No 13 – Juli 2009

Inhaltsverzeichnis:

PDF-Version der 13. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:
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Wie viel Gender Mainstream bist du?

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Wir kennen es alle: Der Countdown läuft, alle loggen sich ein, StudIP steht still. Alle wollen sie, die heißbegehrten Kurse im Optionalbereich, doch wer auch nur ein Teilmodul (meist mit einer Teilnehmerbeschränkung von 15-20 Teilnehmern) ergattern kann, ist glücklich. Auch mir ging es im letzten Semester nicht anders. Wer zu spät aufsteht (in diesem Fall später als 7:00 Uhr morgens), hat verloren. Ich hatte mich nun damit abgefunden einen Sprachkurs wählen zu müssen, doch da erschien es auf meinem Bildschirm: OB-6 Geschlechterpolitiken. Nicht teilnehmerbeschränkt!!! Da auch einige andere dachten wie ich, nahmen etwa 120 Studierende am Teilmodul 1 von Ulrike Lahn und Simon Wöhrmann teil, beide erfahren auf dem Gebiet der Gender Studies. Der Kurs ist jedem weiter zu empfehlen und falls ihr euch noch nicht viel darunter vorstellen könnt, hier eine kleine Entscheidungshilfe in Form eines Quiz zur Planung des nächsten Semesters.
von Nelha Vardar und Natalie Johannson
Was bedeutet die Abkürzung CSD?
Combined Studies deleted
Christopher Street Day
Chromosomale Sexuelle Diffusität
Wann wurde das Gesetz »§175 StGB: Strafbare homosexuelle Handlungen« aufgehoben?
1969
1989
1994
Wann gab es den ersten offen schwulen Politiker?
1980
1983
1988
Seit wann dürfen Frauen in der BRD an Wahlen teilnehmen?
1919
1950
1863
Wann begann die erste Frauenbewegung?
1681
1791
1899
Welches Gerichtsverfahren gab es wirklich?
Kleingärtnerprozess von Weinheim
Zaubererprozess von Chemnitz
Hexenprozess von Itzehoe
Was ist der Teddy-Award?
Es ist ein Preis für sozial engagierte Homosexuelle.
Es ist ein Preis für schwul-lesbische Filme.
Es ist ein Preis für relevante Frauenrechtlerinnen.
Warum erregte eine Stern-Kampagne 1971 große öffentliche Aufmerksamkeit?
Frauen berichteten, dass sie abgetrieben haben.
Frauen berichteten, dass sie keinen Mann und Kinder wollten.
Frauen berichteten, dass sie bei der RAF aktiv beteiligt sind.
Die Queer-Theory beschäftigt sich mit...
... dem Konstrukt der Geschlechtlichkeit.
... der Theorie des verqueren Studentenlebens.
... homophoben Straftätern.


Garantiert 100% wahr – Gerüchte an der Hochschule Vechta

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Vom Dolce-Vita-Leben eines Redakteurs über ausgelebte Träume wahrer Feuerwehrmänner und -frauen bis hin zur alles könnenden Chipkarte.
Biete 30qm möbliertes Zimmer im Laborstil mit zwei (Not-) Duschen, einem Waschbecken, zwei PCs inkl. Flachbildschirme und Drucker mit integriertem Scanner und Kopierer. Abgerundet wird das ganze Paket mit einem traumhaften Ausblick auf die Stadt (Vechta). Das Ganze erhältst du – und jetzt kommt’s – für umsonst! Nun gut, nicht ganz, denn du solltest schon ein wenig am Redaktionsleben interessiert sein, sprich den einen oder anderen Artikel schreiben können und wollen und was sonst noch so anfällt. Die eben geschilderte Ausstattung darf jeder in Anspruch nehmen, der bei uniVista mitarbeitet. Rechne also am besten nur etwa 3qm, denn neben dir arbeiten hier noch etwa 9 weitere Redakteure. Dass der Arbeitsraum umsonst ist, ist allerdings nicht zuletzt deshalb ganz sinnvoll, da diese Arbeit absolut ehrenamtlich ist. Ja, selbst die Werbeeinnahmen werden aufgelistet und kommen der Büroausstattung zugute. Immerhin bekommst du Tankgeld, wenn du Fahrten für Artikel auf dich nehmen musst. Manchmal ist sogar ein wenig Verzehr drin! Versprochen. Denke aber an die Quittungen.
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Bildquelle: Ein Teil der Grafik entstammt der Bildersammlung
des Bistumsarchivs Münster, der Urheber ist Gustav Albers.
Der Eintritt in die Redaktion erspart die leider ebenso wenig wie den Diplomern die Studiengebühren – sie alle müssen zahlen! Halten wir also fest: Für die Redaktionsarbeit gibt es kein Geld, keine (bis wenig) Vergünstigungen, und vor allem eines: jede Menge Arbeit. Das alles gibt es an der Hochschule Vechta oder sollte man besser sagen: An der Van Galen-Universität? Ja, genau, diesen Titel sollte die Hochschule einst tragen, nach dem Fürstbischof von Münster im 17. Jahrhundert benannt. Nun wird es dann doch „nur“ die Universität Vechta, also mutmaßlich. Aber allein dieser Umstand ist schon hoch zu schätzen, denn eigentlich gibt es diese Hochschule ja schon längst nicht mehr, sollte sie durch die Vorgängerregierung schon etliche Male geschlossen werden. Und wäre das eingetreten, dann hätte es in den vergangenen Semesterferien auch kein Angebot von Matthias Reim geben können. Ja, ihr hört richtig. Als Gastdozent hätte der Sänger des Gassenhauers „Verdammt ich lieb dich“ die Lücken im Wissen um die Schlagerfabrik schließen können. Tja, Pech gehabt. Bleibt immerhin noch die Möglichkeit des Selbststudiums an Mittwochabenden auf den Unipartys, allerdings nicht mehr vor B1. Wer auch immer sich nun angesprochen fühlt, möge ein wirklich schlechtes Gewissen haben. Die Entwendung von Feuerlöschern auf der wohl letzten B1-Party und deren unzweckmäßige Benutzung, einhergehend mit Beschädigungen am Uni-Inventar und an Kraftfahrzeugen, die sich in der Nähe des Campus befanden, hat dazu geführt, dass ab sofort keine Partys mehr in der Uni stattfinden. Die Außerhauspartys werden außerdem mit einer Extra-Aufwandsgebühr von 5 € pro Partygast belegt, so dass nunmehr ein Gesamteintrittspreis von stolzen 7 € zu zahlen ist, nicht zuletzt, um Jungenträume von Feuerwehrmännern weiterhin Träume sein zu lassen. Hierzu lest ihr natürlich keinerlei Presseberichte, wohl zu peinlich. Oder doch nur ein Gerücht?
Auf private Zwistigkeiten, Liebesgeplänkel und sonstigen Soap-Stoff im Dozentenkreise soll an dieser Stelle verzichtet werden. Und ganz ehrlich: Solche Gärtner- und Wer-mit-wem-und-wie-gut-oder-schlecht-Geschichten ändern sich ja doch täglich, so dass man Gefahr läuft, nicht nur längst Gewesenes zu veröffentlichen, sondern dafür auch noch eine Verleumdungsklage zu kassieren. Unschön!
Was sonst noch ganz interessant sein, mit der gut gefüllten Hochschulkasse finanziert werden und euch zu Gute kommen könnte, wären folgende Vorhaben: So wird die Hochschule Vechta ganz bald einen neuen Bühnenboden in der Aula erhalten, die Unibibliothek völlig neu konzipiert und ein (richtiger) Hörsaal nebst weiteren Seminarräumen gebaut. Ach ja, dann wird die Mensa erweitert, wofür allerdings der wirklich schöne Innenhof weichen muss; hinzu kommt eine weitere Essensausgabe, die nur Alternatives anbietet – versprochen! Und als wäre das nicht genug, wird der Campus wetterfest gemacht, d.h. ihr könnt bald im Trockenen über den Campus flanieren, unterirdisch und/oder über die überdachte Fußgängerbrücke. Ein Traum, nicht?
Und an eben dieser Traum-Uni könnt ihr bald mit nur einer Karte, die gleichsam euer Studentenausweis ist, kopieren, Bücher ausleihen und das Essen bezahlen und natürlich Bahn fahren bis nach Meppen und noch weiter. Das einzige Manko: Das alles hat seinen Preis. Für stolze 800 € ist das Studienpaket in Vechta dann zwar ein wenig teurer, aber es lässt auch keine Wünsche mehr übrig. Und nicht vergessen: den Gutschein für einen Tee in der Sprechstunde eines Dozenten eurer Wahl einlösen! In diesem Sinne immer schön weiter studieren an der baldigen Universität Vechta.
von René Kohn

Klar (ver)strahlt memon®

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memon13
Wie schädlich ist
elektromagnetische Strahlung?
© Gerd Altmann (geralt) / ThreeDee (filter forge) / PIXELIO
“Die neue Quelle der Macht ist nicht mehr Geld in der Hand von wenigen, sondern Information in den Händen von vielen.” (John Naisbitt *1930, amerik. Prognostiker)
Gut gesprochen, klingt auch gut, doch mit der Realität gebrochen. Denn die Information in diesem Fall kostet. Die Information, die per „destruktiver Interferenz“ die elektrosmogerfüllte Umgebung von pathogenen Informationen „befreit“, auch Reharmonisierung genannt.
Kurios mag dieser Gedanke allein deshalb anmuten, weil wissenschaftlich eindeutige Beweise für die schädigende Wirkung elektromagnetischer Strahlungen auf unseren Organismus fehlen. Zugleich erklären einige Menschen die sie umgebenden elektrischen Geräte (genau: die elektromagnetische Strahlung dieser) zum Auslöser von Krankheiten (bis hin zu Krebserkrankungen) und diesen versucht memon® durch eben das Prinzip der „destruktiven Interferenz“ zu helfen.
„Destruktive Interferenz“ obliegt nicht unserem allgemeinen Sprachgebrauch, so versuche ich eine Metapher: Dieses Blatt Papier sei der Träger der Information (so wie ein Handy, eine Stereoanlage oder ein Laptop). Ebenfalls Träger der Information wären die aneinandergereihten schwarzen Lettern. Information entledigt sich nun des materiellen Bereiches und ist immateriell (wie die elektromagnetischen Schwingungen des Handys, der Stereoanlage oder des Laptops). Das wäre dann meine inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Kuriosität. Durch diese beeinflusse ich den Leser oder die Leserin nun entweder negativ, positiv oder gar nicht (neutral). Voraussetzung ist natürlich, dass der Empfänger der Information die Fertigkeit besitzt, bezogen auf diesen Fall, deutsch zu lesen und durch entsprechende organische Ausstattung (die Augen) befähigt ist zu sehen.
Ausgehend davon, dass mein Einfluss (wie es der der elektromagnetischen Strahlung hier tun soll) negativ auf Dich wirkt, tritt memon® dem damit entgegen, einen anderen Träger mit Informationen zu besetzen, die die negativen aufheben und somit unschädlich für den Organismus machen. Anschließend werden salutogene Informationen „aufgespielt“, die den Informationen des Körpers entsprechen sollen. Der Homöopathie entstammt der Satz „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Die memon®-Technologie heilt Gleiches mit Gleichem, da sie die Frequenzen der negativen Informationen genau ermitteln kann, um entsprechend reharmonisierende Frequenzen entgegenzusetzen. Hier hinkt meine Metapher, denn meine Informationen würden durch einen Gegenbeitrag nicht komplett aufgehoben werden. Dies soll jedoch bei der Technologie in Bezug auf die elektromagnetischen Strahlungen der Fall sein, sodass diese keinen negativen Einfluss mehr auf den Empfänger hätten (wie – um die Metapher wieder aufzugreifen – ein unbeschriebenes Blatt weißen Papiers).
Anm. der Autorin: Dies ist ein Laienartikel. Studierende der Hochschule Vechta sowie jeder, der sich berufen fühlt, sind herzlich eingeladen etwaige Logikfehler per Kommentar zu korrigieren.
Um nun auf das eingangs Zitierte zurückzukommen: Informationen bezüglich des Preises gibt es auf der Homepage leider nicht zu finden. Die Größe des 4-Systeme-Transformers, welcher eins der Produkte darstellt, variiert mit den Bedingungen des Hauses (Größe, Leitungen etc.) Der Handy-Transformer liegt in dem Bereich von ca. 100 Euro.
Ein Wunsch, der sich bezüglich dieser Kuriosität in mir entwickelt hat, ist, dass es sehr bald fundierte Belege für die Wirkung elektromagnetischer Strahlungen auf unseren Organismus gibt. Dann könnten Elektrounternehmen beginnen, ihre Geräte mit entsprechenden Entstörgeräten zu versehen, um damit auch jene Nachfrager zu erreichen, die sich aufgrund ihrer Skepsis noch scheuen. Denn: wir bräuchten dann nicht auf den Standard verzichten, der mit diesen Geräten einhergeht und unser Organismus müsste nicht auf seine Gesundheit verzichten – wenn es stimmt, das mit den krankmachenden Strahlungen.
Um sich näher zu informieren und der Wahrheit des Kuriosen auf den Zahn zu fühlen: siehe www.memon.eu
von Johanna Olberding

Herrentag – Ein Prost auf die Männlichkeit

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Es scheint die Sonne. Blauer Himmel weit und breit. Perfekter kann ein Tag nicht starten, welcher unsere vollkommene Männlichkeit krönt.
Stets am Vierzigsten Tage nach Ostern ziehen wir dahin, in unsere Wälder, an unsere Seen, bepackt mit Bollerwagen und Schubkarren, mit Alkohol bis an die Zähne bewaffnet.
Heute wird ein langjähriges, traditionelles Fest gefeiert. In den neuen Bundesländern vielmehr als „Männertag“ bekannt und hier auch weitaus beliebter in der Durchführung, wird jedes kirchliche Palaver anlässlich „Christi Himmelfahrt“ im gegärten Keim erstickt und sich auf das spezialisierteste Können der Männer konzentriert: Saufen.
Kaum jemand, welcher heute grölend unterwegs ist, kann verraten, aus welchem Anlass diese gewaltige Zeremonie durchgeführt wird, wie und wodurch sie entstanden ist, allgemein bekannt ist jedoch: Wenn Männer ihres Geschlechtes frönen, erreicht die Anzahl der Verkehrsunfälle und Schlägereien den totalen Jahreshöhepunkt.
In den brechend vollen Zügen liegt schon kurz nach neun am herrlichen Morgen der aufdringliche Duft von Alkohol in der Luft. Doch stören sollte es keinen, denn wer an diesem Tage nüchtern auf den Spuren aller stolzen Männer wandelt, muss sich darüber im Klaren sein, dass Ausdünstungen jeglicher Art die hartnäckigsten Begleiter sind.
Was früher absolut tabu gewesen ist, schleicht sich seit dem Mauerfall allmählich mit in das Geschehen: Frauen. Im Rahmen der Emanzipation und annähernder Gleichberechtigung beider Geschlechter, konnte sich auch der konventionelle Herrentag nicht gegen diese Entwicklung erwehren. Unter den Älteren erzählt man sich augenzwinkernd, dass zu Zeiten der DDR plötzlich auftauchende Schaffnerinnen gnadenlos aus dem Zug geschmissen wurden. Heute haben sich die Ansichten geändert, die Anzahl weiblicher Mitwanderer hat sich enorm vergrößert, auch wenn diese sich fortwährend unbedacht perverse Kommentare von sabbernd geilen Männerscharen anhören müssen. Das wohl letzte Recht, was den Männern an diesem Tage verblieben ist, zugegeben: meist nur von der minderbemittelten Sorte in Anspruch genommen.
Auch Kinderbeine rennen häufiger neben einem her. Historisch betrachte war zu einem Herrentag jedoch der jüngste Wanderer der heranwachsende Bub, welcher in die fröhliche Sauferei eingeweiht wurde. (Heute lernen Jungs so etwas eher bei Flaschendrehen und Flat-Rate-Partys. Ohne Papi aber dafür mit Mädels.) Es ist also klar erkenntlich geworden: Der Herrentag hat sich teilweise zu einem beherzten Volksfest entwickelt.
Bildquelle: aboutpixel.de / mexcian drunken [3] © Christoph Ruhland
“Männer sind auch Menschen, Männer sind etwas sonderbar”
Herbert Grönemeyer, Männer
Dennoch: Es tauchen unentwegt alte verbissene Narren auf, welche den Zahn der Zeit nicht erkannt haben und noch immer auf ihr abgelaufenes Anrecht pochen, an genau diesem Tag keinem Weib ins Antlitz schauen zu müssen. Und so werde auch ich, trotz Bart und tiefer Stimme, auf eine schwer verdauliche Art und Weise beschimpft, indem ich mich in Begleitung einer Frau wiederfinde. Zwei Minuten später beginnt der alte Kerl aus Enttäuschung zu weinen. Obwohl man dazu geneigt ist, dem hohen Alter Respekt darzubieten, weiß ich just in dem Moment nicht, ob ich mitfühlen oder lachen soll. Ich entscheide mich für Letzteres. Ein Prost auf die Männlichkeit.
Der Rest ist schnell erzählt: Es wird den ganzen Tag getrunken, viel gesungen, getanzt und gelacht. Später wird vermehrt gegrölt, geschlagen und demoliert. Man ergibt sich dem anschleichenden Nebel geistiger Unzurechnungsfähigkeit und am Ende passiert das, was stets durch zu viel Alkohol und Testosteron geschieht: Es artet aus.
von Tobias Kunz

B.A. – Was nun?

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Nach dem Bachelor ist vor dem Master oder der Ahnungslosigkeit. uniVista stellt euch ausgewählte Fortbildungsmöglichkeiten an den Unis und Fachhochschulen Deutschlands vor.
Bildquelle: aboutpixel.de / Eilig auf Reisen © 2008 stormpic (Rainer Sturm)
Bildquelle: aboutpixel.de / Palmen Sonne und Meer © 2009 stormpic (Rainer Sturm)
Bildquelle: aboutpixel.de / ...ghetti? © Uwe Dreßler
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Bildquelle: aboutpixel.de / Tape © Benzo
Eine kuriose Anekdote vorweg: Seit Bestehen von uniVista geschieht es immer wieder, dass gleiche Überschriften für Artikel von anderen uninahen Magazinen gefunden werden, so auch in diesem Fall. Zur Verteidigung von Ehre und Originalität müsste man jetzt beweisen können, dass wir schon lange zuvor in Sitzungen genau diesen Artikelnamen entwickelt haben. Vielleicht aber spricht es auch einfach nur dafür, dass die redaktionelle Hochschullandschaft ähnlich denkt.
Einen Unterschied gibt‘s dann aber doch: “B.A. – Was nun?” zielt in Augen zwinkender Weise vor allem darauf ab, welche Studiermöglichkeiten ihr habt, wenn es zum Master of Education nicht mehr reicht und/oder ihr euch noch einmal völlig neu orientieren wollt. Dafür haben wir einige – wie wir finden – interessant anmutende Studiengänge gefunden, die sich nicht zuletzt durch ein ganz besonderes Prädikat auszeichnen: Sie sind fast alle absolut krisensicher, glauben wir.
Leisure and Tourism:
Die gute Nachricht zuerst: Diesen Studiengang gibt es – wie im übrigen alle hier vorgestellten – wirklich. Die schlechte: Wenn ihr nicht schon einen Bachelor in Freizeitpädagogik oder etwas Ähnlichem gemacht habt, dann könnt ihr diesen Masterstudiengang an der Hochschule Bremen leider nicht studieren. Und nein, Voraussetzung sind auch keine Zeugenaussagen eurer Kommilitonen, die mit euch zusammen auf den Wiesen gelegen haben, um einfach mal die gute Freizeit zu genießen.
Besser sind dann schon richtig gute Englischkenntnisse, ein Praktikum in der Tourismusbranche und eine Abschlussnote von 2,5.
Und dann geht‘s ans Eingemachte: Forschungsfragen aus Freizeit und Tourismus stehen auf dem Lehrplan. Methodische und analytische Kompetenzen werden hier auch erworben. Dann gibt es doch noch wieder ein Handlungsfeld namens Wellness – immerhin! Aber dazu kommen auch weitere, die sich folgendermaßen nennen: Erlebnis, aber halt auch Lernen, Gesundheit (und die bereits erwähnte Wellness), Kultur und nachhaltige Entwicklung. Ihr seht: Es gibt kein Ying ohne Yang oder anders: keine Freizeit ohne Stress. Wobei, da fällt mir ein, und wieder einmal muss ich eine Lehrkraft zitieren, die einst meinte: Sie hätte doch tatsächlich Freizeitstress gehabt, nämlich, als sie in Altersteilzeit gegangen ist. Freizeitstress? Hm, ob man den zu bewältigen auch im Studium lernt. Findet es selbst heraus binnen von 3 Semestern.
Automatisierungstechnik:
Es gibt gute und es gibt schlechte Science Fiction; die gute zeichnet sich dadurch aus, dass sie realisierbar scheint, so oder so ähnlich sprach einst eine Lehrerin, die zusammen mit ihrem Sohn ein wöchentliches Ritual beging, nämlich Star Trek zu gucken. Die Bewertung dieser Serie halte ich an dieser Stelle heraus. Was drin bleiben soll, ist das Vorstellen von Geräten, Apparaturen, Maschinen und Techniken, die das Leben noch ein wenig bequemer machen können. Man denke nur an die Möglichkeiten eines Hausroboters, der die eigenen vier Wände sauber hält, das Essen bereitet und am besten noch als Sekretär fungiert. Genial! Oder an diesen Replikator aus erwähnter Serie, der einfach mal eben das materialisieren lässt, was du ihm befiehlst.
Du bist ein Meister der Vorstellung und hast dazu auch noch handwerkliches, mindestens aber technisches Geschick? Der Begriff des Ingenieurs ist dir nicht vollkommen fremd? Dann entwickle Dinge, die wir uns morgen nicht mehr wegdenken können. Aber zunächst musst du natürlich ein wenig studieren und dich in den Grunddisziplinen Messen, Steuern und Regeln üben.
An folgenden Orten kommst du deinen Vorstellungen – natürlich in den bewährten Bachelor- und Masterstudiengängen – näher: Etwa am Leuphana College in Lüneburg oder aber an der Fachhochschule in Hannover.
Fußballmanagement:
Relativ neu im Programm steht dieser Studiengang, der seit April 2007 am IST-Studieninstitut mit Sitz in Düsseldorf in der Organisation eines Fernstudiums angeboten wird. Auch oder vielleicht gerade für die geschlechtliche Mehrheit an dieser Uni mag es sich hierbei um eine durchaus sinnvolle Alternative handeln: ob als klassische Spielerfrau, die in jedem Fall Ahnung von Fußball und Management haben sollte oder als Trainerin der Nationalmannschaft, was ein Spitzenjob ist; die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen wird zwar weniger gesehen, aber sie ist rein sportlich erfolgreicher als die Herrenmannschaft. In jedem Fall gilt aber: Als studierte/r Fußballmanager/in hat man es in Deutschland mit dem Volkssport Nummer 1 zu tun, der – ob Wettskandale oder Weltwirtschaftskrise – wahre Fanhorden anzieht, etwa 7% der Bevölkerung in Vereine rennen lässt und alles in allem genug Geld in genügend Kassen einspielt. Fazit: Wer kein Fußballmanagement studiert, will auch nicht reich werden. Selbst schuld! Auf Fußballdeutsch: klassisches Eigentor.
Radioactive and Hazardous Waste Management:
Es gibt ja so Berufe, die sind – naja, sagen wir – nicht ganz so beliebt, aber immerhin einigermaßen gut bezahlt, etwa der Entsorgungsfachmann bzw. die Entsorgungsfachfrau (oder auch „Müllmann“ genannt). Legen wir einfach noch eine Schippe darauf, aber nicht von dem gewöhnlichen Bio-, Rest- und Plastikmüll, sondern von dem richtig harten Stoff: Atommüll. Die Endlagerung radioaktiven Mülls ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft, und wenn es nach einigen eher konservativen Parteien geht, dann bleiben die Meiler auch noch eine ganze Weile länger am Start und die Müllberge können sich weiter türmen.
Nun bist natürlich du an der Reihe, der nämlich dafür Sorge trägt, dem ganzen gefährlichen Müll auf die Schliche zu kommen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wörter wie Geologie, Physik, Chemie, Mathematik, Bergbau und Bauingenieurswesen sollten dir weder fremd sein noch Angst einjagen. Einiges davon solltest du bereits im Bachelor mitgenommen haben, denn dann heißt es demnächst an der TU Clausthal: 4 Semester Master of Radioactive and Hazardous Waste Management oder etwas schlagzeilen-comicmäßiger: Hier wirst du zum Radioactiveman oder zur Radioactivewoman.
Popular Music:
Vielleicht habt ihr euch diese Frage auch schon einmal gestellt: Was haben die Menschen, die in den zahlreichen Casting-Shows in der Jury sitzen, eigentlich gelernt? Eine mögliche Antwort wäre diese: Sie haben Popular Music studiert. Denn hierin wird man gleich zu einem „Mehrfach-Spezialist“ in der Popularmusik ausgezeichnet. Klingt doch verlockend, oder? Neben einer musikpraktischen Ausbildung in zwei Instrumenten lernt man – halt ganz praktisch – gleich noch, wie man komponiert, arrangiert, Songs schreibt und das Rohmaterial schließlich in Studios produziert. Neben der bunten Praxis gibt‘s aber auch jede Menge Musiktheorie, Musikwissenschaft, Einblicke in die Medienwissenschaft und last but not least wartet dieser künstlerisch-wissenschaftliche Studiengang mit Begriffen wie Medienmanagement und Journalistik auf. Individualität und Interdisziplinarität stehen außerdem hoch im Kurse. Hierzu dienlich ist vor allem die Anbindung weiterer einschlägiger Institute (etwa des IJK, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung).
Also, wer meint, er habe den berühmt berüchtigten Rhythmus im Blut, den Soul in der Stimme und die Musik in den Ohren, der sollte sich für den achtsemestrigen Bachelor an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bewerben, am besten mit Pauken und Trompeten. Und immer schön daran denken: Der Ton macht die Musik. Viel Erfolg!
von René Kohn

Auf den (Akupunktur-) Punkt ohnmächtig

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Als eigentlich ablehnende Person fernöstlicher Medizin verlasse ich als Redakteurin meine private Einstellungs- und Glaubenszone und so war ich während der Suche nach Kuriositäten fast allem offen zugewandt. So auch der Akupunktur. Eine Krankenschwester des Familienkreises hatte sich in diesem Bereich weitergebildet und trägt ihr Material zur Behandlung meist dabei. Es schien alles vorbereitet: eine kurz bevorstehende Familienfeier, meine Kopfschmerzen (und die Unlust, mit Kopfschmerzen auf einer Feier zu sein), sowie das uniVista-Titelthema.
Nach kurzem Zögern entschied ich mich für „Mein erstes Mal Akupunktur“. Bis vor einiger Zeit waren Spritzen und Nadeln für mich kein Grund zur Aufregung. Doch seit einiger Zeit… Also: Ängste schnell in die Verdrängungszone geschoben, machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich. „Wo sind denn die Kopfschmerzen?“„Von der Schläfe nach hinten ausgehend“, antwortete ich. Zunächst platzierte sie eine Nadel direkt zwischen meinen Augen, dann zwei in meinem Nacken – bis dahin alles in Ordnung – dann eine in der Nähe meiner linken Schläfe, dann an der rechten. „So, fertig. Alles gut?“ Ich nickte. „Ich geh jetzt rüber. Wenn was ist, meld dich.“ „O.K.“ Dabei spürte ich schon ab dem Moment, an dem sie die letzte Nadel platzierte, dass sie mit dieser Nadel eine sensible Stelle getroffen hatte. Eine Spannung zog sich von rechts bis in die Mitte meines Gesichts. „Mmmhh“, dachte ich, „auf jeden Fall passiert etwas mit mir, soviel Zauber kann es dann ja auch nicht sein…“
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Es gibt rund 400 Akupunkturpunkte.
© Sabine Weiße / PIXELIO
Seit einigen Jahren mit einem leichten Tinitus lebend, der einem stetigen hohen Ton gleicht und durch Umweltgeräusche gut gedeckt kein Störenfried ist, begann dieser auf einmal, seinen Sound in meinem Ohr in ein schrilles Klingeln zu verändern. Das Gespräch zwei weiterer anwesender Personen wurde übertönt, denn der Tinitus war lauter denn je und lauter als jene piependen Töne im Ohr, die nach dreistündiger Beatboxbeschallung noch im Bett nachklingen. Während sich vor meinem geistigen Auge eine psychisch gefolterte Zukunft mit dieser Art von Tinitus abzeichnete, wurde mir übel und kurz darauf schwarz vor Augen und ich wusste, gleich werde ich ohnmächtig… „Ähm“, rief ich, „kann man eigentlich auch davon ohnmächtig werden?“ „Nö, eigentlich nicht. Wieso?“ (Gott sei Dank, war sie noch da und nicht schon rüber gegangen!) „Weil ich gleich ohnmächtig werde…“ Mit ziemlich flinken Fingern und Geschick zog sie mir die Nadeln wieder aus dem Kopf. Der drohenden Ohnmacht war zunächst abgeholfen. Ich legte mich nun auf‘s Sofa und begann zu beten: „Oh Gott! Oh Gott, bitte nimm dieses Klingeln aus meinen Ohren, damit kann ich nicht leben.“ Und: „Es tut mir Leid. Ich kenne doch die Spekulationen darüber, dass fernöstliche Medizin okkulte Hintergründe haben soll. Es ist doch nur ein Experiment im Rahmen der uniVista. Aaahhhh! Hilfe!“
Ein Foto als Beweis wäre natürlich toll! Aber dafür hatten wir leider keine Zeit und ich auch nicht den Kopf. Aber: Da ich unbedingt wissen will, was sie bei mir „erwischt“ hat und ob das Gleiche noch mal passiert, wird es vielleicht noch ein zweites erstes Mal* geben! Vielleicht…
von Johanna Olberding
* Ein auf Heraklit zurückgeführter Aphorismus sagt: „panta rhei: Alles fließt.“ Man kann den gleichen Fluss nicht zweimal durchqueren. Beim zweiten Mal ist der Fluss ein anderer, und man ist auch ein anderer, nachdem man den Fluss einmal durchquert hat.

Die Sonnenkamp-Party
Ein Nachruf voll Larmoyanz, aber mit Recht.

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Verehrte Freunde, Bekannte, Verwandte und Angehörigen,
wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von etwas, was uns viele Jahre in unserem Leben als Student begleitet hat. Lange Zeit bildete sie den Höhepunkt des Sommersemesters, auf den man sich freuen, auf den man hinarbeiten konnte. Viele fröhliche Stunden haben wir dort zusammen verbracht. Viel zu früh ist sie nun als mutmaßliches Opfer ihrer eigenen Popularität von uns gegangen.
Auf private Zwistigkeiten, Liebesgeplänkel und sonstigen Soap-Stoff im Dozentenkreise soll an dieser Stelle verzichtet werden. Und ganz ehrlich: Solche Gärtner- und Wer-mit-wem-und-wie-gut-oder-schlecht-Geschichten ändern sich ja doch täglich, so dass man Gefahr läuft, nicht nur längst Gewesenes zu veröffentlichen, sondern dafür auch noch eine Verleumdungsklage zu kassieren. Unschön!
Geboren wurde sie vor vielen Jahren aus der hehren Idee einiger junger Sonnenkampbewohner, den Mitstudenten einen schönen Abend zum Semesterausgang zu bereiten. Selbstlos und rein ehrenamtlich tätig gelang es ihnen, durch die einzigartige Open-Air-Atmosphäre im Innenhof mit Lampions, guter Musik und niedrigen Bierpreisen bei freiem Eintritt eine Kultfeier zu etablieren, welche von einer großen Mehrheit als „die beste Party des Semesters“ bezeichnet wird. Es waren sorgenfreie Jahre voll der Blüte und Prosperität, stets mit dem Wohlwollen des Wettergottes bedacht. Nicht einmal die Einführung des Eintrittentgeltes ab 2005 konnte ihrer Beliebtheit einen Abbruch tun. Mit den Jahren zog die beliebte Feier jedoch Mitbürger an, deren Anliegen nicht hundertprozentig dem reinen Feiern galt. Mehr und mehr häuften sich die Zwischenfälle und kleineren Diebstähle (u.a. sogar ein Laptop). So mußte der Heimrat traurigerweise eine weniger professionelle Truppe an dunkel gedressten Männern an den Eingängen postieren. Diese konnte nicht verhindern, dass sich im Jahr 2007 ein unfreundlicher Genosse durch Eintreten der Tür Zutritt zu einem Apartment im Sonnenkamp verschaffte und 2 gefüllte Kassen mit einem Teil der Einnahmen entwendete. Nur durch viel Glück erwischte derjenige nur die Kassen mit dem Kleingeld (Wenn du von damals das hier liest: In der mittleren Kasse waren die großen Scheine. Sehr viele große Scheine. Und du Trottel schleppst dich mit… egal.) Durch den Missgriff des Diebes konnte der Heimrat doch noch sämtliche Löhne und Rechnungen für Getränke und Kühlcontainer bezahlen. Trotz allem war dadurch der Moral der Veranstalter recht zugesetzt worden. Und so hoffte man für das Jahr 2008 auf eine ruhigere Nacht. Eine Hoffnung, die sich wieder nicht erfüllen sollte. So entdeckten ein paar geistige Tiefflieger die Feuerlöscher in Haus 9b als Mittel zur Verwirklichung einer privaten Schaumparty. Unsere des größten Dankes würdige Putzfrau hat natürlich Luftsprünge vor Freude gemacht. Zudem gab es wieder Beschädigungen, u.a. erneut eine kaputte Tür. Wieder gab es Sauereien auf den Toiletten (Was ist so witzig daran, NEBEN die Schüssel zu kacken?), bei denen man nicht weiß, ob dort Mensch oder Tier die Notdurft verrichteten. Ein Spezialist konnte gerade noch davon abgehalten werden, in ein Treppenhaus zu urinieren. Hinzu kommen die unzähligen achtlos in Gebüsche geworfenen Flaschen, Berge von Müll, weil kein Schwein sich die Mühe macht, mal eben 2 Meter zu einem der vielen Mülleimer zu laufen und und und.
Wir, der Heimrat, wissen, dass die Ausrichtung einer Feier Arbeit macht. Arbeit, die wir gern gemacht haben. Mit den letzten Jahren haben wir jedoch beobachtet, dass diese Arbeit nicht nur immer öfter herabgewürdigt, sondern mit den Füßen getreten wurde. Mit diesen Erfahrungen scheinen wir nicht allein zu sein. Auch die B1-Partys sind seit vielen Jahren etabliert, aber noch nie standen sie so oft und so grundlegend zur Debatte wie in letzter Zeit. Aus bekannten Gründen wurden die B1-Partys für das laufende Sommersemester sogar komplett gestrichen. Und auch unser Hausmeister hat verständlicherweise keine Lust, als erste Amtshandlung am Morgen nach der Party irgendwelche Schäden mit dem Studentenwerk zu regulieren. Wenn sich jetzt irgendwelche Zweitsemester fragen: „Das ganze selbstmitleidige Gejammer – wegen einer Party?!“ Denen können wir nur antworten, dass es uns um den traurigen Prozess an sich geht, dass Unifeten ohne Türsteher und ohne irgendwelche Sachschäden Geschichte sind. Und stattdessen einige wenige Idioten die Legitimation des studentischen Feierns in Frage stellen lassen. Wir wissen nicht, woran all das liegen kann. Zuviel Alkohol und zuwenig Katharina Saalfrank? Die Konsequenz kennen wir jedoch sehr wohl:
Keine Sonnenkamp-Party 2009!
von Christopher Vielhaber

Wheelchair-Showdown

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Lässig lasse ich mich in den tiefen Ledersitz fallen. Man kann förmlich die gewaltige Power spüren, die zwischen den vier Rädern danach lechzt, den 0,5-PS-Boliden übers Linoleum zu jagen. Die vehikelgewordene Bestie setzt sich mit quietschenden Reifen in Bewegung. Ich hatte die Bremse des Rollstuhls nicht gelöst.
rollstuhl13a
Noch öffnen sich nicht alle Türen
automatisch auf Tastendruck.
Foto: Tobias Kunz
Wir befinden uns in der uniVista-Redaktion (A-Gebäude, ganz oben), wo unser kleiner Selbsttest zur ach so rühmlichen „Barrierefreiheit“ der Uni beginnen soll. Ziel der ganzen Aktion ist es, herauszufinden, ob man als körperlich beeinträchtigter Kommilitone, Mitarbeiter oder Besucher tatsächlich die wichtigsten Bereiche der Uni ohne fremde Hilfe und mit vertretbarem Aufwand im Rollstuhl erreichen kann. Die Hauptrollen spielen hierbei nun ein altgedienter Rolli aus der Studentenbühne und ein bemitleidenswerter Redakteur, der zwar notorisches Pech beim Stöckchen ziehen hatte, sich dafür aber herzlich darauf freut, einen radikalen Verriss über die womöglich katastrophalen Verhältnisse zu schreiben.
Auf geht’s. Nach dem ersten Beschnuppern freunden sich mein Popo und der Krankenfahrstuhl schnell an. Ich löse die Bremse und gleite lautlos wie ein junger Gott über die Flure. Natürlich quatsch: Der mistige Sitz ist sau eng, die Reifen nicht ganz aufgepumpt und jeder Meter geht richtig in die Arme.
Die erste Frage, die sich sofort stellt, ist natürlich, wie man denn jetzt aus dem 2.Stock nach unten kommt, wenn man sonst immer die Treppen benutzt. Ich freue mich schon erstes Material gefunden zu haben, um meinen Hetzartikel zu schreiben, als ich mit meinen Fußrasten gegen die Tür eines Aufzugs stoße, den ich heute zum ersten Mal bemerke – Na toll! Im Erdgeschoss des A-Gebäudes bin ich das erste Mal unter Menschen. Die meisten ignorieren das sexy Gespann aus 19kg Stahl, Leder und mir. Andere glotzen unverhohlen. Als erstes teste ich nun den Haupteingang auf Rollikompatibilität. Und auch hier finde ich wieder keine Möglichkeit das Argumente-Arsenal für meinen ersehnten Hetzartikel auszubauen, denn hier gibt es sogar einen Schalter, welcher die Eingangstür automatisch für mich öffnet (auch dieser fällt mir jetzt zum ersten Mal auf). Draußen gibt es als Alternative zur Treppe eine durchaus nutzbare schlangenförmige Rampe. Ich fühle mich ein bisschen an die berühmten norditalienischen Serpentinen erinnert (naja eigentlich überhaupt nicht, wir sind schließlich in VECHTA).
Nun quäle ich mich an der Driverstraße entlang, um zur Bibliothek zu fahren. Um von der Straßenseite aus mit Rollstuhl dort hoch zu gelangen muss man sich nun eine recht steile Rampe hochwuchten. Als ich oben bin, habe ich die ersten Blasen an den Händen und Schweiß auf der Stirn. Ab zur Biblothek! Langsam steigt in mir die Verzweiflung auf, denn auch hier ist alles 1A mit Rollstuhl erreichbar. Ich sehe den Artikel in Gefahr. Die Aufzugversorgung ist leider top. Nur wer ins Erdgeschoss zurück will, muss freundlich fragen. Dieses ist nämlich nicht ohne Weiteres mit Lift erreichbar. (Ansonsten könnten nämlich hinterlistige Studenten – sagen wir mal – das ein oder andere Buch „unentgeltlich dauerausleihen“.)
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Die Brücke ist nicht der einzige
Weg vom Bistro in die Mensa.
Auch durch die Bibliothek führt ein Weg.
Foto: Tobias Kunz
Da der Zugang zum Außensteg, welcher einen bequemen Zugang zur Mensa gewährleistet hätte, verschlossen ist, muss ich mich nun den gesamten Weg über‘s E-Gebäude zurückkämpfen. Natürlich hätte man auch einfach fragen können, ob man hier bitte kurz aufschließen kann, aber da ich ja eigentlich laufen kann, wollten wir nicht zu aufdringlich sein. Doch auch hier, an der Seite des E-Gebäudes, zu dem ich mich nun geschleppt habe, wird mein Einsatz nicht belohnt. Zwar kann ich den ersten Eingang wegen einer kleinen Stufe nicht nutzen, aber schon eine Tür weiter gewähren mir die heiligen Hallen unserer allseits geliebten Alma Mater den Einlass. Als wäre das nicht schon genug, schreit mir auch hier – direkt hinter der Tür – die Barrierefreiheit in Form eines riesigen Rollstuhl-Aufzugs ins Gesicht.
Peu à peu beginne ich mich verfolgt zu fühlen. An jeder noch so kleinen Treppe bettelt mich irgendein Gerät an, welches danach lechzt mich und meinem fahrbaren Untersatz zu befördern. Um der Sache noch die Sahne aufzusetzen, kommt sogar ein freundlicher Hausmeister und erklärt mir, was ich genau drücken muss. Alles scheint sich gegen mich verschworen zu haben. Ich muss an die frische Luft. Draußen fahre ich über die Brücke der Universitätsstraße. Doch auch hier hole ich mir zwar Blasen, meine Hände krampfen und ich schwitze, als wäre ich 5km mit Gepäck gerannt, aber es war definitiv machbar. Ich beschließe zur Redaktion zurückzufahren. Es scheint mir, als müsse ich nun folgendes akzeptieren: Das wird nichts mit dem Hetzartikel!
Fazit: Die Barrierefreiheit ist (nach unser Erfahrung, die selbstverständlich lückenhaft ist) an der Hochschule Vechta gar nicht mal so schlecht…
Ich spreche jedem Rollstuhlfahrer meinen tiefsten Respekt aus, da ich diese für mich neue Situation als äußerst anstrengend und (trotz „Barrierefreiheit“) als Beeinträchtigung wahrgenommen habe. Wir hoffen, dass sich niemand durch diesen Artikel beleidigt fühlt. Im Gegenteil hoffen wir damit mehr auf die Bedürfnisse der Behinderten aufmerksam zumachen.
von Thomas Hülsmann

Opel zu verkaufen

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Opels Zukunft liegt nach wie vor im Nebel. Das deutsche Traditionsunternehmen, das mit 147 Jahren älter ist, als das Automobil selber, gehört seit 1929 zum amerikanischen General-Motors-Konzern (GM). Jahrzehntelang ein Erfolgsmodell: Nachdem GM das im zweiten Weltkrieg zerstörte Werk wieder aufbaute, entwickelten die Rüsselsheimer zusammen mit den Amerikanern eine Modellpalette, die beinahe sämtliche Ansprüche in Nachkriegsdeutschland erfüllen konnte. Von der Luxuslimousine bis zum Kompaktwagen hatte die Traditionsmarke alles im Programm, was Neuwagenkunden damals verlangten. Autos wie Kadett, Ascona und Manta sahen gut aus, galten als zuverlässig, anspruchslos und taugten trotzdem als Statussymbol. Opel setzte auf moderne Technik, der ewige Rivale VW baute mit dem Käfer eine Vorkriegskonstruktion.
Doch Ende der 70er begann man, die ersten Fehler zu machen. Weil man sich vor Investitionen scheute, bot man in dem prestigeträchtigen Luxussegment keine Fahrzeuge mehr an. Der von Opel gesponsorte Rally-Weltmeister Walter Röhrl – damals ähnlich populär wie heute Michael Schumacher – wurde noch vor Vertragsende rausgeworfen. Er fuhr fortan für Audi. Nur zwei Beispiele für eine Geschäftspolitik, bei der schnelle Einsparungen wichtiger erschienen, als die Zukunft des Unternehmens.
Als Opel in den 90ern rote Zahlen schrieb, fuhr das Management einen knallharten Sparkurs. Oft genug wurde am falschen Ende gekürzt und die Qualität vernachlässigt: Die Autos aus dieser Ära litten unter Rostproblemen, ein Opel Omega,
der von der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ in einem Dauertest 100.000 km von der Redaktion genutzt wurde, musste nicht weniger als 40mal in die Werkstatt. Der alte Werbespruch „Opel – Der Zuverlässige“ wurde ad absurdum geführt.
Gleichzeitig wurde die Konkurrenz immer stärker: Aus Japan wurden moderne, hochwertige und preiswerte Fahrzeuge nach Deutschland importiert, der VW-Konzern, dessen Autos lange Zeit technische Rückständigkeit vorgeworfen wurde, entwickelte sich zu einer innovativen und dynamischen Marke, Mercedes entdeckte die Mittelklasse.
2008 stand die Konzernmutter GM als Folge jahrelanger Misswirtschaft, der Automobilkrise in den USA und der Weltwirtschaftskrise kurz vor dem Aus und verlangte nach milliardenschweren Rettungspaketen von der US-Regierung. Es wurde eng für Opel.
Im Februar verkündete GM, man sei bereit, sich von der Marke mit dem Blitz zu trennen. Angebote kamen von einem Konsortium, bestehend aus dem östereichisch-kanadischen Autoteile-Zulieferer Magna und der russischen Sberbank, dem ebensfalls angeschlagenen Fiat-Konzern und einem chinesischen Investor, der jedoch nicht für den Erhalt der Arbeitsplätze garantieren wollte. Ein Radio-Moderator witzelte, dass außerdem eine Fußpflegerin, ein Metzger und ein Kioskbesitzer interessiert seien.
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Opel hat schon bessere Zeiten gesehen.
© A.Dreher / PIXELIO
Zur Zeit gilt eine Übernahme durch Magna und die Sberbank als wahrscheinlich. Eine Art Vorvertrag ist bereits gemacht, über entscheidende Punkte ist man sich aber noch nicht einig: Die Investoren fordern staatliche Kredite in Milliardenhöhe, die Regierung verlangt, dass der Erhalt von Arbeitsplätzen zugesichert wird.
Doch es stellen sich jede Menge Fragen: Darf der Staat viel Geld in die Rettung einer Firma investieren, die letztendlich ein Konkurrent für Unternehmen ist, die es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen? Wie wichtig ist Opel überhaupt für Deutschland? Wäre eine Insolvenz – wie von Wirtschaftsminister zu Guttenberg gefordert – die sinnvollere Alternative?
Fragen, die viele Positionen zulassen und der alten Debatte „Wie stark sollte der Staat in die Wirtschaft eingreifen?“ neuen Stoff geben.
von Stefan Hirsch

Meer und Morgenrot

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Ein blasses Mädchen, von 17 Jahr,
in ihrer Kammer unterm Dach
träumte davon wies früher war,
als sie nicht krank, nicht schwach.
Sie träumte von Sommer und Sonnenschein,
vom Lachen mit hübschen Knaben.
Für sie sollte‘s nun nicht mehr sein,
würd nie einen Gatten haben.
Denn vor ihr stand im Mondenschein,
mit schwarzem Kapuzengewand,
ein dunkler Herr im Kämmerlein,
die Sense in der Hand
„Ich bin der Tod
der allen droht
ein schneller Schnitt
und du kommst mit“
„Gevatter Tod, so hab Geduld!
Nimm fort die Finger, die kalten.
Mein Herz ist frei von jeder Schuld,
drum lass bitte Gnade walten!“
„Ich bin der Tod
die Sense blutrot
wer meine Arbeit tut
kennt Gnade nicht gut“
Das Mädchen weinte so bitterlich,
als sie diese Worte vernahm,
dass beim Sensemann sich Zweifel einschlich
und von ihm dieses Angebot kam:
„Ich bin zwar der Tod
bringe Leid und Not
doch dein Herz ist rein
ein Wunsch sei dein“
„Oh, Meister der Sense, dunkler Schnitter,
ich werde mit dir gehen,
doch wäre mein Ende halb so bitter,
könnt ich noch das weite Meer sehen.“
Da umarmte er sie mit festem Griff
und flog mit ihr durch die Nacht,
weit fort, zu einem schönen Riff,
wo Morgenröte lacht
Der Sensemann, er küsst sie sanft.
Eine Träne fällt in die Gischt,
die zischend in den Wellen verdampft,
als das Leben des Mädchens erlischt.
Ein blasses Mädchen von 17 Jahr,
sah das Meer noch, als die Sonne auftauchte.
Träumte nicht mehr, stand glücklich da,
als sie ihr Leben aushauchte.
von Thomas Hülsmann
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Zeichnung: John Boomer

Von Ejakulation und Erkältung, von Laffer-Kurve und Leben

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“Ich weiß, dass ich nichts weiß.”
Dieses geflügelte Wort wird Sokrates zugeschrieben. Wenngleich heute bekannt ist, dass es sich dabei um einen Übersetzungsfehler handelt (eigentlich: „Ich weiß als Nichtwissender“), hat der Spruch trotzdem nichts an Wahrheit verloren. Sokrates hinterfragte damit das vermeintliche Wissen, welches sich allzu oft als Scheinwissen herausstellte.
Heute glauben wir mehr denn je, dass wir so gut wie alle Geheimnisse, die es auf unserer Erde gibt, entschlüsselt haben und somit alles wissen. Dass dem nicht so ist, zeigen Kathrin Passig und Aleks Scholz in ihrem Lexikon des Unwissens. Nach eigener Aussage ist es „das erste Buch, nach dessen Lektüre man weniger weiß als zuvor.“ Vielmehr würde man sich 42 „Qualitätswissenslücken“ aneignen.
Doch ist nicht schon allein das Bewusstsein um diese Lücken ein Zuwachs an Wissen?
Aber jenseits dieser philosophischen Fragen nähern sich Passig und Scholz auf durchaus vergnügliche Weise ganz alltäglichen Phänomenen wie dem Gähnen, dem Schlaf, den sexuellen Interessen, sowie dem Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel. Außerdem werden auch wissenschaftlich geprägte Fragestellungen aufgegriffen. So wird die Rotation der Sterne, die dunkle Materie oder die Riemann-Hypothese thematisiert. Dabei erlebt der Leser, trotz der sehr pessimistischen Einschätzung in der Einleitung, durchaus den einen oder anderen „Aha-Effekt“. Zudem ist es ein sehr erfrischender Lesespaß. Wer noch nie ein Lexikon gelesen hat, sollte mit diesem Anfangen.
Kathrin Passig & Aleks Scholz: Lexikon des Unwissens: Worauf es bisher keine Antwort gibt
Signatur: AFMpas = 383380
von Stefanie Bruns

Von Luxus und Langeweile, von Aversionen und Alkohol

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Die Länge eines vertrübten Nachmittages beansprucht diese einmalige Perle und Wegweiser der deutschen Popliteratur.
Im Mittelpunkt der simpel geschilderten Farce von Nord- nach Süddeutschland bis in die Schweiz, steht ein meist unbeteiligter, namenloser Protagonist, welcher uns mittels herrlich misanthropischer Art und Weise schildert, auf welche gesellschaftlichen Abartigkeiten er stößt. Ziel und Sinn seiner Reise sind nicht von Belang. Ein Vagabund der reichen Gesellschaft, welcher permanent Alkohol konsumiert und sich auf jeder zweiten Seite eine neue Zigarette anbrennt. Er lässt sich treiben, nächtigt in den teuersten Hotels, steuert von einer Party zur nächsten, trifft Menschen seinesgleichen, welche mit ihm alle etwas gemeinsam haben. Sie deuten eine zunehmend ungemütlichere Gesellschaft an, in der Isolation, Selbstzerstörung, Heuchelei und Disharmonie überhandnehmen. Die absurden Schilderungen seiner Umgebung, angereichert mit Materialismus und Exzessen, belustigen und schockieren zugleich.
Dem Autor gelingt es, Deutschland in eine konstant düsteren Atmosphäre zu verkleiden, wobei sich die Frage stellt, wie viel Dunkelheit aus Christian Krachts Geist in das Werk mit einströmt und wieviel festgehaltene Finsternis tatsächlich auf diesem Fleck Erde existiert. Fakt ist, wie das zersplitterte Licht, in welchem sich seine tragikomische Geschichte abspielt, so gebrochen erscheinen auch seine Figuren. Inwieweit man sich auf diese Gestalten einlässt, sich zuletzt sogar mit ihnen identifiziert, sei jedem selbst überlassen.
Ein kurzweiliges Geschehen, welches bei jedem Leser einen eigenen Eindruck hinterlassen sollte.
Christian Kracht: Faserland
Signatur: CQYk8532 = 312967
von Tobias Kunz

Ironie und Skurrilität – Wladimir Kaminer in Vechta

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“Nie etwas ausdenken, sondern dem Leben vertrauen.”
Diesen Satz kann ich dem Kultautoren Wladimir Kaminer nur zu gut glauben, wenn jemand ein so abenteuerliches Leben wie das seinige bestreiten müsste.
Er schafft es mit Hilfe seiner Sprachgewandtheit aus der alltäglichsten Situation eine Ode an das Leben zu entwerfen. So empfinde ich den von ihm geprägten Begriff der „Alltagsbewältigungsprosa“ als sehr passend, falls das Bedürfnis besteht, ihn irgendwo einordnen zu müssen.
Seine Bücher bestehen hauptsächlich aus Kurzprosa und Essays, die in den verschiedensten Längen aneinandergereiht werden und so ein Werk komplettieren.
Kaminer betont immer wieder, dass in seinen Büchern weder die Charaktere noch die Erzählungen fiktiv sind. Das Dazuerfinden bezeichnet er als eine „kopflästige Angelegenheit“. Aus diesem Grund erhalten wir authentische Einblicke in das Leben des Literaten, vornehmlich aus seiner Zeit in Berlin, und der Menschen in seiner Umgebung.
Im Mai beehrte Wladimir Kaminer die Universität Vechta, um aus seinen Büchern vorzulesen.
Hier überraschte er mit seiner starken Publikumsbezogenheit. So zog er das Stehen bei der Menge dem Wasserglas und Mikro auf der Bühne vor.
Einen festen Ablaufplan hatte die Lesung nicht. Er selbst war überrascht, dass er aufgrund seines Debütbuches Russendisko geladen worden war, da dieses bereits 2000 erschien und er seitdem fast jährlich ein neues Buch veröffentlichte. Lieber fragte er sein Publikum, was dieses gerne hören würde oder ob es Fragen zu seinen Werken hätte. Durch allerlei Anekdoten über sein momentanes Lieblingsthema „Familie“ gewann er sofort das Publikum für sich. Mit seiner lockeren Art flocht er Hintergrundinformationen zwischen die Texte ein, die aufgeschrieben ein neues weiteres Werk ergeben könnten. Diese Unbekümmertheit, die er ausstrahlte, und sein noch deutlich vernehmbarer Akzent unterstrichen einmal mehr seine Authentizität.
Auf Happy Ends innerhalb der Geschichten wird kein Wert gelegt, da Kaminer selbst sie nur als Zwischenstationen des Lebens ansieht.
Er sagt über seine eigene Person, dass er im Gegensatz zu vielen Popliteraten von heute nicht durch eine Wohlstandskindheit verdorben worden sei.
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Foto: Pia Sabine Klein
Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Er machte eine Ausbildung zum Toningenieur, absolvierte anschließend ein Dramaturgiestudium am Moskauer Theaterinstitut. 1990 bekam er durch seine jüdischen Wurzeln die Möglichkeit in die DDR einzureisen. Spontan entschied er sich, diese wahrzunehmen. Die Fahrkarte kostete nur 96 Rubel und für Ostberlin benötigte er nicht einmal ein Visum. Das größte Problem bestand darin, dass Kaminer bei seiner Ankunft kein einziges Wort deutsch sprechen konnte, sodass er sich die Sprache innerhalb kürzester Zeit selbst aneignete.
Nach einigen Umwegen, bei denen er unter anderem Limonade verkaufte oder als Filmstatist mitspielte, ist er nun wirklich in Berlin angekommen und lebt dort mit seinen zwei Kindern und seiner Frau Olga, deren Werke auch sehr gut zum Verschlingen geeignet sind.
Auch wenn seine Texte zumeist durch Ironie und Skurrilität große Belustigung erzeugen mögen, sollte er nicht als witziger Geschichtenerzähler gesehen werden. Kaminer ist ein proletarisch erzogener Autor, der versucht, sozial benachteiligte Menschen in die Bewusstseins-perspektive des Lesers zu bringen. Seine Kritik geschieht jedoch nie auf bissige Art und Weise.
Mit einem scheinbar kindlich naiven Blick beobachtet er den Alltagswahnsinn und die Lebenslügen um ihn herum.
Die Absurdität wurde vor allem bewusst, als er von seinem Künstlerfreund Sergej berichtete, dessen Plastik als Entwurf für das Holocaust-Mahnmal gedacht war und welche Kaminer einige Zeit später auf einem Berliner Abenteuerspielplatz wiederfand. „Das muschelförmige Werk sollte den Schmerz der Menschheit symbolisieren, einen aus Beton gegossenen Schrei.“ Aber auch „als Schnecke auf dem Spielplatz sah sie herrlich aus.“ (Russendisko, 2000) Er empört sich nicht, sondern stellt nur fest. Der Leser darf selbst entscheiden, ob er lachen oder verstehen möchte.
von Franziska Kliefoth

“Mit Kunst kann ich meine Wünsche ausdrücken”
Ein Interview mit dem Höffmann-Dozenten Stephen Folárànmí

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Stephen Adéyemí Folárànmí wurde 1969 in Lagos/Nigeria (Afrika) geboren und wuchs in Òyó und Lagos auf. Er schloss sein Studium der Kunst an der Obáfémi Awólówò Universität in Ile-Ife ab. Stephen ist seit 2002 Doktorand und Dozent der Obáfémi Awólówò Universität in der Fakultät für Angewandte Kunst. Dort sind seine Schwerpunkte Zeichnen und Malen. Seit Dezember 2008 noch bis September 2009 ist er der Inhaber der Höffmann-Dozentur für Interkulturelle Kompetenz.
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Foto: Stephen Folárànmí
Haben Sie etwas Bestimmtes erwartet, als Sie nach Deutschland gekommen sind?
Ich wollte mich überraschen lassen. Die Dozentur passierte sehr plötzlich und demnach hatte ich nicht viel Zeit, um mich auf diese Sache vorzubereiten, aber ich liebe die Herausforderung und habe mich über die Reise nach Deutschland gefreut.
Wie sind Sie hierher gekommen?
Ein Freund sandte mir Informationen über diese Dozentur und ich bewarb mich. Ziemlich spontan, eigentlich. Ich erhielt die Einladung, als ich die Bewerbung schon fast wieder vergessen hatte und deswegen ging die Sache, wie oben schon gesagt, recht schnell und plötzlich.
Drei Dinge, die Sie ausmachen?
Puh, das ist ziemlich schwierig. Also für mich ist der Glaube eine sehr wichtige Sache. Ein Christ zu sein und in Gott sein Vertrauen setzen zu können, hat mir schon oft geholfen. Ich merke immer wieder, wie wichtig der Glaube für mich, aber auch für meine Studenten ist. Das zweite wäre dann wohl meine Kunst. Mit ihr kann ich meine Wünsche ausdrücken und Menschen verbinden. Als drittes würde ich die Natur nehmen. Natur gibt mir Ruhe und Zeit für mich. Ich genieße sie und liebe es, sie in meinen Bildern festzuhalten. Deswegen ist Vechta ein perfekter Ort für mich. Schön grün. (lacht)
Da unser Thema der 13. Ausgabe Kurioses ist, welchen Aberglauben und Gerüchte gibt es in Nigeria?
Aberglaube ist ein Phänomen, welches verschieden existiert. Es kommt auf die Kultur, Religion und Moral an. Viele Aberglauben und Gerüchte in Nigeria dienen dazu, die moralische Gesinnung der Kinder in die richtige Bahn zu lenken. Ganz so wie in Deutschland. Ein Aberglaube ist, dass man nicht beim Eingang zum Haus essen darf. Der Witz an der Sache ist, dass man einfach die Leute, die an dir vorbei kommen, nicht stören sollte, indem man in der Gegend herum sitzt. Ein weiterer Aberglaube in Nigeria ist, dass man seine Hände nicht in den Regen ausstrecken sollte oder unter eine Regenrinne hält, denn sonst könnte man vom Blitz getroffen werden. Aber dies gilt nur in Verbindung mit einem Gewitter. Diese Gerüchte dienen einfach der Vorsorge und um den Leuten ein wenig Angst einzujagen, gewisse Dinge nicht zu tun. Also als eine gewisse „Moral von der Geschichte“.
Zurück zur Realität. Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?
Ich möchte Einheit, Frieden und Vielfalt zeigen. Jede Kultur ist anders, kann sich aber mit anderen verbünden und austauschen. Mein Anliegen ist es, dass Kulturen sich verbinden und im Frieden anerkennen. Ich möchte den Studenten Kultur und alles, was damit zusammenhängt, näher bringen. Dieses drücke ich durch meine Kunst aus. In den Workshops, die hier in Vechta laufen, gebe ich den Studenten Anleitungen und Tipps, wie sie dieses Anliegen ausdrücken können. Natürlich ist jede Kultur besonders und einzigartig, aber wer sagt, dass sie sich nicht ergänzen können?
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Foto: Lars Chovanietz
Mögen Sie Vechta?
(lacht) Ja. Ich komme aus einer großen Stadt. Aber ich bin mehr für die kleinen Dinge des Lebens. Ich liebe die Natur und die Ruhe. Große Städte sind für mich eher störend. Die Leute sind viel zu hektisch. Ich selbst habe auch die Pünktlichkeit der Deutschen bemerkt. In Afrika ticken die Uhren etwas anders. Eine Uhrzeit ist mehr eine Andeutung einer Zeit. In Wahrheit bedeutet zum Beispiel 14 Uhr, 14.30 Uhr oder später, Afrikanische Zeit. In Deutschland habe ich gelernt, dass die Deutschen kein großes Verständnis für solche Zeitspielereien haben. Wenn sie 14 Uhr sagen, dann erwarten sie dich auch um 14 Uhr am Treffpunkt und nicht erst eine halbe Stunde später. Ich habe aber recht schnell gelernt, damit umzugehen und sehe das nicht gerade als ein Problem an.
War es schwer in Kontakt mit Leuten in Vechta zu kommen?
Eigentlich nicht. Ich habe schnell viele Leute kennen gelernt. Das liegt natürlich auch daran, dass Vechta, beziehungsweise die Universität, nicht gerade die größte ist. Man läuft sich sehr schnell über den Weg und sieht sich häufig immer mal wieder. Die Leute hier sind sehr nett und freundlich. Sie sehen, dass ich wahrscheinlich nicht von hier komme und möchten mir helfen. Dieses Verhalten würde man in der Stadt nicht erwarten, was sich leider auch sehr oft bestätigt. Es herrscht eben eine andere Mentalität.
Wir sind schon fast am Ende unseres Interviews. Zum Schluss: Was wünschen Sie den deutschen Studenten und Studentinnen in Vechta?
Ich wünsche ihnen besonders die Neugier und die Offenheit. Sie sollen neue und andere Kulturen entdecken. Sie sollten reisen und die Weite der Welt zu schätzen wissen. Ich wünsche den Studentinnen und Studenten alles Gute dabei. Sie sollen sich für alles begeistern können.
Danke Stephen. Wir wünschen Ihnen noch viele schöne Erfahrungen in Vechta und man läuft sich bestimmt noch über den Weg.
Danke euch. Davon ist auszugehen. (lacht)
Das Interview führte Sarah Kotten.

Der neue AStA-Referent für überregionale Hochschulpolitik

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Moin, ich bin‘s, Maurice Mathéus, der neue AStA-Referent für überregionale Hochschulpolitik. An dieser Stelle möchte ich mich euch kurz vorstellen. Ich bin 21 Jahre jung, aufgewachsen zusammen mit meinen vier jüngeren Brüdern in Faßberg in der schönen Lüneburger Heide. Nach meinem Abi in Hermannsburg zog es mich erstmal an die Küste. Ein Jahr lang arbeitete ich in Bremerhaven bei der Deutschen Seemannsmission. Von dort aus gelangte ich dann im Oktober letzten Jahres hier an die Hochschule Vechta. Der in meinen Augen sehr zukunftsorientierte Studiengang Dienstleistungsmanagement überzeugte mich.
Am 27. Mai durch das Studierendenparlament in den AStA gewählt, bin ich nunmehr seit dem 01.06. offiziell im Amt und euer Ansprechpartner, wenn es um Angelegenheiten geht, die über Vechtas Grenzen hinaus auch Studierende anderer Hochschulen etwas angehen. In der kommenden Zeit werde ich an Landes-Asten-Konferenzen (LAK) teilnehmen und diese mitgestalten. Mir ist in diesem Zusammenhang eine Integration der Studierenden wichtig. Wenn die Studierenden viel von dem mitbekommen, was wir im AStA so machen, dann wird automatisch das Interesse der Studierenden an hochschulpolitischen Zusammenhängen zunehmen. Mein Beitrag wird in regelmäßiger Berichterstattung von den Konferenzen bestehen. Für so was gibt es bei uns ja zum Beispiel den UNI-INSIDER!
Meine weiteren Aufgaben bestehen in der hochschulpolitischen Vertretung der Studierendenschaft gegenüber dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium und in der Begleitung studienbeitragsrelevanter Fragestellungen und Veranstaltungen, selbstredend unter der Zielsetzung die Studienbeiträge loszuwerden. Sie sind unsozial und nicht hinnehmbar. Bildung sollte für jedermann zugänglich sein, kein Privileg der „High Society“ werden. Ich werde mich stets klar gegen Studiengebühren aussprechen.
Die Arbeit im AStA lebt von Impulsen aus dem Studierendenparlament und insbesondere auch von euch Studenten der Hochschule Vechta! Wann immer euch etwas auf der Seele brennt, euch etwas so richtig gegen den Strich läuft, wenn ihr eine tolle Idee habt, so seit ihr bei mir und, ich möchte für uns alle sprechen, uns AStA-Referenten an der richtigen Adresse. Kommt in meine Sprechstunde (dienstags, 14:30 – 15:30 Uhr), schreibt mir eine Mail an maurice.matheus[at]mail.uni-vechta.de oder sprecht mich einfach mal so nebenbei an.
Ich freu mich drauf,
Euer Maurice
AStA-Referent für überregionale HoPo
von Maurice Mathéus

Frühlingssalat mit Hähnchenbruststreifen

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dazu Brokkoli-Rahmsuppe und Bioquark mit Blaubeeren
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Anna-Maria Schreiber
(Praktikantin im Mensateam Vechta)
Foto: Alexander Dressler
Frühlingssalat mit Hähnchenbruststreifen:
  • Kleiner Kopf Eisbergsalat
  • Kleiner Kopf Lollo Rosso
  • 1/4 Wassermelone
  • 50g Sojasprossen
  • 250g Hähnchenbruststreifen
  • 200g Joghurt
  • Senf, Zucker
Alle festen Zutaten in Streifen schneiden. Eisbergsalat, Lollo Rosso und Wassermelone vermischen, die Sojasprossen unterheben und die Hähnchenbrust anschließend über den Salat geben. Joghurt, Senf und Zucker zu einem Dressing herstellen und ebenfalls über den Salat geben.
Brokkoli-Rahmsuppe:
  • 350g Brokkoli (blanchieren)
  • 80g Zwiebeln (in Würfel schneiden und anschwitzen)
  • 200g Butter
  • 250g Mehl
  • 0,4l Milch
  • 0,1l Sahne
  • 0,5l Brokkoliwasser
  • Salz, Pfeffer und Zucker
Den Brokkoli ca. 5 Minuten in kochendes Salzwasser legen, anschließend herausnehmen und das Wasser aufheben. Danach sofort 20 Sekunden in 1,5l Eiswasser abkühlen und wieder herausnehmen, damit die grüne Farbe vom Brokkoli erhalten bleibt. Um Mehlschwitze (gebräuntes Mehl, Einbrenne) anzurichten, musst du zunächst Butter mit gewürzten Zwiebeln und anschließend Mehl anschwitzen. Das Ganze mit der Milch glattrühren und aufkochen, danach Brokkoli-Wasser auffüllen und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Alles zum Kochen bringen und dann durch das Sieb fließen lassen. Brokkolirösschen für die Suppe als Einlage kurz vor dem Servieren in die Suppe geben.
Bioquark mit Blaubeeren:
  • 600g Bioquark
  • 100g Bioblaubeeren
  • 750g Biozucker
  • 0,1l Biomilch
Den Quark mit Milch und Zucker verrühren bis er cremig ist, anschließend die frischen Blaubeeren unterheben.
Das Mensateam Vechta und uniVista wünschen einen guten Appetit!

Fernweh

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uniplay13a
Eine eindeutige Erkenntnis zwang unsere WG heute über gewisse Dinge nachzudenken. Seit Bestehen der aufregenden Ansammlung unserer lustigen Gesellen ist uns klar geworden, dass zwar viele Menschen unsere Räumlichkeiten betreten haben, jedoch selten einer von uns diese verlassen hatte.
uniplay13b
Urlaub! Das ausschlaggebende Stichwort. Wir alle gierten sogleich nach dieser ausgefeilten Idee und ein jeder von uns interpretierte seine eigene Wunschvorstellung in diesen Gedanken. Es wurde Zeit diesem eingebrachten Traum einer Reise eine feste Gestalt zu geben.
uniplay13c
Und so vergingen ein paar Stunden. Keiner sagte ein Wort und keiner machte eine Bewegung. Und in der Stille der Peinlichkeit hofften alle, dass Tequila Tony, unser Vermieter, die Ruhe stören könnte, doch dieser war auf der Jagd nach dem Munkelmann. Bis schließlich…
uniplay13d
Bob unterbrach die grausame Stille und erwähnenswert ist es schon in jeglicher Hinsicht, dass unser Dauerkiffer der einzige war, der den roten Faden nicht verloren hatte. Jedoch wie der Zufall es so will, konnte diesen marihuanaverseuchten Faden auch keiner unserer dauergestressten Studenten wieder aufnehmen.
Und so verließ Luisa unser Paradies vereinter Glückseligkeit. Und als sie später mit Rucksack und gestrecktem Daumen die WG verließ, konnte sich nach einer halben Stunde auch keiner mehr an sie erinnern. Ob Luisa nach ihrer Rückkehr von ihren Mitbewohnern doch wieder erfasst wird, ist fraglich, aber dennoch anzunehmen. Wie wird die WG reagieren? Und wird Bob wieder backen können? All das und noch viel weniger, erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe.
Text und Kulissen: Tobias Kunz
Fotos: Alexander Dressler

Horoskop Juli 2009

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horoskop13_steinbock
Steinbock
Du hast gerade ganz viel Energie und Unternehmungslust. Also: zusammen raus mit Mitmenschen! Deine glückliche Art wird viele anstecken.
horoskop13_wassermann
Wassermann
Lass dir durch eine Enttäuschung nicht den Tag verderben. Alles wird gut ;-) Blöde Phasen gehen schnell vorrüber.
horoskop13_fische
Fische
Jemand wird auf dich zukommen. Jetzt bloß die Schüchternheit ablegen! Vielleicht hast du schwuppdiwupp einen neuen Menschen an deiner Seite ;-)
horoskop13_widder
Widder
In letzter Zeit oft geflucht? Oft wütend und gestresst gewesen? Das hat jetzt bald ein Ende und du kannst dich wieder ganz den schönen Sachen widmen.
horoskop13_stier
Stier
Warum zurückhalten? Man lebt nur einmal! Also hüpf! Gönne dir Abwechslung und starte mit neuen Dingen!
horoskop13_zwillinge
Zwillinge
Uuuh, da liegt was in der Luft. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm, aber sei auf unnötige Streitereien gefasst, in denen du lernen musst, dich auch mal zurückzunehmen.
horoskop13_krebs
Krebs
Alles top, alles top, alles top – Das ist ja beinahe langweilig! Ne, das ist natürlich schön. Und bleibt auch noch ein Weilchen so. Also genieße es.
horoskop13_loewe
Löwe
Oft sind deine Erwartungen an dich selbst etwas zu hoch. Sei auch mal mit weniger zufrieden.
horoskop13_jungfrau
Jungfrau
Lange nicht mehr unterwegs gewesen? Dann wird‘s jetzt höchste Zeit, die Couch zu verlassen und den Alltag aufzumischen!
horoskop13_waage
Waage
Du bist in letzter Zeit viel zu nachtragend. Schaffe deine Probleme aus der Welt, die du seit längerem im Kopf hast.
horoskop13_skorpion
Skorpion
Hast du Rücken? Hüfte? Oder sogar Körper? Dann sei mal wieder aktiv und tu deinem Körper was Gutes!
horoskop13_schuetze
Schütze
Uiuiui, eine Beziehung zu einem Menschen, den du magst, wird sich intensivieren… Also schön immer das Odol-Mundspray in der Hosentasche mitschleppen!
von Mira Brink

Geschlechtertausch
Ein Tag im Körper des anderen Geschlechts

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Ich hätte Brüste. Und der Rest des Tages? Ich könnte es mal mit Schuhe kaufen versuchen. Eigentlich etwas, dass ich furchtbar finde und auch nur mache, wenn es unbedingt nötig ist. Normalerweise gehe ich in ein Schuhgeschäft, stelle fest, dass das einzige Paar, was mir passt und halbwegs gut aussieht, 179 Euro kostet, gehe genervt wieder raus und kaufe bei Karstadt mal wieder ein Paar Adidas Samba. Billig, robust und ich weiß auf Anhieb, welche Größe ich brauche. Aber als Frau? Vielleicht würde es mir Spaß machen? Dann könnte ich mir einen Mehrjahresvorrrat anschaffen. Herrenschuhe natürlich, schließlich wäre ich ja nur für einen Tag Frau. Außerdem gibt es Damenschuhe in meiner Größe nur im Sexshop, und so etwas gibt es in Vechta nicht, schließlich sind wir eine anständige Stadt. An meinem Tag als Frau würde ich dann einfach meine Sambas tragen, die stehen jedem – ja, ich gebs zu, ich trage sie sogar zum Anzug.
Mir stünden jede Menge Türen offen, die einem als Mann verschlossen bleiben. Es wäre mir zum Beispiel möglich, herauszufinden, ob Freundinnen sich tatsächlich über die sexuelle Kompetenz ihres Partners unterhalten. Soll ja angeblich so sein, obwohl eigene Freundinnen immer behaupten, dass sie das nie machen würde. Und ich könnte eine Handtasche tragen und bräuchte mir nicht mehr Autoschlüssel, Wohnungsschlüssel, Handy, Taschentücher und Portemonnaie in die Hosentaschen stopfen, was irgendwie der größte Nachteil am Sommer ist. Ich denke, ich würde mich für eine gefälschte Louis-Vuitton-Handtasche entscheiden. Die sind zwar stillos und seit einigen Jahren aus der Mode, aber weiß nicht, ich finde die Dinger irgendwie lustig.
kolumne13
Außerdem könnte ich mich in einem Frauen-Fitness-Center zu einem Probetraining anmelden, mich bei pro familia bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs beraten lassen, meine Kumpels fragen ob mein Hintern zu fett und wer ihre Lieblingsfigur bei Twilight ist und auf eine von diesen Flatrate-Partys gehen, die für Frauen 11 und für Männer 28 Euro Eintritt kosten. Ob da wohl Männer mit mir flirten würden? Wahrscheinlich nicht, schließlich wäre ich sehr schlecht geschminkt, ich hab da schließlich keine Erfahrungen mit, und statt Stiefeln mit hohen Absätzen würde ich Sambas tragen. Glück gehabt. Wenn ich keine Lust mehr hätte, würde ich jedenfalls nach Hause gehen. Allein. Denn: Ich hätte Brüste.
von Stefan Hirsch
Mh… so ein Tag als Mann, wie würde der wohl aussehen? Beim Blick in den Spiegel bekäme ich wahrscheinlich einen gehörigen Schreck, angesichts der Stoppeln in meinem Gesicht. Also erstmal rasieren. Das ist ganz schön lästig. Gut, dass ich das morgen nicht mehr machen muss.
Mein Kleiderschrank sähe plötzlich so voll aus. Eine Jeans und ein T-Shirt reichen doch vollkommen aus, oder? Oh Mann, so viele Schuhe, aber für heute gehen wohl nur die Turnschuhe.
Auf geht’s, erstmal in die Mensa, was essen. Es fühlt sich ganz schön komisch an, wie so ein Mann läuft. Oh, wer kommt denn da? Mädels! Wow, ich wusste nicht, dass Hintern und Brüste so anziehend sein können.
Bevor ich mich anstelle, gehe ich dorthin, wo Frauen sonst nicht hin dürfen, in die Toilette für Männer.
Irgendwie ist das aber doch nicht so spektakulär, wie ich erhofft hatte. Also zurück zum Essen.
Worüber reden Männer so unter sich? Ist die Standardbegrüßung wirklich: “Hey Alter, was geht?” Ich probier es aus und ernte komische Blicke. Anscheinend ist es doch nur so ein Klischee.
Was jetzt? Was macht ein Mann so den ganzen Tag? Ich versuch es mit einem Ego-Shooter. Ich spiel sonst eher Anno oder die Sims.
Abends geh ich auf eine Party, ohne mich vorher extra noch mal umzuziehen. Die Sachen sind ja noch gut. Es ist echt praktisch, wenn ein Kamm fürs Styling reicht und ich nicht soviel Zeit mit dem Make-up verschwende.
Ich will doch mal sehen, ob ich als Mann den Überschuss an Frauen hier in Vechta nicht nutzen kann. Also stell ich mich an die Tanzfläche, mein Bier in der Hand und sondiere die Lage. Mir gefällt, was ich sehe. Aber jetzt bin ich in Zugzwang. Männer müssen ja traditionell den ersten Schritt machen. Mir fällt jetzt zum ersten Mal auf, was für ein blödes Ritual das ist. Denn Mann soll ja nicht nur den ersten Schritt machen, sondern dabei auch noch intelligent und kreativ sein. Boah, darauf habe ich keine Lust. Ich bleib lieber bei meinem Bier, echtes Bier, nicht dieser Mixkram.
Dann geh ich, ohne es versucht zu haben, zu Bett. Morgen bin ich glücklicherweise ja wieder eine Frau.
von Stefanie Bruns

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