Julia Stock

Inhaltsverzeichnis:

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Ich bin viele – Ein Hoch aufs Stalken

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© Jörg Klemme, Hamburg / PIXELIO
Ich bin Safet, Eugen, Alex, Johanna und Stefan. Ich bin ein Dozent dieser Uni. Und ich bin der Dalai Lama.
Ich wohne an sechs verschiedenen Orten Deutschlands. Auf meinem Amazon-Wunschzettel wünsche ich mir weiter leben: Eine Jugend und Muttersterben.
Ich bin engagiert: bei der Caritas Krebsberatung, bei der Christlichen Arbeiterjugend Köln und beim Adventssingen.
Ich bin bei meinVZ und facebook.
Ich bin all das und gar nichts davon:
Ich bin Julia.
Ich wohne in Vechta.
Bei Amazon gibt es eine Buchbesprechung von mir.
Ich bin nicht christlich tätig.
Und ich bin bei studiVZ und xing.
Aber wenn ich mich selbst bei 123people.de suche, finde ich oben genanntes heraus. Unter anderem. Denn dort stehen auch meine Adresse und ein Teil meiner Telefonnummer… Aber auf Web 2.0 und Datenfreigabe wurde genug geschimpft. Ich habe auch keine Lust darauf, Euch mit erhobenem Finger zu ermahnen, Eure Daten vertraulich zu behandeln. Denn würdet Ihr dies tun, hätten die Menschheit und ich nichts mehr zu stalken! Was machen z. B meine Ex-Freunde gerade? er eine scheint immer noch zu Hause zu wohnen und ist unter seinem alten Spitznamen auch bei myspace zu finden.
Der Nächste wohnt – ach du liebe Güte, ich weiß, warum ich mit beiden Schluss gemacht habe – auch noch zu Hause, hat aber diese ganzen genannten politischen Bücherkommentare sicher nicht verfasst.
Und falls der nächste nicht wirklich gerade in Stäbelow (wo auch immer) wohnt, ist über ihn nichts herauszufinden. Nun gut, er hatte damals ja nicht einmal ein Handy.
Das langweilt Euch? Wie wäre es dann mit einer Recherche über DozentInnen oder HochschulmitarbeiterInnen? Ich sag nur schon mal vorab, um etwaige Enttäuschungen zu vermindern: Frau Assenmachers Profil verrät Euch nichts Neues. Und auch die Suche nach Herrn Kürschner ist kaum spannender.
Wie aber Herr Klohn 1997 aussah und ob Frau Wienken sich immer noch über “Rückmeldungen, Anregungen und Ideen zu den in der Homepage angelegten Schwerpunkten” freut, könnt ihr unter web.archive.org herausfinden. Das ist eine “Waybackmachine”, die euch auf alte Internetseiten bringt, getreu dem Motto “take me back”.
Die Frage, die mir nun kommt, ist, ob DozentInnen auch nach Studierenden googeln. Haben sie Fake-studiVZ-Accounts? Falls das jemand von Euch erstalkt: schreibt es mir! Denn dann findet Ihr meine Emailadresse sicher auch heraus…
Und nun? Seid Ihr immer noch da? uniVista weglegen und PC anschmeißen! Was könnte schon sozialer sein als rumzustalken? Ihr entdeckt Neuigkeiten über Euer (erweitertes) Netzwerk und könnt diese dann zur allgemeinen Erheiterung Eurer Freunde weitergeben.
Und zur Selbsterfahrung nutzt es auch: Ihr entdeckt schlimme Partybilder von Euch? Dann arbeitet an Euch… und schraubt Eure Schamgrenze runter…
von Julia Stock

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Offener Brief an die Kinder von morgen

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© Jessi / PIXELIO
Liebe Kinder von morgen,
ihr seid unsere Zukunft!
An euch liegt es, das deutsche Kulturgut weiterzuführen. Knüpft also an Goethe, Kant und Schiller an! Dass euch dafür Ausdrucksmöglichkeiten und die nötige Rechtschreibung fehlen… nun gut, das macht ihr doch mit eurem dafür um so größeren Kommunikationstalent (sprich Internet) wieder wett, nicht wahr?
Da ihr aber nicht nur für unseren Freigeist, sondern auch für unsere Altersvorsorge aufkommen müsst, wäre es nett von euch, einen gewinnbringenden Job zu finden. Da die meisten Berufe, die früher mit Hauptschulabschluss erlernt werden konnten, nun mindestens Mittlere Reife erfordern, ihr aber schon Probleme beim Erlangen vom ersteren habt und es eh nicht genug Ausbildungsplätze für euch alle gibt… bleibt euch wohl nur das Studium. Gut, erstmal heißt es natürlich, Arschbacken zusammenkneifen und das Abi machen. In 12 Jahren müsst ihr das schaffen, wofür wir noch 13 Jahre Zeit hatten. Und dann einen Platz an der Uni ergattern (aber vielleicht habt ihr ja Glück und es ist wieder zufällig irgendein Studiengang zulassungsfrei hier in Vechta!). Wenn ihr denn das nötige Großgeld habt (denn von Kleingeld ist bei einem Studium, wo allein die Studienbeiträge schon mindestens 4000 Euro betragen, wohl nicht mehr zu sprechen).
Möglich ist das alles, wenn überhaupt, nur deutschen Kindern ohne Migrationshintergrund. Denn da es nicht für jeden von euch einen Kindergartenplatz gibt und in eurer Familie mit Migrationshintergrund zumeist nicht (gut) deutsch gesprochen wird oder ihr in ghettogleiche Wohngebiete abgeschoben werdet, wo ihr auch sonst kaum Kontakt zu deutschen Muttersprachlern habt, ist eure Chance selbst auf einen Hauptschulabschluss… siehe oben.
Aber dann gibt es ja noch uns, die Lehrer und Pädagogen (ein Sorry an alle in Vechta, die was anderes studieren/werden. Ich weiß, ihr werdet auch schon in den Lehrveranstaltungen diskriminiert). Wir sollen all das ersetzen, was euch fehlt und all das möglich machen, was unmöglich scheint. Und das auf Stellen, die gestrichen oder gekürzt werden. Hm…
Liebe Kinder von morgen, wenn ihr also gar nicht erst auf die Welt kommen wollt, könnten wir das zwar verstehen, aber es würde uns arbeitslos und arm im Alter machen. Deswegen eure Devise: Opfert euch auf!
Viele Grüße,
eure Lehrer und Pädagogen von morgen
von Julia Stock
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© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO

Von “ABC” bis “Autor”, von “Zähne” bis “Zusammenspiel”

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Als die Humangenetikerin Katja de Bragança Anfang der 1990er auf einem Kongress über das Down-Syndrom einem Text von einem Mann mit diesem Syndrom begegnete, war sie begeistert. Sie hatte doch immer gelernt, dass Menschen mit Trisomie 21 weder lesen noch schreiben können! Aus dieser Begeisterung entstand die Idee für eine „kreative Bühne für Menschen mit Down-Syndrom“: Ohrenkuss. 50 feste Redakteure arbeiten daran mit, schreiben selbst oder diktieren ihre Texte. Viele davon wurden nun alphabetisch geordnet und zum zehnjährigen Jubiläum in einem (Wörter-)Buch herausgegeben, immer wieder aufgelockert von außergewöhnlichen Fotos.
Jedes mögliche oder scheinbar unmögliche Thema wurde auf besondere Weise behandelt. Die kleinen Texte laden zum Reinschnuppern oder Verweilen ein, vieles scheint direkt aus unserem Leben gegriffen, manches verblüfft oder öffnet die Augen.
„In dem man die Augen schließt und an nichts denkt und sich konzentriert, dann findet man das Glück.“
(Svenja Giesler 2003, Ohrenkuss Nr. 10)
Katja de Bragança & Bärbel Peschka (Hrsg.): Das Wörterbuch Ohrenkuss
Signatur: 402216
von Julia Stock

Wahlen an der Hochschule Vechta

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© Gerd Altmann / PIXELIO
Am 27. und 28. Januar 2009 wird wie jedes Jahr in der Hochschule Vechta fleißig gewählt. Neben der Wahl zum Studierendenparlament werden noch der Senat, die Zentrale Kommission für Lehre und Studium (ZKLS) und die Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung (KFG) gewählt. Der AStA und die verantwortlichen Wahlleiter des Studierendenparlamentes versuchen, wie in jedem Jahr, durch gezielte Informationen, Werbung und die direkte Ansprache eine möglichst hohe Wahlbeteiligung unter den Studierenden zu erreichen. Im letzten Jahr konnte man eine Rekordwahlbeteiligung von stattlichen 21 Prozent verbuchen. Eine Zahl, die zum einen ausdrückt, dass hinter den Kulissen gute Arbeit geleistet wurde, aber zum anderen deutlich macht, dass 79 Prozent der fast 3400 Studierenden hier in Vechta nicht gewählt haben. Natürlich ist eine Studierendenwahl kein Pflichtprogramm und jeder kann selbst entscheiden, ob man wählt oder nicht, dennoch ist bei diesen Zahlen ein allgemeines politisches Desinteresse nicht zu übersehen. Die Zeiten, so wird argumentiert, haben sich halt geändert. Es ist schon fast zwei Generationen her, dass sich Studenten ihre Mitbestimmungsrechte erstritten haben und in den folgenden Jahren sehr beherzt an der Hochschulpolitik teilnahmen. Letztlich führte dieses politische Engagement in den achtziger Jahren in die Sackgasse. Gesellschaftspolitische Themen rückten immer mehr in den Vordergrund und verdrängten wichtige Aspekte, die sich mit den Interessen der Studierenden befassen sollten. Landesweit entfernten sich ASten und Studentenparlamente von der lebensweltlichen Wirklichkeit derjenigen, die sie eigentlich vertreten sollten. Abrüstung, Umweltschutz oder kapitalistische Ausbeutung der Dritten Welt wurden heftig diskutiert. Meist mit dem Ergebnis, die Studierenden aufzuklären oder Solidarität, mit wem auch immer, zu bekunden. In diesem Zusammenhang konnte man es verstehen, dass immer mehr Studenten einfach das Interesse an ihrer eigenen Studierendenvertretung verloren haben. Studierendenparlamente wurden als „Quatschbuden“ bezeichnet, in denen viel debattiert, aber wenig Konstruktives erreicht wurde. Natürlich veränderte sich auch die gesamte Gesellschaft gleichzeitig. Allgemeine Politikverdrossenheit ging Hand in Hand mit einer jüngeren Generation von Studierenden, welche ihr Studium und den dazugehörigen Abschluss an erster Stelle setzten. Studierendenparlamente und die ASten der Hochschulen galten als Sammelbecken für politische Gruppen, Selbstdarsteller oder Junior-Berufspolitiker. Regelmäßig blockierten sich Interessengruppen und hinterließen nach ihrer Abwahl den Amtsnachfolgern chaotische Zustände. ASten verschuldeten sich häufig oder verpulverten die Gelder der Studierenden mit Friedenskonzerten oder Demonstrationen, an denen niemand teilnahm. All diese Hintergründe lasten noch heute auf den studentischen Gremien, denn ein schlechter Ruf wirkt immer sehr nachhaltig.
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© Gerd Altmann / PIXELIO
Doch glücklicherweise veränderten sich die Studierendengremien langsam, aber stetig. Mitte der neunziger Jahre konnte man allgemein einen Paradigmenwechsel beobachten, weg von utopischer, politischer Agitation und hin zum Studenten und serviceorientierten Einrichtungen. Die Studierendenschaft rückte wieder in den Mittelpunkt und auch die Umstellung auf das
Bachelor-/Mastersystem sorgte dafür, dass Gremien sich mit Studieninhalten und Studienplanung beschäftigen mussten. In der Hochschule Vechta hat sich das Studierendenparlament jedoch immer in erster Linie als Interessenvertretung der Studierenden gesehen. Wichtige Entschlüsse und die große Möglichkeit, irgendwie auf Seiten der Studierenden einzugreifen, zeichneten immer das Studierendenparlament in Vechta aus.
Aber wie kommt man als normaler Student in das Studierendenparlament? Nun, man kann sich auf eine Wahlliste eintragen oder sich einer Liste anschließen. Unter diesen so genannten Listen stehen Interessengruppen, wie z.B. die Liste Geisteswissenschaft oder die Liste Soziale Arbeit. Jeder Bewerber hat danach die Möglichkeit, in dem Wahl Basta, einem Werbeheft, sich kurz vorzustellen und den Studierenden sein Konzept, Vorschläge oder Vision zu unterbreiten. Oft ist die Rede von dem allgemeinen Einsatz für die Studierenden im eigenen Fachbereich, dem ein Bewerber angehört, sowie natürlich auch in allen anderen Fachbereichen. Somit kann man theoretisch sein Wahlvolk erheblich vergrößern. Die Wahlwerbung der Listen ist immerhin schon deutlicher, wenn es um die Formulierung von angestrebten Zielen geht. Hier werden fachliche Belange und Änderungswünsche auf den Nenner gebracht, um so den Studierenden die Wahlentscheidung zu vereinfachen. Doch dies ist natürlich nicht immer der Fall, so hat sich letztes Jahr der größte Fachbereich sich als Liste aufgestellt und auf eine Angabe von Wahlversprechen, Zielen oder Vorhaben gänzlich verzichtet. Entweder wollte die Liste keine Versprechungen abgeben oder die Probleme des Fachbereiches waren so groß, dass sie sowieso eindeutig waren. Es gibt immer verschiedene Wahltaktiken und Wahlwerbungen und man kann sich, nachdem man selbst gewählt hat, fragen: „Warum habe ich meine Stimme Kandidat XY gegeben? Hat mich seine Erfahrung beeindruckt oder seine angegebenen Ziele und Wahlversprechen? Welche Liste hatte das beste Programm?“ Am Ende jedoch wählt man, wie in der „großen“ Politik, jemanden von der Liste, der den eigenen Fachbereich vertritt, oder noch einfacher, man wählt, wen man unter den Kandidaten persönlich kennt. Warum man wen wählt ist letztlich auch nebensächlich, Hauptsache man hat gewählt und sich somit ein Stück politisch engagiert.
Ehrenamt braucht…
asta11b
© Gerd Altmann / PIXELIO
… Ehre?! Nicht nur zum Wählen brauchen wir dich, sondern auch fürs Ehrenamt. Zwar ist es jetzt schon zu spät, sich noch für diese Legislatur für StuPa, ZKLS oder KFG aufzustellen, aber aktiv kannst du auch anders werden. Gerade zum Einstig bietet sich der Fachrat deines Studienganges an. Dieser kümmert sich um kleinere und größere Belange der Studierenden und wird auch kulturell aktiv – Uniparties vor B1 verdankst du immer dem Einsatz eines Fachrates! Und wenn du noch „höher hinaus willst“ in der Hochschulpolitik, bietet der Fachrat dir dafür ein geeignetes Fundament. Aber vor allem macht Fachratsarbeit Spaß und sieht auch später gut in der Bewerbung aus. Für Genaueres wendest du dich einfach an deine Fachvertreter (auf www.asta-vechta.de unter „Fachrat“).
Des Weiteren kannst du im Hochschulsport aktiv werden, dich im Mentoringprogramm Intermento um ausländische Studierende kümmern (auf www.uni-vechta.de unter „International“) oder natürlich bei der uniVista in der Redaktion oder als freier Mitarbeiter mitmachen. All das sind nicht nur tolle Freizeitbeschäftigungen, sondern geben dir die Möglichkeit, andere Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und praktische Kompetenzen zu erwerben.
Und wer weiß, vielleicht bist du bei der nächsten Wahl fürs StuPa dabei?
von Arnold Hobbacher und Julia Stock

PDF-Version der 10. Ausgabe

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PDF-Version der 9. Ausgabe

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Sommerloch? – Nicht mit uns: Grillen

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Kulinarischer Genuss ???
Ich glaube, nach den Amis und Aussies sind wir Deutschen ziemlich groß im Grillen. (Damit meine ich jetzt das Herstellen kulinarischer Genüsse mit Hilfe von Glut und Flammen und nicht das Sonnenbanken.) Und vor allem wir Studierende. Sobald die ersten Sonnenstrahlen so etwas wie Sommer ankündigen (oder auch einfach den Aufenthalt unter freiem Himmel erträglich machen), wird in meinem Wohnheim, auf etlichen Balkons und Terrassen, gegrillt. Und das zumeist auf 10- 19 € Grills aus dem Supermarkt. Der ein oder die andere hat vielleicht noch einen Säulen-, Schwenk- oder Kugelgrill. Auch Einmalgrills sind durch Festivals oder Grillen im Park und am See bekannt.
Es ist auch nicht mehr nur die Wurst, die gegrillt wird. Längst haben alle möglichen Teile von allen möglichen Tieren den Rost erobert, darunter Geflügel, Fisch und ganze Ferkel. Aber auch vegetarisch grillen ist nicht mehr ganz so unnormal, gibt es doch in jedem Discounter neuerdings Grillkäse.
Also, was noch über des Studierenden liebste Essenszubereitung schreiben, wenn doch eh jede und jeder ständig grillt? Wir wollten es genau wissen: was man alles und auf welche Arten man es grillen kann?
von Julia Stock
Grillen ohne Rost
Es soll Situationen geben, in denen man einen Grill, Kohle, Anzünder und auch Grillgut dabei hat…aber keinen Rost! Kein Problem für den einfallsreichen Hungrigen: irgendwelche Stäbe schnappen, Wurst, Käse oder Fleisch aufspießen und über die Glut halten. Ist ein bisschen mühsam, wird auch mal warm an der Hand und zaubert keine Delikatessen, reicht aber fürs Sättigungsgefühl. Beim Käse ist zu beachten, dass der die Eigenschaft hat, zu schmelzen!
Mir wurde mal erzählt, man könnte in der Glut vom Grill eine Pizza – Calzone backen. Stimmt vielleicht auch. Aber erst, wenn die Glut schon ziemlich weg gebrannt ist!
So geht’s: Pizzateig vom Discounter kaufen, mit der mitgelieferten Tomatensauce bestreichen, die Hälfte mit Belag nach Wahl und Raspelkäse belegen, zusammenklappen und in Alufolie wickeln. Dann 5 Minuten von jeder Seite in die Glut. Aber wie gesagt: erst ganz am Ende! Zuvor könnt ihr einen normalen Durchgang grillen. Denn sonst wird die Calzone zu einer „außen schwarz und innen roh mit Brandaroma-Überraschung“. Grillbanane: Schön als Nachtisch oder fürs gute „Ich habe auch was Gesundes gegessen“-Gefühl: Bananen grillen. Dafür einfach die Banane ziemlich früh mit auf den Grill legen, ruhig an den Rand. Und dann schwarz werden lassen, zwischendurch mal wenden. Wenn die Banane innen weich ist (per Druck testen), runter nehmen, aufschneiden, mit Honig (oder Honig plus Cognac) beträufeln und auslöffeln.
von Julia Stock
Erd – Loch – Grill
Da standen wir nun. In dem Garten meiner Eltern. Was wir brauchten war eine uneinsehbare Ecke, in der wir ein Loch graben konnten – Erdlochgrill: Das war der Auftrag. Wir legten geschickte Hand an den Spaten, der im Laufe des Abends unter gleicher zu Bruch ging. Das Erdloch: ca. 20 cm tief, 30 cm lang und 20 cm breit. Mit einer Schicht Grill- und Holzkohle den Boden bedeckt, war der einzig effektiv und schnelle Weg zum Erreichen der Grilltemeperatur Brennspiritus. (Oh, wie das brannte… für Möchte-gern-Pyros ein höllisch heißer Himmel auf Erden…) Zurück zum Auftrag. Wir versuchten die Zartweizenbratlinge des Studentendinnerangebots und Eierkuchen (hierzulande Pfannkuchen) á la Oma Christa. Grillrost entnahmen wir einem üblichen Grill und eine Teflonbeschichtete Pfanne. Die Zartweizenbratlinge hatten leider nicht einmal die Möglichkeit, zu garen. Sie fielen auseinander und zwar bei jedem Wendeversuch. Ob Ei fehlte war die Frage aber wir konnten es nicht herausfinden. Nachdem der Frust die Bratlinge vom Grill vertrieb, versuchten wir uns an den Eierkuchen. Eine Geduldsprobe für alle Hungernden. Es dauerte, dauerte, dauerte, dauerte, dauerte….aber: Er schmeckte! Noch ein bisschen teigig – so mochte ich ihn.
Doch die Anderen wollten gare Eierkuchen, so versuchten wir per Höhenverstellungen durch weitere Grabung die Temperatur zu erhöhen. Ohne Erfolg und deswegen dauerte es dann auch leider nicht mehr lange, bis wir uns entschieden mit dem verbliebenen Teig an den Herd zu gehen.
Es funktioniert aber es dauert. Ganz im Gegensatz zum Löschen: Loch mit Sand füllen: Fertig! Nicht satt aber hoher Spaßfaktor!
von Johanna Olberding

Bilderalbum
uniVista No. 09: Grillen

Von C-Promis, fallenden Sternchen und Goldenen Himbeeren
Die Redaktion auf der Suche nach den schlechtesten Filmen

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Filmabende mit Freunden sind eine schöne Sache. Entweder Tempos, Sekt und Schoki bei Mädelsabenden, Bier und Pizza beim Fußball oder Kurze bei Sissi. Filmabende mit der Redaktion dagegen sind die pure Qual. Des Nachts im Wald ausgesetzt werden (der geneigte Leser weiß es vielleicht noch…) ist nichts dagegen.
Die Goldene Himbeere und Internet Movie Database halfen uns bei der Auswahl, damit wir auch ja nicht einen nur mittelschlechten Film gucken würden. Und so entschieden wir uns für vier Filme, von denen einer sogar im Besitz eines Redaktionsmitgliedes ist…
Zuerst Crossroads – Not A Girl mit Britney Spears. Meine KollegInnen waren schon nach wenigen Minuten der Meinung, schlimmer könnte es nicht kommen. Ha, wie sie sich geirrt haben!
Crossroads ist ein Coming-of- Age-Film. Darunter versteht man Filme, deren jugendliche Helden von grundlegenden menschlichen Fragen bewegt werden. In diesem Film wendet sich Britney alias Lucy den grundlegenden menschlichen Fragen zu (die uns sicher alle in unserer Jugend bewegt haben): Werde ich dank meines 1er-Zeugnisses an die beste Uni überhaupt gehen? Schlafe ich mit dem Schwerverbrecher, den ich gerade erst kennengelernt habe, obwohl ich noch Jungfrau bin? (Oops!… I Did It Again.) Oder werde ich doch erfolgreiche Popsängerin?
Bildnachweis: Kathi Biehler
Foto: Kathi Biehler
Adam Sandler kennt ihr sicher? Immerhin hat er in so grandiosen Filmen wie Die Wutprobe, 50 erste Dates oder Klick mitgespielt. Und auch sein Film Punch-Drunk Love wurde viel gelobt und ausgezeichnet. Für mich persönlich gibt es aber kaum einen weniger auszuhaltenden Film. Und auch die anderen fragten sich nach kürzester Zeit, wo der Sinn dieser Story und wie der Rest des Filmes zu überstehen sei. Adam Sandler alias Barry, Verkäufer von mysteriösen Klopröpfen, hängt den ganzen Tag in seiner Firma-Garage rum, wo er dann auch seiner großen Liebe Lena vorgestellt wird. Von seiner Schwester. Davon hat er einige und alle sind nervig. Bei einem Familientreffen rastet er aus und zerschlägt Fensterscheiben. Am Abend will er Telefonsex, wird im Anschluss erpresst und kriegt Probleme mit prügelnden Brüdern. Am Ende aber entdeckt er seine inneren Kräfte und alles wird gut. Auch irgendwie ein Coming-of-Age-Film…
Nach Punch-Drunk Love waren wir so hibbelig, dass wir uns auf Battlefield Earth mit John Travolta regelrecht freuten. Battlefield – das hörte sich nach Action, Geballer, Weltraumfights und tollen Specialeffects an, das klang wie eine Offenbarung! Oder zumindest wie einfache Ablenkungskost. Wir würden sehen… Der Film entstand nach der Romanvorlage von L. Ron Hubbard. Na, was bemerkt? Ja, das ist der Gründer von Scientology. Aber so was kann uns nicht schrecken. Und auch die Tatsache, dass der Film mit mehreren Goldenen Himbeeren ausgezeichnet wurde und als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt, war uns nur Ansporn. Und ja, der Film ist schlecht. Sehr schlecht. Und kein Stück actionreich oder spannend. Mir sind nicht mal Einzelheiten der Geschichte im Kopf geblieben. Irgendwie will die Menschheit sich von den bösen Aliens (unter anderem Travolta auf Plateau-Schuhen) befreien und schafft es auch. Jetzt habe ich das Ende verraten, ist aber nicht schlimm, guckt euch den Film einfach nicht an. Denn ich weiß nicht, ob ich je wieder Pulp Fiction genießen kann…
Die Krönung eines schlimmen Abends: Daniel der Zauberer. Schlechte Story, schlechtes Drehbuch, schlechte Schauspieler (u.a. Küblböck selbst), schlechter Dreh (mit einer Videokamera), schlechte Drehorte, schlechte Dialoge und schlechte Musik (von Küblböck daselbst). Ich habe noch nie einen so schlechten Film gesehen. Daniel alias Daniel – denn es geht ja um Küblböcks Geschichte- wird „von Millionen geliebt, von Vielen gehasst“ (so der Untertitel) und ganz besonders von zwei ältlichen Jugendlichen und einem ganz bösen Opa. Die hassen ihn so sehr, dass sie den armen Daniel umbringen wollen! Aber der hat einen lieben und toten Opa, der mit dem bösen Opa kämpft. Daniel wird dann doch entführt (Reaktion der Redaktion/ Reaktion jedes Zuschauers: „Nun tötet ihn endlich!“), aber durch seine positive Energie kann er Alles zum Guten wenden und an Weihnachten liegt unterm Baum sogar ein Zauberstab!
…dies war die inhaltliche Einführung – jetzt folgen erfahrene Wirklichkeiten oder auch „Nah-Tod-Erfahrungen“. „Coming-of-Age“ oder wohl eher: „Coming-of-Mind“: Also begleitet uns ins X-treme!
von Julia Stock
Schon das Gefühl, mir einen wertvollen Abend meines kurzen Lebens für „schlechte Filme“ zu reservieren, möchte mich zu dem Satz bewegen: „Oh, wisst ihr, an dem Abend kann ich leider auch nicht. Da müsst ihr wohl bedauerlicherweise ohne mich durch.“ – Ihr musstet wirklich ohne mich und: Ich konnte wirklich nicht! Therapeutische Hilfe auf psychodramatischer Basis biete ich euch nachträglich kostenlos an.
von Johanna Olberding
Aller Anfang ist Britney Spears. Na ja, hoffentlich nicht aller, aber so sollte es an diesem Abend sein.
Die Handlung versteckt sich gekonnt hinter flachen Dialogen und den Schmachtsongs der selbsternannten Pop-Prinzessin. Drei pubertierende Weiber, die sich nicht ausstehen können, fahren mit einem wildfremden Kerl, der auch noch ein Schwerverbrecher sein soll quer durch die USA. Ja klar! Selbstverständlich sind sie am Ende alle super dicke Freunde. Die Spears angelt sich natürlich den Typen, der kein Verbrecher sondern ein Held ist und sie startet als Sängerin durch. Also alles wie im richtigen Leben, oder? Ich habe keine Ahnung wer sich sowas ausdenkt. Zu ertragen war es für mich nur dank einer Menge Popcorn. Trotz allen Widerstandes konnten wir nicht verhindern, dass wir bei den darauf folgenden Filmen dann und wann, wenn es gerade irgendwie passte „I’m not a giiirl“ trällerten.
von Stefanie Bruns
Bildnachweis: pixelio.de 171914
© Anne Bermüller / PIXELIO
Ein Film mit Adam Sandler kann gar nicht schlecht sein – dachte ich. Ich dachte auch, nach den Filmen, die wir bisher gesehen haben, kann es gar nicht schlimmer werden. Doch bereits nach wenigen Minuten Spielfilmzeit brachte mich dieser an den Rand des Wahnsinns. Tatenloses wie Sinnloses begleitet von aggressiv machenden Psychomelodien schien einfach kein Ende zu nehmen. Ich wühlte in meinem Hirn nach Ausreden, den Raum verlassen zu müssen, doch meine Leidensgenossen ließen nicht zu, dass ich dem Grauen entfloh. Also betrank ich mich mit Mineralwasser und hoffte darauf, bald und häufig die Toilette aufsuchen zu müssen. Denn dies war der einzig erlaubte Grund, sich aus dem Raum zu begeben. Nachdem wir unsere Zeit erfolgreich durch diesen Film verschwendet hatten, wussten wir: Solche Filme lassen Aggressivität entstehen und wachsen. Versteckt sie also vor euren Kindern!
von Mira Brink
So, mittlerweile müssten die Aliens ja mal gelandet sein. Ginge es nach dem Streifen „Battlefield Earth – Kampf um die Erde“ aus dem Jahr 2000, wurde die Erde kurz nach der Jahrtausendwende von übelgelaunten Aliens überfallen, ihre Streitmacht innerhalb von 9 Minuten vernichtet und die Überlebenden für 1000 Jahre ABM in den Fabriken der Aliens verpflichtet. Bis, ja bis eines Tages ein charismatischer, junger Menschen-Mann beginnt aufzubegehren… Ein „Achtung, Spoiler!“ erspare ich mir. Ich bitte Euch, liebe Kommilitonen, seht Euch diesen Film nicht an! Schlaft 2 Stunden länger, geht spazieren oder kuschelt Euch an Eure Liebsten, aber bitte verschwendet Eure Zeit nicht mit diesem Film! Was von den Eckdaten annehmbar nach Popcornkino klingt („Wow, millionenschweres Endzeitepos mit immerhin John Travolta und Forest Whitaker!“), entpuppt sich als filmisches Zäpfchen gespickt mit groben Logikschnitzern, ätzenden Kostümen, gähnenden Dialogen. An plateaubesohlte Rastafari erinnernde Aliens nerven mit ihrer Bürokratie („Das muss ich dem Senat melden!“ „Sie werden strafversetzt!“), während die Menschen, die inzwischen wieder zu Wilden wie in der Steinzeit degeneriert sind, dank bestens gepflegter und frisierter Haare Heidi Klums Modelclique jeden Werbeauftrag wegschnappen würden. Sie bereiten ihre Befreiung vor, indem sie erst in einem 1000 Jahre alten Simulator fliegen lernen und sich anschließend die seit ebenfalls 1000 Jahren herumstehenden voll getankten Bomber der, na klaro, U.S. Air Force schnappen. Mit ihnen wollen sie auf dem Alienplaneten, der über ein nicht gezeigtes Portal mit der Erde verbunden ist, eine Atombombe zünden, und weil die Atmosphäre da drüben so ne ganz besondere ist, reicht eine Bombe auch für den ganzen Planeten. Falls Euch das noch nicht reicht: Die Bedienungsanleitung liegt übrigens neben der Atombombe. Auf einem Tageslichtprojektor.
Neben unzähligen Malen fremdschämen, dass so ein teures Machwerk nicht in der Produktion gestoppt wurde, kann ich meine einzige Reaktion während des Films schnell formulieren: „Alter, dauert der noch lang?!?“
von Christopher Vielhaber
Gegen Ende des Abends, nach dem grandiosen Battle um die Earth dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn es könnte nicht schlimmer kommen. Aber wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt immer noch was Schlimmeres daher. Dieses Etwas entpuppte sich als trashiger, grellbunt gekleideter, ohne Führerschein in Gurkenlaster rasender C-Promi. Daniel Küblböck, 81 Minuten lang, in seiner vollen Pracht. Nie war meine Blase schwächer, nie lagen meine Nerven blanker, nie habe ich verzweifelter um das Ende eines Filmes gebeten als an diesem Abend. Halbdokumentarisch lässt uns der Gurkenlastervandale an seinem verkorksten Leben und seinen Wunschvorstellungen teilhaben, quäkt zwischendurch fröhlich seine Lieder. Jede Sekunde hofft man mehr, dass es den Attentätern aus dem zweiten, mehr als schlechten fiktiven Handlungsstrang, gelingt ihn zur Strecke zu bringen bevor er sie mit seiner positiven Energie dazu bringt dem Küblböckismus zu verfallen. Ich bitte meine Mitstreiter aussichtslos die DVD aus dem Player zu reißen, falls mich Krämpfe durchschütteln oder mir Schaum vor dem Mund stehen sollte. Aber sie sind unerbittlich, wir müssen es bis zum Ende durchstehen sagen sie. Es war mit Abstand der schlechteste Film den ich jemals gesehen habe, eine peinliche, groteske, no-budget Selbstüberschätzungs-Show. Und was zum Geier sollten die armen Baby-Tiger in dem Musikvideo? Wo sind die die Greenpeace Aktivisten, wenn sie gebraucht werden? Fazit: Dieser Film ist schon wieder sooooo schlecht,… dass solltet ihr unbedingt einmal erlebt haben… aber bitte nicht nüchtern.
von Melanie Ehlert

PDF-Version der 8. Ausgabe

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Bielefeld gibt es wirklich

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„Schau dich hier um und dann in dich hinein, denn jeder braucht nen Platz zum glücklich sein, wir laden dich und deine Leute ein, um heute da zu sein, wo man sich liebt, in der Stadt die es nicht gibt“. Sicher ist, dass die Fantastischen Vier eine andere Stadt als Bielefeld im Kopf hatten, als sie diese Zeilen schrieben. Sicher ist jedoch auch, dass die uniVista die vermeintliche Stadt, die es nicht gibt, nicht nur gefunden hat, wir haben sie auch bereist und intensiv begutachtet.
Berlin sieht das sicherlich
etwas anders, aber man wird
noch träumen dürfen.
Foto: Sebastian Dargel
Bielefeld ist die zweitgrößte Stadt, die man mit unserem Semesterticket besuchen kann. Mit 330000 Einwohnern liegt sie zwar immer noch weit hinter Bremen, dafür aber auch weit vor allen anderen. Mitten im schönen Ostwestfalen, am Teutoburger Wald, ist Bielefeld vor allem einen Besuch wert, wenn euch Niedersachsen doch ein wenig zu flach ist.
Die Anfahrt nach Bielefeld legt euch leider einige Stolpersteine in den Weg. Eine Fahrt dauert 2 Stunden und 19 Minuten, falls in Osnabrück der Zug nach Bielefeld erreicht wird. Das erfordert aber Glück und Sportlichkeit, sonst kommt eine Stunde Wartezeit in Osnabrück dazu. Außerdem wird der Zug „Haller Willem“, den wir mit unserem Ticket nutzen können, nur auf der Nordwestbahn- Seite und nicht auf der Bahn-Seite angezeigt. Sollte man dann aber doch nach der langen Reise in Bielefeld ankommen, wird man wohl überrascht sein, wie attraktiv die eigene Heimatstadt im verregneten Wetter wirkt. Denn keine Frage, Bielefeld ist um den Bahnhof herum nicht schön anzusehen. Das Beste vorweg: Sollte man sich doch aus dem Zug trauen und nur 5 Minuten in egal welche Richtung gehen, hat man das Schlimmste hinter sich. Und was euch genau erwartet, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Die Altstadt
Unweit des Bahnhofs gelangt man in die im Stadtbezirk Mitte liegende Altstadt. Diese ist allemal einen Besuch wert. Denn in diesem mit 79 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadtviertel herrscht eine sehr angenehme und ruhige Atmosphäre. Das Bild wird von liebevoll restaurierten Altbauten bestimmt. Diese beherbergen di verse Läden (darunter haufenweise Edelboutiquen) und Cafés, welche zum Verweilen und Geld ausgeben einladen. Darüber hinaus hat die Altstadt, wenn man in kleinere Häusernischen abbiegt und den Hundehaufen ausweicht, auch einige besondere Bauten zu bieten. So zum Beispiel die Nicolai Kirche. Sie wurde um 1340 erbaut und ist damit die älteste Stadtkirche. In dieser gotischen Hallenkirche steht der Antwerpener Schnitzaltar, dessen genaues Entstehungsdatum bis heute ungeklärt ist.
Auch Bielefeld hat auf
die uniVista gewartet.
Foto: Sebastian Dargel
Kunsthalle Bielefeld
„Künstler = arm“: Für viele schwingt bei dem Gedanken an künstlerisches Schaffen der bittere Beigeschmack der Armut mit. Ein scheinbarer Widerspruch zu dem im November 2006 für 140 Mill US $ (106, 9 Mill €) verkauften Gemälde No. 5 1948 des Künstlers Paul Jackson Pollock. Oft scheint gerade das Ende des Lebens eines Künstlers den Anfang des Wertanstiegs seiner Werke zu bedeuten.
Doch: Emil Nolde (1867 – 1956) bricht mit dem Vorurteil der Armut. Er malte während seiner Lebzeit und schaffte es, durch Postkartendrucke und Veröffentlichungen als freischaffender Maler zu leben. Er malte im expressionistischen Stil und war einer der großen Aquarellisten. Wer die Ausstellung Begegnung mit dem Nordischen besucht, die noch bis zum 12. Mai 2008 in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen ist, den erwarten nordische Landschaften, Phantasieaquarelle und Zeichnungen. Zum Besuch reizend ist eben dieser Kontrast der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen Noldes. Der Künstler ermöglicht einen facettenreichen Einblick in seine Person, in seine Leidenschaften und in seine Veränderungen, durch die er öfter als einmal im Leben ging. Der Besuch der Ausstellung ähnelt einer großen Auswahl an Pralinen. Man bleibt bei denen, denen man verfallen ist.
Die Sparrenburg
Also Mauern bauen
können sie ja,
die Bielefelder.
Foto: Sebastian Dargel
Dieses historische Bauwerk ist das Wahrzeichen Bielefelds. Schon allein deshalb kamen wir natürlich auch nicht umhin, diese zu besuchen. Um 1300 erbaut, liegt die Burg auf einer Anhöhe und ist durch die Altstadt erreichbar.
Ihr heutiges Erscheinungsbild, so in der Informationsbroschüre zu lesen, hat die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Der Aufstieg zu den Festungsanlagen ist beschwerlich, da die Wege sehr steil sind.
Doch wer erstmal oben angelangt ist, wird mit einem fürstlichen Ausblick über Bielefeld belohnt. Wer außerdem noch den Turm besteigen und sich im Burgkiosk laben möchte, sollte darauf achten, in der Saison zu kommen (von April bis Oktober). An dieser Stelle sei auch auf das Spektakulum hingewiesen, einem großen Mittelaltermarkt, der alljährlich stattfindet. In diesem Jahr vom 25.07 bis zum 27.07.08.
Heimattierpark Olderdissen
Etwas außerhalb der Stadt, aber mit dem öffentlichen Nahverkehr problemlos zu erreichen, liegt der Heimat- Tierpark Olderdissen.
Das 15 Hektar große Gelände ist sehr offen gestaltet. Lediglich ein Schild weist darauf hin, dass man nun das Gelände des Tierparks betritt. Eintritt ist keiner fällig, aber um Spenden wird gebeten. Der Rundgang ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Zu sehen gibt es das übliche Dammwild, aber auch Bären, Wölfe und sogar ein Luchs und vieles mehr. Das heißt, wenn die Tiere gerade gewillt sind, sich zu zeigen. Die artgerecht gestalteten Gehege bieten viele Versteckmöglichkeiten und fordern den Besucher auf, etwas genauer hinzuschauen und Geduld zu haben. Natürlich fehlen auch die obligatorischen Ziegen, Gamsen und Esel nicht, welche einige Redaktionsmitglieder zu Entzückensschreien animierten und natürlich unbedingt mit Futter aus den aufgestellten Automaten versorgt werden mussten.
Darüber hinaus ist auch ein kleiner Abenteuerpfad Teil des Rundgangs auf dem sich nicht nur Kinder richtig austoben können.
Klare Sache, nach diesem Rundgang weiß man ein bisschen mehr über unsere heimische Tierwelt und hatte viel Bewegung und natürlich auch reichlich Vergnügen.
von Sebastian Dargel, Stefanie Bruns, Julia Stock und Johanna Olberding
Und so erreicht ihr Bielefeld:
Hin:
Vechta – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück:
Bielefeld – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:59 – 19:59 st. + 21:03, 22:33
Sa. 6:03 – 21:03 st.
So. 8:03, 9:03 + 11:03 – 15:03 zweist. + 16:03 – 21:03 st.
Osnabrück – Bielefeld
Mo.-Fr. 6:35 – 20:35 st. + 22:12
Sa. 6:35 – 20:35 st.
So. 7:35 – 13:35 zweist. + 14:35 – 20:35 st.
Osnabrück – Vechta
Mo.-Fr. 7:26 – 20:26 st. + 22:53
Sa. 7:26-15:26 st., 17:26, 19:26 + 22:53
So. 9:26, 11:26 + 13:26 – 20:29 st. + 22:53

Neues aus Übersee

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Sonntage eignen sich besonders gut für Spaziergänge.
Bildnachweis: bf
Bildnachweis: bf
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Nicht nur für ältere Generationen in den Wäldern des Umlandes, auch für Mittzwanziger in urbanen Welten. An einem Sonntag im März waren wir mit den Drei As des Autonomen Architektur Ateliers Bremen und 120 Interessierten in der Bremer Überseestadt unterwegs, unter dem Titel: Neues aus Übersee. Keine Führung durch touristisch interessante Bereiche, sondern die Fortbewegung als Selbstzweck, verbunden mit der Betrachtung des städtischen Raums. Das vermeintlich Uninteressante wird sichtbar, herausgehoben aus dem Dornrösschenschlaf des Alltags. Gebäude, Freiflächen, seit Jahren oder gar Jahrzehnten brach liegend, auf ihre Umnutzung wartend. Zeitzeugen der Industrialisierung, teilweise abgetragen und auf einen Haufen geworfen. Aber es gibt auch Gebäude, die von der Abrissbirne verschont blieben. Sie erhalten ein neues Leben. Daneben das aufgefüllte Hafenbecken, von einem Zürcher Landschaftsarchitekten zu einer Hügellandschaft umgewandelt.
So machten sich also drei Vechtaer Studenten auf, um urbane Welten zu entdecken. Mit unseren Füßen, Augen und Ohren. Es ging über Beton und Asphalt, über Hügel und Gräben, an einsamen Garagen und neuen Discountern vorbei. Wir wandelten sogar über Wasser, ehemaliges Wasser (oben genanntes Hafenbecken). Wir sahen vom Parkhausdach halb Bremen, sahen alt neben neu, verfallen neben schön, sahen die Natur ihren Platz zurück erobern. Wir hörten drei junge Architekten, teilweise sympathisch nervös, und lernten dabei, was wohnen im Mischgebiet ist, wo alternatives Theater gespielt wird, was Schuppen außer Treckergaragen noch sein können und wo die Wetten dass? Außenwette stattfand. Nach drei Stunden spazieren, klettern, wandern gab´s noch ein nettes Angebot zu Kaffee und Gespräch.
von Björn Franke und Julia Stock
Bildnachweis: bfBildnachweis: bf
Fotos: Björn Franke

Bilderalbum
uniVista No. 08: Überseestadt

Oh, es klingelt,…
Über das geschlechtsspezifische Fernmeldeverhalten

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“… Hallo, ich bin´s. … Was war denn das heut‘ Morgen im Seminar? Was wollte der Typ denn bitte von dir? (lacht) … (lacht wieder) … Ja, das habe ich mich auch gefragt. … Und eben auf dem Weg nach Hause …. Ja … Da hab ich Katha getroffen. … Du weißt schon, die mit dem Freund. … Na, der mit diesem seltsamen … Genau! (kichert) Naja, sie hat mir erzählt, dass sie Herrn P. gesehen hat. … Nein, nicht in der Uni. Rate! … Nein. … Schlimmer! …. Noch schlimmer! … Genau, in ihrer WG! … Er kam aus dem Zimmer ihrer Mitbewohnerin. Morgens! … Nee, ich kenn die nicht. … Ach. … Ach! … DIE ist das? Hat die nicht `nen Freund? … Ach so, hab ich verwechselt. Aber wie krass ist denn das? … Naja, zurück zu vorhin. Was hat der Typ gesagt? … Schon ein bisschen stumpf, oder? … Und, was machst du jetzt? … Echt? … Hm, ich weiß nicht. Sicher? … Wart‘ doch erst mal heute Abend ab. … Wie, du kommst nicht? Warum? … Kein Geld ist keine Ausrede. … Man, hier geht doch sonst nix, da muss man wenigstens mittwochs los. … Wir könnten doch vorsaufen. … Ich hab noch Reste. … Eklig? Eklig macht besoffen! (lacht) … Doch doch, das wird super. … Kannst ihn ja auch einladen. (lacht lauter) … Ok, eigentlich war das ein Scherz. … Naja, kannste ruhig machen. Ich frag dann noch ein paar Leute. … Ich meld mich später noch mal. … tschüß!“ „ … Hey. … Richtig! … Also, ich wollt dich fragen, ob du heut‘ Abend zum Vorsaufen kommst. … Bei mir. … Keine Ahnung, so um acht, neun? … Das ist ja super, ich hab auch noch was. … (lacht) … Ja, das hab ich auch schon gehört. Krass, ne?! … Ich dacht auch, ich fall aus allen Wolken, als Nadja das erzählt hat. … Unglaublich. … Ich mein … Irgendwie ist er ja auch ganz niedlich. … Naja, im Vergleich zu den anderen Profs. … Nein, ich bin nicht eklig! (lacht leise) … Oh, warte mal grad. … Da war nur grad mein Mitbewohner, hab das mal mit heut‘ geklärt. Der lädt dann auch noch ein paar Leute ein. … Gut, dann bis später! …”
“… Hallo. … Ich bin´s. … Ich rufe eigentlich an wegen…
Bildnachweis: pixelio.de (162319, 162320)
© Konstantin Gastmann / PIXELIO
Genau, woher … Ach, und hat sie auch von ihrer neuen Bekanntschaft erzählt? … Ja, dem Typen von heut‘ Morgen. … Der aus dem Seminar. … Ja, sie will sich ja anscheinend wirklich mit dem treffen! Oder ihn mitbringen heut Abend. … Hm. (lacht) … Und das von Nadjas Mitbewohnerin, haste das gehört? … … …”
von Julia Stock
Frauen und Naturwissenschaften, diese Kombination klingt ebenso phantastisch wie Frauen und Technik. Aber war es nicht Madame Curie, die das hochgefährliche Radium entdeckte? Und was die zweite Sache betrifft, fällt mir auf Anhieb eine technische Errungenschaft ein, die zwar von keiner Frau erfunden worden ist, aber die sie sich so sehr zu eigen gemacht hat, dass man das eine nicht mehr ohne das andere denken kann: das Telefon. Es ist schon abenteuerlich, wie lange und mit welcher Intensität die weiblichen Wesen unter uns das Telefonieren zelebrieren. Tag ein, Nacht ein – aus. Welch verbales Spiel, das kein Gegenüber in 3D braucht, welch gestische Vollkommenheit, die seit der Erfindung des kabellosen Telekommunikationsgerätes weitere Perfektion erfährt. Von Handys und den grenzen- und mauerlosen Möglichkeiten gar nicht zu sprechen. Unter dem Strich ist das alles wirklich eindrucksvoll und irgendwie, ja, auch irgendwie erschreckend. Was Männer vielleicht am Anfang einer Beziehung und ansatzweise in Fernbeziehungen schaffen und sonst möglichst kompakt in drei Sätzen runtersagen, da kommt Frau und füllt auf: ein eingeschobener Nebensatz, denn so gehört es sich, hier. Einen Hauptsatz finden wir noch dort. Und am Ende ist noch lange kein Ende in Sicht, sondern Punkt Punkt Punkt… Es ist nicht so, dass ich ein absoluter Anti-Telefonierer bin, ganz bestimmt nicht, aber manchmal habe ich einfach keine Lust. Ich sage dann Ja- oder Hm- oder Mhm-Sätze. Kennt jeder. Und manchmal bewege ich ganz langsam den Hörer weg, die Stimme am anderen Ende wird dann immer leiser. Dann wieder halte ich nur meinen Mund dran und sage einen dieser besagten Sätze, am besten aber nicht Ja, wenn ich vorher gar nichts gehört habe. Wenn Frau trotzdem fragen sollte, warum ich Mhm oder Hm gesagt habe, dann kommt die Ausrede mit dem Pudding, den ich gerade esse und der mir schmeckt. Nüsse eignen sich verständlicherweise nicht. Übrigens ist das mit dem Essen eine galante Ausrede, wie ich finde, denn beim Essen will man doch niemanden stören, oder? Also ist das Gespräch beendet. Bis es dann zehn Minuten später wieder klingelt. Man könnte dann unter die Dusche gesprungen sein, nen Spontanbesuch von nem Kumpel bekommen haben – nur auf ein Bier, versprochen! Man könnte, man könnte. Mann hätte auch etwas anderes erfinden können als das Telefon. Aber dann hätte es die Frau irgendwann erfunden. Garantiert! Und ich glaube sowieso, dass ein kaputtes Telefon, das noch funktionieren könnte, von einer Frau, eingeschlossen in einem Raum, ohne Probleme, mit etwas Zeit, repariert werden würde. Garantiert.
Nun gut, ich mache Schluss, denn es klingelt … oh, es ist das Telefon…
von René Kohn

PDF-Version der 7. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Das erste Mal…

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Wer erinnert sich nicht an seinen ersten Besuch bei Ikea, die ersten komischen Dinge, die man so in den Mund genommen hat, die ersten Panikattacken, die ersten körperlichen und geistigen Unfälle? Die Liste könnte ewig so weiter gehen, und manches davon möchte man gar nicht erlebt haben oder aber ganz schnell wieder vergessen. Wir haben uns gedacht: Verdrängen hilft nicht. Also setzten wir uns auseinander mit unserer Vergangenheit und schrieben sie auf, all die ersten Male, die uns geprägt haben. Die Titelstory gewährt euch also tiefe Einblicke in das Leben der Redaktion, exemplarisch also für den Rest der Weltbevölkerung, und lässt euch teilhaben an Dingen, die man die ersten zehn Jahre geheim hält, um dann leicht schmunzelnd darüber zu reflektieren. Gleichsam bildet die Titelgeschichte den Auftakt für die gleichnamige Rubrik, welche dann ab der nächsten uniVista im Sommersemester 2008 regelmäßig erscheint.
Natürlich seid auch ihr aufgefordert, uns an euren ersten Malen teilhaben zu lassen. Egal ob Konzertbesuch, Gefrierbrand am eigenen Körper oder Candlelight Dinner, lasst eure Gedanken schweifen, schreibt sie nieder und schickt sie uns.
…oraler Kontakt mit seltsamen Dingen
Bildnachweis: pixelio.de 151877
© A. Flade / PIXELIO
Langsam schließe ich die Lippen um ihn, lasse ihn weiter in den Mund gleiten und betaste ihn vorsichtig und ein wenig scheu mit der Zunge…er fühlt sich glatt an und irgendwie hart…
Verdammt! Ich rede von einem gerösteten Mehlwurm, den ich gerade in den Mund genommen habe!! Ihr erinnert euch noch an diese witzigen Lutscher mit den Insekten drin? Ich musste unbedingt einen haben und zum ersten Mal ein Insekt essen…man, fühlte ich mich beim Kauf cool!! Nun, ich hab’s getan…und ihn gegessen…schmeckte ein wenig wie zu Brikett getoastetes Weißbrot. Also nicht so lecker. Aber der mehlwurmumhüllende Lutscher war gut.
…Kontakt zu den (gelben) Engel
Ich höre eigentlich immer Radio. Nein, eigentlich läuft immer Kassette. Auf jeden Fall Musik. Und diese laut. Wenn ich Auto fahre, brauche ich das. Nur dieses Mal hab ich das aus unerklärlichen Gründen nicht gemacht. Und so hörte ich den Knall. Ich konnte das gar nicht richtig zuordnen. Dann merkte ich, dass das Auto komisch fuhr, dann wieder, dass das Geräusch nicht besser wurde und dann, dass mir ein Reifen fehlte. Hinten links. 120kmh. A 29. Mahlzeit! Hinter mir kein Auto. Durchatmen. Auf den Seitenstreifen fahren. Ruhig bleiben. Keine Panik. Ich sagte mir das immer wieder und tat einfach alles dagegen. Und ich meine: wirklich alles. Das ganze Register. Ich rief bei dem Freund meiner Mutter an, Kfz-Meister. Der muss doch Ahnung haben. Ich machte den Kofferraum auf, suchte nach Ersatzreifen und Wagenheber, fand ersteren, aber den Heber nicht. Ich rief die Polizei an. Römms, Fahrtwind, 200 Sachen. Nein, nicht mein Puls! Wind peitschte mir ins Gesicht.
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© adacta / PIXELIO
Die Autobahn kennt keine Geschwindigkeitsgrenzen. Aber mit Highspeed erfasst zu werden, bringts vermutlich schneller zu Ende als mit gemäßigten 120 ins Wachkoma verfrachtet zu werden. Ich rief die Polizei an. Ich stellte meinen Rucksack mit roter Lasche in 100 Meter Entfernung auf. Wo war nur das Warndreieck? Wo blieb nur die Polizei? Ich suchte weiter nach Wagenheber und Warndreieck. Das Radio blieb aus. Die Polizei kam viel zu spät. Grummelig stieg EINER aus. Und WIDERWILLIG rief er den ADAC. Kommunikation lief schleppend. Er auf dem Seitenstreifen. Ich hielt mich hinter einem Zaun auf. Ich sollte doch weg von der Fahrbahn, Muttis Freund sagte das doch. Polizei weg. Gott, was dachte der von mir?! Wo bleibt der ADAC? Ich gehe zum Kofferraum, ein letztes Mal. Ich suche und finde: das Warndreieck. Entscheide, dass der Rucksack seinen Zweck tut. Dann kommt der Wagenheber zum Vorschein. Ich entscheide mich: mutig zu sein. Ich will doch was zu erzählen haben, wenn ich das hier überlebe. Ich wechsele den ersten Reifen meines Lebens. Ich überlebe. Am Seitenstreifen auf der A29. Nur die A1 hätt das noch toppen können!
…Urlaub ohne die Erzeugerfraktion
Wir hatten es geschafft! Die Schlacht war geschlagen, und wir waren die Sieger. Stolz ohne Ende und mit einem Auto voll Gepäck und Proviant brachen wir nun auf zum ersten Urlaub ohne Eltern am Ostseestrand. Hinfahren durften uns die Erziehungsberechtigten noch. Aber dann waren wir endlich allein. Vier pubertierende Mädchen allein im Bungalow.
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Die Nächte wurden zu Tagen. Es wurde sich geliebt und gestritten ohne Ende. Die Urlaubskasse wurde voll ausgeschöpft, der Strand in Beschlag genommen und die Freiheit genossen. Nach zwei Wochen, die auch in unserer geliebten Seifenoper nicht turbulenter hätten ablaufen können, fühlten wir uns ein bisschen wie die einzigen Überlebenden eines schrecklichen Unglücks, als das Auto unserer Eltern in Sicht kam und wir wieder nach Hause fuhren. Erschöpft, um eine Erfahrung reicher, aber glücklich.
…mit 40 kmh der Schwerkraft trotzen
Als ich vor so einigen Jahren zum Geburtstag einen dieser tollen Fahrradcomputer geschenkt bekam, war völlig klar, was zuerst gemacht werden muss: Ein Geschwindigkeitsrekord muss her! Und da unsere Straße leicht abschüssig war, musste auch genau diese für den Versuch herhalten. Dass sie außerdem wie ein Hufeisen geformt ist, sollte später noch eine wichtige Rolle spielen. Ich begann also an einem schönen heißen Sommertag mit kurzer Hose und T-Shirt los zu brettern. Der Geschwindigkeitsmesser kletterte in ungeahnte Höhen, ich trat in die Pedale wie ein Verrückter, 34, 35, 36, 37… immer höher stieg der Messer an. Dann endlich 40!!! Juhu!!! Als ich dann aber den Kopf hob, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich zwar genug Straße hatte, um auf 40 km/h zu beschleunigen, aber kein einziger Meter Bremsweg zur Verfügung stand. Tief fliegend schlug ich mit dem Vorderrad am Bürgersteig an und wurde aus meinem Sattel über den Maschendrahtzaun auf die andere Seite des Bürgersteigs katapultiert… gerne wäre ich im Zaun gelandet, denn hinter dem Zaun bremsten ja Gott sei Dank nur dornenbewehrte Rosenbüsche meinen Aufprall. Als ich nach ca. 1 Minute des lauten Stöhnens langsam aufstand, sah ich, dass ich eine regelrechte Schneise durch die Büsche gerissen hatte und gute 3 m geflogen war. Das Rad hatte auch einen guten Teil zur Zerstörung des Vorgartens beigetragen, denn es hat beim Aufschlag den Zaun gewichtig zu Boden gepresst. Glücklicherweise hat mich keiner dabei gesehen… und mir geht’s gut, danke!
…auf Tuchfühlung mit der Kreisstadt
Endlich! Ich hatte das Abitur in der Tasche und war nun offiziell an der Hochschule Vechta eingeschrieben. Wer wollte mich jetzt noch aufhalten?
An einem schönen Tag im Oktober sollte es nun soweit sein. In Vechta wartete ein Schlüssel auf mich. Der Schlüssel zur Freiheit! Aber wo ist Vechta eigentlich? Mit vielen guten Ratschlägen und Landkarten machten wir uns auf den Weg. Schließlich kamen wir an. Aber wo war hier die Stadt? Einzelne Gebäude, kein Supermarkt, keine Bank. Wo war ich gelandet?
Besichtigung der WG. Ganz klar, hier wohnen Studenten. Der Kühlschrank war voll, voll mit Bier. Ich war froh, dass ich an diesem Tag noch nicht bleiben musste. Und Bremen und Osna sind ja auch nicht weit.
…einen Freund haben
Bildnachweis: Karen Ishikawa
Foto: Karen Ishikawa
Mein erster Freund war wiederum ein Freund meiner Cousine. Ein netter Junge mit der Aussicht auf einen eigenen Handwerksbetrieb. Groß, blond und mit Brille (denn das sind die besten Typen). Und besagte Verwandte fand wohl, dass es langsam an der Zeit sei, mich zu liieren. Ich war ja immerhin schon 14! Im besten Clueless-Style berichtete sie uns dann gegenseitig von unserer Großartigkeit – großartige Hobbies, großartiger Musikgeschmack (ich hatte damals noch gar keinen Musikgeschmack, bei und zu Hause lief nur FFN), großartige Nettigkeit – und vereinbarte ein erstes Treffen auf ihrem Geburtstag. Es existieren immer noch Fotos davon, anscheinend hatte ich Spaß, an den ich mich aber dank einer Flasche Blue Curaçao zwecks Aufregungsbekämpfung nicht mehr erinnern kann. Als einziges sind mir seine warmen, treuen Hundeaugen im Gedächtnis geblieben (leider stellte er sich als gar nicht so treu heraus, aber das wäre wohl eher eine Episode für „Mein erstes Mal: sich trennen“). Und so kam es von einem Date zum nächsten und von einem Kuss zur Beziehung. Und wie sehr ich verliebt war! Er war toll… Aber vor allem war ich vergeben. Liiert. Eine Pionierin in der Klasse. Das war sicher genauso ausschlaggebend für mein verklärtes Dauergrinsen. Das erste Mal einen Freund haben ist ein großes Gefühl. Ein Gefühl von Verliebtheit, aber auch von Herzschmerz. Mit den Eltern feilschen, um Fahrdienst betteln, die Pille nehmen, den ersten Sex haben, sich ver- und unverstanden fühlen. Vom Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Pubertät pur und das zu zweit.
…blau gelbe Impressionen
Bildnachweis: Björn Franke
Foto: Björn Franke
Ich war 21, hatte grade meine erste WG bezogen und brauchte: Möbel. Woher? IKEA! Ja, als jung-dynamische Landpomeranze klang das nach Abenteuer und großer Welt. Her mit Ektorp, Lunna und Köttbullar. Rein in den Konsum. Oh, es war ein Genuss, erst die Fahrt mit der Straßenbahn, dann die S-Bahn nach Köln-Godorf und schließlich der Bus zum Parkplatz… Auf der Heimfahrt beanspruchte ich vier Sitze und mehrere der großen blauen IKEA-Taschen, um all den Krimskrams (natürlich war ich an GLIMMA, den 100 Teelichtern, auch nicht vorbeigekommen) mit sämtlich verfügbaren Verkehrsmitteln in meine Wohnung zu befördern. Mein erstes Mal IKEA? Teuer!
…ungenügende Leistung bringen
Ich war jung, dynamisch trotz Rauchens oder gerade deswegen, in der neunten Klasse, die längste Zeit Streber gewesen. Ich war nun rebellisch (siehe Rauchen), aufmüpfig schon immer, ansonsten jeglichem Unterrichtsgeschehen gegenüber desinteressiert. Ich sagte natürlich nur dann was, wenn ich schweigen sollte und umgekehrt. Und dann war es soweit, ich arbeitete da wirklich drauf hin. Ich wollte es so: Nach Jahren der Zweier, manchmal Einser und der nur wenig befriedigenden Dreier und völlig inakzeptablen Vierer und sinnlosen Fünfer: Endlich die Sechs! Das Fach: Physik. Lichtbrechungswinkel, Fallgeschwindigkeiten, Wellen,… Ich hatte einfach keine Antworten parat auf Optik, Mechanik und wie das alles hieß. Auf die wirklich wichtigen Fragen, etwa wie die Relativitätstheorie denn funktioniere, hatte mein Lehrer entweder keine Antwort für mich, der ja eh nichts verstand oder schlichtweg auch keine Ahnung, was er natürlich nicht zugab. Egal. Denn endlich war sie da, die Sechs! Wie cool man damit war!
Bildnachweis: pixelio.de 178429
© Hans-Peter Reichartz / PIXELIO
…Selbstfolter für die Schönheit
„Aua…aaaaah…uuuuuh…oh Mensch…tut das weeeeh!!! Ach, ich stell mich nur an, andere machen das doch auch… OH MEIN GOTT!!!! Werden diese Schmerzen jemals enden??“ Ich schaue auf die Anleitung. „WAAAAS? Die Achseln soll man sich damit machen können? Die BINKINIZONE? Sind die wahnsinnig??“ Ich weiß nicht, ob ein Mann sich vorstellen kann, wie das ist, wenn man sich jedes Haar einzeln ausreißt, wenn die fiesen kleinen Metallscheiben ein Haar zu packen bekommen und es samt Wurzel von seinem von Natur aus angestammten Platz gewaltsam entfernen. Jedes Haar, ein neuer individueller Schmerz. Schön! Mein erstes Mal epilieren, war auch mein letztes Mal, bin ich eben ein Schattenparker und greife lieber das erste…zweite…zweihundertste Mal zum Rasierer.
…Selbstbezacherln mit Instantsuppe
…irgendwann muss man es ja mal machen und Erfahrungen mit Herrn Knorr sammeln. Sich zum Bespiel selbst bekochen und eine ganz ganz tolle „KNORR Gemüse satt Instantsuppe“ kredenzen. 80% Gemüse, Olivenöl und Kräuter – vegetarisch, cholesterinfrei und fettarm – für 2 Teller…irre, dacht ich mir…dummerweise weiß ich nicht, was die gute Suppe gekostet hat, naja. Das Kochen stellte kein großes Problem dar…500ml Wasser warm machen, einrühren…ziehen lassen. Sieht aus wie Babybrei. Suppe? Hmm, eher wie Püree, nur flüssiger. Gemüse? War bestimmt drin, irgendwo. Ach, kommt schon…war halt einfach zu kochen und mein erstes Mal „Gemüse satt Suppe“!
…Synapsenstreik
Bildnachweis: pixelio.de 111676
© www.jenpix.de / PIXELIO
Es ist Nacht…ich sitze vor meinem PC und starre auf den Bildschirm. Vor mir: ein leeres Worddokument. Der Cursor, der markiert, wo ich mich gerade im nicht vorhandenen Satz befinde, scheint mich zu verhöhnen…sein Aufblinken gleicht mechanischem, rhythmischem Gelächter: Ha-ha-ha. Meine Augen brennen und meine Finger liegen eiskalt auf den Plastiktasten. Schreiben, schreiben: JA! Nur was denn?? Ich schaue zur Seite und sehe eine Motte, die immer und immer wieder mit dem Kopf gegen meine Fensterscheibe fliegt, ich betrachte sie eine Weile, vielleicht würde mir diese Art der Kopfarbeit auch mehr zusagen? Der Blick auf den Bildschirm, wieder die Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit. Ich mache den Versuch, einige unbeholfene Buchstaben in eine Reihe zu bringen. Faszinierend, wie lange man dafür brauchen kann und das nur, um sie dann in einem Anfall enttäuschter Wut innerhalb von zwei Sekunden wieder auszulöschen. Ich lasse den Kopf leicht mit der Schreibtischplatte kollidieren: „Denk nach…denk nach…denk…aua.“ Schmerz- auch nicht hilfreich. Jede Formulierung gleicht dem Erklimmen des Mount Everest. Die deutsche Sprache in all ihren Facetten erscheint mir feindlich gesinnt, mein Kopf- eine dumpfe pochende Kugel. Ich raufe meine Haare und blicke auf die Uhr: 3.47 Uhr. Mehr als Zeit um die persönliche Escape-Taste zu drücken und ins Bett zu gehen, abspeichern muss ich ja nichts. Morgen wird mein PC wieder in der Ecke auf mich warten, wie eine dicke, fiese, hässliche Spinne. Mein erstes Mal Schreibblockade? Ja und mit Sicherheit nicht die letzte. Aber wahrscheinlich wird mein nächstes erstes Mal die Überwindung derselben sein…
…die Alternative zum Automobil nutzen
Wenn Benzinpreise Höhen erreichen, die selbst Krösus für inakzeptabel halten würde, überlegt sich auch ein eingefleischter Autofahrer, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. So geschah es, dass ich mich an einem ganz gewöhnlichen Freitagnachmittag, auf einem ganz gewöhnlichen Bahnhof in Niedersachsen zur einer ganz gewöhnlichen Zugfahrt einfand. Zumindest dachte ich dies. Stutzig machte mich bereits im Vorfeld die Planung der Fahrt. Noch gut gelaunt, stellte ich bei einem Blick auf den Fahrplan im Internet fest, dass eine sonst eineinhalbstündige Autofahrt per Bahn 3,5 Stunden dauern sollte. Zweimal Umsteigen mit eingeschlossen. Nun gut, Lesen soll bilden, her mit der Unterhaltungsliteratur. Die erste Etappe betrug 40 Minuten und brachte neue Einblicke in die Jamba Klingelton Welt. Auch wurde mein, so dachte ich, bisher reichhaltiges Vokabular an Flüchen und Beschimpfungen durch modernere Kreationen erweitert, die dem einen oder anderen hätten die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Froh, diesen Zug nach 40 Minuten verlassen zu können, stieg ich aus, um in den nächsten Zug zu wechseln. Bei einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass mir kaum noch zwei Minuten für den Umstieg blieben. Jetzt war nicht vorhandenes, sportliches Talent gefragt. Die Reistasche in der einen, den Tragebeutel in der anderen Hand und den Rucksack auf dem Rücken, spurtete ich hastig über die Brücke und kam, wenn auch mit Schweißperlen auf der Stirn, auf der anderen Gleisseite an. Pünktlich zum Einstieg in die nächste Bahn.
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Gute zweieinhalb Stunden sollten nun noch vor mir liegen. Ganz schön lange Zeit, dachte ich so bei mir. Doch hatte ich die Rechnung ohne eine junge Dame gemacht, die mich bereits nach kurzer Zeit mehr oder weniger unfreiwillig in ihr Talk Show-taugliches Privatleben einweihte. So war ich mir nach drei viertel Fahrzeit nicht mehr wirklich sicher, ob nun der der erste oder zweite Freund Vater des Kindes sei oder die beste Freundin doch eine Verräterin und ob der kleine Sohn mit englischem Vornamen jemals die deutsche Sprache ohne Sch-Laute erlernen würde, war ebenfalls fragwürdig. Ich hoffte, sie einmal auf einer meiner 10 nächsten Fahrten wieder zu treffen, um etwaige Verständnisprobleme klären zu können. Bei meinem nächsten und gleichzeitig letzten Umstieg war ich dennoch froh, mein Ziel fast erreicht zu haben. Es war inzwischen dunkel geworden und laut meiner Berechnung durfte ich an diesem Bahnhof tatsächlich etwas verschnaufen, bevor die nächste Bahn kommen sollte. Doch etwas war an diesem Ort seltsam. Wer in seinem Leben schon einmal die Verfilmung Langoliers von Stephen King gesehen haben sollte, würde nun meiner Beschreibung folgen können. Es war seltsam still an diesem Bahnhof, fast beängstigend. Ein junger Mann kam auf mich zu und fragte, ob ich in dieselbe Richtung wolle wie er. Als ich dies bejahte, zeigte er auf eine große Uhr am Gebäude und erklärte, dass der Zug bereits vor 15 Minuten abgefahren sei. 15 Minuten? Mein Zug hatte 15 Minuten Verspätung gehabt? Wieso hatte das niemand den Fahrgästen erklärt? War es ihnen etwa egal, dass man im Nichts landen würde? Nun gut, der nächste würde garantiert bald kommen, versuchte ich mich zu beruhigen. Doch auch hier war der Wunsch der Vater des Gedanken, denn drei Stunden sollte ich schon noch auf den Nachfolger warten. So blieb mir nichts anderes übrig, als per Telefon Jemanden zu bitten, mich von diesem trostlosen Ort abzuholen. Gut zweieinhalb Stunden später saß ich mit einem Tee in der Hand in einem warmen Zimmer. Fazit meiner ersten längeren Reise in der Nordwestbahn: durch Fahrtkostenbeteiligung und Handygesprächen hatte ich mein durch Zugfahren Erspartes zu einem Großteil wieder verloren, von verschwendeter Lebenszeit und eventueller Gefährdung wichtiger Gehirnzellen durch Jamba Monatspakete und ungeklärter Vaterschaften ganz zu schweigen. Dafür habe ich mir allerdings geschworen, beim nächsten Tankstopp mein Auto auch nur ein ganz kleines bisschen zu verfluchen.
…Verschönerung der Eigen-Fassade
Bildnachweis: pixelio.de 166217
© Jeanne / PIXELIO
Damals, also schon länger her, so mit 15, war ich bei einer Freundin zu Besuch. Ich weiß nicht warum, aber wir färbten uns die Haare. Das machte ich, seit ich so alt war, regelmäßig, also mir die Haare färben. Von Braun auf Bronze, Kupfer, irgendwie blond. Also auf jeden Fall heller. Und da geschah es, als ich mir die Haare danach wusch, dass noch ein wenig Schaum in den Haaren war. Schauma! Und da ging ich mit meinen Händen durch die Haare. Und auf einmal waren sie so James Dean bis Elvis-mäßig zu einer Tolle hochgestylt. Ohne Schaum wäre das völlig undenkbar gewesen, und ich war so stolz auf mich, dass ich das fortan immer machen sollte, zunehmend mit sämtlichen Gelsorten. Und zwar, wenn auch in Variationen, bis heute. Und da fällt mir ein, es gibt es ein Bild von mir aus ungestylten Zeiten. Natürlich gibt’s mehrere, aber auf dem geh ich gar nicht. Das Schlimme: Es ist auf meiner eigenen Konfirmation. Und nun weiß ich, auf wen man hören sollte, wenn es um Stylingtipps geht. Gott ist es scheinbar nicht, denn morgens, also am Tag meiner Konfirmation, sagte meine Mutter zu mir: Willst du nicht ein wenig was in die Haare machen. Mein Gott, musste sie mich lieben, dass sie mich ohne Gel außer Haus lies.
…Konsum illegaler Substanzen
pixelio 166962
© alt_f4 / PIXELIO
Ich bin ein wenig im Zwiespalt. Kann ich im Hochschulmagazin über Drogen schreiben? Und zwar nicht als sozialwissenschaftlich motivierte Abhandlung, sondern als Erfahrungsbericht? Welcher noch nicht einmal abschreckend als Junkie in der Gasse endet? Aber wenn nicht in einem Unimagazin, wo dann? Ich meine, wem wird gewöhnlich Drogenkonsum zugetraut? Und wer müsste selber über Pro und Contra an einer Hochschule mit pädagogischem Schwerpunkt Bescheid wissen? Eben.
Mein erstes Mal illegale Drogen nehmen war gänzlich unspektakulär. Das einzige, was mir irgendwo hinstieg -und leider nicht in den Kopf, sondern in den Magen- war das Nikotin. Mir als Nichtraucher war speiübel. Das war‘s. Aber ein junger Mensch lässt sich nicht so schnell abschrecken und somit testete ich beim nächsten Versuch das Peace nicht in einem Joint, sondern in einer Bong (selbstgebaut aus einer Wasserflasche). Wir wollten auf ein Dorffest, welche bekanntlich ohne zumindest legale Drogen nicht auszuhalten sind: die Zelte stets taghell erleuchtet, die Landelite zu finden in der Jungschützenecke und der DJ ergießt nicht nur schlechte Musik in die biergeschwängerte Luft, er kann auch miese Ansagen. Nachdem ich mir die Lunge aus dem Hals und das THC in den Kopf gehustet hatte, schien der unterdurchschnittliche Radiotechno blau, alle Menschen nett und zu Hause erwartete mich nur Fressflash statt Kater.
…Kongressiale Eindrücke
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© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Ich war beim internationalen Kongress des Psychodramainstituts für Europa (Pife) in Berlin, als Studentin, ohne Abschluss und ohne besondere Vorkenntnisse. Ich muss verrückt gewesen sein. Tausend Szenarien schwirrten mir durch den Kopf, was alles schief gehen kann und auf wie viele verschiedene Arten ich mich blamieren könnte. Ich war drauf und dran, alles abzusagen.
Trotzdem stürzte ich mich ins Getümmel. Ich deckte mich mit Literatur ein und knüpfte erste zarte Kontakte und schon war ich mitten drin. 190 Leute aus 17 Nationen! Ich hab noch nie so viele Sprachen auf einem Haufen gehört.
Der nächste Kongresstag nahm mich voll in Anspruch. Vorträge und Workshops ließen keine Langeweile aufkommen und boten mir viel Gelegenheit weitere Kontakte zu knüpfen, welche dann am Abend auf der Party vertieft werden konnten. Mein Zustand nach durchwachter Nacht war am Sonntag grenzwertig. Nichtsdestotrotz habe ich es irgendwie nach Hause geschafft. Mein erstes Mal Kongress- großartig!
…Tupper-Party ab 18
Durch mehrere Zufälle und einige liebenswert-verrückte Freundinnen saß vor einigen Wochen diese Frau bei mir im Zimmer. Die Dildofee. Zwei dieser Körbe der Marke „Mutti geht mal einkaufen“ brachte sie mit und ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich wissen wollte, was es darin zu bestaunen gab. Mit acht Mädels saßen wir im Kreis um Sekt und Wodkabowle zur Hemmschwellensenkung und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
„Ja Hallo, ich bin eure Dildofee, ich sag mal „du“, ne? Und als erstes möchte ich euch die Raupe Nimmersatt vorstellen!“ Zack, fing die Dame an zu plaudern und zauberte als erstes etwas länglich-blaues mit einem freundlichen Gesicht aus ihrer Wunderkiste. Hibbeliges Kichern, rote Wangen und ziemlich viel Neugier war die Reaktion. Ob wir wohl mal anfassen dürften? „Klar, also alles, was ich euch hier heute Abend vorstelle ist absolut jungfräulich und natürlich dürft ihr anfassen, probieren, gucken soviel ihr wollt, darum seid ihr ja hier!“ „Oh, guck mal, wie niedlich, die hat ja sogar `ne Nase…“ Keine Frage, mit niedlichen Gesichtern und weicher Oberfläche kriegt man die Mädels, besonders wenn der Wodka anschlägt.
Nachdem uns die verschiedenen Vorzüge dieses Dildos aufgezählt wurden, unter anderem würden Männer ihn aufgrund des Comicgesichtes nicht als Konkurrenz wahrnehmen, sei das Ding absolut leicht zu reinigen und dank des Saug-Sockels sogar als Klorollenhalter zu verwenden, verschwand die Nervosität und wir wussten auf einmal, warum Dildoparties auch als das Gegenstück zur Tupperparty gelten: acht Weiber lassen sich in aller Ruhe über die Vor- und Nachteile von unkaputtbaren Plastikteilen informieren und tauschen ihre Erfahrungen aus. Besser als bei Dr. Sommer.
Gegen Mitternacht ging eine spannende Veranstaltung zu Ende, die für eine Menge Lacher und Information gesorgt hatte, ohne anrüchig zu sein. Ganz ohne Peinlichkeiten hatten wir einen tollen Abend, der nicht viel gemein hatte mit der Erwachsenen-Ecke aus der Videothek. Und wenn ihr auch mal Lust habt, vor der nächsten Uniparty mal ganz anders vorzuglühen, findet ihr alle Informationen unter: www.dildofee.de
von Britta Simon, Ihna Grensemann, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

„Ohne Musik geht gar nichts“

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Noch vor der großen Weihnachtspause trafen wir uns mit Safet und seinem Freund Christoph. Beide kennen sich aus der Schule, und die Musik hat sie zueinander gebracht. Nun arbeiten sie zusammen an verschiedenen Projekten. Was Safet über Kekse und Krümel denkt und was der „King of Queens“ mit ihm zu tun hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Hallo, schön dass du es einrichten konntest.
Ja, ich hab mir die Zeit genommen, bei dem Terminkalender… (lacht)
Also, ordentlich ausgefüllt der Terminkalender?
Ja, genau. (lacht) Nein, überhaupt nicht eigentlich, ich mach ja grad das Examen und habe keine Vorlesungen nebenbei, so dass ich eigentlich relativ viel Zeit habe.
Bildnachweis: Safet Fotiou
So präsentiert sich
Safet im Studi-VZ
Foto: Safet Fotiou
Manche sagen ja immer, im Examen hat man keine Zeit, aber ich hab wohl welche. Wenn man sich das Lernen vernünftig einteilt, geht das.
Okay. Wie viel Zeit nimmt denn die Musik für dich in Anspruch?
Das ist eigentlich die restliche Zeit. Also, echt viel, das kann ich jetzt so nicht schätzen. Aber ohne Musik geht gar nichts. Musik ist immer dabei, entweder läuft sie oder ich mache sie.
Wie lange machst du schon Musik?
Eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Als kleines Kind mit Keyboard angefangen. Und so professioneller, auch mit Aufnehmen, seit ein paar Jahren.
Also hast du auch richtig Klavier gelernt?
Ich hab mir das autodidaktisch beigebracht. Ich spiele nur nach Gehör, nicht nach Noten. Aber mittlerweile kann ich sie auch lesen.
Wie lange machst du schon Musik?
Also, wie gesagt, sehr lange schon. Irgendwann, wenn ich es mir leisten kann, will ich ein eigenes kleines Studio haben.
Was genau ist das für eine Musikrichtung, die du machst? Kann man das festlegen?
Ich glaube schon. Das geht so in die R´n´B-Soul-Pop-Richtung, würde ich sagen. Wobei mein Geschmack weit gefächert ist, ich höre mir gerne Rock an, Jazz, also wirklich alles.
Kannst du dir vorstellen, auch was in einer Band zu machen oder bist du eher so der Solokünstler?
Ne, überhaupt nicht, ich hab sogar ein paar Projekte, wo wir eine Band haben, mit Schlagzeug, Gitarre und so. Mache ich sogar gerne, weil es ne andere Richtung, ein anderer Stil ist. Ich probiere gerne rum, bin nicht zu festgelegt.
Ich habe da so ein Gerücht gehört und will das jetzt mal gerne bestätigt haben: Popstars, da gewesen?
Ja, bei Popstars war ich auch schon mal, das war so vor 5 Jahren, als die die Band NuPagadi gecastet haben. Der eine in der Jury war, glaube ich, der Produzent von Nena.
Uwe Petersen?
Genau. Er hat gesagt: „Du bist sehr musikalisch, passt aber einfach nicht ins Konzept.“ Nu- Pagadi – da bin ich schon sehr froh, dass es da nicht weitergegangen ist. Ein anderes Casting, was mich eher geprägt hat, war Fame Academy, ich weiß nicht, ob ihr davon gehört habt. Da hab ich mal mitgemacht und bin unter die letzten 60 gekommen, also recht weit. Das war auch eine Erfahrung, die mich geprägt hat. Da gab’s ne Bewerbung, da musste man ne CD hinschicken mit Songs. Und aus den 5000 Bewerbungen wurden die besten 100 ausgewählt. Und das ging dann weiter, bis nach Köln. Und ich glaube, die letzten 18 sind dann in dieses Haus gekommen. Erfahrungen habe ich also reichlich sammeln dürfen.
Würdest du denn wieder so ein Casting mitmachen oder war das so ne Pubertätssache?
Also, Pubertät nicht, ich wollt das schon mitmachen, einfach erfahren, wie das so ist. Egal, ob man so was als Sprungbrett benutzen kann oder nicht. Aber mittlerweile halte ich von Catsings nicht mehr so viel. Dann schon eher so über die eigene Schiene, zum Beispiel übers Internet. Das Internet ist mittlerweile so ein großes Portal, jeder kann sich jedem präsentieren. Wie zum Beispiel diese King of Queens- Geschichte. Da gab es viel Feedback, da hat man die Leute erreicht. Lieber so als Casting.
Die King of Queens-Geschichte? Erzähl mehr!
Vor ein paar Monaten lief ja die letzte Staffel von King of Queens im deutschen Fernsehen, und da hatte mein Kumpel Christoph die Idee, dass ein Abschiedssong doch super wäre. Er hat mich dann auch gleich gefragt, weil ich auch großer Fan der Serie bin, und ich sagte nur: Klar, warum nicht? Einfach nur ein Song für die Fans, ein Tribut quasi und das dann vielleicht ins Internet stellen. Ja, und dann hab ich ein Lied gemacht und letztendlich ist daraus dann ein kleiner Erfolg geworden. Christoph hat dazu ein Video gedreht, Ausschnitte aus Episoden von King of Queens, passend zum Text natürlich. Dann haben wir das ins Internet gestellt. Wir haben auch die Cast von King of Queens angeschrieben und Antwort bekommen. Nachdem wir noch viel positives Feedback aus den Fanforen bekommen haben, schrieben wir Njoy an, ob das nicht etwas für sie wäre. Tja, und irgendwann lief es dann im Radio.
Wie stellst du dir vor, könnte es weitergehen? Mit der Musik, mit dem Studium?
Zunächst einmal steht der Abschluss des Studiums im Vordergrund. Wenn das geschafft ist und irgendwann vielleicht mal Geld über ist, dann denke ich sicher über ein eigenes Studio nach mit eigenem Equipment, um dann meine eigenen Sachen aufnehmen zu können.
Bildnachweis: Safet Fotiou
Foto: Safet Fotiou
Auf jeden Fall möchte ich immer nebenbei Musik machen und wenn dies dann sogar noch mit Erfolg verbunden wäre, dann wäre das schon toll. Im Falle des King of Queens-Songs haben sich schon zwei Plattenfirmen gemeldet, und auch wenn der Song eigentlich nicht aus kommerziellen Gründen entstanden ist, ist allein der Kontakt zu diesen Firmen natürlich schon eine prima Sache
Studierst du denn auch Musik?
Nein, ich studiere Deutsch und Sport. Als ich im Sommer 2002 mit dem Studium begann, hatte ich einfach nicht die Lust, mich mit dem Lernen der Noten zu befassen.
Ist denn in Zukunft noch was mit dem Barbershop Vechta geplant?
Es soll definitiv im Januar ein Auftritt stattfinden. Wir treffen uns wöchentlich mit den Jungs und es macht nach wie vor eine Menge Spaß.
Machst du sonst noch irgendwas an der Uni?
Sport natürlich. Also ich leite hier den Hochschulsport, Fußball. Ja, und wie gesagt, ich habe keine Vorlesungen mehr. Gut, Mensa.
Mensa ist auch eine ganz wichtige Vorlesung (lacht)
Genau.
Im Januar steht das V-City Festival an. Wie stellst du dir das vor? Wie könnte das werden?
Puh, ich hab mir da ehrlich gesagt noch keine Gedanken drüber gemacht. Ich lass mich einfach überraschen.
Es wird auf jeden Fall wieder ein ganz wilder Sound-Mix. Ihr könnt euch da z.B. auf Dark Melodic Rock, Hip Hop und Rock-Pop-Cover freuen.
Klingt nach einer schönen Mischung!
Sekt oder Selters
Weltmeer oder Weiher?
Weltmeer. Ich hab einfach dieses Bild im Kopf, blau und Freiheit.
Keks oder Krümel?
Kekse… ich denke gerade an Butterkuchen und hab voll Hunger.
Also kann man sagen, du gibst dich nicht im Krümeln zufrieden, sondern nur mit Keksen?
Ja auf jeden Fall, ich nehm mir, was ich will. (lacht)
Grabschen oder Gruscheln?
Oh! Mittlerweile gruscheln. Die StudiVZ-Sucht halt.
Mit oder ohne?
Boar!… (macht eine lange Pause und überlegt grinsend) Ich enthalte mich dieser Frage einfach mal…
Vechta oder Wech da?
Vechta. Auf jeden Fall! Ich bin jetzt seit 5 Jahren hier und habe hier so tolle Leute kennen gelernt und Vechta ist mir richtig ans Herz gewachsen. Wenn es ums Nachtleben geht, ist eine Großstadt natürlich spaßiger. Aber zum Leben ist es hier genau richtig.
Irgendwelche letzten Worte?
Hmmm – Freut euch auf mehr von uns.
Das Interview führten Julia Stock und Melanie Ehlert.

Hor(r)o(r)skop 2008

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Während die im Internet als kostenlos versprochenen Jahreshoroskope doch immer 9,99 oder 19,99 Euro kosten, ist unsere grausige Vorschau, das Horrorskop 2008, nicht nur kostenlos, sondern regelrecht umsonst.
Wassermann
Wenn du im Jahr 2007 kleine Brötchen gebacken hast, solltest du das in diesem Jahr auf jeden Fall beibehalten, ist einfach besser für die Figur. Im Studium wirst du beweisen, was in dir steckt, wenn du dir donnerstagmorgens die B1- Party noch mal durch den Kopf gehen lässt. Im Seminar. In der überfüllten Aula. Vielleicht möchtest du auch neue Wege einschlagen. So einen Ruf wird man ja auch schlecht wieder los.
Fische
Es drängt dich nach größeren Veränderungen, Mittelmaß kannst du kaum ertragen. Sei aber gewarnt, Mittelmaß ist immer noch besser als das, was du so machst. Deine Erwartungen an andere sind übertrieben hoch: auch du musst dich mal zum Putzdienst in der WG herablassen. Wenn du mehr erreichen willst im Liebesleben, solltest du einfach mal das Haus verlassen. Menschen kennen lernen ist ein wichtiger Schritt im Sozialleben.
Stier
Gegen Veränderungswünsche im beruflichen Bereich ist nichts einzuwenden, es kann einfach nicht jeder Pädagoge werden. Aber Schuster, bleib bei deinen Leisten: dann halt Lehrer. In der Schule warst du doch gut in Deutsch. Und gebastelt hast du auch immer gern. Aber leider läuft nicht alles so gut. 2008 wird nicht das Jahr der Liebe für dich, schade.
Zwillinge
Zieh doch mal Bilanz und schau, was du bis jetzt in deinem Leben erreicht hast. War ja nicht so viel. Wahrscheinlich bist du damit noch nicht so zufrieden, verständlich. Dann kremple dieses Jahr die Ärmel hoch und pack es an: neuer Name, neues Geschlecht, neue Identität. Wenn du nicht ganz so drastisch vorgehen willst, kannst du dich ja mal engagieren. Zum Beispiel im Hochschulmagazin. Quatsch in Horrorskopen kann jeder verfassen.
Krebs
Man kann ja nicht immer aus dem Vollen schöpfen. Das Jahr 2008 wird finanziell hart für dich. Das BAföG-Amt findet dein verstecktes Konto mit dem Geerbten von Oma. Das heißt Zurück- und Strafe zahlen für dich. Wenn du den Beamten auf Knien anflehst, sieht er vielleicht von einer Anzeige ab. Macht sich nicht so gut im Vorstrafenregister neben dem Eintrag wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz. Oh, das wusstest du noch gar nicht?
Jungfrau
In diesem Jahr neigst du dazu, mehr zu erwarten, als realistisch ist. Zum Beispiel ein Ausreichend in der wichtigen Klausur. Nicht immer bringt Lernen einem zum Ziel, manchmal kommt Bestechung besser. Bleib also auf dem Teppich, sauge den öfters mal ab und werfe einen Blick in deine Geldbörse. Herrscht dort Flut, steht den guten Noten und der körperlichen Liebe nichts mehr im Wege.
Widder
Herzlich willkommen am Arsch! Das neue Jahr verwandelt dein Leben in ein Jammertal aus Schmerz aus und Tränen. Was das konkret bedeutet? Wenn du das wüstest wärst du froh, wenn es dir nicht verraten worden wäre..
Löwe
Die Sterne stehen günstig für dich, eine neue Liebe zu finden. Es wird jemand sein, der dir noch nie über den Weg gelaufen ist, und den du doch irgendwo schon mal gesehen hast. Halte also die Augen auf, wenn du in der Speckfilmabteilung deiner Videothek bist…
Steinbock
Das letzte Jahr war der Hammer? Einfach genial, die geilste Zeit deines Lebens? Tja, dann kann es ja jetzt nur noch bergab gehen. Das gute daran: Man gewöhnt sich an (fast) alles, naja, sagt man zumindest. Aber egal, schon bald wirst du es selbst wissen.
Waage
Mars wirbelt gewaltig Staub auf. Vielleicht gewinnst du einen 7stelligen Geldbetrag. Vielleicht wirst du auch zu unrecht eines Mordes verdächtigt und zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, wer weiß? Tipp: Nicht die Seife aufheben.
Skorpion
Auf zu unbekannten Horizonten! Das Jahr 2008 verhilft dir zu völlig neuen Einsichten und Erfahrungen: Es könnte z.B. sein, dass du herausfindest, dass Zähne beim Küssen nur stören. Oder dass das Dosenpfand eigentlich eine super Sache ist. Astrotipp: Wenn du dieses Jahr gesund bleiben willst, werd besser nicht krank.
Schütze
2007 war eher geht so? 2006 und 2005 auch nicht besonders? Wie wird dann wohl 2008? Unsere Empfehlung: Es muss nicht immer Champagner sein, wenn du weniger erwartest wirst du seltener enttäuscht. Also: Fahrrad statt Ferrari, Youporn statt Hollywood.
von Stefan Hirsch und Julia Stock.

Schenken ist schön…
Wenn die Zeit drängt, kommt zumindest die männliche Kreativität ins Stolpern

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Mein Geburtstag steht an. Die letzten zwei Monate habe ich in ahnender Voraussicht – ist ja nicht mein erster Freund – zig Anspielungen auf mögliche Geschenke gemacht. Ich weiß ja, dass sich Jungs irgendwie schwer damit tun, das Passende für ihre Partnerin zu finden. (Das Passende? Was hat mich denn da geritten? Noch mal: Ich weiß ja, dass sich Jungs irgendwie schwer damit tun, überhaupt ein Präsent für ihre Partnerin zu finden.) Also streute ich hier und da mal einen Hinweis, blieb mal länger vor einem Schaufenster stehen oder erzählte von schönen Dingen, „die ich mir aber ja jetzt, so kurz vor meinem Geburtstag, nicht selbst kaufe“. Ich selber wäre bei solch Andeutungen total eingeschnappt, würde es doch bedeuten, dass mein Liebster mir nicht zutraut, ein großartiges Geschenk für ihn auch ohne seine Hilfe zu finden. Mir, die in ihrem Timer extra eine Seite für Geschenkideen hat, die das ganze Jahr sofort brillante Geistesblitze hinsichtlich der Schenkerei einträgt und die immer Augen und Ohren offen hält. Aber rücksichtsvoll wie ich, die evolutionär bedingte Sammlerin mit Weitblick, halt bin, gebe ich Tipps und harre am Geburtstagmorgen den Päckchen, die da kommen. Ha. Ha ha. Könntet ihr mich hören, vernähmt ihr ein trockenes Hüsteln. Ihr fragt euch, was sich denn so Grauseliges im Geschenkpapier verbarg? Es gab gar nichts zum Auspacken, durch die Cellophanhülle des Blumenstraußes konnte ich auch so durchgucken. Rausgeschmissenes Geld für eine zwei Tage lang höchstens gespielte Freude. Was ist denn da von meinen Botschaften nicht angekommen? Was denkt sich ein Mann beim Geschenkekauf? Denkt er dabei überhaupt? Es wird wohl so gewesen sein:
Ein bis zwei Tage vorher erfährt er von meinem Geburtstag. Entweder, weil er es wirklich in seinem Timer/seinem Handy stehen hat, über StudiVZ, oder es fällt ihm im Zuge meiner Geburtstagsvorbereitungen ein. Wenn dann langsam die Zeit drängt, fährt er in die Stadt. Er weiß, dass ich gern lese, hat aber keine Ahnung, welche Bücher ich schon habe. Ein Gutschein kommt ihm dann doch ein bisschen langweilig vor. Und es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Dinge, die ihn interessieren würden, er kann das alles gar nicht erfassen, es läuft an ihm vorbei.
Bildnachweis: pixelio.de (202625)
© BirgitH / PIXELIO
Und auf einmal ist es kurz vor acht, die Geschäfte schließen bald, leichte Panik erfasst ihn. Er, ganz der Jäger, stürmt den nächsten Blumenladen. „Ich brauche einen Strauß für meine Freundin zum Geburtstag! Er darf ruhig teuer sein.“ Denn ich werde ja sicher seinen guten Willen an den langstieligen und kostspieligen Rosen erkennen…
von Julia Stock
Geschenke müssen in einer funktionierenden Beziehung ja immerhin dreimal im Jahr besorgt werden. Das wäre an Weihnachten, am Geburtstag und am Jahrestag. Aber einfach ein Geschenk kaufen ist aus Sicht der Frau ja tierisch unpersönlich und deswegen sollte man sich schon mindestens 5 Monate vor dem Tag der Tage im Klaren sein, was denn der Freund Schönes braucht. Oder nein: Es wird nichts Brauchbares geschenkt, sondern was Liebes, Persönliches und vor allem Selbstgemachtes. Hier gibt es natürlich haufenweise Optionen, die Frau ziehen kann, aber am persönlichsten und auch fast am beliebtesten ist Folgendes: Erstmal alle Fotos, die je zusammen fabriziert haben, zusammensuchen… eine Collage ist doch wohl das Schönste, was der Herr kriegen kann! Am besten mit mehr Fotos von der Frau als von dem Mann. Wenn dann endlich alles zusammen gesammelt ist, geht es ab in den nächsten Bastelladen. Pappe, Kleber, Glitzersterne… alles eingepackt und ab an die Arbeit. Da Frau ja grundsätzlich feststellt, dass prinzipiell alle Fotos aus einem völlig falschen Winkel aufgenommen wurden, werden im nächsten Monat mehrere Fotoshootings mit der besten Freundin arrangiert. Aber halt: vorher werden noch Klamotten gekauft, damit auch alles wirklich brandneu ist, wenn der Liebste sein Geschenk bekommt. Nachdem auch diese Hürde gemeistert ist, sind es auch nur noch 3 Monate bis zum Jahrestag. Nun folgen die ca. 2- bis 10 Treffen mit der Freundin, es wird alles ins beste Licht gerückt und abgedrückt. Das ganze, vermischt mit den Fotos aus dem letzten gemeinsamen Urlaub, wird auf einen schönen Bogen Regenbogenpappe geklebt und reich verziert.
So. Nun sind es aber noch knappe 2 Monate bis zur Geschenkübergabe. Hmm – da stellt sich die berechtigte Frage, ob es sich wirklich lohnt, solange den Mund zu halten, obwohl er sich doch so sehr freuen würde, oder ob man doch nicht lieber zeitnah die Bombe platzen lassen sollte. Ach was soll’s, er kriegt das Geschenk einfach so, und ich denke mir was Neues aus, was ich ihm zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zum Jahrestag schenken kann. Irgendwie war die ganze Arbeit ja gar keine, sondern eher ein Spaß, der sich gerne wiederholen lässt. Denn verdammt nochmal, er würde es vor seinen Freunden nicht zugeben, aber er ist doch mehr als stolz auf die Frau, die sich eine solche Mühe für ihn gegeben hat.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 6. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Stil – eine Frage des Konsens
Was passiert, wenn Indie und Wave-Post-Punk aufeinander treffen

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Wir trafen die drei Jungs von Swansea bei einem Gig in Oldenburg. Vor ihrem Auftritt interviewten wir sie vor dem Club, mitten im (anrüchigen) Bahnhofsviertel auf der Straße, eben so, wie es sich gehört für wahre Musiker.
So, kann losgehen, am Anfang sagt uns doch bitte nochmal eure Namen.
Alex: Thomas (Schlagzeug), Matthias (Gitarre), und Alex (Bass und Gesang).
Als aller erstes wollen wir natürlich wissen, wie ihr so als Band zusammen gefunden habt?
Alex: Thomas und ich haben schon ziemlich lange zusammen gespielt, in wechselnden Bands. Und dann kam´s leider so, dass uns unser alter Schlagzeuger uns verlassen hat und dann dachte ich, nehmen wir Matthias. Matthias spielt auch Gitarre, und der war gerade ohne Job…ohne festen. (lachen) Ich hab ihn einfach mal gefragt, ob er nicht bei uns mit einsteigen will. Ja und so haben wir vor drei Jahren zusammengefunden.
Matthias: Echt?
Alex: Ja, im Sommer sind´s jetzt drei Jahre.
Aber ihr macht das jetzt nicht hauptberuflich, oder doch?
Alex: Wir gehen nebenher arbeiten, um den Quatsch finanzieren zu können, würde ich sagen.
Darf man fragen, was ihr so nebenher macht?
Thomas: Ich arbeite als Beschäftigungstante im Altenheim.
Matthias: Ich bin demnächst in Leer Referendar.
Alex: Und ich bin pädagogischer Mitarbeiter an einer Haupt- und Realschule.
Bildnachweis: Sönke Meyer
Der Bassist und Sänger von Swansea beim V-City-Festival
Foto: Sönke Meyer
Wie seid ihr zu eurem Namen gekommen?
Matthias: Das war so: jeder denkt sich irgendeinen Quatsch aus, der wird in einen Hut geworfen und dann wird gezogen.
So mehr oder weniger. (lacht)
War es dein Vorschlag?
Matthias: Jaa. (lacht) So im Nachhinein hätte man vielleicht noch mal drüber nachdenken können, aber: Ende gut, alles gut.
Es hat auch keinen bestimmten Hintergrund?
Matthias: Nö, überhaupt nicht.
Alex: Außer, dass es ein Ortsname ist.
Also keine verkappte Ballettleidenschaft?
Alex: Ne. (lacht) Es geht schon eher um die Stadt in England, und nicht um das Schwanensee-Ballett. Um das endgültig mal zu korrigieren!
Wie seid ihr zu eurem Stil gekommen, und wie würdet ihr ihn definieren?
Alex: Das war ein harter Kampf! (lacht) Bzw. ist es immer noch, weil wir musikalisch aus komplett verschiedenen Ecken kommen…ne? Würd´ ich sagen?
Thomas: Nicht ganz verschieden. Alex: Aber schon so, dass es jedes Mal Heulen und Zähneklappern gibt. (lacht) Matthias und Thomas sind eher auf einer Wellenlänge, als ich mit denen. Die kommen aus der klassischen Indie-Zeug-Richtung, und ich komm eher so aus dem 80er Wave-Sachen-Post-Punk.
Matthias: Naja, der Stil zeigt dann letztendlich Konsens, sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Stilrichtungen, aus denen wir kommen, und auch aufgrund der Möglichkeiten, die man zu dritt so hat.
Thomas: Und auch aufgrund der Möglichkeiten, die wir an Instrumenten haben. Also die Unfähigkeit, andere Sachen zu machen. (alle lachen)
Alex: Genau. Der durchschnittliche gemeinsame Nenner wurde gefunden. Aus der Not eine Tugend gemacht.
Nachdem ihr in Vechta aufgetreten seid, gab es relativ viele Leute, die euch mit Placebo verglichen haben. Habt ihr das schon mal gehört, kommt euch das bekannt vor?
Matthias: Sag nicht so was! (alle lachen)
Alex: Nach dem Missverständnis mit der Namengebung eigentlich das Häufigste… Der Vergleich mit der Band beruht natürlich auf der Stimme. Ich bin ja damit geschlagen. Aber ich find Placebo jetzt nicht schlecht, die Band ist sehr gut. Dennoch: Wenn ich verglichen werde, dann lieber mit anderen Bands, aber Placebo ist o. k. Es ist aber keine Absicht, um das mal zu sagen. Vielmehr ist auch das wieder das Beste, was wir aus unseren Möglichkeiten machen, und dann kam wohl am Ende Placebo bei raus.
Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auftreten?
Matthias: Interpol! (wie aus der Pistole geschossen)
Alex: Ich würde gern mal mit Motorpsycho auftreten, da Interpol schon weg ist.
Thomas: Ja, mit beiden! Aber wir als Hauptband! (lacht) Matthias: Mit Sonic Youth würd ich auch gern mal auftreten…
Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Thomas: Ich bin in Hamburg, das weiß ich jetzt schon.
Auch ohne die zwei?
Thomas: Ne, die kommen ja mit.
Seht ihr euch also in 10 Jahren am musikalischen Ende? Also, wenn er nach Hamburg geht alleine…
(alle lachen)
Thomas: Also, wir haben so schon eine gewisse räumliche Distanz, weil die beiden in Oythe wohnen und ich in Vechta, also wäre der Umzug nach Hamburg das geringste Problem. Das Problem wäre, wenn wir irgendwann alle Vollzeit arbeiten, da sehe ich die große Schwierigkeit.
Matthias: Aber um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich hoffe, dass wir in dieser Frequenz noch weiter proben und auftreten können. Und dann, Wunschdenken auch, die Frequenz von Auftritten und die Popularität zunimmt. Es muss so sein, dass in zehn Jahren noch was ist, und dann hoffentlich noch mit ´nem bisschen mehr Erfolg.
V-City Festival! Würdet ihr es nochmal tun?
Thomas und Matthias: Ja!
Alex: Ich hab die Frage gar nicht richtig verstanden.
Thomas: V-City, so heißt das Festival, auf dem wir gespielt haben in Vechta.
Alex: Ach so! Ja! Also, das Publikum war wirklich super. So eine Resonanz hatten wir bisher noch nicht. Die Stimmung hat sich auch richtig auf uns übertragen. Matthias: Das war auch das Konzert mit den meisten Plattenverkäufen!
Sekt oder Selters
Fest oder flauschig?
Thomas: Flauschig.
Matthias: Fest.
Alex: Flauschig. Flauschig bedeutet Bewegung, Veränderbarkeit. Fest bedeutet Stillstand, Stagnation.
Thomas: Sturkopf.
Bildnachweis: Sönke Meyer
Foto: Sönke Meyer
Alex: Und flauschig fühlt sich gut an.
Spitz oder rund?
Alex: Rund.
Matthias: Spitz.
Thomas: Rund.
Oben oder unten?
Thomas: Oben.
Matthias: Unten.
Alex: Unten.
Thomas: Das geht hier nicht nach den meisten Übereinstimmungen.
Alex: Unten ist sicherer als oben.
Thomas: Meinst du das jetzt nur geografisch, oder?
Alex: Philosophisch!
Stehen oder tanzen?
Matthias: Sitzen.
Alex: Stehen.
Thomas: Stehend tanzen.
Offen oder verschlossen?
Alle: Verschlossen.
Worauf bezogen?
Thomas: Mich!
Matthias: Du?
Thomas: Ja!
Alex: Verschlossen als Anspruch an andere, an vermeintliche Hörer, um sich evtl. auseinander zu setzen, um Zugang zu finden.
(Thomas und Matthias lachen)
Matthias: Pädagoge!
Alex: Ihr seid echt blöd! Das hätt´ ich auch gesagt, wenn ich Metzger geworden wäre.
Matthias: Zweiter Berufswunsch!
Ordnung oder Chaos?
Alle: Ordnung!
Hell oder dunkel?
Alex: Dunkel.
Matthias: Dunkel.
Thomas: Hell, weil gemütlicher.
Alex: Dunkel gemütlicher, sicherer, verschlossener.
Pflanze oder Fleisch?
Alle: Pflanze!
Aber ihr seid nicht alles Vegetarier?
Alle: Nein! Einfach so.
Das Interview führten Britta Simon, Julia Stock und Melanie Ehlert.

Das war euer Sommer: Festivals
Rock am Ring, Serengeti, Hurricane, Fun 'n Crust oder Wacken - findet heraus, welches Festival zu euch passt

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Zwischen Schwenkbier und Wellenbrechern
Rock am Ring 01. – 03. Juni 2007
Mittwoch, 30.05.07, sehr früh morgens. Vor uns liegen fünf Tage Rock am Ring, also viel Spaß, Bier, nette Leute und vor allem gute Musik zum Abrocken… Bis es soweit ist, erstmal mit dem Gepäck Tetris spielen, lange im voll gepackten Auto sitzen und einen Zwischenstopp für den letzten Einkauf einlegen. Grad angekommen, geht’s weiter mit der Zeltplatzsuche, was bei einem ausverkauften Festival mit über 80.000 Besuchern mehr als schwierig ist, wenn man nicht stundenlang zum Parkplatz und zum Festivalgelände laufen will.
Endlich etwas gefunden, die Nachbarn sind akzeptabel und der Waldrand entpuppt sich trotz Trampelpfad und offenem Zaun ausnahmsweise nicht als WC-Ersatz. Die ersten beiden Tage sind zwar etwas verregnet, doch wir lernen schnell Schwenkbier kennen. Ganz einfach ein Band am Pavillon befestigen, Flaschenöffner daran anbinden, Bierflasche an den Flaschenöffner hängen, ein bisschen schwenken lassen, Flasche abziehen und *prost*.
Aber es geht ja um die Bands. Wir starten den Freitag mit BILLY TALENT, müssen dafür zwar auf RAZORLIGHT verzichten, aber den Platz im ersten Wellenbrecher will niemand aufgeben, da noch MUSE kommen und LINKIN PARK dem ersten Abend an der Centerstage einen mehr als würdigen Abschluss verpassen. Von einem Ende ist noch lange nicht die Rede, denn es geht gleich rüber zur Alternastage, wo THE WHITE STRIPES und abschließend EVANESCENCE unsere Nacht noch verlängern.
Der Tag danach verläuft wie immer. Man versucht, ihn irgendwie zu überstehen und man setzt am besten da fort, wo man am Abend aufgehört hat, um den richtigen Einstieg für den zweiten Festival-Tag zu bekommen. Es erwarten uns immerhin die BEATSTEAKS, aber bis die auf der Bühne stehen, vertreiben wir uns die Zeit mit den KAISER CHIEFS, MANDO DIAO und der Suche nach einer Erinnerung in Form eines T-Shirts. Damit kann man nicht früh genug anfangen, wie wir am Sonntag bemerken, da wir uns Samstag nicht entscheiden konnten. Sonntag war dann nur noch ein lächerlicher Rest übrig. Doch was ist schon ein T-Shirt, wenn man die beste Band der Welt sehen kann. Niemand Geringeres als DIE ÄRZTE beenden den letzten Tag, und die will anscheinend niemand verpassen. Deshalb ist es auch schon vier Stunden vorher total überfüllt, was aber bestimmt auch an den Vorgängern GOOD CHARLOTTE, VELVET REVOLVER und KORN liegt. Wem es bei den ÄRZTEN zu voll ist, der kann sich Richtung Alternastage bewegen und dort in einer überschaubaren Menge mit den SCISSOR SISTERS und WIR SIND HELDEN den letzten Abend ausklingen lassen.
Wie der Montag aussieht, weiß jeder, der mal auf einem Festival war, und ich erspare mir daher Ausschweifungen in unsere Aufräumaktionen. Stattdessen gebe ich allen, die vom 6.-8. Juni 2008 noch nichts vorhaben, einen Tipp. Es gibt schon Karten für Rock am Ring 2008.
von Corinna Gritzka
Foto: Melanie Ehlert
Matsche, Musik und Mutti
Du ziehst Gummistiefel an, um die Tanzfläche zu rocken? Der Kräuterschnaps tritt anstelle deiner Mutti? Um viertel nach acht läuft kein Film, sondern deine Lieblingsband und das live direkt vor deinen Augen? Das geordnete Chaos deiner Studentenbutze weicht heillosem Durcheinander von holländischen Bierdosen, Grillgut und Papiertellern, das sich um dich herum auftürmt und bis zu deinen Knien reicht? Umrahmt ist der Schauplatz von Absperrbändern, schmalen Stangen, die so gerade eben die Planen der Pavillonlandschaften zusammenhalten, welche sich vor den blauen und grünen Bühnen dieser Welt befinden. Wo wir sind? Richtig, in Scheeßel. Auf dem Hurricane-Festival. Die elfte Auflage fand in diesem Sommer statt. 55.000 Besucher jubelten den ca. 60 Bands zu und sorgten für ausgelassene Partystimmung. Platzregen und Weltuntergangsstimmung des letzten Jahres gab es dieses Mal (zum Glück) nicht, dafür aber jede Menge gute Musik. Neben den Großen wie zB FANTA 4, INCUBUS, MARILYN MANSON, PLACEBO und PEARL JAM überzeugten aber vor allem auch die kleineren Bands, hier etwa THE SOUNDS, KINGS OF LEON, PERCUPINE TREE oder auch SNOW PATROL. Aber sind wir doch ehrlich: kleine Bands gibt’s doch gar nicht mehr. Fazit: Hurricane 2007 – drei Tage Party mit richtig gutem Sound und absolut hörbaren Tracks.
von René Kohn
Serengeti
Endlich ein Festival für die Region Ostwestfalen-Lippe sollte es sein. Außerdem wild und hungrig. Das Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock, welches das zweite Jahr in Folge den Sommer bereicherte. Nun gut, dieses Festival ist noch jung und somit lernfähig. Dass Zeltplätze in Nähe zum Gelände toll wären. Dass eine Besuchermeute auch gut mehrere Essensstände plündern kann. Dass quadratmetergroße Matschpfützen mit Stroh trockengelegt werden können. Dass zu hohe Getränkepreise den Umsatz auch nicht fördern.
Trotzdem spürte ich das Herzblut an jeder Ecke. Die Betreiber des Schwimmbades etwa, von mir mit einem imaginären Verdienstkreuz ausgezeichnet. Die Bands, die trotz hektoliterweise Regen gut gelaunt waren. Die Polizisten, die uns einen Parkplatz freihielten.
Seit diesem Festival weiß ich, dass ich schon ganz schön alt bin. Zumindest gefühlt doppelt so alt wie das Gros der Besucher. Aber auch, wie bequem ein Auto sein kann und wie toll jemand ist, der mit einem fühlt und lacht. Und im Schlamm tanzt.
von Julia Stock
Spiderschwein meets Gangstas
Höchstenbach, 80km südlich von Köln. Ein beschaulicher Ort im Westerwald, könnte man meinen. Nicht so vom 9.- 11. August, denn da gabs beim neunten Fun&Crust was auf die Ohren. KORPIKLAANI, DISILLUSION und DOG EAT DOG sowie unbekanntere Bands wie beispielsweise DEATHTERROR und MOTORJESUS sorgten für Stimmung. Bei letzterer mag man sich allersdings fragen, was eine Crossover-HipHop-Band auf einem Metal-Festival zu suchen hat. Die am Samstag Abend zu Dog Eat Dog anreisenden HipHopper stießen dann auf nicht besonders viel Begeisterung bei den überwiegenden Metalfans, ebensowenig wie das Wetter. Es regnete des Öfteren, sodass man auf dem Campinggelände ohne Weiteres ein Schlammcatchen hätte durchführen können. Somit ein kleines Festival mit Staatsforsten Flair und mit 10 Euro Eintritt durchaus erschwinglich. Einziges Manko: Anfahrtskosten.
von Björn Franke
Mehr als das, ein Lebensgefühl
Vor solchen Leuten hat uns unsere Großmutter immer gewarnt: langhaarig, schwarz gekleidet und benietet. Kurz: Metaller. Trotzdem ist es eines der Festivals mit dem wenigsten Krawall und Vandalismus.
Das Wacken Open Air lockt jeden August Tausende von Metalfans (in diesem Jahr offiziell 60.000 zahlende Besucher) aus aller Welt in das beschauliche Dorf Wacken in Schleswig-Holstein. In den drei Festivaltagen, welche gerne auf eine Woche ausgedehnt werden, liegen auch alle Einwohner im Metallfieber: Im Kaufhaus für die Landfrau hängt das Manowarshirt einträchtig neben Kleingeblümten. Beladen mit Bier, Grillkohle und frühstückssaftigem Erdbeerlimes stürmten wir das nasse Gelände, um im Endeffekt einen sonnigen Zeltplatz in Zurückfallentfernung zu den Bühnen zu finden. Und dann fünf Tage Wacken. Was mehr ist als ein Festival. Es ist ein Lebensgefühl mit seinem ganz eigenen Charme „Wer pennt der brennt und waschen ist nicht Heavy Metal!!!“
von Julia Stock

Für Kreativität und Kindergeburtstag, für Pädagogik und Praktikum

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Einen Vortrag über den Sinn und den Nutzen des Spielens muss ich hier wohl nicht halten, schließlich studieren die meisten von uns Pädagogisches und haben es somit schon pflichtmäßig gehört. Und sicher gibt es welche unter uns, die gerne spielen und auch schon Spiele angeleitet haben. Für diese und auch für alle angehenden Spielleiter stelle ich hier das von mir als solches titulierte Standardwerk des Spielens vor: „666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen“ von dem Spielpädagogik-Dozenten Ulrich Baer. Alle Spiele wurden von ihm selbst entwickelt oder spielerisch getestet und haben eine „pädagogische Nebenwirkung“, zum Beispiel Kooperation oder gegenseitige Achtung.
Die kurzen und verständlichen Spielanleitungen sind alphabetisch geordnet und bei jeder Beschreibung ist schnell einsichtig, wie die Spieler gruppiert werden müssen (Paare, im Kreis etc.), welchen Charakter das Spiel hat (ruhig, gesellig, aktiv etc.), wie lange das Spiel wahrscheinlich dauert, für welches Alter und welche Gruppengröße es geeignet ist, welches Material benötigt wird, was gelernt werden kann (Kooperation üben etc.) und zur Behandlung welchen Themas das Spiel genutzt werden kann (Angst, Sexualität etc.). Diese genaue Beschreibung macht „666 Spiele“ zu einem wahrem Highlight unter den Spielebüchern. Zusätzlich zu der thematischen Auflistung, die es ermöglicht, das gerade passende Spiel herauszusuchen (zum Beispiel alle Interaktionsspiele zur Gruppenpädagogik und Spiele zum Sozialen Lernen) gibt es noch von Baer zusammengestellte Listen der jeweils zehn besten Spiele.
Dieses Buch kann ich euch nicht nur zum Ausleihen empfehlen, meiner Meinung nach ist das auch ein lohnender Kauf.
Ulrich Baer: 666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen
Signatur: 359786
von Julia Stock

Nächster Halt: Neuwieder Straße

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Fotos: Björn Franke
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Fotos: Björn Franke
Mehr Infos im Netz unter:
www.sproutbau.de
sproutbau.blogspot.com
Bremen-Tenever. Eine Bausünde der siebziger Jahre, Hochhauskomplex neben Hochhauskomplex. Vermutlich weitaus weniger ansehnlich als Städte wie Koblenz, die in dieser Gegend den Straßen ihre Namen gaben. Seit einigen Jahren ist der Stadtteil Teilnehmer des Projektes „Soziale Stadt“ (Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf) – Quartiersmanager werden eingesetzt, es wird saniert und zum Teil auch abgerissen. Einer der Hochhauskomplexe bekam im August jedoch noch einmal neue Bewohner.
79 Menschen aller Altersklassen und kultureller Hintergründe aus 15 Nationen bewohnten für einen Monat die Neuwieder Straße 48-52 im Rahmen des Wohnexperiments „Sproutbau“: 45 Projekte zum autonomen, nachhaltigen Wohnen.
Leider waren wir einen Tag vor Beginn der dreitätigen Ausstellung „Betonale“ dort, sodass wir leider nur in wenige Wohnungen der Künstler Einblick erhielten. Die „Werke“ im öffentlichen Raum verdienten aber durchaus ihre Aufmerksamkeit: Comics, die sich über die Wände eines Treppenhauses zogen, eine Sonnendeck-Terasse auf dem Dach, ein goldener Hühnerstall im dreizehnten Stock. Weitaus befremdlicher wirkten die Wohnungen, in die keine Künstler gezogen waren, mit ihren Überresten aus vergangenen Zeiten: Window-Color-Gemälde in einem Bad oder die pseudo-poetischen Edding- Kreationen an den Wänden, die wahrscheinlich auf Drogentrips entstanden. Dies hatte im Gegensatz zu den durchdachten und durchgestylten Künstlerwohnungen eher den Charme eines Abrisshauses.
Doch im “Sproutbau” ging es nicht nur um Kunst, sondern auch um soziale Aspekte. In der “Volksküche” wurde verpflegt wie in einer Hippiekommune, jeder konnte im “Nachtcafé” mal DJ werden, auf einer großen Pinnwand wurden gegenseitig Dienste angeboten und einen Tag vor der großen Eröffnung wurde Hand in Hand gearbeitet.
Laut den Organisatoren soll in der ersten Hälfte des Jahres 2008 eine Dokumentation in Buchform erscheinen.
von Björn Franke und Julia Stock

Bilderalbum
uniVista No. 06: Sproutbau

LOST in Hasbruch

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X-treme geht in die zweite Runde. Und wie das so ist bei Fortsetzungsreihen, muss es noch extremer sein. Noch abgedrehter, blutiger, kranker. Kein Problem. Das Thema: Verloren im Wald. So ließ sich ein Teil der Redaktion an einem gewöhnlichen Samstagabend aussetzen. Wo? Das ist die Überraschung. Was zu machen ist? Ebenfalls Überraschung. Die Planung oblag dem übrig gebliebenen Teil der Redaktion, dem Orgateam. Lest zunächst, was passieren sollte und schließlich das, was daraus wurde. Und erfahrt, dass x-treme ein extrem dehnbarer Begriff und somit Auslegungssache für jedes einzelne Redakitonsmitglied sein sollte. PS Schaltet das Licht aus, dann wirkt‘s authentischer.
von Björn Franke, Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
Angsthasen allein im Wald
Das Orgateam grübelte lange und heckte was aus – Gruselig soll es werden – der Plan
Wenn. Wenn dieses Wörtchen nicht wäre. Dann hätten wir nie „Blair Witch Project“ gesehen oder „Das Mädchen“ gelesen. Dann wüssten wir nicht, was im Wald alles passieren kann. Wenn man allein ist. Nachts. (Seltsame Figuren aus Stöcken hängen in den Bäumen. Vorm Zelt findet man einen abgetrennten Finger. Vor lauter Panik streitet man sich mit seinen Weggenossen. Man landet in einem Hexenhaus. Ein Bär verfolgt einen.) Dann hätte das Orga- Team nicht zur Hälfte aus totalen Angsthasen bestanden.
„Und wenn ihnen was passiert? Das würde ich mir nie verzeihen.“ Von Anfang an bin ich von der Nachts-verlorenim- Wald-Idee nicht begeistert. Es gibt doch nette andere Vorschläge. Aber Mel, René und Dargel wollen nichts Nettes, sie wollen Action und Grusel. Und da ich im Survival- Team sicher vor Angst gestorben wäre (und das ist nicht wirklich übertrieben), werde ich Organisierende. Als erstes muss ein geeigneter Wald gefunden werden. Es gibt in Deutschland einfach keine mit in Maine oder Burketsville vergleichbaren Wälder. Vor allem nicht im Norden. Größter erreichbarer ist der Hasbruch zwischen Hude und Delmenhorst, eine knappe Autostunde entfernt. 627 Hektar Wildnis – durchzogen von guten deutschen Wanderwegen. Und Wegweisern, wie wir später feststellen werden. Wir haben viele Ideen, von „wir setzen sie ohne Geld und Handy aus und sie müssen zurück nach Vechta kommen“ bis „und am Zielpunkt verstecken wir ein Prepaid-Handy, auf dem noch genau das Geld für eine SMS ist“. Und alle sterben mit dem unberechenbaren Faktor Gefahr. Was ist, wenn sich einer das Bein bricht? Sie in eine Höhle stürzen? Einer von ihnen ausrastet und die anderen abmetzelt? (Weitere Ideen siehe oben.) Angsthasenhirne können sich viele Szenarien ausmalen. Somit erlauben wir ein Handy, Taschenlampen und packen Notfallverpflegung in Form von Keksen und Getränken ein.
Bildnachweis: rk
In der Nacht- und Nebelaktion festgehalten:
Die Wanderkarte, die eigentlich
nicht gefunden werden sollte.
Foto: René Kohn
Steffie lässt sich von den „Drei Fragezeichen“ inspirieren und schreibt ein Rätsel, welches unseren Abenteurern den Weg weisen soll und Britta macht es ihnen nicht leicht und verpackt das Lösungswort, welches uns die drei schicken müssen, damit wir sie abholen, in Wissensfragen. Nicht leicht – das denken wir jetzt noch. Außerdem schreiben wir eine liebevoll – ach, ich meine gruselig – angekokelte Einladung, die die drei in der nächsten Sitzung erhalten. Dass alles passiert bei den ersten beiden konspirativen Treffen, jedoch wird kein dritter Termin mehr gefunden, so dass wir den Hasbruch nicht näher als über Google Earth kennen lernen. Aber hey, da sieht er ganz schön wild und gefährlich aus! Am 27.10. schließlich kaufen Björn und ich, eingestellt auf eine lange Nacht, mehrere Liter Cola ein und fahren zum Treffpunkt. Dort erwarten uns die Mutigen schon, ein bisschen weiß im Gesicht und gar nicht mehr so mutig. Wir nehmen ihnen ihre Wertsachen ab („Habt ihr auch wirklich alles abgegeben? Wenn ich euch jetzt filze und noch was finde, müsst ihr ohne Taschenlampe los!“) und verbinden ihnen die Augen. In den Autos läuft der Soundtrack des hier so oft erwähnten Filmes und die Hasenfüße (ich erinnere: zwei vom Orga-Team) gruseln sich, während Mel sich anscheinend entspannt (unglaublich! Sie sieht nichts, ist auf dem Weg ins Ungewisse und entspannt sich!). Nach einer stillen Stunde, in der wir kein Wort sprechen und ich nur einmal aus Versehen an die Spieluhr auf Brittas Amaturenbrett komme, sind wir am Hasbruch, setzen das Survival-Team aus (ich umarme noch mal alle, wer weiß, ob ich sie je wieder sehe?), lassen sie bis zehn zählen, laufen wie die Bekloppten und schließen uns im Auto ein. 40 Minuten später, wir sitzen in der Pizzeria, piept Björns Handy. Eine SMS. Mit dem Lösungswort…
von Julia Stock
Im Wald
Was geschah – das Actionteam berichtet
Am 27.10.2007 war es soweit. Mit einem mulmigen Gefühl bestieg ich mein Auto. Draußen dämmerte es, und es krochen bereits feine Nebelschwaden über das taufeuchte Gras. Ein letztes Mal tanken, ehe ich die Auffahrt zum Sonnenkamp hochfahre. Was mich wohl erwartet? Zögernd biege ich um die Ecke und parke mein Auto, bereits jetzt fröstelt es mich ein wenig, es ist frisch geworden draußen. Dargel und René kommen dazu. Punkt 19 Uhr biegen zwei dunkle Autos ein… unsere Transportfahrzeuge.
Bildnachweis: rk
Bloß nicht verlaufen, sonst sind wir verloren!
Foto: René Kohn
Das Orga-Team nimmt uns unsere Sachen ab, es bleiben uns nur ein Handy und eine Kamera. Ich werde von den männlichen Teilnehmern getrennt. Die Augen werden uns verbunden. Gespannt setze ich mich ins Auto, ein leichtes Kribbeln im Bauch. Meine Fahrer steigen ein, es wird kein Wort mit mir gesprochen… ich halte den Atem an und lausche, eine CD wird eingelegt (Blair Witch Soundtrack, mit Einspielungen aus dem Film). Wir setzen uns in Bewegung. Bis Visbek kann ich den Weg nachvollziehen, danach lässt mich mein Orientierungssinn im Stich. Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo mich meine Fahrer hinbringen, wir halten kurz, um zu tanken – Stille. Auf einmal erklingt die Melodie einer Spieluhr… ich grinse in mich hinein, gut gemacht das ganze Szenario, ein leichter Schauer wandert über meine Haut. Nach ca. einer Stunde sind wir am Ziel und werden mit verbundenen Augen aus den Autos geholt. Blind und mit der Hand des Nebenmanns in der eigenen stolpern wir einige Meter weiter. „So, wir geben euch jetzt einen Rucksack. In diesem befinden sich alle Sachen, die ihr braucht. Ihr zählt jetzt bis zehn und dann nehmt die Augenbinden ab“. Wir hören Schritte, die sich eilig über Kies entfernen und fangen langsam an zu zählen: Acht – neun – Motoren starten, Reifen drehen durch – zehn.
Wir nehmen unsere Augenbinden ab und stehen auf einem stockdunklen Waldpfad und sehen noch die Rücklichter des letzten Autos das um die Ecke biegt. Wir sind allein. Irritiert schauen wir uns um. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich höre meinen eigenen Atem und das Rauschen der Bäume – Schweigen. Als erstes öffnen wir den Rucksack und entfalten den enthaltenen Brief. Das Gedicht enthält einige Hinweise, mit ihrer Hilfe und der Wuchsrichtung des Mooses an den Bäumen, biegen wir auf den rechten Pfad ab… tiefer hinein in den Wald. Der Vollmond erhellt den Weg, die Taschenlampe durchbricht mit ihrem schwachen Licht die restliche Dunkelheit. Die Stimmung im Team ist gut, wir halten die Augen offen… nach nicht vorhandenen Hinweisen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein Wegweiser eröffnet uns drei neue Möglichkeiten… Amalieneiche, Jagdhütte, Kühlingen. Unser Rätsel bringt uns auf die Idee, den Weg Richtung Eiche einzuschlagen (Rätsel?). Der Waldboden gibt sanft unter unseren Füßen nach, im Wald neben uns raschelt es.
Bildnachweis: rk
Das Haus am Ende – es hätte gruselig werden können.
Foto: René Kohn
Ein Blitzen am Ende des Wegs lässt uns aufschauen… was ist das? Eine Wanderkarte! Das Orga-Team wollte bestimmt nicht, dass wir an ihr vorbeikommen… wir fotografieren die Karte, lösen das Rätsel. Ich schaue auf die Uhr, 40 Minuten sind wir in diesem Wald… Soll´s das gewesen sein? Wir schlagen den Weg Richtung Treffpunkt ein… nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel.
X-treme ist eindeutig was anderes… gruselig auch… witzig war es mit Sicherheit, aber leider auch viel zu kurz. FAZIT: Man kann sich in norddeutschen Wäldern, bei vollem Bewusstsein, nur schwer verlaufen.
von Melanie Ehlert

PDF-Version der Sonderausgabe No 2

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PDF-Version der 5. Ausgabe

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Planschen im Landkreis

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Foto: Björn Franke
Die Sonne lacht vom Himmel, der Nachmittag ist frei und die Badesachen drängen auf spaßiges Nass. Doch wohin an solch wunderbarem Tag?
Im Umkreis Vechtas locken ein paar Bademöglichkeiten, für die ihr nicht einmal unbedingt ein Auto braucht.
Das Hallenwellen- und Freibad ist ausgestattet mit Warmliegebecken, Familienbereich, Sportbecken, Sonnendeck und auch für Gastronomie ist gesorgt. Geöffnet ist das Bad täglich von ca. 08.00 bis 21.00, der Eintritt beträgt 3 Euro.
Dornbusch 45, Vechta
Ganz nah bei der Uni könnt ihr euch in der Toncoole erfrischen, eine modernisierte Tonkuhle mit Umkleiden, Duschen und Biergarten. Sie ist von 10.00 bis 19.00 geöffnet, wobei je nach Wetter und Gästeansturm Erweiterungen der Öffnungszeiten flexibel gehandhabt werden. Der studentenfreundliche Eintritt macht 50 Cent.
Diepholzerstraße 47, Vechta
Mit der Bahn und dem Rad ist das Waldbad in Lohne zu erreichen. Es wartet mit vier Becken auf, davon ist eins ein Sprungbecken mit drei Türmen. Natürlich gibt es auch hier einen Kiosk für das obligatorische Capri. Für 3,50 Euro seid ihr von 08.00 bis 21.00 dabei.
Am Waldbad 12, Lohne.
Ein Besuch per Bahn und Rad lohnt sich auch im Erholungspark Hartensbergsee in Goldenstedt. Dazu gehören ein Zeltplatz, eine Freilichtbühne und der sieben Hektar große Badesee mit Sandstrand. Leider ist auf der Internetseite weder ein Eintrittspreis noch eine genaue Adresse zu finden. Aber so groß ist Goldenstedt ja auch nicht… Nach 20 Minuten Fahrt mit der schönen NWB kommt ihr in Holdorf an. Dort lockt das Freizeit- und Erholungszentrum Heidesee mit Sandstrand am See, in dem auch geangelt werden darf. DLRG ist vor Ort und sorgt für eure Sicherheit. Mit zwei Euro für den Eintritt gehört dieser See zu den günstigen Sommervarianten.
Zum Heidesee 46, Holdorf.
von Julia Stock

Ebenen…

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© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Ebenen
mit endlosen Weiten
Hügel, Berge
mit grandioser Aussicht
sanft und zart
unter meinen Fingern
der Körper eine Landschaft
und ich der Entdecker
Seen aus denen ich trinke
salzig wie die Freiheit
salzig nach dir
meine Hände gehen
auf Reise
von Julia Stock

Wir haben die Macht

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© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Beim Aufräumen meiner Regale bin ich auf ein Büchlein gestoßen, gefüllt mit meinen literarischen Frühwerken. Gegenstand eines Gedichtes ist die Harpunierung des letzten Wales und die danach eintretende Leere im menschlichen Leben. Kein Glanzstück. Aber ausreichend, um mich zum Denken zu bewegen.
Ist das, was ich so mit Leben betitele, gut, richtig, ökologisch korrekt? Ist meine Hautcreme an Tieren getestet? Wurde der Lachs auf meinem Teller nicht ge- sondern überfischt? Mussten für meinen Collegeblock Wälder gerodet werden? Starben Tiere, um Teil meines Burgers zu sein? Wird der Strom, den ich ver(sch)wende, durch erneuerbare Energien erzeugt?
Was kann ich tun, um dem Ideal des ökologisch korrekten Lebens näher zu kommen? Ein Einsiedlerdasein im Steigerwald ist keine Alternative und auch Selbstversorgerin zu werden, ist als geisteswissenschaftliche Studentin wenig erfolgsversprechend.
Aber machtlos bin ich auch nicht, schließlich ist mein größtes Manko auch meine größte Waffe:
Ich bin Kosumentin. Und damit habe ich die Macht. Sehr optimistisch gesehen, aber wurde nicht alles Neue durch die Zuversicht Einzelner geboren?
Kleine Anleitung zum Ökologischsein:
  1. Esse nur solchen Fisch, bei dem Fang und Haltung akzeptabel ist. (www.greenpeace.de/themen/meere)
  2. Benutze Recycling-Papierprodukte.
  3. Kaufe möglichst Bioerzeugnisse. Jedoch ist nicht alles, was sich dafür ausgibt, „bio“. Achte auf die Gütesiegel. (www.allesoeko.net)
  4. Fahre Bahn, Bus, Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften.
  5. Trenne deinen Müll.
  6. Freu dich über den Fairtrade-Kaffee im Bistro und fühl dich gut beim Genuss.
  7. Nimm Jute-statt Plastiktüten.
  8. Zieh den Stecker und lass die Geräte nicht auf Standby laufen.
  9. Dreh den Wasserhahn beim Zähneputzen zu.
  10. Benutze Fehldrucke als Schmierblätter
  11. Putze mit Essig.
  12. Kaufe tierversuchfreie Kosmetika. (www.tierschutzbund.de)
  13. Besuche doch mal den Wochenmarkt, jeden Mittwoch und
    Samstag von 7.00 bis 12.00 auf dem Parkplatz vor dem Metropol-
    Kino. Alle dort angebotenen Produkte sind garantiert aus
    dem Umkreis.
von Julia Stock

Statistik für Anfänger

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© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Während meines Studiums muss ich mich mit zwei Dingen herumschlagen: Statistik und Partnersuche. Beides ist mir oft unverständlich und rätselhaft. Statistik von vorne bis hinten, und bei der Partnersuche stellt sich mir immer wieder die Frage: „Ansprechen oder nicht?“ Eine Freundin hat mir ein fast vergessenes Wortspiel gezeigt, welches mir schon als Kind gute Dienste leistete. Und es ist die Antwort auf benannte Unverständnis und Rätselhaftigkeit, denn mit dieser höchstprofessionellen statistischen Methode kann ich schnell herausfinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer großen Liebe zwischen mir und einer anderen Person ist. Und kann dann entscheiden, ob sich das Ansprechen überhaupt lohnt.
Und so geht’s:
  • Schreibe die Namen der Personen nebeneinander, z.B. Kati + Dennis.
  • Nun guckst du, wie oft ein Buchstabe in den beiden Namen vorkommt und schreibst die Anzahl unter die Namen. Bei den beiden oben wäre es ein K, also 1, ein A, also 1, ein T, also 1, zwei I, also 2, ein D, also 1, ein E, 1, zwei N, 2, ein S, also 1. Dann steht da 11121121.
  • Zähle immer die erste und die letzte Zahl zusammen und schreibe sie auf. 1+1=2. 1+2=3. 1+1=2. 2+1=3. Also: 2323. (Wenn eine Zahl keinen Additionspartner hat, schreibe sie einfach dahinter.)
  • So machst du nun weiter, bis du eine zweistellige Zahl hast. Bei Kati und Dennis wäre das die 55. Es besteht also eine 55%ige Chance, dass die beiden eine tolle Beziehung führen werden.
Noch ein Beispiel:
Florian + Susanne
1111123211
22343
563
86
Florian und Susanne haben eine 86%ige Wahrscheinlichkeit, dass es funkt. Ansprechen ist angesagt!
von Julia Stock

Das schönste Erlebnis? – Uniparty!

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Bildnachweis: js
Rosemarie Bienert. Der gute Geist im Sporttrakt.
Foto: Julia Stock
“Hast du mal eine Stoppuhr für mich? Kannst du uns die Tennisschläger geben? Schließt du mal auf?“ Jeder, der im Sportbereich unterwegs ist, wird die Hallenwarte kennen, die sich wie gute Geister heinzelmännchengleich um all das kümmern, was wir so gerne vergessen. Heute stellen wir euch die Hallenwärtin Rosi vor.
Rosi oder Frau Bienert?
Rosi.
Wie lange bist du bereits an der Hochschule, und wie kam es dazu?
Ich bin seit sechs Jahren hier. Damals hab ich die Ausschreibung in der Zeitung gelesen und mich dann hier beworben.
Und was hast du vorher gemacht?
KFZ-Mechanikerin. Dann bin ich umgestiegen auf Lackiererin.
Was ist bisher dein schönestes Erlebnis an der Uni gewesen?
Die Unipartys. (lacht) Nee, eigentlich alles. Im Sport ist es harmonisch und nicht so stressig.
Was ist denn das Fitnessessen schlechthin?
Auf jeden Fall Salat und Gemüse.
Machst du selber auch Sport?
Nein.
Sind Sportstudenten anders?
Ja. Die wirken ausgeglichener als die anderen Studenten.
Was empfiehlst du, wenn jemand einen Krampf hat?
Ich empfehle, dass die Studenten viel trinken sollen, vielleicht auch Magnesium zu sich nehmen und sich auf jeden Fall vorher dehnen, bevor sie an die Geräte gehen.
Musst du oft Wehwechen behandeln?
Ja, es kommen öfter mal welche rein, die ich dann ein bisschen behandele. Das ist aber immer ganz locker. (lacht)
Was sagst du zu den weniger Sportbegeisterten?
Die gibt‘s hier im Sport gar nicht. Die sind alle begeistert dabei.
Das Interview führten Julia Stock und René Kohn.

PDF-Version der 4. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Frühlingsdepressionen

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Der Frühling hatte angefangen und ich war unglücklich. Dem Tod ein Jahr näher gerückt – ich hatte einen Tag zuvor Geburtsag gehabt – und mich so fühlend als wären es zehn Jahre – die Feier war im nachhinein relativ anstrengend -, starrte ich bei Bob aus dem Fenster und überlegte, was der Sinn meines Lebens sei. Ich war jetzt 23, glaubte weder an Gott noch an seine Konkurrenz und besaß kaum mehr als die Fähigkeit, fehlerfrei Wörter wie metamorphosierend zu schreiben und den Wunsch, eines Tages eine Horde verzogener Klingelton-Freaks zu unterrichten.

Auch meine Mitbewohner fühlten sich nicht wohl. Enrico kam mit Liebeskummer aus dem Ski-Urlaub zurück…

…und Charlene unzufrieden vom Friseur…

Trüben Gedanken nachhängend, blätterte ich in einer Zeitschrift. Plötzlich blieb mein Blick an einer Marlboro-Werbung haften, die einen Cowboy zeigte, der durch eine weite, unberührte Prairie der untergehenden Sonne entgegen ritt und mir wurde schlagartig klar, dass das Leben lebenswert und schön ist, dass das Leben durchaus einen Sinn hat, dass man lebt, um zu rauchen.
Was geschieht beim nächsten Mal? Wird jemand Neues einziehen? Wird unser Normalo etwas Unerwartetes, völlig Verrücktes tun? Das alles und mehr erfahrt ihr im Juli
von Björn Franke, Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn und Stefan Hirsch

Die neue Weiblichkeit
Warum ist uns Frauen Feminismus peinlich?

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1976 wird das erste Frauenhaus eröffnet. Den ersten Notruf für Vergewaltigungsopfer gibt es ´78. ´80 wird das Gesetz zur „Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz“ verabschiedet. Vergewaltigung in der Ehe ist seit ´97 strafbar. Am 22. November 2005 wurden wir sogar Kanzlerin.
In den letzten Jahren hat nichts so viele Umwälzungen angeregt wie der Feminismus. Wir sind näher an der Gleichberechtigung denn je. Warum also schämen wir uns unserer Vorkämpferinnen? Sind wir des Kämpfens, welches wir nur aus der Geschichte kennen, leid? Oder haben wir etwa das Gefühl, es gäbe nichts mehr zu tun?
Oder liegt es an unserem patriarchalistisch geprägten Bild von Feministinnen: ungepflegt, frustriert, unmodische, unattraktiv und bierernst?
Wenn wirklich das der Grund unserer peinlichen Berührtheit gegenüber ambitionierten Frauen (das Wort „Frauenrechtlerinnen“ wollte ich in diesem Zusammenhang nicht benutzen, ist es doch sicher ähnlich negativ besetzt) ist, bleiben uns nur zwei Handlungsmöglichkeiten: dem Feminismus den Rücken und zurück in die – dann selbstverschuldete – sozialpolitische Unmündigkeit kehren. Oder uns überlegen, wie wir die veralteten Bilder aufbrechen und verändern können.
Lasst uns überlegen, uns bewusstwerden, handeln. Verbinden, was uns gefällt – Musik, Literatur, Kunst, Lifestyle – und selbstbewusst für unsere Rechte eintreten. Werden wir aktiv, in E-Zines, auf Demos, in der (Hochschul-) Politik, im täglichen Leben. Lasst uns sagen, was wir denken, meckern, wenns uns passt, uns benehmen, wie es sich nicht ziemt. Immer mit dem Recht, weiblich sein zu können.
Ich starte den Aufruf zur neuen Weiblichkeit!
von Julia Stock
Bildnachweis: Karen Ishikawa
Bild: Karen Ishikawa

Im Sommer wird der Sonnenkamp gerockt…

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Für die vierte Ausgabe der uniVista trafen wir uns mit Florian Voigt und Boris Blömer (siehe Bild), zwei Mitgliedern des Rock- und Popensembles der Hochschule Vechta. Wie sie sich die Zukunft der Combo vorstellen und was sie von Pfauen halten, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Erst mal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, hier zu erscheinen. Erzählt doch mal etwas von euch!
Boris: Also, warum gibt es die Band? Das ist nicht: ach, jetzt gründen wir mal eine Band, sondern das ist ein Ensemble im Fach Musik, also Teil des Lehrangebots, das man frei belegen kann. Es ist für Musikstudenten, um sich in dem Feld „Band“ zu betätigen.
Flo: Es soll auch dazu dienen, dass man später im Musikunterricht selber ein Bandprojekt aufziehen kann. Wir wechseln die Instrumente auch, so dass jeder Erfahrungen sammelt. Darüber hinaus können wir eigen komponierte Songs mit einbauen oder Stücke spielen, die wir ganz nett finden. Der Thomas Hempel motiviert uns sehr gut und gibt immer wieder neue Anreize.
Boris: Motivation!
Flo: Richtig! Er gibt uns immer wieder neue Impulse, aber er hält sich auch wieder soweit zurück, dass wir eigene Ideen einbringen können.
Boris: Genau. Die Idee ist, wie eben gesagt, dass man verschiedene Instrumente ausprobiert. Oder auch mal ein eigenes Stück mitbringt und sagt, das möchte ich gerne machen.
Flo: Was daraus noch alles wird, mit der Band… wir sind sehr gespannt.
Wir haben noch das Sommersemester und unser großes Projekt, das Sonnenkampfest. Da wollen wir auf einem Balkon spielen. Es wird ein Programm von zehn Stücken.
Ist euer Projekt nur begrenzt auf die Studienzeit gedacht, oder habt ihr schon im Hinterkopf, dass man in Verbindung bleibt und dann im Hobbybereich was aufzieht?
Boris: Im Prinzip ist es erst mal aufs Studium begrenzt. Vielleicht entwickelt sich ja noch was. Wir sind viele Leute, die auch Lust haben, bandmäßig weiter zu machen.
Flo: Weil es auch wirklich der einzige Bereich an der Uni ist, der Musikbereich, wo wir uns auch künstlerisch rausbringen können, sich vielleicht beim Treffpunkt mit einem Song zu präsentieren.
Boris: Treffpunkt kennt ihr, oder?
Flo: Treffpunkt Musik. Es ist nicht wie in OL oder OS, wo es auch ein Symphonieorchester oder ein Blasorchester gibt. Die kriegen wir hier an der Uni nicht zusammen, weil wir so ein kleiner Fachbereich sind und dann kommt uns so ein Rock- und Popensemble entgegen.
Seid ihr nur begrenzt auf Musikstudenten, oder ist es offen für jeden?
Boris: Grundsätzlich ist es erst einmal für Musikstudenten. Aber, wenn es jetzt tolle Talente gibt, die vielleicht nicht Musik studieren, können die natürlich trotzdem mit dabei sein.
Was habt ihr denn privat für Einflüsse im Musikbereich? Gibt es da irgendetwas, das mit reinfließt in eure Gruppe?
Boris: Die Stücke, die wir jetzt gespielt haben, sind tatsächlich alle, bis auf eins, privat eingebracht worden. Das waren jeweils Stücke, die Leute aus der Band spielen wollten, weil sie die toll fanden. Und Flo hat ja ein eigen komponiertes Stück mit eingebracht. Aber grundsätzlich sind wir von den Stücken her eine Coverband.
Flo: Obwohl ich davon ja weg möchte.
Boris: Jaja, er ist schon fleißig am Weiterkomponieren…(lacht)
Flo: Das muss sich alles erstmal aufbauen. Die Band muss allerdings dann auch mitziehen. Das wird spannend, wenn man eine Idee wie diesen Song einbringt. Der war vorher ganz anders und innerhalb des letzten Semesters hat dieser Song sich komplett verändert, weil jeder etwas mit eingebracht hat.
Ihr habt ja schon die Sommerparty erwähnt. Wo können wir euch noch live erleben? Gerade für Leute auch, die jetzt vielleicht Interesse haben, mitzumachen.
Boris: Das wird noch ein bisschen dauern, weil wir momentan nur vier Stücke haben, das ist ein recht mageres Programm. Für den Treffpunkt Musik reichte das, aber im Prinzip müssen wir das Programm mindestens verdoppeln. Von daher eher Ende des Sommersemesters. Sonnenkamp ist jetzt etwas, das wir definitiv planen, sonst sind wir da eher offen.
Das Rock- und Popensemble der Hochschule Vechta
Wenn also jemand sagt: „Hey, wir wollen mal die Band buchen“, dann lassen wir mit uns reden (lacht).
Wer ist denn momentan in der Band?
Boris: Wir, dass sind Florian Voigt (Gesang, Bass, Schlagzeug, Percussion), Boris Blömer (Gesang, Keyboard), Max Fuhrmann (Gitarre), Insa Burmester (Bass, Keyboard), Julia Kanzler (Gesang, Keyboard), Thorvald Brandt (Keyboard), Felix Borrmann (Schlagzeug), Katharina Justen (Fagott). Das ist der feste Kern.
Und wenn jemand Interesse hat und zugucken möchte, das wäre auch möglich?
Boris: Ja, Dienstagabend, 19.45 Uhr. Man muss sich noch nicht mal anmelden, man kann hier einfach draußen stehen und reingucken, ans Fenster klopfen, dann öffnen wir die Fenster (alle lachen).
Flo: Wir haben auch schon einen festen Groupie-Kern. Unser Wunsch ist aber eigentlich, die Bandprobe nicht mehr in dem kleinen F045 machen zu müssen, sondern in der Aula, weil es vom Klang her ein ganz anderes Gefühl ist. Die ganzen Sachen wie Anlage und so sind ja eigentlich vorhanden. Und da wir ja alle jetzt 500 Euro bezahlen (nah am Mikro), gäbe es ja vielleicht die Möglichkeit, den Raum über der Aula zu entkernen. Für Musik muss da auch was getan werden. Dafür steht ja auch die Band, dass man nach außen hin mehr Action zeigt.
Sekt oder Selters
Panzer oder Puppe?
Flo: Panzer!
Boris: Den nehm´ ich auch.
Flo: Als Ba Student braucht man ein dickes Fell!
Boris: Das war eine gute Antwort.
Stones oder Stravinsky?
Boris: Das ist echt schwer!
Flo: Da schlag´ ich mich mal auf Max` Seite und sage Stones.
Boris: Im Bandinterview muss man das sagen (lacht)
Lachen oder lästern? beide: lachen!
Flo: Wer mich kennt, weiß, dass ich ein fröhlicher Mensch bin.
Boris: Okay….
Flo: Du hättest ja auch lästern nehmen können….
Boris: Wollt ich ja nicht! Lachen liegt mir eher.
Quakenbrück oder Queens?
Flo: Ich möchte lieber in Queens spielen als in Quakenbrück, später mit der Band
Debatte oder Disput?
Boris: Debatte!
Flo: Disput! Warum nicht, kann man ganz tolle Lieder drüber schreiben!
Öger Tours oder ÖPNV?
Boris: ÖPNV!
Flo: Öger Tours. Risiko, Herausforderung und Abenteuer
Splatter oder Schnulze?
Boris: Schnulze. Ich bin kein Splatterfan, überhaupt nicht.
Flo: Splattrige Schnulze. Man weiß nie, wie die Stücke ausgehen. Der Song, den ich geschrieben habe, war erst schnulzig und ist dann auch gesplattert worden und kommt jetzt viel besser rüber.
Also hoffst du beim Horrorfilm immer aufs Happy End?
Flo: Nein, nicht unbedingt. Obwohl es beim Lied eigentlich so geschehen ist…ja, ok, Happy End!
Meep oder Mööp?
Flo: Mööp! Es gibt drei Pfauen, denen wir den Kampf angesagt haben, weil sie uns täglich die Terrasse vollkacken. Und wenn wir versuchen, die zu vertreiben, dann machen die Viecher „mööp“. Also passte das jetzt sehr gut.
Das Interview führten Britta Simon, Julia Stock und Melanie Ehlert.

Zivilcourage und Demokratie

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Ein unbekannter Autor sagte einst: „Demokratie bedeutet nicht nur alle Macht beim Volk – sondern in erster Linie, alle Verantwortung beim Volk.“
Wir leben in einer Demokratie.
Sie gibt uns die Freiheit, individuelle Entscheidungen treffen zu können und für unser Leben selbst verantwortlich zu sein. Sie gibt uns Schutz, indem sie uns vor Recht und Gesetz gleich stellt. Sie gibt uns die Möglichkeit, uns zu vereinigen und unsere Meinung offen zu äußern.
Sie tritt für die Würde des einzelnen Menschen, für das Recht auf Leben und Entfaltung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrheitsprinzip und die Chancengleichheit aller Parteien ein. Und Parteien, die diese Werte missachten oder die Demokratie abschaffen wollen, sind verfassungswidrig und werden, wenn alles rechtens läuft, auch verboten.
Immer wieder bestimmen wir selbst, wer uns regieren soll. Wer die Mehrheit der Wählerstimmen hat, regiert anschließend für eine bestimmte Zeit. Und kann auch wieder abgewählt werden.
Demokratie bedeutet also Herrschaft, die vom Volk ausgeht und vom Volk getragen wird. Durch wählen gehen, durch Verbände und Bürgerinitiativen, durch Meinung sagen.
Roman Herzog erkannte treffend: „Das meiste Unrecht beginnt im Kleinen – und da lässt es sich mit Mut und Zivilcourage noch bekämpfen.“ Doch nein zu sagen, seine Meinung zu äußern, einzuschreiten, ist nicht immer leicht. Anders sein? Sich selbst vielleicht in Gefahr bringen? Das schreckt ab.
Trotzdem bleibt uns als Menschen, als denkende, intelligente Menschen doch gar nichts anderes übrig als Zivilcourage zu beweisen. Wie sollten wir sonst je wieder in den Spiegel blicken können? Wie sollte sonst die Demokratie bewahrt bleiben?
Sich selbst in Gefahr zu bringen, sich zum Beispiel in Prügeleien einzumischen, wird auch nicht von uns erwartet. Sondern helfen, indem wir auf die Tat aufmerksam machen, andere zur Mithilfe auffordern, uns die Täter merken, die Polizei rufen, uns um die Opfer kümmern und uns als Zeuge zur Verfügung stellen.
Das ist nicht viel, das ist machbar. Und es ist der Grundstein der Menschlichkeit, unserer Mündigkeit, der Demokratie.
von Julia Stock

Was das Quietscheentchen uns erzählen könnte

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Was machen diese Wesen, die nicht mal merken, wenn wir Frauen eine neue Frisur, geschweige denn neue Schuhe haben, diese Wesen, die sich selber für total unkompliziert halten, die sich damit rühmen, ganz natürlich (schön) zu sein, die von sich behaupten, keine Beautyprodukte zu benötigen, was machen diese Wesen so lange im Bad?
Laut oben genannten Selbsteinschätzungen und nach dem von uns bemerkten Desinteresse dürften Männer höchstens 10 Minuten für die Morgentoilette brauchen. Betreten, Radio anmachen, Zähne putzen: zahnprophylaktisch- nett geschätzte 3 1/2 Minuten. Toilettengang: 1/2 Minute. (Immerhin brauchen sie auf Partys ja auch nicht länger und mokieren sich nur immer, dass sie auf ihre Begleiterinnen warten müssen.) Duschen, da ja nichts enthaart oder gepeelt wird, und abtrocknen: 3 Minuten. Die restlichen 3 Minuten sollten für den natürlich- schönen Mann ja wohl für Rasur und Styling reichen. Ob die lesende Männerschaft nun verlogen mit dem Kopf nickt und zustimmt? Ihr angeblich von der Natur sonnengebräuntes Gesicht beschämt senkt? (Obgleich uns Frauen die neue Niveawerbung eines Besseren belehrt.) Ihr penibel gestyltes Haar hinters Ohr streicht? Die manikürten Finger selbstgefällig über der babyweichen Haut des Bauches faltet?
Bin ich gehässig? Nein, ich erkenne die „Naturschönheit“ ja. Ich bin nur eines Besseren belehrt worden und weiß, dass männliche Wesen oft genau so lange oder länger im Bad brauchen wie wir. Nur, dass sie es nicht zugeben. Was uns Frauen unweigerlich auf dumme Gedanken bringen muss: wenn der Mann nur 10 Minuten in der Kacheloase braucht, aber 25 Minuten darin verbringt, was tut er dann da? Vorm Spiegel posen? Mitsingen? Den Abfluss mit unserer Zahnbürste reinigen? Die Kosmetika der Freundin/ Mitbewohnerin testen? Aus der Kloschüssel trinken? Sich selbst befriedigen?
von Julia Stock
Einen Moment für den Klassiker, bitte! Frauen im Bad. Ein abendfüllendes Gespräch, wozu es natürlich allein deshalb nicht kommt, weil es sich so schlecht sprechen lässt, wenn man nicht zusammen in einem Raum ist. Dazu noch Föngeräusche und Dirty Dancing-Mucke und alles ist arrangiert für die Ausrede fürs Zuspätkommen, natürlich dem männlichen Part zukommend. Ich versuch, oh mein Gott, ich versuch die Frauen jetzt einmal zu verstehen, weil ich gerade ein wenig Zeit habe.
Weil Sinnfragen auch immer mit einem Warum anfangen, will ich das mal dabei belassen: Warum also brauchen Frauen so lange im Bad? Weil wir in einer Welt leben, in der Frauen lange im Bad brauchen. Ganz einfach. Das ist nun mal so. Klingt ironisch. Also nehme ich es nicht einfach so hin und hinterfrage das, weil ich ja nicht nur ein Mann, sondern auch Student bin. Neugierig und kritisch… Was steckt dahinter? Eine Annäherung: Langes Haar zum Beispiel gilt immer noch eher als weibliches Attribut, will gewaschen, geföhnt und gebürstet werden. Hier müssen bereits die einzelnen Schritte näher beleuchtet werden, denn Waschen heißt nicht mal eben nur mit Shampoo. Nein, hinzu kommt eine Spülung und diese muss i.d.R. erstmal einwirken. Zu guter letzt gibt’s noch ne Kur. Doppelte Einwirkzeit. Auf dass es helfe! Und auch die weiteren Vorgänge sind nicht zu unterschätzen. Lange, nasse Haare brauchen neben Liebe auch Wärme und damit nicht alles aussieht wie Hulle, muss die Bürste her. Ok, zugegeben, es gibt auch Kurzhaarfrisuren. Nun gut, aber die behaarten Beine gibt’s ja auch und die Werbung, in der so nen samt-seidenes Tuch über dieses Körperteil gleitet, ohne zu rucken, auch. Behaarte Beine, das muss folgerichtig und um der Ästhetik willen natürlich geändert werden. Respekt! Vergleiche Mann einmal die Oberflächen von Gesicht und Beinen. Wer schön sein will, muss ja bekanntlich leiden.
Natürlich sind solche Betrachtungen oberflächlich und durch die Tiefe des Schlüssellochs – nein, ich bin kein Spanner, das soll lediglich ein Wortspiel sein – erkennt man natürlich mehr: Frauen im Bad, hierbei geht es um etwas ganz Besonderes, um innere Werte etwa, die wir natürlich nicht sehen, weil wir ja nicht hineingucken können. Welch Dilemma!
Aber ich bleibe oberflächlich und schließe ab: Mann wartet insgeheim ganz gern. Und: Vorfreude ist die schönste Freude.
Entnervt lege ich den Stift beiseite. Das war hart. Ich glaube, die Zeilen werde ich für mich behalten. Ich stehe auf, rufe ganz unbeherrscht und schon kurz vor hysterisch: Schatz, bist du bald fertig? Wir müssen los. Nein, wir hätten schon da sein müssen. Vor einer Ewigkeit. Von wegen Vorfreude. Einen Moment,…
von René Kohn

PDF-Version der 3. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Region HipHop

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Für euch trafen wir uns mit Michi und Fab, Mitglieder der HipHop Combo Cleva`n Smart. Seit 2000 machen die beiden Diplom EW-Studenten der Hochschule Vechta zusammen mit zwei Freunden Musik und sehen dies nicht nur als Freizeitbeschäftigung an, sondern lassen es auch in ihre pädagogische Arbeit mit einfließen. Was sie über Erfolg, den Musikstandort Vechta und Tokio Hotel denken, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.
Wie habt ihr euch kennen gelernt und wie kam es dann zur Musik?
Fab: Kennen gelernt haben wir uns über die Schule, aber richtig befreundet waren wir nicht. Ich kam aus Amerika wieder und habe Englisch gerappt. Dann hab ich unseren derzeitigen Produzenten Tamer getroffen und der hat mir was mit Michael gezeigt. Dann kam noch einer dazu, der hieß Konrad, das ist Main. Der hatte Cleva´n Smart als Nebenprojekt gemacht. Das waren erst Tamer und Main alleine. Und 2000 haben wir vier uns dann zu Cleva´n Smart zusammengeschlossen: Michi, da ist Ba, ich, also Fabian als fabiolicious, Main und unser Produzent Tamer. Dazu haben wir immer einen wechselnden Dj. Und in dieser Konstellation machen wir seit 2000 Musik.
Wie kamt ihr auf den Namen?
Michi: Wenn du jetzt Main sehen würdest, dann wüsstest du wieso wir so heißen! (Gelächter) Main hatte früher eine schwarze Brille und sah aus wie Fred Clever. Und weil wir eben smart à la carte hießen, entstand daraus halt Cleva´n Smart.
Fab: 2001 haben wir dann das erste Album herausgebracht, Leere Worte EP. Jetzt sind wir lange dabei, das zweite Album rauszubringen.
Wo bekommt man die CDs von euch dann?
Fab: Über direkte Kontakte zu uns. Wir machen gerade eine Internetseite. Ansonsten nach Auftritten.
Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Michi: Was soll man dazu sagen. Halt auch Texte, die hin und wieder etwas kopflastig sind, also wo auch eine Message bei rüberkommt. Wir sind offen für alles. Ich würde nicht sagen, dass wir unsere Musik für irgendwas sperren. Also für irgendeinen Einfluss. Wir machen richtigen Rap, aber wir haben auch ein bisschen Reggae, zum Beispiel. Worauf wir halt Bock haben.
Ihr studiert in Vechta Erziehungswissenschaft. Fließt das in eure Arbeit mit ein?
Fab: Es verbindet sich wunderbar mit der Arbeit. Ich arbeite in einem Heim und mit dem HipHop kannst du mit den Kids halt auf einer ganz anderen Stufe kommunizieren, du kommst schneller an sie heran.
Dann machen wir einen HipHop-Workshop seit zwei Jahren im Gulfhaus. Immer mit 20 Kids in ständig wechselnder Gruppe. Da machen wir Musik und das ist pädagogisches Arbeiten durch die Musik. Das fließt mit rein.
Michi: Das gute bei Rap ist halt, du brauchst nicht viel, wenn du nen Beat hast. Es kann sich jeder irgendwo hinsetzen und was schreiben. Mal abgesehen davon, ob man es gut kann oder nicht. Durch die Musik können sich Jugendliche, die nicht soviel Erfolgserlebnisse sonst haben, darstellen. Sie können ihre eigenen Texte entwerfen und dadurch Selbstwertgefühl aufbauen. Sie haben einen guten Text und können sich auf die Bühne stellen und den präsentieren. Und wenn das dann gut ankommt, das bewirkt etwas, denke ich. Die Jugendlichen fangen an, sich mit etwas auseinander zu setzen. Sie stellen fest, dass, wenn sie für etwas arbeiten und sich verbessern, auch etwas schaffen können. Und das ist ne coole Sache.
Veranstaltet ihr neben dem Gulfhaus auch noch woanders Konzerte?
Fab: Ja, in Soest werden wir was am 4.05. machen. Dann das Soundblast am 3.03.2007. Das ist das dritte Mal, dass wir das Soundblast machen. Wir haben gemerkt, dass in Vechta nicht ganz soviel mit HipHop läuft, deswegen machen wir selber was. So sind wir in das Gulfhaus mit reingerutscht.
Michi: In letzter Zeit haben wir vermehrt versucht, live etwas zu machen. Und irgendwann sind wir reich. (Gelächter).
Also ist die Musik nicht nur Hobby für euch?
Fab: Na gut, ich mein, wir haben mit sehr hohen Zielen angefangen. Wir hatten zwischenzeitlich auch mal ein Vertragsangebot von einem größeren Label. Im Endeffekt haben wir das alle als Hobby angefangen, doch dann sind wir viel rumgekommen in Deutschland, zwar kleinere Auftritte, aber gut. Das haben wir so zwei Jahre gemacht. Dann haben wir festgestellt, dass wir erstmal das Studium machen müssen. Es macht uns halt viel Spaß auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen. Wenn dabei ein bisschen was rausspringt, super.
Michi: Es ist mehr eine Lebenseinstellung. Es ist die Art, wie ich mich kleide, was ich sage und wie. Was ich denke und wie ich die Dinge sehe, mit was für Leuten ich verkehre. Es ist also auf der einen Seite Hobby, auf der anderen aber auch, wie ich lebe.
Also, wie seht ihr euch dann in zehn Jahren? Im Jugendamt oder auf der großen Bühne?
Fab: (lacht) In Wunschträumen auf den Bühnen natürlich.
Michi: Auf Tour mit Jay Z. Oh schwierig.
Fab: Das ist schwer zu sagen, schwer abzuschätzen. Es kann ja sein, dass bei dem nächsten Auftritt ein Produzent oder ein Manager durch Zufall vor der Bühne steht und Bock auf uns hat und wir machen da noch mehr. Ich weiß nicht, so was ist schwer abzuschätzen. Ich denke, beruflich ist es eigentlich eher definitiv dieses Studium, wo ich meine Zukunft sehe. Aber die Musik werde ich auf jeden Fall beibehalten, weil sie einfach ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Und selbst wenn ich nicht jedes Wochenende aktiv bin, merke ich einfach, wenn ich irgendwie nichts schreibe oder nichts mache, dass mir irgendwie was fehlt, das man das auf jeden Fall braucht.
Michi: Part of my life.
Fab: Ich seh mich in zehn Jahren eigentlich eher als glücklicher Mensch. So oder so. In der Pädagogik haben wir beiden so wie so einen Bereich gefunden, der uns liegt.
Michi: Wir wollen aufräumen in der Pädagogik
Sekt oder Selters
Feurig oder frigide?
Michi: Feurig. (lacht) Ich hab so viel Feuer in mir. Das trag ich auch raus, manchmal nervt das schon die Leute.
Nackt oder Nerz?
Fab: Nackt. Ich mag keine Tiere. (lacht) Ganz nackt, Hosen runter lassen in allen Bereichen.
Michi: Auf jeden!
Knusprig oder klebrig?
Fab: Knusprig.
Michi: Ja, auf jeden knusprig.
Es muss ein bisschen knistern, klebrig ist voll schleimig, das ist nicht gut. Kunsprig wie ein Ferrero Rocher, die sind für mich knusprig.

Fab: Aber da ist Nutella drin, und das ist klebrig.

Proll oder Poet?
Fab: Prolet. (lacht)
Waschbär oder Waschbrett?
Michi: (guckt an sich runter) Waschbär. (lacht)
Fab: Da muss man ehrlich sein. (lacht)
Tripper oder Tokio Hotel?
Fab: Au… Gleichbedeutend eigentlich. Ich seh den Unterschied jetzt nicht, kannst du die Frage noch mal erläutern?
Michi: Aber Tokio Hotel sind famous und haben Groupies, also von daher…
Fab: Tripper ist auch ziemlich weit rumgekommen… (alle lachen) Echt, der hat auch einiges gesehn in seinem Leben, der Tripper.
Bangkok oder Buxtehude?
Michi: Was soll ich in Buxtehude? Bangkok ist cool. Das ist mal ganz anderes Leben, eine ganz andere Welt.
Fab: Mofa fahren in Bangkok.
Klotzen oder kleckern?
Fab: Klotzen.
Macho oder Memme?
Fab: Kommt drauf an, wo.
Michi: Memmender Macho.
Fab: Manchmal hat man seine Schmerzen irgendwo, dann darf man auch mal memmen.
Michi: Mutti.
Glück oder gekonnt?
Michi: Ich glaub, um Glück zu haben, muss man Können voraussetzen. Wer hart arbeitet, hat auch irgendwann Glück. Fab und Michi, wir danken euch für dieses Interview!
Das Interview führten Julia Stock, Melanie Ehlert und Britta Simon

uniPlay #2

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Neulich stapelte sich in unserem Wohnzimmer der Müll, und ich versuchte meine Mitbewohner dazu zu bewegen, gemeinsam wenigstens so etwas Ähnliches wie Ordnung in das Chaos zu bringen. Leider nicht wirklich erfolgreich…

Ich war echt genervt. Alleine wollte ich natürlich auch nicht aufräumen, also stellte ich den Müll kurzerhand in das leere Zimmer, in dem Stukenbröker bis vor einigen Wochen gewohnt hatte. Beim nächsten Mal machte ich es genauso…

…und beim übernächsten und überübernächsten Mal auch.
Eines Nachts wachte ich auf, weil es in dem Zimmer laut rumpelte. Ich öffnete die Tür, konnte aber nichts Auffälliges entdecken. Ich stolperte durch den dunklen Raum, um zu schauen, ob das Fenster offen war und trat dabei versehentlich auf eine leere Milchtüte. Ein gewaltiges Brüllen zerriss die nächtliche Stille.

Erschrocken fuhr ich herum und sah, wie sich der Müll zu einem entsetzlichen Ungeheuer geformt hatte. *Wieso erdreistest du dich, mich dergestalt zu inkommodieren? **Ich werde dein Leben in ein Jammertal aus Schmerz und Tränen verwandeln!

Plötzlich wachte ich auf und stellte erleichtert fest, dass ich alles nur geträumt hatte. Wirklich alles: Es gab kein Ungeheuer.

Der Traum ließ mich jedoch nicht los und so schnappte ich mir meine Mitbewohner noch vor dem Frühstück und wir brachten zusammen den Müll raus. Tja, und die Moral von der Geschicht`: Bring den Müll raus, sonst (um)bringt er dich.
Idee und Kulisse: Julia Stock und Melanie Ehlert
Texte: Stefan Hirsch
Bilder: Björn Franke

Von Magersucht und Massenmord, von Konsum und Kirche

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Leonie, 18, hochintelligent und magersüchtig, plant ein Kapitalverbrechen und eine, in ihren Augen, gute Tat: Einer ihrer Verwandten soll auf Omas Geburtstag durch ihre Hand und mit Hilfe einer alten Pistole ihres Onkels sterben. Wenn sie nicht gerade mit der akribischen Planung, denn „nur ein Stümper überlässt alles dem Zufall”, beschäftigt ist, macht sich das als Leo bekannte Mädchen Gedanken über Tod, Leben, Dichtung, Hermaphroditen, Afrika, Tagebücher, Liebe, Normalität und Anormalität. Auch überlegt sie sich die passenden Worte für das Geständnis ihrer Tat. Doch wen soll es treffen? Erst ein misslungenes Gespräch mit einer Pastorin zeigt ihr, auf wen sie schießen muss.
Peter O. Chotjewitz: Als würdet ihr leben
Signatur: CQY c4562
von Julia Stock

Wir waren zum Glück in Osnabrück

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Nachdem wir in unserer letzten Ausgabe den Dörfern eine Chance gewährten, ist es für die dritte uniVista wieder Zeit gewesen, eine Stadt zu besichtigen. Nicht irgendeine Stadt natürlich! Wie alle Orte, denen wir in dieser Rubrik einen Besuch abstatten, musste auch Osnabrück allerhöchsten Ansprüchen standhalten. Der Anspruch ist (Trommelwirbel bitte): Man muss den Ort mit unserem Semesterticket erreichen! Osnabrück hat diese Prüfung mit Bravour bestanden und bevor ich nun weiter dem zweiten großen O in Niedersachsen die Show stehle, lass ich die City für sich selbst sprechen. Also eigentlich spricht die Stadt ja durch die Finger, die das hier tippen, die wiederum meine sind, aber naja…egal, jetzt kommt Osna!

Marienkirche
Die erste Station, die die furchtlose Redaktion in Osnabrück ansteuerte, war die Marienkirche, die direkt am schönen alten Rathaus der Stadt gelegen ist. Die Geschichte der Marienkirche geht zurück bis zum Jahre 800. Für die, die sich nicht vorstellen können wie lange das her ist: Sehr, sehr, sehr, sehr lange! Wer bei dem Anblick der Kirche denkt, dass die Fassade schon gewaltig ist, wird vom inneren des Gotteshauses nicht minder begeistert sein. Jeder Stein, jede Figur, der prächtige Altar und vor allem das riesige Triumphkreuz haben ungeheure Ausstrahlungskraft und lassen den Besucher in eine angenehme Ruhe verfallen. Ein toller Einstand.
Das Heger-Tor

Besonders geschichtstreue Menschen bezeichnen es als Waterloo-Tor. Das ist eigentlich auch der korrekte Name für das heimliche Wahrzeichen Osnabrücks, aber wer sich mit ein paar Freunden aus Osna am Abend beim Waterloo-Tor verabredet, wirdhöchstwahrscheinlich einsam bleiben, da diese Bezeichnung keiner kennt.
Das Tor war ein Geschenk an Osnabrück, da einige der Stadtsöhne bei der Schlacht von Waterloo der siegreichen Seite beistanden. Einen Blick ist das Tor, egal wie es denn nun heißt, aber wert.

Der Dom
Waren wir von der Marienkirche schon begeistert, setzte der Dom noch eins oben drauf. Das klingt jetzt zwar stark danach, dass wir eine Pilgerfahrt nach Osna gemacht haben, dem ist aber nicht so! Alte Städte haben alte Gebäude, und genau diese machen den Charme einer Stadt aus. Das Bauwerk, wie es heute zu sehen ist, besteht seit 1277. Der Dom Sankt Peter, so der volle Name des Doms, ist schlicht atemberaubend. Wer in Osna nur Lust auf eine Kirche hat, dem lege ich den Dom näher als die Marienkirche. Hier ist nicht nur alles ein wenig größer, auch gibt es neben dem Gotteshaus selbst noch eine nette Nonne, die einem die Geschichte des Doms näher bringt und die einem eine kleine Tür zu einem sehr interessanten Ort zeigt. Selbst ausprobieren. Die Tür klemmt übrigens etwas!
Felix-Nussbaum-Haus
In dem von Daniel Libeskind (Architekt des Jüdischen Museums in Berlin) entworfenem Museum, welches alleine schon einen Besuch wert wäre, sind viele Bilder des 1944 in Auschwitz ermordeten Malers und Graphikers Felix Nussbaum zu sehen. Erfahrt mehr über den Maler der Neuen Sachlichkeit und über die Tragik des jüdischen Schicksals, seine Kindheit in Osnabrück sowie über sein Leben und Wirken in Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich und Belgien. Zitat: „Wenn ich untergehe – lasst meine Bilder nicht sterben – zeigt sie der Nachwelt!“
Lotter Straße 2, dienstags bis freitags von 11 bis 18 h und samstags und sonntags von 10 bis 18 h geöffnet. Ermäßigter Eintrittspreis 3 €.


Ausstellung: Bilder, die lügen
Wenn man eh schon im Felix- Nussbaum-Haus ist, sollte man sich ein X für ein U vormachen lassen und sich die Wanderausstellung „Bilder, die lügen“ anschauen. Hier werden anhand vieler Ausstellungstücke die Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern deutlich. Bekanntestes Beispiel sind wohl die gefälschten Hitler-Tagebücher von Konrad Kujau.
Die Ausstellung ist im Eintrittspreis zum Felix-Nussbaum-Haus enthalten.
Erich Maria Remarque- Zentrum
Das Remarque-Zentrum zeigt eine vielfältige Ausstellung über den 1898 in Osnabrück geborenen Schriftsteller, welcher mit Im Westen nichts Neues Weltruhm erlangte. Besonders sehenswert sind seine handschriftlichen Notizen, studentenfreundlich ist der Preis: einfaches Interesse.
Am Markt 6, dienstags bis freitags von 10 bis 13 h und 15 bis 17 h, samstags und sonntags von 11 bis 17 h geöffnet.
Bagel´ s
Das Bagel´s ist ein kleines Café in Osnabrücks Innenstadt, in dem es gesunde und schmackhafte Bagel- Spezialitäten gibt. Es ist rauchfrei und hat eine Kinderspielecke, dementsprechend muss man sich auf eventuellen Kinderlärm einstellen, wenn man denn einen Platz ergattert. Das Bagel´s ist nämlich hochfrequentiert und es ist nicht unnormal, länger warten zu müssen. Die Preise gehen von einem unbelegtem Bagel für 80 Cent bis zum Überraschungsfrühstück (gibt’s immer) für 9,90 €.
Herrenteichsstraße 18, montags bis freitags von 7.30 bis 22 h, samstags von 7.30 bis 23 h und sonntags von 10 bis 21 h geöffnet.
Sausalitos
Das Sausalitos ist sicher jedem ein Begriff, immerhin gibt es diesen Mexikaner in 22 Städten Deutschlands. In Osnabrück bietet er ein südländisches Ambiente mit einem Mix aus Cocktails, Tortillas, Taccos und lauter Musik. Die Happy Hour lädt gemischtes Publikum, aber vor allem junge Partylustige ein, so dass hier oft nur eine Tischreservierung zum Sitzplatz verhilft.
Montags 17 bis 20 h alle Speisen zum halben Preis, täglich 17 bis 20 h Cocktail-Happy Hour.
Kommenderiestr. 32-34, täglich von 17 bis mindestens 1 h geöffnet.

Nachtwächterwanderung
Ein absoluter Höhepunkt einer jeden Osnabrücker-Stadterkundung ist die Führung durch den mittelalterlichen Stadtkern in einer Nachtwächterwanderung.
Um 20.00 h versammeln sich alle Interessierten vor dem Rathaus. Dort beginnt die Reise mit einer Einführung ins abendliche Programm. An dessen Ende hat jeder Mitwanderer einen Obolus von 6 € an die diensthabenden Nachtwächter zu entrichten. Außerdem werden die Gruppen ausreichend mit Laternen eingedeckt.
Die Wanderung führt dann nicht nur durch die Gassen und an den Mauern der Altstadt entlang, sondern auch in so manch altes Gemäuer. So sind ein Wehrturm in der Stadtmauer und der Bürgerturm, sowie ein Tunnel Bestandteil der Führung (spätestens an diesen Orten hat sich dann auch jedem der Zweck der Laternen erschlossen).
Währenddessen erfährt der geneigte Zuhörer nicht nur etwas über das Leben der Nachtwächter und Bürger der damaligen Zeit, die Nachtwächter wissen auch eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen, welche selbst für den alteingesessenen Osnabrücker interessant sind. Nach gut 3 Stunden endet die Wanderung dann, wo sie begonnen hat, im Rathaus.
Nightlife Osnabrück oder besser: Kultur nach 23 Uhr
Nach 23 Uhr machte sich das uniVista-Team auf, um das Nachtleben Osnabrücks zu erkunden. Dem geneigten Leser, der gerne auch die Clubs erkunden möchte, die wir hier auf diesen Seiten vorstellen, sei geraten, auch als begeisterter NWB-Fahrer das Auto zu benutzen. Viele der Clubs liegen weit auseinander und wenn man in seinem Partygepäck nicht auch verschiedenes Schuhwerk mit sich führen möchte, um der Wandertour und dem Dresscode gerecht zu werden, dem sei das doppelt ans Studentenherz gelegt.
Con-3
Um sich auf einen abwechslungsreichen Partyabend in Osnabrück einzustimmen oder auch mal, um mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen, eignet sich das Con-3 hervorragend. Eine außergewöhnliche Bar- Lounge, in der kein Einrichtungsgegenstand dem anderen gleicht, da alles handgefertigt und somit einzigartig ist. Besonders interessant: Getränkekarten eingebunden in Fachliteratur. Die Preise sind akzeptabel, ein Bier liegt um die 2,00 Euro. Zu finden ist das Con-3 in einer alten Industriehalle auf dem World of Video-Gelände an der Hannoverschen Straße.
Weitere Informationen unter: www.con-3.com

Alando-Palais
Ein Etablissement der gehobenen Klasse verspricht das Alando-Palais am Pottgraben. Frei nach dem Motto „In ist, wer drin ist“ wird nicht jedem der Einlass gewährt. Gepflegtes Erscheinungsbild ist top. Wer den prüfenden Blicken der Türsteher jedoch standhalten kann, erlebt eine Diskothek der besonderen Art mit mallorquinischem Flair. Dementsprechend besonders gestaltet sich auch der Eintrittspreis, der in der Regel bei 6,00 Euro pro Person liegt. Getränke sind ab 2,00 Euro zu erhalten.
Mehr unter: www.alando-palais.de
Kleine Freiheit
Als nette Location mit Partykeller-Flair erwies sich die Kleine Freiheit in der Hamburgerstraße. Durch den Partybus, (ja es steht tatsächlich ein Bus am Eingang durch den man kraxelt um in das Gebäude zu gelangen), kletterten wir in die erste Station unserer Nachttour. Hier finden sich Leute, die gerne zu Rock- und Popklängen feiern und das an diesem Abend auch ordentlich taten. Die Getränkekarte war relativ vielseitig, wobei man natürlich als verwöhnter Vechtaer Student Cola-Korn für 4 Euro etwas überteuert finden muss. (Becks 2,50, Cola 2 Euro) uniVista meint: Ein Ort an dem Mann und Frau sich gern auch länger aufgehalten hätten. Eintritt i. d. R. vier Euro.
Mehr unter: www.kleinefreiheit.info

Hyde Park
Etwas außerhalb vom Osnabrücker Zentrum im Fürstenauer Weg liegt der Hyde Park, eine gute Location für Freunde der alternativen Musik. Freitags gibt es wechselnde Events (Rocknacht, Rabenschwarze Nacht usw.). Samstag steht Easy Listening auf dem Programm. Die Bierpreise sind dem Nachtleben Osnabrücks angepasst und liegen um die 2,00 Euro.
Mehr Informationen zu den laufenden Veranstaltungen unter: www.hyde-park.de
Impuls
Das Impuls ist relativ einfach zu finden. Mitten in Osnabrück unter der Stadthalle kann man ab 23 Uhr zu Houseklängen die Hüften schwingen. Die Location ist recht verwinkelt und überschaubar. Die Preise sind unserer Meinung nach den restlichen Stationen angepasst (Becks 2,50 Euro, Wasser 2,00 Euro). Wer gegen Ende einer Partynacht nochmal richtig tanzen möchte, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Den Mädels sei gesagt, dass es eigentlich keinen Dresscode gibt, wir haben allerdings kein weibliches Wesen mit Turnschuhen gesehen. Eintritt 6 Euro.
Mehr unter: www.impulsclub.net
von Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, Sebastian Dargel, Björn Franke und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Osnabrück:
Hin
Mo.-Fr. 5.29h – 20.29h st.
Sa. 7.29h – 19.29h st.
So. 9.29h – 17.29h zweist. + 17.29h – 20.29h st.
Zurück
Mo.-Fr. 7.26h – 22.26h st.
Sa. 7.26h – 15.26h st. + 15.26h – 22.26h zweist.
So. 9.26h – 13.26h zweist. + 13.26h – 22.26h st.

Bilderalbum
uniVista No. 03: Osnabrück

PDF-Version der Sonderausgabe No 1

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Vom Wetter zur Wirklichkeit, von der Idee zum Interview

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Fünfzehn Jahre im Gegensatz zu fünf Tagen. Fünfzehn Jahre sieht Vittorio Kowalski seine Jugendliebe Anni nicht mehr, welche wohnhaft in seinem Ferienort der Kindheit ist. Fünfzehn Jahre lang studiert er das Wetter in besagtem Ort und kann sich an jeden Tag erinnern. Überredet zu einem Auftritt bei “Wetten, dass…” wird er zwar Wettkönig, muss sich aber der Erinnerung stellen: Wie war das Wetter vor 15 Jahren, was überschattete die unbeschwerten Ferientage, dass er seine Jugendliebe so lange nicht mehr sah?
Dieser Roman ist kein simpler Liebesroman. Es ist ein Interview. Wolf Haas wird von einer Journalistin der “Literaturbeilage” an fünf Tagen über das imaginäre, oben beschriebene Buch interviewt. Dabei erfährt man nicht nur den Ablauf der „wahren Begebenheit”, auf der das Buch beruht, der Leser kriegt auch vieles über die Gedankenwelt und das Handwerk des Autors mit. Und dabei schafft er es, Spannung aufzubauen und den Leser wünschen zu lassen, das fiktive Buch in Händen halten zu können.
Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren (Gewinner des Wilhelm-Raabe Preises)
Signatur: 373 27
von Julia Stock

Region Rock

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In dieser Rubrik möchte uniVista lokalen Nachwuchsbands eine Plattform bieten, um auf sich und ihre Musik aufmerksam zu machen. Auftakt hierbei macht die Cloppenburger Band livin milk. Vier Musiker im Alter zwischen 24 und 29, die bereits auch überregional auf eine große Fangemeinde blicken können. livin milk beschreibt sich selbst als eine Metal-Rock Band mit einem Tropfen Melancholie. Alles andere als melancholisch waren die Jungs allerdings bei unserem Interview auf der Great Desaster Party in der Roten Schule Cloppenburg.
Ein Ohrenschmaus für Leute die auch gerne Incubus, Creed oder Disturbed hören…
Wie kamt ihr zur Musik und besonders zu diesem Stil?
Toddy: Das hat sich einfach entwickelt.
Ben: Also, ich kann mal bei mir anfangen. Ich bin angefangen mit 6 Jahren Gitarre zu spielen, hab mit 12 die erste Band gehabt und dann viele verschiedene Bands durchgemacht und dann irgendwann mit unserem Ex Schlagzeuger, der nicht mehr dabei ist, haben wir diese Band gegründet. Wir hatten damals noch eine Sängerin und einen Keyboarder und haben dann irgendwann mit 3 Mann erstmal nur weitergemacht. Dann kam der Konz dazu. Ja, und der Stil hat sich so entwickelt. Wir wollten eigentlich ursprünglich ruhiger werden, weil wir früher auch schon mal heftigere Musik gemacht haben, wir wollten eigentlich ein bisschen mehr Rock machen.
Toddy: Kuschelrock.
Ben: Ja, Kuschelrock.
Jan: Und dann kam der Jan.
Ben: Nenenene, der kam viel später. Toddy wollte einfach nur wieder Musik machen, weil er… ihm war so langweilig, jahrelang. Und wie gesagt, Toddy ist zum Beispiel eigentlich Gitarrist. Und er hat mich angerufen: „Sag mal, ich will bei euch spielen.” „Gitarristen haben wir schon.” „Ja, dann spiel ich halt Bass.” Und jetzt spielt er halt Bass. Und sehr gut, muss ich dazu sagen. Der Stil hat sich entwickelt. Wir haben angefangen, ruhigere Musik zu machen. Dadurch hat sich das entwickelt, dass wir diese Dynamik haben: halt mit ruhigen Sachen, die auch aus den ursprünglichen Anfängen herkommen und jetzt halt mit den Mehr-Gas-Sachen, wo wir einfach Bock drauf haben und diese Dynamik, das macht eigentlich livin milk aus.
Konz: Ja, das bildet sich wahrscheinlich auch aus den ganzen verschiedenen Richtungen, die wir hören. Also, Toddy hört ja mehr so Deathmetal- und Grindcore… irgendwie Gebrüll.
Toddy: Komm, hör auf…
Konz: (lacht) Ja, das hör ich ja auch. Das entwickelt sich wahrscheinlich auch aus diesen verschiedenen Stilrichtungen, die wir auch hören.
Wo kommt ihr eigentlich her? Wo würdet ihr sagen, kommt eure Band her?
Ben: Cloppenburg, also ich komm aus Cloppenburg. Obwohl ich ja in Ostfriesland geboren bin, muss ich dazu sagen.
Toddy: Ja, ich auch.
Ben: Ne, du nicht, wo bist du geboren? Toddy: Dodenhof. (Gelächter)
Ben: Hodendoof oder was? Toddy: Rothenburg Wümme.
Ben: Und Konz kommt aus Friesoythe wohl und Jan auch so da.
Jan: Petersdorf.
Ben: Petersdorf. Man fährt mit dem Auto, dann kommt so ein Schild „Petersdorf` und 200m kommt ein Schild „Petersdorf Ende”.
Wie kamt ihr auf euren Namen? Sind das so Kühlschrankerlebnisse?
Ben: Also ich bin ja… ich darf ja nicht sagen, dass ich dagegen bin, gegen den Namen, oder? Beim Interview darf man das nicht. Wir hatten damals auch Smellin’ Feet zur Auswahl, aber das war alles zu punkig und livin milk…ja… ich würde heute den Namen mal gerne wechseln können.
Toddy: Das schreibt ihr aber nicht!
Ben: Doch, können sie ruhig. Das Ding ist einfach nur, der Name hat sich so etabliert und ist in den Köpfen der Leute hier in der Gegend. Da wir regional auch relativ bekannt sind, wäre es Quatsch, das zu machen. Den Namen haben wir jetzt 6 Jahre und deswegen ist es schwierig, aber ich sag mal so, die Red Hot Chili Peppers haben auch einen komischen Namen in dem Sinne, machen aber dementsprechend ganz andere Musik. Bei livin milk ist das das gleiche. Ich glaube, keiner assoziiert da in irgendeiner Weise lebende Milch raus, sondern livin milk ist einfach der Name und die Leute wissen…
Das ist keine lebende Milch.
Ben: Richtig. Und es ist ja auch wirklich so, dass man sich an den Namen gewöhnt hat und gar nicht mehr darüber nachdenkt, was es eigentlich heißt. livin milk ist die Musik, ist das Gefühl, das wir haben, wenn wir Musik machen, auf der Bühne stehen und einen abrocken. Auch bis zum Erbrechen. Wir geben einfach alles und das ist livin milk.
Wie seht ihr selbst eure Musik oder wie definiert ihr eure Musik?
Ben: Laut! Wie definieren wir unsere Musik? Also, wir wollen keine Botschaft rausbringen. Es gibt so viele Bands, die man auf MTV sieht, die wollen immer Botschaften in die Welt rausschreien, um die Welt zu verbessern oder sonst was. Wir wollen einfach nur Musik machen und Spaß dabei haben und nicht irgendwie jetzt dadurch was bewegen oder so was. Das einzige, was wir bewegen wollen, sind die Köpfe von den Leuten, wenn sie bei uns vor der Bühne stehen.
Habt ihr irgendwelche musikalischen Vorbilder?
Ben: Mich. (alles lacht)
Toddy: Wolfgang Petry. Ja, echt jetzt, ohne Scheiß.
Konz: Musikalische Einflüsse, weiß ich nicht. Korn, Nevermore, seit neuestem Biomechanical…
Toddy: Ja, Biomechanical!
Konz: Sehr geile Band, auf jeden Fall! Godsmack.
Jan: Godsmack würd ich auch sagen, Godsmack ist schon mal gut. Dann, was haben wir denn noch? Ja, Killswitch Engage, saugeile Band, Metallica auf jeden Fall.
Ben: Man hat verschiedene Bands, die man hört. Ich hör auch mal Eric Clapton, ich hör auch mal Seal. Eine der geilsten Balladen ist Frankie Goes To Hollywood mit Power Of Love, obwohl das da gar nicht in die Musik reinpasst. Man muss sich von vielen Sachen irgendwas ziehen, denk ich mal. Natürlich ist die Hauptmusik, die man hört, schon
Metal und da sind die Bands alle genannt, die die Jungs auch schon gesagt haben. Mich hat in meinem Gesang Creed damals sehr im Stil bewegt. Incubus auf jeden Fall. Ich wollte früher, als wir angefangen haben, immer nur hoch singen und ich konnte es eigentlich gar nicht, klang immer schrecklich, wie so im Stimmbruch. (singt hoch und laut ins Mikro). Aber irgendwann habe ich die erste Creed-Scheibe bekommen und hab mich dann umgewöhnt und dadurch ist das entstanden. Also Creed hat mich sehr gut geprägt, aber ansonsten, so wirklich Vorbilder? Braucht man Vorbilder? Man braucht keine Vorbilder, oder? livin milk klinkt wie livin milk. Punkt.
Ihr habt bereits einmal den „Rote Schule Bandcontesi` gewonnen…
Ben: Ja. (Pause) Das war die Frage!? (Gelächter) Lasst sie doch mal die Frage zu Ende fragen.
Wie schätzt ihr eure Chancen heute Abend ein?
Ben: Wir würden hier nicht spielen, wenn wir sagen würden „Wir haben keine Chancen”, ganz klar. Ich würde schon sagen, wir machen diesen Band Contest nicht nur unbedingt um zu gewinnen, sondern auch um Kontakte zu knüpfen mit Bands, Kontakte zu knüpfen mit den anderen Jugendzentren, um da mal zu spielen. EMP ist ja auch ein Name, der was sagt und das ist auch in der Biografie ganz gut, wenn da steht: „Bandcontest EMP mitgemacht”. Vielleicht auch einen guten Platz irgendwie, macht sich in der Band-Bio immer sehr gut. Aber, wenn wir jetzt nicht gewinnen, dann ist es auch kein Beinbruch für mich. Das Problem ist bei uns immer, wir haben nicht so viele Bekannte mehr hier…
Konz: Die sind alle weggezogen.
Ben: …und die sind alle weggezogen. Wir haben wohl einen Fankreis, aber nicht halt diese Bekannten. Wenn alle Kumpels aus der Gegend halt herkommen und dann da für einen stimmen oder so was. Aber wir versuchen einfach durch unsere Musikalität bei der Jury zu glänzen. Wie wir heute Abend gespielt haben, muss ich sagen, das war einer der besten in der letzten Zeit. Weil, hat wirklich auch auf der Bühne Spaß gemacht, hat gerockt. So, und wenn wir dadurch jetzt, weil keiner für uns stimmt, nicht gewinnen, dann haben wir Pech gehabt, aber für uns waren wir heut richtig geil.
Ist ein neues Album geplant?
Ben: Ja, wir wollen im Dezember wahrscheinlich ins Studio gehen, um wieder mal vier Songs aufzunehmen. Aber nicht so eine große Produktion wie letztes Mal, weil wir nicht so viel Geld haben (lacht). Die alten Songs von der aliengirl-Scheibe sind immer noch geil, aber die neuen Songs sind schon ein bisschen anders geworden, auch weil ein anderer Schlagzeuger dabei ist. Man hat heute wieder gehört, nach dem Auftritt: „Spielt doch noch mal Under my skin “. Der Hit von der Scheibe „aliengirl”. Aber wir wollten das bewusst heute nicht machen, weil ich finde das ein bisschen unfair gegenüber den anderen Leuten, da jetzt die Songs zu spielen, die alle schon kennen. Wir wollten aber mit den neuen Songs auftreten und damit was machen. Aber, wir wollen auf jeden Fall ins Studio. Wir MÜSSEN!
Konz: Dieses Jahr!
Ben: Dieses Jahr noch, we try!
Wann und wo seid ihr das nächste Mal live zu sehen?
Ben: Nächste Woche in Nordenham, weil wir heute den ersten Platz gemacht haben! (Gelächter) Sonst sind dieses Jahr keine Gigs mehr geplant.
Konz: Siehe Aushang in der UNI!
Ben: (lacht): Ja, ne, das Ding ist auch, wenn wir im Dezember
ins Studio gehen, werden wir keine Zeit mehr haben um uns die Programme wieder anzueignen oder durchzuspielen, weil wir die vier Songs, die wir aufnehmen wollen, die werden wir so ca. 1 – 2 Monate komplett auseinander nehmen. Also, die werden analysiert, jedes einzelne Instrument wird noch einmal durchgespielt und genau angepasst. Wenn man mit allen Mann spielt, ist es manchmal schlecht rauszuhören, was jeder einzelne genau spielt. Das werden wir jetzt 1 1/2 Monate machen und da wird auch wahrscheinlich keine Zeit sein, um großartig Gigs zu machen. Letztes Jahr haben wir das auch so gemacht. Da kamen auch Gigs bzw. Anfragen danach und da haben wir gesagt: „Ne, wir gehen ins Studio, da haben wir keine Zeit für”
Sekt oder Selters
Chucks oder Chanel?
Ben: Cuck Norris ist cool Hat bis zur Unendlichkeit gezählt, zweimal.
Konz: Und Chuck Norris kriegt bei Praktiker 20% – auch auf Tiernahrung.
Ben: Ich hab auch Chanel.
Jan: Auf jeden Fall eher Chucks als Chanel
Ben: Chucks sind geruchtstechnisch ja auch ein Problem. Ich sprüh meine Chucks auch immer mit Chanel ein.
Durchtrieben oder durchdacht? Ben: Durchdacht
Konz: Durchdacht.
Toddy: Durchtrieben. (Gelächter)
Ben: Durchdacht, ich bin ein Perfektionist Ich bin der einzige, der die Leute immer nervt, wir müssen jetzt was machen.
Jan: Durchtrieben auf jeden Fall.
FlipFlops oder Filzpantoffeln?
(uneinig): Filzpantoffeln und FlipFlops.
Ben: Ich war letztens auf Malle, also FlipFlops. Ich würd sagen, ich ruf meine Mama kurz an oder frage das Publikum.
Fusel oder Fanta?
Ben: Du kannst doch nicht nen Rocker fragen: Fusel oder Fanta? Also, ich bitte dich! Fusel mit Fanta. Fanta abgelehnt.
Laut oder leise?
Alle: LAUT! (Gebrüll)
Mann oder Maus?
Ben: Frau!
Jan: Mann mit Maus.
Ben: Ja, ich mit meiner Freundin. Maus auf jeden Fall, so am Computer spielen. Mit Männern. Also, wir spielen nicht mit Männern, also, nicht wie das jetzt klingen soll Ich bin raus.
Matte oder Mecki?
Konz: Meckimatte.
Ben: Hat ihr das aus eurem Psychologiestudium?
uniVista:Nein, aus unserem Hirn?
Konz: Matte!
Rucksack oder Reisebüro?
Ben: Reisebüro. Hallo! All inklusive. Ich nehm nen Koffer mit und meine Chaneldose.
Konz: Rucksack!
Ben: Ja, du bist ja auch nen Student
Voll oder Verkehrstüchtig?
Ben: Total Betrunken. Also, es gibt Mitglieder der Band, die 9 Monate lang zu den Proben gebracht werden mussten. Namen werden nicht genannt. Also, verkehrstüchtig wohl eher, ich bin geschäftlich viel unterwegs.
Walzer oder Wegrennen?
Ben: Wegrennen? Meine Freundin will unbedingt, dass ich mal nen Tanzkurs mache.
Konz: Also ich hab den Silber…
Ben: Im Schwimmen?
Konz: Nein, ich hab nen Silberkurs im Tanzen gemacht
Ben: Momentan eher wegrennen!
von Melanie Ehlert, Britta Simon und Julia Stock

Bilderalbum
uniVista No. 02: livin milk

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Von Poesie zu Penis, von Geist zu Geschlecht

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Der siebzehnjährige Gymnasiast Detlev Dorn berichtet von einem Sommer in den 1960ern und von seiner hoch vergeistigten Liebe zu Erik, in der allenfalls ein zarter Händedruck gefordert wird. Voller Poesie und Überladenheit an den jungen Werther erinnernd, quält den Protagonisten der Liebestaumel mit all seinen Entbehrungen. Doch dann wendet sich das Blatt. Detlev erinnert sich an seine vor Leben und Begierde strotzenden siebzehn Jahre und lernt den adonisgleichen Kevin kennen. Weg gefegt sind alle Schwärmerei und das Gedichtverfassen. Jetzt wird die volle Körperlichkeit ausgekostet, vom Onanieren vor dem Flurspiegel bis zum Sex mit Fremden in öffentlichen Bedürfnisanstalten. Oder ist auch dies alles reine Phantasie?
Detlev Meyer: In meiner Seele ist schon Herbst, Eine Gymnasiastenliebe
Signatur: CQYm5752
von Julia Stock

Von Verrohung zur Verantwortung, vom Rat zum Recht

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Erik wächst in einem gewalttätigen Haushalt auf. Führt er nur die Gabel zu schnell an den Mund, gibt es Nachtischprügel vom Vater. Mit der Kleiderbürste, der Birkenrute oder der Hundepeitsche, welche den Rücken blutig reißt Danach der obligatorische Satz: „Wieder Freunde?” Und ein lächelndes Händeschütteln, denn der Vater war wieder erfolgreich pädagogisch tätig. Und 25 Schläge sind zu ertragen, Erik darf sich nur nicht winden und weinen, sonst gerät der Vater in Erregung und vergisst zu zählen. In der Schule ist der Junge Anführer einer Clique. Hier muss auch manches mit den Fäusten geregelt werden, aber Erik hat ja einen guten Lehrer zu hause. Als die Clique kleinkriminell wird und schließlich nur er dichthält, fliegt er, mit der Versprechung, an keiner Schule im Kreis mehr aufgenommen zu werden. Somit bleibt nur das Internat Stjärnsberg, an dem die “Kameradenerziehung” herrscht, ein verharmlosender Ausdruck für das Quälen und Erniedrigen jüngerer Schüler durch den so genannten Rat. Und Erwachsene schauen weg. Erik aber lässt das nicht mit sich machen, er hat einen untrüglichen Gerechtigkeitssinn. “Das Böse darf nicht siegen.”
Jan Guillou: EVIL, Das Böse
Signatur: 5.2A gui
von Julia Stock

Nicht lang schnacken…

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nur als PDF-Version verfügbar:
4725pic
von René Kohn, Sebastian Dargel, Julia Stock, Björn Franke und Britta Simon

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uniVista No. 01: Kneipenansichten Vechta

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