No 01 – Oktober 2006

Inhaltsverzeichnis:

PDF-Version der 1. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Weil IHR es wolltet…

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…und wir nicht weniger: ist SIE nun da, die neue, fantastische Unizeitung! Mit mehr als 90% habt ihr letztes Semester für das neue ultimative Medium der Uni Vechta gestimmt: uniVista. , Doch bevor wir diese wunderbare Zeitung endlich rausbringen konnten, mussten wir uns natürlich einen kleinen Überblick über das verschaffen, was euch denn wirklich interessiert. Dafür haben wir vor einigen Monaten eine Umfrage in der Uni gemacht, und hier findet ihr die Ergebnisse:
Ranking der Auswertung:
  1. Nützliches fürs Studium
  2. Infos über einzelne Fachbereiche
  3. Kultur in Vechta, Hochschulpolitik
  4. Umfragen, Interviews und Leserbriefe
  5. Aktuelle politische Themen
  6. Sport
Wie ihr feststellen werdet, konnten wir nicht alle (zur Wahl gestellten) Themenvorschläge in der ersten Ausgabe berücksichtigen, aber wir hoffen, dass wir euch einen spannenden Mix an Informationen und Unterhaltung bieten können. Viel Spaß. Euer uniVista-Team.
von Sebastian Dargel

Vorgestellt

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Freitag, 12.30h, mittlerweile im AStA-Büro: Seit nunmehr einem halben Jahr treffen wir uns. Wir, das sind engagierte, selbstlose Informationsjunkies, immer auf der Suche nach neuem Stoff, den wir uns wöchentlich in verbalen Attacken injizieren. Das gemeinsame Ziel: Die Produktion einer massentauglichen Droge mit bewusstseinserweiternder Wirkung, kurz: uniVista.
12.40h, die Redaktionssitzung verzögert sich, als wäre es ein Ritual. Es kommt halt immer jemand zu spät, was die Kasse freut, die schon bald mit einem Euro für die Warterei belohnt wird. Dass wir überhaupt soweit gekommen sind, als wir Anfang des Jahres die Idee einer Unizeitung aus der Schublade geholt haben, bietet wiederum genug Anlass zur eigenen Freude. Und was zusammen kommt, wenn vier weibliche Wesen auf vier männliche treffen und sich neben Diplomern die gleiche Anzahl an Bachelor-Studis die Köpfe zermatert, könnt ihr auf den nächsten Seiten bestaunen.
12.55h: Die Sitzung kann beginnen. Was gibt’s Neues in Vechta, im Landkreis, in der Welt? Wer hat was gemacht?
Viele Fragen kommen auf den Tisch, und ich bin froh, dass ich die Verspätung noch eben nutzen konnte, um den Artikel für die Titelseite – welch Ehre! und wohl doch nicht ganz selbstlos – fertig zu stellen, mit dem Auftrag, uns vorzustellen. Noch eben schnell vorgetragen, höre ich sogleich die kritischen Stimmen der Redaktion. Am Ende sollte doch noch so etwas kommen wie: Auch ihr seid Ausgabe für Ausgabe aufgefordert, uniVista mitzugestalten, sei es in den wechselnden Ausschreibungen, in eurer Kritik, Anregung, einer freien Mitarbeit oder gar in wöchentlicher Redaktionsarbeit. Unsere Erreichbarkeit kennt dabei keine Grenzen: In der digitalen Wirklichkeit findet ihr uns ebenso wieder (univista.de und StudiVZ) wie im weniger virtuellen AstA-Büro, mindestens einmal in der Woche. Zwischen den Vorlesungen ne Idee? Kein Problem, auch vor B1 sind wir mit einem Postfach vertreten.
Freitag, 13.45h, Redaktionssitzungsende. Hunger? Ja. Mensa? Leider geschlossen. Also wieder an die Arbeit. Zum Glück ist man Infojunkie und vergisst das flaue Gefühl im Magen…
von René Kohn

BA-Leitfaden

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Wer bei dem Anblick von Modulen, Teilmodulen oder Modulabschlussprüfungen, Verlaufsplänen und Seminarreihenfolgen das blanke Entsetzen im Nacken spürt und sich mitunter fragt, ob ein Studium im BA-Studiengang wirklich die richtige Entscheidung war, den kann ich an dieser Stelle beruhigen. Denn einerseits sind solche Irrungen und Wirrungen vollkommen normal, andererseits wird insbesondere die Frage nach der richtigen Entscheidung mitunter auch während des Studiums nicht abreißen. Dennoch möchte uniVista in dieser und den folgenden Ausgaben ein wenig Licht ins Dunkle bringen und euch Leitfäden zur Verfügung stellen; in dieser Ausgabe zum Studiengang BA SKN.
Ziel ist der Erwerb des Bachelors, der sich in einer Regelstudienzeit von 6. Semestern festsetzt. Innerhalb dieses Zeitraumes ist eine Gesamtpunktzahl von 180 APs zu erreichen, dies gilt sowohl für den Bachelor mit als auch ohne Lehramtsoption. Entscheidet sich der Student für eine gleichwertige Fächerkombination, die sogenannte B/B Kombination, muss er in beiden Fächern jeweils 60 APs erreichen. Die APs ergeben sich durch Besuch und Abschluss der dem Fach zugeordneten Seminare und Vorlesungen. Sind diese 60 APs im jeweiligen Fach erreicht, ist es damit für den BA Studiengang abgeschlossen. Zusätzliche Veranstaltungen können besucht werden, werden jedoch nur unter Zusatzleistungen. Im Optionalbereich sind 50 APs zu erwerben. Diese setzen sich zusammen aus Erziehungswissenschaft (20 APs), Pädagogische Psychologie (10 APs), Praktika
(10 APs) und einem Wahlfach, in diesem Fall Soziologie, Politik oder Philosophie (10 APs). Um vom Bachelorstudiengang in den anschließenden Masterstudiengang zu wechseln – Voraussetzung, um in den Lehrerberuf einsteigen zu können -, ist momentan ein Gesamtdurchschnitt von 2,5 erforderlich, wobei der Durchschnitt in den beiden Hauptfächern auch 3,0 betragen kann. Bei der Fächerkombination A/C ändert sich lediglich die Wertung der beiden Unterrichtsfächer. Sie beträgt nun 80/40. Die Nebenfächer bleiben in der Wertung wie oben beschrieben.
Die meisten Institute bieten inzwischen so genannte Verlaufspläne an, die dem Studenten die Reihenfolge der zu belegenen Veranstaltungen aufzeigen. Somit ist ein Belegen der richtigen Veranstaltung zum richtigen Zeitpunkt gewährleistet. In vielen Fällen hängen diese Pläne am Schwarzen Brett des jeweiligen Faches. Ist dies nicht der Fall und die Internetpräsenz des jeweiligen Institutes auch eher dürftig, ist ein Nachfragen beim BA-Beauftragten des Faches möglich. Dieser ist im Vorlesungsverzeichnis ausfindig zu machen. Des Weiteren bietet die Universität den Studenten die Möglichkeit, zwei Mal pro Jahr eine Auflistung der erreichten Noten und APs per E-Mail zu erhalten. Dafür ist jedoch eine separate Anmeldung nötig, die beim Prüfungsamt eingereicht werden kann. Formblätter hängen dafür am Schwarzen Brett des Prüfungsamtes im E-Gebäude. Dort befindet sich ebenfalls die aktuelle Prüfungsordnung zum Nachlesen. In einigen Fächern existieren so genannte fachspezifische Anlagen zur allgemeinen Prüfungsordnung. Diese können entweder im Internet heruntergeladen werden oder sind im Sekretariat des jeweiligen Institutes erhältlich.
Abschließend möchten wir „alten Hasen” euch an dieser Stelle einen schönen Start ins Studium wünschen und hoffen, dass die momentane Aufregung bald einer gesunden Gelassenheit weicht, denn wie drückte man es bei unserer Ankunft 2003 aus: Sie sind jetzt Studenten des Bachelorstudienganges – beweisen Sie Mut zur Lücke. In diesem Sinne: Viel Erfolg!
von Britta Simon

Studiengebühren-Boykott 2007

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Die Studiengebühren sind da. Doch der Widerstand ist noch nicht am Ende. Bundesweit wird ein Boykott der Studiengebühren für das Sommersemester 2007 geplant. Die Aktion, welche sich Boykott 07 nennt, soll wie folgt ablaufen:
Jeder Student überweist seine 500€ anstatt an die Universität auf ein Treuhandkonto. (Die Studienbeiträge gehen wie gewohnt an die Uni.) Dieses Treuhandkonto wird von einem Anwalt geführt und es gelten AGBs, welche verhindern, dass der Anwalt frei über das Geld verfügen kann oder sonstige krumme Dinge passieren können. Durch die AGBs ist also rechtlich alles gesichert.
Hat bis zu einem bestimmten Stichtag ein gewisses Quorum (25-30%) der Studentenschaft der Hochschule Vechta auf dieses Treuhandkonto eingezahlt, wird davon ausgegangen, dass eine Exmatrikulation einer solch hohen Zahl der Studenten unwahrscheinlich wäre. Das Geld wird in diesem Fall an die Studenten zurück überwiesen, das Gesetz wird somit ad absurdum geführt und die Aktion hätte ihr Ziel erreicht.
Ist das Quorum nicht erfüllt, werden die 500€ fristgerecht von dem Treuhandkonto an die Hochschule überwiesen, und es ist quasi nichts passiert.
Diese Aktion wird bundesweit an beinahe allen Hochschulen stattfinden. Das Studentenparlament hat für unsere Universität einen Beauftragten gewählt, Johannes Doll.
Habt ihr noch Fragen? Siehe Infobox!
von Stefanie Bruns
E-Mail: vechta[at]boykottinfo.de

Dafür oder dagegen – eine 500€ teure Nullrechnung?

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studiengebuehren01
500€ zusätzlich zu den Studienbeiträgen und den Lebenshaltungskosten aufzubringen ist kein Pappenstiel und, da brauchen wir uns nichts vormachen, nicht von jedem zu leisten. Gerade Abiturienten aus einkommensschwachen Familien sind nicht in der Lage, ohne finanzielle Unterstützung (Bildungskredit, BAföG) zu studieren. Für diese wird sich die Situation in Zukunft verschärfen und ein Studium mit Risiken verbunden sein. Sie müssen den Mut haben, sich schon in jungen Jahren hohen finanziellen Verantwortungen zu stellen. Das kann von Vorteil sein, erscheint aber zunächst einmal als Nachteil und könnte von einem Studium eher abschrecken.
Zunächst einmal muss gesagt werden, dass ein Blick ins Ausland genügt, um festzustellen, dass Studiengebühren erstens keine Seltenheit mehr sind und zweitens in der Höhe von 500€ pro Semester als durchaus moderat bezeichnet werden können. Die Frage ist also diese: Können wir es uns leisten, keine Studiengebühren zu erheben, während andere dieses Instrument benutzen und damit in Bildung investieren? Wer Bildung als wichtige Ressource begreift, von der der (Bildungs-) Standort Deutschland als Exportweltmeister maßgeblich abhing und auch in Zukunft abhängig sein wird, kann nicht den Kopf schütteln, wenn Versuche unternommen werden, das Bildungssystem grundlegend zu reformieren. Die durchaus wirtschaftliche Vokabel heißt in diesem Sinne natürlich Wettbewerb. Und den werden wir haben, wenn Studenten erst einmal entscheiden, an welcher Uni sie ihr Geld lassen wollen, um eine angemessene Ausbildung in Angriff nehmen zu können. Wer wird es sich beispielsweise noch gefallen lassen, dass Hörsäle überfüllt sind und auf Treppenstufen gesessen werden muss? Oder gar: Dass sich neuhochschulsprachlich (Teil-) Module überschneiden. Das Bachelor-/Mastersystem sieht eine stringentes Studium vor, die Studiengebühren ebnen dafür den Weg. Die viel zitierte Meinung, Studiengebühren seien höchst unsozial – hier müssen dann mal wieder die sozial schwächeren Familien herhalten oder die bildungsfernen Schichten -, übersieht zwei Dinge: Zum einen ist hier auf den Bildungskredit zu verweisen, der elternunabhängig und den Bedürfnissen entsprechend in Anspruch genommen werden kann. Zum anderen möchte ich darauf hinweisen, dass ein universitärer Abschluss nach wie vor angesehen ist und entsprechend entlohnt wird. Wer sich also entscheidet, ein Studium auf-zunehmen und sich dieses nur mittels eines Bildungskredites leisten kann, der wird sich diesen Schritt sehr wahrscheinlich gut überlegt haben, entsprechend zielstrebig voranschreiten, das stringente Studium erfolgreich abschließen anstatt in Nebenjobs abzutauchen und als Akademiker gutes Geld verdienen. Und schließlich: Was ist daran sozial ungerecht, wenn künftige breite Schultern schon am Anfang etwas in deren Wachstum investieren? So gesehen sprechen wir bei Studiengebühren klar von einem Prinzip der Solidarität.
Selbst wenn Studenten ihr Studium als eine Investition in die Zukunft ansehen und bereit sind, die notwendigen Mittel dafür aufzubringen, ändert das noch nichts an den maroden Hochschulen und dem zurückgebliebenen Bildungssystem in Deutschland. Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Gelder der Studierenden wirklich zusätzliche Mittel für die Hochschulen darstellen. Wahrscheinlicher ist, dass die Länder ihre Finanzierung, im selben Umfang wie die Studiengebühren fließen, zurückfahren und die Universitäten letztendlich eher mit weniger Mitteln ausgestattet werden um sich dem Wettbewerb zu stellen. So gesehen würde es sich bei den Studienbeiträgen nur um eine Umfinanzierung handeln und nicht um eine Verbesserung. Indiz hierfür ist auch die beschlossene Föderalismusreform, welche vorsieht, dass Bildung nun vollkommen zur Ländersache wird und damit auch die Finanzierung von Schulen und Hochschulen. Bei dem viel beschworenem Wettbewerb, welcher durch die Studiengebühren angeregt werden soll, handelt es sich um genau so ein Luftschloss. Denn nach welchen Kriterien wird ein Abiturient wählen, wenn es Länder ohne Studiengebühren gibt? Die finanzielle Belastung wird sicher ein ausschlaggebender Punkt sein, wichtiger als Ruf und Reputation. Somit stellen die Studiengebühren also einen Wettbewerbsnachteil dar, so lange es Bundesländer gibt, welche sie nicht erheben.
Bleiben wir zunächst in Niedersachsen und glaubt man hierzulande den Worten des niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, dann sollen die Studiengebühren klar zur Verbesserung der Lehre an den Hochschulen eingesetzt werden. (Stratmann-Brief aus dem Jahre 2005) Natürlich kann es nicht sein, dass Studenten die Schwarzen Löcher einer wie auch immer missratenen Finanzpolitik stopfen. Hier ist Transparenz angesagt und einzufordern. Und wie viel mehr ist es das Recht einer mittlerweile zahlenden Klientel, eine gute Ausbildung zu erfahren?
Sind wir doch gespannt, was sich die – und nun bundesweiten und gebührenpflichtigen – Universitäten einfallen lassen, um neue Akademiker ausbilden zu können und somit unter anderem an potenzielles Nachwuchspersonal zu kommen. Eröffnen wir den Ideenwettbewerb und schauen wir, wer mithalten kann. Neuzeitliche mitteleuropäische Völkerwanderungen, Studentenscharen, welche die gebührenfreien Unis überlaufen werden, kann ich mir nur schwer vorstellen. (Und die Flucht ins Ausland brächte ohnehin nicht viel.) Schließlich werden auch die noch studiengebührfreien Bundesländer bzw. vielmehr die dort vorhandenen Universitäten einsehen und schließlich ihr gutes Recht einfordern, dass die Einführung von Studiengebühren eine Chance für die Bildung sein kann. Dass StudentInnen Semester für Semester 500 € dafür ausgeben, um in einem maroden Bildungssystem” studieren zu können, bezweifle ich dabei doch stark. Studiengebühren bedeuten mit Sicherheit ein Umdenken in unserer Gesellschaft – sie bedeuten aber vor allem, dass nicht nur gedacht wird und Zustandsbeschreibungen, etwa die eines heruntergekommenen Bildungssystems gemacht werden, sondern sie bieten einen möglichen Reformansatz für mehr Wettbewerb und Unabhängigkeit in der Hochschulpolitik an. Die halbjährliche Zahlung der Gebühren ist dabei nicht nur ideen-, sondern darüber hinaus handlungsorientiert und das gleich im Doppelpack: Zum einen mag die Gebühr den einen oder anderen Studenten dazu anregen, über seine gewählte Universität nachzusinnen. Zum anderen: kann je nach Beurteilung eine aktive Teilnahme und entsprechende Unterstützung der Uni ebenso möglich sein wie das Zücken einer gelben oder roten Karte.
Die Entwicklung eines solchen Wettbewerbs ist höchst zweifelhaft. So bezahlen die Studenten auch das Studentenwerk und doch wissen nur wenige, was für Leistungen ihnen für diesen Beitrag zustehen und fordern diese auch nicht ein. Ebenso steigt der Identifikationsgrad nicht an und das, obwohl es Möglichkeiten gibt, im Studentenwerk mitzuwirken und die studentische Meinung gegenüber der Leitung des Studentenwerks geltend zu machen. Doch für diese ehrenamtlichen Ämter finden sich kaum Interessenten. Aus diesem Grunde halte ich es auch für fraglich, ob Studiengebühren tatsächlich motivierend wirken und sich die Studenten plötzlich mehr mit ihrer Hochschule auseinandersetzen und sich engagieren, um bei der Verteilung der Studiengebühren mitzuwirken und somit die Hochschule zu unterstützen. Gleichsam erscheint mir diese von den Befürwortern der Studiengebühren angepriesene Dienstleistungsmentalität an einer Hochschule für unangemessen. Es geht ja nicht darum, dass Studenten und Hochschule gegeneinander arbeiten. Vielmehr ist es in der Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler und Akademiker wichtig, in Zusammenarbeit mit den Lehrenden zu lernen und sich zu bilden. Doch für diese Zielsetzung ist die Druckausübung ä la „ich hab dafür bezahlt” unproduktiv.
Außerdem ist ein Studium ja nicht nur die Anhäufung von Fachwissen. Dieses gehört als Basis sicher unbestritten dazu. Doch es sollte auch darum gehen, den Menschen zu bilden und Aktivitäten über das Studium hinaus, beispielsweise in der Studentenvertretung, Chor, Theater etc. zu fördern anstatt das ohnehin schon enge Korsett der neuen Bachelorstudiengänge durch enorme Finanzen noch enger zu binden. Denn hohe Kosten verursachen auch einen hohen Leistungsdruck. Zwar wird unentwegt darauf hingewiesen, dass die Kredite zur Finanzierung der Studiengebühren von den Eltern unabhängig vergeben werden, aber welcher Student ist denn tatsächlich von Anfang an finanziell unabhängig und bei wie vielen Studenten zahlen nicht doch Mama und Papa die Miete und letztlich auch die Gebühren? Um sich in so jungen Jahren so hoch zu verschulden, braucht es Mut und Vertrauen in die Zukunft. Das deutsche Volk hat sich diesbezüglich jedoch noch nie besonders risikofreudig gezeigt. Das wird deutlich an der geringen Geburtenrate und an der in den letzten Jahren sehr hohen Sparquote. Die Menschen haben in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und Terrorismus eher Angst vor der Zukunft, als dass sie in sie investieren und ein Mentalitätswandel ist nicht in Sicht.
Im Zeichen der Globalisierung den Kopf in den Sand zu stecken oder einen Sonderweg ohne Studiengebühren zu gehen – beide Handlungen scheinen wenig konstruktiv zu sein, um der zunehmenden kulturellen, gesellschaftlichen und vor allem der wirtschaftlichen Verflechtung im Weltgeschehen als einer der Protagonisten weiterhin beiwohnen zu können. Bildung schafft Perspektiven, kann Auswege aus Sackgassen bieten. Und den Karren an die Wand fahren, das würden wir geradewegs tun, wenn wir die nun viel zitierte Chance in den Studiengebühren versäumten. Dass Hochschulbildung nun neben Fleiß auch mehr Geld kosten soll, beteiligt die StudentenInnen an einer Entwicklung, die seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten zu erkennen ist: Um den Sozialstaat zu erhalten, muss jeder bereit sein, etwas dafür zu tun. Dass zukünftig Besserverdienende quasi einen Vorschuss hierfür bezahlen, kann darüber hinaus als ein Zeichen gesehen werden, wieder mehr Mut und Vertrauen in die Zukunft zu haben Warum sollen nun gerade hierfür die StudentInnen herhalten? Vielleicht mag der Vergleich mit den 68ern hinken, von denen sich unsere Generation sowieso eklatant unterscheiden soll und mit Sicherheit auch wirklich unterscheidet, aber eines muss in der nach wie vor verändernden Kraft des Hochschulbetriebes gesehen werden: Gut aufgelegte Universitäten ebnen nicht nur den Weg für Tausende von gut ausgebildeten Arbeitskräften, sie machen darüber hinaus den Weg frei für Gedanken, überhaupt für das Nachdenken über uns und können die Zukunft unseres Landes auf allen Ebenen klar mitgestalten. Hierfür zu bezahlen, warum nicht?
von René Kohn und Stefanie Bruns

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In den vergangenen Monaten gab uniVista euch die Möglichkeit, Texte zu verfassen zu allem was euch interessiert oder durch den Kopf geht. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Schreiberinnen und Schreibern bedanken, die unserem Aufruf nachgekommen sind und Texte an uns geschickt haben. Mit Rückblick auf die vergangenen „Ferienwochen” hat sich die Redaktion für einen Urlaubsbericht entschieden und hofft, dass er euch interessante Anregungen für die nächsten Urlaubsplanungen bietet.
Gibt es etwas Schöneres als Urlaub? Viele Leute geben als Urlaubsziel Südeuropa an, Hauptsache Sonne, Strand und warm. Am besten noch einen Pauschalurlaub mit Flug und All-Inclusive. Da aber nur Spießer wirklich All-Inclusive machen, kommt so was für abenteuerlustige Menschen nicht in Frage. Und wenn dann gerade auf MTV „The Trip” läuft, dann kommt man schon mal auf die Idee, einfach mal den Finger rauszuhalten. Als Urlaubsmaxime wurde gesetzt „Der Weg ist das Ziel”, aber da man irgendwo ankommen sollte, wurde einfach mal Schweden auserkoren. Wie wir (ja, ich war nicht alleine, sondern wir waren zwei stramme Kerle im besten Alter) hinkommen ist egal, Hauptsache nichts bezahlen. Da wir beide nicht die größten Asse im Planen sind, haben wir einfach am Tag vor Abreisetag alles zusammengepackt, was wir für nötig hielten.
Nun war es soweit! Der Urlaub konnte beginnen, wir waren bereit, uns den Weg nach Schweden zu bahnen. Nur gab es ein kleines Problem: Sollen wir den Finger raushalten? Oder ein Schild machen? Direkt auf die Leute zugehen?
Um es kurz zu machen: Nach 3 Stunden, 3 Kaffee und 4 Toilettengängen kamen wir zu zwei Erkenntnissen: 1. Keine Sau fährt morgens in der Woche Richtung Hamburg (zumindest nicht in Vechta), 2. Wir müssen auf die Leute zugehen und sie direkt fragen. Gesagt, getan. Wir haben uns schließlich nach anfänglicher Schüchternheit an die nahe liegende Tankstelle gestellt und die Leute direkt angesprochen. Nach mehreren Absagen haben wir eine Zusage bekommen, jedoch wollte dieser Geschäftsmann nach Damme (also nach Süden) und nicht Richtung Hamburg. Tja, wir erinnerten uns an die Maxime: Der Weg ist das Ziel. Und bevor wir der Dame in der Raststätte noch einen Besuch mehr abstatten, sind wir erstmal Richtung Damme gefahren. Dort angekommen, wurde ein Fahrbahnseitenwechsel vollzogen. Wir haben uns einen strategisch günstigen Platz direkt beim Ausgang der Raststätte gesucht und einfach alle Leute gefragt, ob sie uns ein Stück Richtung Hamburg mitnehmen könnten. Schnell haben wir ein Ehepaar gefunden, das in Hamburg ihre Tochter besuchen wollte und auch noch 2 Plätze frei hatte. 2 Stunden und ein Päckchen Lakritz später sind wir dann in einer Raststätte vor Hamburg rausgelassen worden. Langsam hatten wir den Dreh raus, wir haben weiterhin alle Leute angequatscht, die wir gesehen haben. So kam es, dass wir wahrhaftig abends um 18 Uhr in Travemünde am Skandinavienkai angekommen waren. Hier musste wieder unsere hartnäckige Überredungskunst herhalten, da wir eigentlich keine Nachtfahrt ohne Kabine machen durften. Na ja, die nette Dame am Schalter hat uns dann für 15e die Tickets gegeben. Doch da fiel uns noch was ein…: Schweden …richtig! Bier = teuer! Also sind wir noch mal in einen Getränkemarkt (sehr beliebt für die Schweden) gegangen und haben uns für die Fahrt eingedeckt. Nachdem wir festgestellt haben, dass der Kaffee in der Truckergaststätte, in der wir eine kleine Pause gemacht haben, kein „Muckefuck” ist und der Löffel darin stehen bleibt, sind wir schließlich an Bord gegangen und haben unsere erste Nacht an Deck verbracht. Morgens sind wir dann in Trelleborg angekommen und haben uns als erstes Ziel Malmö gesteckt. Leider hat uns hier der Mut verlassen, die Leute anzuquatschen oder den Finger rauszuhalten, also sind wir mit dem Bus weitergefahren. In Malmö angekommen, musste zuerst eine Schlafgelegenheit organisiert werden. Direkt an der Öresundbrücke, an einem lauschigen Campingplatz wurde es sich gemütlich gemacht. Das Zelt war schnell aufgebaut und natürlich: Es regnete …also her mit der Tütensuppe und dem Kaffee! Da wir mehr oder weniger planlos waren, haben wir uns am nächsten Tag in den Zug gesetzt und sind nach Bastad gefahren. Man kann sich nicht vorstellen, dass in diesem winzigen Dörfchen die Swedish Open stattfinden… neuer Ort, neuer Campingplatz, nur leider sollte sich das als schwierig herausstellen. Also kam uns das „Jedermannsrecht” zugute, was einem erlaubt, überall sein Zelt aufzuschlagen, einzige Bedingung ist, dass es außer Sichtweite eines Hauses ist und man nicht länger als 24h dort ist. Wir haben uns natürlich einen Platz direkt am Strand gesucht. Am nächsten Tag entschlossen wir uns, zu Fuß weiterzugehen und setzten uns ein optimistisches Ziel in Richtung Süden. Auf der Karte waren es wenige Zentimeter bis zum Campingplatz, in der Realität waren es Welten. (was nicht daran lag, dass wir an jedem schönen Platz eine Kaffeepause gemacht haben… Nein! Es lag schlicht und einfach daran, dass wir den Maßstab nicht ordentlich lesen konnten) Na ja, aus diesen paar Zentimetern wurde ein ganzer Tagesmarsch. Wenn ein Tag schon nicht so verläuft wie man das gerne hätte, dann passiert was? Richtig, es wird schlimmer! Uns beglückte ein Tornado, der von einem Gewitter begleitet wurde. Auf den Schock gönnten wir uns am Campingplatz erstmal Pizza und Bier. Der Rest des Trips war richtig guter Urlaub ohne böse Überraschungen oder Weltuntergängen.
Jedoch mussten wir auch wieder nach Hause und das einzige Problem war, dass die Dame von TT-Line (also der schwedischen Fährseite) das nicht so locker mit der Kabine sah. Die einzige Möglichkeit war, die Verbindung Trelleborg-Rostock zu nehmen. Wir kauften schließlich die Tickets und gaben die letzten Kronen für Bier aus. An Bord lernten wir 2 Schwedische Jungs (ja, immer nur Jungs) kennen, die aus Stockholm kamen und die unsere Idee geklaut hatten, allerdings mit dem Ziel Berlin. Wir lernten auch noch 2 Mädchen (geht doch) aus Bielefeld kennen, die mit dem Zug bis nach Kiruna (nördlichste Provinz Schwedens) gefahren sind. Wir teilten das Bier untereinander auf und tauschten unsere Erfahrungen, die wir in Schweden gemacht hatten, aus.
Am nächsten Tag war wieder Trampen angesagt und das klappte endlich bestens. Zuerst nahm uns ein Busfahrer vom Hafen ein Stück umsonst mit, der uns dann dort rausgelassen hat, wo er meint, wo man am besten wegkommt…. Der Busfahrer begegnete uns noch 4-mal und wir standen wieder 3 Stunden an der gleichen Stelle, aber irgendwann war es soweit als wir in einem Auto Richtung Heimat saßen und der Urlaub sich dem Ende neigte, einem guten Ende…
von Hauke Witte

Von Poesie zu Penis, von Geist zu Geschlecht

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Der siebzehnjährige Gymnasiast Detlev Dorn berichtet von einem Sommer in den 1960ern und von seiner hoch vergeistigten Liebe zu Erik, in der allenfalls ein zarter Händedruck gefordert wird. Voller Poesie und Überladenheit an den jungen Werther erinnernd, quält den Protagonisten der Liebestaumel mit all seinen Entbehrungen. Doch dann wendet sich das Blatt. Detlev erinnert sich an seine vor Leben und Begierde strotzenden siebzehn Jahre und lernt den adonisgleichen Kevin kennen. Weg gefegt sind alle Schwärmerei und das Gedichtverfassen. Jetzt wird die volle Körperlichkeit ausgekostet, vom Onanieren vor dem Flurspiegel bis zum Sex mit Fremden in öffentlichen Bedürfnisanstalten. Oder ist auch dies alles reine Phantasie?
Detlev Meyer: In meiner Seele ist schon Herbst, Eine Gymnasiastenliebe
Signatur: CQYm5752
von Julia Stock

Von Verrohung zur Verantwortung, vom Rat zum Recht

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Erik wächst in einem gewalttätigen Haushalt auf. Führt er nur die Gabel zu schnell an den Mund, gibt es Nachtischprügel vom Vater. Mit der Kleiderbürste, der Birkenrute oder der Hundepeitsche, welche den Rücken blutig reißt Danach der obligatorische Satz: „Wieder Freunde?” Und ein lächelndes Händeschütteln, denn der Vater war wieder erfolgreich pädagogisch tätig. Und 25 Schläge sind zu ertragen, Erik darf sich nur nicht winden und weinen, sonst gerät der Vater in Erregung und vergisst zu zählen. In der Schule ist der Junge Anführer einer Clique. Hier muss auch manches mit den Fäusten geregelt werden, aber Erik hat ja einen guten Lehrer zu hause. Als die Clique kleinkriminell wird und schließlich nur er dichthält, fliegt er, mit der Versprechung, an keiner Schule im Kreis mehr aufgenommen zu werden. Somit bleibt nur das Internat Stjärnsberg, an dem die “Kameradenerziehung” herrscht, ein verharmlosender Ausdruck für das Quälen und Erniedrigen jüngerer Schüler durch den so genannten Rat. Und Erwachsene schauen weg. Erik aber lässt das nicht mit sich machen, er hat einen untrüglichen Gerechtigkeitssinn. “Das Böse darf nicht siegen.”
Jan Guillou: EVIL, Das Böse
Signatur: 5.2A gui
von Julia Stock

Von Autoren zu Abenteurern, vom Lesen zur Lebensgefahr

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Der neueste Roman von Walter Moers führt den Leser erneut ins fantastische Zarmonien. Dort erbt Hildegunst von Myhtenmetz ein perfekt geschriebenes Manuskript. Die Suche nach dem Verfasser führt den Dichter aus der Lindwurmfeste in die Stadt der Bücher: Buchhain. Durch eine List wird er in die unter der Stadt liegenden Katakomben verschleppt. Hier lauern viele Gefahren, welche unseren Helden herausfordern. Neben den schrecklichen Buchlingen, Bücherjägern oder Spinxxxen können auch Bücher in diesen dunklen Gängen in den Wahnsinn treiben oder sogar töten…
Walter Moers: Die Stadt der tränenden Bücher, ein Roman aus Zarmonien
Signatur : 5.2 R moe
von Stefanie Bruns
Die Vier Wege zum Glück – Ausleihen ganz leicht
Bibo betreten
(Ab nun: Pssst!)
ab an die PC Station
(Notizen auf Zettel machen, z.B. die Signatur des Buches)
und ans Regal
(einmal herausgeholt, nicht wieder zurück! Vgl. der Signaturen)
schließlich ausleihen
(Buch vorzeigen, Karte hinhalten, freundlich Auf Wiedersehen sagen und Rückgabefrist beachten)
Sollten weitere Fragen und Probleme auftauchen, wendet euch ans freundliche Bibo-Personal oder an die belesene und ausleiherprobte Reaktion der uniVista.

Nicht lang schnacken…

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nur als PDF-Version verfügbar:
4725pic
von René Kohn, Sebastian Dargel, Julia Stock, Björn Franke und Britta Simon

Bilderalbum
uniVista No. 01: Kneipenansichten Vechta

Oldenburg

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Gibt es im Leben eines Studenten eigentlich etwas Wichtigeres als die Freizeitgestaltung? Also, eigentlich ja, aber uneigentlich…nein! Genau deswegen haben wir, die Redakteure der uniVista, das Studententicket dazu genutzt, um zu schauen, wohin es uns trägt und was man dort erleben kann.
Die erste Station unserer knallharten Recherche war die wunderschöne Stadt Oldenburg, ein Kleinod im deutschen Nordwesten, berühmt für Dieter Bohlen, Wigald Boning, Kramermarkt und Grünkohl Da wir aber weder den einen noch den anderen ausfindig machen konnten und es nicht wirklich die Zeit für Grünkohl oder Kramermarkt war, haben wir uns doch dazu entschlossen, für euch die kulturellen Highlights auszuloten und sie hier zu präsentieren, auf dass ihr euch an einem langweiligen Wochenende am inoffiziellen Hintern der Erde aufrappeln könnt und den Entdeckergeist spielen lasst.
Am Anfang gibt es natürlich die obligatorischen harten Fakten mitten auf den Tisch, damit ihr auch wisst, worauf ihr euch einlasst, wenn ihr Oldenburg besucht: Oldenburg liegt etwa 40 km westlich von Bremen und 30 km entfernt von der Nordseeküste. Erreichen kann man Oldenburg per Autobahn A28 und A29, aber da das Studententicket nicht für die Autobahn gilt, muss wohl oder übel die Nordwestbahn herhalten. Mit Zwischenstopp wahlweise in Bramsche oder Delmenhorst, erreicht man Oldenburg von Vechta aus in etwa 90 Minuten. Die Stadt hat 160000 Einwohner, Tendenz steigend und wird deshalb im nächsten Jahr Osnabrück als drittgrößte Stadt Niedersachsens ablösen. Das ist dochmal was. Besonders stolz ist Oldenburg auf die Mischung aus vielen Grünflachen und historischen Bauten. Wesentlich wichtiger für Studenten wird aber wohl sein, dass es in Oldenburg eine der größten Fußgängerzonen Deutschlands gibt, die natürlich zum ausgiebigen Shoppen einlädt. Aber nicht nur das große Angebot an feinen Einkaufsmöglichkeiten, sondern der Fakt, das Oldenburg viele Sehenswürdigkeiten, Museen und vor allem ein exzellentes Nachtleben besitzt, haben uns dazu angetrieben, dieses schöne Fleckchen Erde zu besuchen. Aber lest doch selbst, was wir für euch herausgefunden haben.
Das Horst-Janssen Museum
Schwere Kunst erwartet den, der diese Räumlichkeiten betritt. In einem architektonisch sehr interessanten Bau nahe des Pferdemarktes gelegen, befindet sich das Horst Janssen Museum, in dem, unglaublicher Weise, Stücke des Grafikers Horst Janssen ausgestellt sind.
Jeder, der dieses Museum betritt, sollte sich allerdings vorher im Klaren sein, was ihn erwartet, denn nicht jeder wird hier etwas nach seinem Geschmack finden. Janssen war berühmt für seine satirische Bildsprache, was man den hier ausgestellten bizarren Zeichnungen durchaus ansehen kann; Liebhaber von großen Ölgemälden sind hier also an der falschen Adresse. Wer hingegen meint: „Der hat mich schon immer interessiert”, der findet hier so ziemlich jeden Lebensabschnitt dokumentiert, inklusive das nachempfundene Atelier Janssens, das, leider nicht begehbar, immer noch ein Highlight darstellt. Und sonst? Nehmt euch doch einfach das Zitat von Horst Janssen selbst als Beispiel für sein Museum: „Was sie nur heutzutage alle mit der Kunst haben.” Genau, klare Aussage Meister.
Aktuelle Ausstellung: Henri de Toulouse-Lautrec
Das Schloss
Nachdem wir uns einigermaßen gesammelt hatten, ging es zu DEM Anziehungspunkt für Touristen in Oldenburg schlechthin, dem Schloss. Der wunderschöne, alte Bau im klassizistischen Stil ist aber nicht nur ein Muss für Touristen, überraschenderweise wurden wir die offiziellen Hochzeitscrasher des Tages, da am 9.9. immerhin ca. 10 Paare sich das Jawort im Schloss geben wollten.
Für 1,50 Euro als Student (also Eintritt, nicht Hochzeit!) ist das Schloss sein Geld wirklich absolut wert. Herrlich restauriert, gibt es hier viel zu entdecken: Unzählige Ausstellungsstücke aus der Jahrhunderte langen Geschichte der Stadt und seiner Regenten, des Umlandes und der Bewohner.
Die prachtvollen Räume mit edlen Verzierungen und den riesigen Ölgemälden lassen einen ab und an das Atmen etwas vernachlässigen.
Insgesamt war das Schloss ein absolut lohnenswertes Erlebnis, wir haben es erst nach 90 Minuten und nur unter eigenem Zwang nach draußen geschafft, da es hier wirklich viel zu entdecken gibt. Absolut weiter zu empfehlen.
Der Schossgarten
Wieder an der frischen Luft, entschieden wir uns auch gleich dazu, dort erst einmal zu bleiben. Unser Weg führte uns in den Schlossgarten. Im englischen Stil angelegt, lädt er vor allem zum Verweilen ein. Oldenburg ist zwar nicht die größte Stadt der Welt, aber wenn man zu lange in Vechta war, bemerkt man doch, dass der Puls einer richtigen Stadt lauter und schneller schlägt und genau in diesem Moment sollte man diese grüne Oase aufsuchen. Wer gerne spazieren geht, ist hier genau richtig, wer das nicht gerne tut, sollte sich nicht zu weit in den Garten wagen, denn die Wege können verdammt lang sein. Sehenswert ist auf jedenfall der Rosengarten, der wirklich gut gepflegt ist. Sogar die wenigen Männer, die es in Vechta gibt, werden zumindest etwas Gefallen hier dran finden, mit der richtigen Begleitung an der Seite auch etwas mehr.
Ganz Verwegene können zur richtigen Jahreszeit ein Tretboot chartern und den Garten umrunden. (Die Tretboote wollen übrigens beim Verleiher wieder abgegeben und nicht irgendwo stehen gelassen werden!)
Das Theater und das PFL
Im Stechschritt gingen wir an diesen beiden wunderschönen Bauten i vorbei, die absolute Sehenswürdigkeiten sind und viel Geschichte mit sich bringen. Das Staatstheater, eines der wenigen Sechsspartentheater Deutschlands, bietet einen bunten Mix an Stücken in faszinierender Atmosphäre (Großes Haus) und darüber hinaus Führungen durchs Haus an. Wenigstens die “Lange Theaternacht für Studierende” berücksichtigt unsere Klientel bereits im Titel einer wirklich lohnenswerten Aktion: Hier bezahlt man einmaligen Eintritt, für Studis natürlich wie immer ermäßigt, und kann den ganzen Abend bis in die Nacht hinein die verschiedensten Angebote bestaunen (traditionelle Aufführungen im Großen wie im Kleinen Haus, unklassisches Playback-Theater, Szenen auf Toilette, Klavierspiel an der Garderobe etc…)
Das PFL (steht für Peter Friedrich Ludwig) war früher ein Hospital (in Oldenburg auch bekannt als das „Todeskrankenhaus” wegen der beängstigend hohen Sterberate) und ist heute eine Mischung aus Tagungsstätte, Begegnungs- und Jugendzentrum. Wenn ihr den Drang verspüren solltet, ein Buch auszuleihen, könnt ihr dem in der hier zu findenden Stadtbibliothek nachgehen. Das PFL zählt zwar nicht zu den Hauptattraktionen Oldenburgs, aber ein kurzer Besuch des architektonisch sehenswerten Gebäudes lohnt sich durchaus.
Die Wallstraße und der Lappan
Die Wallstraße diktiert quasi den Herzschlag der Stadt. Je nachdem, wie viel hier los ist, ist auch im Rest der Stadt los. Die Kneipen und Bardichte ist nirgendwo in Oldenburg so hoch, für jeden Geschmack ist hier etwas zu finden. Cocktails trinken, ein bisschen Headbangen im Heavy Metal-Lokal des Vertrauens oder gemütlicher Loungemusik lauschen, hier liegt alles nur Sm auseinander. Mindestens zweimal im Jahr ist hier kaum ein Durchkommen: Die frühjährliche Wallringsause und das spätsommerliche Stadtfest zeigen die Innenstadt im feierlichen Ausnahmezustand.
Vom Waffenplatz über die Wallstraße fahrt der Weg direkt zu Oldenburgs Wahrzeichen, dem Lappan. Heute eher der Begriff für eine dicht befahrene Bushaltestelle, ist dieser uralte kleine Turm ein Zeichen für die Beständigkeit der Stadt, überlebte dieser doch einen Großbrand im 16. Jahrhundert, der alle anderen Gebäude dem Erdboden gleich machte. Damals noch als Turm eines Hospitals genutzt, ist der Lappan heute die große Uhr der Innenstadt.
Loft
Unsere erste Station im Oldenburger Nachtleben war das Loft, eine Mischung aus Bar, Lounge und Club. Das Loft ist eine oldenburgtypische Disco, denn dadurch, dass die Häuser in der Innenstadt sehr alt sind, kommt es einfach häufig vor, dass Diskotheken in den Keller verlegt werden. Der Club ist recht klein, weswegen das Ambiente zwar nicht spektakulär ausgefallen ist, aber sehr gemütlich und trotzdem modern. Die Musik kann man durchaus als sehr gut bezeichnen, wenn man die Bandbreite von Charts bis Gassenhauern aus den 80ern mag. Das Publikum ist gemischt und gemischt bedeutet, das von Studenten bis Mitdreißiger (manchmal kann das auch ein und dieselbe Person sein) alles vertreten ist. Die Preise sind absolut human und studententauglich, weswegen das Loft ein besonders guter Start ist, um des kulturelle Nachtleben beginnen zu lassen.
Das Amadeus
Das Ama ist in Oldenburg eine absolute Institution, sein Ruf eilt ihm stets voraus. Früher eher als Laden für düstere Typen mit langen Ledermänteln verschrien, ist es heute eine Disco für jeden. Die Musik variiert von HipHop bis Punk und wieder zurück mit Zwischenhalt bei Robbie Wilhams, ist vor allem aber rocklastig. In die Deko wurde nicht viel Geld gesteckt, im Ama machen Publikum und Musik die Atmosphäre, dafür sind die Preise freundlich. Für Leute mit voyeuristischer Ader ist der Laden ganz besonders zu empfehlen, denn es gibt einen zweiten Stock, von dem aus man sehr schön die komplette Tanzfläche im Blick hat, was gerade zu später Stunde ein großer Spaß ist.
Civa
Das Civa ist gerade bei den Jugendlichen der absolute In-Laden und zu fortgeschrittener Stunde immer stark gefüllt. Kleiner Tipp: Am Anfang des Abends schon mal hingehen und einen Stempel holen, das erleichtert den Wiedereintritt wenn die Party richtig losgeht. Das Civa ist auf Südsee getrimmt, viel Bambus, Grün und Gelb, wobei das Thema zwar erkennbar ist, aber trotzdem nebensächlich wirkt. Gespielt wird vor allem House und Blackmusic, aber auch Kurt Cobain Fans haben manchmal Glück und können ihre Matte schwingen. Die Preise sind gesalzen, entschädigt wird man aber mit einer der wenigen Abgeh-Locations in Oldenburg, denn das Civa ist vor allem Disco, nicht Bar oder Lounge. Das Publikum könnte man von 15 – 25 einordnen, die Jugend übernimmt aber gerade in den Anfangsstunden des Abends das Kommando, weswegen man ungefähr den Weg gehen sollte, den wir gegangen sind.
Metro
Als letzte Station steht für uns das Metro auf dem Programm, wieder einmal eine Kellerdiscothek. Wer sich traut, die Treppe hinunter zu gehen und die schwere Stahltür zu öffnen, den erwartet die kleinste der vorgestellten Discotheken. Auf ihren drei Ebenen kann man tanzen, sich entspannt unterhalten und kickern. Die Musik ist vielseitig und individuell, neben Rocknummern und Elektrosounds ist hier auch Experimentelles zu hören, lasst euch überraschen. Wer öfter ins Metro geht, wird darüber hinaus feststellen, dass es nur zwei Zustände gibt, jeweils im Extremen:
Entweder das Metro ist extrem leer oder es ist extrem voll. Aber welche Disco kann von sich behaupten, dass man sowohl entspannen als auch abfeiern kann?
Neben diesen schönen Lokalitäten gibt es in Oldenburg einige Feste die man sich im Jahr nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehören das Stadtfest, die Wallringsause und der berühmte Kramermarkt, das Volksfest, dass jährlich knapp 1,2 Millionen Gäste anzieht.
Ihr seht also, Oldenburg ist eine Stadt, die nicht nur einen Besuch wert ist und wir hoffen, dass unser Guide euch dazu veranlasst, diese schöne Stadt mit eurer Anwesenheit zu beehren.
von Sebastian Dargel, Melanie Ehlert, Stefan Hirsch und René Kohn

Bilderalbum
uniVista No. 01: Oldenburg

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