uniVista | Campusmagazin Vechta » No 10 – November 2008

No 10 – November 2008

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Ausgabe 10 (PDF-Version)

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Ein kleiner Vorabcheck, ob ihr auch wirklich geeignet seid für die Redaktionsarbeit.
von Stefan Hirsch
Wie heißt das Campusmagazin der Uni Vechta?
Praline
Der Kommilitone. Ach nee, irgendwas mit U...
uniVista. Hätte ich aber auch gewusst, ohne hier auf der Seite zu sein.
Könntest Du Dir vorstellen, an einem Campusmagazin mitzuwirken?
Lieber stelle ich mir meine Nachbarin unter der Dusche vor.
Hab ich noch nie drüber nachgedacht.
Ja, durchaus.
Wie gefällt Dir die uniVista?
Uni-Was?! Kann man das essen?
Schöner wäre schöner.
Gut, aber wenn ich ... dann ...
Schreibst Du gerne?
Hä?!
Nicht wirklich.
Ja. Ich würde auch gerne mal etwas schreiben, was veröffentlicht wird.
Was machst Du am liebsten in Deiner Freizeit?
Ich starre besoffen die Wand an.
Mit Freunden treffen, Sport, dass übliche halt.
Das übliche, hätte aber noch ein bisschen Zeit.
Hast Du Spaß daran, Themen, die Dich interessieren, zu recherchieren
Ja, auf YouPorn.
Wenn ich ehrlich bin: Nein.
Könnte ich mir gut vorstellen.
Eine Frage zu Deinem Allgemeinwissen: Wer war der rasende Reporter?
Helmut Kohl. Oder Guido Westerwelle? Auf jeden Fall jemand aus der SPD...
Karla Kolumna
Egon Erwin Kisch
Kommst Du mit Computern zurecht? (Das ist zwar nicht unbedingt nötig, aber wünschenswert.)
An meinem Monitor kann ich Bierflaschen öffnen.
Für meine Zwecke reicht es...
Wenn meine Freunde ein Problem mit ihrem Rechner haben, bin ich der erste, den sie um Rat fragen.
Bist Du kreativ?
Ja, ich lasse mir ständig Neues einfallen. Als ich neulich besoffen war, habe ich nicht die Wand angestarrt, sondern die Decke.
Hab mich nie bemüht, das heraus zu finden.
Na, das hoffe ich doch.
Arbeitest Du gerne mit anderen Menschen zusammen?
Weiß nicht. Alle, denen ich begegne, ergreifen nach maximal 5 Minuten die Flucht.
Andere: Ja, Arbeiten: Nein.
Wenn sie nett sind...


Alle Jubeljahre – Jubiläen: It all started with a mouse…

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Jeder von uns hat ja so seine eigenen Helden der Kindheit. Um einen „Held“ ist aber wahrscheinlich ausnahmslos niemand von uns herumgekommen: Mickey Mouse. Auf Bleistiften, Bettwäsche und Zahnbürsten oder als Kuscheltier hat diese Maus uns alle ein Stück weit begleitet (oder tut es auch heute noch) und verkörperte dabei irgendwie immer einen guten Freund, der genau so ist wie man selbst sein möchte – jemand, der immer gute Laune hat, für jeden Blödsinn zu haben ist und der jeden Tag zu einem Abenteuer macht. Dass dieser Jemand in Gestalt einer Maus vom Alter her locker unser Großvater, vielleicht sogar Urgroßvater sein könnte, bemerkt dabei niemand…
Mickey Mouse in Asien
Am 18. November 1928 strahlte das New Yorker Colony-Theatre im Vorprogramm erstmals den Zeichentrickfilm Steamboat Willie (auf YouTube) aus – die Geburtsstunde von Mickey Mouse. Walt Disney selbst lieh Mickey, seiner Freundin Minnie und dem ewigen Bösewicht Kater Karlo (im Original: Peg Leg Pete) seine Stimme und steckte jeden eigenen Cent in die Produktion des ersten bekannteren Zeichentrickfilms mit Ton. Gezeichnet hat die Figuren allerdings Up Iwerk. Disney selbst brachte lediglich die Ideen zu sämtlichen Charakteren.
Nach dem Erfolg des Leinwanddebüts konnten die heiteren Geschichten um die kleine schwarze Maus und ihre Freunde ab Januar 1930 auch als Comic-Strips in amerikanischen Tageszeitungen verfolgt werden. Zur gleichen Zeit kamen die ersten Schulmappen mit Mickey Mouse Motiv auf den Markt – der Startschuss für eine inzwischen kaum vorstellbare Vermarktung von Lizenzprodukten aus dem Hause Disney. Durch die zahlreichen Themenparks, Produktionsfirmen, Fernsehsendern und Merchandise rund um die Maus und ihre Freunde ist der Disney-Konzern inzwischen das zweitgrößte Medienunternehmen der Welt (137 000 Mitarbeiter bei 35,51 Mrd. USD jährlich, Stand 07/08).
Über die Jahre wuchs die Anzahl der gezeichneten Disneyfamilie und auch Mickey selbst wurde einigen äußeren Veränderungen unterzogen: Die einst punktförmigen Augen wurden umrandet und waren so zu einer größeren Mimik fähig, Handschuhe prägten bereits ab 1929 das Auftreten der stilbewussten Maus mit der roten Hose, die Ohren wurden größer, die Hüften breiter und das Gesamtbild runder.
Seit den 1960er Jahren überließ Mickey die Kinoleinwand allerdings überwiegend den anderen Disney-Charakteren. Schade eigentlich. So mit 80 ist doch die Zeit reif für ein pompöses Kino-Comeback, finden wir. Denk doch bei einem Stück Geburtstagstorte mal darüber nach, Mickey!
von Lea Weber

Alle Jubeljahre – Jubiläen: Die Geschichte von B. und M.

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Boris Antonio und seine Schwester Maria Esclarmonde (im Folgenden B.A. und M.Ed.) hatten es von Anfang an nicht leicht. Mit ihrer Geburtsstadt hatten sie noch verhältnismäßig Glück. Im schönen Italien lag die Stadt, die ein wenig klingt wie eine berühmte Speise aus dem selben Land: Bologna. Und selbst mit der Familie war es gar nicht so schlecht um sie bestellt: Sie war riesengroß, und die Verwandten kamen aus fast allen europäischen Ländern. So weit so gut. Oder auch nicht? Der Schein trog, denn so toll es war, eine solch große Familie zu haben, sie alle, ob Tante Amelié aus Frankreich oder Onkel Karl Heinz aus Deutschland, sie alle hatten immer irgendwas auszusetzen und wussten natürlich immer alles besser. Egal, wohin sie reisten, und sie reisten viel und gern, immer war da jemand, der es besser wusste und auf den sie sich neu einzustellen hatten.
© magicpen / PIXELIO
Da kamen die beiden eines Tages auf die glorreiche Idee, die kurze Zeit, die sie ja immer nur zur Verfügung hatten, so gut wie nur möglich auszunutzen und stellten gemeine Dinge an. Ihr Lieblingsziel war zumeist die Universität der Stadt – merkwürdigerweise gab es in jeder Stadt, in der ihre Verwandten lebten, eine Universität. Hier stürmten sie die Büros, gingen an die Schränke und Schreibtische, tauschten Zettel aus, spielten mit dem Kopierer, fertigten Kollagen an… Schließlich zogen sie weiter und hinterließen, wie Kinder das nun mal gerne tun, ein gewaltiges Chaos, das Tante Amelié schon erleben durfte, was sie aber für sich behielt und ihrem Bruder Karl Heinz in Deutschland verschwieg. Hier nun wüteten die beiden in den vergangenen Jahren kreuz und quer durch die Republik und besuchten viele ihrer Verwandten.
Erst einmal ins schulfähige Alter gekommen, galt es natürlich, nebenbei einen Schulabschluss zu machen, und hier kommen wir nun wieder zum Anfang zurück, denn leicht, so haben wir festgestellt, hatten es die beiden nun wahrlich nicht. Die ständigen Wechsel und Veränderungen in ihrem Leben, kein wirkliches Zuhause, das fehlende stabile Umfeld – kein Wunder, dass die beiden Kinder ganz verunsichert sein mussten. Ihr chaotisches, zuweilen zerstörerisches Verhalten mag ein Ventil hierfür sein, dass niemand sie wirklich und für längere Zeit in ihr Herz geschlossen hat. Nur schwer fanden sie Anschluss, wenn sie wieder einmal neu irgendwo ankamen; sie waren oftmals sehr eigen, zuweilen sehr auf sich selbst bedacht, ohne wirkliches Interesse am Mitmenschen. Und was ihre Leistungen anging, nun, die wurden so unterschiedlich bewertet, so unterschiedlich Tante Amelié aus Frankreich und Onkel Karl Heinz aus Deutschland sprechen, der wiederum seinen schwäbelnden Bruder, den Peter, kaum verstand. Mal waren sie die Besten, mal Mittelfeld, mal die die Schlechtesten; manchmal kam es sogar vor, dass man gar nichts mit ihnen anzufangen wusste. Was habt ihr da gemacht? Und warum?, hieß es dann etwa, und B.A. und seine Schwester M.Ed. schüttelten die Köpfe. Keine Ahnung, wir haben das einfach so gemacht, sagten sie dann. Aber einmal abgesehen von dem mangelnden Sozialverhalten und den unterschiedlich bewerteten Voraussetzungen, wer ihnen vorwarf, sie lernten zu langsam oder seien immer nur abgelenkt, nun, denen kann gesagt werden, dass sie sehr tüchtig waren. Schnell holten sie Stoff auf und nach, erzielten gute bis sehr gute Ergebnisse und wurden schließlich in die Klasse 4 versetzt – Abschlussklasse Primarschule. Das ist jetzt.
© Thomas Kölsch / PIXELIO
Es geht um nichts weniger als um die Empfehlung für die weiterführende Schule. Es geht also um Weichenstellung für die Zukunft. Dass Züge, besonders schnellere, hierbei schon entgleist sind, ist kein Geheimnis, und ein wenig Angst können B.A. und seine Schwester M.Ed. auch haben: Eifrig dabei sind etwa 23.000 Kollegen von Karl Heinz und Peter, die Gleise zu demontieren. Sie, Professoren, Dozenten, Wissenschaftler, sprechen sich nämlich für eine neue Strecke aus. Der Weg des Geschwisterpärchens, wir konnten ihn ein wenig begleiten, habe nämlich alles andere als Erfolge gebracht: Viel zu viele wollen viel zu viele Interessen durchsetzen und vergessen darüber das, worum es einst ging, damals in Bologna: B.A. und MEd – das sollten Symbole, Garanten, Statusfiguren für Internationalisierung und Vergleichbarkeit werden. Und was noch? Kürzere Studienzeiten. Na gut, geschenkt. Letzteres kann man aber auch verdrehen: Quantität vor Qualität. Stichwort Scheuklappenstudium. Und was stellen wir hierzulande bei Karl Heinz und Peter noch fest? Es studieren nicht mehr StudentInnen – der Geschwisterboom um B.A. und M.Ed. blieb aus. Die Abbrecherquoten steigen. Stichworte: Gleiche Stofffülle bei kürzerer Studiendauer. Und bis man eine Person gefunden hat, die einem eine Prüfungsordnung erklären kann, nun, das war wohlmöglich auch früher schon nicht so einfach. Aber damals hatten sich die meisten an die alte Prüfungsordnung mittlerweile gewöhnt und wussten, was drin stand.
Hintergrund:
Im nächsten Jahr wird der Bologna-Beschluss 10 Jahre alt. Kein Grund zu feiern, sagen sich 23.000 Professoren und Wissenschaftler. Sie haben ihre Unterschrift dafür gegeben, dass sofortige drastische Gegenmaßnahmen bzgl. des Bachelor-Studienganges eingeleitet werden.
Abgesehen davon lässt die europäische Geschichte in Hinblick auf den Bachelarius-Abschluss keinen Optimiusmus für diesen versprühen: Immer wieder wurde er eingeführt, um einige Jahre später wieder zu verschwinden.
Welche Empfehlung also geben wir unseren künftigen Zehnjährigen im nächsten Jahr? Trotz tüchtigen Arbeitsverhaltens, trotz guter bis sehr guter Noten? Sollte man sie noch einmal wiederholen lassen, um Zeit zu gewinnen für die richtige Entscheidung und den hoffentlich richtigen Weg? Oder im Gegenteil: Schicken wir sie auf eine Schule für Hochbegabte und schauen, was passiert. Hier findet doch Förderung statt, wenn es auch nur für die Wenigsten ist (vgl. Studierendenzahlen). Oder sollten wir ein einfaches Ticket ohne Rückfahrt nach Bologna kaufen, und sie erst dann wieder in die weite Welt schicken, bis dort all die Zettel sortiert worden sind, die die beiden – man verzeihe es ihnen – durcheinander gebracht haben. Ich meine, mein Gott, waren wir nicht alle einmal neun Jahre alt und haben uns so benommen?
Wichtig bleibt, was schon immer wichtig gewesen ist für unsere Kleinen in der Gesellschaft, also auch für Boris Antonio und Maria Esclarmonde: Klare und nachvollziehbare Strukturen zu schaffen, ohne dabei die freie Entfaltung, die Kreativität und die Phantasie vollkommen zu verwerfen, denn das alles werden wir brauchen, um Lösungen zu finden, die dem Wirrwarr der derzeitigen Hochschullandschaft Europas Konstruktives entgegensetzen.
von René Kohn

Alle Jubeljahre – Jubiläen: Google dich mal!

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Google: Helfer bei der Suche
nach der Nadel im Heuhaufen
© Rose / PIXELIO
Ja, kein Witz. “Googeln” ist seit 2004 offiziell ein vom Duden akzeptiertes Verb. Für unsere Generation steht diese Tatsache vielleicht weniger zur Diskussion. Im Gegenteil, es gehört zum festen Wortschatz eines jeden von uns. Aber war das schon immer so? Wir blenden einmal zurück…
Die Lovestory Larry Pages und Sergey Brins begann am 7. September 1998 in einer kleinen Garage in Mountain View, Kalifornien. Wie auch bei anderen großen Liebespaaren der Geschichte, konnten sich Larry und Sergey zunächst einmal gar nicht leiden, bis sie die Idee einer Hypertext-Web-Suchmaschine namens Google zusammenschweißte und bis heute nicht losließ. Ihre Idee bestand darin, die Menge der Hyperlinks zu analysieren, die auf eine Webseite verweisen, um herauszufinden, welche Seite am beliebtesten ist. Die Idee dieser Suchmaschine wurde in die Tat umgesetzt und wird heute von mehr als 90% aller Deutschen als erste Wahl genutzt. Studenten nutzen Google bei jeder Gelegenheit, um zum Beispiel an Infos zu gelangen, eine geeignete Lokalität zum Essen zu finden oder das Abendprogramm auszukundschaften. Für die Macher gilt die Devise: Was man dort nicht findet, ist schlichtweg nicht existent.
Durch Kleinanzeigen nach Suchbegriffen wird das Unternehmen finanziert und bietet heute eine Vielzahl von Diensten, wie Bilder- und Videosuche, E-Mail, Kalender, Text- und Tabellenbearbeitung. Doch Google bietet nicht nur Onlinedienste, sondern auch zahlreiche Produkte, wie ein eigenes Handybetriebssystem oder das gut bewährte Medium, das Buch “Die Google-Ökonomie”.
All diese Dinge wurden jedoch nicht an einem Tag geschaffen. Die Lovestory der beiden Computergenies jährte sich in diesem Jahr zum 10. Mal. Und auch nach 10 Jahren lässt Google nicht nach. In den ersten acht Monaten des Jahres 2008 wurden eine kollaborative Wissensplattform (Knol), eine 3D-Chat Anwendung (Lively), Straßenansichten für noch mehr Großstädte und ein eigener Google-Browser (Chrome) gestartet.
Also kann ich nur noch sagen: Alles Gute zum 10-Jährigen und weiter so. Wir Studis brauchen euch!!!!
von Jessica Barbato

Alle Jubeljahre – Jubiläen: HIV

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Der HI-Virus reiht sich in unsere Jubiläumsserie ein. Vor nunmehr 25 Jahren wurde das Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) erstmalig von französischen und amerikanischen Forschern fast zeitgleich als solches benannt. Sie waren es, die herausfanden, dass das Virus über Blut, Sperma, Vaginalsekret, Liquor und Muttermilch übertragen werden konnte. In der heutigen Zeit ist HIV ein immer wichtiger werdendes Thema, denn die Anzahl der Infizierten steigt von Jahr zu Jahr, und das nicht nur in den sog. Drittweltländern, sondern auch in den Industriestatten!!!
Schaut man zurück in die Geschichte, so trat die Krankheit zunächst einmal nur bei homosexuellen Männern auf, später aber auch bei Drogenabhängigen oder Empfängern von Blutkonserven. Das Virus zeigte sich in Form von Hauttumoren, die Kaposi-Sarkomen genannt werden und endete tödliche. Heutzutage existieren Medikamente auf dem Markt, die das Virus eine Zeit lang eindämmen können, aber nicht vollständig ausrotten. Ebenfalls ist es nicht 100% sicher, dass das Virus bei einer infizierten Person ausbricht. Es gibt HIV positive Menschen, bei denen das Virus still im Körper verharrt und keine weiteren Schäden anrichtet. Leider betrifft das nur wenige. Es wird immer wieder empfohlen sich regelmäßig testen zu lassen, um eine unbewusste Übertragung zu vermeiden.
Die Rote Schleife (“Red Ribbon”) symbolisiert die Solidarität der Menschen mit den Infizierten. Sie trat erstmals von Prominenten getragen auf, die diese im Gedenken an verstorbene Kollegen trugen.
Obwohl die Forschung schon Großes geleistet hat, steht die Entwicklung eines Medikamentes, das den HI-Virus erfolgreich bekämpft, nach wie vor aus.
von Jessica Barbato

“Er war Superstar. Er war populär.”

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Grabmal von Johann Hölzel in Wien
So lauten die Worte nicht irgendeines Songs irgendeines Künstlers. Hier nämlich wittert Geschichte, Ruhm, Erfolg, Anerkennung. Es handelt sich dabei nämlich um einzigartiges deutschsprachiges Kulturgut, das auch in Übersee so viel Anerkennung fand, dass es sich ganze drei Wochen an der Spitze der Billboard-­Charts halten konnte. Für alle, die nun immer noch krampfhaft in ihren musikalischen Erinnerungen suchen, möge das Geheimnis nun gelüftet werden: Rock Me Amadeus, so nennt sich der Chartbreaker. Und dahinter steht Falco. Und um seine Geschichte oder sagen wir, um einige Stationen davon wird es in diesem Artikel gehen, anlässlich zu seinem 10. Todestag. Das ist der eine Grund, warum gerade Falco ausgewählt wurde, es ist darüber hinaus aber auch die musikalische Geschichte, die etwas Verklärtes, zuweilen vielleicht auch etwas Mystisches an sich hat. Man mag dafür auch das Wort Legende bemühen.
Wo ist er denn also? Mit dem weitaus weniger vermarktungsfähigen Namen Johann Hölzel erblickt dieser im Jahre 1957 in Wien als einziger von drei Überlebenden die Welt. Johanns Geschwister verliert die Mutter nämlich bereits in der Schwangerschaft. Diesen doch eher außergewöhnlichen Umständen folgt im Grunde eine typische Künstlersozialisation: Mit Stützflügel und Plattenspieler war er schon in den ersten Jahren bestens ausgerüstet worden. Die Attestierung des absoluten Gehörs mit fünf Jahren lässt irgendwie darauf schließen, dass Fähigkeiten vermutet und bestätigt wurden, mehr dann aber auch nicht. Im Jugendalter brach er die Schule, wie kann es anders sein, natürlich ab, fing eine Berufsausbildung zum Bürokaufmann bei einer Versicherungsanstalt an, die er auch an den Nagel hing, um dann über einen kurzen Abstecher beim österreichischen Wehrdienst im Bundesheer endlich wieder der eigentlichen Passion zu folgen – der Musik – und begann ein Studium am Wiener Musikkonservatorium, das er wiederum schmiss, um „ein richtiger Musiker“ zu werden. Mit E-Gitarre und Bass zog er vornehmlich durch Wien und machte sich einen Namen vor allem in der Underground-Szene. Ach ja, was den Namen angeht, so spielte hier der Skispringer mit dem durchaus sprechenden Namen, Falko Weißpflog, auch der „Falke“ genannt, den Namenspatron.
Falco, bestach durch zweierlei, was sich im Grunde nie ändern sollte: Zum einen war es sein äußerliches Gebärden, so kokettierte er gerne mit gespielter oder ernsthafter (?) Eitelkeit und Dekadenz. Beispiel: Bei einem Auftritt trug er über seinem Anzug einen Plastikschutz. Zum anderen waren es seine Texte, die teils so provokativ anmuteten, dass sie von Hörsendern boykottiert wurden. Bekanntestes Beispiel hierfür ist wohl die 1986 erschiene Single-Auskopplung aus seinem erfolgreichsten Album (Falco 3), Jeanny und das dazugehörige Video, in dem er sich selbst in Zwangsjacke als Frauenmörder darstellt. Begründung: Gewalt verherrlichend. Neben Gewalt ist es aber vor allem die Wiener Drogenszene, welche er lyrisch mal deutlich, mal unterschwellig ironisch bearbeitet. Dass der Mann mit dem Koks in den 90er Jahren auftaucht – stilistisch nun im Elektro-Pop-Gewand –, trägt dem Spiel mit der doppelten Bedeutung vor diesem Hintergrund Rechnung. Die dreifache Bedeutung mag ersehen werden, wenn man Falcos Alkohol- und Drogenprobleme ergänzt.
Es sind diese Doppeldeutigkeiten und Verweise zwischen Künstler und Werk, die Falcos Geschichte ausmachen. Er war ein Selbstinszenierer par exellence und wusste dies auch gut zu verpacken, sei es in Plastikschutzfolie oder in programmatisch anmutende Texte. Beispiele gefällig? Siehe Überschrift. Mit diesen Zeilen schaffte Falco den internationalen Durchbruch, und ob damit nur Amadeus gemeint war, wer weiß es… Die ganze Welt dreht sich um mich, hieß es Ende der 90er in der Egoist. Die wohl berühmtesten Worte hörten wir aber nach seinem Ableben bei einem tragischen Autounfall in der Dominikanischen Republik, seiner letzten Heimat, wenn er in Out Of The Dark sprechsingt: Muss ich denn sterben, um zu leben? Das ewige Hinterherhängen nach dem einstmals großen Erfolg in den 80er Jahren sollte nach seinem Tod vorbei sein, denn er schaffte es ein zweites Mal durchzustarten, leider ohne es selbst mitzubekommen.
Ach ja, und wer nun meint, hey, Falco, der war doch voll uncool, und der konnte doch gar nicht rappen, dem sei gesagt, dass er mit Der Kommissar den ersten erfolgreichen Rap-Song eines ‚Weißen’ auf sich vereinigen konnte – noch vor Eminem! In diesem Sinne.
von René Kohn

My Home is my Campus

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Das sollte noch im letzten Semester unser X-treme-Motto sein. Nachdem wir uns gefragt haben, was wir alles X-tremes tun könnten, erschien uns unsere Campus-WG-Action als die spaßigste und auch die mit Abstand am sinnvollste. 5 Tage, nur der Campus und wir. Eine 3-Personen-WG in einem 9-Personen-Zelt. Geduscht, gelebt und geschlafen wurde auf dem Campus. Werbung wollten wir machen, auffallen, Präsenz wollten wir zeigen… und was bitteschön ist präsenter als dauernd da zu sein? Tag und Nacht? Gesagt, getan. So machten wir uns am 12.07. auf, mit Sack und Pack, ein wenig Taschengeld für Frühstück und Mensaessen, der üblichen Festival-Camping-Ausrüstung und errichteten unser Camp direkt neben dem Affenfelsen gegenüber vom Bistro. Wie wir die Tage verlebten, lest ihr im Folgenden an den Beispielen meiner männlichen Mitbewohner.
von Melanie Ehlert
So, das Zelt steht, darf ich jetzt wieder nach Hause? So oder so ähnlich habe ich wohl geklungen als ich realisierte, worauf ich mich eingelassen habe. Ich als durch und durch Stadtmensch darf mich nun mit zwei weiteren Personen in ein enges Zelt quetschen und die nächsten fünf Tage das Unigelände nicht mehr verlassen… im Knast kann es kaum schöner sein! Aber wer so blöd ist und hier schreit, wenn er weiß, was als nächstes X-tremes passieren wird, der ist dann halt mal selber schuld.
Erstmal musste ich meinen Teil des Zeltes vernünftig einrichten und den wenigen Proviant (ich bin halt nicht Camping erfahren!), den ich hatte, habe ich auch erstmal in Tagesrationen eingeteilt… nicht dass ich draufgehe wenn Ulla ihr Bistro zu hat und ich am Vortag zu viele meiner fünf Minuten Terrinen aufgefuttert habe. Da uns schon am ersten Abend ein wenig die Langeweile überkam, gab es Bier, Tennis, Federball und „Verstecken“ spielen zum Abendbrot. So lässt es sich leben, so kann jeder Abend sein. Allerdings wusste ich, dass ich am Montag und Dienstag um 5 Uhr morgens arbeiten musste… und 3 Klausuren während der Campingwoche auf mich zukamen. Aber ein paar Bier und ein Schlafsack helfen wirklich über die fiesesten Gedanken hinweg.
Foto: Melanie Ehlert
Die erste Nacht war unglaublicherweise wirklich recht angenehm, das Aufstehen um halb fünf dagegen weniger. Dafür konnte ich auf meinem Rückweg von der Arbeit den Sonnenaufgang beobachten. Der erste Weg führte mich dann in den Sporttrakt. Zuerst einmal war Körperputz angesagt. Ich muss sagen, die Blicke die einem Studenten um 8 Uhr morgens zuwerfen wenn man mit Schlappen und Kulturtasche über den Campus eiert, sind wirklich kaum zu ersetzen. Lecker Frühstück im Bistro und zack war ich gewappnet für den Rest des Tages.
Immer mal wieder ging ich natürlich in mein neues Heim um zu schauen, ob noch alles steht und ob uns die Studenten registrieren. Ersteres ja, zweiteres nein. Komischerweise gab es am ersten Tag lediglich Kommentare von Freunden und Bekannten. Nur einige wenige, die das Banner über unserer Tür gelesen hatten, fragten was denn bitte uniVista sei. Eine berechtigte Frage nach nun mehr knapp 10000 verteilten Heften, dachte ich mir, während ich über einem Bunsenbrenner meine Ravioli aus der Dose kochte. Es ist also doch ganz gut, dass wir uns hier präsentieren.
Immer mal wieder fanden sich Menschen die sich des Abends zu uns gesellten um eine Runde Verstecken zu spielen. Herrlich, zu was man Leute bekommt, wenn die Optionen nicht sonderlich zahlreich sind. An diesem Abend durfte ich leider früh ins Bett, da am nächsten Tag eine Klausur anstand. Was mir weniger passte war, dass ich wusste, dass Kai sich etwas Fieses für mich ausgedacht hatte. Komischerweise fand er es überhaupt nicht lustig, dass ich ihm in der ersten Nacht einen TUC in den Schlafsack gelegt hatte. Seine Nacht war also wesentlich knuspriger als er es sich erhofft hatte. Seine Rache kam dann auch. Nachdem ich selig weggeschlummert war, entfernte er die Halteseile meines Innenzeltes.
Der Dienstag ging relativ schnell um, ich ging kurz in den Seminarraum, verhaute meine Klausur und genoss dasselbe Spiel wie am Montag. Bier, Ravioli, Verstecken aber von allem nicht zu viel, denn wieder wartete eine Klausur am nächsten Tag auf mich. Das schöne am Dienstag war allerdings, dass nun mehr und mehr Leute unser Vorhaben registrierten und uns ansprachen.
Der Mittwoch stand allgemein im Zeichen des Sonnenkampfestes. Nachdem ich also meine Klausur hinter mir hatte, ging es sogleich zum Vorglühen ans Zelt. Im Nachhinein möchte ich mich für die Solidarität der Studenten Vechtas bedanken, dass während des Festes nichts geklaut wurde und auch kein Witzbold auf die Idee kam unser Zelt mit gelbem Körpersaft zu verschönern.
Am Donnerstag wurde endlich ausgeschlafen. Das war weniger der Hammer, da das Wetter ungefähr so vernebelt war, wie unsere Köpfe. Am Freitag gab es dann noch die letzte Klausi für mich und danach wurde auch so langsam abgebaut.
Trotzdem ich Zelten überaus hasse, würde ich den Spaß immer wieder mitmachen. Es gibt unglaublich viele Stundenten in Vechta, die man noch nicht kennt, aber auf diesem Wege kennenlernen kann.
von Sebastian Dargel
So, das ist also mein neues Heim. Recht geräumig. Aber was sind das für Sponsen, die sich anschicken, dieses blaue WG-Zelt mit mir zu teilen. Hab ich mir das gut überlegt? War diese Schni-Schna-Schnapsidee nicht sogar von mir? Memo an mich selbst: Backen halten. Nun gut, es sind nur 5 Tage. Fünf Tage kein Freigang vom “Campus”, oder wie ich es gerne nenne: Schulhof.
Was soll‘s, die meiste Zeit der letzten vier Jahre hab ich eh hier verbracht, also warum nicht einfach das ganze mit einem gelungenen Topping abrunden.
Foto: Melanie Ehlert
Sonntag: Zelt aufbauen. Ich zweifle, dass das eine gute Idee war. Mein Zeltbereich ist rund 2,5 qm groß. Feinste Zeltwände mit Stockstuck und Lärmdämmung gleich Null. Das Atrium des blauen Stoffzuhauses bietet viel Platz, um auch mal einen Abend zuhause zu bleiben. Ich habe mir vorgenommen, mir ein paar Bücher aus der Bibliothek zu holen und zu lesen. Die Zeit will ich nutzen.
Montag: Schmackhaftes Frühstück bei Ulla. „Winnie der Puuh“ aus der Bibo ausgeliehen. Die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen vergeht wie im Fluge, dank der wirren Geschichten um den Bären mit geringem Verstand. Besucher des Zeltplatzes schauen neugierig bis verdutzt, und auch die WG im oberen Stock des N-Gebäudes linst neidisch auf unseren Vorgarten. Lass die Leute reden…
Dienstag: Dieser Dargel, ich bring ihn um. Ganz einfach und schmerzvoll. Hat dieser rothaarige Bengel mir doch glatt einen heimtückischen TUC-Cräcker aufs Bett gebröselt. Duschen im Sporttrakt.
Frühstück bei Ulla. Lernen für die letzte Prüfung meines jungen Studiums. Mit meinem Mitbewohner quäle ich mich durch die amerikanische Literatur und entdecke die Gewaltdarstellungen Cormac Mc Carthys für mich. Vielleicht lassen sich daraus ein paar Ideen ableiten gegen den gemeinen TUC-Terroristen. Heute Abend verlasse ich den Campus. Ich breche aus, um 4 Stunden später wieder da zu sein. Bandprobe und Ausnahmeregelung halt.
Mittwoch: Der Dargel-Schlachtplan wird immer ausgeklügelter. Frühstück bei Mama Ulla, die uns jeden Morgen mit einem mitleidsvollen Blick die notwendige Zuneigung vermittelt, um uns dann auszulachen. Habe das N-Gebäude als Badezimmer für mich entdeckt. Blöde Blicke beim Rasieren sind keine Seltenheit. Jungs, passt auf! Ihr habt keine Rasierklinge in der Hand. Heute Abend findet das Sonnenkamp-Fest statt. Wir überlegen, wie wir unsere lauten Nachbarn die ganze Nacht aushalten sollen. Zum Glück gehört das Wohnheimgelände auch zu unserem Ausgangsbereich. Wir trinken die Störung einfach weg. Infiltrieren, inhalieren und ignorieren!
Donnerstag: Dargels Zimmer ist über Nacht einfach eingestürzt. Unglaublich, wie viele Leute an der Vechtaer Uni einfach nett nachfragen, was wir mit unserem Zelt eigentlich auf dem Campus wollen. Verplempere Zeit auf dem wunderschönen großen Affenfelsen und fühle mich wie im Zoo. Winnie Puuh konnte mich nicht in seinen Bann ziehen, obwohl es so unglaublich gut ist. Ich habe höchstens die Hälfte des Buches geschafft. Was ich aber geschafft habe: Eine Reise durch den „linken Gemüsegarten“ hinter unserem Zelt, Besuch des Design-Gebäudes, persönlicher Kaffee-Rekord gebrochen.
Freitag: Heimwärts. Ich ziehe aus. Der letzte Tag fühlt sich an wie jeder Freitag in Vechta. Die Uni dampft so mit halber Fahrt dahin, weil sich 80% meiner Kommilitonen schon im Wochenende befinden.
Sollte die Wohnungskrise Vechta mal wieder erreichen, schlagt eure Zelte auf dem “Schulhof” auf.
von Kai Pröpper

Offener Brief an die Verursacher der Finanzkrise

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Auswirkungen für die Studentenschaft:
Die Auswirkungen für die Studierenden werden von eher indirekter Natur sein, da sie selten Aktieneigentümer sind. Die großen Geldmassen, welche jetzt auf den Markt geworfen werden, können eine Inflation zur Folge haben. Das heißt, unser Geld wir immer weniger wert und die Güter des täglichen Bedarfs immer teurer.
Die anhaltende Verunsicherung auf dem Kreditmarkt sorgt dafür, dass Unternehmen keine Kredite mehr für ihre Investitionen bekommen. Dies hat zur Folge, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind. Dies macht natürlich auch einem Absolventen der Hochschule den Einstieg ins Berufsleben nicht unbedingt leichter.
Der Staatshaushalt gerät unter Druck und erforderliche Mehrausgaben (Rettungspakete für die Banken, Konjunkturprogramm für bestimmte Wirtschaftszweige) müssen irgendwie kompensiert werden. Es wird also Kürzungen geben. Diese werden traditionell zuerst in Bildung und sozialen Projekten angesetzt. Es werden also weniger Lehrer eingestellt, und die Gelder für Projekte für Straßenkinder, Drogenberatungsstellen etc. werden stark gekürzt oder gestrichen, so dass auch hier Arbeitsplätze wegfallen.
© Hans Peter Dehn / PIXELIO
Liebe Manager,
es ist schlimm, was zurzeit in ihrer Welt passiert. Ihr Posten ist nicht mehr sicher, und Sie bekommen statt 20 Millionen Dollar Abfindung nur noch die Hälfte und das, obwohl Ihr Jahresgehalt doch nur läppische 10 Millionen betragen hat. Mal abgesehen von den Aktien- und Gewinnbeteiligungen. Aber das ist ja eh nur Kleingeld. Schließlich haben Sie gute Arbeit geleistet, und es ist nicht Ihre Schuld, dass die Kreditnehmer in den USA nicht mehr zahlen konnten. Das tut mir wirklich Leid für Sie.
Doch nach all diesen bitteren Erkenntnissen freue ich mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass es Ihnen trotz allem gar nicht so schlecht geht. Denn 1,5 Millionen Häuser werden in diesem Jahr in den USA zwangsversteigert. Das sind 65 Prozent mehr als in den Vorjahren. Können Sie sich das überhaupt vorstellen, wie es wäre, wenn Sie Ihre geliebte Villa und das Penthouse-Appartement nicht mehr hätten? Schrecklich, oder?
Auch mit Ihrem Schicksal des Arbeitsverlustes sind Sie nicht allein. Denn nach Schätzungen werden bis zu
100.000 Arbeitsplätze in der Finanzindustrie im Zuge dieser Krise verloren gehen, und wer weiß, wie viele noch, wenn die Finanzkrise sich auf die Wirtschaft ausweitet.
Aber es kommt noch besser: Stellen Sie sich vor, die Steuerzahler der USA und der EU wollen Ihnen helfen, das kleine Missgeschick wieder auszubügeln und Ihr Unternehmen zu retten. Sie geben Ihnen allein in Deutschland 500 Milliarden Euro! Sie müssen nur noch über ihren Schatten springen und zugreifen.
Das ist doch toll, oder?
Gruß,
uniVista
Die Finanzkrise – ein Abriss der Entwicklung:
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 senkt die US Notenbank den Leitzins immer wieder (von 2001-2003 von 6,5 auf 1 Prozent) um die Märkte zu stabilisieren.
Eine Senkung des Leitzinses macht Kredite und damit Geld billig. Dies nutzen viele amerikanische Bürger um sich ein Eigenheim zu bauen, finanziert ohne einen Cent Eigenkapital. Die einzige Sicherheit für die Banken ist die Immobilie selbst. Durch die hohe Nachfrage steigen auch die Preise am Immobilienmarkt
Um das Risiko dieser Kredite zu minimieren entwickeln US Banken eine Anlageform, indem Sie die Kredite verkaufen. Kredite werden gestückelt, vermischt. Undurchsichtige Finanzpakete entstehen
Ab 2004 werden die Zinsen wieder angehoben. Da die amerikanischen Kredite an den Leitzins gebunden sind, bringt das die Kreditnehmer in Schwierigkeiten, so dass sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können.
2006: Das Angebot an Häusern ist nun größer al die Nachfrage, was die Preise rapide sinken lässt. Damit wird die einzige Sicherheit, welche die Banken haben, quasi wertlos.
Im Sommer 2007 wird das Ausmaß der Krise deutlich. Die riskanten US-Hypothekenkredite liegen nun direkt oder indirekt in vielen Portfolios und bringen damit Banken und Großanleger ins Schleudern. Durch die undurchsichtige Vorgehensweise beim Schnüren dieser Finanzpakete schwindet das Vertrauen der Banken untereinander. Niemand weiß wie weit die Banken involviert sind. Deshalb leihen sich die Banken kein Geld mehr untereinander. Die Zentralbank springt ein und pumpt 300 Milliarden Dollar in den Kreditmarkt.
Im letzten Quartal 2007 müssen die Finanzriesen Farbe bekennen und geben Abschreibungen in Milliarden Höhe an. Die Finanzkrise weitet sich inzwischen global aus, weil auch europäische Banken beim Geschäft mit den US- Hypothekenkrediten mitgemischt haben.
Januar 2008 fallen die Börsenkurse rapide, da Investoren befürchten, dass sich in den Bilanzen weitere Abschreibungen verbergen.
Liebe Politiker,
Sie sind im Moment nicht zu beneiden. Da hatten Ihnen die Manager und Wirtschaftsexperten soviel versprochen und Sie hatten sich die Zukunft schon so rosig ausgemalt. Ein ausgeglichener Haushalt war Ihr Ziel. Doch nun müssen Sie die Banken vor dem Bankrott retten und zusehen, wie ein Wirtschaftszweig nach dem anderen drastische Umsatzrückgänge vermeldet und Arbeitnehmer entlassen will. Jetzt bleibt Ihnen nur noch die Schadensregulierung. Eilig schnüren Sie und Ihre Kollegen nun Rettungspakete, bezahlt vom Steuerzahler. Der ist zwar Ihr Wähler und findet das gar nicht gut. Aber letztlich sitzen Sie dann am längeren Hebel und bis zur nächsten Wahl ist das ganze Debakel sicher wieder vergessen. Das heißt, nur wenn diese Milliarden, welche Sie auf den Markt werfen, nicht zur Inflation führen und somit wieder der kleine Bürger, welcher um seinen Arbeitsplatz bangt, noch weniger Geld zur Verfügung hat. Nein, Sie sind wirklich nicht um Ihren Job zu beneiden.
Dennoch würde ich gern mal mit Ihnen tauschen, um zu verstehen, warum Sie das Geschehen auf dem Geldmarkt nicht stärker regulieren. Selbst in den Landesbanken, in denen Sie Vorstandsmitglieder zur Kontrolle sitzen haben, wurde in die riskanten Papiere investiert. Wie kann das sein?
Gruß,
uniVista
Anmerkung:
Die im vorlegenden Text benannten Statusgruppen sind selbstverständlich nicht die alleigen Verantwortlichen der Finanzkrise. Diese hat vielfältige Ursachen und damit auch viele Beteiligte. Zum Beispiel die Börsianer und auch die Kreditnehmer in den USA, welche über ihre Verhältnisse gelebt haben. Wir haben diese zwei Statusgruppen ausgewählt, weil jene am meisten in der Öffentlichkeit stehen und aus ihren Positionen heraus den größten Einfluss haben.
von Stefanie Bruns

Mein erstes, zweites, drittes Spiel – 15 Euro war´n zu viel!

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© Heiko Wagner / PIXELIO
Magic-Casino, ich dachte an schnelles Geld.
Wie? Natürlich mit dem magic in der Spielbank. Aschenputtel hat sie doch auch geholfen, die Magie.
Innerlich von schnellem Geld geblendet, betrat ich das Casino. Ich dachte, ich hätte Glückspilze gefrühstückt und ginge mit mehr Geld wieder nach Hause. Meine Hosentaschen beulte ich aus, hatte ich auch Taschen in der Jacke? – Nur für den Fall des Jackpots.
Meine Begleitung und ich hatten uns auf 15 Euro pro Person geeinigt. Für mich stand die Aktion unter scherzhaftem Stern. Der Augenblick meines ersten Mals hatte mich vergessen lassen, dass manche dauerillusioniert und realitätsfliehend in diesen Räumlichkeiten verweilen und auch, dass andere wiederum desillusioniert und realitätsnah professionelle Spieler sind.
Eine Dame begrüßte uns. Ich hoffte, mein Hilfe suchender Blick entlocke ihr ein “Kann ich Euch helfen?” Nichts. Meine fehlende Orientierung schließlich brachte ein „…ähm, ich hab keine Ahnung. Gibt‘s hier ne Gebrauchsanweisung oder so? Wie funktioniert das? Was sind das für Automaten?“ heraus und die Dame gab uns eine kurz gehaltene Einführung auf meine lang gestellten Fragen.
Uninformiert, aber erlebnisorientiert hielt das Selbermachen her. Sechs Automaten waren von vier Spielern belegt. „Gestern“ so erzählte die Dame, „habe jemand den Jackpot gewonnen.“ Wir waren also zu spät… Ich setzte mich an den ersten Automaten und bestimmte den Einsatz. Roulette und Bingo verstand ich nicht, so dass es mich zum Magic Kingdom verschlug. Dort verblieb ich und fiel in Resignation. Zwischendurch drückte ich hier und da Knöpfe. Ich gewann… und verlor. Ich setzte niedrig, setzte hoch. Meine Gedanken schweiften umher, schweiften weg. „Ich bin kein Spieler, hier macht es mir keinen Spaß, …“ Meine Begleitung riss mich aus meiner Resignation. „Hey, ich hab alles verspielt.“ Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit: „Ich hab noch sechs Euro…“. Wir verweilten neben meinem Automaten, ließen uns einen kostenlosen Kaffee servieren und nach kurzer Zeit stand mein Zockerkonto auf +/- Null.
Die Glückspilze hatte ich gefrühstückt, aber ich entlarvte meinen Begleiter als Pechvogel, dessen Gegenwart leider stärker war, als die meiner Pilze…
Fazit: Was war nun “dran” an diesen Automaten im Magic Casino? Ich wusste: „Drin“ war auf jeden Fall Geld. Jetzt auch meine 15 Euro.
© Uwe Steinbrich / PIXELIO
Ein Hausarbeitsthema war es gewesen, welches mir dieses erste Mal einbrachte.
Ähnlich wie der erste Bildeindruck von Las Vegas bei Nacht eröffnete sich mir fachliterarisch ein erleuchtetes Feld mitten im Dunkeln. “Showlichter” sind die ätiologische Fragestellung oder die Diskussion über den Namen des Kindes. “Spielsucht” oder “Pathologisches Spielen”?
Die Autonomie fährt Achterbahn: Das “Suchtgen” als nicht oder nur kaum beeinflussbar oder „pathologisches Spielen“ als Symptom schwerer Lebenssituationen?
Ich habe etwas über mein eigenes Spielverhalten gelernt. Schlüsse auf meine Mitmenschen kann ich daraus nicht ziehen.
von Johanna Olberding

Delmenhorst – Hinter Huchting ist ein Graben…

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Was kann man als Stadt tun, wenn man zwischen den Unihochburgen Oldenburg und Bremen gefangen steckt und die einzige Assoziation ein Hotel mit zwielichtigem Charakter oder die Popsängerin Sarah Connor darstellt? Richtig, gar nichts! Dass Delmenhorst dennoch einige Perlen zu bieten hat, blieb dem uniVista-Team auf seiner Reise mit dem Studententicket nicht verborgen…


Fotos: Björn Franke
Fabrikmuseum
Industriekultur stellt für Delmenhorst seit über 100 Jahren einen wichtigen Faktor dar. In der 1884 gegründeten “Norddeutsche Woll- und Kammgarnspinnerei” wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein aus Rohwolle Garn gesponnen. Obwohl das Unternehmen selbst nicht mehr existiert, blieben einige historische Gebäude, wie die Lichtstation von 1884 und das Turbinenhaus von 1902, erhalten. Heutzutage kann man auf einer Ausstellungsfläche von 3000m² sowohl die Geschichte der Woll- und Kammgarnspinnerei, als auch die Entwicklung der Stadt Delmenhorst, von der mittelalterlichen Burg zur Industriestadt, betrachten. In regelmäßigen Abständen werden Führungen angeboten, die umfangreiche Informationen zum Industrieleben auf der Nordwolle in Delmenhorst bieten. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Weitere Informationen findet ihr unter: www.fabrikmuseum.de
Wem im Anschluss an den Besuch der Magen knurrt, dem empfiehlt sich ein kleiner Umweg über das hervorragende mexikanische Restaurant El Marriachi am Fabrikhof 9-10.
www.el-mariachi-delmenhorst.eu
Graftanlagen
Man glaubt es kaum: Selbst in der Industriestadt Delmenhorst gibt es Grün. Südlich der Innenstadt erstrecken sich entlang der Delme die Graftanlagen. 1247 wurde auf der Burginsel ein Hof zu einer Wasserburg umgebaut, im 16. Jahrhundert entstand daraus ein Renaissance-Schloss. Leider wurde dieses ab 1711 wieder abgerissen. 1906 wurde das Areal zur Parkanlage umgewandelt. Die Delmenhorster Graftanlagen bieten auf verschiedenen Wegen und Grünanlagen Möglichkeiten zum Spazieren und Ausruhen. Besonders zur Sommerzeit tummeln sich Menschen verschiedenen Alters in den Anlagen und genießen den Tag. Wer Lust nach einem Feierabendbierchen oder einem Glas Wein verspürt, dem seien der angrenzende Speicher sowie die Graftwerke empfohlen.
Im Netz:
www.graftspeicher.com
www.graftwerk.de
Fette Beats oder so…
Wer sein Nachtleben nicht nur mit einem Gang in die nächste Kneipe gestalten möchte, kann sein Tanzbein in der Diskothek Mausefalle schwingen. Von Donnerstag bis Samstag wird dem Besucher ab 21:30h auf zwei Areas Unterhaltung geboten. Die wöchentlich wechselnden Events können der Homepage entnommen werden. Die Mausefalle Delmenhorst zählt zu den erfolgreichen Nightlife-Konzepten der Stadt und ist jedes Wochenende erneut Anziehungspunkt für junge Leute aus Stadt und Umland.
Diskothek Mausefalle. Weberstraße 10. 27749 Delmenhorst.
Im Internet: www.mausefalle-delmenhorst.de
Riva
Sollte es nach einem Besuch im Delmenhorster Großraumkino Maxx noch etwas Zeit geben, bis euch der Zug zurück nach Vechta bringt, bietet sich ein kurzer Abstecher ins Riva an. Direkt am Bahnhof gelegen, bietet es Getränke und Speisen in allen Variationen und für jeden Geldbeutel. Außerdem lässt euch der direkte Blick auf den Bahnhof garantiert nicht den Zug verpassen.
www.riva-delmenhorst.de
Slattery´s Irish Pub
Zu einer festen Größe des Delmenhorster Nachtlebens zählt das Irish Pub Slattery‘s. Beliebt bei Jung und Alt bietet es sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende Live-Musik und verschiedene Events. Ein Highlight stellt vor allem die alljährliche Halloween-Party dar, die bereits Kultcharakter in der Stadt besitzt. Etwa fünf Minuten vom Bahnhof entfernt, findet ihr den Pub an der Stedinger Straße 40. Ab 16:00 Uhr steht das Team für euch hinter dem Tresen.
Mehr Infos unter: www.slatterys-delmenhorst.de
von Britta Simon und Björn Franke

Bilderalbum
uniVista No. 10: Delmenhorst

Fáilte go hÉireann – Willkommen in Irland

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Fotos: Britta Simon
Für wen das Auslandssemester vor der Tür steht oder wer lediglich eine Auszeit von der deutschen Lebensweise sucht, dem sei ein Aufenthalt auf Europas Grüner Insel empfohlen.
Die Republik Irland, die den westlichsten Punkt Europas markiert, trägt ihren Beinamen mit Recht. Wer die größeren Städte verlässt und im Land reist, findet sich schnell in einer unwirklichen Welt wieder. Unberührte Natur, raue Berglandschaften und wilde Bäche in weiten Nationalparks prägen das Bild. Dazwischen vereinzelte Wohnhäuser, die die Frage aufkommen lassen, wen es dauerhaft an solche abgelegenen Orte verschlägt. Die Liebe zu ihrem Land, ihrer Kultur und Tradition prägen den Stolz der Iren. So findet man an Straßen und öffentlichen Gebäuden sowohl die Amtssprache Englisch als auch des Irish Gaelic. Letzteres ist fester Bestandteil des Lehrplans an den meisten staatlichen Schulen. Patriotisch sind die Iren nicht nur in punkto Kultur. Auch im Sport dominiert der auf Irland begrenzte Gaelic Football, eine Mischung aus Rugby und Soccer. Daneben steht das etwas bekanntere Hurling. Beide Sportarten werden in reinen Amateurligen gespielt, dennoch brechen die alljährlichen championship-finals alle Zuschauerrekorde. Die im restlichen Europa beliebte Fußball-Liga findet in Irland eher zweitrangig Beachtung, was mitunter auch an der eher geringeren Beteiligung an internationalen Wettbewerben liegen kann.
Ein Problem, mit welchem sich Irland seit mehreren Jahren konfrontiert sieht, ist der hohe Alkoholkonsum Jugendlicher. Im Zuge des Intoxicating Liquor Act 2008 führte die Regierung diesen Sommer nicht nur ein generelles nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol ein, sondern erhöhte die Bußgelder für die illegale Abgabe an Jugendliche und das Betrinken in der Öffentlichkeit drastisch. In diesem Zuge soll ein verantwortungsbewussterer Umgang mit Alkohol gewährleistet werden. Auch die Verkehrssicherheit innerhalb des Landes wird stark debattiert. So hält Irland momentan einen traurigen Rekord: Neben Griechenland zählt es zu den Spitzenreitern in punkto Verkehrstoten innerhalb der EU. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auf das mitunter unzulängliche Verkehrssystem, vor allem außerhalb der Großstädte, zurückzuführen ist.
Obwohl die wirtschaftliche Hochkonjunktur der irischen Republik inzwischen abflaut, sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland immens. So kann mitunter das Doppelte der Kosten hierzulande für Lebensmittel und Konsumgüter veranschlagt werden. Kurzurlaubern und Rucksacktouristen sei daher ein Carepaket aus der Heimat empfohlen, welches ohne Probleme im Koffer oder Rucksack transportiert und ins Land eingeführt werden kann.
Wer an Kultur und Natur seinen Gefallen gefunden hat, der sollte einen Aufenthalt in Irland nicht missen und sich die Zeit nehmen, Land und Leute zu erkunden. In jedem größeren Ort sind Unterkünfte vorhanden und die Gastfreundlichkeit der Iren macht jeden Aufenthalt, ob kurz oder lang, zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Weitere Informationen findet ihr unter:
www.discoverireland.ie
von Britta Simon

Netzwerken
Warum Vitamin B so hilfreich ist

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Ein neues Wort, welches so nicht im Duden zu finden ist, geistert durch Medien und Köpfe: Netzwerken. Dies soll der Schlüssel zu einer erfolgreichen Karriere sein. Darunter wird verstanden, dass ein jeder dazu angehalten ist, möglichst viele Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen. Getreu dem Motto: „eine Hand wäscht die andere“ sollen diese Netzwerke der gegenseitigen beruflichen Unterstützung dienen. Bei Politikern und Managern ist in diesem Kontext immer wieder von Seilschaften zu hören, welche diese Personen dort hin gebracht haben, wo sie heute stehen. Natürlich kann ein guter Kontakt nicht die eigene Kompetenz ersetzen. Doch er kann mir sagen wo eine Stelle frei wird oder mich empfehlen. Ein nicht kleiner Teil des Arbeitsmarktes funktioniert so. Stellen werden oftmals nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern durch Menschen besetzt, welche der Chef kennt oder die von einem Mitarbeiter empfohlen wurden.
Es ist also unbestreitbar, dass Kontakte nützlich sein können. Doch wo kann ich Kontakte knüpfen? Gerade als Student kenne ich doch überwiegend meine Kommilitonen, welche sich zunächst einmal in derselben Lage befinden wie ich.
Tagung in edlem Ambiente
©Thomas Bornschein / PIXELIO
Eine gute Möglichkeit über den eigenen Tellerrand zu schauen und wichtige Menschen in wichtigen Positionen kennen zu lernen bieten Kongresse und Tagungen. Über das ganze Jahr werden von den verschiedensten Fachrichtungen solche Veranstaltungen angeboten. Hier versammeln sich die Akademiker ebenso wie die Praktiker, um über neue Entwicklungen zu sprechen und sich über ihre Projekte auszutauschen. Dies ermöglicht es den Studierenden ihr Fachwissen zu vertiefen und auf Tuchfühlung zu gehen mit entscheidenden Persönlichkeiten. Es hat also eigentlich nur Vorteile. Dennoch sind die Zahlen der teilnehmenden Studenten oft sehr gering. Vielleicht sind es Berührungsängste, vielleicht der schmale Geldbeutel. Aber es lohnt sich, einfach mal über den eigenen Schatten zu springen. Viele Veranstalter bieten zudem für die Studierenden eine ermäßigte Teilnahmegebühr an.
Informieren könnt ihr Euch im Netz. Hier bieten alle großen Verbände auf ihren Homepages umfangreiche Terminkalender und Informationen an.
von Stefanie Bruns

Beatniks und Bangkok, Krachts und Kyoto

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Ein nacktes, ungeschminktes Asien. Wie sieht das aus?
Menschlich, fast so sehr, dass kulturelle Unterschiede abkömmlich erscheinen. Es bedarf keines großen politischen Interesses, keines Studiums der Sozial- und Kulturwissenschaften, um Christian Krachts Gedanken über Kyoto, Singapur oder Bangkok in Der gelbe Bleistift zu folgen. Beim Lesen stand ich im Dialog mit dem Autor, wie ein Gedankenaustausch zwischen Altbekannten. Ich stritt mit ihm, denn manchmal hätte ich mir gewünscht, er hätte durch eine rosige Blume geschrieben, und im nächsten Augenblick schüttelte ich seine Hand, ihm zur schlichten Ehrlichkeit zu gratulieren, um wieder im nächsten Moment sein loses Handwerk in Ketten legen zu wollen.
Ich bin keine geschulte Kritikerin. Ich lese Kracht, wie ein Buch nebenbei, zu einer Tasse Grünem Tee. Ich freue mich über die Anreize, die mir der Inhalt gegeben hat. Ich kenne jetzt Beatniks und den Eastern & Oriental Express. Ich habe Hotelempfehlungen, und wenn ich dem Autor einen guten Geschmack zutraue, werde ich dort einchecken, sobald ich wieder in Asien bin. Es ist zu empfehlen, denn selten habe ich leichter Geschichtliches gelernt. Hand in Hand mit Erfahrungsgeschichten von Trivialität und Skurrilem. Eine “schwarz-glänzende” Perle der Bibo.
Christian Kracht: Der gelbe Bleistift
Signatur: CQYk8532 (353893)
von Johanna Olberding

Von Geschichte und Geschichten, von Leben und Leiden

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Der Zweite Weltkrieg ist ein viel beachtetes und beschriebenes Ereignis in der jüngeren Geschichte Europas. Wir alle haben im Geschichtsunterricht gelernt, welche Schlachten geschlagen und wie viele Menschen getötet wurden. Doch hinter diesen historischen Geschehnissen und den abstrakten Zahlen stehen Menschen, von denen wir meist nichts erfahren und auch nichts wissen.
Walter Kempowski hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Unermüdlich sammelte er Briefe, Tagebücher, Zeugnisse von den Menschen, die an der Front kämpften, zu Hause auf ihre Liebsten warteten oder im KZ um ihr Leben gerungen haben. Der Brief des Frontsoldaten steht hier neben Tagebucheinträgen aus dem KZ oder dem eines Intellektuellen wie Thomas Mann. Kempowski unterscheidet nicht zwischen Opfern und Tätern, reich oder arm. Das alleinige Kriterium ist die Zeit, in der all diese Zeugnisse der Einzelschicksale entstanden sind. Damit verschafft er uns einen einmaligen Blick in die Leben dieser Menschen. Sie bekommen ihre eigene Geschichte und damit ihre Individualität zurück.
Dieses Werk ist nicht nur für Historiker von Interesse, sondern für jeden, der einen Blick hinter die abstrakten Statistiken werfen möchte und offen ist für die Schicksale dieser Zeit. Dieses zweifellos vom Anspruch her monumentale Werk hat seine Umsetzung in dem zehnbändigen kollektiven Tagebuch, dem Echolot. Jeder einzelne Band spiegelt ein bestimmtes Ereignis, einen Zeitrahmen wieder.
Alle Bände und ein Buch mit Werksnotizen sind auch in unserer Bibliothek zu finden und stellen damit ganz besondere Perlen dar.
Walter Kempowski (Hrsg.): Das Echolot
Ein kollektives Tagebuch. Januar und Februar 1943 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (268843)
Fuga furiosa. Ein kollektives Tagebuch. Winter 1945 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (355370)
Barbarossa ‘41. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (355370)
Abgesang 45. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (350417)
Culpa: Notizen zum „Echolot“
Signatur: CQYk3272 (350416)
von Stefanie Bruns

Du bist ja tatsaechlich so dumm

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Ihr habt euch wohl gefragt, was unsere lebensbejahende, glückliche, freudestrahlende und unfrustrierte Studentin aus der uniVista No. 9 wohl als nächstes erleben wird! Habt ihr nicht? Auch egal! Denn hier kommt die gnadenlose Fortsetzung des StudiVZ-Gruppenartikels.
Endstation – ganz unten im Leben angekommen. Frühstück? Ne komm, lass mal! Kaffee und Zigaretten sind auch ein Frühstück. Bin kurz im BISTRO………. ;)
Samma, WAT WILLST DU? Komm mal klar auf deiner Polly-Pocket-Insel. Ich drängel nicht, ich stehe aktiv an!! Verdammt… einigen tut das Studieren echt nicht gut! Mmh lecker… Mein Kaffee is so schwarz, der fängt gleich an zu rappen.
Ich hasse Menschen, neben mir sitzen immer nur komische Leute. Sei bitte einmal ruhig, ich habe keine Zeit dich zu ignorieren. Ich seh dass sich dein Mund bewegt, aber ich höre nur blablabla. Worum gehts??? Ach ja … die langersehnten noten… Ich hab die Klausur nicht verkackt – Ich bin im Recall!!! Profs, mit schlechtem Sexualleben sollten keine Noten geben! Ich betrink´ mich heut´ Abend denn das tut mir gut… mmmh…Komische Party… Alles sitzt, Kein Alkohol? -SCHEISSE VORLESUNG! Ich bin angekommen im Zentrum des unnützen Wissens. Toll hier. Da langt man sich an den Kopf und will nie mehr loslassen! Schluss mit nervigen Profilierungsfragen in der Vorlesung!!! Halt die Fresse. die Vorlesung kostet 3,50€. Halt die Fresse hier! Wat für Spacken sitzen eigentlich in meiner Vorlesung???!!! Willste die Wahrheit oder was Schönes hören? Ich hab Klausuren, die sind schwerer als dein Studium! Wenn man keine Ahnung hat: Einfach lächeln und winken. Ich hab noch nix gelernt heisst ICH HABE ECHT NOCH NIX GELERNT! Morgen fange ich mit Lernen an…
Was ist DAS denn? Nach der Vorlesung klatschen statt klopfen? Kein Applaus für Scheiße… Horst-Kevin! Nach die letzte Vorlesung ab nach Mensa! Bevor ich anfange zu lernen, muß ich erstmal essen…. Gebt mir Essen und niemand wird verletzt!!! Scheisse WO ist eigentlich mein…toll WEG!! Ach ne da…
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Nicht soviel Realität bitte, mir ging es gerade gut. Aha, ist ja sehr interessant, was du da erzählst.
Gerüchte über mich!? WOW …muss mein Leben interessant sein… Oi!….Was für ein Pudel ist das denn?!? Entschuldigung, was hast Du gesagt? – Hab gerade nicht zu gehört. Party! Heute Abend… 3. Etage… links! :-) Bähm! und dann Vollgas! Uni Party Vechta Nein. Ich hab keine Zeit. Ich muss lernen. Wann soll ich da sein? Naja is jut… Auf Partys Pfand sammeln finanziert mir den Lebensunterhalt.
Vorsaufen – die wohl wichtigste Errungenschaft der Menschheit. Ich komm sogar zum Vorsaufen…. Betrunken!!! Verdammt – Wer ist denn die geile Sau im Spiegel??? Ruhig angehen, erstmal Lage peilen und dann mal sehen Wer ist denn nun mit wem zusammen? Das ist hier die Frage?! Ich bin Single weil die Auswahl scheiße ist. Sorry, wie heißt du nochmal? Achja… hier… klar…Servus…! – Wer war das? Hi, na wie geht’s? Gut und dir? Auch gut… ok, dann tschüss. Bescheuert ey… Naja… Ich muss mehr Alkohol trinken. Die Party ist immer noch öde!
Ich hab ordentlich einen im Tee!!! In meinem Kopf ist es total lustig!!! .. Komm auch rein! Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Destillat! Alles ist relativ – nur Vodka ist absolut. Ich muss mehr trinken, du bist noch zu hässlich. Dat wat du saufen kannst hau ich mir morgens schon ins Müsli. Meinen ersten Vollrausch hab ich noch in DM bezahlt! Dumdideldumm… Lalala… Hach, mir ist so blümerant zumut!
Ich bin voll und wer bist du? Hi… und wie geht deine Hose auf?!? Deine Sachen sehn auf meinem Schlafzimmerboden bestimmt besser aus… du bist Komplett geil… Was willst du denn jetzt eigentlich von mir? Oh, war wieder Schminke in der Wendy? Verzieh dich, wir wollen unter uns bleiben. Du bist ja tatsächlich so dumm, wie ich überall herumerzähl! Willst du Smokey Eyes, verzieh dich in den Raucherbereich, Bitch! Komm, geh Dich schminken! Blond und blöd!!! Ach komm Tussi, verpiss dich einfach!
Hier sind wir ungestört. Ey willste mich küssen oder was?? Gehen wir zu dir, zu mir oder machen wir es gleich hier?? Und ich sag noch zu mir: „Das ist total dumm was du da machst!“ Kennst du das, wenn dir ne` Klotür entgegen kommt…? Bring mich betrunken – ich bin nach Hause! äh…ähh…Dingenskirchen. Nie wieder Alkohol – zumindest nicht in den nächsten 12 Stunden!
06.08.2008- Ein guter Abend 07.09.08 – Kein guter Morgen…
Aufgewacht mit dickem Schädel… mein Wecker macht mehr Terror als Al Quaida…
von Melanie Ehlert

Biete: Einsamkeit – Suche: Freunde

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Auf die Plätze, fertig, Los!
© Stihl024 / PIXELIO
Da war ich also. Mit meiner Immatrikulation an der Uni Vechta in der Hand, stand ich vor der Aula und sah, dass ich nicht die einzige war, die hier studieren wollte. Tausende Gesichter starrten zum Rednerpult, und einige Köpfe waren zusammengesteckt. Grob geschätzt waren so um die 70% der „Erstis“ hier, die ganz alleine waren. So wie ich. Ich setzte mich also auf einen freien Platz zwischen völlig fremden Menschen und begann wie fast alle auf das Rednerpult zu starren. Nach den üblichen Willkommensreden wurden wir schnell in Gruppen aufgeteilt und erfahrenen Studenten zugewiesen. Wir gingen aus der Aula und voilà sah ich um mich herum wieder völlig fremde Menschen, bis auf den Unterschied, dass es dieses Mal nicht so viele waren wie zuvor.
Zügig ging es in die Tutorien, um gleich mal ein paar Regeln an der Uni zu erfahren. Was haben wir erfahren? Neben wertvollen Tipps hat jeder von uns gemerkt, dass ein Mensch sich unmöglich so viele Namen auf einmal merken kann. Im Endeffekt wussten wir in den Tutorien nur von einander, dass die Person neben mir das Gleiche studieren will wie ich. Hah! Erstes Gesprächsthema gefunden. Das war‘s dann aber auch schon. Mehr war am ersten Tag mit Kontakte knüpfen einfach noch nicht drin.
Allein unter Fremden
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Wir hatten jedoch nicht an die örtlichen Kneipen und unsere Tutoren gedacht, die uns am selben Abend auf eine Kneipentour einluden. Frei nach dem Motto: Alkohol fördert die Kommunikation. Und auch an diesem Abend hat uns der Alkohol nicht im Stich gelassen. Aber auch ohne Alkohol fand man schnell Gleichgesinnte. Natürlich waren viele Gespräche beabsichtigt, aber manche wurden von den hinterhältigen Wirten und Tutoren kaltblütig geplant. Denn auf Grund der Anzahl der „Erstis“ war es so eng in den Räumen, dass man wohl oder übel mit jemandem völlig Fremden reden musste, auch wenn es sich dabei nur um ein „Hey. Darf ich mal vorbei?“ handelte. Sinn und Zweck des Abends war erfüllt, denn am nächsten Tag im Tutorium sah man die Kommilitonen plötzlich mit ganz anderen Augen. Schon wurden erste Gemeinsamkeiten entdeckt. Dann geht alles wie von selbst. Auf der Uni-Party lernt man den über den kennen und den Schwippschwager von dem und dessen Kumpel aus dem Kindergarten.
Alles wird gut!
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Schnell hat man kleine Grüppchen, mit denen man in Vorlesungen und Seminaren zusammen sitzt. Und auch die Mensa (mit ihrer unglaublichen Anzahl an hungrigen Studenten) wirkt weniger Angst einflößend, wenn ein paar bekannte Gesichter hier und da auftauchen. Denn wie gesagt, laut eigener Studie sind so schätzungsweise 70% alleine angefangen und bei den anderen Studenten hat‘s doch auch geklappt, warum nicht auch bei mir? Schließlich mögen mich meine Freunde von Zuhause doch auch… die tun zumindest immer so, als wenn. Lassen wir uns also nicht unterkriegen. Jeder war mal ein „Ersti“ und im nächsten Semester können wir wieder die Nächsten beobachten, die mit Sorgenfalten durch die Gegend laufen und versuchen, irgendwo Anschluss zu finden. Und wenn es gar nichts wird: Auf den Uni-Partys ein wenig Mut antrinken und einfach drauf los. Aber nicht zu viel, denn schließlich sollst du dich später noch an deine neuen Freunde erinnern. Keine Panik, wird schon werden… oder auch nicht… nee, Spaß! Kopf hoch und einfach mal sehen, was kommt, denn irgendwas kommt immer.
von Sarah Kotten

Chancengleichheit für alle
... auch an der Uni Vechta

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Die Menschenrechte sichern jedem einzelnen Chancengleichheit zu. Das heißt, jeder Mensch soll die gleichen Rechte und Möglichkeiten für den Zugang zu Bildung und die Teilhabe an der Gesellschaft haben.
Dieser Ansatz findet sich auch in der Gesetzgebung wieder. So soll zum Beispiel das viel diskutierte Antidiskriminierungsgesetz verhindern, dass jemand aufgrund seiner Herkunft, Religion oder des Geschlechts benachteiligt wird. Auch der Nachteilsausgleich für Menschen mit Schwerbehinderung oder chronischer Krankheit soll der Chancengleichheit dienen.
Doch all diese Rechte und Gesetze sind zunächst nicht mehr als schwarze Buchstaben auf ziemlich dünnem weißem Papier zwischen zwei Buchdeckeln. Um sie mit Leben zu füllen, müssen sie im alltäglichen Leben umgesetzt werden.
Rollstuhlgerechter Umbau
des Haupteingangs der Uni
Foto: Alexander Dressler
Nun reicht ein kurzer Blick auf unser Bildungssystem, um zu erkennen, dass Chancengleichheit auf vielen Ebenen nicht gegeben ist. Wie in kaum einem anderen Land hängen in Deutschland die Chancen eines Kindes vom Geldbeutel und dem sozialen Status seiner Eltern ab. Dies fängt beim Kindergarten an und hört in der Uni noch lange nicht auf.
Wenn dazu noch eine Schwerbehinderung oder eine chronische Krankheit kommt, dann kann von Chancengleichheit nicht mehr die Rede sein.
Stellt Euch vor, dass ihr im Rollstuhl sitzt und motorisch stark eingeschränkt seid. Ihr habt das Abitur geschafft und wollt nun studieren. Ihr schaut Euch also in der Hochschullandschaft um. Doch bevor ihr Euch eine Uni näher anschauen könnt, müsst ihr erstmal die Stadt prüfen. Sind die Innenstadt und der Supermarkt mit dem Rollstuhl befahrbar? Gibt es die Möglichkeit, barrierefrei zu wohnen? Gibt es Fahrdienste und Stellen, bei denen ich mir persönliche Assistenzen holen kann? Ist das alles zur Zufriedenheit gegeben, geht der Blick zur Uni. Kann ich hier mit den Anforderungen, die ich mitbringe, adäquat studieren? Oft ist die Antwort nein. Auch an der HS Vechta hätte es ein Student im Rollstuhl schwer. Er käme trotz des neuen Haupteingangs längst nicht überall hin und müsste immense Umwege in Kauf nehmen. Doch nicht nur die baulichen Vorrausetzungen würden ein Studium in Vechta erschweren oder ganz und gar unmöglich machen. Auch die im Landesgesetz verankerten Nachteilsausgleiche, welche sich in den Prüfungsordnungen widerspiegeln sollten, werden gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Selten ist in einer Prüfungsordnung ein Passus zu finden, welcher adäquate Prüfungsformen für Menschen mit chronischer Krankheit oder Schwerbehinderung zulässt. Hinzu kommt schließlich noch, dass das neue System von Bachelor/Master mit seinem sehr strengen Studienraster kaum Abweichungen zulässt. Doch ein Mensch, welcher zur Organisation seines Alltages sehr viel Zeit braucht, weil er viele Barrieren überwinden muss, benötigt eine flexible Uni, welche bereit ist, auch auf seine Bedürfnisse einzugehen.
An der HS Vechta gibt es jedoch niemanden, der sich dafür zuständig fühlt, die Rechte behinderter und chronisch kranker Studierender umzusetzen. Dadurch wird es Studierenden, welche ohnehin gegenüber ihren gesunden Kommilitonen benachteiligt sind, noch schwerer gemacht.
Es gibt jedoch seit dem vergangenen Semester eine Initiative an der HS Vechta, welche sich dafür einsetzt, das Bewusstsein zu stärken und die vorhandenen Lücken zu füllen. Leider steht diese sehr allein da. Es gab keine Unterstützung von Seiten des Studierendenparlaments und bisher auch keine des AStA. Das ist insofern schockierend, als dass der überwiegende Teil dieser Menschen doch einen sozialen Beruf ergreifen möchten.
Wenn Du diese Initiative unterstützen möchtest oder selber darunter leidest, dass Dir keine adäquaten Prüfungsformen zugestanden werden, dann kannst Du Dich unter ag.schwerbehinderung[at]yahoo.de melden. Hier kannst Du Information und Unterstützung bekommen.
Damit wir der Chancengleichheit ein kleines Stück näher kommen.
von Stefanie Bruns

Strahlend durchs Studium

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Dieses Mal trafen wir auf den Elektriker der Uni, Heinrich Luers. Bepackt mit einem kleinen quadratischen Mitbringsel, einem Buch zum Energiesparen, erfuhren wir nicht nur einige praktische Tipps zum nachhaltigeren Umgang mit Strom, sondern auch etwas darüber, was unser Hauselektriker außerdem macht, wenn er nicht gerade à la MacGyver-Manier alles dafür tut, dass wir strahlend durchs Studium gehen können. Der Stromtipp vorweg: Licht aus, wenn ihr den Seminarraum verlasst.
Foto: Hochschule Vechta
Wann und wie sind Sie zur Hochschule gekommen?
Ich hab vorher beim Elektrounternehmer in Visbeck gearbeitet, der seinen Laden dann zugemacht hat. Meine Vorstellung war es aber schon immer als Hausmeister zu arbeiten. Dann kam die Uni. Und das war 1983.
Da geben Sie im Grunde schon das Stichwort: Wie fühlt es sich an, 25 Jahre in einem Betrieb zu sein?
Kann man sich nicht vorstellen. Die sind so verflogen.
Das ist doch eine gute Sache, wenn man denkt, dass es gar nicht so lange war, dann muss die Arbeit ja eigentlich Spaß machen, oder?
Richtig, ist nicht schlecht.
Besondere Erinnerungen an diese 25 Jahre?
Wir waren zweimal auf einer Demo in Hannover. Die wollten die Uni schließen. Damals war ja nix los. 300, maximal 500 Studenten. Kein Vergleich zu heute! Dann sind wir mitgefahren nach Hannover und haben demonstriert.
Mit Erfolg. (beide lachen)
Ob das unser Erfolg war, weiß ich nicht.
Was gibt’s denn sonst noch für bewegende Momente?
Eine lustige Geschichte fällt mir noch ein: Da gab es mal einen Stromausfall im Seminarraum bei den Biologen im A-Trakt, und ich wurde gerufen. Die Studenten hatten Mikroskope aufgebaut, und nichts ging mehr. Der Fehler war schnell gefunden, und so bekam ich vom voll besetzten Seminarraum Applaus dafür.
Ja, schön! Zu ihrer Arbeit als Elektriker. Als Laie denke ich jetzt mal, dass Sie mindestens gut in Physik waren?
Als Kind hab ich Elektrikern bei der Arbeit zugesehen. Das hat mich fasziniert. Da hab ich dann selber rumgebastelt. Das war mein Ding, und das wollt ich dann auch machen.
Das Hobby also zum Beruf gemacht.
Ich habe auch noch andere Hobbys, so ist es nicht.
Ja? Was denn?
Damals hab ich Super8-Filme gemacht. 1984 war das. Da hab ich meine erste Kamera gekauft. Das war eine ganz einfache Stummfilmkamera und ich hab ich pausenlos gefilmt. Das ist mein 2. Hobby.
Ach so, und das betreiben sie heute auch noch?!
Natürlich, aber heute filme ich mit Video-Kamera.
Und irgendwelche besonderen Sachen oder Motive?
Hauptsächlich Familienaufnahmen, also eher privat. Wobei, einmal haben wir einen Sketsch an der Uni gedreht, aber das muss ja nicht in die Zeitung rein. (lachen)
Lüersche Filmaufnahmen werden wir also nicht an der Uni zu sehen bekommen. Schade. Wieder zurück zu Ihrer Arbeit als Elektriker hier an der Uni: Was heißt es, einen Tag Elektriker an der Hochschule zu sein?
Das ist eine ganze Menge. Geräteprüfung. Um die Telefonanlage kümmere ich mich auch. Fast täglich schalte ich da Telefone um oder frei. Leuchtmittel wechseln gehört ja sowieso dazu. Ich habe das mal durchgerechnet, wie viele Glühbirnen und Röhren ich in den vergangenen 25 ausgewechselt habe: Das waren ca. 46.000 Stück.
Wow! Wahnsinn!
Nun, dann bin ich da, wenn der Strom ausfällt oder auch für die Aufzüge.
Gab’s den Fall schon mal, dass jemand stecken geblieben ist?
Also nicht bei mir, ich hab noch keinen rausgeholt. Mein Kollege hat mal jemanden aus dem Aufzug in der Bibliothek befreit.
Apropros Bibliothek. Was passiert da eigentlich genau, von wegen Umbauarbeiten?
Also im nächsten Jahr gibt’s da erst wesentliche Änderungen, dann kommt dann nämlich die Ausleihtheke nach unten.
Oh, interessant. Was kann die Hochschule denn noch gebrauchen – was wünschen Sie ihr für die nächsten 25 Jahre?
Dass es weiter so aufwärts geht wie jetzt…, dass sie dann baldigst eine Universität ist.
Ja. Und für sich selbst?
Für mich selbst? Gesundheit.
Ist was für die nächsten 25 Jahre geplant, gibt’s da noch was, steht da noch was an?
12 Jahre hier noch, denk ich. Dann bin ich im Rentenalter. Und danach… mein Leben genießen.
Das Interview führte René Kohn.

Fetaschnitzel mit Olivendip

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…dazu Salat
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für 4 Personen
Zutaten:
  • 600g Fetakäse
  • 1 Ei
  • 50g Mehl
  • 100g Paniermehl
  • Salatbeilage
Olivendip:
  • 100g Majonaise
  • 100g Saure Sahne
  • 50g gefüllte Oliven
  • Salz, Pfeffer, etwas Zucker
    (zum Abschmecken und die Zutaten verrühren)
Foto: Björn Franke
Für die schnelle vegetarische Küche ist dieses Menü hervorragend geeignet. Dass „schnell“ und „vegetarisch“ nicht gehe, verfliegt mit der ausgezeichneten Verwendung des übrigen Olivendips zu den abendlichen Crackern. Gut geeignet für die studentische Küche.
Den Fetakäse schneidet Ihr in 1 cm dicke Scheiben. Mit Mehl, Ei und Paniermehl panieren und bei 170° C goldbraun backen. Dazu empfiehlt Melanie Haskamp, Beiköchin unseres Mensapersonals, eine Salatbeilage. Guten Appetit!
Mensateam Vechta und Johanna Olberding

Leberkäse an einer leichten Bratenjus

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…dazu Kartoffelsalat
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für 4 Personen
Zutaten:
  • 4 Scheiben Leberkäse a 190g
  • Öl zum Braten
  • Süßer Senf
  • 0,3 l Bratensoße
  • Kartoffelsalat je nach Geldbeutel von Aldi oder Combi
Wir holen Süddeutschland in unsere nordische Studentenküche und bereiten uns heute Leberkäse an einer leichten Bratenjus zu. Dazu gibt es Kartoffelsalat (ganz ehrlich, den zwischen zwei Vorlesungen selbst zu machen dauert zu lange). Ein Plus: die Kombination warm und kalt reizt die Nerven und bringt dadurch besonderen Genuss. Den Leberkäse gibt es im Kühlregal, meist auch schon in Scheiben geschnitten. Ihr bratet ihn von beiden Seiten an und serviert ihn auf einem warmen Teller (dazu den Teller kurz in die Mikrowelle oder den Ofen stellen) pfannenheiß mit dem Kartoffelsalat. Zu dem Menü ein Neuburger Weißwein mit seinem milden, vollmundigen Geschmack serviert: nicht zu Mittag, sondern zum Dinner mit Kerzenschein – romantische deutsche Küche.
Mensateam Vechta und Johanna Olberding

Zimmer frei?

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Heute gab es was zu feiern, und fast alle WG-Mitglieder waren da, außer Nadine, unsere Mo-Di-Mi-Studentin. Bob wird 30! Zur Feier des Tages kredenzte er uns etwas aus seinem Privatanbau.

Da klingelte es an der Tür. Das musste der Typ sein, der sich das leere Zimmer angucken wollte. Tatsächlich, vor der Tür stand unser neuer potenzieller Mitbewohner, Marke „Steve Urkel“, nur dass er Joachim hieß.

Als wir Joachim endlich dazu gebracht hatten, unser Wohnzimmer zu betreten, machten wir ihn mit uns und unseren Gepflogenheiten vertraut.

Das Nächste, was wir dann von Joachim sahen, war die Rückansicht seines Pullunders, als er die Flucht ergriff. Er sagte noch so etwas wie, dass er keine Perspektiven in dieser WG hätte und dass wir unser Leben mal überdenken sollten. Nun gut, 20 Semester zu studieren und es sich nicht anmerken zu lassen, ist schon ne reife Leistung.
Aber so werde ich ja niemals enden. Ich bin ja auch erst im 6., äh… 7. oder doch schon im 8 Semester?
Wird es weitergehen? Wird es eine neue Folge geben? Oder war dies der Abschied von unserer vertrauten WG? Dies und vieles mehr erfahrt ihr in in der nächsten Ausgabe, im Januar 2009.
Texte: Melanie Ehlert und Jessica Barbato
Kulissen: Melanie Ehlert
Fotos: Björn Franke

Wenn Männner krank sind…
... über Fallobst- und Kranksheitsmomente

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Da liegt er nun… zusammengekauert, wimmernd, winselnd, jammernd. Mit zitternder und vor Krankheit geschwächter Stimme verkündet er: „Scha…schahatz…ich glaub, ich bin krank…“ und sinkt erschöpft zusammen. Sein flacher Atem, seine geröteten Augen und sein lautes Schniefen unterstützen seine waghalsige These, tatsächlich! Eine todbringende Erkältung.
Mal ehrlich, liebe Männer, Ihr wollt früher Mammuts gejagt und Schlachten geschlagen haben? Zugegeben, es gibt auch Männer der Kategorie: Eine Erkältung ist der sichere Tod, aber wenn wirklich etwas Ernstes, ist verschweige ich es besser – plötzliche Dissimulation und Bagatellisierung. Welch verquere Welt. Ich meine, wovor habt ihr Angst? Dass ihr im Allgemeinen schlecht warten könnt, ist uns Frauen ja bekannt, aber ist zum Arzt gehen in eurem Kopf ein Zeichen von Schwäche? Der Nachbar könnte einen ja sehen, wenn man vermummt die Praxis betritt! Auf dem Sofa rumjammern und ins Kissen zu schniefen ist natürlich viel männlicher, ihr habt schon Recht. Rein biologisch betrachtet müsst ihr euch eh damit auseinandersetzen, dass ihr von der Natur auf den Tod programmiert werdet, sobald ihr euer reproduktionsfähiges Alter erreicht habt. Immer noch eine Tatsache, und die hab ich mir nicht mal ausgedacht. Aber dieser Tod wird bestimmt nicht durch eine Erkältung eingeläutet, auch wenn ihr euch in diesem Moment so fühlen möchtet. Die Krone der Schöpfung, der Mann, durch einen klitzekleinen Virus plötzlich zu Fallobst geworden, tja. Aber manchmal sind es gerade diese Fallobst-Momente, die euer Inneres offenbaren und uns Frauen weich werden lassen. Da sitzt das kleine, kümmerliche, schniefige Etwas mit der roten Nase und krächzt nach einem Tee… kann man ihm das verwehren? Eigentlich bin ich froh über den Lauf der Dinge… die Regelung der Natur. Unsere testosteron gesteuerten Freunde sind zwar arg im Nachteil, was die Gesundheit angeht, aber so können wir Östradiol-Vertreter zeigen was in uns steckt.
© RainerSturm / PIXELIO
Liebe Männer ganz ehrlich, ihr könnt froh sein, dass wir das mit dem Kinderkriegen und den Menstruationsbeschwerden übernehmen. Herrje, nicht auszudenken wie es andersherum wäre…
von Melanie Ehlert
Männer und ihr Verhalten während einer Krankheit sind vor allem für Frauen schwer nach zu vollziehen. Zunächst gibt es drei verschiedene Arten von Männern und wie sie mit Krankheit umgehen: Die einen behaupten, dass sich auch ein offener Oberschenkelhalsbruch ganz leicht mit Pferdesalbe kurieren lässt. Dem ist definitiv nicht so, aber manche leiden lieber als Schwäche zu zeigen. Andere dagegen meinen, dass ein Kratzen im Hals sofort ein Anflug von SARS ist und sie sich deswegen schnellstmöglich in Quarantäne begeben müssten.
Die dritte und am meisten verbreitete Art sind Männer, die eine normale Erkältung ausnutzen, um drei Wochen flach zu liegen und sich wahlweise von Mutti oder der Freundin pflegen zu lassen. Lieber allerdings von Mutti, denn man will der Freundin gegenüber keine Schwäche zeigen, so dass man mal eben sämtliche Treffen für die nächsten Wochen im Voraus absagt. Denn mal ehrlich, es ist doch wirklich mehr als peinlich, im Bett zu liegen, Tee zu schlürfen und umringt von verrotzten Taschentüchern zu sein, während die Superfrau den dahinsiechenden Freund bemitleiden muss und den Dreck, den er über die letzte Woche angesammelt hat wegräumen „darf“.
Dazu hat Frau natürlich auch recht wenig Bock. Ein herausragender Grund für eine solche Unlust ist nicht unbedingt, dass das ganze ziemlich ekelig werden kann, sondern dass der Anblick des kranken Freundes als Blick in die Zukunft erschreckt: Kranker Ehemann, kranke Kinder, Frau darf alles machen, aber keinen interessiert‘s, wenn die Frau krank ist.
Deswegen wird also eine blöde Ausrede gefunden, die die Freundin akzeptiert und dann wird zu einem großen Teil zu Hause bei Mami gekränkelt. Denn die hat immer ein paar Tipps auf Lager, von denen wir wissen, dass sie sicher nichts gegen die Erkältung bringen werden. ABER: Dafür müssen wir uns nicht bewegen und können endlich unser Beachtungsdefizit wieder ausgleichen. Denn wenn sich jemand Sorgen um uns macht, dann die Frau, mit der wir den größten Teil unseres Lebens bereits verbracht haben. Sie kocht nicht den ekeligen Kamillentee, sondern den schönen Instant-Zitronentee, denn der schmeckt einfach besser. Sie bekocht uns, denn trotz guter Mensa schmeckt es einfach nirgendwo so gut wie zu Hause. Sie räumt voller Freude und Dankbarkeit hinter uns her, weil wir den Mülleimer mit den Rotzfahnen einfach nicht treffen können.
Und warum? Das ganze Leben ist ein Geben und Nehmen. Auch dessen sind wir Männer uns bewusst. Und wenn wir uns mal wieder seit 10 Wochen zu Hause nicht gemeldet haben, ist eine Erkältung der perfekte Grund wieder in die alte Heimat zu fahren. Die Familie freut sich uns zu sehen und Mama ganz besonders. Denn entgegen jeglichem Empfinden, dass sich Eltern freuen, wenn die Bälger endlich aus dem Haus sind, brauchen Mütter immer mal wieder das Gefühl, gebraucht zu werden und benötigen ein Zeichen von uns, dass wir sie trotz der fantastischen Freundin neben uns nie vergessen. Also nehmt uns das nicht so krumm, liebe Damen der Schöpfung!
von Sebastian Dargel

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