No 11 – Januar 2009
Inhaltsverzeichnis:
- [↓] PDF: Ausgabe 11 (PDF-Version)
- [↓] Test: Die uniVista-Suchtberatung
- [↓] Interviews - uniVista im Gespräch: Kuschelpädagogik und Wuthöhle
- [↓] Gesellschaft: Offener Brief an die Kinder von morgen
- [↓] Literatur - Mein erstes Mal: Poetry Slam
- [↓] X-treme: Extrem, extremer, Tai Chi – Eine Woche Hochschulsport
- [↓] Studium: Das Ausland im Inland – und wie vom Inland ins Ausland
- [↓] Gesellschaft: Lehrer vs. Pädagogen
- [↓] Gesellschaft: Pädagogik – eine unterschätzte Profession?
- [↓] unterwegs: Wilhelmshaven – Maritime Erlebnisse
- [↓] uniVista: Auf der Jagd nach Katia S.
- [↓] Studium: Auf der Jagd nach APs
- [↓] Musik - Studium: Vom Potential der Musik im Religionsunterricht
- [↓] Perlen der Bibo: Von “ABC” bis “Autor”, von “Zähne” bis “Zusammenspiel”
- [↓] Perlen der Bibo: Von Freunden und Feinden, von Leib und Leben
- [↓] Literatur: Vampire, Drachen und Magie
- [↓] Studentisches: allmaXXimal leben?!
- [↓] Studentendinner - vegetarisch: Gefüllter Gemüsetortilla mit Sauce
- [↓] Studentendinner: Seelachs mit Kartoffeln
- [↓] AStA informiert: Wahlen an der Hochschule Vechta
- [↓] uniPlay: und wenn das fünfte Lichtlein brennt…
- [↓] Horoskop: Dein Horoskop für 2009
- [↓] Kolumne: R-Ziehung in der B-Ziehung
Kuschelpädagogik und Wuthöhle
Mittlerweile ist die Fernsehlandschaft nicht mehr ohne die zahlreichen Sendungen mit scheinbar pädagogischem Format vorstellbar. Quote und Nachfolgeproduktionen geben zu erkennen: Die Nachfrage beim Zuschauer ist vorhanden, danach etwa, wie man sich zu verhalten hat, wenn etwas schief läuft in der Familie, eingedenk des Haustieres. Im multimedialen Rahmen erhalten die Bedürftigen Hilfe von Experten, oftmals Diplompädagogen, welche mit Rede und Tat und manchmal auch fragwürdigen Konzepten zur Seite stehen. Disziplin, Regeln, Prinzipien sind dabei immer wieder Schlagwörter, die fallen. Greift das Verständnis von Pädagogik durch und in den Medien zu kurz? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden geklärt werden. Als Gesprächspartner stand uns Dipl.-Päd. Andreas Hoenig zur Verfügung.
Greift das Verständnis von und durch die Medien zu kurz?
Also wenn ich mir die Medienformate, dir mir bekannt sind, betrachte, dann wird da ein Verständnis von Pädagogik kolportiert, das techniklastig ist und eine Heilsbringung in Extremsituationen verspricht, die ich für nicht machbar halte. Ich schließe mich damit Kritiken, zum Beispiel des DJI (Anm. d. Red.: Deutsches Jugendinstitut) an, die deutlich sagen, dass etwa die Frage der Nachhaltigkeit überhaupt nicht nachgewiesen ist. Ich bin aber auch nicht ausschließlich negativ-kritisch eingestellt gegenüber medialer Aufbereitung solcher Formate. Nur die Art und Weise, wie es gegenwärtig geschieht, finde ich mindestens fragwürdig.
„Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank vorgeht, umso höher ist die Quote.“
Einmal etwas überspitzt formuliert: Jura-Studium bei Salesch (wahlweise auch bei anderen Gerichtsshows) und Pädagogikstudium bei Super Nanny? Verwirklicht sich hierin ein Bildungsauftrag der Medien?
Mit Sicherheit nicht. Vielmehr sind die Quoten von 15% und mehr ein Hinweis darauf, dass es einen absolut hohen Bedarf gibt. An der Stelle bin ich ein Befürworter medialer Bearbeitung solcher Fragen und ein Befürworter dessen, dass wir uns des Mediums Fernsehen bedienen, weil das nun einmal das Medium Nummer 1 Deutschlands ist. Aber natürlich sehe ich die mediale Aufbereitung, wie sie vor allem durch die Privatsender passiert, kritisch. In Videoclipform werden dramatische Lebenssituationen festgehalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt – da kann ich mich nur dagegen verwehren. Das kann so nicht sein. Was nicht heißt, dass das nicht grundsätzlich so sein kann.
Kommen wir doch einmal zu dem Auftrag von RTL. Laut RTL.de ist nämlich das Ziel der Super Nanny „eine fundierte Analyse, Besprechung der Erziehungssituation und eine individuelle pädagogische Beratung für die Eltern zu leisten“. RTL will nach eigener Aussage „mit diesem Format einerseits den betroffenen Familien eine Hilfestellung bieten, andererseits aber auch dem Zuschauer anhand von unterschiedlichen Fällen Lösungsansätze für Probleme in der eigenen Familie aufzeigen.“
Glauben Sie, dass dies mit diesem Format geschieht?
Glauben Sie, dass dies mit diesem Format geschieht?
Das bezweifel ich. Ich bezweifle sogar den Ansatz. Natürlich versucht sich RTL in der Öffentlichkeit darzustellen, sozusagen, dass es kein Format sei, das auf Quote angelegt ist. Diese Darstellung halte ich für schlichtweg falsch. Natürlich agiert vor allem die Frau Saalfrank – und das ist im Grunde auch überhaupt die einzige, worüber ich mir ein Urteil erlauben kann – pädagogisch. Aber das Heilsversprechen, das da gebracht wird, ist, du hältst dich an einen gewissen Regelkatalog, Familienregeln – vom „Stillen Stuhl“ hat sie Gott sei Dank Abstand genommen – und dann ist das machbar. Die Krise ist anhand von ein, zwei, drei Interventionsmöglichkeiten, die sie zur Verfügung stellt, gelöst. Das ist vor dem Hintergrund der Sozialen Arbeit und der Arbeit mit Familien so nicht richtig. Es geht halt nicht so einfach. Und es werden wesentliche Aspekte, die wir als Vertreter der Sozialen Arbeit für wesentlich halten, außer Acht gelassen. Die Darstellung der Betroffenen, auf Seiten der Eltern vor allem die betroffenen Mütter, im Sinne von erzieherischer Inkompetenz, die Kinder als Monster, was sie de facto nun mal nicht sind, und die Väter finden weitestgehend überhaupt nicht statt – da wird ein Familienbild kolportiert, das nicht der Realität entspricht. Dramatische Verkürzung.
Glauben sie, dass eine öffentliche Preisgabe des Privatlebens vor der Fernsehnation eine langfristig wirksame Stigmatisierung für die zur Schau gestellten Kinder, die Eltern, die übrigen Familienmitglieder und das weitere familiäre Umfeld zur Folge haben kann oder ist diese laut gewordene Kritik ebenfalls zu sehr in den Medien dramatisiert worden?
Also die Stigmatisierungseffekte, die da stattfinden, haben ihren dramatischen Höhepunkt erreicht bei dieser Folge mit dem 13-jährigen Mädchen. Und das war für mich genau der Punkt, an dem RTL sich mit seinem hehren Anspruch widerspricht. Nach meinem Kenntnisstand haben eine Mutter und ihre Tochter per einstweiliger Verfügung versucht, die Ausstrahlung des Formats zu verhindern, was nicht gelungen ist aufgrund vertraglicher Verbindungen, so dass es zur Ausstrahlung der Sendung kam. Mit der Folge, dass dieses Mädchen zumindest einen kurzfristigen psychiatrischen Aufenthalt und einen Zusammenbruch hatte. Und das konterkariert das, was RTL auf seinen Internetseiten als pädagogisches Format verkauft. Damit wird deutlich, worum es geht. Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank – und wir haben beide die gleiche Ausbildung genossen – vorgeht, umso höher die Quote. Das gipfelt dann darin, dass ein 3-jähriges Kind auf dem Stillen Stuhl sitzen muss. Ein 3-jähriges Kind! Und da mache ich auch eine deutliche Kritik fest an Frau Saalfrank, die sich hier sozusagen vor den Karren des Senders spannt. Aber sie handelt nicht durchgängig unpädagogisch.
„Mich erinnert Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.“
Wobei man sagen muss, dass gerade dieses Element ja aus der Sendung verschwunden ist. Es gibt keine stillen Orte mehr, weder Stuhl noch Treppe. Dieser Kritikpunkt, der auch laut geworden ist in den Medien, wurde also berücksichtigt. Haben Sie noch eklatant andere Puntke, die für Sie negativ auffallen?
Ein ganz wesentliches Moment, das für Schwierigkeiten bei diesem Format sorgt, ist diese Zeitschiene. Frau Saalfrank ist im Grunde genommen gezwungen sofort zu agieren, und das in ausgesuchten, höchst eskalativen Familien, die kein repräsentativer Querschnitt durch die Erziehungsrealität auch schwieriger Familien sind. Jetzt wissen wir, dass diese schnellen Reaktionen ein hohes Fehlerrisikio in sich birgt. Ich habe diese Sequenz vor Augen, wie sie über Funk coacht. Jetzt dies, jetzt das, jetzt jenes. Da stellt sich für mich die Frage: Was lernt ein Mensch an Erziehungskompetenz, wenn er so eine aus dem Psychodrama abgeleitete Methode des Alter Ego machen soll, also ferngesteuert agiert? Die Erziehungskompetenz wird hierdurch nicht erhöht. Der Kritikpunkt ist ganz klar die Reduzierung auf eine sehr technisch ausgerichtete Soziale Arbeit. Techniken sind die Lösung. Das alleine kann so nicht stimmen.
Es gibt natürlich auch eine umfassende Kritik der Deutschen Gesellschaft für Systemische Beratung, die sich absolut distanziert. Und natürlich distanzieren sie sich, weil es zuwider läuft gegen Grundsätze Sozialer Arbeit. Ich habe in Familien mit schwierigen Kindern gearbeitet. Und ich weiß, dass sich die Arbeit anders darstellt. Es gibt eben nicht den schnellen Erfolg. Und das, was das Format Super Nanny hier vorgibt, deckt sich eben hierin nicht mit meinen Erfahrungen. Außerdem muss ich sagen, dass ich es keiner Familie, mit der ich zusammengearbeitet habe, zugemutet hätte, diese Extremsituationen medial zur Schau zu stellen. Das ist mehr als grenzwertig. Das ist ethisch verwerflich.
Es gibt natürlich auch eine umfassende Kritik der Deutschen Gesellschaft für Systemische Beratung, die sich absolut distanziert. Und natürlich distanzieren sie sich, weil es zuwider läuft gegen Grundsätze Sozialer Arbeit. Ich habe in Familien mit schwierigen Kindern gearbeitet. Und ich weiß, dass sich die Arbeit anders darstellt. Es gibt eben nicht den schnellen Erfolg. Und das, was das Format Super Nanny hier vorgibt, deckt sich eben hierin nicht mit meinen Erfahrungen. Außerdem muss ich sagen, dass ich es keiner Familie, mit der ich zusammengearbeitet habe, zugemutet hätte, diese Extremsituationen medial zur Schau zu stellen. Das ist mehr als grenzwertig. Das ist ethisch verwerflich.
Dann würde uns doch einmal interessieren, was Sie der Super Nanny unter vier Augen sagen würden?
Ich glaube, ich würde ihr tatsächlich sogar zu ihrem Mut gratulieren. Ich meine, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und zu agieren, da ist es vollkommen klar, dass sie dann auch Projektionsfläche wird. Sie stellt sich sozusagen zur Verfügung in ihrem beruflichen Handeln. Da gehört Mut zu, vor allem, wenn man sich einmal anguckt, dass viele Agierende der Sozialen Arbeit große Angst davor haben, dass man in ihre Karten guckt – diese Angst scheint sie überwunden zu haben. Sie stellt sich selbst ja auch öffentlich dar. Und sie hat ja auch gerade zu Anfang große Schwierigkeiten gehabt. Was ich gut finde ist, dass sie versucht, Einfluss zu nehmen auf eine weitere Pädagogisierung. Und das mache ich fest an der letzten Folge, die gelaufen ist, die dann medial aufgearbeitet wurde als ihre erste Niederlage. Frau Saalfrank gibt auf. Die Inobhutnahme. Da finde ich, dass sie absolut richtig reagiert hat. Sie hat nicht die schnelle Lösung geliefert, sondern ganz klar gesagt, da sei eine Grenze für sie, das könne sie nicht. Das war keine Niederlage, das war ein Sieg. Ich würde ihr den Mut auch hausintern wünschen, dass sie weiter versucht, das Format pädagogischer zu gestalten. Das ist zurückzuführen auf die Person Saalfrank, nicht auf den Sender, mein Eindruck. Und ich würde sie natürlich versuchen zu motivieren, das Format dahingehend zu verändern, dass erstens dieses Heilsversprechen ein bisschen relativiert wird und dass sie zweitens eine höhere Aufmerksamkeit auf den Schutz der Klienten legt. Andere Sender, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, nehmen sich auch den Erziehungsfragen an, aber die tun das anders.
„Es macht wenig Sinn, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft verstehen.“
Nun, aber gerade was den Schnitt und die Schnitttechnik angeht, kann man ja auch nachlesen, dass Frau Saalfrank selbst hierauf keinen Einfluss hat.
Nun, ich gebe jetzt auch ein Interview und weiß gar nicht, was nachher in der uniVista steht und wie das dann dargestellt wird.
Richtig. Das wird mediengerecht aufbereitet.
Weiter im Programm: Sie hatten gerade schon den hohen Marktanteil angesprochen und meinten, das sei Ausdruck von Bedarf. Meinen Sie nicht auch, dass sich dahinter ein Ausdruck von Sensationslust gleichsam verbirgt?
Weiter im Programm: Sie hatten gerade schon den hohen Marktanteil angesprochen und meinten, das sei Ausdruck von Bedarf. Meinen Sie nicht auch, dass sich dahinter ein Ausdruck von Sensationslust gleichsam verbirgt?
Ich glaube, es ist beides. Wesentlicher für mich ist jedoch ganz klar die Message, dass es Bedarf gibt. Vielleicht müssen wir uns fragen: Wie können wir diesen Bedarf auch verantwortlich befriedigen? Wie kann sich die Soziale Arbeit oder auch die Familienarbeit in der Öffentlichkeit anders darstellen? Oder auch die Arbeit mit Ausreißern oder ähnlichem. Es sind ja verschiedenste Formate. Natürlich geht‘s dabei auch um die Befriedung einer Sensationsgier, eines gewissen Voyeurismus. Und diese ganzen Sendungen, auch diese Ausreißer-Formate, zeichnen sich dadurch aus, dass ein Bild von Kindern und Jugendlichen gezeigt wird, das sie an den Symptomen misst. Wir gucken nur auf die Person und nicht auf das Symptom. Das ist das, was wir predigen. Du bist gut, dein Verhalten ist schlecht. Und so werden Menschen über ihr Verhalten oder über Verhaltensspitzen, wenn man so will, stigmatisiert. Also es ist nicht der Sven, sondern der jugendliche Ausreißer.
Wie realitätsgetreu ist das Format?
In der Realität stellen sich familienunterstützende Maßnahmen im Sinne von SPFH (Anm. d. Red.: Sozialpädagogische Familienhilfe) oder auch Familientherapien als langfristig angelegte Hilfsmaßnahmen dar. Die durchschnittliche Behandlungsdauer einer SPFH ist auf zwei Jahre angelegt und nicht auf einige wenige Wochen. Also erinnert mich Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.
Ein aktuelles Format, das für Sie derzeit einen pädagogischen Auftrag erfüllt?
In den Dritten des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens finden sich solche Sendeformate durchaus, aber auch die Sendereihe 37° im ZDF kann hier genannt werden. Auch hier gab es schon solche Folgen. Da sollten die Leute von RTL mal reinschauen, wenn sie das, was sie im Internet veröffentlichen, ernst meinen. Aber es ist natürlich klar, dass hier unterschiedliche Zielgruppen bedient werden sollen.
Es wird jedoch auch klar: Das Fernsehen bleibt das Bildungsmedium Nummer 1. Und wir nehmen es nicht wirklich wahr. Also es könnte ja auch von Seiten der Sozialen Arbeit versucht werden, aktiv solche Formate zu bilden, die dann wissenschaftlich abgesichert sind. Aber ich sehe diese Initiative nicht, das heißt aber auch, dass es wenig Sinn macht, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft zu verstehen.
Es wird jedoch auch klar: Das Fernsehen bleibt das Bildungsmedium Nummer 1. Und wir nehmen es nicht wirklich wahr. Also es könnte ja auch von Seiten der Sozialen Arbeit versucht werden, aktiv solche Formate zu bilden, die dann wissenschaftlich abgesichert sind. Aber ich sehe diese Initiative nicht, das heißt aber auch, dass es wenig Sinn macht, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft zu verstehen.
Haben Sie denn eine Idee, wie eine Sendung aussehen könnte, die einen pädagogischen Inhalt hat und eine Hilfestellung für den „kleinen Mann“ sein kann?
Das ist eine gescheite Frage. Also ich hab das Konzept nicht im Schreibtisch. Mir ist im Augenblick auch keins bekannt. Aber ich glaube, dass deutlich geworden ist: Es gibt den Bedarf, und das vielleicht nicht nur aus Sensationsgier. Die Verzweiflung der Menschen in dieser Situation, und zwar aller Menschen, der kleinen und der großen, die da drin sind, ist immens. Stellen Sie sich mal den Alltag vor. Sie haben ja kein Alternativleben, selbst wenn sie sagen: Ich hab jetzt hier die Nase voll und geh in das nächste. Das können sie nicht.
„Ich werde mich auch in Zukunft nicht abends vor die Röhre quetschen, um eine pädagogische Fortbildung zu nehmen.“
Sie haben darauf hingewiesen, dass man das Bildungsmedium Fernsehen auch als eine Herausforderung für die Soziale Arbeit begreifen kann. Medienerziehung an der Hochschule Vechta. Findet das statt oder eher nicht?
Es gibt innerhalb der Studiengänge die Möglichkeit, medial zu arbeiten. Wir nutzen, ich kann das zumindest für unseren Fachbereich sagen, durchaus auch Medien. Wir tun das aber meiner Meinung nach noch nicht in der Form, wie wir das sollten. Ich halte das für ausbaubar.
Gibt es da Wunschvorstellungen?
Natürlich wäre eine bessere technische Ausstattung, welche die Arbeit mit neuen Medien möglich macht, gut. Also ich bin in meinen Veranstaltungen, ich kann das ja nur für meine sagen, ein recht techniklastiger Dozent. Ich würde das aber noch ausbauen wollen.
Ich halte das auch für ein geeignetes Medium. Nicht, um den Studierenden 90 Minuten einen Film zu zeigen, und das war dann meine Veranstaltung. Aber eine gezielte Anwendung medialer Formate, um Theorie durch Praxis zu unterfüttern, halte ich für sinnvoll.
Ich halte das auch für ein geeignetes Medium. Nicht, um den Studierenden 90 Minuten einen Film zu zeigen, und das war dann meine Veranstaltung. Aber eine gezielte Anwendung medialer Formate, um Theorie durch Praxis zu unterfüttern, halte ich für sinnvoll.
Kommen wir zu einer Frage, die wir uns im Rahmen eines Streitgespräches in dieser Ausgabe stellen: Sind Lehrer Pädagogen?
Ja. Natürlich sind Lehrer Pädagogen.
Warum? Der pädagogische Anteil ist doch sehr gering im Studium.
Wie würden Sie das bezeichnen, wenn erwachsene Menschen sechs Stunden täglich mit Kindern arbeiten im Sinne von Bildung und Erziehung? Ich nenne das Pädagogik. Also natürlich sind Lehrer Pädagogen. Sozusagen Bildungspädagogen. Ich kann kein unpädagogischer Lehrer sein. Ich bin vielleicht ein schlechter oder guter Pädagoge, wie immer man das auch festmachen will. Aber ich bin einer als Lehrer. Man könnte die Frage ja erweitern: Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.
(Es wird gezweifelt.)
Jetzt sehe ich ganz kritische Mienen. Aber natürlich sind wir das.
„Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.“
Nun, aber der größte Anteil der Dozierenden, gerade auch in der Professorenschaft, sind sich ihrer Stühle doch sehr sicher und nehmen einen pädagogischen Auftrag nicht wirklich wahr. Da werden die Veranstaltungen 08/15 runter gerissen, welche Motivation da auch immer hinter steckt.
Da werde ich mich jetzt nicht zu äußern. Ich würde ganz gerne noch einmal zu den Lehrern zurückkommen. Ich kenne eine ganze Menge Lehrer. Ich weiß, dass in dieser Berufsgruppe ganze viele Leute ganz engagiert arbeiten. Ich lebe mit einer Lehrerin zusammen, und ich sehe und ich weiß, wie sie ihren Job macht. Und ich bin mit Lehrern befreundet, von denen ich weiß, dass sie sich einen Kopf um „ihre“ Kinder machen. Ich erlebe an Schulen eine zunehmende Bereitschaft, sich pädagogischen Fragestellungen zu öffnen, und zwar durch alle Schulformen hinweg, bis zum Gymnasium. Und ich habe in meiner kurzen Zeit, in der ich hier als Lehrender tätig bin, und in der Zeit, in der ich an Schulen tätig bin, um Konflikte zu lösen und Leute fortzubilden, festgestellt, dass die sich sehr stark öffnen. Also ich bin auf jeden Fall bereit, eine Lanze für Lehrer zu brechen. Für mich ist ein Lehrer ganz klar ein Pädagoge und er hat für mich den Anspruch darauf, dass ich ihn a) ernst nehme und dass ich ihm b) gute Motive unterstelle. Und wie in jeder Berufsgruppe mag es vereinzelt Leute geben, wo man sagt, naja, vielleicht hast du die falsche Berufsentscheidung getroffen. Aber das passiert auch bei Dachdeckern. Aber sagen Sie mir, waren Sie schon einmal in der sechsten Klasse, Hauptschule? Dann erzählen Sie mir mal, wie Sie das unpädagogisch lösen, wenn man rein versucht, Bildung zu vermitteln. Aber vielleicht sollte man darüber nachdenken, ob man den Bereich Pädagogik – pädagogische Ziele bieten wir an im Lehramtsstudium – ein wenig mehr betont in diesem Studium. Ich glaube nämlich sehr wohl, dass die pädagogischen Herausforderungen nicht geringer werden.
Eben das wäre auch eine Frage: Inwiefern spiegelt sich dieses pädagogische Mehrbedürfnis, welches Sie gerade attestiert haben, im Lehramtsstudium überhaupt wider?
Also die genuine Aufgabe von Lehrern ist Bildungsvermittlung. Aber nichtsdestotrotz ist der pädagogische Auftrag vorhanden. Und ich glaube auch immer noch, dass wir Nachbesserungsbedarf haben. An einer Hochschule, die so aufgestellt ist wie unsere, ist es natürlich möglich, genau an der Stelle sozusagen nachzubessern. Ich halte heute Abend zum Beispiel ein Seminar, wo ich Studierende – allerdings der Sozialen Arbeit – dahingehend befähige, Sozialkompetenztraining an Schulen zu geben. Die werden das in der Praxis durchführen.
Da kann man als Lehramtskandidat direkt neidisch werden. Unser pädagogisches Studium ist praxisfrei. Das, was Sie schildern, wäre wünschenswert. Also auch einmal in die Praxis zu gehen und unter diesem Aspekt Erfahrungen zu sammeln.
Da bin ich natürlich mit dem Curriculum zu wenig vertraut. Aber noch einmal: Auch die Öffnung der Schulen hin zu mehr Sozialpädagogik findet statt. Das von der Bundesregierung initiierte Projekt „Jugendhilfe und Schule“, das sich zunächst der Vermittlung von Neunt- und Zehntklässlern in den Arbeitsmarkt beschäftigte, das fruchtet ja. Also ist Soziale Arbeit in den Schulen angekommen. Sie finden kaum noch eine Hauptschule, die nicht mit Sozialen Arbeitern ausgestattet ist, wenngleich es davon auch noch zu wenige gibt. Meistens ist das dann eine halbe Stelle für eine Schüleranzahl von 300 bis 600. Also die Kollegen, die da arbeiten, könnten noch eine ganze Menge Support gebrauchen. Aber Tatsache ist, da findet etwas statt.
Nun, es ging jetzt auch nicht darum, dass angehende Lehrer die gleiche Ausbildung erfahren wie angehende Soziale Arbeiter, aber darum, dass man Einblicke gewinnt. Dass die Kommunikation, auch für späterhin, besser klappt und die Konkurrenz zwischen Pädagogen und Lehrern herausgenommen wird, gerade im Bereich Schule.
Andreas Hoenig wurde
am 1. Februar 1963
geboren. Er ist
Diplompädagoge und
seit WS 2007/08 als
Lehrkraft für besondere
Aufgaben an der
Hochschule Vechta
beschäftigt. Er ist
Sozialtherapeut in
der Jugendhilfe und
AAT/CTT-Trainer.
am 1. Februar 1963
geboren. Er ist
Diplompädagoge und
seit WS 2007/08 als
Lehrkraft für besondere
Aufgaben an der
Hochschule Vechta
beschäftigt. Er ist
Sozialtherapeut in
der Jugendhilfe und
AAT/CTT-Trainer.

Foto: Andreas Hoenig
Ja, ich glaube allerdings, dass wir schon länger dabei sind, diese Grenzen zu überschreiten. Haben Sie die neueste Ausgabe des Fokus gelesen? Dort wird ein Projekt vorgestellt in Duisburg. „Duisburg schlägt keiner“ heißt das. Das ist ein Freund und Kollege von mir, der dort ein ganzes Kollegium fit macht und schult im Bereich sozialer Kompetenzen und Konflikttrainings an einer Schule für Erziehungshilfen. Dort findet sozusagen eine Pädagogisierung der ganzen Schule statt, aber immer vor dem Hintergrund, dass es hier um Bildungsvermittlung geht.
Die Tendenz geht ja auch dahin, dieses dreigliedrige Schulsystem aufzugeben. Ich halt das für den richtigen Weg, weiter Sozialarbeit in die Schulen zu integrieren, aber auch Lehrer auf der anderen Seite für sozialpädagogische Methoden zu öffnen und auch selber zu befähigen.
Die Tendenz geht ja auch dahin, dieses dreigliedrige Schulsystem aufzugeben. Ich halt das für den richtigen Weg, weiter Sozialarbeit in die Schulen zu integrieren, aber auch Lehrer auf der anderen Seite für sozialpädagogische Methoden zu öffnen und auch selber zu befähigen.
„Ich muss Bock haben auf das, was ich
tue und ansonsten sollte ich es sein lassen.
Ganz einfach.“
tue und ansonsten sollte ich es sein lassen.
Ganz einfach.“
Was macht einen Superpädagogen aus?
Zunächst mal, dass er sich nicht für super hält. Also dieses Wort „super“ mag ich nicht. Was macht einen guten Pädagogen aus? (denkt nach) Ich könnte jetzt anfangen, hier irgendwie zwanzig Adjektive runterzumurmeln. Ich könnte auch die großen drei von Rogers benennen: Authentizität, Empathie, Wertschätzung.
Ich könnte mich auf Waldner berufen: 80 Prozent Empathie und 20 Prozent Biss. Er muss Lust an seiner Arbeit haben. Der muss Spaß haben an der Arbeit mit Menschen und muss sozusagen auch daran glauben, was er da macht und an die Menschen, mit denen er arbeitet. Der muss auch an die Fähigkeit des Menschen glauben, sich selbst zu helfen. Wesentlich ist: Ich muss das, was ich tue, mit Leidenschaft und gerne tun. Wenn ich das tue, habe ich ein gutes Zeug, um ein guter Pädagoge zu sein. Dann kommen noch ein paar Techniken dazu, man kann an seiner Haltung arbeiten. Aber ich muss Bock haben auf das, was ich tue und ansonsten sollte ich es sein lassen. Ganz einfach.
Ich könnte mich auf Waldner berufen: 80 Prozent Empathie und 20 Prozent Biss. Er muss Lust an seiner Arbeit haben. Der muss Spaß haben an der Arbeit mit Menschen und muss sozusagen auch daran glauben, was er da macht und an die Menschen, mit denen er arbeitet. Der muss auch an die Fähigkeit des Menschen glauben, sich selbst zu helfen. Wesentlich ist: Ich muss das, was ich tue, mit Leidenschaft und gerne tun. Wenn ich das tue, habe ich ein gutes Zeug, um ein guter Pädagoge zu sein. Dann kommen noch ein paar Techniken dazu, man kann an seiner Haltung arbeiten. Aber ich muss Bock haben auf das, was ich tue und ansonsten sollte ich es sein lassen. Ganz einfach.
Wir bedanken uns für das Interview.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns
Offener Brief an die Kinder von morgen
![]() © Jessi / PIXELIO
|
Liebe Kinder von morgen,
ihr seid unsere Zukunft!
An euch liegt es, das deutsche Kulturgut weiterzuführen. Knüpft also an Goethe, Kant und Schiller an! Dass euch dafür Ausdrucksmöglichkeiten und die nötige Rechtschreibung fehlen… nun gut, das macht ihr doch mit eurem dafür um so größeren Kommunikationstalent (sprich Internet) wieder wett, nicht wahr?
An euch liegt es, das deutsche Kulturgut weiterzuführen. Knüpft also an Goethe, Kant und Schiller an! Dass euch dafür Ausdrucksmöglichkeiten und die nötige Rechtschreibung fehlen… nun gut, das macht ihr doch mit eurem dafür um so größeren Kommunikationstalent (sprich Internet) wieder wett, nicht wahr?
Da ihr aber nicht nur für unseren Freigeist, sondern auch für unsere Altersvorsorge aufkommen müsst, wäre es nett von euch, einen gewinnbringenden Job zu finden. Da die meisten Berufe, die früher mit Hauptschulabschluss erlernt werden konnten, nun mindestens Mittlere Reife erfordern, ihr aber schon Probleme beim Erlangen vom ersteren habt und es eh nicht genug Ausbildungsplätze für euch alle gibt… bleibt euch wohl nur das Studium. Gut, erstmal heißt es natürlich, Arschbacken zusammenkneifen und das Abi machen. In 12 Jahren müsst ihr das schaffen, wofür wir noch 13 Jahre Zeit hatten. Und dann einen Platz an der Uni ergattern (aber vielleicht habt ihr ja Glück und es ist wieder zufällig irgendein Studiengang zulassungsfrei hier in Vechta!). Wenn ihr denn das nötige Großgeld habt (denn von Kleingeld ist bei einem Studium, wo allein die Studienbeiträge schon mindestens 4000 Euro betragen, wohl nicht mehr zu sprechen).
Möglich ist das alles, wenn überhaupt, nur deutschen Kindern ohne Migrationshintergrund. Denn da es nicht für jeden von euch einen Kindergartenplatz gibt und in eurer Familie mit Migrationshintergrund zumeist nicht (gut) deutsch gesprochen wird oder ihr in ghettogleiche Wohngebiete abgeschoben werdet, wo ihr auch sonst kaum Kontakt zu deutschen Muttersprachlern habt, ist eure Chance selbst auf einen Hauptschulabschluss… siehe oben.
Aber dann gibt es ja noch uns, die Lehrer und Pädagogen (ein Sorry an alle in Vechta, die was anderes studieren/werden. Ich weiß, ihr werdet auch schon in den Lehrveranstaltungen diskriminiert). Wir sollen all das ersetzen, was euch fehlt und all das möglich machen, was unmöglich scheint. Und das auf Stellen, die gestrichen oder gekürzt werden. Hm…
Liebe Kinder von morgen, wenn ihr also gar nicht erst auf die Welt kommen wollt, könnten wir das zwar verstehen, aber es würde uns arbeitslos und arm im Alter machen. Deswegen eure Devise: Opfert euch auf!
Viele Grüße,
eure Lehrer und Pädagogen von morgen
eure Lehrer und Pädagogen von morgen
von Julia Stock
![]() © Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
|
Poetry Slam
Showtime! Ein Haufen begabter Amateurschreiberlinge tritt gegeneinander an, um mit selbst geschriebenen Texten vor applaudierender Menge zu punkten.
Um zu vermeiden, dass ein rasender Puls einen völlig um den Verstand bringt, ist es immer ratsam, mit dem Rotwein schon am Nachmittag zu beginnen. Ich stehe daher an einem tristen Novembertag, dem Vierten, um genau zu sein, auf dem Balkon und versuche meine Aufregung zu lindern. Meine Aufregung vor einer zu großen Bühne, vor zu vielen unbekannten Gesichtern und der grausamen Vorstellung, schlicht und einfach zu versagen.
Eine selbst erdachte Geschichte vor anderen zum Besten gegeben, das habe ich schon des Öfteren getan, doch was wusste ich schon von einem Poetry Slam? Das Prinzip hatte ich zwar verstanden, jedoch noch nie einen miterlebt. Immerhin stand ich ja nur auf der Teilnehmerliste, weil Uniparty-Nächte zuvor meine betrunkene, schlechtere Hälfte in Anwesenheit des Vechtaer Poetry Slam Masters zu viel Zuversicht, Mut und Phrasen wie „klar, mach ich da mit“, „kein Ding“ oder „…war schon immer mein Traum da mitzumachen“ rausposaunte.
Eine selbst erdachte Geschichte vor anderen zum Besten gegeben, das habe ich schon des Öfteren getan, doch was wusste ich schon von einem Poetry Slam? Das Prinzip hatte ich zwar verstanden, jedoch noch nie einen miterlebt. Immerhin stand ich ja nur auf der Teilnehmerliste, weil Uniparty-Nächte zuvor meine betrunkene, schlechtere Hälfte in Anwesenheit des Vechtaer Poetry Slam Masters zu viel Zuversicht, Mut und Phrasen wie „klar, mach ich da mit“, „kein Ding“ oder „…war schon immer mein Traum da mitzumachen“ rausposaunte.
Nun tickte also die Uhr, um 18 Uhr noch eine Vorlesung und direkt danach zum Gulfhaus, dem Ort des Geschehens. Aus einem Glas Wein waren inzwischen vier geworden, doch meine Zuversicht stieg mit jedem Schluck. Von der Vorlesung bekam ich im Endeffekt so gut wie nichts mit, ich verließ sie auch so schnell wie möglich und ging sehr zeitig meinem ungewissen Schicksal entgegen. Mit einem ausgedruckten Zettel, worauf mein Text geschrieben stand, den ich zum Besten geben würde, zitterte ich mich schließlich zum Gulfhaus.
Dort angekommen, befand ich nach so viel Rotwein meinen Puls für zu niedrig, meine Aufregung jedoch noch immer für zu hoch, und ging zu Becks über. Wohlbehütet aufgenommen in der Slammerrunde ließ der Startgong nicht lange auf sich warten. Als Neunter sollte ich an die Reihe kommen. Viel Zeit, um sich vorher kranke Geschehnisse, die mir auf der Bühne widerfahren könnten, auszumalen: Ohnmachtsanfälle oder Übelkeitssymptome zu Lasten des Publikums
Schon der erste Slammer ließ mich mit seiner Souveränität blass werden. Auch folgende Texte zeugten von Witz und Anspruch. Selbsteinschätzung liegt mir fern, weshalb die Ungewissheit, wie ich ankommen würde, stieg. Als es dann schließlich so weit war, wankte ich auf die Bühne, geleitet von Adern, prall gefüllt mit Alkohol.
Nach nur sechs Minuten war alles geschafft. Und dann soviel Aufregung? Ich muss verrückt gewesen sein. Angst wich nun dem Stolz und wie sich der Stein von meinem Herzen löste, schoss mir auch der restliche zuvor erstarrte Alkohol zu Kopf. Ich war noch nie in meinem Leben so schlagartig besoffen. Im Endeffekt hatte ich mit meinem Text, so wie ich denke und mir auch habe berichten lassen, die Menschen erfreut, zum Lachen gebracht, angeekelt oder angeödet. Alles Dinge, mit denen ich leben kann. Alles Dinge, die ich nur weiterempfehlen kann! Ein Platz irgendwo im Mittelfeld. Was will man mehr? Das nächste Mal, wenn es ein nächstes Mal geben wird, werde ich jedoch nüchtern sein.
von Tobias Kunz
Extrem, extremer, Tai Chi – Eine Woche Hochschulsport
Für die X-Treme-Aktion dieser Ausgabe wandelten wir auf den Spuren des Gerüchtes: „Sport ist Mord“. Zu viert erstellten wir uns einen Wochenplan nach Vorgabe des Hochschulsports, teilten das Programm auf und los ging‘s. Von Akrobatik Jonglage über schweißtreibende Aktivitäten wie Fitness Spezial oder Cardio Step haben wir alles mitgenommen. Wie sich das Ganze abgespielt hat und welche Angebote die Hochschule bietet, seht ihr im Folgenden.

Fotos: Jessica Barbato, Mira Brink, Lea Weber
Montag:
Fitness Spezial: Auftakt in die uniVista-X-treme-Woche. Ich bin noch voller Elan und Motivation. Meine Aufgabe in dieser Stunde: Fitness Spezial im Multifunktionsraum. Pünktlich beginnt das Warm-Up, das einen Menschen ohne Kondition bereits an sein Limit treibt. Es geht hoch und runter und rechts und links mit Hanteln und Stepper oder auch ohne. Das Tempo und die Körperspannung bestimmen den Rhythmus. Sehr schnell komme ich ins Schwitzen und völlig außer Atem. Bei Trainingsanfängern ist höllischer Muskelkater garantiert. Erschöpfungsfaktor: sehr hoch.
Power Gym: Genau so stelle ich mir vor, wie es damals zugehen musste beim Bund Deutscher Mädels. Modelllernen par excellence. Ich merke jedoch einigermaßen schnell, dass man nicht alles nachmachen muss, was die Kursleiterin vormacht, etwa das Peace-Zeichen für die Zahl der Wiederholungen. Der Schwierigkeitsgrad ist zu bewältigen. Prima zum Aufwärmen, und man kommt gut rein in die Übung. Power Gym ist für alle, die einen Fabel für Massenchoreo haben, die gerne das machen, was vorgemacht wird – schöne Abwechslung zum Selbststudium – und für all diejenigen, die zumindest im Ansatz Taktgefühl haben und die denken, für meine Beine wollte ich schon immer mal was tun.
Effektives Bodyworkout: Der Bund Deutscher Mädels nimmt nun auch Jungs auf. Wir sind zu dritt! Die Kursleiterin spricht nun durch ein Mikro. Das lässt Schlimmes erahnen. Nach einer Weile kommt dann doch die Frage auf: Warum machen die hier genau das Gleiche wie beim Power Gym? Dann wird alles anders: Krasse Choreos! Der Step-Schritt wird ums Jogging auf der Stelle ergänzt. Der Anspruch steigt. Der Puls auch. Das effektive Bodyworkout ist gleichsam wie Power Gym für Massenchoreo-Fans, vor allem aber etwas für Schnellmerker von komplexen Schrittfolgen.
Indoor-Cycling: Es folgt als dritter und letzter Kurs für mich Indoor-Cycling (Spinning). Nun steht Kleingruppenchoreo auf dem Plan. Das Prinzip ist ziemlich einfach: Man fährt auf einem Rad, ohne voranzukommen und ist trotzdem fertig. Was die Musiklautstärke angeht, hat man eigentlich das Gefühl, in einer Disco zu sein. Ach, wie schön! Feiern und Sporten. Weil meine Muskeln nach zwei Workoutkursen richtig gut aufgewärmt sind, läuft das Rad wie eine Eins. Nach einer halben Stunde bin ich aber wirklich am Ende. Ich höre nur noch bruchstückhaft, was der Kursleiter von sich gibt, etwa: „Firestarter ist ein Berg.“ Alles klar. Und jeder andere Song ist auch ein Berg. Dass Sport eine Droge sein soll, wird mir allmählich klar. Dieser Kurs, das steht fest, ist der absolut anstrengendste von den dreien.
Jazz & Modern Dance: Hier wird eine Choreografie mit geschmeidigen und anmutigen Bewegungen zu langsamer Musik einstudiert. Da ich etwa sieben bis acht Wochen zu spät komme, ist zumindest mein Erschöpfungsfaktor eher gering.
Fußball für Frauen – ab in die Turnhalle: Was ich da sehe, macht mir Angst! Mädels sind dabei, sich aufzuwärmen und kicken Bälle, als seien diese an ihnen festgewachsen. Hallo? Ich bin froh, wenn ich den Ball treffe und soll nun mit Fußballerinnen zusammenspielen? Ich stelle dabei nur ein herumlaufendes Hindernis dar. Naja, war ich nicht offen für alles? Also Schockzustand überwinden und dazugesellen. Wenigstens ist dummes Herumstehen nicht anstrengend.

Fotos: Rene Kohn, Lea Weber
Dienstag:
Kickaerobic: Ausgerechnet heute droht die Übungsleiterin mit Abwechslung und zwar in Form eines Springseils. Das können natürlich nur Mädels, denke ich ganz klischeebehaftet und beweise es mir ein wenig später dann auch. Die Kick-Moves sind mal was Neues (im Spiegel dabei permanenter Selbstbeobachtung ausgesetzt zu sein, ist nur schwer erträglich mit meiner Eitelkeit). Die Hanteln geben einem den Rest oder das nötige Gewicht in die Hände, damit auch jede Bewegung dreimal so intensiv gespürt werden kann – Wahnsinn! Kickaerobic ist was für die, die denken, wenn sie wie Bruce Lee kämpften, sähen sie gut aus – ist aber nicht so. (Keine Ahnung, wie der das so geschmeidig aussehen lässt – asiatisches Gengut?)
Effektives Workout: Bewegt wird sich zu afrikanischer Musik. Zwei Übungsleiterinnen fördern und fordern jeweils eine Gruppe, mal mit Ausdauer, mal mit Kraftsport. Hauptsache aber: Die ganze Zeit bewegen. Ich erfahre, dass diese Kombination topp für die Fettverbrennung sei. Fazit: Feine Sache!
Aqua-Fitness: Die Übungen sind denen bei Power Gym recht ähnlich, die Musik auch: Pop aus den 80ern und Dancefloor aus den 90ern. Nicht ganz so anstrengend und halt im Wasser. Ich bin mal wieder der einzige Mann und hoffe, dass die Kommilitonen nicht denken, ich wäre nur vorbei gekommen, um auch im Winter ein paar Mädels im Bikini zu sehen. Ansonsten irgendwie ganz lustig, aber irgendwie auch nicht mein Sport.
Badminton: Das Schöne: Endlich mal wieder selbst bestimmen, was man tut bzw. wird hier nichts nachgemacht, sondern nach simplem Reaktionsschema auf Aktionen des Gegenübers reagiert. Natürlich kann man bei professionellem Spiel auch höchst komplex reagieren. Ich gewinne einen Satz, bin halt topfit.
Ich verliere einen Satz. Hallo, nach drei Stunden Sport (an diesem Tag) ist das ja wohl kein Ding. Außerdem: Verlieren ist sportlich. Badminton ist definitiv für alle was, die kurze Sprints mögen, etwas Geschick mit federleichten Bällen beweisen und gerne selbst bestimmen, was sie tun.
Ich verliere einen Satz. Hallo, nach drei Stunden Sport (an diesem Tag) ist das ja wohl kein Ding. Außerdem: Verlieren ist sportlich. Badminton ist definitiv für alle was, die kurze Sprints mögen, etwas Geschick mit federleichten Bällen beweisen und gerne selbst bestimmen, was sie tun.
Volleyball für Fortgeschrittene: Der Titel sagt eigentlich schon alles. Wer gerne baggert, hechtet und angreift, ist hier genau richtig. Obwohl jede Bewegung einfach nur weh tut, da sich der Muskelkater des Vortages deutlich zeigt, wird zwei Stunden lang fleißig gespielt. Die Nerven liegen blank. Die Kraft hat sich schon einmal in die Weihnachtsferien verabschiedet. Ein einzelner Gedanke herrscht 24 Stunden in meinem Kopf vor: AUA! Erschöpfungsfaktor: mittel.
Shaolin Kempo: Während dieses Kurses erfahre ich, dass es sich hierbei um chinesische Kampfkunst handelt, die sehr komisch aussieht. Man tippelt hektisch auf einer Stelle, vermöbelt mit den Händen sein Gegenüber und sobald man gegen Regeln verstößt, die ich mir gar nicht alle merken konnte, wird kurz aufgehört. Ich bin zwar leicht überfordert, aber es ist interessant und lustig.
Indoor Cycling: Das ist so eine Art Hardcore-Version vom Fahrrad-Ergometer-Training. Blöderweise komme ich zwei oder drei Minuten zu spät, deswegen stelle ich das Gerät eher schnell als passend ein, und erfahre auf die harte Tour, dass das Rad keinen Freilauf hat, und man, wenn man plötzlich aufhört zu treten, aus dem Pedal rutscht, welches einem dann von hinten in die Wade knallt. Anstrengend ist das ganze auch. Als ich hinterher zur Umkleide gehe, fragt mich eine Kommilitonin, ob mit mir alles in Ordnung sei…

Fotos: Rene Kohn, Lea Weber, Mira Brink, Jessica Barbato
Mittwoch:
Den heutigen sportlichen Abend leite ich mit Spinning (Indoor-Cycling) ein. Wieder einmal werden zahlreiche Berge erklommen. Spätestens bei H. P. Baxters Stimme vergesse ich meinen Muskelkater. Die Hütte brennt, und ich bin gut drauf. Die Droge Sport scheint allmählich ihre Höchstwirkung zu erreichen.
Nach der Spinning-Aktion geht’s rüber zum Hip Hop. Der Kurs ist voll von Leuten, die genau so aussehen, wie ich mir Hip Hopper vorstelle. Ich find’s schön, wenn Erwartungen bestätigt werden. Das Aufwärmen soll nur kurz sein, ist aber wirklich anstrengend. Danach verabschieden wir uns, weil die Hip Hopper schon seit Semesterbeginn an einer Choreo feilen, und die wollen wir natürlich nicht vollends sabotieren.
Parallel zum Hip Hop findet Akrobatik Jonglage statt. Der Übungsleiter gibt sofortige Entwarnung: Nein, mit Akrobatik habe das nichts zu tun, aber eben mit Jonglieren. Und das lernen wir nun mit drei Bällen. Es zeigt sich schnell, dass ich kein Talent habe, dafür aber meine extreme Begleiterin. Dass sie die ganzen Lobe einheimst, bereits mit drei Bällen jonglierend und als Naturtalent bewundert, derweil ich mich immer noch mit zwei Bällen abmühe, fördert meine Motivation nicht zwingend. Am Ende habe ich ein Gefühl dafür, dass Jonglieren ganz schön viel Übung bedarf, vor allem dann, wenn linke und rechte Gehirnhälfte bisher noch nicht wirklich viel zusammen unternommen haben. Nun, auf dass sie sich besser kennen lernen in Zukunft. .
Fit und Gesund: Jetzt tun wir mal etwas für die Gesundheit. Ich stelle mich auf und warte auf Instruktion. Der Kurs ist recht locker. Es wird ein beweglicher Stab, den ich vorher noch nie gesehen habe, eingesetzt, der einmal die Arme richtig durchschüttelt. Dieser Kurs ist sehr locker, was mich freut, da sich die Motivation immer mehr verabschiedet und der Muskelkater sich bereits in dem Stadion befindet, dass man alleine nicht mehr die Treppen hoch und runter kommt. Erschöpfungsfaktor: gering.
Body-Fitness ist eigentlich ein anderes Wort für Body-Workout. Die Übungen sind quasi identisch und sprechen daher auch die gleichen Muskelpartien an. So ein Mist! Noch mehr Schmerzen. Ich bin froh, wenn die Stunde vorbei ist. Aufgeben ist nicht.
Hockey: Am Mittwoch habe ich einen so heftigen Muskelkater, dass ich beim Treppensteigen den Handlauf verwende. Aber egal, jammern werde ich später in meinem Artikel – also jetzt –, erstmal muss ich zum Unihockey. Da wegen der nahenden Weihnachtsferien nur acht Leute gekommen sind, ist das eine ziemlich Rennerei (hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich Muskelkater habe?), macht aber richtig Spaß und in der recht gemischten Mannschaft komme ich auch als Neuling zurecht.
Badminton findet gleich im Anschluss in der selben Halle statt. Das hat zwei Vorteile: Ich komme pünktlich und brauche mich dafür noch nicht mal bewegen. Ab und zu treffe ich sogar den Ball und meine Mitspieler sagen, dass man mir eigentlich fast kaum anmerkt, dass ich seit Jahren nicht mehr gespielt habe, und vorher eineinhalb Stunden Hallenhockey hatte. Nett.

Fotos: Lea Weber, Jessica Barbato
Donnerstag:
Tai Chi: Hier ist alles extrem, und zwar extrem weich. Das ist nicht nur die Übersetzung, sondern auch Programm: weich fließende Bewegungen, durchaus mit Körperspannung, aber endlich mal weder Ausdauer noch Kraft. Ohne Muskelkater wäre dieser Kurs wirklich so richtig entspannend. Erhalte zunächst Einzeltraining, weil wir uns immer noch kurz vor Weihnachten befinden, bis mein extremer Leidensgenosse Bauch, Beine, Po, Rücken kraftlos aufgibt und nun eintaucht in asiatisch sphärische Klänge mit nur zu passend gehauchten Anweisungen unserer Übungsleiterin. Nach der Einführung bleibt nur zu sagen: Wirklich mal etwas anderes, und man sieht gar nicht so bescheuert aus in der Slowmotion wie etwa noch beim Kickaerobic. Bruce Lees Großmutter wäre stolz.
Cardio Step: Mit Cardio Step bestreite ich den nunmehr fünften und letzten Workout-Kurs der Hochschulsport- und X-treme-Woche. Die choreographischen Einlagen sind verhältnismäßig einfach. Das Step-Board hat es allerdings in sich, und die Hanteln werden auch wieder aus dem Schrank geholt. Alles in allem ein wirklich anstrengender, schweißtreibender Kurs. Dass es kurz vor Zwölf noch einmal so heftig werden würde, war bei dem Namen des Kurses abzusehen. Ich habe es wohl verdrängt und bin froh, als es heißt: Nun legt euch auf die Matten und entspannt. Ja, das mache ich nun.
Selbstverteidigung: Draufhauen, wenn es von Nöten ist , kann nicht jeder. Dabei ist es in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig, sich verteidigen zu können. Der Peter gab uns hierbei eine kleine Einführung. Erschöpfungsfaktor: sehr hoch.
Aqua-Fitness: Ich mag Wasser. Und Aqua Fitness von nun an auch. Mit eigentlich ausschließlich weiblichen Mitmenschen im Vechteraner Schwimmbad herumzuplanschen hat mir gut gefallen. Man lernt neue Leute kennen und kann nach dem Kurs noch umsonst das Bad nutzen. Wie praktisch. Kerlen wird ermöglicht, Frauenbekanntschaften zu machen: was will man(n) mehr?
Bauch, Beine, Po, Rücken: Ich bin so fit wie Johannes Heesters. Weniger ist mehr gilt offensichtlich nicht bloß für Benzinpreise. BBPR ist irgendwie eher schmerzhaft, weil ich einen fiesen Muskelkater in Bauch, Beinen, Po und Rücken habe (übrigens nicht nur dort).
Fazit:
Die Woche war außerordentlich anstrengend, aber auch spannend und lehrreich. Das Gerücht, Sport ist Mord, können wir in einer solchen Dosierung nur teilweise bestätigen. Die Muskeln verabschiedeten sich bereits Mitte der Woche, aber der Geist und der Wille haben im Sinne der Berichterstattung überlebt.
von Jessica Barbato, Mira Brink, René Kohn und Stefan Hirsch
Das Ausland im Inland – und wie vom Inland ins Ausland
Nach dem Abitur wollen viele ins Ausland. Einfach mal die Welt sehen oder auch dort arbeiten und Verantwortung übernehmen. Auch Studenten gehen oft ins Ausland, um dort Erfahrungen zu sammeln, Praktika zu absolvieren oder zu studieren. Doch nicht nur deutsche Studenten lieben diese globale Art zu studieren, auch ausländische Studenten kommen gerne nach Deutschland, vielleicht weil sie Deutsch studieren oder einfach eine Partneruniversität in ihrem Land haben. Es gibt verschiedene Gründe, aber genau dieselben, die auch deutsche Studenten bewegen.
Das International Office – an dieser Stelle ein Dank – und uniVista haben drei Studentinnen gefunden, die momentan in Vechta sind und bereit waren, sich vorzustellen.
Olga ist 19 und kommt aus Lettland. Sie ist seit 3 Monaten in Deutschland und möchte Lehrerin werden. Die Vorlesungen in ihren Fächern sind nicht so stark besucht, wie in Vechta. Trotz der großen und nicht so persönlichen Besprechungen der Themen ist sie gern in Deutschland und freut sich über jede neue Erfahrung, die sie mitnehmen kann.
Yildiz ist 22 und kommt aus der Türkei. Sie ist seit 2 Monaten in Vechta. Da es in der Türkei eine Partneruniversität zu Vechta gibt, dachte sich Yildiz, mal nach Deutschland zu kommen. Sie möchte Lehrerin werden und denkt, dass das Vechtaer Vorlesungsangebot besser ist, als in ihrer Heimat, da dort der pädagogische Bezug fehlt. Yildiz ist froh in Deutschland zu sein, denn eine Erfahrung ist es auf jeden Fall wert.
Jiajia ist 21 und kommt aus China. Seit mehr als 2 Monaten ist sie in Vechta, wo sie Erfahrungen sammelt. Jiajia möchte Übersetzerin oder Dolmetscherin werden. In Deutschland vertieft sie ihre Kenntnisse. In China sind die Vorlesungen nicht so frei wählbar wie in Deutschland, aber auch dort gibt es viele Veranstaltungen, die unseren sehr ähneln.
von Sarah Kotten
Checkliste fürs Ausland
Auslands-BAföG: Informiert euch rechtzeitig unter www.bafoeg.de, welche Stadt für eure Region zuständig ist. Das deckt sich meistens nicht mit dem Inlands-BAföG.
Kreditkarten: Achtet darauf, dass ihr eine gebührenfreie Karte beantragt. Viele Banken bieten diese für Studenten an. Einfach mal bei der Bank eures Vertrauens anfragen. Weiter solltet ihr in einen Reiseführer schauen, wo in eurer Stadt internationale Bankautomaten sind. In guten Führern wie Marco Polo oder Loose erhält man alle lebenswichtigen Informationen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 20 und 30 Euro, die aber goldrichtig investiert sind.
Visum: Bei nicht EU-Ländern ist ein Visum von Nöten. Hier gibt es verschiedene Abstufungen. Für ein Auslandssemester sollte man jedoch zusehen, dass ein Studentenvisum für ein Jahr bewilligt wird, auch wenn man nicht so lange bleiben möchte. Ein Touristenvisum schränkt einen doch etwas ein und nach spätestens 90 Tagen muss dieses verlängert werden oder ihr müsst das Land verlassen.
Wenn ihr ein Visum per Post beantragen solltet, rechnet mit mindestens 3 Wochen Bearbeitungszeit (obwohl das noch schnell ist). Nähere Infos erhaltet ihr auf den Konsulatsseiten der Länder.
Wenn ihr ein Visum per Post beantragen solltet, rechnet mit mindestens 3 Wochen Bearbeitungszeit (obwohl das noch schnell ist). Nähere Infos erhaltet ihr auf den Konsulatsseiten der Länder.
Anrechnung/Beurlaubung: Falls ein Auslandssemester nicht zwingend für euer Studium angesetzt ist, solltet ihr euch mindestens ein Jahr im Voraus informieren, ob dieser Aufenthalt euch irgendwie für das Studium hier angerechnet werden kann. Hierfür einfach einmal im International Office oder direkt beim Prüfungsamt nachfragen. Ansonsten liegen beim SSC Formulare für die Beurlaubung aus (dann verliert ihr hier nicht euren Studienplatz, müsst aber auch keine Gebühren bezahlen).
Stipendien: Hier ist es ratsam das International Office zu befragen. Es gibt länderabhängige Stipendien wie Erasmus, Erasmus mundo, Leonardo und private Stiftungen. Wer vor hat, sich um ein Stipendium zu bewerben, sollte dieses min. 6 Monate vorher tun und besonders die Anmeldefristen beachten, die oft sehr früh sind.
Internationaler Führerschein (für nicht EU-Länder): Kostenfaktor ca. 14-16 Euro.
Versicherung: Eine Auslandskrankenversicherung ist nicht außer Acht zu lassen. Es gibt sehr gute Versicherungen, die im Monatsrhythmus gestaffelt sind. Hierzu können wir euch die ISIS empfehlen oder die Versicherung des ADAC. Hierbei lohnt es sich auch dringend, einen Preisvergleich zu unternehmen. Es ist zwar lästig, aber die Bedingungen ändern sich ständig und eine gute Versicherung ist lebenswichtig. Kostenfaktor für 6 Monate ca. 250-350 Euro.
Impfungen: Sollte euer Traumstudienort ein Nicht-EU-Land sein, solltet ihr dringend den Arzt eures Vertrauens aufsuchen und euch nach nötigen Impfungen erkundigen. Dieses bitte auch min. 6 Monate im Voraus. Falls ihr nicht alle Hepatitis-Impfungen haben solltet, dauern die nämlich schon einige Monate. Hierbei ist auch bei der Krankenkasse die Info einzuholen, ob diese die Kosten der Impfungen übernimmt. Für ein Studium ist dieses oft der Fall, aber auch von Kasse zu Kasse unterschiedlich.
Dokumente: Ganz wichtig vor der Abreise ist es, von allen Dokumenten – am besten mehrere – Kopien anzufertigen, und diese beglaubigen zu lassen. Fertigt eine Mappe an, die ihr bei euren Eltern, Verwandten oder besten Freunden hinterlasst, falls irgendetwas im Ausland verloren gehen sollte.
Reisepass: Zu beantragen ist der Reisepass für die Reise in Nicht-EU-Länder bei der Stadt, in der ihr mit eurem Erstwohnsitz gemeldet seid. Ein biometrisches Fotos ist Pflicht und dauert ca. 3 Monate. Kostenfaktor: 37-40 Euro.
Vor der Abreise ins Ausland solltet ihr auch unbedingt einige Passfotos machen lassen. Man weiß nie, wofür man die braucht, aber glaubt mir, ihr werdet sie brauchen.
Vor der Abreise ins Ausland solltet ihr auch unbedingt einige Passfotos machen lassen. Man weiß nie, wofür man die braucht, aber glaubt mir, ihr werdet sie brauchen.
von Jessica Barbato
Lehrer vs. Pädagogen
Was Lehrer und Lehrerinnen nicht alles sind oder besser sein sollen…
Als eine Art berufliches Sammelbecken vereinigt sich gleich ein ganzes Sammelsurium an möglichen Berufsbezeichnungen in ihren Spiegelbildern, die man nur zu gerne sieht, blickt man in eben dieses Becken. Verzerrungen werden scheinbar übersehen. Allein das bemühte Bild gibt bereits zu bedenken. Lehrer, das ist „ein“ Beruf. Soviel vorweg. Steigen wir dennoch ein in dieses Sammelbecken möglicher Berufszuschreibungen. Wer kennt sie nicht, diese Kinder aus Pädagogen-Familien? Und welche Berufe verbergen sich dahinter? Natürlich, ein Lehrer-Ehepaar. Lehrer sind also Pädagogen. Hierfür gibt es zwar einen eigenen Studiengang, aber gehen wir diesem Bild nach. Anteile des Lehrerstudiums beschäftigen sich klar mit Fragen aus der Erziehungswissenschaft. Jeder Lehramtskandidat hat denn auch zu lernen, was unter „Pädagogik“ zu verstehen ist. Aber heißt das späterhin auch, dass man Pädagoge ist? Wohl nicht. Es ist eine Zuschreibung. Der Lehrer mutiert damit, wie so oft, zu einer Art Projektionsscheibe einer kränkelnden Gesellschaft. Diagnose: Verdrängung, etwa von Aufgaben, die primär in der Familie zu leisten sind und meinetwegen auch von ausgebildeteten Pädagogen. Diesen Ansprüchen kommen Lehramtskandidaten dann mit Idealismus entgegen, der schnell bröckelt. Lehramtskandidaten tun sich dann auch besser, wenn sie sich selbst weniger als angehende Pädagogen als vielmehr eben als angehende Lehrer sehen. Dieser handelt zwar späterhin in bestimmten Situationen und Institutionen, in denen es auch auch um Persönlichkeitsentwicklung geht; das ist bereits dem simplen Umstand bei aller geachteten Komplexität zu verdanken, dass Menschen immer aufeinander einwirken und sich entsprechend beeinflussen, prägen etc. Es ist aber vorrangig nicht das Ziel des Lehrers, erzieherisch und damit pädagogisch zu handeln, sondern es ist seine Aufgabe, Wissen vermitteln zu können. Oder er schafft Situationen, in denen Wissen aufgebaut werden kann. Diese Tätigkeit ist weniger eine pädagogische als vielmehr eine didaktische. Dahinter stehen neben grundlegenden Techniken und Methoden der Vermittlung gleichsam ein fachwissenschaftliches Studium von zwei Fächern. Ohne eine solche Ausbildung kann ein Lehrer, selbst wenn er noch so pädagogisch handeln und wirken will, kein adäquater Berater oder Begleiter sein. Dass Kinder und Jugendliche in dieser Zeit und auch in Lernprozessen neue Erkenntnisse hinzugewinnen, zu lernen lernen und sich nicht zuletzt weiter entwickeln oder eben auch manchmal verharren, stehen bleiben und erst einmal zurückrudern müssen, das alles mag zu der verqueren Aussage führen, Lehrer seien Pädagogen. Nein, sie sind Lehrer, wenngleich sie das Studiensystem derweil als Meister der Erziehung entlässt.
von René Kohn
Lehrer sind keine Pädagogen, sollten es aber werden!
Lehrer sind in meinen Augen keine Pädagogen, aber sie sollten es sein. In der Schule ging es noch nie nur um bloße Wissensvermittlung, dennoch liegt der Schwerpunkt der Lehrerausbildung auf den Fachwissenschaften und die Pädagogik findet nur am Rande statt und meist in Form der alten Klassiker. In Zeiten, in denen Lehrer reihenweise das Handtuch schmeißen (Bsp. Rütli- Schule), in der Verarmung (wirtschaftlich und seelisch) in der Gesellschaft zunimmt, sind Lehrer mehr denn je mit verhaltensauffälligen und vernachlässigten Kindern konfrontiert. Die Schule ist in einem Land mit Schulpflicht für jeden eine wichtige und prägende Institution.
Es sind also vielfältige Aufgaben und Problematiken, welche ein Lehrer zu bewältigen hat, wohlgemerkt neben dem Anspruch, dem Lehrplan gerecht zu werden. Dennoch wird an den Universitäten nicht auf diese Herausforderungen reagiert. Es fehlen Angebote für die Studierenden, welche sie befähigen, im Klassenzimmer zu agieren und angemessen zu reagieren. Es fehlt pädagogisches Handwerkszeug, welches die Lehrer auch die Selbstsorge lehrt. Steigende Burnout-Zahlen bei Lehrern zeigen die Notwendigkeit von Strategien zur Psychohygiene, welche durch eine umfassende pädagogische Ausbildung erlernt werden können.
Didaktik und Pädagogik sind keine Gegensätze und sollten Hand in Hand gehen.
Noch sind Lehrer keine Pädagogen, aber sie sollten es werden!
von Stefanie Bruns
Pädagogik – eine unterschätzte Profession?
Wenn ich in meiner Verwandtschaft erzähle, dass ich Pädagogik studiere, ist die erste Reaktion: „Ach, du wirst Lehrerin?“ Wenn ich das dann genervt verneine und erkläre, dass ich den Schwerpunkt auf Sozialpädagogik gelegt habe, blicke ich meist in fragende Gesichter und muss erklären, was man denn damit überhaupt machen kann. Diese alltägliche „Aufklärungsarbeit“ spiegelt das Bild dieser Profession in unserer Gesellschaft gut wider. Sie wird nicht wahrgenommen oder unterschätzt.
Dies hat viele Ursachen: In unserer Gesellschaft, welche auf einen gesunden, in den Normen funktionierenden Menschen ausgelegt ist, ist es nicht schick, sich einzugestehen, dass man ohne professionelle Hilfe nicht weiter kommt. Dies wird dann als „Versagen“ angesehen und nicht als da, was es ist, nämlich Kompetenz (siehe Diskussion über die Super Nanny, als sie veranlasst hat, dass ein Kind in Obhut genommen wurde und die Medien es so darstellten, als sei sie gescheitert). Diese Einstellung macht es dann Hilfebedürftigen natürlich schwer, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Hemmschwelle ist also mitunter sehr hoch. Es ist allerdings wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und es ist richtig, sich dann geeignete Hilfe zu holen.
Mittlerweile ist bekannt, wie komplex die menschliche Psyche ist, wie differenziert die menschliche Entwicklung (Erziehung, Sozialisation) verläuft und wie groß die Zahl der Faktoren für diese ist. Gleichwohl werden
Professionen, welche sich damit beschäftigen und versuchen, darauf positiv Einfluss zu nehmen, eher belächelt.
Die Notwendigkeit wird nicht gesehen. Bei Zahnweh wird jeder einen Zahnarzt aufsuchen, wenn auch mit Zähne knirschen. Doch wenn ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege, gehe ich nicht automatisch in eine Beratung oder zum Psychologen…
Der Bedarf wird also so lange nicht wahrgenommen oder ignoriert, dass Pädagogen u. a. oft erst zum Einsatz kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. In der Eskalationssituation sollen diese professionellen Helfer das Eisen aus dem Feuer holen. Wenn sie daran scheitern (siehe zum Beispiel den Fall „Kevin“ in Bremen), gibt es nicht nur eine empörte öffentliche Diskussion, sondern die Helfer müssen sich auch noch vor Gericht verantworten.
Dies hat viele Ursachen: In unserer Gesellschaft, welche auf einen gesunden, in den Normen funktionierenden Menschen ausgelegt ist, ist es nicht schick, sich einzugestehen, dass man ohne professionelle Hilfe nicht weiter kommt. Dies wird dann als „Versagen“ angesehen und nicht als da, was es ist, nämlich Kompetenz (siehe Diskussion über die Super Nanny, als sie veranlasst hat, dass ein Kind in Obhut genommen wurde und die Medien es so darstellten, als sei sie gescheitert). Diese Einstellung macht es dann Hilfebedürftigen natürlich schwer, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Hemmschwelle ist also mitunter sehr hoch. Es ist allerdings wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und es ist richtig, sich dann geeignete Hilfe zu holen.
Mittlerweile ist bekannt, wie komplex die menschliche Psyche ist, wie differenziert die menschliche Entwicklung (Erziehung, Sozialisation) verläuft und wie groß die Zahl der Faktoren für diese ist. Gleichwohl werden
Professionen, welche sich damit beschäftigen und versuchen, darauf positiv Einfluss zu nehmen, eher belächelt.
Die Notwendigkeit wird nicht gesehen. Bei Zahnweh wird jeder einen Zahnarzt aufsuchen, wenn auch mit Zähne knirschen. Doch wenn ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege, gehe ich nicht automatisch in eine Beratung oder zum Psychologen…
Der Bedarf wird also so lange nicht wahrgenommen oder ignoriert, dass Pädagogen u. a. oft erst zum Einsatz kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. In der Eskalationssituation sollen diese professionellen Helfer das Eisen aus dem Feuer holen. Wenn sie daran scheitern (siehe zum Beispiel den Fall „Kevin“ in Bremen), gibt es nicht nur eine empörte öffentliche Diskussion, sondern die Helfer müssen sich auch noch vor Gericht verantworten.
Pädagogische Maßnahmen sind, gerade im öffentlichen Bereich (Jugendämter etc.), oft nicht viel mehr als ein lästiger Kostenfaktor, welcher minimiert wird, bis
es wirklich nicht mehr geht. Dann sitzt ein Case Manager im Jugendamt und muss 70 und mehr Fälle allein(!) bearbeiten.
Bei der Frage, warum das alles so ist, habe ich zwei Hypothesen:
Zum einen sind pädagogische Interventionen (in welchem Bereich auch immer) in ihrem Nutzen für einen Außenstehenden nicht sofort erkennbar. Es gibt kein fertiges Produkt, nichts was zählbar oder messbar wäre. Wenn ich also nicht weiß, was bei so einer Intervention entsteht, fällt es mir schwer, erstmal für diese zu bezahlen, in der Hoffnung, dass es sich rentiert.
Zum anderen sind wir Pädagogen nicht gut darin, Berufspolitik zu betreiben. Die Profession spaltet sich auf in einzelne Fachbereiche, in denen dann jeder sein Ding macht, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Es fehlt öffentliche Präsenz und Aufklärungsarbeit. Es fehlt die Botschaft „Was wir können, ist wichtig. Unsere Kompetenzen haben einen großen Nutzen für die Gesellschaft.“
Es fehlt ein selbstbewusstes Auftreten nach dem Motto: Ich kann das, das und das und damit kann ich so, so und so handeln. Weg von dieser „Ich kann alles, aber eigentlich nichts“-Mentalität und die, meines Erachtens, falsche sozial aufopfernde Einstellung. Wer neun Semester studiert hat, der sollte sich nicht mit Erziehergehalt abspeisen lassen.
es wirklich nicht mehr geht. Dann sitzt ein Case Manager im Jugendamt und muss 70 und mehr Fälle allein(!) bearbeiten.
Bei der Frage, warum das alles so ist, habe ich zwei Hypothesen:
Zum einen sind pädagogische Interventionen (in welchem Bereich auch immer) in ihrem Nutzen für einen Außenstehenden nicht sofort erkennbar. Es gibt kein fertiges Produkt, nichts was zählbar oder messbar wäre. Wenn ich also nicht weiß, was bei so einer Intervention entsteht, fällt es mir schwer, erstmal für diese zu bezahlen, in der Hoffnung, dass es sich rentiert.
Zum anderen sind wir Pädagogen nicht gut darin, Berufspolitik zu betreiben. Die Profession spaltet sich auf in einzelne Fachbereiche, in denen dann jeder sein Ding macht, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Es fehlt öffentliche Präsenz und Aufklärungsarbeit. Es fehlt die Botschaft „Was wir können, ist wichtig. Unsere Kompetenzen haben einen großen Nutzen für die Gesellschaft.“
Es fehlt ein selbstbewusstes Auftreten nach dem Motto: Ich kann das, das und das und damit kann ich so, so und so handeln. Weg von dieser „Ich kann alles, aber eigentlich nichts“-Mentalität und die, meines Erachtens, falsche sozial aufopfernde Einstellung. Wer neun Semester studiert hat, der sollte sich nicht mit Erziehergehalt abspeisen lassen.
von Stefanie Bruns
Wilhelmshaven – Maritime Erlebnisse
![]() Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler
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Freundlich wurden wir in Wilhemshaven von einer älteren Mitbürgerin begrüßt, als wir unseren mit Rückenwind gesegneten Gang am Hafenkanal genossen. “Ich wünsche euch den Gegenwind, den ich grad hab.“, war ihre spontane Reaktion auf unsere Anwesenheit.
Wir waren grad auf dem Weg zum Bauwagen von Peter Lustig, von dem ein Exemplar im Kulturzentrum Pumpwerk steht. Leider war er lieblos hinter Bauzäunen versteckt und mit Plastikplanen vor dem rauen Seewetter geschützt. Nicht ganz so lieblos präsentiert Wilhelmshaven seine Maritime Meile, die im Fokus unseres Ausflugs stand. Mehrere unterschiedliche Museen und Erlebnishäuser befinden sich entlang des Kanals und der Bucht.
Dabei führen verschiedene Wege nach Wilhelmshaven. Entweder mittels einer meist stündlichen Verbindung über Bramsche und Oldenburg mit der NWB (ca. 3h), einer 3-4maligen Verbindung pro Tag über Ahlhorn mit dem Bus (3,90 Euro) und dann weiter mit der NWB (ca. 2h) oder über eine noch seltenere Verbindung (2 Mal pro Tag) mit der NWB über Delmenhorst und Oldenburg.
Wir waren grad auf dem Weg zum Bauwagen von Peter Lustig, von dem ein Exemplar im Kulturzentrum Pumpwerk steht. Leider war er lieblos hinter Bauzäunen versteckt und mit Plastikplanen vor dem rauen Seewetter geschützt. Nicht ganz so lieblos präsentiert Wilhelmshaven seine Maritime Meile, die im Fokus unseres Ausflugs stand. Mehrere unterschiedliche Museen und Erlebnishäuser befinden sich entlang des Kanals und der Bucht.
Dabei führen verschiedene Wege nach Wilhelmshaven. Entweder mittels einer meist stündlichen Verbindung über Bramsche und Oldenburg mit der NWB (ca. 3h), einer 3-4maligen Verbindung pro Tag über Ahlhorn mit dem Bus (3,90 Euro) und dann weiter mit der NWB (ca. 2h) oder über eine noch seltenere Verbindung (2 Mal pro Tag) mit der NWB über Delmenhorst und Oldenburg.
Garnisonskirche
Die Garnisonkirche ist nicht sehr groß, aber doch irgendwie beeindruckend. Zwischen all den Wappen an den Sitzbänken erinnern große Denkmäler und Tafeln an Opfer von Seeschlachten. Es wird den Helden der Marine gedacht und neben dem Altarbereich gibt es das Grab eines unbekannten Matrosen. Im Altarraum selbst prangt ein helles Bild, welches Gott auf dem Meer symbolisiert. Allgemein lohnt es sich, dieser evangelischen Kirche mal einen Besuch abzustatten. Außerdem kann man dann auch seine Gebete und allgemeinen Sorgen in einem Buch niederschreiben, was am Eingang der Kirche ausliegt. Ach, eine letzte Sache noch, die man hier unbedingt beachten sollte: Die Kirchentüren sollten immer geschlossen bleiben, denn schließlich heizt die Kirche nicht für den Vorplatz… sagt sie zumindest.

wal.welten
Foto: Tobias Kunz
Küstenmuseum
Wer sich schon immer für Seemannsromantik begeistern konnte, ist im Küstenmuseum gut aufgehoben. Neben den üblichen Abbildungen von Schiffen und Meereshorizonten erfährt man viel Wissenswertes über das Leben und Sterben der Nordseebewohner seit Anbeginn der Evolution. Aufnahmen von Überschwemmungen, ausgestellte Skelettfunde sowie die präzise Veranschaulichung der Veränderung Wilhelmshavens in den letzten Jahrzehnten bis in die Gegenwart. Nebenbei überzeugt die Ausstellung wal.welten indem sie das
15 Meter lange Skelett eines gestrandeten Wals präsentiert. Die derzeitige Sonderausstellung Auf zwei Rädern ins Wirtschaftswunder – Räder, Roller und Mopeds der Achilles-Werke Wilhelmshaven ist für Nostalgiker unbedingt zu empfehlen.
www.kuestenmuseum.de
15 Meter lange Skelett eines gestrandeten Wals präsentiert. Die derzeitige Sonderausstellung Auf zwei Rädern ins Wirtschaftswunder – Räder, Roller und Mopeds der Achilles-Werke Wilhelmshaven ist für Nostalgiker unbedingt zu empfehlen.
www.kuestenmuseum.de
Oceanis
Auf das Oceanis haben wir uns gefreut. Ja, wir dachten, es könne wirklich ein großes Highlight auf unserer Tour werden – doch leider entpuppte es sich recht schnell zu einer Art Wissenserlebnispark für engagierte Jungeltern, die ihren Kindern mal was richtig Tolles bieten wollen.
Im Wesentlichen besteht das Museum aus einer virtuellen Fahrstuhlfahrt „in die Tiefe des Meeres“, mit der man eingestimmt werden soll auf das Unterwasserstationsfeeling. Unten erwarten den Besucher dann einige röhrenartige Gänge, in denen Maschinen, Gegenstände oder Situationen aus der maritimen Umwelt, z.B. Reusen, Unterwasserroboter, Riesenkrakenangriffe etc. ausgestellt sind.
Zu jedem Exponat kann man sich dann aus den dargereichten Kopfhörern lehrreich beschallen lassen. Die Sprecher sind eine Meeresbiologin, interessierte Kinder, ein schrulliger alter Seebär und – man höre und staune –
ein Fisch.
Meist erklärt die Wissenschaftlerin die nüchternen Tatsachen, der Seebär jammert, dass früher alles besser war und wird dann von den Kindern zur Vernunft gerufen. Die Aufgabe des Fisches besteht, glaub ich, hauptsächlich darin, lustig zu sein (was kann man auch anderes von sprechenden Fischen erwarten).
Obwohl – und das muss man deutlich eingestehen – die Gespräche meistens durchaus informativ waren und leichter verdaulich sind als das für normale Museen übliche Textbombardement, so hätte ich stellenweise gerne auf den Klamauk verzichtet.
Im Zentrum der „gigantischen Unterwasserstation“ kann man dann noch an drei riesigen Monitoren ein lustiges Fische-Such-Spiel genießen und in bester Eye-Toy-Manier wild hüpfend Sternchen sammeln sowie vor Raubfischen fliehen. Der krönende Abschluss des Aufenthalts ist dann ein kurzer 4D-Kino-Trip, der einen dann wieder zur Oberfläche bringt.
Fazit: Die Zielgruppe sind eindeutig Kinder und Jugendliche. Wenn du nicht gerade engagiertes Jungelternteil bist, leg dir die 7 Euro lieber unter die Matratze.
www.oceanis.de
Im Wesentlichen besteht das Museum aus einer virtuellen Fahrstuhlfahrt „in die Tiefe des Meeres“, mit der man eingestimmt werden soll auf das Unterwasserstationsfeeling. Unten erwarten den Besucher dann einige röhrenartige Gänge, in denen Maschinen, Gegenstände oder Situationen aus der maritimen Umwelt, z.B. Reusen, Unterwasserroboter, Riesenkrakenangriffe etc. ausgestellt sind.
Zu jedem Exponat kann man sich dann aus den dargereichten Kopfhörern lehrreich beschallen lassen. Die Sprecher sind eine Meeresbiologin, interessierte Kinder, ein schrulliger alter Seebär und – man höre und staune –
ein Fisch.
Meist erklärt die Wissenschaftlerin die nüchternen Tatsachen, der Seebär jammert, dass früher alles besser war und wird dann von den Kindern zur Vernunft gerufen. Die Aufgabe des Fisches besteht, glaub ich, hauptsächlich darin, lustig zu sein (was kann man auch anderes von sprechenden Fischen erwarten).
Obwohl – und das muss man deutlich eingestehen – die Gespräche meistens durchaus informativ waren und leichter verdaulich sind als das für normale Museen übliche Textbombardement, so hätte ich stellenweise gerne auf den Klamauk verzichtet.
Im Zentrum der „gigantischen Unterwasserstation“ kann man dann noch an drei riesigen Monitoren ein lustiges Fische-Such-Spiel genießen und in bester Eye-Toy-Manier wild hüpfend Sternchen sammeln sowie vor Raubfischen fliehen. Der krönende Abschluss des Aufenthalts ist dann ein kurzer 4D-Kino-Trip, der einen dann wieder zur Oberfläche bringt.
Fazit: Die Zielgruppe sind eindeutig Kinder und Jugendliche. Wenn du nicht gerade engagiertes Jungelternteil bist, leg dir die 7 Euro lieber unter die Matratze.
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Außenbereich des Marinemuseums
Foto: Sarah Kotten
Deutsches Marinemuseum
Das Marinemuseum handelt von Marine… ja, klar. Die Theorie im Gebäude ist nicht gerade das Spannendste,
aber der Außenbereich macht das alles wieder wett. Dort gibt es ein altes U-Boot, welches man sich auch von innen ansehen kann und ein paar Schiffe der Marine, die eigentlich zeigen, wie es heute noch auf solchen Marineschiffen aussieht. Man erfährt, wie eng das in diesen Dingern ist und dass die äußere Größe manchmal über das Innere hinwegtäuschen kann. Einfach mal ausprobieren. Aber Vorsicht beim Einstieg in diese Schiffe, denn das ist nichts für Ängstliche… besonders Leute mit Platzangst sollten besser nur die Außenhülle genießen und lesen, wer sich alles auf dem U-Boot die ewige Liebe geschworen hat.
Noch ein Tipp: Kauft euch die Kombikarte, denn dann habt ihr im Preis den Eintritt für das Wattenmeerhaus mit drin.
www.marinemuseum.de
aber der Außenbereich macht das alles wieder wett. Dort gibt es ein altes U-Boot, welches man sich auch von innen ansehen kann und ein paar Schiffe der Marine, die eigentlich zeigen, wie es heute noch auf solchen Marineschiffen aussieht. Man erfährt, wie eng das in diesen Dingern ist und dass die äußere Größe manchmal über das Innere hinwegtäuschen kann. Einfach mal ausprobieren. Aber Vorsicht beim Einstieg in diese Schiffe, denn das ist nichts für Ängstliche… besonders Leute mit Platzangst sollten besser nur die Außenhülle genießen und lesen, wer sich alles auf dem U-Boot die ewige Liebe geschworen hat.
Noch ein Tipp: Kauft euch die Kombikarte, denn dann habt ihr im Preis den Eintritt für das Wattenmeerhaus mit drin.
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Wattenmeerhaus
Mit dem Slogan „Verborgene Welten entdecken“ wirbt das Wattenmeerhaus für seine 2000qm große Ausstellung. Es ist wirklich ein Erlebnis, wie vielfältig das Wattenmeer sein kein. Begrüßt wird man mit einem
Tasterlebnis, bei dem man verschiedene Dinge aus dem Watt ertasten kann. Weiter geht es im Erdgeschoss mit dem obligatorischen Geschenkeshop und grundsätzlichen Informationen zum Wattenmeer. Im nächsten Geschoss gibt es meistens Sonderausstellungen, die nicht unbedingt das Thema des Hauses vertreten. Zu der Zeit, als wir dort waren, gab es die Foto-Ausstellung „Eye to Eye“,
die mit eindrucksvollen Tierbildern des Wildlife-Fotografen Frans Lanting faszinierte. Im zweiten Geschoss geht es dann richtig los mit dem Erlebnis Wattenmeer. So gibt es nicht nur Ausstellungsstücke zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen und Mitmachen. Ein Sturmraum, ein original Krabbenkutter, Eindrücke und Erlebnisse von Fischern und Wattenmeerbewohnern und Konstruktionen wie brütende Vögel auf die Anwesenheit von Menschen reagieren, sind nur einige Beispiele. Ganz oben angekommen kann man mit dem Ausblick von der Panoramaterrasse den Tag ausklingen lassen.
www.wattenmeerhaus.de
Tasterlebnis, bei dem man verschiedene Dinge aus dem Watt ertasten kann. Weiter geht es im Erdgeschoss mit dem obligatorischen Geschenkeshop und grundsätzlichen Informationen zum Wattenmeer. Im nächsten Geschoss gibt es meistens Sonderausstellungen, die nicht unbedingt das Thema des Hauses vertreten. Zu der Zeit, als wir dort waren, gab es die Foto-Ausstellung „Eye to Eye“,
die mit eindrucksvollen Tierbildern des Wildlife-Fotografen Frans Lanting faszinierte. Im zweiten Geschoss geht es dann richtig los mit dem Erlebnis Wattenmeer. So gibt es nicht nur Ausstellungsstücke zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen und Mitmachen. Ein Sturmraum, ein original Krabbenkutter, Eindrücke und Erlebnisse von Fischern und Wattenmeerbewohnern und Konstruktionen wie brütende Vögel auf die Anwesenheit von Menschen reagieren, sind nur einige Beispiele. Ganz oben angekommen kann man mit dem Ausblick von der Panoramaterrasse den Tag ausklingen lassen.
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In Wilhelmshaven gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Am empfehlenswertesten ist wohl ein Kurzurlaub, um alles sehen und genießen zu können, was Wilhelmshaven so zu bieten hat. Ein Tag ist dafür auf jeden Fall zu kurz, schon allein weil die meisten Einrichtungen pünktlich um 17 Uhr schließen.
von Alexander Dressler, Sarah Kotten, Tobias Kunz und Thomas Hülsmann
![]() Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler
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Bilderalbum
Auf der Jagd nach Katia S.

© Lutz Doblies / PIXELIO
Es gibt definitiv, was ich zu diesem Zeitpunkt schon sagen kann, vielleicht keine Problem-Pädagogen, aber auf jeden Fall schwierige Interviewpartner.
Nun ja, vielleicht war mein Wunsch, Frau S. zu interviewen, etwas utopisch, ja was denn? Ich mag’s halt nicht einfach und unkompliziert – Journalismus ist Krieg. Und so habe ich mich, ohne vorher meine Fußtruppen vorweg zu schicken, direkt an die Front gewagt. Einen Kontakt herzustellen ist wirklich kein Problem. Man braucht eine Prise Geduld, etwas Mut und einen Löffel voll Charme und schon erhält man eine Antwort. Diese war sogar außerordentlich nett und auch nicht automatisch generiert. Sie ließ mich gleich zu Beginn auf Wolken der Euphorie schweben – ich hatte Kontakt hergestellt – zur Super Nanny! Naja, also, zumindest zu ihrem Büro. Aber immerhin!
Nun ja, vielleicht war mein Wunsch, Frau S. zu interviewen, etwas utopisch, ja was denn? Ich mag’s halt nicht einfach und unkompliziert – Journalismus ist Krieg. Und so habe ich mich, ohne vorher meine Fußtruppen vorweg zu schicken, direkt an die Front gewagt. Einen Kontakt herzustellen ist wirklich kein Problem. Man braucht eine Prise Geduld, etwas Mut und einen Löffel voll Charme und schon erhält man eine Antwort. Diese war sogar außerordentlich nett und auch nicht automatisch generiert. Sie ließ mich gleich zu Beginn auf Wolken der Euphorie schweben – ich hatte Kontakt hergestellt – zur Super Nanny! Naja, also, zumindest zu ihrem Büro. Aber immerhin!
Der euphorische Himmel entpuppte sich jedoch schnell als Stille Treppe. So saß ich da, in einer reizarmen Umgebung und dachte nach. Hatte ich etwas falsch gemacht? Zumindest gab man mir einige Zeit, einen Schritt zurück zu gehen und die Situation objektiver zu betrachten, was generell immer gut ist, um eine Eskalation zu vermeiden.
Was ich auf jeden Fall durch meinen Überraschungsangriff herausfand, war, dass Frau S. sehr nette Mitarbeiter um sich schart. Es ergab sich eine angenehme Korrespondenz, die schon seit 2 1/2 Monaten andauert. Ein Rückschritt? Mitnichten!
Ein Interview ist, genau wie Erziehung, ein langer, komplexer und – wenn er gelingt – ein sehr schöner Prozess wechselseitigen Verstehens und gegenseitigen Lernens.
Was ich auf jeden Fall durch meinen Überraschungsangriff herausfand, war, dass Frau S. sehr nette Mitarbeiter um sich schart. Es ergab sich eine angenehme Korrespondenz, die schon seit 2 1/2 Monaten andauert. Ein Rückschritt? Mitnichten!
Ein Interview ist, genau wie Erziehung, ein langer, komplexer und – wenn er gelingt – ein sehr schöner Prozess wechselseitigen Verstehens und gegenseitigen Lernens.
Meine innige E-Mail-Korrespondenz gipfelte die Tage sogar in einem netten Telefonat, nein, nicht mit Frau S., aber ich hatte Kontakt zu einer neuen Mitarbeiterin von ihr. Von dieser erfuhr ich, dass Frau S. noch bis zum 12.01. mit Dreharbeiten beschäftigt ist. Eine neue Spur? Zumindest sollte ich wieder auf die traditionelle E-Mail-Korrespondenz zurückgreifen. Ich zog mich zurück in meine Wuthöhle und dachte neuerlich nach. Es gehört wahrlich nicht zu meinen Alltagskompetenzen, abzuschätzen, was es heißt, sich in einem Massenmedium zu präsentieren… aber wer so nette Mitarbeiter hat, der hat doch bestimmt mal Zeit, ein kleines Interview für ein Hochschulmagazin zu geben, oder vielleicht doch nicht? Ich möchte am liebsten in infantiles Schmollen verfallen, doch jedes Mal, wenn ich enttäuscht zu meinem Lieblingsteddy greifen will, werden meine negativen Emotionen durch die positive Grundstimmung im Büro von Frau S. reguliert – Vorzeige-Pädagogenbüroklima, hoher innerbürolicher Zusammenhalt, eine geringe Konfliktneigung sowie konstruktive Strategien der Problembewältigung. Ich glaube, ich kann es noch schaffen! Ich werde die Super Nanny interviewen! Die Fragen liegen immerhin schon 2 1/2 Monate bereit.
von Melanie Ehlert
Auf der Jagd nach APs
Wer in Vechta nicht auf Lehramt studiert (und sich auch nicht Sozialer Arbeiter schimpft) kommt sich manchmal wie ein Aussätziger, manchmal wie etwas Besonderes vor. Wenn mein Mitbewohner mal wieder über eine mehr als langweilige EW-Vorlesung gemeckert hat, konnte ich lachen und sagen: „Tja, ich muss da nicht hin!“ Andererseits konnte er dann am Ende des Studiums über mich lachen, weil ich verzweifelt alle APs, die ich irgendwann in irgendeinem Optionalbereichsmodul geholt hatte, zusammenrechnen durfte, und hoffen musste, dass ich auch wirklich die erforderliche Punktzahl erreicht hatte. Denn wer die Freiheit hat, alles zu wählen, was er möchte, verliert am Ende auch gerne den Überblick über das Geleistete. Oder, was noch schlimmer ist, man fühlt sich, als hätte man nur wenige Pflichten und lässt alles schleifen. Böser Fehler!
Ob man die Punkte aber überhaupt bekommt, hängt manchmal von purem Glück ab, denn zukünftige Nicht-Lehrer scheinen ab und an einfach nicht auf Listen drauf zu passen. Man fühlt sich als Sprachwissenschaftler von den Dozenten oft genug nicht ernst genommen, weil man das Gelernte ja nicht an Schüler weitergeben wird. Da frage ich mich, ob dieser Satz denn nun wirklich genau bedacht wurde, denn schließlich war der Dozent, der mir gegenüber stand, offensichtlich genau so ein Knallfrosch, wie ich einer bin.
Es sind aber nicht nur die Dozenten oder die schon angesprochene Qual der Wahl, die einen Nicht-Lehrämtler dazu veranlassen, sich öfter mal als etwas anderes zu sehen, sondern auch, dass man von der Hochschule ziemlich alleine gelassen wird. Ein jeder Lehramts-BA, Sozialer Arbeiter, Gerontologe oder weiß der Geier was, kann schön damit rechnen, dass er auch den Rest seiner studentischen Laufbahn wohlbehütet und geleitet von der Uni Vechta absolvieren kann. Ein Sozialwissenschaftler/Anglist kann das nicht. Und da haben wir auch schon den Fehler: Warum wird ein BA-Fach angeboten, zu dem es keinen ausgewiesenen MA an der Hochschule gibt? „Geldmacherei“, schreien die einen, „Pech gehabt“, die anderen, und man selbst denkt sich „Verdammt, die Vorzeigeumstellung auf das BA-Format in Vechta hat wohl doch irgendwo eine Macke.“
Und so kommt es dann, dass man nach 6 (oder manchmal auch 7 oder mehr) Semestern sich schleunigst eine neue Uni, eine neue Wohnung und neue Freunde suchen darf. Dafür bekommt man aber auch neue Dozenten, was gut sein kann, wenn man es sich mit den alten versiebt hat. Oder es kann schlecht sein. Wenn man gerne schleimt und nun wieder von vorne anfangen muss.
Ob man nun etwas Gutes oder Schlechtes in dieser Situation sehen will, sei jedem selbst überlassen. Ich als Ex-Vechteraner bin froh, es mitgemacht haben zu dürfen. Nach nun mehr 3,5 Jahren (jaja, 7 Semester, ich weiß!) freue ich mich aber auch, etwas Neues erleben zu dürfen.
von Sebastian Dargel
Vom Potential der Musik im Religionsunterricht
Welche Themen werden in einem religionspädagogischen Seminar eigentlich behandelt? Diese und andere Fragen werden häufig an einen Theologiestudenten gerichtet. Da dieses eine pädagogische Ausgabe ist, soll auch gerade die Religionspädagogik näher in den Blick genommen werden. Wohl kaum jemand der Leser würde vermuten, dass StudiVZ, Dailysoaps, Talkshows, Familienstrukturen, Gewalt in der Schule, Mediation, Gottesbilder in der Kunst oder Frieden in der Musik dem Bereich der Theologie zuzuordnen sind. Um einen kleinen Eindruck zu gewinnen, soll explizit auf den Punkt der Funktion der Musik im Religionsunterricht näher eingegangen werden.
Einerseits werden Jugendliche durch die Musik mit einem Medium angesprochen, dessen Benutzung ihnen selbstverständlich ist, anders als wohlmöglich bei einem Bibeltext. Andererseits wird dem Schüler vor Augen geführt, dass in der heutigen Zeit religiöse Fragen immer noch einen hohen Stellenwert haben. Es wäre jetzt natürlich ein Trugschluss, der Meinung zu sein, dass Musik als eine Art Allheilmittel eingesetzt werden kann. Die in der Musik angesprochenen religiösen Inhalte können aber gleichzeitig eine neue Ebene darstellen, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Die Darstellungsskala beschreibt verschiedene Phänomene wie Stimmungsregulierung, emotionaler Stimulus, Symbol für Gruppenzugehörigkeit, Möglichkeit der Abgrenzung und Distanzierung von der Erwachsenenwelt, Mittel der Identitätssuche, Sozialisationsinstanz sowie Protestpotential. Ebenso dienen sie dazu, sich abzulenken, als eine Art Ersatzerlebnis. Musik kann dabei behilflich sein, die religiöse Sprachlosigkeit zu überwinden, da es einigen Textpassagen gelingt, im Ansatz das auszudrücken, was viele zwar emotional erleben, gleichzeitig aber nicht verbalisieren können.
Literaturtipps:
Böhm, Uwe, Buschmann, Gerd (2000): Popmusik – Religion – Unterricht. Modelle und Materialien zur Didaktik von Popularkultur.
Schwarze, Bernd (1997): Die Religion der Rock- und Popmusik. Analysen und Interpretationen.
Böhm, Uwe, Buschmann, Gerd (2000): Popmusik – Religion – Unterricht. Modelle und Materialien zur Didaktik von Popularkultur.
Schwarze, Bernd (1997): Die Religion der Rock- und Popmusik. Analysen und Interpretationen.
Einige Anreize bezogen auf das Thema Frieden in der Musik sollen exemplarisch genannt werden. Lieder, die Frieden thematisieren, finden sich in der Klassik, der Rock- und Popmusik, der Reggaemusik sowie der Schlagermusik. Diese Lieder richten sich gegen Rechtsradikalismus, Gewalt in verschiedenen gesellschaftlichen Konstrukten und setzen sich mit häufig tabuisierten Themen auseinander. Songs wie „War“ von Bob Marley, „Friedenspanzer“ von den Ärzten oder „Peace on Earth“ von U2 widmen sich dem Frieden. Solche Songtexte beinhalten ein großes Potential für den Unterricht und lassen sich gut darin einbetten. Dadurch wird bei den Schülern eine Grundsehnsucht der Menschen angesprochen, die leider noch nicht umgesetzt wurde: ein friedvoller Umgang, der durch gegenseitigen Respekt und Anerkennung gekennzeichnet ist. Da Frieden in allen Religionen als erstrebenswertes Ziel und nicht nur als Gesinnung betrachtet wird, sondern sich auch auf der interaktionalen, zwischenmenschlichen Ebene ereignet, kann dies einen Ansatzpunkt für die Religionspädagogik bedeuten.
von Thomas Deters
Von “ABC” bis “Autor”, von “Zähne” bis “Zusammenspiel”
Als die Humangenetikerin Katja de Bragança Anfang der 1990er auf einem Kongress über das Down-Syndrom einem Text von einem Mann mit diesem Syndrom begegnete, war sie begeistert. Sie hatte doch immer gelernt, dass Menschen mit Trisomie 21 weder lesen noch schreiben können! Aus dieser Begeisterung entstand die Idee für eine „kreative Bühne für Menschen mit Down-Syndrom“: Ohrenkuss. 50 feste Redakteure arbeiten daran mit, schreiben selbst oder diktieren ihre Texte. Viele davon wurden nun alphabetisch geordnet und zum zehnjährigen Jubiläum in einem (Wörter-)Buch herausgegeben, immer wieder aufgelockert von außergewöhnlichen Fotos.
Jedes mögliche oder scheinbar unmögliche Thema wurde auf besondere Weise behandelt. Die kleinen Texte laden zum Reinschnuppern oder Verweilen ein, vieles scheint direkt aus unserem Leben gegriffen, manches verblüfft oder öffnet die Augen.
„In dem man die Augen schließt und an nichts denkt und sich konzentriert, dann findet man das Glück.“
(Svenja Giesler 2003, Ohrenkuss Nr. 10)
Jedes mögliche oder scheinbar unmögliche Thema wurde auf besondere Weise behandelt. Die kleinen Texte laden zum Reinschnuppern oder Verweilen ein, vieles scheint direkt aus unserem Leben gegriffen, manches verblüfft oder öffnet die Augen.
„In dem man die Augen schließt und an nichts denkt und sich konzentriert, dann findet man das Glück.“
(Svenja Giesler 2003, Ohrenkuss Nr. 10)
Katja de Bragança & Bärbel Peschka (Hrsg.): Das Wörterbuch Ohrenkuss
Signatur: 402216
Signatur: 402216
von Julia Stock
Von Freunden und Feinden, von Leib und Leben
Dieses Buch ist sicher dem einen oder anderen aus seiner Schulzeit bekannt und vielleicht auch verhasst. Doch manchmal lohnt es sich, die alten Bücher noch mal raus zu holen und sie ohne Zwang und die Aussicht auf den nächsten Test neu zu entdecken. So auch hier:
In Die Outsider wird der Leser vom Ich-Erzähler Ponyboy in sein Leben auf der Eastside mitgenommen. Neben den pubertären Gefühlsschwankungen geht es dabei nicht selten um das bloße Überleben. Denn Ponyboy und seine Bande gehören zu den Greasern, welche sich blutige Auseinandersetzungen mit den Socs von der Westside liefern. Durch die Erzählperspektive kann sich der Leser sehr schnell mit dem Protagonisten und seinen Mitstreitern identifizieren, trotz der wirklich krassen Schicksale (Ponyboy und sein Bruder sind Vollwaisen).
Gebannt habe ich bei der zweiten Lektüre mit den Greasern gelitten und gelacht. Es war wie eine Zeitreise in die eigene Schul- und Jugendzeit. Eine Reise von hoher Intensität, welche sich auf jeden Fall lohnt.
In Die Outsider wird der Leser vom Ich-Erzähler Ponyboy in sein Leben auf der Eastside mitgenommen. Neben den pubertären Gefühlsschwankungen geht es dabei nicht selten um das bloße Überleben. Denn Ponyboy und seine Bande gehören zu den Greasern, welche sich blutige Auseinandersetzungen mit den Socs von der Westside liefern. Durch die Erzählperspektive kann sich der Leser sehr schnell mit dem Protagonisten und seinen Mitstreitern identifizieren, trotz der wirklich krassen Schicksale (Ponyboy und sein Bruder sind Vollwaisen).
Gebannt habe ich bei der zweiten Lektüre mit den Greasern gelitten und gelacht. Es war wie eine Zeitreise in die eigene Schul- und Jugendzeit. Eine Reise von hoher Intensität, welche sich auf jeden Fall lohnt.
Susan E. Hinton: Die Outsider
Signatur: 5.2 A hin = 272595
Signatur: 5.2 A hin = 272595
von Stefanie Bruns
Vampire, Drachen und Magie
Tintenherz, Eragon, Bis(s) zum Morgengrauen – Fantasy-Geschichten stehen z.Z. ganz oben in den Bestsellerlisten. Und nicht nur dort: Fanseiten im Internet widmen sich einzelnen Romanen bzw. Filmen, Foren und Blogs beschäftigen sich mit dem gesamten Genre. Fantasy-Fans wurden nicht nur als Leser, sondern auch als Merchandising begeisterte Konsumenten entdeckt: Wer es mit einem Roman wie Tintenherz ernst meint, bekommt vom Brettspiel, einer Tintenherz-Schreibfeder, bis hin zum Taschenbuch, in dem die für den Film verkürzte Geschichte wiedergegeben wird, mehr, als er wollen könnte: Man kann von einem regelrechten Fantasy-Boom sprechen.
Begonnen hat es Anfang der 2000er Jahre mit dem Medienrummel um Harry Potter. Dem 1995 vollendeten ersten Teil der Heptalogie, Harry Potter und der Stein der Weisen, wurde zunächst kein großes Erfolgspotential unterstellt. Er erschien in einer Auflage von lediglich 500 Exemplaren (nein, ich habe keine Null vergessen) bei Bloomsbury Publishing, einem englischen Verlagshaus. Später nahm sich der Hamburger Carlsen Verlag der Romanreihe an. Rowlings Erfolg begann 1999 mit dem dritten Teil, Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Mittlerweile ist die 43jährige Rowling die kommerziell erfolgreichste Schriftstellerin der Welt, die Finanz-Zeitschrift Forbes schätzt ihr Vermögen auf eine Milliarde US-Dollar.
Der Erfolg von Rowlings Romanen sorgte nicht nur für dreiste Plagiate wie Harry Potter and Leopard-Walk-Up-to-Dragon oder Harry Potter in Calcutta. Es kamen zahlreiche Romanreihen für Kinder- und Jugendliche heraus, die gerne mit den Geschichten um Rowlings Nachwuchs-Zauberer verglichen werden, sich zum Teil aber deutlich von ihnen unterscheiden. So zum Beispiel Artemis Fowl von Eoin Colfer.
Begonnen hat es Anfang der 2000er Jahre mit dem Medienrummel um Harry Potter. Dem 1995 vollendeten ersten Teil der Heptalogie, Harry Potter und der Stein der Weisen, wurde zunächst kein großes Erfolgspotential unterstellt. Er erschien in einer Auflage von lediglich 500 Exemplaren (nein, ich habe keine Null vergessen) bei Bloomsbury Publishing, einem englischen Verlagshaus. Später nahm sich der Hamburger Carlsen Verlag der Romanreihe an. Rowlings Erfolg begann 1999 mit dem dritten Teil, Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Mittlerweile ist die 43jährige Rowling die kommerziell erfolgreichste Schriftstellerin der Welt, die Finanz-Zeitschrift Forbes schätzt ihr Vermögen auf eine Milliarde US-Dollar.
Der Erfolg von Rowlings Romanen sorgte nicht nur für dreiste Plagiate wie Harry Potter and Leopard-Walk-Up-to-Dragon oder Harry Potter in Calcutta. Es kamen zahlreiche Romanreihen für Kinder- und Jugendliche heraus, die gerne mit den Geschichten um Rowlings Nachwuchs-Zauberer verglichen werden, sich zum Teil aber deutlich von ihnen unterscheiden. So zum Beispiel Artemis Fowl von Eoin Colfer.

© Marco Barnebeck / PIXELIO
Insgesamt wurden mehr Leser für das Genre gewonnen, was dazu führte, dass mittlerweile mehr Fantasy-Romane verlegt werden. Viele von ihnen sind gut geschrieben, spannend, angenehm zu lesen und kommen ohne peinliche Parallelen zu den Geschichten um den Zauber-Schüler aus.
Ein anderer Grund für den Fantasy-Boom ist der Erfolg der dreiteiligen Herr-der-Ringe-Verfilmung, die zwischen 2001 und 2003 in den Kinos zu sehen war. Hier gelang es Regisseur Peter Jackson (von ihm übrigens auch die Splatterfilm-Parodie Braindead stammt, in der der Protagonist mit einem Rasenmäher das wohl größte Zombie-Massaker der Filmgeschichte anrichtet), den bis dahin als nicht verfilmbar geltenden Fantasy-Klassiker auf die Leinwand zu bringen. Er schaffte es nicht nur, die argwöhnischen Herr-der-Ringe-Fans zu überzeugen (es gibt Websites, auf denen man bis ins letzte Detail nachvollziehen kann, wo der Film von der Romanvorlage abweicht), sondern machte das über 1300 Seiten starke Werk auch für neue Leser interessant.
Viele der Fantasy-Romane, die in den letzten Jahren erschienen sind, haben gemeinsam, dass sie alte literarische Motive aufgreifen, und diese mit Themen verbinden, die für Jugendbücher typisch sind. So begegnet man immer wieder Drachen, Vampiren und Zauberern. Figuren, die schon vor Jahrhunderten in Märchen, Mythen oder Heldenepen ihren Platz hatten. Handlungsmotive sind hingegen oft Freundschaft, Liebe oder das Erwachsen werden. So zum Beispiel in den Bis(s)-Romanen von Stephenie Meyer. Hier geht es um die erste Liebe der High-School-Schülerin Bella. Ziel ihrer Schwärmereien ist ihr geheimnisvoller Mitschüler Edward – ein Vampir.
In der Tinten-Trilogie steht mit Meggie eine sehr junge Protagonistin im Vordergrund. Im zweiten und dritten Teil der Romanreihe müssen sie und ihre Gefährten sich in einer mittelalterlich anmutenden Parallelwelt gegen bösartige Herrscher behaupten, auch das ist typisch Fantasy.
Jene archaischen fiktiven Welten, die zum Teil recht einfach aufgebaut sind, sind es auch, die der Fantasy den Vorwurf der Realitätsferne – manche reden sogar von Wirklichkeitsflucht oder Eskapismus – eingebracht haben. Klar, wo (wie zum Beispiel in Eragon) auf Drachen reitend gegen machtgierige Könige gekämpft wird, bleibt kein Platz für die Schwierigkeiten des Alltags. Und der – zugegeben seltsam glatt geföhnt wirkende – Vampir Edward Cullen lässt nicht gerade Rückschlüsse auf den Alltag amerikanischer Teenager zu.
Aber so etwas wird wohl kaum ein Fantasy-Autor ernsthaft versuchen. Hier geht es darum, den Leser für einige Stunden in eine fremde Welt zu entführen. Und das ist doch auch okay, oder?
Ein anderer Grund für den Fantasy-Boom ist der Erfolg der dreiteiligen Herr-der-Ringe-Verfilmung, die zwischen 2001 und 2003 in den Kinos zu sehen war. Hier gelang es Regisseur Peter Jackson (von ihm übrigens auch die Splatterfilm-Parodie Braindead stammt, in der der Protagonist mit einem Rasenmäher das wohl größte Zombie-Massaker der Filmgeschichte anrichtet), den bis dahin als nicht verfilmbar geltenden Fantasy-Klassiker auf die Leinwand zu bringen. Er schaffte es nicht nur, die argwöhnischen Herr-der-Ringe-Fans zu überzeugen (es gibt Websites, auf denen man bis ins letzte Detail nachvollziehen kann, wo der Film von der Romanvorlage abweicht), sondern machte das über 1300 Seiten starke Werk auch für neue Leser interessant.
Viele der Fantasy-Romane, die in den letzten Jahren erschienen sind, haben gemeinsam, dass sie alte literarische Motive aufgreifen, und diese mit Themen verbinden, die für Jugendbücher typisch sind. So begegnet man immer wieder Drachen, Vampiren und Zauberern. Figuren, die schon vor Jahrhunderten in Märchen, Mythen oder Heldenepen ihren Platz hatten. Handlungsmotive sind hingegen oft Freundschaft, Liebe oder das Erwachsen werden. So zum Beispiel in den Bis(s)-Romanen von Stephenie Meyer. Hier geht es um die erste Liebe der High-School-Schülerin Bella. Ziel ihrer Schwärmereien ist ihr geheimnisvoller Mitschüler Edward – ein Vampir.
In der Tinten-Trilogie steht mit Meggie eine sehr junge Protagonistin im Vordergrund. Im zweiten und dritten Teil der Romanreihe müssen sie und ihre Gefährten sich in einer mittelalterlich anmutenden Parallelwelt gegen bösartige Herrscher behaupten, auch das ist typisch Fantasy.
Jene archaischen fiktiven Welten, die zum Teil recht einfach aufgebaut sind, sind es auch, die der Fantasy den Vorwurf der Realitätsferne – manche reden sogar von Wirklichkeitsflucht oder Eskapismus – eingebracht haben. Klar, wo (wie zum Beispiel in Eragon) auf Drachen reitend gegen machtgierige Könige gekämpft wird, bleibt kein Platz für die Schwierigkeiten des Alltags. Und der – zugegeben seltsam glatt geföhnt wirkende – Vampir Edward Cullen lässt nicht gerade Rückschlüsse auf den Alltag amerikanischer Teenager zu.
Aber so etwas wird wohl kaum ein Fantasy-Autor ernsthaft versuchen. Hier geht es darum, den Leser für einige Stunden in eine fremde Welt zu entführen. Und das ist doch auch okay, oder?
von Stefan Hirsch
allmaXXimal leben?!

Das erste Mal stellte allmaxx.de seinen Stand im November des WS 08/09 in unserer Hochschule auf. Um diesen sammelten sich zu Stoßzeiten Trauben von Studierenden, von denen einige – neben einem Lutscher, einer Mini-Flasche Wodka, einer Kostprobe verschiedenster Zeitschriften u.v.m. – auch eine ‘kostenlose’ Mitgliedschaft bei allmaxx.de geschenkt bekamen.
Wer geht die Mitgliedschaft ein? Welchen Gewinn mache ich? Wo ist der Haken?
Um den Antworten dieser Fragen näher zu kommen, bin ich kurzerhand Mitglied geworden.
Wer geht die Mitgliedschaft ein? Welchen Gewinn mache ich? Wo ist der Haken?
Um den Antworten dieser Fragen näher zu kommen, bin ich kurzerhand Mitglied geworden.
Den Worten ‘Mitgliederwerbung’, ‘Kostenlos’, ‘Datenverkauf’, ‘Betrug’, comdirect, ‘Aufwand’ bin ich auf den Grund gegangen, um ein wenig zur Aufklärung beizutragen.
‘Mitgliederwerbung’:Der erste Schritt zur allmaxx-Mitgliedschaft ermöglicht der Antrag. Über diesen wählst du dein Willkommensgeschenk und nach Interesse Campus-Angebote, wie z.B. diverse Zeitschriften aus. Unter diesem Punkt habe ich mir die Frage gestellt, ob mich das Geschenk auch wirklich erreicht. – Es ist da.
‘Kostenlos’ bedeutet, dass die Mitgliedschaft gesponsert wird, wie z.B. von der comdirect. Ansonsten kostet sie 24 Euro pro Jahr. Zudem kann eine Mitgliedschaft nur im Zusammenhang mit der eigenen Immatrikulation bestehen. Dies macht der Zusatz – students only – deutlich.
comdirect bietet sich derzeit als Sponsor des Mitgliederbeitrags an, mit der Bedingung, ein Giro-Konto bei ihnen zu eröffnen. Dies ist – wie bei Studenten üblich – in der Kontoführung kostenlos.
‘Datenverkauf’ ist in Zeiten der Datenschutzdiskussionen ein – schnell Misstrauen schürender – Begriff. Ein Verkauf der Daten ohne Zustimmung der Dateninhaber an Dritte ist rechtswidrig. allmaxx.de verspricht in ihren AGB die Daten nicht weiterzugeben. Diese sollen, so allmaxx.de,
durch die siebenstellige allmaxx-ID anonymisiert sein, welches die Datensicherung unterstützt.
durch die siebenstellige allmaxx-ID anonymisiert sein, welches die Datensicherung unterstützt.
‘Betrug’ ist ein sehr vorwurfvolles und schwerwiegendes Wort. Es wurde jedoch im Zusammenhang mit allmaxx.de erwähnt und soll hier aufgegriffen werden. allmaxx.de ist der Markenname, unter dem sich die merconic GmbH präsentiert, welche sich als „Spezialist für Marketing, Werbung und Promotion in der Zielgruppe Studenten, Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und Österreich“ bezeichnet. Damit präsentiert sie sich anderen Unternehmen gegenüber als eine Plattform für Firmen, um mit ihren Produkten an Studenten heranzutreten. So stellt allmaxx.de als „der Vorteilsclub für Studenten“ die Kontaktstelle zwischen Studierenden und Unternehmen dar. Eindeutig zielen die Aktivitäten von allmaxx.de somit auf Vertrieb und Konsum ab und darauf, ihre Kunden – sowohl Unternehmen als auch Studierende – hierin zu bedienen.
Eine Art Partnervermittlung für Angebot und Nachfrage. Mit der Frage, wo dann die Liebe hinfällt, sei auf Amor verwiesen.
Eine Art Partnervermittlung für Angebot und Nachfrage. Mit der Frage, wo dann die Liebe hinfällt, sei auf Amor verwiesen.

Beitrittsgeschenk im Wert
von ca. 60 Euro
von ca. 60 Euro
Foto: Johanna Olberding
‘Aufwand’ braucht es allerdings, um in den Genuss der Vorteile von allmaxx.de zu kommen und auch die Bedingung zum Sponsoring – die Kontoeröffnung – hat ihren zeitlichen Aufwand. Den Antrag am Stand auszufüllen dauert ca. 10 – 15 Min. Dieser wird von allmaxx.de weiterbearbeitet. Das kann durchaus zwei Wochen dauern. Danach bekommst du eine E-Mail von allmaxx.de über welche du dich abschließend registrierst. Währenddessen tritt die comdirect mit dir in Kontakt. Da es sich bei der comdirect um eine Onlinebank der Commerzbank handelt, findet die Kontoeröffnung über den Postverkehr statt. Dieser ist – im Sinne des Datenschutzes – sehr aufwendig gestaltet. Visa-, Kredit- und comdirect-Karte sowie die Geheimzahlen dazu werden dir alle separat zugeschickt. Die kostenlosen Werbeabonnements der angebotenen Zeitschriften werden ohne dein Kündigungsschreiben nach Erhalt der zweiten Ausgabe zu festen Abonnements, die z.T. und trotz Studentenrabatt tief in den Geldbeutel greifen. Die Auszahlung der Cashpunkte muss bei allmaxx.de in Auftrag gegeben werden und dies ist nur ein Teil der notwendigen Tätigkeiten, um die Vorteile optimal in Anspruch zu nehmen. Allmaxximal leben!?
von Johanna Olberding
Gefüllter Gemüsetortilla mit Sauce

Das Mensateam wünscht
einen guten Appetitt!
einen guten Appetitt!
Foto: Björn Franke
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v
e g e t a r i s c h |
Tauche die Wraps kurz in Wasser, rolle dann das Gemüse in die Wraps ein und klappe die Seiten um. Rühre Ketchup mit etwas Wasser glatt und streiche die Wraps damit ein, dann bestreust du jene mit etwas Käse und erhitzt diese bei 150°C im Ofen, bis der Käse goldbraun ist. Für die kalte Barbecuesauce schneidest du die Gewürzgurken in Scheiben. Verrühre Tomatenketchup, Branntweinessig mit ein wenig Wasser und schmecke dies mit Zucker, Curry, Rauchsalz, Pfeffer bunt geschrotet, Jodsalz und Chilipulver ab.
Mensateam Vechta und Johanna Olberding
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Seelachs mit Kartoffeln
…dazu Salat
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F
i s c h |
für 4 Personen
Zutaten:
Diesmal braucht‘s nicht viel. Den Seelachs (tief gefroren), die Kartoffeln und den Salat (fertig angemischt) kannst du im Supermarkt erwerben. Beachte des Weiteren die Zubereitungsanweisungen meist auf dem Rücken der Verpackung und folge ihr gewissenhaft. Die Kartoffeln bereitest du nach alter Weise und den Salat füllst du in eine ansehnliche Schale um. Tipp: Auch fertige Salatsaucen sind erwerbbar. Aber: In der Mensa schmeckt es besser!
von Johanna Olberding
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Wahlen an der Hochschule Vechta

© Gerd Altmann / PIXELIO
Am 27. und 28. Januar 2009 wird wie jedes Jahr in der Hochschule Vechta fleißig gewählt. Neben der Wahl zum Studierendenparlament werden noch der Senat, die Zentrale Kommission für Lehre und Studium (ZKLS) und die Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung (KFG) gewählt. Der AStA und die verantwortlichen Wahlleiter des Studierendenparlamentes versuchen, wie in jedem Jahr, durch gezielte Informationen, Werbung und die direkte Ansprache eine möglichst hohe Wahlbeteiligung unter den Studierenden zu erreichen. Im letzten Jahr konnte man eine Rekordwahlbeteiligung von stattlichen 21 Prozent verbuchen. Eine Zahl, die zum einen ausdrückt, dass hinter den Kulissen gute Arbeit geleistet wurde, aber zum anderen deutlich macht, dass 79 Prozent der fast 3400 Studierenden hier in Vechta nicht gewählt haben. Natürlich ist eine Studierendenwahl kein Pflichtprogramm und jeder kann selbst entscheiden, ob man wählt oder nicht, dennoch ist bei diesen Zahlen ein allgemeines politisches Desinteresse nicht zu übersehen. Die Zeiten, so wird argumentiert, haben sich halt geändert. Es ist schon fast zwei Generationen her, dass sich Studenten ihre Mitbestimmungsrechte erstritten haben und in den folgenden Jahren sehr beherzt an der Hochschulpolitik teilnahmen. Letztlich führte dieses politische Engagement in den achtziger Jahren in die Sackgasse. Gesellschaftspolitische Themen rückten immer mehr in den Vordergrund und verdrängten wichtige Aspekte, die sich mit den Interessen der Studierenden befassen sollten. Landesweit entfernten sich ASten und Studentenparlamente von der lebensweltlichen Wirklichkeit derjenigen, die sie eigentlich vertreten sollten. Abrüstung, Umweltschutz oder kapitalistische Ausbeutung der Dritten Welt wurden heftig diskutiert. Meist mit dem Ergebnis, die Studierenden aufzuklären oder Solidarität, mit wem auch immer, zu bekunden. In diesem Zusammenhang konnte man es verstehen, dass immer mehr Studenten einfach das Interesse an ihrer eigenen Studierendenvertretung verloren haben. Studierendenparlamente wurden als „Quatschbuden“ bezeichnet, in denen viel debattiert, aber wenig Konstruktives erreicht wurde. Natürlich veränderte sich auch die gesamte Gesellschaft gleichzeitig. Allgemeine Politikverdrossenheit ging Hand in Hand mit einer jüngeren Generation von Studierenden, welche ihr Studium und den dazugehörigen Abschluss an erster Stelle setzten. Studierendenparlamente und die ASten der Hochschulen galten als Sammelbecken für politische Gruppen, Selbstdarsteller oder Junior-Berufspolitiker. Regelmäßig blockierten sich Interessengruppen und hinterließen nach ihrer Abwahl den Amtsnachfolgern chaotische Zustände. ASten verschuldeten sich häufig oder verpulverten die Gelder der Studierenden mit Friedenskonzerten oder Demonstrationen, an denen niemand teilnahm. All diese Hintergründe lasten noch heute auf den studentischen Gremien, denn ein schlechter Ruf wirkt immer sehr nachhaltig.

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Doch glücklicherweise veränderten sich die Studierendengremien langsam, aber stetig. Mitte der neunziger Jahre konnte man allgemein einen Paradigmenwechsel beobachten, weg von utopischer, politischer Agitation und hin zum Studenten und serviceorientierten Einrichtungen. Die Studierendenschaft rückte wieder in den Mittelpunkt und auch die Umstellung auf das
Bachelor-/Mastersystem sorgte dafür, dass Gremien sich mit Studieninhalten und Studienplanung beschäftigen mussten. In der Hochschule Vechta hat sich das Studierendenparlament jedoch immer in erster Linie als Interessenvertretung der Studierenden gesehen. Wichtige Entschlüsse und die große Möglichkeit, irgendwie auf Seiten der Studierenden einzugreifen, zeichneten immer das Studierendenparlament in Vechta aus.
Bachelor-/Mastersystem sorgte dafür, dass Gremien sich mit Studieninhalten und Studienplanung beschäftigen mussten. In der Hochschule Vechta hat sich das Studierendenparlament jedoch immer in erster Linie als Interessenvertretung der Studierenden gesehen. Wichtige Entschlüsse und die große Möglichkeit, irgendwie auf Seiten der Studierenden einzugreifen, zeichneten immer das Studierendenparlament in Vechta aus.
Aber wie kommt man als normaler Student in das Studierendenparlament? Nun, man kann sich auf eine Wahlliste eintragen oder sich einer Liste anschließen. Unter diesen so genannten Listen stehen Interessengruppen, wie z.B. die Liste Geisteswissenschaft oder die Liste Soziale Arbeit. Jeder Bewerber hat danach die Möglichkeit, in dem Wahl Basta, einem Werbeheft, sich kurz vorzustellen und den Studierenden sein Konzept, Vorschläge oder Vision zu unterbreiten. Oft ist die Rede von dem allgemeinen Einsatz für die Studierenden im eigenen Fachbereich, dem ein Bewerber angehört, sowie natürlich auch in allen anderen Fachbereichen. Somit kann man theoretisch sein Wahlvolk erheblich vergrößern. Die Wahlwerbung der Listen ist immerhin schon deutlicher, wenn es um die Formulierung von angestrebten Zielen geht. Hier werden fachliche Belange und Änderungswünsche auf den Nenner gebracht, um so den Studierenden die Wahlentscheidung zu vereinfachen. Doch dies ist natürlich nicht immer der Fall, so hat sich letztes Jahr der größte Fachbereich sich als Liste aufgestellt und auf eine Angabe von Wahlversprechen, Zielen oder Vorhaben gänzlich verzichtet. Entweder wollte die Liste keine Versprechungen abgeben oder die Probleme des Fachbereiches waren so groß, dass sie sowieso eindeutig waren. Es gibt immer verschiedene Wahltaktiken und Wahlwerbungen und man kann sich, nachdem man selbst gewählt hat, fragen: „Warum habe ich meine Stimme Kandidat XY gegeben? Hat mich seine Erfahrung beeindruckt oder seine angegebenen Ziele und Wahlversprechen? Welche Liste hatte das beste Programm?“ Am Ende jedoch wählt man, wie in der „großen“ Politik, jemanden von der Liste, der den eigenen Fachbereich vertritt, oder noch einfacher, man wählt, wen man unter den Kandidaten persönlich kennt. Warum man wen wählt ist letztlich auch nebensächlich, Hauptsache man hat gewählt und sich somit ein Stück politisch engagiert.
Ehrenamt braucht…

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… Ehre?! Nicht nur zum Wählen brauchen wir dich, sondern auch fürs Ehrenamt. Zwar ist es jetzt schon zu spät, sich noch für diese Legislatur für StuPa, ZKLS oder KFG aufzustellen, aber aktiv kannst du auch anders werden. Gerade zum Einstig bietet sich der Fachrat deines Studienganges an. Dieser kümmert sich um kleinere und größere Belange der Studierenden und wird auch kulturell aktiv – Uniparties vor B1 verdankst du immer dem Einsatz eines Fachrates! Und wenn du noch „höher hinaus willst“ in der Hochschulpolitik, bietet der Fachrat dir dafür ein geeignetes Fundament. Aber vor allem macht Fachratsarbeit Spaß und sieht auch später gut in der Bewerbung aus. Für Genaueres wendest du dich einfach an deine Fachvertreter (auf www.asta-vechta.de unter „Fachrat“).
Des Weiteren kannst du im Hochschulsport aktiv werden, dich im Mentoringprogramm Intermento um ausländische Studierende kümmern (auf www.uni-vechta.de unter „International“) oder natürlich bei der uniVista in der Redaktion oder als freier Mitarbeiter mitmachen. All das sind nicht nur tolle Freizeitbeschäftigungen, sondern geben dir die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und praktische Kompetenzen zu erwerben.
Und wer weiß, vielleicht bist du bei der nächsten Wahl fürs StuPa dabei?
Des Weiteren kannst du im Hochschulsport aktiv werden, dich im Mentoringprogramm Intermento um ausländische Studierende kümmern (auf www.uni-vechta.de unter „International“) oder natürlich bei der uniVista in der Redaktion oder als freier Mitarbeiter mitmachen. All das sind nicht nur tolle Freizeitbeschäftigungen, sondern geben dir die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und praktische Kompetenzen zu erwerben.
Und wer weiß, vielleicht bist du bei der nächsten Wahl fürs StuPa dabei?
von Arnold Hobbacher und Julia Stock
und wenn das fünfte Lichtlein brennt…
![]() Dass Bob manchmal etwas verpeilt war, war ja nichts Neues. Zugegeben, auch ich irrte mich manchmal im Wochentag. Aber wie man um volle fünf Wochen daneben liegen konnte? |
![]() Bob war wirklich traurig. Also beschlossen wir, Weihnachten zu wiederholen. So gut es ging… |
![]() Als wir mitten in den Vorbereitungen waren, klingelte unser Vermieter Tequila-Toni und fragte, ob er ein bisschen bei uns bleiben könnte. Candy, seine Freundin, war wohl irgendwie sauer auf ihn… |
![]() Statt Glühwein tranken wir warmen Tequlia mit Zimt und Koriander. Nach der vierten Tasse setzte Tequila-Toni sich eine rote Mütze auf und sagte, er würde die Müllgebühren für unsere Wohnung dieses Jahr selber zahlen. Draußen legten sch dicke, wattige Schneeflocken auf die winterkahlen Bäume. Schön. |
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Auch unsere Playmos verabschieden sich in die vorlesungsfreie Zeit. Ob sie ihre WG auch im Sommersemester 2009 beziehen?
Dies und vieles mehr erfahrt ihr in in der nächsten Ausgabe, im April 2009. |
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Texte: Stefan Hirsch
Kulissen: Julia Stock Fotos: René Kohn |
Dein Horoskop für 2009
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Steinbock
Der Steinbock ist bockig? Woher kommt das? Nimm dich mal ein bisschen zurück. Wenn du ein wenig mehr Rücksicht auf die anderen nimmst, wird alles etwas entspannter.
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Wassermann
Oh wie spannend! Du wirst dich freuen, es warten einige schöne Überraschungen auf dich – vermutlich im Zeitraum vom 21.1. – 19.2.. Lass dich überraschen!
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Fische
Nicht so schüchtern … Du kannst ruhig öfter mal den ersten Schritt machen und auf Leute zugehen. Denken ist zwar sehr ratsam, jedoch kann es auch im Weg stehen, wenn du zu viel damit beschäftigt bist.
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Widder
Das neue Jahr hat begonnen und deine üblichen Vorsätze stehen natürlich. Doch nimm dir nicht zu viel vor und stecke dir kleinere Ziele. Es könnte sonst zu ungewollten Enttäuschungen kommen.
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Stier
Lust, neue Leute kennenzulernen? Das ist die Gelegenheit! Quatsch einfach die Menschen an, die dir sympathisch sind und schwupp di wupp ist dein Wunsch in Erfüllung gegangen!
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Zwillinge
Wie ätzend … Zur Zeit läuft einiges schief. Doch lass dir nicht alles gefallen und sprich an, was dich nervt. So wird sich vieles wie von selbst lösen und du kannst dich wieder wohler fühlen.
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Krebs
Du kannst jetzt richtig was reißen! Dir stehen quasi alle Türen offen. Nun musst du nur noch die Initiative ergreifen und deinem Erfolg steht nichts mehr im Weg.
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Löwe
Na toll … Eben noch hoch motiviert und inzwischen Bock auf gar nix mehr. Stimmungsschwankungen? Pass auf, dass du dich nicht zu sehr verkriechst in deinem Schneckenhaus. Geh raus! Los!
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Jungfrau
Auf dich wartet eine super Zeit. Vor lauter Kontaktfreude kaum zu bremsen wirst du in diesem Jahr viele neue Leute kennenlernen und Spaß haben. Doch vergiss nicht, dich auch mal zu entspannen, sonst ist das Tief nach deinem Hoch vorprogrammiert.
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Waage
Du kannst dich glücklich schätzen. Ein Problem, das auftaucht, wird durch eine dir nahestehende Person schnell wieder aus der Welt geschafft. Sieh diese Hilfe nicht als selbstverständlich an, sondern sei dankbar.
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Skorpion
Eigentlich ist alles gut. Keine großen Probleme, keine Sorgen. Du kannst dich glücklich schätzen. Alles stimmt und du kannst dich zurücklehnen und genießen.
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Schütze
Uni? Och nöööö… Gerade unmotiviert? Vergiss nicht, deine Leute zu beauftragen, für dich auf der Anwesenheitsliste zu unterschreiben!
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Texte von Mira Brink
Grafiken: © Gerd Altmann und Ladyoak / PIXELIO
R-Ziehung in der B-Ziehung
Von Anziehpüppchen und willenlosen Langweilern
Es ist ja so… Sowohl in dem Wort „Erziehung“ als auch in „Beziehung“ befindet sich ein erheblicher Anteil an „Gezogenem“. Klingt irgendwie schon unschön und stressig. In dieser Kombination ist es das sicherlich auch.
Frauen erziehen meistens aus der Intention heraus, an ihrem Gegenüber etwas (grundlegend) zu ändern. Das fängt bei Gewohnheiten an – „Rauchen? Ach, das gewöhn ich ihm schon noch ab!“ – und geht bis an lebenslange Freundschaften – „Also sein komischer freakiger Kumpel, nee. Der geht gar nicht! Aber wenn er erstmal mit mir zusammen ist, dann…“. Im Stil-Teil der Welt am Sonntag wurde kürzlich sogar lang und breit erklärt, wie Frau ihren Partner zu einem ihr ansprechenderen Klamottenstil umerziehen soll. Es folgte der Nachsatz: „Im schlimmsten Falle machen Sie aus ihm ein hilfloses Anziehpüppchen“ – und das noch im Untertitel!
Männer hingegen wollen selten etwas an der Person ihrer Partnerin ändern. Sie wollen eigentlich hauptsächlich, dass alles so bleibt, wie sie es gewohnt sind. Und sei es „wie bei Mutti“. Dabei „erziehen“ sie gar nicht unbedingt bewusst, sondern erwarten vielmehr. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, werden sie bockig: „Ich verstehe gerade nicht, warum ich mein Bett selbst beziehen soll.“ (Dabei handelte es sich dann selbstverständlich um sein Bett in seiner eigenen Wohnung…)
Oft genug passiert es (gerade den Frauen), dass ihnen ihr „Zögling“ nach erfolgreicher Arbeit irgendwie zu langweilig geworden ist, ein hilfloses Anziehpüppchen eben – „Ach, ich weiß auch nicht. Das ist so ein Ja-Sager geworden…“. Dann wird er nicht selten stehen gelassen, um dem nächsten „Projekt“ Platz zu machen.
Frauen erziehen meistens aus der Intention heraus, an ihrem Gegenüber etwas (grundlegend) zu ändern. Das fängt bei Gewohnheiten an – „Rauchen? Ach, das gewöhn ich ihm schon noch ab!“ – und geht bis an lebenslange Freundschaften – „Also sein komischer freakiger Kumpel, nee. Der geht gar nicht! Aber wenn er erstmal mit mir zusammen ist, dann…“. Im Stil-Teil der Welt am Sonntag wurde kürzlich sogar lang und breit erklärt, wie Frau ihren Partner zu einem ihr ansprechenderen Klamottenstil umerziehen soll. Es folgte der Nachsatz: „Im schlimmsten Falle machen Sie aus ihm ein hilfloses Anziehpüppchen“ – und das noch im Untertitel!
Männer hingegen wollen selten etwas an der Person ihrer Partnerin ändern. Sie wollen eigentlich hauptsächlich, dass alles so bleibt, wie sie es gewohnt sind. Und sei es „wie bei Mutti“. Dabei „erziehen“ sie gar nicht unbedingt bewusst, sondern erwarten vielmehr. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, werden sie bockig: „Ich verstehe gerade nicht, warum ich mein Bett selbst beziehen soll.“ (Dabei handelte es sich dann selbstverständlich um sein Bett in seiner eigenen Wohnung…)
Oft genug passiert es (gerade den Frauen), dass ihnen ihr „Zögling“ nach erfolgreicher Arbeit irgendwie zu langweilig geworden ist, ein hilfloses Anziehpüppchen eben – „Ach, ich weiß auch nicht. Das ist so ein Ja-Sager geworden…“. Dann wird er nicht selten stehen gelassen, um dem nächsten „Projekt“ Platz zu machen.

© Gerd Altmann / PIXELIO
Übrigens, als ich meiner Mutter von dieser Kolumne erzählte, sagte die: „Oh, hab ich auch mal versucht. Ging total daneben. Am Ende bin ich gegangen und dann hab ich deinen Vater geheiratet.“ Die beiden rollen zwar, wie jedes „gesunde“ Paar, gelegentlich übereinander die Augen, aber… 29 Jahre glückliche Ehe und kein Ende in Sicht – denkt mal drüber nach…
von Lea Weber
Wenn man einmal die rosa Brille von der neuen Flamme aufgesetzt bekommen hat, nach der man sich instinktiv lange Zeit gesehnt hat, liegt es nicht an der Flamme selbst, dass man plötzlich wie neugeboren nicht mehr von sämtlichen Freundschaften wiedererkannt wird, viel mehr an der Glut, die in einem selbst entfacht ist. Klar ist dann, dass man nur noch lustlos als deprimierter Saufkumpel fungieren kann, wenn sich mit einem Male die ausgedehnte Schönheit der Menschlichkeit vor einem erströmt. Man wurde nicht schlicht und einfach umerzogen, man wurde entdeckt.
Liegen jedoch die Schmetterlinge im Bauch durch einschleichende Kälte im Sterben, ist es verständlich, dass man nicht mehr enthusiastisch für die Freundin jeden Handgriff erledigt. Wozu sollte dies auch gut sein? Man hat sie doch erobert, sie hat nun fast jede Facette deines Selbst erkannt, man muss sich nicht mehr von der besten Seite präsentieren. Wenn man ein wenig den Pascha in sich zeigt, wird nicht gleich die ganze Beziehung in Frage gestellt.
Immerhin trägt man selbst ja auch den dämlichen H&M-Hut, achtet stets darauf, dass die Kleidung perfekt sitzt und erduldet auf dem Friseurstuhl plärrende Einwände aus dem Hintergrund. Man hütet sich davor, fremden Mädchen hinterher zu schauen und vor dem Essen mit den Schwiegereltern werden noch einmal das Tischgebet studiert und die Essmanieren geprobt.
Mit den besten Saufkumpanen muss man Termine machen und auf Partys weiß die Freundin einfach immer besser, wann man seine Alkoholverträglichkeit ausgeschöpft hat. Irgendwann sieht man sich im Spiegel an und erkennt sich nicht mehr selbst, eher einen gelackten und geschniegelten Snob, den man doch immer so verachtet hat.
Man erinnert sich viel zu oft an den schönen Beginn der Beziehung, wenn man nicht selbst handelt und irgendwann sämtlichen Veränderungsprozessen einen Riegel vor die Tür schiebt, so bleibt zu erwarten, dass man verlassen wird, da man zu einem willenlosen Langweiler mutiert ist. „Du hast dich so verändert“, heißt es dann. Fassungslos kann man in solchen Augenblicken nur noch hoffen, dass man von seinem abgestoßenen Freundeskreis wieder aufgenommen wird und etwas länger Single bleibt.
von Tobias Kunz




















