No 05 – Juli 2007

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V-City Festival 2007

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Romantisch ging die Sonne unter, ehrfürchtiges Schweigen breitete sich im Walde aus, die Tiere versammelten sich, um dem Schauspiel beizuwohnen…
Aber wer war schon im Wald?
Laut und live – das war die Devise am Mittwoch, 13. Juni 2007 im Gulfhaus beim ersten V-City-Festival. Der AStA und die uniVista hatten geladen und ihr kamt reichlich. Knapp 500 Leute ließen sich von guter Livemusik was auf die Ohren geben und sorgten für eine tolle Stimmung, so dass wir, eure Redaktion, schon von einer weiteren Party träumen.
Den Anfang machte die Band New Page of History aus Dinklage. Die jungen Newcomer überzeugten mit guter handgemachter Musik und großer Stimme. Trotz der schwierigen Startposition schafften sie es, euch zum Tanzen zu motivieren.
Die Cover-Band
New Page of History
Foto: Björn Franke
Nach einer kurzen Umbaupause begann die Rock-Pop-Combo der Uni, ganz klar mit Heimvorteil, ihr Programm zu spielen. Tolle Stimmen, ungewöhnliche Instrumente und ansprechende Titel sorgten für eine heiße Stimmung. Selbst die T-Shirts klebten an den Leibern…
Die erste Non-Cover-Band des Abends war nach der Combo am Start. SwanSea aus Oldenburg ließ die Menge toben. Die Temperatur erreichte ungeahnte Höhen und der Beat ging in die Beine. Die drei Jungs ließen sich im heißen Scheinwerferlicht nicht lumpen und bewiesen, dass auch unbekannte Titel, wenn sie nur gut genug sind, für Begeisterungsstürme sorgen können!
Die Hip-Hopper Cleva `n` Smart
Foto: Susann Franke
Für die Freunde gepflegten Hip-Hops stand als letzter Live-Act Cleva `n` Smart auf der Bühne. Die Menge poste und bekam es von der Bühne zurück. Gefühlte 48° C im Raum ließen keinen Platz für cooles Abhängen; die Menge war mit Spaß und allen Sinnen dabei, sich von Rhythm and Rhymes akustisch versorgen zu lassen.
Nach den gelungenen Live-Auftritten der vier Bands war der Abend noch nicht zu Ende, DJ Crystal übernahm die musikalische Begleitung und ließ seine Dancing- People noch bis tief in die Nacht vor der Bühne nicht zur Ruhe kommen.
Auch den Außenbereich des Gulfhauses habt ihr gut gefüllt und mal wieder bewiesen, wie partytauglich die Vechtaer Studenten sind. Wir hoffen, ihr hattet mindestens soviel Spaß wie wir und bedanken uns an dieser Stelle an das Team vom Gulfhaus, sowie bei allen Beteiligten und Die natürlich euch für euer zahlreiches Erscheinen.
von Ihna Grensemann

Bilderalbum
uniVista No. 05: V-City Festival

Skandalöse Zustände an der Hochschule Vechta – Jetzt redet ihr!

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Ende April sorgte ein Artikel in der Osnabrücker Zeitung für Wirbel an der Hochschule Vechta. Einige Studierende beklagten sich über unhaltbare Zustände und verwiesen auf ihr Recht auf Bildung, welches ihrer Meinung nach durch die Hochschule blockiert würde. Ebenso entbrannte im Asta Forum eine Debatte darüber, wie die Zustände gelöst werden könnten. uniVista hat sich daher dazu entschlossen, euch sprechen zu lassen, damit ihr eure Sicht auf die Hochschule zum Ausdruck bringen könnt.
von Britta Simon
Ich bin mit der Hochschulsituation eigentlich ganz zufrieden. Als höheres Semester habe ich nicht mehr mit überfüllten Seminaren zu kämpfen. Das einzige, was mich stört ist, dass die Universität meiner Meinung nach einen schnellen Umbau erzwingen will, bzw. ihr Profil noch sucht. In einer Zeit in der es Eliteuniversitäten gibt und die Universitäten in einem immer stärker werdenden Konkurrenzdruck stehen, müsste diese Universität ihr Profil stärken. Ich denke, dass es möglich ist, zwei so unterschiedliche Aspekte, wie den der Altersforschung und der Lehrerausbildung unter einen Hut zu bringen. Die Uni muss klar Stellung beziehen, damit sie nicht nur Studenten bekommt, die aus Verlegenheit nach VEC kommen, sondern aus Überzeugung. Dann säßen in den Veranstaltungen auch nicht so viele frustrierte Studenten. Den schlimmsten Zustand an dieser Universität (für mich ein Skandal) ist der Zustand in der Pädagogik. Die Kommunikation zwischen den Dozenten muss verbessert werden, alleine damit Seminare nicht in ganz kleinen Räumen stattfinden, und den Dozenten klar ist, was sie erwartet. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich in den drei Jahren an dieser Hochschule sehr wohlgefühlt habe und nicht sagen kann, dass alles schlecht hier ist, wie einige Leute der Meinung sind.
von Thomas
Foto: Hochschule Vechta
Ich finde es reicht nicht, nur Kritik zu äußern. Nach meinem dritten Fachsemester war klar, dass das Image der kleinen, fast privat anmutenden Uni flöten gegangen ist. Mit der Einführung des Bachelor SKN hatte sich die Uni übernommen. Zu viele Studenten wurden zugelassen, also zu wenige der möglichen Auswahlverfahren genutzt, zu wenig in Lehrmittel, Räume, Dozenten investiert wird. Das hat zur Folge, dass das gerne vermittelte Image der Uni und die dazugehörige Lehre und Forschung nun nicht mehr zusammen passen. Ich glaube nicht, dass diese Heuchelei bösartiger Natur ist, jedoch finde ich es nicht weitsichtig genug. Der Fokus liegt nicht mehr auf den Studenten. Es gibt Ausnahmen, die erst im Referendariat lernen, wie sie Wissen richtig vermitteln können. Das wertet kollosal ab und ich glaube, in der Uni Vechta steckt einfach mehr Potenzial. Ich denke, es ist deshalb wichtig, die zur Verfügung stehenden Auswahlverfahren auszubauen und mehr zu nutzen, vernünftig zu investieren (ich denke da an den Flachbildschirm an der Information, der zwar schick ist, aber mindestens zwei Semesterbeiträge gekostet hat) und weitsichtiger zu planen anstatt den Schaden zu regulieren. Das Gleichgewicht zwischen Lehre, aktueller Forschung und Praxisbezug sowie den Fokus auf die Studenten wiederherzustellen, sollten wichtige Ziele der Uni sein. Auch muss ein klares Konzept her. Wo sieht sich die Uni in 10 Jahren? Was sind Tendenzen der Hochschul- und Bildungspolitik? Möchten wir da mitziehen? Wie ermöglichen wir Studenten mehr Mitbestimmung? Wie machen wir die Forschung attraktiver? Wie fördern wir? Wie sieben wir die Sudokuspieler aus, die sich über die letzte Uniparty unterhalten und den Mitstudenten durch ihr Quatschen das Studieren erschweren? Image und Umsetzung passen momentan nicht mehr zusammen, aber dagegen kann was getan werden. Wenn nicht, wird Vechta eine Uni werden, die mal für ihre Mensa des Jahres und ihre Menschlichkeit bekannt gewesen ist. Noch studiere ich gerne hier.
von Stefanie

Planschen im Landkreis

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Foto: Björn Franke
Die Sonne lacht vom Himmel, der Nachmittag ist frei und die Badesachen drängen auf spaßiges Nass. Doch wohin an solch wunderbarem Tag?
Im Umkreis Vechtas locken ein paar Bademöglichkeiten, für die ihr nicht einmal unbedingt ein Auto braucht.
Das Hallenwellen- und Freibad ist ausgestattet mit Warmliegebecken, Familienbereich, Sportbecken, Sonnendeck und auch für Gastronomie ist gesorgt. Geöffnet ist das Bad täglich von ca. 08.00 bis 21.00, der Eintritt beträgt 3 Euro.
Dornbusch 45, Vechta
Ganz nah bei der Uni könnt ihr euch in der Toncoole erfrischen, eine modernisierte Tonkuhle mit Umkleiden, Duschen und Biergarten. Sie ist von 10.00 bis 19.00 geöffnet, wobei je nach Wetter und Gästeansturm Erweiterungen der Öffnungszeiten flexibel gehandhabt werden. Der studentenfreundliche Eintritt macht 50 Cent.
Diepholzerstraße 47, Vechta
Mit der Bahn und dem Rad ist das Waldbad in Lohne zu erreichen. Es wartet mit vier Becken auf, davon ist eins ein Sprungbecken mit drei Türmen. Natürlich gibt es auch hier einen Kiosk für das obligatorische Capri. Für 3,50 Euro seid ihr von 08.00 bis 21.00 dabei.
Am Waldbad 12, Lohne.
Ein Besuch per Bahn und Rad lohnt sich auch im Erholungspark Hartensbergsee in Goldenstedt. Dazu gehören ein Zeltplatz, eine Freilichtbühne und der sieben Hektar große Badesee mit Sandstrand. Leider ist auf der Internetseite weder ein Eintrittspreis noch eine genaue Adresse zu finden. Aber so groß ist Goldenstedt ja auch nicht… Nach 20 Minuten Fahrt mit der schönen NWB kommt ihr in Holdorf an. Dort lockt das Freizeit- und Erholungszentrum Heidesee mit Sandstrand am See, in dem auch geangelt werden darf. DLRG ist vor Ort und sorgt für eure Sicherheit. Mit zwei Euro für den Eintritt gehört dieser See zu den günstigen Sommervarianten.
Zum Heidesee 46, Holdorf.
von Julia Stock

Unter Affen

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Letzte Woche im Extra-Markt: Eine alte Frau kommt auf mich zugelaufen, gestützt von einer Kollegin aus dem Markt, mit einer nicht zu übersehenden dicken Beule am Kopf, rechts über dem Auge. Verwirrt und sichtbar neben sich, versucht sie mir zu erklären, wie es zu der Verletzung kam. Ein Radfahrer soll sie von hinten angefahren haben. Sie ist gestürzt und irgendwie in meinen Laden gekommen. Ihr Ohrring ist weg, der liegt wohl noch an der Unglücksstelle. Es ist Samstagnachmittag gegen drei, der Laden ist voll, die Kunden wollen nach Hause, die Schlangen bahnen sich ihren Weg durch den Laden. Ich helfe der alten Frau, hole ihr etwas zu trinken, einen Lappen um die Beule zu kühlen, rede mit ihr, damit sie sich nicht alleingelassen fühlt, frage noch einmal nach dem Hergang des Unfalls und benachrichtige schließlich die Feuerwehr und die Polizei.
Keiner hat der alten Frau auf der Straße geholfen, als sie gelegen hat, alle sind an ihr vorüber gegangen. Eine Kundin, die gerade an der Kasse stand, sagte etwas stumpf, dass sie sie hat fallen sehen, aber auf die Frage meiner Kollegin, ob sie als Zeugin auf die Polizei warten würde, kam ihr nur ein „damit möchte ich nichts zu tun haben“ über die Lippen.
Ich arbeite in diesem Laden seit fast 4 Jahren und habe schon alkoholisierten Philosophen zugehört, Schlauschnackern und Möchtegernpropheten, heruntergefallene Lebensmittel weggewischt und liegen gelassene Ware ins Regal zurückgebracht, kleine Kinder beruhigt, Hunden Wasser in Schüsseln gegeben und alte Frauen zur Damentoilette gebracht. Wenn ich zur Arbeit gehe, lasse ich mein „Uni- Hirn“ für zweimal acht Stunden im Bett. Bringt so und so nichts, mich über die Gleichgültigkeit meiner Mitmenschen zu ärgern. Im Grunde sind sie wie Affen, die sich lausen, sich paaren und keine Scham davor haben, sich anderen gegenüber so zu zeigen, wie sie sind. In dieser Woche erst hat sich mir die Azubine vom Backshop offenbart: Sie ist schwanger – in der 7. Woche -, hat Stress mit der Schwiegermutter, die sie am Telefon gegenüber der eigenen Mutter aufs Übelste beschimpft haben soll, weil sie sich am Wochenende immer irgendwo herum treibt, wie eine Schlampe rumläuft und das Kind so oder so behindert sein wird, weil der eigene Sohn auch behindert ist. Er hatte mal ein Drogenproblem – ist er deswegen gleich behindert?!
“Meinst du, die Affen übernehmen mal die Weltherrschaft?”
Homer Simpson in
“Die Simpsons: Blick zurück ins Eheglück”
© veit kern / PIXELIO
Axel kommt dann betrunken in den Laden, hustet und niest auf das Wechselgeld, das er in der Hand hält. Klasse! „Geh nach Hause und leg dich ins Bett“, sage ich zu ihm, aber er kommt noch ein paar mal wieder und tauscht Hartgeld gegen Dortmunder Bier ein.
Manchmal frage ich mich, warum ich Sozialpädagogik studiere und nicht zur Polizei gegangen oder Lehrer geworden bin. Aber dann erinnere ich mich schnell wieder daran, dass die anderen Berufe auch ihre Schattenseiten haben, auch ihre Affen, unter denen ich dann wäre. Ein Lichtblick ist schließlich da: Irgendwann muss ich nicht mehr hier an der Kasse sitzen und mir die Geschichten der anderen anhören – irgendwann habe ich auch mal Freitag um halb vier Schluss. Bis dahin schiebe ich hier noch Dienst, immer freitags und samstags bis acht Uhr abends…
von Frank Scholz

Mein Semester in Brisbane

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Foto: Sebastian Dargel
Schluss, aus, Ende! Die Vorlesungszeit ist endlich vorüber und der Urlaub und das Rumreisen kann endlich beginnen! Naja, noch nicht ganz, denn wie im schönen Vechta hat die Hochschulleitung der QUT hier ebenfalls eine Klausurenperiode angesetzt, der man am liebsten aus dem Weg gehen würde. Glücklicherweise (?!) gab es unter dem Semester aber so viel für das Studium zu tun, das es am Ende lediglich drei Klausuren geworden sind.
Aber ich will mal nicht jammern, denn ich hatte wirklich ein fantastisches Semester an der QUT und in Brisbane. Die Uni ist einfach vorbildlich. Wo man in Deutschland immer wieder gerne „Servicewüste“ oder „Beamtenpause“ hört, ist man hier weit davon entfernt, und genau deswegen werde ich hier mal ein paar Beispiele bringen, wofür eine Uni Geld, oder genauer Studiengebühren ausgeben kann, um es den Studenten bequemer machen zu können.
Ein schönes Seminar, das hier angeboten wird, lautet „Sex, Drugs & Rock & Roll“. Für welches Fach das ist? Kultursoziologie! Aber es wird noch wesentlich besser. Insgesamt gab es hier nur 3 Lectures, bei denen man auftauchen musste, die restlichen Lectures konnte man sich dann von der QUT Webseite als Podcast herunterladen und sich zur Stimme des Profs durch die dazugehörige Powerpoint-Präsentationen klicken. Eine sehr schöne Idee. Auch nett ist es, ganz einfach seinen PC anzumachen und die Lecture via Livestream zu verfolgen. Eine einfache Kamera reicht ja auch schon im Seminarraum.
Am besten ist aber der ganz normale Unialltag. Morgens werden zuerst die E-Mails durchgecheckt und geschaut, ob der Professor denn irgendwelche Ankündigungen gemacht hat z.B. Raumwechsel, Verschiebung einer Deadline o.ä. oder ob es Neues vom International Office gibt, ob man noch Bücher bei der Bibliothek abgeben muss, ob das Bier in der Studentbar günstiger geworden ist oder oder oder. Es wird einem alles geschickt, was man für den Tag braucht.
Bevor eine Vorlesung dann stattfindet, schaut man auf seine persönliche OLT-Seite. Dort hat die Software einen persönlichen Stundenplan erstellt, der einen darauf hinweist, wann man wo zu sein hat. Auch werden Klausuren und weitere Abgabentermine aufgeführt. Der Stundenplan wird selbstverständlich auch online von jedem Studenten für sich erstellt, es gibt also keine Vorlesungsverzeichnisse die man durchblättern muss. Die Powerpoint-Präsentationen von jeder Lecture und aus jedem Tutorial werden vor der jeweiligen Stunde ins Netz gestellt, damit man sich den Stoff bereits vorher anschauen kann, um dann zu entscheiden, ob man vielleicht doch einmal ausschlafen sollte oder schwimmen gehen oder Eisessen oder vielleicht doch in die Uni. Das Schwänzen, ja hier kann man das so nennen, sollte man allerdings nicht zu oft machen, denn Augen zugedrückt werden hier eher nicht. Weder wenn es um das Nichtauftauchen geht noch wenn es ums Mogeln während einer Klausur geht. Wird man dabei erwischt, winkt zu fast 100% die sofortige Exmatrikulation und Verbannung von der Uni. Nicht grade ein schöner Gedanken.
Eine feine Idee ist auch, dass es eigentlich keine schwarzen Bretter gibt. Macht die Uni an sich zwar unpersönlicher, aber die Idee des Assignment Minders ist sehr gut. Wenn eine Arbeit abgegeben werden muss, geht man in das Rechenzentrum des jeweiligen Campus, druckt sich einen personifizierten Bogen mit Barcode aus, klebt den auf eine Mappe, steckt seine Arbeit da rein und gibt es den netten Leuten am Minder. Vorteil liegt auf der Hand: Es steht im Computer dass und wann abgegeben wurde. Nachteil ist: Es steht im Computer, wann abgegeben wurde. Sollte man zu spät abgeben, gibt es Punkteabzug, so einfach. Es gibt noch haufenweise Dinge, die ich hier anführen könnte, aber irgendwann sollte es ja auch gut sein mit der Schwärmerei für eine Uni.
Denn neben einer guten Uni hat das Semester mir auch eine verdammt geile Stadt beschert.
Brisvegas ist einfach der Hammer. Was auch kaum verwundert, wenn man daran denkt, dass es eine Millionenmetropole ist und in diesem Fall mit Vechta in Konkurrenz steht. Brisneyland trägt seinen Namen wahrlich zurecht. Die Stadt ist derzeit der beliebteste Ort im Land und wächst täglich. Im Monat strömen mehrere tausend Einwanderer in die Stadt auf der Suche nach Arbeit, die es hier zu genüge gibt. Jeder, der will, bekommt auch einen Job, egal welches Bildungsstandes oder welcher Hautfarbe.
Die Stadt an sich kommt zwar absolut nicht klar mit der Vielzahl an Autos und Menschen, managt das ganze aber auf eine charmante Art und Weise. Auch wenn man genervt dem Bus hinterher starrt, sobald man in den nächsten steigt und bei seinem Namen begrüßt wird, ist man wieder selig gestimmt. Bei seinem Namen? Ja, in Australien heissen alle gleich und zwar „mate“ bzw. „matey“. Hier sind alle Freunde.
Foto: Sebastian Dargel
Die Spitznamen, die Brisbane trägt, hat die Stadt auch völlig zurecht. Überall gibt es Bars, Clubs, Lounges oder weiß der Geier was. Kurzzeitig dachte ich wirklich, dass auch hier eine Kneipentour à la Vechta möglich wäre, ist es aber nicht!
Für jeden Geschmack ist hier aber dennoch was dabei, außer für Menschen, die gerne Becks trinken, denn das brauen die Australier höchstpersönlich und importieren es nicht. Ein schlimmer Fehler, denn das bedeutet, dass es wie Seifenwasser schmeckt. Finger weg! Wer es ab und dann doch mal deutsch mag, dem sei Brisbanes Deutscher Turnverein ans herz gelegt, wo es verdammt gutes deutsches Essen gibt. Guten Appetit!
Tja und so geht meine Zeit hier auch langsam vorbei, nur noch einge Klausuren und dann wird Brisbane verlassen und etwas rumgereist. Das muss man natürlich machen, wenn man schon mal am anderen Ende der Welt ist.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich unzählige Erfahrungen gesammelt habe, die mich den ganzen Aufwand im Vorfeld haben vergessen lassen. Ich kann ein Auslandssemester, besonders in Australien, speziell in Brisbane und vor allem an der QUT nur jedem empfehlen, der die Welt erkunden will. Und mal ehrlich, wer sein studentisches Leben in Vechta verbringt, verdient einen Tapetenwechsel dieser Größenordnung. Also auf nach downunder!
CHEERS MATES!
von Sebastian Dargel

Bilderalbum
uniVista No. 05: Down Under

Vom Wachsen und Werden, von Lust und Liebe

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Amara ist 16, Fritz ist 43. Amara ist Schülerin, Fritz Dirigent. Amara kommt aus Spanien, Fritz aus Wien. Amara ist Tochter, Fritz ist Vater. Amara ist auf der Suche nach der Liebe für´s Leben, Fritz auf der Suche nach der Liebe für ein paar Stunden… und sie treffen sich mitten in Berlin.
So beginnt die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe und ein vor Gefühlen platzender Roman. Auf mehreren hundert Seiten führt Regina Faerber den Leser aus Sicht von Amara in die Kunst des Erwachsenwerdens und in die Träume einer ersten Liebe ein. Es ist das Hin und Her zwischen Familie und Freiheit, zwischen Gruppenzwang und Individualität, welches Amara in Verwirrung stürzt, Fragen aufwirft und das Miterleben ihrer Entwicklung so spannend macht.
Die Geschichte dieser beiden ungleichen Menschen ist so lebensnah und gleichzeitig so ungewöhnlich, dass das Lesen zum Vergnügen wird, auch für Leser die die Pubertät, zumindest nach eigenem Erkenntnisstand, bereits hinter sich gebracht haben.
Regina Faerber: Hölderlinstr. 11
Signatur: 5.2 A fae = 274864
von Ihna Grensemann

Von Saufexzessen und Selbstzerstörung, Madenbrei und Mao-Tse-Tung

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Schon das Geschehen ist seltsam: Zwei junge Homosexuelle aus Deutschland reisen zur Zeit politischer Umbrüche durch den Iran. Der eine, ein körperliches Wrack, gibt sich auf einer heftigen Party den Rest, der andere gelangt mit Hilfe eines mysteriösen Fremden außer Landes, und begibt sich auf einen religiösen Selbsterfahrungstrip nach Tibet. Dort wird er von chinesischen Soldaten gefangen genommen, für einen Spion gehalten, und in einem Umerziehungslager inhaftiert.
Verwirrend, ja verstörend, ist, wie der namenlose Ich-Erzähler seine Umwelt wahrnimmt. Er verhält sich völlig passiv, akzeptiert alles, was ihm widerfährt, schildert präzise entwürdigende Arbeits- und Haftbedingungen , ohne dabei Selbstmitleid oder Hass zu verspüren, freut sich sogar, dass es ihm aufgrund der menschenverachtenden Kombination aus Unterernährung und Schwerstarbeit gelungen ist, seriously abzunehmen.
Ein durch und durch bizarres Stück Literatur, das, obwohl leicht zu verstehen und gut zu lesen, den Leser lange beschäftigt und viele Fragen aufwirft.
Christian Kracht: 1979
Signatur: 353885
von Stefan Hirsch

Von Traurigem und Tiefsinnigem, von Liebe und Lyrik

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Träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume“, heißt es auf der ersten Seite dieses Lyrikbandes von Sonja Schröder. Getreu diesem Motto hat sie sich einen Traum erfüllt und in Eigenregie dieses kleine aber feine Bändchen heraus gebracht. In fünf Themen aufgeteilt, welche von Traurigem bis zum Hoffnungszeichen reichen, präsentiert sie dem geneigten Leser ihre Verse. Ihre Gedichte sind kurz und prägnant. Sie braucht nicht viele Worte, um starke Bilder zu schaffen. Ganz nach dem Motto ´weniger ist mehr´ glänzen ihre Gedichte durch einen sehr minimalistischen Einsatz von Stilmitteln.
Sonja Schröder ist Studentin der Hochschule Vechta, schon seit Kindertagen bringt sie ihre Gedanken in literarische Form. Neben Veröffentlichungen in Zeitschriften und Zeitungen kann sie auch einige Literaturpreise ihr eigen nennen. Ihr Repertoire ist dabei nicht auf die Lyrik beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf Prosatexte. Es macht großen Spaß, diese Autorin zu entdecken.
Sonja Schröder: Seelenschnupfen
Signatur: 356 356
von Stefanie Bruns

Von der Zeit und dem Zuhören, von Freundschaft und Fantasie

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Momo lebt in einer fiktiven Welt. Mehr und mehr übernehmen die grauen Herren die Vorherrschaft und bringen die Menschen dazu, ihre Zeit zu sparen. Die Bewohner von Momos Welt vergessen dabei völlig sich selbst, das Hier und Jetzt, denn: Spart man an seiner Zeit, so verkürzen sich die Tage und Wochen. Als ein Auflehnen gegen die Übermacht der grauen Herren schon fast aussichtslos erscheint, greift Meister Hora, der Verwalter der Zeit, ein und schickt Momo zusammen mit seiner Schildkröte Kassiopeia in den Kampf. Momo bleibt eine Stunde, um die ganze Welt zu retten. Als ich Michael Endes „Momo“ in der Hand hielt, kam ich mir zunächst vor wie ein Kind, entdeckte Stück für Stück die Welt des kleinen strubbeligen Mädchens und ihrer Freunde, ließ mich immer weiter in die Geschichte ziehen. Je mehr ich weiter las, desto mehr erschloss sich mir jedoch die ernste Thematik rund um dieses angebliche „Kinderbuch“. Michael Ende schafft mit diesem Werk eine Allegorie auf unsere heutige Gesellschaft, eine Kritik an dem Streben nach Macht und Erfolg. Ende findet hierbei eine bild- und fantasiereiche Sprache, die das zu fassen vermag und dem, was wir alle kennen und als unsichtbaren Druck in uns spüren, eine Gestalt verleiht. Ein Buch, für das sich das Zeitnehmen lohnt.
Michael Ende: Momo
Signatur: 5.1 E end = 122373
von Melanie Ehlert

Ebenen…

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© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Ebenen
mit endlosen Weiten
Hügel, Berge
mit grandioser Aussicht
sanft und zart
unter meinen Fingern
der Körper eine Landschaft
und ich der Entdecker
Seen aus denen ich trinke
salzig wie die Freiheit
salzig nach dir
meine Hände gehen
auf Reise
von Julia Stock

Wer wir sind und was wir wollen?
Zum heutigen Selbstverständnis des Studenten

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Fotos: Karen Ishikawa
Rollenfindung – Ein Versuch
Was eigentlich ist los? Ganz ehrlich. Ich meine, welche Rolle spielen wir Studenten noch in unserem Studentendasein? Wie definieren wir uns in dieser Rolle? Definieren wir uns überhaupt? Und wenn ja, heißt es dann, heutzutage Student zu sein, das meint, sich von einer Vorlesung zum nächsten Seminar zu bewegen, dazwischen wird noch ein bisschen gelesen, Kaffee getrunken, in die Mensa gegangen und wieder zugehört? Heißt Student zu sein heute, möglichst schnell durchzukommen durch ein vorgefertigtes Studium, in dem kaum noch Möglichkeiten geboten werden, sich zu entscheiden, was man machen möchte, weil das zur Folge haben könnte, dass, ja dass ein Studium tatsächlich länger als Regelstudienzeit dauern könnte? Alles schön diszipliniert, kontrolliert, fremdbestimmt und schnell. Ist das das neue Selbstverständnis des heutigen Studenten? Diese Fragen und Gedankengänge klingen bereits etwas provokativ an, natürlich, denn mindestens zum Thema Bloß-schnell-durch-sein und- immer-schön-gerad-aus-und-nie-nach-rechts-oder-links-gucken muss doch gesagt werden, was haben wir denn am Ende davon, wenn wir alle schnell fertig sind? Gut, mehr Geld im Portemonnaie. Aber haben wir etwas mitgenommen? Einsichten, Ansichten, Perspektiven, Alternativen…? Oder stehen wir, die Durchgehetzten, am Ende einfach nur auf Zehenspitzen herum, auf der Suche nach…ja nach was eigentlich? Nach dem besten Platz, einer guten Aussicht? Man könnte an das Bild denken, in dem sie alle auf Zehenspitzen stehen und letztlich keiner besser sieht. Abgesehen davon mag das auch nicht die angenehmste Position sein. Man muss den Standpunkt auch einmal verlagern. Vielleicht hilft es sogar, sich einmal hinzusetzen, vielleicht auch einmal, alle Viere von sich zu strecken, vielleicht in einem Seminar zur Stimm- und Atemtechnik oder in einem Sportkurs. Möglicherweise muss man auch einmal hochspringen, weitspringen, und vielleicht kann man so was auch als Nicht- Sportstudent angehen. Aufkommen kann man immer falsch. Und zu stolpern mag auch nicht verkehrt sein. Wir alle wissen doch, wie wir gehen gelernt haben: von Fall zu Fall….(letzteres ist geklaut, hat irgend so ein Neuropsychologe letztens in einem Film gebracht…Spitzer oder so…also nicht, dass ich mich mit fremden Federn schmücken will)
Immer wieder höre ich kritische Stimmen, was das heutige Studentendasein angeht, aber nicht etwa von den Studenten selbst, nein. Von meinem Vater bekomme ich regelmäßig zu hören, dass es wohl üblich heutzutage ist, alles hinzunehmen. Damals wäre das natürlich unmöglich gewesen. Ich höre Stichworte wie unpolitische Generation. Und zwischendurch klingt dann wieder das Klischee hindurch, wie wir Studenten leben. Pro Sieben, Taff, 17h: Guten Abend, Deutschland. Guten Morgen, liebe Studenten. Nun, aber wer sich schon nicht für die Probleme unseres Landes interessiert geschweige denn dafür, wie viel wir nun fürs Studium bezahlen müssen und überhaupt scheinbar alles über sich ergehen lässt, naja, dem wird wohl auch das egal sein. Aber trifft dieses Bild überhaupt zu? Als BaMa-Student erkenne ich hierin keine Wirklichkeit, wahrscheinlich habe ich um genannte Uhrzeit nicht einmal Zeit zum Fernsehen, und wenn mir davon jemand erzählt, dann habe ich gerade tausend andere Dinge im Kopf, den ich vielleicht noch schüttel, weil ich denke: Ja nee, ist klar. Ich glaube aber in der Tat, dass es den meisten egal ist, ob ein Bild zutrifft oder nicht und das Wenigste wird noch reflektiert, also kritisch reflektiert. Es geschieht was geschieht. Reflexion, Selbstreflexion, Kritik, alles das scheint fehl am Platze zu sein. Die an anderer Stelle zitierte “Suche nach der Wahrheit” wird ersetzt durch die Suche nach möglichen Klausurfragen. Was ist relevant? Kommt das auch vor? Müssen wir Daten kennen? Personen? Ist der Film von letzter Woche von Bedeutung, dieser Text, der Aufsatz? Nein, heißt es dann vielleicht, aber möglicherweise aufschlussreich. Immerhin reagieren Dozenten nun auch schon darauf und ergänzen ihre Seminare durch entsprechende Kommentare, was denn nun von diesen neunzig Minuten wichtig sein könnte. Danke!
Aber wem soll man einen Vorwurf machen? Vielleicht schlicht und einfach den neuen Strukturen, nämlich, dass die Universität mit den neuen Strukturen immer verschulter wird, aber mein Gott, so schlecht kann das ja auch nicht sein, oder?! Ich meine, letztlich gehen die meisten von uns wieder in die Schule, und ein bisschen mehr Praxis kann so schlecht nicht sein. Das neue Selbstverständnis des Studenten heutzutage? Die Frage stand am Anfang, und mir ist nun klar, dass ich falsch daran gegangen bin. Unsere Rolle ist ja vielmehr die eines Schülers, ohne diese Rolle abwerten zu wollen. Nein, darin liegt eine gewisse Herausforderung, und nächstes Mal wird diese dann einmal näher untersucht.
Übrigens: letztens war ich mit einem Kumpel in Italien. Vor Bologna sind wir abgedreht, Richtung Meer. Versprach mehr Aussicht.
von René Kohn
Ich bin genervt, ich bin frustriert…
Was nicht nur die ersten Zeilen eines Songs von den Ärzten sind, beschreibt meine Gefühle beim Anblick meines Schreibtisches recht treffend. Hier ein Abgabetermin für eine Ausarbeitung, da das Handout für das anstehende Referat, schon zugedeckt von ominösen Readern, unleserlichen Mitschriften, Büchern und dort noch der Kalender mit den dick unterstrichenen Klausurterminen. Nebenbei auch noch Zettel und Flyer mit den nächsten Partyterminen, Freundesadressen aus der ganzen Republik die ich doch schon lange mal wieder besuchen wollte, Festivaltickets, irgendeine Notiz weist noch auf die Arbeitsstelle für die Semesterferien hin und beinahe schon höhnisch grinsend sieht mich eine Postkarte mit dem Spruch „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“ an.
Das hatte ich mir anders vorgestellt!
Damals, vor drei- vier Jahren, als ich noch in der Schule saß und vom tollen Studentenleben geträumt habe, war mir eines völlig klar: Das wird eine relaxte Zeit! Mit vielen Parties, nächtelangen Diskussionen über Gott und die Welt, spannenden Vorlesungen von begeisterungsfähigen Professoren, jeden Tag ausschlafen und Semesterferien mit dem Rucksack in Sizilien. An Arbeitsdruck und Modulabschlussklausuren hab ich nicht im Traum gedacht. Jetzt ist es kurz vor Mitternacht und ich bin nicht auf der Party mit meinen Freunden sondern am Rechner und versuche, trockene Fakten in mein Hirn zu speisen. Dabei habe ich im Hinterkopf ständig die Frage, ob ich nicht grade die Party des Jahres verpasse und mein Sozialleben sich auf die einsamen Gespräche mit meiner Yuccapalme beschränken wird.
Klar ist wohl, dass ich mich vom Bild des Studenten, wie es die ´68er Generation geprägt hat, verabschieden muss, will ich halbwegs erfolgreich ins Berufsleben starten. Aber was ist das neue Bild eines Studenten? Wo ist der rote Faden, der einem sagt: „ Hier geht´s lang, das ist dein Weg!“ ? Was will ich vom Leben? Von wessen Meinung und Ansicht lasse ich mich überzeugen? Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Nur, wen soll man denn fragen? Meine Dozenten? Meine Kommilitonen? Das Kaffeesatz-Orakel?
Am Besten mich selbst.
Denn wer weiß mehr über meine Wünsche, Träume und Erfahrungen als ich? Und auf wessen Meinung sollte ich mehr Wert legen als auf meine?
Und während mir diese Gedanken so durch die Synapsen kreisen, wird mir bewusst, dass es nicht nur die Freiheiten und Rechte des Studentenlebens, sondern eben auch die Verpflichtungen und Bindungen sind, die es so reich machen. Die für Gesprächsthemen sorgen, die mich beschäftigen und mich zwingen, mich mit mir und meiner Arbeitshaltung auseinander zusetzen.
Und so nach und nach, also wirklich sehr langsam, verliert der Anblick meines Schreibtisches seinen Schrecken und ich mache mich an die Arbeit- in dem sicheren Wissen, dass der nächste Mittwoch, die nächste Party, kommen wird und ich Yucca dann doch noch eine Topfblume als Gesellschaft beistellen werde.
von Ihna Grensemann
“Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 kein Kapitalist ist, hat keinen Verstand.”
Eine Freundin aus der Schweiz fragte mich vor paar Wochen, wo man in Osnabrück in besetzten Häusern übernachten kann. In einem der beiden Vechtaer Kinos gab es eine Veranstaltung der Contra AG zum Abschiebelager in Bramsche-Hesepe. Die Zuschauer: weitgehend Jugendliche. Die 68er von morgen?
Auch wenn man im Laufe der Zeit – oder sollte ich schreiben, im Laufe des Erwachsenwerdens? – immer mehr revolutionäre Gedanken gegen die eines geplanten Lebensentwurfs eintauscht, man mag sich doch fragen, ob das politische Interesse der Studierendenschaft abnimmt – sofern überhaupt vorhanden, jedenfalls in unserer beschaulichen Kleinstadt. Gewiss ist Vechta keine klassische Universitätsstadt, die Studenten identifizieren sich wahrscheinlich weniger mit ihrer Hochschule als Studierende anderer Unis.
Immerhin, ein kleiner Teil der Studierenden engagiert sich, im AStA, StuPA, beim Linken Vechta, oder bei uns in der Redaktion…, auch wenn die Motivation, sich außerhalb des eigentlichen Studiums zu betätigen, wohl aufgrund der Straffheit des BA/MA-Studiums wohl immer geringer ausfallen wird.
Prof. von Laer sagte im Rahmen der Informationsveranstaltung zum Studiengebührenboykott, es sei nicht der Sinn der Universität, ein wirtschaftliches Unternehmen zu sein, sondern nach der Wahrheit zu forschen. Forschen wir, die Studierenden, nach der Wahrheit?
Haben wir, die Studierenden, eine gesellschaftliche Verantwortung, gegen eingefahrene Strukturen anzugehen und frischen Wind in die alltägliche Welt der Praxis zu bringen?
In einem Artikel in der taz über eines der Camps in Rostock während des G8-Gipfels wurde unter anderem über eine Studentin berichtet, Mitte 20, aus Berlin, studiert Sozialpädagogik und will die Welt verändern. So etwas meine ich aber gar nicht zwangsläufig, dass jeder Student nach Heiligendamm hätte fahren sollen oder ähnliches.
Ich meine vielmehr, dass wir darauf achten, was uns an dieser Welt stört, dass wir nicht so werden wie die Menschen, die ihre eingefahrenen Muster haben und jegliche Veränderung ablehnen. Menschen, die nicht mehr nach links und rechts schauen und nicht sehen, was sie eigentlich machen. Es fängt in uns selbst an.
von Björn Franke
Fotos: Karen Ishikawa & Björn Franke

Das Märchen vom mündigen Bürger

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Es war einmal ein Junge namens Heinrich. Er lebte in einem kleinen Fürstentum. Sein Vater verdiente das Brot für die Familie als Bauer. Eines Abends, während des Essens, erzählte der Vater ihm von einem neuen Erlass des Fürsten. Er polterte und schimpfte, dass die Adeligen nur Unsinn im Kopf hätten. Schon wieder wollte der Fürst ein Fest geben und verlangte für diesen Monat die doppelten Abgaben. Das nannte er dann Politik. „Ich nenne das Verschwendung“, wetterte der Vater, „er sollte lieber die Steuern für seine Untertanen senken oder ihnen mehr zum Leben lassen. Sonst wird es bald Unruhen geben.“
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Als er schon im Bett lag, dachte Heinrich noch lange an diese Worte. Wusste denn der Fürst nicht, wie seine Untertanen dachten? Warum sagte es ihm keiner? Warum entschied er alles allein? Er überlegte und kam zu dem Entschluss, dass doch besser alle bestimmen sollten, was im Land passiert. Aber wie?
Auch am nächsten Tag beschäftigte ihn dieser Gedanke sehr. Er saß auf der Wiese hinter dem Haus an einen Baum gelehnt, als ein Schmetterling sich zu ihm gesellte. Gedankenverloren sah er ihn an und erkannte nur langsam, dass das kleine Geschöpf auf seinem Knie gar kein Schmetterling war. Eine kleine Elfe saß da, und schaute ihn neugierig an. „Warum sitzt du hier so trübselig anstatt zu spielen? Es ist doch ein herrlicher Tag.“ Heinrich erzählte ihr von seinem Vater, dem Fürsten und seiner Idee. Kaum hatte er seine Rede beendet, sprang sie fröhlich auf. „Ich schau mal, was ich tun kann.“ Noch ehe Heinrich fragen konnte, was sie denn überhaupt tun könne, war die kleine Elfe verschwunden. Vorsichtig sah er sich um, aber alles schien wie immer. Auch zu Hause konnte er nichts Ungewöhnliches entdecken. Nicht beim Abendessen und auch nicht bevor er schlafen ging. Am nächsten Morgen hatte er die Begegnung mit der Elfe schon wieder vergessen. Doch als ein Bote an die Tür des Bauern klopfte und seinen Vater dazu einlud, zum Fürsten zu kommen, (denn alle mündigen Bürger dürften jetzt über die Geschicke des Landes mitbestimmen), erinnerte sich Heinrich wieder und strahlte. Die Elfe hatte es also wirklich geschafft.
Von nun an gingen der Vater und alle anderen mündigen Bürger des Fürstentums einmal die Woche zum Fürsten, um die anstehenden Entscheidungen zu treffen. Alle waren glücklich und zufrieden. Doch eines Tages trug der Fürst ein heikles Anliegen vor. Er wollte sich mit anderen Fürstentümern verbünden, gemeinsam seien sie stärker. Doch alle Verbündeten verpflichteten sich auch, die anderen in Zollfragen und Geldangelegenheiten einzubeziehen. Der Fürst versicherte, dass bereits alles vorbereitet und der Vertrag aufgesetzt wäre und sie nur Vorteile davon hätten. Genau diese Äußerung jedoch entfachte den Unmut in der Versammlung. Wie konnte alles vorbereitet sein, wenn er sie noch gar nicht gefragt hatte. Nein, das ging nicht, da war man sich einig. Sie zeterten und schrien alle durcheinander. Der Fürst erhob schließlich seine Stimme: „Es muss eine Entscheidung getroffen werden.“ Noch einmal warb der Fürst mit schillernden Worten für sein Vorhaben, doch immer wieder wurden Vorbehalte und Ängste aus der Menge geäußert, die breite Zustimmung fanden. Der Fürst kam dagegen nicht an. So wurde das Bündnis abgelehnt.
Als er den Fürsten des Bündnisses diese Nachricht überbrachte, reagierten sie mit Unverständnis. „Du kannst doch nicht die einfachen Untertanen eine solch gewichtige Entscheidung treffen lassen.“ „Aber bisher hat es doch gut funktioniert.“ „Das mag sein, aber wissen deine Untertanen denn auch, was passiert, wenn ihr Land allein bleibt? Wissen sie, was die anderen Fürsten planen? Haben sie die Geschichte und die Diplomatie studiert? Haben sie den Vertrag gelesen?“ Der Fürst überlegte kurz, und musste diese Nachfragen dann verneinen. „Das sind einfache Leute. Ich bin nicht mal sicher, ob alle lesen können.“ Daraufhin erntete der Fürst nur noch Spott und wurde mit den Worten nach Hause komplimentiert, dass er wiederkommen solle, wenn er die Entscheidungsgewalt hätte. Geknickt fuhr er also zurück in sein Schloss.
Bei der nächsten Versammlung berichtete er von diesem Zusammentreffen und stellte die Frage in den Raum, wer lesen könne. Nur wenige Hände wurden gehoben. Er schloss die Frage an, wer denn lesen lernen wolle. Es hoben sich nicht viel mehr Hände. „Aber ihr müsst lesen können, damit ihr mündige Bürger seid.“ Empörung machte sich unter den Anwesenden breit. „Für sowas habe ich keine Zeit, und ich weiß doch auch so Bescheid.“, schrie Heinrichs Vater.
Resigniert sank der Fürst in seinen Sessel. So ging es nicht weiter. Wenn die Bürger mit entscheiden wollten, mussten sie über alles Bescheid wissen.
Zu Hause erzählte natürlich auch der Vater Heinrich von diesen Vorkommnissen. Dieser zog sich anschließend ganz betrübt in sein Zimmer zurück. Was war schief gelaufen? Warum funktionierte die direkte Abstimmung nun nicht mehr?
Am nächsten Morgen fragte er den Vater, warum er nicht lesen lerne um zu verstehen, was der Fürst sagt. Doch dieser wiegelte nur ab. „Von sowas bekommst du kein Essen auf den Tisch.“ Außerdem habe er sich ja schon entschieden und werde sich auch nicht mehr umstimmen lassen.
Wieder saß Heinrich auf der Wiese, angelehnt an die alte Eiche und schaute angestrengt ins Gras. Wo diese Elfe nur wieder steckte? Gegen Abend schließlich setzte sie sich wieder auf sein Knie und fragte: „Warum sitzt du hier so betrübt?“ Heinrich schilderte ihr, was geschehen war. Die Elfe lauschte. Aber diesmal wusste Heinrich keine Lösung des Problems. So flog die Elfe wieder von dannen, ohne eine Idee, was sie für Heinrich tun könne. So war sie es, die nun wach lag und grübelte. Sollte sie alles wieder rückgängig machen, als ob es die direkte Mitbestimmung nie gegeben hätte? Oder könnte sie wirklich alle Bürger dazu bewegen, lesen zu lernen um die nötigen Kenntnisse zu erwerben?
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Aber wer würde dann die Felder bestellen und die Tiere füttern, wenn alle beschäftigt wären? Sollten die Bürger vielleicht einige aus ihrer Mitte wählen, die sich fortan nur noch mit den Staatsgeschäften auseinander setzen und von den anderen mitversorgt würden? Aber wer würde dann kontrollieren, was diese tun?
Wie sie es auch drehte und wendete, sie konnte keine Lösung finden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so grübeln Heinrich und die Elfe noch heute…
von Stefanie Bruns

Bremen

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© Jan von Bröckel / PIXELIO
Ihr habt schon immer das Bedürfnis gehabt, einmal musizierende Tiere zu sehen? Wolltet schon immer mal live dabei sein, wenn sich jemand vom Hochhaus stürzt? Kein Problem. Unsere fünfte Station auf unserer Semestertickettour macht’s möglich. Und es ist keine geringere als Bremen gewesen.
Bremen.
Hansestadt. Fisch. Grün-Weiß. Mittlerweile auch Orange. Fußball. Becks. Eine Stadt, in der Männerträume wahr werden. Eine Stadt, 550.000 Einwohner… Bei mäßigem Wetter, aber mit bestem Vorhaben und wie immer hochmotiviert ging es in die größere Stadt des Zweistädtelandes. Neben Studenten, die noch keine Studiengebühren bezahlen müssen und entsprechend schön auf den Putz hauen können, bringt diese Stadt auch astreine Soapkarrieren hervor: Der ehemalige Manager des Fußballvereins Werder Bremen ist derweil Senator für Bildung und Wissenschaft. Möglicherweise mag das eine mit dem anderen
Umstand zutun haben. Ach so, vom Haus hat sich übrigens niemand gestürzt. Wir wohnten lediglich einem Tatortdreh bei. Nach einer Dreiviertelstunde Sensationsgeilheit hatten wir allerdings keine Muße mehr, noch länger auf den Sprung zu warten. Wir mussten ja schließlich weiterkommen, um für euch Bremen zu erkundschaften.
das Bremer Schnoorviertel
© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Wer sich schon in Bremen befindet sollte es auf keinen Fall verpassen, das Bremer Schnoorviertel zu besuchen. Hier findet der geneigte Besucher viele hundert Jahre hanseatische Geschichte und kann in den engen Gassen beim Bummeln schon mal die Zeit vergessen. Doch nicht nur das Bummeln wird im Schnoor groß geschrieben, auch die Kultur hat ihren festen Platz. Verschiedene Galerien und Museen lassen sich hier ebenso finden wie Theater und Varieté. Ein näherer Blick lohnt sich!
St. Petri Dom
Bremen hat auch für Freunde sakraler Gebäude, sei es um zu beten oder die Pracht zu bewundern, einiges zu bieten. Neben der St. Martini Kirche im Schnoor Viertel, der Atriumkirche und der Unser Liebfrauenkirche ist besonders der St. Petri Dom hervorzuheben. Dieses frühgotisch geprägte Bauwerk besitzt eine besonders imposante dreischiffige Basilika mit einem doppelten Chor und zwei Krypten. Angesichts all dieser Pracht ist es nicht verwunderlich, dass es zwei Männer brauchte um den Dom eine solche Größe zu verleihen. So begann einst im Jahre 1041 der Erzbischof Bezelin mit dem Bau, welchen sein Nachfolger Adelbert vollendete. Heute ist er ein Ort der Besinnung, des Staunens, der Erinnerung und nicht zuletzt der Bildung. Denn neben seiner eigenen langen Geschichte, welche vor allem in den ältesten Teilen, der Ost – und der Westkrypta, spürbar wird beherbergt das alte Gemäuer heute auch ein Museum. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Gut, lecker, Johnny be goods
Eher zufällig trieb uns der Hunger in dieses Truckerlokal. Die rustikale Innenausstattung hat ihren ganz eigenen Charme. Aber das Besondere ist hier definitiv das angebotene Essen. Neben einer großen Auswahl an Burgern gibt es auch andere typisch amerikanische Spezialitäten. Einzig für die Vegetarier ist das Angebot etwas dünn. Ansonsten findet sicher jeden den Burger seines Geschmacks. Bei all ihrer Unterschiedlichkeit haben diese eins gemeinsam sie sind riesig und werden mit einer ordentlich Portion Beilagen serviert. Richtigen Hunger sollte man also mitbringen. Die Preise sind den Portionen angemessen. Aber es ist sicher nicht billig. Doch gutes Essen darf auch seinen Preis haben, oder?
das Universum Science Center
© w / PIXELIO
Derjenige, der sich bei seinem Bremen-Ausflug mehr Zeit mitgebracht hat, sollte auf jeden Fall 8 Euro (ermäßigter Preis für Studenten) in seinem Portemonnaie zurückhalten für einen Besuch im Universum. Insgesamt 250 Stationen auf rund 4000 m² Ausstellungsfläche laden ein zum spielerischen Entdecken, Staunen und Erleben rund um die Themen Mensch, Erde und Kosmos. (Beispielsweise kann man in einem kleinen Nachgebauten Wohnzimmer am eigenen Leib erfahren, wie sich ein Erdbeben anfühlt) Weitere Informationen gibt es auf www.universum-bremen.de
Wenn der Tag des Bummelns und der Kultur dann nicht zu lange war, gilt es das Nachtleben von Bremen zu erobern. Hier einige Tipps von uns zur Abendgestaltung.
Tower
Direkt in der City und keine 5 Min vom Bremer Bahnhof entfernt findet man den Tower Music Club. Im mittelalterlichen Stil gehalten gibt es für Freunde der alternativen Musik hier von Di bis Sa ab 22 Uhr Programm. Neben wechselnden Events wie Livekonzerten oder Visionpartys könnt ihr hier an jedem ersten Freitag im Monat in der AtmosFear Dark Wave, Industrial und Gothic sowie EBM erleben. Der letzte Freitag im Monat steht ganz im Zeichen der lauten Töne. Unter dem Stichwort Kerosene gibt es eine bunte Mischung aus Hardcore, Punk, Ska und Emo. Samstags heißt es Tanzen, denn dann erwartet den Besucher unter dem Motto StereoSurfin´die Tower Tanznacht.
Der Dienstag Abend wird besonders uns Studenten erfreuen, denn dann heißt es nicht nur freier Eintritt sondern ebenso Bier zu vergünstigten Preisen. Für weitere Infos klickt auf www.tower-bremen.de
Stubu
Ebenfalls am Rembertiring gelegen und somit nahe am Bremer Hauptbahnhof befindet sich das Stubu, ein Klassiker in der Bremer Partyszene. Auf inzwischen 5 Areas wird gespielt, was das Herz zum Tanzen begehrt. Wenn man sich des Öfteren im Bremer Nachtleben bewegt, kann man sicher sein, das eine oder andere bekannte Gesicht hier in den frühen Morgenstunden noch zu erleben. Allerdings muss man zum Einlass Geduld mitbringen, kann die Wartezeit immerhin bis zu zwanzig Minuten dauern. Die Getränkepreise liegen im Durchschnitt, Beck´s kostet 2,50, Wodka Redbull 5,50. Das Stubu ist täglich ab 21 Uhr geöffnet, die Happy Hour (zwei Getränke zum Preis von einem) ist von 21- 23 Uhr. Da die Internetpräsenz eher dürftig ist, empfehlen wir für weitere Infos die direkte Durchwahl. Stubu Bremen: 0421- 326398
Woodys
Wer auf dem Weg zum Stubu noch einen Abstecher in die Rockszene machen möchte, ist im Woodys gut aufgehoben. Jeden Samstag erwartet den Besucher ab 22 Uhr die Nightsession mit bekannten Stücken aus den Charts, aber auch Klassikern aus dem Bereich Rock und Pop. Freitags bietet das Woodys „Bremens beste Rocknacht seit ´89“. Eine Mischung aus aktuellen Rocksongs, aber auch Altbewährtem, das man immer wieder gerne hört. Das Ambiente gleicht einem größeren Partykeller, das Durchschnittsalter liegt schätzungsweise bei Anfang bis Mitte Zwanzig. An allen Öffnungstagen lockt das Woodys mit Vodka-Energy für 1 Euro. Für mehr Infos klickt auf www.woodys.de
Paddy`s Pit
Für Fans des klassischen Irish Pubs bietet das Paddy´s Pit am Bremer Hauptbahnhof eine perfekte Anlaufstation. Mit viel Liebe zum Detail wurde das Paddy´s mit alten Kirchenbänken ausgestattet, die ein gemütliches Ambiente herstellen. Wer sein Englisch etwas aufbessern möchte, wird ebenfalls nicht enttäuscht, da die „Amtssprache“ im Pit Englisch ist. Am Wochenende sorgt Livemusik für Stimmung. Auch Fußballfans kommen in diesem Pub nicht zu kurz, denn wer zuhause kein PayTV zur Verfügung hat, kann Livespiele bei einem kühlen Bier im Pub genießen. Täglich geöffnet ab 17 Uhr. Weitere Infos unter www.paddys-bremen.de
Il Mio in der Lloydpassage
Entweder nach einem langen Einkaufsbummel oder direkt am Abend. Das Il Mio in der Bremer Lloydpassage lädt allemal zu einem Besuch ein. Direkt an der Galeria Kaufhof gelegen bietet es einen Blick auf die Llyodpassage. Innen ist das Il Mio auf verschiedenen Ebenen stilvoll aber modern eingerichtet. Vom klassischen Bier bis zu extravaganten Cocktails ist hier alles zu finden. Auch der Magen bleibt nicht leer, dafür sorgt eine reichhaltige Speisekarte mit Fingerfood oder Hauptspeisen. Die Preise liegen dem Bremer Nachtleben angemessen im Durchschnitt. Öffnungszeiten sind Montags bis Samstags 8.00 Uhr- open End und Sonntags von 10 Uhr open End. Weitere Informationen unter www.restaurant-ilmio.de
Modernes
Eines der umfangreichsten Programme bietet das Modernes am Neustadtwall 28 in Bremen. Etwas versteckt in einer Seitenstraße und etwa 15 min zu Fuß von der Innenstadt verspricht das Modernes jedoch auf großen Raum eine bunte Mischung an Unterhaltung. So kommen sowohl Freunde der 70er und 80er Jahre als auch Anhänger der moderneren Musik in regelmäßigen Abständen auf ihre Kosten. Auch Mottopartys sowie die WiwiJura Partys der Hochschule Bremen locken regelmäßig Publikum in die Bremer Neustadt. Geöffnet ist das Modernes am Freitag und Samstag ab 23Uhr. Die Bierpreise liegen um die 2,50 Euro. Mehr Informationen findet ihr unter www.modernes.de
La Viva
„Garantierter Partyspaß“ verspricht das La Viva Bremen auf seiner Homepage. Ob dies zutrifft, muss man wohl selbst herausfinden. Möglichkeit dazu hat der Besucher Freitags und Samstags jeweils ab 22 Uhr. In drei Bereichen werden Hits der 70er, 80er und 90er, Black Music und aktuelle Charts gespielt. Der Getränkepreise sind dem Nachtleben entsprechend, das Bier bekommt ihr ab 2,50. Einlass ist ab 18 Jahren in angemessener Kleidung, das heißt, es wird klassisch bereits an der Tür sortiert. Mehr Informationen zum La Viva bekommt ihr auf einer meines Erachtens sehr gut gestalteten Internetseite. www.laviva-disco.de
Und so erreicht ihr Bremen:
Vechta – Bremen
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h, 18.32h, 20.32h + 7.32h – 16.32h st.
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Bremen – Vechta
Mo.-Fr. 6.20h – 21.20h st.
Sa. 08.20h- 18.20h st. + 20.20h
So. 10.20h, 12.20h, 14.20h + 16.20h – 21.20h st.
von Britta Simon, Melanie Ehlert, René Kohn und Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 05: Bremen

Wir haben die Macht

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© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Beim Aufräumen meiner Regale bin ich auf ein Büchlein gestoßen, gefüllt mit meinen literarischen Frühwerken. Gegenstand eines Gedichtes ist die Harpunierung des letzten Wales und die danach eintretende Leere im menschlichen Leben. Kein Glanzstück. Aber ausreichend, um mich zum Denken zu bewegen.
Ist das, was ich so mit Leben betitele, gut, richtig, ökologisch korrekt? Ist meine Hautcreme an Tieren getestet? Wurde der Lachs auf meinem Teller nicht ge- sondern überfischt? Mussten für meinen Collegeblock Wälder gerodet werden? Starben Tiere, um Teil meines Burgers zu sein? Wird der Strom, den ich ver(sch)wende, durch erneuerbare Energien erzeugt?
Was kann ich tun, um dem Ideal des ökologisch korrekten Lebens näher zu kommen? Ein Einsiedlerdasein im Steigerwald ist keine Alternative und auch Selbstversorgerin zu werden, ist als geisteswissenschaftliche Studentin wenig erfolgsversprechend.
Aber machtlos bin ich auch nicht, schließlich ist mein größtes Manko auch meine größte Waffe:
Ich bin Kosumentin. Und damit habe ich die Macht. Sehr optimistisch gesehen, aber wurde nicht alles Neue durch die Zuversicht Einzelner geboren?
Kleine Anleitung zum Ökologischsein:
  1. Esse nur solchen Fisch, bei dem Fang und Haltung akzeptabel ist. (www.greenpeace.de/themen/meere)
  2. Benutze Recycling-Papierprodukte.
  3. Kaufe möglichst Bioerzeugnisse. Jedoch ist nicht alles, was sich dafür ausgibt, „bio“. Achte auf die Gütesiegel. (www.allesoeko.net)
  4. Fahre Bahn, Bus, Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften.
  5. Trenne deinen Müll.
  6. Freu dich über den Fairtrade-Kaffee im Bistro und fühl dich gut beim Genuss.
  7. Nimm Jute-statt Plastiktüten.
  8. Zieh den Stecker und lass die Geräte nicht auf Standby laufen.
  9. Dreh den Wasserhahn beim Zähneputzen zu.
  10. Benutze Fehldrucke als Schmierblätter
  11. Putze mit Essig.
  12. Kaufe tierversuchfreie Kosmetika. (www.tierschutzbund.de)
  13. Besuche doch mal den Wochenmarkt, jeden Mittwoch und
    Samstag von 7.00 bis 12.00 auf dem Parkplatz vor dem Metropol-
    Kino. Alle dort angebotenen Produkte sind garantiert aus
    dem Umkreis.
von Julia Stock

Statistik für Anfänger

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© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Während meines Studiums muss ich mich mit zwei Dingen herumschlagen: Statistik und Partnersuche. Beides ist mir oft unverständlich und rätselhaft. Statistik von vorne bis hinten, und bei der Partnersuche stellt sich mir immer wieder die Frage: „Ansprechen oder nicht?“ Eine Freundin hat mir ein fast vergessenes Wortspiel gezeigt, welches mir schon als Kind gute Dienste leistete. Und es ist die Antwort auf benannte Unverständnis und Rätselhaftigkeit, denn mit dieser höchstprofessionellen statistischen Methode kann ich schnell herausfinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer großen Liebe zwischen mir und einer anderen Person ist. Und kann dann entscheiden, ob sich das Ansprechen überhaupt lohnt.
Und so geht’s:
  • Schreibe die Namen der Personen nebeneinander, z.B. Kati + Dennis.
  • Nun guckst du, wie oft ein Buchstabe in den beiden Namen vorkommt und schreibst die Anzahl unter die Namen. Bei den beiden oben wäre es ein K, also 1, ein A, also 1, ein T, also 1, zwei I, also 2, ein D, also 1, ein E, 1, zwei N, 2, ein S, also 1. Dann steht da 11121121.
  • Zähle immer die erste und die letzte Zahl zusammen und schreibe sie auf. 1+1=2. 1+2=3. 1+1=2. 2+1=3. Also: 2323. (Wenn eine Zahl keinen Additionspartner hat, schreibe sie einfach dahinter.)
  • So machst du nun weiter, bis du eine zweistellige Zahl hast. Bei Kati und Dennis wäre das die 55. Es besteht also eine 55%ige Chance, dass die beiden eine tolle Beziehung führen werden.
Noch ein Beispiel:
Florian + Susanne
1111123211
22343
563
86
Florian und Susanne haben eine 86%ige Wahrscheinlichkeit, dass es funkt. Ansprechen ist angesagt!
von Julia Stock

48 Stunden – nichts als wach
Wenn‘s nach 45 doch nicht besser wird

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uniVista vs. Schlafparalyse
Bildnachweis: pixelio.de
© Engelbogen / PIXELIO
Der Schlaf, ein zentrales und lebenswichtiges Grundbedürfnis…Der Entzug desselben wirkt sich nicht nur auf unseren Körper aus. Diverse Studien belegen, dass Menschen misstrauisch, reizbar, übellaunig und schreckhaft werden, wenn sie nicht ihr benötigtes Schlafpensum bekommen. Ebenso werden Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflusst. Wenn der Schlaf über einen längeren Zeitraum, ob freiwillig oder gezwungenermaßen auf ein absolutes Minimum reduziert, oder gar völlig verhindert wird, stellen sich vermehrt Depressionen, Halluzinationen und Sinnestäuschungen ein. Das klang so spannend, das mussten wir unbedingt ausprobieren! Vier unerschrockene Redaktionsmitglieder begannen somit unsere neue Reihe: uniVista x-treme. Wir haben uns gefragt, was passiert denn tatsächlich, wenn man seinem Körper den Schlaf entzieht? Ist es schwer, lange wach zu bleiben? Ist man überhaupt noch in irgendeiner Art und Weise leistungsfähig? Und da 24 Stunden wach sein nun mal gar keine Herausforderung sind, haben wir uns überlegt, 48 Stunden wach zu bleiben. Ein Termin war gefunden, stellte sich nur die Frage, wie x-treme man dieses Wochenende gestalten sollte. „Noch extremer“ war die Devise und so wählten wir als Ort des Geschehens einen geheimen und sterilen Raum. Der PC sollte die einzige mediale Ablenkung sein, mit max. 4 Stunden Internetzeit für jeden. 48 Stunden wach sein…am selben Ort…mit denselben Leuten, das war die Ausgangssituation. So starteten wir am Samstag den 26.05.2007 um 9 Uhr morgens das Experiment, voraussichtliches Ende Montag der 28.05.2007 ebenfalls 9 Uhr morgens.
von Melanie Ehlert, René Kohn, Stefan Hirsch und Stefanie Bruns
Das Protokoll
6:02 Uhr / 21 Std. wach:
Ein Durchhänger erfasst die Gruppe seit nunmehr einer gewissen Weile. Erste Unmutsäußerungen werden laut. Unmutsblicke können auch schon gesehen werden, weil erste technische Verluste in Kauf genommen werden müssen. Bisher alle Versuche erfolglos, die Technik wiederzubeleben.
Erster Kleiderwechsel am Morgen. Stefan nun mit hoch stehendem Kragen, schwarz, langärmlig.
Rene Kohn
09:26 Uhr / 24 Std. und 26 Min. wach:
Die ersten Schwächeanfälle wurden dank der Cam dokumentiert. Ich fühle mich komischerweise, bis auf dieses Sausen in meinem Kopf, recht fit. Erste Auffälligkeiten: Ich habe Schwierigkeiten mich auf eine Sache zu konzentrieren, denke an viele Dinge gleichzeitig, und versuche sie gleichzeitig zu begreifen, was mir bis jetzt noch nicht einmal gelang. Das kreative Potential hingegen ist gigantisch.
Melanie Ehlert
Zwischen 11:00 Uhr und 11:30 Uhr / 25-26 Std. wach:
Konsequenz der geballten Kreativität: Habe ein Dutzend Bilder mit Farbstiften gemalt. Die erste Geschichte steht und wird von Stefan vorgelesen. Melanie ist der Lyrik verfallen. Sehr schön! Stress mit den Sich-nicht-an-die- Regeln-Halter. Diskussion über Sinn und Zweck einer Aktion wie dieser. Was man gemacht hat, zählt nicht. Was man macht, zählt. Heißt: nicht schlafen!
Gesundheitlicher Zustand: Leichte Kopfschmerzen, mittlerweile gehabt, schon wieder vorbei. Vibrationen im Mundbereich. Was bedeutet das? (öh, klingt auf jeden Fall echt schräg… :-P)
Rene Kohn
12.00 Uhr / 27 Std. wach:
In meinem Kopf macht sich eine angenehme, warme Schwere breit. Das Sausen hat sich zu einer sanften Brise gelegt und streift meinen kreativen Geist. Habe heute schon wieder hochtrabende Lyrik geschaffen…Bis jetzt noch keinen Kampf gegen den gemeinen, feigen Sekundenschlaf gefochten. Mal gucken, ob der Wicht sich heute noch blicken lässt. Nein. Wir werden heute noch viel schaffen…, bestimmt, ganz bestimmt.
P.S: Nacken- und Schulterpartie ist eine komplette Verspannung… warum? Weiß der Geier…
Melanie Ehlert
14:05 Uhr / 29 Std. wach:
Während Melanie versucht, sich über einschlägige Chatprogramme fit zu halten um nicht einzuschlafen, schreib ich mal wieder einige Eindrücke. Mittlerweile geht’s wieder richtig gut. Weder ein Kribbeln im Gesicht noch Kopfschmerzen oder Sonstiges. Habe zwischendurch Badminton gespielt. Im Büro!
Stefan ist derweil auch in eine oder mehrere Schlafphasen gefallen. Sprich: Der Zweikampf ist eröffnet. Melanie braucht ein Battle, sonst hält sie es nicht durch.
Rene Kohn
15:31 Uhr / 30,5 Std. wach:
Zwischenzeitlich stechende Schmerzen am Hinterkopf. Nach Austausch mit der noch wachen Melanie haben wir beide festgestellt, dass das wohl nichts Sonderbares ist, weil wir es beide haben. Allgemeiner Austausch über Nebenwirkungen von Schlafentzug. Man ist doch nicht nur müde.
Immer wieder keimt die Frage in einem auf, was mache ich hier nur? Und die Tatsache, dass es weder hier drinnen und noch weniger draußen jemanden geben könnte, der einem das beantwortet, macht das Ganze nicht besser. Rühren daher die Kopfschmerzen? Denken sich diese kleinen, kaum zu definierenden und letztlich unverstandenen Reize etwa: Scheiß auf Synapsen! Wir schleudern uns direkt gegen die Hirnrinde! Nur hindurch.
Noch bin ich stolz auf mein Nervenkostüm!
Rene Kohn
15.41 Uhr / 30 Std. 42 Min. wach:
Sein Nervenkostüm in allen Ehren, aber ich glaube er besitzt keins mehr. Kopf fühlt sich nach wie vor dumpf an, kann mich aber noch gut artikulieren und den Gesprächen unserer Besucher und Mitstreiter folgen. Nacken verhärtet sich zusehends, kommt wahrscheinlich vom x-treme PC- und Stuhl- Hocking. Wollte noch soviel machen, aber verspüre eine zunehmende Gleichgültigkeit gegen alles was nicht koffeinhaltig ist, oder der direkten Erheiterung meiner Person dient.
Schlafentzug macht auch zu großen Teilen egoistisch, habe ich festgestellt…noch siegt meine soziale Ader, aber wer weiß wie lange….
Melanie Ehlert
Ab 17 Uhr / Über 32 Stunden wachh:
Waren draußen. Essen beim Chinesen. Befürchtete Müdigkeit machte sich umso mehr breit, umso mehr ich aß. Starrer Blick auf Straßenszenerie, während alle anderen gepflegte Konversation betrieben. Rauchen. Schule. Zahnarzt-Grusel-Geschichten. Lehnte mich zurück, zahlte brav die Rechnung und kaufte noch ein Eis. Kühles hilft ungemein gegen Müdigkeit. Da bleibe ich dran, habe ich beschlossen. Vielleicht fahre ich also noch das eine oder andere Mal diese Nacht zur Tanke.
BJO IST DA. 19.33 UHR: Freude. Einmal ein anderes Gesicht.
Rene Kohn
19.37 Uhr / 34 Stunden und 37 Minuten wach:
Auch ich freue mich, Bjo zu sehen, ein bekanntes Gesicht, jemand der zumindest ungefähr nachvollziehen kann, warum und wieso wir das tun, was wir tun.
3:20 Uhr /4 2 Stunden und 20 Minuten wach:
Melanie Ehlert
So langsam werden die Augen wieder ein wenig schwer. Melanies angekündigte Schwächelphase steht an und ich lasse mich scheinbar beeindrucken. Die letzten Stunden waren aber auch intensiv. Ablenkung und Aktion durch Spieleabend. Lustiges Begrifferaten, sprich wir haben Tabu gespielt, was der Redaktion mehr liegt als Activity. Meine Augen werden nicht zufallen. Und ich spüre die Müdigkeit im Nacken, was daran liegt, dass Melanie dort irgendwo sitzt.
Ansonsten muss ich sagen, bin ich positiv überrascht von meiner…naja, ich hab schon ein wenig damit gerechnet, eigenen Stärke. Allerdings stören mich die einen oder anderen roten Augen anderer. Und ich merke, dass ich eine gewisse Sensibilität entwickle gegenüber dummen Kommentaren. Aber sonst: alles locker. Bis später.
Rene Kohn
3:32 Uhr / 42 Stunden und 32 Minuten wach:
Nach einer, schon etwas aus der Bahn werfenden nachmittäglichen Schwindelanfallerfahrung, muss ich sagen dass es mir richtiggehend gut ging, bis ca. 3 Uhr, momentan zwischenzeitliche Gähnattacken und ein dumpfes Gefühl auf den Augenlidern, bis hoch zum Haaransatz. Konzentration ist angemessen, Gesprächen kann man noch gut, bis sehr gut folgen. Ebenso kreative Aufgaben lösen, oder neue Lösungsansätze finden.
Bemerke leicht aggressive und genervte Tendenzen in der gesamten Gruppe. Mich eingeschlossen. Halte mich selbst aber geschlossen, um nicht etwas zu sagen, dass ich eventuell bereuen könnte.
Melanie Ehlert
05.42 Uhr / 44 Stunden und 42 Minuten wach:
Boar, es ist hart, René sagte zwar immer, nach 45 wird alles besser, aber wahrscheinlich war das nur ein fieses Gerücht, damit ich enttäuscht zusammenbreche, wenn dem nicht so ist. Warte jedenfalls seit mittlerweile 44 Minuten auf diesen Jungbrunneneffekt. Er tritt nicht ein…kann er auch nicht, denn ich habe gerade erfahren, dass mein Mathe mittlerweile zu wünschen übrig lässt und ich mich noch in der 44 Stunde befinde. Nacken und Schultern tun mir nach wie vor weh…meine Augenlider neigen immer wieder dazu, sich bleischwer und meine Augen gequollen anzufühlen. Ansonsten ist alles paletti und ich sitze hier, um kurz vor Schluss noch einmal ein bisschen was für die Nachwelt festzuhalten. 48 Stunden klingen eigentlich recht kurz…nach wie vor empfinde ich das auch so… das Wochenende ist irgendwie an mir vorbeigezogen…es war eigentlich nicht langweilig und schwer war es auch nicht. Die 48 Stunden wach zu bleiben, erweist sich jetzt, so knapp vor Schluss, als ein bisschen anstrengend, aber ich glaube, das ist einfach das Wittern der Zielgeraden, was den einen oder die andere ein bisschen kribbelig macht. Kommen wir zu unserer Fragestellung: Tendenziell sollte man in der Prüfungszeit besser keine 48 Stunden am Stück wach bleiben. Für den Körper ist es eine ungewohnte Zeitspanne, die er ohne Schlaf auskommen muss. Etwas auswendig zu lernen erwies sich schwerer als gedacht, etwa der Rollentext, den wir alle lernen wollten…ja…der ist beinahe noch so unberührt wie zuvor ;), fehlt einem ohne Schlaf doch der rechte Elan. Sind eure Aufgaben kreativer Natur und müsst ihr verrückte Einfälle haben, nur zu…ich kann die Nachts-wach-bleiben- Aktion für euch nur empfehlen, denn nachts hat man doch nach wie vor die besten Einfälle ;o)
Melanie Ehlert
07.21 Uhr / 46 Stunden und 21 Minuten wach:
Es geht gerade mal so gar nicht…aber so überhaupt nicht mehr. Da ist man seit über 46 Stunden wach und verschwendet keinen schnöden Gedanken an die Zeit und jetzt schleicht sie nur so dahin. Bin im Moment richtig müde, aber so richtig! Muss zwischendurch immer mal wieder aufstehen und umherlaufen, weil ich sonst merke, wie ich die Augen verdrehe, scheint ein erneuter Müdepunkt zu sein, den es zu überwinden gilt. Kann auch nur schwer Realität und was weiß ich auseinander halten, muss noch was schreiben…und das soll jetzt noch gemacht werden und wenn ich mit dem Kopf auf der Tastatur einschlage. René hält sich tapfer, muss ihn gerade ein bisschen bewundern, gesteh ich jetzt mal so, wobei er auch auffällig viel nebenbei macht…hat fast leichte Stefan’sche Basteltendenzen…Hauptsache was zu tun ;o)
Melanie Ehlert
7:30 Uhr / 46 Stunden und 30 Minuten:
Ich lenke mich derweil seit geraumer Zeit ab mit wichtiger Hausarbeit sowie mit technisch hoch komplizierten Verfahren. Jetzt bin ich fertig. Sitzen strengt an. Schreiben auch.
© Linda Dahrmann / PIXELIO
Und ja doch, selbst die Artikulation kostet schon mehr Aufwand. Ein Corny bewahrte mich vor einem wahrscheinlichen Hungertod. Wobei ich gerade noch dachte, ich hätte keinen Hunger, sondern das wären allmählich die Auswirkungen dieses Experiments: der körperliche Verfall. Tja, nun bin ich wieder fit, bis auf die davor beschriebenen Symptome und das Gefühl, irgendetwas ganz dringend tun zu müssen… Tschö.
Rene Kohn
07.58 Uhr / 46 Stunden und 58 Minuten wach:
Kribbeln/ Taubheitsgefühl rechte Hand…

Mord als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen…
Über den schwedischen Schriftsteller und Theaterregisseur Henning Mankell

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Der 1948 in Härjedalen geborene Schriftsteller und Theaterregisseur Henning Mankell ist der erfolgreichste und meistgelesene schwedische Autor der Gegenwart. Allein in Deutschland liegt seine Gesamtauflage bei über 11 Mio. verkauften Büchern, mehr hat bisher nur Harry Potter geschafft. Hier ist Mankell vor allem wegen seiner Kriminalromane um den Kommissar Kurt Wallander bekannt.
Wallander, ein nachdenklicher und schwermütiger Polizist, der so gar nicht dem Typ des aus der Hüfte schießenden Großstadt- Sheriffs entspricht, deckt bei seinen Mordermittlungen in dem schwedischen Nest Ystad (mit ca. 17000 Einwohnern deutlich kleiner als Vechta) immer auch soziale Tragödien und gesellschaftliche Missstände auf, die oft Folge von Rechtsradikalismus oder Einsparungen in Rechtssystem und sozialem Netz sind. Mankell, (dessen Name übrigens auf der zweiten Silbe betont wird) will dadurch zum Nachdenken anregen, Gesellschaftskritik üben, oder wie er selbst in einem Interview formulierte: „…den Spiegel des Verbrechens nutzen, um gesellschaftliche Entwicklungen zu beleuchten…“.
Bildnachweis: Ulla Montan / henningmankell.se
Foto: Ulla Montan / henningmankell.se
Dies gelingt dem 59jährigen Schriftsteller, ohne lehrerhaft oder aufdringlich zu wirken. Ganz im Gegenteil: Es macht Spaß, seine Romane zu lesen, sie sind spannend, Wallander wirkt so realistisch, als könnte man ihm in seiner kleinen Stadt tatsächlich begegnen. Die 9-bändige Kurt-Wallander-Reihe, die auch verfilmt wurde, sieht Mankell mittlerweile als beendet an. In seinen neueren Romanen ist Wallanders Tochter Linda die Hauptfigur. Unter seinen weiteren Werken finden sich nicht nur Krimis, sondern auch Kinder- und Jugendbücher, die zum Teil prämiert wurden. Der Junge der im Schnee schlief erhielt er 1996 den Astrid- Lindgren-Preis.
Viele von Mankells Geschichten sind in Afrika angesiedelt. Der Chronist der Winde handelt vom Leben afrikanischer Straßenkinder, Kennedys Hirn vom Umgang mit afrikanischen Aids-Kranken. Afrika bereist Mankell seit 1972 regelmäßig. Inzwischen verbringt er hier die meiste Zeit des Jahres, in Schweden hält er sich nur während der Sommermonate auf. In Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, leitet er das Teatro Avenida, das einzige professionelle Theater des Landes. Die Theatergruppe, an deren Aufbau er seit 1985 beteiligt ist, spielt vorwiegend afrikanische Stücke, um die kulturelle Identität des Landes zu stärken. Zudem engagiert er sich in der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.
von Stefan Hirsch

Bratnudeln süß-scharf mit Pfirsich

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Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
für 5 Personen
Zutaten:
  • 500g Chinesische Nudeln
  • 500g Chinagemüse
  • 100g gewürfelte Pfirsiche
  • 50g Sesamöl (evtl. als Ersatz Magarine)
  • 2 EL Gemüsebrühe (Pulver)
  • 1 TL Currypulver
  • 1 TL Chinagewürz
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Sambal Oelek (evtl als Ersatz Tabasco)
  • 2cl Sojasoße (entspricht 1 Schnapsglas)
Chinesische Nudeln 5 Minuten in heißem Wasser quellen lassen, Wasser wieder abgiessen, Magarine zubereiten, Curry und Chinagewürz anschwitzen, aber nicht zu heiß werden lassen, sonst wird das Gewürz bitter, restliche Zutaten dazugeben, Gemüse kurz dünsten, Pfirsich und Nudeln unterrühren
Guten Appetit wünscht die Mensa aus Vechta!
Matthias Wehri (Beikoch)

Bayern ist ein Gefühl

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Herbert Grönemeyer hat mal gesagt, dass Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl sei. Mit ähnlichen Gedanken wurde wohl auch unser neuer Mitbewohner Hannes konfrontiert, der aus Bad Tölz in Bayern für ein Auslandssemester nach Vechta gekommen war.

Und man könnte noch hinzufügen, dass auch die Landwirtschaft hier wie dort eine ähnlich große Rolle spielt.Wir fanden noch viele weitere Parallelen zwischen Vechta und dem, was wir so mit Bayern verbanden: Wohlstand, geringe Arbeitslosigkeit, hohe Geburtenrate…

Hannes selbst brachte es schließlich auf den Punkt.
Was geschieht beim nächsten Mal? Wird Charlene Unterwäsche tragen? Wird Bob ein neues Kraut finden? Und wann tritt der schmierige Vermieter in Erscheinung? Das und vieles mehr erfahrt ihr vielleicht schon in der nächsten Ausgabe im Wintersemester.
von Björn Franke, Melanie Ehlert, René Kohn und Stefan Hirsch

Rechtsberatung für Studenten

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Der AStA steht im Auftrag des Studentenparlaments in Verhandlungen mit einer Rechtsanwältin, um eine Rechtsberatung zu installieren. Im Rahmen dieser Beratung sollen regelmäßige Sprechstunden angeboten werden. Während dieser Sprechstunden kann jeder Student eine kostenlose Rechtsberatung erhalten. Probleme mit dem Vermieter, dem Mietvertrag oder Ärger mit der GEZ und anderen Einrichtungen, können so durch eine gezielte Rechtsberatung schnell geklärt oder auch weiterverfolgt werden. Voraussichtlich soll die Rechtsberatung ab dem 01.07. starten. Alle weiteren Informationen und die einzelnen Termine und Sprechstunden werden zu gegebener Zeit auf der AStA-Homepage und durch Aushänge bekannt gemacht.
von Arnold Hobbacher

Vorsicht! Änderungen in der Prüfungsordnung

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Seitdem in Vechta vor vier Jahren auf einen Bachlor- und Master-Abschluss umgestellt wurde, war es eigentlich allen Eingeweihten klar, dass man im Laufe der Zeit etwas verändern wird. Nur durch Beobachtungen des alltäglichen Tagesgeschäftes und durch intensiven Ausstausch mit anderen Universitäten, konnte man Fehler und Ungereimtheiten auf den zweiten Blick erkennen. So eine radikale Umstellung der universitären Bildungslaufbahn braucht, bis es schließlich fast perfekt funktioniert, Zeit und eine Menge Geduld. Selbst in den alten Studienordnungen fand man immer noch Missstände. Kein System, auf das man sich einigt, ist zu hundert Prozent wasserdicht.
Aber Änderungen, die zu einem besseren Ablauf des Bachlor/Master-Studienganges erdacht und versucht umgesetzt zu werden, dürfen nicht nur auf den Rücken der Studentenschaft ausgetragen werden. Der enorme Zeitaufwand, dreimal mehr Prüfungen abzuhalten und zu bewerten als vorher, ist unbestritten. Aber einfach Prüfungen zusammenzulegen, um so die Anzahl zu reduzieren, ist nicht akzeptabel. Dem Studenten wird so eine Möglichkeit genommen, erstens die Teilmodulprüfung erfolgreich zu bestehen und zweitens, eine schlechte Note auszugleichen. Die gängige Praxis, nur noch Modulabschlussklausuren schreiben zu lassen, nimmt jedem Studenten die Möglichkeit, wenigstens einen Teil des Moduls erfolgreich abzuschließen. Auch die Überlegung, die Joker zu reduzieren, ist gerade in Bezug auf die Zulassungsbeschränkungen zum Master- Studiengang geradezu fahrlässig. Es ist schon an sich unzumutbar, dass nicht jeder für sich selbst entscheiden kann, sein Studium normal zu beenden. Dass man nur mit einem Bachlor-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen kann, ist bis heute eine Utopie. Deutschland fehlt es an qualifizierten Kräften (vor allem im technischen Bereich) und nun sollen noch 2/3 der Studenten nach dem Bachlor rausgesiebt werden? Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Um aber trotzdem den Schnitt zu erreichen (momentan in Vechta für den Master 2,5) sind gerade Joker-Klausuren geeignet, um schlechtere Noten noch zu korrigieren. Dem Bachlor-Studenten werden so viele Prüfungen zugemutet, dass man doch wenigstens mit 5 Jokern einige schlechte Leistungen verbessern zu können. Die bei weitem aber unzumutbarste Änderung soll die Reduzierung der Wiederholungsprüfungen sein. Anstatt wie bisher drei Versuche (zwei schriftliche und eine mündliche Prüfung) sollen alle zukünftigen Erstsemester nur noch zwei Chancen haben. Hier werden berufliche Karieren verhindert, nur um den Arbeitsaufwand der Lehrenden zu vermindern. Wenn das System reformiert werden soll, dann aber bitte radikal und nicht nur zu Ungusten der Studentenschaft.
Alles in Allem setzten sich eure studentischen Vertreter (StuPa, ZKLS, AStA, Senat) dafür ein, diese geplanten Änderungen mit allen Mitteln zu verhindern. gemacht.
von Arnold Hobbacher

Lukas Aufgebauer mit Bremer Heimatpreis ausgezeichnet

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Der diesjährige höchst renommierte Preis der Wissenschaftlichen Gesellschaft der freien Hansestadt Bremen (Wittheit zu Bremen) geht an den Vechtaer Geschichtsmagister Lukas Aufgebauer. Eine Kommission, die über die Vergabe des Preises befindet, hat die von Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker und Dr. Mark Feuerle betreute Magisterarbeit mit dem Titel „Zwischen kultureller Identität und Mäzenatentum. Der Einfluss der niedersächsischen Heimatbewegung auf den Unternehmer Ludwig Roselius und dessen Böttcherstraßen- Idee“ ausgezeichnet. In einem feierlichen Akt wurde im Blauen Saal des Paula-Modersohn- Becker-Hauses der Preis am 23.04. vom Vize-Präsidenten der „Wittheit zu Bremen“ Prof. Dr. Hans Kloft überreicht. Zahlreiche Personen aus dem Universitätsund Kulturleben Bremens waren anwesend, als Prof. Dr. Hans Kloft eine Laudatio auf den Preisträger des Jahres 2007 hielt und gleichzeitig einen Überblick über die preisgekrönte Arbeit gab. In seiner mit der Bestnote ausgezeichneten Magisterarbeit untersucht Lukas Aufgebauer die umstrittene Ideengeschichte der Bremer Böttcherstraße, die heute noch eine zentrale Touristenat traktion Bremens ist. Lukas Aufgebauer konzentriert sich in seiner Arbeit auf die Ursprünge der Umgestaltung der Böttcherstraße und ihrer Entstehungsgeschichte ab 1890. Hierbei erforschte er die Einflüsse für dieses kulturell, künstlerisch und politisch motivierte Bauwerk. Die vor 76 Jahren vom Kaffee HAG Erfinder umgebaute Straße sollte als heimliches Zentrum die Bremer Bürger in eine Welt der Kunst und der geistigen Erholung einladen. Gerade die Würdigung der vorher stark umstrittenen, schillernden Persönlichkeit des Ludwig Roselius, der oft in die Nähe der Nationalsozialistischen Bewegung gebracht wurde, unterstrich Prof. Dr. Hans Kloft in seiner Rede. Lukas Aufgebauer und Prof. Dr. Hucker planen, diesen Erfolg der Hochschule Vechta mit weiteren Projekten zu diesem Thema zu zementieren. Mehrere Institutionen und Verbände aus Bremen, Osnabrück und Göttingen signalisierten bereits großes Interesse an einer Zusammenarbeit und weitere Unterstützung. Der AStA der Hochschule Vechta ist stolz auf seinen Kommilitonen und wünscht Lukas Aufgebauer noch viele weitere Auszeichnungen und Veröffentlichungen in seiner noch jungen wissenschaftlichen Karriere.
von Arnold Hobbacher

Das schönste Erlebnis? – Uniparty!

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Bildnachweis: js
Rosemarie Bienert. Der gute Geist im Sporttrakt.
Foto: Julia Stock
“Hast du mal eine Stoppuhr für mich? Kannst du uns die Tennisschläger geben? Schließt du mal auf?“ Jeder, der im Sportbereich unterwegs ist, wird die Hallenwarte kennen, die sich wie gute Geister heinzelmännchengleich um all das kümmern, was wir so gerne vergessen. Heute stellen wir euch die Hallenwärtin Rosi vor.
Rosi oder Frau Bienert?
Rosi.
Wie lange bist du bereits an der Hochschule, und wie kam es dazu?
Ich bin seit sechs Jahren hier. Damals hab ich die Ausschreibung in der Zeitung gelesen und mich dann hier beworben.
Und was hast du vorher gemacht?
KFZ-Mechanikerin. Dann bin ich umgestiegen auf Lackiererin.
Was ist bisher dein schönestes Erlebnis an der Uni gewesen?
Die Unipartys. (lacht) Nee, eigentlich alles. Im Sport ist es harmonisch und nicht so stressig.
Was ist denn das Fitnessessen schlechthin?
Auf jeden Fall Salat und Gemüse.
Machst du selber auch Sport?
Nein.
Sind Sportstudenten anders?
Ja. Die wirken ausgeglichener als die anderen Studenten.
Was empfiehlst du, wenn jemand einen Krampf hat?
Ich empfehle, dass die Studenten viel trinken sollen, vielleicht auch Magnesium zu sich nehmen und sich auf jeden Fall vorher dehnen, bevor sie an die Geräte gehen.
Musst du oft Wehwechen behandeln?
Ja, es kommen öfter mal welche rein, die ich dann ein bisschen behandele. Das ist aber immer ganz locker. (lacht)
Was sagst du zu den weniger Sportbegeisterten?
Die gibt‘s hier im Sport gar nicht. Die sind alle begeistert dabei.
Das Interview führten Julia Stock und René Kohn.

Liebeserklärung an die Uni Vechta

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Liebe Uni
Als ich dich das erste Mal sah, warst du nur ein kleiner Haufen Institute und Gebäude irgendwo am Rande der Norddeutschen Tiefebene. Umgeben von Gefängnissen und Schweinefarmen blieb mir dein Glanz verborgen. Das Auto brachte mich in deine Stadt und hätte ich nicht rechtzeitig gebremst, wäre ich, ohne es zu bemerken, durch Vechta hindurch gefahren, ohne dich von innen betrachtet zu haben.
Das erste Mal, als ich deine Hallen betrat, war für mich kein Ereignis großartiger Empfindungen, die ersten Dinge, die ich von dir sah, lösten keine Begeisterungsstürme in mir aus.
Jedoch vertraten deine Mitarbeiter dich mit Stolz. Deine Studenten sind kommunikativ und lebensfroh. Deine Bibliothek ist übersichtlich und doch fundiert. Deine Mensa wartet mit leckeren Gerichten auf. Deine Parties sind der Mittelpunkt sämtlicher Gerüchte und Geschichten. Dein Standort ist gesichert. Die Wohnmöglichkeiten in deiner Nähe sind luxuriös. Dein Bistro erleichtert mit seinem Fairtrade-Kaffee das Durchhalten. Deine Abschlüsse sind erstrebenswert. Deine Parkplätze sind liebevoll angelegt. Deine Auslandskontakte sind brilliant. Und dein Studentinnenanteil lässt das Herz eines jeden Mannes höher schlagen.
Und darum frage ich dich: Willst du mit mir in den Master gehen?
Ja ( ) Nein ( ) Vielleicht ( )
Deine Ihna Grensemann

Die Simplizität des Mannes …
Warum Männer und Frauen sich nie verstehen werden

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Der Mann… warum verstehen wir Frauen ihn dann und wann nicht? Nun, manchmal scheint der weibliche Intellekt einfach zu komplex, um dieses gegengeschlechtliche, Stoff wechselnde Etwas zu begreifen. Zugegeben, wir Frauen sind wahrscheinlich auch anstrengende Vertreter der Gattung Mensch. Ein Mann, der sich nach unserem Befinden erkundigt, fragt, was los sei und mit einem quengeligen „nichts“ abgespeist wird, wird sich damit zufrieden geben. In der Männerwelt heißt das wohl soviel wie: „Alles in Ordnung“. Oder es bedeutet schlicht und ergreifend das, was es bedeutet: Nichts. In der Frauenwelt bedeutet „Nichts“ nicht einfach „Nichts“! Es ist ein unglaublich vielschichtiger Begriff verzweigter Emotionen, welcher sich dem steinzeitlich anmutenden, unkomplizierten Dasein des Mannes in diesem wichtigen Moment einfach nicht erschließen wird. Und hofft Frau auch noch so sehr auf expressiven, männlichen, emotionalen Beistand… sie wird ihn nicht bekommen. Nichts ist Nichts.
Hat Frau es bewerkstelligt, sich dennoch in irgendeiner Form Gehör zu verschaffen, so stößt sie auf ein neues Problem: der männlichen Unempfänglichkeit für die typisch weiblichen, vagen Andeutungen. Der buchstäbliche Zaunpfahl (siehe Bild) direkt ins maskuline Antlitz geschlagen… Verschwendung! Der komplette Gartenzaun aus dem jungfräulichen, vorstädtlichen Schrebergarten gerissen, mit roter Farbe angestrichen und mit aufrührerischer Musik dem Manne engelsgleich um den Kopf geschleudert… vergebene Liebesmüh! Dem Manne direkt sagen, was wir denken… undenkbar! Wahrscheinlich würde es den possierlichen Mann in seinem natürlichen Direktheits-Habitat auch sehr verstören, wenn Frau dasselbe mit ungebremstem Entdeckerdrang betreten und erobern würde. Wie also sollen wir auf einen grünen Zweig kommen, ohne den Mann zu verstören, zu erschrecken? Wie uns verständlich machen?
Bildnachweis: pixelio.de
© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Wie ich es drehe und auch wende, mir will keine geeignete Basis, keine geeignete Lösungsstrategie einfallen. Im Endeffekt ist es wohl so, Männer und Frauen werden sich nie vollkommen verstehen. Uns Menschen insgesamt ist es wohl nicht gegeben alles vollends zu verstehen, sei es Mann oder Frau oder die Welt an sich. Und ganz ehrlich… ich versteh´ mich ja selbst manchmal nicht…
von Melanie Ehlert
Warum bist du denn jetzt wieder eingeschnappt? Was habe ich denn gesagt?”, “Es geht nicht darum, was du gesagt hast, sondern wie!” Nun sollte ein strategischer Rückzug folgen, aber auf keinen Fall ein Kopfschütteln mit “Du meine Fresse!”. Als Mann steht man sehr häufig im Wald, wenn es um das Zwischenmenschliche geht. Man weiß zwar, dass die Frau an seiner Seite was Besonderes ist und man sie auch liebt, aber einige Dinge sind einfach nicht nachvollziehbar. Da braucht man gar nicht das allwochenendliche Thema des Sportes ansprechen. Es beginnt mit weitaus kleineren Dingen, die einem Mann, in der Masse vorkommend, jeglichen Nerv rauben. Bestes Beispiel sind Andeutungen jeglicher Art, die uns auf eine Fährte bringen sollen. “Hier könnte auch wieder aufgeräumt werden.” oder “Die Hose sitzt aber sehr tief.” Warum nicht einfach mal sagen, was gemacht werden soll? Würde Kraft sparen. Meistens knacken wir den Code ja, aber im Ganzen sind wir nicht fähig, Gedanken zu lesen und wenn wir es wären, würden wir es nicht tun. Auch stellt sich für uns kaum die Frage, was Frau denn nun anziehen soll, sie hat all ihre Sachen gekauft, weil sie gut aussehen, also wird sie auch heute abend wieder gut aussehen, wenn es nicht die Jogginghose ist.
Und was wir von der neuen Handtasche halten? Soviel wie du von unserer neu entdeckten Biersorte. So wie wir keine Handtaschen tragen, ist es bei euch sehr selten, dass Bier über Wein steht. Also belanglos.
Eine recht gute Möglichkeit, ungewollten Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, ist die Methode des komplimenthaften Reagierens. “Habe ich zugenommen?” “Nein!” “Ist sie schöner als ich?” “Nein!” Selbst wenn man lügt, alles ist besser als das Echo auf die Ehrlichkeit erfahren zu müssen. Aber die Wahrheit will ja nicht immer jeder wissen und manchmal muss man gar nicht lügen, denn natürlich hat man die schönste Frau an der Seite, sonst hätte man eine andere.
Wie man an diesen kleinen Beispielen sieht, ist es manchmal einfach schwierig, auf einen Nenner zu kommen. Der Grund, warum Männer und Frauen sich nicht verstehen, liegt nicht in den Genen oder an der Erziehung, sondern daran, dass sie es gar nicht wollen. Denn Friede, Freude, Eierkuchen 24/7, das hält weder Mann noch Frau aus.
von Sebastian Dargel

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