No 06 – November 2007
Inhaltsverzeichnis:
- [↓] PDF: PDF-Version der 6. Ausgabe
- [↓] Studium: Master of Disaster?
- [↓] Studentisches: Aufschieberitis – Aufzeichnungen einer Betroffenen
- [↓] Band - Interviews: Stil – eine Frage des Konsens
- [↓] Studium: Das war euer Sommer: Studium
- [↓] Studium: Das war euer Sommer: Praktika
- [↓] Freizeit - Musik: Das war euer Sommer: Festivals
- [↓] Leben: Das war euer Sommer: Der Stoppelmarkt …mal anders
- [↓] Perlen der Bibo: Für Kreativität und Kindergeburtstag, für Pädagogik und Praktikum
- [↓] Perlen der Bibo: Von Leid zu Lebensfreude, von Hypnose zur Heilung
- [↓] Literatur - Portrait: Blut, Horror und ein berühmter Vater
- [↓] uniPlay: Am Morgen danach
- [↓] Interviews - Säulen der Uni: Katzenalarm in der Ruhezone
- [↓] AStA informiert: Wohin mit Problemen im Studium?
- [↓] Kunst: Nächster Halt: Neuwieder Straße
- [↓] Studentendinner: Gyroseintopf
- [↓] Studentendinner: Tomaten-Mozzarella-Wraps mit Basilikum Dip
- [↓] unterwegs: Esens – Die kleine Stadt der großen Bären
- [↓] X-treme: LOST in Hasbruch
- [↓] Kolumne: Trinken hilft…
Master of Disaster?
Ausgenommen den Sozialen Arbeitern und den anderen paar Studenten, die nicht Lehrer werden wollen, blüht er allen in Vechta, der Master of Education (MEd), das wahre und echte Lehramt. Denn jeder, der Bachelor studiert und immer wieder ausdrücklich betont, er sei Lehramtsstudent, liegt da leider völlig falsch. Im Anschluss an die BA-Arbeit geht es so richtig zur Sache, erst dann winkt der vermeintliche Traumjob. Doch bevor man die Ziellinie durchläuft, hat die Uni Vechta den Studierenden einen Brocken hingelegt, den man wirklich als “die harte Version” des BA-Studiums bezeichnen kann. Schon der Anfang für die diesjährigen MED-Studenten verlief teilweise etwas holprig. Da die wenigsten Dozenten das neue StudIP System nutzen wollten, wurde auf die altbewährte Form der Listen zurückgegriffen. Leider bekam davon ein Großteil der Studenten nichts mit, woraus resultierte, dass einige nicht in die für sie vorgesehenen Kurse kamen. Bei Studenten, die schon immer in Vechta waren, kann man da einfaches “Pech” attestieren. Was aber sollen Studenten machen, die für den Master nach Vechta wechselten? Die können mit äußerster Sicherheit ihre Wohnung vorsorglich für 3 Semester buchen, denn einige Kurse werden nur jährlich angeboten.

Der Master – zu vollgepackt oder machbar?
Ob maßloser Kaffeekonsum allein ausreicht?
Ob maßloser Kaffeekonsum allein ausreicht?
© adel / PIXELIO
Hat man die ersten Schrecken des Einschreibens verdaut, so kommt es in den Vorlesungen zu weiteren Überraschungen. Nachdem im Bachelor zumeist Klausuren geschrieben wurden, ist im Master größtenteils auf Hausarbeiten und Portfolios umgestellt worden. Eine an sich sehr gute Idee um die Studenten zu entlasten, leider ist das ganze aber wieder suboptimal, wenn alle Dozenten gleichzeitig umstellen und unsere Masteraspiranten dann während des Semesters 3 oder 4 Portfolios erstellen müssen. Und der Terminplan im Master ist sowieso schon arg eng gesteckt. Die Vorlesungszeit des Wintersemesters endet am 2. Februar. Am 4. Februar starten die Master in ihr Pflichtpraktikum das 6 Wochen dauert. Das ist durch die Osterferien der Schüler in 2 Teile gesplittet (vom 3. Februar bis zum 7. März und noch eine Woche vom 31. März bis zum 4. April). Die Abgabe des Berichts ist vorgesehen für den 18. April, das Sommersemester startet bereits am 7. April. Der Bericht muss also simultan zum Praktikum angefertigt werden und alle ausstehenden Hausarbeiten aus dem WS sollten natürlich auch schon fertig sein. Dass der Praktikumsbericht mit 7 AP bewertet wird und damit mehr als 10% der Masterendnote ausmacht, macht die Arbeit an dem 25-seitigen Werk nicht gerade einfacher. Die Masterarbeit selbst wird dann im Laufe des zweiten Semesters geschrieben, nachdem man den Tag über in der Uni war, also „locker nebenbei“, obwohl sie ein Viertel der Gesamtnote mit ihren 15 AP ausmacht!
Die Dozenten versuchen wirklich, den Studenten unter die Arme zu greifen, trotzdem wird ein Großteil der Masteranwärter ein drittes Semester dranhängen. Die Entscheidung zur Verlängerung ist verständlich, da Referendariatsstellen in Niedersachsen im letzten Jahr mit dem Notenschnitt 1,6 ausgelobt wurden. Wie aber soll man einen solchen Schnitt unter diesem Druck schaffen? Man wird wohl ein Wartese mester einlegen müssen. Das kann man aber besser an der Uni verbringen und das Studium etwas ruhiger angehen lassen… Wenn da das liebe Geld nicht wäre. Denn die Studenten müssen nicht nur 630 Euro an die Uni zahlen, sondern auch noch Miete und Fahrtkosten für ein halbes Jahr mit einrechnen. Ihr seht also, nach dem Bachelor wird es keineswegs leichter. Aber der Master ist keine unüberwindbare Hürde, sondern durchaus zu schaffen und deswegen drücke ich all unseren Masterstudenten die Daumen, um mit Bestnote zu bestehen… oder zumindest zu bestehen und eine Stelle zu bekommen. Ihr macht das schon.
von Sebastian Dargel
Aufschieberitis – Aufzeichnungen einer Betroffenen
3 Wochen vor der Prüfung:
In die Bücher gucken? Zettel sortieren? Lächerlich. Da kann ich auch noch nächste Woche mit anfangen.
2 Wochen vor der Prüfung:
Langsam ein mulmiges Gefühl. Eventuell könnte ich mal alle Zettel suchen. Obwohl, zwei Wochen sind immerhin 14 Tage…
1 Woche vor der Prüfung:
Wollte längst die Zettel zusammen gesucht haben. Ich kann definitiv morgen nicht zur Uni gehen, jetzt hat die Prüfung Vorrang.
5 Tage vor der Prüfung:
Ich weiß genau, ich habe die Zettel hier hingelegt. Wieso sind die dämlichen Zettel nicht mehr da. Schauen wir nochmal durch. Sitzung 4? Wo war ich da bloß? Egal, ich ruf eben die Kathrin an, die hat bestimmt alle Zettel.
3 Tage vor der Prüfung:
12:00 Uhr: Habe nun alle Zettel. Das wäre knapp geworden. Ich guck mal kurz TV, mittags kann man eh nicht lernen.
14:00 Uhr: In die Stadt muss ich auch noch.
18:30 Uhr: Gleich leg ich los, will nur noch eben im Netz was gucken.
23:00 Uhr: Noch drei Tage. Wenn ich nun jeden Tag drei bis vier Stunden lerne, muss das eigentlich zu schaffen sein. Ich ruf lieber nochmal Wiebke an, die hatte den Kurs im letzten Jahr, die weiß, ob die Zeit noch reicht.
14:00 Uhr: In die Stadt muss ich auch noch.
18:30 Uhr: Gleich leg ich los, will nur noch eben im Netz was gucken.
23:00 Uhr: Noch drei Tage. Wenn ich nun jeden Tag drei bis vier Stunden lerne, muss das eigentlich zu schaffen sein. Ich ruf lieber nochmal Wiebke an, die hatte den Kurs im letzten Jahr, die weiß, ob die Zeit noch reicht.
2 Tage vor der Prüfung:
1:30 Uhr: Gut, sie meinte, dass drei Tage dicke reichen. Nun bin ich erleichtert.
9:00h: Ich mach heute bis in die Nacht, aber erstmal weiter schlafen, dann bin ich fit. 12:30 Uhr: Kaffee! Die Teller hier im Küchenschrank sind alle irgendwie seltsam gestapelt. Sowieso hat mich die Anordnung hier schon immer genervt. Ich werde mal umräumen.
16:00 Uhr: So, die Jalousie hängt auch wieder richtig, das Geschirr ist gespült, der Müll ist draußen. Nun mal aufs Sofa packen und fernsehen. Heute Abend geht’s dann los.
20:30 Uhr: Vielleicht geh´ ich noch für´n Stündchen Joggen.
21:00 Uhr: Ich muss unbedingt noch das Schild an unserem Briefkasten neu drucken, der Postbote hat schon mehrfach gemeckert, ach, das mach ich nun mal eben und dann könnt ich noch die Wäsche aus der Maschine holen.
22:00 Uhr: Konsequent bis heute Nacht, dann hab ich was drauf.
9:00h: Ich mach heute bis in die Nacht, aber erstmal weiter schlafen, dann bin ich fit. 12:30 Uhr: Kaffee! Die Teller hier im Küchenschrank sind alle irgendwie seltsam gestapelt. Sowieso hat mich die Anordnung hier schon immer genervt. Ich werde mal umräumen.
16:00 Uhr: So, die Jalousie hängt auch wieder richtig, das Geschirr ist gespült, der Müll ist draußen. Nun mal aufs Sofa packen und fernsehen. Heute Abend geht’s dann los.
20:30 Uhr: Vielleicht geh´ ich noch für´n Stündchen Joggen.
21:00 Uhr: Ich muss unbedingt noch das Schild an unserem Briefkasten neu drucken, der Postbote hat schon mehrfach gemeckert, ach, das mach ich nun mal eben und dann könnt ich noch die Wäsche aus der Maschine holen.
22:00 Uhr: Konsequent bis heute Nacht, dann hab ich was drauf.
1 Tag vor der Prüfung:
1:00 Uhr: Ich hab echt keinen Bock mehr. Das Thema kotzt mich an. Ach was, ich pack das schon, ich mein, so schwer kann das nich´ sein, das haben andere Trottel auch schon abgeschlossen, sogar der eine, der, wie heißt der noch? Ich guck mal kurz im Studiverzeichnis.
10:30 Uhr: So, heute power ich nochmal richtig durch. Und dann morgen bis um drei wiederholen.
12:00 Uhr: Eigentlich hab ich ja Seminar, aber da kann ich unter diesem Prüfungsstress nun wirklich nicht hingehen. Nächste Woche ist alles wieder anders.
16:30 Uhr: Ich trink mal Tee und ruf Oma an.
18:00 Uhr: Jetzt nochmal ein paar Seiten.
21:00 Uhr: Ich verzweifel hier mit dem Scheiß. Wieso hab ich nicht früher angefangen? Ich guck mal, ob die das im nächsten Semester auch anbieten, vielleicht kann ich mich noch abmelden. Ach was, ich zieh das jetzt durch.
10:30 Uhr: So, heute power ich nochmal richtig durch. Und dann morgen bis um drei wiederholen.
12:00 Uhr: Eigentlich hab ich ja Seminar, aber da kann ich unter diesem Prüfungsstress nun wirklich nicht hingehen. Nächste Woche ist alles wieder anders.
16:30 Uhr: Ich trink mal Tee und ruf Oma an.
18:00 Uhr: Jetzt nochmal ein paar Seiten.
21:00 Uhr: Ich verzweifel hier mit dem Scheiß. Wieso hab ich nicht früher angefangen? Ich guck mal, ob die das im nächsten Semester auch anbieten, vielleicht kann ich mich noch abmelden. Ach was, ich zieh das jetzt durch.
Prüfungstag:
11:30 Uhr: Verpennt! Ok, ganz ruhig, du hast noch drei Stunden. Wiederholen, einfach Wiederholen.
14:30 Uhr: Nun ab unter die Dusche. Hoffentlich labern die gleich nicht soviel rum vor dem Raum, das kann ich echt nicht gebrauchen. Wie war das nochmal? Nein, das muss anders gewesen sein. Scheiße, hoffentlich fällt mir das gleich wieder ein. Naja, ist ja Ankreuzen, das kann nicht schief gehen.
16:00 Uhr: Hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen….
17:20 Uhr: Da bin ich durchgefallen, 100 pro. Scheiße! Naja, was soll´s.
14:30 Uhr: Nun ab unter die Dusche. Hoffentlich labern die gleich nicht soviel rum vor dem Raum, das kann ich echt nicht gebrauchen. Wie war das nochmal? Nein, das muss anders gewesen sein. Scheiße, hoffentlich fällt mir das gleich wieder ein. Naja, ist ja Ankreuzen, das kann nicht schief gehen.
16:00 Uhr: Hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen….
17:20 Uhr: Da bin ich durchgefallen, 100 pro. Scheiße! Naja, was soll´s.
3 Wochen später:
Die Noten sind draußen! ´Ne 2,7….Gott sei Dank! Obwohl? Das hätt´ ich eigentlich auch besser gekonnt. Egal, Hauptsache durch. Aber beim nächsten Mal fang´ ich definitiv früher an!
von Britta Simon
Stil – eine Frage des Konsens
Was passiert, wenn Indie und Wave-Post-Punk aufeinander treffen
Wir trafen die drei Jungs von Swansea bei einem Gig in Oldenburg. Vor ihrem Auftritt interviewten wir sie vor dem Club, mitten im (anrüchigen) Bahnhofsviertel auf der Straße, eben so, wie es sich gehört für wahre Musiker.
So, kann losgehen, am Anfang sagt uns doch bitte nochmal eure Namen.
Alex: Thomas (Schlagzeug), Matthias (Gitarre), und Alex (Bass und Gesang).
Als aller erstes wollen wir natürlich wissen, wie ihr so als Band zusammen gefunden habt?
Alex: Thomas und ich haben schon ziemlich lange zusammen gespielt, in wechselnden Bands. Und dann kam´s leider so, dass uns unser alter Schlagzeuger uns verlassen hat und dann dachte ich, nehmen wir Matthias. Matthias spielt auch Gitarre, und der war gerade ohne Job…ohne festen. (lachen) Ich hab ihn einfach mal gefragt, ob er nicht bei uns mit einsteigen will. Ja und so haben wir vor drei Jahren zusammengefunden.
Matthias: Echt?
Alex: Ja, im Sommer sind´s jetzt drei Jahre.
Matthias: Echt?
Alex: Ja, im Sommer sind´s jetzt drei Jahre.
Aber ihr macht das jetzt nicht hauptberuflich, oder doch?
Alex: Wir gehen nebenher arbeiten, um den Quatsch finanzieren zu können, würde ich sagen.
Darf man fragen, was ihr so nebenher macht?
Thomas: Ich arbeite als Beschäftigungstante im Altenheim.
Matthias: Ich bin demnächst in Leer Referendar.
Alex: Und ich bin pädagogischer Mitarbeiter an einer Haupt- und Realschule.
Matthias: Ich bin demnächst in Leer Referendar.
Alex: Und ich bin pädagogischer Mitarbeiter an einer Haupt- und Realschule.

Der Bassist und Sänger von Swansea beim V-City-Festival
Foto: Sönke Meyer
Wie seid ihr zu eurem Namen gekommen?
Matthias: Das war so: jeder denkt sich irgendeinen Quatsch aus, der wird in einen Hut geworfen und dann wird gezogen.
So mehr oder weniger. (lacht)
War es dein Vorschlag?
Matthias: Jaa. (lacht) So im Nachhinein hätte man vielleicht noch mal drüber nachdenken können, aber: Ende gut, alles gut.
Es hat auch keinen bestimmten Hintergrund?
Matthias: Nö, überhaupt nicht.
Alex: Außer, dass es ein Ortsname ist.
Alex: Außer, dass es ein Ortsname ist.
Also keine verkappte Ballettleidenschaft?
Alex: Ne. (lacht) Es geht schon eher um die Stadt in England, und nicht um das Schwanensee-Ballett. Um das endgültig mal zu korrigieren!
Wie seid ihr zu eurem Stil gekommen, und wie würdet ihr ihn definieren?
Alex: Das war ein harter Kampf! (lacht) Bzw. ist es immer noch, weil wir musikalisch aus komplett verschiedenen Ecken kommen…ne? Würd´ ich sagen?
Thomas: Nicht ganz verschieden. Alex: Aber schon so, dass es jedes Mal Heulen und Zähneklappern gibt. (lacht) Matthias und Thomas sind eher auf einer Wellenlänge, als ich mit denen. Die kommen aus der klassischen Indie-Zeug-Richtung, und ich komm eher so aus dem 80er Wave-Sachen-Post-Punk.
Matthias: Naja, der Stil zeigt dann letztendlich Konsens, sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Stilrichtungen, aus denen wir kommen, und auch aufgrund der Möglichkeiten, die man zu dritt so hat.
Thomas: Und auch aufgrund der Möglichkeiten, die wir an Instrumenten haben. Also die Unfähigkeit, andere Sachen zu machen. (alle lachen)
Alex: Genau. Der durchschnittliche gemeinsame Nenner wurde gefunden. Aus der Not eine Tugend gemacht.
Thomas: Nicht ganz verschieden. Alex: Aber schon so, dass es jedes Mal Heulen und Zähneklappern gibt. (lacht) Matthias und Thomas sind eher auf einer Wellenlänge, als ich mit denen. Die kommen aus der klassischen Indie-Zeug-Richtung, und ich komm eher so aus dem 80er Wave-Sachen-Post-Punk.
Matthias: Naja, der Stil zeigt dann letztendlich Konsens, sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Stilrichtungen, aus denen wir kommen, und auch aufgrund der Möglichkeiten, die man zu dritt so hat.
Thomas: Und auch aufgrund der Möglichkeiten, die wir an Instrumenten haben. Also die Unfähigkeit, andere Sachen zu machen. (alle lachen)
Alex: Genau. Der durchschnittliche gemeinsame Nenner wurde gefunden. Aus der Not eine Tugend gemacht.
Nachdem ihr in Vechta aufgetreten seid, gab es relativ viele Leute, die euch mit Placebo verglichen haben. Habt ihr das schon mal gehört, kommt euch das bekannt vor?
Matthias: Sag nicht so was! (alle lachen)
Alex: Nach dem Missverständnis mit der Namengebung eigentlich das Häufigste… Der Vergleich mit der Band beruht natürlich auf der Stimme. Ich bin ja damit geschlagen. Aber ich find Placebo jetzt nicht schlecht, die Band ist sehr gut. Dennoch: Wenn ich verglichen werde, dann lieber mit anderen Bands, aber Placebo ist o. k. Es ist aber keine Absicht, um das mal zu sagen. Vielmehr ist auch das wieder das Beste, was wir aus unseren Möglichkeiten machen, und dann kam wohl am Ende Placebo bei raus.
Alex: Nach dem Missverständnis mit der Namengebung eigentlich das Häufigste… Der Vergleich mit der Band beruht natürlich auf der Stimme. Ich bin ja damit geschlagen. Aber ich find Placebo jetzt nicht schlecht, die Band ist sehr gut. Dennoch: Wenn ich verglichen werde, dann lieber mit anderen Bands, aber Placebo ist o. k. Es ist aber keine Absicht, um das mal zu sagen. Vielmehr ist auch das wieder das Beste, was wir aus unseren Möglichkeiten machen, und dann kam wohl am Ende Placebo bei raus.
Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auftreten?
Matthias: Interpol! (wie aus der Pistole geschossen)
Alex: Ich würde gern mal mit Motorpsycho auftreten, da Interpol schon weg ist.
Thomas: Ja, mit beiden! Aber wir als Hauptband! (lacht) Matthias: Mit Sonic Youth würd ich auch gern mal auftreten…
Alex: Ich würde gern mal mit Motorpsycho auftreten, da Interpol schon weg ist.
Thomas: Ja, mit beiden! Aber wir als Hauptband! (lacht) Matthias: Mit Sonic Youth würd ich auch gern mal auftreten…
Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Thomas: Ich bin in Hamburg, das weiß ich jetzt schon.
Auch ohne die zwei?
Thomas: Ne, die kommen ja mit.
Seht ihr euch also in 10 Jahren am musikalischen Ende? Also, wenn er nach Hamburg geht alleine…
(alle lachen)
Thomas: Also, wir haben so schon eine gewisse räumliche Distanz, weil die beiden in Oythe wohnen und ich in Vechta, also wäre der Umzug nach Hamburg das geringste Problem. Das Problem wäre, wenn wir irgendwann alle Vollzeit arbeiten, da sehe ich die große Schwierigkeit.
Matthias: Aber um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich hoffe, dass wir in dieser Frequenz noch weiter proben und auftreten können. Und dann, Wunschdenken auch, die Frequenz von Auftritten und die Popularität zunimmt. Es muss so sein, dass in zehn Jahren noch was ist, und dann hoffentlich noch mit ´nem bisschen mehr Erfolg.
Thomas: Also, wir haben so schon eine gewisse räumliche Distanz, weil die beiden in Oythe wohnen und ich in Vechta, also wäre der Umzug nach Hamburg das geringste Problem. Das Problem wäre, wenn wir irgendwann alle Vollzeit arbeiten, da sehe ich die große Schwierigkeit.
Matthias: Aber um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich hoffe, dass wir in dieser Frequenz noch weiter proben und auftreten können. Und dann, Wunschdenken auch, die Frequenz von Auftritten und die Popularität zunimmt. Es muss so sein, dass in zehn Jahren noch was ist, und dann hoffentlich noch mit ´nem bisschen mehr Erfolg.
V-City Festival! Würdet ihr es nochmal tun?
Thomas und Matthias: Ja!
Alex: Ich hab die Frage gar nicht richtig verstanden.
Thomas: V-City, so heißt das Festival, auf dem wir gespielt haben in Vechta.
Alex: Ach so! Ja! Also, das Publikum war wirklich super. So eine Resonanz hatten wir bisher noch nicht. Die Stimmung hat sich auch richtig auf uns übertragen. Matthias: Das war auch das Konzert mit den meisten Plattenverkäufen!
Alex: Ich hab die Frage gar nicht richtig verstanden.
Thomas: V-City, so heißt das Festival, auf dem wir gespielt haben in Vechta.
Alex: Ach so! Ja! Also, das Publikum war wirklich super. So eine Resonanz hatten wir bisher noch nicht. Die Stimmung hat sich auch richtig auf uns übertragen. Matthias: Das war auch das Konzert mit den meisten Plattenverkäufen!
Sekt oder Selters
Fest oder flauschig?
Thomas: Flauschig.
Matthias: Fest.
Alex: Flauschig. Flauschig bedeutet Bewegung, Veränderbarkeit. Fest bedeutet Stillstand, Stagnation.
Thomas: Sturkopf.
Matthias: Fest.
Alex: Flauschig. Flauschig bedeutet Bewegung, Veränderbarkeit. Fest bedeutet Stillstand, Stagnation.
Thomas: Sturkopf.

Foto: Sönke Meyer
Alex: Und flauschig fühlt sich gut an.
Spitz oder rund?
Alex: Rund.
Matthias: Spitz.
Thomas: Rund.
Matthias: Spitz.
Thomas: Rund.
Oben oder unten?
Thomas: Oben.
Matthias: Unten.
Alex: Unten.
Thomas: Das geht hier nicht nach den meisten Übereinstimmungen.
Alex: Unten ist sicherer als oben.
Thomas: Meinst du das jetzt nur geografisch, oder?
Alex: Philosophisch!
Matthias: Unten.
Alex: Unten.
Thomas: Das geht hier nicht nach den meisten Übereinstimmungen.
Alex: Unten ist sicherer als oben.
Thomas: Meinst du das jetzt nur geografisch, oder?
Alex: Philosophisch!
Stehen oder tanzen?
Matthias: Sitzen.
Alex: Stehen.
Thomas: Stehend tanzen.
Alex: Stehen.
Thomas: Stehend tanzen.
Offen oder verschlossen?
Alle: Verschlossen.
Worauf bezogen?
Thomas: Mich!
Matthias: Du?
Thomas: Ja!
Alex: Verschlossen als Anspruch an andere, an vermeintliche Hörer, um sich evtl. auseinander zu setzen, um Zugang zu finden.
(Thomas und Matthias lachen)
Matthias: Pädagoge!
Alex: Ihr seid echt blöd! Das hätt´ ich auch gesagt, wenn ich Metzger geworden wäre.
Matthias: Zweiter Berufswunsch!
Matthias: Du?
Thomas: Ja!
Alex: Verschlossen als Anspruch an andere, an vermeintliche Hörer, um sich evtl. auseinander zu setzen, um Zugang zu finden.
(Thomas und Matthias lachen)
Matthias: Pädagoge!
Alex: Ihr seid echt blöd! Das hätt´ ich auch gesagt, wenn ich Metzger geworden wäre.
Matthias: Zweiter Berufswunsch!
Ordnung oder Chaos?
Alle: Ordnung!
Hell oder dunkel?
Alex: Dunkel.
Matthias: Dunkel.
Thomas: Hell, weil gemütlicher.
Alex: Dunkel gemütlicher, sicherer, verschlossener.
Matthias: Dunkel.
Thomas: Hell, weil gemütlicher.
Alex: Dunkel gemütlicher, sicherer, verschlossener.
Pflanze oder Fleisch?
Alle: Pflanze!
Aber ihr seid nicht alles Vegetarier?
Alle: Nein! Einfach so.
Das Interview führten Britta Simon, Julia Stock und Melanie Ehlert.
Das war euer Sommer: Studium
![]() Fotos: Mürvet Ebcinoglu / René Kohn / Jessica Barbato / Melanie Ehlert
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Vamos para o Brasil
Von dem Studium an unserer geliebten Hochschule ins Studium an der Universidade Federal da Paraíba (UFPB). Semesterferien werden eh überbewertet. Aber wer meckert schon, wenn er im Paradies am anderen Ende der Welt studieren darf? So weit weg von der gewohnten Umgebung studiert man nicht nur Kunst, Pädagogik, Geschichte oder Sozialwissenschaften, sondern vor allem das Leben selbst. Kaum angekommen, jagt ein Kulturschock den nächsten.
Während in good old Vechta der Sommer langsam ausklingt, geht er in João Pessoa, Paraíba in Brasilien, erst richtig los. Jeden Tag klettern die Temperaturen ein paar Grad die Leiter hinauf und sind mittlerweile bei gut 30 Grad, was sich nach dem etwas lauen deutschen Sommer richtig gut anfühlt. Doch neben all dem Studieren findet man dennoch die Zeit sich die atemberaubende Seite der Stadt zu vergegenwärtigen. Ganz nach Urlaubsmanier versucht man zumindest am Wochenende an den Strand zu gehen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.
Es ist schon ein tolles Gefühl morgens vor der Uni, die hier schrecklicherweise schon um 7 Uhr früh beginnt, am Strand zu joggen oder schon vor dem Frühstück die erste Kokusnuss zu trinken. Dann fällt es einem auch viel leichter sich zu solch unchristlichen Zeiten in eine Vorlesung zu setzen und auch noch mit vollem Elan mitzuwirken.
Die Seminare bestehen hier teilweise aus 15 Personen oder weniger, was das Arbeiten an sich erheblich erleichtert, aber zugleich auch erschwert, denn beherrscht man die Sprache nicht fliessend, kann man schnell den Anschluss verlieren oder sehr wichtige Dinge völlig falsch auslegen. Ein Beispiel: Man nickt immer nett, versteht aber leider nur die Hälfte und auf einmal soll man ein Referat über 200 Jahre deutsche Geschichte auf Portugiesisch halten.
Zum Glück sind die Brasilianer sehr freundlich und helfen und erklären gerne alles noch einmal, damit man auch die Möglichkeit bekommt, sich voll einzubringen. Der ganze Aufwand lohnt sich ohne Zweifel. Denn nach einem anstrengenden Tag voller Wissensaufnahme kommt man auf dem Weg nach Hause am Meer vorbei. Auch wenn man es dann meist nur hören und riechen kann, denn um 18 Uhr ist es hier zappenduster und das Nachtleben beginnt. Dieses ist meist auch nicht ganz ungefährlich. Sobald die Sonne verschwindet, ist Brasilien nicht länger ein Paradies. Beinahe jeden Tag bekommt man mit, dass jemand mit vorgehaltener Waffe überfallen wurde.
Man könnte denken, mitten in einem Film zu stecken, doch leider ist dies die Realität, was einige Bekannte schon am eigenen Leib erfahren mussten. Mit dieser Kehrseite muss man allerdings leben, wenn man die wunderschönen Seiten genießen will.
Während in good old Vechta der Sommer langsam ausklingt, geht er in João Pessoa, Paraíba in Brasilien, erst richtig los. Jeden Tag klettern die Temperaturen ein paar Grad die Leiter hinauf und sind mittlerweile bei gut 30 Grad, was sich nach dem etwas lauen deutschen Sommer richtig gut anfühlt. Doch neben all dem Studieren findet man dennoch die Zeit sich die atemberaubende Seite der Stadt zu vergegenwärtigen. Ganz nach Urlaubsmanier versucht man zumindest am Wochenende an den Strand zu gehen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.
Es ist schon ein tolles Gefühl morgens vor der Uni, die hier schrecklicherweise schon um 7 Uhr früh beginnt, am Strand zu joggen oder schon vor dem Frühstück die erste Kokusnuss zu trinken. Dann fällt es einem auch viel leichter sich zu solch unchristlichen Zeiten in eine Vorlesung zu setzen und auch noch mit vollem Elan mitzuwirken.
Die Seminare bestehen hier teilweise aus 15 Personen oder weniger, was das Arbeiten an sich erheblich erleichtert, aber zugleich auch erschwert, denn beherrscht man die Sprache nicht fliessend, kann man schnell den Anschluss verlieren oder sehr wichtige Dinge völlig falsch auslegen. Ein Beispiel: Man nickt immer nett, versteht aber leider nur die Hälfte und auf einmal soll man ein Referat über 200 Jahre deutsche Geschichte auf Portugiesisch halten.
Zum Glück sind die Brasilianer sehr freundlich und helfen und erklären gerne alles noch einmal, damit man auch die Möglichkeit bekommt, sich voll einzubringen. Der ganze Aufwand lohnt sich ohne Zweifel. Denn nach einem anstrengenden Tag voller Wissensaufnahme kommt man auf dem Weg nach Hause am Meer vorbei. Auch wenn man es dann meist nur hören und riechen kann, denn um 18 Uhr ist es hier zappenduster und das Nachtleben beginnt. Dieses ist meist auch nicht ganz ungefährlich. Sobald die Sonne verschwindet, ist Brasilien nicht länger ein Paradies. Beinahe jeden Tag bekommt man mit, dass jemand mit vorgehaltener Waffe überfallen wurde.
Man könnte denken, mitten in einem Film zu stecken, doch leider ist dies die Realität, was einige Bekannte schon am eigenen Leib erfahren mussten. Mit dieser Kehrseite muss man allerdings leben, wenn man die wunderschönen Seiten genießen will.
von Jessica Barbato
Das war euer Sommer: Praktika
City and Islington College London
Verglichen mit anderen Praktika, war ich am ersten Tag meines Praktikums an der City and Islington College in London sehr aufgeregt. Es sollte nicht das erste Mal sein, dass ich ein Praktikum in London mache und auch nicht das erste Praktikum in einer Schule. Es war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal Erwachsene als Schüler in London haben sollte. ERWACHSENE. ERWACHSENENBILDUNG. Die Vorstellung allein hat mich schon drei Nächte lang nicht schlafen lassen. Zumal ich mich doch ganz steif auf das Grundschulleben in meiner Zukunft als Lehrerin fixiert hatte. Ich muss sagen, es stellte sich genau als das Gegenteil meiner Befürchtungen heraus. Die Schüler waren Menschen, die beispielsweise einen bestimmten Abschluss (A-Level = Abitur oder GCSE = Realschulabschluss) nachholen wollten oder Frauen, die vor 20 Jahren die Schule abgebrochen haben, weil sie schwanger wurden oder solche, die geistig oder körperlich behindert sind oder gar Menschen, die noch niemals zuvor in ihrem Leben mit Zahlen konfrontiert wurden. Kurz gesagt, diese Schule ist für Jedermann offen und gebührenfrei, was die meisten Situationen erleichtert.
Ich habe in zwei Matheklassen mit sehr niedrigem Niveau assistiert. Die Lehrer-Schüler-Beziehung in Klassen mit Erwachsenen als Schüler ist, muss ich gestehen, viel angenehmer, als die in einer Grundschule. Würde ich Kinder leider Gottes nicht lieben, hätte ich meine ganze Studienlaufbahn mit einem Schlag verändert. Das Erlernen vom jeweiligen Unterrichtsstoff ist selbstständig und demnach ist die Ebene, auf der sich der Unterricht und die Kommunikation stattfindet, sehr unbeschwert. Also das nächste Mal, bevor ich schlaflose Nächte bekomme, versuche ich mich darauf festzulegen, alles etwas “unbeschwerter“ zu sehen.
Ich habe in zwei Matheklassen mit sehr niedrigem Niveau assistiert. Die Lehrer-Schüler-Beziehung in Klassen mit Erwachsenen als Schüler ist, muss ich gestehen, viel angenehmer, als die in einer Grundschule. Würde ich Kinder leider Gottes nicht lieben, hätte ich meine ganze Studienlaufbahn mit einem Schlag verändert. Das Erlernen vom jeweiligen Unterrichtsstoff ist selbstständig und demnach ist die Ebene, auf der sich der Unterricht und die Kommunikation stattfindet, sehr unbeschwert. Also das nächste Mal, bevor ich schlaflose Nächte bekomme, versuche ich mich darauf festzulegen, alles etwas “unbeschwerter“ zu sehen.
von Mürvet Ebcinoglu
![]() Fotos: Mürvet Ebcinoglu / René Kohn / Jessica Barbato / Melanie Ehlert
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Berlin Brandenburg International School (BBIS)
“I don´t can it”, sagte die kleine Theresa, als sie den Laptop hochgefahren hatte und anschließend bemüht versuchte, das Lernspielprogramm aufzurufen.
Nun ja, wir befinden uns im Klassenraum der 1C in der Berlin Brandenburg International School (BBIS), wo momentan der IT-Unterricht statt findet. Dies ist eines der wenigen Beispiele, die eine internationale Schule von einer stinknormalen öffentlichen Schule unterscheidet. Das will man aber auch erwarten, wenn man Unmengen von Gebühren im Jahr bezahlt, damit das eigene Kind wohlmöglich die beste Bildung bekommt.
Als Praktikantin dieser Schule habe ich ebenso die beste Betreuung bekommen, von der ich zuvor in gewohnten Praktika nicht einmal zu träumen wagte. Und das, ohne Gebühren zu zahlen, wohlbemerkt. Kaffee holen und Akten oder jegliche Papiere ordnen, gehörten diesmal nicht zu meinem Hauptarbeitsbereich. In dieser ASP-Zeit habe ich feststellen müssen, wie interessant, aber auch eigenartig es ist, zu sehen wie Kinder in jungen Jahren versuchen, eine Fremdsprache zu sprechen, die zugleich ihre Schulsprache ist. An der BBIS gab es nur selten Schüler, dessen Muttersprache Englisch war. Daher kamen sehr schnell Beispiele, wie “I don´t can it” zustande (und nicht I cannot), die aus dem Gedanken einer direkten Übersetzung entstehen. Eine süße Herausforderung, möchte ich meinen.
Nun ja, wir befinden uns im Klassenraum der 1C in der Berlin Brandenburg International School (BBIS), wo momentan der IT-Unterricht statt findet. Dies ist eines der wenigen Beispiele, die eine internationale Schule von einer stinknormalen öffentlichen Schule unterscheidet. Das will man aber auch erwarten, wenn man Unmengen von Gebühren im Jahr bezahlt, damit das eigene Kind wohlmöglich die beste Bildung bekommt.
Als Praktikantin dieser Schule habe ich ebenso die beste Betreuung bekommen, von der ich zuvor in gewohnten Praktika nicht einmal zu träumen wagte. Und das, ohne Gebühren zu zahlen, wohlbemerkt. Kaffee holen und Akten oder jegliche Papiere ordnen, gehörten diesmal nicht zu meinem Hauptarbeitsbereich. In dieser ASP-Zeit habe ich feststellen müssen, wie interessant, aber auch eigenartig es ist, zu sehen wie Kinder in jungen Jahren versuchen, eine Fremdsprache zu sprechen, die zugleich ihre Schulsprache ist. An der BBIS gab es nur selten Schüler, dessen Muttersprache Englisch war. Daher kamen sehr schnell Beispiele, wie “I don´t can it” zustande (und nicht I cannot), die aus dem Gedanken einer direkten Übersetzung entstehen. Eine süße Herausforderung, möchte ich meinen.
von Mürvet Ebcinoglu
Das war euer Sommer: Festivals
Rock am Ring, Serengeti, Hurricane, Fun 'n Crust oder Wacken - findet heraus, welches Festival zu euch passt
Zwischen Schwenkbier und Wellenbrechern
Rock am Ring 01. – 03. Juni 2007
Rock am Ring 01. – 03. Juni 2007
Mittwoch, 30.05.07, sehr früh morgens. Vor uns liegen fünf Tage Rock am Ring, also viel Spaß, Bier, nette Leute und vor allem gute Musik zum Abrocken… Bis es soweit ist, erstmal mit dem Gepäck Tetris spielen, lange im voll gepackten Auto sitzen und einen Zwischenstopp für den letzten Einkauf einlegen. Grad angekommen, geht’s weiter mit der Zeltplatzsuche, was bei einem ausverkauften Festival mit über 80.000 Besuchern mehr als schwierig ist, wenn man nicht stundenlang zum Parkplatz und zum Festivalgelände laufen will.
Endlich etwas gefunden, die Nachbarn sind akzeptabel und der Waldrand entpuppt sich trotz Trampelpfad und offenem Zaun ausnahmsweise nicht als WC-Ersatz. Die ersten beiden Tage sind zwar etwas verregnet, doch wir lernen schnell Schwenkbier kennen. Ganz einfach ein Band am Pavillon befestigen, Flaschenöffner daran anbinden, Bierflasche an den Flaschenöffner hängen, ein bisschen schwenken lassen, Flasche abziehen und *prost*.
Aber es geht ja um die Bands. Wir starten den Freitag mit BILLY TALENT, müssen dafür zwar auf RAZORLIGHT verzichten, aber den Platz im ersten Wellenbrecher will niemand aufgeben, da noch MUSE kommen und LINKIN PARK dem ersten Abend an der Centerstage einen mehr als würdigen Abschluss verpassen. Von einem Ende ist noch lange nicht die Rede, denn es geht gleich rüber zur Alternastage, wo THE WHITE STRIPES und abschließend EVANESCENCE unsere Nacht noch verlängern.
Der Tag danach verläuft wie immer. Man versucht, ihn irgendwie zu überstehen und man setzt am besten da fort, wo man am Abend aufgehört hat, um den richtigen Einstieg für den zweiten Festival-Tag zu bekommen. Es erwarten uns immerhin die BEATSTEAKS, aber bis die auf der Bühne stehen, vertreiben wir uns die Zeit mit den KAISER CHIEFS, MANDO DIAO und der Suche nach einer Erinnerung in Form eines T-Shirts. Damit kann man nicht früh genug anfangen, wie wir am Sonntag bemerken, da wir uns Samstag nicht entscheiden konnten. Sonntag war dann nur noch ein lächerlicher Rest übrig. Doch was ist schon ein T-Shirt, wenn man die beste Band der Welt sehen kann. Niemand Geringeres als DIE ÄRZTE beenden den letzten Tag, und die will anscheinend niemand verpassen. Deshalb ist es auch schon vier Stunden vorher total überfüllt, was aber bestimmt auch an den Vorgängern GOOD CHARLOTTE, VELVET REVOLVER und KORN liegt. Wem es bei den ÄRZTEN zu voll ist, der kann sich Richtung Alternastage bewegen und dort in einer überschaubaren Menge mit den SCISSOR SISTERS und WIR SIND HELDEN den letzten Abend ausklingen lassen.
Wie der Montag aussieht, weiß jeder, der mal auf einem Festival war, und ich erspare mir daher Ausschweifungen in unsere Aufräumaktionen. Stattdessen gebe ich allen, die vom 6.-8. Juni 2008 noch nichts vorhaben, einen Tipp. Es gibt schon Karten für Rock am Ring 2008.
Endlich etwas gefunden, die Nachbarn sind akzeptabel und der Waldrand entpuppt sich trotz Trampelpfad und offenem Zaun ausnahmsweise nicht als WC-Ersatz. Die ersten beiden Tage sind zwar etwas verregnet, doch wir lernen schnell Schwenkbier kennen. Ganz einfach ein Band am Pavillon befestigen, Flaschenöffner daran anbinden, Bierflasche an den Flaschenöffner hängen, ein bisschen schwenken lassen, Flasche abziehen und *prost*.
Aber es geht ja um die Bands. Wir starten den Freitag mit BILLY TALENT, müssen dafür zwar auf RAZORLIGHT verzichten, aber den Platz im ersten Wellenbrecher will niemand aufgeben, da noch MUSE kommen und LINKIN PARK dem ersten Abend an der Centerstage einen mehr als würdigen Abschluss verpassen. Von einem Ende ist noch lange nicht die Rede, denn es geht gleich rüber zur Alternastage, wo THE WHITE STRIPES und abschließend EVANESCENCE unsere Nacht noch verlängern.
Der Tag danach verläuft wie immer. Man versucht, ihn irgendwie zu überstehen und man setzt am besten da fort, wo man am Abend aufgehört hat, um den richtigen Einstieg für den zweiten Festival-Tag zu bekommen. Es erwarten uns immerhin die BEATSTEAKS, aber bis die auf der Bühne stehen, vertreiben wir uns die Zeit mit den KAISER CHIEFS, MANDO DIAO und der Suche nach einer Erinnerung in Form eines T-Shirts. Damit kann man nicht früh genug anfangen, wie wir am Sonntag bemerken, da wir uns Samstag nicht entscheiden konnten. Sonntag war dann nur noch ein lächerlicher Rest übrig. Doch was ist schon ein T-Shirt, wenn man die beste Band der Welt sehen kann. Niemand Geringeres als DIE ÄRZTE beenden den letzten Tag, und die will anscheinend niemand verpassen. Deshalb ist es auch schon vier Stunden vorher total überfüllt, was aber bestimmt auch an den Vorgängern GOOD CHARLOTTE, VELVET REVOLVER und KORN liegt. Wem es bei den ÄRZTEN zu voll ist, der kann sich Richtung Alternastage bewegen und dort in einer überschaubaren Menge mit den SCISSOR SISTERS und WIR SIND HELDEN den letzten Abend ausklingen lassen.
Wie der Montag aussieht, weiß jeder, der mal auf einem Festival war, und ich erspare mir daher Ausschweifungen in unsere Aufräumaktionen. Stattdessen gebe ich allen, die vom 6.-8. Juni 2008 noch nichts vorhaben, einen Tipp. Es gibt schon Karten für Rock am Ring 2008.
von Corinna Gritzka
![]() Foto: Melanie Ehlert
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Matsche, Musik und Mutti
Du ziehst Gummistiefel an, um die Tanzfläche zu rocken? Der Kräuterschnaps tritt anstelle deiner Mutti? Um viertel nach acht läuft kein Film, sondern deine Lieblingsband und das live direkt vor deinen Augen? Das geordnete Chaos deiner Studentenbutze weicht heillosem Durcheinander von holländischen Bierdosen, Grillgut und Papiertellern, das sich um dich herum auftürmt und bis zu deinen Knien reicht? Umrahmt ist der Schauplatz von Absperrbändern, schmalen Stangen, die so gerade eben die Planen der Pavillonlandschaften zusammenhalten, welche sich vor den blauen und grünen Bühnen dieser Welt befinden. Wo wir sind? Richtig, in Scheeßel. Auf dem Hurricane-Festival. Die elfte Auflage fand in diesem Sommer statt. 55.000 Besucher jubelten den ca. 60 Bands zu und sorgten für ausgelassene Partystimmung. Platzregen und Weltuntergangsstimmung des letzten Jahres gab es dieses Mal (zum Glück) nicht, dafür aber jede Menge gute Musik. Neben den Großen wie zB FANTA 4, INCUBUS, MARILYN MANSON, PLACEBO und PEARL JAM überzeugten aber vor allem auch die kleineren Bands, hier etwa THE SOUNDS, KINGS OF LEON, PERCUPINE TREE oder auch SNOW PATROL. Aber sind wir doch ehrlich: kleine Bands gibt’s doch gar nicht mehr. Fazit: Hurricane 2007 – drei Tage Party mit richtig gutem Sound und absolut hörbaren Tracks.
von René Kohn
Serengeti
Endlich ein Festival für die Region Ostwestfalen-Lippe sollte es sein. Außerdem wild und hungrig. Das Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock, welches das zweite Jahr in Folge den Sommer bereicherte. Nun gut, dieses Festival ist noch jung und somit lernfähig. Dass Zeltplätze in Nähe zum Gelände toll wären. Dass eine Besuchermeute auch gut mehrere Essensstände plündern kann. Dass quadratmetergroße Matschpfützen mit Stroh trockengelegt werden können. Dass zu hohe Getränkepreise den Umsatz auch nicht fördern.
Trotzdem spürte ich das Herzblut an jeder Ecke. Die Betreiber des Schwimmbades etwa, von mir mit einem imaginären Verdienstkreuz ausgezeichnet. Die Bands, die trotz hektoliterweise Regen gut gelaunt waren. Die Polizisten, die uns einen Parkplatz freihielten.
Seit diesem Festival weiß ich, dass ich schon ganz schön alt bin. Zumindest gefühlt doppelt so alt wie das Gros der Besucher. Aber auch, wie bequem ein Auto sein kann und wie toll jemand ist, der mit einem fühlt und lacht. Und im Schlamm tanzt.
Trotzdem spürte ich das Herzblut an jeder Ecke. Die Betreiber des Schwimmbades etwa, von mir mit einem imaginären Verdienstkreuz ausgezeichnet. Die Bands, die trotz hektoliterweise Regen gut gelaunt waren. Die Polizisten, die uns einen Parkplatz freihielten.
Seit diesem Festival weiß ich, dass ich schon ganz schön alt bin. Zumindest gefühlt doppelt so alt wie das Gros der Besucher. Aber auch, wie bequem ein Auto sein kann und wie toll jemand ist, der mit einem fühlt und lacht. Und im Schlamm tanzt.
von Julia Stock
Spiderschwein meets Gangstas
Höchstenbach, 80km südlich von Köln. Ein beschaulicher Ort im Westerwald, könnte man meinen. Nicht so vom 9.- 11. August, denn da gabs beim neunten Fun&Crust was auf die Ohren. KORPIKLAANI, DISILLUSION und DOG EAT DOG sowie unbekanntere Bands wie beispielsweise DEATHTERROR und MOTORJESUS sorgten für Stimmung. Bei letzterer mag man sich allersdings fragen, was eine Crossover-HipHop-Band auf einem Metal-Festival zu suchen hat. Die am Samstag Abend zu Dog Eat Dog anreisenden HipHopper stießen dann auf nicht besonders viel Begeisterung bei den überwiegenden Metalfans, ebensowenig wie das Wetter. Es regnete des Öfteren, sodass man auf dem Campinggelände ohne Weiteres ein Schlammcatchen hätte durchführen können. Somit ein kleines Festival mit Staatsforsten Flair und mit 10 Euro Eintritt durchaus erschwinglich. Einziges Manko: Anfahrtskosten.
von Björn Franke
Mehr als das, ein Lebensgefühl
Vor solchen Leuten hat uns unsere Großmutter immer gewarnt: langhaarig, schwarz gekleidet und benietet. Kurz: Metaller. Trotzdem ist es eines der Festivals mit dem wenigsten Krawall und Vandalismus.
Das Wacken Open Air lockt jeden August Tausende von Metalfans (in diesem Jahr offiziell 60.000 zahlende Besucher) aus aller Welt in das beschauliche Dorf Wacken in Schleswig-Holstein. In den drei Festivaltagen, welche gerne auf eine Woche ausgedehnt werden, liegen auch alle Einwohner im Metallfieber: Im Kaufhaus für die Landfrau hängt das Manowarshirt einträchtig neben Kleingeblümten. Beladen mit Bier, Grillkohle und frühstückssaftigem Erdbeerlimes stürmten wir das nasse Gelände, um im Endeffekt einen sonnigen Zeltplatz in Zurückfallentfernung zu den Bühnen zu finden. Und dann fünf Tage Wacken. Was mehr ist als ein Festival. Es ist ein Lebensgefühl mit seinem ganz eigenen Charme „Wer pennt der brennt und waschen ist nicht Heavy Metal!!!“
Das Wacken Open Air lockt jeden August Tausende von Metalfans (in diesem Jahr offiziell 60.000 zahlende Besucher) aus aller Welt in das beschauliche Dorf Wacken in Schleswig-Holstein. In den drei Festivaltagen, welche gerne auf eine Woche ausgedehnt werden, liegen auch alle Einwohner im Metallfieber: Im Kaufhaus für die Landfrau hängt das Manowarshirt einträchtig neben Kleingeblümten. Beladen mit Bier, Grillkohle und frühstückssaftigem Erdbeerlimes stürmten wir das nasse Gelände, um im Endeffekt einen sonnigen Zeltplatz in Zurückfallentfernung zu den Bühnen zu finden. Und dann fünf Tage Wacken. Was mehr ist als ein Festival. Es ist ein Lebensgefühl mit seinem ganz eigenen Charme „Wer pennt der brennt und waschen ist nicht Heavy Metal!!!“
von Julia Stock
Das war euer Sommer: Der Stoppelmarkt …mal anders
Tagebuchausschnitt einer Cocktailmixerin
Samstag, 18.08.2007
17:00 Uhr: Hoch vom Sofa und ab in die Arbeitsklamotten. Schwarzes T-Shirt angezogen, Hawaiikette und Blinkis befestigt, Schminke ins Gesicht, das Lächeln nicht vergessen und ab in den Bus zum Stoppelmarkt. Es ist Samstag! Das bedeutet Stress pur und total betrunkene Gäste! Meine Lust schwindet schon als ich den Bus betrete. Alle sind in Feierlaune, nur ich muss arbeiten. Aber es hilft nichts…ans Geld denken, immer nur ans Geld denken, sage ich mir immer wieder.
18:00 Uhr: Los geht’s! Mein Arbeitsbereich ist die Cocktailbar. Jetzt beginnt der langweilige Teil. Die Bar muss aufgefüllt und geputzt werden.
19:00 Uhr: Gääääähnende Leere. An der Cocktailbar ist nichts los. Wir stehen uns die Beine in den Bauch und fangen aus Langeweile an, selbst gemixte Cocktail-Kreationen zu trinken. Man muss sich ja schließlich auf dem gleichen Level wie seine Gäste bewegen. 21:30 Uhr: Erste Gäste… Ich „prügel“ mich mit meiner Kollegin um die Bestellungen. Bitte! Gebt mir Arbeit! Der DJ macht sich langsam warm und wir essen noch schnell ein paar Käsebrote, um für die kommende Hungersnot vorbereitet zu sein.
23:30 Uhr: HILFE!!! Wo kommen auf einmal die ganzen Leute her??? Von der Langeweile in den totalen Stress. Jetzt heißt es nur noch: „Shaken bis der Arzt kommt!“ Die Musik dröhnt in den Ohren, die Erde bebt, die Gläser tanzen. Trotzdem haben wir Spaß an der Arbeit, die Leute sind gut drauf, und wir feiern hinter der Theke mit.
2:30 Uhr: „Wie bitte? Was möchten sie trinken?“ Versteh einer die Leute! Innerhalb von gut zwei Stunden sind die Gäste so betrunken, dass die Bestellungen kaum mehr zu verstehen sind. Da hilft nur noch mittrinken! Unsere Bäuche knurren um die Wette… Huunger! Hoffentlich haben wir bald Zeit für eine neue Ladung Käsebrote.
3:30 Uhr: Spätestens jetzt sind wir hinter der Bar Ansprechpartner für alle psychischen Problemchen von einsamen und gebrochenen Herzen bis hin zu Racheplänen für Exfreunde oder Exfreundinnen.
4:00 Uhr: Die Musik ist aus. ENDLICH!!! Langsam leert sich das Zelt. Nur noch wenige Gäste bestellen etwas. „Bitte!!! Fahrt doch alle nach Hause!“, denke ich und stelle mir mein warmes Bett vor. Ich will endlich liegen und meine Füße hochlegen.
5:00 Uhr: Der harte Kern ist immer noch da und ich fange schon an, mit meiner Kollegin die Cocktailbar wieder sauber zu machen.
6:00 Uhr: FEIERABEND! Das Zelt wird endlich dicht gemacht ,und die letzten Gäste gehen nach Hause.
6:30 Uhr: Endlich im Bett. Ich will nur noch schlafen…bis es morgen um 14:00 Uhr wieder losgeht. Puuuuh! Aber: …“ans Geld denken, immer nur ans Geld denken“, sage ich mir, noch bevor ich einschlafe.
von Sarah Gudenkauf
Für Kreativität und Kindergeburtstag, für Pädagogik und Praktikum
Einen Vortrag über den Sinn und den Nutzen des Spielens muss ich hier wohl nicht halten, schließlich studieren die meisten von uns Pädagogisches und haben es somit schon pflichtmäßig gehört. Und sicher gibt es welche unter uns, die gerne spielen und auch schon Spiele angeleitet haben. Für diese und auch für alle angehenden Spielleiter stelle ich hier das von mir als solches titulierte Standardwerk des Spielens vor: „666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen“ von dem Spielpädagogik-Dozenten Ulrich Baer. Alle Spiele wurden von ihm selbst entwickelt oder spielerisch getestet und haben eine „pädagogische Nebenwirkung“, zum Beispiel Kooperation oder gegenseitige Achtung.
Die kurzen und verständlichen Spielanleitungen sind alphabetisch geordnet und bei jeder Beschreibung ist schnell einsichtig, wie die Spieler gruppiert werden müssen (Paare, im Kreis etc.), welchen Charakter das Spiel hat (ruhig, gesellig, aktiv etc.), wie lange das Spiel wahrscheinlich dauert, für welches Alter und welche Gruppengröße es geeignet ist, welches Material benötigt wird, was gelernt werden kann (Kooperation üben etc.) und zur Behandlung welchen Themas das Spiel genutzt werden kann (Angst, Sexualität etc.). Diese genaue Beschreibung macht „666 Spiele“ zu einem wahrem Highlight unter den Spielebüchern. Zusätzlich zu der thematischen Auflistung, die es ermöglicht, das gerade passende Spiel herauszusuchen (zum Beispiel alle Interaktionsspiele zur Gruppenpädagogik und Spiele zum Sozialen Lernen) gibt es noch von Baer zusammengestellte Listen der jeweils zehn besten Spiele.
Dieses Buch kann ich euch nicht nur zum Ausleihen empfehlen, meiner Meinung nach ist das auch ein lohnender Kauf.
Die kurzen und verständlichen Spielanleitungen sind alphabetisch geordnet und bei jeder Beschreibung ist schnell einsichtig, wie die Spieler gruppiert werden müssen (Paare, im Kreis etc.), welchen Charakter das Spiel hat (ruhig, gesellig, aktiv etc.), wie lange das Spiel wahrscheinlich dauert, für welches Alter und welche Gruppengröße es geeignet ist, welches Material benötigt wird, was gelernt werden kann (Kooperation üben etc.) und zur Behandlung welchen Themas das Spiel genutzt werden kann (Angst, Sexualität etc.). Diese genaue Beschreibung macht „666 Spiele“ zu einem wahrem Highlight unter den Spielebüchern. Zusätzlich zu der thematischen Auflistung, die es ermöglicht, das gerade passende Spiel herauszusuchen (zum Beispiel alle Interaktionsspiele zur Gruppenpädagogik und Spiele zum Sozialen Lernen) gibt es noch von Baer zusammengestellte Listen der jeweils zehn besten Spiele.
Dieses Buch kann ich euch nicht nur zum Ausleihen empfehlen, meiner Meinung nach ist das auch ein lohnender Kauf.
Ulrich Baer: 666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen
Signatur: 359786
Signatur: 359786
von Julia Stock
Von Leid zu Lebensfreude, von Hypnose zur Heilung
Wer wollte nicht mal einen Blick hinter die Kulissen werfen? Wer wollte nicht gern Wissen wie, ein großer Denker zu seiner Erkenntnis kommt, wie er sein Leben gestaltet, wovor er Angst hat und wann er weint?
Irvine D. Yalom ist bekannt für seine Veröffentlichungen zum Thema Psychotherapie. In „Und Nietzsche weinte“ begibt er sich mit Hilfe der Fiktion an die Anfänge derselbigen. Im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts trifft Herr Dr. Breuer (bekannt für die Erforschung des Gleichgewichtssinns) auf den schwer kranken Nietzsche. Dieser befindet sich in der Blüte seines Schaffens und möchte trotz starker Beschwerden eigentlich gar nicht behandelt werden.
Doch seiner Auftraggeberin Lou Salomé zuliebe liefert sich Dr. Breuer spannende, intellektuelle Rededuelle mit Nietzsche, um ihn von einer Behandlung seiner Psyche zu überzeugen. Letztlich gelingt es ihm durch eine List, ihn in einer Klinik unterzubringen, um dort das Experiment psychische Genesung zu starten. Dr. Breuer hat einen jungen Protege: Ein junger Medizinstudent namens Freud, welcher bei ihm ein und aus geht und für den Verlauf der Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird.
Tiefe Einsichten über Begegnungen, Enttäuschungen, Sehnsüchte, Macht und Ohnmacht, kurzum über das Leben bietet die Lektüre dieses dabei auch immer spannenden Romans. Es ist fast so, als erlebte die Leserschaft die Geburt der Psychotherapie mit.
Irvine D. Yalom: Und Nietzsche weinte
Signatur: 383222
Signatur: 383222
von Stefanie Bruns
Blut, Horror und ein berühmter Vater
Damals, als im Winter noch richtig Schnee lag, unter jedem Bett ein Nachttopf stand, vierzig noch nicht das neue Dreißig und sowieso alles besser war, war es völlig normal, wenn jemand den selben Job hatte wie sein Vater. Heute gilt das als einfältig und einfallslos, mitunter sogar als fiese Vorteilsnahme. Wahrscheinlich hat Joe Hill, der eigentlich Joseph Hillstrom King heißt, deswegen niemandem erzählt, dass bereits sein Vater Horror-Romane schreibt.
Ja, richtig, Joe Hill ist der Sohn von Mister Horror-Roman persönlich, sein Vater ist Stephen King. Der 35-jährige hat diesen Umstand verschwiegen, er wollte „nicht auf dem Ticket des Vaters“ reisen, wollte verhindern, dass sich Verleger nur wegen seines Nachnamens für ihn interessieren. Nach dem Erscheinen seines Debüt-Romans Blind – der im Original nach dem Nirvana-Song Heart-Shaped Box benannt wurde, den MTV spielte, als sich Kurt Cobain 1994 in den Kopf schoss – deckte die Zeitschrift Varietes auf, wessen Sohn Hill ist. Keine detektivische Meisterleistung, mit seinem buschigen Bart und dem befremdeten Blick sieht Hill fast genauso aus, wie sein Vater in seinem Alter.
Ja, richtig, Joe Hill ist der Sohn von Mister Horror-Roman persönlich, sein Vater ist Stephen King. Der 35-jährige hat diesen Umstand verschwiegen, er wollte „nicht auf dem Ticket des Vaters“ reisen, wollte verhindern, dass sich Verleger nur wegen seines Nachnamens für ihn interessieren. Nach dem Erscheinen seines Debüt-Romans Blind – der im Original nach dem Nirvana-Song Heart-Shaped Box benannt wurde, den MTV spielte, als sich Kurt Cobain 1994 in den Kopf schoss – deckte die Zeitschrift Varietes auf, wessen Sohn Hill ist. Keine detektivische Meisterleistung, mit seinem buschigen Bart und dem befremdeten Blick sieht Hill fast genauso aus, wie sein Vater in seinem Alter.

Nein, das ist nicht Stephen
King. Es ist Joe Hill.
King. Es ist Joe Hill.
Der Roman handelt von dem in die Jahre gekommenen Rockstar Judas Croyne, der mit seiner Freundin Georgia und seinen nach AC/DC-Migliedern benannten Hunden Angus und Bon gelangweilt in den Tag hinein lebt und seine Millionen verprasst. Als der Sammler makaberer Artefakte – er nennt unter anderem ein Kochbuch für Kannibalen, ein Snuff-Video und einen gebrauchten Henkers-Strick sein eigen – von einer Online-Auktion erfährt, in der ein Anzug angeboten wird, an den der Geist eines kürzlich Verstorbenen gebunden sein soll, greift er kurzerhand zu, und ersteigert ihn zum Sofort-Kaufen-Preis von 1000,-$. Anders als von Croyne angenommen ist die Auktion jedoch nicht bloß ein Scherz, der Geist ist echt und will Rache für seine Stieftochter, die wegen Croyne Selbstmord begangen hat. Ein blutiger Horrortrip beginnt, bei dem der alte Rocker sich seiner Vergangenheit stellen muss.
Blind ist ein solider, gut gemachter Horror-Roman. Er kommt schnell in Fahrt, ist temporeich und spannend, reißt den Leser mit. Stellenweise wirkt er aber splatterhaft und trieft vor Blut.
Den Texten von Stephen King ist er stilistisch nicht unähnlich, Joe Hill erzählt genauso gnadenlos, allerdings knapper, verzichtet auf das Beschreiben jedes noch so winzigen Details, das für seinen Vater so typisch ist, von manchen Nein, das ist nicht Stephen King. Es ist Joe Hill. Lesern aber als lästig empfunden wird. Und selbstverständlich spielt die Geschichte nicht in dem nordöstlichen US-Bundesstaat Maine, wo nahezu alle Stephen-King-Romane angesiedelt sind.Sein, von dem 1915 hingerichteten Gewerkschaftsaktivisten und Liedermacher Joel Emmanuel Hägglund ausgeliehenes, Pseudonym hat sich Hill bereits vor über zehn Jahren zugelegt. Vor seinem Erfolg mit Blind hat er bereits vier Romane geschrieben, die aber niemand verlegen wollte. Hill sagt selber, dass er damals erst lernen musste, wie man eine Geschichte so aufbaut, dass sie von Beginn an interessant ist. Lediglich die Kurzgeschichten- Anthologie 20th Century Ghosts wurde 2005 veröffentlicht, und mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet, sie ist 2007 mit dem Titel Black Box in Deutschland erschienen. Blind ist sehr erfolgreich, dass Buch ist in 20 Ländern erhältlich, die Firma Warner Bros. hat sich bereits die Filmrechte an dem Stoff gesichert.
Auch Hills jüngerer Bruder Owen ist Schriftsteller. Er schreibt aber keine Horror- Romane, sondern wendet sich mit politischen Texten aktuellen Problemen zu.
Das Verhältnis zu seinem Vater bezeichnet Hill als großartig, auch die Widmung des Romans lautet „für meinen Vater, er ist einer von den Guten“. Die in Interviews immer wieder auftauchenden Fragen nach seiner prominenten Familie, seiner Kindheit mit dem Horror-Genie, Ex-Alkoholiker und Ex-Kokser Stephen King und dem Umgang mit dem Erfolgsdruck, dem er als Sohn eines Autors, der in seinem Genre alles erreicht hat, ausgesetzt ist, beantwortet der meist als schüchtern aber sympathisch beschriebene Horror- Schriftsteller geduldig.
Blind ist ein solider, gut gemachter Horror-Roman. Er kommt schnell in Fahrt, ist temporeich und spannend, reißt den Leser mit. Stellenweise wirkt er aber splatterhaft und trieft vor Blut.
Den Texten von Stephen King ist er stilistisch nicht unähnlich, Joe Hill erzählt genauso gnadenlos, allerdings knapper, verzichtet auf das Beschreiben jedes noch so winzigen Details, das für seinen Vater so typisch ist, von manchen Nein, das ist nicht Stephen King. Es ist Joe Hill. Lesern aber als lästig empfunden wird. Und selbstverständlich spielt die Geschichte nicht in dem nordöstlichen US-Bundesstaat Maine, wo nahezu alle Stephen-King-Romane angesiedelt sind.Sein, von dem 1915 hingerichteten Gewerkschaftsaktivisten und Liedermacher Joel Emmanuel Hägglund ausgeliehenes, Pseudonym hat sich Hill bereits vor über zehn Jahren zugelegt. Vor seinem Erfolg mit Blind hat er bereits vier Romane geschrieben, die aber niemand verlegen wollte. Hill sagt selber, dass er damals erst lernen musste, wie man eine Geschichte so aufbaut, dass sie von Beginn an interessant ist. Lediglich die Kurzgeschichten- Anthologie 20th Century Ghosts wurde 2005 veröffentlicht, und mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet, sie ist 2007 mit dem Titel Black Box in Deutschland erschienen. Blind ist sehr erfolgreich, dass Buch ist in 20 Ländern erhältlich, die Firma Warner Bros. hat sich bereits die Filmrechte an dem Stoff gesichert.
Auch Hills jüngerer Bruder Owen ist Schriftsteller. Er schreibt aber keine Horror- Romane, sondern wendet sich mit politischen Texten aktuellen Problemen zu.
Das Verhältnis zu seinem Vater bezeichnet Hill als großartig, auch die Widmung des Romans lautet „für meinen Vater, er ist einer von den Guten“. Die in Interviews immer wieder auftauchenden Fragen nach seiner prominenten Familie, seiner Kindheit mit dem Horror-Genie, Ex-Alkoholiker und Ex-Kokser Stephen King und dem Umgang mit dem Erfolgsdruck, dem er als Sohn eines Autors, der in seinem Genre alles erreicht hat, ausgesetzt ist, beantwortet der meist als schüchtern aber sympathisch beschriebene Horror- Schriftsteller geduldig.
Im Internet wird Hill als Bereicherung, ja sogar als die Zukunft des Horror-Genres bejubelt und hat, obwohl bis vor kurzem noch relativ unbekannt, einen festen Kreis von Fans. Er selber sieht in seinem Roman kein Meisterwerk, aber einen, wie er sagt, guten Trip.
Eine faire Selbsteinschätzung eines interessanten Nachwuchsautors, von dem man gerne noch mehr lesen möchte.
Eine faire Selbsteinschätzung eines interessanten Nachwuchsautors, von dem man gerne noch mehr lesen möchte.
Offizielle Homepage: www.joehillfiction.com
von Stefan Hirsch
Am Morgen danach
![]() Als ich am Morgen nach unserer Party aufwachte, hatte ich Gewürz-Ketchup in den Augen, und auf meinem Bauch hatte jemand Tictactoe gespielt. Mit Edding. Wie es dazu gekommen ist, wusste ich leider nicht mehr, aber eigentlich wollte ich das auch gar nicht. |
![]() Auch meinen Mitbewohnern machten die Nachwirkungen der Feier zu schaffen. Charlene wachte am nächsten Morgen mit jemand Unbekanntem in ihrem Bett auf… |
![]() …und Enrico und Bob komplettierten ihre Erinnerungen an die vergangene verrauchte und alkoholisierten Nacht in einem entspannten Wohnzimmergespräch. Vor allem Bob hätte sich jedoch wohler gefühlt, wenn man eben jene kaltherzig den Furien des Vergessens zum Fraß vorgeworfen hätte. |
![]() überhaupt hatte es Bob am meisten übertrieben. Mit einem Joint in der einen, und einem Glas Wein in der anderen Hand, hatte er jedem stundenlang von einer absurden Theorie erzählt, der zu Folge wir Spielfiguren seien, deren Erlebnisse als Bildergeschichten in einem Unimagazin erscheinen. |
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Auf welche absurden Theorien stößt die WG beim nächsten Mal? Werden sie dahinter kommen, wer sie wirklich sind? Wer liegt am Neujahrsmorgen in Charlenes Bett? Und was geschah auf der legendärsten Silvesterparty zuvor? Das und vieles mehr erfahrt ihr vielleicht schon in der nächsten Ausgabe im Januar 2008.
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von Stefan Hirsch
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Katzenalarm in der Ruhezone

Es gibt immer was zu tun. Andree Wrobel bei der Arbeit.
Foto: René Kohn
Wer die nötige Ruhe zur Arbeit braucht, der ist hier genau richtig: Unsere Säule für diese Ausgabe arbeitet nämlich in der Bibliothek. Selbst in den Büros im Untergeschoss hört man eher Stecknadeln fallen und erst recht kein Radio. So was sei nicht erwünscht, sagt Andree Wrobel, für den dies zumindest am Anfang eine ganz schöne Umstellung bedeutete, als ich ihn am Ort der Ruhe besuchte.
Seit wann bist du an der Hochschule?
Seit dem August 1997 bin ich an der HS Vechta.
Zehn Jahre. Also Dienstjubiläum?
Nein, kein Dienstjubiläum. 25-jähriges Dienstjubiläum hab ich 2010, in drei Jahren.
Was hast du also davor gemacht?
Zwölfender war ich vorher.
Zwölfender?
Ich war zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Das kommt aus der Jägersprache.
Zwölf Jahre Bund gab‘s also vorher.
Ja, und noch davor war ich gelernter Elektroinstallateur. 1985 war das. Da war ich Geselle. Dann kam die 15-monatige Wehrpflicht. Weil die Baukonjunktur am Boden war, hab ich mir den Laden (Bundeswehr) erst mal genauer angeguckt und mich für vier Jahre verpflichtet. Als der Arbeitsmarkt immer noch nicht besser war, hab ich mir gedacht: Machste Nägeln mit Köpfen und verpflichtest dich auf zwölf Jahre.
Also bis 1997. WIe kam es dann zur HS?
Ich habe ein Praktikum in der Landesbibliothek in Oldenburg gemacht. Auf einmal hatte ich die Papiere für die Bibliotheksschule in Hannover in der Hand. Ich absolvierte eine zweieinhalbjährige Ausbildung an wissenschaftlichen Bibliotheken. Danach konnte ich drei Wünsche angeben, wo’s hingehen sollte. Auf der Liste stand unter anderem Vechta drauf. So ging’s dann hierher.
Und die Berufsbezeichnung lautet?
Damals hieß es Bibliotheksassistent. Heute nennt sich das Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek.
Was machst du als FaMI in der Hochschule Vechta?
Ich bin zuständig für die Aussonderung. Das ist mein Hauptjob. Oben (Erdgeschoss der Bibliothek) gibt es ja den Stand mit Büchern zum Mitnehmen. Davon hab ich die meisten ausgesucht. Ansonsten bin ich Mädchen für alles. Ich arbeite etwa mit der Beschaffungsstelle zusammen, plane den Ab- und Aufbau von Regalen. Ich bin für die Kopierer zuständig. Ausleihe mache ich auch. Stellvertretender EDVAdministrator. Es gibt immer was zu tun.
Du arbeitest in einer Bibliothek. Nahe liegende Frage: Wie sieht’s aus mit dir und der Literatur?
Normalerweise sagt man ja, Leute, die in der Bibliothek arbeiten, lesen viel. Mag sein. Aber ich bin ja anders vorbelastet und nicht hiermit groß geworden. Und was ich am liebsten lese, sind daher eher Elektronikbücher. Also gibt‘s schon mal keinen Lieblingsautor, geschweige denn eine literarische Figur, die ich gerne mal sein will (solche Fragen waren vorgesehen, Anm. der Redaktion). Ich kann ja schlecht sagen: Ich möchte gerne ein Transistor sein. (Es wird lauthals gelacht)
Was war dein bisher lustigstes Erlebnis im L-Gebäude?
In öffentlichen Gebäuden sind Tiere verboten. Und vor ein paar Jahren hatten wir auf einmal eine Katze im Gebäude. Die Katze hat es geschafft, trotz der Doppeltüren jedes Mal wieder rein zu kommen. Ich hab sie dann genommen und wieder nach draußen getragen. Irgendwann kam sie darauf, den anderen Eingang zu nehmen. Sie huschte dann immer mit den Besuchern ins Gebäude. Tja, und ich hatte nebenbei noch Ausleihe. Die Benutzer fanden’s lustig. Das Ganze dauerte etwa drei Stunden.
In der Position des Chefs: Was würdest du verändern in der Bibliothek?
Abgetrennte Räume für die PC-/Internetbenutzung. mehr Einzelarbeitsräume für die Studenten schaffen. Medienvielfalt. Habe ich mehr Platz, kann ich mehr Medien kaufen. Mehr Geld für Beschaffungen. Das alles hätte zur Folge, dass wir den Benutzern mehr Leistungen bieten können.
Hast du noch was, was du den Studenten und Studentinnen mit auf dem Weg geben willst?
Was ich natürlich jedem wünsche, ist, dass er einen Job bekommt. Klar, natürlich auch erst einmal den Abschluss. Aber letztlich geht’s ja darum, dass man Arbeit hat.
Das Interview führte René Kohn.
Wohin mit Problemen im Studium?
Zuerst muss man das vorhandene Problem analysieren und feststellen, um was es sich genau handelt. Ist es fachlicher Natur, d.h. wenn man sich über einen Dozenten beschweren will, die Räume zu klein sind oder die zu leistenden Anforderungen eines Teilmoduls zu hoch für die zu erwartenden APs sind, dann ist der jeweilige Fachrat der richtige und kompetente Ansprechpartner. Der Fachrat hat in den meisten Fällen ein gutes und offenes Verhältnis zu den Lehrenden und den Institutsleitenden. Große und kleine Probleme können von den Fachräten über den „kurzen Dienstweg“ durch ein kleines Gespräch oder durch einen offiziellen Brief/Beschwerde in Angriff genommen werden. Man kann sich durch die Aushänge an den jeweiligen „schwarzen Brettern“ oder via Internetseite des Fachbereiches informieren, wer von euren Mitstudierenden Mitglied im Fachrat ist. Danach kann man den Mitgliedern entweder via E-Mail oder während der Fachratssitzungen persönlich sein Problem schildern. Nun liegt es an den Fachräten aktiv zu werden. Sollten die Fachräte gegen eine Mauer laufen und trotz intensiver Bemühungen dennoch nichts erreichen, kann der AStA den Fachrat unterstützen und auch das Gespräch suchen oder aber die nächst höheren Stellen im Präsidium in Kenntnis setzen. Denn bei allen Bemühungen kann man auf Missstände nur hinweisen und diese schriftlich festhalten, so dass eine offizielle Aktennotiz entsteht. Ob auf die Sorgen und Nöte letztlich eingegangen wird, hängt von den einzelnen Instituten und Fachbereichen ab. Zwingen kann man hierbei niemanden, aber man macht auf die Lage aufmerksam. Meistens werden alle Probleme in kurzer Zeit gelöst. Aber infrastrukturelle Probleme, wie z.B. zu wenig und zu kleine Räume brauchen natürlich etwas mehr Zeit. Neue Gebäude kann sich die Hochschule nicht einfach schnitzen, und unglückliche Planungen gibt es überall. Beschwerden sind richtig und wichtig, aber ein wenig Geduld sollte mitgebracht werden. Die Mühlen aller Bürokratien in Deutschland (und überall in der Welt) mahlen sehr langsam. Da sind Hochschulverwaltungen nicht anders.
Aber manchmal gehört es auch zu dem Studium, als Studierender zu improvisieren und mit schwierigen Situationen zu Recht zu kommen. Denn ein Studium an einer Universität ist nun mal keine Schulausbildung. Es wird, gerade wenn man 2 oder 3 verschiedene Fächer hat, immer wieder zu Überschneidungen kommen, oder dass man manchmal zwei Prüfungen an einem Tag hat. Alles in allem ist man hier in Vechta doch an einer Einrichtung, in der man sich kennt und in der die Dienstwege sehr kurz sind. Auf die meisten Wünsche der Studierendenschaft geht man ein und versucht, diese so schnell wie möglich umzusetzen. Das sieht in Massenuniversitäten wie Münster und Göttingen schon ganz anders aus.
von Arnold Hobbacher
Nächster Halt: Neuwieder Straße





Fotos: Björn Franke
Bremen-Tenever. Eine Bausünde der siebziger Jahre, Hochhauskomplex neben Hochhauskomplex. Vermutlich weitaus weniger ansehnlich als Städte wie Koblenz, die in dieser Gegend den Straßen ihre Namen gaben. Seit einigen Jahren ist der Stadtteil Teilnehmer des Projektes „Soziale Stadt“ (Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf) – Quartiersmanager werden eingesetzt, es wird saniert und zum Teil auch abgerissen. Einer der Hochhauskomplexe bekam im August jedoch noch einmal neue Bewohner.
79 Menschen aller Altersklassen und kultureller Hintergründe aus 15 Nationen bewohnten für einen Monat die Neuwieder Straße 48-52 im Rahmen des Wohnexperiments „Sproutbau“: 45 Projekte zum autonomen, nachhaltigen Wohnen.
Leider waren wir einen Tag vor Beginn der dreitätigen Ausstellung „Betonale“ dort, sodass wir leider nur in wenige Wohnungen der Künstler Einblick erhielten. Die „Werke“ im öffentlichen Raum verdienten aber durchaus ihre Aufmerksamkeit: Comics, die sich über die Wände eines Treppenhauses zogen, eine Sonnendeck-Terasse auf dem Dach, ein goldener Hühnerstall im dreizehnten Stock. Weitaus befremdlicher wirkten die Wohnungen, in die keine Künstler gezogen waren, mit ihren Überresten aus vergangenen Zeiten: Window-Color-Gemälde in einem Bad oder die pseudo-poetischen Edding- Kreationen an den Wänden, die wahrscheinlich auf Drogentrips entstanden. Dies hatte im Gegensatz zu den durchdachten und durchgestylten Künstlerwohnungen eher den Charme eines Abrisshauses.
Doch im “Sproutbau” ging es nicht nur um Kunst, sondern auch um soziale Aspekte. In der “Volksküche” wurde verpflegt wie in einer Hippiekommune, jeder konnte im “Nachtcafé” mal DJ werden, auf einer großen Pinnwand wurden gegenseitig Dienste angeboten und einen Tag vor der großen Eröffnung wurde Hand in Hand gearbeitet.
Laut den Organisatoren soll in der ersten Hälfte des Jahres 2008 eine Dokumentation in Buchform erscheinen.
79 Menschen aller Altersklassen und kultureller Hintergründe aus 15 Nationen bewohnten für einen Monat die Neuwieder Straße 48-52 im Rahmen des Wohnexperiments „Sproutbau“: 45 Projekte zum autonomen, nachhaltigen Wohnen.
Leider waren wir einen Tag vor Beginn der dreitätigen Ausstellung „Betonale“ dort, sodass wir leider nur in wenige Wohnungen der Künstler Einblick erhielten. Die „Werke“ im öffentlichen Raum verdienten aber durchaus ihre Aufmerksamkeit: Comics, die sich über die Wände eines Treppenhauses zogen, eine Sonnendeck-Terasse auf dem Dach, ein goldener Hühnerstall im dreizehnten Stock. Weitaus befremdlicher wirkten die Wohnungen, in die keine Künstler gezogen waren, mit ihren Überresten aus vergangenen Zeiten: Window-Color-Gemälde in einem Bad oder die pseudo-poetischen Edding- Kreationen an den Wänden, die wahrscheinlich auf Drogentrips entstanden. Dies hatte im Gegensatz zu den durchdachten und durchgestylten Künstlerwohnungen eher den Charme eines Abrisshauses.
Doch im “Sproutbau” ging es nicht nur um Kunst, sondern auch um soziale Aspekte. In der “Volksküche” wurde verpflegt wie in einer Hippiekommune, jeder konnte im “Nachtcafé” mal DJ werden, auf einer großen Pinnwand wurden gegenseitig Dienste angeboten und einen Tag vor der großen Eröffnung wurde Hand in Hand gearbeitet.
Laut den Organisatoren soll in der ersten Hälfte des Jahres 2008 eine Dokumentation in Buchform erscheinen.
von Björn Franke und Julia Stock
Bilderalbum
Gyroseintopf
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F
l e i s c h |
für 4 Personen
Zutaten:
Gewürze:
Das Schweinefleisch in Öl anbraten und Zwiebeln dazugeben. Mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 30 Minuten kochen lassen. Danach die restlichen Zutaten dazugeben und ca. 15 Minuten vorsichtig köcheln lassen. Zum Schluss mit den Gewürzen abschmecken.
Einen guten Appetit wünscht Ihnen
uniVista und das Mensateam Vechta |
Tomaten-Mozzarella-Wraps mit Basilikum Dip
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e g e t a r i s c h |
![]() Foto: René Kohn
für 4 Personen
Zutaten:
Für den Basilikum Dip:
Die Weizentortillas mit dem Basilikum Dip einstreichen, den gewaschenen und in Streifen geschnittenen Eisbergsalat darüber verteilen und mit den Tomatenscheiben belegen. Mozzarella in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls darüber legen. Den Tortillas vorsichtig zusammen rollen und diagonal halbieren.
Einen guten Appetit wünscht Ihnen
Melanie Haskamp, Köchin in der kalten Küche |
Esens – Die kleine Stadt der großen Bären

Weiter geht‘s nicht
Endstation Esens
Endstation Esens
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Die frische Luft, die durch den kleinen Ort zieht, schmeckt nach Meer. Wir sind mitten in Esens, der letzten Station auf der Semesterticketroute, wenn man gen Norden zieht. Der Weg ist weit, aber er lohnt sich, denn der charmante Ort mit seinen gerade 7000 Einwohnern bietet mehr als man erwartet. Das ist natürlich ein Verdienst der Nordseetouristen, aber dazu später mehr. Als wir aus dem Zug steigen, sind wir zuallererst im Niemandsland. Das Ballungszentrum von Esens, oder nennen wir es Innenstadt, ist noch ein paar Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Auffallend in Esens, welches auch einen eigenen Wikipedia-Artikel sein Eigen nennen darf, ist die Dichte an Bärenskulpturen, die an vielen Straßenecken zu bewundern sind. Mal bunt bemalt, mal im Anzug. Esens legt Wert auf seine Bären, denn es ist das Wappentier des Ortes, wie wir auf einer nett gemachten Infotafel erfahren. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die dieses Städtchen liebenswert machen: Das unterirdische Flüsschen, welches durch Glaspflastersteine zu sehen ist, die Innenstadt, die mit kleinen Geschäften zum Stöbern einlädt und die Restaurants mit ihren kulinarischen Spezialitäten. Aber aufgepasst, wo es so angekündigt ist, bekommt man auch wirklich keine Pommes! Großartige Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht erwarten, es ist eher das Urlaubsflair, das uns entspannen lässt. Ein lohnenswerter Spaß sind die Scooter, die man vor dem Museum („Holarium“) finden kann und die wesentlich interessanter sind als die 3D-Illusionenausstellung selber. Hier kann man für kurze Zeit noch mal Kind sein, wie zwei unserer Redakteure feststellen. Wir merken schon, dass Esens eher eine Durchgangsstation zum Meer ist. Ein zweites Mal werden wir aber doch auf Esens treffen: wenn wir von der Nordsee zurück zum Bahnhof wollen. Also verscherzen wir es uns lieber nicht mit den durchweg netten Einwohnern und genießen das Meer.
Auffallend in Esens, welches auch einen eigenen Wikipedia-Artikel sein Eigen nennen darf, ist die Dichte an Bärenskulpturen, die an vielen Straßenecken zu bewundern sind. Mal bunt bemalt, mal im Anzug. Esens legt Wert auf seine Bären, denn es ist das Wappentier des Ortes, wie wir auf einer nett gemachten Infotafel erfahren. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die dieses Städtchen liebenswert machen: Das unterirdische Flüsschen, welches durch Glaspflastersteine zu sehen ist, die Innenstadt, die mit kleinen Geschäften zum Stöbern einlädt und die Restaurants mit ihren kulinarischen Spezialitäten. Aber aufgepasst, wo es so angekündigt ist, bekommt man auch wirklich keine Pommes! Großartige Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht erwarten, es ist eher das Urlaubsflair, das uns entspannen lässt. Ein lohnenswerter Spaß sind die Scooter, die man vor dem Museum („Holarium“) finden kann und die wesentlich interessanter sind als die 3D-Illusionenausstellung selber. Hier kann man für kurze Zeit noch mal Kind sein, wie zwei unserer Redakteure feststellen. Wir merken schon, dass Esens eher eine Durchgangsstation zum Meer ist. Ein zweites Mal werden wir aber doch auf Esens treffen: wenn wir von der Nordsee zurück zum Bahnhof wollen. Also verscherzen wir es uns lieber nicht mit den durchweg netten Einwohnern und genießen das Meer.
![]() ![]() ![]() Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
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Der Weg zum Meer
Die Stadt hat ja einiges zu bieten, doch die meisten zieht es doch nach Esens, weil sie Meer sehen wollen. Das ist auch ohne weiteres möglich, nur nicht in Esens. Jedenfalls nicht direkt.
Doch es fahren regelmäßig Busse nach Bensersiel direkt zum Hafen. Dort angekommen ist es möglich eine Fahrt mit der Fähre zu machen. Aber auch ein Strandspaziergang hat seinen ganz eigenen Charme. Wer nach kurzem Fußmarsch bis zum Meer gekommen ist fi ndet einen schönen Sandstrand an dem auch so manches Strandgut angespült wurden ist. Das lässt das Entdeckerherz natürlich hochschlagen. Von der klassischen Muschel bis hin zum Hühnergott
Ist alles zu finden und auch die Erbauer von Burgen kommen auf ihre Kosten. Aufgrund der Nähe zu Esens lohnt sich auch ein Kurztrip ans Meer um die Seele baumeln zu lassen.
Doch es fahren regelmäßig Busse nach Bensersiel direkt zum Hafen. Dort angekommen ist es möglich eine Fahrt mit der Fähre zu machen. Aber auch ein Strandspaziergang hat seinen ganz eigenen Charme. Wer nach kurzem Fußmarsch bis zum Meer gekommen ist fi ndet einen schönen Sandstrand an dem auch so manches Strandgut angespült wurden ist. Das lässt das Entdeckerherz natürlich hochschlagen. Von der klassischen Muschel bis hin zum Hühnergott
Ist alles zu finden und auch die Erbauer von Burgen kommen auf ihre Kosten. Aufgrund der Nähe zu Esens lohnt sich auch ein Kurztrip ans Meer um die Seele baumeln zu lassen.
Und so erreicht ihr Esens:
| Ihr kommt mit der NWB über Bramsche und Sande nach Esens, alternativ über Delmenhorst und Sande. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von Vechta mit dem Bus (ja, mit dem Bus!) nach Ahlhorn zu fahren, und dort in die NWB nach Sande umzusteigen, von wo ihr nach Esens kommt. Allerdings kostet der Bus etwas. Schaut am Besten auf: Bahn.de |
von Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
Bilderalbum
LOST in Hasbruch
X-treme geht in die zweite Runde. Und wie das so ist bei Fortsetzungsreihen, muss es noch extremer sein. Noch abgedrehter, blutiger, kranker. Kein Problem. Das Thema: Verloren im Wald. So ließ sich ein Teil der Redaktion an einem gewöhnlichen Samstagabend aussetzen. Wo? Das ist die Überraschung. Was zu machen ist? Ebenfalls Überraschung. Die Planung oblag dem übrig gebliebenen Teil der Redaktion, dem Orgateam. Lest zunächst, was passieren sollte und schließlich das, was daraus wurde. Und erfahrt, dass x-treme ein extrem dehnbarer Begriff und somit Auslegungssache für jedes einzelne Redakitonsmitglied sein sollte. PS Schaltet das Licht aus, dann wirkt‘s authentischer.
von Björn Franke, Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
Angsthasen allein im Wald
Das Orgateam grübelte lange und heckte was aus – Gruselig soll es werden – der Plan
Wenn. Wenn dieses Wörtchen nicht wäre. Dann hätten wir nie „Blair Witch Project“ gesehen oder „Das Mädchen“ gelesen. Dann wüssten wir nicht, was im Wald alles passieren kann. Wenn man allein ist. Nachts. (Seltsame Figuren aus Stöcken hängen in den Bäumen. Vorm Zelt findet man einen abgetrennten Finger. Vor lauter Panik streitet man sich mit seinen Weggenossen. Man landet in einem Hexenhaus. Ein Bär verfolgt einen.) Dann hätte das Orga- Team nicht zur Hälfte aus totalen Angsthasen bestanden.
„Und wenn ihnen was passiert? Das würde ich mir nie verzeihen.“ Von Anfang an bin ich von der Nachts-verlorenim- Wald-Idee nicht begeistert. Es gibt doch nette andere Vorschläge. Aber Mel, René und Dargel wollen nichts Nettes, sie wollen Action und Grusel. Und da ich im Survival- Team sicher vor Angst gestorben wäre (und das ist nicht wirklich übertrieben), werde ich Organisierende. Als erstes muss ein geeigneter Wald gefunden werden. Es gibt in Deutschland einfach keine mit in Maine oder Burketsville vergleichbaren Wälder. Vor allem nicht im Norden. Größter erreichbarer ist der Hasbruch zwischen Hude und Delmenhorst, eine knappe Autostunde entfernt. 627 Hektar Wildnis – durchzogen von guten deutschen Wanderwegen. Und Wegweisern, wie wir später feststellen werden. Wir haben viele Ideen, von „wir setzen sie ohne Geld und Handy aus und sie müssen zurück nach Vechta kommen“ bis „und am Zielpunkt verstecken wir ein Prepaid-Handy, auf dem noch genau das Geld für eine SMS ist“. Und alle sterben mit dem unberechenbaren Faktor Gefahr. Was ist, wenn sich einer das Bein bricht? Sie in eine Höhle stürzen? Einer von ihnen ausrastet und die anderen abmetzelt? (Weitere Ideen siehe oben.) Angsthasenhirne können sich viele Szenarien ausmalen. Somit erlauben wir ein Handy, Taschenlampen und packen Notfallverpflegung in Form von Keksen und Getränken ein.

In der Nacht- und Nebelaktion festgehalten:
Die Wanderkarte, die eigentlich
nicht gefunden werden sollte.
Die Wanderkarte, die eigentlich
nicht gefunden werden sollte.
Foto: René Kohn
Steffie lässt sich von den „Drei Fragezeichen“ inspirieren und schreibt ein Rätsel, welches unseren Abenteurern den Weg weisen soll und Britta macht es ihnen nicht leicht und verpackt das Lösungswort, welches uns die drei schicken müssen, damit wir sie abholen, in Wissensfragen. Nicht leicht – das denken wir jetzt noch. Außerdem schreiben wir eine liebevoll – ach, ich meine gruselig – angekokelte Einladung, die die drei in der nächsten Sitzung erhalten. Dass alles passiert bei den ersten beiden konspirativen Treffen, jedoch wird kein dritter Termin mehr gefunden, so dass wir den Hasbruch nicht näher als über Google Earth kennen lernen. Aber hey, da sieht er ganz schön wild und gefährlich aus! Am 27.10. schließlich kaufen Björn und ich, eingestellt auf eine lange Nacht, mehrere Liter Cola ein und fahren zum Treffpunkt. Dort erwarten uns die Mutigen schon, ein bisschen weiß im Gesicht und gar nicht mehr so mutig. Wir nehmen ihnen ihre Wertsachen ab („Habt ihr auch wirklich alles abgegeben? Wenn ich euch jetzt filze und noch was finde, müsst ihr ohne Taschenlampe los!“) und verbinden ihnen die Augen. In den Autos läuft der Soundtrack des hier so oft erwähnten Filmes und die Hasenfüße (ich erinnere: zwei vom Orga-Team) gruseln sich, während Mel sich anscheinend entspannt (unglaublich! Sie sieht nichts, ist auf dem Weg ins Ungewisse und entspannt sich!). Nach einer stillen Stunde, in der wir kein Wort sprechen und ich nur einmal aus Versehen an die Spieluhr auf Brittas Amaturenbrett komme, sind wir am Hasbruch, setzen das Survival-Team aus (ich umarme noch mal alle, wer weiß, ob ich sie je wieder sehe?), lassen sie bis zehn zählen, laufen wie die Bekloppten und schließen uns im Auto ein. 40 Minuten später, wir sitzen in der Pizzeria, piept Björns Handy. Eine SMS. Mit dem Lösungswort…
von Julia Stock
Im Wald
Was geschah – das Actionteam berichtet
Am 27.10.2007 war es soweit. Mit einem mulmigen Gefühl bestieg ich mein Auto. Draußen dämmerte es, und es krochen bereits feine Nebelschwaden über das taufeuchte Gras. Ein letztes Mal tanken, ehe ich die Auffahrt zum Sonnenkamp hochfahre. Was mich wohl erwartet? Zögernd biege ich um die Ecke und parke mein Auto, bereits jetzt fröstelt es mich ein wenig, es ist frisch geworden draußen. Dargel und René kommen dazu. Punkt 19 Uhr biegen zwei dunkle Autos ein… unsere Transportfahrzeuge.

Bloß nicht verlaufen, sonst sind wir verloren!
Foto: René Kohn
Das Orga-Team nimmt uns unsere Sachen ab, es bleiben uns nur ein Handy und eine Kamera. Ich werde von den männlichen Teilnehmern getrennt. Die Augen werden uns verbunden. Gespannt setze ich mich ins Auto, ein leichtes Kribbeln im Bauch. Meine Fahrer steigen ein, es wird kein Wort mit mir gesprochen… ich halte den Atem an und lausche, eine CD wird eingelegt (Blair Witch Soundtrack, mit Einspielungen aus dem Film). Wir setzen uns in Bewegung. Bis Visbek kann ich den Weg nachvollziehen, danach lässt mich mein Orientierungssinn im Stich. Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo mich meine Fahrer hinbringen, wir halten kurz, um zu tanken – Stille. Auf einmal erklingt die Melodie einer Spieluhr… ich grinse in mich hinein, gut gemacht das ganze Szenario, ein leichter Schauer wandert über meine Haut. Nach ca. einer Stunde sind wir am Ziel und werden mit verbundenen Augen aus den Autos geholt. Blind und mit der Hand des Nebenmanns in der eigenen stolpern wir einige Meter weiter. „So, wir geben euch jetzt einen Rucksack. In diesem befinden sich alle Sachen, die ihr braucht. Ihr zählt jetzt bis zehn und dann nehmt die Augenbinden ab“. Wir hören Schritte, die sich eilig über Kies entfernen und fangen langsam an zu zählen: Acht – neun – Motoren starten, Reifen drehen durch – zehn.
Wir nehmen unsere Augenbinden ab und stehen auf einem stockdunklen Waldpfad und sehen noch die Rücklichter des letzten Autos das um die Ecke biegt. Wir sind allein. Irritiert schauen wir uns um. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich höre meinen eigenen Atem und das Rauschen der Bäume – Schweigen. Als erstes öffnen wir den Rucksack und entfalten den enthaltenen Brief. Das Gedicht enthält einige Hinweise, mit ihrer Hilfe und der Wuchsrichtung des Mooses an den Bäumen, biegen wir auf den rechten Pfad ab… tiefer hinein in den Wald. Der Vollmond erhellt den Weg, die Taschenlampe durchbricht mit ihrem schwachen Licht die restliche Dunkelheit. Die Stimmung im Team ist gut, wir halten die Augen offen… nach nicht vorhandenen Hinweisen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein Wegweiser eröffnet uns drei neue Möglichkeiten… Amalieneiche, Jagdhütte, Kühlingen. Unser Rätsel bringt uns auf die Idee, den Weg Richtung Eiche einzuschlagen (Rätsel?). Der Waldboden gibt sanft unter unseren Füßen nach, im Wald neben uns raschelt es.
Wir nehmen unsere Augenbinden ab und stehen auf einem stockdunklen Waldpfad und sehen noch die Rücklichter des letzten Autos das um die Ecke biegt. Wir sind allein. Irritiert schauen wir uns um. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich höre meinen eigenen Atem und das Rauschen der Bäume – Schweigen. Als erstes öffnen wir den Rucksack und entfalten den enthaltenen Brief. Das Gedicht enthält einige Hinweise, mit ihrer Hilfe und der Wuchsrichtung des Mooses an den Bäumen, biegen wir auf den rechten Pfad ab… tiefer hinein in den Wald. Der Vollmond erhellt den Weg, die Taschenlampe durchbricht mit ihrem schwachen Licht die restliche Dunkelheit. Die Stimmung im Team ist gut, wir halten die Augen offen… nach nicht vorhandenen Hinweisen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein Wegweiser eröffnet uns drei neue Möglichkeiten… Amalieneiche, Jagdhütte, Kühlingen. Unser Rätsel bringt uns auf die Idee, den Weg Richtung Eiche einzuschlagen (Rätsel?). Der Waldboden gibt sanft unter unseren Füßen nach, im Wald neben uns raschelt es.

Das Haus am Ende – es hätte gruselig werden können.
Foto: René Kohn
Ein Blitzen am Ende des Wegs lässt uns aufschauen… was ist das? Eine Wanderkarte! Das Orga-Team wollte bestimmt nicht, dass wir an ihr vorbeikommen… wir fotografieren die Karte, lösen das Rätsel. Ich schaue auf die Uhr, 40 Minuten sind wir in diesem Wald… Soll´s das gewesen sein? Wir schlagen den Weg Richtung Treffpunkt ein… nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel.
X-treme ist eindeutig was anderes… gruselig auch… witzig war es mit Sicherheit, aber leider auch viel zu kurz. FAZIT: Man kann sich in norddeutschen Wäldern, bei vollem Bewusstsein, nur schwer verlaufen.
von Melanie Ehlert
Trinken hilft…
Der alkoholisierte zwischenmenschliche Kontakt zwischen Männern und Frauen
Es ist ja so eine Sache mit dem Trinken – warum eigentlich? Haben wir doch schon so oft festgestellt, dass es fatale Folgen haben kann… insbesondere am nächsten Morgen, wenn man mal von dem unangenehmen Hämmern im gerade in Betrieb genommenen Dickschädel absieht. Es könnte das peinlichste Erwachen deines Lebens sein. Warum zum Geier tut man sich das an?
Und dann diese Theorie, man könne sich das andere Geschlecht schön trinken… nun gut, Männer können das vielleicht, wenn ich mir so manche Vertreterin des eleganteren Geschlechts anschaue, die an einem eigentlich viel zu schönen Mann dran klebt, bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass dieser seine Erkennungsfähigkeit schlichtweg ertränkt hat. Was vor zwei 0,4 l Long Island Ice Tea noch aussah wie ein fleischgewordenes Verhütungsmittel, kann in seiner Welt urplötzlich zu einem göttlichen Aphrodisiakum mutieren.
Aber wir Frauen machen doch so was nicht! Der Mann sieht noch genauso so aus wie vorher… und trinken wir noch so viel… er wird immer noch so aussehen. Und jetzt wird es nämlich interessant… meine Theorie ist: Frauen trinken sich gleichgültig! Ganz nach dem Motto: „Der ist doch nicht schön… aber egal, ich brauch jetzt ´nen Kerl“, fällt die betrunkene Frau über das vermeintliche Objekt ihrer Begierde her. Konsequenzen – Nebensache! Für die betrunkene Frau zählt nur der Augenblick, die Selbstbestätigung. Und hat man erst mal einen hässlichen, männlichen Rochen aus dem eh schon total überfischten nächtlichen Gewässer gezogen, ja herrje, dann kommt man sich doch wirklich einen Augenblick lang begehrenswert, gut aussehend und verführerisch vor, oder? Aber ist das das Erwachen am nächsten Morgen wert… die Erkenntnis, wenn sich der nebelige Dunstschleier im Gehirnskasten hebt, wenn das Herz kurz für einen Moment aussetzt und man mit weit aufgerissenen Augen die nächtlichen Taten Revue passieren lässt, oder dem Schrecken gar gegenüber liegt?
Und dann diese Theorie, man könne sich das andere Geschlecht schön trinken… nun gut, Männer können das vielleicht, wenn ich mir so manche Vertreterin des eleganteren Geschlechts anschaue, die an einem eigentlich viel zu schönen Mann dran klebt, bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass dieser seine Erkennungsfähigkeit schlichtweg ertränkt hat. Was vor zwei 0,4 l Long Island Ice Tea noch aussah wie ein fleischgewordenes Verhütungsmittel, kann in seiner Welt urplötzlich zu einem göttlichen Aphrodisiakum mutieren.
Aber wir Frauen machen doch so was nicht! Der Mann sieht noch genauso so aus wie vorher… und trinken wir noch so viel… er wird immer noch so aussehen. Und jetzt wird es nämlich interessant… meine Theorie ist: Frauen trinken sich gleichgültig! Ganz nach dem Motto: „Der ist doch nicht schön… aber egal, ich brauch jetzt ´nen Kerl“, fällt die betrunkene Frau über das vermeintliche Objekt ihrer Begierde her. Konsequenzen – Nebensache! Für die betrunkene Frau zählt nur der Augenblick, die Selbstbestätigung. Und hat man erst mal einen hässlichen, männlichen Rochen aus dem eh schon total überfischten nächtlichen Gewässer gezogen, ja herrje, dann kommt man sich doch wirklich einen Augenblick lang begehrenswert, gut aussehend und verführerisch vor, oder? Aber ist das das Erwachen am nächsten Morgen wert… die Erkenntnis, wenn sich der nebelige Dunstschleier im Gehirnskasten hebt, wenn das Herz kurz für einen Moment aussetzt und man mit weit aufgerissenen Augen die nächtlichen Taten Revue passieren lässt, oder dem Schrecken gar gegenüber liegt?

Foto: Melanie Ehlert
Naja, ihr könnt euch sicher sein, dass ihr in ein paar Jahren darüber lachen werdet, und ein bisschen Spaß ist auch gesund, aber abwägen solltet ihr schon und euch nicht unter Wert verkaufen… und jetzt könnt ihr euch mal überlegen, was es für ein Kompliment ist, wenn euch ein nüchterner Mann anspricht.
von Melanie Ehlert
Natürlich gibt es Prinzipien. Und es gibt Geschmack. Mein Prinzip: Ab einem bestimmten Pegel etwa keine Frauen mehr anzusprechen. (Ausnahme: Die, die man sicher kennt.) Mein Geschmack: Nehmen wir den Klassiker mit den blonden langen Haaren, Bikinifigur, schulterlang ist auch ok. Ach ja, und nicht zu vergessen: ein dufter Charakter.
Es gibt aber auch noch andere Prinzipien, etwa: Keine Uniparty ohne Bier. Und auch hier gibt’s Geschmäcker: nehmen wir das bremersche Heimatgebräu. Prost! Und nun wird’s interessant, wir befinden uns auf einer der berühmtberüchtigten Unipartys. Das letzte Prinzip macht das erste vergessen. Das kühle, blonde, prickelnde Nass steigt mir zu Kopf und lässt mich plötzlich oben beschriebenes weibliches Geschöpf einbilden. Aus zehn Metern Entfernung werden fünf. Dann ist sie nur noch einige Schritte entfernt. Irgendetwas in mir will sich mitteilen und mir etwas sagen. Ich kann es aber nicht genau hören, sondern nur die Musik, das Gerede und Gesinge um mich herum. Gute, ausgelassene Stimmung.
Mein Kumpel, der neben mir steht, schwankt. Oder soll es eine Art Tanz sein? Er macht eindeutige Anzeichen in seiner Gebärdensprache und seinem Mienenspiel: Komm schon, mach dich ran, die ist geil. Da hört man doch drauf, oder? Und die eigene Stimme sagt ja ohnehin nichts anderes mehr. Bis auf das unterschwellige Flüstern in meinem Kopf, eine zweite andere Stimme. Ich will dem inneren Monolog gerade Einhalt gebieten, will das Gewissen oder was auch immer als Spaßbremse be…, da vergess ich auch schon, was ich sagen will und denk auf einmal ganz wichtig: Wenn zwei Menschen das Gleiche sehen und denken, dann kann das nur objektiv der Wahrheit entsprechen. Oder? – Richtig. Die bierernste zweite Geige im trunkenen Chor hört eh keiner mehr.
Es gibt aber auch noch andere Prinzipien, etwa: Keine Uniparty ohne Bier. Und auch hier gibt’s Geschmäcker: nehmen wir das bremersche Heimatgebräu. Prost! Und nun wird’s interessant, wir befinden uns auf einer der berühmtberüchtigten Unipartys. Das letzte Prinzip macht das erste vergessen. Das kühle, blonde, prickelnde Nass steigt mir zu Kopf und lässt mich plötzlich oben beschriebenes weibliches Geschöpf einbilden. Aus zehn Metern Entfernung werden fünf. Dann ist sie nur noch einige Schritte entfernt. Irgendetwas in mir will sich mitteilen und mir etwas sagen. Ich kann es aber nicht genau hören, sondern nur die Musik, das Gerede und Gesinge um mich herum. Gute, ausgelassene Stimmung.
Mein Kumpel, der neben mir steht, schwankt. Oder soll es eine Art Tanz sein? Er macht eindeutige Anzeichen in seiner Gebärdensprache und seinem Mienenspiel: Komm schon, mach dich ran, die ist geil. Da hört man doch drauf, oder? Und die eigene Stimme sagt ja ohnehin nichts anderes mehr. Bis auf das unterschwellige Flüstern in meinem Kopf, eine zweite andere Stimme. Ich will dem inneren Monolog gerade Einhalt gebieten, will das Gewissen oder was auch immer als Spaßbremse be…, da vergess ich auch schon, was ich sagen will und denk auf einmal ganz wichtig: Wenn zwei Menschen das Gleiche sehen und denken, dann kann das nur objektiv der Wahrheit entsprechen. Oder? – Richtig. Die bierernste zweite Geige im trunkenen Chor hört eh keiner mehr.
Ich mache nun einen Schnitt. Der Absatz soll das noch mal verdeutlichen. Mittlerweile ist Zeit vergangen. Es ist morgens. Mir ist leicht schwindlig, ich habe Durst. Alles ist wie immer. Nur: dass ich feststelle, dass ich nicht allein in meinem Bett bin. Da liegt sie, und ich habe eine wage Erinnerung. Daran, dass alles irgendwie ganz anders gewesen ist. Denn eine blonde Bikinibekanntschaft liegt da nicht.
Ich höre das Lachen einer bekannten Stimme. Eher Gelächter. Es schwillt an, wird immer lauter. Irgendwann ist es schrill. Kaum noch auszuhalten. Der Wecker klingelt. Gott, hab ich Durst. In meinem Schädel hämmerts.
Ich drehe mich um, mache den Wecker aus, erleichtert bemerke ich, dass niemand da ist und ich meinem ersten Prinzip treu geblieben bin.
Ich höre das Lachen einer bekannten Stimme. Eher Gelächter. Es schwillt an, wird immer lauter. Irgendwann ist es schrill. Kaum noch auszuhalten. Der Wecker klingelt. Gott, hab ich Durst. In meinem Schädel hämmerts.
Ich drehe mich um, mache den Wecker aus, erleichtert bemerke ich, dass niemand da ist und ich meinem ersten Prinzip treu geblieben bin.
von René Kohn


















