No 12 – April 2009
Inhaltsverzeichnis:
- [↓] PDF: PDF-Version der 12. Ausgabe
- [↓] Test: Das uniVista-Liebesbarometer
- [↓] Band: “Wo man singt, da lass’ dich nieder…
- [↓] Portrait: Charles Darwin – wer… war das denn nochmal?
- [↓] Gesellschaft: Schleichender Virus, hässlicher Todbringer, liebster Tabak
- [↓] X-treme: The Dome 49
- [↓] Musik: “Singt dem HERRN ein neues Lied…”
- [↓] Politik: Zwiegespräch: Darf Politik kreativ sein und Spaß machen?
- [↓] Kreatives Forum: Schmerzvolle (Un-)Gewissheit
- [↓] Kreatives Forum: Contraire
- [↓] Kreatives Forum: Glaube
- [↓] Perlen der Bibo: Frühlingsgefühle, von Intimität und Internet
- [↓] Perlen der Bibo: Von Erkenntnis und Erlösung, von Weisheit und Wahrheit
- [↓] Literatur: “A man’s gotta read, what a man’s gotta read!”
- [↓] Musik: Phänomen Boygroup
- [↓] Band: North and About
- [↓] Studium: Das Studium hinterlässt Fragen – und das ist gut so!
- [↓] AStA informiert: Die neue Studierendensatzung
- [↓] uniPlay: Der Munkelmann
- [↓] Studentendinner: Lammkeule mit gebratenem Spargel und Bärlauchspätzle
- [↓] Kolumne: Weltuntergang – Und Du bist in Vechta!
“Wo man singt, da lass’ dich nieder…

Klein fängt man an.
Foto: Lea Weber
…böse Menschen haben keine Lieder.” Das wusste schon Oma. Wenn ich mir die vier Jungs, die gerade vor mir stehen, so ansehe, glaube ich: Oma hatte recht. Es ist Dienstag nachmittag. Wir sitzen im Musikraum unter der Aula. Ich bin eingeladen zu einer Probe von Safet, Benjamin, Boris und Florian, den Jungs von d’Accord. Nachdem sie mit dem Comedian-Harmonists-Klassiker Mein kleiner grüner Kaktus bereits zur Einstimmung meine vollste Begeisterung ernten, darf ich einen kleinen Einblick in die Entstehung des d’Accord-Programms erhaschen.
Für den Sommer ist das große Konzert angekündigt, eine hoffentlich ausverkaufte Aula und, so sagen die Jungs, vielleicht die Zündung für die musikalische Karriere von d’Accord. Dafür werden nun nicht nur die älteren Barbershop-Klassiker aufpoliert, sondern auch neue Songs geschrieben, einstudiert, an ihnen herumgefeilt und weiter geprobt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Safet Fotiou
Studiengang: Germanistik, Sport.
Ich bin in Vechta seit: 2002.
Eigentlich komme ich aus: Rotenburg a.d. Wümme.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: schreibe ich die Songs für d’Accord, verbring die Zeit mit meinen Lieben und mit FIFA-Spielen mit Benni und Daniel.
Ich kann dieses Instrument spielen: Klavier.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Da gibt es einige.
Mein momentaner Lieblingssong: Wire to Wire von Razorlight.
Das letzte, das ich gekauft habe: Monte.
Mein Lieblingskuscheltier ist: Pandabär.
Ich könnte nicht leben ohne: Musik, meine lieben Mitmenschen, Sport, d’Accord.
Besonders stolz bin ich auf: Barack Obama.
Vechta ist für mich: ein sehr wichtiger Lebensabschnitt.
Der schönste Platz auf der Welt ist: Das erzähle ich euch lieber nicht. ;-)
Ich bin in Vechta seit: 2002.
Eigentlich komme ich aus: Rotenburg a.d. Wümme.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: schreibe ich die Songs für d’Accord, verbring die Zeit mit meinen Lieben und mit FIFA-Spielen mit Benni und Daniel.
Ich kann dieses Instrument spielen: Klavier.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Da gibt es einige.
Mein momentaner Lieblingssong: Wire to Wire von Razorlight.
Das letzte, das ich gekauft habe: Monte.
Mein Lieblingskuscheltier ist: Pandabär.
Ich könnte nicht leben ohne: Musik, meine lieben Mitmenschen, Sport, d’Accord.
Besonders stolz bin ich auf: Barack Obama.
Vechta ist für mich: ein sehr wichtiger Lebensabschnitt.
Der schönste Platz auf der Welt ist: Das erzähle ich euch lieber nicht. ;-)
Dabei sind wir genau an dem Ort, an dem alles begann. Flo und Safet trafen sich 2004 hier im Musiktrakt. Zusammen mit Safets Bruder Edin und André, einem weiteren Freund, fand sich zunächst die Gruppe Capella-A zusammen. Sie sangen Stücke von Boys II Men, NeYo und anderen bekannteren R&B-Größen.
Über den Hochschulchor ergab es sich, dass sich Safet und Flo mit Boris, dem Musikdozenten Klaus Werner und Daniel, einem weiteren Musikkommilitonen, als Barbershop-Quintett mit We will rest a while innerhalb eines größeren Musikprojekts zusammenfanden.
Klaus Werner, Safet, Flo und Daniel beschlossen nach diesem Projekt, das Barbershop- (nun) Quartett aufrecht zu erhalten und übten weitere Barbershop-Klassiker ein. Als Daniel Vechta verließ, trat Boris dafür an dessen Stelle und brachte Benni, den er aus der Studentenbühne kannte, gleich mit.

Proben vor dem großen Auftritt
Flo, Safet, Boris und Benni
Flo, Safet, Boris und Benni
Foto: Lea Weber
Nach einigen Auftritten mit dem Fach Musik und dem Hochschulchor kam 2008 die Anfrage unserer Hochschulpräsidentin, ob die Jungs nicht bei der Hochzeit ihrer Tochter für die musikalische Abwechslung sorgen könnten. Diese Anfrage setzte dann den Startschuss für d’Accord. Mit dem Gedanken, Auftritte zu machen, dabei ein bisschen Geld für die weitere Finanzierung des Projekts “A Capella Band” zu verdienen und damit das Programm noch weiter auszubauen, musste zunächst ein passender Name her. Irgendwer von den Jungs habe die Idee einfach mal so in den Raum geworfen. “Ja, und dann dachten wir: in d’Accord, da hört man das Wort ‘Chor’ raus und man liest das Wort ‘Accord’, also Dreiklang und es heißt ‘Einverstanden’. Und damit waren wir dann alle… einverstanden!”, erzählt Safet.
Florian Voigt
Studiengang: Master Ed (Musik / Gestaltendes Werken).
Ich bin in Vechta seit: dem WS 2004.
Eigentlich komme ich aus: Cloppenburg.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann:lache ich viel.
Ich kann dieses Instrument spielen: Schlagzeug, Percussion, Klavier, Blockflöte, E-Bass, Mundharmonika.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Frank Sinatra, Herbert Grönemeyer.
Mein momentaner Lieblingssong: A Capella auf dem Teller (Anm. d. Red.: von d’Accord).
Das letzte, das ich gekauft habe: nen Kaffee bei Jörg.
Mein Lieblingskuscheltier ist… : Waldbär.
…und heißt: Waldbär.
Ich könnte nicht leben ohne: Mensa! Grüße an Karin, Rudi, Inge, Melanie, Matze und Renate und natürlich alle, die ich vergessen habe!
Besonders stolz bin ich auf: meine Jungs!
Vechta ist für mich: ein großes Rätsel!
Der schönste Platz auf der Welt ist: auf der Bühne.
Ich bin in Vechta seit: dem WS 2004.
Eigentlich komme ich aus: Cloppenburg.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann:lache ich viel.
Ich kann dieses Instrument spielen: Schlagzeug, Percussion, Klavier, Blockflöte, E-Bass, Mundharmonika.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Frank Sinatra, Herbert Grönemeyer.
Mein momentaner Lieblingssong: A Capella auf dem Teller (Anm. d. Red.: von d’Accord).
Das letzte, das ich gekauft habe: nen Kaffee bei Jörg.
Mein Lieblingskuscheltier ist… : Waldbär.
…und heißt: Waldbär.
Ich könnte nicht leben ohne: Mensa! Grüße an Karin, Rudi, Inge, Melanie, Matze und Renate und natürlich alle, die ich vergessen habe!
Besonders stolz bin ich auf: meine Jungs!
Vechta ist für mich: ein großes Rätsel!
Der schönste Platz auf der Welt ist: auf der Bühne.
Neben neu einstudierten Songs von den Comedian Harmonists und den Beatles, kamen nach und nach die ersten selbst komponierten Lieder dazu. Safet steuert hierfür die Ideen, Texte und Melodien bei, die die Jungs dann gemeinsam zur Perfektion bringen. Die Songs spielen mit der Sprache. Die Schwierigkeit beim Einstudieren ist allerdings, dass Safet nie gelernt hat, Noten zu lesen oder zu schreiben. Die Harmonien entstehen daher alle nach Gehör – sicherlich keine Selbstverständlichkeit für eine A-Capella-Gruppe.
Ortswechsel: Rasta-Dome Vechta. Es ist Samstagabend, die Basketballer des SC Rasta Vechta spielen gegen den Oldenburger TB. d’Accord sind als Pausenact für das Spiel geladen. Noch ist die erste Halbzeit mitten im Gange.
Ein festes Ritual vor Auftritten haben die Jungs nicht. Der Ablauf wird noch ein paar Mal abgesprochen, “Tourbusfahrer” und seelische Unterstützung Daniel wird zum wiederholten Male erklärt, welchen Schalter er für die Boxen gleich betätigen soll und ständig huscht ein Blick zur Anzeigetafel, wie lang es noch bis zur Pause ist. Auch wenn alle vier bereits einige Bühnenerfahrung sammeln konnten, ist das Lampenfieber nicht zu leugnen. “Ach, ich glaub, das geht nie ganz weg. Aber ohne geht’s auch eigentlich gar nicht.”, sagt Benni.

Safet, Flo, Benni und Boris
im „Studio“
im „Studio“
Foto: Lea Weber
Die erste Halbzeit ist vorbei, die Jungs werden vom Hallensprecher angekündigt und starten ihre Perfomance mit dem eigens komponierten Rasta-Vechta-Jingle: “…. Ich sing’ Rasta, ihr singt Vechta: Rasta..” “Vechta!”, grölt das Publikum zurück. Auch der Applaus auf Die Kugel fliegt wieder, ein Basketball-Rasta-Song, der aus dem ebenfalls von d’Accord stammenden Die Pille rollt wieder umgeschrieben wurde, zeugt von der Begeisterung des Publikums. Die Jungs kommen an.
“Hat sich eigentlich etwas geändert, seitdem d’Accord öfters öffentlich auftritt?”, will ich wissen. “Na ja, man wird schon öfters gegrüßt auf der Straße oder an der Uni – auch mal von Leuten, die man gar nicht kennt. Und Ulla spricht uns jetzt alle mit Namen an.”, erzählt Flo.
Wir sind zurück bei den Proben im Musiktrakt der Uni. Klaus Werner ist heute dazu gekommen, um die Jungs zu unterstützen. Dabei ist die Atmosphäre wie unter Freunden, nicht wie unter Studenten und deren Professor. Dabei merkt man allen an, wie viel Spaß sie an der Sache haben und dass selbst die zehnte Wiederholung eines Liedes an diesem Tag bei der Pointe immer noch ein Grinsen auf die Gesichter der Sänger setzt. Das Strahlen in den Augen lässt vermuten: Da kommt noch Größeres auf die vier jungen Herren zu.
Benjamin Grabbe
Wie ist dein zweiter Vorname? Nils.
Studiengang: Bachelor (Sport, Deutsch).
Ich bin in Vechta seit: 2005.
Eigentlich komme ich aus: Osnabrück.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: spiele ich Xbox 360 oder mache Sport oder gehe ins Kino.
Ich kann dieses Instrument spielen: Ich konnte mal Klavier spielen, hab es aber lange nicht mehr gemacht.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: hab keins.
Mein momentaner Lieblingssong: Die Welt zu Gast bei Freunden von Basta.
Das letzte, das ich gekauft habe: Fladenbrot und Käse beim Türken.
Mein Lieblingskuscheltier ist… : ein kleiner Affe.
…und heißt: Mary II.
Ich könnte nicht leben ohne: meine Fans. ;-)
Besonders stolz bin ich auf: mein Laminat und den Tisch in der Wohnung.
Vechta ist für mich: ein stark überdurchschnittlich reiches Dorf mit einer schicken Uni. *schleim*
Der schönste Platz auf der Welt ist: dort, wo ich mich gerade befinde. (Anm. d. Red.: in der Küche der Autorin???)
Studiengang: Bachelor (Sport, Deutsch).
Ich bin in Vechta seit: 2005.
Eigentlich komme ich aus: Osnabrück.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: spiele ich Xbox 360 oder mache Sport oder gehe ins Kino.
Ich kann dieses Instrument spielen: Ich konnte mal Klavier spielen, hab es aber lange nicht mehr gemacht.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: hab keins.
Mein momentaner Lieblingssong: Die Welt zu Gast bei Freunden von Basta.
Das letzte, das ich gekauft habe: Fladenbrot und Käse beim Türken.
Mein Lieblingskuscheltier ist… : ein kleiner Affe.
…und heißt: Mary II.
Ich könnte nicht leben ohne: meine Fans. ;-)
Besonders stolz bin ich auf: mein Laminat und den Tisch in der Wohnung.
Vechta ist für mich: ein stark überdurchschnittlich reiches Dorf mit einer schicken Uni. *schleim*
Der schönste Platz auf der Welt ist: dort, wo ich mich gerade befinde. (Anm. d. Red.: in der Küche der Autorin???)
Zunächst ist als großes Event das Konzert am 24. Juni in der Aula angesetzt. “Das Größte wäre es natürlich, vor einer ausverkauften Aula zu singen.” , sagt Boris und fügt hinzu: “Wir hoffen ja doch so ein bisschen, dass das so ein Durchbruch für unsere musikalische Karriere werden könnte.”
Freuen können sich die Zuhörer bei diesem Konzert auf einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abend. Alte Comedian-Harmonists-Klassiker, so wie weitere Highlights der Musikgeschichte wechseln sich ab mit den eigenen Songs von d’Accord.
Freuen können sich die Zuhörer bei diesem Konzert auf einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abend. Alte Comedian-Harmonists-Klassiker, so wie weitere Highlights der Musikgeschichte wechseln sich ab mit den eigenen Songs von d’Accord.
Ich durfte die vier Jungs ja in den letzten Wochen ein Stück weit begleiten und bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das große Ereignis erfahren… und Oma hatte wirklich recht, wo diese vier Jungs singen, kann man sich beruhigt niederlassen und sich auf sehr gute Unterhaltung freuen!
Für die weitere Zukunft kann ich nur raten: Wise Guys, Basta und Konsorten: Hört euch die Jungs gut an: Ihr seid dabei Konkurrenz zu bekommen….
Sekt oder Selters

Flo, Benni, Boris und Safet
bei ihrem Auftritt im Rasta-Drome
bei ihrem Auftritt im Rasta-Drome
Foto: Lea Weber
Bohlen oder Beethoven?
Benni: Bohlen.
Boris: Beethoven, als Musikstudent muss ich das sagen…
Safet: Beethoven.
Flo:: äh…. Bohlenhoven.
Boris: Beethoven, als Musikstudent muss ich das sagen…
Safet: Beethoven.
Flo:: äh…. Bohlenhoven.
Tagträumer oder Tatendränger?
Safet: Tagträumer, auf jeden Fall.
Flo: Äh… Tagträumer.
Benni: Joa, auch Tagträumer.
Boris: Ja, nehm ich auch.
Flo: Da sind wir alle d’Accord.
Flo: Äh… Tagträumer.
Benni: Joa, auch Tagträumer.
Boris: Ja, nehm ich auch.
Flo: Da sind wir alle d’Accord.
Lästerschwestern oder Schweigen der Männer?
Safet: Schweigen der Männer.
Flo: Lästerschwestern.
Benni: Lästerschwestern.
Boris: Ich nehm das Schweigen
Flo: Lästerschwestern.
Benni: Lästerschwestern.
Boris: Ich nehm das Schweigen
Boris Blömer
Wie ist dein zweiter Vorname? Maria.
Studiengang: Master Ed (Anglistik/ Musik).
Ich bin in Vechta seit: langem.
Eigentlich komme ich aus: Vechta.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: im Moment, nichts.
Ich kann diese Instrumente spielen: Klavier, Marimbaphon.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Basta.
Mein momentaner Lieblingssong: Denkblockade (Anm. d. Red.: von d’Accord).
Das letzte, das ich gekauft habe: Monte.
Mein Lieblingskuscheltier ist: Kissen.
Ich könnte nicht leben ohne: die Musik.
Besonders stolz bin ich auf: das, was ich bisher geschafft habe.
Vechta ist für mich: die Heimat.
Der schönste Platz auf der Welt ist: einer, bei dem Freunde sind und wo Musik gemacht wird.
Studiengang: Master Ed (Anglistik/ Musik).
Ich bin in Vechta seit: langem.
Eigentlich komme ich aus: Vechta.
Wenn ich gerade nicht studiere oder singe, dann: im Moment, nichts.
Ich kann diese Instrumente spielen: Klavier, Marimbaphon.
Mein größtes Musikalisches Vorbild: Basta.
Mein momentaner Lieblingssong: Denkblockade (Anm. d. Red.: von d’Accord).
Das letzte, das ich gekauft habe: Monte.
Mein Lieblingskuscheltier ist: Kissen.
Ich könnte nicht leben ohne: die Musik.
Besonders stolz bin ich auf: das, was ich bisher geschafft habe.
Vechta ist für mich: die Heimat.
Der schönste Platz auf der Welt ist: einer, bei dem Freunde sind und wo Musik gemacht wird.
Freund der Sonne oder Fürst der Finsternis?
Flo: Ich bin Freund der Sonne.
Boris: Joa…
Benni: Finst der Fürsternis.
Safet: Jo, Freund der Sonne.
Boris: Joa…
Benni: Finst der Fürsternis.
Safet: Jo, Freund der Sonne.
Tresenlehner oder Tanzflächenfeger?
Flo: Tanzflächenfeger.
Benni: Tresenlehner.
Safet: Tresenfeger.
Boris: Tresen…fe..leger…was? (alle lachen).
Benni: Tresenpfleger is auch schön!
Benni: Tresenlehner.
Safet: Tresenfeger.
Boris: Tresen…fe..leger…was? (alle lachen).
Benni: Tresenpfleger is auch schön!
Schlagsahne oder Schokosoße?
(längeres Schweigen)
Boris: Was? Schlagsahne?
Benni: Schokosoße.
Flo: Keins von beidem.
uniVista Sondern?
Flo: Bier!
Boris: Ich glaub, auch Schokosoße.
Boris: Was? Schlagsahne?
Benni: Schokosoße.
Flo: Keins von beidem.
uniVista Sondern?
Flo: Bier!
Boris: Ich glaub, auch Schokosoße.
von Lea Weber
Bilderalbum
Charles Darwin – wer… war das denn nochmal?
2009, das Jahr des Charles Robert Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie. Er wurde am 12.02.1809 geboren und ist nach 72 Jahren gestorben. Sein Leben war geprägt von naturwissenschaftlichen Dingen, wie der Chemie oder dem Beruf seines Vaters, der Arzt war. Durch seine Mutter hat Darwin den Glauben der anglikanischen Kirche gelehrt bekommen. Diese starb allerdings, als er gerade einmal acht Jahre alt war.
Als sein Vater merkte, dass Darwin keine Operationen und Sektionen mit ansehen konnte, wusste er, dass es keinen Sinn machen würde, dass Darwin Arzt werden sollte. Somit ist Darwin nach Cambridge gekommen. Dort hat er Theologie studiert. Nun hegte sein Vater die Hoffnung, dass er ein anglikanischer Pfarrer werden würde. Obwohl Darwin sein Theologiestudium in Cambridge erfolgreich abgeschlossen hatte, war er mehr an der Natur interessiert. Es traf sich, dass es früher in der Theologie Veranstaltungen über Natur gab, die Naturtheologie genannt wurden. Besonders der Naturtheologe William Paley beeindruckte ihn durch seine Logik und Sprache.
Auf einem Forschungsschiff, der HMS Beagle, lernte Darwin die Welt und ihre Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten kennen. Nach und nach entdeckte er, dass die Tiere einen ganzen bestimmten Zyklus durchlaufen hatten. Die Stärksten und Anpassungsfähigsten überlebten und konnten sich weiter entwickeln. Durch viele Erkenntnisse und Erfahrungen schrieb Darwin sein bekanntestes Werk Über die Entstehung der Arten (Origin of Species). Er prägte die Evolution wie kein zweiter Wissenschaftler. Die Wissenschaft hätte nicht glücklicher sein können und doch entbrannte durch Darwins Thesen eine Art „Krieg“, welcher bis heute, 200 Jahre nach seiner Zeit, andauert. Sollte es wirklich möglich sein, dass ein einzelner Mann, ein Theologiestudent, die ganze Schöpfung Gottes in Frage stellt? Die Welt spaltete sich. Es gab die Wissenschaftler und rationalen Menschen auf der einen Seite und die Gläubigen auf der anderen Seite. Obwohl der „Krieg“ bis heute andauert, hat es schon Kompromissversuche gegeben. Einige versuchen, die Schöpfung als eine Art Metapher zu sehen. Ein Bild, welches die Evolution darstellt. Doch im Endeffekt sind jegliche Schlichtungsversuche gescheitert.

Grafik: Charles Darwin, Wikimedia Commons
Dass Darwin ein gottesfürchtiger Mann war, bewies sein Theologiestudium. Aber er hat auch Wunderwerke an der Natur und Wissenschaft getan. Wichtig ist zu sehen, dass Darwin mit seinen Thesen niemals eine politisch motivierte Absicht verfolgte. Eine solche Absicht wurde ihm quasi in den Mund gelegt, und zwar im Dritten Reich. Herbert Spencer, ein britischer Sozialphilosoph zu Darwins Zeiten, prägte den Begriff „Survival of the Fittest“, den Darwin in seinem Werk verwendete. Im Zweiten Weltkrieg wurde Darwins Theorie auf Menschen angewendet und es wurde eine eigene Ideologie erschaffen. „Survival of the Fittest“ bedeutete jetzt, dass die Mächtigen die Kraft haben und sich Untertanen schaffen, wie zum Beispiel Hitler. Durch das Dritte Reich und den geprägten Sozialdarwinismus hat Darwin, der Wissenschaftler und Theologe, einen schlechten Ruf bekommen. Sein Ruf wird beschädigt, nur weil er eine der bedeutendsten Entdeckungen der Natur und der Welt gemacht hat.
Die Frage, ob man an die Schöpfung Gottes oder an die Evolution glauben sollte, kann niemand beantworten. Es kommt immer darauf an, was man selbst meint. Es ist auch möglich, gläubig und trotzdem der Evolutionstheorie zugewandt zu sein. Es gibt selbst Studenten, die sowohl Biologie, als auch Theologie studieren, obwohl das immer noch die Ausnahme bildet. Vielleicht können sich die gläubigen Menschen mit dem oben genannten Kompromiss zufrieden geben und wenn nicht, dann muss man sich eben für eine Seite entscheiden. Wichtig ist nur zu wissen, dass Darwin gewürdigt werden sollte in diesem Jahr und dass wir ohne ihn wahrscheinlich niemals alle diese Geheimnisse der Natur gelüftet hätten. Danke Charles Darwin und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nochmal nachträglich!
von Sarah Kotten
Schleichender Virus, hässlicher Todbringer, liebster Tabak

Dagegen sein kann jeder, daher zur
Abwechslung einmal ein Lob für
die Stummel voller Verheißungen.
Abwechslung einmal ein Lob für
die Stummel voller Verheißungen.
© Günter Havlena / PIXELIO
Blauer Dunst, Du feine Kraft. Schlängelst Dir den Weg so majestätisch durch den Raum. Umtänzelst all die hübschen Gesichter und schmiegst Dich zärtlich an alles, was Dir im Wege steht. Liebevoll saugst Du Dich in sämtliche Hautporen, Haare, Kleidung und beglückst allesamt Plauzen mit deinem einzigartigen Geschmack. Leider hat man Dir die Freiheit eingeschränkt. Denn auch ich muss gestehen, wo Du doch deine Sonnenseite mir fortwährend in allen Bereichen meines Lebens präsentierst, so weiß ich, dass Du Deine Schattenseiten auf meine Lungen hetzt.
Aber Du scheinst mir beharrlich zu sein und wie auch Gras sich durch Beton frisst, kann man auch Dich nicht einfach vernichten. Deshalb, nach allen Schandtaten, die Dir angetan wurden, eine kleine Hommage an Dich, mein liebster Wegbegleiter, mein süffisanter Freund in Not, feuriger Helfer sozialer Bedrängnisse, schleichender Virus, hässlicher Todbringer, liebster Tabak:
Aber Du scheinst mir beharrlich zu sein und wie auch Gras sich durch Beton frisst, kann man auch Dich nicht einfach vernichten. Deshalb, nach allen Schandtaten, die Dir angetan wurden, eine kleine Hommage an Dich, mein liebster Wegbegleiter, mein süffisanter Freund in Not, feuriger Helfer sozialer Bedrängnisse, schleichender Virus, hässlicher Todbringer, liebster Tabak:
Du hast Dich so sehr in mein Herz gefressen, dass selbst mein erster Gedanke nach bedrückendem Erwachen des Geistes in frühster Morgenminute nur Dir gewidmet ist. Indem ich deine hinterlassenen Spuren des vergangenen Tages aus meinem Rachenraum huste, schreit sogleich ein schwacher Pulsschlag nach Deiner belebenden Wirkung. Zusammen mit unserem besten Freund, dem Koffein, lächeln wir später der Sonne entgegen und betören ihre feinen Strahlen mit liebevollen Rauchzeichen. Ohne Dich an meiner Seite würde mir ein gelungener Tagesbeginn nie in den Sinn kommen.
Trete ich vor die Tür, so fühle ich mich schlicht und einfach nackt, wenn ich Dich nicht mit auf den Weg nehmen würde. Gucci, Levi‘s, Adidas … nein, meine Mode bist Du, mein ästhetischer Stängel und eingeklemmt zwischen Zeige- und Stinkefinger zeige ich Dich wie ein Neugeborenes gern in der Gegend rum. Manch einer scheint von Dir so beeindruckt zu sein, dass ich auch fremde Münder an Dir ziehen lasse.
Während viele Menschen geschmacklos in der Ecke stehen, um auf bestimmte Ereignisse zu warten, sich nicht vor Unwohlsein zu helfen wissen, ihre Finger nicht still halten können, sinnlos mit dem Handy spielen, ja da hol ich Dich raus, anmutiges Kippchen und kose Dich im Munde.
Während viele Menschen geschmacklos in der Ecke stehen, um auf bestimmte Ereignisse zu warten, sich nicht vor Unwohlsein zu helfen wissen, ihre Finger nicht still halten können, sinnlos mit dem Handy spielen, ja da hol ich Dich raus, anmutiges Kippchen und kose Dich im Munde.
In jeder gut besuchten Location führst Du mich genau in die Ecken, in der auch ich gebraucht werden könnte und schielst einer blauen Gallierin entgegen. Denn Rauchen verbindet und wie auch Du Dich mit fremden Dunst umwirbelst, so halt ich bald gelbe Nikotinfinger in meiner Hand, betrachte wunderlich schwarze Zähne, staune über ausgetrocknete Haut und lausche dem zarten Krächzen des Raucherhustens.
Zu Unrecht, liebster Tabak, was man Dir angetan. Rauchverbot, Altersbeschränkung oder Beschuldigung als jegliche Krankheitsursache. Du bist der freundliche Virus, welcher die Süchtigen und exzessiven Selbstzerstörer verbindet. Du bist einfach da und doch so wunderbar!
In ewiger Liebe,
Dein Raucher.
Dein Raucher.
von Tobias Kunz
The Dome 49

„Endlich“ eine Karte.
Foto: Lea Weber
Es ist 16 Uhr, drei Gestalten treffen sich auf einem öffentlichen Parkplatz und besteigen nach einer kurzen Besprechung einen kleinen, unauffälligen Kleinwagen, ihr Weg führt sie auf die Autobahn.
Kurz nach 18 Uhr: Das Auto fährt mit zügigem Tempo direkt vor den Hannoverschen Flughafen, hält abrupt auf dem Behindertenparkplatz, zwei Frauen stürzen heraus und rennen ins Gebäude.
Hektisch drehen sie sich nach links und rechts, um sich zu orientieren und wenden ihre eiligen Schritte schließlich nach links. Sie laufen endlose Gänge entlang, tauschen kurzatmige Silben der Ratlosigkeit aus. Die Blicke schweifen während des Runs durch den Flughafen nervös über die bunten Wegweiser. Hastig rennen sie ins zweite Stockwerk und betreten atemlos ein kleines Bistro…
Stoff für einen Hollywoodfilm? Retten die beiden Frauen den Hannoverschen Flughafen etwa vor einem Attentat?
Stoff für einen Hollywoodfilm? Retten die beiden Frauen den Hannoverschen Flughafen etwa vor einem Attentat?
Sie wenden sich an den Mann hinter der Theke: „Entschuldigen Sie… Wir brauchen unbedingt noch zwei Tickets für… The Dome.“ Peinlicher und x-tremer ging’s selten! Fast hätten wir unsere Tickets auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, aber sei’s drum… Lest nun auf den folgenden Seiten, wie x-treme es wirklich war.
von Melanie Ehlert
“Ihr seid super-affen-mega-spitze!“ Spätestens als uns der Warm-Upper das begeistert entgegen brüllt, wird mir bewusst, auf was ich mich da eingelassen habe… Gerechnet hatte ich ja mit einer Masse von 13- bis 16-Jährigen, die, völlig ausgehungert und durchgefroren, weil schon eine Woche vor der TUI Arena zeltend, Bands Liebeserklärungen und Kinderwünsche entgegen brüllen, von denen ich noch nie was gehört habe. Aber das ist tatsächlich noch schlimmer… Das (freiwillige) Publikum schätze ich so zwischen 8 und 13. Alles was älter ist, sind genervte Eltern oder große Geschwister, die mit einer Miene, wie ein Macho beim Schuhe kaufen, neben uns auf den oberen Rängen sitzen.
Eröffnet wird der Karneval der akustischen Grausamkeiten mit Lady Gaga. Ich hatte ja immer gedacht, wenn man berühmt wird, macht man das große Geld. Bei Lady Gaga reicht das aber offensichtlich nicht mal für eine vernünftige Hose – sie trällert uns im schwarzen Schlübber entgegen. Musik vom Band, Stimme live… Hätte sie sich allerdings vielleicht doch überlegen sollen… Erstens sind die Töne nicht so ganz treffsicher und die Technik hat das auch noch nicht so ganz raus… Erst hört man kaum Stimme, dann plärrt es
ohrenbetäubend.
Was für ein Auftakt! Später wird sie kurz über ihre Meinung zu deutschen Fans interviewt – was für ein Präventionsprogramm: Liebe Kinder, nehmt keine Drogen, sonst könnt ihr euch genauso wenig artikulieren wie Lady Gaga.
ohrenbetäubend.
Was für ein Auftakt! Später wird sie kurz über ihre Meinung zu deutschen Fans interviewt – was für ein Präventionsprogramm: Liebe Kinder, nehmt keine Drogen, sonst könnt ihr euch genauso wenig artikulieren wie Lady Gaga.
Durch den „bunten Abend“ führen Joko und Miriam, zwei Moderatoren… na ja, von der Stange halt, aber zu verkraften. Weiter geht’s mit dem Programm für diejenigen, die, wenn sie dem jugendlichen „eigentlich-alles-Musikgeschmack“ entkommen sind, sich Richtung Rock entwickeln möchten: Eisblume (mit Subway-to-Sally-Cover) und LaFee überraschen mich mit tatsächlich ganz gut hörbarer Gitarrenmusik – Eisblume zusätzlich mit einer netten Stimme, während LaFee mich mit den „Du-bist-voll-das-Arschloch-aber-ich-werde-mich-schon-rächen-denn-ich-bin-ja-schon-15-und-weiß-wie-das-Leben-läuft“-Texten dann doch wieder auf den Boden der Zielgruppen-Tatsachen zurückbringt.
Als nächstes werden Reamonn angekündigt. Schon in freudiger Erwartung wird diese aber gleich wieder enttäuscht. Die sind nämlich noch gar nicht da, aber da das ja eine Aufzeichnung ist, mussten sie die Anmoderation schon mal machen… aha… Besonders erquickend ist, dass sie die Abmoderation gleich mitdrehen. Ohne, dass etwas passiert ist, fragt uns Joko überschwänglich: „Uuuuuund? Wie fandet ihr Reamonn???“ Tja, da weiß glücklicherweise selbst das junge und ansonsten so begeisterte Publikum nicht mehr, was es dazu sagen soll.
Nachdem Queensberry im 80er-Jahre-Ballett-Barbie-Outfit den Kreischpegel der Teenies noch mal zum Exzess geführt haben (und den Papa neben mir dazu gebracht haben, noch mal Oropax nachzulegen), will sich Jeanette zum „Beat undressen“. Wir sind uns einig, dass das gerne ihre vier männlichen Tänzer vertretend übernehmen dürften… Immerhin eine Freude für die Augen!

Gute Sicht aus den oberen Rängen
Foto: Lea Weber
Bei Titiano Ferro täuscht meine redaktionelle Leidensgenossin neben mir dann endgültig akute Blasenschwäche und einen spontanen Herzinfarkt vor, aber da muss sie jetzt durch – auch wenn sie sich kopfschüttelnd die Ohren zuhält. Ich persönlich fange bei Tim Toupet und Super-Richie (hey, der war sogar schon bei The Dome, als ich das „damals“ noch freiwillig geguckt habe), jetzt als Luca Toni verkleidet, an, mich ernsthaft zu fragen, ob ich nicht noch ganz dringend irgendwelche Hausarbeiten zu schreiben hätte… Der Abfluss in der Dusche müsste auch dringend mal wieder gemacht werden… Und der Dachboden sieht aus…
Glücklicherweise kommen dann (tatsächlich) Reamonn und Razorlight. Zur Abwechslung ist bei denen tatsächlich alles live – man sieht sogar die Kabel von den Gitarren zu den Boxen laufen… Selbst die Eltern neben mir, die sich vermutlich auch gerade gefragt haben, warum sie heute nicht lieber die Steuererklärung gemacht haben, scheinen wieder gut gestimmt.
Diese Aufmunterung war auch nötig, denn es geht gleich schon wieder weiter mit Sido. Der Papa neben mir kramt nach weiterem Oropax, denn der Kreischpegel übertrifft den von Queensberry noch um einige Dezibel… Der Grund, warum ich über den Sido-Auftritt an sich gar nicht viel sagen kann… So viel hab ich davon ja gar nicht mitbekommen…
Jetzt kommt noch mal Lady Gaga auf die Bühne und präsentiert uns ihren neuen „Smash-Hit“ Poker Face. Also… das dachte man wohl so. Irgendwie kommt bei ihr nur die erste Minute kein Ton raus (Und ich sag noch: Man sollte das mit dem Halbplayback echt nur machen, wenn man‘s wirklich kann….). Wie sich nach der Perfomance rausstellt, ist die Moderatorin Miriam mit dem Absatz ihres Highheels auf ein Kabel getreten, dass für das Mikro von Lady Gaga zuständig war. Aber das schöne ist ja, dass wir hier bei einer Aufzeichnung sind. Also holen wir noch mal den Warm-Upper raus, um das Publikum noch mal hochzukochen und wiederholen den Auftritt einfach noch mal. Ich überlege erstmals in meinem Leben, ernsthaft mit harten Drogen anzufangen, um das ganze hier ohne weitere psychische Schäden zu überleben. Ein Blick zur Seite: Ein kopfschüttelndes Hände-ins-Gesicht-Vergraben lässt mich vermuten, dass es nicht nur mir so geht.
Das große Finale macht dann Sammy Deluxe, der offensichtlich auf unserer Seite steht. Nachdem die Technik erst den falschen Song, dann den richtigen Song, aber die falsche Version eingespielt hatte, fiel selbst ihm nichts anderes mehr ein, als laut und deutlich ins Mikrofon gen Technik zu zischen: „Das ist jetzt aber echt mal viertel vor Blamage, Leute!“ Danke, Sammy! Du sprichst mir aus der Seele!
von Lea Weber
Bei mir hat es nur zu einem Stehplatz-Ticket gereicht. Anstatt mich komfortabel auf einem Sitz zu räkeln, bin ich zwischen den echten Fans. Naja, nicht ganz. Um sich einen vorderen Platz zu sichern, hätte man eher kommen müssen, so bleibt mir lediglich ein Standort am Rande der Menge, hinter den Teenagern und vor ihren gelangweilten Eltern, die als Begleitpersonen mitgekommen sind.
Immerhin hat es noch nicht angefangen. Ein Typ, der an Kinderbespaßer in Clubhotels erinnert, verteilt The-Dome-T-Shirts und fragt dabei immer wieder „Hannover, seid ihr gut drauf?“. Das ist offensichtlich der Fall: Als die Moderatoren übernehmen und wenig später Lady Gaga in einem leuchtenden Bilderrahmen auf die Bühne schwebt, bricht ein Kreischen los. Hoch, schrill, laut. Ich hätte solche Töne selbst mit 14 nicht hervorbringen können.
Dann geht es weiter mit Razorlight, Queensberry, Max Mutzke usw. Irgendwie nett, irgendwie aber auch genau das, was man zwischen einem Haufen dummen Gelaber auf Radio FFN hört. DJ Ötzi – sonst ja eher bekannt für Kirmes-Musik – überrascht mit einer Depri-Ballade, der Applaus fällt verhalten aus. Zwischendurch gibt es den ersten Personenschaden: Ein ca. 14-jähriges Mädchen klappt – vermutlich geschwächt durch langes Rumstehen in Verbindung mit hohen Limonadenpreisen – zusammen und wird mit einer Krankentrage abtransportiert.
Nach der Pause heißt es für mich dann wirklich „mittendrin statt nur“ dabei. Ich gehe so weit es geht nach vorne. Vor mir steht ein Junge, der sich das The-Dome-Symbol, die stilisierte Spiegelkugel, auf den Schädel rasiert hat. Ich komme mir vor, wie ein Atheist bei den Zeugen Jehovas.

Auf zur nächsten Show.
Foto: Lea Weber
DJ Ötzi kommt mit seiner zweiten Nummer besser an, obwohl sein Auch in 100000 Jahren werd‘ ich immer bei dir sein wie eine Drohung klingt. Eisblume, sonst nur als manga-ähnliche Zeichentrickfigur in ihrem Video zu sehen, tritt zum ersten mal live auf. Wir können uns also fast ein wenig privilegiert fühlen. Und ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber Sido hat es drauf. Bisher fand ich den Gewollt-Gangster mit der abgebrochenen Kindergärtner-Ausbildung eher peinlich. Aber bei seinem Auftritt stimmt alles, jeder Spruch, jede Bewegung passt perfekt, das Kreischen der Fans erinnert an startende Flugzeuge. Als er seinen Schal in die Menge wirft, bricht fast eine Schlägerei los.
Zwischen den Auftritten immer die beiden Moderatoren, und immer, wenn es schief läuft, wird Käpten Kinderbespaßer auf die Menge los gelassen: „Hannover, seid ihr gut drauf?“
Den Arschloch-Job übernimmt Sammy Deluxe. Sein Auftritt ist der letzte des Abends, die meisten gehen schon, während er auf der Bühne steht.
Hinterher klingeln mir die Ohren von dem Kreischen der Teenager, und ausgerechnet das Fliegerlied von Tim Toupet (vor allem bekannt durch Du hast die Haare schön) schwirrt mir auf der Autofahrt die ganze Zeit im Kopf herum. Trotzdem, irgendwie war es ganz lustig, auch wenn es ganz sicher keiner Wiederholung bedarf.
von Stefan Hirsch
“Singt dem HERRN ein neues Lied…”

© smithy / PIXELIO
Wer kennt sie nicht? Xavier Naidoo und U2 sind einer breiten Masse bekannt. Wie aber steht es mit Jars of Clay oder Kutless? Alle vier haben jedoch eines gemeinsam: Den – durch ihre Musik ausgedrückten – offensiven oder defensiven Bezug zum Glauben, sowie einem göttlichen Wesen. Ob die Texte frei assoziierbar oder beim Namen genannt mit Glauben und Gott verbinden, sie können eindeutig oder mutmaßlich der christlichen Populärmusik zugeordnet werden. Das Attribut „christlich“ benennt zum einen den sozialen Ort dieser Musik – christlich orientierte, engagierte Menschen. Zum anderen beinhaltet es im Wesentlichen die geistliche Orientierung, die diese Musik beinhaltet, welche grob in „Lobpreis“ und „Anbetung“ unterteilt werden kann.
Beide Ausdrucksmöglichkeiten des Glaubens sind in unterschiedlichen Weltreligionen enthalten. Im „Lobpreis“ ehrt der Gläubige Gott und rühmt Seine Taten. In der „Anbetung“ verehrt er Gottes Wesen. In beiden Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigen sich Interpreten der – unter Kennerkreisen bekannt als – Contemporary Christian Music (deutsch: Zeitgenössische christliche Musik) häufig mit Themen der Bibel und des christlichen Glaubens sowie mit gesellschaftlichen und alltäglichen Erfahrungen. Anzutreffen sind Stile wie Gospelrock, Sacropop oder Neues Geistliches Lied (NGL) meist im – oft noch – sonntags stattfindenden Gottesdienst freikirchlicher Gemeinden. Allgemein unter „christlicher Populärmusik“ bekannt ist der Ausdruck des Glaubens durch zeitgenössische Stile aber auch in den beiden Landeskirchen. So begann zum Beispiel der junge Kirchenmusiker Helmut Barbe 1956 Jazz-Elemente in sein Musical Halleluja Billy zu integrieren und seit 2000 gibt es in der evangelischen Landeskirche in Bayern einen ersten Fachverband, den Verband für christliche Populärmusik in Bayern e.V.
Beide Ausdrucksmöglichkeiten des Glaubens sind in unterschiedlichen Weltreligionen enthalten. Im „Lobpreis“ ehrt der Gläubige Gott und rühmt Seine Taten. In der „Anbetung“ verehrt er Gottes Wesen. In beiden Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigen sich Interpreten der – unter Kennerkreisen bekannt als – Contemporary Christian Music (deutsch: Zeitgenössische christliche Musik) häufig mit Themen der Bibel und des christlichen Glaubens sowie mit gesellschaftlichen und alltäglichen Erfahrungen. Anzutreffen sind Stile wie Gospelrock, Sacropop oder Neues Geistliches Lied (NGL) meist im – oft noch – sonntags stattfindenden Gottesdienst freikirchlicher Gemeinden. Allgemein unter „christlicher Populärmusik“ bekannt ist der Ausdruck des Glaubens durch zeitgenössische Stile aber auch in den beiden Landeskirchen. So begann zum Beispiel der junge Kirchenmusiker Helmut Barbe 1956 Jazz-Elemente in sein Musical Halleluja Billy zu integrieren und seit 2000 gibt es in der evangelischen Landeskirche in Bayern einen ersten Fachverband, den Verband für christliche Populärmusik in Bayern e.V.
Zum Reinhören und Reinschauen:
ESG-KHG Vechta
UNIted in Christ
Halleluja, Billy!
Sammlung von Tonträgern mit christlicher Populärmusik
Song: “Eine Perle in Gottes Hand”
ESG-KHG Vechta
UNIted in Christ
Halleluja, Billy!
Sammlung von Tonträgern mit christlicher Populärmusik
Song: “Eine Perle in Gottes Hand”
Nicht für alle Zeitgenossen ist „dem Herrn ein neues Lied zu singen“ gleichermaßen auf die Gegenwart zu beziehen. Skeptik und Ablehnung finden sich in konservativen Kreisen, welche z.T. unbiblische Anpassungen an den sog. „Zeitgeist“ befürchten oder 1966 seitens der deutschen katholischen Bischofskonferenz, welche sich gegen die Art der Kirchenmusik aussprach, die Elemente von Jazz und „geistlichem Schlager“ ins Traditionelle integrierte. Als Überschrift dieses Artikels ist der Teil der Argumentation für die christliche Populärmusik gewählt, der von den Befürwortern angeführt wird. „Historisch betrachtet“ so ein Grundtenor der Befürworter „entsprach selbst das traditionelle Kirchenliedgut in seiner Entwicklung den Strömungen der jeweiligen Zeit“. Erfolg der Pro-Argumentation war unter anderem, als 1996 das Evangelische Kirchengesangbuch durch das Evangelische Gesangbuch abgelöst wurde, welches Lieder „neuerer Zeit“ ins Verzeichnis aufgenommen hatte.
Egal für welche der Positionen ich mich entscheide, in den christlichen Gruppierungen unserer Uni finden sich beide Stilrichtungen als Ausdruck des Glaubens. Und statt in erster Linie zu konkurrieren, ergänzen sich die KHG (Katholische Hochschulgemeinde) mit UNIted in Christ musikalisch, sodass Gläubige aus unterschiedlichen Kirchengemeinden Gott auf „ihre Weise“ zusammen preisen und anbeten können.
von Johanna Olberding
Zwiegespräch: Darf Politik kreativ sein und Spaß machen?
Politik ist ein Metier, das nicht gerade dafür bekannt ist, leicht verständlich zu sein. Erst recht wird es nicht mit Begriffen wie Kreativität und Spaß in Verbindung gebracht. Aber schließen sich Politik und Kreativität wirklich aus, oder gibt es Schnittstellen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich die Kreativität (K), welche in diesem Fall auch das Recht auf politische Teilhabe vertritt und den engagierten, mündigen Bürger repräsentiert, und die Politik (P) ins Gespräch gebracht:
K: Politik darf nicht hinter verschlossenen Türen gemacht werden. In einer Demokratie sollte der Bürger die Möglichkeit haben, Einfluss auf Entscheidungsprozesse zu nehmen.
P: Politische Sachverhalte sind sehr komplex. Es ist nicht möglich, immer alles zu erklären und die Bürger zu fragen.
K: Aber genau das ist doch die Pflicht eines Politikers. Er ist Vertreter des Volkes. Deshalb sollte ihm dessen Meinung wichtig sein.
P: Ich kann es doch nicht jedem Recht machen. Wenn ich erst jeden fragen muss, wird nie eine Entscheidung getroffen. Das ist nicht machbar. Politik ist kein Wunschkonzert.
K: Das ist richtig. Dennoch sollten alle Entscheidungsprozesse transparent und für den Einzelnen nachvollziehbar sein.
P: Aber die können die vielschichtigen Zusammenhänge doch gar nicht verstehen. Es würde viel zu lange dauern, das alles so aufzubereiten, dass es nachvollziehbar ist.
K: Warum verstehen die Bürger das nicht? Du verstehst es doch auch. Es muss doch mehr drin sein als 15 Sekunden Statements in der Tagesschau, um die Bürger zu informieren und sie teilhaben zu lassen.
P: Was denn noch? Ich hab doch schon eine Website und bin via Mail erreichbar. Mehr Volksnähe muss doch nun wirklich nicht sein.
K: Was steht denn auf der Homepage?
P: Meine Referenzen und welche Grundsätze ich vertrete.
K: Es gäbe die Möglichkeit, ein Forum einzurichten und dort anstehende Entscheidungen oder Projekte zur Diskussion zu stellen. Mehrere Köpfe denken besser als einer.
P: Dann bin ich aber unter Druck und kann nicht mehr frei entscheiden.
K: Denk mal kreativer und sieh, was das für Möglichkeiten eröffnet. Menschen, die informiert werden und deren Stimme gehört wird, haben Spaß an der Politik. Sie werden sich dann mehr einbringen und ihre Ressourcen werden dich auch stärken.
P: Oder sie erwarten, dass ich ihre partikular Interessen vertrete, während sie dabei nicht das Große und Ganze im Blick.
K: Sie sind das Große und Ganze. Jeder Einzelne bildet einen Mosaikstein vom Bild.
P: Aber eben nur ein kleiner Stein.
K: Dann setz doch genau da an. Man kann nicht immer nur global denken und sagen, die Welt ist ein Dorf, sondern die Dörfer sind die Welt. Fang auf der lokalen Ebene an mit Projekten und Initiativen. Vor Ort spüren die Menschen sofort die Auswirkungen und das motiviert sie dann für die nächst höhere Ebene.
P: Das klingt alles schön und gut, aber wie soll ich so was denn realisieren? Da gehen doch Ressourcen für drauf, die dann an anderer Stelle fehlen.
K: Denk doch nicht so starr. Sprenge mal die Grenzen von dem, was politisch vorstellbar ist. Obama hat es doch vorgemacht.
P: So was funktioniert nur in Amerika.
K: Er kommt auch in Europa gut an. Er schafft es, die jungen Leute zu motivieren, indem er sie auf ganz vielen Ebenen anspricht und ihnen Möglichkeiten eröffnet, teilzuhaben.
P: Aber ein Patentrezept ist es trotzdem nicht.
K: Aber es ist ein Rezept von vielen möglichen.
Kreativität und Politik sind in diesem Gespräch nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Denn wahrscheinlich gibt es wirklich kein Patentrezept. Aber es gibt viele einzelne Menschen, die in ihrer Umgebung viel bewegen können, indem sie engagiert und kreativ die Probleme in Angriff nehmen.
von Stefanie Bruns
Schmerzvolle (Un-)Gewissheit
In meinem Unterleib schwirren tausend verwirrte, verwaiste Fliegen. Suchend nach der Einen oder der Anderen Möglichkeit einen Ausweg aus dieser ausweglosen Situation zu finden. Immer wieder stoßen die blinden, tauben Fliegen mit ihren Stahlhelmen von innen gegen meine Bauchdecke. Sie wollen mich quälen bis ich sie rauslasse.
Aber wann ist es soweit? Will ich es überhaupt? Was dann?
Was ist danach?
Was ist danach?
Wenn die Fliegen ihre Stahlhelme absetzen und einfach nur noch taumelnd in ihrer Grube der Gewissheit hängend vor sich hinschweben?
Gewissheit. Nichts wünsche ich mir gerade mehr, doch wenn ich sie hätte, würde ich mir wünschen sie nie gehabt zu haben?
Augen verschließen vor der Wahrheit.
Warum?
Warum?
Warum nicht?
Das ist das Problem!
Was habe ich von Gewissheit? Nur die Gewissheit, dass ich jetzt Gewissheit habe?
Immer wieder und wieder bis zum Verrecken drüber nachdenken was als nächstes kommen wird nur um eventuell einmal richtig zu liegen und dann zu sagen “Ich habs mir gedacht”?
Nichts in unseren kleinen, beengten Köpfen kann uns je Gewissheit bringen. Gewissheit kommt stets von Außen, das sei gewiss. Drum denkt nicht drüber nach was kommen wird.
Die Gewissheit haben, zu denken, nur durch das Zermartern seines beengten menschlichen Hirnes über die eigene verdammte Zukunft sein Gewissen zu bereinigen, jedoch mit der Gewissheit der Aussichtslosigkeit auf Erfolg das Gewissen ohne Gewissheit zu bereinigen?
von Michaela van Overmeyer
Contraire
Nur ein Wort aus deinem Mund,
ließ mich innerlich entfachen.
Nur ein Blick aus deinen Augen
ließ mein kaltes Herz erzittern.
Nur ein Kuss von deinen Lippen,
ließ mein Ich ein Neues werden.
ließ mich innerlich entfachen.
Nur ein Blick aus deinen Augen
ließ mein kaltes Herz erzittern.
Nur ein Kuss von deinen Lippen,
ließ mein Ich ein Neues werden.
Doch ein Wort aus deinem Mund
wollt mich innerlich zerfetzen
und der Blick aus deinen Augen
wollt mein kaltes Herz gefrieren
und der Kuss von deinen Lippen
blieb dem Neuen Ich verborgen.
wollt mich innerlich zerfetzen
und der Blick aus deinen Augen
wollt mein kaltes Herz gefrieren
und der Kuss von deinen Lippen
blieb dem Neuen Ich verborgen.
von Michaela van Overmeyer
Glaube
Ich höre von dir, aber ich sehe dich nicht.
Ich sehe dich nicht, aber ich spüre dich.
Ich spüre dich, aber ich kenne dich nicht.
Ich kenne dich nicht, aber ich liebe dich.
Ich sehe dich nicht, aber ich spüre dich.
Ich spüre dich, aber ich kenne dich nicht.
Ich kenne dich nicht, aber ich liebe dich.
von Michaela van Overmeyer
Frühlingsgefühle, von Intimität und Internet
Es wird Frühling. Die Zeit, in der alles wieder blüht, auch die Liebe. Frisch verliebt den Frühling zu zweit erleben, das ist ein Wunsch, den sicher nicht wenige Menschen hegen. Aber wo ihn oder sie finden? Das World Wide Web bietet hierzu eine Vielzahl von Möglichkeiten. Inzwischen scheint es einfacher über StudiVZ oder einschlägige Singleportale miteinander ins Gespräch zu kommen als im Cafe oder auf öffentlichen Plätzen.
So geht es auch den Protagonisten des Hörbuchs Gut gegen Nordwind. Eine falsch adressierte Mail von Emmi landet bei Leo und es entwickelt sich ein rege Unterhaltung, welche in ihrer Schnelligkeit eher an einen Chat erinnert. Dem Autor Daniel Glattauer gelingt es in diesem stetigen Hin und Her zwischen den Protagonisten, deren Charaktere fein heraus zu arbeiten. Dies wird durch die gelungene sprachliche Umsetzung von Andrea Sawatzki und Christan Berkel noch verstärkt. Amüsiert und auch gespannt habe ich verfolgt, wie sich Emmi und Leo kennen lernen und mich manchmal dabei ertappt, dass ich ebenso wie die Beiden angefangen habe zwischen den Zeilen zu horchen und mir vorzustellen, wie diese beiden aussehen und wie sie sich begegnen könnten.
Aber begegnen wollen sich beide eigentlich nicht und eigentlich auch wieder doch.
Trotzdem beide immer wieder betonen, dass der jeweils andere nichts von ihnen weiß und sich ihr Kontakt auch wirklich nur auf die Mailbox beschränkt, werden ihre Mails länger und auch intimer. Es scheint fast so, als könnten beide nicht mehr ohne diese regelmäßigen Nachrichten.
So geht es auch den Protagonisten des Hörbuchs Gut gegen Nordwind. Eine falsch adressierte Mail von Emmi landet bei Leo und es entwickelt sich ein rege Unterhaltung, welche in ihrer Schnelligkeit eher an einen Chat erinnert. Dem Autor Daniel Glattauer gelingt es in diesem stetigen Hin und Her zwischen den Protagonisten, deren Charaktere fein heraus zu arbeiten. Dies wird durch die gelungene sprachliche Umsetzung von Andrea Sawatzki und Christan Berkel noch verstärkt. Amüsiert und auch gespannt habe ich verfolgt, wie sich Emmi und Leo kennen lernen und mich manchmal dabei ertappt, dass ich ebenso wie die Beiden angefangen habe zwischen den Zeilen zu horchen und mir vorzustellen, wie diese beiden aussehen und wie sie sich begegnen könnten.
Aber begegnen wollen sich beide eigentlich nicht und eigentlich auch wieder doch.
Trotzdem beide immer wieder betonen, dass der jeweils andere nichts von ihnen weiß und sich ihr Kontakt auch wirklich nur auf die Mailbox beschränkt, werden ihre Mails länger und auch intimer. Es scheint fast so, als könnten beide nicht mehr ohne diese regelmäßigen Nachrichten.
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Signatur: CQYg4662 (401453)
Signatur: CQYg4662 (401453)
von Stefanie Bruns
Von Erkenntnis und Erlösung, von Weisheit und Wahrheit
“Wir sind ja alle verrückt, dass wir uns dauernd auf Nebengleisen herumrangieren lassen und ewig, ewig und ewig, jede Winzigkeit, die passiert, sofort auf unser dummes, schmutziges, kleines Ego beziehen.“
Erinnert ihr euch noch an Salingers Besteller Der Fänger im Roggen? Holden Caulfield, die tragische, unangepasste Gestalt mit Sinneskrise, welche von vielen pubertären Jungs zur Identifikationsfigur ihres verpfuschten Daseins gekürt wurde? Sätze, welche meist auf „und so…“ endeten?
Mit Franny und Zooey beweist Salinger eindrucksvoll, dass er der Magie der Sprache auf anspruchsvollerer Ebene mächtig ist. Der Zauber des kleinen Meisterwerkes besteht zwischen den Dialogen der Familie Glass aus N.Y., deren geistige Überlegenheit gegenüber ihren Mitmenschen die Suche nach dem Sinn des Lebens deutlich erschwert.
Zwar sind viele Überlegungen in einem Netz aus Sprache verstrickt, welche schwer nachvollziehbar sind, doch genau darin liegt zugleich Herausforderung und Genuss dieser „Perle“.
Erinnert ihr euch noch an Salingers Besteller Der Fänger im Roggen? Holden Caulfield, die tragische, unangepasste Gestalt mit Sinneskrise, welche von vielen pubertären Jungs zur Identifikationsfigur ihres verpfuschten Daseins gekürt wurde? Sätze, welche meist auf „und so…“ endeten?
Mit Franny und Zooey beweist Salinger eindrucksvoll, dass er der Magie der Sprache auf anspruchsvollerer Ebene mächtig ist. Der Zauber des kleinen Meisterwerkes besteht zwischen den Dialogen der Familie Glass aus N.Y., deren geistige Überlegenheit gegenüber ihren Mitmenschen die Suche nach dem Sinn des Lebens deutlich erschwert.
Zwar sind viele Überlegungen in einem Netz aus Sprache verstrickt, welche schwer nachvollziehbar sind, doch genau darin liegt zugleich Herausforderung und Genuss dieser „Perle“.
Jerome D. Salinger: Franny und Zooey
Signatur: 758381
Signatur: 758381
von Tobias Kunz
“A man’s gotta read, what a man’s gotta read!”
Und genau das Gegenteil habe ich für diesen Artikel getan.
Wie ist es als Mann ein Frauenbuch zu lesen?
Diese Frage war das Leitmotiv für eine kleine Expedition in das ureigenste Territorium der holden Weiblichkeit. Eine hochhackige Safari zum Zentrum der femininen Gedankenwelt. Eine Cosmopolitan schlürfende Reise zum heiligen Gral der Emanzipation.
Kurz: Ich las ein Buch über eine Londoner Yuppi-Mittdreißigerin, die denkt, ihr Hintern sei zu dick.
Kurz: Ich las ein Buch über eine Londoner Yuppi-Mittdreißigerin, die denkt, ihr Hintern sei zu dick.
Nachdem ich die Bis(s)-zum-Morgengrauen-Trilogie von Stefanie Meyer gelesen hatte, dachte ich (naiv wie ich war), mir in Sachen weiblicher Literatur schon eine gewisse Erfahrung und Schmerzfreiheit angeeignet zu haben. Dass ich den emotionalen Overkill, den Meyer nach fast jedem Absatz über mich ergossen hatte, locker überstand, stimmte mich optimistisch, dass auch die kommende Aufgabe für mich ein Klacks wäre.
Also lieh ich mir von einer Freundin ein Buch, was nun wirklich die Bezeichnung Frauenliteratur verdiente
Also lieh ich mir von einer Freundin ein Buch, was nun wirklich die Bezeichnung Frauenliteratur verdiente
Arabella Weir: „Ist mein Hintern wirklich zu dick? – Tagebuch einer empfindsamen Frau“
Was habe ich mich durch die läppischen 237 Seiten durchgequält!
Schon nach den ersten Seiten erwischte mich dieser literarische Östrogenvorschlaghammer frontal im Gesicht. Nach den ersten 30 Seiten geht Jacqueline M. Pane en détail auf ihre Periode ein, schildert ihre Bindenstärke und erläutert jede Kleinigkeit ihrer prämenstruellen Störungen, welche im Buch später wegen häufiger Verwendung(!) als PMS abgekürzt werden.
Aber über allem steht natürlich die titelspendende Frage nach den allesentscheidenden Dimensionen des werten Gesäßes.
Schon nach den ersten Seiten erwischte mich dieser literarische Östrogenvorschlaghammer frontal im Gesicht. Nach den ersten 30 Seiten geht Jacqueline M. Pane en détail auf ihre Periode ein, schildert ihre Bindenstärke und erläutert jede Kleinigkeit ihrer prämenstruellen Störungen, welche im Buch später wegen häufiger Verwendung(!) als PMS abgekürzt werden.
Aber über allem steht natürlich die titelspendende Frage nach den allesentscheidenden Dimensionen des werten Gesäßes.
„Hilfe, mir passt mein Rock in 38 nicht mehr, ich müsste jetzt eigentlich 40 tragen – deshalb kaufe ich einen neuen in 36 um mich reinzuhungern!“
Die paranoiden Gedankenschnipsel der Protagonistin gehen später so weit, dass sie sich Taktiken ausdenkt, um beim Sex nicht zu unvorteilhaft auszusehen, was natürlich in allen Einzelheiten ausgekocht werden muss – Sex sells.
„Wenn ich mich entscheiden müsste: Ich würde eher meinen Po, als meine Muschi bedecken!“
Eine richtige Geschichte wird übrigens nicht erzählt (man möge mich korrigieren, ich habe jedenfalls weder Spannungsbogen noch Ziel ausmachen können).
Vielmehr soll das Buch auf „lustige Weise“ einen Einblick in ein Jahr der Protagonistin liefern.
Da geht es um die wahren Probleme der modernen Frau:
Vielmehr soll das Buch auf „lustige Weise“ einen Einblick in ein Jahr der Protagonistin liefern.
Da geht es um die wahren Probleme der modernen Frau:
Wie man PNLs (Abk. potenzielle neue Liebhaber) gewinnt und Cellulitis sowie Körpergewicht los wird oder warum die Freundin des Nachbarn beim Sex zu laut ist und die „Makrobio-Fastenkur“ nicht anschlägt.
„Die Blackouts, die ich bei meiner Arbeit wegen des Hungerns bekomme, zeigen mir, dass ich abnehme.“
Als Füllmaterial zwischen den neurotischen 1.-Weltproblemen wird eine halbgare Beziehung zu ANA (Abk. Attraktiver neuer Andy) gereicht, die sich endlos hinschleppt und erst auf den letzten paar Seiten plötzlich zum Happy End gehetzt wird.
Fazit: Obwohl ich im gleichem Maße zu der Zielgruppe gehöre wie meine Omi auf ein Slipknotkonzert, hatte ich zum Teil, das sei zugegeben, schon ein Schmunzeln auf den Lippen. Lichte Momente, in denen ich den grundweiblichen Humor verstand, waren zwar selten, aber um so interessanter.
Die wirren Gedankenströme um alle möglichen Ecken, die ständige Panik, wie frau bei andern ankommt und das niedliche Hin-und-her-Gezicke wegen Frisur, Kleiderkombinationen und gut aussehenden Männern, hatten manchmal schon einen unerklärlichen Reiz, dem selbst ich mich nicht entziehen konnte.
Die wirren Gedankenströme um alle möglichen Ecken, die ständige Panik, wie frau bei andern ankommt und das niedliche Hin-und-her-Gezicke wegen Frisur, Kleiderkombinationen und gut aussehenden Männern, hatten manchmal schon einen unerklärlichen Reiz, dem selbst ich mich nicht entziehen konnte.
Am Ende bleibt jedoch ein ungutes Gefühl zurück, ein nagendes Unwohlsein, welches die Freude überschattet, diese Aufgabe hinter sich gebracht zu haben…
Ich geh mir die Füße lackieren.
von Thomas Hülsmann
Phänomen Boygroup
Nervig oder beeindruckend?
Boygroups! Es ist davon auszugehen, dass alle Leser sich darüber im Klaren sind, was der Begriff „Boygroup“ bedeutet. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, hier ein schnelles Briefing, damit wir auf dem gleichen Stand sind: Eine Boygroup oder Boyband, ist eine Gruppe von meist vier oder fünf zusammengewürfelten jungen Männern im Teenager- und/oder Twen-Alter. Jetzt könnte man denken, das sind doch Bands wie die Beatles damals oder so. Aber der Unterschied besteht darin, dass die Mitglieder einer Boygroup so unterschiedlich wie möglich sein sollen, damit auch für jedes Groupie mindestens einer der Jungs es Wert ist, angehimmelt zu werden. Aber das wohl wichtigste Merkmal einer Boygroup ist, dass die Jungs nahezu synchron singen und tanzen. Sie könnten ebenso gut Klone mit zumindest unterschiedlichen Haarfarben sein. Wollen wir uns mal erinnern, wer denn so in den letzten zehn bis zwanzig Jahren unsere Popwelt begeistert hat und sämtliche junge Frauen zum Ausflippen brachte. Kennt ihr noch diese hier:
- Die smarten Jungs von The Backstreet Boys. Für einen 2. Pop-Frühling nie zu schade.
- Die absoluten Schmusesänger von Boyz II Men.
- Die Stehaufmännchen von New Kids on the Block, die übrigens dieses Jahr ein Comeback starten wollen und mit Bands wie den Pussycat Dolls und Timbaland starten. Außerdem gelten die Jungs als die Boygroup ever. Sie haben in den 1990ern dieses Phänomen überhaupt erst ausgelöst.
- Die Boys von ‘NSYNC. Ohne Justin würde sich heute kaum noch jemand an die Jungs erinnern.
- Die Dauerbrenner Take That. Sie können es einfach nicht lassen. Betrachtet man die Verkäufe ihrer Platten und Konzerttickets sind auch eine ganze Menge Menschen froh darüber. Auch wenn man diese Band eigentlich nicht mehr als Teenieband bezeichnen kann, denn sie sind mittlerweile alle in den 30ern und ohne Robbie ist es auch nicht so wie vor zehn Jahren.
Und nein, die Band, die alle jungen Mädchen heutzutage zum Kreischen bringt und von der man behauptet, dass sie die Plattenverkäufe der Beatles übertroffen haben, ist natürlich nicht vergessen worden. In vielen Toplisten des Internets werden sie als schlechteste Band in der Geschichte des Plastik-Pops betitelt, Tokio Hotel. Es ist davon auszugehen, dass diese Listen von Männern und Frauen unseres Alters erstellt worden sind, denn bei Bills, Toms, Gustavs und Georgs Zielgruppe handelt es sich um weibliche Fans im Alter von 10-16 Jahren.
Aber der Grund, warum Tokio Hotel nicht in der Liste aufgeführt wurde, ist ein ganz naheliegender. Sie gelten der Definition nach nicht zu den Boybands. Obwohl alle Mitglieder vermeintlich Jungs sind, so besagt eine Definition, dass die Mitglieder einer typischen Boyband singen und tanzen, aber ihre Instrumente nicht selber spielen. Demzufolge ist Tokio Hotel eine Band, aber keine Boyband.
Doch wieso gibt es so viele Boybands und warum verfallen junge Mädchen in eine Art Hysterie, wenn sie dieselben live auf einer Bühne sehen oder bei manchen auch bereits im Fernsehen?
Eine genaue Erklärung, die auf empirischen Daten basiert, kann hier leider nicht gegeben werden, aber es bestehen seit geraumer Zeit ein paar interessante Theorien zu diesem Phänomen. Eine ist, dass das Kreischen und Weinen aus der Urzeit stammt. Die Mädchen stehen laut dieser Theorie unter einem so enormen Druck, der durch überaus hohe Erwartungen an den Liebling entsteht, dass das Kreischen beim Anblick desselben als ein Energieausgleich anzusehen ist. Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes Luft.
Eine genaue Erklärung, die auf empirischen Daten basiert, kann hier leider nicht gegeben werden, aber es bestehen seit geraumer Zeit ein paar interessante Theorien zu diesem Phänomen. Eine ist, dass das Kreischen und Weinen aus der Urzeit stammt. Die Mädchen stehen laut dieser Theorie unter einem so enormen Druck, der durch überaus hohe Erwartungen an den Liebling entsteht, dass das Kreischen beim Anblick desselben als ein Energieausgleich anzusehen ist. Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes Luft.
Eine zweite und wahrscheinlichere Theorie besteht darin, dass überschüssige Hormone bedingt durch die Pubertät verrückt spielen und somit leicht außer Kontrolle geraten. Beim Anblick des Angebeteten kompensieren sich diese Hormone und äußern sich in Form einer Hysterie, eines Schrei- oder Weinkrampfes. Könnte dies gesundheitsschädlich sein? Diese Frage lässt sich ebenso nicht ganz eindeutig beantworten, denn obwohl eine Boyband eine Lebenserwartung von maximal zwei Jahren am Pophimmel (Comeback ausgeschlossen) hat und somit die Hysterie kurzweilig sein sollte, sorgen die USA dafür, dass immer ausreichend Nachschub besteht. Für eine Teenieband, die dem Popzenit Lebewohl gesagt hat, werden drei bis vier Neue gecastet. Dieses auch gerne publik im Fernsehen, womit die Wartezeit bis zur ersten Single überbrückt werden kann.
Abschließend ist zu sagen: Keine Angst, meine Lieben, Boybands wird es immer geben.
Und an unsere Generation gerichtet: Wer sich über Boygroups lustig macht, sollte mal überlegen, warum er sämtliche Texte auswendig mitsingen kann. Denkt mal drüber nach.
Und an unsere Generation gerichtet: Wer sich über Boygroups lustig macht, sollte mal überlegen, warum er sämtliche Texte auswendig mitsingen kann. Denkt mal drüber nach.
von Jessica Barbato
North and About

Die Jungs von North and About.
Foto: Mira Brink
North and About (NAA), eine neue Country-Kartoffel-Chips Marke beim Discounter um die Ecke, ein Reiseführer oder ein neues Eau de Toilette für den Mann von Welt?
Nein, ganz falsch. NAA sind eine Singer/Songwriter Band aus Osnabrück. Wer schon in älteren Ausgaben der uniVista aufmerksam die Bandseite studiert hat, merkt, dass hier auch wieder Leute von Rusticate und Union Youth am Werke sind. Hier trifft man auf eine Stimme, die die letzten 10 Jahre mit Whiskey gurgeln und Kette rauchen verbracht hat. Wer dann noch auf Bob Dylan, Chuck Ragan, Tim Berry und Ben Nichols steht, der sollte sich NAA unbedingt um die Ohren hauen.
Überzeugen konnten sie mich vollends, als die Jungs in der Schuberta in Vechta ein zweistündiges Live Set hingelegt haben und zum Schluss auch wirklich jeder Besucher die Songs mitgröhlen konnte (singen war aus Gründen vom starken Konsum diverser alkoholischer Getränke nicht mehr möglich).
Wenn ihr jetzt Lust habt, euch NAA mal anzusehen und anzuhören, der kann dies tun und zwar an folgenden Orten:
- 29.04., 20 Uhr: Cafe Mojo, Osnabrück
- 05.06., 20 Uhr: HDJ Bocksmauer, Osnabrück
- 13.06., 20 Uhr: Schuberta, Vechta
von Mira Brink
Das Studium hinterlässt Fragen – und das ist gut so!
Ich bin ein Befürworter von Fragen und halte es auch ganz sprichwörtlich: Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten. Vielleicht muss man auch ein wenig so denken, wenn das Ziel der Lehramtsberuf sein soll. Aber zunächst noch einige weitere Informationen über den Verfasser: Der Studiengang Master of Education ist nach nunmehr zwei Semestern absolviert. Das impliziert so einiges: Etwa einen vorherigen Bachelorabschluss mit mastergemäßem Schnitt, insgesamt acht Semester Studieren und eine Menge an Prüfungsleistungen, dass beim nachträglichen Durchlesen der Leistungsnachweise die Augen immer größer werden. Wie man das geschafft hat? Die erste Frage verrät ein wenig Ungläubigkeit und Staunen. Man sollte es auch: Studieren ist ein Wahnsinnsakt. Immerzu denken. Nachdenken, überdenken, neu denken, um dann endlich in den Händen das lang ersehnte Zeugnis zu halten: Welch ein Andenken!
Und es impliziert ferner ein ganzes Bündel an aufgekommenen Fragen, mitunter auch die nicht unwichtige Grundsatzfrage: Warum werde ich Lehrer? Die Antwort verschiebe ich auf später.
Und es impliziert ferner ein ganzes Bündel an aufgekommenen Fragen, mitunter auch die nicht unwichtige Grundsatzfrage: Warum werde ich Lehrer? Die Antwort verschiebe ich auf später.
Die Berg- und Talfahrten hinter den Noten lassen sich oftmals nur erahnen. Ein wenig rastlos geht es von Station zu Station. Am Ende wirst du sie alle besucht haben und mindestens gut bestanden haben müssen, um weiter zu kommen und den Anschluss nicht zu verpassen. Und um ganz sicher zu gehen, solltest du am besten auf 1 lernen, denn man glaubt ja gar nicht, wie viele sehr gute Abschlüsse es hierzulande gibt.
Aber noch einmal zurück zu dem Bild mit den Stationen. Ein Ziel der neueren Studiengänge gilt der gleichmäßigeren Verteilung der Prüfungsleistungen über das gesamte Studium. Was im Bachelor noch relativ gut funktioniert, stellt sich als Farce für den Master heraus. Ist es wirklich sinnvoll, den Master of Education auf nur zwei Semester anzulegen? Ein Blick in den Aufgabenkatalog für dieses professionalisierte Kurzstudium sollte genügen, um eine halbwegs realistische Einschätzung zu bekommen: 22 Stationen inklusive Fachpraktikum, mündliche Prüfung und Masterarbeit. Wenngleich hier und da in den Anforderungen zurückgerudert wird, bleibt ein weiterer Aspekt zumindest fragwürdig, wenn man sich das hehre Ziel der Verteilung vor Augen führt: Allein die Masterarbeit macht ein Viertel der Abschlussnote aus! Im ohnehin zu kurz geratenen Studium kommt spätestens hiermit der nötige Druck auf, damit es ihn auf jeden Fall weiterhin gibt: den Abschlussstress.
Einige Fälle sind mir in meinem Freundeskreis bekannt. Jene, die das gute alte Staatsexamen gemacht haben. Die fielen dann immer nach ihrem Examen in das berühmtberüchtigte schwarze Loch, weil sie ein ganzes Semester nonstop Prüfungen hatten. Wie wird das mit den Bachelor- und Masterabsolventen sein? Nach mindestens vier Jahren Studium, der Reise von einer Station zur nächsten, der permanenten Konfrontation mit Prüfungsleistungen? Das Beste, was einem dann passieren kann, ist es wohl, unmittelbar ins Referendariat zu flüchten, vorausgesetzt die Eins vor dem Komma steht. Hauptsache das Stresslevel hoch halten.
Es war selten im Studium so einfach, Zeilen zu füllen wie hier und jetzt. Hier darf und soll es kürzer und knapper sein, steht keine Note am Ende, aber natürlich eine Leserschaft, die sich fragt: Ja und, was wolltest du uns eigentlich sagen? Diese Frage ist wie jede andere berechtigt. Die Antwort darauf ist hoffentlich nicht dumm: Jedes Studium sollte Fragen aufkommen und hinterlassen. Viele Fragen habe ich an dieser Stelle nicht gestellt und Antworten auch nur unzureichend gegeben. Dabei hätte ich einige Vorschläge, die gar nicht so neu und originell sein wollen, sondern in ihrem schlichten Verlangen vielmehr dem Unmut vieler Studierenden Rechnung tragen wollen, etwa zur Neustrukturierung zumindest des Masterstudiengangs: Warum nicht den Master auf die Regelstudienzeit von drei Semestern anheben? Warum die Bachelornote nicht anteilig in die Masterabschlussnote einfließen lassen?
Es war selten im Studium so einfach, Zeilen zu füllen wie hier und jetzt. Hier darf und soll es kürzer und knapper sein, steht keine Note am Ende, aber natürlich eine Leserschaft, die sich fragt: Ja und, was wolltest du uns eigentlich sagen? Diese Frage ist wie jede andere berechtigt. Die Antwort darauf ist hoffentlich nicht dumm: Jedes Studium sollte Fragen aufkommen und hinterlassen. Viele Fragen habe ich an dieser Stelle nicht gestellt und Antworten auch nur unzureichend gegeben. Dabei hätte ich einige Vorschläge, die gar nicht so neu und originell sein wollen, sondern in ihrem schlichten Verlangen vielmehr dem Unmut vieler Studierenden Rechnung tragen wollen, etwa zur Neustrukturierung zumindest des Masterstudiengangs: Warum nicht den Master auf die Regelstudienzeit von drei Semestern anheben? Warum die Bachelornote nicht anteilig in die Masterabschlussnote einfließen lassen?
Ach ja, hier spricht im übrigen keiner, der seine Abschlussarbeit vergeigt hat oder der befürchten muss, das Referendariat erst in zwei Jahren machen zu können, weil die Note nicht mehr hergibt. Einzig und allein spricht hier jemand, der hofft, viele Fragen im Studium gestellt zu haben und der sie auch jetzt noch stellt. Jemand, der seinen Schülerinnen und Schülern später gerne erzählen möchte, dass das Studium mehr als nur Mittel zum Zweck ist.
Und auf die Frage, warum ich Lehrer werden will, kann ich nur antworten: Eine gute Frage, aber noch bin ich keiner. Aber ich habe eine Vorstellung und werde es herausfinden, neue Fragen stellen und die eine oder andere brauchbare Antwort finden.
Und auf die Frage, warum ich Lehrer werden will, kann ich nur antworten: Eine gute Frage, aber noch bin ich keiner. Aber ich habe eine Vorstellung und werde es herausfinden, neue Fragen stellen und die eine oder andere brauchbare Antwort finden.
von René Kohn
Die neue Studierendensatzung
Das Studierendenparlament hat auf seiner 9. Sitzung im WS 2008/09 am 21.01.09 eine neue Satzung verabschiedet. In Bezug auf den AStA konnte man sich mit der Mehrheit des Studierendenparlaments auf einen Kompromissvorschlag einigen, welcher beide entgegengesetzte Positionen verknüpft. Eigentlich sah der erste Satzungsentwurf vor, dass alle AStA-Referenten sich mit einem Tätigkeitsbericht am Ende des Wintersemesters vor dem StuPa rechtfertigen sollten. Im folgenden Sommersemester sollten dann von dem neu gewählten StuPa alle AStA-Stellen neu ausgeschrieben werden. Die alten Referenten hätten sich natürlich wieder um ihr Amt mit bewerben können, aber müssten sich dann mit anderen Bewerbern messen. Die Amtszeit eines AStA-Referenten hätte somit ein Jahr gedauert, mit der Option zur Wiederwahl im folgenden Semester. Man hätte also die Amtszeit des StuPa und der AStA-Referenten angepasst. In der alten Satzung waren die Amtszeiten der AStA-Referenten unbeschränkt, d.h. man konnte als Referent entweder selber kündigen oder sich vom StuPa wegen eines schlimmen Vergehens suspendieren lassen. Der derzeitige AStA lehnte die Anpassung der StuPa-Legislaturperiode mit den AStA-Stellen ab. Das Hauptargument lag in der fehlenden Kontinuität, falls man die AStA-Stellen jedes Jahr neu auswechselt. Gerade in diesem Gremium sind ein paar erfahrende Referenten sehr nützlich. Außerdem könnte die Situation eintreten, dass ein völlig neu zusammengestellter StuPa schlecht die Arbeit eines Referenten beurteilen kann, wenn sie ihn einfach nicht kennengelernt haben. Auf der anderen Seite müssen sich die Mitglieder des StuPa jedes Jahr neu zur Wahl stellen, d.h. schlechte Leistungen können mit Stimmverlust oder sogar Mandatsverlust bestraft werden. Davon waren die AStA-Referenten befreit und so konnten lange Dienstzeiten in Anspruch genommen werden. Nach etlichen Diskussionen im Studierendenparlament und in der Satzungsarbeitsgemeinschaft konnte ein passender Kompromiss gefunden werden. Die AStA-Referenten werden einen Rechenschaftsbericht abgeben und stellen sich zur Wiederwahl mit anderen Bewerbern im jeweiligen Sommersemester. So konnte eine Überlappung zwischen der Amtszeit des neu gewählten StuPa und den „alten“ AStA-Referenten erfolgen. In dieser Überlappungszeit kann sich dass neue StuPa ein Bild von den Referenten und ihrer Arbeit machen, während man früh genug klären kann, ob überhaupt Bewerber für die einzelnen AStA Stellen vorhanden sind. Zu diesem Zweck wird der AStA, mit Unterstützung des Studierendenparlaments, in diesem Sommersemester die Studierenden ausführlich über die Aufgaben der AStA-Referenten informieren. Nur mit viel Aufklärungsarbeit und Werbung kann man es so früh genug schaffen, möglichst viele Bewerber für die offene Ausschreibung zu gewinnen. Der Job des AStA-Referenten kann nur ein Jahr andauern, aber man hat die Möglichkeit durch überzeugende Leistung sich wieder wählen zu lassen. In dieser Zeit kann man sehr viele nützliche Erfahrungen sammeln und seinen Horizont erweitern. Achtet auf die AStA-Aushänge und die Vorstellungen der Referate im Uni-Insider. Dort könnt ihr euch schon einmal ein Bild davon machen, was euch erwartet und vielleicht wagt ihr ja den Schritt euch im Juni zu bewerben.
von Arnold Hobbacher
Der Munkelmann
![]() Nach einer exzessiven WG-Party schien in unserer WG nichts mehr so zu sein wie es war. Die Räume schrien nach Sauerstoff, unsere Körper nach H20. Leider konnte sich keiner mehr an die vergangenen Nächte erinnern, demzufolge gab es untereinander nicht viel zu erzählen. |
![]() Plötzlich betrat unser Vermieter, Tequila-Toni, der reichlich mitgefeiert hatte, unsere Wohnung. Doch irgendwie schien er an diesem Tage verändert und versuchte uns irgendetwas Ominöses mitzuteilen, was ihm wohl sehr zugesetzt hatte. |
![]() Da keiner so richtig etwas verstand, musste Tequila-Toni, unser Vermieter, deutlicher werden. Und so versuchte er alle bemerkenswerten Details des Munkelmannes näher zu erläutern, wobei er nicht wirklich den Kern unseres benebelten Interesses traf. |
![]() Bevor wir in Erwägung zogen, uns dem beängstigenden Thema des Munkelmannes unsere Aufmerksamkeit entgegenzubringen, beschlossen wir Tequila-Tony für verrückt zu erklären, der daraufhin beleidigt die Wohnung verließ. Somit lösten wir zwei Probleme mit einem Schlag und alles schien wieder in bester Ordnung zu geraten. Naja, zumindest fast alles. |
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Wird Tequila-Tony seinen neuen Gegner, den Munkelmann, in die Flucht schlagen oder ihm sogar eine Wohnung vermieten? Taucht Bobs Armbanduhr wieder auf und wird in der WG alles wieder so sein wie früher? Das alles und viel weniger erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe. Bis dahin und viel weiter… seid gespannt!
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Text und Kulissen: Tobias Kunz
Bilder: Alexander Dressler |
Lammkeule mit gebratenem Spargel und Bärlauchspätzle
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F
l e i s c h |
![]() Präsentiert von Kai Brockmeyer
(Azubi im Mensateam) Foto: Alexander Dressler
Lammkeule:
Backofen auf 130°C vorheizen (soll die Lammkeule durchgeschmort werden, wird der Ofen auf 160°C vorgeheizt). Die Zwiebeln in Spalten schneiden, Karotten und Sellerie schälen und in 1cm breite und 3cm lange Balken schneiden. Fenchel halbieren und quer in 1cm breite Stücke schneiden. Die Lammkeule in Öl rundum anbraten, Bratöl entfernen, mit Puderzucker karamellisieren, Tomatenmark hinzufügen, etwas anbräunen, mit 1/3 Rotwein ablöschen und sämig einreduzieren lassen. Den restlichen Rotwein in 2 Schritten zufügen und ebenfalls reduzieren lassen. Das Gemüse in Öl glasig anschwitzen, mit der Brühe dem Fleisch beigeben. Im Ofen bei häufigem Übergießen in etwa 3 1/2 Stunden rosa gar kochen. Fleisch entnehmen und warm stellen. Sauce durch ein Sieb geben und das Gemüse aufbewahren. Das Lorbeerblatt in die Sauce legen und um 1/3 reduzieren lassen. Mit Speisestärke binden. Knoblauch, Ingwer, Rosmarin evt. Zitronenschale einige Minuten darin ziehen lassen und das Lorbeerblatt entfernen. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. Das Fleisch in Scheiben schneiden, mit der Sauce, dem Spargel und den Spätzle anrichten. Vóila!
Spargel:
Spargel schälen und in schräge Stücke von ungefähr 0,5cm Dicke schneiden. In der Pfanne bei mittlerer Hitze den Puderzucker farblos karamellisieren, den Spargel darin kurz anschwitzen, die Brühe dazu geben und 6-8 Minuten bissfest garen. Butter dazugeben und mit Chilisalz und Muskat abschmecken.
Bärlauchspätzle:
Bärlauch waschen, abtropfen lassen und in feine Streifen schneiden. Créme fraîche, Sauerrahm, Eier, Öl und 100g Bärlauchstreifen pürieren. Bärlauchpüree, Mehl, Salz und Muskat zu einem glatten Teig rühren. Durch eine Spätzlepresse in siedendes Wasser geben und auf Biss kochen.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!
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Weltuntergang – Und Du bist in Vechta!
Weltuntergang… in Vechta? Oh man. Da, wo am Wochenende um acht Uhr schon die Bürgersteige hochgeklappt werden? Toll. Na ja, lässt sich nunmal nicht ändern. Da stecke ich also fest und überlege, was ich tun soll. Ich schätze, dass ich alle meine vermeintlichen Freunde zwingen würde, den letzten Tag unseres Lebens miteinander zu verbringen. Joa. Ansonsten, vielleicht ein paar Dinge, die man sonst noch nie gemacht hat… warum auch immer. Vielleicht irgendwas Kreatives an die Uni-Wände malen oder so. Ansonsten: Warten, beten und hoffen, aber Weltuntergang in Vechta ist echt unfair… zumindest für solche, die ihre Heimat woanders haben. Echt, ey!
von Sarah Kotten
Ich bin nicht sonderlich mutig. Vor allem nicht, wenn es darum geht, jemandem ganz klipp und klar die Meinung zu sagen. Ganz egal, ob die positiv oder negativ ausfällt. Meistens versuche ich alles ganz diplomatisch und so „einerseits-andererseits“-technisch auszudrücken. Ich denke aber immer: „Man müsste mal demunddem und so weiter…“ Ich denke, das würde ich tun: Ich würde den ganzen Tag damit verbringen, Lobhudeleien und (auch platonische) Liebeserklärungen an die (entsprechenden) Leute zu bringen und andere entsprechende Leute verbal (obwohl, dann is´ ja auch egal…) in der Luft zu zerreißen. Und dank Telefon geht das ja sogar über die Grenzen von Vechta hinaus…
von Lea Weber
Die Welt geht heute unter? Das allein ist schon eine gruselige Vorstellung. Zu allem Überfluss muss ich das dann auch noch in Vechta erleben? Wahrscheinlich würde ich meine Familie anrufen und mich dann mit meinen Freunden verabreden und in den Weltuntergang reinfeiern. Vielleicht würde ich auch Rotz und Wasser heulen und mich verkriechen. Oder all die Dinge tun, die ich schon immer tun wollte. Aber darüber müsste ich nachdenken und die Zeit hab ich doch gar nicht. Aaaargh.
von Stefanie Bruns
Auf der einen Seite gibt es Vechta, auf der anderen Seite die Welt. Wenn auch die Welt untergeht – Vechta bleibt. Im Falle eines Weltuntergangs rettet Weltfremdheit das Leben!
von Johanna Olberding
Weltuntergang, und ich bin in Vechta? Kein Ding. Ich schiebe alle unkoscheren Gedanken beiseite, zähle ein paar Ave Maria auf und bekreuzige mich. Denn wenn das wie mit dem Wetter läuft, dann machen die apokalyptischen Reiter eben so Halt vor den gläubigen Toren Vechtas wie der Niederschlag. Und wenn nicht, naja dann gibt’s ja immer noch das Paradies, und da ist ja eh alles schön. Nun, und wenn der heilige Schein nicht über Vechta wacht, dann gehe ich gepflegt mit meinen Liebsten in die Cubar und feier eine letzte Sause mit genügend Long Island Ice Teas. Insel, ich komme.
von René Kohn
Die Welt geht unter und ich bin dabei! Das ist ein fucking Event! An so einem Tag muss man was Besonderes machen. Mit Freunden treffen? Heulen? Kann man auch an allen anderen grauen Kleinstadttagen. Ich würde mir einen Porsche 911 Turbo mieten, und auf Vechtas Straßen alle 4 Teile von The Fast and the Furious nachspielen. In einem rosa Hasen-Kostüm. Betrunken. Bußgeld? Punkte? Scheiß drauf, die Welt geht unter und mit ihr mein Führerschein.
von Stefan Hirsch
Ich würde wohl zunächst abwarten, inwiefern meine ausbrechenden animalischen Triebe der aufkommenden Anarchie standhalten würden. Sicher spannend, ob ich dann Opfer oder (Wohl)täter wäre. Ansonsten würde ich Kette rauchen und dem letzten Feuer meines Lebens auf dem Pferd vor der Sparkasse in einem ausreichend geistesgestörten Zustand singend und heulend entgegen reiten.
von Tobias Kunz












