Pia Klein
Inhaltsverzeichnis:
- [↓] PDF: PDF-Version der 17. Ausgabe
- [↓] PDF: PDF-Version der Sonderausgabe No 3
- [↓] Studium: Der Stundentenbühne hinter die Kulissen geschaut
- [↓] Studentisches: Entgegen aller Gerüchte um die Caféte
- [↓] PDF: PDF-Version der 16. Ausgabe
- [↓] Leben: Mein innerdeutscher Migrationshintergrund
- [↓] Kolumne: Staatsfeind Nr. 1?
- [↓] PDF: PDF-Version der 15. Ausgabe
- [↓] PDF: PDF-Version der 14. Ausgabe
- [↓] Musik: Smells Like Musikrubrik
- [↓] PDF: PDF-Version der 13. Ausgabe
Der Stundentenbühne hinter die Kulissen geschaut

Szene aus Weekend im Paradies
(Matthias Kalvelage und Wiebke Koch)
(Matthias Kalvelage und Wiebke Koch)
Foto: Pia Klein
Im Kurs des Optionalbereichs könnt Ihr selbst durch Mitgestalten und Anpacken erfahren, wie Theater gemacht wird.
Man kennt das ja: Quasi gerade von der Schule gekommen, auf der man lernte, dass selbstständiges Denken eine lebensnotwendige Fähigkeit ist, wird man nun im Bachelor- und Mastersystem mit Multiple-Choice-Klausuren konfrontiert und die erste Prüfungsleistung ohne Auswendiglernen wird auch erst im dritten Semester fällig. Die Uniwoche hat eben begonnen, es ist Montagabend und im Fernsehen läuft mal wieder nichts Besseres als Bauer sucht Frau. Es dürstet einen nach Anspruch, nach einem gewissen Niveau und einem Prozess des kreativen Auspowerns. Frustriert überfliegt man das Vorlesungsverzeichnis im StudIP mit der Frage im Hinterkopf, ob es dort nicht noch etwas an der Universität gibt, das einem etwas mehr geben kann als ständig nur körperlich anwesend sein zu müssen. Vom ganzen Stadt-Land-Fluss-Spielen hat man schließlich auch die Nase voll. Und dann, plötzlich, entdeckt man im Verzeichnis des Optionalbereichs einen Kurs, der eigentlich ganz interessant klingt. OB-3.2 steht dort geschrieben: Studentenbühne – Rollenbearbeitung und Inszenierung. Das macht neugierig und man findet sich am nachfolgenden Montagabend um 18 Uhr in der Aula ein.
Es handelt sich hier tatsächlich um einen Kurs im Optionalbereich. Im Studentenmund heißt er kurz und bündig: Studentenbühne. Und er beinhaltet auch genau das: Studenten und die Bühne. Auf der Bühne machen Studenten natürlich nicht irgendwas, sondern sie spielen Theater.
Begonnen wird dieser Kurs üblicherweise im Wintersemester und erstreckt sich über das anschließende Sommersemester. Im Verlauf dieser Zeit wird ein Theaterstück ausgewählt, erarbeitet und schließlich als Prüfungsleistung im Sommer aufgeführt. Das Wintersemester ist damit die Voraussetzung für das ausgewählte Stück, denn es werden durch einfaches Spielen die Grundlagen des Schauspielens und des Theaters näher gebracht. Der Teilnehmer wird langsam daran gewöhnt, sich in andere Rollen zu versetzen und diese auf der Bühne glaubwürdig verkörpern zu können. Dies geschieht zum Beispiel durch Improvisationstheater. Wollte nicht jeder schon einmal sehen, wie Angela Merkel Hänschen klein vorträgt?
Fachkundig angeleitet werden die Studierenden von Uwe Salewski, der normalerweise an der Liebfrauenschule in Vechta Deutsch, Englisch und Darstellendes Spiel unterrichtet. Mit viel Witz bringt Salewski den Studierenden in diesen zwei Semestern näher, was die Arbeit im Theater beinhaltet. Denn bei der Umsetzung eines Stückes muss auf wesentlich mehr geachtet werden, als darauf, dass der Text sitzt. Sind die Kostüme, die Bühne, das Licht und alles weitere bereit, kann der große Auftritt kommen. Im vergangenen Sommersemester inszenierte die Studentenbühne das Stück Weekend im Paradies von Franz Arnold und Ernst Bach, bei dem die Studierenden einen einmaligen Einblick in die Freizeitgestaltung der Beamten in den Goldenen Zwanzigern gewährten. Vor einem umfangreichen Bühnenbild präsentierten sie eine schlüpfrige Verwechslungskomödie, bei der kein Auge trocken blieb.
Welches Stück im nächsten Jahr aufgeführt wird, soll im Laufe des Semesters erarbeitet werden. Für die Teilnahme am Kurs können je nach Studiengang 2,5 AP für jeweils ein Semester im Optionalbereich angerechnet werden. Belegt Ihr den Kurs im Winter- und Sommersemester, bekommt Ihr dementsprechend 5 AP. Für genauere Informationen (besonders im Studiengang BA CS) konsultiert bitte Eure Vorlesungsverzeichnisse. An der Studentenbühne kann jedoch auch freiwillig ohne die Anrechnung von AP teilgenommen werden! Neue Gesichter werden gerne gesehen und in die ausgelassene Truppe aufgenommen.
Es handelt sich hier tatsächlich um einen Kurs im Optionalbereich. Im Studentenmund heißt er kurz und bündig: Studentenbühne. Und er beinhaltet auch genau das: Studenten und die Bühne. Auf der Bühne machen Studenten natürlich nicht irgendwas, sondern sie spielen Theater.
Begonnen wird dieser Kurs üblicherweise im Wintersemester und erstreckt sich über das anschließende Sommersemester. Im Verlauf dieser Zeit wird ein Theaterstück ausgewählt, erarbeitet und schließlich als Prüfungsleistung im Sommer aufgeführt. Das Wintersemester ist damit die Voraussetzung für das ausgewählte Stück, denn es werden durch einfaches Spielen die Grundlagen des Schauspielens und des Theaters näher gebracht. Der Teilnehmer wird langsam daran gewöhnt, sich in andere Rollen zu versetzen und diese auf der Bühne glaubwürdig verkörpern zu können. Dies geschieht zum Beispiel durch Improvisationstheater. Wollte nicht jeder schon einmal sehen, wie Angela Merkel Hänschen klein vorträgt?
Fachkundig angeleitet werden die Studierenden von Uwe Salewski, der normalerweise an der Liebfrauenschule in Vechta Deutsch, Englisch und Darstellendes Spiel unterrichtet. Mit viel Witz bringt Salewski den Studierenden in diesen zwei Semestern näher, was die Arbeit im Theater beinhaltet. Denn bei der Umsetzung eines Stückes muss auf wesentlich mehr geachtet werden, als darauf, dass der Text sitzt. Sind die Kostüme, die Bühne, das Licht und alles weitere bereit, kann der große Auftritt kommen. Im vergangenen Sommersemester inszenierte die Studentenbühne das Stück Weekend im Paradies von Franz Arnold und Ernst Bach, bei dem die Studierenden einen einmaligen Einblick in die Freizeitgestaltung der Beamten in den Goldenen Zwanzigern gewährten. Vor einem umfangreichen Bühnenbild präsentierten sie eine schlüpfrige Verwechslungskomödie, bei der kein Auge trocken blieb.
Welches Stück im nächsten Jahr aufgeführt wird, soll im Laufe des Semesters erarbeitet werden. Für die Teilnahme am Kurs können je nach Studiengang 2,5 AP für jeweils ein Semester im Optionalbereich angerechnet werden. Belegt Ihr den Kurs im Winter- und Sommersemester, bekommt Ihr dementsprechend 5 AP. Für genauere Informationen (besonders im Studiengang BA CS) konsultiert bitte Eure Vorlesungsverzeichnisse. An der Studentenbühne kann jedoch auch freiwillig ohne die Anrechnung von AP teilgenommen werden! Neue Gesichter werden gerne gesehen und in die ausgelassene Truppe aufgenommen.
von Pia Klein
Entgegen aller Gerüchte um die Caféte

Auch schon in der Einführungswoche geöffnet:
die Caféte im R-Gebäude
die Caféte im R-Gebäude
Foto: Alexander Dressler
Die Caféte im R-Gebäude ist Aufenthalts- und Lebensraum zugleich. In den letzten Semestern wurde viel über sie gemunkelt. Doch was steckt wirklich hinter den Gerüchten?
Du findest sie im hinteren Teil des R-Gebäudes – vorbei an R 002, durch die Tür und beim StudierendenServiceCenter an den netten Mitarbeitern vorbei mogeln, schon eröffnet sich das einmalige Sinneserlebnis. Der Duft von frischem Kaffee, der Klang alternativer Rockmusik und der Anblick vieler entspannter (junger) Menschen: Das ist die Caféte.
Die Caféte ist ein Aufenthaltsraum auch für Dozenten, Mitarbeiter der Uni und Externe; für einige Studierende ist sie bereits zum Lebensraum avanciert. Sie existiert bereits seit den Zeiten, als das R-Gebäude noch die Katholische Fachhochschule beheimate, Zeiten, die ein Großteil der Studierenden schon nicht mehr miterlebt hat.
Traditionsreich ist die Caféte besonders in der Wahrnehmung ihrer Hauptaufgabe: müde Menschen mit koffeinhaltigen Heißgetränken zu versorgen. Diese Aufgabe wird mit Bravour durch freundliche, motivierte Studierende erfüllt. Die Cafétenbelegschaft besteht vollständig aus Studierenden. Dazu zählt nicht nur diejenige Person, die Dir einen Kaffee verkauft, sondern auch das komplette Leitungsteam. In den letzten Semestern hielt sich hartnäckig das Gerücht, die Caféte würde lediglich für Studierende der Sozialen Arbeit öffnen. Hier liegt der Uni-Flurfunk jedoch verkehrt. Die Verteilung der Studiengänge – in der Belegschaft wie unter den Besuchern – ist umfangreich, obwohl sich unweigerlich insgesamt viele Sozialarbeiter in der Caféte finden. Doch sie öffnet zweifelsohne für alle. Diese bunte Durchmischung sorgt für das unvergleichliche Klima innerhalb der Caféte. Wo sonst kommt man dazu, mit dem Dozenten ungezwungen über Hausarbeitsthemen zu plauschen?
Schließlich besteht die Belegschaft aus sämtlichen Studiengängen der Uni Vechta und grundsätzlich sind alle Studierende befugt, eine Schicht zu übernehmen. Die Schichten sind heiß begehrt und werden gut bezahlt. Deshalb wird der Schichtplan für das laufende Semester wieder gut gefüllt sein. Die Caféte freut sich jederzeit über Nachwuchs, sollte also der Wunsch aufkommen, eine Schicht zu übernehmen, achte auf Aushänge in der Caféte. Dort erhältst Du die Möglichkeit, mit dem Leitungsteam Kontakt aufzunehmen, das Dir dann alle weiteren Informationen zukommen lassen wird.
Während des letzten Semesters wurde die Caféte wegen der Umbauarbeiten im R-Gebäude zum Seminarraum umfunktioniert. Ein weiteres Gerücht, das sich vernehmen ließ, besagte, die Caféte würde ihre Pforten für immer schließen. Doch das war und ist nicht der Fall! In der Zeit, in der die Umbaumaßnahmen stattfanden, wurden weiterhin Heißgetränke ausgegeben. Bei schönem Wetter fand man den kleinen Cafétenstand vor dem Gebäude, bei schlechtem wurde vor R 002 Position bezogen. Wenn das R-Gebäude in neuem Glanz erstrahlt, wird auch die Caféte wie immer für Euch da sein. Obwohl: Nicht ganz, denn Präsidium, Studienzentrum und Cafétenleitung planen einige Umgestaltungen, die vielversprechend klingen. Welche Pläne letztendlich umgesetzt werden, kannst Du ja in der nächsten Pause zwischen den Vorlesungen herausfinden. Das Cafétenteam ist von montags bis donnerstags von 8 – 18 Uhr und freitags von 8 – 16 Uhr für alle Stressgeplagten da, denen man mit einer Tasse frischen Kaffees ein Lächeln auf das müde Gesicht zaubern kann. Selbstverständlich wird nicht nur Kaffee ausgeschenkt. Kommt vorbei und Ihr werdet sehen.
Die Caféte ist ein Aufenthaltsraum auch für Dozenten, Mitarbeiter der Uni und Externe; für einige Studierende ist sie bereits zum Lebensraum avanciert. Sie existiert bereits seit den Zeiten, als das R-Gebäude noch die Katholische Fachhochschule beheimate, Zeiten, die ein Großteil der Studierenden schon nicht mehr miterlebt hat.
Traditionsreich ist die Caféte besonders in der Wahrnehmung ihrer Hauptaufgabe: müde Menschen mit koffeinhaltigen Heißgetränken zu versorgen. Diese Aufgabe wird mit Bravour durch freundliche, motivierte Studierende erfüllt. Die Cafétenbelegschaft besteht vollständig aus Studierenden. Dazu zählt nicht nur diejenige Person, die Dir einen Kaffee verkauft, sondern auch das komplette Leitungsteam. In den letzten Semestern hielt sich hartnäckig das Gerücht, die Caféte würde lediglich für Studierende der Sozialen Arbeit öffnen. Hier liegt der Uni-Flurfunk jedoch verkehrt. Die Verteilung der Studiengänge – in der Belegschaft wie unter den Besuchern – ist umfangreich, obwohl sich unweigerlich insgesamt viele Sozialarbeiter in der Caféte finden. Doch sie öffnet zweifelsohne für alle. Diese bunte Durchmischung sorgt für das unvergleichliche Klima innerhalb der Caféte. Wo sonst kommt man dazu, mit dem Dozenten ungezwungen über Hausarbeitsthemen zu plauschen?
Schließlich besteht die Belegschaft aus sämtlichen Studiengängen der Uni Vechta und grundsätzlich sind alle Studierende befugt, eine Schicht zu übernehmen. Die Schichten sind heiß begehrt und werden gut bezahlt. Deshalb wird der Schichtplan für das laufende Semester wieder gut gefüllt sein. Die Caféte freut sich jederzeit über Nachwuchs, sollte also der Wunsch aufkommen, eine Schicht zu übernehmen, achte auf Aushänge in der Caféte. Dort erhältst Du die Möglichkeit, mit dem Leitungsteam Kontakt aufzunehmen, das Dir dann alle weiteren Informationen zukommen lassen wird.
Während des letzten Semesters wurde die Caféte wegen der Umbauarbeiten im R-Gebäude zum Seminarraum umfunktioniert. Ein weiteres Gerücht, das sich vernehmen ließ, besagte, die Caféte würde ihre Pforten für immer schließen. Doch das war und ist nicht der Fall! In der Zeit, in der die Umbaumaßnahmen stattfanden, wurden weiterhin Heißgetränke ausgegeben. Bei schönem Wetter fand man den kleinen Cafétenstand vor dem Gebäude, bei schlechtem wurde vor R 002 Position bezogen. Wenn das R-Gebäude in neuem Glanz erstrahlt, wird auch die Caféte wie immer für Euch da sein. Obwohl: Nicht ganz, denn Präsidium, Studienzentrum und Cafétenleitung planen einige Umgestaltungen, die vielversprechend klingen. Welche Pläne letztendlich umgesetzt werden, kannst Du ja in der nächsten Pause zwischen den Vorlesungen herausfinden. Das Cafétenteam ist von montags bis donnerstags von 8 – 18 Uhr und freitags von 8 – 16 Uhr für alle Stressgeplagten da, denen man mit einer Tasse frischen Kaffees ein Lächeln auf das müde Gesicht zaubern kann. Selbstverständlich wird nicht nur Kaffee ausgeschenkt. Kommt vorbei und Ihr werdet sehen.
von Pia Klein
Mein innerdeutscher Migrationshintergrund
![]() © Thomas Max Müller / PIXELIO
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Sicher, die wenigsten von Euch kommen direkt aus Vechta, die meisten vermutlich aus dem Emsland, oder wie ich: aus Ostfriesland. Aber so wirklich Ostfriesin bin ich eigentlich gar nicht. Denn ich bin innerdeutsche Migrantin zweiter Generation.
Nachdem meine Eltern irgendwann in den Siebzigern in Ostfriesland Urlaub machten, fassten sie nach der Heimkehr nach Kaiserslautern den Entschluss nach Ostfriesland zu ziehen. Es gibt drei Möglichkeiten, die ich dafür in Betracht ziehe:
1. Weil das Land so schön ist (und jetzt bitte keine Einwände!); 2. Arbeit; 3. Um die eigene Souveränität gegenüber der restlichen Familie zu sichern. Die blieb nämlich größtenteils in der Pfalz zurück.
So packten sie ihre Sachen und rund zehn Jahre später waren mein Bruder und ich auch schon da. Und uns beschäftigten einige Thematiken, die so manch andere MigrantInnen zweiter Generation vermutlich in ähnlicher Form kennen.
Angefangen bei der Sprache, was zwar nicht die deutsche Sprache an sich betrifft, aber eine, die in Teilen Ostfrieslands stärker vertreten sein kann als Hochdeutsch: das Plattdeutsche.
1. Weil das Land so schön ist (und jetzt bitte keine Einwände!); 2. Arbeit; 3. Um die eigene Souveränität gegenüber der restlichen Familie zu sichern. Die blieb nämlich größtenteils in der Pfalz zurück.
So packten sie ihre Sachen und rund zehn Jahre später waren mein Bruder und ich auch schon da. Und uns beschäftigten einige Thematiken, die so manch andere MigrantInnen zweiter Generation vermutlich in ähnlicher Form kennen.
Angefangen bei der Sprache, was zwar nicht die deutsche Sprache an sich betrifft, aber eine, die in Teilen Ostfrieslands stärker vertreten sein kann als Hochdeutsch: das Plattdeutsche.

Foto: Pia Klein
Des Öfteren musste ich mir von ostfriesischen Bekannten vorwerfen lassen, ich sei selbst schuld daran, dass ich kaum Plattdeutsch spräche. Fakt ist dabei dennoch, dass man damit nicht zwangsläufig in Berührung kommen muss, wenn man in Ostfriesland aufwächst. Meine Eltern sprechen schließlich schönstes Pfälzisch. Dort sieht der Genitiv im Vergleich zum Hochdeutsch (z. B. “Hans‘ Auto”) ungefähr so aus: “Demm Hans soi Audo”. Es gibt keine Gurken, es gibt Gummern. Kartoffeln sind Krumbeere. Das Endstück eines Brotes (im Norden meist Knust genannt) heißt Knärzje. Man setzt sich nicht in ein Café sondern in e Kaffee.
Meine Freunde hingegen sprechen, obgleich sie größtenteils Ostfriesen sind, Hochdeutsch mit mir. Sie, Lehrer und alle anderen um mich herum sprachen es und so eignete ich mir in erster Linie Hochdeutsch an. Natürlich kann ich auch Pfälzisch sprechen, aber mir fehlt die Übung. Im Hören und Übersetzen bin ich jedoch ganz groß und muss ziemlich oft das, was meine Eltern sagen, für meine Freunde übersetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich ein sonderbares Kauderwelsch aus Hochdeutsch, plattdeutschen und pfälzischen Begriffen.
Meine Freunde hingegen sprechen, obgleich sie größtenteils Ostfriesen sind, Hochdeutsch mit mir. Sie, Lehrer und alle anderen um mich herum sprachen es und so eignete ich mir in erster Linie Hochdeutsch an. Natürlich kann ich auch Pfälzisch sprechen, aber mir fehlt die Übung. Im Hören und Übersetzen bin ich jedoch ganz groß und muss ziemlich oft das, was meine Eltern sagen, für meine Freunde übersetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich ein sonderbares Kauderwelsch aus Hochdeutsch, plattdeutschen und pfälzischen Begriffen.
Dann sind da noch die Traditionen und das übrige Verhalten. Das Verhalten der Pfälzer gegenüber den Ostfriesen ist sehr kontrastreich.
Ostfriesen scheinen den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch der Erdbevölkerung zu haben. Es gibt immer Tee. Am liebsten natürlich schwarzen Tee mit Kluntje
und Sahne. Meine Nachbarn trinken jeden Tag um Punkt 17 Uhr Tee. In der Pfalz gibt es hingegen den ganzen Tag Kaffee. Möglich, dass daraus das Temperament der Pfälzer entstammt. Sie scheinen permanent aufgeregt und nervös zu sein. Ostfriesen hingegen wirken ruhig und gelassen, als hätten sie keine Eile. Hat man in der Pfalz eine Autopanne und wechselt einen Reifen, sind sofort zehn Pfälzer da, die es besser können. In Ostfriesland würde sich eine einzige verirrte Seele neben die arbeitende Person stellen, viele Minuten schweigend bei der Arbeit zusehen und irgendwann trocken fragen: “Mokst dat ook richtig?”
Komplimente werden von manchen Pfälzern gerne als Fragen formuliert. Nehmen wir an, wir haben einen Kuchen gebacken. Der Pfälzer sagt: “Hasche schee gemach, gell?” Der Ostfriese … Naja, der Ostfriese lässt sich generell schwer begeistern. Er sagt einfach: “Schmeckt wohl.”
Ostfriesen scheinen den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch der Erdbevölkerung zu haben. Es gibt immer Tee. Am liebsten natürlich schwarzen Tee mit Kluntje
und Sahne. Meine Nachbarn trinken jeden Tag um Punkt 17 Uhr Tee. In der Pfalz gibt es hingegen den ganzen Tag Kaffee. Möglich, dass daraus das Temperament der Pfälzer entstammt. Sie scheinen permanent aufgeregt und nervös zu sein. Ostfriesen hingegen wirken ruhig und gelassen, als hätten sie keine Eile. Hat man in der Pfalz eine Autopanne und wechselt einen Reifen, sind sofort zehn Pfälzer da, die es besser können. In Ostfriesland würde sich eine einzige verirrte Seele neben die arbeitende Person stellen, viele Minuten schweigend bei der Arbeit zusehen und irgendwann trocken fragen: “Mokst dat ook richtig?”
Komplimente werden von manchen Pfälzern gerne als Fragen formuliert. Nehmen wir an, wir haben einen Kuchen gebacken. Der Pfälzer sagt: “Hasche schee gemach, gell?” Der Ostfriese … Naja, der Ostfriese lässt sich generell schwer begeistern. Er sagt einfach: “Schmeckt wohl.”
Es sind diese Unterschiede, die meine Stereotypen von Pfälzern und Ostfriesen definieren. Sie basieren auf meinen subjektiven Beobachtungen. Sollte ich durch eine meiner Ausführungen jemanden gekränkt haben, tut es mir leid. Schreibt einen Kommentar. Vielleicht les ich ihn mir durch. Hat aber Zeit. Denn eigentlich bin ich Ostfriesin. Ich bin zu Hause, wenn der Deich erklommen ist und Muscheln, Steine und Sand unter meinen Schuhen knirschen. Wenn der Wind mir durch das Haar streicht, die Luft nach Salz riecht und das Meer … Ei, wo isses dann? Net do? Ebbe? Och jo. Alle hopp, gehn mer heem.
von Pia Klein
![]() © Uwe Steen / PIXELIO
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Staatsfeind Nr. 1?
Kein Grund auf Party zu verzichten!
Geneigter Leser, Du bist Staatsfeind Nr. 1! Oh ha. Ja, das kommt jetzt überraschend, ich weiß. Aber gehen wir nur mal so zum Spaß davon aus, dass man herausgefunden hat, dass beim Uni-Bäcker letztens mal ein KitKat auf dem Kassenzettel „zu wenig aufgetaucht“ ist (Liebe Leserinnen, an dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass Süßigkeiten auch dick machen, wenn gesehen wird, dass Frau sie kauft), oder Du wiederholt von wahnsinnigem Übermut getrieben in Ullas Bistro gekippelt hast und heimlich morgens Elmex statt Aronal benutzt. Wie dem auch sei, verfolgt Dich nun Polizei, GSG 9, FBI, DLRG, CIA und alles, was sonst noch Rang und Namen hat, um Dein hübsches Popöchen durch die Republik zu jagen. Will Smith würde sich jetzt einen kauzig-grenzdebilen Opi im Kupferkäfig suchen, um mit ihm und ein paar markigen Sprüchen gegen diese Ungeheuerlichkeit in den Kampf zu ziehen. Wäre nicht mein Stil.
Viel spaßiger ist es doch, sich mit allerlei psychoaktiven Substanzen (Kaffee soll hier empfohlen sein) die Birne wegzublasen und mit der geilsten Mucke der Welt auf dem Vechtapferd seine allerletzte Überparty zu feiern. Man stelle sich vor, wie die Beamten gucken würden, wenn man auf dem bronzenen Rücken des stolzen Warwick Rex (so heißt der freakige Gaul) mal so richtig abgehen würde, nur um einfach der grünweißen Front die absolute, unüberbietbare Iss-mir-scheiß-egal-lichste Ignoranz entgegenzuschleudern, die man zu bieten hat. Das Megaphon-Geplärre wird zur tanzbaren Symphonie, das Blaulicht beleuchtet Deine Tanzfläche und die Warnschüsse geben den Takt. Wenn man dann im Kugelhagel eingeht, geht man wenigstens mit Stil. Vorhang, Applaus.
Wem bei dieser Option (nachvollziehbarerweise) ein bisschen das Understatement fehlt, kann auch einfach in die Schuberta gehen und an der ein oder anderen Stelle fallen lassen, dass man polizeilich gesuchter Untergrundkämpfer wider unseren faschistoiden Stasi-Staat sei. Bei halbwegs charismatischem Auftreten wird man Dich sicher – zumindest bis der Spuck vorbei ist – gut verstecken und mit reichlich Billigbier und Büchsenravioli versorgen.
Ich würd´ trotzdem das mit dem Pferd machen.
Viel spaßiger ist es doch, sich mit allerlei psychoaktiven Substanzen (Kaffee soll hier empfohlen sein) die Birne wegzublasen und mit der geilsten Mucke der Welt auf dem Vechtapferd seine allerletzte Überparty zu feiern. Man stelle sich vor, wie die Beamten gucken würden, wenn man auf dem bronzenen Rücken des stolzen Warwick Rex (so heißt der freakige Gaul) mal so richtig abgehen würde, nur um einfach der grünweißen Front die absolute, unüberbietbare Iss-mir-scheiß-egal-lichste Ignoranz entgegenzuschleudern, die man zu bieten hat. Das Megaphon-Geplärre wird zur tanzbaren Symphonie, das Blaulicht beleuchtet Deine Tanzfläche und die Warnschüsse geben den Takt. Wenn man dann im Kugelhagel eingeht, geht man wenigstens mit Stil. Vorhang, Applaus.
Wem bei dieser Option (nachvollziehbarerweise) ein bisschen das Understatement fehlt, kann auch einfach in die Schuberta gehen und an der ein oder anderen Stelle fallen lassen, dass man polizeilich gesuchter Untergrundkämpfer wider unseren faschistoiden Stasi-Staat sei. Bei halbwegs charismatischem Auftreten wird man Dich sicher – zumindest bis der Spuck vorbei ist – gut verstecken und mit reichlich Billigbier und Büchsenravioli versorgen.
Ich würd´ trotzdem das mit dem Pferd machen.
von Thomas Hülsmann
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Ehrlich gesagt habe ich diesen Film mit Will Smith nie gesehen. Auch Bushidos Album habe ich nie gehört. Vielleicht hätte ich mich auf diesem Gebiet mehr bilden sollen, denn plötzlich bin ich Staatsfeind Nr. 1 und weiß nicht so recht warum. Die paar Farbbeutel auf ein paar Politiker? Jedenfalls flimmert mein Gesicht nun über den Bildschirm und Peter Klöppel verkündet dazu, ich sei gefährlich. Ich schalte den Fernseher aus (als Peter an Ulrike abgibt; ich konnte diese beiden eh nie leiden) und frage mich, was ich tun soll.
Anscheinend bin ich gefährlich. Anscheinend werde ich polizeilich gesucht. Mein Gesicht findet sich in den Nachrichten, in den Zeitungen, in den Blogs und selbstverständlich auf der Homepage des BKA.
Der einzige Ausweg, den ich jetzt noch sehe, ist so unauffällig wie möglich in den Zug zu steigen, an die Küste zu fahren und mir ein Segelboot zu kapern. Eine Hochseeyacht. Dann heißt es: “Tschüß Vechta, hallo Dominikanische Republik!” Um den ganzen weiten Weg segeln zu können, habe ich mir natürlich vorher einen umfassenden Vorrat an Büchsenravioli besorgt. Das von Thomas erwähnte Billigbier passte leider nicht mehr in die Kajüte. Ravioli scheinen eine gute Grundlage für einen Hochseetörn zu sein: Tomatensoße gegen Skorbut und reichlich Kohlenhydrate fürs Segeln.
Kaum in dem kleinen Inselstaat angelangt, schmiede ich Pläne für mein weiteres Leben. Wenn ich so böse sein soll, wieso verhalte ich mich nicht einfach so? In der Uni nannte man das Labeling Approach. Aber das ist egal. Ich bin jetzt nicht mehr Sozialarbeiterin, sondern kriminell. Nein, ich meine nicht kriminell im Sinne von Waffen- und Drogenschmuggel. Ich meine: richtig böse. Richtige Bösewichte betreiben Atomkraftwerke und verdunkeln die Sonne. Oder entführen Prinzessinnen. Oder ziehen sich grüne Strumpfhosen an und schweben mit einem grünen Surfbrett durch die Luft, um dann von Spinnenmenschen bekämpft zu werden. Hm. Dieses Schweben ist schwer umzusetzen. Ich könnte mir ein Jetpack besorgen. Ich könnte es aber auch lassen. Stigmatisierung ist eh nicht mein Fall und so viel Geld für ein Jetpack hab ich auch nicht. Der Dominikanische Peso ist eben nichts mehr wert. Egal, ich bleib einfach auf der Insel und verkaufe Strandgut an Touristen. Damit mich trotz meiner politischen Vergangenheit keiner erkennt, kleb ich mir einen falschen Schnurrbart an. Klingt doch solide, oder?
Anscheinend bin ich gefährlich. Anscheinend werde ich polizeilich gesucht. Mein Gesicht findet sich in den Nachrichten, in den Zeitungen, in den Blogs und selbstverständlich auf der Homepage des BKA.
Der einzige Ausweg, den ich jetzt noch sehe, ist so unauffällig wie möglich in den Zug zu steigen, an die Küste zu fahren und mir ein Segelboot zu kapern. Eine Hochseeyacht. Dann heißt es: “Tschüß Vechta, hallo Dominikanische Republik!” Um den ganzen weiten Weg segeln zu können, habe ich mir natürlich vorher einen umfassenden Vorrat an Büchsenravioli besorgt. Das von Thomas erwähnte Billigbier passte leider nicht mehr in die Kajüte. Ravioli scheinen eine gute Grundlage für einen Hochseetörn zu sein: Tomatensoße gegen Skorbut und reichlich Kohlenhydrate fürs Segeln.
Kaum in dem kleinen Inselstaat angelangt, schmiede ich Pläne für mein weiteres Leben. Wenn ich so böse sein soll, wieso verhalte ich mich nicht einfach so? In der Uni nannte man das Labeling Approach. Aber das ist egal. Ich bin jetzt nicht mehr Sozialarbeiterin, sondern kriminell. Nein, ich meine nicht kriminell im Sinne von Waffen- und Drogenschmuggel. Ich meine: richtig böse. Richtige Bösewichte betreiben Atomkraftwerke und verdunkeln die Sonne. Oder entführen Prinzessinnen. Oder ziehen sich grüne Strumpfhosen an und schweben mit einem grünen Surfbrett durch die Luft, um dann von Spinnenmenschen bekämpft zu werden. Hm. Dieses Schweben ist schwer umzusetzen. Ich könnte mir ein Jetpack besorgen. Ich könnte es aber auch lassen. Stigmatisierung ist eh nicht mein Fall und so viel Geld für ein Jetpack hab ich auch nicht. Der Dominikanische Peso ist eben nichts mehr wert. Egal, ich bleib einfach auf der Insel und verkaufe Strandgut an Touristen. Damit mich trotz meiner politischen Vergangenheit keiner erkennt, kleb ich mir einen falschen Schnurrbart an. Klingt doch solide, oder?
von Pia Klein
Smells Like Musikrubrik
So. Ein Musikartikel zum Thema “Trash” muss her. Gute Idee, eigentlich. Der erste Gedanke: Rezensiere eine Platte, die du total trashig findest. Doch dann kommt dir der Gedanke, es könnte viele Menschen geben, die diese toll finden und dir aufs Dach steigen.
Unwillkürlich frage ich mich, ob es nicht etwas gibt, das musikalisch ist und trotzdem harmloserweise mit “Trash” verbunden werden kann. Natürlich! Wer erinnert sich nicht daran? Die MitschülerInnen, die schwarze T-Shirts mit kreuzäugigen Smileys trugen, über denen der knallgelbe Schriftzug Nirvana prangte. Zumeist jüngeren Alters. Und möglicherweise hatte man selbst ein T-Shirt dieser Art. Stimmt, da war ja mal was. Aber was war das überhaupt?
Unwillkürlich frage ich mich, ob es nicht etwas gibt, das musikalisch ist und trotzdem harmloserweise mit “Trash” verbunden werden kann. Natürlich! Wer erinnert sich nicht daran? Die MitschülerInnen, die schwarze T-Shirts mit kreuzäugigen Smileys trugen, über denen der knallgelbe Schriftzug Nirvana prangte. Zumeist jüngeren Alters. Und möglicherweise hatte man selbst ein T-Shirt dieser Art. Stimmt, da war ja mal was. Aber was war das überhaupt?
Der Begriff “Grunge” bedeutet zwar nicht gerade trashig, dafür schmutzig oder dreckig. Ursprünglich bezeichnete er keine Jugendkultur und wurde auch nicht in den Neunzigern erfunden. Denn in den späten Sechzigern kamen einige Bands mit einem raueren und dreckigeren Klang als die Bands im restlichen Rockgenre daher, darunter The Stooges und The Velvet Underground. Mit rohen Akkorden und verzerrten Soli ließen sie ihre Songs kaum im Studio bearbeiten. Sie wurden als “grungy” bezeichnet und beeinflussten mit ihrem ungewöhnlichen Sound nicht nur die aufkommende Punkmusik. Jahre später, in den späten Achtzigern, beriefen sich einige Bands im Nordwesten der Vereinigten Staaten, in Seattle, auf diese Grundlagen.
Die Anfänge der Szene werden von Quelle zu Quelle unterschiedlich beschrieben. Eine einheitliche Aussage ist jedoch, dass die Bands, die später die Aufmerksamkeit der Musikwelt erlangen sollten, zunächst im “Untergrund” experimentierten. Sie wurden von diversen College-Rundfunksendern gespielt, was bald die Aufmerksamkeit kleiner Labels auf die Bands zog. So wurde 1988 in Seattle das Label Sub Pop gegründet, das eng mit dem Produzenten Jack Endino zusammen arbeitete. Es vertrat Bands wie Green River, Soundgarden und eben auch das Aushängeschild der Szene, Nirvana. Ein Label, ein Produzent, ein Klang, ein Genre. Die Bands des Labels ähnelten sich nicht nur im Klang, auch in den Texten ging es zumeist um die gleichen Dinge. Depression und Außenseitertum konnten hier ausgemacht werden, allerdings waren natürlich Ausnahmen möglich. Der “Seattle-Sound” war geboren.
Die Öffentlichkeit außerhalb von Seattle reagierte verhalten, doch in der Stadt selbst war man begeistert. Schließlich erschien 1991 Nirvanas “Nevermind” samt dazugehöriger Single “Smells Like Teen Spirit” und führte den Grunge-Hype herbei. MTV spielte das Video rauf und runter und die Augen und Ohren der Welt, auch die der Major-Labels, richteten sich auf Stadt und Sound. Nirvana hatte bereits vor Erscheinen des Albums einen Vertrag mit einem Major unterschrieben, andere Bands folgten diesem Beispiel in der kommenden Zeit, so auch Soundgarden.
Doch zum Begriff der Jugendkultur gehört nicht nur die Musik, sondern auch ein einheitliches Auftreten. In Seattle war das Flanellhemd ein Kleidungsstück für jedermann. Mit dem Aufkommen des Grunge-Hypes wurde es zum Dresscode der Szene; ein Stück Corporate Identity. Ob das im Sinne der Bands war, lässt sich bestreiten.
Die Vermarktung war im vollen Gange, der Druck von außen stieg an, die Medien brauchten immer neues Futter. Infolgedessen herrschten in vielen Bands Differenzen und einige Künstler äußerten, sie könnten mit dem Druck nicht umgehen. Kurt Cobain, Sänger Nirvanas, äußerte sich wie folgt: “Famous is the last thing I wanted to be.”
Und so wurde er zu einer der tragischsten Personen in der Geschichte der Musik. Seit den Neunzigern heroinabhängig versuchte er damit ein Magenproblem in den Griff zu bekommen, an dem er schon lange Jahre litt. 1994 fand die Grunge-Szene mit Cobains Tod dann ihr jähes Ende. Am 8. April wurde er tot in seinem Haus in Seattle aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind noch immer umstritten; abseits der Verschwörungstheorien lautet die offizielle Todesursache: Selbstmord.
Die Öffentlichkeit außerhalb von Seattle reagierte verhalten, doch in der Stadt selbst war man begeistert. Schließlich erschien 1991 Nirvanas “Nevermind” samt dazugehöriger Single “Smells Like Teen Spirit” und führte den Grunge-Hype herbei. MTV spielte das Video rauf und runter und die Augen und Ohren der Welt, auch die der Major-Labels, richteten sich auf Stadt und Sound. Nirvana hatte bereits vor Erscheinen des Albums einen Vertrag mit einem Major unterschrieben, andere Bands folgten diesem Beispiel in der kommenden Zeit, so auch Soundgarden.
Doch zum Begriff der Jugendkultur gehört nicht nur die Musik, sondern auch ein einheitliches Auftreten. In Seattle war das Flanellhemd ein Kleidungsstück für jedermann. Mit dem Aufkommen des Grunge-Hypes wurde es zum Dresscode der Szene; ein Stück Corporate Identity. Ob das im Sinne der Bands war, lässt sich bestreiten.
Die Vermarktung war im vollen Gange, der Druck von außen stieg an, die Medien brauchten immer neues Futter. Infolgedessen herrschten in vielen Bands Differenzen und einige Künstler äußerten, sie könnten mit dem Druck nicht umgehen. Kurt Cobain, Sänger Nirvanas, äußerte sich wie folgt: “Famous is the last thing I wanted to be.”
Und so wurde er zu einer der tragischsten Personen in der Geschichte der Musik. Seit den Neunzigern heroinabhängig versuchte er damit ein Magenproblem in den Griff zu bekommen, an dem er schon lange Jahre litt. 1994 fand die Grunge-Szene mit Cobains Tod dann ihr jähes Ende. Am 8. April wurde er tot in seinem Haus in Seattle aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind noch immer umstritten; abseits der Verschwörungstheorien lautet die offizielle Todesursache: Selbstmord.
Nach Cobains Tod trennten sich viele Bands und der Hype um Grunge legte sich. Die bekannteste Seattle-Band, die noch heute performt, ist Pearl Jam. Andere Künstler haben neue Bands gegründet, beispielsweise Dave Grohl, ehemaliger Nirvana-Schlagzeuger und jetzt Sänger der Foo Fighters, oder Chris Cornell, ehemaliger Soundgarden-Sänger und danach bei Audioslave.
Apropos tragische Figuren des Musikbusiness: “Nevermind” löste im Januar 1992 Michael Jacksons “Dangerous” von der Nummer Eins der Billboard-Charts ab.
Apropos tragische Figuren des Musikbusiness: “Nevermind” löste im Januar 1992 Michael Jacksons “Dangerous” von der Nummer Eins der Billboard-Charts ab.
von Pia Klein











