anfang sagt uns doch bitte nochmal eure Namen.
Alex: Thomas (Schlagzeug), Matthias (Gitarre), und Alex (Bass und Gesang).
Als aller erstes wollen wir natürlich wissen, wie ihr so als Band zusammen gefunden habt?
Alex: Thomas und ich haben schon ziemlich lange zusammen gespielt, in wechselnden Bands. Und dann kam´s leider so, dass uns unser alter Schlagzeuger uns verlassen hat und dann dachte ich, nehmen wir Matthias. Matthias spielt auch Gitarre, und der war gerade ohne Job…ohne festen. (lachen) Ich hab ihn einfach mal gefragt, ob er nicht bei uns mit einsteigen will. Ja und so haben wir vor drei Jahren zusammengefunden.
Matthias: Echt?
Alex: Ja, im Sommer sind´s jetzt drei Jahre.
Aber ihr macht das jetzt nicht hauptberuflich, oder doch?
Alex: Wir gehen nebenher arbeiten, um den Quatsch finanzieren zu können, würde ich sagen.
Darf man fragen, was ihr so nebenher macht?
Thomas: Ich arbeite als Beschäftigungstante im Altenheim.
Matthias: Ich bin demnächst in Leer Referendar.
Alex: Und ich bin pädagogischer Mitarbeiter an einer Haupt- und Realschule.
Bildnachweis: Sönke Meyer
Der Bassist und Sänger von Swansea beim V-City-Festival
Foto: Sönke Meyer
Wie seid ihr zu eurem Namen gekommen?
Matthias: Das war so: jeder denkt sich irgendeinen Quatsch aus, der wird in einen Hut geworfen und dann wird gezogen.
So mehr oder weniger. (lacht)
War es dein Vorschlag?
Matthias: Jaa. (lacht) So im Nachhinein hätte man vielleicht noch mal drüber nachdenken können, aber: Ende gut, alles gut.
Es hat auch keinen bestimmten Hintergrund?
Matthias: Nö, überhaupt nicht.
Alex: Außer, dass es ein Ortsname ist.
Also keine verkappte Ballettleidenschaft?
Alex: Ne. (lacht) Es geht schon eher um die Stadt in England, und nicht um das Schwanensee-Ballett. Um das endgültig mal zu korrigieren!
Wie seid ihr zu eurem Stil gekommen, und wie würdet ihr ihn definieren?
Alex: Das war ein harter Kampf! (lacht) Bzw. ist es immer noch, weil wir musikalisch aus komplett verschiedenen Ecken kommen…ne? Würd´ ich sagen?
Thomas: Nicht ganz verschieden. Alex: Aber schon so, dass es jedes Mal Heulen und Zähneklappern gibt. (lacht) Matthias und Thomas sind eher auf einer Wellenlänge, als ich mit denen. Die kommen aus der klassischen Indie-Zeug-Richtung, und ich komm eher so aus dem 80er Wave-Sachen-Post-Punk.
Matthias: Naja, der Stil zeigt dann letztendlich Konsens, sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Stilrichtungen, aus denen wir kommen, und auch aufgrund der Möglichkeiten, die man zu dritt so hat.
Thomas: Und auch aufgrund der Möglichkeiten, die wir an Instrumenten haben. Also die Unfähigkeit, andere Sachen zu machen. (alle lachen)
Alex: Genau. Der durchschnittliche gemeinsame Nenner wurde gefunden. Aus der Not eine Tugend gemacht.
Nachdem ihr in Vechta aufgetreten seid, gab es relativ viele Leute, die euch mit Placebo verglichen haben. Habt ihr das schon mal gehört, kommt euch das bekannt vor?
Matthias: Sag nicht so was! (alle lachen)
Alex: Nach dem Missverständnis mit der Namengebung eigentlich das Häufigste… Der Vergleich mit der Band beruht natürlich auf der Stimme. Ich bin ja damit geschlagen. Aber ich find Placebo jetzt nicht schlecht, die Band ist sehr gut. Dennoch: Wenn ich verglichen werde, dann lieber mit anderen Bands, aber Placebo ist o. k. Es ist aber keine Absicht, um das mal zu sagen. Vielmehr ist auch das wieder das Beste, was wir aus unseren Möglichkeiten machen, und dann kam wohl am Ende Placebo bei raus.
Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auftreten?
Matthias: Interpol! (wie aus der Pistole geschossen)
Alex: Ich würde gern mal mit Motorpsycho auftreten, da Interpol schon weg ist.
Thomas: Ja, mit beiden! Aber wir als Hauptband! (lacht) Matthias: Mit Sonic Youth würd ich auch gern mal auftreten…
Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Thomas: Ich bin in Hamburg, das weiß ich jetzt schon.
Auch ohne die zwei?
Thomas: Ne, die kommen ja mit.
Seht ihr euch also in 10 Jahren am musikalischen Ende? Also, wenn er nach Hamburg geht alleine…
(alle lachen)
Thomas: Also, wir haben so schon eine gewisse räumliche Distanz, weil die beiden in Oythe wohnen und ich in Vechta, also wäre der Umzug nach Hamburg das geringste Problem. Das Problem wäre, wenn wir irgendwann alle Vollzeit arbeiten, da sehe ich die große Schwierigkeit.
Matthias: Aber um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich hoffe, dass wir in dieser Frequenz noch weiter proben und auftreten können. Und dann, Wunschdenken auch, die Frequenz von Auftritten und die Popularität zunimmt. Es muss so sein, dass in zehn Jahren noch was ist, und dann hoffentlich noch mit ´nem bisschen mehr Erfolg.
V-City Festival! Würdet ihr es nochmal tun?
Thomas und Matthias: Ja!
Alex: Ich hab die Frage gar nicht richtig verstanden.
Thomas: V-City, so heißt das Festival, auf dem wir gespielt haben in Vechta.
Alex: Ach so! Ja! Also, das Publikum war wirklich super. So eine Resonanz hatten wir bisher noch nicht. Die Stimmung hat sich auch richtig auf uns übertragen. Matthias: Das war auch das Konzert mit den meisten Plattenverkäufen!
Sekt oder Selters
Fest oder flauschig?
Thomas: Flauschig.
Matthias: Fest.
Alex: Flauschig. Flauschig bedeutet Bewegung, Veränderbarkeit. Fest bedeutet Stillstand, Stagnation.
Thomas: Sturkopf.
Bildnachweis: Sönke Meyer
Foto: Sönke Meyer
Alex: Und flauschig fühlt sich gut an.
Spitz oder rund?
Alex: Rund.
Matthias: Spitz.
Thomas: Rund.
Oben oder unten?
Thomas: Oben.
Matthias: Unten.
Alex: Unten.
Thomas: Das geht hier nicht nach den meisten Übereinstimmungen.
Alex: Unten ist sicherer als oben.
Thomas: Meinst du das jetzt nur geografisch, oder?
Alex: Philosophisch!
Stehen oder tanzen?
Matthias: Sitzen.
Alex: Stehen.
Thomas: Stehend tanzen.
Offen oder verschlossen?
Alle: Verschlossen.
Worauf bezogen?
Thomas: Mich!
Matthias: Du?
Thomas: Ja!
Alex: Verschlossen als Anspruch an andere, an vermeintliche Hörer, um sich evtl. auseinander zu setzen, um Zugang zu finden.
(Thomas und Matthias lachen)
Matthias: Pädagoge!
Alex: Ihr seid echt blöd! Das hätt´ ich auch gesagt, wenn ich Metzger geworden wäre.
Matthias: Zweiter Berufswunsch!
Ordnung oder Chaos?
Alle: Ordnung!
Hell oder dunkel?
Alex: Dunkel.
Matthias: Dunkel.
Thomas: Hell, weil gemütlicher.
Alex: Dunkel gemütlicher, sicherer, verschlossener.
Pflanze oder Fleisch?
Alle: Pflanze!
Aber ihr seid nicht alles Vegetarier?
Alle: Nein! Einfach so.
Das Interview führten Britta Simon, Julia Stock und Melanie Ehlert.
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Das war euer Sommer: Studium

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Fotos: Mürvet Ebcinoglu / René Kohn / Jessica Barbato / Melanie Ehlert
Vamos para o Brasil
Von dem Studium an unserer geliebten Hochschule ins Studium an der Universidade Federal da Paraíba (UFPB). Semesterferien werden eh überbewertet. Aber wer meckert schon, wenn er im Paradies am anderen Ende der Welt studieren darf? So weit weg von der gewohnten Umgebung studiert man nicht nur Kunst, Pädagogik, Geschichte oder Sozialwissenschaften, sondern vor allem das Leben selbst. Kaum angekommen, jagt ein Kulturschock den nächsten.
Während in good old Vechta der Sommer langsam ausklingt, geht er in João Pessoa, Paraíba in Brasilien, erst richtig los. Jeden Tag klettern die Temperaturen ein paar Grad die Leiter hinauf und sind mittlerweile bei gut 30 Grad, was sich nach dem etwas lauen deutschen Sommer richtig gut anfühlt. Doch neben all dem Studieren findet man dennoch die Zeit sich die atemberaubende Seite der Stadt zu vergegenwärtigen. Ganz nach Urlaubsmanier versucht man zumindest am Wochenende an den Strand zu gehen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.
Es ist schon ein tolles Gefühl morgens vor der Uni, die hier schrecklicherweise schon um 7 Uhr früh beginnt, am Strand zu joggen oder schon vor dem Frühstück die erste Kokusnuss zu trinken. Dann fällt es einem auch viel leichter sich zu solch unchristlichen Zeiten in eine Vorlesung zu setzen und auch noch mit vollem Elan mitzuwirken.
Die Seminare bestehen hier teilweise aus 15 Personen oder weniger, was das Arbeiten an sich erheblich erleichtert, aber zugleich auch erschwert, denn beherrscht man die Sprache nicht fliessend, kann man schnell den Anschluss verlieren oder sehr wichtige Dinge völlig falsch auslegen. Ein Beispiel: Man nickt immer nett, versteht aber leider nur die Hälfte und auf einmal soll man ein Referat über 200 Jahre deutsche Geschichte auf Portugiesisch halten.
Zum Glück sind die Brasilianer sehr freundlich und helfen und erklären gerne alles noch einmal, damit man auch die Möglichkeit bekommt, sich voll einzubringen. Der ganze Aufwand lohnt sich ohne Zweifel. Denn nach einem anstrengenden Tag voller Wissensaufnahme kommt man auf dem Weg nach Hause am Meer vorbei. Auch wenn man es dann meist nur hören und riechen kann, denn um 18 Uhr ist es hier zappenduster und das Nachtleben beginnt. Dieses ist meist auch nicht ganz ungefährlich. Sobald die Sonne verschwindet, ist Brasilien nicht länger ein Paradies. Beinahe jeden Tag bekommt man mit, dass jemand mit vorgehaltener Waffe überfallen wurde.
Man könnte denken, mitten in einem Film zu stecken, doch leider ist dies die Realität, was einige Bekannte schon am eigenen Leib erfahren mussten. Mit dieser Kehrseite muss man allerdings leben, wenn man die wunderschönen Seiten genießen will.
von Jessica Barbato
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Das war euer Sommer: Praktika

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City and Islington College London
Verglichen mit anderen Praktika, war ich am ersten Tag meines Praktikums an der City and Islington College in London sehr aufgeregt. Es sollte nicht das erste Mal sein, dass ich ein Praktikum in London mache und auch nicht das erste Praktikum in einer Schule. Es war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal Erwachsene als Schüler in London haben sollte. ERWACHSENE. ERWACHSENENBILDUNG. Die Vorstellung allein hat mich schon drei Nächte lang nicht schlafen lassen. Zumal ich mich doch ganz steif auf das Grundschulleben in meiner Zukunft als Lehrerin fixiert hatte. Ich muss sagen, es stellte sich genau als das Gegenteil meiner Befürchtungen heraus. Die Schüler waren Menschen, die beispielsweise einen bestimmten Abschluss (A-Level = Abitur oder GCSE = Realschulabschluss) nachholen wollten oder Frauen, die vor 20 Jahren die Schule abgebrochen haben, weil sie schwanger wurden oder solche, die geistig oder körperlich behindert sind oder gar Menschen, die noch niemals zuvor in ihrem Leben mit Zahlen konfrontiert wurden. Kurz gesagt, diese Schule ist für Jedermann offen und gebührenfrei, was die meisten Situationen erleichtert.
Ich habe in zwei Matheklassen mit sehr niedrigem Niveau assistiert. Die Lehrer-Schüler-Beziehung in Klassen mit Erwachsenen als Schüler ist, muss ich gestehen, viel angenehmer, als die in einer Grundschule. Würde ich Kinder leider Gottes nicht lieben, hätte ich meine ganze Studienlaufbahn mit einem Schlag verändert. Das Erlernen vom jeweiligen Unterrichtsstoff ist selbstständig und demnach ist die Ebene, auf der sich der Unterricht und die Kommunikation stattfindet, sehr unbeschwert. Also das nächste Mal, bevor ich schlaflose Nächte bekomme, versuche ich mich darauf festzulegen, alles etwas “unbeschwerter“ zu sehen.
von Mürvet Ebcinoglu
Fotos: Mürvet Ebcinoglu / René Kohn / Jessica Barbato / Melanie Ehlert
Berlin Brandenburg International School (BBIS)
“I don´t can it”, sagte die kleine Theresa, als sie den Laptop hochgefahren hatte und anschließend bemüht versuchte, das Lernspielprogramm aufzurufen.
Nun ja, wir befinden uns im Klassenraum der 1C in der Berlin Brandenburg International School (BBIS), wo momentan der IT-Unterricht statt findet. Dies ist eines der wenigen Beispiele, die eine internationale Schule von einer stinknormalen öffentlichen Schule unterscheidet. Das will man aber auch erwarten, wenn man Unmengen von Gebühren im Jahr bezahlt, damit das eigene Kind wohlmöglich die beste Bildung bekommt.
Als Praktikantin dieser Schule habe ich ebenso die beste Betreuung bekommen, von der ich zuvor in gewohnten Praktika nicht einmal zu träumen wagte. Und das, ohne Gebühren zu zahlen, wohlbemerkt. Kaffee holen und Akten oder jegliche Papiere ordnen, gehörten diesmal nicht zu meinem Hauptarbeitsbereich. In dieser ASP-Zeit habe ich feststellen müssen, wie interessant, aber auch eigenartig es ist, zu sehen wie Kinder in jungen Jahren versuchen, eine Fremdsprache zu sprechen, die zugleich ihre Schulsprache ist. An der BBIS gab es nur selten Schüler, dessen Muttersprache Englisch war. Daher kamen sehr schnell Beispiele, wie “I don´t can it” zustande (und nicht I cannot), die aus dem Gedanken einer direkten Übersetzung entstehen. Eine süße Herausforderung, möchte ich meinen.
von Mürvet Ebcinoglu
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Das war euer Sommer: Festivals

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Zwischen Schwenkbier und Wellenbrechern
Rock am Ring 01. – 03. Juni 2007
Mittwoch, 30.05.07, sehr früh morgens. Vor uns liegen fünf Tage Rock am Ring, also viel Spaß, Bier, nette Leute und vor allem gute Musik zum Abrocken… Bis es soweit ist, erstmal mit dem Gepäck Tetris spielen, lange im voll gepackten Auto sitzen und einen Zwischenstopp für den letzten Einkauf einlegen. Grad angekommen, geht’s weiter mit der Zeltplatzsuche, was bei einem ausverkauften Festival mit über 80.000 Besuchern mehr als schwierig ist, wenn man nicht stundenlang zum Parkplatz und zum Festivalgelände laufen will.
Endlich etwas gefunden, die Nachbarn sind akzeptabel und der Waldrand entpuppt sich trotz Trampelpfad und offenem Zaun ausnahmsweise nicht als WC-Ersatz. Die ersten beiden Tage sind zwar etwas verregnet, doch wir lernen schnell Schwenkbier kennen. Ganz einfach ein Band am Pavillon befestigen, Flaschenöffner daran anbinden, Bierflasche an den Flaschenöffner hängen, ein bisschen schwenken lassen, Flasche abziehen und *prost*.
Aber es geht ja um die Bands. Wir starten den Freitag mit BILLY TALENT, müssen dafür zwar auf RAZORLIGHT verzichten, aber den Platz im ersten Wellenbrecher will niemand aufgeben, da noch MUSE kommen und LINKIN PARK dem ersten Abend an der Centerstage einen mehr als würdigen Abschluss verpassen. Von einem Ende ist noch lange nicht die Rede, denn es geht gleich rüber zur Alternastage, wo THE WHITE STRIPES und abschließend EVANESCENCE unsere Nacht noch verlängern.
Der Tag danach verläuft wie immer. Man versucht, ihn irgendwie zu überstehen und man setzt am besten da fort, wo man am Abend aufgehört hat, um den richtigen Einstieg für den zweiten Festival-Tag zu bekommen. Es erwarten uns immerhin die BEATSTEAKS, aber bis die auf der Bühne stehen, vertreiben wir uns die Zeit mit den KAISER CHIEFS, MANDO DIAO und der Suche nach einer Erinnerung in Form eines T-Shirts. Damit kann man nicht früh genug anfangen, wie wir am Sonntag bemerken, da wir uns Samstag nicht entscheiden konnten. Sonntag war dann nur noch ein lächerlicher Rest übrig. Doch was ist schon ein T-Shirt, wenn man die beste Band der Welt sehen kann. Niemand Geringeres als DIE ÄRZTE beenden den letzten Tag, und die will anscheinend niemand verpassen. Deshalb ist es auch schon vier Stunden vorher total überfüllt, was aber bestimmt auch an den Vorgängern GOOD CHARLOTTE, VELVET REVOLVER und KORN liegt. Wem es bei den ÄRZTEN zu voll ist, der kann sich Richtung Alternastage bewegen und dort in einer überschaubaren Menge mit den SCISSOR SISTERS und WIR SIND HELDEN den letzten Abend ausklingen lassen.
Wie der Montag aussieht, weiß jeder, der mal auf einem Festival war, und ich erspare mir daher Ausschweifungen in unsere Aufräumaktionen. Stattdessen gebe ich allen, die vom 6.-8. Juni 2008 noch nichts vorhaben, einen Tipp. Es gibt schon Karten für Rock am Ring 2008.
von Corinna Gritzka
Foto: Melanie Ehlert
Matsche, Musik und Mutti
Du ziehst Gummistiefel an, um die Tanzfläche zu rocken? Der Kräuterschnaps tritt anstelle deiner Mutti? Um viertel nach acht läuft kein Film, sondern deine Lieblingsband und das live direkt vor deinen Augen? Das geordnete Chaos deiner Studentenbutze weicht heillosem Durcheinander von holländischen Bierdosen, Grillgut und Papiertellern, das sich um dich herum auftürmt und bis zu deinen Knien reicht? Umrahmt ist der Schauplatz von Absperrbändern, schmalen Stangen, die so gerade eben die Planen der Pavillonlandschaften zusammenhalten, welche sich vor den blauen und grünen Bühnen dieser Welt befinden. Wo wir sind? Richtig, in Scheeßel. Auf dem Hurricane-Festival. Die elfte Auflage fand in diesem Sommer statt. 55.000 Besucher jubelten den ca. 60 Bands zu und sorgten für ausgelassene Partystimmung. Platzregen und Weltuntergangsstimmung des letzten Jahres gab es dieses Mal (zum Glück) nicht, dafür aber jede Menge gute Musik. Neben den Großen wie zB FANTA 4, INCUBUS, MARILYN MANSON, PLACEBO und PEARL JAM überzeugten aber vor allem auch die kleineren Bands, hier etwa THE SOUNDS, KINGS OF LEON, PERCUPINE TREE oder auch SNOW PATROL. Aber sind wir doch ehrlich: kleine Bands gibt’s doch gar nicht mehr. Fazit: Hurricane 2007 – drei Tage Party mit richtig gutem Sound und absolut hörbaren Tracks.
von René Kohn
Serengeti
Endlich ein Festival für die Region Ostwestfalen-Lippe sollte es sein. Außerdem wild und hungrig. Das Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock, welches das zweite Jahr in Folge den Sommer bereicherte. Nun gut, dieses Festival ist noch jung und somit lernfähig. Dass Zeltplätze in Nähe zum Gelände toll wären. Dass eine Besuchermeute auch gut mehrere Essensstände plündern kann. Dass quadratmetergroße Matschpfützen mit Stroh trockengelegt werden können. Dass zu hohe Getränkepreise den Umsatz auch nicht fördern.
Trotzdem spürte ich das Herzblut an jeder Ecke. Die Betreiber des Schwimmbades etwa, von mir mit einem imaginären Verdienstkreuz ausgezeichnet. Die Bands, die trotz hektoliterweise Regen gut gelaunt waren. Die Polizisten, die uns einen Parkplatz freihielten.
Seit diesem Festival weiß ich, dass ich schon ganz schön alt bin. Zumindest gefühlt doppelt so alt wie das Gros der Besucher. Aber auch, wie bequem ein Auto sein kann und wie toll jemand ist, der mit einem fühlt und lacht. Und im Schlamm tanzt.
von Julia Stock
Spiderschwein meets Gangstas
Höchstenbach, 80km südlich von Köln. Ein beschaulicher Ort im Westerwald, könnte man meinen. Nicht so vom 9.- 11. August, denn da gabs beim neunten Fun&Crust was auf die Ohren. KORPIKLAANI, DISILLUSION und DOG EAT DOG sowie unbekanntere Bands wie beispielsweise DEATHTERROR und MOTORJESUS sorgten für Stimmung. Bei letzterer mag man sich allersdings fragen, was eine Crossover-HipHop-Band auf einem Metal-Festival zu suchen hat. Die am Samstag Abend zu Dog Eat Dog anreisenden HipHopper stießen dann auf nicht besonders viel Begeisterung bei den überwiegenden Metalfans, ebensowenig wie das Wetter. Es regnete des Öfteren, sodass man auf dem Campinggelände ohne Weiteres ein Schlammcatchen hätte durchführen können. Somit ein kleines Festival mit Staatsforsten Flair und mit 10 Euro Eintritt durchaus erschwinglich. Einziges Manko: Anfahrtskosten.
von Björn Franke
Mehr als das, ein Lebensgefühl
Vor solchen Leuten hat uns unsere Großmutter immer gewarnt: langhaarig, schwarz gekleidet und benietet. Kurz: Metaller. Trotzdem ist es eines der Festivals mit dem wenigsten Krawall und Vandalismus.
Das Wacken Open Air lockt jeden August Tausende von Metalfans (in diesem Jahr offiziell 60.000 zahlende Besucher) aus aller Welt in das beschauliche Dorf Wacken in Schleswig-Holstein. In den drei Festivaltagen, welche gerne auf eine Woche ausgedehnt werden, liegen auch alle Einwohner im Metallfieber: Im Kaufhaus für die Landfrau hängt das Manowarshirt einträchtig neben Kleingeblümten. Beladen mit Bier, Grillkohle und frühstückssaftigem Erdbeerlimes stürmten wir das nasse Gelände, um im Endeffekt einen sonnigen Zeltplatz in Zurückfallentfernung zu den Bühnen zu finden. Und dann fünf Tage Wacken. Was mehr ist als ein Festival. Es ist ein Lebensgefühl mit seinem ganz eigenen Charme „Wer pennt der brennt und waschen ist nicht Heavy Metal!!!“
von Julia Stock
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Das war euer Sommer: Der Stoppelmarkt …mal anders

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Tagebuchausschnitt einer Cocktailmixerin
Samstag, 18.08.2007
17:00 Uhr: Hoch vom Sofa und ab in die Arbeitsklamotten. Schwarzes T-Shirt angezogen, Hawaiikette und Blinkis befestigt, Schminke ins Gesicht, das Lächeln nicht vergessen und ab in den Bus zum Stoppelmarkt. Es ist Samstag! Das bedeutet Stress pur und total betrunkene Gäste! Meine Lust schwindet schon als ich den Bus betrete. Alle sind in Feierlaune, nur ich muss arbeiten. Aber es hilft nichts…ans Geld denken, immer nur ans Geld denken, sage ich mir immer wieder.
18:00 Uhr: Los geht’s! Mein Arbeitsbereich ist die Cocktailbar. Jetzt beginnt der langweilige Teil. Die Bar muss aufgefüllt und geputzt werden.
19:00 Uhr: Gääääähnende Leere. An der Cocktailbar ist nichts los. Wir stehen uns die Beine in den Bauch und fangen aus Langeweile an, selbst gemixte Cocktail-Kreationen zu trinken. Man muss sich ja schließlich auf dem gleichen Level wie seine Gäste bewegen. 21:30 Uhr: Erste Gäste… Ich „prügel“ mich mit meiner Kollegin um die Bestellungen. Bitte! Gebt mir Arbeit! Der DJ macht sich langsam warm und wir essen noch schnell ein paar Käsebrote, um für die kommende Hungersnot vorbereitet zu sein.
23:30 Uhr: HILFE!!! Wo kommen auf einmal die ganzen Leute her??? Von der Langeweile in den totalen Stress. Jetzt heißt es nur noch: „Shaken bis der Arzt kommt!“ Die Musik dröhnt in den Ohren, die Erde bebt, die Gläser tanzen. Trotzdem haben wir Spaß an der Arbeit, die Leute sind gut drauf, und wir feiern hinter der Theke mit.
2:30 Uhr: „Wie bitte? Was möchten sie trinken?“ Versteh einer die Leute! Innerhalb von gut zwei Stunden sind die Gäste so betrunken, dass die Bestellungen kaum mehr zu verstehen sind. Da hilft nur noch mittrinken! Unsere Bäuche knurren um die Wette… Huunger! Hoffentlich haben wir bald Zeit für eine neue Ladung Käsebrote.
3:30 Uhr: Spätestens jetzt sind wir hinter der Bar Ansprechpartner für alle psychischen Problemchen von einsamen und gebrochenen Herzen bis hin zu Racheplänen für Exfreunde oder Exfreundinnen.
4:00 Uhr: Die Musik ist aus. ENDLICH!!! Langsam leert sich das Zelt. Nur noch wenige Gäste bestellen etwas. „Bitte!!! Fahrt doch alle nach Hause!“, denke ich und stelle mir mein warmes Bett vor. Ich will endlich liegen und meine Füße hochlegen.
5:00 Uhr: Der harte Kern ist immer noch da und ich fange schon an, mit meiner Kollegin die Cocktailbar wieder sauber zu machen.
6:00 Uhr: FEIERABEND! Das Zelt wird endlich dicht gemacht ,und die letzten Gäste gehen nach Hause.
6:30 Uhr: Endlich im Bett. Ich will nur noch schlafen…bis es morgen um 14:00 Uhr wieder losgeht. Puuuuh! Aber: …“ans Geld denken, immer nur ans Geld denken“, sage ich mir, noch bevor ich einschlafe.
von Sarah Gudenkauf
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Für Kreativität und Kindergeburtstag, für Pädagogik und Praktikum

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Einen Vortrag über den Sinn und den Nutzen des Spielens muss ich hier wohl nicht halten, schließlich studieren die meisten von uns Pädagogisches und haben es somit schon pflichtmäßig gehört. Und sicher gibt es welche unter uns, die gerne spielen und auch schon Spiele angeleitet haben. Für diese und auch für alle angehenden Spielleiter stelle ich hier das von mir als solches titulierte Standardwerk des Spielens vor: „666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen“ von dem Spielpädagogik-Dozenten Ulrich Baer. Alle Spiele wurden von ihm selbst entwickelt oder spielerisch getestet und haben eine „pädagogische Nebenwirkung“, zum Beispiel Kooperation oder gegenseitige Achtung.
Die kurzen und verständlichen Spielanleitungen sind alphabetisch geordnet und bei jeder Beschreibung ist schnell einsichtig, wie die Spieler gruppiert werden müssen (Paare, im Kreis etc.), welchen Charakter das Spiel hat (ruhig, gesellig, aktiv etc.), wie lange das Spiel wahrscheinlich dauert, für welches Alter und welche Gruppengröße es geeignet ist, welches Material benötigt wird, was gelernt werden kann (Kooperation üben etc.) und zur Behandlung welchen Themas das Spiel genutzt werden kann (Angst, Sexualität etc.). Diese genaue Beschreibung macht „666 Spiele“ zu einem wahrem Highlight unter den Spielebüchern. Zusätzlich zu der thematischen Auflistung, die es ermöglicht, das gerade passende Spiel herauszusuchen (zum Beispiel alle Interaktionsspiele zur Gruppenpädagogik und Spiele zum Sozialen Lernen) gibt es noch von Baer zusammengestellte Listen der jeweils zehn besten Spiele.
Dieses Buch kann ich euch nicht nur zum Ausleihen empfehlen, meiner Meinung nach ist das auch ein lohnender Kauf.
Ulrich Baer: 666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen
Signatur: 359786
von Julia Stock
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Von Leid zu Lebensfreude, von Hypnose zur Heilung

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Wer wollte nicht mal einen Blick hinter die Kulissen werfen? Wer wollte nicht gern Wissen wie, ein großer Denker zu seiner Erkenntnis kommt, wie er sein Leben gestaltet, wovor er Angst hat und wann er weint?
Irvine D. Yalom ist bekannt für seine Veröffentlichungen zum Thema Psychotherapie. In „Und Nietzsche weinte“ begibt er sich mit Hilfe der Fiktion an die Anfänge derselbigen. Im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts trifft Herr Dr. Breuer (bekannt für die Erforschung des Gleichgewichtssinns) auf den schwer kranken Nietzsche. Dieser befindet sich in der Blüte seines Schaffens und möchte trotz starker Beschwerden eigentlich gar nicht behandelt werden.
Doch seiner Auftraggeberin Lou Salomé zuliebe liefert sich Dr. Breuer spannende, intellektuelle Rededuelle mit Nietzsche, um ihn von einer Behandlung seiner Psyche zu überzeugen. Letztlich gelingt es ihm durch eine List, ihn in einer Klinik unterzubringen, um dort das Experiment psychische Genesung zu starten. Dr. Breuer hat einen jungen Protege: Ein junger Medizinstudent namens Freud, welcher bei ihm ein und aus geht und für den Verlauf der Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird.
Tiefe Einsichten über Begegnungen, Enttäuschungen, Sehnsüchte, Macht und Ohnmacht, kurzum über das Leben bietet die Lektüre dieses dabei auch immer spannenden Romans. Es ist fast so, als erlebte die Leserschaft die Geburt der Psychotherapie mit.
Irvine D. Yalom: Und Nietzsche weinte
Signatur: 383222
von Stefanie Bruns
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Blut, Horror und ein berühmter Vater

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Damals, als im Winter noch richtig Schnee lag, unter jedem Bett ein Nachttopf stand, vierzig noch nicht das neue Dreißig und sowieso alles besser war, war es völlig normal, wenn jemand den selben Job hatte wie sein Vater. Heute gilt das als einfältig und einfallslos, mitunter sogar als fiese Vorteilsnahme. Wahrscheinlich hat Joe Hill, der eigentlich Joseph Hillstrom King heißt, deswegen niemandem erzählt, dass bereits sein Vater Horror-Romane schreibt.
Ja, richtig, Joe Hill ist der Sohn von Mister Horror-Roman persönlich, sein Vater ist Stephen King. Der 35-jährige hat diesen Umstand verschwiegen, er wollte „nicht auf dem Ticket des Vaters“ reisen, wollte verhindern, dass sich Verleger nur wegen seines Nachnamens für ihn interessieren. Nach dem Erscheinen seines Debüt-Romans Blind – der im Original nach dem Nirvana-Song Heart-Shaped Box benannt wurde, den MTV spielte, als sich Kurt Cobain 1994 in den Kopf schoss – deckte die Zeitschrift Varietes auf, wessen Sohn Hill ist. Keine detektivische Meisterleistung, mit seinem buschigen Bart und dem befremdeten Blick sieht Hill fast genauso aus, wie sein Vater in seinem Alter.
Bildnachweis: wikimedia commons
Nein, das ist nicht Stephen
King. Es ist Joe Hill.
Urheber: jlassen / Wikimedia Commons (Lizenz: GNU-Lizenz)
Der Roman handelt von dem in die Jahre gekommenen Rockstar Judas Croyne, der mit seiner Freundin Georgia und seinen nach AC/DC-Migliedern benannten Hunden Angus und Bon gelangweilt in den Tag hinein lebt und seine Millionen verprasst. Als der Sammler makaberer Artefakte – er nennt unter anderem ein Kochbuch für Kannibalen, ein Snuff-Video und einen gebrauchten Henkers-Strick sein eigen – von einer Online-Auktion erfährt, in der ein Anzug angeboten wird, an den der Geist eines kürzlich Verstorbenen gebunden sein soll, greift er kurzerhand zu, und ersteigert ihn zum Sofort-Kaufen-Preis von 1000,-$. Anders als von Croyne angenommen ist die Auktion jedoch nicht bloß ein Scherz, der Geist ist echt und will Rache für seine Stieftochter, die wegen Croyne Selbstmord begangen hat. Ein blutiger Horrortrip beginnt, bei dem der alte Rocker sich seiner Vergangenheit stellen muss.
Blind ist ein solider, gut gemachter Horror-Roman. Er kommt schnell in Fahrt, ist temporeich und spannend, reißt den Leser mit. Stellenweise wirkt er aber splatterhaft und trieft vor Blut.
Den Texten von Stephen King ist er stilistisch nicht unähnlich, Joe Hill erzählt genauso gnadenlos, allerdings knapper, verzichtet auf das Beschreiben jedes noch so winzigen Details, das für seinen Vater so typisch ist, von manchen Nein, das ist nicht Stephen King. Es ist Joe Hill. Lesern aber als lästig empfunden wird. Und selbstverständlich spielt die Geschichte nicht in dem nordöstlichen US-Bundesstaat Maine, wo nahezu alle Stephen-King-Romane angesiedelt sind.Sein, von dem 1915 hingerichteten Gewerkschaftsaktivisten und Liedermacher Joel Emmanuel Hägglund ausgeliehenes, Pseudonym hat sich Hill bereits vor über zehn Jahren zugelegt. Vor seinem Erfolg mit Blind hat er bereits vier Romane geschrieben, die aber niemand verlegen wollte. Hill sagt selber, dass er damals erst lernen musste, wie man eine Geschichte so aufbaut, dass sie von Beginn an interessant ist. Lediglich die Kurzgeschichten- Anthologie 20th Century Ghosts wurde 2005 veröffentlicht, und mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet, sie ist 2007 mit dem Titel Black Box in Deutschland erschienen. Blind ist sehr erfolgreich, dass Buch ist in 20 Ländern erhältlich, die Firma Warner Bros. hat sich bereits die Filmrechte an dem Stoff gesichert.
Auch Hills jüngerer Bruder Owen ist Schriftsteller. Er schreibt aber keine Horror- Romane, sondern wendet sich mit politischen Texten aktuellen Problemen zu.
Das Verhältnis zu seinem Vater bezeichnet Hill als großartig, auch die Widmung des Romans lautet „für meinen Vater, er ist einer von den Guten“. Die in Interviews immer wieder auftauchenden Fragen nach seiner prominenten Familie, seiner Kindheit mit dem Horror-Genie, Ex-Alkoholiker und Ex-Kokser Stephen King und dem Umgang mit dem Erfolgsdruck, dem er als Sohn eines Autors, der in seinem Genre alles erreicht hat, ausgesetzt ist, beantwortet der meist als schüchtern aber sympathisch beschriebene Horror- Schriftsteller geduldig.
Im Internet wird Hill als Bereicherung, ja sogar als die Zukunft des Horror-Genres bejubelt und hat, obwohl bis vor kurzem noch relativ unbekannt, einen festen Kreis von Fans. Er selber sieht in seinem Roman kein Meisterwerk, aber einen, wie er sagt, guten Trip.
Eine faire Selbsteinschätzung eines interessanten Nachwuchsautors, von dem man gerne noch mehr lesen möchte.
Offizielle Homepage: www.joehillfiction.com
von Stefan Hirsch
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Am Morgen danach

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Als ich am Morgen nach unserer Party aufwachte, hatte ich Gewürz-Ketchup in den Augen, und auf meinem Bauch hatte jemand Tictactoe gespielt. Mit Edding. Wie es dazu gekommen ist, wusste ich leider nicht mehr, aber eigentlich wollte ich das auch gar nicht.

Auch meinen Mitbewohnern machten die Nachwirkungen der Feier zu schaffen. Charlene wachte am nächsten Morgen mit jemand Unbekanntem in ihrem Bett auf…

…und Enrico und Bob komplettierten ihre Erinnerungen an die vergangene verrauchte und alkoholisierten Nacht in einem entspannten Wohnzimmergespräch. Vor allem Bob hätte sich jedoch wohler gefühlt, wenn man eben jene kaltherzig den Furien des Vergessens zum Fraß vorgeworfen hätte.

überhaupt hatte es Bob am meisten übertrieben. Mit einem Joint in der einen, und einem Glas Wein in der anderen Hand, hatte er jedem stundenlang von einer absurden Theorie erzählt, der zu Folge wir Spielfiguren seien, deren Erlebnisse als Bildergeschichten in einem Unimagazin erscheinen.
Auf welche absurden Theorien stößt die WG beim nächsten Mal? Werden sie dahinter kommen, wer sie wirklich sind? Wer liegt am Neujahrsmorgen in Charlenes Bett? Und was geschah auf der legendärsten Silvesterparty zuvor? Das und vieles mehr erfahrt ihr vielleicht schon in der nächsten Ausgabe im Januar 2008.
von Stefan Hirsch
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Katzenalarm in der Ruhezone

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Es gibt immer was zu tun. Andree Wrobel bei der Arbeit.
Foto: René Kohn
Wer die nötige Ruhe zur Arbeit braucht, der ist hier genau richtig: Unsere Säule für diese Ausgabe arbeitet nämlich in der Bibliothek. Selbst in den Büros im Untergeschoss hört man eher Stecknadeln fallen und erst recht kein Radio. So was sei nicht erwünscht, sagt Andree Wrobel, für den dies zumindest am Anfang eine ganz schöne Umstellung bedeutete, als ich ihn am Ort der Ruhe besuchte.
Seit wann bist du an der Hochschule?
Seit dem August 1997 bin ich an der HS Vechta.
Zehn Jahre. Also Dienstjubiläum?
Nein, kein Dienstjubiläum. 25-jähriges Dienstjubiläum hab ich 2010, in drei Jahren.
Was hast du also davor gemacht?
Zwölfender war ich vorher.
Zwölfender?
Ich war zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Das kommt aus der Jägersprache.
Zwölf Jahre Bund gab‘s also vorher.
Ja, und noch davor war ich gelernter Elektroinstallateur. 1985 war das. Da war ich Geselle. Dann kam die 15-monatige Wehrpflicht. Weil die Baukonjunktur am Boden war, hab ich mir den Laden (Bundeswehr) erst mal genauer angeguckt und mich für vier Jahre verpflichtet. Als der Arbeitsmarkt immer noch nicht besser war, hab ich mir gedacht: Machste Nägeln mit Köpfen und verpflichtest dich auf zwölf Jahre.
Also bis 1997. WIe kam es dann zur HS?
Ich habe ein Praktikum in der Landesbibliothek in Oldenburg gemacht. Auf einmal hatte ich die Papiere für die Bibliotheksschule in Hannover in der Hand. Ich absolvierte eine zweieinhalbjährige Ausbildung an wissenschaftlichen Bibliotheken. Danach konnte ich drei Wünsche angeben, wo’s hingehen sollte. Auf der Liste stand unter anderem Vechta drauf. So ging’s dann hierher.
Und die Berufsbezeichnung lautet?
Damals hieß es Bibliotheksassistent. Heute nennt sich das Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek.
Was machst du als FaMI in der Hochschule Vechta?
Ich bin zuständig für die Aussonderung. Das ist mein Hauptjob. Oben (Erdgeschoss der Bibliothek) gibt es ja den Stand mit Büchern zum Mitnehmen. Davon hab ich die meisten ausgesucht. Ansonsten bin ich Mädchen für alles. Ich arbeite etwa mit der Beschaffungsstelle zusammen, plane den Ab- und Aufbau von Regalen. Ich bin für die Kopierer zuständig. Ausleihe mache ich auch. Stellvertretender EDVAdministrator. Es gibt immer was zu tun.
Du arbeitest in einer Bibliothek. Nahe liegende Frage: Wie sieht’s aus mit dir und der Literatur?
Normalerweise sagt man ja, Leute, die in der Bibliothek arbeiten, lesen viel. Mag sein. Aber ich bin ja anders vorbelastet und nicht hiermit groß geworden. Und was ich am liebsten lese, sind daher eher Elektronikbücher. Also gibt‘s schon mal keinen Lieblingsautor, geschweige denn eine literarische Figur, die ich gerne mal sein will (solche Fragen waren vorgesehen, Anm. der Redaktion). Ich kann ja schlecht sagen: Ich möchte gerne ein Transistor sein. (Es wird lauthals gelacht)
Was war dein bisher lustigstes Erlebnis im L-Gebäude?
In öffentlichen Gebäuden sind Tiere verboten. Und vor ein paar Jahren hatten wir auf einmal eine Katze im Gebäude. Die Katze hat es geschafft, trotz der Doppeltüren jedes Mal wieder rein zu kommen. Ich hab sie dann genommen und wieder nach draußen getragen. Irgendwann kam sie darauf, den anderen Eingang zu nehmen. Sie huschte dann immer mit den Besuchern ins Gebäude. Tja, und ich hatte nebenbei noch Ausleihe. Die Benutzer fanden’s lustig. Das Ganze dauerte etwa drei Stunden.
In der Position des Chefs: Was würdest du verändern in der Bibliothek?
Abgetrennte Räume für die PC-/Internetbenutzung. mehr Einzelarbeitsräume für die Studenten schaffen. Medienvielfalt. Habe ich mehr Platz, kann ich mehr Medien kaufen. Mehr Geld für Beschaffungen. Das alles hätte zur Folge, dass wir den Benutzern mehr Leistungen bieten können.
Hast du noch was, was du den Studenten und Studentinnen mit auf dem Weg geben willst?
Was ich natürlich jedem wünsche, ist, dass er einen Job bekommt. Klar, natürlich auch erst einmal den Abschluss. Aber letztlich geht’s ja darum, dass man Arbeit hat.
Das Interview führte René Kohn.
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Wohin mit Problemen im Studium?

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Zuerst muss man das vorhandene Problem analysieren und feststellen, um was es sich genau handelt. Ist es fachlicher Natur, d.h. wenn man sich über einen Dozenten beschweren will, die Räume zu klein sind oder die zu leistenden Anforderungen eines Teilmoduls zu hoch für die zu erwartenden APs sind, dann ist der jeweilige Fachrat der richtige und kompetente Ansprechpartner. Der Fachrat hat in den meisten Fällen ein gutes und offenes Verhältnis zu den Lehrenden und den Institutsleitenden. Große und kleine Probleme können von den Fachräten über den „kurzen Dienstweg“ durch ein kleines Gespräch oder durch einen offiziellen Brief/Beschwerde in Angriff genommen werden. Man kann sich durch die Aushänge an den jeweiligen „schwarzen Brettern“ oder via Internetseite des Fachbereiches informieren, wer von euren Mitstudierenden Mitglied im Fachrat ist. Danach kann man den Mitgliedern entweder via E-Mail oder während der Fachratssitzungen persönlich sein Problem schildern. Nun liegt es an den Fachräten aktiv zu werden. Sollten die Fachräte gegen eine Mauer laufen und trotz intensiver Bemühungen dennoch nichts erreichen, kann der AStA den Fachrat unterstützen und auch das Gespräch suchen oder aber die nächst höheren Stellen im Präsidium in Kenntnis setzen. Denn bei allen Bemühungen kann man auf Missstände nur hinweisen und diese schriftlich festhalten, so dass eine offizielle Aktennotiz entsteht. Ob auf die Sorgen und Nöte letztlich eingegangen wird, hängt von den einzelnen Instituten und Fachbereichen ab. Zwingen kann man hierbei niemanden, aber man macht auf die Lage aufmerksam. Meistens werden alle Probleme in kurzer Zeit gelöst. Aber infrastrukturelle Probleme, wie z.B. zu wenig und zu kleine Räume brauchen natürlich etwas mehr Zeit. Neue Gebäude kann sich die Hochschule nicht einfach schnitzen, und unglückliche Planungen gibt es überall. Beschwerden sind richtig und wichtig, aber ein wenig Geduld sollte mitgebracht werden. Die Mühlen aller Bürokratien in Deutschland (und überall in der Welt) mahlen sehr langsam. Da sind Hochschulverwaltungen nicht anders.
Aber manchmal gehört es auch zu dem Studium, als Studierender zu improvisieren und mit schwierigen Situationen zu Recht zu kommen. Denn ein Studium an einer Universität ist nun mal keine Schulausbildung. Es wird, gerade wenn man 2 oder 3 verschiedene Fächer hat, immer wieder zu Überschneidungen kommen, oder dass man manchmal zwei Prüfungen an einem Tag hat. Alles in allem ist man hier in Vechta doch an einer Einrichtung, in der man sich kennt und in der die Dienstwege sehr kurz sind. Auf die meisten Wünsche der Studierendenschaft geht man ein und versucht, diese so schnell wie möglich umzusetzen. Das sieht in Massenuniversitäten wie Münster und Göttingen schon ganz anders aus.
von Arnold Hobbacher
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Nächster Halt: Neuwieder Straße

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Fotos: Björn Franke
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Fotos: Björn Franke
Mehr Infos im Netz unter:
www.sproutbau.de
sproutbau.blogspot.com
Bremen-Tenever. Eine Bausünde der siebziger Jahre, Hochhauskomplex neben Hochhauskomplex. Vermutlich weitaus weniger ansehnlich als Städte wie Koblenz, die in dieser Gegend den Straßen ihre Namen gaben. Seit einigen Jahren ist der Stadtteil Teilnehmer des Projektes „Soziale Stadt“ (Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf) – Quartiersmanager werden eingesetzt, es wird saniert und zum Teil auch abgerissen. Einer der Hochhauskomplexe bekam im August jedoch noch einmal neue Bewohner.
79 Menschen aller Altersklassen und kultureller Hintergründe aus 15 Nationen bewohnten für einen Monat die Neuwieder Straße 48-52 im Rahmen des Wohnexperiments „Sproutbau“: 45 Projekte zum autonomen, nachhaltigen Wohnen.
Leider waren wir einen Tag vor Beginn der dreitätigen Ausstellung „Betonale“ dort, sodass wir leider nur in wenige Wohnungen der Künstler Einblick erhielten. Die „Werke“ im öffentlichen Raum verdienten aber durchaus ihre Aufmerksamkeit: Comics, die sich über die Wände eines Treppenhauses zogen, eine Sonnendeck-Terasse auf dem Dach, ein goldener Hühnerstall im dreizehnten Stock. Weitaus befremdlicher wirkten die Wohnungen, in die keine Künstler gezogen waren, mit ihren Überresten aus vergangenen Zeiten: Window-Color-Gemälde in einem Bad oder die pseudo-poetischen Edding- Kreationen an den Wänden, die wahrscheinlich auf Drogentrips entstanden. Dies hatte im Gegensatz zu den durchdachten und durchgestylten Künstlerwohnungen eher den Charme eines Abrisshauses.
Doch im “Sproutbau” ging es nicht nur um Kunst, sondern auch um soziale Aspekte. In der “Volksküche” wurde verpflegt wie in einer Hippiekommune, jeder konnte im “Nachtcafé” mal DJ werden, auf einer großen Pinnwand wurden gegenseitig Dienste angeboten und einen Tag vor der großen Eröffnung wurde Hand in Hand gearbeitet.
Laut den Organisatoren soll in der ersten Hälfte des Jahres 2008 eine Dokumentation in Buchform erscheinen.
von Björn Franke und Julia Stock

Bilderalbum
uniVista No. 06: Sproutbau
uniVista No. 06: Sproutbau
Wohnexperiment und Kunstprojekt “Sproutbau” in Bremen-Tenever (Fotos von Björn Franke)
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Gyroseintopf

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für 4 Personen
Zutaten:
  • 400 g Schweinefleisch „Gyros Art“
  • 150 g Zwiebelstreifen
  • 20 g Olivenöl zum Anbraten
  • 100 g Reis
  • 200 g Weißkohl in Streifen geschnitten
  • 250 g Paprikastreifen, bunt (rot, grün, gelb)
Gewürze:
  • Kräuter der Provence
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Paprika edelsüß
  • Pfeffer weiß gemahlen
  • 200 g Tomatenketchup
  • 0,8 l Gemüsebrühe oder Wasser
Das Schweinefleisch in Öl anbraten und Zwiebeln dazugeben. Mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 30 Minuten kochen lassen. Danach die restlichen Zutaten dazugeben und ca. 15 Minuten vorsichtig köcheln lassen. Zum Schluss mit den Gewürzen abschmecken.
Einen guten Appetit wünscht Ihnen
uniVista und das Mensateam Vechta
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Tomaten-Mozzarella-Wraps mit Basilikum Dip

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Bildnachweis: rk
Foto: René Kohn
für 4 Personen
Zutaten:
  • 4 Weizentortillas
  • 1 kleiner Eisbergsalat
  • 2 gr. Tomaten
  • 250 g Mozzarella in Scheiben oder geraspelt
Für den Basilikum Dip:
  • 120 g Mayonaise
  • 120 g saure Sahne
  • 1/2 fr. Basilikum in Streifen
  • Mit Salz, Pfeffer, Zucker und etwas Olivenöl abschmecken
Die Weizentortillas mit dem Basilikum Dip einstreichen, den gewaschenen und in Streifen geschnittenen Eisbergsalat darüber verteilen und mit den Tomatenscheiben belegen. Mozzarella in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls darüber legen. Den Tortillas vorsichtig zusammen rollen und diagonal halbieren.
Einen guten Appetit wünscht Ihnen
Melanie Haskamp, Köchin in der kalten Küche
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Esens – Die kleine Stadt der großen Bären

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Weiter geht‘s nicht
Endstation Esens
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Die frische Luft, die durch den kleinen Ort zieht, schmeckt nach Meer. Wir sind mitten in Esens, der letzten Station auf der Semesterticketroute, wenn man gen Norden zieht. Der Weg ist weit, aber er lohnt sich, denn der charmante Ort mit seinen gerade 7000 Einwohnern bietet mehr als man erwartet. Das ist natürlich ein Verdienst der Nordseetouristen, aber dazu später mehr. Als wir aus dem Zug steigen, sind wir zuallererst im Niemandsland. Das Ballungszentrum von Esens, oder nennen wir es Innenstadt, ist noch ein paar Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Auffallend in Esens, welches auch einen eigenen Wikipedia-Artikel sein Eigen nennen darf, ist die Dichte an Bärenskulpturen, die an vielen Straßenecken zu bewundern sind. Mal bunt bemalt, mal im Anzug. Esens legt Wert auf seine Bären, denn es ist das Wappentier des Ortes, wie wir auf einer nett gemachten Infotafel erfahren. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die dieses Städtchen liebenswert machen: Das unterirdische Flüsschen, welches durch Glaspflastersteine zu sehen ist, die Innenstadt, die mit kleinen Geschäften zum Stöbern einlädt und die Restaurants mit ihren kulinarischen Spezialitäten. Aber aufgepasst, wo es so angekündigt ist, bekommt man auch wirklich keine Pommes! Großartige Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht erwarten, es ist eher das Urlaubsflair, das uns entspannen lässt. Ein lohnenswerter Spaß sind die Scooter, die man vor dem Museum („Holarium“) finden kann und die wesentlich interessanter sind als die 3D-Illusionenausstellung selber. Hier kann man für kurze Zeit noch mal Kind sein, wie zwei unserer Redakteure feststellen. Wir merken schon, dass Esens eher eine Durchgangsstation zum Meer ist. Ein zweites Mal werden wir aber doch auf Esens treffen: wenn wir von der Nordsee zurück zum Bahnhof wollen. Also verscherzen wir es uns lieber nicht mit den durchweg netten Einwohnern und genießen das Meer.
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Der Weg zum Meer
Die Stadt hat ja einiges zu bieten, doch die meisten zieht es doch nach Esens, weil sie Meer sehen wollen. Das ist auch ohne weiteres möglich, nur nicht in Esens. Jedenfalls nicht direkt.
Doch es fahren regelmäßig Busse nach Bensersiel direkt zum Hafen. Dort angekommen ist es möglich eine Fahrt mit der Fähre zu machen. Aber auch ein Strandspaziergang hat seinen ganz eigenen Charme. Wer nach kurzem Fußmarsch bis zum Meer gekommen ist fi ndet einen schönen Sandstrand an dem auch so manches Strandgut angespült wurden ist. Das lässt das Entdeckerherz natürlich hochschlagen. Von der klassischen Muschel bis hin zum Hühnergott
Ist alles zu finden und auch die Erbauer von Burgen kommen auf ihre Kosten. Aufgrund der Nähe zu Esens lohnt sich auch ein Kurztrip ans Meer um die Seele baumeln zu lassen.
Und so erreicht ihr Esens:
Ihr kommt mit der NWB über Bramsche und Sande nach Esens, alternativ über Delmenhorst und Sande. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von Vechta mit dem Bus (ja, mit dem Bus!) nach Ahlhorn zu fahren, und dort in die NWB nach Sande umzusteigen, von wo ihr nach Esens kommt. Allerdings kostet der Bus etwas. Schaut am Besten auf: Bahn.de
von Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

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uniVista No. 06: Esens
uniVista No. 06: Esens
Unterwegs in Esens und Bensersiel (Fotos von Björn Franke und Julia Stock)
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LOST in Hasbruch

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X-treme geht in die zweite Runde. Und wie das so ist bei Fortsetzungsreihen, muss es noch extremer sein. Noch abgedrehter, blutiger, kranker. Kein Problem. Das Thema: Verloren im Wald. So ließ sich ein Teil der Redaktion an einem gewöhnlichen Samstagabend aussetzen. Wo? Das ist die Überraschung. Was zu machen ist? Ebenfalls Überraschung. Die Planung oblag dem übrig gebliebenen Teil der Redaktion, dem Orgateam. Lest zunächst, was passieren sollte und schließlich das, was daraus wurde. Und erfahrt, dass x-treme ein extrem dehnbarer Begriff und somit Auslegungssache für jedes einzelne Redakitonsmitglied sein sollte. PS Schaltet das Licht aus, dann wirkt‘s authentischer.
von Björn Franke, Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
Angsthasen allein im Wald
Das Orgateam grübelte lange und heckte was aus – Gruselig soll es werden – der Plan
Wenn. Wenn dieses Wörtchen nicht wäre. Dann hätten wir nie „Blair Witch Project“ gesehen oder „Das Mädchen“ gelesen. Dann wüssten wir nicht, was im Wald alles passieren kann. Wenn man allein ist. Nachts. (Seltsame Figuren aus Stöcken hängen in den Bäumen. Vorm Zelt findet man einen abgetrennten Finger. Vor lauter Panik streitet man sich mit seinen Weggenossen. Man landet in einem Hexenhaus. Ein Bär verfolgt einen.) Dann hätte das Orga- Team nicht zur Hälfte aus totalen Angsthasen bestanden.
„Und wenn ihnen was passiert? Das würde ich mir nie verzeihen.“ Von Anfang an bin ich von der Nachts-verlorenim- Wald-Idee nicht begeistert. Es gibt doch nette andere Vorschläge. Aber Mel, René und Dargel wollen nichts Nettes, sie wollen Action und Grusel. Und da ich im Survival- Team sicher vor Angst gestorben wäre (und das ist nicht wirklich übertrieben), werde ich Organisierende. Als erstes muss ein geeigneter Wald gefunden werden. Es gibt in Deutschland einfach keine mit in Maine oder Burketsville vergleichbaren Wälder. Vor allem nicht im Norden. Größter erreichbarer ist der Hasbruch zwischen Hude und Delmenhorst, eine knappe Autostunde entfernt. 627 Hektar Wildnis – durchzogen von guten deutschen Wanderwegen. Und Wegweisern, wie wir später feststellen werden. Wir haben viele Ideen, von „wir setzen sie ohne Geld und Handy aus und sie müssen zurück nach Vechta kommen“ bis „und am Zielpunkt verstecken wir ein Prepaid-Handy, auf dem noch genau das Geld für eine SMS ist“. Und alle sterben mit dem unberechenbaren Faktor Gefahr. Was ist, wenn sich einer das Bein bricht? Sie in eine Höhle stürzen? Einer von ihnen ausrastet und die anderen abmetzelt? (Weitere Ideen siehe oben.) Angsthasenhirne können sich viele Szenarien ausmalen. Somit erlauben wir ein Handy, Taschenlampen und packen Notfallverpflegung in Form von Keksen und Getränken ein.
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In der Nacht- und Nebelaktion festgehalten:
Die Wanderkarte, die eigentlich
nicht gefunden werden sollte.
Foto: René Kohn
Steffie lässt sich von den „Drei Fragezeichen“ inspirieren und schreibt ein Rätsel, welches unseren Abenteurern den Weg weisen soll und Britta macht es ihnen nicht leicht und verpackt das Lösungswort, welches uns die drei schicken müssen, damit wir sie abholen, in Wissensfragen. Nicht leicht – das denken wir jetzt noch. Außerdem schreiben wir eine liebevoll – ach, ich meine gruselig – angekokelte Einladung, die die drei in der nächsten Sitzung erhalten. Dass alles passiert bei den ersten beiden konspirativen Treffen, jedoch wird kein dritter Termin mehr gefunden, so dass wir den Hasbruch nicht näher als über Google Earth kennen lernen. Aber hey, da sieht er ganz schön wild und gefährlich aus! Am 27.10. schließlich kaufen Björn und ich, eingestellt auf eine lange Nacht, mehrere Liter Cola ein und fahren zum Treffpunkt. Dort erwarten uns die Mutigen schon, ein bisschen weiß im Gesicht und gar nicht mehr so mutig. Wir nehmen ihnen ihre Wertsachen ab („Habt ihr auch wirklich alles abgegeben? Wenn ich euch jetzt filze und noch was finde, müsst ihr ohne Taschenlampe los!“) und verbinden ihnen die Augen. In den Autos läuft der Soundtrack des hier so oft erwähnten Filmes und die Hasenfüße (ich erinnere: zwei vom Orga-Team) gruseln sich, während Mel sich anscheinend entspannt (unglaublich! Sie sieht nichts, ist auf dem Weg ins Ungewisse und entspannt sich!). Nach einer stillen Stunde, in der wir kein Wort sprechen und ich nur einmal aus Versehen an die Spieluhr auf Brittas Amaturenbrett komme, sind wir am Hasbruch, setzen das Survival-Team aus (ich umarme noch mal alle, wer weiß, ob ich sie je wieder sehe?), lassen sie bis zehn zählen, laufen wie die Bekloppten und schließen uns im Auto ein. 40 Minuten später, wir sitzen in der Pizzeria, piept Björns Handy. Eine SMS. Mit dem Lösungswort…
von Julia Stock
Im Wald
Was geschah – das Actionteam berichtet
Am 27.10.2007 war es soweit. Mit einem mulmigen Gefühl bestieg ich mein Auto. Draußen dämmerte es, und es krochen bereits feine Nebelschwaden über das taufeuchte Gras. Ein letztes Mal tanken, ehe ich die Auffahrt zum Sonnenkamp hochfahre. Was mich wohl erwartet? Zögernd biege ich um die Ecke und parke mein Auto, bereits jetzt fröstelt es mich ein wenig, es ist frisch geworden draußen. Dargel und René kommen dazu. Punkt 19 Uhr biegen zwei dunkle Autos ein… unsere Transportfahrzeuge.
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Bloß nicht verlaufen, sonst sind wir verloren!
Foto: René Kohn
Das Orga-Team nimmt uns unsere Sachen ab, es bleiben uns nur ein Handy und eine Kamera. Ich werde von den männlichen Teilnehmern getrennt. Die Augen werden uns verbunden. Gespannt setze ich mich ins Auto, ein leichtes Kribbeln im Bauch. Meine Fahrer steigen ein, es wird kein Wort mit mir gesprochen… ich halte den Atem an und lausche, eine CD wird eingelegt (Blair Witch Soundtrack, mit Einspielungen aus dem Film). Wir setzen uns in Bewegung. Bis Visbek kann ich den Weg nachvollziehen, danach lässt mich mein Orientierungssinn im Stich. Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo mich meine Fahrer hinbringen, wir halten kurz, um zu tanken – Stille. Auf einmal erklingt die Melodie einer Spieluhr… ich grinse in mich hinein, gut gemacht das ganze Szenario, ein leichter Schauer wandert über meine Haut. Nach ca. einer Stunde sind wir am Ziel und werden mit verbundenen Augen aus den Autos geholt. Blind und mit der Hand des Nebenmanns in der eigenen stolpern wir einige Meter weiter. „So, wir geben euch jetzt einen Rucksack. In diesem befinden sich alle Sachen, die ihr braucht. Ihr zählt jetzt bis zehn und dann nehmt die Augenbinden ab“. Wir hören Schritte, die sich eilig über Kies entfernen und fangen langsam an zu zählen: Acht – neun – Motoren starten, Reifen drehen durch – zehn.
Wir nehmen unsere Augenbinden ab und stehen auf einem stockdunklen Waldpfad und sehen noch die Rücklichter des letzten Autos das um die Ecke biegt. Wir sind allein. Irritiert schauen wir uns um. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich höre meinen eigenen Atem und das Rauschen der Bäume – Schweigen. Als erstes öffnen wir den Rucksack und entfalten den enthaltenen Brief. Das Gedicht enthält einige Hinweise, mit ihrer Hilfe und der Wuchsrichtung des Mooses an den Bäumen, biegen wir auf den rechten Pfad ab… tiefer hinein in den Wald. Der Vollmond erhellt den Weg, die Taschenlampe durchbricht mit ihrem schwachen Licht die restliche Dunkelheit. Die Stimmung im Team ist gut, wir halten die Augen offen… nach nicht vorhandenen Hinweisen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein Wegweiser eröffnet uns drei neue Möglichkeiten… Amalieneiche, Jagdhütte, Kühlingen. Unser Rätsel bringt uns auf die Idee, den Weg Richtung Eiche einzuschlagen (Rätsel?). Der Waldboden gibt sanft unter unseren Füßen nach, im Wald neben uns raschelt es.
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Das Haus am Ende – es hätte gruselig werden können.
Foto: René Kohn
Ein Blitzen am Ende des Wegs lässt uns aufschauen… was ist das? Eine Wanderkarte! Das Orga-Team wollte bestimmt nicht, dass wir an ihr vorbeikommen… wir fotografieren die Karte, lösen das Rätsel. Ich schaue auf die Uhr, 40 Minuten sind wir in diesem Wald… Soll´s das gewesen sein? Wir schlagen den Weg Richtung Treffpunkt ein… nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel.
X-treme ist eindeutig was anderes… gruselig auch… witzig war es mit Sicherheit, aber leider auch viel zu kurz. FAZIT: Man kann sich in norddeutschen Wäldern, bei vollem Bewusstsein, nur schwer verlaufen.
von Melanie Ehlert
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Trinken hilft…

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…oder: Der alkoholisierte zwischenmenschliche Kontakt zwischen Männern und Frauen
Es ist ja so eine Sache mit dem Trinken – warum eigentlich? Haben wir doch schon so oft festgestellt, dass es fatale Folgen haben kann… insbesondere am nächsten Morgen, wenn man mal von dem unangenehmen Hämmern im gerade in Betrieb genommenen Dickschädel absieht. Es könnte das peinlichste Erwachen deines Lebens sein. Warum zum Geier tut man sich das an?
Und dann diese Theorie, man könne sich das andere Geschlecht schön trinken… nun gut, Männer können das vielleicht, wenn ich mir so manche Vertreterin des eleganteren Geschlechts anschaue, die an einem eigentlich viel zu schönen Mann dran klebt, bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass dieser seine Erkennungsfähigkeit schlichtweg ertränkt hat. Was vor zwei 0,4 l Long Island Ice Tea noch aussah wie ein fleischgewordenes Verhütungsmittel, kann in seiner Welt urplötzlich zu einem göttlichen Aphrodisiakum mutieren.
Aber wir Frauen machen doch so was nicht! Der Mann sieht noch genauso so aus wie vorher… und trinken wir noch so viel… er wird immer noch so aussehen. Und jetzt wird es nämlich interessant… meine Theorie ist: Frauen trinken sich gleichgültig! Ganz nach dem Motto: „Der ist doch nicht schön… aber egal, ich brauch jetzt ´nen Kerl“, fällt die betrunkene Frau über das vermeintliche Objekt ihrer Begierde her. Konsequenzen – Nebensache! Für die betrunkene Frau zählt nur der Augenblick, die Selbstbestätigung. Und hat man erst mal einen hässlichen, männlichen Rochen aus dem eh schon total überfischten nächtlichen Gewässer gezogen, ja herrje, dann kommt man sich doch wirklich einen Augenblick lang begehrenswert, gut aussehend und verführerisch vor, oder? Aber ist das das Erwachen am nächsten Morgen wert… die Erkenntnis, wenn sich der nebelige Dunstschleier im Gehirnskasten hebt, wenn das Herz kurz für einen Moment aussetzt und man mit weit aufgerissenen Augen die nächtlichen Taten Revue passieren lässt, oder dem Schrecken gar gegenüber liegt?
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Foto: Melanie Ehlert
Naja, ihr könnt euch sicher sein, dass ihr in ein paar Jahren darüber lachen werdet, und ein bisschen Spaß ist auch gesund, aber abwägen solltet ihr schon und euch nicht unter Wert verkaufen… und jetzt könnt ihr euch mal überlegen, was es für ein Kompliment ist, wenn euch ein nüchterner Mann anspricht.
von Melanie Ehlert
Natürlich gibt es Prinzipien. Und es gibt Geschmack. Mein Prinzip: Ab einem bestimmten Pegel etwa keine Frauen mehr anzusprechen. (Ausnahme: Die, die man sicher kennt.) Mein Geschmack: Nehmen wir den Klassiker mit den blonden langen Haaren, Bikinifigur, schulterlang ist auch ok. Ach ja, und nicht zu vergessen: ein dufter Charakter.
Es gibt aber auch noch andere Prinzipien, etwa: Keine Uniparty ohne Bier. Und auch hier gibt’s Geschmäcker: nehmen wir das bremersche Heimatgebräu. Prost! Und nun wird’s interessant, wir befinden uns auf einer der berühmtberüchtigten Unipartys. Das letzte Prinzip macht das erste vergessen. Das kühle, blonde, prickelnde Nass steigt mir zu Kopf und lässt mich plötzlich oben beschriebenes weibliches Geschöpf einbilden. Aus zehn Metern Entfernung werden fünf. Dann ist sie nur noch einige Schritte entfernt. Irgendetwas in mir will sich mitteilen und mir etwas sagen. Ich kann es aber nicht genau hören, sondern nur die Musik, das Gerede und Gesinge um mich herum. Gute, ausgelassene Stimmung.
Mein Kumpel, der neben mir steht, schwankt. Oder soll es eine Art Tanz sein? Er macht eindeutige Anzeichen in seiner Gebärdensprache und seinem Mienenspiel: Komm schon, mach dich ran, die ist geil. Da hört man doch drauf, oder? Und die eigene Stimme sagt ja ohnehin nichts anderes mehr. Bis auf das unterschwellige Flüstern in meinem Kopf, eine zweite andere Stimme. Ich will dem inneren Monolog gerade Einhalt gebieten, will das Gewissen oder was auch immer als Spaßbremse be…, da vergess ich auch schon, was ich sagen will und denk auf einmal ganz wichtig: Wenn zwei Menschen das Gleiche sehen und denken, dann kann das nur objektiv der Wahrheit entsprechen. Oder? – Richtig. Die bierernste zweite Geige im trunkenen Chor hört eh keiner mehr.
Ich mache nun einen Schnitt. Der Absatz soll das noch mal verdeutlichen. Mittlerweile ist Zeit vergangen. Es ist morgens. Mir ist leicht schwindlig, ich habe Durst. Alles ist wie immer. Nur: dass ich feststelle, dass ich nicht allein in meinem Bett bin. Da liegt sie, und ich habe eine wage Erinnerung. Daran, dass alles irgendwie ganz anders gewesen ist. Denn eine blonde Bikinibekanntschaft liegt da nicht.
Ich höre das Lachen einer bekannten Stimme. Eher Gelächter. Es schwillt an, wird immer lauter. Irgendwann ist es schrill. Kaum noch auszuhalten. Der Wecker klingelt. Gott, hab ich Durst. In meinem Schädel hämmerts.
Ich drehe mich um, mache den Wecker aus, erleichtert bemerke ich, dass niemand da ist und ich meinem ersten Prinzip treu geblieben bin.
von René Kohn
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PDF-Version der Sonderausgabe No 2

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Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit ihr auch genau wisst worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet ihr euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Akademisches Viertel: So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Hochschule später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10 – 12 Uhr bedeutet also 10.15 Uhr bis 11.45 Uhr.
Blockseminar: Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
Campus (lat. Feld): Das Hochschulgelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn): Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Kolloquium (lat. Colloquium das Gespräch): Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Falleiner davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung oder?
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat): Ein recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit euch besuchen, eure Studienkollegen.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel): Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine Mahlzeit für die Vegetarier unter uns an.
Ringvorlesung: Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Tutor (lat. Schützer, Beschützer): Meist ein fortgeschrittener Student der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht) die euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
von Sebastian Dargel
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Ersti-Guide

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Nun beginnt wohl der Ernst des Lebens…oder die längste Party der Welt. Wie auch immer du dein Studium gestalten wirst; um ein paar grundsätzliche Themen wird auch der hartgesottenste Ersti nicht herum kommen. Damit du nicht völlig verzweifelst bevor du dein eigenes System entwickelt hast, haben wir für dich die besten SOS Tipps für die ersten Wochen zusammengestellt.
Stundenplan
Gehe nicht davon aus, dass dein Stundenplan, dein Raumplan oder überhaupt ein getätigter Plan von dir in den ersten Wochen so bleibt, wie er war. Grundsätzlich ist erstmal alles offen und du solltest es mit Humor nehmen. In den meisten Fällen relativiert sich das Chaos spätestens in der dritten Woche. Gönn‘ dir lieber einen leckeren Kaffee im Bistro, glaub mir, dabei wirst du schnell Deinesgleichen finden.
Seminare
Auch an einer Universität ist Mitarbeit gefragt. Daher heißt es: Vorbereitung ist alles. Sollte diese eher dürftig ausgefallen sein und einschlägige Suchmaschinen sind dir auch keine Hilfe mehr, heißt es Verstecken. Zunächst gilt: wenn du eh schon keine Ahnung hast, Klappe halten. Schamloses Plappern mit dem Nachbarn oder schadenfrohes Kichern, wenn es dich nicht erwischt haben sollte, werden dich zwangsläufig auf die Abschussliste bringen. Auch Gähnen empfiehlt sich, ob in leiser oder lauter Form, ganz und gar nicht. Die Kleidung mit Bedacht aussuchen: Der handgestrickte Ernie- Pullover ist eine wirklich tolle Sache, doch lenkt er zwangsläufig die Blicke auf dich. „Du da in bunt gestreift…“ könnte die Folge sein. Von daher heißt es an solchen Tagen: weniger ist einfach mehr.
Mensa
Gerade in den ersten Wochen nach Semesterbeginn solltest du kein Seminar in der Mittagszeit besuchen, dir einen Sturzhelm für die Schlacht an der Ausgabe anschaffen, oder am besten Vegetarier werden. Ansonsten können wir dir nur raten: Geduld und evtl. ein Pausenbrot für die Wartezeit. Letztendlich wirst du mit einer großen Auswahl leckerer Menüs belohnt, weswegen sich das Warten durchaus lohnen wird. Innerhalb der Mensa solltest du folgendes beachten: Überlege dir schon auf dem Weg genau, was du essen willst. Verzichte auf Komponenten, wenn du bereits an ihnen vorbei bist. Dein Hintermann wird sonst zwangsläufig dein Tablett rammen und dann überholen. Du wirst den Anschluss an deine Freunde verpassen und letztlich alleine dastehen. Und allein schmeckt das Essen nie! Gut, vielleicht etwas übertrieben, aber „Im-Weg-Rumsteher“ nerven einfach. Punkt!
Verwaltung
Foto: Karen Ishikawa
Rechne grundsätzlich nie damit, dass Dinge einen einfachen Ablauf haben. Wenn du einen einfachen Ablauf möchtest, geh zur Bundeswehr! An einer Hochschule ist mitdenken gefordert. Grundsätzlich gilt: Egal was du möchtest, du wirst es kaum an diesem Tag bekommen. Zunächst ist es ratsam, dich per E-Mail vorher anzumelden. Benutze dafür bitte deine hochschulinterne Adresse: Auf guilageilesstück[at]web.de wirst du sehr wahrscheinlich nie eine Antwort erhalten. Sollte es dennoch fehlschlagen, wende dich persönlich an die jeweiligen Stellen. Grundsätzlich gilt auch hier: Freundlichkeit ist alles. Da unsere Verwaltung an manchen Stellen schlichtweg überlastet ist, ist sie auch erstmal für nichts zuständig. Bleibe hart. Formuliere deine Frage erneut. Betone dabei die Wichtigkeit deines Anliegens aber vergewissere dich im Voraus, ob du die Frage nicht auch hättest selbst beantworten können. (Lesen der Prüfungsordnung, Frage an den Dozenten, Zuhören in der Veranstaltung) Gerade während der Prüfungszeit halten solche Anfragen den Betrieb unnötig auf. Solltest du dir sicher sein, dass du im Recht bist, vertrete dein Recht. Sollte dennoch nichts fruchten, hast du unseren Segen, mit der Faust ordentlich auf den Tisch zu hauen. Mitunter wirst du jedoch feststellen, dass dies nur an den seltensten Stellen notwendig sein wird.
Alles in allem heißt es: Humor bewahren. Letztendlich ist hier noch keiner unter die Räder gekommen. Darüber hinaus freue dich jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn du dann diese weisen Worte an deine Nachfolger richten kannst.
Viel Spaß und ein erfolgreiches Studium wünscht dir dein uniVista-Team!
von Britta Simon
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Das liebe Geld…

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Bildung ist teuer, das ist nicht erst seit den Studiengebühren so. Deshalb steht jeder von euch vor der Frage, wie soll ich das alles finanzieren? Es gibt die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KFW in Anspruch zu nehmen oder, sofern berechtigt, BAföG, zu beziehen. Doch eine wesentlich bessere Alternative wäre ein Studierendenstipendium. Bekommen könnt ihr das bei den sieben großen Begabtenförderungswerken (www.begabtenfoerderungswerke.de) oder bei kleineren Stiftungen und Vereinen.
Recherche lohnt sich, denn es gibt mehr Menschen, die euch fördern wollen als Ihr denkt. Ein Einser-Abitur ist nicht notwendig. Begabtenförderungswerke legen bei ihrer Auswahl Wert auf gute Schul-und Studienleistungen (um die 2,0) und gesellschaftliches und/oder politisches Engagement. Leitsatz ist, dass Lebenswege gefördert werden sollen, keine Karrieren. Dementsprechend gehört bei den meisten Stiftungen zur finanziellen Förderung auch eine ideelle Förderung, welche euch die Möglichkeit eröffnet euch weiter zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Bei der Auswahl eurer Stiftung solltet ihr darauf achten, welche zu euch passt, denn diese repräsentiert ihr auch als Stipendiat. Zögert nicht euch zu bewerben, denn zur Zeit haben die Begabtenförderungswerke so viel Geld wie noch nie. Die Bundesbildungsministerin will mit ihrer Bildungsoffensive so viele Studierende fördern wie möglich.
Euer Ansprechpartner an der Uni ist Lars Hoffmeier (Referent für Forschungsförderung, e-Mail: lars.hoffmeier[at]uni-vechta. de, Raum: E 021)
von Stefanie Bruns
Stipendium in der Tasche? Zum Studentenvertreter gewählt?
Zwei weitere Gründe sich als Student mal gehen zu lassen
Foto: Karen Ishikawa
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Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Hochschule gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie du deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in deinem Sinne mitzugestalten, kannst du dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet euch an euren Fachrat.
Studentenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das Stupa kümmert sich um Besatz lange, welche die gesamte Studentenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studentenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studentenschaft.
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studentenparlament nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studentenschaft. Informationen zum Hochschulalltag und die Sprechzeiten der Referenten findet ihr auf der AStA Homepage. (www.asta-uni-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Hochschulseite (www.uni-vechta.de), dem schwarzen Brett und auch im Vorlesungsverzeichnis. Wenn dann noch Fragen offen sind, kann euch der Asta-Referent für Hochschulpolitik Mathias Pornhagen sicher weiterhelfen.
von Stefanie Bruns
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Der Kneipenguide

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von Melanie Ehlert, René Kohn und Sebastian Dargel
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AP-Aktion: and the winner is….

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Nun ist es soweit: Wer fleißig alle APs aus den bisherigen Ausgaben ausgeschnitten, die Sonder-APs runtergeladen, und in das Sammelheft eingeklebt hat, erhält am Freitag, dem 20.07., eine Überraschung.
Dazu begebe man sich in der Zeit von 13.00-15.00Uhr zum uniVista-Büro (A201b).
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PDF-Version der 5. Ausgabe

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V-City Festival 2007

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Romantisch ging die Sonne unter, ehrfürchtiges Schweigen breitete sich im Walde aus, die Tiere versammelten sich, um dem Schauspiel beizuwohnen…
Aber wer war schon im Wald?
Laut und live – das war die Devise am Mittwoch, 13. Juni 2007 im Gulfhaus beim ersten V-City-Festival. Der AStA und die uniVista hatten geladen und ihr kamt reichlich. Knapp 500 Leute ließen sich von guter Livemusik was auf die Ohren geben und sorgten für eine tolle Stimmung, so dass wir, eure Redaktion, schon von einer weiteren Party träumen.
Den Anfang machte die Band New Page of History aus Dinklage. Die jungen Newcomer überzeugten mit guter handgemachter Musik und großer Stimme. Trotz der schwierigen Startposition schafften sie es, euch zum Tanzen zu motivieren.
Die Cover-Band
New Page of History
Foto: Björn Franke
Nach einer kurzen Umbaupause begann die Rock-Pop-Combo der Uni, ganz klar mit Heimvorteil, ihr Programm zu spielen. Tolle Stimmen, ungewöhnliche Instrumente und ansprechende Titel sorgten für eine heiße Stimmung. Selbst die T-Shirts klebten an den Leibern…
Die erste Non-Cover-Band des Abends war nach der Combo am Start. SwanSea aus Oldenburg ließ die Menge toben. Die Temperatur erreichte ungeahnte Höhen und der Beat ging in die Beine. Die drei Jungs ließen sich im heißen Scheinwerferlicht nicht lumpen und bewiesen, dass auch unbekannte Titel, wenn sie nur gut genug sind, für Begeisterungsstürme sorgen können!
Die Hip-Hopper Cleva `n` Smart
Foto: Susann Franke
Für die Freunde gepflegten Hip-Hops stand als letzter Live-Act Cleva `n` Smart auf der Bühne. Die Menge poste und bekam es von der Bühne zurück. Gefühlte 48° C im Raum ließen keinen Platz für cooles Abhängen; die Menge war mit Spaß und allen Sinnen dabei, sich von Rhythm and Rhymes akustisch versorgen zu lassen.
Nach den gelungenen Live-Auftritten der vier Bands war der Abend noch nicht zu Ende, DJ Crystal übernahm die musikalische Begleitung und ließ seine Dancing- People noch bis tief in die Nacht vor der Bühne nicht zur Ruhe kommen.
Auch den Außenbereich des Gulfhauses habt ihr gut gefüllt und mal wieder bewiesen, wie partytauglich die Vechtaer Studenten sind. Wir hoffen, ihr hattet mindestens soviel Spaß wie wir und bedanken uns an dieser Stelle an das Team vom Gulfhaus, sowie bei allen Beteiligten und Die natürlich euch für euer zahlreiches Erscheinen.
von Ihna Grensemann

Bilderalbum
uniVista No. 05: V-City Festival
uniVista No. 05: V-City Festival
Das erste V-City Festival (Fotos von Björn Franke, Susann Franke und Sönke Meyer)
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Skandalöse Zustände an der Hochschule Vechta – Jetzt redet ihr!

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Ende April sorgte ein Artikel in der Osnabrücker Zeitung für Wirbel an der Hochschule Vechta. Einige Studierende beklagten sich über unhaltbare Zustände und verwiesen auf ihr Recht auf Bildung, welches ihrer Meinung nach durch die Hochschule blockiert würde. Ebenso entbrannte im Asta Forum eine Debatte darüber, wie die Zustände gelöst werden könnten. uniVista hat sich daher dazu entschlossen, euch sprechen zu lassen, damit ihr eure Sicht auf die Hochschule zum Ausdruck bringen könnt.
von Britta Simon
Ich bin mit der Hochschulsituation eigentlich ganz zufrieden. Als höheres Semester habe ich nicht mehr mit überfüllten Seminaren zu kämpfen. Das einzige, was mich stört ist, dass die Universität meiner Meinung nach einen schnellen Umbau erzwingen will, bzw. ihr Profil noch sucht. In einer Zeit in der es Eliteuniversitäten gibt und die Universitäten in einem immer stärker werdenden Konkurrenzdruck stehen, müsste diese Universität ihr Profil stärken. Ich denke, dass es möglich ist, zwei so unterschiedliche Aspekte, wie den der Altersforschung und der Lehrerausbildung unter einen Hut zu bringen. Die Uni muss klar Stellung beziehen, damit sie nicht nur Studenten bekommt, die aus Verlegenheit nach VEC kommen, sondern aus Überzeugung. Dann säßen in den Veranstaltungen auch nicht so viele frustrierte Studenten. Den schlimmsten Zustand an dieser Universität (für mich ein Skandal) ist der Zustand in der Pädagogik. Die Kommunikation zwischen den Dozenten muss verbessert werden, alleine damit Seminare nicht in ganz kleinen Räumen stattfinden, und den Dozenten klar ist, was sie erwartet. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich in den drei Jahren an dieser Hochschule sehr wohlgefühlt habe und nicht sagen kann, dass alles schlecht hier ist, wie einige Leute der Meinung sind.
von Thomas
Foto: Hochschule Vechta
Ich finde es reicht nicht, nur Kritik zu äußern. Nach meinem dritten Fachsemester war klar, dass das Image der kleinen, fast privat anmutenden Uni flöten gegangen ist. Mit der Einführung des Bachelor SKN hatte sich die Uni übernommen. Zu viele Studenten wurden zugelassen, also zu wenige der möglichen Auswahlverfahren genutzt, zu wenig in Lehrmittel, Räume, Dozenten investiert wird. Das hat zur Folge, dass das gerne vermittelte Image der Uni und die dazugehörige Lehre und Forschung nun nicht mehr zusammen passen. Ich glaube nicht, dass diese Heuchelei bösartiger Natur ist, jedoch finde ich es nicht weitsichtig genug. Der Fokus liegt nicht mehr auf den Studenten. Es gibt Ausnahmen, die erst im Referendariat lernen, wie sie Wissen richtig vermitteln können. Das wertet kollosal ab und ich glaube, in der Uni Vechta steckt einfach mehr Potenzial. Ich denke, es ist deshalb wichtig, die zur Verfügung stehenden Auswahlverfahren auszubauen und mehr zu nutzen, vernünftig zu investieren (ich denke da an den Flachbildschirm an der Information, der zwar schick ist, aber mindestens zwei Semesterbeiträge gekostet hat) und weitsichtiger zu planen anstatt den Schaden zu regulieren. Das Gleichgewicht zwischen Lehre, aktueller Forschung und Praxisbezug sowie den Fokus auf die Studenten wiederherzustellen, sollten wichtige Ziele der Uni sein. Auch muss ein klares Konzept her. Wo sieht sich die Uni in 10 Jahren? Was sind Tendenzen der Hochschul- und Bildungspolitik? Möchten wir da mitziehen? Wie ermöglichen wir Studenten mehr Mitbestimmung? Wie machen wir die Forschung attraktiver? Wie fördern wir? Wie sieben wir die Sudokuspieler aus, die sich über die letzte Uniparty unterhalten und den Mitstudenten durch ihr Quatschen das Studieren erschweren? Image und Umsetzung passen momentan nicht mehr zusammen, aber dagegen kann was getan werden. Wenn nicht, wird Vechta eine Uni werden, die mal für ihre Mensa des Jahres und ihre Menschlichkeit bekannt gewesen ist. Noch studiere ich gerne hier.
von Stefanie
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Planschen im Landkreis

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Foto: Björn Franke
Die Sonne lacht vom Himmel, der Nachmittag ist frei und die Badesachen drängen auf spaßiges Nass. Doch wohin an solch wunderbarem Tag?
Im Umkreis Vechtas locken ein paar Bademöglichkeiten, für die ihr nicht einmal unbedingt ein Auto braucht.
Das Hallenwellen- und Freibad ist ausgestattet mit Warmliegebecken, Familienbereich, Sportbecken, Sonnendeck und auch für Gastronomie ist gesorgt. Geöffnet ist das Bad täglich von ca. 08.00 bis 21.00, der Eintritt beträgt 3 Euro.
Dornbusch 45, Vechta
Ganz nah bei der Uni könnt ihr euch in der Toncoole erfrischen, eine modernisierte Tonkuhle mit Umkleiden, Duschen und Biergarten. Sie ist von 10.00 bis 19.00 geöffnet, wobei je nach Wetter und Gästeansturm Erweiterungen der Öffnungszeiten flexibel gehandhabt werden. Der studentenfreundliche Eintritt macht 50 Cent.
Diepholzerstraße 47, Vechta
Mit der Bahn und dem Rad ist das Waldbad in Lohne zu erreichen. Es wartet mit vier Becken auf, davon ist eins ein Sprungbecken mit drei Türmen. Natürlich gibt es auch hier einen Kiosk für das obligatorische Capri. Für 3,50 Euro seid ihr von 08.00 bis 21.00 dabei.
Am Waldbad 12, Lohne.
Ein Besuch per Bahn und Rad lohnt sich auch im Erholungspark Hartensbergsee in Goldenstedt. Dazu gehören ein Zeltplatz, eine Freilichtbühne und der sieben Hektar große Badesee mit Sandstrand. Leider ist auf der Internetseite weder ein Eintrittspreis noch eine genaue Adresse zu finden. Aber so groß ist Goldenstedt ja auch nicht… Nach 20 Minuten Fahrt mit der schönen NWB kommt ihr in Holdorf an. Dort lockt das Freizeit- und Erholungszentrum Heidesee mit Sandstrand am See, in dem auch geangelt werden darf. DLRG ist vor Ort und sorgt für eure Sicherheit. Mit zwei Euro für den Eintritt gehört dieser See zu den günstigen Sommervarianten.
Zum Heidesee 46, Holdorf.
von Julia Stock
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Unter Affen

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Letzte Woche im Extra-Markt: Eine alte Frau kommt auf mich zugelaufen, gestützt von einer Kollegin aus dem Markt, mit einer nicht zu übersehenden dicken Beule am Kopf, rechts über dem Auge. Verwirrt und sichtbar neben sich, versucht sie mir zu erklären, wie es zu der Verletzung kam. Ein Radfahrer soll sie von hinten angefahren haben. Sie ist gestürzt und irgendwie in meinen Laden gekommen. Ihr Ohrring ist weg, der liegt wohl noch an der Unglücksstelle. Es ist Samstagnachmittag gegen drei, der Laden ist voll, die Kunden wollen nach Hause, die Schlangen bahnen sich ihren Weg durch den Laden. Ich helfe der alten Frau, hole ihr etwas zu trinken, einen Lappen um die Beule zu kühlen, rede mit ihr, damit sie sich nicht alleingelassen fühlt, frage noch einmal nach dem Hergang des Unfalls und benachrichtige schließlich die Feuerwehr und die Polizei.
Keiner hat der alten Frau auf der Straße geholfen, als sie gelegen hat, alle sind an ihr vorüber gegangen. Eine Kundin, die gerade an der Kasse stand, sagte etwas stumpf, dass sie sie hat fallen sehen, aber auf die Frage meiner Kollegin, ob sie als Zeugin auf die Polizei warten würde, kam ihr nur ein „damit möchte ich nichts zu tun haben“ über die Lippen.
Ich arbeite in diesem Laden seit fast 4 Jahren und habe schon alkoholisierten Philosophen zugehört, Schlauschnackern und Möchtegernpropheten, heruntergefallene Lebensmittel weggewischt und liegen gelassene Ware ins Regal zurückgebracht, kleine Kinder beruhigt, Hunden Wasser in Schüsseln gegeben und alte Frauen zur Damentoilette gebracht. Wenn ich zur Arbeit gehe, lasse ich mein „Uni- Hirn“ für zweimal acht Stunden im Bett. Bringt so und so nichts, mich über die Gleichgültigkeit meiner Mitmenschen zu ärgern. Im Grunde sind sie wie Affen, die sich lausen, sich paaren und keine Scham davor haben, sich anderen gegenüber so zu zeigen, wie sie sind. In dieser Woche erst hat sich mir die Azubine vom Backshop offenbart: Sie ist schwanger – in der 7. Woche -, hat Stress mit der Schwiegermutter, die sie am Telefon gegenüber der eigenen Mutter aufs Übelste beschimpft haben soll, weil sie sich am Wochenende immer irgendwo herum treibt, wie eine Schlampe rumläuft und das Kind so oder so behindert sein wird, weil der eigene Sohn auch behindert ist. Er hatte mal ein Drogenproblem – ist er deswegen gleich behindert?!
“Meinst du, die Affen übernehmen mal die Weltherrschaft?”
Homer Simpson in
“Die Simpsons: Blick zurück ins Eheglück”
© veit kern / PIXELIO
Axel kommt dann betrunken in den Laden, hustet und niest auf das Wechselgeld, das er in der Hand hält. Klasse! „Geh nach Hause und leg dich ins Bett“, sage ich zu ihm, aber er kommt noch ein paar mal wieder und tauscht Hartgeld gegen Dortmunder Bier ein.
Manchmal frage ich mich, warum ich Sozialpädagogik studiere und nicht zur Polizei gegangen oder Lehrer geworden bin. Aber dann erinnere ich mich schnell wieder daran, dass die anderen Berufe auch ihre Schattenseiten haben, auch ihre Affen, unter denen ich dann wäre. Ein Lichtblick ist schließlich da: Irgendwann muss ich nicht mehr hier an der Kasse sitzen und mir die Geschichten der anderen anhören – irgendwann habe ich auch mal Freitag um halb vier Schluss. Bis dahin schiebe ich hier noch Dienst, immer freitags und samstags bis acht Uhr abends…
von Frank Scholz
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Mein Semester in Brisbane

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Foto: Sebastian Dargel
Schluss, aus, Ende! Die Vorlesungszeit ist endlich vorüber und der Urlaub und das Rumreisen kann endlich beginnen! Naja, noch nicht ganz, denn wie im schönen Vechta hat die Hochschulleitung der QUT hier ebenfalls eine Klausurenperiode angesetzt, der man am liebsten aus dem Weg gehen würde. Glücklicherweise (?!) gab es unter dem Semester aber so viel für das Studium zu tun, das es am Ende lediglich drei Klausuren geworden sind.
Aber ich will mal nicht jammern, denn ich hatte wirklich ein fantastisches Semester an der QUT und in Brisbane. Die Uni ist einfach vorbildlich. Wo man in Deutschland immer wieder gerne „Servicewüste“ oder „Beamtenpause“ hört, ist man hier weit davon entfernt, und genau deswegen werde ich hier mal ein paar Beispiele bringen, wofür eine Uni Geld, oder genauer Studiengebühren ausgeben kann, um es den Studenten bequemer machen zu können.
Ein schönes Seminar, das hier angeboten wird, lautet „Sex, Drugs & Rock & Roll“. Für welches Fach das ist? Kultursoziologie! Aber es wird noch wesentlich besser. Insgesamt gab es hier nur 3 Lectures, bei denen man auftauchen musste, die restlichen Lectures konnte man sich dann von der QUT Webseite als Podcast herunterladen und sich zur Stimme des Profs durch die dazugehörige Powerpoint-Präsentationen klicken. Eine sehr schöne Idee. Auch nett ist es, ganz einfach seinen PC anzumachen und die Lecture via Livestream zu verfolgen. Eine einfache Kamera reicht ja auch schon im Seminarraum.
Am besten ist aber der ganz normale Unialltag. Morgens werden zuerst die E-Mails durchgecheckt und geschaut, ob der Professor denn irgendwelche Ankündigungen gemacht hat z.B. Raumwechsel, Verschiebung einer Deadline o.ä. oder ob es Neues vom International Office gibt, ob man noch Bücher bei der Bibliothek abgeben muss, ob das Bier in der Studentbar günstiger geworden ist oder oder oder. Es wird einem alles geschickt, was man für den Tag braucht.
Bevor eine Vorlesung dann stattfindet, schaut man auf seine persönliche OLT-Seite. Dort hat die Software einen persönlichen Stundenplan erstellt, der einen darauf hinweist, wann man wo zu sein hat. Auch werden Klausuren und weitere Abgabentermine aufgeführt. Der Stundenplan wird selbstverständlich auch online von jedem Studenten für sich erstellt, es gibt also keine Vorlesungsverzeichnisse die man durchblättern muss. Die Powerpoint-Präsentationen von jeder Lecture und aus jedem Tutorial werden vor der jeweiligen Stunde ins Netz gestellt, damit man sich den Stoff bereits vorher anschauen kann, um dann zu entscheiden, ob man vielleicht doch einmal ausschlafen sollte oder schwimmen gehen oder Eisessen oder vielleicht doch in die Uni. Das Schwänzen, ja hier kann man das so nennen, sollte man allerdings nicht zu oft machen, denn Augen zugedrückt werden hier eher nicht. Weder wenn es um das Nichtauftauchen geht noch wenn es ums Mogeln während einer Klausur geht. Wird man dabei erwischt, winkt zu fast 100% die sofortige Exmatrikulation und Verbannung von der Uni. Nicht grade ein schöner Gedanken.
Eine feine Idee ist auch, dass es eigentlich keine schwarzen Bretter gibt. Macht die Uni an sich zwar unpersönlicher, aber die Idee des Assignment Minders ist sehr gut. Wenn eine Arbeit abgegeben werden muss, geht man in das Rechenzentrum des jeweiligen Campus, druckt sich einen personifizierten Bogen mit Barcode aus, klebt den auf eine Mappe, steckt seine Arbeit da rein und gibt es den netten Leuten am Minder. Vorteil liegt auf der Hand: Es steht im Computer dass und wann abgegeben wurde. Nachteil ist: Es steht im Computer, wann abgegeben wurde. Sollte man zu spät abgeben, gibt es Punkteabzug, so einfach. Es gibt noch haufenweise Dinge, die ich hier anführen könnte, aber irgendwann sollte es ja auch gut sein mit der Schwärmerei für eine Uni.
Denn neben einer guten Uni hat das Semester mir auch eine verdammt geile Stadt beschert.
Brisvegas ist einfach der Hammer. Was auch kaum verwundert, wenn man daran denkt, dass es eine Millionenmetropole ist und in diesem Fall mit Vechta in Konkurrenz steht. Brisneyland trägt seinen Namen wahrlich zurecht. Die Stadt ist derzeit der beliebteste Ort im Land und wächst täglich. Im Monat strömen mehrere tausend Einwanderer in die Stadt auf der Suche nach Arbeit, die es hier zu genüge gibt. Jeder, der will, bekommt auch einen Job, egal welches Bildungsstandes oder welcher Hautfarbe.
Die Stadt an sich kommt zwar absolut nicht klar mit der Vielzahl an Autos und Menschen, managt das ganze aber auf eine charmante Art und Weise. Auch wenn man genervt dem Bus hinterher starrt, sobald man in den nächsten steigt und bei seinem Namen begrüßt wird, ist man wieder selig gestimmt. Bei seinem Namen? Ja, in Australien heissen alle gleich und zwar „mate“ bzw. „matey“. Hier sind alle Freunde.
Foto: Sebastian Dargel
Die Spitznamen, die Brisbane trägt, hat die Stadt auch völlig zurecht. Überall gibt es Bars, Clubs, Lounges oder weiß der Geier was. Kurzzeitig dachte ich wirklich, dass auch hier eine Kneipentour à la Vechta möglich wäre, ist es aber nicht!
Für jeden Geschmack ist hier aber dennoch was dabei, außer für Menschen, die gerne Becks trinken, denn das brauen die Australier höchstpersönlich und importieren es nicht. Ein schlimmer Fehler, denn das bedeutet, dass es wie Seifenwasser schmeckt. Finger weg! Wer es ab und dann doch mal deutsch mag, dem sei Brisbanes Deutscher Turnverein ans herz gelegt, wo es verdammt gutes deutsches Essen gibt. Guten Appetit!
Tja und so geht meine Zeit hier auch langsam vorbei, nur noch einge Klausuren und dann wird Brisbane verlassen und etwas rumgereist. Das muss man natürlich machen, wenn man schon mal am anderen Ende der Welt ist.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich unzählige Erfahrungen gesammelt habe, die mich den ganzen Aufwand im Vorfeld haben vergessen lassen. Ich kann ein Auslandssemester, besonders in Australien, speziell in Brisbane und vor allem an der QUT nur jedem empfehlen, der die Welt erkunden will. Und mal ehrlich, wer sein studentisches Leben in Vechta verbringt, verdient einen Tapetenwechsel dieser Größenordnung. Also auf nach downunder!
CHEERS MATES!
von Sebastian Dargel

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uniVista No. 05: Down Under
uniVista No. 05: Down Under
Ein Semester in Brisbane, Australien (Fotos von Sebastian Dargel)
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Vom Wachsen und Werden, von Lust und Liebe

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Amara ist 16, Fritz ist 43. Amara ist Schülerin, Fritz Dirigent. Amara kommt aus Spanien, Fritz aus Wien. Amara ist Tochter, Fritz ist Vater. Amara ist auf der Suche nach der Liebe für´s Leben, Fritz auf der Suche nach der Liebe für ein paar Stunden… und sie treffen sich mitten in Berlin.
So beginnt die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe und ein vor Gefühlen platzender Roman. Auf mehreren hundert Seiten führt Regina Faerber den Leser aus Sicht von Amara in die Kunst des Erwachsenwerdens und in die Träume einer ersten Liebe ein. Es ist das Hin und Her zwischen Familie und Freiheit, zwischen Gruppenzwang und Individualität, welches Amara in Verwirrung stürzt, Fragen aufwirft und das Miterleben ihrer Entwicklung so spannend macht.
Die Geschichte dieser beiden ungleichen Menschen ist so lebensnah und gleichzeitig so ungewöhnlich, dass das Lesen zum Vergnügen wird, auch für Leser die die Pubertät, zumindest nach eigenem Erkenntnisstand, bereits hinter sich gebracht haben.
Regina Faerber: Hölderlinstr. 11
Signatur: 5.2 A fae = 274864
von Ihna Grensemann
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Von Saufexzessen und Selbstzerstörung, Madenbrei und Mao-Tse-Tung

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Schon das Geschehen ist seltsam: Zwei junge Homosexuelle aus Deutschland reisen zur Zeit politischer Umbrüche durch den Iran. Der eine, ein körperliches Wrack, gibt sich auf einer heftigen Party den Rest, der andere gelangt mit Hilfe eines mysteriösen Fremden außer Landes, und begibt sich auf einen religiösen Selbsterfahrungstrip nach Tibet. Dort wird er von chinesischen Soldaten gefangen genommen, für einen Spion gehalten, und in einem Umerziehungslager inhaftiert.
Verwirrend, ja verstörend, ist, wie der namenlose Ich-Erzähler seine Umwelt wahrnimmt. Er verhält sich völlig passiv, akzeptiert alles, was ihm widerfährt, schildert präzise entwürdigende Arbeits- und Haftbedingungen , ohne dabei Selbstmitleid oder Hass zu verspüren, freut sich sogar, dass es ihm aufgrund der menschenverachtenden Kombination aus Unterernährung und Schwerstarbeit gelungen ist, seriously abzunehmen.
Ein durch und durch bizarres Stück Literatur, das, obwohl leicht zu verstehen und gut zu lesen, den Leser lange beschäftigt und viele Fragen aufwirft.
Christian Kracht: 1979
Signatur: 353885
von Stefan Hirsch
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Von Traurigem und Tiefsinnigem, von Liebe und Lyrik

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Träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume“, heißt es auf der ersten Seite dieses Lyrikbandes von Sonja Schröder. Getreu diesem Motto hat sie sich einen Traum erfüllt und in Eigenregie dieses kleine aber feine Bändchen heraus gebracht. In fünf Themen aufgeteilt, welche von Traurigem bis zum Hoffnungszeichen reichen, präsentiert sie dem geneigten Leser ihre Verse. Ihre Gedichte sind kurz und prägnant. Sie braucht nicht viele Worte, um starke Bilder zu schaffen. Ganz nach dem Motto ´weniger ist mehr´ glänzen ihre Gedichte durch einen sehr minimalistischen Einsatz von Stilmitteln.
Sonja Schröder ist Studentin der Hochschule Vechta, schon seit Kindertagen bringt sie ihre Gedanken in literarische Form. Neben Veröffentlichungen in Zeitschriften und Zeitungen kann sie auch einige Literaturpreise ihr eigen nennen. Ihr Repertoire ist dabei nicht auf die Lyrik beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf Prosatexte. Es macht großen Spaß, diese Autorin zu entdecken.
Sonja Schröder: Seelenschnupfen
Signatur: 356 356
von Stefanie Bruns
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Von der Zeit und dem Zuhören, von Freundschaft und Fantasie

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Momo lebt in einer fiktiven Welt. Mehr und mehr übernehmen die grauen Herren die Vorherrschaft und bringen die Menschen dazu, ihre Zeit zu sparen. Die Bewohner von Momos Welt vergessen dabei völlig sich selbst, das Hier und Jetzt, denn: Spart man an seiner Zeit, so verkürzen sich die Tage und Wochen. Als ein Auflehnen gegen die Übermacht der grauen Herren schon fast aussichtslos erscheint, greift Meister Hora, der Verwalter der Zeit, ein und schickt Momo zusammen mit seiner Schildkröte Kassiopeia in den Kampf. Momo bleibt eine Stunde, um die ganze Welt zu retten. Als ich Michael Endes „Momo“ in der Hand hielt, kam ich mir zunächst vor wie ein Kind, entdeckte Stück für Stück die Welt des kleinen strubbeligen Mädchens und ihrer Freunde, ließ mich immer weiter in die Geschichte ziehen. Je mehr ich weiter las, desto mehr erschloss sich mir jedoch die ernste Thematik rund um dieses angebliche „Kinderbuch“. Michael Ende schafft mit diesem Werk eine Allegorie auf unsere heutige Gesellschaft, eine Kritik an dem Streben nach Macht und Erfolg. Ende findet hierbei eine bild- und fantasiereiche Sprache, die das zu fassen vermag und dem, was wir alle kennen und als unsichtbaren Druck in uns spüren, eine Gestalt verleiht. Ein Buch, für das sich das Zeitnehmen lohnt.
Michael Ende: Momo
Signatur: 5.1 E end = 122373
von Melanie Ehlert
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Ebenen…

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© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Ebenen
mit endlosen Weiten
Hügel, Berge
mit grandioser Aussicht
sanft und zart
unter meinen Fingern
der Körper eine Landschaft
und ich der Entdecker
Seen aus denen ich trinke
salzig wie die Freiheit
salzig nach dir
meine Hände gehen
auf Reise
von Julia Stock
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Wer wir sind und was wir wollen? Zum heutigen Selbstverständnis des Studenten

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Fotos: Karen Ishikawa
Rollenfindung – Ein Versuch
Was eigentlich ist los? Ganz ehrlich. Ich meine, welche Rolle spielen wir Studenten noch in unserem Studentendasein? Wie definieren wir uns in dieser Rolle? Definieren wir uns überhaupt? Und wenn ja, heißt es dann, heutzutage Student zu sein, das meint, sich von einer Vorlesung zum nächsten Seminar zu bewegen, dazwischen wird noch ein bisschen gelesen, Kaffee getrunken, in die Mensa gegangen und wieder zugehört? Heißt Student zu sein heute, möglichst schnell durchzukommen durch ein vorgefertigtes Studium, in dem kaum noch Möglichkeiten geboten werden, sich zu entscheiden, was man machen möchte, weil das zur Folge haben könnte, dass, ja dass ein Studium tatsächlich länger als Regelstudienzeit dauern könnte? Alles schön diszipliniert, kontrolliert, fremdbestimmt und schnell. Ist das das neue Selbstverständnis des heutigen Studenten? Diese Fragen und Gedankengänge klingen bereits etwas provokativ an, natürlich, denn mindestens zum Thema Bloß-schnell-durch-sein und- immer-schön-gerad-aus-und-nie-nach-rechts-oder-links-gucken muss doch gesagt werden, was haben wir denn am Ende davon, wenn wir alle schnell fertig sind? Gut, mehr Geld im Portemonnaie. Aber haben wir etwas mitgenommen? Einsichten, Ansichten, Perspektiven, Alternativen…? Oder stehen wir, die Durchgehetzten, am Ende einfach nur auf Zehenspitzen herum, auf der Suche nach…ja nach was eigentlich? Nach dem besten Platz, einer guten Aussicht? Man könnte an das Bild denken, in dem sie alle auf Zehenspitzen stehen und letztlich keiner besser sieht. Abgesehen davon mag das auch nicht die angenehmste Position sein. Man muss den Standpunkt auch einmal verlagern. Vielleicht hilft es sogar, sich einmal hinzusetzen, vielleicht auch einmal, alle Viere von sich zu strecken, vielleicht in einem Seminar zur Stimm- und Atemtechnik oder in einem Sportkurs. Möglicherweise muss man auch einmal hochspringen, weitspringen, und vielleicht kann man so was auch als Nicht- Sportstudent angehen. Aufkommen kann man immer falsch. Und zu stolpern mag auch nicht verkehrt sein. Wir alle wissen doch, wie wir gehen gelernt haben: von Fall zu Fall….(letzteres ist geklaut, hat irgend so ein Neuropsychologe letztens in einem Film gebracht…Spitzer oder so…also nicht, dass ich mich mit fremden Federn schmücken will)
Immer wieder höre ich kritische Stimmen, was das heutige Studentendasein angeht, aber nicht etwa von den Studenten selbst, nein. Von meinem Vater bekomme ich regelmäßig zu hören, dass es wohl üblich heutzutage ist, alles hinzunehmen. Damals wäre das natürlich unmöglich gewesen. Ich höre Stichworte wie unpolitische Generation. Und zwischendurch klingt dann wieder das Klischee hindurch, wie wir Studenten leben. Pro Sieben, Taff, 17h: Guten Abend, Deutschland. Guten Morgen, liebe Studenten. Nun, aber wer sich schon nicht für die Probleme unseres Landes interessiert geschweige denn dafür, wie viel wir nun fürs Studium bezahlen müssen und überhaupt scheinbar alles über sich ergehen lässt, naja, dem wird wohl auch das egal sein. Aber trifft dieses Bild überhaupt zu? Als BaMa-Student erkenne ich hierin keine Wirklichkeit, wahrscheinlich habe ich um genannte Uhrzeit nicht einmal Zeit zum Fernsehen, und wenn mir davon jemand erzählt, dann habe ich gerade tausend andere Dinge im Kopf, den ich vielleicht noch schüttel, weil ich denke: Ja nee, ist klar. Ich glaube aber in der Tat, dass es den meisten egal ist, ob ein Bild zutrifft oder nicht und das Wenigste wird noch reflektiert, also kritisch reflektiert. Es geschieht was geschieht. Reflexion, Selbstreflexion, Kritik, alles das scheint fehl am Platze zu sein. Die an anderer Stelle zitierte “Suche nach der Wahrheit” wird ersetzt durch die Suche nach möglichen Klausurfragen. Was ist relevant? Kommt das auch vor? Müssen wir Daten kennen? Personen? Ist der Film von letzter Woche von Bedeutung, dieser Text, der Aufsatz? Nein, heißt es dann vielleicht, aber möglicherweise aufschlussreich. Immerhin reagieren Dozenten nun auch schon darauf und ergänzen ihre Seminare durch entsprechende Kommentare, was denn nun von diesen neunzig Minuten wichtig sein könnte. Danke!
Aber wem soll man einen Vorwurf machen? Vielleicht schlicht und einfach den neuen Strukturen, nämlich, dass die Universität mit den neuen Strukturen immer verschulter wird, aber mein Gott, so schlecht kann das ja auch nicht sein, oder?! Ich meine, letztlich gehen die meisten von uns wieder in die Schule, und ein bisschen mehr Praxis kann so schlecht nicht sein. Das neue Selbstverständnis des Studenten heutzutage? Die Frage stand am Anfang, und mir ist nun klar, dass ich falsch daran gegangen bin. Unsere Rolle ist ja vielmehr die eines Schülers, ohne diese Rolle abwerten zu wollen. Nein, darin liegt eine gewisse Herausforderung, und nächstes Mal wird diese dann einmal näher untersucht.
Übrigens: letztens war ich mit einem Kumpel in Italien. Vor Bologna sind wir abgedreht, Richtung Meer. Versprach mehr Aussicht.
von René Kohn
Ich bin genervt, ich bin frustriert…
Was nicht nur die ersten Zeilen eines Songs von den Ärzten sind, beschreibt meine Gefühle beim Anblick meines Schreibtisches recht treffend. Hier ein Abgabetermin für eine Ausarbeitung, da das Handout für das anstehende Referat, schon zugedeckt von ominösen Readern, unleserlichen Mitschriften, Büchern und dort noch der Kalender mit den dick unterstrichenen Klausurterminen. Nebenbei auch noch Zettel und Flyer mit den nächsten Partyterminen, Freundesadressen aus der ganzen Republik die ich doch schon lange mal wieder besuchen wollte, Festivaltickets, irgendeine Notiz weist noch auf die Arbeitsstelle für die Semesterferien hin und beinahe schon höhnisch grinsend sieht mich eine Postkarte mit dem Spruch „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“ an.
Das hatte ich mir anders vorgestellt!
Damals, vor drei- vier Jahren, als ich noch in der Schule saß und vom tollen Studentenleben geträumt habe, war mir eines völlig klar: Das wird eine relaxte Zeit! Mit vielen Parties, nächtelangen Diskussionen über Gott und die Welt, spannenden Vorlesungen von begeisterungsfähigen Professoren, jeden Tag ausschlafen und Semesterferien mit dem Rucksack in Sizilien. An Arbeitsdruck und Modulabschlussklausuren hab ich nicht im Traum gedacht. Jetzt ist es kurz vor Mitternacht und ich bin nicht auf der Party mit meinen Freunden sondern am Rechner und versuche, trockene Fakten in mein Hirn zu speisen. Dabei habe ich im Hinterkopf ständig die Frage, ob ich nicht grade die Party des Jahres verpasse und mein Sozialleben sich auf die einsamen Gespräche mit meiner Yuccapalme beschränken wird.
Klar ist wohl, dass ich mich vom Bild des Studenten, wie es die ´68er Generation geprägt hat, verabschieden muss, will ich halbwegs erfolgreich ins Berufsleben starten. Aber was ist das neue Bild eines Studenten? Wo ist der rote Faden, der einem sagt: „ Hier geht´s lang, das ist dein Weg!“ ? Was will ich vom Leben? Von wessen Meinung und Ansicht lasse ich mich überzeugen? Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Nur, wen soll man denn fragen? Meine Dozenten? Meine Kommilitonen? Das Kaffeesatz-Orakel?
Am Besten mich selbst.
Denn wer weiß mehr über meine Wünsche, Träume und Erfahrungen als ich? Und auf wessen Meinung sollte ich mehr Wert legen als auf meine?
Und während mir diese Gedanken so durch die Synapsen kreisen, wird mir bewusst, dass es nicht nur die Freiheiten und Rechte des Studentenlebens, sondern eben auch die Verpflichtungen und Bindungen sind, die es so reich machen. Die für Gesprächsthemen sorgen, die mich beschäftigen und mich zwingen, mich mit mir und meiner Arbeitshaltung auseinander zusetzen.
Und so nach und nach, also wirklich sehr langsam, verliert der Anblick meines Schreibtisches seinen Schrecken und ich mache mich an die Arbeit- in dem sicheren Wissen, dass der nächste Mittwoch, die nächste Party, kommen wird und ich Yucca dann doch noch eine Topfblume als Gesellschaft beistellen werde.
von Ihna Grensemann
“Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 kein Kapitalist ist, hat keinen Verstand.”
Eine Freundin aus der Schweiz fragte mich vor paar Wochen, wo man in Osnabrück in besetzten Häusern übernachten kann. In einem der beiden Vechtaer Kinos gab es eine Veranstaltung der Contra AG zum Abschiebelager in Bramsche-Hesepe. Die Zuschauer: weitgehend Jugendliche. Die 68er von morgen?
Auch wenn man im Laufe der Zeit – oder sollte ich schreiben, im Laufe des Erwachsenwerdens? – immer mehr revolutionäre Gedanken gegen die eines geplanten Lebensentwurfs eintauscht, man mag sich doch fragen, ob das politische Interesse der Studierendenschaft abnimmt – sofern überhaupt vorhanden, jedenfalls in unserer beschaulichen Kleinstadt. Gewiss ist Vechta keine klassische Universitätsstadt, die Studenten identifizieren sich wahrscheinlich weniger mit ihrer Hochschule als Studierende anderer Unis.
Immerhin, ein kleiner Teil der Studierenden engagiert sich, im AStA, StuPA, beim Linken Vechta, oder bei uns in der Redaktion…, auch wenn die Motivation, sich außerhalb des eigentlichen Studiums zu betätigen, wohl aufgrund der Straffheit des BA/MA-Studiums wohl immer geringer ausfallen wird.
Prof. von Laer sagte im Rahmen der Informationsveranstaltung zum Studiengebührenboykott, es sei nicht der Sinn der Universität, ein wirtschaftliches Unternehmen zu sein, sondern nach der Wahrheit zu forschen. Forschen wir, die Studierenden, nach der Wahrheit?
Haben wir, die Studierenden, eine gesellschaftliche Verantwortung, gegen eingefahrene Strukturen anzugehen und frischen Wind in die alltägliche Welt der Praxis zu bringen?
In einem Artikel in der taz über eines der Camps in Rostock während des G8-Gipfels wurde unter anderem über eine Studentin berichtet, Mitte 20, aus Berlin, studiert Sozialpädagogik und will die Welt verändern. So etwas meine ich aber gar nicht zwangsläufig, dass jeder Student nach Heiligendamm hätte fahren sollen oder ähnliches.
Ich meine vielmehr, dass wir darauf achten, was uns an dieser Welt stört, dass wir nicht so werden wie die Menschen, die ihre eingefahrenen Muster haben und jegliche Veränderung ablehnen. Menschen, die nicht mehr nach links und rechts schauen und nicht sehen, was sie eigentlich machen. Es fängt in uns selbst an.
von Björn Franke
Fotos: Karen Ishikawa & Björn Franke
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Das Märchen vom mündigen Bürger

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Es war einmal ein Junge namens Heinrich. Er lebte in einem kleinen Fürstentum. Sein Vater verdiente das Brot für die Familie als Bauer. Eines Abends, während des Essens, erzählte der Vater ihm von einem neuen Erlass des Fürsten. Er polterte und schimpfte, dass die Adeligen nur Unsinn im Kopf hätten. Schon wieder wollte der Fürst ein Fest geben und verlangte für diesen Monat die doppelten Abgaben. Das nannte er dann Politik. „Ich nenne das Verschwendung“, wetterte der Vater, „er sollte lieber die Steuern für seine Untertanen senken oder ihnen mehr zum Leben lassen. Sonst wird es bald Unruhen geben.“
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Als er schon im Bett lag, dachte Heinrich noch lange an diese Worte. Wusste denn der Fürst nicht, wie seine Untertanen dachten? Warum sagte es ihm keiner? Warum entschied er alles allein? Er überlegte und kam zu dem Entschluss, dass doch besser alle bestimmen sollten, was im Land passiert. Aber wie?
Auch am nächsten Tag beschäftigte ihn dieser Gedanke sehr. Er saß auf der Wiese hinter dem Haus an einen Baum gelehnt, als ein Schmetterling sich zu ihm gesellte. Gedankenverloren sah er ihn an und erkannte nur langsam, dass das kleine Geschöpf auf seinem Knie gar kein Schmetterling war. Eine kleine Elfe saß da, und schaute ihn neugierig an. „Warum sitzt du hier so trübselig anstatt zu spielen? Es ist doch ein herrlicher Tag.“ Heinrich erzählte ihr von seinem Vater, dem Fürsten und seiner Idee. Kaum hatte er seine Rede beendet, sprang sie fröhlich auf. „Ich schau mal, was ich tun kann.“ Noch ehe Heinrich fragen konnte, was sie denn überhaupt tun könne, war die kleine Elfe verschwunden. Vorsichtig sah er sich um, aber alles schien wie immer. Auch zu Hause konnte er nichts Ungewöhnliches entdecken. Nicht beim Abendessen und auch nicht bevor er schlafen ging. Am nächsten Morgen hatte er die Begegnung mit der Elfe schon wieder vergessen. Doch als ein Bote an die Tür des Bauern klopfte und seinen Vater dazu einlud, zum Fürsten zu kommen, (denn alle mündigen Bürger dürften jetzt über die Geschicke des Landes mitbestimmen), erinnerte sich Heinrich wieder und strahlte. Die Elfe hatte es also wirklich geschafft.
Von nun an gingen der Vater und alle anderen mündigen Bürger des Fürstentums einmal die Woche zum Fürsten, um die anstehenden Entscheidungen zu treffen. Alle waren glücklich und zufrieden. Doch eines Tages trug der Fürst ein heikles Anliegen vor. Er wollte sich mit anderen Fürstentümern verbünden, gemeinsam seien sie stärker. Doch alle Verbündeten verpflichteten sich auch, die anderen in Zollfragen und Geldangelegenheiten einzubeziehen. Der Fürst versicherte, dass bereits alles vorbereitet und der Vertrag aufgesetzt wäre und sie nur Vorteile davon hätten. Genau diese Äußerung jedoch entfachte den Unmut in der Versammlung. Wie konnte alles vorbereitet sein, wenn er sie noch gar nicht gefragt hatte. Nein, das ging nicht, da war man sich einig. Sie zeterten und schrien alle durcheinander. Der Fürst erhob schließlich seine Stimme: „Es muss eine Entscheidung getroffen werden.“ Noch einmal warb der Fürst mit schillernden Worten für sein Vorhaben, doch immer wieder wurden Vorbehalte und Ängste aus der Menge geäußert, die breite Zustimmung fanden. Der Fürst kam dagegen nicht an. So wurde das Bündnis abgelehnt.
Als er den Fürsten des Bündnisses diese Nachricht überbrachte, reagierten sie mit Unverständnis. „Du kannst doch nicht die einfachen Untertanen eine solch gewichtige Entscheidung treffen lassen.“ „Aber bisher hat es doch gut funktioniert.“ „Das mag sein, aber wissen deine Untertanen denn auch, was passiert, wenn ihr Land allein bleibt? Wissen sie, was die anderen Fürsten planen? Haben sie die Geschichte und die Diplomatie studiert? Haben sie den Vertrag gelesen?“ Der Fürst überlegte kurz, und musste diese Nachfragen dann verneinen. „Das sind einfache Leute. Ich bin nicht mal sicher, ob alle lesen können.“ Daraufhin erntete der Fürst nur noch Spott und wurde mit den Worten nach Hause komplimentiert, dass er wiederkommen solle, wenn er die Entscheidungsgewalt hätte. Geknickt fuhr er also zurück in sein Schloss.
Bei der nächsten Versammlung berichtete er von diesem Zusammentreffen und stellte die Frage in den Raum, wer lesen könne. Nur wenige Hände wurden gehoben. Er schloss die Frage an, wer denn lesen lernen wolle. Es hoben sich nicht viel mehr Hände. „Aber ihr müsst lesen können, damit ihr mündige Bürger seid.“ Empörung machte sich unter den Anwesenden breit. „Für sowas habe ich keine Zeit, und ich weiß doch auch so Bescheid.“, schrie Heinrichs Vater.
Resigniert sank der Fürst in seinen Sessel. So ging es nicht weiter. Wenn die Bürger mit entscheiden wollten, mussten sie über alles Bescheid wissen.
Zu Hause erzählte natürlich auch der Vater Heinrich von diesen Vorkommnissen. Dieser zog sich anschließend ganz betrübt in sein Zimmer zurück. Was war schief gelaufen? Warum funktionierte die direkte Abstimmung nun nicht mehr?
Am nächsten Morgen fragte er den Vater, warum er nicht lesen lerne um zu verstehen, was der Fürst sagt. Doch dieser wiegelte nur ab. „Von sowas bekommst du kein Essen auf den Tisch.“ Außerdem habe er sich ja schon entschieden und werde sich auch nicht mehr umstimmen lassen.
Wieder saß Heinrich auf der Wiese, angelehnt an die alte Eiche und schaute angestrengt ins Gras. Wo diese Elfe nur wieder steckte? Gegen Abend schließlich setzte sie sich wieder auf sein Knie und fragte: „Warum sitzt du hier so betrübt?“ Heinrich schilderte ihr, was geschehen war. Die Elfe lauschte. Aber diesmal wusste Heinrich keine Lösung des Problems. So flog die Elfe wieder von dannen, ohne eine Idee, was sie für Heinrich tun könne. So war sie es, die nun wach lag und grübelte. Sollte sie alles wieder rückgängig machen, als ob es die direkte Mitbestimmung nie gegeben hätte? Oder könnte sie wirklich alle Bürger dazu bewegen, lesen zu lernen um die nötigen Kenntnisse zu erwerben?
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Aber wer würde dann die Felder bestellen und die Tiere füttern, wenn alle beschäftigt wären? Sollten die Bürger vielleicht einige aus ihrer Mitte wählen, die sich fortan nur noch mit den Staatsgeschäften auseinander setzen und von den anderen mitversorgt würden? Aber wer würde dann kontrollieren, was diese tun?
Wie sie es auch drehte und wendete, sie konnte keine Lösung finden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so grübeln Heinrich und die Elfe noch heute…
von Stefanie Bruns
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Bremen

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© Jan von Bröckel / PIXELIO
Ihr habt schon immer das Bedürfnis gehabt, einmal musizierende Tiere zu sehen? Wolltet schon immer mal live dabei sein, wenn sich jemand vom Hochhaus stürzt? Kein Problem. Unsere fünfte Station auf unserer Semestertickettour macht’s möglich. Und es ist keine geringere als Bremen gewesen.
Bremen.
Hansestadt. Fisch. Grün-Weiß. Mittlerweile auch Orange. Fußball. Becks. Eine Stadt, in der Männerträume wahr werden. Eine Stadt, 550.000 Einwohner… Bei mäßigem Wetter, aber mit bestem Vorhaben und wie immer hochmotiviert ging es in die größere Stadt des Zweistädtelandes. Neben Studenten, die noch keine Studiengebühren bezahlen müssen und entsprechend schön auf den Putz hauen können, bringt diese Stadt auch astreine Soapkarrieren hervor: Der ehemalige Manager des Fußballvereins Werder Bremen ist derweil Senator für Bildung und Wissenschaft. Möglicherweise mag das eine mit dem anderen
Umstand zutun haben. Ach so, vom Haus hat sich übrigens niemand gestürzt. Wir wohnten lediglich einem Tatortdreh bei. Nach einer Dreiviertelstunde Sensationsgeilheit hatten wir allerdings keine Muße mehr, noch länger auf den Sprung zu warten. Wir mussten ja schließlich weiterkommen, um für euch Bremen zu erkundschaften.
das Bremer Schnoorviertel
© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Wer sich schon in Bremen befindet sollte es auf keinen Fall verpassen, das Bremer Schnoorviertel zu besuchen. Hier findet der geneigte Besucher viele hundert Jahre hanseatische Geschichte und kann in den engen Gassen beim Bummeln schon mal die Zeit vergessen. Doch nicht nur das Bummeln wird im Schnoor groß geschrieben, auch die Kultur hat ihren festen Platz. Verschiedene Galerien und Museen lassen sich hier ebenso finden wie Theater und Varieté. Ein näherer Blick lohnt sich!
St. Petri Dom
Bremen hat auch für Freunde sakraler Gebäude, sei es um zu beten oder die Pracht zu bewundern, einiges zu bieten. Neben der St. Martini Kirche im Schnoor Viertel, der Atriumkirche und der Unser Liebfrauenkirche ist besonders der St. Petri Dom hervorzuheben. Dieses frühgotisch geprägte Bauwerk besitzt eine besonders imposante dreischiffige Basilika mit einem doppelten Chor und zwei Krypten. Angesichts all dieser Pracht ist es nicht verwunderlich, dass es zwei Männer brauchte um den Dom eine solche Größe zu verleihen. So begann einst im Jahre 1041 der Erzbischof Bezelin mit dem Bau, welchen sein Nachfolger Adelbert vollendete. Heute ist er ein Ort der Besinnung, des Staunens, der Erinnerung und nicht zuletzt der Bildung. Denn neben seiner eigenen langen Geschichte, welche vor allem in den ältesten Teilen, der Ost – und der Westkrypta, spürbar wird beherbergt das alte Gemäuer heute auch ein Museum. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Gut, lecker, Johnny be goods
Eher zufällig trieb uns der Hunger in dieses Truckerlokal. Die rustikale Innenausstattung hat ihren ganz eigenen Charme. Aber das Besondere ist hier definitiv das angebotene Essen. Neben einer großen Auswahl an Burgern gibt es auch andere typisch amerikanische Spezialitäten. Einzig für die Vegetarier ist das Angebot etwas dünn. Ansonsten findet sicher jeden den Burger seines Geschmacks. Bei all ihrer Unterschiedlichkeit haben diese eins gemeinsam sie sind riesig und werden mit einer ordentlich Portion Beilagen serviert. Richtigen Hunger sollte