Sebastian Dargel

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PDF-Version der Sonderausgabe No 4

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Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit Ihr auch genau wisst, worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet Ihr Euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Ringvorlesung
Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein, sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel)
Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine fleischlose Mahlzeit an.
© RainerSturm / PIXELIO
Tutor (lat. Schützer, Beschützer)
Meist ein fortgeschrittener Student, der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht), die Euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat)
EEin recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach Euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit Euch besuchen, Eure Studienkollegen.
Akademisches Viertel
So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Universität später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10-12 Uhr bedeutet also 10:15 Uhr bis 11:45 Uhr.
Kolloquium (lat. Colloquium: das Gespräch)
Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Fall einer davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung, oder?
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn)
Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Campus (lat. Feld)
Das Unigelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Blockseminar
Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 17. Ausgabe

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No. 17 inkl.
Sonderausgabe
No. 17

PDF-Version der Sonderausgabe No 3

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Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit Ihr auch genau wisst, worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet Ihr Euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Ringvorlesung
Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein, sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel)
Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine fleischlose Mahlzeit an.
© RainerSturm / PIXELIO
Tutor (lat. Schützer, Beschützer)
Meist ein fortgeschrittener Student, der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht), die Euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat)
EEin recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach Euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit Euch besuchen, Eure Studienkollegen.
Akademisches Viertel
So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Universität später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10-12 Uhr bedeutet also 10:15 Uhr bis 11:45 Uhr.
Kolloquium (lat. Colloquium: das Gespräch)
Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Fall einer davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung, oder?
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn)
Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Campus (lat. Feld)
Das Unigelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Blockseminar
Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 11. Ausgabe

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Auf der Jagd nach APs

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Wer in Vechta nicht auf Lehramt studiert (und sich auch nicht Sozialer Arbeiter schimpft) kommt sich manchmal wie ein Aussätziger, manchmal wie etwas Besonderes vor. Wenn mein Mitbewohner mal wieder über eine mehr als langweilige EW-Vorlesung gemeckert hat, konnte ich lachen und sagen: „Tja, ich muss da nicht hin!“ Andererseits konnte er dann am Ende des Studiums über mich lachen, weil ich verzweifelt alle APs, die ich irgendwann in irgendeinem Optionalbereichsmodul geholt hatte, zusammenrechnen durfte, und hoffen musste, dass ich auch wirklich die erforderliche Punktzahl erreicht hatte. Denn wer die Freiheit hat, alles zu wählen, was er möchte, verliert am Ende auch gerne den Überblick über das Geleistete. Oder, was noch schlimmer ist, man fühlt sich, als hätte man nur wenige Pflichten und lässt alles schleifen. Böser Fehler!
Ob man die Punkte aber überhaupt bekommt, hängt manchmal von purem Glück ab, denn zukünftige Nicht-Lehrer scheinen ab und an einfach nicht auf Listen drauf zu passen. Man fühlt sich als Sprachwissenschaftler von den Dozenten oft genug nicht ernst genommen, weil man das Gelernte ja nicht an Schüler weitergeben wird. Da frage ich mich, ob dieser Satz denn nun wirklich genau bedacht wurde, denn schließlich war der Dozent, der mir gegenüber stand, offensichtlich genau so ein Knallfrosch, wie ich einer bin.
Es sind aber nicht nur die Dozenten oder die schon angesprochene Qual der Wahl, die einen Nicht-Lehrämtler dazu veranlassen, sich öfter mal als etwas anderes zu sehen, sondern auch, dass man von der Hochschule ziemlich alleine gelassen wird. Ein jeder Lehramts-BA, Sozialer Arbeiter, Gerontologe oder weiß der Geier was, kann schön damit rechnen, dass er auch den Rest seiner studentischen Laufbahn wohlbehütet und geleitet von der Uni Vechta absolvieren kann. Ein Sozialwissenschaftler/Anglist kann das nicht. Und da haben wir auch schon den Fehler: Warum wird ein BA-Fach angeboten, zu dem es keinen ausgewiesenen MA an der Hochschule gibt? „Geldmacherei“, schreien die einen, „Pech gehabt“, die anderen, und man selbst denkt sich „Verdammt, die Vorzeigeumstellung auf das BA-Format in Vechta hat wohl doch irgendwo eine Macke.“
Und so kommt es dann, dass man nach 6 (oder manchmal auch 7 oder mehr) Semestern sich schleunigst eine neue Uni, eine neue Wohnung und neue Freunde suchen darf. Dafür bekommt man aber auch neue Dozenten, was gut sein kann, wenn man es sich mit den alten versiebt hat. Oder es kann schlecht sein. Wenn man gerne schleimt und nun wieder von vorne anfangen muss.
Ob man nun etwas Gutes oder Schlechtes in dieser Situation sehen will, sei jedem selbst überlassen. Ich als Ex-Vechteraner bin froh, es mitgemacht haben zu dürfen. Nach nun mehr 3,5 Jahren (jaja, 7 Semester, ich weiß!) freue ich mich aber auch, etwas Neues erleben zu dürfen.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 10. Ausgabe

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My Home is my Campus

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Das sollte noch im letzten Semester unser X-treme-Motto sein. Nachdem wir uns gefragt haben, was wir alles X-tremes tun könnten, erschien uns unsere Campus-WG-Action als die spaßigste und auch die mit Abstand am sinnvollste. 5 Tage, nur der Campus und wir. Eine 3-Personen-WG in einem 9-Personen-Zelt. Geduscht, gelebt und geschlafen wurde auf dem Campus. Werbung wollten wir machen, auffallen, Präsenz wollten wir zeigen… und was bitteschön ist präsenter als dauernd da zu sein? Tag und Nacht? Gesagt, getan. So machten wir uns am 12.07. auf, mit Sack und Pack, ein wenig Taschengeld für Frühstück und Mensaessen, der üblichen Festival-Camping-Ausrüstung und errichteten unser Camp direkt neben dem Affenfelsen gegenüber vom Bistro. Wie wir die Tage verlebten, lest ihr im Folgenden an den Beispielen meiner männlichen Mitbewohner.
von Melanie Ehlert
So, das Zelt steht, darf ich jetzt wieder nach Hause? So oder so ähnlich habe ich wohl geklungen als ich realisierte, worauf ich mich eingelassen habe. Ich als durch und durch Stadtmensch darf mich nun mit zwei weiteren Personen in ein enges Zelt quetschen und die nächsten fünf Tage das Unigelände nicht mehr verlassen… im Knast kann es kaum schöner sein! Aber wer so blöd ist und hier schreit, wenn er weiß, was als nächstes X-tremes passieren wird, der ist dann halt mal selber schuld.
Erstmal musste ich meinen Teil des Zeltes vernünftig einrichten und den wenigen Proviant (ich bin halt nicht Camping erfahren!), den ich hatte, habe ich auch erstmal in Tagesrationen eingeteilt… nicht dass ich draufgehe wenn Ulla ihr Bistro zu hat und ich am Vortag zu viele meiner fünf Minuten Terrinen aufgefuttert habe. Da uns schon am ersten Abend ein wenig die Langeweile überkam, gab es Bier, Tennis, Federball und „Verstecken“ spielen zum Abendbrot. So lässt es sich leben, so kann jeder Abend sein. Allerdings wusste ich, dass ich am Montag und Dienstag um 5 Uhr morgens arbeiten musste… und 3 Klausuren während der Campingwoche auf mich zukamen. Aber ein paar Bier und ein Schlafsack helfen wirklich über die fiesesten Gedanken hinweg.
Foto: Melanie Ehlert
Die erste Nacht war unglaublicherweise wirklich recht angenehm, das Aufstehen um halb fünf dagegen weniger. Dafür konnte ich auf meinem Rückweg von der Arbeit den Sonnenaufgang beobachten. Der erste Weg führte mich dann in den Sporttrakt. Zuerst einmal war Körperputz angesagt. Ich muss sagen, die Blicke die einem Studenten um 8 Uhr morgens zuwerfen wenn man mit Schlappen und Kulturtasche über den Campus eiert, sind wirklich kaum zu ersetzen. Lecker Frühstück im Bistro und zack war ich gewappnet für den Rest des Tages.
Immer mal wieder ging ich natürlich in mein neues Heim um zu schauen, ob noch alles steht und ob uns die Studenten registrieren. Ersteres ja, zweiteres nein. Komischerweise gab es am ersten Tag lediglich Kommentare von Freunden und Bekannten. Nur einige wenige, die das Banner über unserer Tür gelesen hatten, fragten was denn bitte uniVista sei. Eine berechtigte Frage nach nun mehr knapp 10000 verteilten Heften, dachte ich mir, während ich über einem Bunsenbrenner meine Ravioli aus der Dose kochte. Es ist also doch ganz gut, dass wir uns hier präsentieren.
Immer mal wieder fanden sich Menschen die sich des Abends zu uns gesellten um eine Runde Verstecken zu spielen. Herrlich, zu was man Leute bekommt, wenn die Optionen nicht sonderlich zahlreich sind. An diesem Abend durfte ich leider früh ins Bett, da am nächsten Tag eine Klausur anstand. Was mir weniger passte war, dass ich wusste, dass Kai sich etwas Fieses für mich ausgedacht hatte. Komischerweise fand er es überhaupt nicht lustig, dass ich ihm in der ersten Nacht einen TUC in den Schlafsack gelegt hatte. Seine Nacht war also wesentlich knuspriger als er es sich erhofft hatte. Seine Rache kam dann auch. Nachdem ich selig weggeschlummert war, entfernte er die Halteseile meines Innenzeltes.
Der Dienstag ging relativ schnell um, ich ging kurz in den Seminarraum, verhaute meine Klausur und genoss dasselbe Spiel wie am Montag. Bier, Ravioli, Verstecken aber von allem nicht zu viel, denn wieder wartete eine Klausur am nächsten Tag auf mich. Das schöne am Dienstag war allerdings, dass nun mehr und mehr Leute unser Vorhaben registrierten und uns ansprachen.
Der Mittwoch stand allgemein im Zeichen des Sonnenkampfestes. Nachdem ich also meine Klausur hinter mir hatte, ging es sogleich zum Vorglühen ans Zelt. Im Nachhinein möchte ich mich für die Solidarität der Studenten Vechtas bedanken, dass während des Festes nichts geklaut wurde und auch kein Witzbold auf die Idee kam unser Zelt mit gelbem Körpersaft zu verschönern.
Am Donnerstag wurde endlich ausgeschlafen. Das war weniger der Hammer, da das Wetter ungefähr so vernebelt war, wie unsere Köpfe. Am Freitag gab es dann noch die letzte Klausi für mich und danach wurde auch so langsam abgebaut.
Trotzdem ich Zelten überaus hasse, würde ich den Spaß immer wieder mitmachen. Es gibt unglaublich viele Stundenten in Vechta, die man noch nicht kennt, aber auf diesem Wege kennenlernen kann.
von Sebastian Dargel
So, das ist also mein neues Heim. Recht geräumig. Aber was sind das für Sponsen, die sich anschicken, dieses blaue WG-Zelt mit mir zu teilen. Hab ich mir das gut überlegt? War diese Schni-Schna-Schnapsidee nicht sogar von mir? Memo an mich selbst: Backen halten. Nun gut, es sind nur 5 Tage. Fünf Tage kein Freigang vom “Campus”, oder wie ich es gerne nenne: Schulhof.
Was soll‘s, die meiste Zeit der letzten vier Jahre hab ich eh hier verbracht, also warum nicht einfach das ganze mit einem gelungenen Topping abrunden.
Foto: Melanie Ehlert
Sonntag: Zelt aufbauen. Ich zweifle, dass das eine gute Idee war. Mein Zeltbereich ist rund 2,5 qm groß. Feinste Zeltwände mit Stockstuck und Lärmdämmung gleich Null. Das Atrium des blauen Stoffzuhauses bietet viel Platz, um auch mal einen Abend zuhause zu bleiben. Ich habe mir vorgenommen, mir ein paar Bücher aus der Bibliothek zu holen und zu lesen. Die Zeit will ich nutzen.
Montag: Schmackhaftes Frühstück bei Ulla. „Winnie der Puuh“ aus der Bibo ausgeliehen. Die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen vergeht wie im Fluge, dank der wirren Geschichten um den Bären mit geringem Verstand. Besucher des Zeltplatzes schauen neugierig bis verdutzt, und auch die WG im oberen Stock des N-Gebäudes linst neidisch auf unseren Vorgarten. Lass die Leute reden…
Dienstag: Dieser Dargel, ich bring ihn um. Ganz einfach und schmerzvoll. Hat dieser rothaarige Bengel mir doch glatt einen heimtückischen TUC-Cräcker aufs Bett gebröselt. Duschen im Sporttrakt.
Frühstück bei Ulla. Lernen für die letzte Prüfung meines jungen Studiums. Mit meinem Mitbewohner quäle ich mich durch die amerikanische Literatur und entdecke die Gewaltdarstellungen Cormac Mc Carthys für mich. Vielleicht lassen sich daraus ein paar Ideen ableiten gegen den gemeinen TUC-Terroristen. Heute Abend verlasse ich den Campus. Ich breche aus, um 4 Stunden später wieder da zu sein. Bandprobe und Ausnahmeregelung halt.
Mittwoch: Der Dargel-Schlachtplan wird immer ausgeklügelter. Frühstück bei Mama Ulla, die uns jeden Morgen mit einem mitleidsvollen Blick die notwendige Zuneigung vermittelt, um uns dann auszulachen. Habe das N-Gebäude als Badezimmer für mich entdeckt. Blöde Blicke beim Rasieren sind keine Seltenheit. Jungs, passt auf! Ihr habt keine Rasierklinge in der Hand. Heute Abend findet das Sonnenkamp-Fest statt. Wir überlegen, wie wir unsere lauten Nachbarn die ganze Nacht aushalten sollen. Zum Glück gehört das Wohnheimgelände auch zu unserem Ausgangsbereich. Wir trinken die Störung einfach weg. Infiltrieren, inhalieren und ignorieren!
Donnerstag: Dargels Zimmer ist über Nacht einfach eingestürzt. Unglaublich, wie viele Leute an der Vechtaer Uni einfach nett nachfragen, was wir mit unserem Zelt eigentlich auf dem Campus wollen. Verplempere Zeit auf dem wunderschönen großen Affenfelsen und fühle mich wie im Zoo. Winnie Puuh konnte mich nicht in seinen Bann ziehen, obwohl es so unglaublich gut ist. Ich habe höchstens die Hälfte des Buches geschafft. Was ich aber geschafft habe: Eine Reise durch den „linken Gemüsegarten“ hinter unserem Zelt, Besuch des Design-Gebäudes, persönlicher Kaffee-Rekord gebrochen.
Freitag: Heimwärts. Ich ziehe aus. Der letzte Tag fühlt sich an wie jeder Freitag in Vechta. Die Uni dampft so mit halber Fahrt dahin, weil sich 80% meiner Kommilitonen schon im Wochenende befinden.
Sollte die Wohnungskrise Vechta mal wieder erreichen, schlagt eure Zelte auf dem “Schulhof” auf.
von Kai Pröpper

Wenn Männner krank sind…
... über Fallobst- und Kranksheitsmomente

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Da liegt er nun… zusammengekauert, wimmernd, winselnd, jammernd. Mit zitternder und vor Krankheit geschwächter Stimme verkündet er: „Scha…schahatz…ich glaub, ich bin krank…“ und sinkt erschöpft zusammen. Sein flacher Atem, seine geröteten Augen und sein lautes Schniefen unterstützen seine waghalsige These, tatsächlich! Eine todbringende Erkältung.
Mal ehrlich, liebe Männer, Ihr wollt früher Mammuts gejagt und Schlachten geschlagen haben? Zugegeben, es gibt auch Männer der Kategorie: Eine Erkältung ist der sichere Tod, aber wenn wirklich etwas Ernstes, ist verschweige ich es besser – plötzliche Dissimulation und Bagatellisierung. Welch verquere Welt. Ich meine, wovor habt ihr Angst? Dass ihr im Allgemeinen schlecht warten könnt, ist uns Frauen ja bekannt, aber ist zum Arzt gehen in eurem Kopf ein Zeichen von Schwäche? Der Nachbar könnte einen ja sehen, wenn man vermummt die Praxis betritt! Auf dem Sofa rumjammern und ins Kissen zu schniefen ist natürlich viel männlicher, ihr habt schon Recht. Rein biologisch betrachtet müsst ihr euch eh damit auseinandersetzen, dass ihr von der Natur auf den Tod programmiert werdet, sobald ihr euer reproduktionsfähiges Alter erreicht habt. Immer noch eine Tatsache, und die hab ich mir nicht mal ausgedacht. Aber dieser Tod wird bestimmt nicht durch eine Erkältung eingeläutet, auch wenn ihr euch in diesem Moment so fühlen möchtet. Die Krone der Schöpfung, der Mann, durch einen klitzekleinen Virus plötzlich zu Fallobst geworden, tja. Aber manchmal sind es gerade diese Fallobst-Momente, die euer Inneres offenbaren und uns Frauen weich werden lassen. Da sitzt das kleine, kümmerliche, schniefige Etwas mit der roten Nase und krächzt nach einem Tee… kann man ihm das verwehren? Eigentlich bin ich froh über den Lauf der Dinge… die Regelung der Natur. Unsere testosteron gesteuerten Freunde sind zwar arg im Nachteil, was die Gesundheit angeht, aber so können wir Östradiol-Vertreter zeigen was in uns steckt.
© RainerSturm / PIXELIO
Liebe Männer ganz ehrlich, ihr könnt froh sein, dass wir das mit dem Kinderkriegen und den Menstruationsbeschwerden übernehmen. Herrje, nicht auszudenken wie es andersherum wäre…
von Melanie Ehlert
Männer und ihr Verhalten während einer Krankheit sind vor allem für Frauen schwer nach zu vollziehen. Zunächst gibt es drei verschiedene Arten von Männern und wie sie mit Krankheit umgehen: Die einen behaupten, dass sich auch ein offener Oberschenkelhalsbruch ganz leicht mit Pferdesalbe kurieren lässt. Dem ist definitiv nicht so, aber manche leiden lieber als Schwäche zu zeigen. Andere dagegen meinen, dass ein Kratzen im Hals sofort ein Anflug von SARS ist und sie sich deswegen schnellstmöglich in Quarantäne begeben müssten.
Die dritte und am meisten verbreitete Art sind Männer, die eine normale Erkältung ausnutzen, um drei Wochen flach zu liegen und sich wahlweise von Mutti oder der Freundin pflegen zu lassen. Lieber allerdings von Mutti, denn man will der Freundin gegenüber keine Schwäche zeigen, so dass man mal eben sämtliche Treffen für die nächsten Wochen im Voraus absagt. Denn mal ehrlich, es ist doch wirklich mehr als peinlich, im Bett zu liegen, Tee zu schlürfen und umringt von verrotzten Taschentüchern zu sein, während die Superfrau den dahinsiechenden Freund bemitleiden muss und den Dreck, den er über die letzte Woche angesammelt hat wegräumen „darf“.
Dazu hat Frau natürlich auch recht wenig Bock. Ein herausragender Grund für eine solche Unlust ist nicht unbedingt, dass das ganze ziemlich ekelig werden kann, sondern dass der Anblick des kranken Freundes als Blick in die Zukunft erschreckt: Kranker Ehemann, kranke Kinder, Frau darf alles machen, aber keinen interessiert‘s, wenn die Frau krank ist.
Deswegen wird also eine blöde Ausrede gefunden, die die Freundin akzeptiert und dann wird zu einem großen Teil zu Hause bei Mami gekränkelt. Denn die hat immer ein paar Tipps auf Lager, von denen wir wissen, dass sie sicher nichts gegen die Erkältung bringen werden. ABER: Dafür müssen wir uns nicht bewegen und können endlich unser Beachtungsdefizit wieder ausgleichen. Denn wenn sich jemand Sorgen um uns macht, dann die Frau, mit der wir den größten Teil unseres Lebens bereits verbracht haben. Sie kocht nicht den ekeligen Kamillentee, sondern den schönen Instant-Zitronentee, denn der schmeckt einfach besser. Sie bekocht uns, denn trotz guter Mensa schmeckt es einfach nirgendwo so gut wie zu Hause. Sie räumt voller Freude und Dankbarkeit hinter uns her, weil wir den Mülleimer mit den Rotzfahnen einfach nicht treffen können.
Und warum? Das ganze Leben ist ein Geben und Nehmen. Auch dessen sind wir Männer uns bewusst. Und wenn wir uns mal wieder seit 10 Wochen zu Hause nicht gemeldet haben, ist eine Erkältung der perfekte Grund wieder in die alte Heimat zu fahren. Die Familie freut sich uns zu sehen und Mama ganz besonders. Denn entgegen jeglichem Empfinden, dass sich Eltern freuen, wenn die Bälger endlich aus dem Haus sind, brauchen Mütter immer mal wieder das Gefühl, gebraucht zu werden und benötigen ein Zeichen von uns, dass wir sie trotz der fantastischen Freundin neben uns nie vergessen. Also nehmt uns das nicht so krumm, liebe Damen der Schöpfung!
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 9. Ausgabe

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Republikaner vs. Demokraten – eine Gegenüberstellung

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Die roten Elefanten
Neben den Demokraten ist die Republican Party oder GOP (Grand Old Party) die größte Partei in den USA. Außerhalb Amerikas wird sie als das größere politische Übel angesehen. Nimmt man die beiden letzten großen Kriege, die die Amerikaner geführt haben (Irakkrieg 2 und 3), so basieren die Interventionen der USA doch auf einer republikanischen Politik bzw. auf einer Entscheidung, die ein republikanischer Präsident gefällt hat.
Die RP ist eine national-konservative Partei und sieht ihre eigene Position Mitte-rechts. Sie stellte bislang die meisten Präsidenten in den USA, darunter solch klangvolle Namen wie Abraham Lincoln, Richard Nixon, Ronald Reagan und natürlich die beiden Bushmänner.
Die Partei wurde 1854 von Gegnern der Sklaverei gegründet und hatte als Tenor eben die Abschaffung der Sklaverei, freie Meinungsäußerung und Gleichberechtigung der Frauen. Ursprünglich waren die Republikaner neben den Demokraten und der Whigs-Party lediglich dritte Kraft im Land, dies änderte sich aber rasch und so wurde ihr zweiter Präsidentschaftskandidat, Abraham Lincoln, bereits ihr erster Präsident. Die Politik der Republicans ist sehr föderal eingestellt; ihr Ziel ist es, den einzelnen Staaten möglichst viele Kompetenzen zu überlassen. Im Ausland fallen sie nicht zuletzt durch ihre sehr konservative Politik auf. Sie sprechen sich gegen ein einschränkendes Waffengesetz aus, ebenso gegen Abtreibungen und die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren. Ihr neuer Präsidentschaftkandidat, John McCain, passt daher auch wie die Faust aufs Auge. Auch er ist Gegner von so eben erwähntem und dazu noch Befürworter der Todessstrafe. Ihre Wählerschaft rekrutieren sie zumeist aus den ländlichen Gegenden im Süden des Landes.
Von der komischen Art und Weise wie die Republikaner Wahlkampf führen, kann man sich auf ihrer Homepage (www.gop.com) überzeugen. Denn sie machen da eigentlich keine Werbung für ihren eigenen Kandidaten, sondern beschränken sich auf die Diffamierung des Kontrahenten. Man kann dort etwa einem Ticker zuschauen, der die Zeit zählt, wann Barrack Obama (Präsidentschaftskandidat der Demokraten) das letzte Mal die amerikanischen Truppen im Irak besucht hat. Dies ist bereits, welch Schande, ca. 900 Tage her. Außerdem kann man dann noch Max, Maxine, Patrick und Sam erwerben, vier dicke Plüschelefanten, die es zum Vorzugspreis von 110$ pro Stück im GOP-Store zu kaufen gibt. Besonderes Feature: Republikaner-Logo auf dem Bauch. Den Spaß kann man dann an seinen Lieblingsrepublikaner oder seine Kinder verschenken. Oder man lässt es bleiben. Je nachdem. Aber dann ist man kein Republikaner.
von Sebastian Dargel
Die blauen Esel
Die Partei von Hillary Clinton und Barack Obama genießt in Europa einen guten Ruf.
Hierzu tragen so große Name wie Roosvelt, Truman, Kennedy und nicht zuletzt Clinton bei, welche nur eine kleine Auswahl der demokratischen Präsidenten darstellen. Doch heute profitieren die Demokraten mehr denn je von diesen Mythen und den Männern die sie verkörpern. Da durch sie der Unterschied zu den Republikanern sehr deutlich wird. So sieht sich die demokratische Partei als Partei des kleinen Mannes, der Demokratisierung, der Freiheit und des Progressivismus (progress= Fortschrittlinksliberale Antwort auf Industrialisierung und sozialen Wandel).
Dies wird auch im andauernden Wahlkampf deutlich. So ist auf der offiziellen Website (www.democrats.org) Folgendes zu lesen:
„OurPlan: We have a bold new direction for a secure America. We seek: 1) Honest Leadership & Open Government, 2) Real Security, 3) Energy Independence, 4) Economic Prosperity & Educational Excellence, 5) A Healthcare System that Works for Everyone, and 6) Retirement Security.” Allgemein werden sie dem aufgeklärten Sozialliberalismus zugerechnet und verorten sich Mitte links im Parteiensystem.
Entstanden sind die Demokraten im frühen 19. Jh. (eine Epoche großer Umwälzungen in den USA: Abschaffung der Sklaverei, Einführung des allgemeinen Wahlrechts usw.) aus einer Abspaltung der demokratischen Republikaner. Über das genaue Datum gibt es widersprüchliche Angaben, da es verschiedene Gründungsmythen gibt, welche teilweise bis auf das Jahr 1792 zurück datieren, als eine Koalition um Thomas Jefferson erstmals Widerstand gegen die republikanische Politik geleistet hat.
Ebenso ungeklärt ist die Herkunft des Esels im Wappen der Demokraten. Er wurde nie offiziell anerkannt, wird aber von den parteinahen Organisationen zur Werbung genutzt. Genauso inoffiziell, aber im Prinzip schon das eigene Markenzeichen ist die Farbe Blau, welche für die Demokraten steht.
Obwohl sowohl Clinton als auch Obama sich damit profilieren, „Nein“ zum Irakkrieg gesagt zu haben und alles anders machen wollen, bleibt die Frage ob sie es überhaupt können. Denn der Allmachtsanspruch der USA und der ungeheure Patriotismus, welcher nicht davor zurück schreckt, Demokratie als Exportgut zu verkaufen und mit millitärischer Gewalt durchsetzen zu wollen, ist auch den Demokraten nicht ganz fremd.
von Stefanie Bruns

Das perfekte Gegenüber…
Irgendwann, irgendwo, irgendwie mit irgendwem - über perfekte Zeitpunkte, Zeitorte und Partner

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Ein Freund von mir sagte mal: „Wenn ich mit einer Frau zusammen komme, dann muss alles perfekt sein: die Frau, der Zeitpunkt, am besten noch der Ort…“ Klingt gut, plausibel. Will ich auch. Aber was ist denn überhaupt „perfekt“?
Nach einiger Recherche im engeren Freundeskreis bin ich zu folgendem Bild des „perfekten Mannes“ gekommen: Brad Pitts Körper, gepaart mit Heath Ledgers Lächeln, erstrahlt durch George Clooneys Augen, getragen von Einsteins IQ, verpackt im Charme von Patrick Dempsey und untermalt von der Stimme Vin Diesels. So einen würde vermutlich keine von uns von der Bettkante schubsen. Aber mal ganz abgesehen davon, dass die Wahrscheinlichkeit, so jemanden zu finden doch erschreckend gering ist, würde so ein „Traummann“ auch reichlich Nachteile mit sich bringen: Was nützt es uns, wenn der Typ mehr Zeit im Fitnessstudio und vorm Spiegel verbringt als mit uns? Wie gehen wir damit um, wenn wir uns nicht mehr trauen, tiefgründigere Gespräche als die Wetterlage anzuschneiden um neben ihm nicht als komplett dämlich dazustehen? Und, mal ehrlich, Mädels, was kann man an so einem Mann denn langfristig toll finden? So ganz ohne Ecken und Kanten. Eigentlich sind es doch immer die kleinen Macken, die einen Menschen erst interessant machen, denn die erzählen doch ein Stück von dem, wer man ist, was man erlebt hat, also alles das, was uns an einem anderen – tollen – Menschen eigentlich interessiert.
Und, um noch einmal auf den Faktor „perfekter Zeitpunkt“ zurück zu kommen, sind die Begegnungen mit solchen Menschen doch am spannendsten, wenn man sie am wenigsten erwartet: In der Schlange vorm Klo, beim Kampf um einen freien Kopierer in der Bibliothek oder beim Bezahlen im Bistro, weil Ulla zwei wildfremden Menschen was andichtet.
Ich möchte hiermit die Beschreibung von „perfekt“ korrigieren:
Bildnachweis: pixelio 255885
© Lea M. / PIXELIO
Der perfekte Mann hat das schönste Lächeln mit der kleinen Ecke am Schneidezahn vom Fahrradunfall in der Grundschule, die leuchtendsten Augen mit der kleinen Narbe neben der Augenbraue, die noch von den Windpocken übergeblieben ist, die er hatte, als er 3 war; er lacht sowohl über Dieter Nuhr (intelligent und lustig!), sich selbst und unsere Fettnäpfchensammlung; er hat diese knieschmelzende Stimme mit dem kleinen Lispeln, wenn er aufgeregt ist. Wir begegnen uns… irgendwann, irgendwo. Und vielleicht ist es auch alles ganz anders, aber das ist dann auch toll, denn das Perfekteste ist es doch eigentlich, sich vom Leben einfach mal überraschen zu lassen.
von Lea Weber
Welchen Typ Frau ein Mann sucht, das wissen Frauen scheinbar besser, als Männer selbst. Blond, groß (das bedeutet keinen Erdnuckel unter 1,60m oder ähnliches) flacher Bauch, große Brüste, knackiger Hintern, humorvoll und bitte nicht zu klug. Alles, was aus diesem Raster fällt, sollte sich zu Hause einschließen, denn darauf stehen Kerle ja nun wirklich nicht. Immer wenn mir ein weibliches Wesen meiner Umgebung erzählt, dass genau dieser Typ Frau der Traum aller Männer ist, frag ich mich, wieso schwarzhaarige Frauen auf dem Globus rumlaufen und sogar Freunde abgreifen. Ebenso finde ich es sehr komisch, dass haufenweise Frauen an der Uni einen Freund haben, aber mal eben so gar nicht groß und schlank sind.
Welchen Typ Frau wollen Männer denn nun bitte? Natürlich gibt es die Traumfrau, aber die sieht bei jedem Kerl ja nun mal anders aus. Dass die Models im Fernsehen hübsch und sexy sind, werden nur wenige Männer anzweifeln, aber haben will er sie nicht, sonst würde man sich ja eben das Model greifen oder zumindest eine Frau die ähnlich ausschaut. Und was genau will Mann nun? Was sucht Mann an einer Frau? Eigentlich will er alles, hat aber auch kein Problem damit, wenn es weniger ist. Wenn der Hintern nicht so knackig ist, wenn die Zähne nicht so weiß sind und die Brüste nun doch nicht so groß. Denn auch Männer schaffen es locker, über kleine Unzulänglichkeiten im Aussehen hinwegzusehen. Wir hoffen ja auch, dass Frauen uns unsere Fehler nicht allzu krum nehmen. Sache ist nur: Wenn ein Mann mit einer Frau zusammen ist, dann sieht er die kleinen Fehler gar nicht mehr. Dann hat er sich so eben das Supermodel aus dem Fernsehen gegriffen. Denn eines ist jawohl klar: Die schönste Frau auf der Welt liegt immer im eigenen Arm. Und die Definition von gutem Aussehen: Fühlt sich die Frau wohl und strahlt das aus, ist sie schön. Punkt aus.
Und genau deswegen hat das schrullige Mädel mit kurzen braunen Haaren, kleiner Brust, einer Größe von geschätzten 150cm und einem Klamottenstil wie frisch bei Schrader abgegriffen, ihren Freund seit zwei Jahren und ist glücklich wie am ersten Tag. Denn, und da kommt ein weiterer wichtiger Aspekt mit ins Spiel, ihr Freund spielt absolut in ihrer Liga, hört die gleiche Alternative Musik und steht auch irgendwie auf den vegetarischen Auflauf, den seine Herzdame jedes Wochenende zaubert.
Das Geheimnis ist somit gelüftet: Mann sucht nicht die wunderschönste Frau der Welt, sondern einfach ein passendes Gegenstück zu sich selbst. Aber: Kerle, die nur nach dem Charakter gehen, sind die Ausnahme.
Diese Aussage ist aber auch auf das Aussehen übertragbar. Denn auch kaum ein Kerl geht lediglich danach. Die Mischung machts und wenn diese stimmt, dann denkt niemand mehr an 90-60-90, sondern nur noch an die wundervolle Frau, die neben einem schläft. Und die ist eh besser als jedes Pseudo-Model, das sich von der Klum rumschubsen lässt.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 8. Ausgabe

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Mobilität & Umwelt

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Foto: Lea Weber
Aufpassen, Spaßbremse! Als Student ist man auch in einer ständigen Zwickmühle: Wir würden gerne neue Autos kaufen, die so wenig CO² ausspucken wie möglich. Wenn es anders ginge, würden wir uns nicht in den Billigflieger setzen, um nach Spanien zu kommen. Denn wir wissen ja, das das Angebot (und die Nachfrage) an günstigen Flügen bedeutet, dass auch immer mehr Flieger am Himmel sind, die immer mehr die Luft verpesten. Und ja, auch wir haben die Biosprit-Verordnung zum Schutze der Umwelt unterstützt. Und wir hätten auch lächelnd hingenommen, dass der Liter Benzin um mehrere Cent teurer geworden ist. Hauptsache der Umwelt geht es gut. Wir würden, wir könnten, wir hätten. Irgendwie kommt es einem als Student vor, dass das Spiel an einem vorbeirauscht. Wir würden gerne mehr für die Umwelt tun, aber die meisten Studenten können kaum auf noch mehr verzichten, als sie es bisher tun. Und Umweltschutz ist nun einmal teuer. Auf das bisschen Spaß, was wir uns leisten können, wollen wir auch eigentlich nicht verzichten. Ein größeres Umweltbewusstsein erreicht man nur, wenn man auch aktiv am Prozess teilnehmen kann. Nun könnte man damit argumentieren, dass es schon aktiv genug ist, den Mitbewohner davon zu überzeugen, zum Lieblingsnachbarn namens Aldi mit dem Rad statt dem Auto zu fahren. Ein Tropfen auf den heißen Stein zwar, aber immerhin ein Anfang. Und selbst wenn uns nicht die Chance gegeben wird ein 3 Liter Auto zu kaufen und damit die Umwelt zu entlasten, so ist das Gewissen doch schon etwas beruhigt aufgrund dieser Großtat. Am besten denkt man darüber nach, wenn man im Flieger nach Barcelona sitzt. Auf dem Weg ins Shopping-Wochenende.
von Sebastian Dargel

Bielefeld gibt es wirklich

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„Schau dich hier um und dann in dich hinein, denn jeder braucht nen Platz zum glücklich sein, wir laden dich und deine Leute ein, um heute da zu sein, wo man sich liebt, in der Stadt die es nicht gibt“. Sicher ist, dass die Fantastischen Vier eine andere Stadt als Bielefeld im Kopf hatten, als sie diese Zeilen schrieben. Sicher ist jedoch auch, dass die uniVista die vermeintliche Stadt, die es nicht gibt, nicht nur gefunden hat, wir haben sie auch bereist und intensiv begutachtet.
Berlin sieht das sicherlich
etwas anders, aber man wird
noch träumen dürfen.
Foto: Sebastian Dargel
Bielefeld ist die zweitgrößte Stadt, die man mit unserem Semesterticket besuchen kann. Mit 330000 Einwohnern liegt sie zwar immer noch weit hinter Bremen, dafür aber auch weit vor allen anderen. Mitten im schönen Ostwestfalen, am Teutoburger Wald, ist Bielefeld vor allem einen Besuch wert, wenn euch Niedersachsen doch ein wenig zu flach ist.
Die Anfahrt nach Bielefeld legt euch leider einige Stolpersteine in den Weg. Eine Fahrt dauert 2 Stunden und 19 Minuten, falls in Osnabrück der Zug nach Bielefeld erreicht wird. Das erfordert aber Glück und Sportlichkeit, sonst kommt eine Stunde Wartezeit in Osnabrück dazu. Außerdem wird der Zug „Haller Willem“, den wir mit unserem Ticket nutzen können, nur auf der Nordwestbahn- Seite und nicht auf der Bahn-Seite angezeigt. Sollte man dann aber doch nach der langen Reise in Bielefeld ankommen, wird man wohl überrascht sein, wie attraktiv die eigene Heimatstadt im verregneten Wetter wirkt. Denn keine Frage, Bielefeld ist um den Bahnhof herum nicht schön anzusehen. Das Beste vorweg: Sollte man sich doch aus dem Zug trauen und nur 5 Minuten in egal welche Richtung gehen, hat man das Schlimmste hinter sich. Und was euch genau erwartet, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Die Altstadt
Unweit des Bahnhofs gelangt man in die im Stadtbezirk Mitte liegende Altstadt. Diese ist allemal einen Besuch wert. Denn in diesem mit 79 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadtviertel herrscht eine sehr angenehme und ruhige Atmosphäre. Das Bild wird von liebevoll restaurierten Altbauten bestimmt. Diese beherbergen di verse Läden (darunter haufenweise Edelboutiquen) und Cafés, welche zum Verweilen und Geld ausgeben einladen. Darüber hinaus hat die Altstadt, wenn man in kleinere Häusernischen abbiegt und den Hundehaufen ausweicht, auch einige besondere Bauten zu bieten. So zum Beispiel die Nicolai Kirche. Sie wurde um 1340 erbaut und ist damit die älteste Stadtkirche. In dieser gotischen Hallenkirche steht der Antwerpener Schnitzaltar, dessen genaues Entstehungsdatum bis heute ungeklärt ist.
Auch Bielefeld hat auf
die uniVista gewartet.
Foto: Sebastian Dargel
Kunsthalle Bielefeld
„Künstler = arm“: Für viele schwingt bei dem Gedanken an künstlerisches Schaffen der bittere Beigeschmack der Armut mit. Ein scheinbarer Widerspruch zu dem im November 2006 für 140 Mill US $ (106, 9 Mill €) verkauften Gemälde No. 5 1948 des Künstlers Paul Jackson Pollock. Oft scheint gerade das Ende des Lebens eines Künstlers den Anfang des Wertanstiegs seiner Werke zu bedeuten.
Doch: Emil Nolde (1867 – 1956) bricht mit dem Vorurteil der Armut. Er malte während seiner Lebzeit und schaffte es, durch Postkartendrucke und Veröffentlichungen als freischaffender Maler zu leben. Er malte im expressionistischen Stil und war einer der großen Aquarellisten. Wer die Ausstellung Begegnung mit dem Nordischen besucht, die noch bis zum 12. Mai 2008 in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen ist, den erwarten nordische Landschaften, Phantasieaquarelle und Zeichnungen. Zum Besuch reizend ist eben dieser Kontrast der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen Noldes. Der Künstler ermöglicht einen facettenreichen Einblick in seine Person, in seine Leidenschaften und in seine Veränderungen, durch die er öfter als einmal im Leben ging. Der Besuch der Ausstellung ähnelt einer großen Auswahl an Pralinen. Man bleibt bei denen, denen man verfallen ist.
Die Sparrenburg
Also Mauern bauen
können sie ja,
die Bielefelder.
Foto: Sebastian Dargel
Dieses historische Bauwerk ist das Wahrzeichen Bielefelds. Schon allein deshalb kamen wir natürlich auch nicht umhin, diese zu besuchen. Um 1300 erbaut, liegt die Burg auf einer Anhöhe und ist durch die Altstadt erreichbar.
Ihr heutiges Erscheinungsbild, so in der Informationsbroschüre zu lesen, hat die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Der Aufstieg zu den Festungsanlagen ist beschwerlich, da die Wege sehr steil sind.
Doch wer erstmal oben angelangt ist, wird mit einem fürstlichen Ausblick über Bielefeld belohnt. Wer außerdem noch den Turm besteigen und sich im Burgkiosk laben möchte, sollte darauf achten, in der Saison zu kommen (von April bis Oktober). An dieser Stelle sei auch auf das Spektakulum hingewiesen, einem großen Mittelaltermarkt, der alljährlich stattfindet. In diesem Jahr vom 25.07 bis zum 27.07.08.
Heimattierpark Olderdissen
Etwas außerhalb der Stadt, aber mit dem öffentlichen Nahverkehr problemlos zu erreichen, liegt der Heimat- Tierpark Olderdissen.
Das 15 Hektar große Gelände ist sehr offen gestaltet. Lediglich ein Schild weist darauf hin, dass man nun das Gelände des Tierparks betritt. Eintritt ist keiner fällig, aber um Spenden wird gebeten. Der Rundgang ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Zu sehen gibt es das übliche Dammwild, aber auch Bären, Wölfe und sogar ein Luchs und vieles mehr. Das heißt, wenn die Tiere gerade gewillt sind, sich zu zeigen. Die artgerecht gestalteten Gehege bieten viele Versteckmöglichkeiten und fordern den Besucher auf, etwas genauer hinzuschauen und Geduld zu haben. Natürlich fehlen auch die obligatorischen Ziegen, Gamsen und Esel nicht, welche einige Redaktionsmitglieder zu Entzückensschreien animierten und natürlich unbedingt mit Futter aus den aufgestellten Automaten versorgt werden mussten.
Darüber hinaus ist auch ein kleiner Abenteuerpfad Teil des Rundgangs auf dem sich nicht nur Kinder richtig austoben können.
Klare Sache, nach diesem Rundgang weiß man ein bisschen mehr über unsere heimische Tierwelt und hatte viel Bewegung und natürlich auch reichlich Vergnügen.
von Sebastian Dargel, Stefanie Bruns, Julia Stock und Johanna Olberding
Und so erreicht ihr Bielefeld:
Hin:
Vechta – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück:
Bielefeld – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:59 – 19:59 st. + 21:03, 22:33
Sa. 6:03 – 21:03 st.
So. 8:03, 9:03 + 11:03 – 15:03 zweist. + 16:03 – 21:03 st.
Osnabrück – Bielefeld
Mo.-Fr. 6:35 – 20:35 st. + 22:12
Sa. 6:35 – 20:35 st.
So. 7:35 – 13:35 zweist. + 14:35 – 20:35 st.
Osnabrück – Vechta
Mo.-Fr. 7:26 – 20:26 st. + 22:53
Sa. 7:26-15:26 st., 17:26, 19:26 + 22:53
So. 9:26, 11:26 + 13:26 – 20:29 st. + 22:53

Die Linke – ein Streitgespräch

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Pro
Nun ist es geschehen. Wieder einmal hat sich die so genannte Linke aufgespaltet und heraus gekommen ist eine Partei aus WSAG und der PDS. Sie beansprucht nichts weniger, als das Konzept für soziale Gerechtigkeit zu haben und das schlechte Gewissen der etablierten Parteien zu sein. Ihr aggressiver Wahlkampf und die geballten Polemiken der beiden Vorsitzenden Gysi und Lafontaine verfehlen ihre Wirkung nicht: SPD und CDU entdecken soziale Inhalte wieder für sich und die Menschen wählen dennoch die Linke. Oft einfach nur um den anderen Parteien eins auszuwischen. Doch letztlich haben diese Protestwähler die Türen für die Linke in die Landtage von Hessen und Niedersachsen geöffnet.
In einer Demokratie bestimmt der Wähler, wer an die Macht kommt. So sollte es zumindest sein. Doch die Parteien denken gar nicht daran, sich mit dieser Situation zu arrangieren und es auch als Chance zu sehen für neue Koalitionen und neue politische Spielräume. Stattdessen wird Wahlkampf mit der Aussage gemacht „Mit denen werden wir nicht zusammen arbeiten.“ Das ist nicht nur reichlich wenig Inhalt für eine Volkspartei, das ist schlichtweg dumm. Schon in den 80er Jahren gab es eine ähnliche Entwicklung, als die Grünen auf den Plan traten und das gut eingespielte Drei-Parteien-System durcheinander brachten. Damals wie heute zeigten die etablierten Parteien die gleiche Reaktion: Ablehnung. Damals machte der in Hessen amtierende Ministerpräsident Börner die Grünen hoffähig, indem er gegen alle Widerstände mit ihnen koalierte. Schließlich und endlich regierten die Grünen zusammen mit der SPD unter der Führung von Gerhard Schröder unser Land. Eine Koalition ist nie eine Liebesheirat, sondern in den meisten Fällen ein Kompromiss auf dem kleinsten Nenner. Auch wenn es wohl keiner zugeben würde, geht es vordringlich darum, die Gestaltungsmacht zu haben. Diese hätte natürlich jede Partei gern für sich allein. Doch mit dem Einzug der Linken in das Parlament wird es wohl keine Regierung einer Partei mehr geben (Bayern ausgenommen). Umso wichtiger ist es für die Parteien, handlungsfähig zu bleiben. Deswegen sollten nach einer Wahl zunächst mit allen Parteien Gespräche geführt werden. Letztlich sollten dann Inhalte die Koalitionsbildung bestimmen.Die Linke wird nicht verschwinden nur weil die etablierten Parteien nicht mit ihr reden.
Grafik: die-linke.de
Vielmehr sollten sie mit in die Verantwortung genommen werden. Denn spätestens dort wird sich zeigen, wie viel ihre Wahlversprechen wert sind.
von Stefanie Bruns
Contra
Die Linkspartei ist nun also auch in vier alten Bundesländern vertreten. Das kann man einerseits als Unzufriedenheit mit den großen Volksparteien CDU und SPD ansehen. Andererseits muss man aber nicht die beliebte Phrase der „Politikverdrossenheit“ benutzen, sondern kann das Wort „Politikignoranz“ einführen. Die bisherigen Erfolge, die die Linkspartei in den Parlamenten der neuen deutschen Länder vorzuweisen hat, sind ungefähr so hoch wie die der NPD. Gehen also gegen null. Ich bin mir über die moralische Frage des Vergleiches völlig bewusst, keine Sorge. Zumindest ist aber hier schon einleuchtend, dass eine Frustwahl selten die erhoffte Verbesserung mit sich bringt.
Nicht nur die Aussagen, die die Linkspartei tätigt, sind utopisch. Ein Mindestlohn von 1000 Euro hört sich natürlich gut an. Nur wer das bezahlen soll, das weiß keiner. Die Steuerzahler, die sowieso kaum noch über eigenes Geld verfügen? Der Staat, dessen Kassen leer sind? Oder der Arbeitgeber? Letzteres wäre vielleicht am Besten, doch frage ich mich wie ein Frisör seine Lehrlinge mit 1000 Euro bezahlen soll, wenn ein Haarschnitt 10 Euro kostet. Ich persönlich möchte nicht 20 Euro dafür zahlen, denn die habe ich nicht! Eine Außenpolitik ist bei der Linkspartei leider überhaupt nicht vorhanden, außer dass man die EU an sich unterstützt, die deutschen Truppen gefälligst nach Hause kommen sollen, eine weltweite Abrüstung von Nöten ist, und dass nach der Auflösung der NATO nur noch Friede, Freude, Eierkuchen herrscht.
Die Politiker selbst sind auch wenig vertrauenswürdig. Das Sprachrohr Gregor Gysi hat schon im Jahre 2002 bewiesen, dass er unfähig ist, ein politisches Amt zu bekleiden. Ganze 6 1/2 Monate hat er als Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen in Berlin hinter sich gebracht. Bravo. Und jetzt wollen die Linken also in die Landtage eintreten. Sie werden es auch.
Aber sollte man wirklich darüber nachdenken, die ewiggestrigen Pseudokommunisten mit in den politischen Alltag einzubringen? Oder sollten die großen Parteien nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben und ihre soziale Ader wiederfinden und damit Politik auf der ganzen Bandbreite abliefern, statt ihre eigenen Wahlversprechen, wie es Frau Ypsilanti getan hat, in der Luft zu zerschießen? Oder sollte nicht die Linkspartei auch ein wenig von ihren harschen Standpunkten abrücken? Das Risiko, weiter in die Mitte zu rücken, ist dann zwar gegeben, aber mehr Alltagstauglichkeit würde den Linken sicherlich auch mehr Zuspruch geben und nicht Wählerstimmen im zweistelligen Prozentbereich zur Verschwendung verkommen lassen.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 7. Ausgabe

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Das erste Mal…

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Wer erinnert sich nicht an seinen ersten Besuch bei Ikea, die ersten komischen Dinge, die man so in den Mund genommen hat, die ersten Panikattacken, die ersten körperlichen und geistigen Unfälle? Die Liste könnte ewig so weiter gehen, und manches davon möchte man gar nicht erlebt haben oder aber ganz schnell wieder vergessen. Wir haben uns gedacht: Verdrängen hilft nicht. Also setzten wir uns auseinander mit unserer Vergangenheit und schrieben sie auf, all die ersten Male, die uns geprägt haben. Die Titelstory gewährt euch also tiefe Einblicke in das Leben der Redaktion, exemplarisch also für den Rest der Weltbevölkerung, und lässt euch teilhaben an Dingen, die man die ersten zehn Jahre geheim hält, um dann leicht schmunzelnd darüber zu reflektieren. Gleichsam bildet die Titelgeschichte den Auftakt für die gleichnamige Rubrik, welche dann ab der nächsten uniVista im Sommersemester 2008 regelmäßig erscheint.
Natürlich seid auch ihr aufgefordert, uns an euren ersten Malen teilhaben zu lassen. Egal ob Konzertbesuch, Gefrierbrand am eigenen Körper oder Candlelight Dinner, lasst eure Gedanken schweifen, schreibt sie nieder und schickt sie uns.
…oraler Kontakt mit seltsamen Dingen
Bildnachweis: pixelio.de 151877
© A. Flade / PIXELIO
Langsam schließe ich die Lippen um ihn, lasse ihn weiter in den Mund gleiten und betaste ihn vorsichtig und ein wenig scheu mit der Zunge…er fühlt sich glatt an und irgendwie hart…
Verdammt! Ich rede von einem gerösteten Mehlwurm, den ich gerade in den Mund genommen habe!! Ihr erinnert euch noch an diese witzigen Lutscher mit den Insekten drin? Ich musste unbedingt einen haben und zum ersten Mal ein Insekt essen…man, fühlte ich mich beim Kauf cool!! Nun, ich hab’s getan…und ihn gegessen…schmeckte ein wenig wie zu Brikett getoastetes Weißbrot. Also nicht so lecker. Aber der mehlwurmumhüllende Lutscher war gut.
…Kontakt zu den (gelben) Engel
Ich höre eigentlich immer Radio. Nein, eigentlich läuft immer Kassette. Auf jeden Fall Musik. Und diese laut. Wenn ich Auto fahre, brauche ich das. Nur dieses Mal hab ich das aus unerklärlichen Gründen nicht gemacht. Und so hörte ich den Knall. Ich konnte das gar nicht richtig zuordnen. Dann merkte ich, dass das Auto komisch fuhr, dann wieder, dass das Geräusch nicht besser wurde und dann, dass mir ein Reifen fehlte. Hinten links. 120kmh. A 29. Mahlzeit! Hinter mir kein Auto. Durchatmen. Auf den Seitenstreifen fahren. Ruhig bleiben. Keine Panik. Ich sagte mir das immer wieder und tat einfach alles dagegen. Und ich meine: wirklich alles. Das ganze Register. Ich rief bei dem Freund meiner Mutter an, Kfz-Meister. Der muss doch Ahnung haben. Ich machte den Kofferraum auf, suchte nach Ersatzreifen und Wagenheber, fand ersteren, aber den Heber nicht. Ich rief die Polizei an. Römms, Fahrtwind, 200 Sachen. Nein, nicht mein Puls! Wind peitschte mir ins Gesicht.
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Die Autobahn kennt keine Geschwindigkeitsgrenzen. Aber mit Highspeed erfasst zu werden, bringts vermutlich schneller zu Ende als mit gemäßigten 120 ins Wachkoma verfrachtet zu werden. Ich rief die Polizei an. Ich stellte meinen Rucksack mit roter Lasche in 100 Meter Entfernung auf. Wo war nur das Warndreieck? Wo blieb nur die Polizei? Ich suchte weiter nach Wagenheber und Warndreieck. Das Radio blieb aus. Die Polizei kam viel zu spät. Grummelig stieg EINER aus. Und WIDERWILLIG rief er den ADAC. Kommunikation lief schleppend. Er auf dem Seitenstreifen. Ich hielt mich hinter einem Zaun auf. Ich sollte doch weg von der Fahrbahn, Muttis Freund sagte das doch. Polizei weg. Gott, was dachte der von mir?! Wo bleibt der ADAC? Ich gehe zum Kofferraum, ein letztes Mal. Ich suche und finde: das Warndreieck. Entscheide, dass der Rucksack seinen Zweck tut. Dann kommt der Wagenheber zum Vorschein. Ich entscheide mich: mutig zu sein. Ich will doch was zu erzählen haben, wenn ich das hier überlebe. Ich wechsele den ersten Reifen meines Lebens. Ich überlebe. Am Seitenstreifen auf der A29. Nur die A1 hätt das noch toppen können!
…Urlaub ohne die Erzeugerfraktion
Wir hatten es geschafft! Die Schlacht war geschlagen, und wir waren die Sieger. Stolz ohne Ende und mit einem Auto voll Gepäck und Proviant brachen wir nun auf zum ersten Urlaub ohne Eltern am Ostseestrand. Hinfahren durften uns die Erziehungsberechtigten noch. Aber dann waren wir endlich allein. Vier pubertierende Mädchen allein im Bungalow.
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Die Nächte wurden zu Tagen. Es wurde sich geliebt und gestritten ohne Ende. Die Urlaubskasse wurde voll ausgeschöpft, der Strand in Beschlag genommen und die Freiheit genossen. Nach zwei Wochen, die auch in unserer geliebten Seifenoper nicht turbulenter hätten ablaufen können, fühlten wir uns ein bisschen wie die einzigen Überlebenden eines schrecklichen Unglücks, als das Auto unserer Eltern in Sicht kam und wir wieder nach Hause fuhren. Erschöpft, um eine Erfahrung reicher, aber glücklich.
…mit 40 kmh der Schwerkraft trotzen
Als ich vor so einigen Jahren zum Geburtstag einen dieser tollen Fahrradcomputer geschenkt bekam, war völlig klar, was zuerst gemacht werden muss: Ein Geschwindigkeitsrekord muss her! Und da unsere Straße leicht abschüssig war, musste auch genau diese für den Versuch herhalten. Dass sie außerdem wie ein Hufeisen geformt ist, sollte später noch eine wichtige Rolle spielen. Ich begann also an einem schönen heißen Sommertag mit kurzer Hose und T-Shirt los zu brettern. Der Geschwindigkeitsmesser kletterte in ungeahnte Höhen, ich trat in die Pedale wie ein Verrückter, 34, 35, 36, 37… immer höher stieg der Messer an. Dann endlich 40!!! Juhu!!! Als ich dann aber den Kopf hob, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich zwar genug Straße hatte, um auf 40 km/h zu beschleunigen, aber kein einziger Meter Bremsweg zur Verfügung stand. Tief fliegend schlug ich mit dem Vorderrad am Bürgersteig an und wurde aus meinem Sattel über den Maschendrahtzaun auf die andere Seite des Bürgersteigs katapultiert… gerne wäre ich im Zaun gelandet, denn hinter dem Zaun bremsten ja Gott sei Dank nur dornenbewehrte Rosenbüsche meinen Aufprall. Als ich nach ca. 1 Minute des lauten Stöhnens langsam aufstand, sah ich, dass ich eine regelrechte Schneise durch die Büsche gerissen hatte und gute 3 m geflogen war. Das Rad hatte auch einen guten Teil zur Zerstörung des Vorgartens beigetragen, denn es hat beim Aufschlag den Zaun gewichtig zu Boden gepresst. Glücklicherweise hat mich keiner dabei gesehen… und mir geht’s gut, danke!
…auf Tuchfühlung mit der Kreisstadt
Endlich! Ich hatte das Abitur in der Tasche und war nun offiziell an der Hochschule Vechta eingeschrieben. Wer wollte mich jetzt noch aufhalten?
An einem schönen Tag im Oktober sollte es nun soweit sein. In Vechta wartete ein Schlüssel auf mich. Der Schlüssel zur Freiheit! Aber wo ist Vechta eigentlich? Mit vielen guten Ratschlägen und Landkarten machten wir uns auf den Weg. Schließlich kamen wir an. Aber wo war hier die Stadt? Einzelne Gebäude, kein Supermarkt, keine Bank. Wo war ich gelandet?
Besichtigung der WG. Ganz klar, hier wohnen Studenten. Der Kühlschrank war voll, voll mit Bier. Ich war froh, dass ich an diesem Tag noch nicht bleiben musste. Und Bremen und Osna sind ja auch nicht weit.
…einen Freund haben
Bildnachweis: Karen Ishikawa
Foto: Karen Ishikawa
Mein erster Freund war wiederum ein Freund meiner Cousine. Ein netter Junge mit der Aussicht auf einen eigenen Handwerksbetrieb. Groß, blond und mit Brille (denn das sind die besten Typen). Und besagte Verwandte fand wohl, dass es langsam an der Zeit sei, mich zu liieren. Ich war ja immerhin schon 14! Im besten Clueless-Style berichtete sie uns dann gegenseitig von unserer Großartigkeit – großartige Hobbies, großartiger Musikgeschmack (ich hatte damals noch gar keinen Musikgeschmack, bei und zu Hause lief nur FFN), großartige Nettigkeit – und vereinbarte ein erstes Treffen auf ihrem Geburtstag. Es existieren immer noch Fotos davon, anscheinend hatte ich Spaß, an den ich mich aber dank einer Flasche Blue Curaçao zwecks Aufregungsbekämpfung nicht mehr erinnern kann. Als einziges sind mir seine warmen, treuen Hundeaugen im Gedächtnis geblieben (leider stellte er sich als gar nicht so treu heraus, aber das wäre wohl eher eine Episode für „Mein erstes Mal: sich trennen“). Und so kam es von einem Date zum nächsten und von einem Kuss zur Beziehung. Und wie sehr ich verliebt war! Er war toll… Aber vor allem war ich vergeben. Liiert. Eine Pionierin in der Klasse. Das war sicher genauso ausschlaggebend für mein verklärtes Dauergrinsen. Das erste Mal einen Freund haben ist ein großes Gefühl. Ein Gefühl von Verliebtheit, aber auch von Herzschmerz. Mit den Eltern feilschen, um Fahrdienst betteln, die Pille nehmen, den ersten Sex haben, sich ver- und unverstanden fühlen. Vom Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Pubertät pur und das zu zweit.
…blau gelbe Impressionen
Bildnachweis: Björn Franke
Foto: Björn Franke
Ich war 21, hatte grade meine erste WG bezogen und brauchte: Möbel. Woher? IKEA! Ja, als jung-dynamische Landpomeranze klang das nach Abenteuer und großer Welt. Her mit Ektorp, Lunna und Köttbullar. Rein in den Konsum. Oh, es war ein Genuss, erst die Fahrt mit der Straßenbahn, dann die S-Bahn nach Köln-Godorf und schließlich der Bus zum Parkplatz… Auf der Heimfahrt beanspruchte ich vier Sitze und mehrere der großen blauen IKEA-Taschen, um all den Krimskrams (natürlich war ich an GLIMMA, den 100 Teelichtern, auch nicht vorbeigekommen) mit sämtlich verfügbaren Verkehrsmitteln in meine Wohnung zu befördern. Mein erstes Mal IKEA? Teuer!
…ungenügende Leistung bringen
Ich war jung, dynamisch trotz Rauchens oder gerade deswegen, in der neunten Klasse, die längste Zeit Streber gewesen. Ich war nun rebellisch (siehe Rauchen), aufmüpfig schon immer, ansonsten jeglichem Unterrichtsgeschehen gegenüber desinteressiert. Ich sagte natürlich nur dann was, wenn ich schweigen sollte und umgekehrt. Und dann war es soweit, ich arbeitete da wirklich drauf hin. Ich wollte es so: Nach Jahren der Zweier, manchmal Einser und der nur wenig befriedigenden Dreier und völlig inakzeptablen Vierer und sinnlosen Fünfer: Endlich die Sechs! Das Fach: Physik. Lichtbrechungswinkel, Fallgeschwindigkeiten, Wellen,… Ich hatte einfach keine Antworten parat auf Optik, Mechanik und wie das alles hieß. Auf die wirklich wichtigen Fragen, etwa wie die Relativitätstheorie denn funktioniere, hatte mein Lehrer entweder keine Antwort für mich, der ja eh nichts verstand oder schlichtweg auch keine Ahnung, was er natürlich nicht zugab. Egal. Denn endlich war sie da, die Sechs! Wie cool man damit war!
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…Selbstfolter für die Schönheit
„Aua…aaaaah…uuuuuh…oh Mensch…tut das weeeeh!!! Ach, ich stell mich nur an, andere machen das doch auch… OH MEIN GOTT!!!! Werden diese Schmerzen jemals enden??“ Ich schaue auf die Anleitung. „WAAAAS? Die Achseln soll man sich damit machen können? Die BINKINIZONE? Sind die wahnsinnig??“ Ich weiß nicht, ob ein Mann sich vorstellen kann, wie das ist, wenn man sich jedes Haar einzeln ausreißt, wenn die fiesen kleinen Metallscheiben ein Haar zu packen bekommen und es samt Wurzel von seinem von Natur aus angestammten Platz gewaltsam entfernen. Jedes Haar, ein neuer individueller Schmerz. Schön! Mein erstes Mal epilieren, war auch mein letztes Mal, bin ich eben ein Schattenparker und greife lieber das erste…zweite…zweihundertste Mal zum Rasierer.
…Selbstbezacherln mit Instantsuppe
…irgendwann muss man es ja mal machen und Erfahrungen mit Herrn Knorr sammeln. Sich zum Bespiel selbst bekochen und eine ganz ganz tolle „KNORR Gemüse satt Instantsuppe“ kredenzen. 80% Gemüse, Olivenöl und Kräuter – vegetarisch, cholesterinfrei und fettarm – für 2 Teller…irre, dacht ich mir…dummerweise weiß ich nicht, was die gute Suppe gekostet hat, naja. Das Kochen stellte kein großes Problem dar…500ml Wasser warm machen, einrühren…ziehen lassen. Sieht aus wie Babybrei. Suppe? Hmm, eher wie Püree, nur flüssiger. Gemüse? War bestimmt drin, irgendwo. Ach, kommt schon…war halt einfach zu kochen und mein erstes Mal „Gemüse satt Suppe“!
…Synapsenstreik
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Es ist Nacht…ich sitze vor meinem PC und starre auf den Bildschirm. Vor mir: ein leeres Worddokument. Der Cursor, der markiert, wo ich mich gerade im nicht vorhandenen Satz befinde, scheint mich zu verhöhnen…sein Aufblinken gleicht mechanischem, rhythmischem Gelächter: Ha-ha-ha. Meine Augen brennen und meine Finger liegen eiskalt auf den Plastiktasten. Schreiben, schreiben: JA! Nur was denn?? Ich schaue zur Seite und sehe eine Motte, die immer und immer wieder mit dem Kopf gegen meine Fensterscheibe fliegt, ich betrachte sie eine Weile, vielleicht würde mir diese Art der Kopfarbeit auch mehr zusagen? Der Blick auf den Bildschirm, wieder die Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit. Ich mache den Versuch, einige unbeholfene Buchstaben in eine Reihe zu bringen. Faszinierend, wie lange man dafür brauchen kann und das nur, um sie dann in einem Anfall enttäuschter Wut innerhalb von zwei Sekunden wieder auszulöschen. Ich lasse den Kopf leicht mit der Schreibtischplatte kollidieren: „Denk nach…denk nach…denk…aua.“ Schmerz- auch nicht hilfreich. Jede Formulierung gleicht dem Erklimmen des Mount Everest. Die deutsche Sprache in all ihren Facetten erscheint mir feindlich gesinnt, mein Kopf- eine dumpfe pochende Kugel. Ich raufe meine Haare und blicke auf die Uhr: 3.47 Uhr. Mehr als Zeit um die persönliche Escape-Taste zu drücken und ins Bett zu gehen, abspeichern muss ich ja nichts. Morgen wird mein PC wieder in der Ecke auf mich warten, wie eine dicke, fiese, hässliche Spinne. Mein erstes Mal Schreibblockade? Ja und mit Sicherheit nicht die letzte. Aber wahrscheinlich wird mein nächstes erstes Mal die Überwindung derselben sein…
…die Alternative zum Automobil nutzen
Wenn Benzinpreise Höhen erreichen, die selbst Krösus für inakzeptabel halten würde, überlegt sich auch ein eingefleischter Autofahrer, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. So geschah es, dass ich mich an einem ganz gewöhnlichen Freitagnachmittag, auf einem ganz gewöhnlichen Bahnhof in Niedersachsen zur einer ganz gewöhnlichen Zugfahrt einfand. Zumindest dachte ich dies. Stutzig machte mich bereits im Vorfeld die Planung der Fahrt. Noch gut gelaunt, stellte ich bei einem Blick auf den Fahrplan im Internet fest, dass eine sonst eineinhalbstündige Autofahrt per Bahn 3,5 Stunden dauern sollte. Zweimal Umsteigen mit eingeschlossen. Nun gut, Lesen soll bilden, her mit der Unterhaltungsliteratur. Die erste Etappe betrug 40 Minuten und brachte neue Einblicke in die Jamba Klingelton Welt. Auch wurde mein, so dachte ich, bisher reichhaltiges Vokabular an Flüchen und Beschimpfungen durch modernere Kreationen erweitert, die dem einen oder anderen hätten die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Froh, diesen Zug nach 40 Minuten verlassen zu können, stieg ich aus, um in den nächsten Zug zu wechseln. Bei einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass mir kaum noch zwei Minuten für den Umstieg blieben. Jetzt war nicht vorhandenes, sportliches Talent gefragt. Die Reistasche in der einen, den Tragebeutel in der anderen Hand und den Rucksack auf dem Rücken, spurtete ich hastig über die Brücke und kam, wenn auch mit Schweißperlen auf der Stirn, auf der anderen Gleisseite an. Pünktlich zum Einstieg in die nächste Bahn.
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Gute zweieinhalb Stunden sollten nun noch vor mir liegen. Ganz schön lange Zeit, dachte ich so bei mir. Doch hatte ich die Rechnung ohne eine junge Dame gemacht, die mich bereits nach kurzer Zeit mehr oder weniger unfreiwillig in ihr Talk Show-taugliches Privatleben einweihte. So war ich mir nach drei viertel Fahrzeit nicht mehr wirklich sicher, ob nun der der erste oder zweite Freund Vater des Kindes sei oder die beste Freundin doch eine Verräterin und ob der kleine Sohn mit englischem Vornamen jemals die deutsche Sprache ohne Sch-Laute erlernen würde, war ebenfalls fragwürdig. Ich hoffte, sie einmal auf einer meiner 10 nächsten Fahrten wieder zu treffen, um etwaige Verständnisprobleme klären zu können. Bei meinem nächsten und gleichzeitig letzten Umstieg war ich dennoch froh, mein Ziel fast erreicht zu haben. Es war inzwischen dunkel geworden und laut meiner Berechnung durfte ich an diesem Bahnhof tatsächlich etwas verschnaufen, bevor die nächste Bahn kommen sollte. Doch etwas war an diesem Ort seltsam. Wer in seinem Leben schon einmal die Verfilmung Langoliers von Stephen King gesehen haben sollte, würde nun meiner Beschreibung folgen können. Es war seltsam still an diesem Bahnhof, fast beängstigend. Ein junger Mann kam auf mich zu und fragte, ob ich in dieselbe Richtung wolle wie er. Als ich dies bejahte, zeigte er auf eine große Uhr am Gebäude und erklärte, dass der Zug bereits vor 15 Minuten abgefahren sei. 15 Minuten? Mein Zug hatte 15 Minuten Verspätung gehabt? Wieso hatte das niemand den Fahrgästen erklärt? War es ihnen etwa egal, dass man im Nichts landen würde? Nun gut, der nächste würde garantiert bald kommen, versuchte ich mich zu beruhigen. Doch auch hier war der Wunsch der Vater des Gedanken, denn drei Stunden sollte ich schon noch auf den Nachfolger warten. So blieb mir nichts anderes übrig, als per Telefon Jemanden zu bitten, mich von diesem trostlosen Ort abzuholen. Gut zweieinhalb Stunden später saß ich mit einem Tee in der Hand in einem warmen Zimmer. Fazit meiner ersten längeren Reise in der Nordwestbahn: durch Fahrtkostenbeteiligung und Handygesprächen hatte ich mein durch Zugfahren Erspartes zu einem Großteil wieder verloren, von verschwendeter Lebenszeit und eventueller Gefährdung wichtiger Gehirnzellen durch Jamba Monatspakete und ungeklärter Vaterschaften ganz zu schweigen. Dafür habe ich mir allerdings geschworen, beim nächsten Tankstopp mein Auto auch nur ein ganz kleines bisschen zu verfluchen.
…Verschönerung der Eigen-Fassade
Bildnachweis: pixelio.de 166217
© Jeanne / PIXELIO
Damals, also schon länger her, so mit 15, war ich bei einer Freundin zu Besuch. Ich weiß nicht warum, aber wir färbten uns die Haare. Das machte ich, seit ich so alt war, regelmäßig, also mir die Haare färben. Von Braun auf Bronze, Kupfer, irgendwie blond. Also auf jeden Fall heller. Und da geschah es, als ich mir die Haare danach wusch, dass noch ein wenig Schaum in den Haaren war. Schauma! Und da ging ich mit meinen Händen durch die Haare. Und auf einmal waren sie so James Dean bis Elvis-mäßig zu einer Tolle hochgestylt. Ohne Schaum wäre das völlig undenkbar gewesen, und ich war so stolz auf mich, dass ich das fortan immer machen sollte, zunehmend mit sämtlichen Gelsorten. Und zwar, wenn auch in Variationen, bis heute. Und da fällt mir ein, es gibt es ein Bild von mir aus ungestylten Zeiten. Natürlich gibt’s mehrere, aber auf dem geh ich gar nicht. Das Schlimme: Es ist auf meiner eigenen Konfirmation. Und nun weiß ich, auf wen man hören sollte, wenn es um Stylingtipps geht. Gott ist es scheinbar nicht, denn morgens, also am Tag meiner Konfirmation, sagte meine Mutter zu mir: Willst du nicht ein wenig was in die Haare machen. Mein Gott, musste sie mich lieben, dass sie mich ohne Gel außer Haus lies.
…Konsum illegaler Substanzen
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© alt_f4 / PIXELIO
Ich bin ein wenig im Zwiespalt. Kann ich im Hochschulmagazin über Drogen schreiben? Und zwar nicht als sozialwissenschaftlich motivierte Abhandlung, sondern als Erfahrungsbericht? Welcher noch nicht einmal abschreckend als Junkie in der Gasse endet? Aber wenn nicht in einem Unimagazin, wo dann? Ich meine, wem wird gewöhnlich Drogenkonsum zugetraut? Und wer müsste selber über Pro und Contra an einer Hochschule mit pädagogischem Schwerpunkt Bescheid wissen? Eben.
Mein erstes Mal illegale Drogen nehmen war gänzlich unspektakulär. Das einzige, was mir irgendwo hinstieg -und leider nicht in den Kopf, sondern in den Magen- war das Nikotin. Mir als Nichtraucher war speiübel. Das war‘s. Aber ein junger Mensch lässt sich nicht so schnell abschrecken und somit testete ich beim nächsten Versuch das Peace nicht in einem Joint, sondern in einer Bong (selbstgebaut aus einer Wasserflasche). Wir wollten auf ein Dorffest, welche bekanntlich ohne zumindest legale Drogen nicht auszuhalten sind: die Zelte stets taghell erleuchtet, die Landelite zu finden in der Jungschützenecke und der DJ ergießt nicht nur schlechte Musik in die biergeschwängerte Luft, er kann auch miese Ansagen. Nachdem ich mir die Lunge aus dem Hals und das THC in den Kopf gehustet hatte, schien der unterdurchschnittliche Radiotechno blau, alle Menschen nett und zu Hause erwartete mich nur Fressflash statt Kater.
…Kongressiale Eindrücke
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© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Ich war beim internationalen Kongress des Psychodramainstituts für Europa (Pife) in Berlin, als Studentin, ohne Abschluss und ohne besondere Vorkenntnisse. Ich muss verrückt gewesen sein. Tausend Szenarien schwirrten mir durch den Kopf, was alles schief gehen kann und auf wie viele verschiedene Arten ich mich blamieren könnte. Ich war drauf und dran, alles abzusagen.
Trotzdem stürzte ich mich ins Getümmel. Ich deckte mich mit Literatur ein und knüpfte erste zarte Kontakte und schon war ich mitten drin. 190 Leute aus 17 Nationen! Ich hab noch nie so viele Sprachen auf einem Haufen gehört.
Der nächste Kongresstag nahm mich voll in Anspruch. Vorträge und Workshops ließen keine Langeweile aufkommen und boten mir viel Gelegenheit weitere Kontakte zu knüpfen, welche dann am Abend auf der Party vertieft werden konnten. Mein Zustand nach durchwachter Nacht war am Sonntag grenzwertig. Nichtsdestotrotz habe ich es irgendwie nach Hause geschafft. Mein erstes Mal Kongress- großartig!
…Tupper-Party ab 18
Durch mehrere Zufälle und einige liebenswert-verrückte Freundinnen saß vor einigen Wochen diese Frau bei mir im Zimmer. Die Dildofee. Zwei dieser Körbe der Marke „Mutti geht mal einkaufen“ brachte sie mit und ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich wissen wollte, was es darin zu bestaunen gab. Mit acht Mädels saßen wir im Kreis um Sekt und Wodkabowle zur Hemmschwellensenkung und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
„Ja Hallo, ich bin eure Dildofee, ich sag mal „du“, ne? Und als erstes möchte ich euch die Raupe Nimmersatt vorstellen!“ Zack, fing die Dame an zu plaudern und zauberte als erstes etwas länglich-blaues mit einem freundlichen Gesicht aus ihrer Wunderkiste. Hibbeliges Kichern, rote Wangen und ziemlich viel Neugier war die Reaktion. Ob wir wohl mal anfassen dürften? „Klar, also alles, was ich euch hier heute Abend vorstelle ist absolut jungfräulich und natürlich dürft ihr anfassen, probieren, gucken soviel ihr wollt, darum seid ihr ja hier!“ „Oh, guck mal, wie niedlich, die hat ja sogar `ne Nase…“ Keine Frage, mit niedlichen Gesichtern und weicher Oberfläche kriegt man die Mädels, besonders wenn der Wodka anschlägt.
Nachdem uns die verschiedenen Vorzüge dieses Dildos aufgezählt wurden, unter anderem würden Männer ihn aufgrund des Comicgesichtes nicht als Konkurrenz wahrnehmen, sei das Ding absolut leicht zu reinigen und dank des Saug-Sockels sogar als Klorollenhalter zu verwenden, verschwand die Nervosität und wir wussten auf einmal, warum Dildoparties auch als das Gegenstück zur Tupperparty gelten: acht Weiber lassen sich in aller Ruhe über die Vor- und Nachteile von unkaputtbaren Plastikteilen informieren und tauschen ihre Erfahrungen aus. Besser als bei Dr. Sommer.
Gegen Mitternacht ging eine spannende Veranstaltung zu Ende, die für eine Menge Lacher und Information gesorgt hatte, ohne anrüchig zu sein. Ganz ohne Peinlichkeiten hatten wir einen tollen Abend, der nicht viel gemein hatte mit der Erwachsenen-Ecke aus der Videothek. Und wenn ihr auch mal Lust habt, vor der nächsten Uniparty mal ganz anders vorzuglühen, findet ihr alle Informationen unter: www.dildofee.de
von Britta Simon, Ihna Grensemann, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

Schenken ist schön…
Wenn die Zeit drängt, kommt zumindest die männliche Kreativität ins Stolpern

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Mein Geburtstag steht an. Die letzten zwei Monate habe ich in ahnender Voraussicht – ist ja nicht mein erster Freund – zig Anspielungen auf mögliche Geschenke gemacht. Ich weiß ja, dass sich Jungs irgendwie schwer damit tun, das Passende für ihre Partnerin zu finden. (Das Passende? Was hat mich denn da geritten? Noch mal: Ich weiß ja, dass sich Jungs irgendwie schwer damit tun, überhaupt ein Präsent für ihre Partnerin zu finden.) Also streute ich hier und da mal einen Hinweis, blieb mal länger vor einem Schaufenster stehen oder erzählte von schönen Dingen, „die ich mir aber ja jetzt, so kurz vor meinem Geburtstag, nicht selbst kaufe“. Ich selber wäre bei solch Andeutungen total eingeschnappt, würde es doch bedeuten, dass mein Liebster mir nicht zutraut, ein großartiges Geschenk für ihn auch ohne seine Hilfe zu finden. Mir, die in ihrem Timer extra eine Seite für Geschenkideen hat, die das ganze Jahr sofort brillante Geistesblitze hinsichtlich der Schenkerei einträgt und die immer Augen und Ohren offen hält. Aber rücksichtsvoll wie ich, die evolutionär bedingte Sammlerin mit Weitblick, halt bin, gebe ich Tipps und harre am Geburtstagmorgen den Päckchen, die da kommen. Ha. Ha ha. Könntet ihr mich hören, vernähmt ihr ein trockenes Hüsteln. Ihr fragt euch, was sich denn so Grauseliges im Geschenkpapier verbarg? Es gab gar nichts zum Auspacken, durch die Cellophanhülle des Blumenstraußes konnte ich auch so durchgucken. Rausgeschmissenes Geld für eine zwei Tage lang höchstens gespielte Freude. Was ist denn da von meinen Botschaften nicht angekommen? Was denkt sich ein Mann beim Geschenkekauf? Denkt er dabei überhaupt? Es wird wohl so gewesen sein:
Ein bis zwei Tage vorher erfährt er von meinem Geburtstag. Entweder, weil er es wirklich in seinem Timer/seinem Handy stehen hat, über StudiVZ, oder es fällt ihm im Zuge meiner Geburtstagsvorbereitungen ein. Wenn dann langsam die Zeit drängt, fährt er in die Stadt. Er weiß, dass ich gern lese, hat aber keine Ahnung, welche Bücher ich schon habe. Ein Gutschein kommt ihm dann doch ein bisschen langweilig vor. Und es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Dinge, die ihn interessieren würden, er kann das alles gar nicht erfassen, es läuft an ihm vorbei.
Bildnachweis: pixelio.de (202625)
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Und auf einmal ist es kurz vor acht, die Geschäfte schließen bald, leichte Panik erfasst ihn. Er, ganz der Jäger, stürmt den nächsten Blumenladen. „Ich brauche einen Strauß für meine Freundin zum Geburtstag! Er darf ruhig teuer sein.“ Denn ich werde ja sicher seinen guten Willen an den langstieligen und kostspieligen Rosen erkennen…
von Julia Stock
Geschenke müssen in einer funktionierenden Beziehung ja immerhin dreimal im Jahr besorgt werden. Das wäre an Weihnachten, am Geburtstag und am Jahrestag. Aber einfach ein Geschenk kaufen ist aus Sicht der Frau ja tierisch unpersönlich und deswegen sollte man sich schon mindestens 5 Monate vor dem Tag der Tage im Klaren sein, was denn der Freund Schönes braucht. Oder nein: Es wird nichts Brauchbares geschenkt, sondern was Liebes, Persönliches und vor allem Selbstgemachtes. Hier gibt es natürlich haufenweise Optionen, die Frau ziehen kann, aber am persönlichsten und auch fast am beliebtesten ist Folgendes: Erstmal alle Fotos, die je zusammen fabriziert haben, zusammensuchen… eine Collage ist doch wohl das Schönste, was der Herr kriegen kann! Am besten mit mehr Fotos von der Frau als von dem Mann. Wenn dann endlich alles zusammen gesammelt ist, geht es ab in den nächsten Bastelladen. Pappe, Kleber, Glitzersterne… alles eingepackt und ab an die Arbeit. Da Frau ja grundsätzlich feststellt, dass prinzipiell alle Fotos aus einem völlig falschen Winkel aufgenommen wurden, werden im nächsten Monat mehrere Fotoshootings mit der besten Freundin arrangiert. Aber halt: vorher werden noch Klamotten gekauft, damit auch alles wirklich brandneu ist, wenn der Liebste sein Geschenk bekommt. Nachdem auch diese Hürde gemeistert ist, sind es auch nur noch 3 Monate bis zum Jahrestag. Nun folgen die ca. 2- bis 10 Treffen mit der Freundin, es wird alles ins beste Licht gerückt und abgedrückt. Das ganze, vermischt mit den Fotos aus dem letzten gemeinsamen Urlaub, wird auf einen schönen Bogen Regenbogenpappe geklebt und reich verziert.
So. Nun sind es aber noch knappe 2 Monate bis zur Geschenkübergabe. Hmm – da stellt sich die berechtigte Frage, ob es sich wirklich lohnt, solange den Mund zu halten, obwohl er sich doch so sehr freuen würde, oder ob man doch nicht lieber zeitnah die Bombe platzen lassen sollte. Ach was soll’s, er kriegt das Geschenk einfach so, und ich denke mir was Neues aus, was ich ihm zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zum Jahrestag schenken kann. Irgendwie war die ganze Arbeit ja gar keine, sondern eher ein Spaß, der sich gerne wiederholen lässt. Denn verdammt nochmal, er würde es vor seinen Freunden nicht zugeben, aber er ist doch mehr als stolz auf die Frau, die sich eine solche Mühe für ihn gegeben hat.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 6. Ausgabe

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Master of Disaster?

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Ausgenommen den Sozialen Arbeitern und den anderen paar Studenten, die nicht Lehrer werden wollen, blüht er allen in Vechta, der Master of Education (MEd), das wahre und echte Lehramt. Denn jeder, der Bachelor studiert und immer wieder ausdrücklich betont, er sei Lehramtsstudent, liegt da leider völlig falsch. Im Anschluss an die BA-Arbeit geht es so richtig zur Sache, erst dann winkt der vermeintliche Traumjob. Doch bevor man die Ziellinie durchläuft, hat die Uni Vechta den Studierenden einen Brocken hingelegt, den man wirklich als “die harte Version” des BA-Studiums bezeichnen kann. Schon der Anfang für die diesjährigen MED-Studenten verlief teilweise etwas holprig. Da die wenigsten Dozenten das neue StudIP System nutzen wollten, wurde auf die altbewährte Form der Listen zurückgegriffen. Leider bekam davon ein Großteil der Studenten nichts mit, woraus resultierte, dass einige nicht in die für sie vorgesehenen Kurse kamen. Bei Studenten, die schon immer in Vechta waren, kann man da einfaches “Pech” attestieren. Was aber sollen Studenten machen, die für den Master nach Vechta wechselten? Die können mit äußerster Sicherheit ihre Wohnung vorsorglich für 3 Semester buchen, denn einige Kurse werden nur jährlich angeboten.
Der Master – zu vollgepackt oder machbar?
Ob maßloser Kaffeekonsum allein ausreicht?
© adel / PIXELIO
Hat man die ersten Schrecken des Einschreibens verdaut, so kommt es in den Vorlesungen zu weiteren Überraschungen. Nachdem im Bachelor zumeist Klausuren geschrieben wurden, ist im Master größtenteils auf Hausarbeiten und Portfolios umgestellt worden. Eine an sich sehr gute Idee um die Studenten zu entlasten, leider ist das ganze aber wieder suboptimal, wenn alle Dozenten gleichzeitig umstellen und unsere Masteraspiranten dann während des Semesters 3 oder 4 Portfolios erstellen müssen. Und der Terminplan im Master ist sowieso schon arg eng gesteckt. Die Vorlesungszeit des Wintersemesters endet am 2. Februar. Am 4. Februar starten die Master in ihr Pflichtpraktikum das 6 Wochen dauert. Das ist durch die Osterferien der Schüler in 2 Teile gesplittet (vom 3. Februar bis zum 7. März und noch eine Woche vom 31. März bis zum 4. April). Die Abgabe des Berichts ist vorgesehen für den 18. April, das Sommersemester startet bereits am 7. April. Der Bericht muss also simultan zum Praktikum angefertigt werden und alle ausstehenden Hausarbeiten aus dem WS sollten natürlich auch schon fertig sein. Dass der Praktikumsbericht mit 7 AP bewertet wird und damit mehr als 10% der Masterendnote ausmacht, macht die Arbeit an dem 25-seitigen Werk nicht gerade einfacher. Die Masterarbeit selbst wird dann im Laufe des zweiten Semesters geschrieben, nachdem man den Tag über in der Uni war, also „locker nebenbei“, obwohl sie ein Viertel der Gesamtnote mit ihren 15 AP ausmacht!
Die Dozenten versuchen wirklich, den Studenten unter die Arme zu greifen, trotzdem wird ein Großteil der Masteranwärter ein drittes Semester dranhängen. Die Entscheidung zur Verlängerung ist verständlich, da Referendariatsstellen in Niedersachsen im letzten Jahr mit dem Notenschnitt 1,6 ausgelobt wurden. Wie aber soll man einen solchen Schnitt unter diesem Druck schaffen? Man wird wohl ein Wartese mester einlegen müssen. Das kann man aber besser an der Uni verbringen und das Studium etwas ruhiger angehen lassen… Wenn da das liebe Geld nicht wäre. Denn die Studenten müssen nicht nur 630 Euro an die Uni zahlen, sondern auch noch Miete und Fahrtkosten für ein halbes Jahr mit einrechnen. Ihr seht also, nach dem Bachelor wird es keineswegs leichter. Aber der Master ist keine unüberwindbare Hürde, sondern durchaus zu schaffen und deswegen drücke ich all unseren Masterstudenten die Daumen, um mit Bestnote zu bestehen… oder zumindest zu bestehen und eine Stelle zu bekommen. Ihr macht das schon.
von Sebastian Dargel

Esens – Die kleine Stadt der großen Bären

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Weiter geht‘s nicht
Endstation Esens
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Die frische Luft, die durch den kleinen Ort zieht, schmeckt nach Meer. Wir sind mitten in Esens, der letzten Station auf der Semesterticketroute, wenn man gen Norden zieht. Der Weg ist weit, aber er lohnt sich, denn der charmante Ort mit seinen gerade 7000 Einwohnern bietet mehr als man erwartet. Das ist natürlich ein Verdienst der Nordseetouristen, aber dazu später mehr. Als wir aus dem Zug steigen, sind wir zuallererst im Niemandsland. Das Ballungszentrum von Esens, oder nennen wir es Innenstadt, ist noch ein paar Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Auffallend in Esens, welches auch einen eigenen Wikipedia-Artikel sein Eigen nennen darf, ist die Dichte an Bärenskulpturen, die an vielen Straßenecken zu bewundern sind. Mal bunt bemalt, mal im Anzug. Esens legt Wert auf seine Bären, denn es ist das Wappentier des Ortes, wie wir auf einer nett gemachten Infotafel erfahren. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die dieses Städtchen liebenswert machen: Das unterirdische Flüsschen, welches durch Glaspflastersteine zu sehen ist, die Innenstadt, die mit kleinen Geschäften zum Stöbern einlädt und die Restaurants mit ihren kulinarischen Spezialitäten. Aber aufgepasst, wo es so angekündigt ist, bekommt man auch wirklich keine Pommes! Großartige Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht erwarten, es ist eher das Urlaubsflair, das uns entspannen lässt. Ein lohnenswerter Spaß sind die Scooter, die man vor dem Museum („Holarium“) finden kann und die wesentlich interessanter sind als die 3D-Illusionenausstellung selber. Hier kann man für kurze Zeit noch mal Kind sein, wie zwei unserer Redakteure feststellen. Wir merken schon, dass Esens eher eine Durchgangsstation zum Meer ist. Ein zweites Mal werden wir aber doch auf Esens treffen: wenn wir von der Nordsee zurück zum Bahnhof wollen. Also verscherzen wir es uns lieber nicht mit den durchweg netten Einwohnern und genießen das Meer.
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Der Weg zum Meer
Die Stadt hat ja einiges zu bieten, doch die meisten zieht es doch nach Esens, weil sie Meer sehen wollen. Das ist auch ohne weiteres möglich, nur nicht in Esens. Jedenfalls nicht direkt.
Doch es fahren regelmäßig Busse nach Bensersiel direkt zum Hafen. Dort angekommen ist es möglich eine Fahrt mit der Fähre zu machen. Aber auch ein Strandspaziergang hat seinen ganz eigenen Charme. Wer nach kurzem Fußmarsch bis zum Meer gekommen ist fi ndet einen schönen Sandstrand an dem auch so manches Strandgut angespült wurden ist. Das lässt das Entdeckerherz natürlich hochschlagen. Von der klassischen Muschel bis hin zum Hühnergott
Ist alles zu finden und auch die Erbauer von Burgen kommen auf ihre Kosten. Aufgrund der Nähe zu Esens lohnt sich auch ein Kurztrip ans Meer um die Seele baumeln zu lassen.
Und so erreicht ihr Esens:
Ihr kommt mit der NWB über Bramsche und Sande nach Esens, alternativ über Delmenhorst und Sande. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von Vechta mit dem Bus (ja, mit dem Bus!) nach Ahlhorn zu fahren, und dort in die NWB nach Sande umzusteigen, von wo ihr nach Esens kommt. Allerdings kostet der Bus etwas. Schaut am Besten auf: Bahn.de
von Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 06: Esens

LOST in Hasbruch

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X-treme geht in die zweite Runde. Und wie das so ist bei Fortsetzungsreihen, muss es noch extremer sein. Noch abgedrehter, blutiger, kranker. Kein Problem. Das Thema: Verloren im Wald. So ließ sich ein Teil der Redaktion an einem gewöhnlichen Samstagabend aussetzen. Wo? Das ist die Überraschung. Was zu machen ist? Ebenfalls Überraschung. Die Planung oblag dem übrig gebliebenen Teil der Redaktion, dem Orgateam. Lest zunächst, was passieren sollte und schließlich das, was daraus wurde. Und erfahrt, dass x-treme ein extrem dehnbarer Begriff und somit Auslegungssache für jedes einzelne Redakitonsmitglied sein sollte. PS Schaltet das Licht aus, dann wirkt‘s authentischer.
von Björn Franke, Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
Angsthasen allein im Wald
Das Orgateam grübelte lange und heckte was aus – Gruselig soll es werden – der Plan
Wenn. Wenn dieses Wörtchen nicht wäre. Dann hätten wir nie „Blair Witch Project“ gesehen oder „Das Mädchen“ gelesen. Dann wüssten wir nicht, was im Wald alles passieren kann. Wenn man allein ist. Nachts. (Seltsame Figuren aus Stöcken hängen in den Bäumen. Vorm Zelt findet man einen abgetrennten Finger. Vor lauter Panik streitet man sich mit seinen Weggenossen. Man landet in einem Hexenhaus. Ein Bär verfolgt einen.) Dann hätte das Orga- Team nicht zur Hälfte aus totalen Angsthasen bestanden.
„Und wenn ihnen was passiert? Das würde ich mir nie verzeihen.“ Von Anfang an bin ich von der Nachts-verlorenim- Wald-Idee nicht begeistert. Es gibt doch nette andere Vorschläge. Aber Mel, René und Dargel wollen nichts Nettes, sie wollen Action und Grusel. Und da ich im Survival- Team sicher vor Angst gestorben wäre (und das ist nicht wirklich übertrieben), werde ich Organisierende. Als erstes muss ein geeigneter Wald gefunden werden. Es gibt in Deutschland einfach keine mit in Maine oder Burketsville vergleichbaren Wälder. Vor allem nicht im Norden. Größter erreichbarer ist der Hasbruch zwischen Hude und Delmenhorst, eine knappe Autostunde entfernt. 627 Hektar Wildnis – durchzogen von guten deutschen Wanderwegen. Und Wegweisern, wie wir später feststellen werden. Wir haben viele Ideen, von „wir setzen sie ohne Geld und Handy aus und sie müssen zurück nach Vechta kommen“ bis „und am Zielpunkt verstecken wir ein Prepaid-Handy, auf dem noch genau das Geld für eine SMS ist“. Und alle sterben mit dem unberechenbaren Faktor Gefahr. Was ist, wenn sich einer das Bein bricht? Sie in eine Höhle stürzen? Einer von ihnen ausrastet und die anderen abmetzelt? (Weitere Ideen siehe oben.) Angsthasenhirne können sich viele Szenarien ausmalen. Somit erlauben wir ein Handy, Taschenlampen und packen Notfallverpflegung in Form von Keksen und Getränken ein.
Bildnachweis: rk
In der Nacht- und Nebelaktion festgehalten:
Die Wanderkarte, die eigentlich
nicht gefunden werden sollte.
Foto: René Kohn
Steffie lässt sich von den „Drei Fragezeichen“ inspirieren und schreibt ein Rätsel, welches unseren Abenteurern den Weg weisen soll und Britta macht es ihnen nicht leicht und verpackt das Lösungswort, welches uns die drei schicken müssen, damit wir sie abholen, in Wissensfragen. Nicht leicht – das denken wir jetzt noch. Außerdem schreiben wir eine liebevoll – ach, ich meine gruselig – angekokelte Einladung, die die drei in der nächsten Sitzung erhalten. Dass alles passiert bei den ersten beiden konspirativen Treffen, jedoch wird kein dritter Termin mehr gefunden, so dass wir den Hasbruch nicht näher als über Google Earth kennen lernen. Aber hey, da sieht er ganz schön wild und gefährlich aus! Am 27.10. schließlich kaufen Björn und ich, eingestellt auf eine lange Nacht, mehrere Liter Cola ein und fahren zum Treffpunkt. Dort erwarten uns die Mutigen schon, ein bisschen weiß im Gesicht und gar nicht mehr so mutig. Wir nehmen ihnen ihre Wertsachen ab („Habt ihr auch wirklich alles abgegeben? Wenn ich euch jetzt filze und noch was finde, müsst ihr ohne Taschenlampe los!“) und verbinden ihnen die Augen. In den Autos läuft der Soundtrack des hier so oft erwähnten Filmes und die Hasenfüße (ich erinnere: zwei vom Orga-Team) gruseln sich, während Mel sich anscheinend entspannt (unglaublich! Sie sieht nichts, ist auf dem Weg ins Ungewisse und entspannt sich!). Nach einer stillen Stunde, in der wir kein Wort sprechen und ich nur einmal aus Versehen an die Spieluhr auf Brittas Amaturenbrett komme, sind wir am Hasbruch, setzen das Survival-Team aus (ich umarme noch mal alle, wer weiß, ob ich sie je wieder sehe?), lassen sie bis zehn zählen, laufen wie die Bekloppten und schließen uns im Auto ein. 40 Minuten später, wir sitzen in der Pizzeria, piept Björns Handy. Eine SMS. Mit dem Lösungswort…
von Julia Stock
Im Wald
Was geschah – das Actionteam berichtet
Am 27.10.2007 war es soweit. Mit einem mulmigen Gefühl bestieg ich mein Auto. Draußen dämmerte es, und es krochen bereits feine Nebelschwaden über das taufeuchte Gras. Ein letztes Mal tanken, ehe ich die Auffahrt zum Sonnenkamp hochfahre. Was mich wohl erwartet? Zögernd biege ich um die Ecke und parke mein Auto, bereits jetzt fröstelt es mich ein wenig, es ist frisch geworden draußen. Dargel und René kommen dazu. Punkt 19 Uhr biegen zwei dunkle Autos ein… unsere Transportfahrzeuge.
Bildnachweis: rk
Bloß nicht verlaufen, sonst sind wir verloren!
Foto: René Kohn
Das Orga-Team nimmt uns unsere Sachen ab, es bleiben uns nur ein Handy und eine Kamera. Ich werde von den männlichen Teilnehmern getrennt. Die Augen werden uns verbunden. Gespannt setze ich mich ins Auto, ein leichtes Kribbeln im Bauch. Meine Fahrer steigen ein, es wird kein Wort mit mir gesprochen… ich halte den Atem an und lausche, eine CD wird eingelegt (Blair Witch Soundtrack, mit Einspielungen aus dem Film). Wir setzen uns in Bewegung. Bis Visbek kann ich den Weg nachvollziehen, danach lässt mich mein Orientierungssinn im Stich. Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo mich meine Fahrer hinbringen, wir halten kurz, um zu tanken – Stille. Auf einmal erklingt die Melodie einer Spieluhr… ich grinse in mich hinein, gut gemacht das ganze Szenario, ein leichter Schauer wandert über meine Haut. Nach ca. einer Stunde sind wir am Ziel und werden mit verbundenen Augen aus den Autos geholt. Blind und mit der Hand des Nebenmanns in der eigenen stolpern wir einige Meter weiter. „So, wir geben euch jetzt einen Rucksack. In diesem befinden sich alle Sachen, die ihr braucht. Ihr zählt jetzt bis zehn und dann nehmt die Augenbinden ab“. Wir hören Schritte, die sich eilig über Kies entfernen und fangen langsam an zu zählen: Acht – neun – Motoren starten, Reifen drehen durch – zehn.
Wir nehmen unsere Augenbinden ab und stehen auf einem stockdunklen Waldpfad und sehen noch die Rücklichter des letzten Autos das um die Ecke biegt. Wir sind allein. Irritiert schauen wir uns um. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich höre meinen eigenen Atem und das Rauschen der Bäume – Schweigen. Als erstes öffnen wir den Rucksack und entfalten den enthaltenen Brief. Das Gedicht enthält einige Hinweise, mit ihrer Hilfe und der Wuchsrichtung des Mooses an den Bäumen, biegen wir auf den rechten Pfad ab… tiefer hinein in den Wald. Der Vollmond erhellt den Weg, die Taschenlampe durchbricht mit ihrem schwachen Licht die restliche Dunkelheit. Die Stimmung im Team ist gut, wir halten die Augen offen… nach nicht vorhandenen Hinweisen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein Wegweiser eröffnet uns drei neue Möglichkeiten… Amalieneiche, Jagdhütte, Kühlingen. Unser Rätsel bringt uns auf die Idee, den Weg Richtung Eiche einzuschlagen (Rätsel?). Der Waldboden gibt sanft unter unseren Füßen nach, im Wald neben uns raschelt es.
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Das Haus am Ende – es hätte gruselig werden können.
Foto: René Kohn
Ein Blitzen am Ende des Wegs lässt uns aufschauen… was ist das? Eine Wanderkarte! Das Orga-Team wollte bestimmt nicht, dass wir an ihr vorbeikommen… wir fotografieren die Karte, lösen das Rätsel. Ich schaue auf die Uhr, 40 Minuten sind wir in diesem Wald… Soll´s das gewesen sein? Wir schlagen den Weg Richtung Treffpunkt ein… nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel.
X-treme ist eindeutig was anderes… gruselig auch… witzig war es mit Sicherheit, aber leider auch viel zu kurz. FAZIT: Man kann sich in norddeutschen Wäldern, bei vollem Bewusstsein, nur schwer verlaufen.
von Melanie Ehlert

PDF-Version der Sonderausgabe No 2

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Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit ihr auch genau wisst worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet ihr euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Akademisches Viertel: So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Hochschule später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10 – 12 Uhr bedeutet also 10.15 Uhr bis 11.45 Uhr.
Blockseminar: Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
Campus (lat. Feld): Das Hochschulgelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn): Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Kolloquium (lat. Colloquium das Gespräch): Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Falleiner davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung oder?
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat): Ein recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit euch besuchen, eure Studienkollegen.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel): Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine Mahlzeit für die Vegetarier unter uns an.
Ringvorlesung: Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Tutor (lat. Schützer, Beschützer): Meist ein fortgeschrittener Student der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht) die euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
von Sebastian Dargel

Der Kneipenguide

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von Melanie Ehlert, René Kohn und Sebastian Dargel

PDF-Version der 5. Ausgabe

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Mein Semester in Brisbane

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Foto: Sebastian Dargel
Schluss, aus, Ende! Die Vorlesungszeit ist endlich vorüber und der Urlaub und das Rumreisen kann endlich beginnen! Naja, noch nicht ganz, denn wie im schönen Vechta hat die Hochschulleitung der QUT hier ebenfalls eine Klausurenperiode angesetzt, der man am liebsten aus dem Weg gehen würde. Glücklicherweise (?!) gab es unter dem Semester aber so viel für das Studium zu tun, das es am Ende lediglich drei Klausuren geworden sind.
Aber ich will mal nicht jammern, denn ich hatte wirklich ein fantastisches Semester an der QUT und in Brisbane. Die Uni ist einfach vorbildlich. Wo man in Deutschland immer wieder gerne „Servicewüste“ oder „Beamtenpause“ hört, ist man hier weit davon entfernt, und genau deswegen werde ich hier mal ein paar Beispiele bringen, wofür eine Uni Geld, oder genauer Studiengebühren ausgeben kann, um es den Studenten bequemer machen zu können.
Ein schönes Seminar, das hier angeboten wird, lautet „Sex, Drugs & Rock & Roll“. Für welches Fach das ist? Kultursoziologie! Aber es wird noch wesentlich besser. Insgesamt gab es hier nur 3 Lectures, bei denen man auftauchen musste, die restlichen Lectures konnte man sich dann von der QUT Webseite als Podcast herunterladen und sich zur Stimme des Profs durch die dazugehörige Powerpoint-Präsentationen klicken. Eine sehr schöne Idee. Auch nett ist es, ganz einfach seinen PC anzumachen und die Lecture via Livestream zu verfolgen. Eine einfache Kamera reicht ja auch schon im Seminarraum.
Am besten ist aber der ganz normale Unialltag. Morgens werden zuerst die E-Mails durchgecheckt und geschaut, ob der Professor denn irgendwelche Ankündigungen gemacht hat z.B. Raumwechsel, Verschiebung einer Deadline o.ä. oder ob es Neues vom International Office gibt, ob man noch Bücher bei der Bibliothek abgeben muss, ob das Bier in der Studentbar günstiger geworden ist oder oder oder. Es wird einem alles geschickt, was man für den Tag braucht.
Bevor eine Vorlesung dann stattfindet, schaut man auf seine persönliche OLT-Seite. Dort hat die Software einen persönlichen Stundenplan erstellt, der einen darauf hinweist, wann man wo zu sein hat. Auch werden Klausuren und weitere Abgabentermine aufgeführt. Der Stundenplan wird selbstverständlich auch online von jedem Studenten für sich erstellt, es gibt also keine Vorlesungsverzeichnisse die man durchblättern muss. Die Powerpoint-Präsentationen von jeder Lecture und aus jedem Tutorial werden vor der jeweiligen Stunde ins Netz gestellt, damit man sich den Stoff bereits vorher anschauen kann, um dann zu entscheiden, ob man vielleicht doch einmal ausschlafen sollte oder schwimmen gehen oder Eisessen oder vielleicht doch in die Uni. Das Schwänzen, ja hier kann man das so nennen, sollte man allerdings nicht zu oft machen, denn Augen zugedrückt werden hier eher nicht. Weder wenn es um das Nichtauftauchen geht noch wenn es ums Mogeln während einer Klausur geht. Wird man dabei erwischt, winkt zu fast 100% die sofortige Exmatrikulation und Verbannung von der Uni. Nicht grade ein schöner Gedanken.
Eine feine Idee ist auch, dass es eigentlich keine schwarzen Bretter gibt. Macht die Uni an sich zwar unpersönlicher, aber die Idee des Assignment Minders ist sehr gut. Wenn eine Arbeit abgegeben werden muss, geht man in das Rechenzentrum des jeweiligen Campus, druckt sich einen personifizierten Bogen mit Barcode aus, klebt den auf eine Mappe, steckt seine Arbeit da rein und gibt es den netten Leuten am Minder. Vorteil liegt auf der Hand: Es steht im Computer dass und wann abgegeben wurde. Nachteil ist: Es steht im Computer, wann abgegeben wurde. Sollte man zu spät abgeben, gibt es Punkteabzug, so einfach. Es gibt noch haufenweise Dinge, die ich hier anführen könnte, aber irgendwann sollte es ja auch gut sein mit der Schwärmerei für eine Uni.
Denn neben einer guten Uni hat das Semester mir auch eine verdammt geile Stadt beschert.
Brisvegas ist einfach der Hammer. Was auch kaum verwundert, wenn man daran denkt, dass es eine Millionenmetropole ist und in diesem Fall mit Vechta in Konkurrenz steht. Brisneyland trägt seinen Namen wahrlich zurecht. Die Stadt ist derzeit der beliebteste Ort im Land und wächst täglich. Im Monat strömen mehrere tausend Einwanderer in die Stadt auf der Suche nach Arbeit, die es hier zu genüge gibt. Jeder, der will, bekommt auch einen Job, egal welches Bildungsstandes oder welcher Hautfarbe.
Die Stadt an sich kommt zwar absolut nicht klar mit der Vielzahl an Autos und Menschen, managt das ganze aber auf eine charmante Art und Weise. Auch wenn man genervt dem Bus hinterher starrt, sobald man in den nächsten steigt und bei seinem Namen begrüßt wird, ist man wieder selig gestimmt. Bei seinem Namen? Ja, in Australien heissen alle gleich und zwar „mate“ bzw. „matey“. Hier sind alle Freunde.
Foto: Sebastian Dargel
Die Spitznamen, die Brisbane trägt, hat die Stadt auch völlig zurecht. Überall gibt es Bars, Clubs, Lounges oder weiß der Geier was. Kurzzeitig dachte ich wirklich, dass auch hier eine Kneipentour à la Vechta möglich wäre, ist es aber nicht!
Für jeden Geschmack ist hier aber dennoch was dabei, außer für Menschen, die gerne Becks trinken, denn das brauen die Australier höchstpersönlich und importieren es nicht. Ein schlimmer Fehler, denn das bedeutet, dass es wie Seifenwasser schmeckt. Finger weg! Wer es ab und dann doch mal deutsch mag, dem sei Brisbanes Deutscher Turnverein ans herz gelegt, wo es verdammt gutes deutsches Essen gibt. Guten Appetit!
Tja und so geht meine Zeit hier auch langsam vorbei, nur noch einge Klausuren und dann wird Brisbane verlassen und etwas rumgereist. Das muss man natürlich machen, wenn man schon mal am anderen Ende der Welt ist.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich unzählige Erfahrungen gesammelt habe, die mich den ganzen Aufwand im Vorfeld haben vergessen lassen. Ich kann ein Auslandssemester, besonders in Australien, speziell in Brisbane und vor allem an der QUT nur jedem empfehlen, der die Welt erkunden will. Und mal ehrlich, wer sein studentisches Leben in Vechta verbringt, verdient einen Tapetenwechsel dieser Größenordnung. Also auf nach downunder!
CHEERS MATES!
von Sebastian Dargel

Bilderalbum
uniVista No. 05: Down Under

Die Simplizität des Mannes …
Warum Männer und Frauen sich nie verstehen werden

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Der Mann… warum verstehen wir Frauen ihn dann und wann nicht? Nun, manchmal scheint der weibliche Intellekt einfach zu komplex, um dieses gegengeschlechtliche, Stoff wechselnde Etwas zu begreifen. Zugegeben, wir Frauen sind wahrscheinlich auch anstrengende Vertreter der Gattung Mensch. Ein Mann, der sich nach unserem Befinden erkundigt, fragt, was los sei und mit einem quengeligen „nichts“ abgespeist wird, wird sich damit zufrieden geben. In der Männerwelt heißt das wohl soviel wie: „Alles in Ordnung“. Oder es bedeutet schlicht und ergreifend das, was es bedeutet: Nichts. In der Frauenwelt bedeutet „Nichts“ nicht einfach „Nichts“! Es ist ein unglaublich vielschichtiger Begriff verzweigter Emotionen, welcher sich dem steinzeitlich anmutenden, unkomplizierten Dasein des Mannes in diesem wichtigen Moment einfach nicht erschließen wird. Und hofft Frau auch noch so sehr auf expressiven, männlichen, emotionalen Beistand… sie wird ihn nicht bekommen. Nichts ist Nichts.
Hat Frau es bewerkstelligt, sich dennoch in irgendeiner Form Gehör zu verschaffen, so stößt sie auf ein neues Problem: der männlichen Unempfänglichkeit für die typisch weiblichen, vagen Andeutungen. Der buchstäbliche Zaunpfahl (siehe Bild) direkt ins maskuline Antlitz geschlagen… Verschwendung! Der komplette Gartenzaun aus dem jungfräulichen, vorstädtlichen Schrebergarten gerissen, mit roter Farbe angestrichen und mit aufrührerischer Musik dem Manne engelsgleich um den Kopf geschleudert… vergebene Liebesmüh! Dem Manne direkt sagen, was wir denken… undenkbar! Wahrscheinlich würde es den possierlichen Mann in seinem natürlichen Direktheits-Habitat auch sehr verstören, wenn Frau dasselbe mit ungebremstem Entdeckerdrang betreten und erobern würde. Wie also sollen wir auf einen grünen Zweig kommen, ohne den Mann zu verstören, zu erschrecken? Wie uns verständlich machen?
Bildnachweis: pixelio.de
© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Wie ich es drehe und auch wende, mir will keine geeignete Basis, keine geeignete Lösungsstrategie einfallen. Im Endeffekt ist es wohl so, Männer und Frauen werden sich nie vollkommen verstehen. Uns Menschen insgesamt ist es wohl nicht gegeben alles vollends zu verstehen, sei es Mann oder Frau oder die Welt an sich. Und ganz ehrlich… ich versteh´ mich ja selbst manchmal nicht…
von Melanie Ehlert
Warum bist du denn jetzt wieder eingeschnappt? Was habe ich denn gesagt?”, “Es geht nicht darum, was du gesagt hast, sondern wie!” Nun sollte ein strategischer Rückzug folgen, aber auf keinen Fall ein Kopfschütteln mit “Du meine Fresse!”. Als Mann steht man sehr häufig im Wald, wenn es um das Zwischenmenschliche geht. Man weiß zwar, dass die Frau an seiner Seite was Besonderes ist und man sie auch liebt, aber einige Dinge sind einfach nicht nachvollziehbar. Da braucht man gar nicht das allwochenendliche Thema des Sportes ansprechen. Es beginnt mit weitaus kleineren Dingen, die einem Mann, in der Masse vorkommend, jeglichen Nerv rauben. Bestes Beispiel sind Andeutungen jeglicher Art, die uns auf eine Fährte bringen sollen. “Hier könnte auch wieder aufgeräumt werden.” oder “Die Hose sitzt aber sehr tief.” Warum nicht einfach mal sagen, was gemacht werden soll? Würde Kraft sparen. Meistens knacken wir den Code ja, aber im Ganzen sind wir nicht fähig, Gedanken zu lesen und wenn wir es wären, würden wir es nicht tun. Auch stellt sich für uns kaum die Frage, was Frau denn nun anziehen soll, sie hat all ihre Sachen gekauft, weil sie gut aussehen, also wird sie auch heute abend wieder gut aussehen, wenn es nicht die Jogginghose ist.
Und was wir von der neuen Handtasche halten? Soviel wie du von unserer neu entdeckten Biersorte. So wie wir keine Handtaschen tragen, ist es bei euch sehr selten, dass Bier über Wein steht. Also belanglos.
Eine recht gute Möglichkeit, ungewollten Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, ist die Methode des komplimenthaften Reagierens. “Habe ich zugenommen?” “Nein!” “Ist sie schöner als ich?” “Nein!” Selbst wenn man lügt, alles ist besser als das Echo auf die Ehrlichkeit erfahren zu müssen. Aber die Wahrheit will ja nicht immer jeder wissen und manchmal muss man gar nicht lügen, denn natürlich hat man die schönste Frau an der Seite, sonst hätte man eine andere.
Wie man an diesen kleinen Beispielen sieht, ist es manchmal einfach schwierig, auf einen Nenner zu kommen. Der Grund, warum Männer und Frauen sich nicht verstehen, liegt nicht in den Genen oder an der Erziehung, sondern daran, dass sie es gar nicht wollen. Denn Friede, Freude, Eierkuchen 24/7, das hält weder Mann noch Frau aus.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 4. Ausgabe

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Und weg: uniVista im Land der Kängurus und Koalabären

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Jeder sollte es machen, einige müssen es und ein paar Menschen wollen es unbedingt: das Auslandsstudium. Einige entscheiden sich dafür, weil es gut im Lebenslauf aussieht, andere, weil sie schon immer mal auf Dauer in ein anderes Land wollten oder einfach, um sich selbst einen Kindheitstraum zu erfüllen.
Wie aber soll so etwas organisiert werden, wann sollte man es am besten machen und verdammt nochmal, wohin denn überhaupt? Alles sehr interessante Fragen. Ich habe mich für mein Traumland Australien entschieden, da ich vor einigen Jahren schon einen Schüleraustausch dorthin gemacht hatte und deswegen wusste, was mich erwarten würde.
Sobald man sich mit dem Gedanken näher befasst hat und auf ein paar Infoveranstaltungen (z.B. gostralia!) war, wird das ganze Bild auch schon klarer. Es wird einem erklärt, was alles zu beachten ist, also was beantragt werden muss (eine ganze Menge!), wie sich das Land von der Heimat unterscheidet, wo man welche Post hinschicken und was man alles mitnehmen muss.
Sollte die Wahl auf Australien fallen, wird einem der Großteil der Arbeit durch gostralia! abgenommen. Man sucht sich eine Universität in einer Stadt aus, setzt sich mit gostralia! in Verbindung und fängt an, den Briefkontakt herzustellen. Die Organisation leitet dann alles an die neue Traumuni weiter. Selber muss man sich vor allem um das Auslands-BaföG kümmern. Dies ist jedem zu empfehlen, auch wenn er kein normales BaföG bekommt. Das Amt hilft doch gerne weiter, wenn man im Ausland ist. Die Flugkosten von ca. 1300 € plus Studiengebühren von 4800 € wurden bei mir komplett übernommen und zusätzlich gibt es noch Geld auf die Hand. Damit das aber alles reibungslos verläuft, sollte man sich mit den Menschen vom Amt ca. 6 Monate vor Beginn des Trips auseinander setzen, denn der bürokratische Akt, der hinter dem Auslands-BaföG steht, ist mit offenen Worten nur als hochgradig lächerlich zu bezeichnen. Hat man diese Hürde geschafft und die Bestätigung der Uni in der Tasche, kann man sich ans Planen machen, wobei Planen in diesem Fall bedeutet: Was will ich außer meiner neuen Heimatstadt noch sehen? Wo will ich hinreisen und was wird das ungefähr kosten? Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte für ein Semester Kosten von ca. 10.000 – 12.000 Euro einplanen, die Gebühren und der Flug sind darin dann enthalten. Aber es kommt natürlich darauf an, was man alles erleben will.
Das Leben in Australien ist preislich dem deutschen fast gleich, außer dass Lebensmittel ungeheuer teuer sind, sei es im Supermarkt oder in der Bar, während die Nahverkehrsmittel extrem günstig sind. Super, oder?
Das australische Studentenleben unterscheidet sich schon sehr vom deutschen. Zu allererst möchte ich sagen, dass wenn die Studiengebühren in Deutschland so eingesetzt würden wie die in Australien, zahle ich sie mit einem Lächeln. Meine Universität versteht sich nicht als klassische Universität, sondern als Dienstleister, was bedeutet, dass hier alles Mögliche für den Studenten getan wird. Egal, welche Frage man hat, man wird nicht von a nach b geschickt, sondern bekommt überall qualitativ hochwertige Auskünfte, Stundenpläne werden online erstellt, es gibt keine schwarzen Bretter, auf die man achten muss, die Dozenten informieren die Studenten via E-Mail über alles, was wichtig ist. Ebenso macht es u.a. das Prüfungsamt, das Sekretariat, das International Office und die Student Guild (eine Art AStA). Es wird einem aktiv bei der Wohnungssuche geholfen, der Campus hat reichlich Security, Ärzte und was man sonst noch braucht, stellt der Campus eine Stadt in der Stadt dar. Die internationalen Studenten zahlen natürlich extrem viele Gebühren, da das Hochschulsystem in Australien auch etwas anders funktioniert. Hier zahlt man erst nach dem Studium an seine Uni.
Und nun geht es ans Eingemachte: Das Prüfungssystem ist hier so ganz anders als bei uns, da es hier keine Abschlussklausuren oder ähnliches am Ende des Semesters gibt. Man hat wesentlich weniger Semesterwochenstunden, muss aber pro Unit, in der man eingeschrieben ist, drei oder noch mehr Arbeiten abgeben.
Ein Beispiel: Für den Kurs „Studies in Language“ (eine Stunde Lecture und zwei Stunden Tutorial pro Woche) muss eine Textanalyse über 1000 Worte und eine Diskussionsanalyse über 1000 Worte abgegeben werden, zusätzlich gibt es noch eine Abschlussklausur.
Man ist hier also das ganze Semester unter Hochspannung, was einerseits gut, andererseits aber auch schlecht ist, wie sich wohl jeder vorstellen kann.
Aber darüber sieht man lächelnd hinweg. Denn, wenn man im März den über 30 Grad warmen Spätsommer in Brisbane in sich aufsaugt, während man am Stadtstrand liegt und die Aussicht auf die tolle Skyline dieser Stadt genießen darf, fühlt man sich fast wie im Urlaub und man weiß wieder, warum man sich den ganzen Stress angetan hat.
Auslandsstudium in Australien? Es gibt wohl nichts Schöneres für einen Studenten. Ganz ehrlich.
Weitere Informationen zum Studium in Australien:
Kauftipps:
Lonely Planet Australien von Paul Smitz
Carolyn Bain und Sandra Bao von Lonely Planet Deutschland, ca. 20 Euro
Frühstück mit Kängurus – Australische Abenteuer. von Bill Bryson und Sigrid Ruschmeier von Goldmann, ca. 9,90 Euro
Foto: Sebastian Dargel
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 3. Ausgabe

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Mein Gott kanns besser als deiner (Teil 2)

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Wie versprochen, findet ihr hier nun den zweiten Teil des uniVista-Religionsvergleichs. Nachdem wir im ersten Teil den Buddhismus, das Christentum und den Islam vorgestellt haben, wird euch dieses mal das Judentum und der Hinduismus näher gebracht. Zwei weitere Chancen also, den richtigen Gott zu finden und sich selbst damit den Weg in den Himmel zu bereiten. Garantiert wird von uns natürlich nichts!
Judentum
Zur Zeit gibt es ca. 17 Mio. Menschen, die der jüdischen Religionsgemeinschaft angehören. Der Großteil von ihnen lebt in den USA und Israel. Das Judentum hat eine besondere Stellung unter den Weltreligionen, weil Christentum und Islam aus ihm hervorgingen.
Der Chef: Das Judentum versteht sich als monotheistische Religion. JHWH (auch Jahwe oder Jehova) ist allwissend, allmächtig und allgütig. Er hat die Welt nach seinem Willen geschaffen und wird meistens nur „Herr“ genannt.
Der größte Held: Schwierige Sache, aber Moses hat als Jehovas Prophet eine hohe Stellung bei den Juden. Die im Christentum bekannten 5 Bücher des Moses kennen die Juden als Thora (die Lehren Jehovas), sie gehören zum wichtigsten Teil ihrer Bibel und stellen im Christentum das alte Testament dar.
Erlaubt und verboten: Das Judentum hat 613 Gebote. Juden ist es z. B. nicht erlaubt, Nicht-Juden zu heiraten. Diese müssen vor der Ehe zum jüdischen Glauben konvertieren. Es gibt einige Regeln, die man vor allem beim Essen einhalten sollte: Milch und Fleisch etwa dürfen nicht zusammen verspeist werden; auch wird nur Fleisch von Tieren gegessen, dessen Hufe gespalten sind.
Nach dem Tod: Es gibt mehrere Arten des Judentums, deshalb scheiden sich die Geister der Gläubigen, wie es denn nach dem Leben weitergeht. Juden sind eher auf das Diesseits ausgerichtet. Manche glauben, dass es einen jenseitigen Ort der Gerechtigkeit gibt, andere wiederum, dass das Leben einfach aufhört oder dass Sünder nach ihrem Tod von Dämonen gequält werden.
Hindusimus
Auf Platz 3 der beliebtesten Religionen steht der Hinduismus mit ca. 1 Mrd. Gläubigen. Diese Religion stammt aus Indien und hat dort den Großteil ihrer Anhängerschaft.
Der Chef: Es gibt mehrere Chefs oder sagen wir lieber, es gibt mehrere hinduistische Richtungen, die jeweils eine eigene Gottheit mit sich bringen, beispielsweise den Shivaismus oder den Vishnuismus. Im Gegensatz zu anderen Religionen werden im Hinduismus die Gottheiten gerne dargestellt, wahlweise als Figur oder Symbol. „Einheit in der Vielfalt“ ist eine oft verwendete hinduistische Redewendung.
Der größte Held: Wo sich viele Gottheiten tummeln, dort bleibt wenig Platz für Helden. Allerdings kann man die 10 Avatare des Vishnu (seine Inkarnationen) wohl als solche ansehen. Unter ihnen auch Krishna, nach dem die religiöse „Hare Krishna-Bewegung“ benannt ist.
Erlaubt und Verboten: Erlaubt ist der Konsum von Haschisch, das im Hinduismus die Stelle des Weines im Christentum einnimmt. Das Fleischessen ist zwar nicht verboten, aber es wird empfohlen, es zu unterlassen.
Nach dem Tod: Die Reinkarnation ist ein zentraler Punkt des hinduistischen Glaubens. Leben und Tod gelten als stetiger Kreislauf. Der Körper, in dem man wiedergeboren wird, variiert aber. Es ist immer eine gute Idee, reichlich positives Karma anzuhäufen, um nicht als Tier das nächste Leben durchstehen zu müssen. Am Ende des Kreislaufes steht dann hoffentlich die Erlösung.
von Stefan Hirsch und Sebastian Dargel

Wir waren zum Glück in Osnabrück

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Nachdem wir in unserer letzten Ausgabe den Dörfern eine Chance gewährten, ist es für die dritte uniVista wieder Zeit gewesen, eine Stadt zu besichtigen. Nicht irgendeine Stadt natürlich! Wie alle Orte, denen wir in dieser Rubrik einen Besuch abstatten, musste auch Osnabrück allerhöchsten Ansprüchen standhalten. Der Anspruch ist (Trommelwirbel bitte): Man muss den Ort mit unserem Semesterticket erreichen! Osnabrück hat diese Prüfung mit Bravour bestanden und bevor ich nun weiter dem zweiten großen O in Niedersachsen die Show stehle, lass ich die City für sich selbst sprechen. Also eigentlich spricht die Stadt ja durch die Finger, die das hier tippen, die wiederum meine sind, aber naja…egal, jetzt kommt Osna!

Marienkirche
Die erste Station, die die furchtlose Redaktion in Osnabrück ansteuerte, war die Marienkirche, die direkt am schönen alten Rathaus der Stadt gelegen ist. Die Geschichte der Marienkirche geht zurück bis zum Jahre 800. Für die, die sich nicht vorstellen können wie lange das her ist: Sehr, sehr, sehr, sehr lange! Wer bei dem Anblick der Kirche denkt, dass die Fassade schon gewaltig ist, wird vom inneren des Gotteshauses nicht minder begeistert sein. Jeder Stein, jede Figur, der prächtige Altar und vor allem das riesige Triumphkreuz haben ungeheure Ausstrahlungskraft und lassen den Besucher in eine angenehme Ruhe verfallen. Ein toller Einstand.
Das Heger-Tor

Besonders geschichtstreue Menschen bezeichnen es als Waterloo-Tor. Das ist eigentlich auch der korrekte Name für das heimliche Wahrzeichen Osnabrücks, aber wer sich mit ein paar Freunden aus Osna am Abend beim Waterloo-Tor verabredet, wirdhöchstwahrscheinlich einsam bleiben, da diese Bezeichnung keiner kennt.
Das Tor war ein Geschenk an Osnabrück, da einige der Stadtsöhne bei der Schlacht von Waterloo der siegreichen Seite beistanden. Einen Blick ist das Tor, egal wie es denn nun heißt, aber wert.

Der Dom
Waren wir von der Marienkirche schon begeistert, setzte der Dom noch eins oben drauf. Das klingt jetzt zwar stark danach, dass wir eine Pilgerfahrt nach Osna gemacht haben, dem ist aber nicht so! Alte Städte haben alte Gebäude, und genau diese machen den Charme einer Stadt aus. Das Bauwerk, wie es heute zu sehen ist, besteht seit 1277. Der Dom Sankt Peter, so der volle Name des Doms, ist schlicht atemberaubend. Wer in Osna nur Lust auf eine Kirche hat, dem lege ich den Dom näher als die Marienkirche. Hier ist nicht nur alles ein wenig größer, auch gibt es neben dem Gotteshaus selbst noch eine nette Nonne, die einem die Geschichte des Doms näher bringt und die einem eine kleine Tür zu einem sehr interessanten Ort zeigt. Selbst ausprobieren. Die Tür klemmt übrigens etwas!
Felix-Nussbaum-Haus
In dem von Daniel Libeskind (Architekt des Jüdischen Museums in Berlin) entworfenem Museum, welches alleine schon einen Besuch wert wäre, sind viele Bilder des 1944 in Auschwitz ermordeten Malers und Graphikers Felix Nussbaum zu sehen. Erfahrt mehr über den Maler der Neuen Sachlichkeit und über die Tragik des jüdischen Schicksals, seine Kindheit in Osnabrück sowie über sein Leben und Wirken in Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich und Belgien. Zitat: „Wenn ich untergehe – lasst meine Bilder nicht sterben – zeigt sie der Nachwelt!“
Lotter Straße 2, dienstags bis freitags von 11 bis 18 h und samstags und sonntags von 10 bis 18 h geöffnet. Ermäßigter Eintrittspreis 3 €.


Ausstellung: Bilder, die lügen
Wenn man eh schon im Felix- Nussbaum-Haus ist, sollte man sich ein X für ein U vormachen lassen und sich die Wanderausstellung „Bilder, die lügen“ anschauen. Hier werden anhand vieler Ausstellungstücke die Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern deutlich. Bekanntestes Beispiel sind wohl die gefälschten Hitler-Tagebücher von Konrad Kujau.
Die Ausstellung ist im Eintrittspreis zum Felix-Nussbaum-Haus enthalten.
Erich Maria Remarque- Zentrum
Das Remarque-Zentrum zeigt eine vielfältige Ausstellung über den 1898 in Osnabrück geborenen Schriftsteller, welcher mit Im Westen nichts Neues Weltruhm erlangte. Besonders sehenswert sind seine handschriftlichen Notizen, studentenfreundlich ist der Preis: einfaches Interesse.
Am Markt 6, dienstags bis freitags von 10 bis 13 h und 15 bis 17 h, samstags und sonntags von 11 bis 17 h geöffnet.
Bagel´ s
Das Bagel´s ist ein kleines Café in Osnabrücks Innenstadt, in dem es gesunde und schmackhafte Bagel- Spezialitäten gibt. Es ist rauchfrei und hat eine Kinderspielecke, dementsprechend muss man sich auf eventuellen Kinderlärm einstellen, wenn man denn einen Platz ergattert. Das Bagel´s ist nämlich hochfrequentiert und es ist nicht unnormal, länger warten zu müssen. Die Preise gehen von einem unbelegtem Bagel für 80 Cent bis zum Überraschungsfrühstück (gibt’s immer) für 9,90 €.
Herrenteichsstraße 18, montags bis freitags von 7.30 bis 22 h, samstags von 7.30 bis 23 h und sonntags von 10 bis 21 h geöffnet.
Sausalitos
Das Sausalitos ist sicher jedem ein Begriff, immerhin gibt es diesen Mexikaner in 22 Städten Deutschlands. In Osnabrück bietet er ein südländisches Ambiente mit einem Mix aus Cocktails, Tortillas, Taccos und lauter Musik. Die Happy Hour lädt gemischtes Publikum, aber vor allem junge Partylustige ein, so dass hier oft nur eine Tischreservierung zum Sitzplatz verhilft.
Montags 17 bis 20 h alle Speisen zum halben Preis, täglich 17 bis 20 h Cocktail-Happy Hour.
Kommenderiestr. 32-34, täglich von 17 bis mindestens 1 h geöffnet.

Nachtwächterwanderung
Ein absoluter Höhepunkt einer jeden Osnabrücker-Stadterkundung ist die Führung durch den mittelalterlichen Stadtkern in einer Nachtwächterwanderung.
Um 20.00 h versammeln sich alle Interessierten vor dem Rathaus. Dort beginnt die Reise mit einer Einführung ins abendliche Programm. An dessen Ende hat jeder Mitwanderer einen Obolus von 6 € an die diensthabenden Nachtwächter zu entrichten. Außerdem werden die Gruppen ausreichend mit Laternen eingedeckt.
Die Wanderung führt dann nicht nur durch die Gassen und an den Mauern der Altstadt entlang, sondern auch in so manch altes Gemäuer. So sind ein Wehrturm in der Stadtmauer und der Bürgerturm, sowie ein Tunnel Bestandteil der Führung (spätestens an diesen Orten hat sich dann auch jedem der Zweck der Laternen erschlossen).
Währenddessen erfährt der geneigte Zuhörer nicht nur etwas über das Leben der Nachtwächter und Bürger der damaligen Zeit, die Nachtwächter wissen auch eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen, welche selbst für den alteingesessenen Osnabrücker interessant sind. Nach gut 3 Stunden endet die Wanderung dann, wo sie begonnen hat, im Rathaus.
Nightlife Osnabrück oder besser: Kultur nach 23 Uhr
Nach 23 Uhr machte sich das uniVista-Team auf, um das Nachtleben Osnabrücks zu erkunden. Dem geneigten Leser, der gerne auch die Clubs erkunden möchte, die wir hier auf diesen Seiten vorstellen, sei geraten, auch als begeisterter NWB-Fahrer das Auto zu benutzen. Viele der Clubs liegen weit auseinander und wenn man in seinem Partygepäck nicht auch verschiedenes Schuhwerk mit sich führen möchte, um der Wandertour und dem Dresscode gerecht zu werden, dem sei das doppelt ans Studentenherz gelegt.
Con-3
Um sich auf einen abwechslungsreichen Partyabend in Osnabrück einzustimmen oder auch mal, um mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen, eignet sich das Con-3 hervorragend. Eine außergewöhnliche Bar- Lounge, in der kein Einrichtungsgegenstand dem anderen gleicht, da alles handgefertigt und somit einzigartig ist. Besonders interessant: Getränkekarten eingebunden in Fachliteratur. Die Preise sind akzeptabel, ein Bier liegt um die 2,00 Euro. Zu finden ist das Con-3 in einer alten Industriehalle auf dem World of Video-Gelände an der Hannoverschen Straße.
Weitere Informationen unter: www.con-3.com

Alando-Palais
Ein Etablissement der gehobenen Klasse verspricht das Alando-Palais am Pottgraben. Frei nach dem Motto „In ist, wer drin ist“ wird nicht jedem der Einlass gewährt. Gepflegtes Erscheinungsbild ist top. Wer den prüfenden Blicken der Türsteher jedoch standhalten kann, erlebt eine Diskothek der besonderen Art mit mallorquinischem Flair. Dementsprechend besonders gestaltet sich auch der Eintrittspreis, der in der Regel bei 6,00 Euro pro Person liegt. Getränke sind ab 2,00 Euro zu erhalten.
Mehr unter: www.alando-palais.de
Kleine Freiheit
Als nette Location mit Partykeller-Flair erwies sich die Kleine Freiheit in der Hamburgerstraße. Durch den Partybus, (ja es steht tatsächlich ein Bus am Eingang durch den man kraxelt um in das Gebäude zu gelangen), kletterten wir in die erste Station unserer Nachttour. Hier finden sich Leute, die gerne zu Rock- und Popklängen feiern und das an diesem Abend auch ordentlich taten. Die Getränkekarte war relativ vielseitig, wobei man natürlich als verwöhnter Vechtaer Student Cola-Korn für 4 Euro etwas überteuert finden muss. (Becks 2,50, Cola 2 Euro) uniVista meint: Ein Ort an dem Mann und Frau sich gern auch länger aufgehalten hätten. Eintritt i. d. R. vier Euro.
Mehr unter: www.kleinefreiheit.info

Hyde Park
Etwas außerhalb vom Osnabrücker Zentrum im Fürstenauer Weg liegt der Hyde Park, eine gute Location für Freunde der alternativen Musik. Freitags gibt es wechselnde Events (Rocknacht, Rabenschwarze Nacht usw.). Samstag steht Easy Listening auf dem Programm. Die Bierpreise sind dem Nachtleben Osnabrücks angepasst und liegen um die 2,00 Euro.
Mehr Informationen zu den laufenden Veranstaltungen unter: www.hyde-park.de
Impuls
Das Impuls ist relativ einfach zu finden. Mitten in Osnabrück unter der Stadthalle kann man ab 23 Uhr zu Houseklängen die Hüften schwingen. Die Location ist recht verwinkelt und überschaubar. Die Preise sind unserer Meinung nach den restlichen Stationen angepasst (Becks 2,50 Euro, Wasser 2,00 Euro). Wer gegen Ende einer Partynacht nochmal richtig tanzen möchte, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Den Mädels sei gesagt, dass es eigentlich keinen Dresscode gibt, wir haben allerdings kein weibliches Wesen mit Turnschuhen gesehen. Eintritt 6 Euro.
Mehr unter: www.impulsclub.net
von Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, Sebastian Dargel, Björn Franke und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Osnabrück:
Hin
Mo.-Fr. 5.29h – 20.29h st.
Sa. 7.29h – 19.29h st.
So. 9.29h – 17.29h zweist. + 17.29h – 20.29h st.
Zurück
Mo.-Fr. 7.26h – 22.26h st.
Sa. 7.26h – 15.26h st. + 15.26h – 22.26h zweist.
So. 9.26h – 13.26h zweist. + 13.26h – 22.26h st.

Bilderalbum
uniVista No. 03: Osnabrück

Immer wieder samstags

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Um ehrlich zu sein, habe ich den Sinn dieses Spiels nun wirklich nie verstanden, aber gut, der Kleiderschrank einer Frau mag dem einen oder anderen auch ein Rätsel aufgeben. Nun ist das WM-Jahr rum und die Euphorie über die Ballkunst hat sich ebenfalls gelegt. Geblieben ist die Bundesliga und ein Mysterium, welches mich jedes Wochenende erneut den Kopf schütteln lässt. Fast möge man glauben, mit Eintritt in den Freitagabend entwickeln sich friedliebende, kultivierte Männer in Wesen, die die Tatsache, dass der Mensch vom Affen abstammt, immer wieder deutlich in Erinnerung rufen möchten. Dabei stellen sich mir als Beobachterin immer wieder dieselben Fragen: Wieso stört es sie eigentlich nicht, sich gegenseitig die Genitalien auf dem Feld zu kraueln bzw. sich liebevoll den Hintern zu tätscheln, wenn sie gleichzeitig im Alltag schon bei der Andeutung „homo…“ häufig dazu neigen, Ausschläge zu entwickeln. Weshalb gleicht die Jubelszene im Duschraum des Bundesligameisters einem einschlägigen Videothekenfilm, während gemeinsames Duschen sonst wohl eher Mangelware ist. Und warum eigentlich gibt es im Schalker Stadion ein Taufbecken?? Glauben die Männer tatsächlich, wir würden es zulassen, dass unser Erstgeborener in einem nach Fußschweiß riechenden Gewölbe auf den Namen Rudi getauft wird??? Fragen, die wohl ewig ihre Antwort suchen. Interessant ist auch die Sicht auf den Frauenfußball. Eigentlich müsste doch eine Fußballspielende Frau das perfekte Gegenstück zu ihnen sein. Keinen Samstag mehr ewiges Bummeln, stattdessen Kicken auf dem Bolzplatz und Entgegenfiebern der 18:00 Uhr Sportschau.
Kein ewiges Fragen nach dem Sinn eines Ballspiels, stattdessen gemeinsames Komponieren weiterer Stadienhymnen und auch in den heimischen vier Wänden kann die Erotik durch einen fröhlichen Trikottausch und Vorstoß in den Strafraum am Leben gehalten werden. Allerdings scheint die Nachfrage in diesem Bereich eher gering zu sein. Was tun? Anfreunden mit dem Lederfeind? Lächeln und Nicken lautet wohl die Devise, denn schließlich können wir uns ausgiebig revanchieren, wenn der Liebste dann einen Marathon von Gilmore Girls, Desperate Housewives und Grey´s Anatomy ertragen darf…und wird!
von Britta Simon
Was eigentlich ein Männerthema ist, war zumindest zur WM ein Thema für alle. Das schönste Spiel der Welt, im Alltag eigentlich kein Spiel, sondern eher eine gesunde Mischung aus Krieg und Religion, der Fußball. Was war das doch schön, als der Bäckermeister-Jürgen seine Jungs über den Rasen schickte und Mann und Frau gemeinsam eine schöne Zeit hatten. Doch was war es danach überraschend, dass Frauen dem Bundesliga-Alltag so gar nichts abgewinnen konnten. Der frühe Samstagabend wurde wieder zum Abenteuer, denn die Sportschau war nicht länger ein geduldeter Gast in hiesigen Wohnzimmern und die Männer stellten sich die Frage, wie Frau es denn schafft, ihren Schalter so schnell umzulegen? Hass, Liebe und dann wieder Hass? Sehr merkwürdig. Was ist da denn los, verdammt? Hassen die Frauen wirklich dieses von Gott gegebene Spiel und haben während der WM nicht wirklich den Fußball sondern dieses Sommermärchenhafte Feeling genossen? Fragen über Fragen. Leider ist es aber wohl Letzteres. Die meisten Frauen (ja genau, einige wenige sind sogar ausgeschlossen!) haben nicht den Spaß an ihren besoffenen Männern und den Bällen auf dem saftigen Grün gefunden, sondern ganz einfach an dem Spaß den diese Wahnsinnveranstaltung verbreitet hat. Und wahrscheinlich war es auch einfach das friedliche Miteinander und das alle (zumindest fast alle) auf der Seite ein und derselben Mannschaft standen. Vielleicht ist aber das Verständnis nicht da, das, zumindest für 90 Minuten, die besten Freunde zu den größten Feinden werden. Ich für meinen Teil, verstehe die Frauen nach der WM weniger als vorher…allerdings habe ich einen Deal ausgehandelt! Samstagabend wird nicht über Fußball gemeckert und ich schaue im Gegenzug „Desperate Housewives“. Nur ein Scherz, so einen Muff schau ich mir nicht mal mit vorgehaltener Pistole an! Kann es sein, dass genau diese Einstellung uns den Hass auf den Fußball einhandelt?
Mann weiß es nicht. Frau sicher.
von Sebastian Dargel

PDF-Version der Sonderausgabe No 1

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Die Dargel’sche Feuerzangenbowle

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Um eine richtig gute Bowle zu machen, orientiert ihr euch am besten nur an meinen Angaben:
1 Topf, 1 Feuerzange, 1L Rotwein, 1 Zimtstange, 1 Nelke, 1 TL Zitronenschale, 2 TL Orangenschale, 1 Zuckerhut (das Wichtigste neben dem Alk! :o) ), 1/4 Liter 54%iger. Als erstes wird der Wein in den Topf gegossen und mit Nelke und Zimt gewürzt. Die Schale von den Zitrusfrüchten abhobeln und dazugeben. Man kann auch die Früchte geschnitten hinzufügen. Das ganze erhitzen, aber nicht kochen! Nun stellt man den Topf auf ein Stövchen, damit das ganze heiß bleibt. Jetzt kommen wir zum wichtigen Teil: Die Feuerzange fest auf den Topf legen und den Zuckerhut oben drauf stellen. Diesen dann mit Rum beträufeln und anzünden. Er verflüssigt sich und süßt die Bowle. Damit die Flamme nicht ausgeht, immer wieder Rum auf den Zuckerhut gießen. Am besten mit einer Kelle und nicht direkt aus der Flasche, da die Chance, dass das Zimmer in Flammen aufgeht, doch recht groß ist, wenn man schon etwas im Tank hat. Der Zuckerhut ist übrigens fähig, vier Liter Wein zu süßen. Zuletzt noch den Filmklassiker „Die Feuerzangenbowle” in den DVD-Player schieben und man hat einen sehr gemütlichen und feucht-fröhlichen Abend mit ein paar Freunden vor sich. Viel Spass!
von Sebastian Dargel

PDF-Version der 2. Ausgabe

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uniVista im Gespräch mit der Präsidentin der Hochschule Vechta

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Bildnachweis: Lea Weber
“Ich befürworte die Studiengebühren,
wenn sie der Hochschule zu Gute kommen.”
Bild: Lea Weber
Die Präsidentin der Hochschule Vechta macht keinen Hehl daraus, dass sie für Studiengebühren ist.
Ein Grund für uns, nachzufragen.
Sie sind für Studiengebühren?
Das ist richtig. Ich habe da mit meiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten Ich befürworte die Studiengebühren, wenn sie der Hochschule zu Gute kommen und denke auch, dass sie zur zukünftigen Finanzierung und Gestaltung der Hochschulen in Deutschland notwendig sind.
Die Einnahmen der Studiengebühren durch die Hochschulen könnten doch dazu führen, dass sich das Land aus der Finanzierung der Hochschulen zurückzieht oder diese Gelder gar dazu verwendet werden, Haushaltslöcher zu stopfen. Sehen Sie darin eine Gefahr?
Die Studiengebühren werden vollständig zur Verbesserung der Lehre und Forschung in der Hochschule verwendet Lediglich 0,1% der eingenommenen Gelder kommen in den Ausfallfond. Mit diesen Geldern kann die Bank die notwendige Sicherheit garantieren Da sie Kredite vergibt, ohne diese zu verlangen.
Der Zukunftsvertrag, welcher zwischen den Ländern und der LHK (Landeshochschulkonferenz, Anmerkung der Redaktion) geschlossen wurde und bis 2010 gilt, sichert, dass die Länder sich nicht aus der Finanzierung verabschieden oder auf die Mittel zugreifen. Die Gefahr sehe ich jedoch durchaus. Deshalb wurde von der LHK aus eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Sprecherin ich bin, welche sich mit dieser Problematik auseinandersetzt und entsprechende Forderungen ausarbeitet.
Sollten die Gelder zweckentfremdet werden, bin ich auch gegen die Studiengebühren und würde protestieren.
Sie halten die Studiengebühren für sozialverträglich?
Da es die Studienkredite gibt, welche an alle, unabhängig von ihren Eltern oder anderen Sicherheiten, vergeben werden, halte ich sie in der Tat für sozialverträglich Ohne diese Kredite wäre das nicht der Fall. Es ist jedoch zu beobachten, dass die jetzt immatrikulierten Erstsemester diesen Kredit nur in geringer Zahl in Anspruch genommen haben Ich möchte jeden dazu ermutigen, hiervon Gebrauch zu machen, wenn Bedarf besteht
Inwiefern halten Sie Ihre Aussage für gerechtfertigt, wenn man die Feststellung von Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW) dagegenstellt Zitat: „Wir wissen dank unserer Sozialerhebungen, wie es den Studierenden sozial und finanziell geht. Ein Viertel muss mit weniger als 600 Euro im Monat auskommen. Das sind sogar 40 Euro weniger, als die Familiengerichte derzeit als Orientierungswert für den studentischen Bedarf ansetzen.”
83 Euro monatlich für die Studiengebühren zurückzulegen, ist sicher eine Belastung für den Einzelnen. Das möchte ich ja gar nicht kleinreden. Nichtsdestotrotz haben Hochschulabsolventen immer noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als andere und entsprechende Verdienstaussichten Für so eine Ausbildung sollte dann auch bezahlt werden
Ab welchem Betrag halten Sie die Gebühren für nicht mehr sozialverträglich?
(Hintergrund: 500€ seien „akzeptabel und zumutbar”, so Assenmacher an anderer Stelle.)
(überlegt) Das ist schwer zu sagen. Die Sozialverträglichkeit hängt ja von Faktoren wie der Wirtschaftsentwicklung ab und das kann man heute noch nicht kalkulieren. Zukünftig werden die Studiengebühren sich sicher noch erhöhen. Wünschenswert wäre auch eine Staffelung, da ja auch die Verdienstaussichten in den einzelnen Studienrichtungen sehr unterschiedlich sind.
Werden Abiturienten aus so genannten bildungsferneren Schichten nicht an einem Studium gehindert durch die Studiengebühren ?
Der Anteil von Studierenden aus einkommensschwächeren Schichten betrug ohne Studiengebühren lediglich 12%. Die soziale Vermischung wird sich durch die Einführung der Studiengebühren nicht verändern
Bildnachweis: Lea Weber
“Sollten die Gelder zweckentfremdet
werden, bin ich auch gegen die
Studiengebühren und würde protestieren.”
Bild: Lea Weber
Also Status Quo?
Das Problem liegt woanders: Soziale Gerechtigkeit setzt für mich früher an. Es wäre viel wichtiger, Kindergärten beitragsfrei zu machen und mehr in die frühkindliche Bildung und Grundschulen zu investieren. Denn dort liegt die Ursache für die soziale Ungleichheit. Und überhaupt zeigt ein Blick ins Ausland – nehmen Sie zum Beispiel Österreich -, dass die soziale Schere nicht weiter auseinander geht durch Studiengebühren.
Stichwort Stipendien?
Ja, es befindet sich ein Stipendiensystem für die Hochschule im Aufbau. Die Vize- Präsidentin Frau Rieken ist daran umfassend beteiligt. Wir haben dafür auch extra eine neue Stelle geschaffen, welche sich darum kümmert. Auch Frau Kocar, unsere Gleichstellungsbeauftragte, ist an der Erarbeitung eines Fundraisingkonzepts für die Hochschule beteiligt.
Ich denke, dass es hier auch eines gesellschaftlichen Wandels bedarf, damit sich ein Wettbewerb entwickelt und es für Unternehmen und andere Institutionen attraktiv wird, Studenten zu unterstützen und sich finanziell an ihrer Ausbildung zu beteiligen. Das wird sicher nicht von heute auf morgen gehen. Doch wir sind da, denke ich, auf einem guten Weg.
In welcher Form haben die Studenten Einfluss auf die Verwendung der Studiengebühren?
Die Studierenden sind beteiligt an der Diskussion, wie die Studiengebühren eingesetzt werden und letztlich auch an den Entscheidungen. In der AG Studiengebühren sind zwei Studierende vertreten und in den beschließenden Kommissionen gibt es auch studentische Vertreter.
Besteht nicht die Gefahr, dass ein Institut oder eine Fachrichtung besonders gefördert wird, damit die Uni ein Aushängeschild hat?
Das ist nicht der Fall und das wird auch nicht so eintreten. Wir wollen das Studium für alle Studierenden verbessern und Ausgewogenheit ist da ganz wichtig. Des Weiteren halte ich Transparenz für ganz wichtig.
Bildnachweis: Lea Weber
“Wie müssen bauen.”
Bild: Lea Weber
Was assoziieren Sie mit Seminararbeit?
Ich denke, dass die Seminararbeit im BA-Studiengang nicht den gleichen Umfang haben sollte wie zu meiner Zeit. Ich hatte ein ganzes Semester Zeit, mich mit einem Thema zu beschäftigen. Die Seminararbeit im BA-Studiengang kann aufgrund der Dichte der Prüfungsleistungen nicht so umfassend ausfallen. Das ist meine persönliche Meinung.
Wir wollten eigentlich auf etwas anderes hinaus (aber vielen Dank für Ihre Einschätzung), sprich: die Arbeit in einem Seminar.
Ein Seminar sollte eine kleine Gruppe sein, in der intensiv gearbeitet werde kann. Klar ist, dass ein Seminar keine Massenveranstaltung sein sollte.
Wie kann das gewährleistet werden bei so vielen Erstsemestern?
In der Vergangenheit ist uns das leider nicht immer gelungen. Besonders in den Bereichen Pädagogik und pädagogische Psychologie gab es in diesem Zusammenhang große Defizite. Das geht nicht an mir vorbei und wir arbeiten an der Verbesserung dieser Zustände.
Die Studiengebühren waren also hilfreich?
Da waren die Studiengebühren schon eine große Hilfe. Denn damit konnten wir die Vielzahl von Tutoren für die Einführungswoche bezahlen. Außerdem haben wir für den Studiengang Bachelor Soziale Arbeit so 32 SWS zusätzliches Lehrangebot finanzieren können.
Wie sehen Sie die Zukunft der Hochschule Vechta?
Der Standort Vechta hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert und die Existenz der Hochschule ist gesichert. In diesem Zusammenhang sind die steigenden Studierendenzahlen ein starkes politisches Argument. In Göttingen und Braunschweig sinken die Studierendenzahlen. Wohingegen Vechta seinen Zuwachs nahezu verdoppeln konnte.
Bildnachweis: Lea Weber
Bild: Lea Weber
Und dieser Zuwachs ist nun beendet oder wie viele Studenten mehr verträgt die Uni derzeit?
Ich finde die Zahl 3500 schön, das habe ich immer gesagt. Aber eins steht fest: Wir müssen bauen! Die Qualität von Lehre und Forschung soll noch steigen. Als ich vor zwei Jahren mein Amt übernommen habe, war der Zustand der Lehre ja nicht der beste. Es gab viele vakante Professuren und Verwaltungen von Professuren, da die Existenz der HS Vechta damals ja noch in regelmäßigen Abständen in Frage stand.
Im WS 07/08 wird der Studiengang Bachelor soziale Arbeit einen NC haben?
Ja, das auf jeden Fall
Frau Assenmacher, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Interview führten Stefanie Bruns, Sebastian Dargel und René Kohn.

Was ist das mit uns Frauen? -oder- Ansprechen und dann?

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Was ist das mit uns Frauen?
Ist es normal, immer zu warten bis es zu spät ist? Ich meine, da ist ein Typ… ein echt toller Typ, du findest ihn heiß… er ist nett, zuvorkommend, höflich… unter dem Strich alles, was ein Mann sein sollte. Er ist sogar in deinem Freundeskreis, du siehst ihn im Schnitt 3x die Woche, auch an den Wochenenden. Du verbringst fast komplette Nächte mit ihm, hängst an seinen Lippen, dein Bauch kribbelt, ein Lächeln huscht über dein Gesicht, wenn du an ihn denkst, du verlierst dich in seinen Augen… tagelang, wochenlang, monatelang und dann…. eines schönen Tages ist SIE da. Seine neue Freundin! Objektiv betrachtet ist SIE nichts, was du bist. SIE ist nicht hübsch, klug, witzig, originell, kreativ… nichts. Naja gut, … vielleicht ist sie doch hübscher, schlanker, eloquenter, intelligenter… ach egal SIE ist ein Nichts, du willst SIE hassen, aber SIE ist auch noch so verdammt nett! Aber SIE ist der Feind, daran gibt es nichts zu rütteln. Denn SIE ist einfach nur da wo du gern sein würdest, an seiner Seite. Wahrscheinlich kennst du SIE sogar und hast ihr bestimmt 20.000 x erzählt wie toll er ist. Und eines schönen, sonnigen Tages dachte SIE sich: „Den schau ich mir mal genauer an.”
Was ist das? Hatte man etwa monatelang keinen Sprechapparat? Keinen Körper mit dem man eindeutige Signale hätte senden können?
Ist es die heutige Zeit, die uns allen das Leben so schwer macht? Ich meine die Steinzeit hatte doch was für sich! Da ist ein Typ der dir gefällt? Kein Problem! Du nimmst eine Keule, ziehst sie ihm über den Schädel und schleifst ihn in deine Höhle. Klingt doch einfach! Und wenn ich dann… wenn ich… wenn… und schon wieder denken wir nach, wir Frauen. Aber mal ganz ehrlich, bei 16% Männeranteil ist nicht viel mit Nachdenken, meine Damen! Da fällt mir gerade ein, das Ding mit der Höhle war in der Steinzeit auch nur den Männern vorbehalten, oder? Haben Männer auch diese Selbstzweifel? Bestimmt. Sie können doch gar nicht so anders sein… na ja…vielleicht doch.
von Melanie Ehlert
Ansprechen und dann?
Wenn man in einer Beziehung ist, dann ist eine Seite immer ganz besonders stolz, wenn sie die Aussage tätigen kann „Was wäre, wenn ich dich damals nicht angesprochen hätte?”.
Abgeklärte Kerle antworten darauf „Schatz, ich weiß es nicht aber es ist wundervoll, dass du es getan hast”, man küsst sich und schaut sich verliebt in die Augen. Toll. Nicht ganz so abgeklärt wäre die Antwort „Dann hätte ich heut ne andere.” Tja schade, schlechte Antworten werden immer bestraft und dumme sowieso, wahlweise mit Entzug von Matratzensport oder …nein kein oder, die Bestrafung zieht ja immer.
Aber um überhaupt dieses Gespräch führen zu können, muss man zuerst die angesprochene Situation im real-life erlebt haben. Dies wird nun am Beispiel unserer beliebten Unipartys durchgespielt, wo es immer wieder eben diese Situationen gibt, über die man sich am Mittag des nächsten Tages, wenn man gerade aufwacht, die Frage stellt „was wäre gewesen wenn?”.
Die Frau deiner Träume ist also endlich auch einmal auf einer Uniparty. Sie sieht, wie eigentlich immer, fantastisch aus. Wie stellt man es nun am besten an, mit ihr ins Gespräch zu kommen? Nun ja, erst einmal sollte der eigene Alkoholpegel eingeschätzt werden, denn wer zu voll ist, der wirkt, na sagen wir mal, eher abstoßend als anziehend. Ist diese erste Hürde bewältigt, sollte man überdenken, über was man reden will und auf gar keinen Fall mit irgendeinem Anmachspruch starten. „Du auch hier?” oder „Ist der Pulli aus Kamelhaar?” kommen weniger gut an. Auch, dass der Papa der jungen Dame irgendwelche Sterne geklaut haben soll, lassen sich Frauen ungern unterstellen.
Also Bauch rein und Brust raus, nicht von Freunden mit Tipps bombardieren lassen, denn der wirklich beste und sogar einfachste Weg ist es, einfach hingehen, lächeln und Fragen stellen. Frauen sind wie Männer (wenigstens einmal!!!), sie wissen schnell, ob sich ein tieferer Blick lohnt oder ob es mit euch gar nichts wird. Das gilt aber nicht nur für Unipartys. Wer Mut beweist, der wird belohnt, und wer noch ein bisschen mehr zu bieten hat als „heut war EW auch wieder langweilig, oder?”, kann unter Umständen das „was wäre gewesen wenn?” in ein „Ich hab dich zuerst angesprochen!” tauschen und sich selig noch einmal zur Seite drehen. Es ist schließlich erst 12 Uhr.
von Sebastian Dargel

Mein Gott kanns besser als deiner (Teil 1)

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Nicht nur nach Rom, sondern auch ins Paradies führen viele Wege. Doch welcher von ihnen ist der sicherste? Was passiert mit denen, die sich für einen entscheiden, der sich nach dem Tod als frustrierende Sackgasse entpuppt? Wird religiöses Engagement belohnt oder erwartet Gott Strenggläubige nach ihrem Lebensende knüppelschwingenderweise mit den Worten: „So, jetzt werde ich dir mal zeigen, was ich von Strebern halte!”
Fragen, die Freundschaften entzweien, die die Grundlage für enervierende Diskussionen bilden und manch einen dazu bringen, einen Völkermord für eine sinnvolle und ethisch wenig bedenkliche Sache zu halten. Dabei will Religion doch vor allem eins: Dem Menschen Halt geben, Werte und Normen vermitteln und begründen, und zeigen, wie man seinem Seelenheil näher kommt.
uniVista stellt euch die beliebtesten Strategien vor, im Jenseits einen Platz an der Sonne zu ergattern. (Natürlich gibts auch andere Ziele.)
Buddhismus
Der Buddhismus hat ca. 375 Mio. Anhänge Verglichen mit anderen Religionen, wird de Buddhismus zumeist ausgesprochen positiv beurteilt.
Der Chef: -sessel bleibt leer. Es gibt keinen allmächtigen Gott und es wird nicht angenommen, dass unsere Existenz einem Schöpfer zu verdanken ist.
Der größte Held: ist Siddhartha Gautama, der 563 v. Chr. geboren wurde und den Buddhismus gegründet hat. Er schaffte es, sich von allen Fehlern und geistigen Hindernissen zu befreien, erlangte die Erleuchtung und wurde zur Buddha.
Erlaubt und verboten: Nicht erlaubt ist es, Tiere z töten. Deswegen müssen Buddhisten auf Fleisch verzichten. Ansonsten kommt vieles gut an, was sich auch in anderen Religionen bewährt: Spenden, mehrmals täglich beten und eine Fastenzeit einhalten.
Nach dem Tod: geht es wieder von vorne los. Nach dem Tod eines Lebewesens manifestieren sich die noch nicht erloschenen Kräfte in einer neuen Existenz, die nicht unbedingt menschlich sein muss. Zu was man wir( hängt davon ab, wie man sich in seinem vorherige Leben verhalten hat. Erst wenn man zum Buddha wir( kommt man in das Nirvana, einer Art Paradies, das m irdischen Begriffen nicht zu fassen ist.
Übrigens: Der dicke, grinsende Mann ist nicht de Religionsstifter Siddhartha Gautama, sondern ei chinesischer Mönch, der behauptete, die Erleuchtung erlangt und Buddha geworden zu sein. Sein Abbild gilt als Glückssymbol.
Christentum
Die größte Religion der Welt ist mit knapp 2 Mrd. Gläubigen das Christentum. Das Christentum ist monotheistisch und basiert auf dem Judentum.
Der Chef: Der christliche Gott ist ein einzelnes Wesen, das in drei Erscheinungen existiert: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Gott ist Schöpfer von Himmel und Erde, allmächtig und allwissend.
Der größte Held: Das kann nur Jesus Christus, der Messias, sein. Im Neuen Testament als Sohn Gottes bezeichnet, wurde er von einer Jungfrau geboren, um das Menschenschicksal zu teilen und ihre Herzen zu befreien. Er war nicht tot zu kriegen. Nicht lange nach seiner Kreuzigung stand er einfach wieder auf. In Zukunft wird er eine weitere Rolle spielen Er soll den Antichrist besiegen.
Erlaubt und Verboten: Die Katholiken haben ein paar mehr Regeln, Sünden und Pflichten als die Protestanten, deswegen werden hier nur die Gemeinsamkeiten aufgezeigt Vor allem sollte man sich an die zehn Gebote halten: ua. soll man nicht töten, stehlen oder eines anderen Frau begehren… Unterm Strich also Dinge, die man sowieso unterlasen sollte.
Nach dem Tod: Es gibt gleich zwei Möglichkeiten für die Seele, nachdem der Tod des Leibes eingetreten ist Entweder gelangt man zu Gott in den Himmel oder aber in die Hölle. Lediglich einer dieser Orte ist wirklich freundlich.
Übrigens: ‘Wir’ sind Papst!
Islam
Mit ca. 1,3 Mrd. Anhängern ist der Islam die zweitgrößte Weltreligion. Zum Christentum und jüdischen Glauben finden sich viele Parallelen.
Der Chef: Der Islam ist monotheistisch. Der Gott – Allah – hat keine Gestalt und kein Geschlecht Er wird als gütig und wohlwollend beschrieben, ein wichtiges Koran-Zitat lautet. „Wenn ein Gläubiger sich mir mit einem Schritt nähert, nähere ich mich mit 1000 Schritten.”
Der größte Held: ist Mohammed, der Gründer des Islam. Er hat von einem Erzengel den Koran erhalten und mit dessen Verbreitung begonnen
Erlaubt und Verboten: Im Koran stellen die Suren in Geschichtenform die Gesetze dar, an die sich Gläubige halten müssen Als schlimmste Sünden gelten Mord und Selbstmord. Auch verboten sind unter anderem Sex vor und außerhalb der Ehe, sowie alles, was die körperliche Integrität beeinträchtigt, wie zum Beispiel das Trinken von Alkohol oder Tattoos und Piercings.
Nach dem Tod: geht es vor Gericht und von da aus entweder ins Paradies oder, bis alle Sünden bestraft sind, in die Hölle. Im Paradies werden alle Wünsche erfüllt. Wirklich alle.
Übrigens: Dass ein Selbstmordattentäter nach seinem Ableben von 75 Jungfrauen erwartet wird, gilt unter Muslimen als Irrglaube und ist nichts weiter als radikalpolitisches Gewäsch. Im Koran steht, dass auch andere Religionen respektiert werden müssen.
Im zweiten Teil werden wir das Judentum und den Hinduismus vorstellen.
von Stefan Hirsch und Sebastian Dargel

PDF-Version der 1. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Weil IHR es wolltet…

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…und wir nicht weniger: ist SIE nun da, die neue, fantastische Unizeitung! Mit mehr als 90% habt ihr letztes Semester für das neue ultimative Medium der Uni Vechta gestimmt: uniVista. , Doch bevor wir diese wunderbare Zeitung endlich rausbringen konnten, mussten wir uns natürlich einen kleinen Überblick über das verschaffen, was euch denn wirklich interessiert. Dafür haben wir vor einigen Monaten eine Umfrage in der Uni gemacht, und hier findet ihr die Ergebnisse:
Ranking der Auswertung:
  1. Nützliches fürs Studium
  2. Infos über einzelne Fachbereiche
  3. Kultur in Vechta, Hochschulpolitik
  4. Umfragen, Interviews und Leserbriefe
  5. Aktuelle politische Themen
  6. Sport
Wie ihr feststellen werdet, konnten wir nicht alle (zur Wahl gestellten) Themenvorschläge in der ersten Ausgabe berücksichtigen, aber wir hoffen, dass wir euch einen spannenden Mix an Informationen und Unterhaltung bieten können. Viel Spaß. Euer uniVista-Team.
von Sebastian Dargel

Nicht lang schnacken…

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nur als PDF-Version verfügbar:
4725pic
von René Kohn, Sebastian Dargel, Julia Stock, Björn Franke und Britta Simon

Bilderalbum
uniVista No. 01: Kneipenansichten Vechta

Oldenburg

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Gibt es im Leben eines Studenten eigentlich etwas Wichtigeres als die Freizeitgestaltung? Also, eigentlich ja, aber uneigentlich…nein! Genau deswegen haben wir, die Redakteure der uniVista, das Studententicket dazu genutzt, um zu schauen, wohin es uns trägt und was man dort erleben kann.
Die erste Station unserer knallharten Recherche war die wunderschöne Stadt Oldenburg, ein Kleinod im deutschen Nordwesten, berühmt für Dieter Bohlen, Wigald Boning, Kramermarkt und Grünkohl Da wir aber weder den einen noch den anderen ausfindig machen konnten und es nicht wirklich die Zeit für Grünkohl oder Kramermarkt war, haben wir uns doch dazu entschlossen, für euch die kulturellen Highlights auszuloten und sie hier zu präsentieren, auf dass ihr euch an einem langweiligen Wochenende am inoffiziellen Hintern der Erde aufrappeln könnt und den Entdeckergeist spielen lasst.
Am Anfang gibt es natürlich die obligatorischen harten Fakten mitten auf den Tisch, damit ihr auch wisst, worauf ihr euch einlasst, wenn ihr Oldenburg besucht: Oldenburg liegt etwa 40 km westlich von Bremen und 30 km entfernt von der Nordseeküste. Erreichen kann man Oldenburg per Autobahn A28 und A29, aber da das Studententicket nicht für die Autobahn gilt, muss wohl oder übel die Nordwestbahn herhalten. Mit Zwischenstopp wahlweise in Bramsche oder Delmenhorst, erreicht man Oldenburg von Vechta aus in etwa 90 Minuten. Die Stadt hat 160000 Einwohner, Tendenz steigend und wird deshalb im nächsten Jahr Osnabrück als drittgrößte Stadt Niedersachsens ablösen. Das ist dochmal was. Besonders stolz ist Oldenburg auf die Mischung aus vielen Grünflachen und historischen Bauten. Wesentlich wichtiger für Studenten wird aber wohl sein, dass es in Oldenburg eine der größten Fußgängerzonen Deutschlands gibt, die natürlich zum ausgiebigen Shoppen einlädt. Aber nicht nur das große Angebot an feinen Einkaufsmöglichkeiten, sondern der Fakt, das Oldenburg viele Sehenswürdigkeiten, Museen und vor allem ein exzellentes Nachtleben besitzt, haben uns dazu angetrieben, dieses schöne Fleckchen Erde zu besuchen. Aber lest doch selbst, was wir für euch herausgefunden haben.
Das Horst-Janssen Museum
Schwere Kunst erwartet den, der diese Räumlichkeiten betritt. In einem architektonisch sehr interessanten Bau nahe des Pferdemarktes gelegen, befindet sich das Horst Janssen Museum, in dem, unglaublicher Weise, Stücke des Grafikers Horst Janssen ausgestellt sind.
Jeder, der dieses Museum betritt, sollte sich allerdings vorher im Klaren sein, was ihn erwartet, denn nicht jeder wird hier etwas nach seinem Geschmack finden. Janssen war berühmt für seine satirische Bildsprache, was man den hier ausgestellten bizarren Zeichnungen durchaus ansehen kann; Liebhaber von großen Ölgemälden sind hier also an der falschen Adresse. Wer hingegen meint: „Der hat mich schon immer interessiert”, der findet hier so ziemlich jeden Lebensabschnitt dokumentiert, inklusive das nachempfundene Atelier Janssens, das, leider nicht begehbar, immer noch ein Highlight darstellt. Und sonst? Nehmt euch doch einfach das Zitat von Horst Janssen selbst als Beispiel für sein Museum: „Was sie nur heutzutage alle mit der Kunst haben.” Genau, klare Aussage Meister.
Aktuelle Ausstellung: Henri de Toulouse-Lautrec
Das Schloss
Nachdem wir uns einigermaßen gesammelt hatten, ging es zu DEM Anziehungspunkt für Touristen in Oldenburg schlechthin, dem Schloss. Der wunderschöne, alte Bau im klassizistischen Stil ist aber nicht nur ein Muss für Touristen, überraschenderweise wurden wir die offiziellen Hochzeitscrasher des Tages, da am 9.9. immerhin ca. 10 Paare sich das Jawort im Schloss geben wollten.
Für 1,50 Euro als Student (also Eintritt, nicht Hochzeit!) ist das Schloss sein Geld wirklich absolut wert. Herrlich restauriert, gibt es hier viel zu entdecken: Unzählige Ausstellungsstücke aus der Jahrhunderte langen Geschichte der Stadt und seiner Regenten, des Umlandes und der Bewohner.
Die prachtvollen Räume mit edlen Verzierungen und den riesigen Ölgemälden lassen einen ab und an das Atmen etwas vernachlässigen.
Insgesamt war das Schloss ein absolut lohnenswertes Erlebnis, wir haben es erst nach 90 Minuten und nur unter eigenem Zwang nach draußen geschafft, da es hier wirklich viel zu entdecken gibt. Absolut weiter zu empfehlen.
Der Schossgarten
Wieder an der frischen Luft, entschieden wir uns auch gleich dazu, dort erst einmal zu bleiben. Unser Weg führte uns in den Schlossgarten. Im englischen Stil angelegt, lädt er vor allem zum Verweilen ein. Oldenburg ist zwar nicht die größte Stadt der Welt, aber wenn man zu lange in Vechta war, bemerkt man doch, dass der Puls einer richtigen Stadt lauter und schneller schlägt und genau in diesem Moment sollte man diese grüne Oase aufsuchen. Wer gerne spazieren geht, ist hier genau richtig, wer das nicht gerne tut, sollte sich nicht zu weit in den Garten wagen, denn die Wege können verdammt lang sein. Sehenswert ist auf jedenfall der Rosengarten, der wirklich gut gepflegt ist. Sogar die wenigen Männer, die es in Vechta gibt, werden zumindest etwas Gefallen hier dran finden, mit der richtigen Begleitung an der Seite auch etwas mehr.
Ganz Verwegene können zur richtigen Jahreszeit ein Tretboot chartern und den Garten umrunden. (Die Tretboote wollen übrigens beim Verleiher wieder abgegeben und nicht irgendwo stehen gelassen werden!)
Das Theater und das PFL
Im Stechschritt gingen wir an diesen beiden wunderschönen Bauten i vorbei, die absolute Sehenswürdigkeiten sind und viel Geschichte mit sich bringen. Das Staatstheater, eines der wenigen Sechsspartentheater Deutschlands, bietet einen bunten Mix an Stücken in faszinierender Atmosphäre (Großes Haus) und darüber hinaus Führungen durchs Haus an. Wenigstens die “Lange Theaternacht für Studierende” berücksichtigt unsere Klientel bereits im Titel einer wirklich lohnenswerten Aktion: Hier bezahlt man einmaligen Eintritt, für Studis natürlich wie immer ermäßigt, und kann den ganzen Abend bis in die Nacht hinein die verschiedensten Angebote bestaunen (traditionelle Aufführungen im Großen wie im Kleinen Haus, unklassisches Playback-Theater, Szenen auf Toilette, Klavierspiel an der Garderobe etc…)
Das PFL (steht für Peter Friedrich Ludwig) war früher ein Hospital (in Oldenburg auch bekannt als das „Todeskrankenhaus” wegen der beängstigend hohen Sterberate) und ist heute eine Mischung aus Tagungsstätte, Begegnungs- und Jugendzentrum. Wenn ihr den Drang verspüren solltet, ein Buch auszuleihen, könnt ihr dem in der hier zu findenden Stadtbibliothek nachgehen. Das PFL zählt zwar nicht zu den Hauptattraktionen Oldenburgs, aber ein kurzer Besuch des architektonisch sehenswerten Gebäudes lohnt sich durchaus.
Die Wallstraße und der Lappan
Die Wallstraße diktiert quasi den Herzschlag der Stadt. Je nachdem, wie viel hier los ist, ist auch im Rest der Stadt los. Die Kneipen und Bardichte ist nirgendwo in Oldenburg so hoch, für jeden Geschmack ist hier etwas zu finden. Cocktails trinken, ein bisschen Headbangen im Heavy Metal-Lokal des Vertrauens oder gemütlicher Loungemusik lauschen, hier liegt alles nur Sm auseinander. Mindestens zweimal im Jahr ist hier kaum ein Durchkommen: Die frühjährliche Wallringsause und das spätsommerliche Stadtfest zeigen die Innenstadt im feierlichen Ausnahmezustand.
Vom Waffenplatz über die Wallstraße fahrt der Weg direkt zu Oldenburgs Wahrzeichen, dem Lappan. Heute eher der Begriff für eine dicht befahrene Bushaltestelle, ist dieser uralte kleine Turm ein Zeichen für die Beständigkeit der Stadt, überlebte dieser doch einen Großbrand im 16. Jahrhundert, der alle anderen Gebäude dem Erdboden gleich machte. Damals noch als Turm eines Hospitals genutzt, ist der Lappan heute die große Uhr der Innenstadt.
Loft
Unsere erste Station im Oldenburger Nachtleben war das Loft, eine Mischung aus Bar, Lounge und Club. Das Loft ist eine oldenburgtypische Disco, denn dadurch, dass die Häuser in der Innenstadt sehr alt sind, kommt es einfach häufig vor, dass Diskotheken in den Keller verlegt werden. Der Club ist recht klein, weswegen das Ambiente zwar nicht spektakulär ausgefallen ist, aber sehr gemütlich und trotzdem modern. Die Musik kann man durchaus als sehr gut bezeichnen, wenn man die Bandbreite von Charts bis Gassenhauern aus den 80ern mag. Das Publikum ist gemischt und gemischt bedeutet, das von Studenten bis Mitdreißiger (manchmal kann das auch ein und dieselbe Person sein) alles vertreten ist. Die Preise sind absolut human und studententauglich, weswegen das Loft ein besonders guter Start ist, um des kulturelle Nachtleben beginnen zu lassen.
Das Amadeus
Das Ama ist in Oldenburg eine absolute Institution, sein Ruf eilt ihm stets voraus. Früher eher als Laden für düstere Typen mit langen Ledermänteln verschrien, ist es heute eine Disco für jeden. Die Musik variiert von HipHop bis Punk und wieder zurück mit Zwischenhalt bei Robbie Wilhams, ist vor allem aber rocklastig. In die Deko wurde nicht viel Geld gesteckt, im Ama machen Publikum und Musik die Atmosphäre, dafür sind die Preise freundlich. Für Leute mit voyeuristischer Ader ist der Laden ganz besonders zu empfehlen, denn es gibt einen zweiten Stock, von dem aus man sehr schön die komplette Tanzfläche im Blick hat, was gerade zu später Stunde ein großer Spaß ist.
Civa
Das Civa ist gerade bei den Jugendlichen der absolute In-Laden und zu fortgeschrittener Stunde immer stark gefüllt. Kleiner Tipp: Am Anfang des Abends schon mal hingehen und einen Stempel holen, das erleichtert den Wiedereintritt wenn die Party richtig losgeht. Das Civa ist auf Südsee getrimmt, viel Bambus, Grün und Gelb, wobei das Thema zwar erkennbar ist, aber trotzdem nebensächlich wirkt. Gespielt wird vor allem House und Blackmusic, aber auch Kurt Cobain Fans haben manchmal Glück und können ihre Matte schwingen. Die Preise sind gesalzen, entschädigt wird man aber mit einer der wenigen Abgeh-Locations in Oldenburg, denn das Civa ist vor allem Disco, nicht Bar oder Lounge. Das Publikum könnte man von 15 – 25 einordnen, die Jugend übernimmt aber gerade in den Anfangsstunden des Abends das Kommando, weswegen man ungefähr den Weg gehen sollte, den wir gegangen sind.
Metro
Als letzte Station steht für uns das Metro auf dem Programm, wieder einmal eine Kellerdiscothek. Wer sich traut, die Treppe hinunter zu gehen und die schwere Stahltür zu öffnen, den erwartet die kleinste der vorgestellten Discotheken. Auf ihren drei Ebenen kann man tanzen, sich entspannt unterhalten und kickern. Die Musik ist vielseitig und individuell, neben Rocknummern und Elektrosounds ist hier auch Experimentelles zu hören, lasst euch überraschen. Wer öfter ins Metro geht, wird darüber hinaus feststellen, dass es nur zwei Zustände gibt, jeweils im Extremen:
Entweder das Metro ist extrem leer oder es ist extrem voll. Aber welche Disco kann von sich behaupten, dass man sowohl entspannen als auch abfeiern kann?
Neben diesen schönen Lokalitäten gibt es in Oldenburg einige Feste die man sich im Jahr nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehören das Stadtfest, die Wallringsause und der berühmte Kramermarkt, das Volksfest, dass jährlich knapp 1,2 Millionen Gäste anzieht.
Ihr seht also, Oldenburg ist eine Stadt, die nicht nur einen Besuch wert ist und wir hoffen, dass unser Guide euch dazu veranlasst, diese schöne Stadt mit eurer Anwesenheit zu beehren.
von Sebastian Dargel, Melanie Ehlert, Stefan Hirsch und René Kohn

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