Arnold Hobbacher
Inhaltsverzeichnis:
- [↓] PDF: Ausgabe 12 (PDF-Version)
- [↓] AStA informiert: Die neue Studierendensatzung
- [↓] PDF: Ausgabe 11 (PDF-Version)
- [↓] AStA informiert: Wahlen an der Hochschule Vechta
- [↓] PDF: Ausgabe 9 (PDF-Version)
- [↓] AStA informiert: BWM-2 oder das Scheitern interdisziplinärer Module
- [↓] PDF: Ausgabe 6 (PDF-Version)
- [↓] AStA informiert: Wohin mit Problemen im Studium?
- [↓] PDF: Ausgabe 5 (PDF-Version)
- [↓] AStA informiert: Rechtsberatung für Studenten
- [↓] AStA informiert: Vorsicht! Änderungen in der Prüfungsordnung
- [↓] AStA informiert: Lukas Aufgebauer mit Bremer Heimatpreis ausgezeichnet
- [↓] PDF: Ausgabe 3 (PDF-Version)
- [↓] AStA informiert: Studieren unter Palmen
Die neue Studierendensatzung
Das Studierendenparlament hat auf seiner 9. Sitzung im WS 2008/09 am 21.01.09 eine neue Satzung verabschiedet. In Bezug auf den AStA konnte man sich mit der Mehrheit des Studierendenparlaments auf einen Kompromissvorschlag einigen, welcher beide entgegengesetzte Positionen verknüpft. Eigentlich sah der erste Satzungsentwurf vor, dass alle AStA-Referenten sich mit einem Tätigkeitsbericht am Ende des Wintersemesters vor dem StuPa rechtfertigen sollten. Im folgenden Sommersemester sollten dann von dem neu gewählten StuPa alle AStA-Stellen neu ausgeschrieben werden. Die alten Referenten hätten sich natürlich wieder um ihr Amt mit bewerben können, aber müssten sich dann mit anderen Bewerbern messen. Die Amtszeit eines AStA-Referenten hätte somit ein Jahr gedauert, mit der Option zur Wiederwahl im folgenden Semester. Man hätte also die Amtszeit des StuPa und der AStA-Referenten angepasst. In der alten Satzung waren die Amtszeiten der AStA-Referenten unbeschränkt, d.h. man konnte als Referent entweder selber kündigen oder sich vom StuPa wegen eines schlimmen Vergehens suspendieren lassen. Der derzeitige AStA lehnte die Anpassung der StuPa-Legislaturperiode mit den AStA-Stellen ab. Das Hauptargument lag in der fehlenden Kontinuität, falls man die AStA-Stellen jedes Jahr neu auswechselt. Gerade in diesem Gremium sind ein paar erfahrende Referenten sehr nützlich. Außerdem könnte die Situation eintreten, dass ein völlig neu zusammengestellter StuPa schlecht die Arbeit eines Referenten beurteilen kann, wenn sie ihn einfach nicht kennengelernt haben. Auf der anderen Seite müssen sich die Mitglieder des StuPa jedes Jahr neu zur Wahl stellen, d.h. schlechte Leistungen können mit Stimmverlust oder sogar Mandatsverlust bestraft werden. Davon waren die AStA-Referenten befreit und so konnten lange Dienstzeiten in Anspruch genommen werden. Nach etlichen Diskussionen im Studierendenparlament und in der Satzungsarbeitsgemeinschaft konnte ein passender Kompromiss gefunden werden. Die AStA-Referenten werden einen Rechenschaftsbericht abgeben und stellen sich zur Wiederwahl mit anderen Bewerbern im jeweiligen Sommersemester. So konnte eine Überlappung zwischen der Amtszeit des neu gewählten StuPa und den „alten“ AStA-Referenten erfolgen. In dieser Überlappungszeit kann sich dass neue StuPa ein Bild von den Referenten und ihrer Arbeit machen, während man früh genug klären kann, ob überhaupt Bewerber für die einzelnen AStA Stellen vorhanden sind. Zu diesem Zweck wird der AStA, mit Unterstützung des Studierendenparlaments, in diesem Sommersemester die Studierenden ausführlich über die Aufgaben der AStA-Referenten informieren. Nur mit viel Aufklärungsarbeit und Werbung kann man es so früh genug schaffen, möglichst viele Bewerber für die offene Ausschreibung zu gewinnen. Der Job des AStA-Referenten kann nur ein Jahr andauern, aber man hat die Möglichkeit durch überzeugende Leistung sich wieder wählen zu lassen. In dieser Zeit kann man sehr viele nützliche Erfahrungen sammeln und seinen Horizont erweitern. Achtet auf die AStA-Aushänge und die Vorstellungen der Referate im Uni-Insider. Dort könnt ihr euch schon einmal ein Bild davon machen, was euch erwartet und vielleicht wagt ihr ja den Schritt euch im Juni zu bewerben.
von Arnold Hobbacher
Wahlen an der Hochschule Vechta

© Gerd Altmann / PIXELIO
Am 27. und 28. Januar 2009 wird wie jedes Jahr in der Hochschule Vechta fleißig gewählt. Neben der Wahl zum Studierendenparlament werden noch der Senat, die Zentrale Kommission für Lehre und Studium (ZKLS) und die Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung (KFG) gewählt. Der AStA und die verantwortlichen Wahlleiter des Studierendenparlamentes versuchen, wie in jedem Jahr, durch gezielte Informationen, Werbung und die direkte Ansprache eine möglichst hohe Wahlbeteiligung unter den Studierenden zu erreichen. Im letzten Jahr konnte man eine Rekordwahlbeteiligung von stattlichen 21 Prozent verbuchen. Eine Zahl, die zum einen ausdrückt, dass hinter den Kulissen gute Arbeit geleistet wurde, aber zum anderen deutlich macht, dass 79 Prozent der fast 3400 Studierenden hier in Vechta nicht gewählt haben. Natürlich ist eine Studierendenwahl kein Pflichtprogramm und jeder kann selbst entscheiden, ob man wählt oder nicht, dennoch ist bei diesen Zahlen ein allgemeines politisches Desinteresse nicht zu übersehen. Die Zeiten, so wird argumentiert, haben sich halt geändert. Es ist schon fast zwei Generationen her, dass sich Studenten ihre Mitbestimmungsrechte erstritten haben und in den folgenden Jahren sehr beherzt an der Hochschulpolitik teilnahmen. Letztlich führte dieses politische Engagement in den achtziger Jahren in die Sackgasse. Gesellschaftspolitische Themen rückten immer mehr in den Vordergrund und verdrängten wichtige Aspekte, die sich mit den Interessen der Studierenden befassen sollten. Landesweit entfernten sich ASten und Studentenparlamente von der lebensweltlichen Wirklichkeit derjenigen, die sie eigentlich vertreten sollten. Abrüstung, Umweltschutz oder kapitalistische Ausbeutung der Dritten Welt wurden heftig diskutiert. Meist mit dem Ergebnis, die Studierenden aufzuklären oder Solidarität, mit wem auch immer, zu bekunden. In diesem Zusammenhang konnte man es verstehen, dass immer mehr Studenten einfach das Interesse an ihrer eigenen Studierendenvertretung verloren haben. Studierendenparlamente wurden als „Quatschbuden“ bezeichnet, in denen viel debattiert, aber wenig Konstruktives erreicht wurde. Natürlich veränderte sich auch die gesamte Gesellschaft gleichzeitig. Allgemeine Politikverdrossenheit ging Hand in Hand mit einer jüngeren Generation von Studierenden, welche ihr Studium und den dazugehörigen Abschluss an erster Stelle setzten. Studierendenparlamente und die ASten der Hochschulen galten als Sammelbecken für politische Gruppen, Selbstdarsteller oder Junior-Berufspolitiker. Regelmäßig blockierten sich Interessengruppen und hinterließen nach ihrer Abwahl den Amtsnachfolgern chaotische Zustände. ASten verschuldeten sich häufig oder verpulverten die Gelder der Studierenden mit Friedenskonzerten oder Demonstrationen, an denen niemand teilnahm. All diese Hintergründe lasten noch heute auf den studentischen Gremien, denn ein schlechter Ruf wirkt immer sehr nachhaltig.

© Gerd Altmann / PIXELIO
Doch glücklicherweise veränderten sich die Studierendengremien langsam, aber stetig. Mitte der neunziger Jahre konnte man allgemein einen Paradigmenwechsel beobachten, weg von utopischer, politischer Agitation und hin zum Studenten und serviceorientierten Einrichtungen. Die Studierendenschaft rückte wieder in den Mittelpunkt und auch die Umstellung auf das
Bachelor-/Mastersystem sorgte dafür, dass Gremien sich mit Studieninhalten und Studienplanung beschäftigen mussten. In der Hochschule Vechta hat sich das Studierendenparlament jedoch immer in erster Linie als Interessenvertretung der Studierenden gesehen. Wichtige Entschlüsse und die große Möglichkeit, irgendwie auf Seiten der Studierenden einzugreifen, zeichneten immer das Studierendenparlament in Vechta aus.
Bachelor-/Mastersystem sorgte dafür, dass Gremien sich mit Studieninhalten und Studienplanung beschäftigen mussten. In der Hochschule Vechta hat sich das Studierendenparlament jedoch immer in erster Linie als Interessenvertretung der Studierenden gesehen. Wichtige Entschlüsse und die große Möglichkeit, irgendwie auf Seiten der Studierenden einzugreifen, zeichneten immer das Studierendenparlament in Vechta aus.
Aber wie kommt man als normaler Student in das Studierendenparlament? Nun, man kann sich auf eine Wahlliste eintragen oder sich einer Liste anschließen. Unter diesen so genannten Listen stehen Interessengruppen, wie z.B. die Liste Geisteswissenschaft oder die Liste Soziale Arbeit. Jeder Bewerber hat danach die Möglichkeit, in dem Wahl Basta, einem Werbeheft, sich kurz vorzustellen und den Studierenden sein Konzept, Vorschläge oder Vision zu unterbreiten. Oft ist die Rede von dem allgemeinen Einsatz für die Studierenden im eigenen Fachbereich, dem ein Bewerber angehört, sowie natürlich auch in allen anderen Fachbereichen. Somit kann man theoretisch sein Wahlvolk erheblich vergrößern. Die Wahlwerbung der Listen ist immerhin schon deutlicher, wenn es um die Formulierung von angestrebten Zielen geht. Hier werden fachliche Belange und Änderungswünsche auf den Nenner gebracht, um so den Studierenden die Wahlentscheidung zu vereinfachen. Doch dies ist natürlich nicht immer der Fall, so hat sich letztes Jahr der größte Fachbereich sich als Liste aufgestellt und auf eine Angabe von Wahlversprechen, Zielen oder Vorhaben gänzlich verzichtet. Entweder wollte die Liste keine Versprechungen abgeben oder die Probleme des Fachbereiches waren so groß, dass sie sowieso eindeutig waren. Es gibt immer verschiedene Wahltaktiken und Wahlwerbungen und man kann sich, nachdem man selbst gewählt hat, fragen: „Warum habe ich meine Stimme Kandidat XY gegeben? Hat mich seine Erfahrung beeindruckt oder seine angegebenen Ziele und Wahlversprechen? Welche Liste hatte das beste Programm?“ Am Ende jedoch wählt man, wie in der „großen“ Politik, jemanden von der Liste, der den eigenen Fachbereich vertritt, oder noch einfacher, man wählt, wen man unter den Kandidaten persönlich kennt. Warum man wen wählt ist letztlich auch nebensächlich, Hauptsache man hat gewählt und sich somit ein Stück politisch engagiert.
Ehrenamt braucht…

© Gerd Altmann / PIXELIO
… Ehre?! Nicht nur zum Wählen brauchen wir dich, sondern auch fürs Ehrenamt. Zwar ist es jetzt schon zu spät, sich noch für diese Legislatur für StuPa, ZKLS oder KFG aufzustellen, aber aktiv kannst du auch anders werden. Gerade zum Einstig bietet sich der Fachrat deines Studienganges an. Dieser kümmert sich um kleinere und größere Belange der Studierenden und wird auch kulturell aktiv – Uniparties vor B1 verdankst du immer dem Einsatz eines Fachrates! Und wenn du noch „höher hinaus willst“ in der Hochschulpolitik, bietet der Fachrat dir dafür ein geeignetes Fundament. Aber vor allem macht Fachratsarbeit Spaß und sieht auch später gut in der Bewerbung aus. Für Genaueres wendest du dich einfach an deine Fachvertreter (auf www.asta-vechta.de unter „Fachrat“).
Des Weiteren kannst du im Hochschulsport aktiv werden, dich im Mentoringprogramm Intermento um ausländische Studierende kümmern (auf www.uni-vechta.de unter „International“) oder natürlich bei der uniVista in der Redaktion oder als freier Mitarbeiter mitmachen. All das sind nicht nur tolle Freizeitbeschäftigungen, sondern geben dir die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und praktische Kompetenzen zu erwerben.
Und wer weiß, vielleicht bist du bei der nächsten Wahl fürs StuPa dabei?
Des Weiteren kannst du im Hochschulsport aktiv werden, dich im Mentoringprogramm Intermento um ausländische Studierende kümmern (auf www.uni-vechta.de unter „International“) oder natürlich bei der uniVista in der Redaktion oder als freier Mitarbeiter mitmachen. All das sind nicht nur tolle Freizeitbeschäftigungen, sondern geben dir die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und praktische Kompetenzen zu erwerben.
Und wer weiß, vielleicht bist du bei der nächsten Wahl fürs StuPa dabei?
von Arnold Hobbacher und Julia Stock
BWM-2 oder das Scheitern interdisziplinärer Module
Eigentlich fing alles gut gemeint und ambitioniert an. Die neue Prüfungsform des Portfolios wird vom Kultusministerium in Hannover seit Längerem favorisiert. Hierbei handelt es sich um eine übergreifende Fragestellung, die ein oder mehrere Seminare umfasst. Das Portfolio kann zwischen fünf bis zehn Seiten stark sein und ersetzt die übliche schriftliche Seminararbeit oder die Modulabschlussklausur.
Die Hochschulleitung der Universität Vechta wollte diese übergreifende Prüfungsform aufnehmen und kam nach eingehender Beratung mit dem Masterprüfungsausschuss auf das kombinierte Mastermodul BWM. Dieses Modul wird aufgeteilt zwischen den Fächern Psychologie und Erziehungswissenschaft und ist somit perfekt, um ein fächerübergreifendes Portfolio als Prüfungsform anzusetzen. Beide Fächer wurden informiert, das Portfolio in die Prüfungsordnung aufgenommen.
Eigentlich eine ganz einfache Sache mit vielen Gewinnern. Zuerst die Studenten, die nun für zwei Seminare lediglich ein Portfolio einreichen müssen und somit ordentlich Zeit sparen können. Dann die beiden Fächer, da nun nur eine Prüfung korrigiert werden muss. Zu guter Letzt die Hochschulleitung sowie der Masterprüfungsausschuss, da man sehr schnell das in Hannover so heißgeliebte Portfolio in das Studium integriert hat. Doch wie immer im Leben ist nichts wirklich unkompliziert und an einer Universität schon gar nicht. So hatte sich der AStA auf einmal mit 140 wütenden Masterstudenten zu beschäftigen. Zunächst musste man als AStA-Referent jedoch die komplizierte neue Sachlage verstehen: Was ist BWM (ein Modul für Lehramtstudenten) und welche Prüfung ist gemeint? Wieso hatten die Studierenden bereits eine Prüfungsleistung in dem erziehungswissenschaftlichen Teilmodul geleistet und weshalb konnten diese Studenten nun kein Portfolio mehr im Fach Psychologie schreiben?
Der AstA versprach, eine Lösung zu finden. Zunächst hatte man anscheinend im Fach Erziehungswissenschaft die klare Vorgabe des Prüfungsausschusses und der Prüfungsordnung anders interpretiert. Ein übergreifendes Portfolio stand nicht zur Debatte, stattdessen wurden Referate mit Ausarbeitungen geschrieben. Als nun einige Studenten im darauf folgenden Semester im psychologischen Teil des Moduls saßen, kam die böse Überraschung, da ganz korrekt nach der Prüfungsordnung auf das Portfolio bestanden wurde. Aber wie soll man ein Portfolio, welches Seminar übergreifend ist, schreiben, wenn man einen Teil schon hinter sich hat? Das Portfolio sollte darüber hinaus als Modulabschlussprüfung fungieren und nicht als Teilprüfung. Die Studenten hätten also für die gleiche AP Zahl doppelten Arbeitsaufwand leisten müssen. Vielleicht war dies ja nur ein Versehen, was durchaus bei einer neuen Prüfungsform und einem Modul, welches sich zwei Fächer teilen, passieren kann. Daher setzt man sich in einem solchen Fall gewöhnlich zusammen, spricht miteinander und findet eine Lösung. Das Problem in diesem Fall ist allerdings, dass die Verantwortlichen beider Fächer eben gerade nicht miteinander kommunizieren. Die Hochschulleitung versuchte dies mehrfach zu ändern, kapitulierte jedoch und erließ eine Verfügung. Erst jetzt fand man eine Lösung und musste feststellen, dass ein fächerübergreifendes Portfolio nur funktionieren kann, wenn auch wirklich Kooperationsbereitschaft zwischen den Fächern besteht.
Der AstA war entsetzt über diesen Zustand, da doch eigentlich die Lehre und die Ausbildung der Studenten im Vordergrund stehen sollten. Stattdessen können sich nicht einmal zwei Fächer an Vereinbarungen halten oder zusammenarbeiten. Die Prüfungsform mit einem seminarübergreifenden Portfolio ist nach nur zwei Semestern gescheitert und jetzt auch aus der Prüfungsordnung genommen worden. Ein gutes Beispiel, wie man nicht miteinander arbeiten sollte und was uns verdeutlicht, wie kompliziert wohl interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fächer ist.
Die Hochschulleitung der Universität Vechta wollte diese übergreifende Prüfungsform aufnehmen und kam nach eingehender Beratung mit dem Masterprüfungsausschuss auf das kombinierte Mastermodul BWM. Dieses Modul wird aufgeteilt zwischen den Fächern Psychologie und Erziehungswissenschaft und ist somit perfekt, um ein fächerübergreifendes Portfolio als Prüfungsform anzusetzen. Beide Fächer wurden informiert, das Portfolio in die Prüfungsordnung aufgenommen.
Eigentlich eine ganz einfache Sache mit vielen Gewinnern. Zuerst die Studenten, die nun für zwei Seminare lediglich ein Portfolio einreichen müssen und somit ordentlich Zeit sparen können. Dann die beiden Fächer, da nun nur eine Prüfung korrigiert werden muss. Zu guter Letzt die Hochschulleitung sowie der Masterprüfungsausschuss, da man sehr schnell das in Hannover so heißgeliebte Portfolio in das Studium integriert hat. Doch wie immer im Leben ist nichts wirklich unkompliziert und an einer Universität schon gar nicht. So hatte sich der AStA auf einmal mit 140 wütenden Masterstudenten zu beschäftigen. Zunächst musste man als AStA-Referent jedoch die komplizierte neue Sachlage verstehen: Was ist BWM (ein Modul für Lehramtstudenten) und welche Prüfung ist gemeint? Wieso hatten die Studierenden bereits eine Prüfungsleistung in dem erziehungswissenschaftlichen Teilmodul geleistet und weshalb konnten diese Studenten nun kein Portfolio mehr im Fach Psychologie schreiben?
Der AstA versprach, eine Lösung zu finden. Zunächst hatte man anscheinend im Fach Erziehungswissenschaft die klare Vorgabe des Prüfungsausschusses und der Prüfungsordnung anders interpretiert. Ein übergreifendes Portfolio stand nicht zur Debatte, stattdessen wurden Referate mit Ausarbeitungen geschrieben. Als nun einige Studenten im darauf folgenden Semester im psychologischen Teil des Moduls saßen, kam die böse Überraschung, da ganz korrekt nach der Prüfungsordnung auf das Portfolio bestanden wurde. Aber wie soll man ein Portfolio, welches Seminar übergreifend ist, schreiben, wenn man einen Teil schon hinter sich hat? Das Portfolio sollte darüber hinaus als Modulabschlussprüfung fungieren und nicht als Teilprüfung. Die Studenten hätten also für die gleiche AP Zahl doppelten Arbeitsaufwand leisten müssen. Vielleicht war dies ja nur ein Versehen, was durchaus bei einer neuen Prüfungsform und einem Modul, welches sich zwei Fächer teilen, passieren kann. Daher setzt man sich in einem solchen Fall gewöhnlich zusammen, spricht miteinander und findet eine Lösung. Das Problem in diesem Fall ist allerdings, dass die Verantwortlichen beider Fächer eben gerade nicht miteinander kommunizieren. Die Hochschulleitung versuchte dies mehrfach zu ändern, kapitulierte jedoch und erließ eine Verfügung. Erst jetzt fand man eine Lösung und musste feststellen, dass ein fächerübergreifendes Portfolio nur funktionieren kann, wenn auch wirklich Kooperationsbereitschaft zwischen den Fächern besteht.
Der AstA war entsetzt über diesen Zustand, da doch eigentlich die Lehre und die Ausbildung der Studenten im Vordergrund stehen sollten. Stattdessen können sich nicht einmal zwei Fächer an Vereinbarungen halten oder zusammenarbeiten. Die Prüfungsform mit einem seminarübergreifenden Portfolio ist nach nur zwei Semestern gescheitert und jetzt auch aus der Prüfungsordnung genommen worden. Ein gutes Beispiel, wie man nicht miteinander arbeiten sollte und was uns verdeutlicht, wie kompliziert wohl interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fächer ist.
von Arnold Hobbacher
Wohin mit Problemen im Studium?
Zuerst muss man das vorhandene Problem analysieren und feststellen, um was es sich genau handelt. Ist es fachlicher Natur, d.h. wenn man sich über einen Dozenten beschweren will, die Räume zu klein sind oder die zu leistenden Anforderungen eines Teilmoduls zu hoch für die zu erwartenden APs sind, dann ist der jeweilige Fachrat der richtige und kompetente Ansprechpartner. Der Fachrat hat in den meisten Fällen ein gutes und offenes Verhältnis zu den Lehrenden und den Institutsleitenden. Große und kleine Probleme können von den Fachräten über den „kurzen Dienstweg“ durch ein kleines Gespräch oder durch einen offiziellen Brief/Beschwerde in Angriff genommen werden. Man kann sich durch die Aushänge an den jeweiligen „schwarzen Brettern“ oder via Internetseite des Fachbereiches informieren, wer von euren Mitstudierenden Mitglied im Fachrat ist. Danach kann man den Mitgliedern entweder via E-Mail oder während der Fachratssitzungen persönlich sein Problem schildern. Nun liegt es an den Fachräten aktiv zu werden. Sollten die Fachräte gegen eine Mauer laufen und trotz intensiver Bemühungen dennoch nichts erreichen, kann der AStA den Fachrat unterstützen und auch das Gespräch suchen oder aber die nächst höheren Stellen im Präsidium in Kenntnis setzen. Denn bei allen Bemühungen kann man auf Missstände nur hinweisen und diese schriftlich festhalten, so dass eine offizielle Aktennotiz entsteht. Ob auf die Sorgen und Nöte letztlich eingegangen wird, hängt von den einzelnen Instituten und Fachbereichen ab. Zwingen kann man hierbei niemanden, aber man macht auf die Lage aufmerksam. Meistens werden alle Probleme in kurzer Zeit gelöst. Aber infrastrukturelle Probleme, wie z.B. zu wenig und zu kleine Räume brauchen natürlich etwas mehr Zeit. Neue Gebäude kann sich die Hochschule nicht einfach schnitzen, und unglückliche Planungen gibt es überall. Beschwerden sind richtig und wichtig, aber ein wenig Geduld sollte mitgebracht werden. Die Mühlen aller Bürokratien in Deutschland (und überall in der Welt) mahlen sehr langsam. Da sind Hochschulverwaltungen nicht anders.
Aber manchmal gehört es auch zu dem Studium, als Studierender zu improvisieren und mit schwierigen Situationen zu Recht zu kommen. Denn ein Studium an einer Universität ist nun mal keine Schulausbildung. Es wird, gerade wenn man 2 oder 3 verschiedene Fächer hat, immer wieder zu Überschneidungen kommen, oder dass man manchmal zwei Prüfungen an einem Tag hat. Alles in allem ist man hier in Vechta doch an einer Einrichtung, in der man sich kennt und in der die Dienstwege sehr kurz sind. Auf die meisten Wünsche der Studierendenschaft geht man ein und versucht, diese so schnell wie möglich umzusetzen. Das sieht in Massenuniversitäten wie Münster und Göttingen schon ganz anders aus.
von Arnold Hobbacher
Rechtsberatung für Studenten
Der AStA steht im Auftrag des Studentenparlaments in Verhandlungen mit einer Rechtsanwältin, um eine Rechtsberatung zu installieren. Im Rahmen dieser Beratung sollen regelmäßige Sprechstunden angeboten werden. Während dieser Sprechstunden kann jeder Student eine kostenlose Rechtsberatung erhalten. Probleme mit dem Vermieter, dem Mietvertrag oder Ärger mit der GEZ und anderen Einrichtungen, können so durch eine gezielte Rechtsberatung schnell geklärt oder auch weiterverfolgt werden. Voraussichtlich soll die Rechtsberatung ab dem 01.07. starten. Alle weiteren Informationen und die einzelnen Termine und Sprechstunden werden zu gegebener Zeit auf der AStA-Homepage und durch Aushänge bekannt gemacht.
von Arnold Hobbacher
Vorsicht! Änderungen in der Prüfungsordnung
Seitdem in Vechta vor vier Jahren auf einen Bachlor- und Master-Abschluss umgestellt wurde, war es eigentlich allen Eingeweihten klar, dass man im Laufe der Zeit etwas verändern wird. Nur durch Beobachtungen des alltäglichen Tagesgeschäftes und durch intensiven Ausstausch mit anderen Universitäten, konnte man Fehler und Ungereimtheiten auf den zweiten Blick erkennen. So eine radikale Umstellung der universitären Bildungslaufbahn braucht, bis es schließlich fast perfekt funktioniert, Zeit und eine Menge Geduld. Selbst in den alten Studienordnungen fand man immer noch Missstände. Kein System, auf das man sich einigt, ist zu hundert Prozent wasserdicht.
Aber Änderungen, die zu einem besseren Ablauf des Bachlor/Master-Studienganges erdacht und versucht umgesetzt zu werden, dürfen nicht nur auf den Rücken der Studentenschaft ausgetragen werden. Der enorme Zeitaufwand, dreimal mehr Prüfungen abzuhalten und zu bewerten als vorher, ist unbestritten. Aber einfach Prüfungen zusammenzulegen, um so die Anzahl zu reduzieren, ist nicht akzeptabel. Dem Studenten wird so eine Möglichkeit genommen, erstens die Teilmodulprüfung erfolgreich zu bestehen und zweitens, eine schlechte Note auszugleichen. Die gängige Praxis, nur noch Modulabschlussklausuren schreiben zu lassen, nimmt jedem Studenten die Möglichkeit, wenigstens einen Teil des Moduls erfolgreich abzuschließen. Auch die Überlegung, die Joker zu reduzieren, ist gerade in Bezug auf die Zulassungsbeschränkungen zum Master- Studiengang geradezu fahrlässig. Es ist schon an sich unzumutbar, dass nicht jeder für sich selbst entscheiden kann, sein Studium normal zu beenden. Dass man nur mit einem Bachlor-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen kann, ist bis heute eine Utopie. Deutschland fehlt es an qualifizierten Kräften (vor allem im technischen Bereich) und nun sollen noch 2/3 der Studenten nach dem Bachlor rausgesiebt werden? Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Um aber trotzdem den Schnitt zu erreichen (momentan in Vechta für den Master 2,5) sind gerade Joker-Klausuren geeignet, um schlechtere Noten noch zu korrigieren. Dem Bachlor-Studenten werden so viele Prüfungen zugemutet, dass man doch wenigstens mit 5 Jokern einige schlechte Leistungen verbessern zu können. Die bei weitem aber unzumutbarste Änderung soll die Reduzierung der Wiederholungsprüfungen sein. Anstatt wie bisher drei Versuche (zwei schriftliche und eine mündliche Prüfung) sollen alle zukünftigen Erstsemester nur noch zwei Chancen haben. Hier werden berufliche Karieren verhindert, nur um den Arbeitsaufwand der Lehrenden zu vermindern. Wenn das System reformiert werden soll, dann aber bitte radikal und nicht nur zu Ungusten der Studentenschaft.
Alles in Allem setzten sich eure studentischen Vertreter (StuPa, ZKLS, AStA, Senat) dafür ein, diese geplanten Änderungen mit allen Mitteln zu verhindern. gemacht.
von Arnold Hobbacher
Lukas Aufgebauer mit Bremer Heimatpreis ausgezeichnet
Der diesjährige höchst renommierte Preis der Wissenschaftlichen Gesellschaft der freien Hansestadt Bremen (Wittheit zu Bremen) geht an den Vechtaer Geschichtsmagister Lukas Aufgebauer. Eine Kommission, die über die Vergabe des Preises befindet, hat die von Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker und Dr. Mark Feuerle betreute Magisterarbeit mit dem Titel „Zwischen kultureller Identität und Mäzenatentum. Der Einfluss der niedersächsischen Heimatbewegung auf den Unternehmer Ludwig Roselius und dessen Böttcherstraßen- Idee“ ausgezeichnet. In einem feierlichen Akt wurde im Blauen Saal des Paula-Modersohn- Becker-Hauses der Preis am 23.04. vom Vize-Präsidenten der „Wittheit zu Bremen“ Prof. Dr. Hans Kloft überreicht. Zahlreiche Personen aus dem Universitätsund Kulturleben Bremens waren anwesend, als Prof. Dr. Hans Kloft eine Laudatio auf den Preisträger des Jahres 2007 hielt und gleichzeitig einen Überblick über die preisgekrönte Arbeit gab. In seiner mit der Bestnote ausgezeichneten Magisterarbeit untersucht Lukas Aufgebauer die umstrittene Ideengeschichte der Bremer Böttcherstraße, die heute noch eine zentrale Touristenat traktion Bremens ist. Lukas Aufgebauer konzentriert sich in seiner Arbeit auf die Ursprünge der Umgestaltung der Böttcherstraße und ihrer Entstehungsgeschichte ab 1890. Hierbei erforschte er die Einflüsse für dieses kulturell, künstlerisch und politisch motivierte Bauwerk. Die vor 76 Jahren vom Kaffee HAG Erfinder umgebaute Straße sollte als heimliches Zentrum die Bremer Bürger in eine Welt der Kunst und der geistigen Erholung einladen. Gerade die Würdigung der vorher stark umstrittenen, schillernden Persönlichkeit des Ludwig Roselius, der oft in die Nähe der Nationalsozialistischen Bewegung gebracht wurde, unterstrich Prof. Dr. Hans Kloft in seiner Rede. Lukas Aufgebauer und Prof. Dr. Hucker planen, diesen Erfolg der Hochschule Vechta mit weiteren Projekten zu diesem Thema zu zementieren. Mehrere Institutionen und Verbände aus Bremen, Osnabrück und Göttingen signalisierten bereits großes Interesse an einer Zusammenarbeit und weitere Unterstützung. Der AStA der Hochschule Vechta ist stolz auf seinen Kommilitonen und wünscht Lukas Aufgebauer noch viele weitere Auszeichnungen und Veröffentlichungen in seiner noch jungen wissenschaftlichen Karriere.
von Arnold Hobbacher
Studieren unter Palmen
Eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Studenten ist – laut den meisten Befragungen – ein Auslandsaustausch oder Auslandssemester. Gerade bei den dicht gestaffelten Bachelor-Studiengängen können fünf Monate in einem anderen Land und einer anderen Kultur nicht nur die Persönlichkeit weiterbringen, sondern auch neue Kraft und Elan für das weitere Studium geben. Nie wieder wird es so günstig und unkompliziert sein, an einen längeren Auslandsaufenthalt heranzukommen, wie es während des Studiums der Fall ist.
In den letzten Jahren hat sich die Universität Vechta ein beachtliches Netz von Partneruniversitäten aufgebaut, u.a. in West- wie Osteuropa, den USA, Brasilien oder China. Außerdem werden kürzere Austauschprogramme mit Partnerhochschulen während der vorlesungsfreien Zeit angeboten. Für diese Zwecke gibt es extra Stipendien, Auslands-BaföG und sonstige Unterstützungen. Lasst Euch doch einfach mal beraten!
Informationen und Beratung über und bei jedem Schritt der Planung und Durchführung bietet Euch dabei das International Office im R-Gebäude
von Arnold Hobbacher






