No 17 – Oktober 2010

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PDF-Version der 17. Ausgabe

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PDF-Versionen dieser Ausgabe:
No. 17 inkl.
Sonderausgabe
No. 17

Bist Du ein Lehrer?
Der uniVista-Psycho-Test weiß die Antwort

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Das Studienende liegt in greifbarer Nähe, und ausgerechnet jetzt hast Du Zweifel, ob Lehrer wirklich das Richtige für Dich ist? Ob Du tatsächlich dafür gemacht worden bist, zu unterrichten? Kein Grund für sorgendurchwachte Nächte. Die uniVista-Berufsberatung verrät es Dir!
von Stefan Hirsch
Der Cornelsen Verlag wirbt mit dem Slogan "Willkommen in der Welt des Lernens". Deine Meinung hierzu:
A Das muss eine herrliche Welt sein. Dort wäre ich Umweltschützer.
B Klingt fasst wie eine Drohung.
C Wenn das meine Firma wäre, würde ich den Spruch in "Skinhead statt langbärtiger Bombenleger" ändern. Dann ginge es allerdings nicht mehr um Schulbücher, sondern um Brazilian Waxing.
Was sagst Du dazu, dass das Burn-Out-Risiko bei Lehrern sehr hoch ist?
A Das sehe ich nicht als Problem, sondern als Herausforderung. Ich habe eine Chance, und werde sie nutzen.
B Ein Punkt, über den man nachdenken sollte ...
C Ey Alter, wenn ich erstmal Lehrer bin, dann haben die Schüler Burn-Out. Aber sowas von!
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen und in die Karibik auszuwandern?
A Und was soll ich da werden? Surflehrer? Tauchlehrer?
B Manchmal schon, aber tut das nicht jeder.
C Nachgedacht? Also denken ist jetzt nicht so meine Stärke.
Ein Freund von Dir, der seit Kurzem Lehrer ist, feiert eine Party. Natürlich hat er alle seine neuen Kollegen eingeladen. Du kennst dort niemanden und man redet bloß über drei Themen: Schule, Schule und Schule. Was machst Du?
A Ich versuche, mich in die Gespräche einzubringen, und knüpfe schon mal Kontakte für mein nächstes Praktikum.
B Ich murmele irgendwas von "geht's nicht gut" und "muss morgen früh raus" und verschwinde nach kurzer Zeit.
C Ich trinke in drei Zügen eine Flasche Wodka aus, breche ein Tischbein ab, befestige es auf meinem Kopf und behaupte, ich sei das letzte Einhorn.
Was ist Dir bei Deinem Beruf wichtig?
A Das ich unterrichten kann!
B Eine sinnvolle und interessante Tätigkeit, nette Kollegen und ein angemessenes Einkommen.
C Eine leckere Sekretärin, ein fetter Dienstwagen und immer ein paar Gramm Scheuerpulver in Reichweite.
Deine Schulzeit war ...
A ... ein rosa Meer der Harmonie.
B ... durchwachsen von Höhen und Tiefen, aber eigentlich ganz okay.
C ... ein Quell steten Trübsaals.


Der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Mündigkeit
Über Studenten und ihre eigene Meinung

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Das Modell “Student” schien beim Kauf außerordentlich bequem zu sein. Das Kleingedruckte im Vertrag? Das muss ich wohl überlesen haben …
Manchmal sind jedoch gerade diese kleinen Dinge die entscheidenden. Student sein, was bedeutet das eigentlich?
Wer die Schule erfolgreich hinter sich gebracht hat, weiß, wie man sich anpasst. Sei es in der Klasse, in den Kursen oder in schriftlichen Arbeiten, in denen für gute Noten genau die Meinung des Lehrers zu treffen ist. Rebellen gegen dieses System haben zwar meist einen besonderen Status, jedoch schlägt sich dieser nicht unbedingt in ihren Noten wieder.
Student sein heißt nun unangepasst zu sein. Es heißt eigene Ideen und Meinungen zu entwickeln und sich nicht mit den einfachen Lösungen zufriedenzugeben. Es heißt vor allem auch, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und einen kritischen Blick für Argumente oder Beweise zu entwickeln. Dinge sind eben nicht einfach wahr, nur weil es viele sagen. Letztendlich sind wir alle hier, weil uns diese spezielle Fachrichtung interessiert, weil die Themen für uns Bedeutung haben und die Inhalte uns helfen sollen im späteren Berufsleben wichtige Entscheidungen zu treffen. Dass nicht alles gleich nützlich ist, ist klar. Eine eigene Meinung und vor allem eigene Persönlichkeit jedoch kann wertvoller sein als jedes Fachwissen. Ein langweiliges Seminar wird gleich viel lebendiger, wenn über ein interessantes Thema mit herausfordernden Ansichten gesprochen wird.
Es ist also auch in Eurem Interesse, wenn Ihr versucht die Zeit zu nutzen, indem Ihr Eure Persönlichkeit mit hineinbringt und die Spannung der Vorlesung nicht durch passives Absitzen ins Unerträgliche steigert. Nutzt die Chance, die Ihr habt im Studium und entdeckt Euch und die Welt auf neue Weise.
von Matthias Christ

The Beast within
Über Dozenten und den Umgang mit ihnen

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Kaum etwas wird das Uni-Leben so sehr prägen wie die netten Menschen am Rednerpult, die eine Hand an der Fernbedienung des Beamers, die andere am Over-Head-Projektor.
Wie soll man mit den Halbmenschen, mit der Powerpoint-Präsentation, umgehen? Vereinen sie doch so viele Rollen in sich. Richter, Lehrer, Lebensretter, Mensch.
Dozenten sind viel, aber eben vor allem Letzteres. Auch sie können sich irren, veraltete Meinungen vertreten oder persönliche Probleme mit in die Veranstaltung tragen. Es gibt Exemplare, die halten besonders viel auf sich, andere versuchen sich in ihre eigene Studentenzeit zurückzuversetzen und die Belange der Studenten zu verstehen.
Welcher Typ Dozent Euch auch immer über den Weg läuft, jeder Dozent verdient einen gewissen Respekt, so schwierig sie oder er auch sein mag, allerdings auch nicht mehr. Seine Meinungen sind nicht besser, seine Fachrichtung nicht die Wichtigste, nicht einmal die Inhalte mögen alle besonders wichtig sein. Dozenten sind keine allwissenden nie fehlenden Überwesen. Auch sie berufen sich auf die Dinge, die ihnen beigebracht wurden. Auch sie berufen sich auf Konventionen, die sich nicht immer nur rational begründen lassen.
Man sollte sich also nicht von ihren Worten einschüchtern lassen, viel mehr sollte man sie als Herausforderung ansehen und ernst nehmen, dass ihr Beruf die Vermittlung von wissenschaftlich geprüftem Wissen und der wissenschaftlichen Methode an sich ist. Es sind nicht länger autoritäre Lehrer, die einem gegenübersitzen, es sind Menschen, die potenziell auf Augenhöhe mit einem selbst sind und daher sollte man es ihnen nicht zu einfach machen.
Stellt also Fragen, vertieft Dinge, die Euch interessieren und gebt Euch vor allem nicht mit ihren Meinungen zufrieden. Mit dem nötigen Feingefühl sollte auch die abschließende Note für das Modul kein Problem darstellen.
von Matthias Christ

Aller Anfang ist schwer, der Beginn mittendrin noch viel mehr!

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Zu jedem Wintersemester dürfen wir die neuen Erstsemester an unserer Universität herzlich begrüßen. Doch während die ersten Semester mit dem Ersti-Navigator, vielen Flyern, Informationsveranstaltungen, Tutorien und Partys einer umfangreichen Reizüberflutung ausgesetzt werden, gehen höhere Semester meist leer aus. Für diese hat die Wiederkehr von studIP-Eintragungen, von Uni-Partys mittwochabends, von Fragen bezüglich der Prüfungsvorbereitungen einen periodischen Trott geschaffen, welcher von Terminen und Fristen gekennzeichnet ist. Während die Köpfe der ersten Semester noch von der Regelmäßigkeit des Schulsystems trainiert zur kontinuierlichen Aufnahme und Verarbeitung von Wissen fähig sind, erfährt das Gehirn der älteren Semester ein Wechselbad mit hohen Differenzen. Zum letzten Semesterende nach einer hitzigen Prüfungsphase ins kalte Wasser geworfen, landet das gekühlte Gehirn mit der ersten Woche Semester im Schmelzofen der Prüfungsvorbereitungen. Ob dies die Elastizität der Gehirnmasse nun stärkt oder schwächt mag dahin gestellt sein. Aber dieses schwarz-weiß Bild der älteren Semester könnte mir zum Vorwurf gemacht werden und auch ich selbst würde es nicht dabei belassen.
Was erwartet nun die älteren Semester im Wintersemester 2010/2011 und was fordert und fördert das Gehirn in der vorlesungsfreien Zeit 2011?
Euch erwartet das offizielle Alltagsleben als Studierende einer Universität. Nicht nur, dass es Veränderungen auf der Homepage gibt, auch die Briefköpfe ändern sich. Zudem befindet Ihr Euch mitten im Hochschulentwicklungsplan der Universität, den Ihr auf der Website der Uni unter “Hochschulentwicklungsplan bis 2015″ einsehen könnt.
Zudem gibt es einige Veränderungen innerhalb des AStA:
Der AStA konstituiert sich neu. Das heißt, die Referate Kultur I und II, EDV, Kassenführung und Service sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit werden neu gewählt.
Das AStA-Angebot der Rechtsberatung wird bis Ende Oktober von Rechtsanwältin Marcella Bohlke fortgeführt. Sie wird euch immer donnerstags von 12 bis 14 Uhr zur Verfügung stehen.
Nachdem B1-Partys für einige Zeit auf Eis gelegt waren, beginnt jetzt die neue Ära des Flurs vor B1. Auch werden für die Uni-Partys neben der WuBa und dem Gulfhaus neue Locations ausgewählt, um der Eintönigkeit zu strotzen.
Was Euch erhalten bleibt ist der jährliche Uni-Ball, der UniInsider, das Studententicket für Zugfahrten mit der NWB sowie kulturelle Angebote aus dem Referat für Kultur II.
Einer der Haupttermine, der Euch in Kürze erwartet, ist der Universitätstag am 29. Oktober 2010. An diesem Tag wird die Umbenennung von Hochschule Vechta in Universität Vechta gefeiert und die Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Auf Euch kommen eine Vielzahl von Angeboten zu, die Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet.
Im Monat darauf steht auch schon der Uni-Ball an. Es werden wieder Tanzkurse angeboten, in denen ihr Eure Gehirn-Körper-Koordination trainieren könnt. Die genauen Termine werden noch bekannt gegeben.
Nachdem dann auch Weihnachten und Silvester das Ende des Jahres ankündigen und die Weihnachtspause zum Lernen genutzt wurde, dauert es nicht mehr lang bis zum Semesterende. Vergesst nicht, den Termin der Rückmeldung für das Sommersemester einzuhalten und haltet Euch mit Sport, guter Ernährung, aktiver Freizeit und eventuell Praktika oder Arbeit fit. Setzt Euch neuen Dingen aus und genießt die Zeit. Das fordert und fördert das Gehirn. Ein erfolgreiches Wintersemester 2010/2011 wünscht Euch Euer AStA-Team!
von Johanna Olberding
Was bietet der AStA alles an?
Der Allgemeine Studierendenausschuss ist der geschäftsführende Vorstand der Studentenschaft. Seine Aufgabe besteht darin, die Geschäfte der Studentenschaft zu führen und ihre Interessen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Universität zu vertreten. Im Rahmen des vom Studentenparlament beschlossenen Haushaltsplans ermöglicht und unterstützt der AStA zahlreiche studentische Aktivitäten, wie z. B. die Fachräte oder Uni-Partys. Bei Problemen und Fragen rund um das Studium könnt Ihr Euch an uns wenden.
Büro: D-Gebäude
Tel.: 04441 2204
E-Mail: asta[at]asta-uni-vechta.de

Fundsachen

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Was wäre die Uni ohne sie – unsere Sachen, die wir in ihr hinterlassen? Wir finden sie wieder an einer Garderobe, im Fundbüro vor B1, in der Bibliothek in einer kleinen Kiste, in der sich schon so einiges befindet oder aber nie. In dieser Rubrik präsentieren wir Euch heute und auch in Zukunft einen Teil davon.
Der Rucksack im Fundbüro
Nanu? Was ist das? Ein Rucksack? Ähm … ok. Man könnte meinen, dass der neben dem Pack an Autoschlüsseln keine Besonderheit darstellt. Doch wenn man mal genauer darüber nachdenkt, ist es doch wirklich wahrscheinlicher, dass einem ein Schlüssel aus der Tasche entgleitet, als dass mein seine komplette Tasche in der Uni lässt. Erschreckend, wo den armen Studenten manchmal der Kopf steht. Da geht man morgens noch nichts ahnend in die Uni und kehrt am Abend ohne sein Hab und Gut nach Hause zurück, ohne es zu merken. Vermutlich hat derjenige mehrere Rucksäcke tragen müssen und in dem ganzen Durcheinander nicht mehr erkennen können, dass ihm einer fehlt. Und vermutlich liegt in genau diesem das wichtigste Buch für die bald abzugebene Hausarbeit. Die Gebühren der Bibo steigen ins Unermessliche und ihm ist noch gar nicht bewusst, welch ein Schicksal ihm noch bevorsteht. Da können wir nur hoffen und bangen, dass sich der Besitzer dieses Rucksacks bald finden wird und alles ein gutes Ende nimmt. Außerdem nimmt der gute Wegbegleiter ganz schön viel Platz weg. Denn ständig werden Dinge vergessen oder verloren und sammeln sich im Schaufenster des Fundbüros und warten darauf, entweder vernichtet zu werden oder in die Arme des glücklichen Besitzers zurückzukehren.
Solltest Du also Deinen Rucksack vermissen und erkennst ihn auf diesem Bild, solltest Du Dich schleunigst zum Fundbüro begeben und Deinen Rückenwärmer freudig in Empfang nehmen.
Alles Gute und frohes Nicht-Vergessen wünscht Eure uniVista-Redaktion.
von Jenniffer Malenz
Der Fundkasten vor B1 im Büro der Hausmeister; Rechts oben: der Rucksack
Foto: Alexander Dressler

Wo bin ich – und wenn ja, warum eigentlich?
Die Geschichte der Uni Vechta in einer Ausstellung

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Gunter Geduldig
Foto: Jenniffer Malenz
Viele haben sicher mitbekommen, dass im Rahmen des bevorstehenden Universitätstages verschiedenste Aktionen und Aktionstage stattfinden werden, um der mehr oder weniger interessierten Öffentlichkeit klar zu machen, dass die vorherige Hochschulstadt Vechta von nun an eine Universität ihr eigen nennen darf.
Eine sehr interessante Variante zum Kennenlernen des Werdegangs der Uni Vechta besteht für viele sicherlich in einer Ausstellung in der universitätseigenen Bibliothek zum Thema “Weite Wege – von der Normalschule zur Universität”
Eröffnung der Ausstellung ist am 29. Oktober um 14 Uhr in der Bibliothek selbst.
Der Anstoß zu dieser Ausstellung war, wie bereits erwähnt, der Universitätstag, die Idee wiederum kam direkt von Herrn Gunter Geduldig, also der Leitung der Bibliothek selbst. Geplant ist laut Herrn Geduldig “eine groß angelegte, weiträumige Ausstellung auf zwei Gebäudeebenen der Bibliothek”, wobei durch Mitwirken einer externen Fachfirma eine professionelle und publikumswirksame Darbietung erzielt werden soll.
Einen Besuch wert wird die Ausstellung für den Großteil der Universitätsangehörigen sowie interessierte Außenstehende und vor allem Ehemalige sein, denn es ist doch für jeden, der schlendernden Fußes durch die Flure läuft, oder gelaufen ist, spannend zu sehen, wie sich die Uni vor bzw. nach seiner oder ihrer Zeit entwickelt hat.
Zu verdanken haben wir die Ausstellung dem Engagement von Herrn Prof. Dr. Hanschmidt und Herrn Franz-Josef Luzak, Frau Melanie Philip und natürlich Herrn Gunter Geduldig, der sich um die allgemeine Planung und Organisation sowie um den Ausstellungsteil “Bibliotheksgeschichte” kümmert.
von Freya Kuhn

Erst die Anderen, dann Ich?!
Gedanken über das Phänomen „Altruismus“

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Was gibt es Schöneres, als jeden Tag nicht nur ein “Hallo” zu bekommen? Wenn dann auch noch die Sonne scheint und die eigene Laune gut ist, dann gibt es wirklich nichts Schöneres … Wäre da nicht diese eine Angewohnheit, die einem das Leben manchmal stressig machen kann. Das ist eine Angewohnheit, die man nicht abstellen kann. Man kann lernen, sie zu bekämpfen und zu unterdrücken, aber die Wahrscheinlichkeit, sie für immer auszulöschen, besteht nicht. Das ist so. Schicksal. Sie kann ganz verschieden auftreten. Sie kann bei Tieren auftauchen, aber meistens eher bei Menschen. Es muss sich dabei gar nicht um Freunde, Familie oder Bekannte handeln. Sie tritt auch bei völlig Fremden in Kraft, aber lange nicht so stark wie bei Menschen, mit denen man eine bestimmte Beziehung hat. Eine Regel dazu: je stärker die Bindung zu diesem Menschen, desto stärker diese Angewohnheit in Bezug auf diese Person. Die Ursache? Eine sehr gute Frage. Es ist sicherlich eine Frage der Erziehung, aber auch ganz klar eine Frage der Einstellung. Das Problem: seelische Belastung. Eine weitere Regel: Die Probleme aller Anderen sind wichtiger als Deine Eigenen! Und dann gibt es zu allem Überfluss ein Wort, was diese Angewohnheit perfekt beschreibt: Altruismus.
Was ist also dieser Altruismus? Banal gesagt: Man kümmert sich erst um die Angelegenheiten und Probleme Anderer und dann, wenn es keine Probleme bei Anderen mehr gibt, kommen die eigenen Probleme auf den Plan. Darüber hinaus bewirkt der Altruismus ein kontinuierliches Ja-Sagen. Wird man nach Hilfe gefragt, dann stimmt man natürlich zu, denn schließlich hat jemand ein Problem und ich muss es lösen. So ist das eben. Dass aber mehrere Leute viele Probleme haben können und alles zur selben Zeit, macht den Altruismus so gefährlich. Ein notorischer Ja-Sager wird schnell ausgenutzt und hat keine Zeit für sich, um sich auszuruhen und sich um seinen eigenen Kram zu kümmern. Aber so sind die Regeln. Es gibt einen Ausweg: Nein sagen! Aber sag als Altruist einmal “Nein!” … das ist bei Weitem nicht so einfach, wie ein Ja. Du weißt, dass Du mit einem Nein eine große Enttäuschung ertragen musst, die an Dir nagen wird und Dein Gewissen belastet. Also liegt die Entscheidung zwischen einem schlechten Gewissen und dem körperlichen, aber besonders psychischen Druck, den sie sich durch ein Ja aufladen. Dann doch lieber die Zerstörung des eigenen Körpers, um den des Bittenden zu schonen und ihn glücklich zu machen. Das macht alles einfacher und das Gewissen leichter. Warum einen gesunden Körper und Geist, wenn man ein leichtes Gewissen haben kann?
Hierzu passt ein weiterer Fachbegriff: Burn-out. Was ist das also? Na ja, Burn-out heißt übersetzt “ausgebrannt”. Und das erlebt der Körper, wenn er nur “Ja und Amen” sagt. Manchmal ist es einfach gesund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Für Körper und Seele. Ja-Sager sind ausgebrannt. Ihr ständiges Problemlösen wirft ihnen mehr und mehr Probleme bei ihnen selbst auf. Neben ihren alltäglichen Problemen tauchen Schwächeanfälle auf und sie werden zunehmend gestresst und sind einfach nervlich am Ende.
Nun denken sich alle: “Ich bin altruistisch und falle also irgendwann einmal in ein tiefes schwarzes Loch, weil ich den Leuten ihr Leben leichter machen möchte. Wo ist denn da die Gerechtigkeit?” Die Gerechtigkeit findet sich in Freunden und Vertrauten. Besonders für Altruisten ist es wichtig, dass sie jemanden haben, dem sie etwas anvertrauen können, ihre Probleme abladen können. Denn sonst staut sich bei ihnen eine Art Damm, der schnell brechen kann. Oft auch ohne Vorwarnung. Schließlich gibt es sogar einen Begriff für eine solche Angewohnheit und deswegen gibt es auch mehrere Menschen, die dasselbe Problem haben. Du bist nicht der einzige Altruist!
Dann gibt es die Leute, die einem Ratschläge geben. Man solle egoistischer sein. Denn nur als Arschloch würde man sein Ziel erreichen. Doch warum erst ein Arschloch werden? Was hat man davon immer egoistisch zu sein? Damit macht man sich nur Feinde. Völlig nutzlos. Neben diesem Effekt bringt der Ratschlag für echte Altruisten auch nichts, denn sie werden es nicht schaffen, so egoistisch zu sein. Sie können kein Arschloch sein. Zwar können sie lernen Nein zu sagen und kein allzu schlechtes Gewissen zu haben, aber ein Arschloch sein, klappt einfach nicht. Ihnen werden die Probleme Anderer nie egal sein. Auch wenn diejenigen sie nicht in diese Sache einbeziehen möchten, die Gedanken der Altruisten können sie nicht kontrollieren. Und diese handeln mit Sicherheit von jenen Problemen. Das ist einfach so.
Altruisten haben meist viele “Freunde”; Leute, mit denen sie sich gut verstehen, aber natürlich nur einige gute Freunde. Dann passiert es oft, dass diese guten Freunde, denen man alles erzählen kann, ebenfalls Altruisten sind. Sie ziehen sich quasi magisch an. Denn nur ein Altruist weiß, wie sich ein Altruist fühlt. Und nur diesem anderen Altruisten kann man seine Probleme erzählen, um nicht den Kopf zu verlieren. Auch ein Gesetz.
von Sarah Kotten
Als Altruist hat man immer eine offene Hand
© Kim Czuma / aboutpixel.de

Lachsfilet auf Blattspinat mit kleinen Kartoffeln

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Michael Hockemeyer, Koch im Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz
Vorspeise
Blaubeerfruchtsuppe:
  • 150g frische Blaubeeren
  • 250g Joghurt
  • 150ml Milch
  • Zitronensaft und Zucker zum Abschmecken
Zuerst pürierst Du die Blaubeeren, fügst dann den Joghurt und die Milch hinzu und schmeckst alles mit Zitronensaft und Zucker ab. Nach Bedarf lässt Du einige Beeren zum Dekorieren übrig und servierst diese mit der Suppe auf einem Suppenteller.
Hauptspeise
Lachsfilet auf Blattspinat mit kleinen Kartoffeln:
  • 4 Lachsfilets á 160 – 180g
  • 400g Blattspinat TK
  • 20 kleine Kartoffeln
  • 1 kleine Zwiebel
  • Petersilie
  • Butter(-schmalz) / Fett zum Braten
  • Zitronensaft und Salz nach Bedarf
Schäle die Kartoffeln und bringe sie zum Kochen. Sie benötigen ca. 15 Minuten, bis sie gar sind. Dann taust Du den Spinat ebenfalls in einem Topf bei geringer Hitze auf. Schneide die Zwiebeln in feine Würfel und dünste sie einige Minuten in Butter an, bis sie glasig sind. Würze dann die Lachfilets nach Bedarf mit Zitronensaft und Salz und mehliere sie. Dadurch werden sie saftiger und knuspriger und kleben nicht an. Nun kannst Du sie in die Pfanne geben und auf jeder Seite ca. 3 Minuten in Butterschmalz braten. Jetzt kannst Du sie zusammen mit den Kartoffeln und dem Blattspinat anrichten.
Nachspeise
Weißer Schokoladenpudding mit Himbeersauce:
  • Weißer Schokoladenpudding
  • Himbeersauce
  • Blockschokolade
  • Zitronenmelisse oder Ähnliches
Bereite den Schokoladenpudding nach Anleitung zu und fülle ihn in eine mit heißem Wasser ausgespülte Tasse. Sobald der Pudding kühl ist, kann er gestürzt werden. Du kannst auch mit einem Messer nachhelfen. Für die Schriftzüge benutzt Du Himbeersauce und vorher in einem Wasserbad erwärmte Blockschokolade, die Du jeweils mithilfe eines Spritzbeutels oder Backpapier auf den Teller bringst. Dekoriere nach Bedarf.
Guten Appetit wünschen das Studentenwerk Osnabrück und die uniVista Redaktion!
Ausarbeitung: Michael Hockemeyer
Text: Jenniffer Malenz

uniVista im Knast
Wir recherchieren für Euch überall. Auch hinter Eisengittern und baumhohen Mauern.

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Du wärst jetzt lieber auf einer sonnigen Südsee-Insel als im sprühregendurchwirkten Vechta? Ein paar hundert Meter hinter der Uni sitzen ein paar Jungs, denen es da ganz ähnlich geht. Nur sind Strand und Palmen für sie noch schwerer zu erreichen als für Dich.
Wir waren in der Justizvollzugsanstalt Vechta (Hauptanstalt) und haben uns mit Personal und Insassen unterhalten.
Foto: Alexander Dressler
“Die Kamera dürfen sie nicht mitnehmen. Es ist nicht erlaubt, hier Fotos zu machen.” Der Ton ist freundlich, aber mehr als bloß bestimmt. Widerrede zwecklos. Na toll, zehn Minuten ehe ich losfahren wollte, habe ich gemerkt, dass mein Fotoapparat nicht zu finden ist, hab gesucht, geflucht und mir den von meiner Nachbarin geliehen.
Dann halt nicht. Außerdem bleiben Handy und Personalausweis beim Pförtner. Wir gehen über den Hof, zu dem roten Backsteingebäude. Frau Fritsch, die mich bei meinem Besuch begleitet, zieht einen Schlüssel aus der Tasche, 15 cm lang und aus glänzendem Stahl. Er könnte gut eine wichtige Rolle in einem Fantasie- oder Abenteuerfilm spielen.
Das Hauptgebäude ist kreuzförmig. Von einem runden Raum in der Mitte gehen vier Flügel ab. In drei von ihnen sind die Gefangenen untergebracht, in einem befinden sich Büro- und Verwaltungszimmer. Die Böden sind durchbrochen, so dass man alles überblicken kann.
Es ist hell, nicht so finster wie in Prison Break oder Die Verurteilten. Doch dank der massiven Gitter, die die einzelnen Stationen voneinander trennen, entsteht eine eigenartige, beklemmende Atmosphäre.
Die JVA wurde 1904 gebaut, damals hat man Gefängnisse so gestaltet, um mit möglichst wenig Personal alles überblicken zu können. Andere Anstalten aus dieser Zeit – auch in anderen Ländern – sehen ganz ähnlich aus. Diese typische Knast-Optik ist bei Filmemachern beliebt, unter anderem wurden Geisel und Kanak Attack in Vechta gedreht.
Zwei Vollzugsbeamte zeigen mir eine Zelle. “Schreiben sie bloß nicht ‘Schließer’!”, werde ich eindringlichst gebeten. Wer im Vollzugsdienst tätig ist, hasst es, wenn seine Arbeit aufs Betätigen von Schlössern reduziert wird.
Die meisten der in Vechta Inhaftierten sind alleine untergebracht. Schreibtisch, Bett, Fernseher, an den Wänden Poster. Ein bisschen kleiner als ein Zimmer im Studentenwohnheim, ansonsten nicht viel anders. Wenn das Fenster nicht vergittert wäre.
Vergitterte Fenster gibt es auch in Frau Fritschs Büro. Die Sozialpädagogin erzählt über ihren Arbeitsplatz, draußen verbringen Inhaftierte ihre Freistunde. Jeder Gefangene hat das Recht, sich 60 Minuten pro Tag auf dem Hof aufzuhalten.
Sie spielen Basketball, unterhalten sich, sitzen mit freiem Oberkörper in der Sonne. Die Männer sind jung, könnten auch Studenten sein.
Jungtätervollzug
Nach Vechta kommt, wer in Niedersachsen verurteilt wurde und zu alt fürs Jugendgefängnis, aber bei Strafantritt jünger als 25 ist. Das ist in Deutschland einmalig, gilt aber als erfolgreich, in Bayern und Nordrhein-Westfalen wird derzeit erwogen, ähnliche Regelungen einzuführen.
Der Vorteil hierbei ist, dass die Gefangenen mit Gleichaltrigen untergebracht sind und dass besonders auf die Bedürfnisse junger Menschen eingegangen werden kann. Die Inhaftierten haben die Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen, können bei ausreichender Haftdauer sogar eine Ausbildung machen.
Allerdings können die Männer nicht heimatnah untergebracht werden, wie dies bei älteren Tätern praktiziert wird. Die JVA Vechta ist das einzige Gefängnis für Jungtäter in Niedersachsen.
Das kann vor allem für die Angehörigen der Häftlinge problematisch sein. Zweimal im Monat darf ein Inhaftierter Besuch empfangen. Stammen die Eingeladenen aus sozial schwachen Milieus, was nicht selten der Fall ist, werden die mitunter weiten Fahrten zur finanziellen Belastung.
347 Männer
Derzeit sitzen 347 Männer ihre Haftstrafen in der Hauptanstalt der JVA ab. Die Taten, die sie begangen haben, reichen von Fahren ohne Fahrerlaubnis, über Körperverletzung und Diebstahl bis hin zu vorsätzlichen Tötungsdelikten. Innerhalb der Anstalt sind sie verschiedenen Abteilungen zugeordnet. Klar, wer hier bloß für eine kurze Ersatzfreiheitsstrafe einfährt, weil er seine Geldbuße nicht bezahlt hat, soll nicht mit Mördern und Vergewaltigern untergebracht werden. In einer sogenannten Schutzgruppe leben Unterdrückungsopfer getrennt von den anderen.
Überhaupt gibt es innerhalb der gut gesicherten Mauern eine starke Differenzierung. Nach Haftantritt wird jeder Gefangene psychologischen Befragungen unterzogen und macht einen Intelligenztest. Danach entscheidet sich, wie es mit ihm weitergeht. Täter mit hohem Aggressionspotential haben die Möglichkeit einer Sozialtherapie, Suchtmittelabhängige können einen Entzug machen.
Außerdem wird bestimmt, welche Jobs für den Inhaftierten in Frage kommen. Von den Insassen der Haftanstalt wird erwartet, dass sie arbeiten. Das ist wichtig, damit sie einen normalen Tagesablauf beibehalten, sich nicht zu sehr von dem Leben “draußen” entfremden. Von dem Verdienst können sie sich kleine Annehmlichkeiten bestellen, so zum Beispiel Schokolade, Tabak oder Obst. Diese Einkäufe werden über Guthabenskonten verrechnet, Bargeld ist im Gefängnis verboten, um Erpressungsfälle oder Probleme wegen Schulden bei Mithäftlingen zu vermeiden. Der größte Teil des Einkommens wird aber erst nach der Entlassung ausgezahlt, um den Start in die Freiheit zu erleichtern.
Die Kosten, die ein Gefangener verursacht, liegen in der JVA übrigens bei ca. 80 Euro pro Tag. Eine Ausgabe, die wohl jeder der 347 Insassen dem Staat gerne ersparen würde.
“Haben sie noch Fragen?”, ermuntert Frau Fritsch mich. Ich schüttele den Kopf. Für heute habe ich genug Antworten erhalten. Es ist ein seltsames Gefühl, in so kurzer Zeit so viele Eindrücke aus dieser absurden, bedrückenden und dennoch irgendwie faszinierenden kleinen Welt zu bekommen.
Ich werde nach draußen begleitet. An einer Wand hängt ein Bild, das ein Gefangener gemalt hat. Es zeigt eine Uhr, die zwischen Gitterstäben zerfließt.
© Peter Reinäcker / PIXELIO
Dennis
Dennis ist 23 Jahre alt. Er hat verschiedene Betrugsdelikte begangen und wurde zu zwei Bewährungsstrafen von acht Monaten und eineinhalb Jahren verurteilt. Die Bewährung der kürzeren Strafe wurde widerrufen, so dass er ins Gefängnis musste. Ob er die eineinhalbjährige Strafe ebenfalls absitzen muss, entscheidet sich in den nächsten Monaten.
Vor seinem Bewährungswiderruf hatte Dennis als Animateur in Griechenland gearbeitet. Er hat eine Freundin und eine eineinhalbjährige Tochter aus einer alten Beziehung.
Schön, dass du dich von uns interviewen lässt.
Ich habe kein Problem damit, über diese Sachen zu reden. Ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe, aber ich will es auch nicht verheimlichen.
Wie kommt es, dass du hier bist?
Ich hatte immer auf eine Karriere als Fußballprofi gehofft. Ich war in der A-Jugend von Werder Bremen, dann habe ich mich dem Sportförderprogramm der Bundeswehr angeschlossen. Dort hatte ich einen schweren Unfall, ich habe mich an der Wirbelsäule verletzt. Zeitweise hieß es, ich könnte nie wieder Sport machen. Danach habe ich mich ziemlich hängen lassen. Ich war in einer Drückerkolonne, später habe ich zusammen mit anderen bei eBay Sachen verkauft, die ich nicht besessen habe.
Wie haben deine Eltern darauf reagiert, dass du ins Gefängnis musstest?
Meine Eltern waren natürlich enttäuscht. Aber sie halten zu mir, besuchen mich regelmäßig. Auch meine Freundin hat sich nicht von mir getrennt, obwohl wir erst seit zehn Monaten zusammen sind. Wir sind seit zehn Monaten ein Paar und seit fünf Monaten bin ich im Gefängnis.
Hat sie von deiner Vergangenheit gewusst?
Ja, ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt.
Wie ist es, im Knast zu sein?
Eigentlich ist das Leben hier nicht so schlimm. Man hat seine Aufgaben, irgendwas ist immer. Nur wenn abends die Zellentüren abgeschlossen werden, das ist übel. Trotzdem, manchmal glaube ich, die draußen haben es noch schwerer.
Was meinst du damit?
Ich denke dabei zum Beispiel an meine Freundin. Sie ist 19 Jahre alt und hat gerade Abi gemacht. Viele von ihren Bekannten können absolut nicht verstehen, warum sie mit mir zusammen geblieben ist. Ihre Geschwister haben ein Problem mit mir, wahrscheinlich, weil sie sich Sorgen um sie machen. Das ist nicht einfach für sie.
Mal was anderes: Konntest du die Fußball-WM mitverfolgen?
Ja, klar. Wir haben Fernsehen auf unseren Zellen. Wir dürfen übrigens auch Spielkonsolen benutzen, aber nur alte Modelle, die nicht internetfähig sind, also Gamecube, Playstation 1 usw. Es ist nur schwer, an Spiele zu kommen. Besucher dürfen uns keine mitbringen und es ist verboten, sich gegenseitig etwas auszuleihen.
Justizvollzugsanstalten in Vechta
   Hauptanstalt (Willohstraße 13)
     Geschlossener Jungtätervollzug
     Sozialtherapie für Jungtäter
     Untersuchungshaft für männliche Jugendliche
   Haus II (Zitadelle 10)
     Offener Jungtätervollzug
     Jugendarrest
   Hauptanstalt (An der Propstei 10)
     Geschlossener Vollzug
     Untersuchungshaft
   Abteilung Falkenrott (Zitadelle 17)
     Mutter-Kind-Haus
     Offener Vollzug
     Freigang
     Sozialtherapeutische Abteilung
Was machst du hier so?
Ich bin Hausarbeiter, das heißt, ich wische und fege, teile Frühstück, Mittag- und Abendessen aus. Außerdem mache ich Sport, spiele Fußball, Badminton und Volleyball. Eine Zeitung haben wir hier auch, den Kaktus, da mache ich ebenfalls mit.
Gibt es so etwas wie eine Knast-Hierachie?
Nein, eigentlich ist es recht ruhig. Klar, man kommt nicht mit jedem zurecht. Aber die meisten sind nicht auf Streit aus. Es sind vor allem die Jüngeren, die Ärger suchen. Die stressen rum, und behaupten, sie wären hier, weil sie jemanden umgebracht hätten. Man kann nicht alles glauben, was einem erzählt wird.
Glaubst du, dass dir die Zeit im Gefängnis auch etwas Positives bringt?
Ich denke, man lernt das Leben draußen, die Freiheit, mehr zu schätzen. Hier ist alles reguliert, selbst wann und wie oft man duschen darf. Alles, was man braucht, muss man beantragen.
Wie geht es bei dir weiter, wenn du draußen bist?
Es ist schwierig, das zu planen. Ich weiß ja nicht, wann ich raus komme. Ich möchte auf jeden Fall mein Abi nachholen, ich habe mich an einer Fernschule angemeldet. Was ich danach mache, weiß ich nicht. Vielleicht werde ich studieren.
Vielen Dank für das Gespräch.
von Stefan Hirsch
Foto: Alexander Dressler

Golden Rules
Ein Blick in die „goldene Methoden-Bibel“

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Seit 15.9. in der 2. Auflage
Quelle: Martin Krengel und Jolanda Buck
Selbstcoaching, Motivation, Zeitmanagement, Konzentration, Organisation. Dinge, die für jeden im Studium wichtig sind.
Martin Krengel, Referent und Doktorand, hat zu diesen Themen seine Golden Rules entwickelt, aus denen wir Euch hier einen Auszug präsentieren. Weitere Informationen sowie Downloads zum Buch gibt es auch in seinem Online-Ratgeber www.studienstrategie.de.
von Alexander Dressler
Gib Dir Ziele für jeden Lebensbereich
“Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.” Damit meinte Erich Fromm wohl das, was Psychologen heute intensiv untersucht haben: Demnach bestimmt die Motivation die Dauer, Intensität und Richtung des Handelns. Es liegt nahe, dass es anspornende Ziele sind, die hinter einer starken Motivation stehen: Je konkreter und detaillierter diese sind, desto besser werden sie Dein Handeln leiten. Während Dein persönliches Leitbild versucht, Deine Persönlichkeit und das “Große Ganze” zu fassen, geht es hier um greifbare Ziele und Motive. Es gilt dabei das Gesetz der Klarheit: Je klarer die Ziele sind, desto effizienter und effektiver kann man auf sie hinarbeiten! Brian Tracy sagt dazu: “Erfolg und Glück verdanken wir wahrscheinlich zu 80 Prozent der Klarheit im Denken.” Je öfter Du Deine Ziele aufschreibst, umschreibst, je mehr Du darüber nachdenkt, desto deutlicher werden sie Dir vor Augen treten! Wenn es eine Sache gibt, in der sich die Erfolgstrainer einig sind, dann ist es, dass Ziele eine Anziehungskraft haben: Ziele haben einen Einfluss auf Dein Denken. Glaubst Du an Dich und daran, dass Du es schaffen kannst, wirst Du Wege und Mittel suchen und finden, es tatsächlich zu realisieren.
Ziele haben eine weitere motivierende Funktion: Sie sind die Kriterien, an denen Du Dich messen kannst. Jedes Erfolgserlebnis hängt davon ab, was wir als Erfolg definieren! Nur durch konkrete Vorstellungen was gut ist und was nicht, können wir Rückmeldungen unseres Handelns einordnen. Bestimme jeweils auch persönliche Lern- und Entwicklungsziele für eine Aufgabe. Wenn der Chef flucht und tobt – Du kannst eine Sache für Dich bewerten und ein eigenes Resümee, gemessen an Deinen Kriterien, ziehen.
Kriterien zur Zielbestimmung
Spezifisch, messbar & terminierbar. Formuliere konkret: Nicht “Statistik vorbereiten”, sondern: “Bis Mittwoch Kapitel 3 durcharbeiten”
Anspruchsvoll, aber dennoch realistisch. Halte es sportlich, das spornt an. Machbar müssen die Ziele aber dennoch sein, sonst frustriert es.
Flexibel. Ziele können niemals absolut sein, denn sowohl Du, als auch Deine äußeren Umstände verändern sich.
Eine Freundin hat das nette Ritual, sich zum Jahresbeginn Ziele für das neue Jahr zu setzen. Sie erzählte mir am Neujahrstag euphorisch von ihren drei großen Zielen. Als ich dann im Juni nachfragte, wie es denn um ihren Fortschritt stünde, konnte sie sich spontan an keines ihrer Ziele mehr erinnern! Was lernen wir daraus? Erstens: Sich einmal im Jahr über die Richtung Gedanken zu machen, ist viel zu wenig. Zweitens: Wir müssen die Dinge aufschreiben und sichtbar machen, sonst können Ziele ihrer Orientierung gebende Funktion im Alltag nicht behaupten.
Durch das Aufschreiben werden Deine Träume konkreter und erhalten mehr Nachdruck. Das Notieren stärkt das Denken und lenkt die Richtung der Gedanken – sie drehen sich nicht mehr im Kreis. Aufschreiben beugt dem Vergessen vor und hat eine wichtige Erinnerungsfunktion. Voll Kraft wird nur dann entfaltet, wenn die Ziele tatsächlich präsent sind. Deswegen brauchst Du eine Zielscheibe vor Augen.
von Martin Krengel

Kinderspiele für Erwachsene
Eine Wertschätzung

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Auf dem Weg in die Aula kreuzte man vor einiger Zeit unweigerlich die Werke von Kommilitoninnen und Kommilitonen, die diese während des Semesters in harter Arbeit erdacht und geschaffen haben. Doch halt! Mitten unter ihnen befanden sich auch Bilder, die nicht unter Anleitung entstanden sind, auch nicht die Beschreibung “schön” oder “hübsch” verdienen, sondern vielmehr ins Auge stechen, im Gedächtnis bleiben und zum Denken anregen. “Was will der Künstler uns damit sagen?”, fragten wir uns hier tatsächlich einmal doch.
Wer ist eigentlich dieser Künstler?
Kseniya Kupenova ist ihr Name, sie ist zwanzig Jahre alt und hat für ein paar Monate ihre Heimat Burgas (Bulgarien) verlassen, um in Deutschland neue Erfahrungen zu sammeln. Um das Kennen und Kennenlernen von Menschen geht es auch in ihren Bildern und schon im Gespräch mit ihr merke ich, dass sie ein Talent dazu hat, in die Menschen hineinzusehen.
Bei vielen Deutschen zum Beispiel sei ihr aufgefallen, dass diese eine “Maske” tragen, wie sie sagt, die Menschen würden nichts von sich preisgeben wollen und wenn sie fragen, wie es einem gehe, interessiere es sie eigentlich gar nicht.
“Das trifft wohl ins Schwarze”, denke ich mir und setze das Interview fort, nur um noch einige Male mehr vom eigentlichen Thema abzuschweifen.
In ihren Bildern zum Thema “Kinderspiele für Erwachsene” fällt schnell auf, dass Kseniya einen Blick für die Menschen hat. Vielen werden die Bilder von den unbekleideten, hockenden Personen aufgefallen sein, die ihren Kopf mit Zeitung bedeckt haben.
“Die Menschen möchten anonym sein, aber trotzdem gefunden werden”, erklärt Kseniya auf meine Nachfrage hin und gibt mir kurz darauf ihre Mappe mit weiteren ihrer Bilder, die ich staunend und ehrlich beeindruckt durchblättere.
Eines der Bilder seht Ihr in unserem Kreativen Forum, die Auswahl ist nicht leicht gewesen. Weitere Bilder sind auf kseniya.carbonmade.com in ihrem Onlineportfolio zu bewundern.
© BirgitH / PIXELIO
Kseniya selbst kam in der 12. Klasse zum professionellen Zeichnen und Malen. Sie nahm hierbei schon an mehreren Ausstellungen teil und verkaufte auf einem Kulturfestival eines ihrer Bilder, was natürlich gebührend gefeiert wurde. Überhaupt feiere man in Bulgarien viel häufiger und ausschweifender als in Deutschland, und man trinke viel mehr Bier, sagt sie, was ich natürlich nicht so ganz glauben kann und mag.
In Bulgarien sei es aber auch seltener, dass man Bilder verkauft. Verkaufte Werke würden hauptsächlich ins Ausland verschickt, erzählt sie und begründet auch hiermit wieder ihre Lust durch die Welt zu reisen. Unsere Künstlerin ist der Meinung, alle Menschen seien im Grunde gut und deshalb möchte sie sie
kennenlernen.
Auf diesen Reisen kann man ihr deshalb nur viele neue und gute Erfahrungen wünschen, in der Hoffnung, dass sie weiterhin ihre Erkenntnisse über die Art der Menschen in ihren Bilder auf diese beeindruckende Weise zum Ausdruck bringt.
Ich bedanke mich für das tolle und spannende Gespräch.
von Freya Kuhn

Bild von Kseniya Kupenova
Eine Skizze aus der Reihe „Strawberries and Birds“

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Zeichnung: Kseniya Kupenova

Willkommen in Vechta!
Die nehmen hier fast jeden

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Foto: Alexander Dressler
“Bewerben sie sich in Vechta, die nehmen fast jeden”, sagte der Studienberater mit nachdenklichem Blick auf mein Abiturzeugnis. Klar, Vechta. Nie gehört. Sechs Wochen und unzählige Absagen später sollte sich das ändern.
Kommilitonen, mit denen ich mich in den ersten Wochen unterhielt, ging es ganz ähnlich. “Eigentlich wollte ich ja nach …, aber der N.C.”, hörte man immer wieder. So richtig freiwillig hatte sich kaum jemand fürs norddeutsche Outback entschieden. Schlechte Abiturienten kommen nach Vechta, gute überall hin. Naja.
Und jetzt? Anfangs musste ich mich ziemlich umstellen. Als Mountainbiker vermisste ich die Berge. Und ja, mir fehlte die Innenstadt. Ich komme aus Braunschweig, das ist schon nicht gerade New York. Aber immerhin bekommt man dort nicht nur, was man braucht, man hat sogar Auswahl. Und hier? Die Große Straße, die in jeder größeren Stadt vermutlich Kleine Straße heißen würde mit ihren paar Geschäften links und rechts, das war‘s. Nachts fahren dort getunte Golf GTI mit Schalldruckantrieb auf und ab, Atzenmusik versus Mickie Krause versus Sportauspuff. Jaja, bei uns auf dem Lande ist die Welt noch in Ordnung.
Aber irgendwie war ich ja nie so der Großstadt-Checker, und wenn man die richtigen Leute findet, gefällt‘s einem sowieso überall. Ich habe hier meine Freundin und ziemlich gute Freunde kennengelernt, war auf lauten und schmutzigen Partys und habe Theater gespielt. Ja, man kann in Vechta Spaß haben, ob mehr oder weniger als woanders, weiß ich nicht, ist mir auch egal, ich bin gerne hier.
Im ersten Semester war ich bloß von Montagmorgen bis Donnerstagnachmittag Vechteraner, bin jedes Wochenende nach Hause gefahren. Mittlerweile ist mein zu Hause hier. Vechta und ich haben uns aneinander gewöhnt.
Ob ein Lehramtsstudium an anderen, größeren Unis anders ist? Nicht wirklich, oder? Abgesehen von Verbindungsstudenten – statt denen gibt es glückliche Schweine auf saftigen Wiesen – bietet die Uni Vechta alles, was andere Hochschulen auch haben. Klausurenstress und überfüllte Hörsäle inklusive.
Ja, die Uni ist klein. Aber das heißt auch, sie ist überschaubar, Entscheidungsträger sind erreichbar. Will man ein Campusmagazin gründen, wird man dabei unterstützt, erhält Redaktionsraum, Postfach und Druckkostenzuschuss.
Irgendwann wird das Studium geschafft und die Zeit hier vorbei sein. Dann werde ich einerseits froh sein, dass es weiter geht, andererseits wahrscheinlich auch traurig, mein derzeitiges Leben hinter mir zu lassen.
Ich bin mir jedenfalls sicher: Auch Lehrer, die in Vechta studiert haben, werden später ihre Schülern mit Geschichten aus der wilden Studentenzeit nerven.
von Stefan Hirsch

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