No 03 – Januar 2007

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uniVista im Gespräch mit dem StuPa-Präsidenten

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Kurz vor Weihnachten trafen wir Eugen Reck, Präsident des Studentenparlaments und fragten nach, was das eigentlich ist: das Studentenparlament oder im Uniabkürzungsdeutsch: StuPa. Und was eigentlich macht der Präsident selbst? Wie steht er zu aktuellen Themen, etwa zum Boykott 2007, zu der Master- Problematik? Heraus kam ein offenes Gespräch, das weder kritische Töne noch Selbstkritik missen ließ.
Zunächst einmal das, was man fragen muss, wenn man an der HS Vechta studiert: Warum Vechta?
(lacht) Das frage ich mich schon die ganzen letzten sieben Semester. Nein, ehrlich: Vechta ist einfach eine tolle Stadt. Tolles Umfeld hier, dieses Familiäre, Kleine.
Also schon eine bewusste Entscheidung gewesen, nach Vechta zu kommen? Oder lieben gelernt?
Zur Person:
Eugen Reck, 23 Jahre alt
Umweltwissenschaften (7. Sem.)
StuPa-Präsident seit einem Jahr
Nein, nein, schon bewusst. Das Studium hier hat mir zugesagt, bereits im Vorfeld, als ich das Curriculum gelesen habe. Von daher war Vechta eine gute Lösung.
Bist du noch in anderen Gremien außer im Studentenparlament aktiv?
Ja, ich bin der ZKLS (Zentrale Kommission für Lehre und Studium), mittlerweile, ich glaube, im zweiten Jahr.
Kommen wir zu deiner Beschäftigung im Studentenparlament: Wie kam es dazu, dass du ins StuPa gekommen bist?
Ich wurde von so einer Art Fachrat Umweltwissenschaften angesprochen. Bei uns hat sich das so ergeben, dass wir relativ zeitnah, nachdem unser Studium begonnen hatte, erfahren haben, dass wir eine auslaufende Betreuung erhalten. Da kamen dann höhere Semester auf mich zu und meinten, wir bräuchten frische Leute in den Gremien, damit auch unsere Belange mit vertreten werden und ein ordentliches Studium gewährleistet wird.
Wie plötzlich kam die Präsidentschaft auf dich zu?
Ja, die kam in der Tat plötzlich. Ich war ja nur studentischer Vertreter und wurde dann von den alten Hasen, die noch drinnen waren, angesprochen.
Es wurde also eher an dich herangetragen?
Ich habe nicht danach geschrien: Ich möchte unbedingt! Aber es macht mir Spaß… Ich bin in diese Position hineingewachsen. So ein Amt ist auch nicht gerade einfach. Man muss die ganzen Formalia drauf haben, früher oder später. Ich habe mir aber von vornherein gesagt, wenn du Präsident bist, dann machst du eine eigene Politik, mit der sich die Leute identifizieren können. Auch wenn das manchmal etwas unbürokratischer zugeht.
Wie kann man sich das denn vorstellen: den Alltag eines StuPa-Präsidenten?
Jetzt zur Weihnachtszeit relativ stressig. Am letzten Freitag war dann auch die Examensfeier, der ich auch tatkräftig zur Seite stehen durfte. Als StuPa-Präsident hat man meist auf solchen Veranstaltungen ein studentisches Grußwort zu halten, deswegen sollte das Bedürfnis eine Rede zu halten auch da sein.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den anderen Gremien an der Uni? Beispielsweise mit dem AstA. Wie kann man sich das vorstellen?
In dem letzten Jahr, in dem ich StuPa-Präsident gewesen bin, war die Zusammenarbeit sehr gut. Ich bin in die Strukturen eingeführt worden, die mir vorher so nie bekannt waren.
Zu dem StuPa im studentischen Alltag: Wann wende ich mich als Student eigentlich ans StuPa?
Quasi immer, wenn du denkst, du wirst in deinem Studium falsch behandelt Wir haben zum Beispiel gerade relativ zeitnah ein Problem, und zwar geht es um die Leute, die in den Master of Education gewechselt haben. Das Zeitproblem ist so gravierend ist, dass es mittlerweile Gespräche mit Frau Rieken und Herrn Jungwirth gegeben hat. Und es wurde festgestellt, dass zwei Semester für so ein kompaktes Studium, mit Fachpraktikum dazwischen und Masterarbeit gleich im Anschluss und im Vorfeld zig Referate und Klausuren einfach nicht zu schaffen sind.
Also man hat eine Prüfungsordnung erstellt, ohne darauf zu achten, ob die auch realisierbar ist?
Nein, nein. Die Hochschule selbst hat damit relativ wenig zu tun. Sie kriegt einen Rahmen vom Land, welches sagt: In zwei Semestern müsst ihr das alles durchpauken, was wir uns vorstellen. Frau Rieken sagte mir, sie hätte mit dem Staatssekretär gesprochen, der wiederum meinte: Alles klar, wir können auf drei Semester gehen, aber dann können wir auch gleichzeitig tausend Lehrer weniger einstellen, weil die Absolventen durch einen dreisemestrigen Master in eine höhere Besoldungsstufe kommen. Das ist ein ganz einfaches Rechenspiel. Und da bitten Frau Rieken und Herr Jungwirth auch um eine breite Front in der Studentenschaft… Solchen Problemen versuchen wir dann Herr zu werden, indem wir Komissionen zu solchen Problemstellungen bilden, die dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Stichworte im Fall des Masterstudiengangs sind etwa Veränderungen am Modulaufbau sowie bei den Leistungsnachweisen) konstruktive Lösungen suchen und die Vorschläge sodann an die ZKLS weiterreichen.
Das StuPa hat also durchaus Einfluss?
Ja, das StuPa ist ein ausführendes Instrument. Von uns geht eine Initialzündung aus bzw. von den Studierenden.
Also, man kann schon sagen: Ihr vom StuPa seid die fleißigen Arbeiter im Hintergrund, die auch durchaus entscheidungsbefugt sind. Davor steht dann etwa der AStA, der in der Regel ja der Ansprechpartner für die Studenten ist. Kann man das so sagen?
Ich würde das gar nicht so abtrennen. Natürlich macht der AStA viel Öffentlichkeitsarbeit. Und viele gehen erst einmal zum AStA, wenn sie Probleme haben, da sie auch feste Sprechzeiten haben.
Die hast du nicht?
Da hat mich noch nie jemand drauf angesprochen. Ich bin quasi immer in der Sprechstunde. Sprecht mich an! Das ist kein Thema. Also das StuPa ist öffentlich!
Vielen ist auch gar nicht bekannt, dass man als Öffentlichkeit an den Sitzungen des StuPas teilnehmen kann?
Ja, das ist richtig. Jedes Mal wird das mit auf die Einladungen drauf geschrieben. Vielleicht spiegelt sich darin der politische Verdruss wider. Viele kommen halt nur, wenn sie aktuell ein Problem haben. Wenn natürlich alles gut läuft, dann machen sich die wenigsten die Mühe, beispielsweise an Sitzungen von uns teilzunehmen. Das ist natürlich falsch, da es immer was zu tun gibt. Ich würde mir schon wünschen, dass mehr Öffentlichkeit vertreten wäre.
Du hast die Politikverdrossenheit angesprochen. Immerhin gab es im letzten Jahr eine regere Wahlbeteiligung, ganze zehn Prozent mehr als zum Vorjahr, also über zwanzig Prozent. Aber das ist ja immer noch erschreckend gering. Wenig Rückhalt aus der Studentenschaft, die ja letztlich auch euch bestätigt in der Arbeit, die ihr macht. Was fehlt hier?
Ich würde sagen, es fehlen uns die Mittel. Es wird andererseits schon seit Jahren immer wieder beschlossen, dass wir eben mit geringen Mitteln werben wollen. Die Uni soll nicht plakatiert werden.
Also keine Atmosphäre der Konkurrenz?
Wir wollen ein StuPa schaffen, das wirklich zusammen arbeitet. Man könnte natürlich einiges machen. Ich habe in der Wahlkommission vorgeschlagen, ein Online-Voting einzuführen, das auch den Etat nicht allzu sehr belastet und darüber hinaus an anderen Unis praktiziert wird. Das Online-Voting erscheint mir eine ganz praktikable Lösung für eine höhere Beteiligung, wird wahrscheinlich aber erst in ein, zwei Jahren kommen. Ich hoffe natürlich, dass auch ohne diese Möglichkeit, die Wahlbeteiligung bei den kommenden Wahlen wieder ein wenig steigen wird.
Noch ein paar Worte von dir zum Boykott 2007, der ja nun unmittelbar bevorsteht.
Ich war auf der Vollversammlung, die ich insgesamt als gelungen empfunden habe. Ich selbst werde am Boykott 2007 teilnehmen.
Dein Tipp, wie viele machen mit?
Ich hoffe, wir schaffen die tausend. (grübelt)
Noch einmal zum Fastschluss dieses Gespräches: Warum sollten sich Studenten engagieren in studentischen Gremien? Was hat er/sie davon?
Erst einmal glaube ich, dass man alles, was man vorgesetzt bekommt, hinterfragen sollte. Wer hier nicht nachfragt, ist selber schuld. Allein deswegen sollte jeder zur Wahl gehen. Man muss sensibilisiert werden für die Probleme auf dem Campus. Letztlich bekommt aber auch jeder aktive Student im Studienbetrieb mit, was falsch läuft, seien es überfüllte Räume, Probleme mit den Dozenten. Diese Stimmen brauchen wir. Studentische Gremien und Organe leben vom Input.
Eugen, wir danken dir für das Gespräch.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns

Die richtige Mixtur: Geld und Ansehen

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Wettbewerbe und Stipendien versprechen nicht nur ein dickes Plus auf dem Konto, sondern auch große Anerkennung und einen Blickfang für den Lebenslauf. Das Vorurteil, dass dabei nur Musterstudenten mit dem Schnitt 1,0 eine Chance haben, trifft dabei nur bedingt zu. Gute Noten sind sicher von Vorteil, aber nicht alleiniges Kriterium.
Gerade bei den Studentenwettbewerben, welche von Bundesministerien, Botschaften, Stiftungen oder Zeitschriften sowie vom deutschen Studentenwerk ausgeschrieben werden, ist zu erst einmal Kreativität gefragt. Es werden Aufsätze zu bestimmten Themen, eine Kurzgeschichte oder auch die Gestaltung eines Plakats, das Drehen eines Films oder die Entwicklung eines Spiels gefordert. Es ist also für jeden etwas dabei und die Mühe lohnt sich. Die Preise reichen von 500 Euro bis hin zu 10 000 Euro, ganz abgesehen von dem Prestige, das jeden Gewinner durch einen solchen Preis erwartet. Zudem wird meistens nicht nur der erste Platz ausgezeichnet, sondern auch der zweite und dritte. Trotz der oftmals hohen Summen, welche ausgeschrieben werden, ist die Beteiligung an solchen Wettbewerben in der Regel eher gering, was wohl daran liegt, dass die meisten Studierenden von der Existenz dieser Bewerbe gar nicht wissen. Die Chance also, einer unter wenigen oder sogar der Einzige zu sein, ist somit nicht gering. Mitmachen lohnt sich in jedem Fall. Weitere Informationen zu den aktuellen Ausschreibungen findet ihr am Ende des Artikels.
Stipendien sind in Deutschland noch nicht so populär wie zum Beispiel in den USA. Aber es gibt Bemühungen unserer Bundesbildungsministerin, Anette Schavan (selbst Stipendiatin der Konrad Adenauer-Stiftung), eine möglichst hohe Zahl von StudentInnen durch die 11 großen Begabtenförderungswerke zu fördern. Die aktuelle Quote liegt bei 0,7 % aller Studierenden und soll auf 1 % erhöht werden. Die Begabtenförderungswerke haben so viel Geld wie selten zuvor. Die Möglichkeit ist also günstig. Auch unsere Uni hat jüngst 20 Stipendien ausgeschrieben, welche den Auserwählten die Studiengebühren ersparen. Doch eine einmalige Zahlung ist eher untypisch für diese Art von Förderung.
Die Stipendien, welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMF) und von verschiedenen Begabtenförderungswerken (z.B. Konrad Adenauer-Stiftung, Friedrich Ebert- Stiftung, Heinrich Böll-Stiftung, Cusanuswerk u.v.m.) vergeben werden, enthalten eine monatliche Unterstützung von bis zu 525 Euro, je nach Einkommen. Hinzu kommt noch Büchergeld in Höhe von 80 Euro pro Monat. Die inländischen Studiengebühren sind nicht Teil des Stipendiums. Die finanzielle Förderung ist jedoch längst nicht alles: Ebenso ist eine ideelle Förderung Bestandteil eines Stipendiums bei den großen Stiftungen. Den Stipendiaten wird persönliche Beratung bei Studienfragen und Berufsfindung geboten. Zudem werden eine Vielzahl von Seminaren nur für die Stipendiaten organisiert, welche für eine umfangreiche zusätzliche Bildung sorgen und die Möglichkeit beinhalten sich mit anderen Studenten anderer Fachrichtungen auszutauschen und Netzwerke zu bilden. Die Reisekosten, welche für die Seminare anfallen, werden dabei von der Stiftung übernommen. Eine Bewerbung sollte möglichst früh im Studium geschehen. Bereits Abiturienten können sich für eine Studienförderung bewerben. Es wird empfohlen, dass man sich ab dem 2. bis zum 4. Semester bewirbt. Als Faustregel gilt, dass der Bewerber noch nicht 2/3 seiner Studienzeit rum haben sollte.
Bei Bachelorstudenten, welche den Master ranhängen wollen, gelten noch einmal andere Maßstäbe. Auswahlkriterien sind neben überdurchschnittlichen Studienleistungen (1-2 im Notenschnitt) auch ehrenamtliches Engagement in Kirche, Verein und/oder an der Uni etc. Denn die Begabtenförderungswerke wollen Biographien fördern, keine Karrieren und das induziert, dass das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen einen hohen Stellenwert hat. Aus diesem Grund sollte man sich auch mit den Grundsätzen der Stiftung identifizieren können, bei der er oder sie sich bewirbt.
Nähere Informationen zu den Begabtenförderungswerken und den einzelnen Stiftungen könnt ihr auf den jeweiligen Homepages finden. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich im Internet zu informieren, kann sich auch innerhalb der Hochschule an den Referenten für Forschungsförderung Lars Hoffmeier (E021) wenden. Außerdem sind an der Hochschule zwei Stiftungen mit jeweils einem Vertrauensdozenten vertreten. Das ist zum einen Prof. Dr. Joachim Kuropka, Vertrauensdozent für die Konrad Adenauer-Stiftung, zum anderen Prof. Dr. Martin Winter, Vertreter der Hans Böckler-Stiftung.
Bewerben lohnt sich in jedem Fall. Denn entgegen der langläufigen Meinung, dass sich da bestimmt Tausende bewerben und man sowieso keine Chance hat, ist die Bewerberzahl auch bei den großen Stiftungen eher gering, gemessen an der Gesamtzahl der Studierenden im Bundesgebiet. So haben sich bei der Konrad Adenauer- Stiftung im vergangenen Jahr 1072 Studenten beworben, von denen letztlich 392 in die Stiftung aufgenommen wurden. Die Chance steht also nicht schlecht. Wer dennoch glaubt, dass er bei keiner der oben genannten etablierten Stiftungen eine Chance hat, für den gibt es auch noch unbekannte, kleine Organisationen, die Stipendien teilweise nach Ortszugehörigkeit oder Studiengang vergeben. Beispiele hierfür sind: Für die Historiker und Archäologen die Gerda Henkel-Stiftung
(www.gerda-henkel-stiftung.de), für arme Ärztekinder der Hartmannbund (www.hartmannbund.de), für diskriminierte Examenskandidaten die Peter Fud-Stiftung, für Studenten mit Migrationhintergrund etwa die Vodafone-Stiftung (vodafone-stiftung.de) u.v.m. Es lohnt sich also einfach mal, bei Google das Stichwort Stipendium einzugeben. Und auch hier zählt, ähnlich wie bei den Wettbewerben: Wer wagt, der gewinnt. Neben den bereits oben genannten finanziellen Vorteilen eines solchen Stipendiums ist auch die karrierefördernde Wirkung nicht zu unterschätzen. Viele Politiker wie Ex-Kanzler Schröder oder Oskar Lafontaine sind beispielsweise Stipendiaten und auch die Sprecherein der Tagesschau (Petra Gerster) ist in ihrer Studienzeit in den Genuss der Begabtenförderung gekommen.
Auch für Doktoranten oder solche, die es werden wollen, gibt es die Möglichkeit, über die Stiftungen gefördert zu werden (Graduiertenförderung). Innerhalb der Hochschule sind die KFN (Kommission für Nachwuchsförderung) und auch die KFG (Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung) für diese Form von Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zuständig.
Also Vorteile über Vorteile für vergleichsweise wenig Aufwand. Deshalb: Traut euch und bewerbt euch! Letztlich könnt ihr nur gewinnen.
von Stefanie Bruns
Stipendien

Eines Tages las ich ein Buch…
Über den Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk

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Letztes Jahr wurde mit Orhan Pamuk zum ersten Mal einem Autor aus der Türkei der Literaturnobelpreis verliehen. Der in Istanbul lebende 54-jährige gilt als der bedeutendste türkische Schriftsteller der Gegenwart. Sein Werk wurde in 35 Sprachen übersetzt und ist in über 100 Ländern erhältlich. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die er aufgrund seiner schriftstellerischen Tätikeit erhalten hat, zählen unter anderem der Friedenspreis des deutschen Buchhandels, der Ricarda-Huch-Preis und der International IMPAC Dublin Literary Award, außerdem hat er einen Ehrendoktortitel der Freien Universität Berlin.
Pamuk stammt aus einer wohlhabenden, sowohl politisch als auch kulturell westlich orientierten Großfamilie. Die Entscheidung, Schriftsteller zu werden, fällte er als 23-jähriger. Zunächst schrieb er sich für ein Architektur-Studium ein, das er aber kurze Zeit später abbrach, um Journalismus zu studieren. 1977 schloss er das Studium erfolgreich ab. Die folgenden Jahre widmete sich Pamuk ausschließlich dem Schreiben, darüber hinaus war er nicht berufstätig. Nach eigenen Angaben war er bis zu seinem 32. Lebensjahr auf die finanzielle Unterstützung seiner Eltern angewiesen. 1982 veröffentlichte er seinen ersten Roman Cevdet Bey ve Ogullan (dt. Herr Cevdet und seine Söhne).
Neben der literarischen Qualität seiner Romane wird Pamuk sein politisches Engagement zugute gehalten, vielen gilt er als „Brückenbauer zwischen Orient und Okzident“. Er spricht sich bei zahlreichen Gelegenheiten deutlich für einen EU-Beitritt der Türkei aus, kritisiert aber auch offen die noch immer unterdrückende Kurdenpolitik der türkischen Regierung, und setzt sich – unter anderem – für politisch verfolgte Schriftsteller ein. Durch seine klaren Stellungnahmen hat er schon oft Schwiekeiten bekommen. So wurde ein Strafverfahren gegen ihn wegen Verunglimpfung des Türkentums eröffnet, (eine Straftat, die mit bis zu 5 Jahre Haft geahndet wird), nachdem er sich in einem Fernseh-Interview über den Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich, dem Vorgängerstaat der Türkei, in den 1910er-Jahren äußerte. Das Verfahren wurde zwar nach zwei Monaten wieder eingestellt, die Boulevardpresse überzog ihn allerdings mit einer Negativkampagne und er wurde sogar mit Morddrohungen konfrontiert.
Nach Pamuks eigenen Angaben ist lediglich sein Roman Schnee ein politisches Werk. Die Geschichte spielt in den 90er Jahren in der Grenzstadt Kars, die in einem Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, und thematisiert unter anderem den Islamismus und Nationalismus. Doch auch Pamuks andere Bücher setzen sich mit Politik und gesellschaftlichen Fragen auseinander. Sein 1994 erschienener Roman Das neue Leben handelt von dem 22-jährigen Studenten Osman, der aus Interesse an seiner Komillitonin Canan ein geheimnisvolles Buch liest, und dadurch völlig aus der Bahn geworfen wird. Er fühlt sich in seiner bisherigen Existenz nicht mehr wohl, hat das Gefühl, nicht mehr Teil seines bisherigen Lebens zu sein und macht sich auf eine lange und scheinbar ziellose Reise. Osman begegnet dem Tod und der Liebe, gerät in Situationen, die wie bizarre Alpträume wirken und sucht nach dem neuen Leben, das das Buch für ihn bestimmt hat. Dabei wird der Konflikt der türkischen Gesellschaft beschrieben, die zwischen ihrer orientalischen Tradition und den politischen und wirtschaftlichen Einflüssen der westlichen Welt hin- und hergerissen ist. Man erfährt davon, wie sich die Betroffenen fühlen und sich um einen Verlust ihrer kulturellen Identität sorgen. Das Thema ist auch für Leute verständlich, die sich nicht mit der Türkei auskennen, wer aber über das damalige politische Geschehen informiert ist, wird sicher zahlreiche Anspielungen entdecken. Der ca. 300-seitige Roman verbindet orientalische Erzählkunst mit moderner Literatur und nimmt Anleihen bei klassischen europäischen Autoren wie Heinrich von Ofterdingen und Dante Alighieri. Er ist vielschichtig und komplex aufgebaut, so dass er sich dem Leser nicht immer auf Anhieb erschließt. Die aufwendige, bildhafte Sprache des oft etwas verwirrt erscheinenden Ich-Erzählers ist reizvoll und beeindruckend. Das Buch, das als Pamuks wichtigstes Werk gilt, will aber mit wachen Augen gelesen werden und ist nicht unbedingt als Entspannungslektüre geeignet.
von Stefan Hirsch

Mein Gott kanns besser als deiner (Teil 2)

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Wie versprochen, findet ihr hier nun den zweiten Teil des uniVista-Religionsvergleichs. Nachdem wir im ersten Teil den Buddhismus, das Christentum und den Islam vorgestellt haben, wird euch dieses mal das Judentum und der Hinduismus näher gebracht. Zwei weitere Chancen also, den richtigen Gott zu finden und sich selbst damit den Weg in den Himmel zu bereiten. Garantiert wird von uns natürlich nichts!
Judentum
Zur Zeit gibt es ca. 17 Mio. Menschen, die der jüdischen Religionsgemeinschaft angehören. Der Großteil von ihnen lebt in den USA und Israel. Das Judentum hat eine besondere Stellung unter den Weltreligionen, weil Christentum und Islam aus ihm hervorgingen.
Der Chef: Das Judentum versteht sich als monotheistische Religion. JHWH (auch Jahwe oder Jehova) ist allwissend, allmächtig und allgütig. Er hat die Welt nach seinem Willen geschaffen und wird meistens nur „Herr“ genannt.
Der größte Held: Schwierige Sache, aber Moses hat als Jehovas Prophet eine hohe Stellung bei den Juden. Die im Christentum bekannten 5 Bücher des Moses kennen die Juden als Thora (die Lehren Jehovas), sie gehören zum wichtigsten Teil ihrer Bibel und stellen im Christentum das alte Testament dar.
Erlaubt und verboten: Das Judentum hat 613 Gebote. Juden ist es z. B. nicht erlaubt, Nicht-Juden zu heiraten. Diese müssen vor der Ehe zum jüdischen Glauben konvertieren. Es gibt einige Regeln, die man vor allem beim Essen einhalten sollte: Milch und Fleisch etwa dürfen nicht zusammen verspeist werden; auch wird nur Fleisch von Tieren gegessen, dessen Hufe gespalten sind.
Nach dem Tod: Es gibt mehrere Arten des Judentums, deshalb scheiden sich die Geister der Gläubigen, wie es denn nach dem Leben weitergeht. Juden sind eher auf das Diesseits ausgerichtet. Manche glauben, dass es einen jenseitigen Ort der Gerechtigkeit gibt, andere wiederum, dass das Leben einfach aufhört oder dass Sünder nach ihrem Tod von Dämonen gequält werden.
Hindusimus
Auf Platz 3 der beliebtesten Religionen steht der Hinduismus mit ca. 1 Mrd. Gläubigen. Diese Religion stammt aus Indien und hat dort den Großteil ihrer Anhängerschaft.
Der Chef: Es gibt mehrere Chefs oder sagen wir lieber, es gibt mehrere hinduistische Richtungen, die jeweils eine eigene Gottheit mit sich bringen, beispielsweise den Shivaismus oder den Vishnuismus. Im Gegensatz zu anderen Religionen werden im Hinduismus die Gottheiten gerne dargestellt, wahlweise als Figur oder Symbol. „Einheit in der Vielfalt“ ist eine oft verwendete hinduistische Redewendung.
Der größte Held: Wo sich viele Gottheiten tummeln, dort bleibt wenig Platz für Helden. Allerdings kann man die 10 Avatare des Vishnu (seine Inkarnationen) wohl als solche ansehen. Unter ihnen auch Krishna, nach dem die religiöse „Hare Krishna-Bewegung“ benannt ist.
Erlaubt und Verboten: Erlaubt ist der Konsum von Haschisch, das im Hinduismus die Stelle des Weines im Christentum einnimmt. Das Fleischessen ist zwar nicht verboten, aber es wird empfohlen, es zu unterlassen.
Nach dem Tod: Die Reinkarnation ist ein zentraler Punkt des hinduistischen Glaubens. Leben und Tod gelten als stetiger Kreislauf. Der Körper, in dem man wiedergeboren wird, variiert aber. Es ist immer eine gute Idee, reichlich positives Karma anzuhäufen, um nicht als Tier das nächste Leben durchstehen zu müssen. Am Ende des Kreislaufes steht dann hoffentlich die Erlösung.
von Stefan Hirsch und Sebastian Dargel

Region HipHop

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Für euch trafen wir uns mit Michi und Fab, Mitglieder der HipHop Combo Cleva`n Smart. Seit 2000 machen die beiden Diplom EW-Studenten der Hochschule Vechta zusammen mit zwei Freunden Musik und sehen dies nicht nur als Freizeitbeschäftigung an, sondern lassen es auch in ihre pädagogische Arbeit mit einfließen. Was sie über Erfolg, den Musikstandort Vechta und Tokio Hotel denken, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.
Wie habt ihr euch kennen gelernt und wie kam es dann zur Musik?
Fab: Kennen gelernt haben wir uns über die Schule, aber richtig befreundet waren wir nicht. Ich kam aus Amerika wieder und habe Englisch gerappt. Dann hab ich unseren derzeitigen Produzenten Tamer getroffen und der hat mir was mit Michael gezeigt. Dann kam noch einer dazu, der hieß Konrad, das ist Main. Der hatte Cleva´n Smart als Nebenprojekt gemacht. Das waren erst Tamer und Main alleine. Und 2000 haben wir vier uns dann zu Cleva´n Smart zusammengeschlossen: Michi, da ist Ba, ich, also Fabian als fabiolicious, Main und unser Produzent Tamer. Dazu haben wir immer einen wechselnden Dj. Und in dieser Konstellation machen wir seit 2000 Musik.
Wie kamt ihr auf den Namen?
Michi: Wenn du jetzt Main sehen würdest, dann wüsstest du wieso wir so heißen! (Gelächter) Main hatte früher eine schwarze Brille und sah aus wie Fred Clever. Und weil wir eben smart à la carte hießen, entstand daraus halt Cleva´n Smart.
Fab: 2001 haben wir dann das erste Album herausgebracht, Leere Worte EP. Jetzt sind wir lange dabei, das zweite Album rauszubringen.
Wo bekommt man die CDs von euch dann?
Fab: Über direkte Kontakte zu uns. Wir machen gerade eine Internetseite. Ansonsten nach Auftritten.
Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Michi: Was soll man dazu sagen. Halt auch Texte, die hin und wieder etwas kopflastig sind, also wo auch eine Message bei rüberkommt. Wir sind offen für alles. Ich würde nicht sagen, dass wir unsere Musik für irgendwas sperren. Also für irgendeinen Einfluss. Wir machen richtigen Rap, aber wir haben auch ein bisschen Reggae, zum Beispiel. Worauf wir halt Bock haben.
Ihr studiert in Vechta Erziehungswissenschaft. Fließt das in eure Arbeit mit ein?
Fab: Es verbindet sich wunderbar mit der Arbeit. Ich arbeite in einem Heim und mit dem HipHop kannst du mit den Kids halt auf einer ganz anderen Stufe kommunizieren, du kommst schneller an sie heran.
Dann machen wir einen HipHop-Workshop seit zwei Jahren im Gulfhaus. Immer mit 20 Kids in ständig wechselnder Gruppe. Da machen wir Musik und das ist pädagogisches Arbeiten durch die Musik. Das fließt mit rein.
Michi: Das gute bei Rap ist halt, du brauchst nicht viel, wenn du nen Beat hast. Es kann sich jeder irgendwo hinsetzen und was schreiben. Mal abgesehen davon, ob man es gut kann oder nicht. Durch die Musik können sich Jugendliche, die nicht soviel Erfolgserlebnisse sonst haben, darstellen. Sie können ihre eigenen Texte entwerfen und dadurch Selbstwertgefühl aufbauen. Sie haben einen guten Text und können sich auf die Bühne stellen und den präsentieren. Und wenn das dann gut ankommt, das bewirkt etwas, denke ich. Die Jugendlichen fangen an, sich mit etwas auseinander zu setzen. Sie stellen fest, dass, wenn sie für etwas arbeiten und sich verbessern, auch etwas schaffen können. Und das ist ne coole Sache.
Veranstaltet ihr neben dem Gulfhaus auch noch woanders Konzerte?
Fab: Ja, in Soest werden wir was am 4.05. machen. Dann das Soundblast am 3.03.2007. Das ist das dritte Mal, dass wir das Soundblast machen. Wir haben gemerkt, dass in Vechta nicht ganz soviel mit HipHop läuft, deswegen machen wir selber was. So sind wir in das Gulfhaus mit reingerutscht.
Michi: In letzter Zeit haben wir vermehrt versucht, live etwas zu machen. Und irgendwann sind wir reich. (Gelächter).
Also ist die Musik nicht nur Hobby für euch?
Fab: Na gut, ich mein, wir haben mit sehr hohen Zielen angefangen. Wir hatten zwischenzeitlich auch mal ein Vertragsangebot von einem größeren Label. Im Endeffekt haben wir das alle als Hobby angefangen, doch dann sind wir viel rumgekommen in Deutschland, zwar kleinere Auftritte, aber gut. Das haben wir so zwei Jahre gemacht. Dann haben wir festgestellt, dass wir erstmal das Studium machen müssen. Es macht uns halt viel Spaß auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen. Wenn dabei ein bisschen was rausspringt, super.
Michi: Es ist mehr eine Lebenseinstellung. Es ist die Art, wie ich mich kleide, was ich sage und wie. Was ich denke und wie ich die Dinge sehe, mit was für Leuten ich verkehre. Es ist also auf der einen Seite Hobby, auf der anderen aber auch, wie ich lebe.
Also, wie seht ihr euch dann in zehn Jahren? Im Jugendamt oder auf der großen Bühne?
Fab: (lacht) In Wunschträumen auf den Bühnen natürlich.
Michi: Auf Tour mit Jay Z. Oh schwierig.
Fab: Das ist schwer zu sagen, schwer abzuschätzen. Es kann ja sein, dass bei dem nächsten Auftritt ein Produzent oder ein Manager durch Zufall vor der Bühne steht und Bock auf uns hat und wir machen da noch mehr. Ich weiß nicht, so was ist schwer abzuschätzen. Ich denke, beruflich ist es eigentlich eher definitiv dieses Studium, wo ich meine Zukunft sehe. Aber die Musik werde ich auf jeden Fall beibehalten, weil sie einfach ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Und selbst wenn ich nicht jedes Wochenende aktiv bin, merke ich einfach, wenn ich irgendwie nichts schreibe oder nichts mache, dass mir irgendwie was fehlt, das man das auf jeden Fall braucht.
Michi: Part of my life.
Fab: Ich seh mich in zehn Jahren eigentlich eher als glücklicher Mensch. So oder so. In der Pädagogik haben wir beiden so wie so einen Bereich gefunden, der uns liegt.
Michi: Wir wollen aufräumen in der Pädagogik
Sekt oder Selters
Feurig oder frigide?
Michi: Feurig. (lacht) Ich hab so viel Feuer in mir. Das trag ich auch raus, manchmal nervt das schon die Leute.
Nackt oder Nerz?
Fab: Nackt. Ich mag keine Tiere. (lacht) Ganz nackt, Hosen runter lassen in allen Bereichen.
Michi: Auf jeden!
Knusprig oder klebrig?
Fab: Knusprig.
Michi: Ja, auf jeden knusprig.
Es muss ein bisschen knistern, klebrig ist voll schleimig, das ist nicht gut. Kunsprig wie ein Ferrero Rocher, die sind für mich knusprig.

Fab: Aber da ist Nutella drin, und das ist klebrig.

Proll oder Poet?
Fab: Prolet. (lacht)
Waschbär oder Waschbrett?
Michi: (guckt an sich runter) Waschbär. (lacht)
Fab: Da muss man ehrlich sein. (lacht)
Tripper oder Tokio Hotel?
Fab: Au… Gleichbedeutend eigentlich. Ich seh den Unterschied jetzt nicht, kannst du die Frage noch mal erläutern?
Michi: Aber Tokio Hotel sind famous und haben Groupies, also von daher…
Fab: Tripper ist auch ziemlich weit rumgekommen… (alle lachen) Echt, der hat auch einiges gesehn in seinem Leben, der Tripper.
Bangkok oder Buxtehude?
Michi: Was soll ich in Buxtehude? Bangkok ist cool. Das ist mal ganz anderes Leben, eine ganz andere Welt.
Fab: Mofa fahren in Bangkok.
Klotzen oder kleckern?
Fab: Klotzen.
Macho oder Memme?
Fab: Kommt drauf an, wo.
Michi: Memmender Macho.
Fab: Manchmal hat man seine Schmerzen irgendwo, dann darf man auch mal memmen.
Michi: Mutti.
Glück oder gekonnt?
Michi: Ich glaub, um Glück zu haben, muss man Können voraussetzen. Wer hart arbeitet, hat auch irgendwann Glück. Fab und Michi, wir danken euch für dieses Interview!
Das Interview führten Julia Stock, Melanie Ehlert und Britta Simon

uniPlay #2

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Neulich stapelte sich in unserem Wohnzimmer der Müll, und ich versuchte meine Mitbewohner dazu zu bewegen, gemeinsam wenigstens so etwas Ähnliches wie Ordnung in das Chaos zu bringen. Leider nicht wirklich erfolgreich…

Ich war echt genervt. Alleine wollte ich natürlich auch nicht aufräumen, also stellte ich den Müll kurzerhand in das leere Zimmer, in dem Stukenbröker bis vor einigen Wochen gewohnt hatte. Beim nächsten Mal machte ich es genauso…

…und beim übernächsten und überübernächsten Mal auch.
Eines Nachts wachte ich auf, weil es in dem Zimmer laut rumpelte. Ich öffnete die Tür, konnte aber nichts Auffälliges entdecken. Ich stolperte durch den dunklen Raum, um zu schauen, ob das Fenster offen war und trat dabei versehentlich auf eine leere Milchtüte. Ein gewaltiges Brüllen zerriss die nächtliche Stille.

Erschrocken fuhr ich herum und sah, wie sich der Müll zu einem entsetzlichen Ungeheuer geformt hatte. *Wieso erdreistest du dich, mich dergestalt zu inkommodieren? **Ich werde dein Leben in ein Jammertal aus Schmerz und Tränen verwandeln!

Plötzlich wachte ich auf und stellte erleichtert fest, dass ich alles nur geträumt hatte. Wirklich alles: Es gab kein Ungeheuer.

Der Traum ließ mich jedoch nicht los und so schnappte ich mir meine Mitbewohner noch vor dem Frühstück und wir brachten zusammen den Müll raus. Tja, und die Moral von der Geschicht`: Bring den Müll raus, sonst (um)bringt er dich.
Idee und Kulisse: Julia Stock und Melanie Ehlert
Texte: Stefan Hirsch
Bilder: Björn Franke

Von Magersucht und Massenmord, von Konsum und Kirche

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Leonie, 18, hochintelligent und magersüchtig, plant ein Kapitalverbrechen und eine, in ihren Augen, gute Tat: Einer ihrer Verwandten soll auf Omas Geburtstag durch ihre Hand und mit Hilfe einer alten Pistole ihres Onkels sterben. Wenn sie nicht gerade mit der akribischen Planung, denn „nur ein Stümper überlässt alles dem Zufall”, beschäftigt ist, macht sich das als Leo bekannte Mädchen Gedanken über Tod, Leben, Dichtung, Hermaphroditen, Afrika, Tagebücher, Liebe, Normalität und Anormalität. Auch überlegt sie sich die passenden Worte für das Geständnis ihrer Tat. Doch wen soll es treffen? Erst ein misslungenes Gespräch mit einer Pastorin zeigt ihr, auf wen sie schießen muss.
Peter O. Chotjewitz: Als würdet ihr leben
Signatur: CQY c4562
von Julia Stock

Von Libidoökonomie und Liebesdienst – Von Götzenliebe und Gottes Krieger

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Feridun Zaimoglu ist ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Er ist im anatolischen Bolu (1964) geboren und lebt seit nun über 30 Jahren in Deutschland. Nach einem Studium der Kunst und der Humanmedizin wohnt und arbeitet er als freier Schriftsteller in Kiel und schreibt auch für verschiedene Wochenzeitungen. 2003 erhielt er für seine Erzählung „Häute” den Publikumspreis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Diese und elf weitere Erzählungen finden sich in dem Buch “Zwölf Gramm Glück”. Wie der Titel schon sagt, geht es um das Glück im Leben oder das, was der Mensch dafür hält und wonach er sein ganzes Leben vielleicht vergeblich sucht. Feridun Zaimoglu scheut dabei nicht den Kontrast. So spielen seine Geschichten sowohl im Kiez deutscher Großstädte, als auch in Hinterhöfen von touristischen Badeorten. Zwischen Mann und Frau geht es dabei nicht immer zart zu. Die Protagonisten seiner Erzählungen setzen das Glück meist mit dem Finden der Liebe gleich. Sehnsüchtig und schmerzvoll versuchen sie mit der Wirklichkeit zurecht zu kommen und nicht an ihr zu zerbrechen. Die Sprache, welche oft ebenso rau und direkt ist wie die Wirklichkeit, die sie beschreibt, fesselt den Leser von Anfang an und verschafft ihm so eine ganz andere Sicht auf die Dinge des alltäglichen Lebens.
Feridun Zaimoglu: Zwölf Gramm Glück
Signatur: CQYz132
von Stefanie Bruns

Wir waren zum Glück in Osnabrück

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Nachdem wir in unserer letzten Ausgabe den Dörfern eine Chance gewährten, ist es für die dritte uniVista wieder Zeit gewesen, eine Stadt zu besichtigen. Nicht irgendeine Stadt natürlich! Wie alle Orte, denen wir in dieser Rubrik einen Besuch abstatten, musste auch Osnabrück allerhöchsten Ansprüchen standhalten. Der Anspruch ist (Trommelwirbel bitte): Man muss den Ort mit unserem Semesterticket erreichen! Osnabrück hat diese Prüfung mit Bravour bestanden und bevor ich nun weiter dem zweiten großen O in Niedersachsen die Show stehle, lass ich die City für sich selbst sprechen. Also eigentlich spricht die Stadt ja durch die Finger, die das hier tippen, die wiederum meine sind, aber naja…egal, jetzt kommt Osna!

Marienkirche
Die erste Station, die die furchtlose Redaktion in Osnabrück ansteuerte, war die Marienkirche, die direkt am schönen alten Rathaus der Stadt gelegen ist. Die Geschichte der Marienkirche geht zurück bis zum Jahre 800. Für die, die sich nicht vorstellen können wie lange das her ist: Sehr, sehr, sehr, sehr lange! Wer bei dem Anblick der Kirche denkt, dass die Fassade schon gewaltig ist, wird vom inneren des Gotteshauses nicht minder begeistert sein. Jeder Stein, jede Figur, der prächtige Altar und vor allem das riesige Triumphkreuz haben ungeheure Ausstrahlungskraft und lassen den Besucher in eine angenehme Ruhe verfallen. Ein toller Einstand.
Das Heger-Tor

Besonders geschichtstreue Menschen bezeichnen es als Waterloo-Tor. Das ist eigentlich auch der korrekte Name für das heimliche Wahrzeichen Osnabrücks, aber wer sich mit ein paar Freunden aus Osna am Abend beim Waterloo-Tor verabredet, wirdhöchstwahrscheinlich einsam bleiben, da diese Bezeichnung keiner kennt.
Das Tor war ein Geschenk an Osnabrück, da einige der Stadtsöhne bei der Schlacht von Waterloo der siegreichen Seite beistanden. Einen Blick ist das Tor, egal wie es denn nun heißt, aber wert.

Der Dom
Waren wir von der Marienkirche schon begeistert, setzte der Dom noch eins oben drauf. Das klingt jetzt zwar stark danach, dass wir eine Pilgerfahrt nach Osna gemacht haben, dem ist aber nicht so! Alte Städte haben alte Gebäude, und genau diese machen den Charme einer Stadt aus. Das Bauwerk, wie es heute zu sehen ist, besteht seit 1277. Der Dom Sankt Peter, so der volle Name des Doms, ist schlicht atemberaubend. Wer in Osna nur Lust auf eine Kirche hat, dem lege ich den Dom näher als die Marienkirche. Hier ist nicht nur alles ein wenig größer, auch gibt es neben dem Gotteshaus selbst noch eine nette Nonne, die einem die Geschichte des Doms näher bringt und die einem eine kleine Tür zu einem sehr interessanten Ort zeigt. Selbst ausprobieren. Die Tür klemmt übrigens etwas!
Felix-Nussbaum-Haus
In dem von Daniel Libeskind (Architekt des Jüdischen Museums in Berlin) entworfenem Museum, welches alleine schon einen Besuch wert wäre, sind viele Bilder des 1944 in Auschwitz ermordeten Malers und Graphikers Felix Nussbaum zu sehen. Erfahrt mehr über den Maler der Neuen Sachlichkeit und über die Tragik des jüdischen Schicksals, seine Kindheit in Osnabrück sowie über sein Leben und Wirken in Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich und Belgien. Zitat: „Wenn ich untergehe – lasst meine Bilder nicht sterben – zeigt sie der Nachwelt!“
Lotter Straße 2, dienstags bis freitags von 11 bis 18 h und samstags und sonntags von 10 bis 18 h geöffnet. Ermäßigter Eintrittspreis 3 €.


Ausstellung: Bilder, die lügen
Wenn man eh schon im Felix- Nussbaum-Haus ist, sollte man sich ein X für ein U vormachen lassen und sich die Wanderausstellung „Bilder, die lügen“ anschauen. Hier werden anhand vieler Ausstellungstücke die Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern deutlich. Bekanntestes Beispiel sind wohl die gefälschten Hitler-Tagebücher von Konrad Kujau.
Die Ausstellung ist im Eintrittspreis zum Felix-Nussbaum-Haus enthalten.
Erich Maria Remarque- Zentrum
Das Remarque-Zentrum zeigt eine vielfältige Ausstellung über den 1898 in Osnabrück geborenen Schriftsteller, welcher mit Im Westen nichts Neues Weltruhm erlangte. Besonders sehenswert sind seine handschriftlichen Notizen, studentenfreundlich ist der Preis: einfaches Interesse.
Am Markt 6, dienstags bis freitags von 10 bis 13 h und 15 bis 17 h, samstags und sonntags von 11 bis 17 h geöffnet.
Bagel´ s
Das Bagel´s ist ein kleines Café in Osnabrücks Innenstadt, in dem es gesunde und schmackhafte Bagel- Spezialitäten gibt. Es ist rauchfrei und hat eine Kinderspielecke, dementsprechend muss man sich auf eventuellen Kinderlärm einstellen, wenn man denn einen Platz ergattert. Das Bagel´s ist nämlich hochfrequentiert und es ist nicht unnormal, länger warten zu müssen. Die Preise gehen von einem unbelegtem Bagel für 80 Cent bis zum Überraschungsfrühstück (gibt’s immer) für 9,90 €.
Herrenteichsstraße 18, montags bis freitags von 7.30 bis 22 h, samstags von 7.30 bis 23 h und sonntags von 10 bis 21 h geöffnet.
Sausalitos
Das Sausalitos ist sicher jedem ein Begriff, immerhin gibt es diesen Mexikaner in 22 Städten Deutschlands. In Osnabrück bietet er ein südländisches Ambiente mit einem Mix aus Cocktails, Tortillas, Taccos und lauter Musik. Die Happy Hour lädt gemischtes Publikum, aber vor allem junge Partylustige ein, so dass hier oft nur eine Tischreservierung zum Sitzplatz verhilft.
Montags 17 bis 20 h alle Speisen zum halben Preis, täglich 17 bis 20 h Cocktail-Happy Hour.
Kommenderiestr. 32-34, täglich von 17 bis mindestens 1 h geöffnet.

Nachtwächterwanderung
Ein absoluter Höhepunkt einer jeden Osnabrücker-Stadterkundung ist die Führung durch den mittelalterlichen Stadtkern in einer Nachtwächterwanderung.
Um 20.00 h versammeln sich alle Interessierten vor dem Rathaus. Dort beginnt die Reise mit einer Einführung ins abendliche Programm. An dessen Ende hat jeder Mitwanderer einen Obolus von 6 € an die diensthabenden Nachtwächter zu entrichten. Außerdem werden die Gruppen ausreichend mit Laternen eingedeckt.
Die Wanderung führt dann nicht nur durch die Gassen und an den Mauern der Altstadt entlang, sondern auch in so manch altes Gemäuer. So sind ein Wehrturm in der Stadtmauer und der Bürgerturm, sowie ein Tunnel Bestandteil der Führung (spätestens an diesen Orten hat sich dann auch jedem der Zweck der Laternen erschlossen).
Währenddessen erfährt der geneigte Zuhörer nicht nur etwas über das Leben der Nachtwächter und Bürger der damaligen Zeit, die Nachtwächter wissen auch eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen, welche selbst für den alteingesessenen Osnabrücker interessant sind. Nach gut 3 Stunden endet die Wanderung dann, wo sie begonnen hat, im Rathaus.
Nightlife Osnabrück oder besser: Kultur nach 23 Uhr
Nach 23 Uhr machte sich das uniVista-Team auf, um das Nachtleben Osnabrücks zu erkunden. Dem geneigten Leser, der gerne auch die Clubs erkunden möchte, die wir hier auf diesen Seiten vorstellen, sei geraten, auch als begeisterter NWB-Fahrer das Auto zu benutzen. Viele der Clubs liegen weit auseinander und wenn man in seinem Partygepäck nicht auch verschiedenes Schuhwerk mit sich führen möchte, um der Wandertour und dem Dresscode gerecht zu werden, dem sei das doppelt ans Studentenherz gelegt.
Con-3
Um sich auf einen abwechslungsreichen Partyabend in Osnabrück einzustimmen oder auch mal, um mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen, eignet sich das Con-3 hervorragend. Eine außergewöhnliche Bar- Lounge, in der kein Einrichtungsgegenstand dem anderen gleicht, da alles handgefertigt und somit einzigartig ist. Besonders interessant: Getränkekarten eingebunden in Fachliteratur. Die Preise sind akzeptabel, ein Bier liegt um die 2,00 Euro. Zu finden ist das Con-3 in einer alten Industriehalle auf dem World of Video-Gelände an der Hannoverschen Straße.
Weitere Informationen unter: www.con-3.com

Alando-Palais
Ein Etablissement der gehobenen Klasse verspricht das Alando-Palais am Pottgraben. Frei nach dem Motto „In ist, wer drin ist“ wird nicht jedem der Einlass gewährt. Gepflegtes Erscheinungsbild ist top. Wer den prüfenden Blicken der Türsteher jedoch standhalten kann, erlebt eine Diskothek der besonderen Art mit mallorquinischem Flair. Dementsprechend besonders gestaltet sich auch der Eintrittspreis, der in der Regel bei 6,00 Euro pro Person liegt. Getränke sind ab 2,00 Euro zu erhalten.
Mehr unter: www.alando-palais.de
Kleine Freiheit
Als nette Location mit Partykeller-Flair erwies sich die Kleine Freiheit in der Hamburgerstraße. Durch den Partybus, (ja es steht tatsächlich ein Bus am Eingang durch den man kraxelt um in das Gebäude zu gelangen), kletterten wir in die erste Station unserer Nachttour. Hier finden sich Leute, die gerne zu Rock- und Popklängen feiern und das an diesem Abend auch ordentlich taten. Die Getränkekarte war relativ vielseitig, wobei man natürlich als verwöhnter Vechtaer Student Cola-Korn für 4 Euro etwas überteuert finden muss. (Becks 2,50, Cola 2 Euro) uniVista meint: Ein Ort an dem Mann und Frau sich gern auch länger aufgehalten hätten. Eintritt i. d. R. vier Euro.
Mehr unter: www.kleinefreiheit.info

Hyde Park
Etwas außerhalb vom Osnabrücker Zentrum im Fürstenauer Weg liegt der Hyde Park, eine gute Location für Freunde der alternativen Musik. Freitags gibt es wechselnde Events (Rocknacht, Rabenschwarze Nacht usw.). Samstag steht Easy Listening auf dem Programm. Die Bierpreise sind dem Nachtleben Osnabrücks angepasst und liegen um die 2,00 Euro.
Mehr Informationen zu den laufenden Veranstaltungen unter: www.hyde-park.de
Impuls
Das Impuls ist relativ einfach zu finden. Mitten in Osnabrück unter der Stadthalle kann man ab 23 Uhr zu Houseklängen die Hüften schwingen. Die Location ist recht verwinkelt und überschaubar. Die Preise sind unserer Meinung nach den restlichen Stationen angepasst (Becks 2,50 Euro, Wasser 2,00 Euro). Wer gegen Ende einer Partynacht nochmal richtig tanzen möchte, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Den Mädels sei gesagt, dass es eigentlich keinen Dresscode gibt, wir haben allerdings kein weibliches Wesen mit Turnschuhen gesehen. Eintritt 6 Euro.
Mehr unter: www.impulsclub.net
von Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, Sebastian Dargel, Björn Franke und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Osnabrück:
Hin
Mo.-Fr. 5.29h – 20.29h st.
Sa. 7.29h – 19.29h st.
So. 9.29h – 17.29h zweist. + 17.29h – 20.29h st.
Zurück
Mo.-Fr. 7.26h – 22.26h st.
Sa. 7.26h – 15.26h st. + 15.26h – 22.26h zweist.
So. 9.26h – 13.26h zweist. + 13.26h – 22.26h st.

Bilderalbum
uniVista No. 03: Osnabrück

Studieren unter Palmen

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Eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Studenten ist – laut den meisten Befragungen – ein Auslandsaustausch oder Auslandssemester. Gerade bei den dicht gestaffelten Bachelor-Studiengängen können fünf Monate in einem anderen Land und einer anderen Kultur nicht nur die Persönlichkeit weiterbringen, sondern auch neue Kraft und Elan für das weitere Studium geben. Nie wieder wird es so günstig und unkompliziert sein, an einen längeren Auslandsaufenthalt heranzukommen, wie es während des Studiums der Fall ist.
In den letzten Jahren hat sich die Universität Vechta ein beachtliches Netz von Partneruniversitäten aufgebaut, u.a. in West- wie Osteuropa, den USA, Brasilien oder China. Außerdem werden kürzere Austauschprogramme mit Partnerhochschulen während der vorlesungsfreien Zeit angeboten. Für diese Zwecke gibt es extra Stipendien, Auslands-BaföG und sonstige Unterstützungen. Lasst Euch doch einfach mal beraten!
Informationen und Beratung über und bei jedem Schritt der Planung und Durchführung bietet Euch dabei das International Office im R-Gebäude
von Arnold Hobbacher

Immer wieder samstags

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Um ehrlich zu sein, habe ich den Sinn dieses Spiels nun wirklich nie verstanden, aber gut, der Kleiderschrank einer Frau mag dem einen oder anderen auch ein Rätsel aufgeben. Nun ist das WM-Jahr rum und die Euphorie über die Ballkunst hat sich ebenfalls gelegt. Geblieben ist die Bundesliga und ein Mysterium, welches mich jedes Wochenende erneut den Kopf schütteln lässt. Fast möge man glauben, mit Eintritt in den Freitagabend entwickeln sich friedliebende, kultivierte Männer in Wesen, die die Tatsache, dass der Mensch vom Affen abstammt, immer wieder deutlich in Erinnerung rufen möchten. Dabei stellen sich mir als Beobachterin immer wieder dieselben Fragen: Wieso stört es sie eigentlich nicht, sich gegenseitig die Genitalien auf dem Feld zu kraueln bzw. sich liebevoll den Hintern zu tätscheln, wenn sie gleichzeitig im Alltag schon bei der Andeutung „homo…“ häufig dazu neigen, Ausschläge zu entwickeln. Weshalb gleicht die Jubelszene im Duschraum des Bundesligameisters einem einschlägigen Videothekenfilm, während gemeinsames Duschen sonst wohl eher Mangelware ist. Und warum eigentlich gibt es im Schalker Stadion ein Taufbecken?? Glauben die Männer tatsächlich, wir würden es zulassen, dass unser Erstgeborener in einem nach Fußschweiß riechenden Gewölbe auf den Namen Rudi getauft wird??? Fragen, die wohl ewig ihre Antwort suchen. Interessant ist auch die Sicht auf den Frauenfußball. Eigentlich müsste doch eine Fußballspielende Frau das perfekte Gegenstück zu ihnen sein. Keinen Samstag mehr ewiges Bummeln, stattdessen Kicken auf dem Bolzplatz und Entgegenfiebern der 18:00 Uhr Sportschau.
Kein ewiges Fragen nach dem Sinn eines Ballspiels, stattdessen gemeinsames Komponieren weiterer Stadienhymnen und auch in den heimischen vier Wänden kann die Erotik durch einen fröhlichen Trikottausch und Vorstoß in den Strafraum am Leben gehalten werden. Allerdings scheint die Nachfrage in diesem Bereich eher gering zu sein. Was tun? Anfreunden mit dem Lederfeind? Lächeln und Nicken lautet wohl die Devise, denn schließlich können wir uns ausgiebig revanchieren, wenn der Liebste dann einen Marathon von Gilmore Girls, Desperate Housewives und Grey´s Anatomy ertragen darf…und wird!
von Britta Simon
Was eigentlich ein Männerthema ist, war zumindest zur WM ein Thema für alle. Das schönste Spiel der Welt, im Alltag eigentlich kein Spiel, sondern eher eine gesunde Mischung aus Krieg und Religion, der Fußball. Was war das doch schön, als der Bäckermeister-Jürgen seine Jungs über den Rasen schickte und Mann und Frau gemeinsam eine schöne Zeit hatten. Doch was war es danach überraschend, dass Frauen dem Bundesliga-Alltag so gar nichts abgewinnen konnten. Der frühe Samstagabend wurde wieder zum Abenteuer, denn die Sportschau war nicht länger ein geduldeter Gast in hiesigen Wohnzimmern und die Männer stellten sich die Frage, wie Frau es denn schafft, ihren Schalter so schnell umzulegen? Hass, Liebe und dann wieder Hass? Sehr merkwürdig. Was ist da denn los, verdammt? Hassen die Frauen wirklich dieses von Gott gegebene Spiel und haben während der WM nicht wirklich den Fußball sondern dieses Sommermärchenhafte Feeling genossen? Fragen über Fragen. Leider ist es aber wohl Letzteres. Die meisten Frauen (ja genau, einige wenige sind sogar ausgeschlossen!) haben nicht den Spaß an ihren besoffenen Männern und den Bällen auf dem saftigen Grün gefunden, sondern ganz einfach an dem Spaß den diese Wahnsinnveranstaltung verbreitet hat. Und wahrscheinlich war es auch einfach das friedliche Miteinander und das alle (zumindest fast alle) auf der Seite ein und derselben Mannschaft standen. Vielleicht ist aber das Verständnis nicht da, das, zumindest für 90 Minuten, die besten Freunde zu den größten Feinden werden. Ich für meinen Teil, verstehe die Frauen nach der WM weniger als vorher…allerdings habe ich einen Deal ausgehandelt! Samstagabend wird nicht über Fußball gemeckert und ich schaue im Gegenzug „Desperate Housewives“. Nur ein Scherz, so einen Muff schau ich mir nicht mal mit vorgehaltener Pistole an! Kann es sein, dass genau diese Einstellung uns den Hass auf den Fußball einhandelt?
Mann weiß es nicht. Frau sicher.
von Sebastian Dargel

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