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Ausgabe 26 (PDF-Version)

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Grenzenlos Theater spielen
Das Theaterprojekt Fascination des Bremer Welttheaters

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Neuer Marktknaller für Vechta
Andreaswerk e.V. übernimmt Campus-Café

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sneep
Was ist das?

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Ein Spaziergang durch Hamburg
Von einem Festival, übers Szeneviertel bis hin zu den Elbstränden

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Stade

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Ahlhorner Fischteiche

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Willkommen im Zeitalter des Online-Datings
Eine Welt voller zukunftsorientierter Wunschtraumdenker

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Nicht für die Uni, sondern für das Leben lernen wir!
Wie Kunststoffe die Welt beherrschen

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Interkulturelle Fettnäpfchen
Das Training des International Office

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Sudoku

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How to draw Manga – Gesicht
Proportionen und -ausrichtungen

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Ein Paar

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26_kreativ
Bild aus dem Jahr 2012 in Öl auf Leinwand (im Orginal 90 x 90 cm groß) von Salome Kaiser

Yolo Yasa

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Lehrer werden ist nicht schwer …

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Ersti-Spezial 2013 (PDF-Version)

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Willkommen in Vechta!
Die nehmen hier fast jeden

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Foto: Alexander Dressler
“Bewerben Sie sich in Vechta, die nehmen fast jeden”, sagte der Studienberater mit nachdenklichem Blick auf mein Abiturzeugnis. Klar, Vechta. Nie gehört. Sechs Wochen und unzählige Absagen später sollte sich das ändern.
Kommilitonen, mit denen ich mich in den ersten Wochen unterhielt, ging es ganz ähnlich. “Eigentlich wollte ich ja nach …, aber der N.C.”, hörte man immer wieder. So richtig freiwillig hatte sich kaum jemand fürs norddeutsche Outback entschieden. Schlechte Abiturienten kommen nach Vechta, gute überall hin. Naja.
Und jetzt? Anfangs musste ich mich ziemlich umstellen. Als Mountainbiker vermisste ich die Berge. Und ja, mir fehlte die Innenstadt. Ich komme aus Braunschweig, das ist schon nicht gerade New York. Aber immerhin bekommt man dort nicht nur, was man braucht, man hat sogar Auswahl. Und hier? Die Große Straße, die in jeder größeren Stadt vermutlich Kleine Straße heißen würde mit ihren paar Geschäften links und rechts, das war’s. Nachts fahren dort getunte Golf GTI mit Schalldruckantrieb auf und ab, Atzenmusik versus Mickie Krause versus Sportauspuff. Jaja, bei uns auf dem Lande ist die Welt noch in Ordnung.
Aber irgendwie war ich ja nie so der Großstadt-Checker, und wenn man die richtigen Leute findet, gefällt’s einem sowieso überall. Ich habe ziemlich gute Freunde kennengelernt, war auf lauten und schmutzigen Partys und habe Theater gespielt. Ja, man kann in Vechta Spaß haben, ob mehr oder weniger als woanders, weiß ich nicht, ist mir auch egal, ich bin gerne hier.
Im ersten Semester war ich bloß von Montagmorgen bis Donnerstagnachmittag Vechteraner, bin jedes Wochenende nach Hause gefahren. Mittlerweile ist mein zu Hause hier. Vechta und ich haben uns aneinander gewöhnt.
Ob ein Lehramtsstudium an anderen, größeren Unis anders ist? Nicht wirklich, oder? Abgesehen von Verbindungsstudenten – statt denen gibt es glückliche Schweine auf saftigen Wiesen – bietet die Uni Vechta alles, was andere Hochschulen auch haben. Klausurenstress und überfüllte Hörsäle inklusive.
Ja, die Uni ist klein. Aber das heißt auch, sie ist überschaubar, Entscheidungsträger sind erreichbar. Will man ein Campusmagazin gründen, wird man dabei unterstützt, erhält Redaktionsraum, Postfach und Druckkostenzuschuss.
Irgendwann wird das Studium geschafft und die Zeit hier vorbei sein. Dann werde ich einerseits froh sein, dass es weiter geht, andererseits wahrscheinlich auch traurig, mein derzeitiges Leben hinter mir zu lassen. Ich bin mir jedenfalls sicher: Auch Lehrer, die in Vechta studiert haben, werden später ihre Schülern mit Geschichten aus der wilden Studentenzeit nerven.
von Stefan Hirsch

Humor bewahren
Tipps für die ersten Wochen

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Nun beginnt wohl der Ernst des Lebens … oder die längste Party der Welt. Wie auch immer Du Dein Studium gestalten wirst, um ein paar grundsätzliche Themen wird auch der hartgesottenste Ersti nicht herumkommen. Damit Du nicht völlig verzweifelst, bevor Du Dein eigenes System entwickelt hast, haben wir für Dich die besten Tipps für die ersten Wochen zusammengestellt.
Stundenplan
Gehe nicht davon aus, dass Dein Stundenplan, Dein Raumplan oder überhaupt ein getätigter Plan von Dir in den ersten Wochen so bleibt, wie er war. Grundsätzlich ist erstmal alles offen und Du solltest es mit Humor nehmen. In den meisten Fällen relativiert sich das Chaos spätestens in der dritten Woche. Gönn‘ Dir lieber einen leckeren Kaffee im Bistro oder der Caféte, glaub mir, dabei wirst Du schnell Deinesgleichen finden.
Seminare
Auch an einer Universität ist Mitarbeit gefragt. Daher heißt es: Vorbereitung ist alles. Sollte diese eher dürftig ausgefallen sein und einschlägige Suchmaschinen sind Dir auch keine Hilfe mehr, heißt es Verstecken. Zunächst gilt: Wenn Du eh schon keine Ahnung hast, Klappe halten. Schamloses Plappern mit dem Nachbarn oder schadenfrohes Kichern, wenn es Dich nicht erwischt haben sollte, werden Dich zwangsläufig auf die Abschussliste bringen. Auch Gähnen empfiehlt sich, ob in leiser oder lauter Form, ganz und gar nicht. Die Kleidung mit Bedacht aussuchen: Der handgestrickte Ernie-Pullover ist eine wirklich tolle Sache, doch lenkt er zwangsläufig die Blicke auf Dich. „Du da in bunt gestreift …”, könnte die Folge sein. Von daher heißt es an solchen Tagen: Weniger ist einfach mehr.
Mensa
Gerade in den ersten Wochen nach Semesterbeginn solltest Du kein Seminar in der Mittagszeit besuchen, Dir einen Sturzhelm für die Schlacht an der Ausgabe anschaffen oder am besten Vegetarier werden. Ansonsten können wir Dir nur raten: Geduld und evtl. ein Pausenbrot für die Wartezeit. Letztendlich wirst Du mit einer großen Auswahl leckerer Menüs belohnt, weswegen sich das Warten durchaus lohnen wird. Innerhalb der Mensa solltest Du Folgendes beachten: Überlege Dir schon auf dem Weg genau, was Du essen willst. Verzichte auf Komponenten, wenn Du bereits an ihnen vorbei bist. Dein Hintermann wird sonst zwangsläufig Dein Tablett rammen und dann überholen. Du wirst den Anschluss an Deine Freunde verpassen und letztlich alleine dastehen. Und allein schmeckt das Essen nie! Gut, vielleicht etwas übertrieben, aber „Im-Weg-Rumsteher” nerven einfach. Punkt!
Verwaltung
Rechne grundsätzlich nie damit, dass Dinge einen einfachen Ablauf haben. Wenn Du einen einfachen Ablauf möchtest, geh zur Bundeswehr! An einer Hochschule ist mitdenken gefordert. Grundsätzlich gilt: Egal was du möchtest, Du wirst es kaum an diesem Tag bekommen. Zunächst ist es ratsam, Dich per E-Mail vorher anzumelden. Benutze dafür bitte Deine hochschulinterne Adresse: Auf geilesstück@web.de wirst Du sehr wahrscheinlich nie eine Antwort erhalten. Sollte es dennoch fehlschlagen, wende Dich persönlich an die jeweiligen Stellen. Grundsätzlich gilt auch hier: Freundlichkeit ist alles. Da unsere Verwaltung an manchen Stellen schlichtweg überlastet ist, ist sie auch erstmal für nichts zuständig. Bleibe hart. Formuliere Deine Frage erneut. Betone dabei die Wichtigkeit deines Anliegens, aber vergewissere Dich im Voraus, ob Du die Frage nicht auch hättest selbst beantworten können (Lesen der Prüfungsordnung, Frage an den Dozenten, Zuhören in der Veranstaltung). Gerade während der Prüfungszeit halten solche Anfragen den Betrieb unnötig auf. Solltest Du Dir sicher sein, dass Du im Recht bist, vertrete Dein Recht. Sollte dennoch nichts fruchten, hast Du unseren Segen, mit der Faust ordentlich auf den Tisch zu hauen. Mitunter wirst Du jedoch feststellen, dass dies nur an den seltensten Stellen notwendig sein wird.
Alles in allem heißt es: Humor bewahren. Letztendlich ist hier noch keiner unter die Räder gekommen. Darüber hinaus freue Dich jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn Du dann diese weisen Worte an Deine Nachfolger richten kannst. Viel Spaß und ein erfolgreiches Studium wünscht Dir Dein uniVista-Team!
von Britta Simon

Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Universität gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Du Deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in Deinem Sinne mitzugestalten, kannst Du Dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet Euch an Euren Fachrat.
Studierendenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das StuPa kümmert sich um Belange, welche die gesamte Studierendenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studierendenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studierendenschaft.
Allgemeiner Studentenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem Du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studierendenschaft nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studierendenschaft. Informationen zum Unialltag und die Sprechzeiten der Referenten findet Ihr auf der AStA Website. (www.asta-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Uniseite. (www.uni-vechta.de)
von Stefanie Bruns
Auch bei Demos kannst Du Deiner Stimme Geltung verleihen.
Hier: Bildungsstreikdemo in Vechta
Foto: Alexander Dressler

Das liebe Geld

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Bildung ist teuer, das ist nicht erst seit den Studiengebühren so. Deshalb steht jeder von Euch vor der Frage: Wie soll ich das alles finanzieren? Es gibt die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KFW Bankengruppe in Anspruch zu nehmen oder, sofern berechtigt, BAföG zu beziehen. Doch eine wesentlich bessere Alternative wäre ein Studierendenstipendium. Bekommen könnt Ihr das bei den zwölf großen Begabtenförderungswerken (www.begabtenfoerderungswerke.de) oder bei kleineren Stiftungen und Vereinen.
Recherche lohnt sich, denn es gibt mehr Menschen, die Euch fördern wollen, als Ihr denkt. Ein Einser-Abitur ist nicht notwendig. Begabtenförderungswerke legen bei ihrer Auswahl Wert auf gute Schul- und Studienleistungen (um die 2,0) und gesellschaftliches und/oder politisches Engagement. Leitsatz ist, dass Lebenswege gefördert werden sollen, keine Karrieren. Dementsprechend gehört bei den meisten Stiftungen zur finanziellen Förderung auch eine ideelle Förderung, welche Euch die Möglichkeit eröffnet, Euch weiter zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Bei der Auswahl Eurer Stiftung solltet Ihr darauf achten, welche zu Euch passt, denn diese repräsentiert Ihr auch als Stipendiat. Zögert nicht Euch zu bewerben.
von Stefanie Bruns

Wie bewältige ich meinen Alltag?
Tipps zum Zeitmanagement

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Wenn einem etwas im Studium fehlt, neben Geld und regelmäßigen Mahlzeiten, dann ist es vor allem Zeit. Ob es sich um Zeit für Freunde, Lernen oder Arbeiten handelt, stets ist zu wenig davon da. Daher kommen hier ein paar hilfreiche Tipps, wie der Aktenstapel auch mal kleiner wird und nicht beständig anwächst.
© Gerd Altmann / PIXELIO
Kenne deine Termine!
Eine der Grundvoraussetzungen um seine Zeit sinnvoll zu nutzen, ist zu wissen, wann was erledigt werden muss. Daher empfiehlt es sich, alle Termine in einen Kalender, Organizer oder Notizheft einzutragen. Nur so kann man sehen, welche Dinge noch anstehen und vor allem wie viel Zeit man noch dafür hat. So ergibt sich auch eine erste Reihenfolge nach Dringlichkeit der Aufgaben. Allerdings sollte nicht der Fehler begangen werden, einen Tag vorher festzustellen, dass Morgen eine Hausarbeit abzugeben ist. Daher muss man kontinuierlich vorgehen und alle Termine sich möglichst sofort notieren. So können unvorhergesehene Ereignisse vermindert werden.
Kenne dich selbst!
Oftmals scheitert der Versuch einer vernünftigen Zeitplanung aber vor allem an einem selbst. Zwar weiß man, dass in einer Woche die Klausur ansteht, dennoch schafft man es nicht, sich vernünftig vorzubereiten. Irgendwie macht man immer etwas anderes. Daher ist es wichtig, sich selbst einschätzen zu können. Anstatt drei Tage am Stück lernen zu wollen, sollte man lieber eine Woche mit einer Vielzahl an Pausen einplanen. Kaum jemand kann so lange am Stück lernen, ohne dass sein Aufnahmevermögen darunter leidet. Lieber gleich den Besuch von Freunden, die Arbeitsschicht oder Uniparty mit in den Zeitplan aufnehmen und sich auch mal einen Tag Pause gönnen. Bei vielen kleinen Lern- bzw. Arbeitseinheiten hat man einerseits das Gefühl, immer etwas geschafft zu haben, andererseits fühlt man sich nicht überfordert.
Kenne deine Prioritäten!
Was ist jedoch zu tun, wenn der Geburtstag der besten Freundin genau vor einer wichtigen Klausur liegt? Immer wenn Kollisionen mehrerer Termine auftreten, gilt es abzuwägen. Dabei spielen vor allem die Einzigartigkeit und die Folgen eine Rolle. Es gilt jedoch stets zu bedenken, dass niemand nur von und fürs Studium alleine leben kann. Soziale Kontakte oder finanzielle Notwendigkeiten sind ebenso wichtig. Ein/e Student/in hat nicht nur die Aufgabe, die universitären Termine wahrzunehmen, sondern muss alle Termine miteinander vereinbaren. Einseitig nur eine Perspektive unterzubringen und andere dafür zu vernachlässigen, kann nicht das Ziel sein. Daher ist es keine Fehlplanung, eine Nachschreibklausur zu wählen, um einen Freund nicht hängen zu lassen, sondern nur eine Frage der eigenen Prioritäten.
Kenne deine Reserven!
Das größte Problem tritt auf, wenn zu viele Termine gleichzeitig auftreten und es gar nicht möglich ist, alle parallel wahrzunehmen. Darum gilt es im Vorfeld bereits, möglichst wenige dauerhafte und feststehende Termine anzunehmen. Bevor man sich daher überreden lässt jeden Donnerstag an einem Treffen teilzunehmen, sollte man erst gucken, ob man dafür nicht etwas anderes vernachlässigen muss. Im schlimmsten Fall kann es sonst vorkommen, dass man weder das eine, noch das andere schafft. Ergänzend, gehört aber auch die Abgabe von Aufgaben dazu. Es ist besser, sich Hilfe zu suchen und andere einige Dinge erledigen zu lassen, als sich selbst dauerhaft zu überfordern. Man muss nicht immer alles selber machen.
von Matthias Christ

The Beast within
Über Dozenten und den Umgang mit ihnen

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Kaum etwas wird das Uni-Leben so sehr prägen wie die netten Menschen am Rednerpult, die eine Hand an der Fernbedienung des Beamers, die andere am Over-Head-Projektor.
Wie soll man mit den Halbmenschen, mit der Powerpoint-Präsentation, umgehen? Vereinen sie doch so viele Rollen in sich. Richter, Lehrer, Lebensretter, Mensch.
Dozenten sind viel, aber eben vor allem Letzteres. Auch sie können sich irren, veraltete Meinungen vertreten oder persönliche Probleme mit in die Veranstaltung tragen. Es gibt Exemplare, die halten besonders viel auf sich, andere versuchen sich in ihre eigene Studentenzeit zurückzuversetzen und die Belange der Studenten zu verstehen.
Welcher Typ Dozent Euch auch immer über den Weg läuft, jeder Dozent verdient einen gewissen Respekt, so schwierig sie oder er auch sein mag, allerdings auch nicht mehr. Seine Meinungen sind nicht besser, seine Fachrichtung nicht die Wichtigste, nicht einmal die Inhalte mögen alle besonders wichtig sein. Dozenten sind keine allwissenden nie fehlenden Überwesen. Auch sie berufen sich auf die Dinge, die ihnen beigebracht wurden. Auch sie berufen sich auf Konventionen, die sich nicht immer nur rational begründen lassen.
Man sollte sich also nicht von ihren Worten einschüchtern lassen, viel mehr sollte man sie als Herausforderung ansehen und ernst nehmen, dass ihr Beruf die Vermittlung von wissenschaftlich geprüftem Wissen und der wissenschaftlichen Methode an sich ist. Es sind nicht länger autoritäre Lehrer, die einem gegenübersitzen, es sind Menschen, die potenziell auf Augenhöhe mit einem selbst sind und daher sollte man es ihnen nicht zu einfach machen.
Stellt also Fragen, vertieft Dinge, die Euch interessieren und gebt Euch vor allem nicht mit ihren Meinungen zufrieden. Mit dem nötigen Feingefühl sollte auch die abschließende Note für das Modul kein Problem darstellen.
von Matthias Christ

Der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Mündigkeit
Über Studenten und ihre eigene Meinung

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Das Modell “Student” schien beim Kauf außerordentlich bequem zu sein. Das Kleingedruckte im Vertrag? Das muss ich wohl überlesen haben …
Manchmal sind jedoch gerade diese kleinen Dinge die entscheidenden. Student sein, was bedeutet das eigentlich?
Wer die Schule erfolgreich hinter sich gebracht hat, weiß, wie man sich anpasst. Sei es in der Klasse, in den Kursen oder in schriftlichen Arbeiten, in denen für gute Noten genau die Meinung des Lehrers zu treffen ist. Rebellen gegen dieses System haben zwar meist einen besonderen Status, jedoch schlägt sich dieser nicht unbedingt in ihren Noten wieder.
Student sein heißt nun unangepasst zu sein. Es heißt eigene Ideen und Meinungen zu entwickeln und sich nicht mit den einfachen Lösungen zufriedenzugeben. Es heißt vor allem auch, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und einen kritischen Blick für Argumente oder Beweise zu entwickeln. Dinge sind eben nicht einfach wahr, nur weil es viele sagen. Letztendlich sind wir alle hier, weil uns diese spezielle Fachrichtung interessiert, weil die Themen für uns Bedeutung haben und die Inhalte uns helfen sollen im späteren Berufsleben wichtige Entscheidungen zu treffen. Dass nicht alles gleich nützlich ist, ist klar. Eine eigene Meinung und vor allem eigene Persönlichkeit jedoch kann wertvoller sein als jedes Fachwissen. Ein langweiliges Seminar wird gleich viel lebendiger, wenn über ein interessantes Thema mit herausfordernden Ansichten gesprochen wird.
Es ist also auch in Eurem Interesse, wenn Ihr versucht die Zeit zu nutzen, indem Ihr Eure Persönlichkeit mit hineinbringt und die Spannung der Vorlesung nicht durch passives Absitzen ins Unerträgliche steigert. Nutzt die Chance, die Ihr habt im Studium und entdeckt Euch und die Welt auf neue Weise.
von Matthias Christ

Einzimmerappartement oder WG?

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Ich bin frei!
Ich wohne alleine … und wisst ihr was?! Es ist geil. Niemand, der mich nervt und den ich nerven kann. Ich muss keine Rücksicht auf irgendwelche Mitbewohner nehmen. Wenn ich meine Sachen irgendwo rumschmeiße, interessiert das niemanden. Am besten finde ich, dass das, was ich mir an Lebensmitteln kaufe, solange in meinem Kühlschrank bleibt, bis mein Magen danach verlangt (oder bis das MHD abgelaufen ist). Ich brauche niemanden zu fragen, ob ich den Fernseher etwas lauter machen darf, oder welches Programm geguckt wird, denn die Herrin der Fernbedienung bin ich ganz alleine. Niemand zickt und zofft, oder labert mich schon morgens, wenn ich noch im Delirium bin, mit sinnlosen Sachen voll. Wenn ich einkaufen gehe, sieht es nicht wie bei einer Großfamilie aus, ich kann meine Sachen leicht in einer Box transportieren. Ich kann duschen und das Klo benutzen, wann immer es mich danach verlangt. Wenn ich Bock habe zu telefonieren, greife ich einfach zum Hörer, ohne dass nach einer halben Stunde jemand an meine Tür klopft, um zu fragen, ob es denn noch lange dauert.
Sollte mich wirklich ein Anflug von „Einsamkeit” plagen, schwinge ich mich in mein Auto und fahre zu meinen Freunden, um dort ein bisschen Chaos zu verbreiten. Wenn ich das erledigt habe, kann ich mich entspannt in meine vier Wände zurückziehen und das Alleinsein in Ruhe genießen.
von Kristin Rothe
Zusammen ist man weniger allein!
“Ach du Schreck! Eine Sechser-WG!”, so reagieren die meisten, wenn sie von meinen Wohnverhältnissen hören. Doch ich kann nur Positives berichten!
Die Vorteile einer Wohngemeinschaft überwiegen meiner Meinung nach ganz klar. So lässt es sich wohl auch erklären, dass ich von Anfang an nur nach WGs gesucht habe, als ich mich damals, vor ca. zwei Jahren, auf Wohnungssuche begab. Auf diese Weise hatte ich in der damals noch unbekannten Stadt direkt Menschen, die ich kannte, mit denen ich zusammen zu Vorlesungen, in die Mensa oder auf Uni-Partys gehen konnte. Immer hatte ich die Rückendeckung meiner Mitbewohner und konnte so die Fühler nach neuen Kontakten ausstrecken.
Neben praktischen Aspekten, wie den geringeren Kosten, Aufteilung der Putzarbeiten usw. hat es auch sonst so einige Vorteile. Zusammen kochen, Filme schauen, zusammen für Klausuren lernen, oder im Schwimmbad entspannen.
Man muss vielleicht dafür geboren sein, gerne die Küche zu teilen, auch mal auf eine freie Dusche zu warten oder aber Rücksicht zu nehmen. Doch wenn man das alles ohne Probleme bewältigen kann, dann ist eine WG – passende Mitbewohner vorausgesetzt – eine Bereicherung! Und wer ist schon gerne allein? Ich finde, eine Wohngemeinschaft ist einfach perfekt. Zurück ziehen kann sich ja jeder in sein eigenes Zimmer. Da kann man dann Musik hören, Filme schauen und so weiter, wie es einem beliebt, natürlich in einer normalen Lautstärke, man will die Mitbewohner ja nicht ärgern!
von Carola Hofmann

Holzauge sei wachsam …
Kleine Einführung ins Mietrecht für Anfänger

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Foto: Britta Simon
„Als ich nach dem Wochenende zurück in meine Wohnung kam, hatte ich das Gefühl, dass jemand ohne mein Wissen dort gewesen war. Ich rief natürlich gleich bei meinem Vermieter an und erfuhr, dass er Handwerkern Zutritt zu meiner Wohnung ermöglicht hatte. Er wollte keine Zeit verlieren, denn Studenten seien schließlich so schlecht zu erreichen.“
Das Erlebnis der Studentin Verena ist manchem Studierenden in Vechta nicht unbekannt. Obwohl die eigene Wohnung bzw. das WG-Zimmer definitiv einen vom Gesetz geschützten Privatbereich darstellt, verschaffen sich einige Wohnungseigentümer in Abwesenheit ihrer Mieter Zutritt. Auf Nachfragen werden hierfür Gründe wie kleine Reparaturmaßnahmen, Zimmerbesichtigungen für potenzielle Nachmieter oder auch ein allgemeines Nach-dem-Rechten-Sehen angegeben. Der Gedanke, jemand Fremdes bewege sich unbemerkt in den eigenen vier Wänden, kann mitunter beängstigend sein, selbst wenn der Grund dafür, wie im Beispiel der Studentin Katja, jenseits der Neugierde liegt: „Nach dem Wochenende kam ich in meine Wohnung und fand im Wohnzimmer Laminat verlegt. Vorher war dort Teppich gewesen! Meine Vermieterin sah es als freundschaftlichen Dienst an. Sie erklärte mir, dass sie sogar meinen Hamster noch gefüttert hätte. Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte.“
Trotz aller Nächstenliebe für mittellose Studenten bleibt klarzustellen, dass ein Vermieter weder aus sorgenden noch aus überwachenden Gründen das Recht hat, eine vermietete Wohnung ohne Wissen des Mieters zu betreten. Allerdings ist es dem Eigentümer erlaubt, nach vorheriger Anmeldung seine Wohnung zu besichtigen, was ihm dann auch ermöglicht werden muss. Gründe hierfür wären beispielsweise eventuelle Nachmieter oder die Reparatur kleinerer und größerer Schäden, die den Wert der Immobilie auf längere Sicht senken könnten. Generell gilt jedoch, dass Besuche mindestens 24 Stunden vorher angekündigt werden müssen. Bei dieser Ankündigung ist der Vermieter ebenfalls verpflichtet, dem Mieter den Grund des Besuches mitzuteilen und weitere Besucher zu erwähnen. Von dieser Regel ausgenommen sind Notfälle wie ein plötzlicher Wasserrohrbruch oder der Verdacht auf Feuer. In diesem Fall darf auch ohne Benachrichtigung die Wohnung betreten bzw. eine Notöffnung vorgenommen werden. Daher ist es sinnvoll, einen Zweitschlüssel bei einer vertrauten Person im nahen Umfeld zu hinterlegen und dies dem Vermieter mitzuteilen. Zeiten, in denen die Wohnung besichtigt werden darf, sind gemeinhin auf Wochentage festgelegt. Dabei wird sich an den üblichen Arbeitszeiten orientiert, also 10-18 Uhr. In Ausnahmefällen können auch spätere Termine sowie das Wochenende berücksichtigt werden. Klauseln im Mietvertrag, die dem Vermieter ein Besuchsrecht zu jeder Zeit garantieren, sind ungültig und somit nichtig.
Hilfestellen
Deutscher Mieterbund e.V.
   Website: www.mieterbund.de
   Hotline: 0900 12 000 12 (2 Euro/Min.)
Kostenlose Rechtsberatung beim AStA
   Website: www.asta-vechta.de
Sollte man das Gefühl haben, dass der Vermieter gerne mal einen Spaziergang durch die Wohnung unternimmt und sich dies auf Nachfrage auch bestätigt, besteht das Recht auf eine umgehende Kündigung des Mietvertrages. Kündigungsfristen sowie Schadenersatzansprüche seitens des Vermieters auf entgangene Miete sind in diesem Fall gegenstandslos.
Festzuhalten ist, dass Vermieter sich im Klaren darüber sein müssen, dass Studenten genauso zahlende Mieter sind, wie eine Familie mit Kindern und somit ebenso ein Recht auf Privatsphäre in ihren vier Wänden besitzen. Daher ist ein Eindringen in den Wohnraum ohne Ankündigung nicht tolerierbar. Bei Unklarheiten oder bereits bestehenden Streitigkeiten sollten Studenten sich umgehend Rat beim Deutschen Mieterbund einholen oder direkt einen Anwalt zur Hilfe nehmen. Denn wenn man in den eigenen vier Wänden nicht in Ruhe leben kann, wo dann?
von Britta Simon

Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit Ihr auch genau wisst, worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet Ihr Euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Ringvorlesung
Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein, sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel)
Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine fleischlose Mahlzeit an.
Tutor (lat. Schützer, Beschützer)
Meist ein fortgeschrittener Student, der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht), die Euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat)
EEin recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach Euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit Euch besuchen, Eure Studienkollegen.
Akademisches Viertel
So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Universität später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10-12 Uhr bedeutet also 10:15 Uhr bis 11:45 Uhr.
Kolloquium (lat. Colloquium: das Gespräch)
Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Fall einer davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung, oder?
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn)
Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Campus (lat. Feld)
Das Unigelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Blockseminar
Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
von Sebastian Dargel

Die Brille der Übertreibung

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Ausgabe 25 (PDF-Version)

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Was tun, wenn …?
Die Rechtsberatung für Vechtas Studenten

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Gerontologie im Kontext …
... von Institutionen - Organisationen - Kommunen

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Eine Kerze anzünden
Amnesty International-Hochschulgruppe Vechta gründet sich

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Uniliga 2013

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Kennst Du Paintball?
Über ein spannendes und kontroverses Thema zwischen Spaß und Gewalt(-verherrlichung?)

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“Wie viel ich? Wie viel du?”
Der 34. Evangelische Kirchentag in Hamburg

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Alles vegan oder was?
Ein Besuch auf dem Vegan Spring 2013

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Bio-Nudeln in Tomatensoße

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Salat
Rucola Salat:
  • 150 g Rucola (Rauke)
  • Essig, Öl, Salz und Pfeffer nach Geschmack
Den Rucola waschen. Essig (Vorsicht! Auch hier gibt es nicht-vegane Fallen) und Öl vermischen und nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend das Essig-Öl-Dressing über den Rucola geben und vermischen.
25_dinner
Die Autorin mit dem Menü
Bild: Nina Gerlach
Hauptspeise
Bio-Nudeln in Tomatensoße:
  • 400 g Bio-Nudeln
  • 100 g Tomaten
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • frischer Basilikum
  • Salz, Pfeffer, Oregano, Zucker, Öl
Die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen. Die Zwiebel klein schneiden und in Öl zusammen mit den kleingewürfelten Tomaten anschwitzen. Draufhin die geschälten Tomaten aus der Dose dazu geben. Anschließend kochen lassen und dann mit dem Pürierstab pürieren. Nun nach Geschmack mit etwas Zucker, Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken. Die Soße wird über die heißen Nudeln gegeben und mit frischem Basilikum dekoriert.
Nachspeise
Obstsalat:
  • verschiedenes Obst
  • Etwas Zitronensaft und Zucker
Hier sind weder Fantasie noch Geschmack Grenzen gesetzt. Das Obst waschen und anschließend in etwa gleichgroße Stücke schneiden. Zitronensaft verhindert, dass das Obst braun wird. Wer will, kann mit Zucker etwas nachsüßen.
Guten Appetit wünschen das Studentenwerk Osnabrück und die uniVista Redaktion!
Basisrezept: Michael Hockemeyer
Text: Carola Hofmann

Ich glaube, was ich sehe … oder nicht?
Spaß und Überraschung mit der Wahrnehmung

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H2O – Die Formel des Lebens
Wie wir verlernten, sparsam zu sein

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Sudoku

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Weg zum Meer

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25_kreativ
Bleistiftzeichung (im Orginal in DIN A3) von Jemima Müller

Illusionen des Kotinga – Teil 2

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How to draw Manga – Kopf und Körper

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Gegen die Tyrannei der Tristesse
Die Känguru-Chroniken

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25_perle1
Cover: Ullstein Taschenbuch
Marc-Uwe Kling, brotloser Kleinkünstler und wohnhaft in Berlin, hat einen neuen und eigentlich ungewollten Mitbewohner: das Känguru. Dieses australische Beuteltier zeichnet sich vor allem durch seinen vorlauten und besserwisserischen Charakter und seine immerwährenden Tiraden gegen den Kapitalismus aus. Es ist nämlich überzeugter Kommunist.
In seinem Werk Die Känguru-Chroniken hält der Autor die kurzen Anekdoten, die die harmonische Beziehung dieser gegensätzlichen Persönlichkeiten auszeichnet, für die mit Informationsmüll überflutete Bevölkerung fest. In ihren zahlreichen Gesprächen erörtern sie die Nachteile des Internets und die Herrschaft der Technik über die Menschheit. Sie diskutieren den Verlust des Wertesystems und boykottieren volltrunken den luxuriösen Lebensstandard der herrschenden Klasse. Die Erzählungen der Känguru-Chroniken erläutern humorvoll die aktuellen Kritiken an unserer Gesellschaft und kommen dabei zu unglaubwürdig erscheinenden Ergebnissen. Diese sind zum Beispiel die utopische Vorstellung, dass sich alle Schulden auf der Welt einfach wegdenken lassen könnten oder die Erkenntnis, dass politische Unterdrückungsmuster bereits in der Straßenverkehrsordnung mit Hilfe der „Rechts vor Links“-Vorgabe festgehalten sind.
In diesem Buch ist für jeden etwas dabei und falls jemand nach diesem Werk noch nicht genug hat: Die Fortsetzung findet Ihr im Känguru-Manifest. Wer durch sein Studium vorerst genug vom Lesen hat, kann sich die Kurzgeschichten der Känguru-Chroniken auch als Hörbuch bei YouTube zu Gemüte führen.
Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken
Signatur: 434 126
von Lea Seefeld

In weiser Voraussicht?
Die letzten Kinder von Schewenborn

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25_perle2
Cover: Ravensburger Buchverlag
Es ist nur ein dünnes Heftchen, etwas mehr als 100 Seiten Text, doch mich hat jede Einzelne davon gefesselDie letzten Kinder von Schewenborn ist ein Buch, das man nicht aus den Händen legen kann, bis man irgendwann am Ende angekommen ist. Dann schlägt man den Deckel zu und muss zwangsläufig über das eigene Leben nachdenken. Klar, der eine oder andere kennt diese alles andere als leichte Lektüre schon aus dem Deutschunterricht, doch gerade heute in Zeiten von Atomausstieg und Nordkoreakonflikt bekommt es einen etwas neuen Beigeschmack. Gudrun Pausewang schafft es, mit ihren Büchern die Leser darauf aufmerksam zu machen, dass sie selbst Teil des großen Ganzen sind und als solche auch eine Verantwortung tragen. In diesem Buch erlebt man, wie eine Familie zur Zeit des Kalten Krieges über die Weihnachtsfeiertage die Großeltern besuchen will. Man erlebt die Geschehnisse aus der Sicht des zwölfjährigen Rolands. Die Familie lebt in Frankfurt und macht sich mit Vater, Mutter und drei Kindern auf den Weg nach Schewenborn, eine von Pausewang erfundene Stadt. Noch auf den ersten Seiten geschieht die nukleare Katastrophe. Nahe dem Heimatort der Großeltern geht eine Atombombe nieder. Der Vater erkennt sofort die Gefahren für seine Familie, doch auf Drängen der Mutter fährt er weiter. Als sie in Schewenborn ankommen, wird schnell klar, dass die Großeltern nicht mehr am Leben sind und auch sonst nichts mehr so ist, wie es einmal war. Es folgen Beschreibungen, die grausamer nicht sein könnten. Roland arbeitet im Krankenhaus mit, dort liegen Tote neben Sterbenden. Die Leichname werden in Massengräbern verscharrt. Nach und nach erlebt man als Leser, wie die Familie versucht, mit der Situation umzugehen. Die Nahrungsmittel werden knapp, das Wasser ist verseucht. Die Familie nimmt zwei Waisenkinder auf und Rolands Mutter bekommt ein Kind. Es stammt aus einer anderen Zeit. Der Zeit vor der Atombombe.
Für ein Jugendbuch vielleicht etwas Geschmacksache, aber definitiv ein Werk, das man unbedingt gelesen haben sollte.
Gudrun Pausewang: Die letzten Kinder von Schewenborn
Signatur: 283 952
von Carola Hofmann

Kleine Leute kommen groß raus
Der kleine Hobbit

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25_perle3
Cover: Deutscher Taschenbuch Verlag
Bilbo Beutlin lebt im Auenland, einem Teil von Mittelerde, das von Hobbits bewohnt wird. Hobbits sind 60 bis 120 cm große menschenähnliche Geschöpfe mit großen haarigen Füßen, die das Essen, Rauchen und die Gemütlichkeit lieben. Aufgrund der bevorzugten Ruhe und Gemütlichkeit ist der Hobbit Bilbo nicht erpicht auf Abenteuer. Dies soll sich allerdings bald ändern, als er von dem großen Zauberer Gandalf aufgesucht wird. Mit ihm nesten sich eines Abends 13 Zwerge in seinem Heim ein und machen ihm neben Speis und Trank ein interessantes Angebot. Sie gestatten ihm als „Meisterdieb“, sich an ihrem Ziel, ihren Schatz zurückzuholen, der ihnen vor vielen Jahren von dem Drachen Smaug entzogen worden war, zu beteiligen. Dafür müssen sie allerdings an vielen düsteren Geschöpfen vorbei und gefährliche Wege einschlagen. Bilbo wird hierbei mit seiner gemütlichen Art zu leben und der Gewohnheit, mindestens fünf Mahlzeiten am Tag zu erhalten, nicht immer den besten Eindruck hinterlassen. Und doch soll auch er zeigen können, was wirklich in ihm steckt.
John Ronald Reuel Tolkien lieferte mit Der Herr der Ringe-Trilogie in der Mitte der 1950er Jahre einen Klassiker der Fantasy-Literatur. Die Vorgeschichte zu dieser sagenhaften Erzählung bildet Der kleine Hobbit. In höchster Qualität in eine dreiteilige Verfilmung umgesetzt, konnte man bereits den ersten Teil im Dezember 2012 genießen. Wer jetzt wissen möchte, wie es weitergeht oder wie die Welt vor Frodo und Sam aus dem Herr der Ringe ausgesehen hat, auf Abenteuer kleiner Menschen steht und/oder Fantasy-Romane mag, dem möchte ich dieses Buch ans Herz legen.
John Ronald Reuel Tolkien: Der kleine Hobbit
Signatur: 5.1 E tol = 179 481
von Jenniffer Malenz

High End & Low Low

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Was für Pläne hast Du für den Sommer 2013?

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Meinen Sommer werde ich mit Lernen und Arbeiten verbringen müssen. Die wenigen freien Tage werde ich aber dann nutzen, um mal wieder Freunde zu besuchen oder einfach mal aus Vechta rauszukommen.
Jenny
Den Bachelor in der Tasche haben und dann am Besten im Ausland entspannen.
Daniel
Ich werde arbeiten, Hausarbeiten für die Uni schreiben und als Gruppenleiter ins Zeltlager fahren – ganz normal eben.
Ture
Ich werde mich auf meine Masterarbeit und meinen neuen Job vorbereiten. Stoppelmarkt fällt natürlich nicht aus und eine Woche Urlaub hab ich auch eingeplant.
Melanie
Ich werde mir meine Schrauben aus dem Sprunggelenk operieren lassen und dann in Urlaub fahren!
Henning
Diesen Sommer ruhe ich mich von der Bachelorarbeit aus und fahre jedes Wochenende mit meinem Motorrad.
Jan
Die Frage stellte Carola Hofmann

Ausgabe 24 (PDF-Version)

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Ausflugtipps für Groß und Klein
Die Sommer-Variante

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Eine Insel mit zwei Bergen
Der Wegfall der Studiengebühren naht

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Waffeln & Wattestäbchen für den guten Zweck
DKMS-Typisierung an der Uni Vechta

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Auslandspraktika: Abtauchen in andere Welten
Mein Praktikum im National Marine Aquarium

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Einfach mal abhauen!?

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“Alles ist sauber, die Menschen sind ruhig”
Auf ein Wort mit Austauschstudent Bence Szabo

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Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt
Erfahrungsbericht eines Au-pairs

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Wohnraum, Stauraum, Ballungsraum
Erstis entdecken Vechta: Die abenteuerliche Suche nach einem Dach über dem Kopf …

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Das große New York im kleinen Vechta
Metropolitan Opera live im Kino

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Der Weltuntergang – Ein Resümee (?)

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Spätzlepfanne Hubertus
für 4 Personen

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24_dinner
Matthias Wehri, Koch im Mensateam Vechta
Bild: Alexander Dressler
Salat
Tomatensalat:
  • 4 Tomaten
  • Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer & Zucker
  • Essig & Öl
Zuerst wasche die Tomaten und schneide sie dann in Scheiben. Danach sollten sie in eine Schüssel gegeben werden und mit Öl, Essig, Salz, Pfeffer und Zucker abgeschmeckt werden. Dann kannst Du die Scheiben noch mit etwas Schnittlauch bestreuen.
Hauptspeise
Spätzlepfanne Hubertus:
  • 400 g Spätzle
  • 250 g Champignons
  • 250 g Stockschwämmchen
  • 30 g Margarine
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1 Möhre
  • 1 Sellerie
  • 1 Porree
  • Salz, Pfeffer (bunt, geschrotet)
Zunächst kochst Du die Spätzle in ca. vier Litern Salzwasser ca. sechs Minuten lang. Dann spülst Du sie mit kaltem Wasser ab und lässt sie abtropfen. Daraufhin schneidest Du die Stockschwämmchen und Champignons in Stücke und brätst sie zusammen mit den Spätzle kurz an. Anschließend muss das Gemüse in Streifen geschnitten und in ein wenig Öl bei geringer Hitze gegart werden. Alle bisherigen Zutaten vermengst Du nun und würzt sie mit Salz und Pfeffer. Zum Servieren kannst Du die Mahlzeit mit Schnittlauch dekorieren.
Nachspeise
Grießpudding:
  • 0,6 l Milch
  • 50 g Hartweizengrieß
  • 60 g Zucker
Bringe zuerst die Milch mit dem Zucker zum Kochen und rühre daraufhin den Hartweißengrieß ein. Dann noch kurz aufkochen und 15 Minuten stehen lassen.
Erdbeersauce:
  • 75 g Erdbeeren
  • 15 g Zucker
  • 5 g Speisestärke
  • 30 ml Wasser
Lasse das Wasser mit dem Zucker und kleingeschnittenen Erdbeeren aufkochen, püriere danach die Masse und binde sie mit Speisestärke ab.
Guten Appetit wünschen das Studentenwerk Osnabrück und die uniVista Redaktion!
Ausarbeitung: Matthias Wehri
Text: Alexander Dressler

Panzerverkauf als humanitäre Hilfe
Ein Märchen der deutschen Rüstungsindustrie

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Vom Spiel zur Realität?
Ein Kommentar zur Gewaltverherrlichung

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Zwei Drittel reichen aus

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Drudel

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Reisebericht oder Protestroman?

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24_perle1
Cover: Suhrkamp Verlag
Wer kennt das nicht – der Winter ist vorbei und mit dem Frühling und den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres blühen nicht nur die ersten Knospen an Strauch und Baum und die ersten Blumen auf den Wiesen, sondern auch in uns die Reiselust auf. Und welche Lektüre eignet sich da besser, um das Fernweh noch zumindest bis zu den nächsten Ferien zu überbrücken, als die Reiseberichte des Gulliver?
Der irische Autor Jonathan Swift wirft den Überlieferungen nach das Manuskript anonym dem Verleger Benjamin Motte in einer Augustnacht im Jahr 1726 vor die Tür. Die Romanfigur Gulliver landet auf abenteuerliche Art und Weise immer in den entlegensten Teilen der Erde. Er freundet sich dort, mal mehr, mal weniger, mit den Einheimischen an. Zuerst landet er in Liliput. Es stellt für ihn eine Herausforderung dar, den Menschen dort glaubhaft zu machen, dass trotz seiner gewaltigen Größe keine Gefahr von ihm ausgeht. Nach einem nur kurzen Aufenthalt bei seiner Familie in Irland landet er erneut an einem unbekannten Ort, alleine, ohne seine Schiffskammeraden, in Brobdingang, dem Land der Riesen. War er in Liliput noch der einzige Riese unter lauter kleinen Menschen, so ist er nun der Kleinste und muss gehörig achtgeben, nicht unter die Füße zu kommen.
Erneut von der Reiselust gepackt, gerät Gulliver wieder in Turbulenzen und landet in Laputa, Balnibarbi, Glubbdubdrib, Luggnagg und Japan. Dies ist mit Abstand der für mich abgedrehteste Teil des Buches. Die letzte Reise führt ihn in das Land der Houyhnhnms und Yahoos. Erst nach und nach wird dabei dem Leser deutlich, dass er die Rolle der tierischen Yahoos einnimmt, während Tiere, die wir meist mit wenig Würde und Respekt behandeln, hier die Rolle einnehmen, die wir in unserer Welt uns Menschen zusprechen.
Es ist faszinierend, wie es Swift gelingt, dem Leser auf unterschwelligste Art die Abgründe und Fehltritte des menschlichen Daseins aufzuzeigen.
Jonathan Swift: Gullivers Reisen
Signatur: 338 038
von Carola Hofmann

Tolkien philosophisch hinterfragt

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24_perle2
Cover: Klett-Cotta-Verlag
Wer hat sich nicht schon mal einen Ring der Macht gewünscht? Aber hättest Du die Kraft ihm zu widerstehen? Würdest Du ihn in die Schicksalskluft werfen? Und wie weit ist es noch her mit der Moral eines beringten Machtträgers?
Dieser und anderen Fragen widmen sich die Autoren in dem Sammelband Der Herr der Ringe und die Philosophie. In insgesamt 13 Essays, immer basierend auf den Schriften des Kult-Autors werden darüber hinaus aber auch Themen wie das Böse, Unsterblichkeit und Tod hinterfragt. Mit zahlreichen Beispielen zu Ereignissen, Charakteren oder auch größeren Zusammenhängen innerhalb der Geschichte Mittelerdes werden so Bögen zu aktuellen Problemen gespannt und diese mit dem scharfen Schwert der Vernunft hinterfragt. Durch die vielen treffenden Erklärungen und Zusammenfassungen bleibt der Überblick aber immer gewahrt.
So macht es eine Menge Spaß, den Vergleichen mit namhaften Philosophen wie Platon, Nietzsche oder Kant zu folgen, während nebenbei eigene Interpretationen zum Beispiel zu Galadriel, Frodo oder die Intention Tolkiens mit einfließen. Dabei kann ein Tolkien-Fan viel Neues entdecken.
Aber auch für philosophisch veranlagte Herr-der-Ringe-Leser ist dieses Buch etwas. Insbesondere weil einige Ansätze praktischer Philosophie erörtert werden, die nicht nur durch ihre Aktualität bestechen. Dem Sammelband gelingt es so, das Kult-Epos schon fast in einen Lebensführer für das Hier und Jetzt zu verwandeln. Man braucht nur ein wenig Phantasie sowie einen soliden Hobbit-Verstand.
Gregory Bassham und Eric Bonson (Hrsg.):
Der Herr der Ringe und die Philosophie
Signatur: 432 360
von Matthias Nowc

Surreale Landschaften

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24_perle3
Cover: Penguin Books UK
Der Realität unsere Welt glauben wir, uns sicher sein zu können. Doch die Literatur eröffnet auch ganz andere Welten, in denen das Vertraute seltsame Formen annimmt und uns diese vermeintliche Sicherheit zumindest vorübergehend abhanden kommt.
Die Welt, die J.G. Ballard beschreibt, ist surreal – vertraut und doch stets auch fremd, manchmal verstörend oder bedrohlich. Immer scheint sie mit dem psychischen Inneren der Protagonisten in Verbindung zu stehen, nicht als bloße Metapher, sondern als dessen Veräußerlichung. Dabei ist diese Umwelt meist auch eine menschengemachte. Es geht um Natur, Mensch und Technik sowie deren wechselseitige Beeinflussung. Die titelgebende Kurzgeschichte etwa spielt auf einer verlassenen Insel, die früher für Atomtests diente. In die dortigen Ruinen des Atomzeitalters flüchtet sich ein Mann, der sich bald psychisch genauso verirrt hat wie physisch. Die Schilderung seines Verfalls ist vielleicht Ballards beste Kurzgeschichte überhaupt.
In anderen Geschichten geht es um technikinduzierten Massensuizid, kristallisierende Wälder oder den gestrandeten Leichnam eines Riesen; Ballards Phantasie kennt keine Grenzen. Meist entwickelt er dabei ein anfangs noch nachvollziehbares Szenario auf verstörende, befremdliche Art und Weise fort, bis am Ende nur noch Wahnsinn bleibt: In The Gioconda of the Twilight Noon erblindet ein Mann vorübergehend, hat daraufhin Visionen und endet schließlich wie ein tragischer Held der griechischen Sage.
Das Werk Ballards changiert irgendwo zwischen Science-Fiction, Surrealismus und kritischer Gesellschaftsanalyse. Das ist inhaltlich wie auch sprachlich anspruchsvoll, aber auch bereichernd, wenn man sich darauf einlässt – vor allem im englischen Original.
James Graham Ballard: The Terminal Beach
Signatur: 743 071
von Claus Schaible

Die Zeit rast eilig vorbei

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24_perle4
Cover: Rowohlt Verlag
Als ich Für Eile fehlt mir die Zeit von Horst Evers das erste Mal im Buchgeschäft sah, musste ich schmunzeln. Horst Evers, 1967 in Diepholz geboren, begnadeter Humorist, welcher schon immer skurrile und abstruse Gedankengänge bewies, betitelte sein 2011 erschienenes Werk ausgerechnet mit dem Fehlen von Zeit. Ich dachte an meinen Freund, welcher genau diese Auffassung vertritt und bei den meisten unserer Treffen erheblich zu spät kommt oder ein Treffen auch noch in allerletzter Sekunde per SMS in den späten Abend verschiebt. Irgendwie hatte ich das Buch dann allerdings aus den Augen verloren, bis ich es schließlich wiederentdeckte.
Als ich das erste Mal den Klappentext ansah, passte auch das Zitat “(…) Das ist der Lauf der Welt. Mit Brei beginnen wir, mit Brei enden wir (…)” sehr gut, weil ich ein Jahr im Seniorenbereich gearbeitet habe. In den vielen voneinander unabhängigen unterhaltsamen Kurzgeschichten schreibt Host Evers beispielsweise über seine unzähligen Zugreisen, während derer er unbemerkt einnickt und laut zu schnarchen beginnt sowie über den Hauskauf eines Freundes in Brandenburg, den Evers gründlich zu verhindern versucht. Auch macht er vor der Suchmaschine Google nicht halt, indem er ihr die Frage stellt, ob es Gott gibt. Allerdings würde es sich Google allein aus marktwirtschaftlichen (internationalen) Gründen nicht leisten können, diese Frage zu beantworten. Evers spielt mit den Eigenschaften, Vorlieben und Meinungsbildern unserer Zeit.
Dabei beschreibt er immer wieder seinen Nachbarn Herrn Carl. Dieser scheint sich außer über die im Hof des Wohnhauses herumstehenden „Fahrradskelette“ aufzuregen, nicht mehr mit anderen Dingen zu beschäftigen. Meistens macht sich Evers von Cafés oder dem Frühstückstisch auf zu einer Reise zu seinen Mitmenschen. Dabei beweist er eine ziemlich genaue Beobachtungsgabe. Und eigentlich brennt es uns als Cafébesucher oder Nachbarn auch selbst oft auf der Zunge, was die anderen Menschen neben uns gerade so tun. Horst Evers schreibt über diese Menschen so authentisch und lebensnah, dass gerade dies seinen Humor ausmacht.
Horst Evers: Für Eile fehlt mir die Zeit
von Merle Constanze Schröder

Illusionen des Kotinga – Teil 1

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How to draw Manga – Das Auge

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Des Reisenden eloquenter Höhenflug

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Was denkst Du über die Ergebnisse der Landtagswahl in Niedersachsen?

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Da mein Lebensmittelpunkt nicht in Niedersachsen ist, interessieren mich die Ergebnisse nicht besonders.
Caro
Der Wahlabend war spannend und es wird auch weiterhin spannend bleiben in Niedersachsen.
Julian
Die Einstimmen-Mehrheit liegt zwar leider bei der falschen Koalition, aber die Wahl war eine hervorragende Werbung für die Demokratie!
Sven
Weiß man jetzt noch nicht genau. Erstmal gut!
Henning
Mir sind die Ergebnisse so egal, dass ich sie gar nicht kenne.
Jens
Anscheinend gehen nicht so viele Leute wählen, wenn das Ergebnis so knapp ausfällt.
Dana
Mir ist das relativ egal, solange die Studiengebühren abgeschafft werden!
Mara
Die Frage stellte Lea Seefeld

Ausgabe 23 (PDF-Version)

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Tor zum Campus – das neue Q-Gebäude
War früher immer alles besser?

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Vor mehr als zwei Jahren habe ich zum ersten Mal die Website unserer den meisten doch mittlerweile lieb gewordenen Universität Vechta besucht und kurz darauf folgte der erste Schritt auf unserem wunderschönen Campus. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für mich!
Damals kam man die Windallee entlang und fuhr auf die Kreuzung zu. Rechts das große Aulagebäude und links, ja links, fühlte man sich direkt zu Hause. Der grüne, seichte Hügel führte einen direkt zwischen Mensa und Bibo zu dem zum Verweilen einladenden Innenbereich. Die Gebäude sahen einander ähnlich, keines war so gewaltig, dass man sich wie erschlagen fühlte. Die roten Klinkergebäude machten einem das Eingewöhnen in der neuen Umgebung leicht.
Und heute?
Bild: Carolin Makus
Am 17. Oktober 2012 wurde nicht nur das Akademische Jahr 2012/2013 eingeläutet, sondern auch das neugebaute Q-Gebäude durch die niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka im Rahmen eines Festakts an die Universität Vechta übergeben. Vertreten wurden wir als Studierende, all die Dozenten und Professuren durch unsere Präsidentin Frau Prof. Dr. Marianne Assenmacher. Zu diesem Anlass kamen viele Gäste. In ihrem Grußwort beschrieb Frau Prof. Dr. Assenmacher das neue Gebäude wie folgt: “Sie kommen aus der Stadt und das Tor zur Universität öffnet sich!” Und dabei schien sie sichtlich begeistert von dem 930 qm großen modernen Neubau. Sie lobte den architektonisch und gestalterisch modernen Anstrich, den unsere Universität durch das Q-Gebäude erhält.
Für die Studierendenschaft dürfte es erfreulich sein zu hören, dass für das neue Gebäude der zuvor gelegte finanzielle Rahmen nicht vollends ausgeschöpft wurde. Statt der 5 Mio. Euro wurden “nur” 4,995 Mio. Euro investiert. In einem Nebensatz lies es sich Frau Prof. Dr. Assenmacher jedoch nicht nehmen, sich für die Studiengebühren auszusprechen.
Nach dem Grußwort unserer Präsidentin wurde ein Video abgespielt, das den Bau im Zeitraffer ab dem Spartenstich im April 2011 bis zur Fertigstellung zeigte. Und zumindest bei mir kam erneut kurz eine melancholische Stimmung auf, als ich auf den ersten Bildern die noch freie Fläche, das Gras, die Bäume, und unseren Hügel, der doch zuvor mein kleines Tor zu diesem Campus war, gesehen habe.
Es folgten erneut einige Grußworte und Glückwünsche von Frau Prof. Dr. Wanka, Herrn Gels und weiteren. Selbst unsere Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Schavan, ließ es sich nicht nehmen, per Videobotschaft ihre Glückwünsche zu übermitteln. Immer wieder wurde in den Reden wiederholt, wie wichtig das neue Gebäude für den Ausbau des Universitätsstandortes Vechta sei. Und im Kopf habe ich dabei auch die Vorlesungen im vergangenen Jahr, die aus Platzgründen teilweise in einem Kinosaal abgehalten wurden oder die unbequemen Plätze einiger Studierenden auf den Fensterbänken und Böden. Es scheint also notwendig, Platz zu schaffen. Auch wenn dafür “mein” Tor weichen musste. Da wo Weiterentwicklung stattfinden soll, muss auch Platz geschaffen werden. Den Abschluss der Feierlichkeiten im großen Hörsaal bildete der Segen, um den die Vertreter der katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirche, gemeinsam mit den Gästen, bat.
So komme auch ich zu dem Entschluss, dass dieses neue Gebäude zwar nicht meinem Wunschbild entspricht, aber doch dringend notwendig war. Während ich also auf den Stahlsitzelementen sitze, schließe ich Frieden mit dem Buchstaben Q und freue mich auf die erste Veranstaltung in einem der beiden nigelnagelneu Hörsälen. Die Sitzelemente, von denen noch weitere angeschafft werden sollen, werden übrigens in der JVA Vechta hergestellt werden, wie Frau Prof. Dr. Assenmacher betonte: nach den Vorgaben der Universität.
von Carola Hofmann

Gesucht: Ehrenamtliche in Vechta
Zeit für reiche Erfahrungen

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Wer kennt es nicht: Schimpfen über Schimpfen über den Bachelor. Man nennt ihn “verschult”, bemängelt die vielen Prüfungen und die wenigen Praxisanteile. Wenn man doch letztlich nur Teile daran selbst beeinflussen kann, dann doch am ehesten sein eigenes Engagement. Im Folgenden nun eine kleine Auswahl für Sportliche und Soziale. Diese Angebote sollen letztlich nur einen Anreiz geben, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sollte also nichts für Dich dabei sein, einfach mal googeln!
Jenniffer Malenz
Sportübungsleiter/Fußballtrainer (Jugend)
Der SFN Vechta e. V. freut sich über zuverlässige Studierende, die sich vorstellen können, eine Mannschaft zu trainieren. Vorstellbar und sogar wünschenswert ist hierbei ein “Duo”, vorzugsweise Studenten, die sich gerne sportlich betätigen und mit Kindern zusammenarbeiten.
Das müssen nicht zwangsweise Studenten der Sozialen Arbeit oder aus dem Fachbereich Sport sein. Auch aus anderen Studiengängen sind Interessenten gerne gesehen. Im Moment ist besonders die F-Jugend von dem Trainermangel betroffen, wodurch sich der Jahrgang 2004/2005 besonders über neue Trainer freuen würde. Für die Tätigkeit ist keine Trainerlizenz erforderlich. Diese kann aber im Nachhinein erworben werden.
Wenn Du Dir / Ihr Euch also vorstellen kannst/könnt, ein- bis zweimal die Woche eine Jugendmannschaft zu trainieren (wetterbedingt momentan in der Halle), dann melde Dich / meldet Euch bei Michael Herbers unter
michael.herbers@ewe.net oder 0176/84557372.
Verhinderungspflege oder Ehrenamt
Der Elternkreis Next Generation e. V., vorgestellt in diesem Artikel, sucht für seine Arbeit zum einen engagierte, zuverlässige und flexible Studenten für die Arbeit in Familien, in denen ein Kind mit einem Handicap lebt (Verhinderungspflege). Inhalt und Aufgabe dieser Tätigkeiten sind die Unterstützung und Begleitung der Familien in dieser “besonderen” Lebenslage. Neben dieser, mit einer Aufwandsentschädigung verbundenen Tätigkeit, gibt es zudem die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Hierfür werden immer wieder motivierte Menschen gesucht, die die Spielgruppen und Gruppentreffen unterstützen. Außerdem ist geplant, ein Angebot für die älteren Kinder zu schaffen – hier freut sich die Gruppe über Hilfe bei der Durchführung! Wenn Du Dir diese Arbeit vorstellen kannst, dann melde Dich einfach direkt bei Nicole Nordlohne unter 04442/73740 oder bei Doris Aßmus unter 04442/2972. Weitere Infos erhältst Du in diesem Artikel.

Freundlich, unvollständig, konfus
Ein Kommentar vom AStA der Uni Vechta zum Grußwort an die Studienanfänger 2012 von Prof. Dr. Johanna Wanka

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Liebe Studentinnen und Studenten,
wir freuen uns, dass Sie in diesen Tagen Ihr Studium in Niedersachsen beginnen. Als Wissenschaftsministerin heiße ich Sie ebenso wie Ihre Hochschulen herzlich willkommen und wünsche Ihnen einen guten Start in diesen neuen Lebensabschnitt.
Sehr freundlich, Frau Wanka!
Authentischer wäre es in diesem Fall gewesen, einen chaotischen Start zu wünschen, zumindest aus der Sicht vieler Erstsemester!
Ein Jahr nach dem doppelten Abiturjahrgang und der Aussetzung der Wehrpflicht begrüßen wir zum zweiten Mal eine große Zahl von Erstsemestern in Niedersachsen. Die Hochschulen haben sich darauf gut vorbereitet. Vor allem auch die Lehrenden und die Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter haben durch ihr Engagement maßgeblich dazu beigetragen.
Unvollständig, Frau Wanka!
Haben Sie sich die Zustände an den verschiedenen Standorten jemals vor Augen geführt? Wohl kaum. Sonst wüssten Sie um das große Engagement all derer, die bemüht waren, das “strukturelle Missmanagement” zu kompensieren?!
Für diesen zweiten starken Jahrgang bieten die niedersächsischen Universitäten und Fachhochschulen wiederum 10.700 zusätzliche Studienanfängerplätze an, die Land und Bund hälftig finanziert haben. Die Studentenwerke haben ebenfalls mehr Geld erhalten, damit sie ihr Beratungs-, Raum- und Serviceangebot an die höhere Nachfrage anpassen konnten.
Übrigens: Insgesamt gibt das Land Niedersachsen im Vergleich aller Bundesländer das meiste Geld pro Studierenden aus.
Konfus, Frau Wanka!
Was genau wollen Sie uns damit jetzt sagen? Etwa, dass andere Bundesländer ein effizienteres Hochschulsystem hätten?
Uns ist es wichtig, dass Sie Ihr Studium erfolgreich meistern können. Die Qualität der Lehre ist dabei entscheidend. Das werden Sie in den kommenden Jahren auch so erfahren. In Niedersachsen haben wir Studienbedingungen geschaffen, die Ihnen einen erfolgreichen Start ins spätere Berufsleben ermöglichen. So verbleiben beispielsweise die Studienbeiträge, die Sie zahlen, zu 100 Prozent an Ihren Hochschulen.
Stimmt, Frau Wanka!
Viel Geld befindet sich allerdings auch lange Zeit auf den Bankkonten der Hochschulen. Wer profitiert von diesem Umstand? Studiengebühren verbessern nicht Lehre und Forschung. Sie sind essentiell geworden, um Lehre und Forschung überhaupt aufrecht zu erhalten!
Und Sie selber entscheiden auch maßgeblich über deren Verwendung mit.
Abwarten, Frau Wanka!
Jeder, der ernsthaft gegen Studiengebühren ist, sollte nicht länger das ehrenwerte Engagement von Studierenden in den entsprechenden Gremien gutheißen. Vor allem wenn jene schlussendlich dazu dienen, unter dem Deckmantel der Teilhabe durch die Politik zur Legitimation von Studiengebühren instrumentalisiert zu werden!
Geht es hierbei wirklich um Mitsprache oder lediglich um die Aufrechterhaltung eines ungerechten Bildungssystems, welches sozial Schwächere von der Aufnahme eines Studiums abhält?!
Da überrascht es auch nicht, dass allein im vergangenen Studienjahr mehr als jeder zweite Euro der Studienbeiträge für zusätzliches Personal bereitgestellt werden konnte.
So so, Frau Wanka!
Das allein ändert jedoch nichts, sondern bestätigt nur erneut: Es geht nicht um Verbesserung von Lehre und Forschung, wie es im niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) nachzulesen ist, sondern um deren “Aufrechterhaltung”!
Das alles bedeutet für Sie bessere Betreuung in Lehrveranstaltungen, weil in Niedersachsen im Durchschnitt weniger Studentinnen und Studenten pro Dozenten und wissenschaftlichem Personal betreut werden als in den anderen Ländern. Außerdem bieten die Hochschulen mehr Tutorien und längere Öffnungszeiten von Bibliotheken und Laboren an. Diese Bedingungen sind auch für Ihren Studienerfolg maßgeblich.
Sie machen es sich sehr leicht, Frau Wanka!
Es soll hier der Anschein erweckt werden, es bestünde ein Zusammenhang zwischen Betreuungsrelation und Studiengebühren, von dem ausgehend Studierende (und Lehrende) profitieren würden.
Das ist nicht der Fall! Die Hochschulen verfügen zwar durch die Studiengebühren über ein Mittel zur Einstellung wissenschaftlichen Personals. Letzten Endes führt dies jedoch lediglich zur massenhaften Rekrutierung von LfbAs (Lehrkräfte für besondere Aufgaben).
Die LfbAs befinden sich meist in unbefristeten und schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen ohne Perspektive und werden komplett in der Lehre verheizt. Trotz ihres großen Engagements ist ausdrücklich infrage zu stellen, ob sich mit solch einer Politik langfristig “gute Lehre” garantieren lässt.
Warum überhaupt LfbAs eingestellt werden? Weil diese im Gegensatz zu beispielsweise einer Universitätsprofessur “nicht kapazitätswirksam” sind. Sie führen also nicht dazu, dass die Universität von Gesetzes wegen gezwungen ist, gleichzeitig mehr Studierende in einem Studiengang zuzulassen.
Bitte bringen Sie sich mit Ihren Ideen – auch zur Verwendung der Studienbeiträge – selbst an Ihrer Hochschule ein. Denn Sie und Ihre Kommilitonen wissen am besten, was notwendig ist, um Ihre Studienbedingungen weiter zu verbessern. Zahlreiche gute Vorschläge von Studierenden wurden bereits umgesetzt.
Sie haben sich für ein innovatives und forschungsstarkes Bundesland entschieden. Bei uns haben Sie beste Chancen für den erfolgreichen Studienabschluss, und anschließend bieten sich Ihnen in Niedersachsen vielfältige berufliche Perspektiven.
Wenn sie so wollen, Frau Wanka!
Niedersachsen und Bayern sind mittlerweile die einzigen Bundesländer, die noch allgemeine Studiengebühren erheben. Mit einer gehörigen Portion Dreistigkeit gepaart und mit ordentlich Zynismus ließe sich dies sicherlich auch als “innovativ” bezeichnen.
Allgemeine Studiengebühren gehören in Niedersachsen so schnell wie möglich abgeschafft!
Maurice Mathéus
(2. Vorsitzender und Referent für Hochschulpolitik & Gremienkoordination im AStA der Universität Vechta)
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg in Ihrem Studium.
Mit freundlichen Grüßen,
Johanna Wanka
(Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur)

Welche Partei passt zu mir?
Landtagswahlen 2013 in Niedersachen

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Im Januar 2013 finden die nächsten Landtagswahlen in Niedersachsen statt. Jedoch wissen viele nicht, welche Partei die eigenen Interessen am besten widerspiegelt. Um Euch ein bisschen dabei zu helfen, die für Euch passende Partei herauszusuchen, habe ich die sechs wesentlichsten Parteien einmal gebeten, mir ihre Ansichten zum Thema „Bildungspolitik im Hinblick auf die Studiengebühren in Niedersachsen“ zu schildern. Die Parteien habe ich aufgrund ihrer Chancen, in den Landtag einzuziehen, ausgewählt. Da es CDU und SPD nicht möglich war, mir zu antworten, habe ich einige Informationen aus ihren vorläufigen Regierungsprogrammen herausgesucht.
Falls Euch einige Themen mancher Parteien besonders interessieren, könnt Ihr die (vorläufigen) Regierungsprogramme bei den meisten Parteien auf ihrer Internetseite für Niedersachsen nachlesen.
Hier noch ein kleiner Hinweis: In Bezug auf die Bundestagswahl 2013 veranstalten einige Studierenden zusammen mit Dr. Martin Schwarz eine Podiumsdiskussion mit einigen lokalen Politikern, die für den Bundestag kandidieren werden. Diese soll am 23. Januar 2013 um 18 Uhr stattfinden (Ort wird noch bekanntgegeben) und Interessierten die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und mit den Politikern ins Gespräch zu kommen.
von Lea Seefeld
Trotz der höheren Studierendenzahlen gibt es mit uns keine Abstriche in der Qualität der Lehre. Das Land hat eine sehr gute Betreuungsrelation zwischen Studierenden und Lehrpersonal geschaffen und im Bundesvergleich wesentlich höhere Pro-Kopf-Investitionen in die Ausbildung unserer Studierenden. Als einziges Bundesland haben wir zur Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs Mittel in Höhe von sechs Mio. Euro in die Studentenwerke gegeben. Mit fortlaufenden Investitionen in die Ausstattung und die Gebäude werden für die Studierenden in Niedersachsen die Studienbedingungen stetig verbessert und optimal an heutige Anforderungen angepasst. Die Sanierung des Bestandes, aber auch die Genehmigung, Planung und Errichtung neuer Gebäude standen dabei im Vordergrund.
Die Qualität der Lehre werden wir dabei weiter steigern, damit Niedersachsen für Studienanfänger und Studierende attraktiv bleibt. Bis 2015 werden an den niedersächsischen Hochschulen mehr als 38.000 zusätzliche Plätze für Studienanfänger geschaffen. Insgesamt stellen Land und Bund im Rahmen des Hochschulpaktes bis 2015 dafür mehr als 750 Mio. Euro zur Verfügung.
In unserem Wahlprogramm heißt es: „Bildung ist für DIE LINKE eine wichtige Grundvorrausetzung für die Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebens sowie für eine lebendige und solidarische Gemeinschaft, in der die Menschen mit gegenseitigem Respekt und Solidarität an der gesellschaftlichen Entwicklung teilhaben und sich kreativ-kritisch einmischen können. Bildung öffnet Türen für die persönliche Entwicklung und im Berufsleben. […]“
Dieser Überzeugung folgend ist für DIE LINKE das wichtigste Ziel in der Bildungspolitik, dass niemand aufgrund seiner sozialen Herkunft an Bildungschancen beraubt wird. Wir treten daher für eine gebührenfreie Bildung auf allen Ebenen ein. Sämtliche Arten von Studiengebühren gehören abgeschafft und durch Landesmittel ersetzt. In unserem Wahlprogramm geben wir das Versprechen ab, dass wir gleich in der ersten Sitzung des neuen Landtags den Antrag stellen werden, die Studiengebühren sofort abzuschaffen, um bereits das Sommersemester 2013 gebührenfrei zu haben.
Hinsichtlich der Studienbeiträge setzt sich die FDP Niedersachsen dafür ein, dass die Hochschulen selbst, bis zu einer Höchstgrenze, über die Höhe der zu zahlenden Studienbeiträge entscheiden können. Insbesondere können die Hochschulen dank der Beiträge modernisiert und besser ausgestattet werden, die Bibliotheksöffnungszeiten verlängert und zusätzliche Tutorien angeboten werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Verwendung der Studienbeiträge für neues Lehrpersonal an den Hochschulen kapazitätsneutral ist. Das bedeutet, dass sich durch jede über Studienbeiträge finanzierte Stelle der Betreuungsschlüssel für die Studierenden verbessert. Die Verbesserung der Studienbedingungen seit Einführung der Beiträge ist spürbar. Dabei haben die Studenten über ihre Gremien in der Regel die Möglichkeit, sich an der Entscheidung über die Verwendung der Gelder zu beteiligen.
Die Studienbeiträge hindern nachweislich nach einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin niemanden am studieren – es gibt ausreichend Finanzierungsmöglichkeiten wie etwa zinsvergünstigte Studienbeitragsdarlehen mit sozialverträglichen und einkommensabhängigen Rückzahlungsmodalitäten. Ein Wegfall der Studienbeiträge würde zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Studienbedingungen führen, selbst wenn das Land einen Teil der vorherigen Erträge weiter an die Hochschulen überwiese.
Wir setzen uns für die Abschaffung der unsozialen Studiengebühren im Erststudium ein. Zudem wollen wir die Studienfinanzierung reformieren. Die Finanzierung soll aus zwei Säulen bestehen. Zum einen aus einem elternunabhängigen Sockelbetrag für alle, der Zuschüsse an Eltern mit studierenden Kindern ersetzt und zum anderen aus einem bedarfsabhängigen Teil, der wie das bisherige BAföG dem sozialen Ausgleich dient. Bei dem zweiten Teil soll der jeweilige Lebensumstand berücksichtigt werden, wie zum Beispiel Pflege oder Ehrenamt.
Außerdem setzen wir uns für individuelle und flexible Studienverhältnisse ein. Das Studienangebot muss sich von dem verschulten Bachelor-/Mastersystem lösen und den Studierenden wieder genug Freiraum und Zeit lassen, um sich verstärkt mit ihren Interessen in Forschung und wissenschaftlichen Bereiche auseinander setzen zu können. Dazu zählt auch, dass sich die Studierenden nicht nur fachgebunden bilden sollen und wollen. Ein weiteres grünes Ziel ist die offene Hochschule. Bei vielen Menschen ohne Abitur, dennoch mit entsprechender Qualifizierung, besteht eine gewisse Hemmschwelle ein Studium zu beginnen. Durch verstärkte Beratungsangebote oder auch Vorbereitungskurse ist es unser Wunsch, die Hochschulen für diese Zielgruppen zu öffnen. Um dabei die entsprechenden Lebensverhältnisse nicht zu vernachlässigen, setzen wir uns sowohl für ein verstärktes Angebot von Fern- und Teitzeitstudium, einen semesterweisen Wechsel zwischen Voll- und Teilzeitstudium, als auch für den Ausbau von universitären Krippen- und Kitaplätzen ein..
Die PIRATEN Niedersachsen treten für ein freies und demokratisches Bildungswesen ein. Jeder Mensch muss ungehinderten Zugang zu Bildungseinrichtungen haben, ungeachtet seiner wirtschaftlichen Lage oder gesellschaftlichen Herkunft. Bildung gehört zur Existenzsicherung und gesellschaftlichen Daseinsfürsorge und ist daher eine gesellschaftliche Aufgabe. Insbesondere Studiengebühren schrecken Kinder ärmerer Familien vom Studium ab.
Bildungsgebühren jeglicher Art schränken den Zugang zu Bildung ein und sind deshalb kategorisch abzulehnen. Aus diesem Grund ist auch die Lehrmittelfreiheit zu befürworten.
Investitionen in Wissenschaft und Bildung haben für die SPD Priorität. Das Festhalten an Studiengebühren treibt jedes Jahr Studierwillige über die Landesgrenzen und verschärft so den Fachkräftemangel.
Die SPD bekennt sich zu Hochschulen als Orte, an denen Demokratie erfahren und gesellschaftliche Verantwortung gelebt werden kann. Die verfasste Studentenschaft ist Kern der Selbstverwaltung der Studierenden.
Die SPD bekräftigt die staatliche Verantwortung für die Hochschulen. Es wird unter ihrer Regierungsverantwortung wieder eine Landeshochschulplanung geben mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Hochschulstandortes Niedersachsen zu stärken und die öffentlichen Mittel effizient für ein bedarfs- und zukunftsgerechtes Bildungsangebot einzusetzen.
Eine SPD-Landesregierung wird die Studiengebühren abschaffen und der finanzielle Ausfall wird für die Hochschulen zweckgebunden zur Verbesserung der Lehre ausgeglichen. Daneben soll mehr Geschlechtergerechtigkeit auf allen Stufen des Wissenschaftssystems durchgesetzt werden. Hierzu gehören Gleichstellungsstandards in der Forschungsförderung, ein Juniorprofessorinnen-Programm und die Prüfung einer verbindlichen flexiblen Quote für die Wissenschaft.
Auch ein Fachhochschulentwicklungsprogramm wird aufgelegt werden. Bestehende Standorte werden ausgebaut und neue Studienangebote vor allem in den anspruchsvollen Erzieher-, Sozial- und Gesundheitsberufen geschaffen. Die Forschung an Fachhochschulen wird besser gefördert.Außerdem soll der Bund zukünftig Schulen und Hochschulen direkt und unbefristet fördern können.

Ausflugtipps für Groß und Klein
… zur kalten Jahreszeit

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Nun ist es wieder so weit: Die kalte Jahreszeit ist angebrochen! Man mag nicht raus, aber die Kinder quengeln. Da ist man doch um jeden kleinen Ratschlag dankbar. Und zwei davon präsentiere ich Euch nun.
Figurenspieltage in Vechta
Die Figurenspieltage gibt es in diesem Jahr schon das fünfte Mal und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In den letzten Jahren brachten sie im Museum im Zeughaus an den vier Wochenenden im Februar Stücke wie Das kleine Ich bin Ich, Schneeweißchen und Rosenrot und Däumelinchen auf die Bühne. Hierfür finden sich unterschiedliche Puppenspieler ein und begeistern Groß und Klein mit ihrer Darbietung. Teils mit Gesang und natürlich mit liebevoll gestaltenden Püppchen und Figuren wird die Veranstaltung zu einem Erlebnis der besonderen Art!
Auch für den Februar 2013 ist das Museum im Zeughaus wieder mit der Figurenspielgruppe der Frühförderung des Andreaswerks „Theaterwerkstatt Pappmaché“, unter der Führung von Rainer Pfeiffer, vertreten und freut sich auf zahlreiche Besucher. Im Februar 2013 sollte man sich auf jeden Fall schon einmal jeden Samstag und Sonntag freihalten. An diesen Tagen wird je um 15 Uhr der Theatervorhang für alle Kinder ab vier Jahren gelüftet. Die Veranstalter bitten darum, das Mindestalter zu respektieren. Beachtet werden sollte außerdem, dass es keinen Vorverkauf gibt. Die Karten kann man bis eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung erwerben und ab 14:30 Uhr eingelassen werden. Es bietet sich an, diese Zeit für einen schönen Spaziergang durch die Zitadelle zu nutzen.
Da die Spielstücke erst nach Redaktionsschluss bekannt wurden, bitten wir unsere LeserInnen weitere Informationen der Website des Museums im Zeughaus unter www.museum-vechta.de zu entnehmen.
Das Planetarium in Osnabrück
Auch in diesen Wintermonaten präsentiert das Planetarium in Osnabrück, das Teil des Museums am Schöllerberg ist, wieder ein sehenswertes Programm.
Für den Dezember werden die Stücke Die Macht der Sterne, Kosmische Evolution – Vom Urknall zum Leben, Der Stoff, der von den Sternen kam sowie zum Thema Weltuntergang?! angeboten, die sich für Kinder ab zehn Jahre eignen. Hier geht es um Himmelserkundungen, die Entwicklung des Weltalls sowie um vieles mehr, was für kleine und große Entdecker interessant sein könnte.
Aber auch das aktuelle Familienprogramm, empfohlen ab fünf Jahre, bringt Freude. Die Stücke Lars – der kleine Eisbär, Das kleine 1*1 der Sterne und Die drei Weihnachtssternchen gehören schon lange dazu und werden gerne besucht, wenn es draußen zu kalt wird. Neu in diesem Jahr ist Der Regenbogenfisch und seine Freunde. Für welches Stück man sich auch entscheidet, in jedem Fall bietet die kuschelige Atmosphäre besondere Stunden zur kalten Jahreszeit!
Eine Platzreservierung wird dringend empfohlen und kann unter der Tel. 0541/56003-51 während der Museumsöffnungszeiten oder online getätigt werden. Alle weiteren Informationen sowie das Programm für die Anfangsmonate im Jahr 2013 können unter www.osnabrueck.de/mas/21.asp eingesehen werden. Neben dem Eintritt in das Planetarium ist zudem auch der Eintritt in das Museum und den Unterirdischen Zoo im Preis enthalten, was die lange Fahrt nach Osnabrück entschädigt und Klein wie Groß ganz sicher freut.
Viel Spaß!
von Jenniffer Malenz

Hähnchen gebraten mit Zitronenecke

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Annette Nordiek, Köchin im Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz
Salat
Zucchinisalat mit Möhrenstreifen:
  • 1 Zucchini
  • 2 Möhren
  • Salz, Peffer & Zucker
  • Essig & Öl
Schneide die Zucchini in feine Scheiben und schäle die Möhren. Dann solltest Du die Möhren raspeln und alles in eine Schüssel geben. Schmecke Deinen Salat mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker ab und lass ihn kurz durchziehen. Danach kannst Du ihn beliebig in Schalen füllen.
Hauptspeise
Hähnchen gebraten mit Zitronenecke und Brezeln:
  • 2 Hähnchen á 1250 g
  • 1 Zitrone
  • Salz, Pfeffer & Paprikagewürz
  • 4 Brezeln (TK)
  • grobes Salz (wenn nicht in der Brezelpackung)
Zunächst spülst Du die Hähnchen gründlich mit kaltem Wasser ab und halbierst sie. Dann werden sie mit Salz, Pfeffer und Paprikagewürz verfeinert und bei 150 °C im Backofen ca. 45 bis 60 Minuten gegart. Zwischendurch solltest Du die Hähnchen mit dem auslaufenden Fett einpinseln. Die Zitrone wird zum Verzieren in Ecken geschnitten. Nach Belieben dekorieren.
Leg die Brezeln auf ein Backblech und bestreue sie, wenn nicht bereits gesalzen, mit grobem Salz. Dann backe die Brezeln nach Anweisung, kurz bevor das Hähnchen fertig ist.
Nachspeise
Quark mit Himbeersauce:
  • 500 g Quark
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Schuss Mineralwasser
  • 150 g Himbeeren (frisch, TK)
  • Salz, Zucker, Zitronensaft
Gib den Quark in eine Schüssel und verrühre ihn mit dem Vanillezucker, etwas Zucker und Zitronensaft sowie dem Mineralwasser. Nach Belieben abschmecken.
Dann gibst Du die Himbeeren in ein hohes Gefäß, fügst Zucker, Zitronensaft und eine Prise Salz hinzu. Dann verrührst oder pürierst Du die Zutaten und servierst sie zu Deinem Quark.
Guten Appetit wünschen das Studentenwerk Osnabrück und die uniVista Redaktion!
Ausarbeitung: Annette Nordiek
Text: Jenniffer Malenz

Kulturelles Duo
Vechta‘s International Program (VIP)

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Tristan Müskens und Minyoung Kim sind VIPs: eines der kulturellen Duos, das durch das internationale Mentorenprogramm zusammenfand. Er ist ihr Mentor, sie sein Mentee. Auf diese Weise lernen sie beide Kultur und Sprache vom jeweils anderen kennen und auch für die erste Orientierung in Vechta ist es für die “Internationalen” sehr hilfreich, jemanden an ihrer Seite zu haben. Ganz nebenher bringt das Programm auch eine Menge Spaß mit sich.
Tristan studiert im dritten Semester Gerontologie (BA). Minyoung kommt von der Seoul Frauen Universität und nutzte das Sommersemester 2012 und ihr siebtes Semester dazu, bei uns an der Uni Germanistik zu studieren. An ihrer Heimat-Uni studiert sie darüber hinaus BWL.
Das International Office und die Tandempartner im Kletterwald Nord an der Thülsfelder Talsperre (Sommer 2012)
(Minyoung: Erste Reihe, Zweite von links; Tristan: hinten in der Mitte)
Bild: Manuela Groth
Wie bist Du auf dieses Mentorenprogramm aufmerksam geworden?
Tristan: Eine Freundin hat mir davon erzählt und gefragt, ob ich Lust dazu hätte.
Minyoung: Vor dem Semester habe ich mit dem International Office gemailt. Sie haben mir das Programm vorgestellt.
Welche waren Eure persönlichen Beweggründe für die Teilnahme am Programm?
Tristan: Ich wollte Erfahrungen sammeln und dachte mir, dass das doch mal etwas völlig Neues sei!
Minyoung: Ich möchte deutsche Freunde und die Kultur kennenlernen und mit Freunden Deutsch sprechen.
Tristan, was genau sind die Aufgaben eines VIP-Mentors?
Tristan: Ich beantworte die grundlegenden Fragen und gebe eine erste Orientierung, was in einer überschaubaren Stadt wie Vechta jetzt nicht die ultimative Herausforderung bedeutet. Alles Weitere liegt dann am Mentoren selbst.
Seit wann bist Du Mentor, Tristan?
Tristan: Seit ca. einem Semester, also seitdem Minyoung hier ist.
Wie lief das Procedere ab, also Anmeldung, Zusage, erstes Zusammentreffen etc.?
Tristan: Das war total unkompliziert. Eine E-Mail an das International Office und ein bisschen “beschnuppern” und ich war dabei. Das erste Zusammentreffen war in der Nacht, als die beiden Südkoreanerinnen ankamen. Es war ziemlich witzig, weil wir versucht haben, uns auf einer Mischung aus Deutsch und Englisch zu unterhalten.
Minyoung: Ich habe die Programmanmeldung geschrieben. Ich konnte mir einen Mentor auswählen (Geschlechtsunterschied, Fachstudium, Charakter usw.) und nach der Entscheidung habe ich E-Mails mit Tristan wegen meiner Ankunft geschrieben.
Welchen Einfluss hat man auf die Zuteilung der Partner?
Tristan: Man kann wählen, ob man ein Land, einen Studiengang, männliche oder weibliche Gaststudierende bevorzugt. Mir war das erstmal egal.
Minyoung: Weil er ein guter Freund geworden ist, habe ich hier kein einsames Leben geführt. Und durch ihn konnte ich deutsche Kultur und Freunde kennenlernen.
Was habt Ihr bisher so zusammen unternommen?
Tristan: Wir (der andere Mentor und die beiden Studentinnen) haben uns zum Einkaufen und zum Essen getroffen – jeder sollte dabei einmal kochen, wir waren aber auch zusammen in der Mensa. Wir haben außerdem auch einen Ausflug in den Kletterwald gemacht.
Minyoung: Und auch Uni-Party, Grill-Party, Spazierengehen in Vechta und wir werden mit anderen Freunden zusammen durch Deutschland reisen.
Was gefällt Dir besonders gut an dem Programm? Hat es in Deinen Augen Erfolg?
Tristan: Auf jeden Fall. Ich selbst habe vor, einen Auslandsaufenthalt zu machen und bin durch die beiden Gaststudentinnen darin bestärkt worden, das auch durchzuziehen.
Minyoung: Am besten fand ich es, als alle Mentoren und Austauschstudenten Bowling gespielt haben.
Was gefällt Dir eher nicht so gut bzw. was wäre verbesserungswürdig an dem Programm?
Tristan: Pommes!
Minyoung: Ich denke, andere Austauschstudenten treffen sich nicht so oft, wie sie möchten/sollten. Ich wünschte, dass Mentoren mehr aktiv sind. Und es sollte feststehen, dass man einander öfter treffen müsste.
Wie viele Mentoren gibt es derzeitig?
Tristan: Wie viele? Sag mal, arbeitest du nicht im International Office? Da müsstest Du das doch besser wissen als ich, oder?

Pommes!

(Anm. v. Judith Peltz (Leitung des I.O.): Es gibt das beschriebene “VIP” mit derzeit 28 Paaren, bestehend aus einem int. Studierenden und einem Vechtaer Studierenden, und es gibt “InterMento”, eine Gruppe von derzeit ca. zwölf Studierenden, die als Gruppe Angebote für die int. Studierenden machen und auch “Europa macht Schule” organisieren. Die Zahlen beziehen sich auf dieses Wintersemester.)

Minyoung, sind denn noch andere Personen aus Deiner Heimat-Universität hier her nach Vechta gekommen?
Minyoung: Ja. Wir sind vier Austauschstudenten von der Seoul Frauen Universität.
Und was gefällt Dir an Vechta gut und was eher nicht so gut?
Minyoung: Es ist ruhig, die Leute sind höflich und nett. Aber Vechta ist eine kleine Stadt und hier gibt es nicht genug Geschäfte.
Da sagst Du was!
Was würdest Du zukünftigen Mentoren als Tipp mit auf den Weg geben?
Tristan: Anfangs macht man mehr zusammen, später dann immer weniger – das ist normal, denn die Studierenden finden sich besser zurecht und wollen auch nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit ankommen. Daran muss man sich erstmal gewöhnen.
Minyoung: Weil Austauschstudenten viel Hilfe vom Mentor brauchen, müssen sie sich um uns kümmern. Aber wir wünschen, dass Ihr gute Freunde als Helfer – wie Tristan – findet.
Tristan in den Bäumen im Kletterwald Nord
an der Thülsfelder Talsperre (Sommer 2012)
Und was würdest Du zukünftigen VIP-Partnern als Tipp mit auf den Weg geben?
Tristan: Es gibt viele Missverständnisse zwischen den Kulturen, deshalb würde ich jedem raten, offen zu sein und viel Humor mitzubringen. Das erleichtert die Sache enorm.
Minyoung: In Vechta sind viele Leute sehr nett gegenüber Ausländern. Also Austauschstudenten können ohne Angst Freunde kennenlernen.
Gibt es ein witziges Erlebnis aus Deiner bisherigen Zeit hier, Minyoung?
Minyoung: Vor der ersten Uni-Party habe ich mit vielen Freunden von Tristan etwas getrunken und “typisch deutsche” Musik gehört. Es war sehr lustig!
Was ist Deiner Meinung nach allgemein “typisch deutsch”?
Minyoung: Als ich in Korea war, dachte ich, dass gleiche Größe, Pünktlichkeit, Fleiß und Kälte typisch deutsch ist. Einige Dinge sind zwar richtig, aber Deutsche sind sehr nett, meiner Meinung nach.
Minyoung, welches sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Mentor mitbringen sollte?
Minyoung: Wenn man offen für Ausländer ist und man Mentor werden möchte, kann bestimmt jeder ein guter Mentor werden. Natürlich ist es gut, wenn Mentoren fröhlich und verständnisvoll sind.
Tristan, was hast Du durch das Programm über Dich selbst gelernt?
Tristan: Ich hab mein tiefstes, inneres Selbst gefunden und bin jetzt total reflektiert, integer und weltoffen. Nein, keine Ahnung, vielleicht wie einfach und lustig es sein kann, sich für Neues zu öffnen.
Hast Du sonstige Fragen, Anregungen, oder Ähnliches bezüglich des Mentorenprogramms?
Tristan: Nein, denn Fragen, Anregungen etc., kann ich immer direkt beim International Office loswerden und werde auch wahrgenommen.
Vollende den Satz: Seit dem ich am InterMento-Programm teilnehme, bin ich …
Tristan: … gespannt auf meine eigenen Erfahrungen als Gast in einem anderen Land!
Minyoung: … dankbar für Tristans Hilfe. Er war mein Wunsch-Mentor. In Vechta hatte ich fast täglich ein Problem. Jedes Mal hat er gesagt “Kein Problem!” und mir bereitwillig geholfen. Vor allem ist er ein guter Freund geworden. Denn durch ihn bin ich mit allen Dingen in Vechta zurechtgekommen. Wenn ich nach Korea zurückfliege, werde ich ihn vermissen. Vielen Dank, Tristan!
Vielen Dank Euch beiden für das Interview!
Fragen und Text: Carolin Makus
(studentische Hilfskraft im International Office)
Wer selbst Mentor werden möchte, kann sich gern im International Office der Uni melden und sein Interesse bekunden. Ihr seid immer gern gesehen!

Hinter den sieben Meeren
Kunstexkursion nach Wernigerode

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Zehn Kunststudierende der Universität Vechta haben vom 15. bis 29. Juli 2012 an dem Kunstprojekt Hinter den 7 Meeren, dem 14. Plenair des Wernigeröder Kunst- und Kulturvereins, teilgenommen. Die Leitung der zweiwöchigen Exkursion in den Harz hatte Herr Professor Wolf Bröll von der Universität Vechta. Unterstützt wurde das Pleinair (Anm. d. Red.: Freilichtmalerei) durch die Stadt, die Stadtwerke, die GWW Wernigerode und die Universität Vechta.
Das Pleinair diente der gemeinsamen künstlerischen Arbeit der Studierenden. Während der Arbeitsphasen sollte Interessierten jeder Altersklasse die Möglichkeit gegeben werden, den Künstlern bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Der künstlerische Prozess sollte so nach außen hin transparent gemacht und miterlebt werden. Am Sonntag, den 22. Juli wurde aus diesem Grund ein Aktionstag durchgeführt, an dem in der “Hohen Halle” jedem der Zugang zur offenen Druckwerkstatt ermöglicht wurde. Besucher informierten sich hier über das Verfahren des Kaltnadeldrucks und wurden selbst auch dazu aufgefordert einmal eine Druckplatte einzuwalzen und die Druckwalze zu drehen, um den Arbeitsprozess und den damit verbundenen Kraftaufwand besser nachempfinden zu können.
Bild: Jan Durgeloh
Neben den Tätigkeiten in der Druckwerkstatt arbeiteten die Studierenden in selbst eingerichteten Ateliers mit Aquarell-, Öl-, Acryl- und Pastellfarben hauptsächlich auf Leinwand. Einige fertigten Collagen an, andere machten von Grafit und Bleistift Gebrauch. Material, Form und Motiv konnten individuell frei gewählt werden. Auf diese Weise entstanden sehr unterschiedliche Zeichnungen, Radierungen, Collagen und Malereien. Professor Bröll stand allen Teilnehmern während des gesamten Pleinairs mit wertvollen Ratschlägen und konstruktiven Gesprächen zur Seite.
Von den Galeristen und Rainer Schulze, dem Leiter des Kunstvereins, erfuhren die Studierenden zudem viel über die Organisation, den Ablauf sowie den Aufbau einer Ausstellung. Zur Eröffnung am Donnerstag, den 19. Juli präsentierte die Galerie etwa vier Arbeiten pro Teilnehmer. Hierbei handelte es sich um Arbeiten, die während der letzten Semester entstanden und für die Ausstellung ausgewählt worden sind. Aus diesem Anlass führte Rainer Schulze mit den Studierenden und Herrn Professor Bröll ein öffentliches Gespräch über die Vorstellungen und Absichten der Teilnehmer für das Pleinair. Besucher hatten an dieser Stelle Gelegenheit, Fragen an die Studierenden zu richten und so einen offenen Dialog zwischen Künstlern und Betrachtern entstehen zu lassen. Die Resonanz der Besucher fiel erfreulich positiv aus.
Außer den künstlerischen Arbeitsprozessen lernten die Studierenden auch die historische mittelalterliche Stadt Wernigerode und ihre Umgebung genauer kennen. Professor Bröll lud die Teilnehmer in sein privates Atelier nach Mandelbeck ein, um ihnen einen Einblick in seine Arbeit als Bildhauer zu gewähren und gezielte Fragen zu beantworten.
Die Beteiligten wurden durch die gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke im Rahmen der kulturellen Ausflüge zu weiteren künstlerischen Produktionen motiviert und inspiriert. Die Abschlussausstellung am 26. Juli diente dann schließlich der Ergebnispräsentation des Pleinairs und dem erneuten öffentlichen Gespräch zwischen Teilnehmern und Publikum. Ein Großteil der in der Pleinair-Woche entstandenen Werke und ausgewählte Exemplare der ersten Ausstellung konnten anschließend bis zum 2. September in der Galerie im Ersten Stock betrachtet werden.
Die rundum gelungene Exkursion, gespeist durch ihre kulturellen Erlebnisse endete mit einem feierlichen Hoffest am Samstag, den 28. Juli. Musikalisch untermalt fand als Höhepunkt des Abends traditionell eine Versteigerung von den angefertigten Kunstwerken statt.
Weitere Informationen zu der Ausstellung gibt es unter www.kunstverein-wernigerode.de
von Imke Moosmüller
gekürzt durch Katja Südkamp

Bier, Politik und Lobbyisten
Eine Exkursion nach Brüssel

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Das Manneken Pis, Brunnenfigur
und Wahrzeichen von Brüssel,
als Süßigkeit
Im letzten Sommersemester bot unsere Universität, in Person von Dr. Martin Schwarz, erneut eine Exkursion in die Hauptstadt Europas an: Brüssel. Ziel der sechstägigen Reise war es, die Arbeit der zahlreichen Europapolitiker, Lobbyisten und Militärs kennen zu lernen und sie mit unseren Fragen zu löchern.
Doch zunächst wollten noch die gut 400 Kilometer Autofahrt zwischen Vechta und Brüssel bewältigt werden. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis für jeden, der dort mit dem Auto fahren möchte: Lasst es sein! Nicht umsonst schafft es die Stadt auf Platz eins im Stau-Ranking eines führenden Navi-Herstellers. Und das haben wir später zu spüren bekommen. Denn nachdem eine Kommilitonin ihren Ausweis im Kloster vergessen hatte, gerieten wir direkt in den Berufsverkehr: in Brüssel die reinste Hölle.
Noch am ersten Tag machten wir dann einen ausgeprägten Stadtbummel am europäischen Parlament und dem Rathaus vorbei, um anschließend das Abendessen mit einem kühlen belgischen Bier zu genießen. Danach ging es in unsere Unterkunft: Das ruhig gelegene Kloster mit dem malerischen Namen Maison Notre-Dame du Chant d‘Oiseau. Frisch saniert und sowohl mit Bierautomat als auch einem “parc magnifique” ausgestattet, ließ es sich die Woche hier ausgesprochen angenehm aushalten.
Die folgenden Tage ermöglichten einen ausführlichen Einblick in die europäische Politik, deren Funktionsweise und einige Feinheiten. Mit den Besuchen bei der niedersächsischen und bayrischen Landesvertretung lernten wir die regionale Ebene der politischen Akteure kennen. Doch auch die nationale Ebene wurde nicht vernachlässigt und mit der Einkehr in den Vertretungen Deutschlands, Sloweniens, Maltas und – ganz zur Freude unseres brasilianischen Austauschstudentens – Brasiliens gründlich abgedeckt. Auf europäischer Ebene waren die Treffen mit dem Präsidenten des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, Alexander Graf von Schwerin, sowie dem niedersächsischen Vertreter im Europäischen Parlament, Hans-Peter Mayer, nicht nur aufgrund der Räumlichkeiten interessant. Inhaltlich konnten uns beide viel über Aufgaben und Aufbau ihrer Institutionen und der EU allgemein nahe bringen. Das Treffen mit einem Beamten des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung stach dabei besonders heraus. Erstmals wurden wir über den Sinn einer Shrimp-Fabrik inmitten einer Wüste aufgeklärt: EU-Fördergelder einfangen. Sogar die internationale Ebene war mit einer Visite der Nato abgedeckt.
Neben der staatlichen Seite der europäischen Politik waren zusätzlich Besuche bei nicht-staatlichen Vertretern geplant. So wurden wir einerseits vom Think Tank der Europäischen Volkspartei – dem Centre for European Studies – der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem deutschen Caritasverband, dem internationalen Mieterbund und dem Deutschen Gewerkschaftsbund empfangen. Mit der Volkswagen AG kam zusätzlich ein “Lobbyist” aus der Privatwirtschaft hinzu. Nun ist die Arbeit all dieser Interessenvertreter nicht unbedingt geheim, sodass sich teils recht lockere Gespräche darüber entwickeln konnten. Jedoch wurden inhaltlich brenzlige Themen zumeist außen vor gelassen bzw. mehr oder weniger geschickt umschifft. Man kann durchaus davon sprechen, dass die getroffenen Lobbyisten den richtigen Beruf für sich gefunden haben.
Umso interessanter war der Besuch im obersten Hauptquartier der Nato. Hier erhielten wir einen ausführlichen Überblick über die Lage in Afghanistan und die Rolle der Nato in der globalen Politik. Auch die aktuelle Neuordnung der Nato, von einem trans-atlantischen zu einem global agierenden Bündnis, wurde dabei thematisiert. Ihre Einsätze in Afghanistan und dem Irak zeigen dabei ihre zunehmende Konzentration auf den Nahen und Mittleren Osten sowie Asien.
So viel zu der politischen Seite Brüssels. Doch besteht diese Stadt nicht bloß aus unzähligen politischen Institutionen. Ebenso zahlreich reihen sich Restaurants und Bars in der Innenstadt aneinander. Viele davon sind für Studierende kaum bezahlbar, doch es gibt auch Ausnahmen. Wir erhielten den Tipp, das “Delirium” zu besuchen. Zwar erfüllten sich unsere Erwartungen hier nicht, sodass wir uns in den nächsten Irish Pub begaben. Doch das “Delirium” fanden wir dennoch. Von der politischen Kühle ist abends und nach ein paar belgischen Bieren nichts mehr zu spüren. Einfluss darauf hat sicherlich auch die leicht erhöhte Drehzahl des belgischen Bieres im Vergleich zum deutschen. Was sich ab einer gewissen Menge erstaunlich bemerkbar macht. Feiern lässt es sich in Brüssel also definitiv.
Nur der Rückweg war nach Mitternacht außerordentlich unbequem, wie auch in diesem Jahr erneut festgestellt wurde. Neben dieser unbequemen Wahrheit lässt sich noch ein weiterer Kritikpunkt an Europas Hauptstadt finden: Alles hier ist unverhältnismäßig teuer. Das mag zwar einleuchten, angesichts zahlreicher gut verdienender Akteure aus Politik und Wirtschaft. Doch einen drittel Liter Bier für einen Schein zu verkaufen? Dazu gehört schon einiges an Dreistigkeit. Da kommt man sich in Vechtaer Kneipen glatt wie im Schlaraffenland vor. Zum Glück beschränkt sich dieser Umstand nicht auf alle Brüsseler Bars, sodass man zwar ein wenig suchen muss, seinen Rausch aber dennoch finden kann, ohne dabei arm zu werden.
Das Preisproblem Brüssels beschränkt sich dabei mitnichten nur auf das Nachtleben. Ein uns sich häufig zeigendes Bild während unseres Aufenthalts waren Zelte mitten in der Innenstadt. Aufgrund der hohen Wohnungsmieten, besonders in der Innenstadt, stehen nicht nur viele Wohnungen leer, es gibt im Umkehrschluss auch viele Obdachlose. Angesichts der typisch belgischen sintflutartigen Regenfälle bestimmt kein Vergnügen.
Allgemein gibt es einige soziale Probleme in der Stadt, denn auch hier klafft die Schere zwischen Arm und Reich auseinander. Passende Beispiele gab es oft genug zu sehen. So kann man sich an manch eine Kreuzung stellen und wenn man nach rechts schaut, sieht man große, neue und aufpolierte Bürogebäude. Schaut man jedoch nach links, so tut sich vor einem eine heruntergekommene Gasse, mit kaputter Straße und verfallenden Gebäuden auf. Dieses Beispiel ist schon fast symbolisch für Belgien, welches in das verhältnismäßig reiche Flandern und das relativ arme Wallonien unterteilt werden kann. Der sich daraus ergebende Streit könnte, nach den kürzlichen Regionalwahlen, bald zu einer Spaltung des Landes führen. Brüssel, das ebenfalls einen flämischen und einen wallonischen Teil besitzt, könnte dabei auch eine Rolle spielen. Man könnte fast von einer gespaltenen Stadt reden.
Alles in allem war die Exkursion ein sehr informativer, wenn auch ein sich hier und da überschneidender, Ausflug in die Politik der Europäischen Union. Durch den persönlichen Kontakt mit Entscheidungsträgern und Interessenvertretern erhielten wir nicht nur ein Bild der politischen Praxis, sondern zusätzlich einen Blick hinter die Kulissen des politischen Prozesses. Trotz zahlreichen gelaufenen Kilometern, Stunden im Stau, unverschämten Preisen und einer leeren Autobatterie lässt sich ein Resümee ziehen: Es hat sich gelohnt.
von Matthias Nowc
Hauptsitzungssaal im Europäischen Parlament in Brüssel

Schulische Einsichten
Meine Erfahrungen mit dem ASP

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ASP – was mag sich hinter diesem Alphabetismus verbergen? Bei der hohen Anzahl von Lehramtsstudierenden ist es eigentlich verwunderlich, wie viele Fragen zu diesem Thema noch offen sind. Vielleicht hilft dieser Erfahrungsbericht dabei, diese zu beantworten und Unklarheiten zu beseitigen.
Jeder, der in Vechta mit dem Ziel Lehrer zu werden anfängt, weiß, dass irgendwann das ASP (allgemeines Schulpraktikum) auf ihn zukommt. So musste auch ich mir überlegen, wann ich das ASP am sinnvollsten in meinen Verlaufsplan eingliedern konnte. Da nach Möglichkeit eigene Unterrichtsstunden abgehalten werden sollen, fand ich es angebracht, zuvor Wissen und didaktische Kompetenzen zu sammeln. Also wollte ich auf jeden Fall bis nach dem vierten Semester warten.
Da im Frühjahr die Osterferien anstanden und in Verbindung mit meinen Klausuren keine sechs Wochen übrig blieben, entschied ich mich dazu, das ASP in den Sommersemesterferien zu absolvieren.
Die Frage nach dem Wann hatte ich damit beantwortet. Als Nächstes musste ich mich dafür entscheiden, wo ich es absolvieren wollte. Dass ich es zu Hause in NRW machen wollte, stand für mich von Anfang an fest. Aber ich hatte mich noch nicht entscheiden können, welche Art Schule für mich am geeignetsten wäre. Da ich mich auch in meinem Studium noch nicht entschieden habe, in welche Richtung ich gehen möchte, fühlte ich mich an einer Gesamtschule am besten aufgehoben.
Nachdem ich dann alle für mich wichtigen Fragen beantwortet hatte, konnte ich mit dem Bewerben beginnen. Um mir so viele Optionen wie möglich offen zu halten, bewarb ich mich an einer großen Anzahl von Schulen. Ergänzend schickte ich meine Bewerbungen auch an Schulen in Niedersachsen und sogar an einige Waldorfschulen.
Wenn man sich dann für einen bestimmten Praktikumsplatz entschieden hat, muss man an unserer Uni darauf achten, die Fristen einzuhalten. Schließlich muss die Schule nicht nur der Bewerbung zustimmen, sondern bis zur gesetzten Frist ein Formular für die Uni ausfüllen.
Entscheidet man sich dazu, das Praktikum in Niedersachsen, speziell im Umland von Vechta zu machen, hilft einem die Uni gerne dabei, den geeigneten Platz und ggf. eine Fahrgemeinschaft zu finden.
Ich begann mein Praktikum direkt nach den großen Sommerferien. Die Schule ließ mir viel Freiraum bei der Wahl, welche Klassen und Lehrer ich begleiten wollte. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, die Arbeitsweisen von verschiedenen Lehrern zu beobachten und zu vergleichen. Zusätzlich begleitete ich einen Lehrer in verschiedenen Jahrgängen. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich die Arbeitsmethoden der verschiedenen Lehrer unterscheiden und zu beobachten, wie sich das Lehrerverhalten eines einzelnen Lehrers in Abhängigkeit von der Jahrgangsstufe veränderte.
Während des Praktikums habe ich nicht nur viele neue Erfahrungen gesammelt. Vor allem hab ich mir die Frage beantworten können, ob ich tatsächlich Lehrerin werden will. Und das will ich nach dem Praktikum noch stärker als vorher. Ich habe durch das Praktikum für mich definieren können, was ich mir von meinem späteren Berufsleben erwarte und was für mich nicht infrage kommt. So habe ich zum Beispiel erkannt, in welchen Jahrgängen ich später eher ungern unterrichten möchte und kann mein weiteres Studium nun auf diese Erkenntnisse ausrichten. Durch die aktive Arbeit mit den Schülern konnte ich auch einiges über mich selbst lernen.
Für diejenigen, denen das ASP also noch bevorsteht, habe ich den Tipp: Nutzt das ASP, um Euch auszuprobieren. Findet heraus, ob Ihr Euch den Beruf des Lehrers tatsächlich so vorgestellt habt und ob er wirklich zu Euch passt. Scheut Euch nicht davor, etwas anderes auszuprobieren, als Ihr Euch eigentlich für die Zukunft vorstellt. Bewerbt Euch beispielsweise auch an Gymnasien oder Alternativschulen. Dieses Praktikum kann wirklich viel für Euch bereithalten.
von Nina Gerlach

Scham und Weggucken?
Im Gespräch über den Umgang mit Behinderungen

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Die Diagnose “Behinderung” stellt Angehörige von Betroffenen nicht selten vor eine große Herausforderung. Eine adäquate Unterstützung in dieser Zeit bieten hierbei Selbsthilfegruppen, die den Kontakt zu anderen Betroffenen fördern und Raum für Gespräche geben, die sich woanders vielleicht nicht führen lassen.
“Die Diagnose Behinderung bringt nicht selten Ängste und Unwissen zum Vorschein. Diese sind wir bemüht aufzufangen und eine positive Grundstimmung herzustellen”, berichtet Nicole Nordlohne, die Vorsitzende des Elternkreises Next Generation e. V., den sie zusammen mit ihrer Freundin Doris Aßmus gegründet hat.
Diese Selbsthilfegruppe bildet für den gesamten Landkreis Vechta und die Umgebung eine Anlaufstelle für betroffene Familien, mit dem Motto: “Wir wollen mehr Lachen als Weinen – aber Weinen wollen wir auch!!!”
Die regelmäßigen Treffen der Gruppe finden jeden ersten und dritten Freitag im Monat im Ludgerus-Werk in Lohne statt (aktuelle Termine können auch der Website entnommen werden).
Gestützt wird dieses Projekt von vielen engagierten Personen. So stehen dem Verein mittlerweile eine Erzieherin und eine Kinderkrankenschwester zur Verfügung, die die Kinder während der Treffen betreuen. Außerdem beteiligen sich einige Neuntklässler der Lohner Realschule zwei Jahre über ein Schulprojekt an den Gruppentreffen und dem Spielkreis “Play Mobil” der Selbsthilfegruppe. Dieser findet jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Kindergarten St. Barbara in Lohne statt und richtet sich an Kinder von vier bis zehn Jahren, mit oder ohne “besonderen Bedarf”.
Der Kontakt zu Außenstehenden jeglicher Form ist wichtig, denn “nicht selten wird falsch reagiert”, weiß auch Frau Nordlohne. “Wir wollen Normalität herstellen”, berichtet sie weiter, “und in die Öffentlichkeit gehen”. Denn offenbar ist den meisten gar nicht bewusst, was die Diagnose bedeutet. Daher existiert mittlerweile auch ein Film des Elternkreises, der sich mit dieser Problematik beschäftigt.
Nicole Nordlohne
Vorsitzende des Elternkreises
Next Generation e. V.
Bild: Dietmar Kattinger
Dieser gibt ein Feedback zu dem Umgang mit betroffenen Personen und fordert einen sensibleren Umgang mit der Diagnose “Behinderung”. Produziert mit der Hilfe von Aktion Mensch, macht der Film vor allem die Betroffenheit darüber deutlich, wie die Diagnose Behinderung des Kindes übermittelt wurde. So berichten Eltern betroffener Kinder, die dem Elternkreis angehören, von positiven wie auch negativen Erfahrungen bei der Aufklärung über die Behinderung. Im Frühjahr 2010 wurde der Film vorgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert. Frau Nordlohne teilt erfreut mit, wie auf diesen Film ein Arzt aufmerksam wurde und ihn seitdem seinen Studierenden vorführt, um ihnen einen besseren Umgang mit dem zukünftigen Patienten zu vermitteln. Weiter sollen auch Eltern durch den Film dazu ermutigt werden, eine Rückmeldung über ihre Erfahrungen bei der Diagnosestellung und den Umgang mit ihren Kindern zu geben.
Der Film wird für einen Unkostenbeitrag von 5 Euro (über info@elternkreis-next-generation.de anfragen) an Interessierte versendet.
Der Elternkreis Next Generation e. V. bietet jedoch nicht nur die genannten Spielenachmittage und Freitagstreffen sondern auch andere Freizeitaktivitäten wie beispielsweise gemeinsames Schwimmen an. Außerdem organisieren die Zuständigen Vorträge zu relevanten Themen, Stammtische und Elternrunden, Gruppenfahrten sowie Eltern- und Familienwochenenden. Weiter sind sie um die gegenseitige Unterstützung in Extremsituationen bemüht und bieten Beratung für Familien an.
Interessenten finden weitere Informationen unter www.elternkreis-next-generation.de oder hier auf dieser Website!
von Jenniffer Malenz

Habemus Nobelpreisträger
In große Fußstapfen treten

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Bild (Friedenstaube): Elembis / Wikimedia Commons
Am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, soll traditionell der Friedensnobelpreis vom norwegischen König in Oslo überreicht werden. Neben einer Urkunde und der dazugehörigen Goldmedaille wird mit dem Ansehen und der Ehre, die den Preisträgern nahezu sicher ist, auch ein hoher Geldbetrag vergeben.
In diesem Jahr soll mit dem Friedensnobelpreis die Europäische Union ausgezeichnet werden. In der Begründung für diese Entscheidung heißt es, dass “die Europäische Gemeinschaft und ihre Vorläufer ‘mehr als sechs Jahrzehnte zur Verbreitung von Frieden und Aussöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beigetragen’”[1] haben. Zu diesem Anlass werden kurz nach dem Nikolaustag die Regierungschefs aller 27 EU-Staaten nach Oslo reisen, um den Preis entgegen zu nehmen. Doch in der Bevölkerung ist man sich alles andere als einig, was diesen Friedenspreis angeht. Grund genug, dem Phänomen “Nobelpreis” einmal etwas auf die Pelle zu rücken.
Der Nobelpreis
Seit 1901 gibt es ihn, den Nobelpreis. Es handelt sich dabei um ein Vermächtnis des Schweden Alfred Nobel. Der Chemiker und Industrielle lebte von 1871 bis 1914 und bestimmte in seinem Testament die Gründung der Nobelpreisstiftung. Diese ehrt nun bereits seit 112 Jahren alljährlich diejenige, die in der Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, aber auch in Literaturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften besonders hervorstachen. Ein weiterer Preis geht an jene, die sich für den Frieden der Menschen engagiert haben. Und genau dieser Preis ist es nun, der Friedensnobelpreis, den sich in den vergangenen Wochen und Monaten niemand so richtig gegönnt hat.
Der Friedensnobelpreisträger wird durch einen fünfköpfigen Ausschuss des norwegischen Parlaments bestimmt. Dabei können neben Personen auch Institutionen mit diesem Preis ausgezeichnet werden. Gibt es in einem Jahr einmal niemanden, der sich um den Weltfrieden verdient gemacht hat, dann muss der Friedensnobelpreis nicht vergeben werden. Lang ist die Liste derer, denen das Glück zuteil wurde, den Ehrenpreis entgegen nehmen zu dürfen.
Bisherige Preisträger
Einer der Ersten war Theodore Roosevelt, der 1906 den Friedensnobelpreis für seine Mitarbeit an zahlreichen Friedensverträgen geehrt wurde. Auch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes erhielt rückwirkend 1945, dem Jahr des Kriegsendes, die Anerkennung. Es war nicht die Auszeichnung, die Martin Luther King 1963 dazu veranlasste, seine nicht nur jedem Schüler bestens bekannte Rede “I have a dream!” zu halten, trotzdem wurde auch dem Führer der Bürgerrechtsbewegung in den USA diese Ehre zuteil. In seiner Rede heißt es: “I have a dream, that one day every valley shall be exalted, every hill and mountain shall be made low, the rough places will be made plain, and the crooked places will be made straight, and the glory of the Lord shall be revealed, and all flesh shall see it together.”[2] Und damit hat Martin Luther King einen entscheidenden Schritt in Richtung Gleichberechtigung der Schwarzen und Weißen getan.
1971 erhält einer der ehemaligen Deutschen Bundeskanzler, Willy Brandt, die Friedensauszeichnung für seine Arbeit in der Ostpolitik. 1977 Amnesty International, 1979 Mutter Theresa, 1988 die UNO-Friedenstruppen, 1993 der Südafrikaner und Präsident der südafrikanischen Befreiungsbewegung “African National Congress” Nelson Rolihlahla Mandela, 1994 der Palästinenser Yasir Arafat.[3] 2001 wird Kofi Annan stellvertretend für die Vereinten Nationen und “ihre Bemühungen um eine gerechtere und friedlichere Welt” mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
2009 bekam der US-Präsident Barack Obama für seine Bemühungen für die Zusammenarbeit der Völker und internationale Diplomatie den Nobelpreis. Jedoch war man sich damals alles andere als einig, ob ihm diese Ehre überhaupt zuteilwerden sollte. Immer weiter könnte man die Liste derer führen, die den Nobelpreis für ihre Bemühungen um ein friedliches Miteinander aller Völker dieser Erde bereits erhielten.
Im vergangenen Jahr bekamen die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, Tawakkul Karman aus dem Jemen und die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee den Preis. Mit dem Friedensnobelpreis werden die Bemühungen der drei Frauen belohnt, sich gewaltlos für die Rechte der Frauen einzusetzen. Auch ihre Bemühungen für ein friedlicheres Miteinander werden gewürdigt.[4]
Und nun wir, die EU. Insgesamt rund 502,5 Millionen Menschen (Stand: 01.01.11).[5] Doch wer sind diese Menschen?
Die EU mit ihren 27 Mitgliedsstaaten
Bild: Júlio Reis, Kolja21 / Wikimedia Commons;
Lizenz: CC (BY-SA 2.5); Bearbeitung: Alexander Dressler
Preisträger “Europäische Union”
Die Europäische Union wurde gegründet, um Kriege zwischen Nachbarn zu verhindern, wie es sie im Zweiten Weltkrieg in grausamen Ausmaßen gab. Ab 1950 begann die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl die ersten Schritte in die Richtung zu tun, in die wir heute etliche Schritte weiter gelaufen sind. Damals noch mit weitaus weniger Mitgliedsländern versuchte man den Frieden zu sichern. Doch in den letzten Monaten und Jahren beschäftigen sich die Herren und Frauen Politiker mehr und mehr mit Eurorettungsschirm, Wirtschaftskrise und Staatsanleihen als um die Belange der Menschen in jenen Gebieten der Erde, in denen von Frieden bestenfalls geträumt wird, wenn an Schlaf überhaupt zu denken ist. In Syrien hat der Friedensplan des EU-Gesandten Kofi Annan der Gewalt noch immer kein Ende gesetzt.[6] So stellt sich doch die Frage, von welcher Krise unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht, wenn sie gegenüber Spiegel Online die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU als eine “wunderbare Entscheidung” bezeichnete. Sie sei besonders bedeutend, weil sie gerade jetzt “in der Zeit der Krise” kommt.[1] Wie sich die Kanzlerin kurz nach der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers äußerte.
Kritische Stimmen!?
Doch auch wenn von den EU-Regierungs-chefs keine kritischen Stimmen laut werden, nicht nur bei mir werden immer stärkere Zweifel wach. Haben wir das wirklich verdient? Verglichen mit all den anderen Friedensnobelpreisträgern, ist es da nicht eine Abwertung des Preises, wenn nun die EU, ein Verbund aus 27 Staaten, in denen es im vergangenen Jahr turbulent und alles andere als friedlich zuging, diesen Preis erhält? Was wäre wenn?
Was wäre, wenn wir Mutter Theresa fragen würden, oder Nelson Mandela, der nach 23 Jahren Haft seine Freilassung ablehnte, um seine Ziele nicht zu verraten?
Es steht wohl außer Frage, dass in ein paar Tagen der Friedensnobelpreis des Jahres 2012 an die Europäische Union überreicht wird. Anwesend werden neben den Regierungschefs auch Kinder sein, die den Preis stellvertretend für uns alle entgegen nehmen.
Nun, letzten Endes muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er oder sie sich als Friedensnobelpreisträger sieht, als würdig, in die großen Fußstapfen all derer zu treten, die in den vergangenen Jahren diesen Preis in Oslo entgegen nehmen durften.
von Carola Hofmann
Quellen:
[3] LeMO

Butterbrot-Dose oder Butter-Brotdose?

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Zu diesem Artikel inspirierte mich eine ältere Dame, die in derselben Einrichtung arbeitete, in der ich mein Praktikum absolvierte. Ich weiß nicht, wie viele Menschen andere Menschen in ihrer Umgebung wahrnehmen. Ich tu’s. Wenn ich zum Beispiel in einem Café oder in der Mensa sitze, fallen mir oft Menschen ins Auge, die irgendwo alleine in einer Ecke sitzen. Und ich frage mich dann, warum diese Menschen dort alleine sitzen. Manchmal verspüre ich den Drang, zu ihnen zu gehen und ihnen meine Gesellschaft anzubieten.
Dieses Mal jedoch fiel mein Blick nicht auf die Tatsache, dass diese alte Dame allein zu Mittag aß, denn das tat sie nicht. In der Mittagspause kam sie immer zu unserem Team in den Pausenraum und aß mit uns. Viel mehr fiel mein Blick auf ihr Mittagessen. Es waren keine richtigen Sandwiches, Toastbrot mit herzhaftem Belag. Es schien mehr eine Art Kräcker zu sein, den Belag konnte ich nicht genau identifizieren, denn ich wollte sie nicht schonungslos anstarren. Meine Beobachtungen passieren immer unauffällig, manchmal fallen sie nicht mal mir direkt auf. Und diese Kräcker-Sandwiches, die sie da aß, nahm sie aus einer alten Margarinenschachtel. Ja, ihre Lunchbox war eine leere Margarinenschachtel.
Die Frage, die sich diesmal in mir ausbreitete, lautete “Warum verpackt sie ihr Mittagessen in einer leeren Butterdose?” Auf diese Frage folgten sehr schnell weitere Fragen. Fragen wie “Hat sie nicht genug Geld für eine richtige Dose? Möchte sie vielleicht einfach nur kein Geld für eine ausgeben, wenn sie genau so gut die leere Butterdose nehmen kann? Arbeitet sie trotz ihres Alters, weil ihre Rente nicht reicht?” Je mehr ich darüber nachdachte, desto tiefer gingen meine Fragen. Mir fiel auf, dass die Dame außerdem ziemlich mager war und dass sie fast nie etwas sagte, sondern schweigend ihr Mittagessen aß und unseren Erzählungen lauschte. Manchmal stimmte sie in unser Lachen ein. “Ist sie vielleicht einsam?” Egal wie viele Fragen ich mir auch stellte, keine führte mich letzten Endes zu einer plausiblen Erklärung. Dafür hätte ich sie wohl fragen müssen. Doch ich wollte weder ihre Privatsphäre noch sie selbst verletzen.
Eine Frage stellt sich mir trotzdem noch. “Bin ich die Einzige, die sich solche Gedanken über andere Menschen macht?” Sicher, nicht jeder hat Zeit, sich Gedanken über die Probleme andere Menschen zu machen, aber ich denke doch, die Mehrheit hat einfach keine Lust. Es ist ja auch viel bequemer, sich mit seinen eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Sicher, die haben Priorität, aber sollte man sich danach zurücklehnen und sich selber damit beruhigen, für den Moment genug Probleme gelöst zu haben? Ist es denn so viel Arbeit, sich einmal Zeit für andere zu nehmen?
von Nina Gerlach

Weltuntergang. Echt jetzt!

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Und, geneigte Leser, erfasst Euch schon die Melancholie, wenn Ihr durch die uniVista blättert? Dieses Meisterwerk studentischer Campusliteratur ist nämlich in letzter Ausgabe erschienen. Zumindest wenn wir den Mayas Glauben schenken.
Dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergeht, ist spätestens seit dem letzten cineastischen Verbrechen, dessen sich Roland Emmerich vor drei Jahren schuldig machte, eine Binsenweisheit. In seiner unerträglichen Erdzerstörungs-Tour-de-Force fliehen treusorgende Patchwork-Familienväter mit strunzdummen Russenmilliardären vor Vulkanausbrüchen, explodieren Polkappen und Riesen-Tsunamis um die Wette. Als “Grundlage” (es darf gelacht werden!) diente der Popkulturhype um das Ende des Maya-Kalenders. Doch was hat es eigentlich mit diesem Datum auf sich? Warum ist dieser Weltuntergang anders als die anderen?
Weltuntergangsprophezeiungen haben eine lange Tradition. Eine sehr lange. Zu jedem vollen Jahrhundert ist es grundsätzlich “so weit”. Zu ungeraden Terminen, nur wenn es sich anbietet. Mal seien es einfach so-und-so-viele hundert Jahre nach Christi Geburt (wahlweise auch Tod oder Namenstag), mal stünden die Sterne ungünstig oder die Jahreszahl bedeute Unglück bzw. ließe sich einfach besonders schön durch sieben teilen. Allein in der westlichen Hemisphäre gab es im vergangenen Jahrhundert weit über 150 Endzeittermine, die überregional Beachtung fanden. Ab 1990 ist praktisch kein Jahr vergangen, in dem nicht aus irgendwelchen Gründen für immer der Ofen aus sein sollte.
Am häufigsten wird das Ende aller Tage naturgemäß von religiösen Sekten, randständigen Freikirchen und (Achtung, Euphemismus!) exzentrischen Einzelweissagern propagiert. Allerdings befindet man sich als zünftiger Weltuntergangsprophet durchaus in guter Gesellschaft. Etliche Päpste haben es getan und auch Martin Luther (beachtliche dreimal). Auch abseits der Religion gab es mehr oder weniger renommierte Hobbypropheten. Bekanntester Vertreter ist der Arzt, Astronom und Chef-Apokalyptiker Nostradamus. Der Übervater aller Untergangsorakel sah den Weltenbrand dutzendfach voraus – schlauerweise nie mit Datum. Christoph Columbus dachte seine Reise bringe das Reich Gottes auf die Erde. In neuerer Zeit erwartete der österreichische Geologieprofessor Alexander Tollmann das Ende der Welt 1999 durch einen Asteroiden. Modeschöpfer Paco Rabanne verkündete, dass die Erde im selben Jahr durch die abstürzende russische Raumstation MIR vernichtet würde. Der große Mathematiker Sir Isaac Newton sah das Ende 2000 kommen und war damit keinesfalls alleine. Isoliert betrachtet gab es zum Millennium aus verschiedenen Quellen mindestens 19 Daten für das Arma-geddon. In der angespannten Lage führte damals die Geburt eines dreibeinigen Entenkükens in Nord-Peru sogleich zu Hamsterkäufen.
Im Jahr 2011 haben wir übrigens nicht weniger als drei Weltuntergänge überlebt. Unter anderem hat das “drittgrößte esoterische Expertenportal Deutschlands” Hellsicht.de davor gewarnt, dass sich die “globalen esoterischen Energien” für immer ändern würden, man habe aber die Möglichkeit, sich für 1,86 Euro pro Minute individuell telefonisch beraten zu lassen und es sei auf die neue “Elfenstahl-Anhänger-Kollektion” verwiesen in der zum Schutz die persönliche Essenz für 17,99 Euro eingeschmiedet werde. Hätte man damals mal zugeschlagen!
Und nun also 2012. Mit dem Prophezeiungssturm zur Jahrtausendwende kann Zwanzig-Zwölf allerdings bei Weitem nicht mithalten. Immerhin gibt es mindestens vier Quellen, die für dieses Jahr die Götterdämmerung einläuten:
Michael Drosnin, Autor von Der Bibelcode, habe den Termin aus den fünf Büchern Mose heraus analysiert. Die Seherin Sakina Blue Star hingegen aus den Sagen der Hopi-Indianer.
Insbesondere in den USA fanden die Theorien von Terence McKenna Beachtung, der in den 1970er Jahren eine “neue, provokante Wissenschaft” erfunden habe. Im Grunde hat der Gute sich mit seinem Bruder, alten chinesischen Strichzeichnungssammlungen und einer beachtlichen Anzahl psychedelischer Drogen in die Wüste gelegt. Das zusammenhalluzinierte Produkt nannte er “Timewave-Zero-Theorie”. Sie geht davon aus, dass sich bedeutende Weltereignisse in berechenbaren Phasen ereignen. Der Nullpunkt dieser Phasen falle auf den 16. November 2012. Als McKenna damals vom Maya-Kalender erfuhr, “glich er seine Daten an”.
Und was hat es denn nun auf sich mit dem Maya-Kalender? Die Zeitrechnung der Maya gliedert sich in ca. 400 Jahre umspannende Zyklen. Am 21.12.12 endet der dreizehnte Zyklus – und es beginnt der vierzehnte! So einfach ist das. Es ist nur ein kalendarischer Sprung. Im Grund also ein kleines Indianer-Millennium. Trotzdem geht der Hype so weit, dass sich die NASA genötigt fühlte, ein Aufklärungsvideo zu veröffentlichen und man sich in Mittelamerika gar auf “gewaltige Flüchtlingsströme” vorbereitet.
Wer sich jetzt der Spannung beraubt fühlt, sei getröstet: In geologisch naher Zukunft bricht der Yellowstone-Supervulkan aus, was tatsächlich recht apokalyptische Auswirkungen haben wird. “Geologisch nah” heißt allerdings in den nächsten paar tausend Jahren. Ich wage hier und jetzt also mit nostradamus’schem Wagemut zu prophezeien, dass Euer Lieblings-Campus-Käseblatt Euch erstmal erhalten bleibt und, fast ebenso schön, die Erde auch.
von Thomas Hülsmann

Ist die Welt zu langweilig, …
… träume Dir Deine eigene

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Was sich hinter diesem
Auge wohl für Welten auftun?
Es können nur Sekunden gewesen sein. Nachdem ich meine Augen schloss, schien mich der Schlaf zu überfallen. Zwischen dämmerigen Geräuschkulissen aus dem hinteren Winkel meines Unterbewusstseins und den letzten Lichtstrahlen im Raum döste ich gefühlte fünf Minuten in meiner Traumwelt, bis jemand an meinen Schultern zerrte. Ich konnte nicht erahnen, was dieser jemand von mir wollte, noch wusste ich überhaupt, ob ich nun schlafe oder wache. Gegenwehr war ebenso zwecklos, da meine Muskeln nicht reagierten. Langsam quälte ich mich aus meiner körperlichen Schlafstarre. Doch hatte es den Anschein als stände ich vor einer Wahl. Ich kann mich dafür entscheiden, aufzuwachen oder weiter zu träumen. Freiheit oder sich dem Angriff stellen?
Doch was bedeutet es zurückzukehren? Es bedeutet, durch diesen Prozess das volle Bewusstsein darüber zu erlangen, dass man tatsächlich nur träumt. Man hat sogar eventuell die Macht, in seine Träume einzugreifen, den üblichen Kontrollverlust innerhalb seiner Traumwelten zu überwinden.
“I’ll dream a nation of you …
… a new utopia for you to live in, i’ll dream a nation of me, another narnia where we can live in” singt die schottische Indieband Franz Ferdinand in ihrem Hit Lucid Dreams. Hat das Streben nach gesünderen Methoden eine Bewusstseinsveränderung zu durchleben, die Einnahme von Drogen im Musikgeschäft etwa abgelöst und was sind überhaupt luzide Träume? Hier eine kurze Erklärung:
Luzide Träume, auch Klarträume genannt, beschreiben einen Zustand des “wachen” Bewusstseins innerhalb der eigenen Träume. Während der Körper (biologisch bedeutsam) sich in einer Schlafstarre befindet (welche übrigens dafür sorgt, dass wir während des Schlafens das Geträumte nicht physiologisch übertragen, d. h., wenn wir im Traum rennen, nicht auch während des Schlafes fortlaufen) haben wir im wachen Geist die Möglichkeit unsere Träume zu gestalten. Das mag sich in erster Linie absurd anhören, ist jedoch in der Tat wissenschaftlich erwiesen. Stephen LaBerge war einer der ersten Pioniere in der Traumforschung, welcher erkannte, dass sich luzides Träumen nicht nur bewusst steuern, sondern auch von jedermann erlernen lässt. Er erkannte im Rahmen der Schlafforschung die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zwischen Träumendem und Menschen im jeweiligen Schlaflabor. So mag zwar der Großteil des Körpers besagter Schafstarre anheimfallen, die Atmung und die Augenbewegungen tun dies jedoch nicht. Damit kann der an der jeweiligen Forschung beteiligte Proband, welcher im spezifischen Fachjargon auch “Oneironat” betitelt wird, über vorher abgestimmte Bewegungen der Augen mitteilen, dass er sich in einem luziden Traum befindet. Um dies jedoch gewährleisten zu können, muss es sich bei den eingesetzten Oneironauten stets um Personen handeln, welche die Technik beherrschen.
Doch welcher Sinn wird damit verfolgt …
Mach doch mal Urlaub zwischen zwei Arbeistagen!
… und ist das Beeinflussen des eigenen Unterbewusstseins nicht auch gefährlich? In Christopher Nolan’s Blockbuster Inception wird gezeigt, wie Leonardo DiCaprio in den Träumen von Menschen geheime Daten stiehlt. Im Horrorfilm Insidious verliert sich ein kleiner Junge in seiner eigenen Alptraumwelt. Auch wenn das Thema demnach in letzter Zeit mehr und mehr in der Film- und Musikkultur (negativ) verarbeitet wird, so weisen Traumforscher stets darauf hin, dass Träume uns auf mögliche Krisensituationen vorbereiten, welche ebenso in der Realität auftreten können. Durchlebt man bewusst gewisse Handlungen und Herausforderungen im Traum, so die These, können daraus gewonnene Erfahrungen hilfreich sein, falls ähnliche Situationen im Wachzustand bewältigt werden müssen.
Luzides Träumen wird demnach ebenso in der Psychotherapie eingesetzt, um wiederkehrende Alpträume abzustellen. Man stellt sich den scheinbaren Bedrohungen aktiv im Traum und kann, ebenso wie es in der Realität selbstverständlich ist, die Gefahren bewältigen und somit erkennen, dass im Traum nichts zur Bedrohung werden kann, solange man lediglich schläft.
Wann träume ich?
Die Erinnerung bzw. Wahrnehmung eines Traumes geschieht überwiegend in der sog. REM-Phase. REM stammt aus dem Englischen und bedeutet “Rapid Eye Movement”. Klassische Geräte der medizinischen Diagnostik wie das EEG (zur Messung von Gehirnwellen), das EMG (zum Erfassen der Muskelspannung) sowie das EOG (zur Registrierung der Augenbewegungen) können polygraphisch festhalten, in welcher Schlafphase sich ein Träumender befindet. Die REM-Phase wechselt sich im Verlauf des Schlafes mit dem Tiefschlaf ab und wird von Mal zu Mal länger.
Wie wird man luzide?
Das Erlernen der Technik des luziden Träumens verlangt viel Konzentration und Geduld. Voraussetzung ist stets das Kennen seiner eigenen Träume. Je öfter man sich dieser nach dem Aufwachen erinnert, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Traumes zu erkennen, dass man sich in einem solchen auch befindet. Es gilt also die übliche nächtliche Amnesie nach dem Aufwachen zu vermeiden. Regelmäßiges Niederschreiben der Träume verbessert nach und nach die Fähigkeit des Erinnerns. Außerdem könnte man meinen, dass man sich selbst besser kennt, wenn man seine Träume entdeckt oder anders ausgedrückt: Versteht man seine Träume, kennt man seine Ängste.
Es gibt sehr viele verschiedene Techniken, um luzides Träumen zu erlernen. Die wohl anerkannteste und wissenschaftlich bestätigte Technik ist die von LaBerge entwickelte “MILD Methode” (Mnemonic Induction of Lucid Dreams) und funktioniert nach einem recht einfachen Prinzip. Man wiederholt während des Einschlafens bzw. innerhalb einer Wachphase zwischen zwei Schlafphasen einen bestimmten Satz, welcher das Gehirn förmlich darauf programmiert. LaBerge schlägt folgende Worte vor: “Das nächste Mal, wenn ich träume, will ich daran denken zu erkennen, dass ich träume.” Für die erfolgreiche Anwendung bedarf es einem schmalen Grad zwischen angebrachter Konzentration sowie dem Vermeiden einer zu starren Fixierung auf einen eintretenden Erfolg. Während des Schlafes steigt damit die Chance, zu begreifen, dass man sich innerhalb eines Traumes wiederfindet.
Der Reiz eines luzides Traumes …
… besteht natürlich nicht lediglich in schon erwähnten Selbstheilungszwecken und so drängt sich einem schnell der Verdacht auf, dass viele zukünftige Oneironauten eher das Klarträumen praktizieren wollen, um Dinge zu durchleben, die in der Realität nicht möglich sind. Da es keine Instanz gibt, welche moralische Ansichten in fremden Träumen festlegen kann, spricht auch nichts dagegen. So mag der Sprung in den Tod für manche ein reizvolles Abenteuer sein, dessen einmaligen Versuch man abseits des Bettes intelligenterweise eher vermeidet. Ebenso ist erwiesen, dass sexuelle Aktivitäten ähnliche physiologische Auswirkungen aufweisen können, wie dies in der Realität der Fall ist.
Welche Gründe nun letztendlich ausschlaggebend sind, um sich diesem spannenden Thema zu widmen, liegt bei jedem im eigenen Ermessen. Nicht von sich zuweisen ist jedoch die Tatsache, dass man bei bewusster Wahrnehmung der eigenen Träume zusätzliche Lebenszeit gewinnt. Mit 75 Jahren hat man nach Ansicht von Experten bis zu acht Jahre verträumt. Und was würden manche Menschen für insgesamt acht Jahre geben?
von Tobias Kunz

“Es ist ein unglaublich schönes Gefühl!”
Sophie Sumburane im Interview über ihren ersten Roman

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Sophie Sumburane ist gerade einmal 25 Jahre alt und studiert noch an der Universität Leipzig. Doch im vergangenen Oktober konnte sie schon ihr erstes Buch veröffentlichen. Eine großartige Leistung, die nicht viele in dem Alter erreicht haben. Dieses Buch möchte ich Euch kurz vorstellen.
Eine junge Frau wird vergewaltigt und zum Sterben zurück gelassen. Doch sie überlebt. Janine Anders, Kriminalkommissarin der Leipziger Polizei, begibt sich auf die Suche nach dem Täter. Doch kurz darauf verschwindet die junge Frau aus dem Krankenhaus. Alle Ermittlungen zeigen in eine Richtung, der vermeintlich Schuldige wird verhaftet und verhört. Der Fall scheint klar. Es bleibt nur noch die Frage offen, wohin der Verdächtige das Opfer hingebracht hat. Bis eine weitere Frau vergewaltigt wird und nicht überlebt. Somit ist der ganze Fall wieder offen. Hat Janine Anders etwa die ganze Zeit in die falsche Richtung ermittelt? Wird sie es schaffen, die junge Frau zu finden und den Täter zu fassen?.
Gestörte Verhältnisse: Janine Anders ermittelt ist ein spannender Kriminalroman, in den die Autorin auch ihre Leidenschaft für den afrikanischen Kontinent einfließen lassen hat. Sie hat somit nicht nur ein wirklich fesselndes Buch geschaffen, sondern bringt mit damit auch Probleme und Vorurteile, mit denen sich die afrikanischen Länder auseinandersetzen müssen, in die Diskussion mit ein.
Im folgenden Interview, das im August 2012 entstand, berichtet Sophie Sumburane über die Entstehung ihres ersten Buches und was sie am afrikanischen Kontinent so fasziniert.
Bild: Cesare Stercken, 3Viertel
Frau Sumburane, Sie haben ja schon einige Kurzgeschichten verfasst und am 12. Oktober 2012 erscheint Ihr erster Roman. Und das obwohl Sie erst 25 Jahre alt sind und noch studieren! Was ist das für ein Gefühl, wenn ein so großer Traum in Erfüllung geht?
Es ist ein unglaublich schönes Gefühl! Ich träume diesen Traum seit ich denken kann und habe neben meinem “eigentlichen” beruflichen Fortkommen alles dafür getan, dass ich es schaffe. Umso schöner ist es, dass es nun endlich geklappt hat. Absagen habe ich mittlerweile genug gesammelt.
Erzählen Sie mal: Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe, wie gesagt, schon immer irgendwas geschrieben. Meistens kam ich über eine Seite Schreibmaschinentext nicht hinaus. Da war ich ungefähr zwölf. Mein erstes abgeschlossenes Romanprojekt ist ein Vampirroman. Den habe ich etwa im Alter von 14 bis 17 geschrieben, würde aber nicht behaupten, dass er besonders lesenswert ist. Kurzgeschichten habe ich zwischendurch immer geschrieben. Das sind meistens Momentaufnahmen, von Menschen, die mir begegnet sind. Ich fragte mich: Warum sie so sind, wie sie sind, wie sind sie hierher gekommen, wo gehen sie hin? So habe ich eine Geschichte um sie gesponnen.
Wie der Wunsch entstand, Schriftstellerin zu werden, weiß ich nicht mehr. Ich fand den Beruf schon immer faszinierend und wusste einfach, dass ich das machen möchte.
Cover: fhl Verlag
Ihr Roman “Gestörte Verhältnisse: Janine Anders ermittelt” ist ja ein Kriminalroman. Wie entand die Geschichte hierzu?
In der Geschichte verarbeite ich Probleme, die mir wichtig sind. Vor allem: Vorurteile gegen Afrikaner. HIV und ein wenig Korruption, wenn man das so sagen kann. Das Hauptthema entstand aus einem Satz, den mein Mann mir sagte, kurz nachdem er nach Deutschland gekommen war: “Ihr Deutschen schließt Euch alle ein in Euren Wohnungen.” Und so ist es. Wir wissen nicht, was unsere Nachbarn tun, wie es ihnen geht, was sie bewegt. Ein Fall wie dieser, den ich beschreibe, könnte in jeder Stadt, in jedem Mietshaus in Deutschland passieren.
Ein Kriminalroman ist es geworden, weil ich selbst gern Kriminalromane lese und glaube, dass man in diesem Genre Missstände teilweise besser ansprechen kann als in anderen Genres. Das wird vor allem in meinem zweiten Fall, der im nächsten Jahr erscheint, deutlich werden.
Erzählen Sie uns doch etwas über die Hauptperson Ihres Romans, Janine Anders. Was zeichnet sie aus? Was ist das Besondere an ihr?
Janine Anders ist eine Ordnungsfanatikerin, die ständig ihre wichtigsten Dinge vergisst. Dazu zählt im Laufe des Romans auch ihre eigene Familie. Was sie antreibt, ist der Wunsch, Menschen vor Gräueltaten zu bewahren, da ihr selbst in der Kindheit welche zugestoßen sind. Vielleicht ist sie Kriminalkommissarin geworden, um stellvertretend für ihre eigenen ungesühnten Leiden, die Leiden anderer zu sühnen.
Wie ich gehört habe, hegen Sie eine große Leidenschaft für das südliche Afrika. Hat dies Einfluss auf Ihren Roman genommen?
Ja. Ohne meinen ersten Aufenthalt in Mosambik und die Eindrücke und Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, vor allem auch während weiterer Besuche wäre der Roman nie entstanden. Es wäre eine vollständig andere Geschichte geworden.
Wann sind Sie zum ersten Mal mit diesem Kontinent in Berührung gekommen?
Meine ehemalige Schule, die Eliteschule des Sports “Friedrich Ludwig Jahn” Potsdam, hat zwei Partnerschulen in Mosambik, die mit einem Projekt namens “Running for Help” einmal jährlich finanziell unterstützt werden. Das Geld bringt eine Schülergruppe persönlich in die Schulen. Ich habe Fotos und Berichte der zurückgekehrten Schüler gesehen und war vor allem neugierig. Denn die Bilder und Erzählungen stimmten so gar nicht mit den Fernsehbildern und Fernsehberichten überein, die man im deutschen TV so zusehen bekommt. Und natürlich war es auch der Wunsch, zu helfen. Wir sind im Vorfeld durch Potsdamer Läden gegangen und haben nach Spenden (Malbücher, Stifte, Spielzeug etc.) gefragt. Fast überall haben wir etwas bekommen. Das hat mich beeindruckt. Und umso schöner war es dann, das gesammelte (neben dem Geld) in den Händen der Kinder zu sehen.
Ebenfalls im Oktober erschien im
fhl Verlag die Kriminalliteratur-
Anthologie Stammtischmorde:
9 Leipziger packen aus
, welche
auch zwei Kurzgeschichten von
Sophie Sumburane enthält.
Cover: fhl Verlag
Was fasziniert Sie so an Afrika?
Dass es so ganz anders ist, als das was man im TV sieht, und was man aus Europa kennt. Die Menschen, vor allem die Kinder, erfreuen sich an Dingen, die hier allenfalls in den Spielzeugschrank gestopft würden. Die Kinder dort basteln sich aus alten Dosen und Draht ein Spielzeugauto, sie wissen, wie man sich selbst einen Drachen baut und sind einfach so viel zufriedener, als die im Konsum schwimmenden Kinder hierzulande. Vorausgesetzt, sie haben Eltern, die ihnen täglich zu Essen geben können. Sie sind dankbar für jeden Schultag, jedes bisschen Wissen, das sie erfahren können.
Die Menschen dort haben Träume. Wer kann das hier schon von sich sagen? Sie erzählen von ihren eigentlich unerfüllbaren Träumen mit einem Lächeln im Gesicht, packen die Dinge positiv an und sind unheimlich gastfreundlich. Die Familie meines Mannes hat mich vom ersten Tag an aufgenommen wie eine Tochter.
Alles läuft langsamer und entspannter. Deutsche Hektik ist für die Meisten dort völlig unverständlich.
Natürlich hat der Kontinent, vor allem das subsaharische Afrika, viele Probleme. So, wie die westliche Welt im Moment mit den Ländern umgeht, können diese nur noch größer werden. Aber ich denke, dass man mit kleinen Dingen, kleinen Projekten, die vermeintlich ein Tropfen auf dem heißen Stein sind, viel bewegen kann. Diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht. Eine Investition in die Bildung der Kinder dort und sei es nur ein privates Engagement von hilfsbereiten Einzelpersonen, kann dort viel bewegen. Man kann nicht die Gesamtsituation verbessern, aber die Einzelner. Man darf nicht vergessen, dass in eine Schule um die zweitausend Kinder und mehr gehen. Denen ist allen geholfen, wenn man einer Schule hilft.
Auf den Rest, den man nicht ändern kann, kann man als Schriftsteller zumindest aufmerksam machen, es ansprechen, anklagen, Augen öffnen. Das ist es, was ich will.
Welche Einflüsse gab es neben Ihrer Leidenschaft zu Afrika auf Ihren Roman?
Alles in meinem Leben hat in irgendeiner Form Einfluss. Das eine mehr, das andere weniger.
Wird es weitere Kriminalromane mit Janine Anders als Hauptperson geben?
Ja, der zweite Fall erscheint im nächsten Jahr im fhl Verlag. Janine Anders wird eine fest etablierte Ermittlerin werden, die hoffentlich noch viele Fälle lösen kann.
Wollen Sie die Schriftstellerei zu Ihrem Hauptberuf machen oder werden Sie sie als Nebentätigkeit ausüben?
Ganz klar: hauptberuflich. Das ist schwer, das ist mir klar, vor allem, wenn man in einem kleinen Verlag publiziert. Dennoch ist es ganz klar mein Ziel. Ich hoffe, möglichst viele Leser für meine Botschaft erreichen zu können und wünsche mir den Erfolg für mein Buch. Sonst würde ich das alles sicher nicht in der Form machen.
Vielen Dank für Ihr Interview! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Buchveröffentlichung in den kommenden Wochen!
Text und Fragen von Lea Seefeld

Eine Zugfahrt …

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“Der Platz ist leider schon besetzt”
Schon wieder acht Stunden unterwegs auf den Gleisen Deutschlands. Schlafen und Lernen sind natürlich Dinge, die einem bei so viel zur Verfügung stehender Zeit in den Sinn kommen. Wenn es denn möglich wäre. Denn die Wahrscheinlichkeit, während einer Zugfahrt in Ruhe gelassen zu werden, ist ziemlich gering.
Wenn nicht gerade am anderen Ende des Abteils ein Kind unrhythmisch schreit oder 15-jährige Kicher-Gören ihren neuen Billigkauf von DM durch die dürre Luft jagen. Ja, wenn nicht eben ein agnegeplagter Bube das Rap-Gestammel aus seinem Smartphone laut gestellt hat, so bleibt noch immer die Chance, dass sich einer von den 18 armen Tölpeln, die statistisch betrachtet jede Woche Schienensuizid begehen, sich unbedingt in meinen Fahrplan schmeißen muss. Das ist kein böser Zynismus, tragisch zwar, aber alles habe ich in den letzten 20 Jahren Zugfahrleiden exakt so erlebt. Selbst wenn der harmlose Fall einer zerstörten Oberleitung eintritt, kocht in mir nach Sekunden schon der Hass. Ich avanciere dann feierlich zu einem hervorragenden Freundlichkeitsblocker. Also kann mir jedes Grinsen gestohlen bleiben und nie würde es mir einfallen, mit hochrotem Kopf und hektisch auf und nieder schlagendem Bein jemandem zuzunicken. Apropos ausgetauschte Erfahrungen. Ich stellte mal ein Inserat für eine Bahnmitfahrgelegenheit ins Internet. Innerhalb von acht Stunden hatte ich sechs verschiedene Mitfahrer und bis auf die Tatsache, dass ich erheblich gespart hatte, war ich am Ende der Reise entsetzlich ausgelaugt vom ewigen Smalltalk. So sind doch sämtliche Geschichten von fremden Menschen wie die auf der Zugstrecke verteilten Haltestellen. Sie rauben dir Zeit und wie die Menschen ein- und aussteigen, so verdunsten auch die öden Geschichten. Stolpernd innerhalb der eigenen geheuchelten Aufmerksamkeit. Es ist also völlig in Ordnung wenn meine Mitfahrer die Augen schließen oder in ihrem Buch lesen. Nichts interessiert mich weniger als ihre Erfahrungen.
von Tobias Kunz
Spannende Geschichten
Wieder einmal liegt eine lange Zugfahrt vor mir. Sieben Stunden auf einem harten engen Sitz. Als Zeitvertreib stehen Lernen oder Schlafen zur Auswahl. Die Fahrt beginnt. Doch schon nach der ersten Stunde intensiven Lesens fallen mir schier die Augen zu. Zwei Stunden später wache ich wieder auf. Was nun? Auf Lernen hab ich keine Lust mehr und zum Schlafen bin ich viel zu wach. Auch die immergraue Landschaft des Ruhrgebiets bietet wenig Abwechslung. Also schaue ich mich innerhalb des Zuges ein wenig um. Schließlich will man ja auch wissen, wer einem alles beim Schlafen zugeschaut hat. Und dann kurz hinter Bonn passiert es: Der Zug bleibt stehen. “Wegen eines Schadens an der Oberleitung wird sich unsere Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern.” Na super! Jeder im Zug hat es gehört. Jeder im Zug denkt das gleiche. Hier und dort treffen sich Blicke, man lächelt sich kurz zu und schaut wieder weg. Aber warum? Es denken eh alle das Gleiche und jeder will seinem Ärger Luft machen. Auch in meinem Vierer-Sitz spielt sich diese Szene ab. Doch dann bricht eine ältere Dame das Schweigen und wir fangen ein munteres Gespräch über die Panne an. Schließlich erzählt jeder seine Geschichten, die er auf Zugfahrten erlebt hat. Man tauscht sich gegenseitig über seine Erfahrungen aus. Und dabei kommen echt spannende Geschichten zutage. Als der Zug endlich weiter fährt, stellen wir verblüfft fest, dass wir zwei Stunden stillstanden, ohne es zu merken. Bis zum Ziel in Stuttgart fahre ich mit diesen Fahrgästen und habe eine echt nette, entspannte, abwechslungsreiche Unterhaltung.
Spätestens seit diesen zwei Stunden Wartezeit, in denen ich machtlos auf meinem schmalen, unbequemen Sitz ausharren musste, weiß ich Gespräche mit anderen Fahrgästen während der Fahrt zu schätzen. Es ist völlig in Ordnung, wenn man zwischendurch die Augen zu macht, ein Buch liest oder Arbeit erledigt, die Leute sind einem nicht böse. Aber wenn sich ein Gespräch ergibt, stelle ich jedes Mal fest, wie spannend es sein kann, fremden Menschen zuzuhören und ein bisschen aus ihrem Leben zu erfahren. Und ein ganz großer Vorteil, den solche Gespräche mit sich bringen: Wenn man in der Klemme steckt, kann man sich gegenseitig helfen. Selbst wenn diese Hilfe nur darin besteht, Erfahrungen zu teilen.
von Nina Gerlach

Wörtersuchspiel

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Das Wörtersuchspiel gibt es nur als PDF-Version:

Sudoku

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Das Sudoku gibt es nur als PDF-Version:

Viel Schlaf

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Kein Schlaf
Eigenleben der Lider
Gähnen ersetzt die Atmung
Hervorstechend tiefe Augenränder
Unkontrollierbares Zittern
Schwerkraft besiegt den Kopf
Vergessene Gedanken
Den hellen Tag vervegetiert
Erreicht
Erfahren
Gelernt
Zu spät
Leben und Alltag in der Vergangenheit
Verloren
getrieben Hellwach im Dunkel stehend
Versuchend den versäumten Tag
Zu “retten”
Traumschlaf
Oh Du leichter Schlaf,
wenn Du kommst, dann niemals brav
Du reißt mich raus aus dem Bewusstsein
und führst mich in den Traum hinein
In die Tiefen der Ruhe entlässt du mich nicht,
du hältst mich fest wie der Schatten das Licht.
In deinem Leben leben
Zeit und Raum die keinen Anspruch erheben
Impulsiv kommst Du daher
und hülst dich zugleich in Bedeutungen schwer.
Bedacht machst Du uns das Leben nicht leichter
Unbedacht jedoch um vieles reicher!
Tiefschlaf
Oh Du tiefer Schlaf,
wenn Du kommst dann …
… … … … … …
… … … … … …
… … … … … …
… … … … … …
… verdammt verschlafen!
von Johanna O.

Beim Klang der Gitarre

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Müde legte er den Korpus zur Seite. In seinen Gedanken hallten die letzten Töne eines Flamencos nach. Er war Gitarrenbauer wie auch schon sein Vater vor ihm. Am Ende eines jeden Arbeitstages spielte er mit den Gitarren, welche er gebaut hatte. Er hauchte ihnen Leben ein. Den Klangkörper, auf dem er gerade einen Rhythmus geklopft hatte, legte er behutsam ins Schaufenster. Der Gitarrenbauer verschloss seinen Laden und ging nach oben in seine Wohnung.
Das würde Ärger geben! Joanina war sich sicher, dass ihre Eltern sie ausschimpfen würden. Dabei wollte sie doch nur dem Mann beim Spielen zu hören. Er kannte die schönsten Melodien. Und nun hatte sie sich verlaufen. Ängstlich klammerte sie sich an ihren Stofftiger. Langsam wurde es dunkel in Salamanca. Und Joanina mochte die Dunkelheit nicht.
Das Leben im Dschungel war ganz anders. Das wusste der Tiger aus dem Fernsehen. Sein Alltag war überhaupt nicht so, wie er bei anderen Tigern war. Er konnte nicht durch hohes Gras streifen, nicht mit anderen Tigern herumtollen und sich nicht sein Essen fangen. Nur die Regenzeit gab es auch in seinem Leben. Eben hatte sie wieder angefangen – Joanina weinte. Auch wenn sein Leben nicht tigertypisch war, mochte er das Mädchen. Er durfte mit ihr in der Badewanne plantschen, in einem weichen Bett schlafen und er war garantiert der einzige Tiger, der im Kino gewesen war. Ja, er hatte Joanina gern, auch wenn er sie oft nicht verstand. Warum sie gerade weinte, war ihm ein Rätsel. Und dass sie auch noch rannte, obwohl sie vor Tränen nichts sehen konnte, war dem Tiger noch unerklärlicher.
Das Klirren von Glas ließ Joanina innehalten. Ohne zu wissen, wohin sie rannte, war sie zum Laden des Gitarrenbauers gekommen. Erschrocken blieb sie stehen und drückte sich an eine Hauswand. Vor dem Laden standen zwei dunkle Gestalten und warfen etwas auf die Schaufenster. Es klirrte erneut und die beiden rannten weg. Joanina wusste nicht wieso, aber sie war sich sicher, dass diese beiden Menschen auch Ärger von ihren Eltern bekommen würden. Während sie nach Hause ging, bemerkte das kleine Mädchen nicht, dass es im Gitarrenladen immer heller wurde.
Der Gitarrenbauer maß den Geräuschen auf der Straße wenig Bedeutung zu. Viele Jugendliche in dieser Gegend waren arbeitslos und wussten nichts mit sich anzufangen. Tagsüber waren sie faul, nachts brach sich die angestaute Energie Bahn und sie randalierten. Erst ein Knall veranlasste den Gitarrenbauer, aus dem Fenster zu blicken. Auf der anderen Straßenseite sah er eine kleine Person – ein Kind. Es hielt etwas im Arm, das gelbe Streifen hatte. Bevor er sich fragen konnte, warum dieses Kind dort war, roch er den Brand. Der Gitarrenbauer stolperte die Treppe hinunter und schaute sich panisch um. Der Laden brannte; das Feuer hatte bereits auf das Lager übergegriffen. Hektisch nahm er sein Meisterstück von der Wand, bevor er in den Garten rannte.
Der Tiger saß auf dem Küchentisch und schaute fern. Joanina frühstückte und bot ihm immer mal wieder einen Bissen an. Marmeladenbrot war nicht ganz das gleiche wie eine frischerlegte Gazelle, aber beide Speisen hinterließen rote Flecken im Fell. Der Tiger schlich sich an das Brot heran und stürzte sich mit einem kleinen Sprung auf sein Opfer. Satt und klebrig wandte er sich wieder dem Fernseher zu. Dort liefen nun die regionalen Nachrichten.
“Feuer in Salamanca. Kurz nach Einbruch der Nacht brannte gestern ein Haus in der Nähe der neuen Kathedrale. Der Besitzer entdeckte den Brand kurz nach 22 Uhr und verständigte die Feuerwehr. Dieser gelang es, den Brand einzudämmen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und schätzt den Schaden auf mehrere Tausend. Personen wurden nicht verletzt.”
Es war Sonntag und Joanina ging mit ihren Eltern spazieren. “Spazieren gehen” klang schöner als es tatsächlich war. Statt auf Mauern zu balancieren oder alles Interessante genauer zu betrachten, musste sie an der Hand der Mutter bleiben und brav mit ihr spazieren. Und ihren Stofftiger hatte sich auch nicht mitnehmen dürfen. Warum wollten Erwachsene also einen Spaziergang machen, wo doch alles, was Spaß macht, nicht erlaubt war? “Schau mal, ein Straßenkünstler!”, sagte die Mutter und zeigte auf einen Mann, der eine Gitarre hielt.
Vor den verkohlten Resten seines Ladens saß der Gitarrenbauer und spielte auf dem einzigen Instrument, was er hatte retten können. Viele Passanten warfen ihm Münzen in den Hut und die meisten von ihnen erkannten das Haus aus den Nachrichten wieder. Mit dem Geld wollten sie ihr Mitleid ausdrücken. Ein Mann trat auf den Gitarrenbauer zu und sprach ihn an.
“Und weißt Du, was er ihm gesagt hat?”, Joanina erzählte ihrem Tiger aufgeregt von dem Sonntagsspaziergang. “Er will ihm ganz viel Geld geben. Dann kann er sein Geschäft wieder aufmachen! Und dann … und dann kann ich ihm abends wieder beim Spielen zuhören! Aber Mama wird das bestimmt nicht erlauben …” Bevor sie auf den Gedanken kommen konnte, in Tränen auszubrechen, fing der Tiger an, albern herumzuhampeln. Joanina schaute ihn verwirrt an. Als er jedoch Grimassen zog, musste sie lachen. Und die Problematik des Gitarrenbauers war vergessen. Ob es wohl Tiger gibt, die als Clown arbeiten, fragte sich der Stofftiger. Immerhin konnte er Joanina zum Lachen bringen, vielleicht war er ja geeignet.
Zufrieden betrachtete er seinen Lehrling. Der Junge machte sich gut und stellte sich geschickt mit den Werkzeugen an. Der Herr von der Bank hatte dem Gitarrenbauer schnell zu einem Kredit verholfen. Zunächst war dieser skeptisch, ob es so ein Darlehen überhaupt zurückzahlen konnte. So machte ihm der Bankangestellte den Vorschlag, selbst die Hälfte zurückzuzahlen, wenn sein Sohn eine Ausbildung beim Gitarrenbauer bekomme. Genau dieser Lehrling erwies sich als geeigneter Schüler und stellte seinen Meister zufrieden. “Wenn Dein erstes Lehrjahr rum ist, geben wir ein Fest. Du zeigst Dein Können und ich, dass ich mich nicht unterkriegen lasse.” Den letzten Teil des Satzes murmelte der Gitarrenbauer mehr zu sich selbst.
Joaninas Augen wurden groß, als sie den bunt geschmückten Hof sah. Auf Bänken saßen Menschen, die sich unterhielten oder den Musikern lauschten. An der einen Seite gab es einen langen Tisch mit ganz vielen Speisen, auf der anderen konnte man Gitarren bestaunen. In der Mitte des Platzes saßen Salamancas beste Flamencospieler und gaben Kostproben ihres Könnens.
Der Tiger mochte Partys. Vielleicht konnte ihn Joanina ja mal zum Büffet tragen. Irgendwie hatte er spontan Hunger bekommen. Ein unangenehmes Kribbeln lief dem Tiger durch sein Fell – er fühlte sich beobachtet. Komisch, hier kennt mich doch niemand, dachte er sich, vielleicht gefallen ja auch jemandem nur meine Streifen. In der Tat hatte dieser Stofftiger besonders schöne Streifen.
Der Gitarrenbauer ließ seinen Blick über die Besucher in seinem Hof gleiten. Der Menschenmenge nach zu urteilen, war halb Salamanca gekommen. Er war zufrieden, mit sich, seinem Lehrling, seinen Geschäften und seinem Geschäft. Im Gesamten betrachtet lief sein Leben besser als vor dem Brand. Dennoch nahm er den Brandanschlag auf seinen Laden persönlich und hegte Rachegelüste gegen den unbekannten Verursacher. Ein Mädchen fiel ihm ins Auge. Sie hatte einen Stofftiger im Arm. Wo hatte er sie schon einmal gesehen? War sie nicht in der Nacht vor etwa einem Jahr …?
Joanina ging zu dem Jugendlichen rüber, von dem sie nicht wusste, dass er der neue Lehrling war. Er stand neben dem Gitarrenbauer auf einem kleinen Podest. Der Gitarrenbauer wollte wohl etwas sagen, denn alle waren schon still geworden und schauten ihn an. Doch sie musste vorher noch eine Frage stellen. “Duhu?”, sie zupfte am Ärmel des Lehrlings, “sag mal, warum hast du damals den Laden kaputt gemacht?”
von Cathy Wasic

Ein zamonischer Speiseplan

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Cover: Piper
Im August 2007 erschien ein weiterer Fantasy-Roman des deutschen Autors Walter Moers. Mit dem Schrecksenmeister erschien der fünfte der Zamonien Romane, die der Autor für die fiktive Figur des Hildegunst von Mythenmetz übersetzt hat.
Der Roman verspricht ein kulinarisches Märchen zu sein. Speisen in den abgedrehtesten Variationen und Zusammensetzungen verführen den Leser.
Der Schrecksenmeister spielt in Sledwaya, einer Stadt Zamoniens. Dort verliert das Krätzchen (eine Anspielung auf Kätzchen) namens Echo seine Besitzerin. Da Echo bei den Bewohnern der Stadt keine Unterstützung findet, droht ihm der Hungertod. Und in seiner Not lässt er sich auf einen teuflischen Pakt mit dem Schrecksenmeister ein. Der Deal erinnert ein wenig an eine abgedrehte Mischung aus Hänsel und Gretel und Süskinds Parfüm.
Der Schrecksenmeister füttert Echo mit den ausgefallensten Leckereien, um ihn zu mästen, und weist ihn in die Geheimnisse der Alchemie ein. Dieses Wissen will er konservieren, denn wenn er Echos Fett ausgekocht hat, ist in diesem auch sämtliches Wissen von der Kratze enthalten. Jedoch hat der Schrecksenmeister nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet – vor allem nicht mit seinen neuen Freunden, der letzten Schreckse von Sledwaya, dem Einäugigen Schuhu, den Ledermäusen und einem Gekochten Gespenst gelingt es ihm.
Natürlich geht es auch um Liebe, Liebeskummer und unerwartete Schicksale – Walter Mörs macht auch die Frauenwelt glücklich.
Auch wenn es sich bei dem Schrecksenmeister meiner Meinung nach nicht um das beste Moers-Werk handelt (das ist m. E. Die 13 1/2 Leben des Käptain Blaubär), so sind es 382 absolut lesenswerte Seiten. Unfassbar, wie eine Fantasiewelt so manch philosophischen Gedanken aufkeimen lässt.
Walter Moers: Der Schrecksenmeister
Signatur: 383 623
von Carola Hofmann

Das Unfassbare blieb unfassbar

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Cover: Wallstein
Der Völkermord in Ruanda, bei dem die Kurzen an 100 Tagen mehr als 800.000 Lange ermordeten, erschütterte die Weltöffentlichkeit. Denn dieses Jahrhundertverbrechen wurde weder durch eine gezielte Militärintervention, noch durch die Blauhelme verhindert. Der prämierte Dramatiker Lukas Bärfuss presste das Unfassbare in den etwa 200 Seiten starken Roman Hundert Tage.
Der schweizerische Entwicklungshelfer David erlebte die Grauen des Völkermordes hautnah und berichtete nach seiner Rückkehr in die Heimat einem Journalisten, einem ehemaligen Schulkameraden. Anstatt mit den anderen europäischen Ausländern bei der Eskalation des Konflikts zu fliehen, versteckte er sich in seinem Haus und ließ sich von seinen Angestellten mit dem Notwendigsten versorgen.
Natürlich ist der Grund für sein Bleiben eine Frau – die schöne, aber unfassbare Agathe, Tochter aus gutem Hause, die dem provinziellen Kigali, der Hauptstadt Ruandas entfliehen möchte. Am besten mit einem gut situierten Europäer natürlich. Diese Liebelei beherrscht den Plot jedoch nur an der Oberfläche, um das Bleiben Davids zu erklären, aber letztendlich ad absurdum zu führen.
Vielmehr geht es um die chronische Unterentwicklung des Landes, die tiefe Feindschaft der beiden Volksgruppen und die Maske der gleichmütigen und duldsamen Freundlichkeit der Kurzen, unter der sich das Grauen verbarg. Die Motivationen konnten nicht durchdrungen werden, das Unfassbare bleibt unfassbar, ähnlich den Aufarbeitungen der Schoah.
Lukas Bärfuss: Hundert Tage
Signatur: CQYb 1452 = 389 617
von Katharina Debbeler

Wie geht Erwachsensein?

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Cover: S. Fischer Verlag
Sarah Kuttner dürfte allen bekannt sein aus den Medien, besonders aus ihrer Zeit als VIVA-Moderatorin. Neben ihren literarischen Veröffentlichungen in der Süddeutschen Zeitung und im Musikexpress hat sie 2009 ihr belletristisches Erstlingswerk Mängelexemplar veröffentlicht. Hierbei hat sie sich den Erfahrungen aus ihrem Bekanntenkreis zum Thema Depression gewidmet. 2011 erschien dann ihr zweiter Roman Wachstumsschmerz. Sarah Kuttner beschreibt hier in einer wunderbar schnörkellosen Art über die Generation des “Alles kann – nichts muss”; über Menschen die sich mit Zukunftsängsten, Langeweile, Identitätsverwirrungen und Orientierungslosigkeit anöden und irgendwie überfordert sind mit dem längst überfälligen Erwachsensein.
Luise und Flo, die Protagonisten des Romans, versuchen der Quarterlife-Crisis mit einer gemeinsamen Wohnung zu begegnen, nicht weil sie unbedingt wollen, eher weil sie meinen, zu müssen. Und sie ziehen auch zusammen, weil es von ihnen als Liebende erwartet wird, zusammen zu ziehen. Denn irgendwie gehört das doch zum Erwachsensein dazu, bei einem der drei großen Schritte (gemeinsame Wohnung, Heirat, Kinder) anzufangen. Dabei wollen sie ihr Zusammenleben als Manifestierung des Erwachsenseins sichtbar werden lassen. Im Verlauf des Zusammenlebens wird klar, dass sie mehr erwachsen „spielen“, als es zu sein.
Ob sie am Ende des Romans erwachsen sind und ihre Krise überwunden haben, könnt Ihr in dem Buch Wachstumsschmerz aus unserer Uni-Bibo nachlesen.
Viel Spaß dabei!
Sarah Kuttner: Wachstumsschmerz
Signatur: 430 393
von Lena Bischoff

Sieh die Welt mal anders …

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Cover: S. Fischer Verlag
Carlos Castaneda, bekannter und zweifelhaft betrachteter Anthropologe, beschreibt in Reise nach Ixtlan seine außergewöhnlichen Erfahrungen mit seinem indianischen Lehrmeister Don Juan.
Das große Ziel der Lehren beinhaltet die Kunst, die “Welt anzuhalten”, ihre Begebenheiten in völlig neuem Licht zu betrachten und zu sehen, was sie offenbart, wenn man von all den seit Kindheitstagen vorgefertigten Definitionen ablässt, die unsere starre Wahrnehmung der alltäglichen Dinge in der westlichen Zivilisation beschreiben.
In den 70ern hat man sich wohl gefragt, ob die aufblühende Esoterik in der Gesellschaft nun in wissenschaftlich gerechtfertigtem Licht erblühen darf oder ob Castaneda hier doch nur schön formulierten Unsinn auftischt. So ist das Krächzen einer Krähe weniger Zufall, sondern mehr Zustimmung für oder Ablehnung gegen gewisse Handlungen und auch der Wind kann den richtigen Weg weisen.
Es werden bombastische Visionen innerhalb wundersamer Naturschauspiele beschrieben, die unter drogenfreien veränderten Bewusstseinszuständen wahrgenommen werden. So ist die Welt, wie wir sie kennen, lediglich eine Art altmodische Matrix, die auf klischeehafte Indianermanier Stück für Stück gelüftet wird.
Was bleibt, ist hoffentlich der offene Mund des Lesers. Vielleicht vor Staunen, eventuell vor Lachen, aber sicher durch große Unterhaltung. Ob erfunden oder tatsächlich erlebt, man wird dem Geschehen etwas abgewinnen können. Denn mag man auch nicht alles für bare Münze nehmen, fühlt man sich nach Beendigung der Lektüre doch dem eigenen Körper und der eigenen Umwelt ein Stück näher und vertrauter. Vielleicht meint der eine oder andere ja auch zu erkennen, dass mehr Energien in und um uns stecken, als die eigenen rostenden Knochen uns vermuten lassen.
Carlos Castaneda: Reise nach Ixtlan – Die Lehre des Don Juan
Signatur: 18 084
von Tobias Kunz

Bist Du geizig?

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Selbst Saturn hat mittlerweile eingesehen, dass Geiz nicht wirklich geil ist. In österreich wird der Slogan zwar noch verwendet, aber österreicher sind ja meistens auch oberlippenbärtige Dirndlträger, die von Bergen herab jodeln. Oder auch nicht. Naja, wie auch immer. Bist Du geizig? Hier kannst Du es herausfinden. Für jede Aussage, der Du zustimmst, gibt es einen Punkt.
von Stefan Hirsch
Ich weiß centgenau, was ein Liter Benzin, eine Tasse Kaffee im Bistro und mein Internet-Anschluss kosten.

Wenn ich feiern gehe, treffe ich mich mit ein paar Freunden zum Vortrinken. Ich bringe die Cola mit, mein Kumpel den Whiskey.

Cocktails sollten vor allem billig sein und ordentlich knallen.

Wenn ich mit meiner Freundin am Valentinstag essen gehe, zahlt jeder für sich.

Ich sage der Kellnerin, dass ich nicht zufrieden war. So bekomme ich was erlassen und habe außerdem einen Grund, kein Trinkgeld zu geben.

Wenn mich jemand nach Feuer und Zigarette fragt, antworte ich: "Aber rauchen kannst Du selber?"

Leute, die vor dem Einkaufen Prospekte mit Sonderangeboten vergleichen, finde ich sympathisch.

Bei Two and a Half Men ist Alan meine Lieblingsfigur.

Ich schmuggle Butterstullen ins Kino. /span>

Urlaub mache ich am liebsten dort, wo man gefälschte Markenklamotten kaufen kann.

Ich weiß, dass KiK ein Akronym für "Kunde ist König" ist.

Das sprechende T-Shirt aus der KiK-Werbung hat eine sexy Stimme.

Zum Jahrestag schenke ich meiner Freundin Unterwäsche von KiK.

Die KiK-Verkäuferin kennt mich bereits.

Aber sie mag mich nicht, weil ich stets versuche, um den Preis zu feilschen.

Bevor ich eine weite Strecke fahre, suche ich bei mitfahrgelegenheiten.de nach Beifahrern, in meinen Renault Twingo passen fünf Personen und ein Schäferhund.

Preise, die mir hoch vorkommen, rechne ich zur Sicherheit nochmal in D-Mark um.

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.

Meine Freunde bezeichnen mich doch nur als geizig, weil sie neidisch auf meinen Kontostand sind.

Das beste an der uniVista: Sie ist kostenlos.


Spielt draußen, Kinder!

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Unsere WG hat herausgefunden, dass sie auf gewisse Weise unsterblich ist, da Kunststoff so gut wie nicht verrottet. Um dem Leben dennoch nicht den Pep zu nehmen, hat man sich in letzter Zeit ausgesuchten Trends verschrieben. Geochaching, Planking, Röhrenjeans! Ihr kennt Geocaching, oder? Eine Art GPS-Schnitzeljagd. Ganz amüsant eigentlich im Gegensatz zum skurril anmutenden Planking: Einfach starr irgendwo hinlegen, die Arme eng am Körper halten, ein Foto machen lassen und – ja natürlich – posten.

Die ersten beiden verloren schnell den Spaß an der ganzen Show und suchen derweil Beeren im Wald. Hannah und Hannes, deren Namen von Ausgabe zu Ausgabe variieren, sind aber voll bei der Sache und haben den Spaß ihres Lebens.

Das Schöne am Geocachen ist ja, dass man sich schon über wirklich kleine Dinge freut und es im Allgemeinen auch gar nicht um die Fundstücke als solche geht, sondern um den Weg zu ihnen. Was ein QR-Code ist, muss ich Euch jetzt nicht im Ernst auch noch erklären, oder? Ich bin Truden, nicht Duden.

Während Hannah abseits Eures Blickwinkels irgendwo am Planken ist, hat Hannes den nächsten Schatz gefunden: ein erschrockenes Model. Der Rest der WG ist indessen noch immer dabei, Beeren und bekömmliches Heidekraut zu sammeln, um das heutige Abendessen und somit die allgemein ausgelassene und generelle unbeschwerte Stimmung zu sichern.

Text, Bilder, Kulisse & Macke:Carolin Makus

Was für Praktikumserfahrungen hast Du gemacht?

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Das Praktikum hat mir die Realität eröffnet.
K.
Nachts und in der Theorie sind alle Katzen grau, erst wenn man das Ganze dann machen muss, dann werden die Unterschiede sichtbar!
Karo
Ich lass mir Balu & Du als Praktikum anrechnen. Das Projekt ist zwar anstrengend, aber auch sehr bereichernd!
Kristin
Das Praktikum war auf jeden Fall eine Bereicherung!
Sandra
Mein Praktikum ist keine Antwort wert.
Tobi
Teilweise war ich überfordert, weil ich Dinge erledigen musste, die mir einfach aufgedrückt wurden. Aber das hat mir einen immensen Selbstbewusstseinsschub gegeben.
Jemima
Es kann so oder so laufen, aber man hat immer was davon!
Lea
Kommunikation ist alles! Und das andere Alles sind die Kontakte!
Caro
Die Frage stellte Carola Hofmann

Ersti-Spezial 2012 (PDF-Version)

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PDF-Version dieser Ausgabe:

Willkommen in Vechta!
Die nehmen hier fast jeden

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Foto: Alexander Dressler
“Bewerben Sie sich in Vechta, die nehmen fast jeden”, sagte der Studienberater mit nachdenklichem Blick auf mein Abiturzeugnis. Klar, Vechta. Nie gehört. Sechs Wochen und unzählige Absagen später sollte sich das ändern.
Kommilitonen, mit denen ich mich in den ersten Wochen unterhielt, ging es ganz ähnlich. “Eigentlich wollte ich ja nach …, aber der N.C.”, hörte man immer wieder. So richtig freiwillig hatte sich kaum jemand fürs norddeutsche Outback entschieden. Schlechte Abiturienten kommen nach Vechta, gute überall hin. Naja.
Und jetzt? Anfangs musste ich mich ziemlich umstellen. Als Mountainbiker vermisste ich die Berge. Und ja, mir fehlte die Innenstadt. Ich komme aus Braunschweig, das ist schon nicht gerade New York. Aber immerhin bekommt man dort nicht nur, was man braucht, man hat sogar Auswahl. Und hier? Die Große Straße, die in jeder größeren Stadt vermutlich Kleine Straße heißen würde mit ihren paar Geschäften links und rechts, das war’s. Nachts fahren dort getunte Golf GTI mit Schalldruckantrieb auf und ab, Atzenmusik versus Mickie Krause versus Sportauspuff. Jaja, bei uns auf dem Lande ist die Welt noch in Ordnung.
Aber irgendwie war ich ja nie so der Großstadt-Checker, und wenn man die richtigen Leute findet, gefällt’s einem sowieso überall. Ich habe ziemlich gute Freunde kennengelernt, war auf lauten und schmutzigen Partys und habe Theater gespielt. Ja, man kann in Vechta Spaß haben, ob mehr oder weniger als woanders, weiß ich nicht, ist mir auch egal, ich bin gerne hier.
Im ersten Semester war ich bloß von Montagmorgen bis Donnerstagnachmittag Vechteraner, bin jedes Wochenende nach Hause gefahren. Mittlerweile ist mein zu Hause hier. Vechta und ich haben uns aneinander gewöhnt.
Ob ein Lehramtsstudium an anderen, größeren Unis anders ist? Nicht wirklich, oder? Abgesehen von Verbindungsstudenten – statt denen gibt es glückliche Schweine auf saftigen Wiesen – bietet die Uni Vechta alles, was andere Hochschulen auch haben. Klausurenstress und überfüllte Hörsäle inklusive.
Ja, die Uni ist klein. Aber das heißt auch, sie ist überschaubar, Entscheidungsträger sind erreichbar. Will man ein Campusmagazin gründen, wird man dabei unterstützt, erhält Redaktionsraum, Postfach und Druckkostenzuschuss.
Irgendwann wird das Studium geschafft und die Zeit hier vorbei sein. Dann werde ich einerseits froh sein, dass es weiter geht, andererseits wahrscheinlich auch traurig, mein derzeitiges Leben hinter mir zu lassen. Ich bin mir jedenfalls sicher: Auch Lehrer, die in Vechta studiert haben, werden später ihre Schülern mit Geschichten aus der wilden Studentenzeit nerven.
von Stefan Hirsch

Neues Semester, neues Ich!

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Bild: © Gerd Altmann (pixelio.de)
Bearbeitung: Alexander Dressler
Neulich in der NordWestBahn von Osnabrück nach Vechta habe ich wieder eine sogenannte “Teilzeitpendlerin” kennengelernt. Nein, die allwöchentlichen Unipartys seien ihr fremd, da der Stundenplan es zulasse, nur bis Mittwoch in der Kleinstadt Vechta zu bleiben. Sobald die letzte Vorlesung abgesessen sei, gehe es wieder nach Hause, in Richtung Westen, Süden, Norden, Osten wo auch immer die Heimat sein mag. Vier Tage die Woche grüßt dann wieder die Parallelwelt, fernab von Campusgetratsche, Studentenpartys und Mensaessen. Bei Mutti schmeckt es doch immer noch am Besten!
Lässt man sich allerdings tatsächlich voll und ganz auf das Unileben ein, kann man schon ganz schöne Entscheidungsschwierigkeiten bekommen. Fakt ist: man verpasst immer etwas. Die Frage ist nur, WAS?
In der “Ersti-Woche” fängt der Entscheidungsstress durch den “Markt der Möglichkeiten” schon an. Die gutgemeinte Auswahl an freizeitgebundene Aktivitäten kann neben dem Erkunden des Campus, der Suche nach geeigneten Gleichgesinnten und dem Aufstellen des ersten Studienplanes ganz schön für Überforderungen sorgen.
Die Frage ist, wer möchte ich im Unileben sein, was interessiert mich, wonach richte ich meine Entscheidungen? Möglichkeiten hat man viele, das steht fest. Plane ich für die Zukunft und engagiere ich mich hochschulpolitisch, trete z. B. einem Fachrat bei. Vielleicht nutze ich auch das umfangreiche Sportprogramm, um Bekanntschaften zu intensivieren und mich selber in Form zu halten. Oder gehe ich doch lieber meinen Neigungen nach, indem ich mich den Studentenreitern, den UNIted in Christ Mitgliedern oder den schreibebegeisterten uniVista-Mitwirkenden anschließe.
Vielleicht muss aber auch das große Geld her und ich nehme neben zahlreichen anderen Jobs auch noch eine Tutorenstelle an. Nehme ich jede Uniparty mit oder verbringe ich doch lieber einen gemütlichen Kochabend unter Freunden. Ach ja und einen Auslandsaufenthalt wollte ich doch auch noch machen. Der gehört heute praktisch so zum Lebenslauf, wie das eigene Geburtsdatum. Nicht zu vergessen die Prüfungen, die man ganz nebenbei bestehen sollte. Und ständig erwarten alle, dass man immer so schön ausgeglichen und entspannt ist.
Am Schlimmsten ist die Sommerzeit, wo der “Terror an Möglichkeiten” sich gefühlsmäßig verdoppelt. Fällt der Sommer nicht gerade ins Wasser “muss” man ständig grillen und wird von jedem Fachrat dazu eingeladen, was den Sportkonsum aufgrund des zu sich genommenen Fleisches auch noch mal erhöhen sollte. Nein, bei schönem Wetter darf man nicht zu Hause vor dem Fernseher sitzen, sondern muss auch wirklich alle Sonnenstrahlen und angebotenen Freizeitaktivitäten mitnehmen. Der “Markt der Möglichkeiten” spiegelt sich auch in unserer Gesellschaft wieder. Auch bekannt als ein Pluralismus der Lebenslagen. Die Welt wird komplexer, man kann alles machen, jeder sein, der man gerne sein möchte. Und neben den zahlreichen selbst gewählten Ausbildungen, Studiengängen, Bekanntschaften, nachgegangenen Interessen, Leidenschaften, betriebenem Konsum muss einem immer noch genügend Zeit bleiben ausgeglichen zu sein und nicht womöglich an einem Burn-Out zu erkranken.
Bleibt nur noch die Frage offen: Wäre das Leben einfacher, müsste man keine Entscheidungen treffen, weil es gar keine Alternativen gäbe? Wohl kaum, denn dann wäre das Leben doch viel uninteressanter, langweiliger und eintöniger.
Viel Spaß beim Ausprobieren, Herumexperimentieren und Herausfinden der eigenen Vorlieben und Möglichkeiten, welche die Studienzeit mit sich bringen. Wer die Wahl hat, hat die Qual!
von Ina Bushuven

Ein Wirrwarr an Buchstaben
Auf der Suche nach den Wurzeln der Universität

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Bild: Universität Vechta, Carsten Wiese
Bearbeitung: Alexander Dressler
Ihr blickt in Euren Studienplaner und entdeckt eine Vielzahl an Gebäuden – unterschieden durch Buchstaben. Doch fällt Euch nach einigen Sekunden auf, dass laut Alphabet einige fehlen. Was war da los? Gibt es diese Gebäude nicht oder sind sie nur nicht sichtbar? Sind sie uninteressant? Steckt in den vorhandenen Buchstaben ein tieferer Sinn?
All diesen Fragen sind wir auf den Grund gegangen und präsentieren Euch nun die Antworten darauf in diesem speziellen Uni-Gebäude-Alphabet.
A: Der A-Trakt gehörte früher zu den Lehranstalten der Universität Göttingen, die damals noch mit der Hochschule Vechta zusammenhing.
B: Der B-Trakt war und ist im Prinzip nur der B1 Hörsaal und der Flur davor.
C: Früher gehörten zum C-Trakt die Schwimmhalle sowie einige Sport- und Seminarräume, die nun alle zum S-Gebäude zählen.
CA: Im CA-Container hinter dem D-Gebäude ist u. a. die Fahrradwerkstatt untergebracht.
CF: Zwischen E-Trakt und S-Gebäude steht der CF-Container, in dem sich Räumlichkeiten der Fachräte befinden.
CN: Die Räume CN1 bis CN3 lassen sich im Container zwischen N-Gebäude (darum auch CN) und Schotterparkplatz finden. uniVista ist in CN2 untergebracht.
D: Im D-Gebäude findet man u. a. den AStA
E: Der E-Trakt stellt den Bereich zwischen dem S-Gebäude und F-Trakt dar, wo sich kleinere Seminarräume, die Computerräume, das Präsidium, das KIZ (Kommunikations- und Informationszentrum), der IT-Support, das AVMZ (Audiovisuelles Medienzentrum) sowie das Gleichstellungsbüro befinden.
F: Im F-Trakt sind oben die große und kleine Aula und unten die Räume der Musikstudenten sowie Seminar- und Dienstzimmer beheimatet.
G: Der Buchstabe wurde zwei Mal im Laufe der Universitätsgeschichte vergeben. Bis 1983 war das G-Gebäude eine Anmietung in der Graf-von-Galen-Straße und überwiegend mit Personalräumen und einem Teil der Bibliothek gefüllt, bis diese Dinge am Campus ihren Platz fanden. Von 1999 bis 2005 fand sich ein neues G-Gebäude: Interessanterweise eines in der Oldenburger Straße, das ja eigentlich besser den noch nicht vergeben Buchstaben O hätte bekommen können. In diesem G-Gebäude befanden sich Räume der Mathematik und des Sachunterrichts sowie die Umweltwissenschaften, die nach Osnabrück gingen.
H: Im H-Gebäude befinden sich Diensträume der Arbeitsbereiche Pädagogische Psychologie und Erziehungswissenschaft. Es liegt in der Burgstraße 18. Bis 1997 diente das Gebäude als Finanzamt. Seitdem wird es von dem Amtsgericht und der Uni genutzt.
I: Das I-Gebäude gibt es, aus der Ähnlichkeit mit dem Buchstaben J heraus, nicht.
J: Das J-Gebäude liegt in Füchtel (Füchteler Str. 72) und hätte wohl passender den Buchstaben F bekommen können. Das Gymnasium St. Thomas Kolleg hat hierfür ein Teil ihres Gebäude an die Uni vermietet. Hier findet man einige Seminarräume.
K: Das K-Gebäude hängt mit dem W-Gebäude zusammen und steht für "Werken und Kunst".
L: Das L-Gebäude ist schlicht und einfach unsere Library (= Bibliothek).
M: Im M-Gebäude befinden sich im Vorderbereich die Mensa einschließlich dem Bistro und im hinteren Bereich das BAföG-Amt und die psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks (PSB).
N: Im N-Gebäude findet man die Germanisten und Theologen.
O: Das O-Gebäude gibt es nicht.
P: Das P-Gebäude ist offiziell nicht mehr verzeichnet, obwohl an dem Gebäude noch der Buchstabe angebracht ist.
Q: Nach 2jähriger Bauphase soll das neue Gebäude am 17. Oktober 2012 eröffnet werden, in dem sich zwei Hörsäle und mehrere Seminarräume befinden.
R: In den Räumen des R-Gebäudes war bis 2005 die katholischen Fachhochschule beheimatet und beinhaltet heute einige Räume der Sozialen Arbeit und des IfG, das Immatrikulationsamt, das International Office, den Servicepoint, das StudierendenServiceCenter und die Caféte. Im hinteren Teil befand sich bis 2010 noch ein Mädchenwohnheim. Demnächst soll dahinter mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen werden.
S: Das S-Gebäude ist ganz einfach das Sportgebäude und beheimatet im forderen Bereich das IGK.
T: Dieses Gebäude ist das Metropol-Theater und ehemalige Kino (Ecke Kolpingstraße / Neuer Markt – Kolpingstraße 27). Während früher Räume des oberen Stockwerks für Fallwerkstätten benutzt wurden, finden seit der Einstellung der Kinobetriebs Vorlesungen in den Sälen stand. Auch die Studentenbühne der Uni soll dort demnächst ihre neue Heimat finden.
U: Das U-Gebäude ist das ISPA-Gebäude und beinhaltet Seminar- und Büroräume.
V: Das V-Gebäude ist das Veredelungsinstitut der Universität Göttingen.
W: siehe K-Gebäude.
X: Das X-Gebäude enthält Büroräume des IfD und liegt am Kreuzweg 3-5. X steht für Kreuz.
Y: Dieses Gebäude ist Teil des Katasteramtes (Neuer Markt 14), befindet sich beim Bahnhof Vechtas und beinhaltet Dienstzimmer.
Z: Hier befindet sich der zentrale Infopoint (Haupteingang).
Mehr Informationen zur Belegung der einzelnen Gebäude und die genaue Bezeichnung aller Institute und Einrichtungen der Uni erhaltet Ihr in Eurem Studienplaner und unter www.uni-vechta.de.
Dieser Artikel ist mit freundlicher Unterstützung von Herrn Thilo Haake, Herrn Wolfgang Brinker, Herrn Carsten Wiese und Herrn Gunter Geduldig entstanden.
von Jenniffer Malenz
ergänzt durch Alexander Dressler

Ersti-Tipps

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Nun beginnt wohl der Ernst des Lebens … oder die längste Party der Welt. Wie auch immer Du Dein Studium gestalten wirst, um ein paar grundsätzliche Themen wird auch der hartgesottenste Ersti nicht herumkommen. Damit Du nicht völlig verzweifelst, bevor Du Dein eigenes System entwickelt hast, haben wir für Dich die besten Tipps für die ersten Wochen zusammengestellt.
Stundenplan
Gehe nicht davon aus, dass Dein Stundenplan, Dein Raumplan oder überhaupt ein getätigter Plan von Dir in den ersten Wochen so bleibt, wie er war. Grundsätzlich ist erstmal alles offen und Du solltest es mit Humor nehmen. In den meisten Fällen relativiert sich das Chaos spätestens in der dritten Woche. Gönn‘ Dir lieber einen leckeren Kaffee im Bistro oder der Caféte, glaub mir, dabei wirst Du schnell Deinesgleichen finden.
Seminare
Auch an einer Universität ist Mitarbeit gefragt. Daher heißt es: Vorbereitung ist alles. Sollte diese eher dürftig ausgefallen sein und einschlägige Suchmaschinen sind Dir auch keine Hilfe mehr, heißt es Verstecken. Zunächst gilt: Wenn Du eh schon keine Ahnung hast, Klappe halten. Schamloses Plappern mit dem Nachbarn oder schadenfrohes Kichern, wenn es Dich nicht erwischt haben sollte, werden Dich zwangsläufig auf die Abschussliste bringen. Auch Gähnen empfiehlt sich, ob in leiser oder lauter Form, ganz und gar nicht. Die Kleidung mit Bedacht aussuchen: Der handgestrickte Ernie-Pullover ist eine wirklich tolle Sache, doch lenkt er zwangsläufig die Blicke auf Dich. „Du da in bunt gestreift …”, könnte die Folge sein. Von daher heißt es an solchen Tagen: Weniger ist einfach mehr.
Mensa
Gerade in den ersten Wochen nach Semesterbeginn solltest Du kein Seminar in der Mittagszeit besuchen, Dir einen Sturzhelm für die Schlacht an der Ausgabe anschaffen oder am besten Vegetarier werden. Ansonsten können wir Dir nur raten: Geduld und evtl. ein Pausenbrot für die Wartezeit. Letztendlich wirst Du mit einer großen Auswahl leckerer Menüs belohnt, weswegen sich das Warten durchaus lohnen wird. Innerhalb der Mensa solltest Du Folgendes beachten: Überlege Dir schon auf dem Weg genau, was Du essen willst. Verzichte auf Komponenten, wenn Du bereits an ihnen vorbei bist. Dein Hintermann wird sonst zwangsläufig Dein Tablett rammen und dann überholen. Du wirst den Anschluss an Deine Freunde verpassen und letztlich alleine dastehen. Und allein schmeckt das Essen nie! Gut, vielleicht etwas übertrieben, aber „Im-Weg-Rumsteher” nerven einfach. Punkt!
Verwaltung
Rechne grundsätzlich nie damit, dass Dinge einen einfachen Ablauf haben. Wenn Du einen einfachen Ablauf möchtest, geh zur Bundeswehr! An einer Hochschule ist mitdenken gefordert. Grundsätzlich gilt: Egal was du möchtest, Du wirst es kaum an diesem Tag bekommen. Zunächst ist es ratsam, Dich per E-Mail vorher anzumelden. Benutze dafür bitte Deine hochschulinterne Adresse: Auf geilesstück@web.de wirst Du sehr wahrscheinlich nie eine Antwort erhalten. Sollte es dennoch fehlschlagen, wende Dich persönlich an die jeweiligen Stellen. Grundsätzlich gilt auch hier: Freundlichkeit ist alles. Da unsere Verwaltung an manchen Stellen schlichtweg überlastet ist, ist sie auch erstmal für nichts zuständig. Bleibe hart. Formuliere Deine Frage erneut. Betone dabei die Wichtigkeit deines Anliegens, aber vergewissere Dich im Voraus, ob Du die Frage nicht auch hättest selbst beantworten können (Lesen der Prüfungsordnung, Frage an den Dozenten, Zuhören in der Veranstaltung). Gerade während der Prüfungszeit halten solche Anfragen den Betrieb unnötig auf. Solltest Du Dir sicher sein, dass Du im Recht bist, vertrete Dein Recht. Sollte dennoch nichts fruchten, hast Du unseren Segen, mit der Faust ordentlich auf den Tisch zu hauen. Mitunter wirst Du jedoch feststellen, dass dies nur an den seltensten Stellen notwendig sein wird.
Alles in allem heißt es: Humor bewahren. Letztendlich ist hier noch keiner unter die Räder gekommen. Darüber hinaus freue Dich jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn Du dann diese weisen Worte an Deine Nachfolger richten kannst. Viel Spaß und ein erfolgreiches Studium wünscht Dir Dein uniVista-Team!
von Britta Simon

Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Universität gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Du Deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in Deinem Sinne mitzugestalten, kannst Du Dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet Euch an Euren Fachrat.
Studentenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das StuPa kümmert sich um Belange, welche die gesamte Studentenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studentenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studentenschaft.
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem Du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studentenparlament nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studentenschaft. Informationen zum Unialltag und die Sprechzeiten der Referenten findet Ihr auf der AStA Website. (www.asta-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Uniseite. (www.uni-vechta.de)
von Stefanie Bruns
Auch bei Demos kannst Du Deiner Stimme Geltung verleihen.
Hier: Bildungsstreikdemo in Vechta
Foto: Alexander Dressler

Das liebe Geld

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Bildung ist teuer, das ist nicht erst seit den Studiengebühren so. Deshalb steht jeder von Euch vor der Frage: Wie soll ich das alles finanzieren? Es gibt die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KFW Bankengruppe in Anspruch zu nehmen oder, sofern berechtigt, BAföG zu beziehen. Doch eine wesentlich bessere Alternative wäre ein Studierendenstipendium. Bekommen könnt Ihr das bei den zwölf großen Begabtenförderungswerken (www.begabtenfoerderungswerke.de) oder bei kleineren Stiftungen und Vereinen.
Recherche lohnt sich, denn es gibt mehr Menschen, die Euch fördern wollen, als Ihr denkt. Ein Einser-Abitur ist nicht notwendig. Begabtenförderungswerke legen bei ihrer Auswahl Wert auf gute Schul- und Studienleistungen (um die 2,0) und gesellschaftliches und/oder politisches Engagement. Leitsatz ist, dass Lebenswege gefördert werden sollen, keine Karrieren. Dementsprechend gehört bei den meisten Stiftungen zur finanziellen Förderung auch eine ideelle Förderung, welche Euch die Möglichkeit eröffnet, Euch weiter zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Bei der Auswahl Eurer Stiftung solltet Ihr darauf achten, welche zu Euch passt, denn diese repräsentiert Ihr auch als Stipendiat. Zögert nicht Euch zu bewerben.
von Stefanie Bruns

Holzauge sei wachsam …
Kleine Einführung ins Mietrecht für Anfänger

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Foto: Britta Simon
„Als ich nach dem Wochenende zurück in meine Wohnung kam, hatte ich das Gefühl, dass jemand ohne mein Wissen dort gewesen war. Ich rief natürlich gleich bei meinem Vermieter an und erfuhr, dass er Handwerkern Zutritt zu meiner Wohnung ermöglicht hatte. Er wollte keine Zeit verlieren, denn Studenten seien schließlich so schlecht zu erreichen.“
Das Erlebnis der Studentin Verena ist manchem Studierenden in Vechta nicht unbekannt. Obwohl die eigene Wohnung bzw. das WG-Zimmer definitiv einen vom Gesetz geschützten Privatbereich darstellt, verschaffen sich einige Wohnungseigentümer in Abwesenheit ihrer Mieter Zutritt. Auf Nachfragen werden hierfür Gründe wie kleine Reparaturmaßnahmen, Zimmerbesichtigungen für potenzielle Nachmieter oder auch ein allgemeines Nach-dem-Rechten-Sehen angegeben. Der Gedanke, jemand Fremdes bewege sich unbemerkt in den eigenen vier Wänden, kann mitunter beängstigend sein, selbst wenn der Grund dafür, wie im Beispiel der Studentin Katja, jenseits der Neugierde liegt: „Nach dem Wochenende kam ich in meine Wohnung und fand im Wohnzimmer Laminat verlegt. Vorher war dort Teppich gewesen! Meine Vermieterin sah es als freundschaftlichen Dienst an. Sie erklärte mir, dass sie sogar meinen Hamster noch gefüttert hätte. Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte.“
Trotz aller Nächstenliebe für mittellose Studenten bleibt klarzustellen, dass ein Vermieter weder aus sorgenden noch aus überwachenden Gründen das Recht hat, eine vermietete Wohnung ohne Wissen des Mieters zu betreten. Allerdings ist es dem Eigentümer erlaubt, nach vorheriger Anmeldung seine Wohnung zu besichtigen, was ihm dann auch ermöglicht werden muss. Gründe hierfür wären beispielsweise eventuelle Nachmieter oder die Reparatur kleinerer und größerer Schäden, die den Wert der Immobilie auf längere Sicht senken könnten. Generell gilt jedoch, dass Besuche mindestens 24 Stunden vorher angekündigt werden müssen. Bei dieser Ankündigung ist der Vermieter ebenfalls verpflichtet, dem Mieter den Grund des Besuches mitzuteilen und weitere Besucher zu erwähnen. Von dieser Regel ausgenommen sind Notfälle wie ein plötzlicher Wasserrohrbruch oder der Verdacht auf Feuer. In diesem Fall darf auch ohne Benachrichtigung die Wohnung betreten bzw. eine Notöffnung vorgenommen werden. Daher ist es sinnvoll, einen Zweitschlüssel bei einer vertrauten Person im nahen Umfeld zu hinterlegen und dies dem Vermieter mitzuteilen. Zeiten, in denen die Wohnung besichtigt werden darf, sind gemeinhin auf Wochentage festgelegt. Dabei wird sich an den üblichen Arbeitszeiten orientiert, also 10-18 Uhr. In Ausnahmefällen können auch spätere Termine sowie das Wochenende berücksichtigt werden. Klauseln im Mietvertrag, die dem Vermieter ein Besuchsrecht zu jeder Zeit garantieren, sind ungültig und somit nichtig.
Hilfestellen
Deutscher Mieterbund e.V.
   Website: www.mieterbund.de
   Hotline: 0900 12 000 12 (2 Euro/Min.)
Kostenlose Rechtsberatung beim AStA
   Website: www.asta-vechta.de
Sollte man das Gefühl haben, dass der Vermieter gerne mal einen Spaziergang durch die Wohnung unternimmt und sich dies auf Nachfrage auch bestätigt, besteht das Recht auf eine umgehende Kündigung des Mietvertrages. Kündigungsfristen sowie Schadenersatzansprüche seitens des Vermieters auf entgangene Miete sind in diesem Fall gegenstandslos.
Festzuhalten ist, dass Vermieter sich im Klaren darüber sein müssen, dass Studenten genauso zahlende Mieter sind, wie eine Familie mit Kindern und somit ebenso ein Recht auf Privatsphäre in ihren vier Wänden besitzen. Daher ist ein Eindringen in den Wohnraum ohne Ankündigung nicht tolerierbar. Bei Unklarheiten oder bereits bestehenden Streitigkeiten sollten Studenten sich umgehend Rat beim Deutschen Mieterbund einholen oder direkt einen Anwalt zur Hilfe nehmen. Denn wenn man in den eigenen vier Wänden nicht in Ruhe leben kann, wo dann?
von Britta Simon

Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit Ihr auch genau wisst, worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet Ihr Euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Ringvorlesung
Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein, sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel)
Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine fleischlose Mahlzeit an.
Tutor (lat. Schützer, Beschützer)
Meist ein fortgeschrittener Student, der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht), die Euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat)
EEin recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach Euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit Euch besuchen, Eure Studienkollegen.
Akademisches Viertel
So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Universität später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10-12 Uhr bedeutet also 10:15 Uhr bis 11:45 Uhr.
Kolloquium (lat. Colloquium: das Gespräch)
Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Fall einer davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung, oder?
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn)
Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Campus (lat. Feld)
Das Unigelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Blockseminar
Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
von Sebastian Dargel

Einzimmerappartement oder WG?

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Ich bin frei!
Ich wohne alleine … und wisst ihr was?! Es ist geil. Niemand, der mich nervt und den ich nerven kann. Ich muss keine Rücksicht auf irgendwelche Mitbewohner nehmen. Wenn ich meine Sachen irgendwo rumschmeiße, interessiert das niemanden. Am besten finde ich, dass das, was ich mir an Lebensmitteln kaufe, solange in meinem Kühlschrank bleibt, bis mein Magen danach verlangt (oder bis das MHD abgelaufen ist). Ich brauche niemanden zu fragen, ob ich den Fernseher etwas lauter machen darf, oder welches Programm geguckt wird, denn die Herrin der Fernbedienung bin ich ganz alleine. Niemand zickt und zofft, oder labert mich schon morgens, wenn ich noch im Delirium bin, mit sinnlosen Sachen voll. Wenn ich einkaufen gehe, sieht es nicht wie bei einer Großfamilie aus, ich kann meine Sachen leicht in einer Box transportieren. Ich kann duschen und das Klo benutzen, wann immer es mich danach verlangt. Wenn ich Bock habe zu telefonieren, greife ich einfach zum Hörer, ohne dass nach einer halben Stunde jemand an meine Tür klopft, um zu fragen, ob es denn noch lange dauert.
Sollte mich wirklich ein Anflug von „Einsamkeit” plagen, schwinge ich mich in mein Auto und fahre zu meinen Freunden, um dort ein bisschen Chaos zu verbreiten. Wenn ich das erledigt habe, kann ich mich entspannt in meine vier Wände zurückziehen und das Alleinsein in Ruhe genießen.
von Kristin Rothe
Zusammen ist man weniger allein!
“Ach du Schreck! Eine Sechser-WG!”, so reagieren die meisten, wenn sie von meinen Wohnverhältnissen hören. Doch ich kann nur Positives berichten!
Die Vorteile einer Wohngemeinschaft überwiegen meiner Meinung nach ganz klar. So lässt es sich wohl auch erklären, dass ich von Anfang an nur nach WGs gesucht habe, als ich mich damals, vor ca. zwei Jahren, auf Wohnungssuche begab. Auf diese Weise hatte ich in der damals noch unbekannten Stadt direkt Menschen, die ich kannte, mit denen ich zusammen zu Vorlesungen, in die Mensa oder auf Uni-Partys gehen konnte. Immer hatte ich die Rückendeckung meiner Mitbewohner und konnte so die Fühler nach neuen Kontakten ausstrecken.
Neben praktischen Aspekten, wie den geringeren Kosten, Aufteilung der Putzarbeiten usw. hat es auch sonst so einige Vorteile. Zusammen kochen, Filme schauen, zusammen für Klausuren lernen, oder im Schwimmbad entspannen.
Man muss vielleicht dafür geboren sein, gerne die Küche zu teilen, auch mal auf eine freie Dusche zu warten oder aber Rücksicht zu nehmen. Doch wenn man das alles ohne Probleme bewältigen kann, dann ist eine WG – passende Mitbewohner vorausgesetzt – eine Bereicherung! Und wer ist schon gerne allein? Ich finde, eine Wohngemeinschaft ist einfach perfekt. Zurück ziehen kann sich ja jeder in sein eigenes Zimmer. Da kann man dann Musik hören, Filme schauen und so weiter, wie es einem beliebt, natürlich in einer normalen Lautstärke, man will die Mitbewohner ja nicht ärgern!
von Carola Hofmann

Nahrungsaufnahme für Fortgeschrittene
Der Restaurant-Guide für Vechta

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Kennst Du das? Es ist ein schöner Freitagabend und das Date, auf das Du schon so lange gewartet hast, ist endlich zustande gekommen. Dummerweise hast Du keine Ahnung, wo es nun hingehen soll? Welches Lokal den Abend perfekt macht und welches lieber gemieden werden sollte, stellt Dich vor unlösbare Aufgaben? Glücklicherweise hat die uniVista für Dich einen natürlich vollkommen subjektiven, aber maximal kompetenten Restaurantführer für Vechta entwickelt. Dank knallharter, schonungsloser Recherche gibt es für Vechta-Neulinge, aber auch alte Hasen, eine Orientierungshilfe sortiert nach Anlässen und Gelegenheiten, die so eh nie auftauchen.
Fast, faster, the fastest
Mittag, 12:30 Uhr. In der Mensa gibt es mal wieder nichts außer den leckeren Pommes für den eigenen Gaumen. Abwechslung ist gefragt an der Fast-Food-Front. Ein Restaurant, was jetzt definitiv angesteuert werden sollte, ist das Alto. Neben einer großen Auswahl an Pizzen, Burgern sowie Gyrosgerichten, finden sich auch Klassiker wie Döner, Bratwurst oder Schnitzel auf der Speisekarte. Ab einem Bestellwert von 15 € kann das Essen auch in den eigenen vier Wänden genossen werden. Die Küche überzeugt dabei durch große Portionen und den typischen Fast-Food-Geschmack. Wer also auf die Schnelle etwas essen möchte, das lecker schmeckt und dank wechselndem Mittagstisch auch nicht schwer im Geldbeutel liegen muss, findet hier seine Anlaufstelle. Für Burgerfans empfiehlt sich vor allem die Spezialvariante. Aber auch das Broccolischnitzel ist stets ein kulinarischer Treffer. Das Restaurant ist uninah in der Münsterstraße 68a zu finden.
Die versteckte Perle
Was aber, wenn Schnitzel und Burger einem eh schon zum Hals heraushängen und der Magen nach Abwechslung schreit? Eine Alternative ist das gut versteckte chinesische Restaurant Jade Garden. Auch hier gibt es unter der Woche einen Mittagstisch in Form eines frisch zubereiteten, reichhaltigen Buffets. Eine freundliche Bedienung, asiatische Musik sowie der kleine Koiteich im Eingangsbereich sorgen zusätzlich für die passende Atmosphäre. Die Gerichte sind dabei stets reichhaltig und besitzen den typischen chinesischen Geschmack Der obligatorische Glückskeks ist natürlich auch mit von der Partie. Krupuk-Liebhaber sollten jedoch aufpassen, dass ihre Vorspeise nicht von allzu gierigen Mitessern mit einer allgemeinen Vorspeise verwechselt wird. Etwas versteckt ist das Restaurant über der Tapas-Bar in der Oldenburger Straße 4 zu finden. Der Eingang liegt im Innenhof, hinter der Apotheke Bremer-Tor. Spätestens für den nächsten Elternbesuch lohnt sich die Suche jedoch allemal. Für den kleinen Geldbeutel empfiehlt sich der China Imbiss Wok, der große Portionen mit guter Qualität schon ab ca. 5 € zubereitet.
Griechisch für Fortgeschrittene
Ein bekannter Treffpunkt in Vechta ist die nur abends geöffnete Alte Druckerei am Visbeker Damm 1. Neben großen, deftigen Portionen sorgt eine freundliche Bedienung für eine stimmige Atmosphäre. Leider werden die Bedürfnisse von Veganern nicht immer erfüllt. Ein Ouzo zu Beginn des Abends stimmt sowohl den Magen als auch die Gäste auf ein gutes Mahl ein. Die frisch zubereiteten Gerichte sind dabei geschmacklich immer ein Volltreffer. Bei der Wahl des Salates sollten Feinde von Fetakäse jedoch Vorsicht walten lassen. Ansonsten kann es passieren, dass man eine Überraschung erlebt. Preislich liegt das Restaurant in der Mittelklasse.
Pizza total
Natürlich gibt es auch jede Menge italienische Restaurants, die Pizza, Nudeln oder Lasagne anbieten. Sehr beliebt ist die Pizzeria Spizzico, die das Essen vor den eigenen Augen zubereitet und gut besucht ist. Sofakocher hingegen halten sich für gemütliche Abende lieber an den etwas teuren, aber zuverlässigen Pizzablitz. Neben türkischen Spezialitäten bieten jedoch auch SAZ, der Euro-Döner sowie der Imbiss Istanbul ihre Gerichte zu geringen Preisen an und sind in direkter Nähe zur Uni gut zu erreichen.
Das Hoch-Preis-Segment
Ein echter Geheimtipp befindet sich etwas außerhalb von Vechta. Das Gut Welpe ist zwar nichts für den schmalen Geldbeutel am Monatsende, aber die erste Wahl für ein perfektes kulinarisches Erlebnis. Die aus heimischen Betrieben stammenden Zutaten werden alle sowohl ansprechend als auch wohlschmeckend zubereitet und serviert. Der Preis lohnt sich also in jeden Fall. Alternativ kann auch die Elmendorff Burg besucht werden, die auf ihrer übersichtlich zusammengestellten Karte unter anderem ein sehr gutes Bruschetta anbietet.
von Matthias Christ

Ausgabe 22 (PDF-Version)

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Horizonterweiterung im Tiergehege
Mein Praktikum war mehr als Mist

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Die Geschichte des Wildparks Pforzheim begann 1967 mit einem einzelnen Wildschweingehege, welches der Gartenmeister Otto Niebel im Hagenschießwald anlegte. Der Stadtrat Ewald Steinle erkannte das Potential des Geheges als Bürgerattraktion und gründete daraufhin den Förderverein mit dem Namen “Verein für die Förderung eines Wildparks”.
Am 16. März 1968 fanden sich fünfzig freiwillige Helfer ein, um Gehege zu bauen und Wege anzulegen. Bereits vier Monate später konnte der Wildpark
Pforzheim seine Türen öffnen. 2003 erlebte der Wildpark eine Wende, als Förster Carsten Schwarz die Leitung übernahm und den Wildpark mit viel Mühe und Geduld neu strukturierte.
Wo früher Flamingos neben Hirschen und Rentiere neben Bennetkängurus lebten, leben heute auf einer Gesamtfläche von 16,5 Hektar vierhundert Tiere neunzig verschiedener Heim- und Wildtierarten.
2011 habe ich den Wildpark Pforzheim als Praktikumsplatz für mein Grundpraktikum ausgewählt, nachdem ich zwei Jahre vorher bei einem Besuch von seiner familiären Atmosphäre und der Angebotsvielfalt für Kinder sehr positiv beeindruckt worden war.
Vor dem Praktikum ging ich davon aus, dass der Wildpark Pforzheim seine Tierpfleger auf die einzelnen Gehege aufteilt und jeder in seinem eigenen Bereich arbeitet. Dies erwartete ich auch für mich, erhoffte mir jedoch, vielleicht die Möglichkeit zu erhalten, eine Art Infotag für Kinder veranstalten zu können, um das Praktikum auch für meinen Berufswunsch des Lehramts nutzen zu können.
Am Morgen des ersten Tages wurden meine Erwartungen völlig übertroffen. Mein Chef erläuterte mir und einer Mitpraktikantin die Struktur des Wildparks, die sich doch von vielen ähnlichen Einrichtungen unterscheidet. Die Tierpfleger arbeiten gemeinsam in und an den unterschiedlichen Gehegen und verteilen sich gleichmäßig auf die anfallende Arbeit. Um meinen Chef zu zitieren: “Nicht jeder, wie er will, sondern jeder, wie er kann.”
Wir Praktikanten sollten in den nächsten Wochen jedoch nicht nur mit den Pflegern mitarbeiten, sondern in den Bereichen tätig werden, die uns zukunftstechnisch bereichern würden. Also besonders in den Bereichen der Verwaltung und Pädagogik.
Eine Besonderheit des Wildparks ist die Möglichkeit für Kinder ab zehn Jahren, sich zu Junior Rangern ausbilden zu lassen, um danach den Pflegern an den Wochenenden und in den Ferien unter die Arme zu greifen. Entstanden ist die Idee aufgrund der Problematik, dass viele Besucher Lebensmittel als Futter mitbrachten, um die Tiere zu füttern. Da dies aber keine auf die Tiere abgestimmte Nahrung ist, können so sehr leicht Krankheiten hervorgerufen werden. Die Junior Ranger lernen in ihrer Ausbildung sowohl den Wildpark und seine Bewohner und deren spezielle Bedürfnisse kennen als auch wie man gegebenenfalls mit Besuchern umgeht, die die Tiere mit etwas anderem als dem Wildparkfutter füttern oder ihnen auf andere Weise Schaden zufügen. Jeweils in der ersten und letzten Woche der Sommerferien können 30 Kinder an dieser Ausbildung teilnehmen. Teil der Ausbildung sind Tierpflegerarbeiten wie etwa Ausmisten und Füttern, Ausflüge in den Hagenschießwald, um etwas über das Ökosystem Wald zu erfahren, sowie Touren durch den Wildpark, auf denen die Kinder wichtige Fakten über verschiedene Tierarten lernen. Am letzten Tag müssen sie ihr gesammeltes Wissen in einem kleinen Test unter Beweis stellen, um endgültig Junior Ranger zu werden.
Während der Schulferien finden im Wildpark zusätzlich Aktionen für Kinder statt. Einmal in der Woche haben Kinder und ihre Eltern beispielsweise die Möglichkeit mit den Tierpflegern auf Futterrunde zu gehen. Nach einer allgemeinen Einführung zu den verschiedenen Futtermitteln werden die Kinder in kleine Gruppen aufgeteilt und gehen mit jeweils einem der Pfleger auf verschiedenen Routen durch den Park, bekommen ihren eigenen Eimer mit Futter und dürfen in die Gehege gehen, um die Tiere selbst zu füttern. Für viele Kinder eine tolle Gelegenheit, Tiere aus der Nähe und im direkten Kontakt zu erfahren. Ganzjährig werden außerdem Geburtstagsführungen und Schaufütterungen angeboten.
Junior Ranger beim Ausmisten im Gehege der Guanakos (einer Lama-Art)
Bild: Nina Gerlach
Zu meinen Aufgaben innerhalb des Praktikums zählte nicht nur die Betreuung während der Junior Ranger Ausbildung, sondern auch die aktive Gestaltung und Leitung einiger Aktivitäten für die Kinder. Einmal die Woche übernahmen meine Mitpraktikantin und ich eine Gruppe für die Futterrunde und ein bis zweimal in der Woche übernahmen wir Geburtstagsführungen.
Aber nicht nur die Arbeit mit den Besuchern zählte zu meinen Aufgaben. Wir Praktikantinnen erledigten verschiedene Verwaltungsaufgaben und halfen immer wieder den Tierpflegern bei der täglich anfallenden Arbeit in den Gehegen.
In der vorletzten Woche bekam ich die Gelegenheit, eine eigene Idee für das Ferienprogramm umzusetzen. In Zusammenarbeit mit meiner Mitpraktikantin plante ich eine Quiz-Rallye für Kinder, entwarf hierfür verschiedene Routen quer durch den Wildpark, gestaltete Werbeplakate und entwarf verschiedene Fragenblätter.
Das Praktikum im Wildpark Pforzheim hat mir nicht nur sehr viel Spaß gemacht, es hat mich auch um viele wichtige Erfahrungen bereichert. Die Arbeit mit den Tieren und Tierpflegern hat mir gezeigt, wie hart dieser Beruf ist und was alles dazu gehört. Die Beschäftigung mit den Kindern hat mir sehr viel Spaß gemacht und mich darin bestärkt, später im pädagogischen Bereich zu arbeiten. Außerdem hat sie mir auch gezeigt, dass Umweltpädagogik ein sehr spannendes Berufsfeld ist und eine interessante Alternative zum Lehramt sein kann.
Ich kann wirklich nur empfehlen, sich Praktikumsstellen zu suchen, die Ähnlichkeit zum Berufswunsch haben und Alternativen aufzeigen, um möglichst viele verschiedene Eindrücke zu bekommen. Denn so lernt man vielleicht Berufsfelder kennen, die man bisher für sich selbst noch gar nicht in Betracht gezogen hat, aber durchaus infrage kommen würden.
von Nina Gerlach

Reise in eine andere Welt
Vechtaer Delegation bereiste die Al Azhar Universität in Kairo im Zeichen des Kulturdialogs

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Im März besuchte eine Delegation der Universität Vechta die Al Azhar Universität in Kairo. Der Besuch erfolgte als einer der Gruppenaustausche im Rahmen des Ahlan-Projektes zwischen den beiden Universitäten.
Die Eindrücke dieser Reise, an der ich als AStA-Referent teilnehmen durfte, möchte ich an dieser Stelle schildern. Mit dabei waren Dr. Lucia Licher, Dr. Lukas Aufgebauer, Evelyn Hoffmann, Mahzad Hoodgarzadeh, Birger Philipp, Stefan Wellen, Robert Benkens, Steven Zurek und ich – Keno Müller.
Zwischen den Weltwundern (v. l.): Keno Müller, Robert Benkens, Birger Philipp, Evelyn Hofmann und Stefan Wellen
Das Ahlan-Projekt
Das Ahlan-Projekt ist eine Kooperation zwischen der Universität Vechta und der Al Azhar Universität Kairo und soll die Mobilität der Studierenden beider Unis fördern. Für die Universität Vechta leitet und betreut Dr. Lucia Licher (Germanistik) das Projekt. Unterstützt und finanziert wird die Kooperation vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD). Künftig – ab dem Wintersemester 2012/2013 – soll der Masterstudiengang “Kulturwissenschaftliche Studien (auf Deutsch)” in Kairo starten und mit dem hiesigen Master “Kultureller Wandel” verknüpft sein. Dadurch können den angehenden Kulturwissenschaftlern Auslandssemester in der jeweiligen Partnerfakultät mit Anrechnung der Prüfungsleistungen ermöglicht werden. Im Vordergrund dieser Partnerschaft steht aber der Kulturdialog.
Einander verstehen lernen
Ziel des Kulturdialoges ist es, das Gegenüber kennenzulernen und zu verstehen. Vor diesem Hintergrund kann der Sinn eines solchen Austausches nicht hoch genug eingeschätzt werden. In Kairo begibt man sich als Europäer in eine vollkommen fremde Welt: Andere Sprache, andere Schrift, andere Bräuche, andere Prägung des Alltags durch die Religion(en) und auch in der Universität herrschen andere Verhältnisse. Es besteht eine deutliche Hierarchie zwischen den Professoren, den wissenschaftlichen Mitarbeitern und den Studierenden. Aber die Revolution des vergangenen Jahres hat merkliche Spuren hinterlassen. Studierende trauen sich, offener zu fragen und Dozenten bemühen sich, offener zu antworten. Den Studierenden der Al Azhar Universität stehen auf Seiten der Lehrenden zwei Gruppen gegenüber: die alteingesessenen, meist konservativen Professoren einerseits und die jüngeren, in Europa promovierten, meist liberal eingestellten Dozenten andererseits.
Der Kulturdialog mit Angehörigen der Al Azhar Universität ist von immenser politischer Bedeutung. Bereits 2006 befand das Nachrichtenmagazin Spiegel: “[...] Das bedeutendste intellektuelle Zentrum der Weltreligion, die der Prophet Mohammed vor über 1300 Jahren begründete [...], [ist] Al Azhar, die älteste Universität der Welt, die einflussreichste Moschee des sunnitischen Islams, dem 90 Prozent der rund 1,4 Milliarden Muslime der Welt anhängen. Keine Fatwas finden mehr Beachtung als jene der Al Azhar, und kaum jemand hat mehr Autorität in der islamischen Welt als die Gelehrten der Hochschule.” Nahezu alle islamischen Länder lassen hier ihre Eliten ausbilden. Wo sollte man also besser miteinander in Kontakt kommen und versuchen, einander verstehen zu lernen?
Die Deutschabteilung an der Al Azhar Universität
Bild: Stefan Wellen
Groß, größer, Al Azhar
Die Al Azhar wurde im Jahre 975 gegründet und ist damit die älteste Universität der Welt. Allein auf dem Hauptcampus – so erzählt man uns vor Ort – tummeln sich über 250.000 Studierende. Etwa eine halbe Million Studierende sind immatrikuliert – darunter gut ein Drittel Frauen, wobei Frauen- und Männercampus voneinander getrennt sind. (Im postgradualen Studium wird die Geschlechtertrennung allerdings seit Kurzem nicht mehr praktiziert.)
Der Campus hat gigantische Ausmaße, die mit unseren kleinen, familiären Uni-Vechta-Maßstäben nicht zu messen sind. Es ist eine Stadt für sich. Die Ausbildung ist stets islamisch geprägt und außerdem erschwinglich. Die Ausstattung mit Literatur oder Medien – gerade in der von uns vornehmlich besuchten Deutschabteilung – kann leider bestenfalls als mäßig bezeichnet werden. Ein Großteil der Studierenden ist arm oder von der Armut bedroht und nimmt täglich unglaubliche Strapazen auf sich, um zur Universität zu kommen.
Ausblick auf Kairo vom Nil aus
Bild: Keno Müller
Die brodelnde Stadt
Für Kairo gilt: nicht schön, aber schön groß. Das Stadtbild prägen Hitze, Staub, Lärm und Smog und dennoch gibt es in zahlreichen Parks herrliche Oasen der Ruhe, sensationelle Architektur, den gigantischen Nil und mit den Pyramiden von Gizeh das einzige noch erhaltene Weltwunder der Antike direkt vor den Toren der Stadt. In der Nacht erwacht das Leben erst richtig und bringt die Stadt durch seine Vielfalt zum Brodeln. All dies macht Kairo zu einem Flecken der Welt, den man gesehen haben sollte.
Ob es nun 16 oder 25 Millionen Menschen sind, die in Kairo leben, sie alle stehen im Stau. Eben sowenig wie eine genaue Volkszählung – daher die Unsicherheit über die tatsächliche Einwohnerzahl – scheint es in Kairo Verkehrsregeln zu geben. Auf der Fahrt quer durch die gesamte Stadt, vom Flughafen bis zur Nil-Insel Zamalek, auf der sich unser Hotel befand, begegnet man einer einzigen Ampel – und die ist aus. Polizisten regeln den Verkehr. Besser gesagt: Sie versuchen es! 2008 starben im Kairoer Verkehr mehr als 7.000 Menschen. Dass diese Zahl nicht noch höher ist, überrascht, wenn a.) auf der Autobahn ein Eselskarren steht, weil das Nutztier zur Nahrungsaufnahme halt macht, b.) ein Mann auf derselben Autobahn mit seinem Fahrrad – ein zwei Meter langes, mit frischgebackenen Brezeln belegtes Brett auf seinem Kopf balancierend – in die Pedale tritt, c.) die zu 300 Prozent befüllten Busse ihre Fahrgäste auf dem Mittelstreifen aussteigen lassen, und d.) die Passagiere des nubischen Altmetalls den Bus verlassen und die Devise des Kairoer Straßenverkehrs befolgen: Augen zu und durch! So dargestellt mag das noch recht lustig klingen, doch ist der Verkehrskollaps zu einem echten sozialen und wirtschaftlichen Problem geworden: Auf dem Weg zur Schule, zur Uni, zur Arbeit stehen die Menschen täglich mehrere Stunden im Stau.
Dr. Lukas Aufgebauer (Geschichte) in seinem
Element an der Universität des 6. Oktober
Bild: Stefan Wellen
Sie kämpfen für ihre Bildung
Die Kairoer Kommilitonen kämpfen für ihre Bildung. Kommilitone kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “Mitstreiter”. Man muss tatsächlich schon etwas Wehrhaftes an sich haben, um täglich diese Strapazen auf sich zu nehmen. Bildung ist für viele der Kommilitonen die einzige Chance und so zeigen sie ein beeindruckendes Engagement und Interesse. Selbst donnerstags – also vergleichbar mit einem Samstag bei uns – waren die von der Vechtaer Delegation angebotenen Workshops und Seminare voll besucht. Einige der Azhar-Studierenden folgten uns sogar an die “Universität des 6. Oktober”, eine Privatuni ca. 60 Kilometer außerhalb Kairos. Sie fuhren stundenlang mit dem Bus, mussten mehrmals umsteigen und standen – na klar – etliche Male im Stau, nur um an unseren Seminaren teilzunehmen. Nicht nur die Studierenden, sondern auch die Dozenten und besonders die wissenschaftlichen Mitarbeiter waren unglaublich engagiert und gastfreundlich. Sie opferten ihre Freizeit, um uns die Uni, die Sehenswürdigkeiten Kairos und die Pyramiden zu zeigen und stets stand etwas zu Essen auf dem Tisch. Warum erzähle ich das?
Ein Appell
Vom 26. August bis 15. September wird wieder eine Kairoer Delegation zur 3. Kulturwissenschaftlichen Sommerschule an unsere Universität kommen. Dieser Bericht ist verbunden mit der Bitte, sich auch als Studierender aus Vechta gastfreundlich und offen für den Kulturdialog zu zeigen, das heißt für die Kairoer – bzw. alle internationalen – Kommilitonen da zu sein, wenn diese uns im August zur Sommerschule besuchen. Alle kulturwissenschaftlichen Vorlesungen sowie die Vorträge und Präsentationen der internationalen Studierenden zu ihren Heimatländern sind hochschulöffentlich.
Nicht selbstverständlich
Eine solche Reise, wie sie hier skizziert wurde, macht einem deutlich, wie selbstverständlich einige Dinge des Studiums doch für uns sind: “Moderne” Sitzmöbel, kurze Wege, ein sauberer Campus, Seminarräume mit technischer Ausstattung und – nicht zuletzt – das Recht auf studentische Mitbestimmung und Selbstverwaltung. Gerne hätten die Kommilitonen vom Nil das Recht auf Mitbestimmung und so zeigten sie größtes Interesse, als ich von der studentischen Selbstverwaltung, Fachräten, dem StuPa, dem AStA und den Hochschulwahlen erzählte. Für die Studierenden in Kairo ist dies ein absoluter Traum und sie kämpfen derzeit für ein Studierendenparlament. Wir haben die studentische Selbstverwaltung und kämpfen mit einer Wahlbeteiligung von 13 Prozent und mangelnden Kandidaten für nahezu alle Gremien.
Die studentische Mitbestimmung ist keine Banalität und keine Selbstverständlichkeit, sie ist eine Chance, die es zu nutzen gilt!
von Keno Müller

Spießer!?

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Wie spießig darf ein Student sein?
Pauken, Trinken, die sündhaften, jungen Jahre genießen und dabei reifen? Das Gesamtpaket „Student“ ist vollgepackt und fest geschnürt. Prioritäten müssen her! Manch einer konzentriert sich auf die Entwicklung des Geistes, ein anderer auf Beanspruchung der Leber. Studentenschaft zweigeteilt. (Stereotype erleichtern Welt und Texte.)
Schon gehört? Der Sonnenkampkeller trägt seine Exzessveranstaltungen nun schon des Längeren in der Cubar aus. Warum? Manche Ober-, Neben- oder Gegenübermieter konnten (an maximal zwei Nächten im Monat) bei all dem Krach nicht schlafen, bei all dem Gestank nicht atmen und bei all dem Dreck nicht leben.
Nun hat eine Beschwerde beim Studentenwerk Wirkung gezeigt. Zwei Nächte im Monat besserer Schlaf und der für Studenten gedachte Keller ist von nun an spaßfreie und nutzlose Zone. Schade irgendwie. Statt eine höhere Instanz zu informieren, die befugt ist, dem Treiben ein Ende zu bereiten, hätte man als gestörter Mieter mit der Führungsspitze der organisierten Partykultur doch sicher auch eine Einigung erzielen können, die beide Seiten glücklich macht?
Aber wo liegen die Grenzen des Ertragbaren? Wo findet sich die Basis für einen Kompromiss? Hat man als Student nicht die Pflicht zu leben, dabei auch ab und an Krach zu machen und doch das Recht auf Ruhe und Sauberkeit?
Dass der Sonnenkampkeller nun in Cuba(r) liegt, ist wirklich tragisch. Denn was den Keller ausmachte, findet sich dort leider nirgendwo. Aber vielleicht hätte man auch einfach nur die Anlage leiser drehen sollen. Oder?
von Tobias Kunz
Aufspießen oder Klappe halten?
„Du kannst dich gerne hinter mir anstellen!“ Reaktion auf einen Vordrängler. „Ruf doch die Polizei.“ Rat bei dauerhaft lauter Musik beim Nachbarn. „Kannst du deinen Rauch auch woanders hin pusten?!“ Ratet mal …!
Sind diese Reaktionen spießig? Einige würden diese Frage wohl bejahen. Sollte man sich manchmal vielleicht trotzdem so verhalten?
Spießige Typen sind auch nur Menschen, genau wie Studis. Aber können sich Studis auch von Zeit zu Zeit spießig verhalten, ohne gleich von der Menge der Leute, die sich als cool und aufgeschlossen empfinden, komisch angesehen zu werden?
Einige möchten nicht zu diesen Menschen gehören, die auch mal ihren Mund aufmachen, wenn ihnen etwas nicht passt und die Rücksichtnahme von ihrer Umwelt einfordern. Dann lieber Klappe halten und abgekühlt lächelnd das Verhalten vom Gegenüber ignorieren. Schlafen kann man auch später.
Aber ist Spießertum nur ein Verhalten oder auch ein Gefühl? Kann man sich spießig fühlen, diesem Drang dann aber nicht nachgehen? Oder gehört es vielleicht dazu, sich auch gleich immer äußern zu müssen?
Wie bei jedem Drang ist es wahrscheinlich besser, ihn nicht runter zu schlucken, sondern bisweilen in (für sich und die Umwelt) verträglichen Dosen raus zu lassen. Sonst kann sich schnell ein seltsames Gefühl in der Magengegend einstellen.
Die Frage ist eigentlich nur: Wer ist wirklich spießig? Der, der sich so verhält oder der, der jemanden so bezeichnet? Beide nervt ja eigentlich nur das Verhalten vom Gegenüber. Die haben wohl mehr gemeinsam, als sie denken.
von Alexander Dressler

Der Macho* stirbt aus, so ein Glück!?
Eine Gesellschaft auf der Suche nach dem perfekten Männerbild

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* Ein sich übertrieben männlich gebender Mann. Häufige Eigenschaften: frauenverachtend, Imponiergehabe, narzisstisch, konservativ
Was passiert nur mit unserem Männerbild?
Man(n) versteht die Welt nicht mehr: Seit Jahrhunderten schon perfektionierte er seine Rolle als Macho, als Macker, als der Macher eben. Zack, Peng, ein halbes Jahrhundert der Emanzipation zerstört eine jahrtausendlange “männliche” Entwicklung. Doch steckt der Macho wirklich in jedem Mann? Oder fixieren sich Männer auf traditionelle, typische männliche Werte, weil es eben gerade von ihnen erwartet wird? Weil es das ist, was sie ohne groß nachzudenken scheinbar einfach drauf haben? Was erwartet eigentlich die Gesellschaft von den Männern von Morgen? Würden alle Frauen diese Pseudokerle am liebsten zum Mond schießen?
Man(n) versteht die Welt nicht mehr: Seit Jahrhunderten schon perfektionierte er seine Rolle als Macho, als Macker, als der Macher eben. Zack, Peng, ein halbes Jahrhundert der Emanzipation zerstört eine jahrtausendlange “männliche” Entwicklung. Doch steckt der Macho wirklich in jedem Mann? Oder fixieren sich Männer auf traditionelle, typische männliche Werte, weil es eben gerade von ihnen erwartet wird? Weil es das ist, was sie ohne groß nachzudenken scheinbar einfach drauf haben? Was erwartet eigentlich die Gesellschaft von den Männern von Morgen? Würden alle Frauen diese Pseudokerle am liebsten zum Mond schießen?
Der moderne Mann (sowie die moderne Frau) sollten in der heutigen Zeit flexibel den verschiedensten Rollenerwartungen entsprechen. Der Mann soll gleichzeitig erfolgreich im Beruf und ausgeglichener Familienvater sein. Er soll seinen Jungs zeigen, dass sie auch weinen dürfen und den Töchtern, dass sie sich emanzipiert durchzusetzten haben. Ein perfekter “Allrounder” in allen Bereichen. Der Macho als innerer Schweinehund darf scheinbar dann auf den Plan treten, wenn eine Runde Drinks für die Ladies fällig werden oder das Licht im Schlafzimmer ausgeht: “Ich mach das schon Schatz!” Männer, welche diese ambivalenten Rollenerwartungen der Frauenwelt nicht erfüllen, dürfen sich nicht selten schnell den Stempel eines Versagers abholen. Zu Recht?!
Das Spiel des Lebens
Klingen diese Anforderungen der modernen Gesellschaft für uns Studenten nicht eher wie ein Hall aus ferner Zukunft? Ehe und Familie scheinen für die meisten noch weit entfernt. Oder ist gerade das Studium die Lebensphase, in der sich zeigt, ob aus einem jungen Mann, ein “real men” wird? Studenten sehen sich gerne als Freigeister. Seit jeher gehen wir mit offeneren Augen als manch andere gesellschaftliche Gruppe durchs Leben. Das Leben und uns selbst experimentell erkunden. Das ist unsere Fachgebiet, unsere Passion. Die Türen stehen uns offen, wir sind jung, just do it!
Gefährlich scheint es dann zu werden, wenn das Machosein nicht nur eine Randkomponente eines Mannes darstellt, sondern seine gesamte Lebenseinstellung dominiert. Eine Lebenseinstellung die dem Anschein nach nicht generell von allen Frauen abgelehnt wird. Der Macho, als Libero auf dem Spielfeld des Spiels “Wer bekommt wen?”, zwischen den Teams Männer und Frauen ist immer noch ein zuverlässiger Stürmer, der Pep in die Partie bringt. Das mag vielleicht einer der interessantesten Gründe sein, aus dem der Macho am Leben erhalten wird. Wenn alles Metro wird, “same same but different”, wo bleibt dann noch die Spannung? Frauen und Männer sollen gleichberechtigt sein, aber sie sollen nicht gleich sein! Der Macho vermag uns trotz seiner Überalterung und negativen Erscheinungsform, immer noch daran zu erinnern, warum es die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau sind, die das Spiel des Lebens interessant machen.
Rettet den Macho, so scheint das Votum. Denn spätestens, wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt, freuen sich möglicherweise einige Frauen über die kleinen Vorteile der klassischen Geschlechterrollen.
Prof. Dr. Kim-Patrick Sabla wurde 1977 geboren.
Er ist Diplom-Sozialpädagoge und Diplom-
Pädagoge. Seit Wintersemester 2010/11 hält
er die Juniorprofessor für Soziale Arbeit
mit Schwerpunkt Gender an der Universität
Vechta.
Foto: Universität Vechta
Genderaspekte in der modernen Gesellschaft: ein Interview
Gender und Rollenerwartungen sind Themen, welche sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft spannende Problemfelder darstellen.
Prof. Dr. Sabla wagte den Versuch, das Thema “Genderaspekte in der modernen Gesellschaft” näher zu beleuchten und stellte sich den Fragen unseres Mitarbeiters.
Prof. Dr. Sabla, Sie sind seit dem Wintersemester 2010/11 Juniorprofessor für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Gender an der Universität Vechta. Was verstehen Sie unter dem Begriff Gender?
Ich benutze den Begriff Gender eig. ungerne, da er oft als Anglizismus verwendet und mit Frauenthemen gleichgesetzt wird. In diesem Kontext wird oft von Schnappmechanismen gesprochen. Wenn bestimmte Menschen Gender hören, sind sie sofort raus aus dem Gespräch, dann schnappt die Tür zu. Sie denken: “Ah ja, es geht um Frauenthemen!” Tatsächlich ist es so, dass Gender, als theoretische Folie direkt aus der feministischen Frauenbewegung kommt, als Perspektive. Ich spreche aber gerne von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen. Es geht mir nicht darum zu sagen, was ist geschlechterspezifisch, also typisch Mann, typisch Frau, sondern spannend wird es gerade in der Sozialen Arbeit oder in anderen sozialen Bereichen bei den Geschlechterverhältnissen. Für mich ist Gender Geschlecht und Geschlechterverhältnisse.
Aus Ihrer Sicht: Wie hat sich die Rolle des Mannes seit der Emanzipierungswelle der Frau in den 60er Jahren verändert?
Der Rollenbegriff setzt ja voraus, dass es eine Rolle gibt, die ich selber ausfüllen möchte. Ich denke, dass sich mehr die Rollenerwartung verändert hat, als die Rolle selbst. Das ist etwas, das wir in der empirischen Forschung erkennen können. Der Anteil der Zeit, den Männer z. B. als Väter in ihren Familien verbringen, hat sich eigentlich recht minimal verändert. Was sich aber stark verändert hat, gerade in den letzten Jahren auch durch die Familienpolitik, sind Rollenerwartungen darüber, was ein Mann alles zu leisten hat. Also: Er soll weiterhin der Familienernährer sein, muss aber auch gleichzeitig für die Kindererziehung da sein. Er muss mehrere, teilweise sehr widersprüchliche Aufgaben erfüllen.
Der Mann in der Zukunft?
(Überlegt) Er wird sehr flexibel sein müssen! Die Erwartungen werden immer ambivalenter in unserer postmodernen Gesellschaft. An uns alle. Gleichzeitig gibt es aber einen Ruf zu einer Retraditionalisierung, der Ruf nach den richtigen Männern, den traditionellen Männer. Den vernimmt man auch, denn viele Frauen möchten gar nicht, dass die (Männer) so flexibel werden.
Mehr Männer in die Soziale Arbeit”, eine Forderung um den aktuellen Rollenwandel zu steuern?
Vorweg, ich betone, es ist ein Diskurs, den ich nicht propagiere, sondern den ich sehr kritisch sehe. Zwei Drittel unserer Studierenden der Sozialen Arbeit in Vechta sind weiblich. In der Praxis haben wir viel mit männlichen Klienten zu tun, da wäre es gar nicht schlecht, wenn es auch mehr männliche studierte Fachkräfte geben würde. Es stellt sich auch für uns Lehrende an der Uni die Frage, welche fachlichen Anteile noch eine Rolle spielen, wenn insbesondere das Geschlecht in der Praxis schon ein starkes Qualifizierungs-merkmal darstellt.
Was ist ein “echter Mann”?
Sehen Sie die Tendenz, dass Männer überwiegend zur gesellschaftlichen Emanzipierung der Frau schweigen?
Nun, es ist ja ein recht großes Schweigen. Einer der größten Faktoren ist meiner Meinung nach der Arbeitsmarkt bzw. die Arbeitssituation. Es wird in diesem Kontext auch vom “Big Elephant in the room” gesprochen: Jeder weiß, dass er da sitzt, aber niemand spricht über ihn. Dieser Elefant dominiert Rollen innerhalb von Beziehung und Familien. So bringen Männer durch ihr Schweigen nicht zum Ausdruck, dass sie nicht daran teilhaben wollen, sondern es ist tatsächlich so, dass Arbeitsmarkt und Arbeitssituation sehr stark vorstrukturiert sind. So mag durchaus der Wille vorhanden sein, Dinge zu verändern und anders zu leben, gerade in Blick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Junge Paare möchten gleichberechtigt in die Arbeit starten, doch spätestens, wenn das erste Kind da ist, kommt die Frage auf, wer kümmert sich darum und wer verdient derweil das Geld. Solange Männer immer noch mehr verdienen als Frauen, wird es auch immer so sein, dass Männer arbeiten gehen. Daher kann man ihnen nicht vorwerfen, dass sie stillschweigend arbeiten gehen und sich aus allem raushalten, sondern es sind aktuelle Gegebenheiten, an denen sie momentan faktisch wenig ändern können.
Es kann also festgestellt werden, die Wirtschaft hinkt den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen hinter her?
Ja, aber zugleich werden die Forderungen der Wirtschaft gegenüber den Arbeitnehmern immer ambivalenter, zum einen sollen diese flexibler sein, aber im Grunde genommen bieten sie bislang wenig Möglichkeiten, Familie und Beruf zu vereinen. Um das noch einmal zu betonen, ich möchte damit die Männer nicht entschuldigen. “Sie möchten ja alle, aber sie können nicht wegen der Arbeit.” Das ist zwar ein wichtiger Faktor, aber ich würde mir auch hier mehr Mut wünschen, in Arbeitskontexten zu sagen: “Ich habe keine Zeit, mein Sohn hat ein wichtiges Spiel.” Ich denke, das muss man(n) sich auch ein Stück weit nehmen und erkämpfen. Da dürfen wir nicht warten, bis uns der Arbeitsmarkt uns das erlaubt. Solange niemand sagt, meine Tochter ist krank, ich kann morgen nicht zum Meeting kommen, wird sich in der Richtung auch nicht viel ändern!
Anschließend an diese Thematik: Empfinden Sie Frauenförderung, insbesondere im Wirtschaftssektor, als Diskriminierung, wenn im gleichen Zug nicht auch die Männer gefördert werden?
Das mag im Einzelfall so aussehen, dass man denkt: “Mist ich habe auf diese Stelle gar keine Chance, weil ich ein Mann bin.” Ich glaube aber insgesamt muss man das realistischer sehen, solange die Strukturen so ungleich, ungerecht verteilt sind und die Chancen ebenso, muss es tatsächlich Programme geben, die, wenn man sie isoliert betrachtet, wie etwa eine Frauenquote, ungerecht erscheinen, die aber im Gesamtkontext, letztendlich einer großen Chancenungleichheit vorbeugen und etwas Chancengleichheit herstellen. Im Großen und Ganzen denke ich, so wie die Dinge liegen, dass sämtliche Quoten und Fördermaßnahmen ihre Berechtigung haben, wobei man langfristig beobachten muss, ob dadurch nicht neue Ungerechtigkeiten entstehen.
Sie haben sich in ihren verschiedenen Publikationen insbesondere mit Erziehungsforschung und Erziehungsproblematiken von Vätern beschäftigt. Wie schätzen Sie die Auswirkung des sich verändernden Rollenverständnisses des Mannes auf seine Vaterrolle ein?
Die größte Auswirkung ist die, dass es erst mal eine gewisse Unzufriedenheit verstärkt. Da immer offensichtlicher wird, dass der Wunsch mehr Vater zu sein und diesen mit den Rahmenbedingungen von Familie zu verbinden, große Schwierigkeiten birgt. Es gibt von daher generell den Versuch, die wenige Zeit, die da ist, besonders schön zu gestalten. Das beinhaltet aber auch ein Stück weit mehr Auseinandersetzung, insbesondere mit der eigenen Partnerin. Mit der Forderung “Mehr Väter in die Familien” muss sich nämlich auch das Rollenverständnis der Frauen verändern. In diesem Kontext ist einer der Knackpunkte oder auch Streitpunkte, die Familienerziehung. Da kann oder muss Soziale Arbeit unterstützend sein, dass solche Aushandlungsprozesse erfolgreich laufen.
Ein großer Teil der Studenten unserer Universität wird sich in ihrem späteren Berufsfeld u. a. mit dem richtigen Umgang mit Jungen beschäftigen. Welche Entwicklung gab es aus ihrer Sicht in den letzten Jahren in der Erziehungsforschung?
Da stelle ich gerade fest, dass wir, was dieses Thema “Das Leben von Jungen” betrifft, viel zu wenig wissen, sowohl von Jungen als auch von Mädchen. Ich würde das auch nicht so isoliert betrachten wollen, es geht nun vor allem um das Geschlechterverhältnis. Im Diskurs um Jungen als Bildungsverlierer ist das manchmal wie eine Revanche entgegen der starken Mädchenförderung. Ich sehe dies als einen sehr ungünstigen Trend, das eine gegen das andere auszuspielen. Von daher würde ich an die zukünftige Generation von jungen Frauen und Männern, die in sozialen Bereichen arbeiten, eigentlich erwarten, dass sie sich weder auf das eine, noch auf das andere alleine fixieren, sondern sensibel sein müssen. Was ich ablehne, ist so was wie Genderspezifik oder geschlechtsspezifisches Verhalten. Da werden wir auch nicht in der Lage sein, klar zu formulieren: “Für Jungen muss es so oder so sein.” Ich glaube, wenn wir mit Blick auf Geschlechterverhältnisse sehen, dass man da gucken muss, wie man Räume eröffnet, für Jungen und Mädchen sich so zu entwickeln, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, ihren Interessen nach und nicht genderspezifisch. “Die Jungen haben ein expressiveres Verhalten, deswegen muss man mehr Sport mit ihnen machen.” Jungen sind nicht gleich Jungen, sowie Mädchen nicht gleich Mädchen sind. Es gibt Mädchen, die haben auch ein expressives Verhalten, es gibt Jungen, die keine Lust haben auf Fußball. Da würde man ein größeres Unrecht tun, wenn man versucht genderspezifisch zu arbeiten. Ich glaube man muss stärker auf individuelle Bedürfnisse und Interessen eingehen.
Zum Abschluss die Frage des Artikels: “Der Macho stirbt aus, so ein Glück!?”
Auf den ersten Blick, wenn es denn so ist, dann ist es ein Glück für alle Beteiligten, weil Machosein eigentlich auch ganz schön anstrengend ist.
uniVista bedankt sich für das Gespräch.
Charlie Sheen in “Two and a half Men”
als Inbegriff des Machos
Weitere Meinungen
Wir haben auch noch verschiedene Studierenden gefragt, ob es ein Glück ist, dass der Macho ausstirbt:
Ich glaube nicht, dass Machos aussterben, es muss welche geben, weil es ja sonst langweilig ist und einige Frauen stehen ja auch drauf … allerdings bin ich froh, dass ich keinen habe!
(Maren, 24, Germanistik)
In der Gesellschaft ist der Macho noch nicht ausgestorben. Wo der Mensch nur hinguckt, gibt es zum Teil legitimierten Sexismus und Chauvinismus, sodass es noch sehr lange braucht, bis der Mensch davon sprechen kann, dass der Macho ausgestorben ist.
(Anonym, 23, Germanistik/Musik)
Zum Glück natürlich. Es gibt doch nichts Besseres, als Männer, die auch mal putzen oder kochen!
(Maria, 23, kath. Theologie)
Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass der Macho nicht ausstirbt und nicht aussterben wird. Schalte ich nachmittags einen neuen Bildungssender (RTL, RTL II, ProSieben) ein, dann sehe ich mindestens fünf Machos und Personen, die es mal sein wollen, innerhalb kürzester Zeit. Entweder zeigen sie ihre Vorstellungen von Männlichkeit wie ein nordkanadischer Elch in der Paarungszeit – lauthals und übertrieben – oder es zeigt sich eine Person, bei der sämtliche männlichen Geschlechtsmerkmale dank der modernen Mode und Stylingvorstellungen nicht mehr vorhanden sind, aber trotzdem noch eine Geschlechterverteilung im Kopf herrscht wie zu Großmutters Zeiten. Es tut mir leid, aber der Macho ist noch lange nicht ausgestorben. Er hat nur neue Gesichter und so lange Frauen auf dieses Gehabe anspringen, wird sich daran auch nie etwas ändern.
(Alex, 26, Alumni)
Man bemerkt, auch am Trend der beliebten Filme und Serien zu erkennen, dass anscheinend der einfühlsame, umsorgende Typ Mann von Frauen erwünscht ist. In Zeiten der Emanzipation verträgt sich eben Macho-Frau nicht immer so gut mit Macho-Mann. Aber eben so wenig, wie sich Frau komplett in eine egozentrische, spuckende Sprücheklopferin verwandeln soll-te, halte ich es für wenig anziehend, wenn aus meinem starken Mann ein weinerlicher, anhänglicher (, glitzernder) Junge wird. Es sind eben beide Seiten in einem guten Verhältnis erwünscht – wie immer ein recht hoher Anspruch.
(Miriam, 18, Informatik)
Zwar hat es Charlie Sheen schwer, aber manchen Männern würde ein bisschen Machosein gut tun.
(Matthias, 24, Dienstleistungsmanagement)
Generell gilt für mich, dass es selbstverständlich ist, dass Menschen gleichgestellt sind, egal welches Geschlecht etc. sie haben, und da haben wiederum “Machos” im herkömmlichen Sinne keinen Platz, da das eine gewisse Überlegenheit vorgaukelt. Ein Maß an Machodasein ist natürlich auch mal zu tolerieren, weil es zur Persönlichkeit gehören kann, und solange das auch noch aus Spaß, nahezu ironisch, geschieht, ist es vollkommen in Ordnung.
(Sinje, 19, Religionswissenschaften)
Schön wär‘s! Leider gibt’s immer wieder Frauen, die auf Macho-Getue stehen – und dem wird Mann eben gerecht! Aber zum Glück folgen ja nicht alle Männer diesen Erwartungen einiger Damen und so lassen sich “die Guten” eben viel schneller erkennen!
(Marina, 23, Soziale Arbeit)
Fragen und Text: Jendrik Bartels

Regenbogenforelle gegrillt mit Zucchini-Antipasti

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Marc Friederichs, Koch im Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz
Vorspeise
Kalte Buttermilch-Gurkensuppe:
  • 1 l Buttermilch
  • 2 Salatgurken
  • Salz, Pfeffer & evtl. Cayennepfeffer
Zunächst musst Du die Gurken schälen. Für die Suppeneinlage werden etwa 50 g Gurken in feine Streifen geschnitten und bis zum Essen aufbewahrt. Die übrigen Gurken werden zusammen mit der Buttermilch püriert und dann mit Salz und Pfeffer, evtl. auch Cayennepfeffer, abgeschmeckt. Nun stellst Du die Suppe und Einlage kühl und gibst vor dem Genuss die Gurkenstreifen in die Suppe.
Hauptspeise
Regenbogenforelle in der Folie gegrillt, mit Zucchini-Antipasti, dazu Ciabattabrot:
  • 4 ganze Forellen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Tomaten
  • 50 g Butter
  • 1 Zweig frischen Dill
  • Aluminiumfolie
  • 1 Zucchini (etwa 30 cm lang)
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 rote Paprika
  • Olivenöl
  • Ciabattabrot
  • Kräuter der Provence, Salz & Pfeffer
Wasche erst einmal die Zucchini. Schneide dann die Blüte und den Stiel ab und das Übrige in Scheiben. Nun beide Paprika waschen, durchschneiden, entkernen und evtl. erneut waschen, danach in Stücke schneiden. Jetzt kannst Du die Zucchini- und Paprikastücke in Olivenöl anbraten. Dabei ist darauf zu achten, dass das Gemüse nicht zu gar wird und sich keine Flüssigkeit bildet. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen.
Trenne nun vier Stücke Alufolie ab, die etwa 20 cm länger sind als die Fische. Schäle die Zwiebeln und schneide diese sowie die Tomaten in Scheiben. Die küchenfertigen Forellen werden nun gewaschen und in die Mitte eines Stückes Folie gelegt. Würze den Fisch mit Salz und Pfeffer. Jetzt belegst Du jede Forelle abwechselnd mit einigen Scheiben Tomaten und Zwiebeln. Auf das Gemüse legst Du etwas Butter und darauf etwas frischen Dill. Ziehe nun die Alufolie oberhalb und unterhalb der Forelle hoch, lege die beiden Enden oben zusammen und knicke sie zweimal um. Die äußeren Enden werden eingedreht, ähnlich einem Bonbon. Lege nun die Fische auf den Grill, wo sie etwa 30 Min. gegrillt werden müssen. Alternativ kann man sie auch etwa 30 Min. bei 160 °C im Ofen backen.
Währenddessen musst Du das Ciabattabrot backen, etwa 15 Min. bei 160 °C. Nach dem Abkühlen schneidest Du es in breite Scheiben und reichst es zum Hauptgang.
Nachspeise
Erdbeeren mit grünem Pfeffer in Apfelsinensaft:
  • 100 g Zucker
  • etwas Wasser
  • 30 ml Apfelsinensaft
  • 1000 g frische Erdbeeren
  • 1-2 Esslöffel grüner Pfeffer
Wasche zuerst die Erdbeeren und putze sie (Blättchen abschneiden). Größere Früchte schneidest Du in Stücke. Lasse nun den Zucker mit sehr wenig Wasser in einem Topf auf dem Herd schmelzen. Wenn er flüssig und leicht bräunlich ist, wird er mit dem Apfelsinensaft abgelöscht. (Das bedeutet, man gießt den Saft in den Zucker. Dabei zischt und spritzt es stark.) Den Karamell auflösen lassen. Die Erdbeeren in die Flüssigkeit geben und köcheln lassen. Nach etwa einer Minute gibst Du den grünen Pfeffer zu und lässt ihn mitköcheln.
Guten Appetit wünschen das Studentenwerk Osnabrück und die uniVista Redaktion!
Ausarbeitung: Marc Friederichs
Text: Jenniffer Malenz

Vom Höhenrausch gepackt
Tausche Achterbahn gegen Segelflugzeug

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Bist Du schon mal geflogen? Ich meine, so richtig geflogen? Ich meine, ohne große Passagiermaschine und dutzende Mitflieger drum rum. So ganz ohne Motor, mit bloßer Windenergie und Thermik? – Ich schon.
Bild: Nina Gerlach
Letzten Sommer bekam ich die Gelegenheit, einen Freund von mir zu seinem Verein zu begleiten. Dem Segelflugverein Aero-Club Hagen e. V.
An einem Samstag fuhren wir schon ganz früh am Morgen nach Sümmern, wortwörtlich „in the middle of nowhere“. Mitten zwischen all den Feldern und Äckern befand sich ein kleiner Flugplatz, bestehend aus einem Tower, einem Hangar, einem Vereinsheim und einer kleinen Werkstatt.
Trotz der wirklich frühen Uhrzeit wimmelte es dort bereits von Menschen unterschiedlichen Alters. Zu Beginn jeden Flugtages werden in einem kurzen Briefing die Aufgabenverteilung und die Wetterlage besprochen. Die Aufgabenverteilung rotiert jedoch im Laufe des Tages, so dass jeder die Gelegenheit bekommt zu fliegen. In meiner Aufgabe als Schnupperschülerin durfte ich mich in sämtlichen Bereichen umschauen. Zu Anfang war ich etwas zögerlich, aber als ich erst einmal eingearbeitet war, hat es richtig Spaß gemacht.
Und dann hieß es schließlich, dass ich an der Reihe sei. Plötzlich wurde mir ganz schön mulmig zumute, denn aus der Nähe betrachtet, wirken diese hauchdünnen Flugzeugwände gar nicht so vertrauenerweckend. Und als mir dann noch ein Fallschirm angezogen wurde, wuchs meine Nervosität. Aber es gab kein Zurück, ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, durch die Luft zu segeln.
Eine Duo-Discus aus der Nähe
Bild: Nina Gerlach
Über ein langes Kunststoffseil wurde das kleine Flugzeug an einer Winde befestigt. Als mein Pilot Alex und ich in den kleinen Zweisitzer eingestiegen und startklar waren, wurde das Seil mittels der Winde eingezogen. Mit gehörigem Schwung wurden wir über die Wiese gezogen und dann stiegen wir plötzlich senkrecht in die Luft. Auf einer Höhe von 350 m wurde das Seil ausgeklingt und wir waren auf uns allein gestellt.
Ich war schier überwältigt, von dem was sich mir bot. Unter uns eine atemberaubende Aussicht, über uns der sonnige Himmel und um uns herum nichts als Freiheitsgefühl. Doch dann kam leider ein Rückschlag. Alex fragte mich, ob ich nicht mal das Steuer übernehmen wolle, und erklärte mir die wesentlichen Steuerelemente. Zaghaft probierte ich es und stellte dann die Frage, ob ich irgendwas falsch machen könne. Daraufhin kam prompt die Antwort “Naja, das, was du grad’ machst, zum Beispiel. Die Antwort saß. Sofort gab ich das Steuer wieder ab, doch plötzlich überkam mich ein ganz ungutes Gefühl. Obwohl alles in Ordnung war, signalisierte mir mein Unterbewusstsein aus irgendeinem Grund, etwas anderes und mir wurde fürchterlich schlecht. Also bat ich Alex zu landen.
Die Landung machte dann allerdings wieder richtig Spaß. Nach einem sanften Sinkflug setzen wir auf und schossen mit unserer Restgeschwindigkeit über die Wiese, bis wir schließlich zum Stehen kamen. Mit beiden Beinen wieder fest am Boden realisierte ich dann, was ich so eben erlebt hatte und bedauerte, dass ich den Flug abgebrochen hatte, denn schlecht war mir inzwischen gar nicht mehr. Da es mittlerweile schon recht spät war, bot mit Alex an, dass ich am nächsten Wochenende noch einmal mitfliegen dürfe. Sofort sagte ich ja.
Alles in allem war es ein super tolles Erlebnis. Und richtig vorbereitet habe ich den zweiten Flug sehr genossen. Vielen Dank an meinen Piloten Alexander Bornemann, Michael Schaffert und natürlich den Aero-Club Hagen e.V.
Mein persönliches Fazit zu diesem wirklich ungewöhnlichen Hobby: Alle Daumen hoch, es ist der Wahnsinn! Auch wenn es sehr zeitaufwendig und wetterabhängig ist, ist Segelfliegen ein sehr schönes Hobby, das viel Spaß macht, verhältnismäßig günstig ist und sowohl Jung als auch Alt begeistern kann. Solltet Ihr einmal die Gelegenheit bekommen, das Segelfliegen auszuprobieren, ich kann es Euch wirklich nur empfehlen. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, da oben durch die Luft zu gleiten und es macht einfach mega viel Spaß.
von Nina Gerlach

Wahre Geschichten
Das Leben kann so seltsam sein!

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Kann mich Facebook ins Gefängnis bringen?
Sofern Du clever genug bist, ein Bild von Dir hochzuladen, auf dem Du Benzin aus einem Streifenwagen klaust – Ja! So erging es zumindest einem Mann aus Kentucky, dessen Bild auf Umwegen leider die Polizei erreichte und der daraufhin eingesperrt wurde.
Sollte ich Unternehmensberatern trauen?
Vielleicht! Nur auf Geschäftsreisen sollte man sie lieber nicht begleiten. Der ein oder andere könnte sich sonst lediglich in Damenunterwäsche bekleidet an den Flughäfen dieser Welt zeigen, wie es ein Amerikaner auf verschiedenen Flügen mit US Airways bereits mehrfach getan hat.
Meine Bremsen funktionieren nicht, was tue ich?
Keine Panik, einfach die Tür öffnen und mit dem Fuß manuell bremsen! So schaffte es zumindest ein 24-Jähriger aus Michigan, sein Fahrzeug zum Stehen zu bringen. Abgesehen davon, dass er zuvor vier weitere Autos rammte.
Ist wenigstens auf die Polizei Verlass?
Normalerweise bestimmt. Zwei Polizisten in Los Angeles jagten jedoch lieber Frauen hinterher, als gefährlichen Kriminellen. Obwohl die beiden im Dienst waren, tauchten sie so in einem Pornofilm auf. Zwar kamen die beiden zunächst ungestraft davon, jetzt drohen ihnen jedoch Disziplinarmaßnahmen.
Auf dem Parkplatz eines Yachtclubs sollte meinem Auto nichts passieren, oder?
Stimmt, solang es sich nicht um den Redneck Yacht Club in Florida handelt. Dort musste eine 16-Jährige Besucherin feststellen, dass ein Monstertruck, angeheizt durch eine kleine Menschenmenge, mehrmals über ihr Auto gefahren war. Der Yachtclub bezeichnete dies später als „unglücklichen Zwischenfall mit ihrem Eigentum“.
Kann ich mit einem Pümpel eine Bank überfallen?
Leider nein! Ein Mann aus Utica, New York versuchte vergeblich damit die Bankangestellten dreier Banken zu überreden seinen Beutel mit Dollar-Noten zu füllen. Die gute alte Saugglocke bringt eben doch nicht alles zum Fließen. Glücklicherweise stellte die Polizei den schwer bewaffneten Mann wenig später.
Werden die Anforderungen an das Personal weiter steigen?
Wenn es nach einer chinesischen Teeplantage geht, ja. Dort dürfen nämlich nur Jungfrauen mit einem C-Körbchen arbeiten, die keinerlei Narben oder Wunden haben. Außerdem dürfen die Teeblätter lediglich mit dem Mund aufgesammelt werden um sie dann in speziellen Körben (Chaliuqing) zu platzieren. Um die anstrengende Arbeit zu bewältigen, müssen sie sogar spezielle Trainingsprogramme für Lippen und Nacken absolvieren. Was nach Sexismus klingt, verkauft das Unternehmen als edelsten Tee der Welt.
Schönheitsköniginnen würden sich doch nie die Hände schmutzig machen, oder doch?
Zumindest in Texas ist das etwas anders. Miss Snake Charmer 2011 – Laney Wallace – muss nicht nur Klapperschlangen enthaupten und häuten, sondern auch einen Handabdruck aus deren Blut an einer Wand hinterlassen. Auf den ersten Blick wirkt diese Art des Schönheitswettbewerbs ungewohnt barbarisch. Für die Einheimischen ist es jedoch ein Weg, sich mit dem Problem der wachsenden Population von Klapperschlangen auseinanderzusetzen.
von Matthias Christ

Warum ich besser bin als du – eine Polemik
Reaktion auf das Thema "Veganismus" der letzten Ausgabe

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Um ehrlich zu sein, war die Freude im Vorfeld groß. Nach den langen Sommerferien kehrte ich zurück an “meine” Uni und schon nach wenigen Tagen sah ich sie auf den Bistro-Tischen liegen: die neue uniVista. Auf der unteren Hälfte des Covers stand reichlich versteckt etwas von einem “Vegan-Experiment”. Ich dachte an die Reihe uniVista X-treme” und freute mich schon auf einen launigen Artikel über die Probleme ohne Fleisch. Der Artikel war dann auch recht launig und endete zu meinem Vergnügen mit dem Konsum eines Schnitzels. Doch letztendlich verkam er dennoch teilweise zu einer mehrseitigen Hetzschrift – ausgerechnet gegen Vegetarier!
Denn offenbar reicht es nicht mehr nur aus, Nutztiere vor der Schlachtung und damit vor etwas zu retten, für das sie so oder so bestimmt sind. Weit gefehlt! Neuerdings darf man nicht einmal mehr Eier essen oder gar Milch trinken. In mehreren Artikeln werde ich darüber aufgeklärt, dass die Schlachtung zur Fleischgewinnung abgrundtief böse ist und wir stattdessen eine Gleichstellung von Mensch und Tier anstreben sollten. Jedes Tier habe also das Recht zu schweigen (!), das Recht auf einen Anwalt (!!) und wenn es sich keinen Anwalt leisten kann, so werde einer gestellt (!!!). Ich bin entzückt und gerührt …
Auch der Wert für mich in meiner Eigenschaft als Mensch ist in dieser Ausgabe der uniVista enorm. Ich lerne, dass ich ein sogenannter “Omni” bin. Süß! Dass sich hinter diesem hochtrabend-niedlichen Begriff das deutsche Wort “Allesfresser” verbirgt, ist weniger lustig. Denn, so erfahre ich mit zunehmender Fassungslosigkeit, ein solcher “Omni” mache sich keinerlei Gedanken über sein Essen. Im Gegenteil! Wenn ich die Schreiberlinge des Veganer-Pamphlets richtig verstehe, bin ich ein solch gewissenloser “Omni”. Unterstütze ich etwa mit meinen morgendlichen Cornflakes mit Milch eine ganz üble Sorte Mensch? Den deutschen Milchbauern? Diese raffgierigen und übermäßig reichen Männer, die an jedem Liter Milch bis zu ein paar Cent verdienen und aus lauter Dankbarkeit für ihr großes Vermögen regelmäßige Treckerparaden vor dem Kanzleramt und dem Bundeslandwirtschaftsministerium veranstalten. Eine offensichtliche Huldigung ihrer wahrhaft schweinischen Komplizen!
Um diesem finsteren Treiben Einhalt zu gebieten, muss ich einem der Autoren zufolge zur Soja-Milch greifen. Das sei nicht nur gesünder für mich, sondern auch für Mutter Erde, die sich dann über weniger CO2-Ausstoß freuen könne. Diese Milch, die nun also die Basis für den mittwochabendlichen White Russian bilden soll, wird aus Soja gewonnen. Eine Wunderpflanze, die vor allem vom sympathischen Agrar-Großkonzern Monsanto in den nahe gelegenen USA oder auch im noch näheren Argentinien produziert wird. Und das auch noch in umweltfreundlichen und zukunftsweisenden Monokulturen! Die klimaneutrale Verschiffung dieser eierlegenden Wollmilchsau unter den Nutzpflanzen ist dank ölgetriebener und sehr kompakter Containerschiffe wunderbar möglich. Und das Beste kommt noch: Für diese Schiffe muss man keinerlei Eingriffe in die Natur – wie beispielsweise eine Elb… äh … Flussvertiefung – vornehmen, mit der man Obstbauern oder anderen “guten” Landwirten die Lebensgrundlage rauben könnte.
All diese erschütternden Fakten lassen die Milch des Bauern aus der Region ganz schnell sauer werden. Und sauer bin ich nach der Lektüre dieses schonungslosen Veganer-Exposés auch. Getrieben von meinem Ehrgeiz, die Welt JETZT zu retten, renne ich heim zu meinem Kühlschrank. Die böse Milch wird ein Opfer des Ausgusses und die noch böseren Steaks vergrabe ich im Garten. Kein Wesen wird sie so JEMALS zu sich und damit große Schuld auf sich nehmen. Nach dieser harten und doch gerechten Arbeit setze ich mich in meinen fair gehandelten Gartenstuhl, öffne ein Bionade und erfreue mich für den Rest des Tages an meiner moralischen Überlegenheit.
von Julius S.

Leave Behind

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Bilder: Meike Münck

Klausureindrücke während der Aufsicht

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1
Gebeugte Rücken überall,
manchmal ertönt der Türen Knall,
leis auch vernehmbar Raschelns Schall
und manchmal eines Stiftes Fall.
Die Stirnen runzeln sich fürwahr
In dieser großen Schreiberschar:
Gedanken, neblig oder klar –
So fließen sie aufs Formular.
Ein Lächeln von Bekannten hier
Und dort ich wie Trostbitte spür;
Das Warten manchmal an der Tür
Zeigt: Blase ist noch voll mit Bier –
Doch Wasser oder Cola nur
Kennzeichnen hier die Trinkkultur.
Zur Fastenzeit in R 02
Ruft jeder seinen Geist herbei,
dass er von Stress ihn mache frei,
erfreulich das Ergebnis sei.
Denn klausurschreibend sitzen sie
Vor weißen Tischen in der Früh
Ein Wort darf dabei fallen nie,
die Nase neigt sich fast zum Knie.
Naturgeräusche bloß man hört:
Stuhlrücken, Husten ungestört,
die Blätter werden mal gerafft
mal umgelegt mit sanfter Kraft;
zuweilen trinkt man, isst man auch,
sein Recht einfordert dann der Bauch.
2
3
Man kommt und holt sich noch ein Blatt,
schon seitenlang man vor sich hat –
und so auch Pinkelpausenzeit
und Rauchen von dem Druck befreit:
Die Worte fließen nicht so glatt,
das viele Denken macht auch matt
und weiß man mal nicht recht Bescheid,
der Blick nach oben Hilf bedeut´t (?)
Verboten ist es, sich zur Seit
Zu wenden bei Gelegenheit,
auch Sprechen ist total verboten:
Mogelversuch versaut die Noten;
So ratsam ist es, ganz allein
Sich an den Aufgaben zu freun.
Den Saal durchweht ein Angstschweißhauch:
Kann ich die Klausur schaffen auch?
Kenn ich der Systematik Brauch?
Lohnt sich der wochenlange Schlauch?
Was wollen die Gutachter lesen?
Wär´s vielleicht besser so gewesen?
Die Angst treibt manche(n) gar zum “Tresen”,
um wie gewünscht Fragen zu lösen.
Dort sitzt, Aufsicht führt ein Dozent,
den jeder der Studenten kennt,
der prüft hier sein Sonett-Talent,
doch allen nur das Beste gönnt,
wenn strenge Blicke er versend´t,
ob er `nen Mogelversuch fänd.
4
5
Wieder die Studenten schreiben,
Köpf über Blätter gebeugt;
Ob sie auch in Zukunft bleiben
Diesem Thema geneigt?
Vieles, was sie tun und treiben,
von Gewohnheit zeugt,
hoffentlich sie sich dran reiben,
wenn Gesellschaft streikt.
Was auch immer sie bewegt,
Wirken heißt auch Sprechen,
solang Herz und Hirn sich regt,
nicht die Knochen brechen,
werden sie mit off´nen Augen
ihren Weg gehen, wenn sie taugen.
Einige heben, schmerzverzerrt,
ihren Arm mal an,
wohl ein Äderchen versperrt?
Lock´rung lindern kann?
Auch die Schreibspannung, verkehrt,
hindert den Elan,
manche ihre Locke stört,
hält das Aug in Bann …
Körperlockerung macht fit
Auch das Hirn … denkt mit.
Was wollen die Gutachter lesen?
Wär´s vielleicht besser so gewesen?
Die Angst treibt manche(n) gar zum “Tresen”,
um wie gewünscht Fragen zu lösen.
6
7
Der Stift streicht hörbar das Papier –
So ruhig ist es selten hier -,
die Finger werden ausgewrungen,
schwer seufzt die Luft auch durch die Lungen;
die eine liegt fast auf dem Blatt,
auch Stirnefalten findet statt,
die Locke wird hinweggestrichen,
erneut dem Outfit angeglichen.
Zuweilen birgt man(n) das Gesicht,
wenn die Idee abrupt abbricht,
auch Räuspern hört man, stieren Blick
nimmt wahr man, schreibendes Geschick
paart sich mit Schreibgeräusch – zum Glück?
Dazwischen knurrt Dozentenbauch
Und Handytöne hört man auch.
Gar mancher hält den Kopf sich fest –
Ob er dann Klügeres rauslässt?
Es bringt sie die Klausur zum Schweigen
Und jeder, jede eifrig schreibt;
Die Köpfe auf das Blatt sich neigen,
es gilt ja hier: wer schreibt, der bleibt!
Denkwürdig, mehrzahlig beweibt
Sind die Personen, die einsteigen
In dieses Quiz, die Pflicht sie treibt,
der sie sich zähneknirschend beugen.
Was tun? Das Joch soll sein gelinde
Und soll womöglich Spaß bereiten,
das jeder jede leichtlich finde,
was ich erklärte hier beizeiten,
woran sie manchmal sich erfreuten –
ich glaube nicht, dass ich sie schinde!
8
von Eberhard Ockel

Das verschwundene Gestern und ein ungewisses Morgen

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Cover: Bastei Lübbe
Im Mittelpunkt des Romans von Lisa Genova steht die Familie Howland. John und seine Frau Alice, beide Anfang 50, arbeiten in Harvard als erfolgreiche Wissenschaftler und Professoren. Er widmet sich dabei mit Leib und Seele der Biologie (Krebsforschung), seine Frau ist bedeutende Wissenschaftlerin der Psycholinguistik (kognitive Psychologie).
Das Paar führt ein beschauliches Leben, wie viele andere “Best Ager” auch: Die Kinder sind aus dem Haus, es wird aus der Distanz Anteil genommen am Leben der erwachsenen Kinder und sie gehen auch voller Energie ihren Jobs nach. Schleichend beginnt sich dann aber, die Idylle zu wandeln. Denn Alice fängt an, nicht mehr richtig “zu funktionieren”. Die kognitiven Veränderungen von Alice bringt ihr Mann zunächst mit dem Arbeitsstress und den beginnenden Wechseljahren in Zusammenhang. Im Verlauf des Buches findet eine subtile Beschreibung aus Sicht der Betroffenen über diesen vielschichtigen Prozess einer beginnenden Demenz statt. Das Ganze wird jedoch ergänzt durch die zahlreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, was die emotionale Seite der Geschichte erweitert.
Die Autorin Lisa Genova schafft es, durch ihr profundes Wissen als Psychologin und promovierte Neurowissenschaftlerin eine anrührende und zugleich hoffnungsvolle Geschichte zu erzählen über die mannigfaltigen Veränderungen einer früh beginnenden Demenz.
Zudem wirft sie die zentrale Frage auf, was noch wichtig für uns ist, wenn die Erinnerungen und unser Wissen verschwinden. Ideen und Antworten auf diese philosophische Frage findet Ihr in dem Buch Mein Leben ohne gestern.
Lisa Genova: Mein Leben ohne gestern
Signatur: 430 396
von Lena Bischoff

Pflichtprogramm für die Leseecke

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Cover: Deutscher Taschenbuch Verlag
Einen der höchsten Berge in der Literaturlandschaft sollte man womöglich nicht als Perle bezeichnen. Zu empfehlen ist Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald aus dem Jahr 1925 dennoch, beziehungsweise genau deswegen (der Klassiker ist auf Platz 46 der Liste der 100 besten Bücher des 20. Jahrhunderts von Le Monde). Mit wunderbaren Beschreibungen aber flottem Erzählstil schildert Fitzgerald das (wilde) Treiben im Amerika der 20er Jahre.
Nick Carraway, der Ich-Erzähler, nimmt den Leser mit auf die pompösen Partys seines reichen und ominösen Nachbarn Jay Gatsby in Long Island. Dieser hat jedoch nicht im Sinn, einem exzessiven Dasein zu frönen, vielmehr hofft er auf ein Wiedersehen mit seiner ehemaligen, ebenfalls sehr gut situierten, Liebschaft Daisy.
Diese, eine entfernte Cousine von Nick, ist schon längst verheiratet mit dem aggressiven Tom sowie junge Mutter. Dennoch setzt Gatsby alles daran, seine verlorene Liebe zurückzuerobern und somit sein einsames Dasein zu beenden. Nur dieser Plan hat seinen Preis.
Was sich nun nach einer Vorlage für Rosamunde Pilcher anhören mag, entwickelt sich einerseits zu einer ergreifenden Story (Leichen!), andererseits nimmt Fitzgerald feinfühlig eine zusehends kalte Gesellschaft auseinander. (Welchen Wert besitzen Liebe und Freundschaft?)
Übrigens: Bevor dieses Jahr Leonardo DiCaprio dem großen Gatsby auf der Leinwand ein Gesicht gibt, sollte man sich von dem Roman vielleicht ein eigenes Bild machen.
Francis Scott Fitzgerald: Der große Gatsby
Signatur: 99 894
von Tobias Kunz

Ein fantastisches Gleichnis

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Cover: Deutscher Taschenbuch Verlag
“Was bringen sie den Kindern eigentlich heutzutage in den Schulen bei?” Dieses Zitat stammt von jenem schlauen Professor, in dessen Haus sich ein Zimmer befindet, in dem nichts als ein Wandschrank voller Pelze steht. Und genau in jenem Schrank beginnt das erste Abenteuer der vier Geschwister Peter, Edmund, Suse und Lucy.
Narnia ist für uns eine fremde Welt, in der die Tiere reden können, Fuchs und Hase friedlich am Festtisch sitzen, Riesen, Zentauren, Zwerge, Hexen und allerlei andere fantastische Wesen leben. Doch Narnia wird schon seit langer Zeit von der weißen Hexe beherrscht. Sie ist es, die dafür sorgt, dass in Narnia immer Winter ist, aber niemals Weihnachten.
In Narnia freunden sie sich mit Herrn Biber an, er soll sie zu Aslan bringen. Zusammen mit Aslan, dem König der Könige, müssen die Kinder Narnia befreien. Doch der Hexe dürstet es nach Edmunds Blut, denn durch einen Verrat an seinen Geschwistern ist er an die Hexe gebunden. Nur durch ein großherziges Opfer gelingt es, sein Leben zu retten. Aslan opfert sich für Edmund. Doch wie sollen sie nun Narnia retten? Und was hat es mit einem sehr alten und sehr starken Zauber auf sich?
Clive Staples Lewis: Der König von Narnia
Signatur: 391 148
von Carola Hofmann

Abenteuer Jugend
Verrückt, verliebt, verloren

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Cover: rororo
Tschick (Andrej Tschichatschow), so nennt man den Jungen mit dem unaussprechlichen Namen, der eines Tages neu in die Klasse von Maik Klingenberg kommt. Ein Junge fernab davon nur im Geringsten gemocht zu werden. Jemand, über den man gerne sprach, wenn er in der Schule betrunken vom Stuhl fiel und weil er einfach sonderbar war. Ganz anders als Maik eben. Dieser war eher unscheinbar und seine Eltern mit sich selbst beschäftigt. Und so kam es, dass er in den Sommerferien das Haus für sich allein hatte. Doch nicht für lange. Gemeinsam mit Tschick, der plötzlich mit einem geklauten Wagen aufkreuzt, reisen die beiden in die Walachei – ohne die geringste Kenntnis, wo diese ist.
Auf der Reise dorthin erleben sie so manches Abenteuer und spätestens an der Stelle, als Maik Tschick einen Bart mit Edding ins Gesicht malt, um ihn am Steuer älter wirken zu lassen, überkommt einen das Lachen, das so schnell nicht mehr verschwindet. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden 14-Jährigen eine Freundschaft – die in ihren Anfängen einiges durchzustehen hat: Geldmangel, Stress mit “Frauen” und Verfolgungsfahrten mit der Polizei sind nur einige Beispiele.
Ein Muss für alle Junggebliebenen, Humorliebenden und Herrndorf-Fans, dessen Thriller Sand erst in diesem Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse im Genre Belletristik gewann.
Und auch tschick gehört zu den guten Büchern. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es im letzten Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde sowie in diesem Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012.
Wolfgang Herrndorf: tschick
Signatur: CQYh 4362 = 423 693
von Jenniffer Malenz

Sudoku

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Das Sudoku gibt es nur als PDF-Version:

Die Einhorn-Sache

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Ein ganz normaler Tag in der WG: Man liegt so herum und genießt das süße Nichtstun. Stress ist schließlich neurotoxisch. Und so begab es sich, dass man beschloss, die nächsten Wochen erstmal gar nichts zu tun. Schief auf der Wiese stehen oder mit dem Tiger aus der Ecke quatschen ist aber okay.

Boom, Paupau und Knallpeng! Plötzlich und ganz unerwartet tauchen aus dem Nichts zwei Austauschstudenten aus New York und Moskau auf. Um die politisch angespannte Vergangenheit ihrer Länder aufzuarbeiten, beschließt die WG ein Picknick zur Feier ihrer selbst zu veranstalten.

Was dann passiert, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Die Flasche Vitamalz kippt um, wird unsichtbar und ihr Inhalt verteilt sich im ganzen Raum und verzaubert den Rest der WG und auch die Gäste in Einhörner.

Während sich die Einhörner still und heimlich zu einem großen Mega-Einhorn formatieren, kämpft WG-Hund Kingkong mit der Entscheidung, alles, was er sieht, aufzufressen.

Texte & Bilder: Carolin Makus
Inspiration & Outside Assistance: Tomke Diederike zur Brügge & Luiz Henrique Heins Bueno

Was hältst Du von unserem Neubau?

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Bild: Jenniffer Malenz
Mir gefällt der moderne Entwurf, der auf der Homepage zu sehen ist, sehr gut. Der moderne Stil wird dem Gesamtbild der Uni ein wenig mehr Pep geben. Ich freue mich über zwei neue Hörsäle und hoffe, dass es durch die Erweiterung in den Seminaren oder auch Vorlesungen aufgrund der Teilnehmerzahl und z. T. kleinen Räumen nicht mehr so beengt sein wird.
(Kerstin)
Ich finde den Neubau gut, denn Vorlesungen im Kino finde ich nicht so geeignet, um zu lernen.
(Sina)
Ich finde, eine wirkliche Meinung über das Gebäude kann man sich erst bilden, wenn es fertig gestellt wurde.
(Henning)
Ich finde es sinnvoll, ein neues Hörsaalgebäude zu bauen, denn in vielen Räumen ist es gerade zu Semesterbeginn zu voll.
(Nadine)
Ich finde den Neubau auf jeden Fall sinnvoll. Gerade die Uni Vechta benötigt mehr Räumlichkeiten. Zu der Optik kann ich leider noch nichts sagen.
(Andrè)
Die Frage stellte Carola Hofmann

Ausgabe 21 (PDF-Version)

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PDF-Version dieser Ausgabe:

Endlich mal Alternativen aufzeigen …
... auch bei Studiengebühren!

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Folglich des bundesweiten Bildungsstreiks, der auch hier in Vechta organisiert wurde, gab es keinerlei Reaktionen von der Politik und es wurden keine Alternativen aufgezeigt, wie es zu einer Besserung der Studiensituation kommen kann.
Die linken Studenten wollen eine Abschaffung der Studiengebühren – die Konservativen wollen diese meist behalten. Aber gibt es nur diese beiden Stimmen, gibt es keinen Königsweg aus diesem Dilemma? Sogar im recht konservativen Magazin Focus haben sie festgestellt, dass Studiengebühren auch ein Hindernis an einem Studium sind. Eine Studie von Rüdiger von Nitzsch zeigt, dass Studienanfänger schneller abbrechen oder erst gar nicht ein Studium beginnen, da die finanzielle Belastung zu hoch erscheint.
Diskutiert werden daher eine Absolventensteuer, die nach der Beendigung des Studiums erfolgt. Hierbei sollen ein Teil der Kosten bei der Ausbildung über Steuern refinanziert werden. In Schweden und Australien wird zum Beispiel je nach Gehalt eine gewisse Summe zurückbezahlt, somit entsteht ein soziales System zur Finanzierung des Studiums. Die Gefahr entsteht, dass die StudentInnen das Studium erst sehr langsam abschließen, um später ins Berufsleben einzutreten und tendenziell kein hohes Einkommen haben wollen. Wenn ein höheres Einkommen dazu führt, dass der Akademiker insgesamt mehr hat, als andere, wäre diese Alternative möglich. Ein positiver Effekt bei dieser Art der Finanzierung wäre, dass es nun für die Universitäten Anreize gibt, ihre Lehre zu verbessern. Insbesondere wenn die Absolventensteuer direkt den Universitäten zukommt. Außerdem würde durch diese Art der Finanzierung nicht die Gefahr bestehen, von Unternehmen unterwandert zu werden und unabhängig zu sein. Diese Steuer könnte sich demnach auch verlängern, je nach Länge des Studiums, damit diejenigen, die wenig Zeit in Anspruch genommen haben, auch nicht so lange zahlen müssen. Für die Personen, die eine längere Zeit für das Studium brauchen, sollte der Betrag daher etwas höher oder die Dauer verlängert werden.
Wir möchten von der AG Bildungsstreik eine Podiumsdiskussion zu den Studiengebühren veranstalten und werden Euch früh genug Bescheid geben, wann und wo diese Diskussion stattfinden soll.
von Tim K. (AG Bildungsstreik)

Finde die “20″ – Die Gewinner

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Bild: Carolin Makus
Anlässlich unserer Jubiläumsausgabe am Ende des vergangen Jahres präsentierten wir Euch ein Gewinnspiel der besonderen Art. Wir versteckten 20er in der 20. Ausgabe, die von Euch gefunden werden mussten. Wer dabei 45 bzw. 44 zählte, brauchte es uns nur noch auf Facebook oder per Mail mitzuteilen und gewann einen der Preise.
Besonders beliebt war hierbei der freie Eintritt zu allen Unipartys des SoSe 2012 vom Asta. Dieser 1. Preis ging an Tomke zur Brügge, die sich freudestrahlend ihren Ausweis in der Redaktionssitzung abholen kam (siehe Foto). Doch auch Andre R. konnte sich über den zweiten Preis freuen. Wir hoffen, ihm haben die zwei Freikarten für „Özgür Cebe“, einem Comedian, der in der Uni gastierte, einen schönen Abend beschert und der Schlüsselanhänger mit einem Kompass den Weg dorthin gewiesen. Weitere Schlüsselanhänger, Wörterbücher, Kompasse, Wochentimer sowie eine aufblasbare Weltkugel gingen an Sarah K., Semra B. und Sevda B.
Vielen Dank für die Teilnahme am Gewinnspiel und für die Bereitstellung der Preise!
von Jenniffer Malenz

E-Smoking
Echte Alternative oder gefährliche Geldmacherei?

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© Gisela Peter (PIXELIO)
Fast täglich sieht sich der trendbewusste Konsument neuen innovativen Produkten ausgesetzt. Ob es eine Ketchup-Tube in Form einer Pistole ist, die die rote Flüssigkeit auf das Essen ejiziert oder aber der schnelle Koffeinkick zum Inhalieren, der das lästige Trinken eines Kaffees endlich überflüssig macht. Auch der Griff zur Zigarette sollte auf diese Weise durch „E-Smoking“ revolutioniert werden. Erst kürzlich eröffnete auch hier in Vechta ein solcher Laden, der versucht die elektronische Variante unters Volk zu bringen. Dies ist Anlass genug, sich einmal näher mit dem Thema zu befassen.
Wie funktioniert eigentlich Rauchen?
Rauchen basiert ganz allgemein auf dem Inhalieren von Rauch, der durch das Verglimmen von Tabak entsteht. Dabei werden neben dem Nervengift Nikotin auch andere Zusatzstoffe wie beispielsweise Teer freigesetzt und über die Lungen aufgenommen. Diese Stoffe führen dann zu den vielfältigen gesundheitlichen Risiken wie beispielsweise Krebs oder Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems. Es ist dabei zwischen Haupt- sowie Nebenstromrauch zu unterscheiden. Der Hauptstromrauch entsteht, wenn der Rauchende an der Zigarette zieht und der Tabak bei hohen Temperaturen verbrennt. Dazwischen bildet sich der Nebenstromrauch. Das Gefährliche an diesem Rauch ist, dass im Gegensatz zum Hauptstromrauch der Tabak bei niedrigeren Temperaturen verglimmt. Die in ihm enthaltenen Stoffe werden dadurch weniger stark verbrannt und gelangen in erhöhter Konzentration in den Rauch. Zwar ist Passivrauchen dadurch potenziell schädlicher als der aktive Zug an der Zigarette, da Raucher aber stets auch Passivraucher sind, tragen sie das höchste Risiko.
Warum soll E-Smoking nun besser sein?
Der Hauptunterschied liegt darin, dass kein Tabak verbrannt wird und somit keine Glut entsteht. Damit der Konsument nicht nur auf einem angemalten USB-Stick rumnuckelt, arbeiten E-Zigaretten mit Dampf, der durch einen Atomizer (engl. Verdampfereinheit) erzeugt wird. Der Atomizer erhitzt die in einem Vliesstoff zwischengespeicherte Aroma-Flüssigkeit aus dem Aroma-Depot. Der dadurch entstehende Dampf kann dann, ähnlich wie Rauch, inhaliert werden. Damit der Atomizer arbeiten kann, benötigt er einen Akku, der sich im vorderen Bereich befindet. Am vorderen Ende sorgt ein LED-Licht für das vom Original bekannte Aufglühen beim Ziehen. Der Vorteil liegt somit darin, dass keine Zusatzstoffe mehr mit verbrannt werden, sondern lediglich das gewünschte Aroma als Dampf konsumiert wird. Außerdem entsteht kein Nebenstromrauch, da zwischen den Zügen kein Dampf aus der E-Zigarette austritt.
Wo ist der Haken?
Das Hauptproblem ist derzeit die fehlende Kontrolle der Liquids (engl. Aroma-Flüssigkeit). Diesen wird, um auch die Wirkung einer Zigarette zu erzielen, Nikotin beigemischt. Die Höhe der Konzentration bestimmt jedoch der Anbieter, da festgelegte Richtlinien fehlen. Somit entsteht ein unkontrollierbares Risiko für den Nutzer. Auch der erst kürzlich bekannt gewordene Fall eines explodierenden Akkus, bei dem das Gesicht eines E-Rauchers verunstaltet wurde, schafft zusätzliche Unsicherheit. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Studien, die einerseits häufig im Interesse einer bestimmten Klientel angefertigt werden, andererseits zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Auch ist die E-Zigarette bereits in einigen Bundesländern verboten worden. Die Tabaklobby dafür verantwortlich zu machen, würde sicher zu weit gehen. Allerdings bleibt die Frage, warum die für Konsument und Umwelt gesundheitsgefährdenden Zigaretten nicht mit ähnlicher Härte behandelt werden. Schlussendlich ist es wie bei jedem Genussmittel immer eine Frage des eigenen Geschmacks, jedoch sollten allzu gut klingende Versprechen der Firmen und Konzerne stets kritisch betrachtet werden.
von Matthias Christ

Vechta ist einfach langweilig?!
Veranstaltungen ohne Studenten

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Klar, das Provinznest Vechta ist nicht gerade der Ort, an dem man erwartet, auf kulturelle Hochgenüsse zu stoßen. Die Studenten fahren, vor Langeweile geplagt, nach der Uniparty heim und gehen dort ins Theater oder auf Lesungen. Naja, es ist nicht nur in Vechta so. Auch im schicken Ludwigshafen schauen die Studenten lieber RTL, betrinken sich oder lernen für ihre Dauerprüfungen.
Die frischgebackene Universitätsstadt sieht diesen Zustand jedoch nicht als aussichtslos. So berichtet Dr. Frank Käthler, Amtsleiter für das Amt für Medien, Marketing, Kultur und Wirtschaftsförderung der Stadt: „Im Gegensatz zum letzten Jahr hat die Anzahl der Theatergänger zugenommen. Mag sein, dass das an der Auslagerung von Vorlesungen ins Metropol liegt, wo Angebote besser registriert werden. Außerdem planen wir mit dem AStA zusammen Veranstaltungen. Auf jeden Fall werden die Studenten stärker aufmerksam gemacht, ob sie kommen, ist natürlich eine andere Geschichte.“ So gibt es am 25. April im Gulfhaus einen Kabarettabend mit Klaus Urban.
Ludger Hausfeld, Geschäftsführer des Gulfhauses gibt an, dass auf den wöchentlichen Veranstaltungen kaum Studenten anzutreffen seien. Kein Wunder?
Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass vieles schlechter gemacht wird, als es tatsächlich ist. Wenn man als freie Mitarbeiterin der hiesigen Regionalzeitung, wöchentlich in Konzerten, Lesungen und Theaterstücken sitzt, fällt schnell auf, dass unbekannte Künstler sehr wohl in der Lage sind, in ihrer Materie aufzugehen, die Menschen zu berühren und zum Nachdenken anzuregen.
Zum vergangenen Weltfrauentag wurde in der Uni-Aula ein Kabarett veranstaltet. Sicher könnte man, wie 1968 BHs verbrennen, Männer verfluchen und versuchen den Papst zu stürzen. Allerdings wäre es auch nicht schlecht, bei sich selbst anzufangen. Sia Korthaus, hat es geschafft zu zeigen, wie unsinnig manche Alltagserscheinungen sind. Und wer kennt schon Sia Korthaus?
Könnte man nicht, trotz Provinzmief und Dauerstress einen Versuch wagen? Schaut man in den Kulturkalender, gibt es durchaus viele Angebote, die relativ günstig sind. Provinzieller und öder als in anderen öden Provinzen sind sie wahrscheinlich nicht. Und die Wiederholung von „Bauer sucht Frau“ gibt es auch im Internet, ohne Werbung.
von Katharina Debbeler

Wer Autos repariert, schafft Räder mit links
Ingo Knierim - Der Mann aus der Fahrradwerkstatt

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Egal ob ein platter Reifen oder ein Schloss ohne Schlüssel. Dieser Mann kann alles richten: Ingo Knierim, 33 Jahre alt, gelernter Automechaniker und seit einigen Semestern Student der Sozialen Arbeit an der Universität Vechta. Er übernahm 2009 die Fahrradwerkstatt, aber sucht inzwischen nach einem Nachfolger und hofft auf Interessenten.
Bild: Ingo Knierim
Ingo, Du machst schon seit einigen Jahren die Fahrradwerkstatt. Wie bist Du an den Job gekommen?
Ich habe meinen Vorgänger Robert bei einem Fußballturnier kennengelernt. Er meinte, wenn ich Autos reparieren könnte, würde das ja auch mit Rädern gehen. Von ab und zu einem Fahrrad entwickelte sich das Ganze doch zu sehr vielen Fahrrädern. (lacht)
Wie viele Räder hast Du in der Woche?
Das ist unterschiedlich, (überlegt) aber im Schnitt etwa 10. Oft sind es nur Kleinigkeiten, wie ein loser Stecker, eine lose Kette oder ein platter Reifen.
Und Dein Geld verdienst Du mit den Einnahmen, die Du über die Reparaturen erwirtschaftest?
Genau. Die Uni unterstützt mich, indem sie den Strom und die Heizung übernimmt. Der AStA hat meinem Vorgänger Robert ein Startkapital überlassen, um eine gewisse Basis an Ersatzteilen, also Ketten, Schläuche und Mäntel anzuschaffen.
Mit deinen 33 Jahren bist Du doch schon recht alt. Was hast Du vorher alles gemacht?
Zuerst war ich auf der Realschule, dann habe ich eine Ausbildung zum Automechaniker gemacht. Anschließend kamen das Fachabi und der Bund. Danach studierte ich fünf Semester lang Maschinenbau. Das war aber gar nicht mein Ding. Dann arbeitete ich wieder.
Wie bist Du auf deinen jetzigen Studiengang gekommen? Automechaniker, Maschinenbau und soziale Arbeiten passen ja nicht wirklich zusammen.
Mein Ziel ist es diese Bereiche miteinander zu verbinden. In Lohne zum Beispiel gibt es von der Caritas eine Fahrradwerkstatt, in der Schulabbrecher über das Handwerk wieder einen Sinn im Leben bekommen sollen. So etwas in der Art würde ich später gerne machen.
Hast Du eigentlich noch Freizeit mit Deinen ganzen Rädern?
Ja klar, ich wäre zwar bestimmt ein Semester eher fertig geworden, aber ich konnte meinen Lebensunterhalt zum Teil selbst bestreiten und das war mir wichtig. Sonst spiele ich noch Fußball in der zweiten Mannschaft von Oythe. Außerdem verbringe ich noch viel Zeit im Wohnheim und mit meiner Freundin.
Wie lange bist Du noch da?
Ich denke bis Anfang/Mitte Sommersemester 2012. Aber stressen, meinen Schuppen leerzuräumen, muss ich mich bis jetzt noch nicht.
Das Interview führte Katharina Debbeler.

Länder in Sicht!

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Nach dem großen Erfolg der Sommerschule 2011, geht es dieses Jahr in die zweite Runde – Sei dabei!
Teilnehmer der vergangenen
Kulturwissenschaftlichen Sommerschule
Bild: International Office der Universität Vechta
Jemand Neues ist in der Stadt. Er heißt Frühling und er hat seinen hübschen Freund, den Sommer, im Schlepptau. Vechta erwacht aus der Kältestarre der Wintermonate. Der letzte Glühwein ist längst vergessen und Wham wird – Himmel sei Dank – vorerst nicht mehr „Last Christmas“ vom Stapel lassen. Der Coca-Cola Truck ist abgefahren, holt die Flip Flops aus dem Schrank!
Häufig jedoch weicht der neuentflammte Tatendrang dem altbekannten Sommerloch. Um dem vorzubeugen, organisierte das International Office der Universität Vechta im vergangenen Jahr eine Sommersprachschule für Vechtas Studi