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Sarah Kotten

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Ausgabe 17 (PDF-Version)

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No. 17 inkl.
Sonderausgabe
No. 17

Erst die Anderen, dann Ich?!
Gedanken über das Phänomen „Altruismus“

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Was gibt es Schöneres, als jeden Tag nicht nur ein “Hallo” zu bekommen? Wenn dann auch noch die Sonne scheint und die eigene Laune gut ist, dann gibt es wirklich nichts Schöneres … Wäre da nicht diese eine Angewohnheit, die einem das Leben manchmal stressig machen kann. Das ist eine Angewohnheit, die man nicht abstellen kann. Man kann lernen, sie zu bekämpfen und zu unterdrücken, aber die Wahrscheinlichkeit, sie für immer auszulöschen, besteht nicht. Das ist so. Schicksal. Sie kann ganz verschieden auftreten. Sie kann bei Tieren auftauchen, aber meistens eher bei Menschen. Es muss sich dabei gar nicht um Freunde, Familie oder Bekannte handeln. Sie tritt auch bei völlig Fremden in Kraft, aber lange nicht so stark wie bei Menschen, mit denen man eine bestimmte Beziehung hat. Eine Regel dazu: je stärker die Bindung zu diesem Menschen, desto stärker diese Angewohnheit in Bezug auf diese Person. Die Ursache? Eine sehr gute Frage. Es ist sicherlich eine Frage der Erziehung, aber auch ganz klar eine Frage der Einstellung. Das Problem: seelische Belastung. Eine weitere Regel: Die Probleme aller Anderen sind wichtiger als Deine Eigenen! Und dann gibt es zu allem Überfluss ein Wort, was diese Angewohnheit perfekt beschreibt: Altruismus.
Was ist also dieser Altruismus? Banal gesagt: Man kümmert sich erst um die Angelegenheiten und Probleme Anderer und dann, wenn es keine Probleme bei Anderen mehr gibt, kommen die eigenen Probleme auf den Plan. Darüber hinaus bewirkt der Altruismus ein kontinuierliches Ja-Sagen. Wird man nach Hilfe gefragt, dann stimmt man natürlich zu, denn schließlich hat jemand ein Problem und ich muss es lösen. So ist das eben. Dass aber mehrere Leute viele Probleme haben können und alles zur selben Zeit, macht den Altruismus so gefährlich. Ein notorischer Ja-Sager wird schnell ausgenutzt und hat keine Zeit für sich, um sich auszuruhen und sich um seinen eigenen Kram zu kümmern. Aber so sind die Regeln. Es gibt einen Ausweg: Nein sagen! Aber sag als Altruist einmal “Nein!” … das ist bei Weitem nicht so einfach, wie ein Ja. Du weißt, dass Du mit einem Nein eine große Enttäuschung ertragen musst, die an Dir nagen wird und Dein Gewissen belastet. Also liegt die Entscheidung zwischen einem schlechten Gewissen und dem körperlichen, aber besonders psychischen Druck, den sie sich durch ein Ja aufladen. Dann doch lieber die Zerstörung des eigenen Körpers, um den des Bittenden zu schonen und ihn glücklich zu machen. Das macht alles einfacher und das Gewissen leichter. Warum einen gesunden Körper und Geist, wenn man ein leichtes Gewissen haben kann?
Hierzu passt ein weiterer Fachbegriff: Burn-out. Was ist das also? Na ja, Burn-out heißt übersetzt “ausgebrannt”. Und das erlebt der Körper, wenn er nur “Ja und Amen” sagt. Manchmal ist es einfach gesund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Für Körper und Seele. Ja-Sager sind ausgebrannt. Ihr ständiges Problemlösen wirft ihnen mehr und mehr Probleme bei ihnen selbst auf. Neben ihren alltäglichen Problemen tauchen Schwächeanfälle auf und sie werden zunehmend gestresst und sind einfach nervlich am Ende.
Nun denken sich alle: “Ich bin altruistisch und falle also irgendwann einmal in ein tiefes schwarzes Loch, weil ich den Leuten ihr Leben leichter machen möchte. Wo ist denn da die Gerechtigkeit?” Die Gerechtigkeit findet sich in Freunden und Vertrauten. Besonders für Altruisten ist es wichtig, dass sie jemanden haben, dem sie etwas anvertrauen können, ihre Probleme abladen können. Denn sonst staut sich bei ihnen eine Art Damm, der schnell brechen kann. Oft auch ohne Vorwarnung. Schließlich gibt es sogar einen Begriff für eine solche Angewohnheit und deswegen gibt es auch mehrere Menschen, die dasselbe Problem haben. Du bist nicht der einzige Altruist!
Dann gibt es die Leute, die einem Ratschläge geben. Man solle egoistischer sein. Denn nur als Arschloch würde man sein Ziel erreichen. Doch warum erst ein Arschloch werden? Was hat man davon immer egoistisch zu sein? Damit macht man sich nur Feinde. Völlig nutzlos. Neben diesem Effekt bringt der Ratschlag für echte Altruisten auch nichts, denn sie werden es nicht schaffen, so egoistisch zu sein. Sie können kein Arschloch sein. Zwar können sie lernen Nein zu sagen und kein allzu schlechtes Gewissen zu haben, aber ein Arschloch sein, klappt einfach nicht. Ihnen werden die Probleme Anderer nie egal sein. Auch wenn diejenigen sie nicht in diese Sache einbeziehen möchten, die Gedanken der Altruisten können sie nicht kontrollieren. Und diese handeln mit Sicherheit von jenen Problemen. Das ist einfach so.
Altruisten haben meist viele “Freunde”; Leute, mit denen sie sich gut verstehen, aber natürlich nur einige gute Freunde. Dann passiert es oft, dass diese guten Freunde, denen man alles erzählen kann, ebenfalls Altruisten sind. Sie ziehen sich quasi magisch an. Denn nur ein Altruist weiß, wie sich ein Altruist fühlt. Und nur diesem anderen Altruisten kann man seine Probleme erzählen, um nicht den Kopf zu verlieren. Auch ein Gesetz.
von Sarah Kotten
Als Altruist hat man immer eine offene Hand
© Kim Czuma / aboutpixel.de

Ausgabe 14 (PDF-Version)

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Dreck – Ein Hoch auf die Putzlappen

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Dreck wächst mit seinen Aufgaben. Dreck verweist auf Leben. Ja, Dreck reinigt sogar den Magen. Wieso also ein solch wunderbares Produkt unserer großzügigen Umwelt bekämpfen? Obwohl er alle Eigenschaften besitzt, der sich im Normalfall die Gesamtheit aller menschlichen Sinne entziehen möchte, bindet er vortrefflich die Charakterzüge eines Menschen zu einem Ganzen. Man möchte wissen mit welcher Person man es zu tun hat? Das Ausmaß der Verwüstung individueller Umfelde gibt darauf die Antwort. Nach dem Motto: Zeig mir deine Behausung und ich sage dir, wer du bist. Das Spektrum ist groß. Von psychisch gestörten Messies bis hin zu psychisch gestörten Ordnungswahnsinnigen. Oder unbrachial betrachtet: Von Menschen geregelter Verhältnisse bis hin zu Typen getriebener Planlosigkeit. Vielleicht sind solcherlei Betrachtungen wissenschaftlich relevant, vielleicht aber auch einfach nur: Müll.
Im Rahmen fortlaufender Emanzipation in allen sozialen Bereichen möchte ich auch sogleich das ausgelutschte Thema über die Unterschiede der Haushaltsführung zwischen den Geschlechtern verwerfen, entsorgen und pfandfrei niemals wiederverarbeiten.
Solange man angekündigten Besuch nicht als Gelegenheit auffasst, das vorläufig geplante Saubermachen tatsächlich umzusetzen, so bleibt zu sagen, das ein ungepflegtes Territorium eine Gelegenheit darstellt, um die Ernsthaftigkeit einer Beziehung zu Freund/Freundin oder Anderes auf die Probe zu stellen: Du willst mich? Du bekommst mich nur mit diesem und meinem Zimmer!
© Gisela Peter / PIXELIO
Es ist doch auch so, dass ein monatelanges, dahinsiechendes räumliches Umfeld einen Bezug zu der persönlichen Vergangenheit darstellt. Überwindet man sich wirklich einmal, den Frühjahrsputz durchzuziehen, könnte man unter dem eigenen Bett Dinge entdecken, die einem in schöne frühere Tage zurückversetzen. Eine Budweiserflasche vielleicht? – Ach ja, die verrückte Tschechin auf der WG-Party von `97. Das waren noch Zeiten. Das eigene unordentliche Zimmer dient also auch leidlich als eine Art Tagebuch.
Im Endeffekt bleibt zu erwähnen: Ob ordentlich oder unordentlich. Solange der Teppich nicht anfängt zu leben, ist doch alles in recht geordneten Verhältnissen.
von Tobias Kunz
So! Ich bin dann vor ein paar Monaten umgezogen. Im alten Zimmer hatte ich Laminat… also keinen Teppich. Ich hatte mich gut auf meinen Umzug vorbereitet, aber eine stille Gefahr habe ich nicht gesehen. Als mir meine Freunde geholfen haben mein Bett auseinander zu bauen, da sprangen sie mir fast ins Gesicht. Sie haben mich ausgelacht und streckten mir ihre grauen Zungen entgegen. Staubhasen oder wahlweise auch Staubmäuse genannt. Sie sammelten sich gesellig auf dem Boden und lachten uns mit ihrem Staub an. Zugleich mussten wir alle bei diesem Anblick keuchen vor Entsetzen… Naja, eigentlich eher wegen dem Staub, aber so klingt es dramatischer. Frisch umgezogen habe ich mir geschworen mehr für mein Zimmer zu sorgen. Daraus wurde leider noch nicht so viel, aber jetzt putze ich wenigstens. Mein Zimmer aufräumen? Ja, schon, aber… seien wir doch mal ehrlich! Wie viele von Euch räumen ihr Zimmer auf, wenn sich nicht gerade die Eltern oder anderer Besuch angemeldet hat? Also, ich gestehe hiermit, dass ich mein Zimmer nur aufräume, wenn Besuch kommt. Das ist in meinen Augen aber auch völlig in Ordnung, denn ich muss schließlich darin schlafen und nicht mein Besuch (naja, im Regelfall ist das so). Zu meiner Verteidigung darf ich sagen, dass ich aber wenigstens einen Grund habe mal richtig aufzuräumen und Besuch ist doch immer schön, also räume ich dann auch gerne auf, um meine Gäste gut zu empfangen. Und da ja Ausnahmen immer die Regel bestätigen, muss ich hier noch hinzufügen, dass auch sehr gerne während der Klausurenzeit geputzt wird. Hand aufs Herz, das ist doch bei Euch auch so.
Also hoch mit Euch Studenten und an die Putzlappen. Versucht auch, ohne dass Besuch kommt, Eure Staubhasen zu fangen und bringt sie zum Stillschweigen, denn sie haben kein Recht auf Leben! Mögen die Putzmittel und -lappen mit Euch sein!
von Sarah Kotten

Ausgabe 13 (PDF-Version)

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“Mit Kunst kann ich meine Wünsche ausdrücken”
Ein Interview mit dem Höffmann-Dozenten Stephen Folárànmí

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Stephen Adéyemí Folárànmí wurde 1969 in Lagos/Nigeria (Afrika) geboren und wuchs in Òyó und Lagos auf. Er schloss sein Studium der Kunst an der Obáfémi Awólówò Universität in Ile-Ife ab. Stephen ist seit 2002 Doktorand und Dozent der Obáfémi Awólówò Universität in der Fakultät für Angewandte Kunst. Dort sind seine Schwerpunkte Zeichnen und Malen. Seit Dezember 2008 noch bis September 2009 ist er der Inhaber der Höffmann-Dozentur für Interkulturelle Kompetenz.
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Foto: Stephen Folárànmí
Haben Sie etwas Bestimmtes erwartet, als Sie nach Deutschland gekommen sind?
Ich wollte mich überraschen lassen. Die Dozentur passierte sehr plötzlich und demnach hatte ich nicht viel Zeit, um mich auf diese Sache vorzubereiten, aber ich liebe die Herausforderung und habe mich über die Reise nach Deutschland gefreut.
Wie sind Sie hierher gekommen?
Ein Freund sandte mir Informationen über diese Dozentur und ich bewarb mich. Ziemlich spontan, eigentlich. Ich erhielt die Einladung, als ich die Bewerbung schon fast wieder vergessen hatte und deswegen ging die Sache, wie oben schon gesagt, recht schnell und plötzlich.
Drei Dinge, die Sie ausmachen?
Puh, das ist ziemlich schwierig. Also für mich ist der Glaube eine sehr wichtige Sache. Ein Christ zu sein und in Gott sein Vertrauen setzen zu können, hat mir schon oft geholfen. Ich merke immer wieder, wie wichtig der Glaube für mich, aber auch für meine Studenten ist. Das zweite wäre dann wohl meine Kunst. Mit ihr kann ich meine Wünsche ausdrücken und Menschen verbinden. Als drittes würde ich die Natur nehmen. Natur gibt mir Ruhe und Zeit für mich. Ich genieße sie und liebe es, sie in meinen Bildern festzuhalten. Deswegen ist Vechta ein perfekter Ort für mich. Schön grün. (lacht)
Da unser Thema der 13. Ausgabe Kurioses ist, welchen Aberglauben und Gerüchte gibt es in Nigeria?
Aberglaube ist ein Phänomen, welches verschieden existiert. Es kommt auf die Kultur, Religion und Moral an. Viele Aberglauben und Gerüchte in Nigeria dienen dazu, die moralische Gesinnung der Kinder in die richtige Bahn zu lenken. Ganz so wie in Deutschland. Ein Aberglaube ist, dass man nicht beim Eingang zum Haus essen darf. Der Witz an der Sache ist, dass man einfach die Leute, die an dir vorbei kommen, nicht stören sollte, indem man in der Gegend herum sitzt. Ein weiterer Aberglaube in Nigeria ist, dass man seine Hände nicht in den Regen ausstrecken sollte oder unter eine Regenrinne hält, denn sonst könnte man vom Blitz getroffen werden. Aber dies gilt nur in Verbindung mit einem Gewitter. Diese Gerüchte dienen einfach der Vorsorge und um den Leuten ein wenig Angst einzujagen, gewisse Dinge nicht zu tun. Also als eine gewisse „Moral von der Geschichte“.
Zurück zur Realität. Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?
Ich möchte Einheit, Frieden und Vielfalt zeigen. Jede Kultur ist anders, kann sich aber mit anderen verbünden und austauschen. Mein Anliegen ist es, dass Kulturen sich verbinden und im Frieden anerkennen. Ich möchte den Studenten Kultur und alles, was damit zusammenhängt, näher bringen. Dieses drücke ich durch meine Kunst aus. In den Workshops, die hier in Vechta laufen, gebe ich den Studenten Anleitungen und Tipps, wie sie dieses Anliegen ausdrücken können. Natürlich ist jede Kultur besonders und einzigartig, aber wer sagt, dass sie sich nicht ergänzen können?
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Foto: Lars Chovanietz
Mögen Sie Vechta?
(lacht) Ja. Ich komme aus einer großen Stadt. Aber ich bin mehr für die kleinen Dinge des Lebens. Ich liebe die Natur und die Ruhe. Große Städte sind für mich eher störend. Die Leute sind viel zu hektisch. Ich selbst habe auch die Pünktlichkeit der Deutschen bemerkt. In Afrika ticken die Uhren etwas anders. Eine Uhrzeit ist mehr eine Andeutung einer Zeit. In Wahrheit bedeutet zum Beispiel 14 Uhr, 14.30 Uhr oder später, Afrikanische Zeit. In Deutschland habe ich gelernt, dass die Deutschen kein großes Verständnis für solche Zeitspielereien haben. Wenn sie 14 Uhr sagen, dann erwarten sie dich auch um 14 Uhr am Treffpunkt und nicht erst eine halbe Stunde später. Ich habe aber recht schnell gelernt, damit umzugehen und sehe das nicht gerade als ein Problem an.
War es schwer in Kontakt mit Leuten in Vechta zu kommen?
Eigentlich nicht. Ich habe schnell viele Leute kennen gelernt. Das liegt natürlich auch daran, dass Vechta, beziehungsweise die Universität, nicht gerade die größte ist. Man läuft sich sehr schnell über den Weg und sieht sich häufig immer mal wieder. Die Leute hier sind sehr nett und freundlich. Sie sehen, dass ich wahrscheinlich nicht von hier komme und möchten mir helfen. Dieses Verhalten würde man in der Stadt nicht erwarten, was sich leider auch sehr oft bestätigt. Es herrscht eben eine andere Mentalität.
Wir sind schon fast am Ende unseres Interviews. Zum Schluss: Was wünschen Sie den deutschen Studenten und Studentinnen in Vechta?
Ich wünsche ihnen besonders die Neugier und die Offenheit. Sie sollen neue und andere Kulturen entdecken. Sie sollten reisen und die Weite der Welt zu schätzen wissen. Ich wünsche den Studentinnen und Studenten alles Gute dabei. Sie sollen sich für alles begeistern können.
Danke Stephen. Wir wünschen Ihnen noch viele schöne Erfahrungen in Vechta und man läuft sich bestimmt noch über den Weg.
Danke euch. Davon ist auszugehen. (lacht)
Das Interview führte Sarah Kotten.

Ausgabe 12 (PDF-Version)

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Charles Darwin – wer… war das denn nochmal?

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2009, das Jahr des Charles Robert Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie. Er wurde am 12.02.1809 geboren und ist nach 72 Jahren gestorben. Sein Leben war geprägt von naturwissenschaftlichen Dingen, wie der Chemie oder dem Beruf seines Vaters, der Arzt war. Durch seine Mutter hat Darwin den Glauben der anglikanischen Kirche gelehrt bekommen. Diese starb allerdings, als er gerade einmal acht Jahre alt war.
Als sein Vater merkte, dass Darwin keine Operationen und Sektionen mit ansehen konnte, wusste er, dass es keinen Sinn machen würde, dass Darwin Arzt werden sollte. Somit ist Darwin nach Cambridge gekommen. Dort hat er Theologie studiert. Nun hegte sein Vater die Hoffnung, dass er ein anglikanischer Pfarrer werden würde. Obwohl Darwin sein Theologiestudium in Cambridge erfolgreich abgeschlossen hatte, war er mehr an der Natur interessiert. Es traf sich, dass es früher in der Theologie Veranstaltungen über Natur gab, die Naturtheologie genannt wurden. Besonders der Naturtheologe William Paley beeindruckte ihn durch seine Logik und Sprache.
Auf einem Forschungsschiff, der HMS Beagle, lernte Darwin die Welt und ihre Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten kennen. Nach und nach entdeckte er, dass die Tiere einen ganzen bestimmten Zyklus durchlaufen hatten. Die Stärksten und Anpassungsfähigsten überlebten und konnten sich weiter entwickeln. Durch viele Erkenntnisse und Erfahrungen schrieb Darwin sein bekanntestes Werk Über die Entstehung der Arten (Origin of Species). Er prägte die Evolution wie kein zweiter Wissenschaftler. Die Wissenschaft hätte nicht glücklicher sein können und doch entbrannte durch Darwins Thesen eine Art „Krieg“, welcher bis heute, 200 Jahre nach seiner Zeit, andauert. Sollte es wirklich möglich sein, dass ein einzelner Mann, ein Theologiestudent, die ganze Schöpfung Gottes in Frage stellt? Die Welt spaltete sich. Es gab die Wissenschaftler und rationalen Menschen auf der einen Seite und die Gläubigen auf der anderen Seite. Obwohl der „Krieg“ bis heute andauert, hat es schon Kompromissversuche gegeben. Einige versuchen, die Schöpfung als eine Art Metapher zu sehen. Ein Bild, welches die Evolution darstellt. Doch im Endeffekt sind jegliche Schlichtungsversuche gescheitert.
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Grafik: Charles Darwin, Wikimedia Commons
Dass Darwin ein gottesfürchtiger Mann war, bewies sein Theologiestudium. Aber er hat auch Wunderwerke an der Natur und Wissenschaft getan. Wichtig ist zu sehen, dass Darwin mit seinen Thesen niemals eine politisch motivierte Absicht verfolgte. Eine solche Absicht wurde ihm quasi in den Mund gelegt, und zwar im Dritten Reich. Herbert Spencer, ein britischer Sozialphilosoph zu Darwins Zeiten, prägte den Begriff „Survival of the Fittest“, den Darwin in seinem Werk verwendete. Im Zweiten Weltkrieg wurde Darwins Theorie auf Menschen angewendet und es wurde eine eigene Ideologie erschaffen. „Survival of the Fittest“ bedeutete jetzt, dass die Mächtigen die Kraft haben und sich Untertanen schaffen, wie zum Beispiel Hitler. Durch das Dritte Reich und den geprägten Sozialdarwinismus hat Darwin, der Wissenschaftler und Theologe, einen schlechten Ruf bekommen. Sein Ruf wird beschädigt, nur weil er eine der bedeutendsten Entdeckungen der Natur und der Welt gemacht hat.
Die Frage, ob man an die Schöpfung Gottes oder an die Evolution glauben sollte, kann niemand beantworten. Es kommt immer darauf an, was man selbst meint. Es ist auch möglich, gläubig und trotzdem der Evolutionstheorie zugewandt zu sein. Es gibt selbst Studenten, die sowohl Biologie, als auch Theologie studieren, obwohl das immer noch die Ausnahme bildet. Vielleicht können sich die gläubigen Menschen mit dem oben genannten Kompromiss zufrieden geben und wenn nicht, dann muss man sich eben für eine Seite entscheiden. Wichtig ist nur zu wissen, dass Darwin gewürdigt werden sollte in diesem Jahr und dass wir ohne ihn wahrscheinlich niemals alle diese Geheimnisse der Natur gelüftet hätten. Danke Charles Darwin und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nochmal nachträglich!
von Sarah Kotten

Weltuntergang – Und Du bist in Vechta!

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Weltuntergang… in Vechta? Oh man. Da, wo am Wochenende um acht Uhr schon die Bürgersteige hochgeklappt werden? Toll. Na ja, lässt sich nunmal nicht ändern. Da stecke ich also fest und überlege, was ich tun soll. Ich schätze, dass ich alle meine vermeintlichen Freunde zwingen würde, den letzten Tag unseres Lebens miteinander zu verbringen. Joa. Ansonsten, vielleicht ein paar Dinge, die man sonst noch nie gemacht hat… warum auch immer. Vielleicht irgendwas Kreatives an die Uni-Wände malen oder so. Ansonsten: Warten, beten und hoffen, aber Weltuntergang in Vechta ist echt unfair… zumindest für solche, die ihre Heimat woanders haben. Echt, ey!
von Sarah Kotten
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© SarahC. / PIXELIO
© Gerd Altmann (geralt) / PIXELIO
Ich bin nicht sonderlich mutig. Vor allem nicht, wenn es darum geht, jemandem ganz klipp und klar die Meinung zu sagen. Ganz egal, ob die positiv oder negativ ausfällt. Meistens versuche ich alles ganz diplomatisch und so „einerseits-andererseits“-technisch auszudrücken. Ich denke aber immer: „Man müsste mal demunddem und so weiter…“ Ich denke, das würde ich tun: Ich würde den ganzen Tag damit verbringen, Lobhudeleien und (auch platonische) Liebeserklärungen an die (entsprechenden) Leute zu bringen und andere entsprechende Leute verbal (obwohl, dann is´ ja auch egal…) in der Luft zu zerreißen. Und dank Telefon geht das ja sogar über die Grenzen von Vechta hinaus…
von Lea Weber
Die Welt geht heute unter? Das allein ist schon eine gruselige Vorstellung. Zu allem Überfluss muss ich das dann auch noch in Vechta erleben? Wahrscheinlich würde ich meine Familie anrufen und mich dann mit meinen Freunden verabreden und in den Weltuntergang reinfeiern. Vielleicht würde ich auch Rotz und Wasser heulen und mich verkriechen. Oder all die Dinge tun, die ich schon immer tun wollte. Aber darüber müsste ich nachdenken und die Zeit hab ich doch gar nicht. Aaaargh.
von Stefanie Bruns
Auf der einen Seite gibt es Vechta, auf der anderen Seite die Welt. Wenn auch die Welt untergeht – Vechta bleibt. Im Falle eines Weltuntergangs rettet Weltfremdheit das Leben!
von Johanna Olberding
Weltuntergang, und ich bin in Vechta? Kein Ding. Ich schiebe alle unkoscheren Gedanken beiseite, zähle ein paar Ave Maria auf und bekreuzige mich. Denn wenn das wie mit dem Wetter läuft, dann machen die apokalyptischen Reiter eben so Halt vor den gläubigen Toren Vechtas wie der Niederschlag. Und wenn nicht, naja dann gibt’s ja immer noch das Paradies, und da ist ja eh alles schön. Nun, und wenn der heilige Schein nicht über Vechta wacht, dann gehe ich gepflegt mit meinen Liebsten in die Cubar und feier eine letzte Sause mit genügend Long Island Ice Teas. Insel, ich komme.
von René Kohn
Die Welt geht unter und ich bin dabei! Das ist ein fucking Event! An so einem Tag muss man was Besonderes machen. Mit Freunden treffen? Heulen? Kann man auch an allen anderen grauen Kleinstadttagen. Ich würde mir einen Porsche 911 Turbo mieten, und auf Vechtas Straßen alle 4 Teile von The Fast and the Furious nachspielen. In einem rosa Hasen-Kostüm. Betrunken. Bußgeld? Punkte? Scheiß drauf, die Welt geht unter und mit ihr mein Führerschein.
von Stefan Hirsch
Ich würde wohl zunächst abwarten, inwiefern meine ausbrechenden animalischen Triebe der aufkommenden Anarchie standhalten würden. Sicher spannend, ob ich dann Opfer oder (Wohl)täter wäre. Ansonsten würde ich Kette rauchen und dem letzten Feuer meines Lebens auf dem Pferd vor der Sparkasse in einem ausreichend geistesgestörten Zustand singend und heulend entgegen reiten.
von Tobias Kunz

Ausgabe 11 (PDF-Version)

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Das Ausland im Inland – und wie vom Inland ins Ausland

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Nach dem Abitur wollen viele ins Ausland. Einfach mal die Welt sehen oder auch dort arbeiten und Verantwortung übernehmen. Auch Studenten gehen oft ins Ausland, um dort Erfahrungen zu sammeln, Praktika zu absolvieren oder zu studieren. Doch nicht nur deutsche Studenten lieben diese globale Art zu studieren, auch ausländische Studenten kommen gerne nach Deutschland, vielleicht weil sie Deutsch studieren oder einfach eine Partneruniversität in ihrem Land haben. Es gibt verschiedene Gründe, aber genau dieselben, die auch deutsche Studenten bewegen.
Das International Office – an dieser Stelle ein Dank – und uniVista haben drei Studentinnen gefunden, die momentan in Vechta sind und bereit waren, sich vorzustellen.
Olga ist 19 und kommt aus Lettland. Sie ist seit 3 Monaten in Deutschland und möchte Lehrerin werden. Die Vorlesungen in ihren Fächern sind nicht so stark besucht, wie in Vechta. Trotz der großen und nicht so persönlichen Besprechungen der Themen ist sie gern in Deutschland und freut sich über jede neue Erfahrung, die sie mitnehmen kann.
Yildiz ist 22 und kommt aus der Türkei. Sie ist seit 2 Monaten in Vechta. Da es in der Türkei eine Partneruniversität zu Vechta gibt, dachte sich Yildiz, mal nach Deutschland zu kommen. Sie möchte Lehrerin werden und denkt, dass das Vechtaer Vorlesungsangebot besser ist, als in ihrer Heimat, da dort der pädagogische Bezug fehlt. Yildiz ist froh in Deutschland zu sein, denn eine Erfahrung ist es auf jeden Fall wert.
Jiajia ist 21 und kommt aus China. Seit mehr als 2 Monaten ist sie in Vechta, wo sie Erfahrungen sammelt. Jiajia möchte Übersetzerin oder Dolmetscherin werden. In Deutschland vertieft sie ihre Kenntnisse. In China sind die Vorlesungen nicht so frei wählbar wie in Deutschland, aber auch dort gibt es viele Veranstaltungen, die unseren sehr ähneln.
von Sarah Kotten
Checkliste fürs Ausland
Auslands-BAföG: Informiert euch rechtzeitig unter www.bafoeg.de, welche Stadt für eure Region zuständig ist. Das deckt sich meistens nicht mit dem Inlands-BAföG.
Kreditkarten: Achtet darauf, dass ihr eine gebührenfreie Karte beantragt. Viele Banken bieten diese für Studenten an. Einfach mal bei der Bank eures Vertrauens anfragen. Weiter solltet ihr in einen Reiseführer schauen, wo in eurer Stadt internationale Bankautomaten sind. In guten Führern wie Marco Polo oder Loose erhält man alle lebenswichtigen Informationen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 20 und 30 Euro, die aber goldrichtig investiert sind.
Visum: Bei nicht EU-Ländern ist ein Visum von Nöten. Hier gibt es verschiedene Abstufungen. Für ein Auslandssemester sollte man jedoch zusehen, dass ein Studentenvisum für ein Jahr bewilligt wird, auch wenn man nicht so lange bleiben möchte. Ein Touristenvisum schränkt einen doch etwas ein und nach spätestens 90 Tagen muss dieses verlängert werden oder ihr müsst das Land verlassen.
Wenn ihr ein Visum per Post beantragen solltet, rechnet mit mindestens 3 Wochen Bearbeitungszeit (obwohl das noch schnell ist). Nähere Infos erhaltet ihr auf den Konsulatsseiten der Länder.
Anrechnung/Beurlaubung: Falls ein Auslandssemester nicht zwingend für euer Studium angesetzt ist, solltet ihr euch mindestens ein Jahr im Voraus informieren, ob dieser Aufenthalt euch irgendwie für das Studium hier angerechnet werden kann. Hierfür einfach einmal im International Office oder direkt beim Prüfungsamt nachfragen. Ansonsten liegen beim SSC Formulare für die Beurlaubung aus (dann verliert ihr hier nicht euren Studienplatz, müsst aber auch keine Gebühren bezahlen).
Stipendien: Hier ist es ratsam das International Office zu befragen. Es gibt länderabhängige Stipendien wie Erasmus, Erasmus mundo, Leonardo und private Stiftungen. Wer vor hat, sich um ein Stipendium zu bewerben, sollte dieses min. 6 Monate vorher tun und besonders die Anmeldefristen beachten, die oft sehr früh sind.
Internationaler Führerschein (für nicht EU-Länder): Kostenfaktor ca. 14-16 Euro.
Versicherung: Eine Auslandskrankenversicherung ist nicht außer Acht zu lassen. Es gibt sehr gute Versicherungen, die im Monatsrhythmus gestaffelt sind. Hierzu können wir euch die ISIS empfehlen oder die Versicherung des ADAC. Hierbei lohnt es sich auch dringend, einen Preisvergleich zu unternehmen. Es ist zwar lästig, aber die Bedingungen ändern sich ständig und eine gute Versicherung ist lebenswichtig. Kostenfaktor für 6 Monate ca. 250-350 Euro.
Impfungen: Sollte euer Traumstudienort ein Nicht-EU-Land sein, solltet ihr dringend den Arzt eures Vertrauens aufsuchen und euch nach nötigen Impfungen erkundigen. Dieses bitte auch min. 6 Monate im Voraus. Falls ihr nicht alle Hepatitis-Impfungen haben solltet, dauern die nämlich schon einige Monate. Hierbei ist auch bei der Krankenkasse die Info einzuholen, ob diese die Kosten der Impfungen übernimmt. Für ein Studium ist dieses oft der Fall, aber auch von Kasse zu Kasse unterschiedlich.
Dokumente: Ganz wichtig vor der Abreise ist es, von allen Dokumenten – am besten mehrere – Kopien anzufertigen, und diese beglaubigen zu lassen. Fertigt eine Mappe an, die ihr bei euren Eltern, Verwandten oder besten Freunden hinterlasst, falls irgendetwas im Ausland verloren gehen sollte.
Reisepass: Zu beantragen ist der Reisepass für die Reise in Nicht-EU-Länder bei der Stadt, in der ihr mit eurem Erstwohnsitz gemeldet seid. Ein biometrisches Fotos ist Pflicht und dauert ca. 3 Monate. Kostenfaktor: 37-40 Euro.
Vor der Abreise ins Ausland solltet ihr auch unbedingt einige Passfotos machen lassen. Man weiß nie, wofür man die braucht, aber glaubt mir, ihr werdet sie brauchen.
von Jessica Barbato

Wilhelmshaven – Maritime Erlebnisse

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Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler
Freundlich wurden wir in Wilhemshaven von einer älteren Mitbürgerin begrüßt, als wir unseren mit Rückenwind gesegneten Gang am Hafenkanal genossen. “Ich wünsche euch den Gegenwind, den ich grad hab.“, war ihre spontane Reaktion auf unsere Anwesenheit.
Wir waren grad auf dem Weg zum Bauwagen von Peter Lustig, von dem ein Exemplar im Kulturzentrum Pumpwerk steht. Leider war er lieblos hinter Bauzäunen versteckt und mit Plastikplanen vor dem rauen Seewetter geschützt. Nicht ganz so lieblos präsentiert Wilhelmshaven seine Maritime Meile, die im Fokus unseres Ausflugs stand. Mehrere unterschiedliche Museen und Erlebnishäuser befinden sich entlang des Kanals und der Bucht.
Dabei führen verschiedene Wege nach Wilhelmshaven. Entweder mittels einer meist stündlichen Verbindung über Bramsche und Oldenburg mit der NWB (ca. 3h), einer 3-4maligen Verbindung pro Tag über Ahlhorn mit dem Bus (3,90 Euro) und dann weiter mit der NWB (ca. 2h) oder über eine noch seltenere Verbindung (2 Mal pro Tag) mit der NWB über Delmenhorst und Oldenburg.
Garnisonskirche
Die Garnisonkirche ist nicht sehr groß, aber doch irgendwie beeindruckend. Zwischen all den Wappen an den Sitzbänken erinnern große Denkmäler und Tafeln an Opfer von Seeschlachten. Es wird den Helden der Marine gedacht und neben dem Altarbereich gibt es das Grab eines unbekannten Matrosen. Im Altarraum selbst prangt ein helles Bild, welches Gott auf dem Meer symbolisiert. Allgemein lohnt es sich, dieser evangelischen Kirche mal einen Besuch abzustatten. Außerdem kann man dann auch seine Gebete und allgemeinen Sorgen in einem Buch niederschreiben, was am Eingang der Kirche ausliegt. Ach, eine letzte Sache noch, die man hier unbedingt beachten sollte: Die Kirchentüren sollten immer geschlossen bleiben, denn schließlich heizt die Kirche nicht für den Vorplatz… sagt sie zumindest.
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Foto: Tobias Kunz
Küstenmuseum
Wer sich schon immer für Seemannsromantik begeistern konnte, ist im Küstenmuseum gut aufgehoben. Neben den üblichen Abbildungen von Schiffen und Meereshorizonten erfährt man viel Wissenswertes über das Leben und Sterben der Nordseebewohner seit Anbeginn der Evolution. Aufnahmen von Überschwemmungen, ausgestellte Skelettfunde sowie die präzise Veranschaulichung der Veränderung Wilhelmshavens in den letzten Jahrzehnten bis in die Gegenwart. Nebenbei überzeugt die Ausstellung wal.welten indem sie das
15 Meter lange Skelett eines gestrandeten Wals präsentiert. Die derzeitige Sonderausstellung Auf zwei Rädern ins Wirtschaftswunder – Räder, Roller und Mopeds der Achilles-Werke Wilhelmshaven ist für Nostalgiker unbedingt zu empfehlen.
www.kuestenmuseum.de
Oceanis
Auf das Oceanis haben wir uns gefreut. Ja, wir dachten, es könne wirklich ein großes Highlight auf unserer Tour werden – doch leider entpuppte es sich recht schnell zu einer Art Wissenserlebnispark für engagierte Jungeltern, die ihren Kindern mal was richtig Tolles bieten wollen.
Im Wesentlichen besteht das Museum aus einer virtuellen Fahrstuhlfahrt „in die Tiefe des Meeres“, mit der man eingestimmt werden soll auf das Unterwasserstationsfeeling. Unten erwarten den Besucher dann einige röhrenartige Gänge, in denen Maschinen, Gegenstände oder Situationen aus der maritimen Umwelt, z.B. Reusen, Unterwasserroboter, Riesenkrakenangriffe etc. ausgestellt sind.
Zu jedem Exponat kann man sich dann aus den dargereichten Kopfhörern lehrreich beschallen lassen. Die Sprecher sind eine Meeresbiologin, interessierte Kinder, ein schrulliger alter Seebär und – man höre und staune –
ein Fisch.
Meist erklärt die Wissenschaftlerin die nüchternen Tatsachen, der Seebär jammert, dass früher alles besser war und wird dann von den Kindern zur Vernunft gerufen. Die Aufgabe des Fisches besteht, glaub ich, hauptsächlich darin, lustig zu sein (was kann man auch anderes von sprechenden Fischen erwarten).
Obwohl – und das muss man deutlich eingestehen – die Gespräche meistens durchaus informativ waren und leichter verdaulich sind als das für normale Museen übliche Textbombardement, so hätte ich stellenweise gerne auf den Klamauk verzichtet.
Im Zentrum der „gigantischen Unterwasserstation“ kann man dann noch an drei riesigen Monitoren ein lustiges Fische-Such-Spiel genießen und in bester Eye-Toy-Manier wild hüpfend Sternchen sammeln sowie vor Raubfischen fliehen. Der krönende Abschluss des Aufenthalts ist dann ein kurzer 4D-Kino-Trip, der einen dann wieder zur Oberfläche bringt.
Fazit: Die Zielgruppe sind eindeutig Kinder und Jugendliche. Wenn du nicht gerade engagiertes Jungelternteil bist, leg dir die 7 Euro lieber unter die Matratze.
www.oceanis.de
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Außenbereich des Marinemuseums
Foto: Sarah Kotten
Deutsches Marinemuseum
Das Marinemuseum handelt von Marine… ja, klar. Die Theorie im Gebäude ist nicht gerade das Spannendste,
aber der Außenbereich macht das alles wieder wett. Dort gibt es ein altes U-Boot, welches man sich auch von innen ansehen kann und ein paar Schiffe der Marine, die eigentlich zeigen, wie es heute noch auf solchen Marineschiffen aussieht. Man erfährt, wie eng das in diesen Dingern ist und dass die äußere Größe manchmal über das Innere hinwegtäuschen kann. Einfach mal ausprobieren. Aber Vorsicht beim Einstieg in diese Schiffe, denn das ist nichts für Ängstliche… besonders Leute mit Platzangst sollten besser nur die Außenhülle genießen und lesen, wer sich alles auf dem U-Boot die ewige Liebe geschworen hat.
Noch ein Tipp: Kauft euch die Kombikarte, denn dann habt ihr im Preis den Eintritt für das Wattenmeerhaus mit drin.
www.marinemuseum.de
Wattenmeerhaus
Mit dem Slogan „Verborgene Welten entdecken“ wirbt das Wattenmeerhaus für seine 2000qm große Ausstellung. Es ist wirklich ein Erlebnis, wie vielfältig das Wattenmeer sein kein. Begrüßt wird man mit einem
Tasterlebnis, bei dem man verschiedene Dinge aus dem Watt ertasten kann. Weiter geht es im Erdgeschoss mit dem obligatorischen Geschenkeshop und grundsätzlichen Informationen zum Wattenmeer. Im nächsten Geschoss gibt es meistens Sonderausstellungen, die nicht unbedingt das Thema des Hauses vertreten. Zu der Zeit, als wir dort waren, gab es die Foto-Ausstellung „Eye to Eye“,
die mit eindrucksvollen Tierbildern des Wildlife-Fotografen Frans Lanting faszinierte. Im zweiten Geschoss geht es dann richtig los mit dem Erlebnis Wattenmeer. So gibt es nicht nur Ausstellungsstücke zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen und Mitmachen. Ein Sturmraum, ein original Krabbenkutter, Eindrücke und Erlebnisse von Fischern und Wattenmeerbewohnern und Konstruktionen wie brütende Vögel auf die Anwesenheit von Menschen reagieren, sind nur einige Beispiele. Ganz oben angekommen kann man mit dem Ausblick von der Panoramaterrasse den Tag ausklingen lassen.
www.wattenmeerhaus.de
In Wilhelmshaven gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Am empfehlenswertesten ist wohl ein Kurzurlaub, um alles sehen und genießen zu können, was Wilhelmshaven so zu bieten hat. Ein Tag ist dafür auf jeden Fall zu kurz, schon allein weil die meisten Einrichtungen pünktlich um 17 Uhr schließen.
von Alexander Dressler, Sarah Kotten, Tobias Kunz und Thomas Hülsmann
unterwegs1b
Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler

Bilderalbum
uniVista No. 11: Wilhelmshaven

Ausgabe 10 (PDF-Version)

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PDF-Version dieser Ausgabe:

Biete: Einsamkeit – Suche: Freunde

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Auf die Plätze, fertig, Los!
© Stihl024 / PIXELIO
Da war ich also. Mit meiner Immatrikulation an der Uni Vechta in der Hand, stand ich vor der Aula und sah, dass ich nicht die einzige war, die hier studieren wollte. Tausende Gesichter starrten zum Rednerpult, und einige Köpfe waren zusammengesteckt. Grob geschätzt waren so um die 70% der „Erstis“ hier, die ganz alleine waren. So wie ich. Ich setzte mich also auf einen freien Platz zwischen völlig fremden Menschen und begann wie fast alle auf das Rednerpult zu starren. Nach den üblichen Willkommensreden wurden wir schnell in Gruppen aufgeteilt und erfahrenen Studenten zugewiesen. Wir gingen aus der Aula und voilà sah ich um mich herum wieder völlig fremde Menschen, bis auf den Unterschied, dass es dieses Mal nicht so viele waren wie zuvor.
Zügig ging es in die Tutorien, um gleich mal ein paar Regeln an der Uni zu erfahren. Was haben wir erfahren? Neben wertvollen Tipps hat jeder von uns gemerkt, dass ein Mensch sich unmöglich so viele Namen auf einmal merken kann. Im Endeffekt wussten wir in den Tutorien nur von einander, dass die Person neben mir das Gleiche studieren will wie ich. Hah! Erstes Gesprächsthema gefunden. Das war‘s dann aber auch schon. Mehr war am ersten Tag mit Kontakte knüpfen einfach noch nicht drin.
Allein unter Fremden
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Wir hatten jedoch nicht an die örtlichen Kneipen und unsere Tutoren gedacht, die uns am selben Abend auf eine Kneipentour einluden. Frei nach dem Motto: Alkohol fördert die Kommunikation. Und auch an diesem Abend hat uns der Alkohol nicht im Stich gelassen. Aber auch ohne Alkohol fand man schnell Gleichgesinnte. Natürlich waren viele Gespräche beabsichtigt, aber manche wurden von den hinterhältigen Wirten und Tutoren kaltblütig geplant. Denn auf Grund der Anzahl der „Erstis“ war es so eng in den Räumen, dass man wohl oder übel mit jemandem völlig Fremden reden musste, auch wenn es sich dabei nur um ein „Hey. Darf ich mal vorbei?“ handelte. Sinn und Zweck des Abends war erfüllt, denn am nächsten Tag im Tutorium sah man die Kommilitonen plötzlich mit ganz anderen Augen. Schon wurden erste Gemeinsamkeiten entdeckt. Dann geht alles wie von selbst. Auf der Uni-Party lernt man den über den kennen und den Schwippschwager von dem und dessen Kumpel aus dem Kindergarten.
Alles wird gut!
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Schnell hat man kleine Grüppchen, mit denen man in Vorlesungen und Seminaren zusammen sitzt. Und auch die Mensa (mit ihrer unglaublichen Anzahl an hungrigen Studenten) wirkt weniger Angst einflößend, wenn ein paar bekannte Gesichter hier und da auftauchen. Denn wie gesagt, laut eigener Studie sind so schätzungsweise 70% alleine angefangen und bei den anderen Studenten hat‘s doch auch geklappt, warum nicht auch bei mir? Schließlich mögen mich meine Freunde von Zuhause doch auch… die tun zumindest immer so, als wenn. Lassen wir uns also nicht unterkriegen. Jeder war mal ein „Ersti“ und im nächsten Semester können wir wieder die Nächsten beobachten, die mit Sorgenfalten durch die Gegend laufen und versuchen, irgendwo Anschluss zu finden. Und wenn es gar nichts wird: Auf den Uni-Partys ein wenig Mut antrinken und einfach drauf los. Aber nicht zu viel, denn schließlich sollst du dich später noch an deine neuen Freunde erinnern. Keine Panik, wird schon werden… oder auch nicht… nee, Spaß! Kopf hoch und einfach mal sehen, was kommt, denn irgendwas kommt immer.
von Sarah Kotten

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