Stefanie Bruns

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PDF-Version der 20. Ausgabe

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Auf der anderen Seite des Tisches
Aus dem Alltag einer Arbeitsvermittlerin SGB II

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© Rainer Sturm / PIXELIO
Endlich nach fünf Jahren hatte ich das Diplom nun in der Tasche. Doch statt in die große weite Welt führten mich meine ersten Wege als Absolventin aber ins Arbeitsamt. Ich wurde Kundin, wie es so schön heißt, des Jobcenters. Das brachte vollkommen neue Herausforderungen mit sich. Es galt Anträge auszufüllen und Nachweise einzureichen. Mein Wortschatz erweiterte sich um Begriffe wie Eingliederungsvereinbarung, Meldeversäumnis, Weiterbewilligungsantrag u.v.m.
Nach über einem Jahr in den Mühlen dieser Bürokratiemaschine bekam ich dann doch endlich einen Job. Dieser führte mich nach Hamburg und wieder ins Arbeitsamt. Denn ich hatte einen Vertrag als Arbeitsvermittlerin im Bereich SGB II (umgangssprachlich Hartz IV) angeboten bekommen. Zwar waren mir die Begrifflichkeiten durch meine eigene Zeit als Kundin nicht mehr ganz so fremd, trotzdem war alles neu. Denn auf der anderen Seite des Tisches bekommen die Verwaltungsvorgänge eine ganz neue Bedeutung. Doch zunächst wurde ich von meinem Arbeitgeber in einen Schulungsmarathon geschickt und lernte neben den gesetzlichen Grundlagen weitere neue Worte, wie erwerbsfähiger Hilfebedürftiger (jetzt: erwerbsfähiger Leistungsberichtigter), Mehrbedarf, Passiv-leistungen etc. und, dass es für all diese Begrifflichkeiten natürlich auch Abkürzungen gibt (das interne Abkürzungsverzeichnis ist über 20 Seiten stark).
Nach gut zwei Monaten war es dann soweit. Ich führte meine ersten eigenverantwortlichen Kundengespräche. Nun war ich es die eine Eingliederungsvereinbarung schloss, zur Bewerbung aufforderte und in den weiten der Jobbörse die passende Stelle für den vor mir sitzenden Menschen zu finden versuchte, was für eine Herausforderung.
Zwar fühlte ich mich als Diplom Pädagogin der Gesprächssituation gewachsen, dennoch war der Perspektivwechsel nicht einfach. Denn häufig sind die Biographien der Menschen geprägt von Brüchen und Problemlagen, welche den Fokus auf Arbeit verstellen. Doch die Arbeitsvermittlung ist der Kern dieser Tätigkeit. Hinzu kommen Arbeitgeber, welche die Eier legende Wollmilchsau suchen, die es, wie wir alle wissen, nicht gibt. Hinzu kommen Zielvorgaben durch den eigenen Arbeitgeber und die Politik. Gefühlt sitze ich als Arbeitsvermittlerin immer zwischen diesen Stühlen.
Doch Arbeitsvermittlung ist nicht nur inhaltlich vielfältig und komplex, sondern auch von den Voraussetzungen, welche jeder Kollege mitbringt.
Denn Arbeitsvermittlung ist kein wirklicher Lehrberuf. Es gibt zwar den einen oder anderen Absolventen der BA- Hochschule, aber diese sind in der Minderheit. Der große Rest besteht aus Quereinsteigern. Denn um bei der BA für den höheren Dienst eingestellt zu werden ist lediglich ein absolviertes Studium (egal welches) oder entsprechende Berufserfahrung Voraussetzung. Dementsprechend sind unter den Kollegen, Juristen, Psychologen, Biologen, Archäologen, Historiker, Verlagskaufleute und vieles mehr zu finden.
Diese Vielfalt spiegelt einerseits eine Qualität wieder, da diese unterschiedlichen Erfahrungen auf den verschiedensten Fachgebieten auch bedeuten, dass viel Fachwissen im Jobcenter vertreten ist. Andrerseits ist das auch Ergebnis einer hohen Fluktuation innerhalb der Bundesagentur für Arbeit. Denn die Ansprüche an einen Arbeitsvermittler sind hoch. In einem normalen Jobcenter betreut ein einziger Arbeitsvermittler oft bis zu 400 Menschen auf einmal. Betreuung bedeutet dabei nicht nur die Gespräche zu führen, sondern auch alle Verwaltungsaufgaben zu erledigen, die anfallen. Dazu kommt, dass die Verträge häufig befristet sind. Arbeitsvermittler also selbst von der Arbeitslosigkeit bedroht werden.
Vorteilhaft ist, dass die Arbeitszeit durch Gleitzeitregelungen flexibel handhabbar ist und Überstunden unkompliziert abgegolten werden können. Auch das Anfangsgehalt, welches sich durchaus auch an der eigenen Qualifikation bemisst, ist zumindest für Arbeitnehmer aus dem sozialpädagogischen Bereich durchaus lukrativ.
Nach meinem ersten halben Jahr im Bereich Arbeitsvermittlung SGB II kann ich folgende Bilanz ziehen: Die Arbeit ist anspruchsvoll, gerade wenn es darum geht , sowohl dem Menschen, als auch dem Gesetz genüge zu tun. Der Alltag ist neben den Gesprächen vor allem durch Verwaltung geprägt.
Als Arbeitsvermittler ist man Teil der Exekutive. Das heißt, man führt geltendes Recht aus. Gerade im SGB II Bereich oftmals gegen viel Widerstand. Hinzu kommt, dass die Politik sich gern mit möglichst geringen Arbeitslosenzahlen schmückt und deshalb häufig Neuerungen eingeführt und wieder abgeschafft werden um politisch gewollte Ziele, in der Regel Zahlen zu erreichen.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der Sonderausgabe No 4

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Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Universität gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Du Deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in Deinem Sinne mitzugestalten, kannst Du Dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet Euch an Euren Fachrat.
Studentenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das StuPa kümmert sich um Belange, welche die gesamte Studentenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studentenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studentenschaft.
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studentenparlament nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studentenschaft. Informationen zum Unialltag und die Sprechzeiten der Referenten findet ihr auf der AStA Homepage. (www.asta-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Uniseite. (www.uni-vechta.de)
von Stefanie Bruns
Auch bei Demos kannst Du Deiner Stimme Geltung verleihen.
Hier: Bildungsstreikdemo in Vechta Ende 2009
Foto: Alexander Dressler

Das liebe Geld

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Bildung ist teuer, das ist nicht erst seit den Studiengebühren so. Deshalb steht jeder von Euch vor der Frage, wie soll ich das alles finanzieren? Es gibt die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KFW in Anspruch zu nehmen oder, sofern berechtigt, BAföG zu beziehen. Doch eine wesentlich bessere Alternative wäre ein Studierendenstipendium. Bekommen könnt Ihr das bei den sieben großen Begabtenförderungswerken (www.begabtenfoerderungswerke.de) oder bei kleineren Stiftungen und Vereinen.
Recherche lohnt sich, denn es gibt mehr Menschen, die Euch fördern wollen, als Ihr denkt. Ein Einser-Abitur ist nicht notwendig. Begabtenförderungswerke legen bei ihrer Auswahl Wert auf gute Schul- und Studienleistungen (um die 2,0) und gesellschaftliches und/oder politisches Engagement. Leitsatz ist, dass Lebenswege gefördert werden sollen, keine Karrieren. Dementsprechend gehört bei den meisten Stiftungen zur finanziellen Förderung auch eine ideelle Förderung, welche Euch die Möglichkeit eröffnet, Euch weiter zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Bei der Auswahl Eurer Stiftung solltet Ihr darauf achten, welche zu Euch passt, denn diese repräsentiert Ihr auch als Stipendiat. Zögert nicht Euch zu bewerben.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 17. Ausgabe

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No. 17 inkl.
Sonderausgabe
No. 17

PDF-Version der Sonderausgabe No 3

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Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Universität gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Du Deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in Deinem Sinne mitzugestalten, kannst Du Dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet Euch an Euren Fachrat.
Studentenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das StuPa kümmert sich um Belange, welche die gesamte Studentenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studentenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studentenschaft.
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studentenparlament nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studentenschaft. Informationen zum Unialltag und die Sprechzeiten der Referenten findet ihr auf der AStA Homepage. (www.asta-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Uniseite. (www.uni-vechta.de)
von Stefanie Bruns
Auch bei Demos kannst Du Deiner Stimme Geltung verleihen.
Hier: Bildungsstreikdemo in Vechta Ende 2009
Foto: Alexander Dressler

Das liebe Geld

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Bildung ist teuer, das ist nicht erst seit den Studiengebühren so. Deshalb steht jeder von Euch vor der Frage, wie soll ich das alles finanzieren? Es gibt die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KFW in Anspruch zu nehmen oder, sofern berechtigt, BAföG zu beziehen. Doch eine wesentlich bessere Alternative wäre ein Studierendenstipendium. Bekommen könnt Ihr das bei den sieben großen Begabtenförderungswerken (www.begabtenfoerderungswerke.de) oder bei kleineren Stiftungen und Vereinen.
Recherche lohnt sich, denn es gibt mehr Menschen, die Euch fördern wollen, als Ihr denkt. Ein Einser-Abitur ist nicht notwendig. Begabtenförderungswerke
legen bei ihrer Auswahl Wert auf gute Schul- und Studienleistungen (um die 2,0) und gesellschaftliches und/oder politisches Engagement. Leitsatz ist, dass Lebenswege gefördert werden sollen, keine Karrieren. Dementsprechend gehört bei den meisten Stiftungen zur finanziellen Förderung auch eine ideelle Förderung, welche Euch die Möglichkeit eröffnet, Euch weiter zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Bei der Auswahl Eurer Stiftung solltet Ihr darauf achten, welche zu Euch passt, denn diese repräsentiert Ihr auch als Stipendiat. Zögert nicht Euch zu bewerben.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 14. Ausgabe

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uv_titel14

“Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut”

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bildungsstreik14
Dieser Ruf klang am 2. Dezember 2009 durch die Straßen von Vechta. Nachdem in den Nachrichten von europaweiten Protesten unter der Überschrift Bildungsstreik berichtet wurde, taten auch die Studenten und Studentinnen der HS Vechta ihren Unmut über das Bildungssystem Jahr kund. Im Gegensatz zu den doch eher kleinen Demos vor der Einführung der Studiengebühren und der ersten Bildungsstreikaktion „Betteln für Bildung“ im Sommer `09 (mit ca. 100 Teilnehmern) folgten dieses Mal unglaubliche, nach der Schätzung der Polizei, 500 Menschen dem Aufruf des AStA. Schon allein diese Menge macht deutlich, in Vechta bewegt sich etwas. Mit dem guten Gefühl nicht allein zu sein, zogen die StudentInnen und auch Dozierende zunächst auf der Windallee Richtung Füchtel, um dann in die Große Straße einzubiegen. Wartende PKWs drückten mit lautem Hupen ihre Solidarität aus. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf der großen Kreuzung vor Fix und Fax ging es dann zurück zur Hochschule und in die Aula.
Dort angekommen positionierten sich die studentischen VertreterInnen sowohl zu den bundesweit einheitlichen Forderungen, bezüglich der Mängel der Bachelor- und Masterstudiengänge, als auch zu den expliziten Forderungen an das Präsidium der Hochschule Vechta. Dieses reagierte prompt und stellte seine Position dar. Ebenso gaben Dozierende wie unter anderem Professor von Lahr und Professor Möhring Hesse ihre Meinung kund. Dabei wurde mit Parolen wie „Lassen Sie sich das nicht gefallen!“ (von Lahr) und guten Ratschlägen nicht gespart.
Zusammenfassend lassen sich drei Feststellungen treffen:
  1. Die studentische Vertretung ist nah an den Studierenden dran und in der Lage deren Wünsche schnell und gut umzusetzen. Denn der Wunsch nach dieser Demo wurde an sie heran getragen und sie reagierten prompt.
  2. Die Studierendenschaft ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und scheint mobilisiert.
  3. Das Präsidium ist zum Dialog bereit und arbeitet hinter den Kulissen an der Umsetzung zumindest einer Forderung, nämlich der besseren Transparenz über die Verwendung der Studiengebühren. Bereits vor den Protesten trat die AG Studiengebühren an uniVista heran und arbeitet mit uns zusammen an einer Möglichkeit die Hochschulöffentlichkeit über die Verwendung der Gelder umfassend zu informieren.
von Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 14: Bildungsstreik 2009

Aktionstag für Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit

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Die Hochschule als Ort der Bildung besitzt einen Auftrag. Dieser besteht nicht nur in der Forschung und der Wissensvermittlung, sondern auch in der Sicherstellung von gesellschaftlicher Teilhabe, Chancengleichheit und Integration. In diesem Sinne gab es am 25. November 2009 den Aktionstag mit dem Schwerpunkt „Schwerbehinderung und chronische Krankheit“.
Nachdem bereits die ersten baulichen Maßnahmen die Hochschule der Barrierefreiheit ein Stück näher gebracht haben, wurde der Umgang mit Schwerbehinderung und chronischer Krankheit auch inhaltlich gefüllt. Der Aktionstag bot eine erste Möglichkeit sich ausführlich sowohl fachlich als auch persönlich zu den verschiedensten Themen, vom persönlichen Budget, über die Rentenversicherung bis hin zur Organspende zu informieren. Zum einen durch die Referate von Experten und die Möglichkeit zur Diskussion, zum anderen an den zahlreich vorhandenen Infoständen der Aussteller.
Genutzt wurde dieses Angebot von ca. 60-70 Besuchern, die überwiegend nicht der Hochschule angehörten. Obwohl beinahe alle Studierenden in ihren Fachgebieten mit dieser Thematik spätestens im Berufsalltag professionell konfrontiert sein werden, haben nur wenige den Weg zu dieser Veranstaltung gefunden.
Die Anwesenden jedoch äußerten sich über das Programm äußerst zufrieden. Das wurde auch in den zum Teil lebhaften Diskussionen nach den Referaten deutlich. Neben der Information war so der Austausch, vor allem zwischen den einzelnen Institutionen und professionellen Helfern, einer der zentralen Verdienste dieses Tages.
In der Folge haben sich vor allem in Vechta ansässigen Träger stärker vernetzt, so dass eine effektivere Zusammenarbeit möglich wird.
Darüber hinaus entstand ein Schulprojekt an der Justus von Liebig Schule. Die Abiturienten des sozialen Zweiges wollen nun, angeregt durch den Aktionstag, einen Wegweiser für behinderte Menschen erstellen und so die wichtigsten Informationen für Betroffene kompakt und einfach zur Verfügung stellen.
Auch für die Hochschule hat dieser Tag Folgen. Eine kleine, aber für Betroffene wichtige Anschaffung wird in der Mensa das Essen gehen erleichtern. So wird das Gleichstellungsbüro einen Rollwagen für die Mensa anschaffen, so dass die Tabletts bei Bedarf auch zum Sitzplatz geschoben werden können.
Diese Veranstaltung und die aus ihr resultierenden Projekte sind nur kleine Schritte auf einem langen Weg hin zur Barrierefreiheit und Chancengleichheit. Doch auch wenn der Weg noch weit ist, die Hochschule Vechta ist die ersten Schritte gegangen. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Aktionstag mit dem Schwerpunkt Behinderung und chronische Krankheit geben.
von Stefanie Bruns
behinderung14
Die Musikgruppe Takatina und die Veranstalter des Aktionstages
Foto: Stephanie Borchers

PDF-Version der 13. Ausgabe

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uv_titel13

Von Ejakulation und Erkältung, von Laffer-Kurve und Leben

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“Ich weiß, dass ich nichts weiß.”
Dieses geflügelte Wort wird Sokrates zugeschrieben. Wenngleich heute bekannt ist, dass es sich dabei um einen Übersetzungsfehler handelt (eigentlich: „Ich weiß als Nichtwissender“), hat der Spruch trotzdem nichts an Wahrheit verloren. Sokrates hinterfragte damit das vermeintliche Wissen, welches sich allzu oft als Scheinwissen herausstellte.
Heute glauben wir mehr denn je, dass wir so gut wie alle Geheimnisse, die es auf unserer Erde gibt, entschlüsselt haben und somit alles wissen. Dass dem nicht so ist, zeigen Kathrin Passig und Aleks Scholz in ihrem Lexikon des Unwissens. Nach eigener Aussage ist es „das erste Buch, nach dessen Lektüre man weniger weiß als zuvor.“ Vielmehr würde man sich 42 „Qualitätswissenslücken“ aneignen.
Doch ist nicht schon allein das Bewusstsein um diese Lücken ein Zuwachs an Wissen?
Aber jenseits dieser philosophischen Fragen nähern sich Passig und Scholz auf durchaus vergnügliche Weise ganz alltäglichen Phänomenen wie dem Gähnen, dem Schlaf, den sexuellen Interessen, sowie dem Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel. Außerdem werden auch wissenschaftlich geprägte Fragestellungen aufgegriffen. So wird die Rotation der Sterne, die dunkle Materie oder die Riemann-Hypothese thematisiert. Dabei erlebt der Leser, trotz der sehr pessimistischen Einschätzung in der Einleitung, durchaus den einen oder anderen „Aha-Effekt“. Zudem ist es ein sehr erfrischender Lesespaß. Wer noch nie ein Lexikon gelesen hat, sollte mit diesem Anfangen.
Kathrin Passig & Aleks Scholz: Lexikon des Unwissens: Worauf es bisher keine Antwort gibt
Signatur: AFMpas = 383380
von Stefanie Bruns

Geschlechtertausch
Ein Tag im Körper des anderen Geschlechts

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Ich hätte Brüste. Und der Rest des Tages? Ich könnte es mal mit Schuhe kaufen versuchen. Eigentlich etwas, dass ich furchtbar finde und auch nur mache, wenn es unbedingt nötig ist. Normalerweise gehe ich in ein Schuhgeschäft, stelle fest, dass das einzige Paar, was mir passt und halbwegs gut aussieht, 179 Euro kostet, gehe genervt wieder raus und kaufe bei Karstadt mal wieder ein Paar Adidas Samba. Billig, robust und ich weiß auf Anhieb, welche Größe ich brauche. Aber als Frau? Vielleicht würde es mir Spaß machen? Dann könnte ich mir einen Mehrjahresvorrrat anschaffen. Herrenschuhe natürlich, schließlich wäre ich ja nur für einen Tag Frau. Außerdem gibt es Damenschuhe in meiner Größe nur im Sexshop, und so etwas gibt es in Vechta nicht, schließlich sind wir eine anständige Stadt. An meinem Tag als Frau würde ich dann einfach meine Sambas tragen, die stehen jedem – ja, ich gebs zu, ich trage sie sogar zum Anzug.
Mir stünden jede Menge Türen offen, die einem als Mann verschlossen bleiben. Es wäre mir zum Beispiel möglich, herauszufinden, ob Freundinnen sich tatsächlich über die sexuelle Kompetenz ihres Partners unterhalten. Soll ja angeblich so sein, obwohl eigene Freundinnen immer behaupten, dass sie das nie machen würde. Und ich könnte eine Handtasche tragen und bräuchte mir nicht mehr Autoschlüssel, Wohnungsschlüssel, Handy, Taschentücher und Portemonnaie in die Hosentaschen stopfen, was irgendwie der größte Nachteil am Sommer ist. Ich denke, ich würde mich für eine gefälschte Louis-Vuitton-Handtasche entscheiden. Die sind zwar stillos und seit einigen Jahren aus der Mode, aber weiß nicht, ich finde die Dinger irgendwie lustig.
kolumne13
Außerdem könnte ich mich in einem Frauen-Fitness-Center zu einem Probetraining anmelden, mich bei pro familia bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs beraten lassen, meine Kumpels fragen ob mein Hintern zu fett und wer ihre Lieblingsfigur bei Twilight ist und auf eine von diesen Flatrate-Partys gehen, die für Frauen 11 und für Männer 28 Euro Eintritt kosten. Ob da wohl Männer mit mir flirten würden? Wahrscheinlich nicht, schließlich wäre ich sehr schlecht geschminkt, ich hab da schließlich keine Erfahrungen mit, und statt Stiefeln mit hohen Absätzen würde ich Sambas tragen. Glück gehabt. Wenn ich keine Lust mehr hätte, würde ich jedenfalls nach Hause gehen. Allein. Denn: Ich hätte Brüste.
von Stefan Hirsch
Mh… so ein Tag als Mann, wie würde der wohl aussehen? Beim Blick in den Spiegel bekäme ich wahrscheinlich einen gehörigen Schreck, angesichts der Stoppeln in meinem Gesicht. Also erstmal rasieren. Das ist ganz schön lästig. Gut, dass ich das morgen nicht mehr machen muss.
Mein Kleiderschrank sähe plötzlich so voll aus. Eine Jeans und ein T-Shirt reichen doch vollkommen aus, oder? Oh Mann, so viele Schuhe, aber für heute gehen wohl nur die Turnschuhe.
Auf geht’s, erstmal in die Mensa, was essen. Es fühlt sich ganz schön komisch an, wie so ein Mann läuft. Oh, wer kommt denn da? Mädels! Wow, ich wusste nicht, dass Hintern und Brüste so anziehend sein können.
Bevor ich mich anstelle, gehe ich dorthin, wo Frauen sonst nicht hin dürfen, in die Toilette für Männer.
Irgendwie ist das aber doch nicht so spektakulär, wie ich erhofft hatte. Also zurück zum Essen.
Worüber reden Männer so unter sich? Ist die Standardbegrüßung wirklich: “Hey Alter, was geht?” Ich probier es aus und ernte komische Blicke. Anscheinend ist es doch nur so ein Klischee.
Was jetzt? Was macht ein Mann so den ganzen Tag? Ich versuch es mit einem Ego-Shooter. Ich spiel sonst eher Anno oder die Sims.
Abends geh ich auf eine Party, ohne mich vorher extra noch mal umzuziehen. Die Sachen sind ja noch gut. Es ist echt praktisch, wenn ein Kamm fürs Styling reicht und ich nicht soviel Zeit mit dem Make-up verschwende.
Ich will doch mal sehen, ob ich als Mann den Überschuss an Frauen hier in Vechta nicht nutzen kann. Also stell ich mich an die Tanzfläche, mein Bier in der Hand und sondiere die Lage. Mir gefällt, was ich sehe. Aber jetzt bin ich in Zugzwang. Männer müssen ja traditionell den ersten Schritt machen. Mir fällt jetzt zum ersten Mal auf, was für ein blödes Ritual das ist. Denn Mann soll ja nicht nur den ersten Schritt machen, sondern dabei auch noch intelligent und kreativ sein. Boah, darauf habe ich keine Lust. Ich bleib lieber bei meinem Bier, echtes Bier, nicht dieser Mixkram.
Dann geh ich, ohne es versucht zu haben, zu Bett. Morgen bin ich glücklicherweise ja wieder eine Frau.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 12. Ausgabe

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uv_titel12

Zwiegespräch: Darf Politik kreativ sein und Spaß machen?

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Politik ist ein Metier, das nicht gerade dafür bekannt ist, leicht verständlich zu sein. Erst recht wird es nicht mit Begriffen wie Kreativität und Spaß in Verbindung gebracht. Aber schließen sich Politik und Kreativität wirklich aus, oder gibt es Schnittstellen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich die Kreativität (K), welche in diesem Fall auch das Recht auf politische Teilhabe vertritt und den engagierten, mündigen Bürger repräsentiert, und die Politik (P) ins Gespräch gebracht:
K: Politik darf nicht hinter verschlossenen Türen gemacht werden. In einer Demokratie sollte der Bürger die Möglichkeit haben, Einfluss auf Entscheidungsprozesse zu nehmen.
P: Politische Sachverhalte sind sehr komplex. Es ist nicht möglich, immer alles zu erklären und die Bürger zu fragen.
K: Aber genau das ist doch die Pflicht eines Politikers. Er ist Vertreter des Volkes. Deshalb sollte ihm dessen Meinung wichtig sein.
P: Ich kann es doch nicht jedem Recht machen. Wenn ich erst jeden fragen muss, wird nie eine Entscheidung getroffen. Das ist nicht machbar. Politik ist kein Wunschkonzert.
K: Das ist richtig. Dennoch sollten alle Entscheidungsprozesse transparent und für den Einzelnen nachvollziehbar sein.
P: Aber die können die vielschichtigen Zusammenhänge doch gar nicht verstehen. Es würde viel zu lange dauern, das alles so aufzubereiten, dass es nachvollziehbar ist.
K: Warum verstehen die Bürger das nicht? Du verstehst es doch auch. Es muss doch mehr drin sein als 15 Sekunden Statements in der Tagesschau, um die Bürger zu informieren und sie teilhaben zu lassen.
P: Was denn noch? Ich hab doch schon eine Website und bin via Mail erreichbar. Mehr Volksnähe muss doch nun wirklich nicht sein.
zwiegespraech12
Wir sind die Welt!
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
K: Was steht denn auf der Homepage?
P: Meine Referenzen und welche Grundsätze ich vertrete.
K: Es gäbe die Möglichkeit, ein Forum einzurichten und dort anstehende Entscheidungen oder Projekte zur Diskussion zu stellen. Mehrere Köpfe denken besser als einer.
P: Dann bin ich aber unter Druck und kann nicht mehr frei entscheiden.
K: Denk mal kreativer und sieh, was das für Möglichkeiten eröffnet. Menschen, die informiert werden und deren Stimme gehört wird, haben Spaß an der Politik. Sie werden sich dann mehr einbringen und ihre Ressourcen werden dich auch stärken.
P: Oder sie erwarten, dass ich ihre partikular Interessen vertrete, während sie dabei nicht das Große und Ganze im Blick.
K: Sie sind das Große und Ganze. Jeder Einzelne bildet einen Mosaikstein vom Bild.
P: Aber eben nur ein kleiner Stein.
K: Dann setz doch genau da an. Man kann nicht immer nur global denken und sagen, die Welt ist ein Dorf, sondern die Dörfer sind die Welt. Fang auf der lokalen Ebene an mit Projekten und Initiativen. Vor Ort spüren die Menschen sofort die Auswirkungen und das motiviert sie dann für die nächst höhere Ebene.
P: Das klingt alles schön und gut, aber wie soll ich so was denn realisieren? Da gehen doch Ressourcen für drauf, die dann an anderer Stelle fehlen.
K: Denk doch nicht so starr. Sprenge mal die Grenzen von dem, was politisch vorstellbar ist. Obama hat es doch vorgemacht.
P: So was funktioniert nur in Amerika.
K: Er kommt auch in Europa gut an. Er schafft es, die jungen Leute zu motivieren, indem er sie auf ganz vielen Ebenen anspricht und ihnen Möglichkeiten eröffnet, teilzuhaben.
P: Aber ein Patentrezept ist es trotzdem nicht.
K: Aber es ist ein Rezept von vielen möglichen.
Kreativität und Politik sind in diesem Gespräch nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Denn wahrscheinlich gibt es wirklich kein Patentrezept. Aber es gibt viele einzelne Menschen, die in ihrer Umgebung viel bewegen können, indem sie engagiert und kreativ die Probleme in Angriff nehmen.
von Stefanie Bruns

Frühlingsgefühle, von Intimität und Internet

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Es wird Frühling. Die Zeit, in der alles wieder blüht, auch die Liebe. Frisch verliebt den Frühling zu zweit erleben, das ist ein Wunsch, den sicher nicht wenige Menschen hegen. Aber wo ihn oder sie finden? Das World Wide Web bietet hierzu eine Vielzahl von Möglichkeiten. Inzwischen scheint es einfacher über StudiVZ oder einschlägige Singleportale miteinander ins Gespräch zu kommen als im Cafe oder auf öffentlichen Plätzen.
So geht es auch den Protagonisten des Hörbuchs Gut gegen Nordwind. Eine falsch adressierte Mail von Emmi landet bei Leo und es entwickelt sich ein rege Unterhaltung, welche in ihrer Schnelligkeit eher an einen Chat erinnert. Dem Autor Daniel Glattauer gelingt es in diesem stetigen Hin und Her zwischen den Protagonisten, deren Charaktere fein heraus zu arbeiten. Dies wird durch die gelungene sprachliche Umsetzung von Andrea Sawatzki und Christan Berkel noch verstärkt. Amüsiert und auch gespannt habe ich verfolgt, wie sich Emmi und Leo kennen lernen und mich manchmal dabei ertappt, dass ich ebenso wie die Beiden angefangen habe zwischen den Zeilen zu horchen und mir vorzustellen, wie diese beiden aussehen und wie sie sich begegnen könnten.
Aber begegnen wollen sich beide eigentlich nicht und eigentlich auch wieder doch.
Trotzdem beide immer wieder betonen, dass der jeweils andere nichts von ihnen weiß und sich ihr Kontakt auch wirklich nur auf die Mailbox beschränkt, werden ihre Mails länger und auch intimer. Es scheint fast so, als könnten beide nicht mehr ohne diese regelmäßigen Nachrichten.
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind
Signatur: CQYg4662 (401453)
von Stefanie Bruns

Weltuntergang – Und Du bist in Vechta!

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Weltuntergang… in Vechta? Oh man. Da, wo am Wochenende um acht Uhr schon die Bürgersteige hochgeklappt werden? Toll. Na ja, lässt sich nunmal nicht ändern. Da stecke ich also fest und überlege, was ich tun soll. Ich schätze, dass ich alle meine vermeintlichen Freunde zwingen würde, den letzten Tag unseres Lebens miteinander zu verbringen. Joa. Ansonsten, vielleicht ein paar Dinge, die man sonst noch nie gemacht hat… warum auch immer. Vielleicht irgendwas Kreatives an die Uni-Wände malen oder so. Ansonsten: Warten, beten und hoffen, aber Weltuntergang in Vechta ist echt unfair… zumindest für solche, die ihre Heimat woanders haben. Echt, ey!
von Sarah Kotten
kolumne12
© SarahC. / PIXELIO
© Gerd Altmann (geralt) / PIXELIO
Ich bin nicht sonderlich mutig. Vor allem nicht, wenn es darum geht, jemandem ganz klipp und klar die Meinung zu sagen. Ganz egal, ob die positiv oder negativ ausfällt. Meistens versuche ich alles ganz diplomatisch und so „einerseits-andererseits“-technisch auszudrücken. Ich denke aber immer: „Man müsste mal demunddem und so weiter…“ Ich denke, das würde ich tun: Ich würde den ganzen Tag damit verbringen, Lobhudeleien und (auch platonische) Liebeserklärungen an die (entsprechenden) Leute zu bringen und andere entsprechende Leute verbal (obwohl, dann is´ ja auch egal…) in der Luft zu zerreißen. Und dank Telefon geht das ja sogar über die Grenzen von Vechta hinaus…
von Lea Weber
Die Welt geht heute unter? Das allein ist schon eine gruselige Vorstellung. Zu allem Überfluss muss ich das dann auch noch in Vechta erleben? Wahrscheinlich würde ich meine Familie anrufen und mich dann mit meinen Freunden verabreden und in den Weltuntergang reinfeiern. Vielleicht würde ich auch Rotz und Wasser heulen und mich verkriechen. Oder all die Dinge tun, die ich schon immer tun wollte. Aber darüber müsste ich nachdenken und die Zeit hab ich doch gar nicht. Aaaargh.
von Stefanie Bruns
Auf der einen Seite gibt es Vechta, auf der anderen Seite die Welt. Wenn auch die Welt untergeht – Vechta bleibt. Im Falle eines Weltuntergangs rettet Weltfremdheit das Leben!
von Johanna Olberding
Weltuntergang, und ich bin in Vechta? Kein Ding. Ich schiebe alle unkoscheren Gedanken beiseite, zähle ein paar Ave Maria auf und bekreuzige mich. Denn wenn das wie mit dem Wetter läuft, dann machen die apokalyptischen Reiter eben so Halt vor den gläubigen Toren Vechtas wie der Niederschlag. Und wenn nicht, naja dann gibt’s ja immer noch das Paradies, und da ist ja eh alles schön. Nun, und wenn der heilige Schein nicht über Vechta wacht, dann gehe ich gepflegt mit meinen Liebsten in die Cubar und feier eine letzte Sause mit genügend Long Island Ice Teas. Insel, ich komme.
von René Kohn
Die Welt geht unter und ich bin dabei! Das ist ein fucking Event! An so einem Tag muss man was Besonderes machen. Mit Freunden treffen? Heulen? Kann man auch an allen anderen grauen Kleinstadttagen. Ich würde mir einen Porsche 911 Turbo mieten, und auf Vechtas Straßen alle 4 Teile von The Fast and the Furious nachspielen. In einem rosa Hasen-Kostüm. Betrunken. Bußgeld? Punkte? Scheiß drauf, die Welt geht unter und mit ihr mein Führerschein.
von Stefan Hirsch
Ich würde wohl zunächst abwarten, inwiefern meine ausbrechenden animalischen Triebe der aufkommenden Anarchie standhalten würden. Sicher spannend, ob ich dann Opfer oder (Wohl)täter wäre. Ansonsten würde ich Kette rauchen und dem letzten Feuer meines Lebens auf dem Pferd vor der Sparkasse in einem ausreichend geistesgestörten Zustand singend und heulend entgegen reiten.
von Tobias Kunz

PDF-Version der 11. Ausgabe

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Kuschelpädagogik und Wuthöhle

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Mehr Anonymität für TV-Familien!
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Mittlerweile ist die Fernsehlandschaft nicht mehr ohne die zahlreichen Sendungen mit scheinbar pädagogischem Format vorstellbar. Quote und Nachfolgeproduktionen geben zu erkennen: Die Nachfrage beim Zuschauer ist vorhanden, danach etwa, wie man sich zu verhalten hat, wenn etwas schief läuft in der Familie, eingedenk des Haustieres. Im multimedialen Rahmen erhalten die Bedürftigen Hilfe von Experten, oftmals Diplompädagogen, welche mit Rede und Tat und manchmal auch fragwürdigen Konzepten zur Seite stehen. Disziplin, Regeln, Prinzipien sind dabei immer wieder Schlagwörter, die fallen. Greift das Verständnis von Pädagogik durch und in den Medien zu kurz? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden geklärt werden. Als Gesprächspartner stand uns Dipl.-Päd. Andreas Hoenig zur Verfügung.
Greift das Verständnis von und durch die Medien zu kurz?
Also wenn ich mir die Medienformate, dir mir bekannt sind, betrachte, dann wird da ein Verständnis von Pädagogik kolportiert, das techniklastig ist und eine Heilsbringung in Extremsituationen verspricht, die ich für nicht machbar halte. Ich schließe mich damit Kritiken, zum Beispiel des DJI (Anm. d. Red.: Deutsches Jugendinstitut) an, die deutlich sagen, dass etwa die Frage der Nachhaltigkeit überhaupt nicht nachgewiesen ist. Ich bin aber auch nicht ausschließlich negativ-kritisch eingestellt gegenüber medialer Aufbereitung solcher Formate. Nur die Art und Weise, wie es gegenwärtig geschieht, finde ich mindestens fragwürdig.
„Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank vorgeht, umso höher ist die Quote.“
Einmal etwas überspitzt formuliert: Jura-Studium bei Salesch (wahlweise auch bei anderen Gerichtsshows) und Pädagogikstudium bei Super Nanny? Verwirklicht sich hierin ein Bildungsauftrag der Medien?
Mit Sicherheit nicht. Vielmehr sind die Quoten von 15% und mehr ein Hinweis darauf, dass es einen absolut hohen Bedarf gibt. An der Stelle bin ich ein Befürworter medialer Bearbeitung solcher Fragen und ein Befürworter dessen, dass wir uns des Mediums Fernsehen bedienen, weil das nun einmal das Medium Nummer 1 Deutschlands ist. Aber natürlich sehe ich die mediale Aufbereitung, wie sie vor allem durch die Privatsender passiert, kritisch. In Videoclipform werden dramatische Lebenssituationen festgehalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt – da kann ich mich nur dagegen verwehren. Das kann so nicht sein. Was nicht heißt, dass das nicht grundsätzlich so sein kann.
Kommen wir doch einmal zu dem Auftrag von RTL. Laut RTL.de ist nämlich das Ziel der Super Nanny „eine fundierte Analyse, Besprechung der Erziehungssituation und eine individuelle pädagogische Beratung für die Eltern zu leisten“. RTL will nach eigener Aussage „mit diesem Format einerseits den betroffenen Familien eine Hilfestellung bieten, andererseits aber auch dem Zuschauer anhand von unterschiedlichen Fällen Lösungsansätze für Probleme in der eigenen Familie aufzeigen.“
Glauben Sie, dass dies mit diesem Format geschieht?
Das bezweifel ich. Ich bezweifle sogar den Ansatz. Natürlich versucht sich RTL in der Öffentlichkeit darzustellen, sozusagen, dass es kein Format sei, das auf Quote angelegt ist. Diese Darstellung halte ich für schlichtweg falsch. Natürlich agiert vor allem die Frau Saalfrank – und das ist im Grunde auch überhaupt die einzige, worüber ich mir ein Urteil erlauben kann – pädagogisch. Aber das Heilsversprechen, das da gebracht wird, ist, du hältst dich an einen gewissen Regelkatalog, Familienregeln – vom „Stillen Stuhl“ hat sie Gott sei Dank Abstand genommen – und dann ist das machbar. Die Krise ist anhand von ein, zwei, drei Interventionsmöglichkeiten, die sie zur Verfügung stellt, gelöst. Das ist vor dem Hintergrund der Sozialen Arbeit und der Arbeit mit Familien so nicht richtig. Es geht halt nicht so einfach. Und es werden wesentliche Aspekte, die wir als Vertreter der Sozialen Arbeit für wesentlich halten, außer Acht gelassen. Die Darstellung der Betroffenen, auf Seiten der Eltern vor allem die betroffenen Mütter, im Sinne von erzieherischer Inkompetenz, die Kinder als Monster, was sie de facto nun mal nicht sind, und die Väter finden weitestgehend überhaupt nicht statt – da wird ein Familienbild kolportiert, das nicht der Realität entspricht. Dramatische Verkürzung.
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Oft der einzige Ansprechpartner
© Rosel Eckstein / PIXELIO
Glauben sie, dass eine öffentliche Preisgabe des Privatlebens vor der Fernsehnation eine langfristig wirksame Stigmatisierung für die zur Schau gestellten Kinder, die Eltern, die übrigen Familienmitglieder und das weitere familiäre Umfeld zur Folge haben kann oder ist diese laut gewordene Kritik ebenfalls zu sehr in den Medien dramatisiert worden?
Also die Stigmatisierungseffekte, die da stattfinden, haben ihren dramatischen Höhepunkt erreicht bei dieser Folge mit dem 13-jährigen Mädchen. Und das war für mich genau der Punkt, an dem RTL sich mit seinem hehren Anspruch widerspricht. Nach meinem Kenntnisstand haben eine Mutter und ihre Tochter per einstweiliger Verfügung versucht, die Ausstrahlung des Formats zu verhindern, was nicht gelungen ist aufgrund vertraglicher Verbindungen, so dass es zur Ausstrahlung der Sendung kam. Mit der Folge, dass dieses Mädchen zumindest einen kurzfristigen psychiatrischen Aufenthalt und einen Zusammenbruch hatte. Und das konterkariert das, was RTL auf seinen Internetseiten als pädagogisches Format verkauft. Damit wird deutlich, worum es geht. Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank – und wir haben beide die gleiche Ausbildung genossen – vorgeht, umso höher die Quote. Das gipfelt dann darin, dass ein 3-jähriges Kind auf dem Stillen Stuhl sitzen muss. Ein 3-jähriges Kind! Und da mache ich auch eine deutliche Kritik fest an Frau Saalfrank, die sich hier sozusagen vor den Karren des Senders spannt. Aber sie handelt nicht durchgängig unpädagogisch.
„Mich erinnert Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.“
Wobei man sagen muss, dass gerade dieses Element ja aus der Sendung verschwunden ist. Es gibt keine stillen Orte mehr, weder Stuhl noch Treppe. Dieser Kritikpunkt, der auch laut geworden ist in den Medien, wurde also berücksichtigt. Haben Sie noch eklatant andere Puntke, die für Sie negativ auffallen?
Ein ganz wesentliches Moment, das für Schwierigkeiten bei diesem Format sorgt, ist diese Zeitschiene. Frau Saalfrank ist im Grunde genommen gezwungen sofort zu agieren, und das in ausgesuchten, höchst eskalativen Familien, die kein repräsentativer Querschnitt durch die Erziehungsrealität auch schwieriger Familien sind. Jetzt wissen wir, dass diese schnellen Reaktionen ein hohes Fehlerrisikio in sich birgt. Ich habe diese Sequenz vor Augen, wie sie über Funk coacht. Jetzt dies, jetzt das, jetzt jenes. Da stellt sich für mich die Frage: Was lernt ein Mensch an Erziehungskompetenz, wenn er so eine aus dem Psychodrama abgeleitete Methode des Alter Ego machen soll, also ferngesteuert agiert? Die Erziehungskompetenz wird hierdurch nicht erhöht. Der Kritikpunkt ist ganz klar die Reduzierung auf eine sehr technisch ausgerichtete Soziale Arbeit. Techniken sind die Lösung. Das alleine kann so nicht stimmen.
Es gibt natürlich auch eine umfassende Kritik der Deutschen Gesellschaft für Systemische Beratung, die sich absolut distanziert. Und natürlich distanzieren sie sich, weil es zuwider läuft gegen Grundsätze Sozialer Arbeit. Ich habe in Familien mit schwierigen Kindern gearbeitet. Und ich weiß, dass sich die Arbeit anders darstellt. Es gibt eben nicht den schnellen Erfolg. Und das, was das Format Super Nanny hier vorgibt, deckt sich eben hierin nicht mit meinen Erfahrungen. Außerdem muss ich sagen, dass ich es keiner Familie, mit der ich zusammengearbeitet habe, zugemutet hätte, diese Extremsituationen medial zur Schau zu stellen. Das ist mehr als grenzwertig. Das ist ethisch verwerflich.
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Kindern fehlen oft die Worte
© erysipel / PIXELIO
Dann würde uns doch einmal interessieren, was Sie der Super Nanny unter vier Augen sagen würden?
Ich glaube, ich würde ihr tatsächlich sogar zu ihrem Mut gratulieren. Ich meine, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und zu agieren, da ist es vollkommen klar, dass sie dann auch Projektionsfläche wird. Sie stellt sich sozusagen zur Verfügung in ihrem beruflichen Handeln. Da gehört Mut zu, vor allem, wenn man sich einmal anguckt, dass viele Agierende der Sozialen Arbeit große Angst davor haben, dass man in ihre Karten guckt – diese Angst scheint sie überwunden zu haben. Sie stellt sich selbst ja auch öffentlich dar. Und sie hat ja auch gerade zu Anfang große Schwierigkeiten gehabt. Was ich gut finde ist, dass sie versucht, Einfluss zu nehmen auf eine weitere Pädagogisierung. Und das mache ich fest an der letzten Folge, die gelaufen ist, die dann medial aufgearbeitet wurde als ihre erste Niederlage. Frau Saalfrank gibt auf. Die Inobhutnahme. Da finde ich, dass sie absolut richtig reagiert hat. Sie hat nicht die schnelle Lösung geliefert, sondern ganz klar gesagt, da sei eine Grenze für sie, das könne sie nicht. Das war keine Niederlage, das war ein Sieg. Ich würde ihr den Mut auch hausintern wünschen, dass sie weiter versucht, das Format pädagogischer zu gestalten. Das ist zurückzuführen auf die Person Saalfrank, nicht auf den Sender, mein Eindruck. Und ich würde sie natürlich versuchen zu motivieren, das Format dahingehend zu verändern, dass erstens dieses Heilsversprechen ein bisschen relativiert wird und dass sie zweitens eine höhere Aufmerksamkeit auf den Schutz der Klienten legt. Andere Sender, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, nehmen sich auch den Erziehungsfragen an, aber die tun das anders.
„Es macht wenig Sinn, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft verstehen.“
Nun, aber gerade was den Schnitt und die Schnitttechnik angeht, kann man ja auch nachlesen, dass Frau Saalfrank selbst hierauf keinen Einfluss hat.
Nun, ich gebe jetzt auch ein Interview und weiß gar nicht, was nachher in der uniVista steht und wie das dann dargestellt wird.
Richtig. Das wird mediengerecht aufbereitet.
Weiter im Programm: Sie hatten gerade schon den hohen Marktanteil angesprochen und meinten, das sei Ausdruck von Bedarf. Meinen Sie nicht auch, dass sich dahinter ein Ausdruck von Sensationslust gleichsam verbirgt?
Ich glaube, es ist beides. Wesentlicher für mich ist jedoch ganz klar die Message, dass es Bedarf gibt. Vielleicht müssen wir uns fragen: Wie können wir diesen Bedarf auch verantwortlich befriedigen? Wie kann sich die Soziale Arbeit oder auch die Familienarbeit in der Öffentlichkeit anders darstellen? Oder auch die Arbeit mit Ausreißern oder ähnlichem. Es sind ja verschiedenste Formate. Natürlich geht‘s dabei auch um die Befriedung einer Sensationsgier, eines gewissen Voyeurismus. Und diese ganzen Sendungen, auch diese Ausreißer-Formate, zeichnen sich dadurch aus, dass ein Bild von Kindern und Jugendlichen gezeigt wird, das sie an den Symptomen misst. Wir gucken nur auf die Person und nicht auf das Symptom. Das ist das, was wir predigen. Du bist gut, dein Verhalten ist schlecht. Und so werden Menschen über ihr Verhalten oder über Verhaltensspitzen, wenn man so will, stigmatisiert. Also es ist nicht der Sven, sondern der jugendliche Ausreißer.
Wie realitätsgetreu ist das Format?
In der Realität stellen sich familienunterstützende Maßnahmen im Sinne von SPFH (Anm. d. Red.: Sozialpädagogische Familienhilfe) oder auch Familientherapien als langfristig angelegte Hilfsmaßnahmen dar. Die durchschnittliche Behandlungsdauer einer SPFH ist auf zwei Jahre angelegt und nicht auf einige wenige Wochen. Also erinnert mich Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.
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Einsames Warten auf muntere Gäste
© Martin Müller / PIXELIO
Ein aktuelles Format, das für Sie derzeit einen pädagogischen Auftrag erfüllt?
In den Dritten des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens finden sich solche Sendeformate durchaus, aber auch die Sendereihe 37° im ZDF kann hier genannt werden. Auch hier gab es schon solche Folgen. Da sollten die Leute von RTL mal reinschauen, wenn sie das, was sie im Internet veröffentlichen, ernst meinen. Aber es ist natürlich klar, dass hier unterschiedliche Zielgruppen bedient werden sollen.
Es wird jedoch auch klar: Das Fernsehen bleibt das Bildungsmedium Nummer 1. Und wir nehmen es nicht wirklich wahr. Also es könnte ja auch von Seiten der Sozialen Arbeit versucht werden, aktiv solche Formate zu bilden, die dann wissenschaftlich abgesichert sind. Aber ich sehe diese Initiative nicht, das heißt aber auch, dass es wenig Sinn macht, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft zu verstehen.
Haben Sie denn eine Idee, wie eine Sendung aussehen könnte, die einen pädagogischen Inhalt hat und eine Hilfestellung für den „kleinen Mann“ sein kann?
Das ist eine gescheite Frage. Also ich hab das Konzept nicht im Schreibtisch. Mir ist im Augenblick auch keins bekannt. Aber ich glaube, dass deutlich geworden ist: Es gibt den Bedarf, und das vielleicht nicht nur aus Sensationsgier. Die Verzweiflung der Menschen in dieser Situation, und zwar aller Menschen, der kleinen und der großen, die da drin sind, ist immens. Stellen Sie sich mal den Alltag vor. Sie haben ja kein Alternativleben, selbst wenn sie sagen: Ich hab jetzt hier die Nase voll und geh in das nächste. Das können sie nicht.
„Ich werde mich auch in Zukunft nicht abends vor die Röhre quetschen, um eine pädagogische Fortbildung zu nehmen.“
Sie haben darauf hingewiesen, dass man das Bildungsmedium Fernsehen auch als eine Herausforderung für die Soziale Arbeit begreifen kann. Medienerziehung an der Hochschule Vechta. Findet das statt oder eher nicht?
Es gibt innerhalb der Studiengänge die Möglichkeit, medial zu arbeiten. Wir nutzen, ich kann das zumindest für unseren Fachbereich sagen, durchaus auch Medien. Wir tun das aber meiner Meinung nach noch nicht in der Form, wie wir das sollten. Ich halte das für ausbaubar.
Gibt es da Wunschvorstellungen?
Natürlich wäre eine bessere technische Ausstattung, welche die Arbeit mit neuen Medien möglich macht, gut. Also ich bin in meinen Veranstaltungen, ich kann das ja nur für meine sagen, ein recht techniklastiger Dozent. Ich würde das aber noch ausbauen wollen.
Ich halte das auch für ein geeignetes Medium. Nicht, um den Studierenden 90 Minuten einen Film zu zeigen, und das war dann meine Veranstaltung. Aber eine gezielte Anwendung medialer Formate, um Theorie durch Praxis zu unterfüttern, halte ich für sinnvoll.
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Kinder wollen wahrgenommen werden!
© Christine Becker / PIXELIO
Kommen wir zu einer Frage, die wir uns im Rahmen eines Streitgespräches in dieser Ausgabe stellen: Sind Lehrer Pädagogen?
Ja. Natürlich sind Lehrer Pädagogen.
Warum? Der pädagogische Anteil ist doch sehr gering im Studium.
Wie würden Sie das bezeichnen, wenn erwachsene Menschen sechs Stunden täglich mit Kindern arbeiten im Sinne von Bildung und Erziehung? Ich nenne das Pädagogik. Also natürlich sind Lehrer Pädagogen. Sozusagen Bildungspädagogen. Ich kann kein unpädagogischer Lehrer sein. Ich bin vielleicht ein schlechter oder guter Pädagoge, wie immer man das auch festmachen will. Aber ich bin einer als Lehrer. Man könnte die Frage ja erweitern: Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.
(Es wird gezweifelt.)
Jetzt sehe ich ganz kritische Mienen. Aber natürlich sind wir das.
„Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.“
Nun, aber der größte Anteil der Dozierenden, gerade auch in der Professorenschaft, sind sich ihrer Stühle doch sehr sicher und nehmen einen pädagogischen Auftrag nicht wirklich wahr. Da werden die Veranstaltungen 08/15 runter gerissen, welche Motivation da auch immer hinter steckt.
Da werde ich mich jetzt nicht zu äußern. Ich würde ganz gerne noch einmal zu den Lehrern zurückkommen. Ich kenne eine ganze Menge Lehrer. Ich weiß, dass in dieser Berufsgruppe ganze viele Leute ganz engagiert arbeiten. Ich lebe mit einer Lehrerin zusammen, und ich sehe und ich weiß, wie sie ihren Job macht. Und ich bin mit Lehrern befreundet, von denen ich weiß, dass sie sich einen Kopf um „ihre“ Kinder machen. Ich erlebe an Schulen eine zunehmende Bereitschaft, sich pädagogischen Fragestellungen zu öffnen, und zwar durch alle Schulformen hinweg, bis zum Gymnasium. Und ich habe in meiner kurzen Zeit, in der ich hier als Lehrender tätig bin, und in der Zeit, in der ich an Schulen tätig bin, um Konflikte zu lösen und Leute fortzubilden, festgestellt, dass die sich sehr stark öffnen. Also ich bin auf jeden Fall bereit, eine Lanze für Lehrer zu brechen. Für mich ist ein Lehrer ganz klar ein Pädagoge und er hat für mich den Anspruch darauf, dass ich ihn a) ernst nehme und dass ich ihm b) gute Motive unterstelle. Und wie in jeder Berufsgruppe mag es vereinzelt Leute geben, wo man sagt, naja, vielleicht hast du die falsche Berufsentscheidung getroffen. Aber das passiert auch bei Dachdeckern. Aber sagen Sie mir, waren Sie schon einmal in der sechsten Klasse, Hauptschule? Dann erzählen Sie mir mal, wie Sie das unpädagogisch lösen, wenn man rein versucht, Bildung zu vermitteln. Aber vielleicht sollte man darüber nachdenken, ob man den Bereich Pädagogik – pädagogische Ziele bieten wir an im Lehramtsstudium – ein wenig mehr betont in diesem Studium. Ich glaube nämlich sehr wohl, dass die pädagogischen Herausforderungen nicht geringer werden.
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Bis hierhin und nicht weiter!
© Christine Becker / PIXELIO
Eben das wäre auch eine Frage: Inwiefern spiegelt sich dieses pädagogische Mehrbedürfnis, welches Sie gerade attestiert haben, im Lehramtsstudium überhaupt wider?
Also die genuine Aufgabe von Lehrern ist Bildungsvermittlung. Aber nichtsdestotrotz ist der pädagogische Auftrag vorhanden. Und ich glaube auch immer noch, dass wir Nachbesserungsbedarf haben. An einer Hochschule, die so aufgestellt ist wie unsere, ist es natürlich möglich, genau an der Stelle sozusagen nachzubessern. Ich halte heute Abend zum Beispiel ein Seminar, wo ich Studierende – allerdings der Sozialen Arbeit – dahingehend befähige, Sozialkompetenztraining an Schulen zu geben. Die werden das in der Praxis durchführen.
Da kann man als Lehramtskandidat direkt neidisch werden. Unser pädagogisches Studium ist praxisfrei. Das, was Sie schildern, wäre wünschenswert. Also auch einmal in die Praxis zu gehen und unter diesem Aspekt Erfahrungen zu sammeln.
Da bin ich natürlich mit dem Curriculum zu wenig vertraut. Aber noch einmal: Auch die Öffnung der Schulen hin zu mehr Sozialpädagogik findet statt. Das von der Bundesregierung initiierte Projekt „Jugendhilfe und Schule“, das sich zunächst der Vermittlung von Neunt- und Zehntklässlern in den Arbeitsmarkt beschäftigte, das fruchtet ja. Also ist Soziale Arbeit in den Schulen angekommen. Sie finden kaum noch eine Hauptschule, die nicht mit Sozialen Arbeitern ausgestattet ist, wenngleich es davon auch noch zu wenige gibt. Meistens ist das dann eine halbe Stelle für eine Schüleranzahl von 300 bis 600. Also die Kollegen, die da arbeiten, könnten noch eine ganze Menge Support gebrauchen. Aber Tatsache ist, da findet etwas statt.
Nun, es ging jetzt auch nicht darum, dass angehende Lehrer die gleiche Ausbildung erfahren wie angehende Soziale Arbeiter, aber darum, dass man Einblicke gewinnt. Dass die Kommunikation, auch für späterhin, besser klappt und die Konkurrenz zwischen Pädagogen und Lehrern herausgenommen wird, gerade im Bereich Schule.
Andreas Hoenig wurde
am 1. Februar 1963
geboren. Er ist
Diplompädagoge und
seit WS 2007/08 als
Lehrkraft für besondere
Aufgaben an der
Hochschule Vechta
beschäftigt. Er ist
Sozialtherapeut in
der Jugendhilfe und
AAT/CTT-Trainer.
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Foto: Andreas Hoenig
Ja, ich glaube allerdings, dass wir schon länger dabei sind, diese Grenzen zu überschreiten. Haben Sie die neueste Ausgabe des Fokus gelesen? Dort wird ein Projekt vorgestellt in Duisburg. „Duisburg schlägt keiner“ heißt das. Das ist ein Freund und Kollege von mir, der dort ein ganzes Kollegium fit macht und schult im Bereich sozialer Kompetenzen und Konflikttrainings an einer Schule für Erziehungshilfen. Dort findet sozusagen eine Pädagogisierung der ganzen Schule statt, aber immer vor dem Hintergrund, dass es hier um Bildungsvermittlung geht.
Die Tendenz geht ja auch dahin, dieses dreigliedrige Schulsystem aufzugeben. Ich halt das für den richtigen Weg, weiter Sozialarbeit in die Schulen zu integrieren, aber auch Lehrer auf der anderen Seite für sozialpädagogische Methoden zu öffnen und auch selber zu befähigen.
„Ich muss Bock haben auf das, was ich
tue und ansonsten sollte ich es sein lassen.
Ganz einfach.“
Was macht einen Superpädagogen aus?
Zunächst mal, dass er sich nicht für super hält. Also dieses Wort „super“ mag ich nicht. Was macht einen guten Pädagogen aus? (denkt nach) Ich könnte jetzt anfangen, hier irgendwie zwanzig Adjektive runterzumurmeln. Ich könnte auch die großen drei von Rogers benennen: Authentizität, Empathie, Wertschätzung.
Ich könnte mich auf Waldner berufen: 80 Prozent Empathie und 20 Prozent Biss. Er muss Lust an seiner Arbeit haben. Der muss Spaß haben an der Arbeit mit Menschen und muss sozusagen auch daran glauben, was er da macht und an die Menschen, mit denen er arbeitet. Der muss auch an die Fähigkeit des Menschen glauben, sich selbst zu helfen. Wesentlich ist: Ich muss das, was ich tue, mit Leidenschaft und gerne tun. Wenn ich das tue, habe ich ein gutes Zeug, um ein guter Pädagoge zu sein. Dann kommen noch ein paar Techniken dazu, man kann an seiner Haltung arbeiten. Aber ich muss Bock haben auf das, was ich tue und ansonsten sollte ich es sein lassen. Ganz einfach.
Wir bedanken uns für das Interview.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns

Lehrer vs. Pädagogen

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Lehrer und Pädagogen – ein ungleiches Paar?
© Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO
Was Lehrer und Lehrerinnen nicht alles sind oder besser sein sollen…
Als eine Art berufliches Sammelbecken vereinigt sich gleich ein ganzes Sammelsurium an möglichen Berufsbezeichnungen in ihren Spiegelbildern, die man nur zu gerne sieht, blickt man in eben dieses Becken. Verzerrungen werden scheinbar übersehen. Allein das bemühte Bild gibt bereits zu bedenken. Lehrer, das ist „ein“ Beruf. Soviel vorweg. Steigen wir dennoch ein in dieses Sammelbecken möglicher Berufszuschreibungen. Wer kennt sie nicht, diese Kinder aus Pädagogen-Familien? Und welche Berufe verbergen sich dahinter? Natürlich, ein Lehrer-Ehepaar. Lehrer sind also Pädagogen. Hierfür gibt es zwar einen eigenen Studiengang, aber gehen wir diesem Bild nach. Anteile des Lehrerstudiums beschäftigen sich klar mit Fragen aus der Erziehungswissenschaft. Jeder Lehramtskandidat hat denn auch zu lernen, was unter „Pädagogik“ zu verstehen ist. Aber heißt das späterhin auch, dass man Pädagoge ist? Wohl nicht. Es ist eine Zuschreibung. Der Lehrer mutiert damit, wie so oft, zu einer Art Projektionsscheibe einer kränkelnden Gesellschaft. Diagnose: Verdrängung, etwa von Aufgaben, die primär in der Familie zu leisten sind und meinetwegen auch von ausgebildeteten Pädagogen. Diesen Ansprüchen kommen Lehramtskandidaten dann mit Idealismus entgegen, der schnell bröckelt. Lehramtskandidaten tun sich dann auch besser, wenn sie sich selbst weniger als angehende Pädagogen als vielmehr eben als angehende Lehrer sehen. Dieser handelt zwar späterhin in bestimmten Situationen und Institutionen, in denen es auch auch um Persönlichkeitsentwicklung geht; das ist bereits dem simplen Umstand bei aller geachteten Komplexität zu verdanken, dass Menschen immer aufeinander einwirken und sich entsprechend beeinflussen, prägen etc. Es ist aber vorrangig nicht das Ziel des Lehrers, erzieherisch und damit pädagogisch zu handeln, sondern es ist seine Aufgabe, Wissen vermitteln zu können. Oder er schafft Situationen, in denen Wissen aufgebaut werden kann. Diese Tätigkeit ist weniger eine pädagogische als vielmehr eine didaktische. Dahinter stehen neben grundlegenden Techniken und Methoden der Vermittlung gleichsam ein fachwissenschaftliches Studium von zwei Fächern. Ohne eine solche Ausbildung kann ein Lehrer, selbst wenn er noch so pädagogisch handeln und wirken will, kein adäquater Berater oder Begleiter sein. Dass Kinder und Jugendliche in dieser Zeit und auch in Lernprozessen neue Erkenntnisse hinzugewinnen, zu lernen lernen und sich nicht zuletzt weiter entwickeln oder eben auch manchmal verharren, stehen bleiben und erst einmal zurückrudern müssen, das alles mag zu der verqueren Aussage führen, Lehrer seien Pädagogen. Nein, sie sind Lehrer, wenngleich sie das Studiensystem derweil als Meister der Erziehung entlässt.
von René Kohn
Lehrer sind keine Pädagogen, sollten es aber werden!
Lehrer sind in meinen Augen keine Pädagogen, aber sie sollten es sein. In der Schule ging es noch nie nur um bloße Wissensvermittlung, dennoch liegt der Schwerpunkt der Lehrerausbildung auf den Fachwissenschaften und die Pädagogik findet nur am Rande statt und meist in Form der alten Klassiker. In Zeiten, in denen Lehrer reihenweise das Handtuch schmeißen (Bsp. Rütli- Schule), in der Verarmung (wirtschaftlich und seelisch) in der Gesellschaft zunimmt, sind Lehrer mehr denn je mit verhaltensauffälligen und vernachlässigten Kindern konfrontiert. Die Schule ist in einem Land mit Schulpflicht für jeden eine wichtige und prägende Institution.
Es sind also vielfältige Aufgaben und Problematiken, welche ein Lehrer zu bewältigen hat, wohlgemerkt neben dem Anspruch, dem Lehrplan gerecht zu werden. Dennoch wird an den Universitäten nicht auf diese Herausforderungen reagiert. Es fehlen Angebote für die Studierenden, welche sie befähigen, im Klassenzimmer zu agieren und angemessen zu reagieren. Es fehlt pädagogisches Handwerkszeug, welches die Lehrer auch die Selbstsorge lehrt. Steigende Burnout-Zahlen bei Lehrern zeigen die Notwendigkeit von Strategien zur Psychohygiene, welche durch eine umfassende pädagogische Ausbildung erlernt werden können.
Didaktik und Pädagogik sind keine Gegensätze und sollten Hand in Hand gehen.
Noch sind Lehrer keine Pädagogen, aber sie sollten es werden!
von Stefanie Bruns

Pädagogik – eine unterschätzte Profession?

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Gemeinsam statt gegeneinander
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Wenn ich in meiner Verwandtschaft erzähle, dass ich Pädagogik studiere, ist die erste Reaktion: „Ach, du wirst Lehrerin?“ Wenn ich das dann genervt verneine und erkläre, dass ich den Schwerpunkt auf Sozialpädagogik gelegt habe, blicke ich meist in fragende Gesichter und muss erklären, was man denn damit überhaupt machen kann. Diese alltägliche „Aufklärungsarbeit“ spiegelt das Bild dieser Profession in unserer Gesellschaft gut wider. Sie wird nicht wahrgenommen oder unterschätzt.
Dies hat viele Ursachen: In unserer Gesellschaft, welche auf einen gesunden, in den Normen funktionierenden Menschen ausgelegt ist, ist es nicht schick, sich einzugestehen, dass man ohne professionelle Hilfe nicht weiter kommt. Dies wird dann als „Versagen“ angesehen und nicht als da, was es ist, nämlich Kompetenz (siehe Diskussion über die Super Nanny, als sie veranlasst hat, dass ein Kind in Obhut genommen wurde und die Medien es so darstellten, als sei sie gescheitert). Diese Einstellung macht es dann Hilfebedürftigen natürlich schwer, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Hemmschwelle ist also mitunter sehr hoch. Es ist allerdings wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und es ist richtig, sich dann geeignete Hilfe zu holen.
Mittlerweile ist bekannt, wie komplex die menschliche Psyche ist, wie differenziert die menschliche Entwicklung (Erziehung, Sozialisation) verläuft und wie groß die Zahl der Faktoren für diese ist. Gleichwohl werden
Professionen, welche sich damit beschäftigen und versuchen, darauf positiv Einfluss zu nehmen, eher belächelt.
Die Notwendigkeit wird nicht gesehen. Bei Zahnweh wird jeder einen Zahnarzt aufsuchen, wenn auch mit Zähne knirschen. Doch wenn ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege, gehe ich nicht automatisch in eine Beratung oder zum Psychologen…
Der Bedarf wird also so lange nicht wahrgenommen oder ignoriert, dass Pädagogen u. a. oft erst zum Einsatz kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. In der Eskalationssituation sollen diese professionellen Helfer das Eisen aus dem Feuer holen. Wenn sie daran scheitern (siehe zum Beispiel den Fall „Kevin“ in Bremen), gibt es nicht nur eine empörte öffentliche Diskussion, sondern die Helfer müssen sich auch noch vor Gericht verantworten.
Pädagogische Maßnahmen sind, gerade im öffentlichen Bereich (Jugendämter etc.), oft nicht viel mehr als ein lästiger Kostenfaktor, welcher minimiert wird, bis
es wirklich nicht mehr geht. Dann sitzt ein Case Manager im Jugendamt und muss 70 und mehr Fälle allein(!) bearbeiten.
Bei der Frage, warum das alles so ist, habe ich zwei Hypothesen:
Zum einen sind pädagogische Interventionen (in welchem Bereich auch immer) in ihrem Nutzen für einen Außenstehenden nicht sofort erkennbar. Es gibt kein fertiges Produkt, nichts was zählbar oder messbar wäre. Wenn ich also nicht weiß, was bei so einer Intervention entsteht, fällt es mir schwer, erstmal für diese zu bezahlen, in der Hoffnung, dass es sich rentiert.
Zum anderen sind wir Pädagogen nicht gut darin, Berufspolitik zu betreiben. Die Profession spaltet sich auf in einzelne Fachbereiche, in denen dann jeder sein Ding macht, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Es fehlt öffentliche Präsenz und Aufklärungsarbeit. Es fehlt die Botschaft „Was wir können, ist wichtig. Unsere Kompetenzen haben einen großen Nutzen für die Gesellschaft.“
Es fehlt ein selbstbewusstes Auftreten nach dem Motto: Ich kann das, das und das und damit kann ich so, so und so handeln. Weg von dieser „Ich kann alles, aber eigentlich nichts“-Mentalität und die, meines Erachtens, falsche sozial aufopfernde Einstellung. Wer neun Semester studiert hat, der sollte sich nicht mit Erziehergehalt abspeisen lassen.
von Stefanie Bruns

Von Freunden und Feinden, von Leib und Leben

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Dieses Buch ist sicher dem einen oder anderen aus seiner Schulzeit bekannt und vielleicht auch verhasst. Doch manchmal lohnt es sich, die alten Bücher noch mal raus zu holen und sie ohne Zwang und die Aussicht auf den nächsten Test neu zu entdecken. So auch hier:
In Die Outsider wird der Leser vom Ich-Erzähler Ponyboy in sein Leben auf der Eastside mitgenommen. Neben den pubertären Gefühlsschwankungen geht es dabei nicht selten um das bloße Überleben. Denn Ponyboy und seine Bande gehören zu den Greasern, welche sich blutige Auseinandersetzungen mit den Socs von der Westside liefern. Durch die Erzählperspektive kann sich der Leser sehr schnell mit dem Protagonisten und seinen Mitstreitern identifizieren, trotz der wirklich krassen Schicksale (Ponyboy und sein Bruder sind Vollwaisen).
Gebannt habe ich bei der zweiten Lektüre mit den Greasern gelitten und gelacht. Es war wie eine Zeitreise in die eigene Schul- und Jugendzeit. Eine Reise von hoher Intensität, welche sich auf jeden Fall lohnt.
Susan E. Hinton: Die Outsider
Signatur: 5.2 A hin = 272595
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 10. Ausgabe

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Offener Brief an die Verursacher der Finanzkrise

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Auswirkungen für die Studentenschaft:
Die Auswirkungen für die Studierenden werden von eher indirekter Natur sein, da sie selten Aktieneigentümer sind. Die großen Geldmassen, welche jetzt auf den Markt geworfen werden, können eine Inflation zur Folge haben. Das heißt, unser Geld wir immer weniger wert und die Güter des täglichen Bedarfs immer teurer.
Die anhaltende Verunsicherung auf dem Kreditmarkt sorgt dafür, dass Unternehmen keine Kredite mehr für ihre Investitionen bekommen. Dies hat zur Folge, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind. Dies macht natürlich auch einem Absolventen der Hochschule den Einstieg ins Berufsleben nicht unbedingt leichter.
Der Staatshaushalt gerät unter Druck und erforderliche Mehrausgaben (Rettungspakete für die Banken, Konjunkturprogramm für bestimmte Wirtschaftszweige) müssen irgendwie kompensiert werden. Es wird also Kürzungen geben. Diese werden traditionell zuerst in Bildung und sozialen Projekten angesetzt. Es werden also weniger Lehrer eingestellt, und die Gelder für Projekte für Straßenkinder, Drogenberatungsstellen etc. werden stark gekürzt oder gestrichen, so dass auch hier Arbeitsplätze wegfallen.
© Hans Peter Dehn / PIXELIO
Liebe Manager,
es ist schlimm, was zurzeit in ihrer Welt passiert. Ihr Posten ist nicht mehr sicher, und Sie bekommen statt 20 Millionen Dollar Abfindung nur noch die Hälfte und das, obwohl Ihr Jahresgehalt doch nur läppische 10 Millionen betragen hat. Mal abgesehen von den Aktien- und Gewinnbeteiligungen. Aber das ist ja eh nur Kleingeld. Schließlich haben Sie gute Arbeit geleistet, und es ist nicht Ihre Schuld, dass die Kreditnehmer in den USA nicht mehr zahlen konnten. Das tut mir wirklich Leid für Sie.
Doch nach all diesen bitteren Erkenntnissen freue ich mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass es Ihnen trotz allem gar nicht so schlecht geht. Denn 1,5 Millionen Häuser werden in diesem Jahr in den USA zwangsversteigert. Das sind 65 Prozent mehr als in den Vorjahren. Können Sie sich das überhaupt vorstellen, wie es wäre, wenn Sie Ihre geliebte Villa und das Penthouse-Appartement nicht mehr hätten? Schrecklich, oder?
Auch mit Ihrem Schicksal des Arbeitsverlustes sind Sie nicht allein. Denn nach Schätzungen werden bis zu
100.000 Arbeitsplätze in der Finanzindustrie im Zuge dieser Krise verloren gehen, und wer weiß, wie viele noch, wenn die Finanzkrise sich auf die Wirtschaft ausweitet.
Aber es kommt noch besser: Stellen Sie sich vor, die Steuerzahler der USA und der EU wollen Ihnen helfen, das kleine Missgeschick wieder auszubügeln und Ihr Unternehmen zu retten. Sie geben Ihnen allein in Deutschland 500 Milliarden Euro! Sie müssen nur noch über ihren Schatten springen und zugreifen.
Das ist doch toll, oder?
Gruß,
uniVista
Die Finanzkrise – ein Abriss der Entwicklung:
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 senkt die US Notenbank den Leitzins immer wieder (von 2001-2003 von 6,5 auf 1 Prozent) um die Märkte zu stabilisieren.
Eine Senkung des Leitzinses macht Kredite und damit Geld billig. Dies nutzen viele amerikanische Bürger um sich ein Eigenheim zu bauen, finanziert ohne einen Cent Eigenkapital. Die einzige Sicherheit für die Banken ist die Immobilie selbst. Durch die hohe Nachfrage steigen auch die Preise am Immobilienmarkt
Um das Risiko dieser Kredite zu minimieren entwickeln US Banken eine Anlageform, indem Sie die Kredite verkaufen. Kredite werden gestückelt, vermischt. Undurchsichtige Finanzpakete entstehen
Ab 2004 werden die Zinsen wieder angehoben. Da die amerikanischen Kredite an den Leitzins gebunden sind, bringt das die Kreditnehmer in Schwierigkeiten, so dass sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können.
2006: Das Angebot an Häusern ist nun größer al die Nachfrage, was die Preise rapide sinken lässt. Damit wird die einzige Sicherheit, welche die Banken haben, quasi wertlos.
Im Sommer 2007 wird das Ausmaß der Krise deutlich. Die riskanten US-Hypothekenkredite liegen nun direkt oder indirekt in vielen Portfolios und bringen damit Banken und Großanleger ins Schleudern. Durch die undurchsichtige Vorgehensweise beim Schnüren dieser Finanzpakete schwindet das Vertrauen der Banken untereinander. Niemand weiß wie weit die Banken involviert sind. Deshalb leihen sich die Banken kein Geld mehr untereinander. Die Zentralbank springt ein und pumpt 300 Milliarden Dollar in den Kreditmarkt.
Im letzten Quartal 2007 müssen die Finanzriesen Farbe bekennen und geben Abschreibungen in Milliarden Höhe an. Die Finanzkrise weitet sich inzwischen global aus, weil auch europäische Banken beim Geschäft mit den US- Hypothekenkrediten mitgemischt haben.
Januar 2008 fallen die Börsenkurse rapide, da Investoren befürchten, dass sich in den Bilanzen weitere Abschreibungen verbergen.
Liebe Politiker,
Sie sind im Moment nicht zu beneiden. Da hatten Ihnen die Manager und Wirtschaftsexperten soviel versprochen und Sie hatten sich die Zukunft schon so rosig ausgemalt. Ein ausgeglichener Haushalt war Ihr Ziel. Doch nun müssen Sie die Banken vor dem Bankrott retten und zusehen, wie ein Wirtschaftszweig nach dem anderen drastische Umsatzrückgänge vermeldet und Arbeitnehmer entlassen will. Jetzt bleibt Ihnen nur noch die Schadensregulierung. Eilig schnüren Sie und Ihre Kollegen nun Rettungspakete, bezahlt vom Steuerzahler. Der ist zwar Ihr Wähler und findet das gar nicht gut. Aber letztlich sitzen Sie dann am längeren Hebel und bis zur nächsten Wahl ist das ganze Debakel sicher wieder vergessen. Das heißt, nur wenn diese Milliarden, welche Sie auf den Markt werfen, nicht zur Inflation führen und somit wieder der kleine Bürger, welcher um seinen Arbeitsplatz bangt, noch weniger Geld zur Verfügung hat. Nein, Sie sind wirklich nicht um Ihren Job zu beneiden.
Dennoch würde ich gern mal mit Ihnen tauschen, um zu verstehen, warum Sie das Geschehen auf dem Geldmarkt nicht stärker regulieren. Selbst in den Landesbanken, in denen Sie Vorstandsmitglieder zur Kontrolle sitzen haben, wurde in die riskanten Papiere investiert. Wie kann das sein?
Gruß,
uniVista
Anmerkung:
Die im vorlegenden Text benannten Statusgruppen sind selbstverständlich nicht die alleigen Verantwortlichen der Finanzkrise. Diese hat vielfältige Ursachen und damit auch viele Beteiligte. Zum Beispiel die Börsianer und auch die Kreditnehmer in den USA, welche über ihre Verhältnisse gelebt haben. Wir haben diese zwei Statusgruppen ausgewählt, weil jene am meisten in der Öffentlichkeit stehen und aus ihren Positionen heraus den größten Einfluss haben.
von Stefanie Bruns

Netzwerken
Warum Vitamin B so hilfreich ist

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Ein neues Wort, welches so nicht im Duden zu finden ist, geistert durch Medien und Köpfe: Netzwerken. Dies soll der Schlüssel zu einer erfolgreichen Karriere sein. Darunter wird verstanden, dass ein jeder dazu angehalten ist, möglichst viele Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen. Getreu dem Motto: „eine Hand wäscht die andere“ sollen diese Netzwerke der gegenseitigen beruflichen Unterstützung dienen. Bei Politikern und Managern ist in diesem Kontext immer wieder von Seilschaften zu hören, welche diese Personen dort hin gebracht haben, wo sie heute stehen. Natürlich kann ein guter Kontakt nicht die eigene Kompetenz ersetzen. Doch er kann mir sagen wo eine Stelle frei wird oder mich empfehlen. Ein nicht kleiner Teil des Arbeitsmarktes funktioniert so. Stellen werden oftmals nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern durch Menschen besetzt, welche der Chef kennt oder die von einem Mitarbeiter empfohlen wurden.
Es ist also unbestreitbar, dass Kontakte nützlich sein können. Doch wo kann ich Kontakte knüpfen? Gerade als Student kenne ich doch überwiegend meine Kommilitonen, welche sich zunächst einmal in derselben Lage befinden wie ich.
Tagung in edlem Ambiente
©Thomas Bornschein / PIXELIO
Eine gute Möglichkeit über den eigenen Tellerrand zu schauen und wichtige Menschen in wichtigen Positionen kennen zu lernen bieten Kongresse und Tagungen. Über das ganze Jahr werden von den verschiedensten Fachrichtungen solche Veranstaltungen angeboten. Hier versammeln sich die Akademiker ebenso wie die Praktiker, um über neue Entwicklungen zu sprechen und sich über ihre Projekte auszutauschen. Dies ermöglicht es den Studierenden ihr Fachwissen zu vertiefen und auf Tuchfühlung zu gehen mit entscheidenden Persönlichkeiten. Es hat also eigentlich nur Vorteile. Dennoch sind die Zahlen der teilnehmenden Studenten oft sehr gering. Vielleicht sind es Berührungsängste, vielleicht der schmale Geldbeutel. Aber es lohnt sich, einfach mal über den eigenen Schatten zu springen. Viele Veranstalter bieten zudem für die Studierenden eine ermäßigte Teilnahmegebühr an.
Informieren könnt ihr Euch im Netz. Hier bieten alle großen Verbände auf ihren Homepages umfangreiche Terminkalender und Informationen an.
von Stefanie Bruns

Von Geschichte und Geschichten, von Leben und Leiden

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Der Zweite Weltkrieg ist ein viel beachtetes und beschriebenes Ereignis in der jüngeren Geschichte Europas. Wir alle haben im Geschichtsunterricht gelernt, welche Schlachten geschlagen und wie viele Menschen getötet wurden. Doch hinter diesen historischen Geschehnissen und den abstrakten Zahlen stehen Menschen, von denen wir meist nichts erfahren und auch nichts wissen.
Walter Kempowski hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen Gehör zu verschaffen. Unermüdlich sammelte er Briefe, Tagebücher, Zeugnisse von den Menschen, die an der Front kämpften, zu Hause auf ihre Liebsten warteten oder im KZ um ihr Leben gerungen haben. Der Brief des Frontsoldaten steht hier neben Tagebucheinträgen aus dem KZ oder dem eines Intellektuellen wie Thomas Mann. Kempowski unterscheidet nicht zwischen Opfern und Tätern, reich oder arm. Das alleinige Kriterium ist die Zeit, in der all diese Zeugnisse der Einzelschicksale entstanden sind. Damit verschafft er uns einen einmaligen Blick in die Leben dieser Menschen. Sie bekommen ihre eigene Geschichte und damit ihre Individualität zurück.
Dieses Werk ist nicht nur für Historiker von Interesse, sondern für jeden, der einen Blick hinter die abstrakten Statistiken werfen möchte und offen ist für die Schicksale dieser Zeit. Dieses zweifellos vom Anspruch her monumentale Werk hat seine Umsetzung in dem zehnbändigen kollektiven Tagebuch, dem Echolot. Jeder einzelne Band spiegelt ein bestimmtes Ereignis, einen Zeitrahmen wieder.
Alle Bände und ein Buch mit Werksnotizen sind auch in unserer Bibliothek zu finden und stellen damit ganz besondere Perlen dar.
Walter Kempowski (Hrsg.): Das Echolot
Ein kollektives Tagebuch. Januar und Februar 1943 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (268843)
Fuga furiosa. Ein kollektives Tagebuch. Winter 1945 (4 Bände)
Signatur: CQYk3272 (355370)
Barbarossa ‘41. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (355370)
Abgesang 45. Ein kollektives Tagebuch
Signatur: CQYk3272 (350417)
Culpa: Notizen zum „Echolot“
Signatur: CQYk3272 (350416)
von Stefanie Bruns

Chancengleichheit für alle
... auch an der Uni Vechta

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Die Menschenrechte sichern jedem einzelnen Chancengleichheit zu. Das heißt, jeder Mensch soll die gleichen Rechte und Möglichkeiten für den Zugang zu Bildung und die Teilhabe an der Gesellschaft haben.
Dieser Ansatz findet sich auch in der Gesetzgebung wieder. So soll zum Beispiel das viel diskutierte Antidiskriminierungsgesetz verhindern, dass jemand aufgrund seiner Herkunft, Religion oder des Geschlechts benachteiligt wird. Auch der Nachteilsausgleich für Menschen mit Schwerbehinderung oder chronischer Krankheit soll der Chancengleichheit dienen.
Doch all diese Rechte und Gesetze sind zunächst nicht mehr als schwarze Buchstaben auf ziemlich dünnem weißem Papier zwischen zwei Buchdeckeln. Um sie mit Leben zu füllen, müssen sie im alltäglichen Leben umgesetzt werden.
Rollstuhlgerechter Umbau
des Haupteingangs der Uni
Foto: Alexander Dressler
Nun reicht ein kurzer Blick auf unser Bildungssystem, um zu erkennen, dass Chancengleichheit auf vielen Ebenen nicht gegeben ist. Wie in kaum einem anderen Land hängen in Deutschland die Chancen eines Kindes vom Geldbeutel und dem sozialen Status seiner Eltern ab. Dies fängt beim Kindergarten an und hört in der Uni noch lange nicht auf.
Wenn dazu noch eine Schwerbehinderung oder eine chronische Krankheit kommt, dann kann von Chancengleichheit nicht mehr die Rede sein.
Stellt Euch vor, dass ihr im Rollstuhl sitzt und motorisch stark eingeschränkt seid. Ihr habt das Abitur geschafft und wollt nun studieren. Ihr schaut Euch also in der Hochschullandschaft um. Doch bevor ihr Euch eine Uni näher anschauen könnt, müsst ihr erstmal die Stadt prüfen. Sind die Innenstadt und der Supermarkt mit dem Rollstuhl befahrbar? Gibt es die Möglichkeit, barrierefrei zu wohnen? Gibt es Fahrdienste und Stellen, bei denen ich mir persönliche Assistenzen holen kann? Ist das alles zur Zufriedenheit gegeben, geht der Blick zur Uni. Kann ich hier mit den Anforderungen, die ich mitbringe, adäquat studieren? Oft ist die Antwort nein. Auch an der HS Vechta hätte es ein Student im Rollstuhl schwer. Er käme trotz des neuen Haupteingangs längst nicht überall hin und müsste immense Umwege in Kauf nehmen. Doch nicht nur die baulichen Vorrausetzungen würden ein Studium in Vechta erschweren oder ganz und gar unmöglich machen. Auch die im Landesgesetz verankerten Nachteilsausgleiche, welche sich in den Prüfungsordnungen widerspiegeln sollten, werden gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Selten ist in einer Prüfungsordnung ein Passus zu finden, welcher adäquate Prüfungsformen für Menschen mit chronischer Krankheit oder Schwerbehinderung zulässt. Hinzu kommt schließlich noch, dass das neue System von Bachelor/Master mit seinem sehr strengen Studienraster kaum Abweichungen zulässt. Doch ein Mensch, welcher zur Organisation seines Alltages sehr viel Zeit braucht, weil er viele Barrieren überwinden muss, benötigt eine flexible Uni, welche bereit ist, auch auf seine Bedürfnisse einzugehen.
An der HS Vechta gibt es jedoch niemanden, der sich dafür zuständig fühlt, die Rechte behinderter und chronisch kranker Studierender umzusetzen. Dadurch wird es Studierenden, welche ohnehin gegenüber ihren gesunden Kommilitonen benachteiligt sind, noch schwerer gemacht.
Es gibt jedoch seit dem vergangenen Semester eine Initiative an der HS Vechta, welche sich dafür einsetzt, das Bewusstsein zu stärken und die vorhandenen Lücken zu füllen. Leider steht diese sehr allein da. Es gab keine Unterstützung von Seiten des Studierendenparlaments und bisher auch keine des AStA. Das ist insofern schockierend, als dass der überwiegende Teil dieser Menschen doch einen sozialen Beruf ergreifen möchten.
Wenn Du diese Initiative unterstützen möchtest oder selber darunter leidest, dass Dir keine adäquaten Prüfungsformen zugestanden werden, dann kannst Du Dich unter ag.schwerbehinderung[at]yahoo.de melden. Hier kannst Du Information und Unterstützung bekommen.
Damit wir der Chancengleichheit ein kleines Stück näher kommen.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 9. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Magie und Mysterium, Butler und Bibel

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Noch ein Harry Potter könnte man meinen, wenn man das Cover des ersten Bandes von Artemis Fowl ansieht. Doch in Eoin Colfers Erzählung ist alles anders – oder doch nicht? Held der Geschichte ist ein zwölfjähriger Ire. Spross einer einflussreichen Dynastie und ein kriminelles Genie. Ihm zur Seite steht Domovoi Butler, der seinerseits einer Familie entstammt, die die Fowls seit Generationen beschützt. Bereits an dieser Stelle ist sichtbar, dass es sich nicht um gewöhnliche Verwandtschaft oder gar einen gewöhnlichen Jungen handelt. Auf den folgenden Seiten wird der Leser in eine phantastische Welt der Unterirdischen entführt und erlebt dort, wie Artemis Fowl seine Energie und kriminelle Raffinesse aufbringen muss, um gegen Elfen und andere Wesen zu bestehen. Er möchte den finanziellen Schaden, welchen seine Familie seit dem Verschwinden seines Vaters erlitten hat, ausgleichen.
Ein spannender Einstieg in die bisher sechs Bände umfassende Erzählreihe von Eoin Colfer, die durch die interessante, abwechslungsreiche Erzählweise auch für große Kinder bestens geeignet ist.
2001 wurde Artemis Fowl mit dem Childrens Book Award ausgezeichnet, dem wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis Englands. 2004 erhielt der Roman den deutschen Bücherpreis in der Sparte Kinder- und Jugendbuch.
Eoin Colfer: Artemis Fowl
Signatur: 333235
von Stefanie Bruns

Republikaner vs. Demokraten – eine Gegenüberstellung

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Die roten Elefanten
Neben den Demokraten ist die Republican Party oder GOP (Grand Old Party) die größte Partei in den USA. Außerhalb Amerikas wird sie als das größere politische Übel angesehen. Nimmt man die beiden letzten großen Kriege, die die Amerikaner geführt haben (Irakkrieg 2 und 3), so basieren die Interventionen der USA doch auf einer republikanischen Politik bzw. auf einer Entscheidung, die ein republikanischer Präsident gefällt hat.
Die RP ist eine national-konservative Partei und sieht ihre eigene Position Mitte-rechts. Sie stellte bislang die meisten Präsidenten in den USA, darunter solch klangvolle Namen wie Abraham Lincoln, Richard Nixon, Ronald Reagan und natürlich die beiden Bushmänner.
Die Partei wurde 1854 von Gegnern der Sklaverei gegründet und hatte als Tenor eben die Abschaffung der Sklaverei, freie Meinungsäußerung und Gleichberechtigung der Frauen. Ursprünglich waren die Republikaner neben den Demokraten und der Whigs-Party lediglich dritte Kraft im Land, dies änderte sich aber rasch und so wurde ihr zweiter Präsidentschaftskandidat, Abraham Lincoln, bereits ihr erster Präsident. Die Politik der Republicans ist sehr föderal eingestellt; ihr Ziel ist es, den einzelnen Staaten möglichst viele Kompetenzen zu überlassen. Im Ausland fallen sie nicht zuletzt durch ihre sehr konservative Politik auf. Sie sprechen sich gegen ein einschränkendes Waffengesetz aus, ebenso gegen Abtreibungen und die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren. Ihr neuer Präsidentschaftkandidat, John McCain, passt daher auch wie die Faust aufs Auge. Auch er ist Gegner von so eben erwähntem und dazu noch Befürworter der Todessstrafe. Ihre Wählerschaft rekrutieren sie zumeist aus den ländlichen Gegenden im Süden des Landes.
Von der komischen Art und Weise wie die Republikaner Wahlkampf führen, kann man sich auf ihrer Homepage (www.gop.com) überzeugen. Denn sie machen da eigentlich keine Werbung für ihren eigenen Kandidaten, sondern beschränken sich auf die Diffamierung des Kontrahenten. Man kann dort etwa einem Ticker zuschauen, der die Zeit zählt, wann Barrack Obama (Präsidentschaftskandidat der Demokraten) das letzte Mal die amerikanischen Truppen im Irak besucht hat. Dies ist bereits, welch Schande, ca. 900 Tage her. Außerdem kann man dann noch Max, Maxine, Patrick und Sam erwerben, vier dicke Plüschelefanten, die es zum Vorzugspreis von 110$ pro Stück im GOP-Store zu kaufen gibt. Besonderes Feature: Republikaner-Logo auf dem Bauch. Den Spaß kann man dann an seinen Lieblingsrepublikaner oder seine Kinder verschenken. Oder man lässt es bleiben. Je nachdem. Aber dann ist man kein Republikaner.
von Sebastian Dargel
Die blauen Esel
Die Partei von Hillary Clinton und Barack Obama genießt in Europa einen guten Ruf.
Hierzu tragen so große Name wie Roosvelt, Truman, Kennedy und nicht zuletzt Clinton bei, welche nur eine kleine Auswahl der demokratischen Präsidenten darstellen. Doch heute profitieren die Demokraten mehr denn je von diesen Mythen und den Männern die sie verkörpern. Da durch sie der Unterschied zu den Republikanern sehr deutlich wird. So sieht sich die demokratische Partei als Partei des kleinen Mannes, der Demokratisierung, der Freiheit und des Progressivismus (progress= Fortschrittlinksliberale Antwort auf Industrialisierung und sozialen Wandel).
Dies wird auch im andauernden Wahlkampf deutlich. So ist auf der offiziellen Website (www.democrats.org) Folgendes zu lesen:
„OurPlan: We have a bold new direction for a secure America. We seek: 1) Honest Leadership & Open Government, 2) Real Security, 3) Energy Independence, 4) Economic Prosperity & Educational Excellence, 5) A Healthcare System that Works for Everyone, and 6) Retirement Security.” Allgemein werden sie dem aufgeklärten Sozialliberalismus zugerechnet und verorten sich Mitte links im Parteiensystem.
Entstanden sind die Demokraten im frühen 19. Jh. (eine Epoche großer Umwälzungen in den USA: Abschaffung der Sklaverei, Einführung des allgemeinen Wahlrechts usw.) aus einer Abspaltung der demokratischen Republikaner. Über das genaue Datum gibt es widersprüchliche Angaben, da es verschiedene Gründungsmythen gibt, welche teilweise bis auf das Jahr 1792 zurück datieren, als eine Koalition um Thomas Jefferson erstmals Widerstand gegen die republikanische Politik geleistet hat.
Ebenso ungeklärt ist die Herkunft des Esels im Wappen der Demokraten. Er wurde nie offiziell anerkannt, wird aber von den parteinahen Organisationen zur Werbung genutzt. Genauso inoffiziell, aber im Prinzip schon das eigene Markenzeichen ist die Farbe Blau, welche für die Demokraten steht.
Obwohl sowohl Clinton als auch Obama sich damit profilieren, „Nein“ zum Irakkrieg gesagt zu haben und alles anders machen wollen, bleibt die Frage ob sie es überhaupt können. Denn der Allmachtsanspruch der USA und der ungeheure Patriotismus, welcher nicht davor zurück schreckt, Demokratie als Exportgut zu verkaufen und mit millitärischer Gewalt durchsetzen zu wollen, ist auch den Demokraten nicht ganz fremd.
von Stefanie Bruns

Von C-Promis, fallenden Sternchen und Goldenen Himbeeren
Die Redaktion auf der Suche nach den schlechtesten Filmen

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Filmabende mit Freunden sind eine schöne Sache. Entweder Tempos, Sekt und Schoki bei Mädelsabenden, Bier und Pizza beim Fußball oder Kurze bei Sissi. Filmabende mit der Redaktion dagegen sind die pure Qual. Des Nachts im Wald ausgesetzt werden (der geneigte Leser weiß es vielleicht noch…) ist nichts dagegen.
Die Goldene Himbeere und Internet Movie Database halfen uns bei der Auswahl, damit wir auch ja nicht einen nur mittelschlechten Film gucken würden. Und so entschieden wir uns für vier Filme, von denen einer sogar im Besitz eines Redaktionsmitgliedes ist…
Zuerst Crossroads – Not A Girl mit Britney Spears. Meine KollegInnen waren schon nach wenigen Minuten der Meinung, schlimmer könnte es nicht kommen. Ha, wie sie sich geirrt haben!
Crossroads ist ein Coming-of- Age-Film. Darunter versteht man Filme, deren jugendliche Helden von grundlegenden menschlichen Fragen bewegt werden. In diesem Film wendet sich Britney alias Lucy den grundlegenden menschlichen Fragen zu (die uns sicher alle in unserer Jugend bewegt haben): Werde ich dank meines 1er-Zeugnisses an die beste Uni überhaupt gehen? Schlafe ich mit dem Schwerverbrecher, den ich gerade erst kennengelernt habe, obwohl ich noch Jungfrau bin? (Oops!… I Did It Again.) Oder werde ich doch erfolgreiche Popsängerin?
Bildnachweis: Kathi Biehler
Foto: Kathi Biehler
Adam Sandler kennt ihr sicher? Immerhin hat er in so grandiosen Filmen wie Die Wutprobe, 50 erste Dates oder Klick mitgespielt. Und auch sein Film Punch-Drunk Love wurde viel gelobt und ausgezeichnet. Für mich persönlich gibt es aber kaum einen weniger auszuhaltenden Film. Und auch die anderen fragten sich nach kürzester Zeit, wo der Sinn dieser Story und wie der Rest des Filmes zu überstehen sei. Adam Sandler alias Barry, Verkäufer von mysteriösen Klopröpfen, hängt den ganzen Tag in seiner Firma-Garage rum, wo er dann auch seiner großen Liebe Lena vorgestellt wird. Von seiner Schwester. Davon hat er einige und alle sind nervig. Bei einem Familientreffen rastet er aus und zerschlägt Fensterscheiben. Am Abend will er Telefonsex, wird im Anschluss erpresst und kriegt Probleme mit prügelnden Brüdern. Am Ende aber entdeckt er seine inneren Kräfte und alles wird gut. Auch irgendwie ein Coming-of-Age-Film…
Nach Punch-Drunk Love waren wir so hibbelig, dass wir uns auf Battlefield Earth mit John Travolta regelrecht freuten. Battlefield – das hörte sich nach Action, Geballer, Weltraumfights und tollen Specialeffects an, das klang wie eine Offenbarung! Oder zumindest wie einfache Ablenkungskost. Wir würden sehen… Der Film entstand nach der Romanvorlage von L. Ron Hubbard. Na, was bemerkt? Ja, das ist der Gründer von Scientology. Aber so was kann uns nicht schrecken. Und auch die Tatsache, dass der Film mit mehreren Goldenen Himbeeren ausgezeichnet wurde und als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt, war uns nur Ansporn. Und ja, der Film ist schlecht. Sehr schlecht. Und kein Stück actionreich oder spannend. Mir sind nicht mal Einzelheiten der Geschichte im Kopf geblieben. Irgendwie will die Menschheit sich von den bösen Aliens (unter anderem Travolta auf Plateau-Schuhen) befreien und schafft es auch. Jetzt habe ich das Ende verraten, ist aber nicht schlimm, guckt euch den Film einfach nicht an. Denn ich weiß nicht, ob ich je wieder Pulp Fiction genießen kann…
Die Krönung eines schlimmen Abends: Daniel der Zauberer. Schlechte Story, schlechtes Drehbuch, schlechte Schauspieler (u.a. Küblböck selbst), schlechter Dreh (mit einer Videokamera), schlechte Drehorte, schlechte Dialoge und schlechte Musik (von Küblböck daselbst). Ich habe noch nie einen so schlechten Film gesehen. Daniel alias Daniel – denn es geht ja um Küblböcks Geschichte- wird „von Millionen geliebt, von Vielen gehasst“ (so der Untertitel) und ganz besonders von zwei ältlichen Jugendlichen und einem ganz bösen Opa. Die hassen ihn so sehr, dass sie den armen Daniel umbringen wollen! Aber der hat einen lieben und toten Opa, der mit dem bösen Opa kämpft. Daniel wird dann doch entführt (Reaktion der Redaktion/ Reaktion jedes Zuschauers: „Nun tötet ihn endlich!“), aber durch seine positive Energie kann er Alles zum Guten wenden und an Weihnachten liegt unterm Baum sogar ein Zauberstab!
…dies war die inhaltliche Einführung – jetzt folgen erfahrene Wirklichkeiten oder auch „Nah-Tod-Erfahrungen“. „Coming-of-Age“ oder wohl eher: „Coming-of-Mind“: Also begleitet uns ins X-treme!
von Julia Stock
Schon das Gefühl, mir einen wertvollen Abend meines kurzen Lebens für „schlechte Filme“ zu reservieren, möchte mich zu dem Satz bewegen: „Oh, wisst ihr, an dem Abend kann ich leider auch nicht. Da müsst ihr wohl bedauerlicherweise ohne mich durch.“ – Ihr musstet wirklich ohne mich und: Ich konnte wirklich nicht! Therapeutische Hilfe auf psychodramatischer Basis biete ich euch nachträglich kostenlos an.
von Johanna Olberding
Aller Anfang ist Britney Spears. Na ja, hoffentlich nicht aller, aber so sollte es an diesem Abend sein.
Die Handlung versteckt sich gekonnt hinter flachen Dialogen und den Schmachtsongs der selbsternannten Pop-Prinzessin. Drei pubertierende Weiber, die sich nicht ausstehen können, fahren mit einem wildfremden Kerl, der auch noch ein Schwerverbrecher sein soll quer durch die USA. Ja klar! Selbstverständlich sind sie am Ende alle super dicke Freunde. Die Spears angelt sich natürlich den Typen, der kein Verbrecher sondern ein Held ist und sie startet als Sängerin durch. Also alles wie im richtigen Leben, oder? Ich habe keine Ahnung wer sich sowas ausdenkt. Zu ertragen war es für mich nur dank einer Menge Popcorn. Trotz allen Widerstandes konnten wir nicht verhindern, dass wir bei den darauf folgenden Filmen dann und wann, wenn es gerade irgendwie passte „I’m not a giiirl“ trällerten.
von Stefanie Bruns
Bildnachweis: pixelio.de 171914
© Anne Bermüller / PIXELIO
Ein Film mit Adam Sandler kann gar nicht schlecht sein – dachte ich. Ich dachte auch, nach den Filmen, die wir bisher gesehen haben, kann es gar nicht schlimmer werden. Doch bereits nach wenigen Minuten Spielfilmzeit brachte mich dieser an den Rand des Wahnsinns. Tatenloses wie Sinnloses begleitet von aggressiv machenden Psychomelodien schien einfach kein Ende zu nehmen. Ich wühlte in meinem Hirn nach Ausreden, den Raum verlassen zu müssen, doch meine Leidensgenossen ließen nicht zu, dass ich dem Grauen entfloh. Also betrank ich mich mit Mineralwasser und hoffte darauf, bald und häufig die Toilette aufsuchen zu müssen. Denn dies war der einzig erlaubte Grund, sich aus dem Raum zu begeben. Nachdem wir unsere Zeit erfolgreich durch diesen Film verschwendet hatten, wussten wir: Solche Filme lassen Aggressivität entstehen und wachsen. Versteckt sie also vor euren Kindern!
von Mira Brink
So, mittlerweile müssten die Aliens ja mal gelandet sein. Ginge es nach dem Streifen „Battlefield Earth – Kampf um die Erde“ aus dem Jahr 2000, wurde die Erde kurz nach der Jahrtausendwende von übelgelaunten Aliens überfallen, ihre Streitmacht innerhalb von 9 Minuten vernichtet und die Überlebenden für 1000 Jahre ABM in den Fabriken der Aliens verpflichtet. Bis, ja bis eines Tages ein charismatischer, junger Menschen-Mann beginnt aufzubegehren… Ein „Achtung, Spoiler!“ erspare ich mir. Ich bitte Euch, liebe Kommilitonen, seht Euch diesen Film nicht an! Schlaft 2 Stunden länger, geht spazieren oder kuschelt Euch an Eure Liebsten, aber bitte verschwendet Eure Zeit nicht mit diesem Film! Was von den Eckdaten annehmbar nach Popcornkino klingt („Wow, millionenschweres Endzeitepos mit immerhin John Travolta und Forest Whitaker!“), entpuppt sich als filmisches Zäpfchen gespickt mit groben Logikschnitzern, ätzenden Kostümen, gähnenden Dialogen. An plateaubesohlte Rastafari erinnernde Aliens nerven mit ihrer Bürokratie („Das muss ich dem Senat melden!“ „Sie werden strafversetzt!“), während die Menschen, die inzwischen wieder zu Wilden wie in der Steinzeit degeneriert sind, dank bestens gepflegter und frisierter Haare Heidi Klums Modelclique jeden Werbeauftrag wegschnappen würden. Sie bereiten ihre Befreiung vor, indem sie erst in einem 1000 Jahre alten Simulator fliegen lernen und sich anschließend die seit ebenfalls 1000 Jahren herumstehenden voll getankten Bomber der, na klaro, U.S. Air Force schnappen. Mit ihnen wollen sie auf dem Alienplaneten, der über ein nicht gezeigtes Portal mit der Erde verbunden ist, eine Atombombe zünden, und weil die Atmosphäre da drüben so ne ganz besondere ist, reicht eine Bombe auch für den ganzen Planeten. Falls Euch das noch nicht reicht: Die Bedienungsanleitung liegt übrigens neben der Atombombe. Auf einem Tageslichtprojektor.
Neben unzähligen Malen fremdschämen, dass so ein teures Machwerk nicht in der Produktion gestoppt wurde, kann ich meine einzige Reaktion während des Films schnell formulieren: „Alter, dauert der noch lang?!?“
von Christopher Vielhaber
Gegen Ende des Abends, nach dem grandiosen Battle um die Earth dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn es könnte nicht schlimmer kommen. Aber wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt immer noch was Schlimmeres daher. Dieses Etwas entpuppte sich als trashiger, grellbunt gekleideter, ohne Führerschein in Gurkenlaster rasender C-Promi. Daniel Küblböck, 81 Minuten lang, in seiner vollen Pracht. Nie war meine Blase schwächer, nie lagen meine Nerven blanker, nie habe ich verzweifelter um das Ende eines Filmes gebeten als an diesem Abend. Halbdokumentarisch lässt uns der Gurkenlastervandale an seinem verkorksten Leben und seinen Wunschvorstellungen teilhaben, quäkt zwischendurch fröhlich seine Lieder. Jede Sekunde hofft man mehr, dass es den Attentätern aus dem zweiten, mehr als schlechten fiktiven Handlungsstrang, gelingt ihn zur Strecke zu bringen bevor er sie mit seiner positiven Energie dazu bringt dem Küblböckismus zu verfallen. Ich bitte meine Mitstreiter aussichtslos die DVD aus dem Player zu reißen, falls mich Krämpfe durchschütteln oder mir Schaum vor dem Mund stehen sollte. Aber sie sind unerbittlich, wir müssen es bis zum Ende durchstehen sagen sie. Es war mit Abstand der schlechteste Film den ich jemals gesehen habe, eine peinliche, groteske, no-budget Selbstüberschätzungs-Show. Und was zum Geier sollten die armen Baby-Tiger in dem Musikvideo? Wo sind die die Greenpeace Aktivisten, wenn sie gebraucht werden? Fazit: Dieser Film ist schon wieder sooooo schlecht,… dass solltet ihr unbedingt einmal erlebt haben… aber bitte nicht nüchtern.
von Melanie Ehlert

PDF-Version der 8. Ausgabe

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Mobilität & Gesellschaft

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“Wer aufhört zu rudern, der fällt zurück.”
Diese Worte schrieb mir meine Geschichtslehrerin bereits in der fünften Klasse in mein Poesiealbum. Sie sind ein Sinnbild für unsere Zeit, denn mehr denn je ist es wichtig, im Leben voran zu kommen. Sowohl im übertragenem, als auch im wörtlichen Sinn.
Nur der höchstmögliche Bildungsgrad, die bestmöglichen Noten erlauben zumindest die Illusion von einem guten, selbstbestimmten Leben ohne Zukunftsängste.
Denn in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit ist niemand sicher und alle gehen Kompromisse ein, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben.
Flexibilität und Mobilität sind die Stichwörter unserer Zeit. Ein Arbeitnehmer soll genügsam sein. Er soll viel arbeiten für wenig Geld. Gut ausgebildet soll er sein, flexibel einsetzbar. Ein Kind hat er besser nicht, das stört nur bei der Erfüllung der Arbeit und nicht zuletzt sollen ihn Entfernungen nicht schrecken. Entweder, er zieht mit gesamter Familie der Arbeit hinterher, wie es Millionen Menschen in Amerika tun oder er nimmt lange Anfahrtswege in Kauf. So ist heute Pendeln für viele Menschen Alltag. 2004 mußten 30 Millionen Menschen einen langen Weg zur Arbeit, zum Studienplatz, oder zur Schule in Kauf nehmen. Ja, auch unsere Jüngsten bleiben nicht von dieser Entwicklung verschont. In ländlichen Gebieten brauchen Kinder für den Schulweg oftmals 1 Stunde und mehr.
Aber was macht das mit einem Menschen?
Mobilität bringt Wechsel und Veränderung mit sich. Dabei geht Stabilität verloren und damit auch Sicherheit. Soziale Bindungen lösen sich. Die Zufriedenheit in der Partnerschaft nimmt ab, denn die Familie und die Freunde sind nicht mehr in unmittelbarer Nähe. Viel Zeit wird auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause verbracht. Zeit, die für soziale Kontakte fehlt. Zeit, die jeder Mensch braucht, um sich zu erholen und seinen Interessen nachzugehen. Das lässt das soziale Netz löchrig werden. Die soziale Identität und auch das Gefühl der Zugehörigkeit, Geborgenheit gehen verloren. Dies ist nicht zuletzt mit aufkommenden Ängsten und Depressionen verbunden. Natürlich ist es auch physisch eine große Anstrengung, eine lange Fahrtstrecke zu bewältigen. So treten bei den Betroffenen häufig Kopfschmerzen, Magen- Darm-Beschwerden und Bluthochdruck auf. Auch Pendler, welche die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, bleiben von derlei Auswirkungen nicht verschont. In Bussen und Bahnen kommt außerdem eine, unter Umständen, höchst unangenehme Nähe zu fremden Personen dazu, welche als sehr belastend empfunden wird, und sich auch auf das eigene soziale Verhalten negativ auswirken kann. Kurz um: Pendeln gefährdet die Gesundheit.
Foto: Lea Weber
Klar ist wohl, dass ich mich vom Bild des Studenten, wie es die ´68er Generation geprägt hat, verabschieden muss, will ich halbwegs erfolgreich ins Berufsleben starten. Aber was ist das neue Bild eines Studenten? Wo ist der rote Faden, der einem sagt: „ Hier geht´s lang, das ist dein Weg!“ ? Was will ich vom Leben? Von wessen Meinung und Ansicht lasse ich mich überzeugen? Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Nur, wen soll man denn fragen? Meine Dozenten? Meine Kommilitonen? Das Kaffeesatz-Orakel?
Doch der gesellschaftliche Druck ist groß. Wer sich nicht um Arbeit bemüht, und dafür auch Opfer bringt, wird schnell an den Rand der Gesellschaft gedrängt. So bleibt gerade Menschen mit Familie nichts anderes übrig, als lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Denn die Politik fordert von den Arbeitnehmern zwar Mobilität, doch sie macht es ihren Bürgern nicht einfach. Ein Schulwechsel von Region zu Region ist schon schwierig, aber in einem Land mit 16 verschiedenen Bildungssystemen, ist ein Wechsel zwischen den Bundesländern schlichtweg eine Zumutung für jedes Kind.
Aber der Blick muss gar nicht so weit abschweifen. Die Einführung des Bachelor-Master-Systems sollte den Studierenden ermöglichen, auch innerhalb ihres Studiums sehr mobil zu sein. Ein in Europa einheitlich gestaltetes Schnellstudium, damit unsere Studierenden schneller auf den Arbeitsmarkt kommen und sich während des „Blitzstudiums“ auch schon an das Unterwegssein gewöhnt haben.
Wo soll das noch hinführen?
Das Idealbild der Wirtschaft wäre sicher ein Arbeitnehmer, welcher der Firma überall hin folgt. Ein Mensch, für den Arbeit und Konsum das Wichtigste im Leben sind.
Doch der Mensch ist ein soziales Wesen. Die Auswirkungen, dieses auf Leistungsfähigkeit aufgebautem System, zeigen sich nicht erst heute. Die Geburtenrate sinkt. Die Zahl der Single-Haushalte steigt. Ebenso steigen die Vereinsamung und die damit verbundenen psychischen Probleme.
Ist es nicht längst fünf nach zwölf? Warum passen sich Menschen und Politik an die Wirtschaft an? Die Wirtschaft hat das Geld und damit Macht. Doch ohne den Konsumenten gäbe es die Wirtschaft nicht. Jeder Einzelne hat die Wahl, ob er einen derartigen Anspruch unterstützt. Er hat die Wahl, sein Leben anders zu führen und Zeichen zu setzen. Ein Beispiel hierfür ist die „Slowfood“ Bewegung. Sie entstand aus Protest gegen das erste Fastfood-Restaurant und tritt für bewusstes Leben und vor allem bewusstes Essen ein. Es geht also auch anders.
von Stefanie Bruns

Bielefeld gibt es wirklich

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„Schau dich hier um und dann in dich hinein, denn jeder braucht nen Platz zum glücklich sein, wir laden dich und deine Leute ein, um heute da zu sein, wo man sich liebt, in der Stadt die es nicht gibt“. Sicher ist, dass die Fantastischen Vier eine andere Stadt als Bielefeld im Kopf hatten, als sie diese Zeilen schrieben. Sicher ist jedoch auch, dass die uniVista die vermeintliche Stadt, die es nicht gibt, nicht nur gefunden hat, wir haben sie auch bereist und intensiv begutachtet.
Berlin sieht das sicherlich
etwas anders, aber man wird
noch träumen dürfen.
Foto: Sebastian Dargel
Bielefeld ist die zweitgrößte Stadt, die man mit unserem Semesterticket besuchen kann. Mit 330000 Einwohnern liegt sie zwar immer noch weit hinter Bremen, dafür aber auch weit vor allen anderen. Mitten im schönen Ostwestfalen, am Teutoburger Wald, ist Bielefeld vor allem einen Besuch wert, wenn euch Niedersachsen doch ein wenig zu flach ist.
Die Anfahrt nach Bielefeld legt euch leider einige Stolpersteine in den Weg. Eine Fahrt dauert 2 Stunden und 19 Minuten, falls in Osnabrück der Zug nach Bielefeld erreicht wird. Das erfordert aber Glück und Sportlichkeit, sonst kommt eine Stunde Wartezeit in Osnabrück dazu. Außerdem wird der Zug „Haller Willem“, den wir mit unserem Ticket nutzen können, nur auf der Nordwestbahn- Seite und nicht auf der Bahn-Seite angezeigt. Sollte man dann aber doch nach der langen Reise in Bielefeld ankommen, wird man wohl überrascht sein, wie attraktiv die eigene Heimatstadt im verregneten Wetter wirkt. Denn keine Frage, Bielefeld ist um den Bahnhof herum nicht schön anzusehen. Das Beste vorweg: Sollte man sich doch aus dem Zug trauen und nur 5 Minuten in egal welche Richtung gehen, hat man das Schlimmste hinter sich. Und was euch genau erwartet, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Die Altstadt
Unweit des Bahnhofs gelangt man in die im Stadtbezirk Mitte liegende Altstadt. Diese ist allemal einen Besuch wert. Denn in diesem mit 79 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadtviertel herrscht eine sehr angenehme und ruhige Atmosphäre. Das Bild wird von liebevoll restaurierten Altbauten bestimmt. Diese beherbergen di verse Läden (darunter haufenweise Edelboutiquen) und Cafés, welche zum Verweilen und Geld ausgeben einladen. Darüber hinaus hat die Altstadt, wenn man in kleinere Häusernischen abbiegt und den Hundehaufen ausweicht, auch einige besondere Bauten zu bieten. So zum Beispiel die Nicolai Kirche. Sie wurde um 1340 erbaut und ist damit die älteste Stadtkirche. In dieser gotischen Hallenkirche steht der Antwerpener Schnitzaltar, dessen genaues Entstehungsdatum bis heute ungeklärt ist.
Auch Bielefeld hat auf
die uniVista gewartet.
Foto: Sebastian Dargel
Kunsthalle Bielefeld
„Künstler = arm“: Für viele schwingt bei dem Gedanken an künstlerisches Schaffen der bittere Beigeschmack der Armut mit. Ein scheinbarer Widerspruch zu dem im November 2006 für 140 Mill US $ (106, 9 Mill €) verkauften Gemälde No. 5 1948 des Künstlers Paul Jackson Pollock. Oft scheint gerade das Ende des Lebens eines Künstlers den Anfang des Wertanstiegs seiner Werke zu bedeuten.
Doch: Emil Nolde (1867 – 1956) bricht mit dem Vorurteil der Armut. Er malte während seiner Lebzeit und schaffte es, durch Postkartendrucke und Veröffentlichungen als freischaffender Maler zu leben. Er malte im expressionistischen Stil und war einer der großen Aquarellisten. Wer die Ausstellung Begegnung mit dem Nordischen besucht, die noch bis zum 12. Mai 2008 in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen ist, den erwarten nordische Landschaften, Phantasieaquarelle und Zeichnungen. Zum Besuch reizend ist eben dieser Kontrast der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen Noldes. Der Künstler ermöglicht einen facettenreichen Einblick in seine Person, in seine Leidenschaften und in seine Veränderungen, durch die er öfter als einmal im Leben ging. Der Besuch der Ausstellung ähnelt einer großen Auswahl an Pralinen. Man bleibt bei denen, denen man verfallen ist.
Die Sparrenburg
Also Mauern bauen
können sie ja,
die Bielefelder.
Foto: Sebastian Dargel
Dieses historische Bauwerk ist das Wahrzeichen Bielefelds. Schon allein deshalb kamen wir natürlich auch nicht umhin, diese zu besuchen. Um 1300 erbaut, liegt die Burg auf einer Anhöhe und ist durch die Altstadt erreichbar.
Ihr heutiges Erscheinungsbild, so in der Informationsbroschüre zu lesen, hat die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Der Aufstieg zu den Festungsanlagen ist beschwerlich, da die Wege sehr steil sind.
Doch wer erstmal oben angelangt ist, wird mit einem fürstlichen Ausblick über Bielefeld belohnt. Wer außerdem noch den Turm besteigen und sich im Burgkiosk laben möchte, sollte darauf achten, in der Saison zu kommen (von April bis Oktober). An dieser Stelle sei auch auf das Spektakulum hingewiesen, einem großen Mittelaltermarkt, der alljährlich stattfindet. In diesem Jahr vom 25.07 bis zum 27.07.08.
Heimattierpark Olderdissen
Etwas außerhalb der Stadt, aber mit dem öffentlichen Nahverkehr problemlos zu erreichen, liegt der Heimat- Tierpark Olderdissen.
Das 15 Hektar große Gelände ist sehr offen gestaltet. Lediglich ein Schild weist darauf hin, dass man nun das Gelände des Tierparks betritt. Eintritt ist keiner fällig, aber um Spenden wird gebeten. Der Rundgang ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Zu sehen gibt es das übliche Dammwild, aber auch Bären, Wölfe und sogar ein Luchs und vieles mehr. Das heißt, wenn die Tiere gerade gewillt sind, sich zu zeigen. Die artgerecht gestalteten Gehege bieten viele Versteckmöglichkeiten und fordern den Besucher auf, etwas genauer hinzuschauen und Geduld zu haben. Natürlich fehlen auch die obligatorischen Ziegen, Gamsen und Esel nicht, welche einige Redaktionsmitglieder zu Entzückensschreien animierten und natürlich unbedingt mit Futter aus den aufgestellten Automaten versorgt werden mussten.
Darüber hinaus ist auch ein kleiner Abenteuerpfad Teil des Rundgangs auf dem sich nicht nur Kinder richtig austoben können.
Klare Sache, nach diesem Rundgang weiß man ein bisschen mehr über unsere heimische Tierwelt und hatte viel Bewegung und natürlich auch reichlich Vergnügen.
von Sebastian Dargel, Stefanie Bruns, Julia Stock und Johanna Olberding
Und so erreicht ihr Bielefeld:
Hin:
Vechta – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück:
Bielefeld – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:59 – 19:59 st. + 21:03, 22:33
Sa. 6:03 – 21:03 st.
So. 8:03, 9:03 + 11:03 – 15:03 zweist. + 16:03 – 21:03 st.
Osnabrück – Bielefeld
Mo.-Fr. 6:35 – 20:35 st. + 22:12
Sa. 6:35 – 20:35 st.
So. 7:35 – 13:35 zweist. + 14:35 – 20:35 st.
Osnabrück – Vechta
Mo.-Fr. 7:26 – 20:26 st. + 22:53
Sa. 7:26-15:26 st., 17:26, 19:26 + 22:53
So. 9:26, 11:26 + 13:26 – 20:29 st. + 22:53

Terre des hommes – Hilfe für Kinder in Not
Eine Vechtaer Arbeitsgruppe stellt sich vor

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Foto: Hans-Martin Grosse-Oetringhaus / terre des hommes
Die gemeinnützige Organisation terre des hommes wurde 1966 in der Schweiz gegründet. Ziele der Arbeit waren zu Beginn in erster Linie die Versorgung von Kindern in Kriegsgebieten. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Arbeitsgebiet jedoch stetig. Heute steht der Name terre des hommes für zahlreiche rechtlich unabhängige und selbstständige Organisationen, welche unter dem Dachverband International Federation terre des hommes zusammenwirken. Die Organsitation sieht sich selbst als entwicklungspolitisches Kinderhilfswerk, das sich bei seiner Arbeit streng an den Kinderrechten orientiert. Finanziert wird die Arbeit von terre des hommes in erster Linie durch Spenden, hinzu kommt ein geringer Anteil öffentlicher Zuschüsse. Daneben sind es vor allem auch ehrenamtliche Arbeitsgruppen, welche die Arbeit von terre des hommes maßgeblich unterstützen. Inzwischen existieren in 129 deutschen Städten Gruppen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben. Menschen über Projekte zu informieren, Spendenaufrufe zu organisieren, sowie auf Probleme aufmerksam zu machen.
Seit Ende 2007 existiert eine solche Arbeitsgruppe nun auch an der Hochschule Vechta, die von Studierenden ins Leben gerufen wurde. Neben Informationsveranstaltungen sind vor allem Filmabende, Ausstellungen und regelmäßige Treffen der Gruppe geplant, zu denen Interessierte jederzeit eingeladen sind. Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppe stellen unter anderem Kinderarbeit, Kindersoldaten, sowie mangelnde Bildungsmöglichkeiten in Entwicklungsländern dar. Darüber hinaus werden auch regionale Aspekte in die Projektarbeit der Gruppe miteinbezogen. Trotz der vielen Vorhaben betonen die Studierenden, dass in erster Linie der Spaß an ehrenamtlicher Tätigkeit und der Kontakt mit Gleichgesinnten im Vordergrund stehen sollen. Weitere Informationen über die Arbeit von terre des hommes können der Homepage www.terredeshommes.de entnommen werden. Herzlich seid ihr auch zu der studiVZ-Gruppe terre des hommes eingeladen, in der ihr über alles auf dem Laufenden gehalten werdet. Wer Interesse an einer Teilnahme in der Arbeitsgruppe hat oder sich generell über die Projekte der Vechtaer Studierenden informieren möchte, kann dies über die neue Kontaktadresse terre-des-hommes-vechta[at]gmx.de.
von Britta Simon, Stefanie Bruns und Johanna Olberding

terre des hommes

Die Linke – ein Streitgespräch

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Pro
Nun ist es geschehen. Wieder einmal hat sich die so genannte Linke aufgespaltet und heraus gekommen ist eine Partei aus WSAG und der PDS. Sie beansprucht nichts weniger, als das Konzept für soziale Gerechtigkeit zu haben und das schlechte Gewissen der etablierten Parteien zu sein. Ihr aggressiver Wahlkampf und die geballten Polemiken der beiden Vorsitzenden Gysi und Lafontaine verfehlen ihre Wirkung nicht: SPD und CDU entdecken soziale Inhalte wieder für sich und die Menschen wählen dennoch die Linke. Oft einfach nur um den anderen Parteien eins auszuwischen. Doch letztlich haben diese Protestwähler die Türen für die Linke in die Landtage von Hessen und Niedersachsen geöffnet.
In einer Demokratie bestimmt der Wähler, wer an die Macht kommt. So sollte es zumindest sein. Doch die Parteien denken gar nicht daran, sich mit dieser Situation zu arrangieren und es auch als Chance zu sehen für neue Koalitionen und neue politische Spielräume. Stattdessen wird Wahlkampf mit der Aussage gemacht „Mit denen werden wir nicht zusammen arbeiten.“ Das ist nicht nur reichlich wenig Inhalt für eine Volkspartei, das ist schlichtweg dumm. Schon in den 80er Jahren gab es eine ähnliche Entwicklung, als die Grünen auf den Plan traten und das gut eingespielte Drei-Parteien-System durcheinander brachten. Damals wie heute zeigten die etablierten Parteien die gleiche Reaktion: Ablehnung. Damals machte der in Hessen amtierende Ministerpräsident Börner die Grünen hoffähig, indem er gegen alle Widerstände mit ihnen koalierte. Schließlich und endlich regierten die Grünen zusammen mit der SPD unter der Führung von Gerhard Schröder unser Land. Eine Koalition ist nie eine Liebesheirat, sondern in den meisten Fällen ein Kompromiss auf dem kleinsten Nenner. Auch wenn es wohl keiner zugeben würde, geht es vordringlich darum, die Gestaltungsmacht zu haben. Diese hätte natürlich jede Partei gern für sich allein. Doch mit dem Einzug der Linken in das Parlament wird es wohl keine Regierung einer Partei mehr geben (Bayern ausgenommen). Umso wichtiger ist es für die Parteien, handlungsfähig zu bleiben. Deswegen sollten nach einer Wahl zunächst mit allen Parteien Gespräche geführt werden. Letztlich sollten dann Inhalte die Koalitionsbildung bestimmen.Die Linke wird nicht verschwinden nur weil die etablierten Parteien nicht mit ihr reden.
Grafik: die-linke.de
Vielmehr sollten sie mit in die Verantwortung genommen werden. Denn spätestens dort wird sich zeigen, wie viel ihre Wahlversprechen wert sind.
von Stefanie Bruns
Contra
Die Linkspartei ist nun also auch in vier alten Bundesländern vertreten. Das kann man einerseits als Unzufriedenheit mit den großen Volksparteien CDU und SPD ansehen. Andererseits muss man aber nicht die beliebte Phrase der „Politikverdrossenheit“ benutzen, sondern kann das Wort „Politikignoranz“ einführen. Die bisherigen Erfolge, die die Linkspartei in den Parlamenten der neuen deutschen Länder vorzuweisen hat, sind ungefähr so hoch wie die der NPD. Gehen also gegen null. Ich bin mir über die moralische Frage des Vergleiches völlig bewusst, keine Sorge. Zumindest ist aber hier schon einleuchtend, dass eine Frustwahl selten die erhoffte Verbesserung mit sich bringt.
Nicht nur die Aussagen, die die Linkspartei tätigt, sind utopisch. Ein Mindestlohn von 1000 Euro hört sich natürlich gut an. Nur wer das bezahlen soll, das weiß keiner. Die Steuerzahler, die sowieso kaum noch über eigenes Geld verfügen? Der Staat, dessen Kassen leer sind? Oder der Arbeitgeber? Letzteres wäre vielleicht am Besten, doch frage ich mich wie ein Frisör seine Lehrlinge mit 1000 Euro bezahlen soll, wenn ein Haarschnitt 10 Euro kostet. Ich persönlich möchte nicht 20 Euro dafür zahlen, denn die habe ich nicht! Eine Außenpolitik ist bei der Linkspartei leider überhaupt nicht vorhanden, außer dass man die EU an sich unterstützt, die deutschen Truppen gefälligst nach Hause kommen sollen, eine weltweite Abrüstung von Nöten ist, und dass nach der Auflösung der NATO nur noch Friede, Freude, Eierkuchen herrscht.
Die Politiker selbst sind auch wenig vertrauenswürdig. Das Sprachrohr Gregor Gysi hat schon im Jahre 2002 bewiesen, dass er unfähig ist, ein politisches Amt zu bekleiden. Ganze 6 1/2 Monate hat er als Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen in Berlin hinter sich gebracht. Bravo. Und jetzt wollen die Linken also in die Landtage eintreten. Sie werden es auch.
Aber sollte man wirklich darüber nachdenken, die ewiggestrigen Pseudokommunisten mit in den politischen Alltag einzubringen? Oder sollten die großen Parteien nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben und ihre soziale Ader wiederfinden und damit Politik auf der ganzen Bandbreite abliefern, statt ihre eigenen Wahlversprechen, wie es Frau Ypsilanti getan hat, in der Luft zu zerschießen? Oder sollte nicht die Linkspartei auch ein wenig von ihren harschen Standpunkten abrücken? Das Risiko, weiter in die Mitte zu rücken, ist dann zwar gegeben, aber mehr Alltagstauglichkeit würde den Linken sicherlich auch mehr Zuspruch geben und nicht Wählerstimmen im zweistelligen Prozentbereich zur Verschwendung verkommen lassen.
von Sebastian Dargel

Schadstoffstark und leistungsarm

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Bildnachweis: bs, rk
Geplanter Stopp
kurz vor der niederländischen Grenze
Foto: Britta Simon, René Kohn
Wieso werden Bekannte ständig an der Grenze zwischen Holland und Deutschland angehalten? Liegt es vielleicht am Fahrzeug (VW Bus T1) mit dem sich schmuggeln noch lohnen würde? Liegt es an den klischeebehafteten Dreadlocks? Oder sind es die schweren Augenlider, mit denen manche aufgrund einer Liderschwäche schon seitdem sie vier sind herumlaufen müssen? Ist der Faktor „Aussehen“ überhaupt ein Kriterium für Zollfahnder, sich die Gestalten im Auto genauer anzusehen?
Wir haben wirklich an alles gedacht und vorher im Internet ausspioniert, wie man sich am sichersten in die Fänge des Zolles bringt. Das ist eigentlich ganz einfach: Nächstgrößere niederländische Stadt anfahren, sich zwielichtig vor Coffeeshops rumtreiben, den Beamten Zeit lassen, sich das Kennzeichen zu notieren und dann möglichst unauffällig über die fast unsichtbare Grenze zwischen der BRD und den Niederlanden fahren. Irgendwann sollte man dann, wenn man alles richtig gemacht hat, an den rechten Seitenstreifen gelotst werden und sich den Damen und Herren der Grenzüberwachung stellen dürfen.
Die Idee:
Wir fahren nach Holland und überqueren die Grenze immer und immer wieder, in unterschiedlichen Verkleidungen und Autos, bis wir angehalten werden und der niederländischen oder deutschen Polizei erklären, wie die Mottoparty heißt, zu der wir unterwegs sind. Das wird ein Spaß!!!
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Flower Power-Posing
Foto: Britta Simon
Materialien:
Ein alter, schmutziger, leicht verbeulter Polo FOX und ein neuer, glänzender, schmucker Nissan Micra aus dem großen Fuhrpark der Redaktion. Natürlich tippten wir alle auf eine schnelle Gefangennahme des Fuchses.
Verkleidungskrams (Perücken, Schminke, Kostüme), Utensilien (große Schultüte, die wir entsprechend gestalten, Schmuck, Sonnenbrillen…)
Die Durchführung:
Wir fahren vormittags los in Richtung und durchs Emsland, Haren. Der Grenzübergang befindet sich von Vechta aus in etwa 150 km Entfernung. Zwei Kilometer davor ist der Treffpunkt auf der deutschen Seite. Zwei Kilometer hinter der Grenze der niederländische. Ist klar, oder? Am Treffpunkt wird sich umgezogen und schick gemacht für die Überfahrt. Im Falle eines Autos: Vier Male (sprich hin und zurück und hin und zurück), im Falle von zwei Autos die Hälfte, also jeweils hin und zurück. Macht unterm Strich 2-4 Verkleidungen für jeden. Am späten Nachmittag bis abends sollte die Rückreise möglich sein, es sei denn, wir befinden uns derweil in einer Zelle, was blöd wäre, weil wir das ja schon hatten, es sei denn, wir landen in einer niederländischen Zelle – der ultimative Zellenvergleich!
Welche Frage sich dem uniVista-Team stellt, ist nun: Reicht es schon aus, einfach nur unkonform auszusehen und sich in Grenznähe aufzuhalten um Bekanntschaft mit den Wächtern der Grenzen zu machen? Testen.
Einige Möglichkeiten: Langes Haar muss natürlich mindestens in einem Fall aus dem Fenster wild im Fahrtwind wehen. Die Schultüte lugt ebenso aus dem Fenster. Eine Fraktion sollte komplett mit Sonnenbrillen unterwegs sein. Aktenkoffer wären auch nicht schlecht. Höh höh… Personenanzahl:
Bildnachweis: bs, rk
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Fotos: Britta Simon, René Kohn
Vier Leute in jedem Fall, entweder in einem Auto oder zwei in jedem. Für die Zwei-Auto-Variante wären auch sechs Leute möglich.
Das Hippieoutfit:
So wie unsere Generation es noch aus der CD-Werbung Top Hits of the Sixties kennt. Ihr wisst schon. Diese Werbespots, wonach man denkt, das Sound of Silence und Mercedes Benz ein und derselbe Song sind oder zumindest, dass sich diese astrein zusammenmixen lassen.
Außerirdisch:
Ein bisschen Alufolie auf dem Schädel toupieren und schon sieht man aus wie ein merkwürdiges Alien. Oder zumindest wie jemand, der Alufolie auf dem Kopf hat. Alf und E.T. drehen sich im kleinen Grabe um.
Geisterfahrer:
Der alte Bettlakentrick schockt immer noch. Und immer dran denken: Große Augenlöcher und eine Mundöffnung sind essentiell für einen gutgelaunten Poltergeist!
Piekfein:
Ja ja, wir putzten uns raus. Nur vom Feinsten. Mein lieber Scholli, ich hab den Anzug immer noch an. Wenn Oma uns so sehen könnte. Piekfein und irgendwo im Nirgendwo.
Von der Theorie in die Praxis:
Die Hinreise im Schnelldurchlauf: Einsteigen, fahren, aussteigen, tanken, einsteigen, fahren, fahren, fahren, aussteigen, Kostüm wählen, umziehen, einsteigen, über die Grenze fahren.
Der piekfeine Dress brachte leider nicht den gewünschten Erfolg. Es war keine Polizistenseele in Sicht. Warum auch? Es ist ja nichts Besonderes, gut gekleidet zu sein. Mehr Chancen erhofften wir uns von den außerirdischen Metallköpfen, doch nichts geschah.
Der Geist brachte auch keinerlei Erfolg. Wieder ein Bettlaken umsonst geopfert. Das nächste mal wird themengerecht gefahren: Gegen den Strom!
Auch das Hippieoutfit, auf welches wir in Verbindung mit dem alten, schmutzigen (ihr wisst schon…) Polo FOX fast schon all unser Bargeld gewettet hätten, machte uns keineswegs verdächtiger. Da kann man nur sagen „Myth busted“ und wieder was gelernt. Es liegt nicht am Aussehen der Fahrzeuginsassen, ob man an den Grenzen einer Kontrolle unterzogen wird. Den Grenzbewachern hätte eine gewisse Toleranz zugesprochen werden können, wenn denn welche vor Ort gewesen wären. Dieser Test ist unbedingt zur Nachahmung geeignet, wenn man einmal „Schadstoffstark und leistungsarm“ handeln möchte.
von Kai Pröpper, René Kohn, Stefanie Bruns und Britta Simon.
Ihr wollt uns leiden sehen? Verständlich!
Schickt eigene Vorschläge für uniVista x-treme an
redaktion[at]univista.de

PDF-Version der 7. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Das erste Mal…

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Wer erinnert sich nicht an seinen ersten Besuch bei Ikea, die ersten komischen Dinge, die man so in den Mund genommen hat, die ersten Panikattacken, die ersten körperlichen und geistigen Unfälle? Die Liste könnte ewig so weiter gehen, und manches davon möchte man gar nicht erlebt haben oder aber ganz schnell wieder vergessen. Wir haben uns gedacht: Verdrängen hilft nicht. Also setzten wir uns auseinander mit unserer Vergangenheit und schrieben sie auf, all die ersten Male, die uns geprägt haben. Die Titelstory gewährt euch also tiefe Einblicke in das Leben der Redaktion, exemplarisch also für den Rest der Weltbevölkerung, und lässt euch teilhaben an Dingen, die man die ersten zehn Jahre geheim hält, um dann leicht schmunzelnd darüber zu reflektieren. Gleichsam bildet die Titelgeschichte den Auftakt für die gleichnamige Rubrik, welche dann ab der nächsten uniVista im Sommersemester 2008 regelmäßig erscheint.
Natürlich seid auch ihr aufgefordert, uns an euren ersten Malen teilhaben zu lassen. Egal ob Konzertbesuch, Gefrierbrand am eigenen Körper oder Candlelight Dinner, lasst eure Gedanken schweifen, schreibt sie nieder und schickt sie uns.
…oraler Kontakt mit seltsamen Dingen
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© A. Flade / PIXELIO
Langsam schließe ich die Lippen um ihn, lasse ihn weiter in den Mund gleiten und betaste ihn vorsichtig und ein wenig scheu mit der Zunge…er fühlt sich glatt an und irgendwie hart…
Verdammt! Ich rede von einem gerösteten Mehlwurm, den ich gerade in den Mund genommen habe!! Ihr erinnert euch noch an diese witzigen Lutscher mit den Insekten drin? Ich musste unbedingt einen haben und zum ersten Mal ein Insekt essen…man, fühlte ich mich beim Kauf cool!! Nun, ich hab’s getan…und ihn gegessen…schmeckte ein wenig wie zu Brikett getoastetes Weißbrot. Also nicht so lecker. Aber der mehlwurmumhüllende Lutscher war gut.
…Kontakt zu den (gelben) Engel
Ich höre eigentlich immer Radio. Nein, eigentlich läuft immer Kassette. Auf jeden Fall Musik. Und diese laut. Wenn ich Auto fahre, brauche ich das. Nur dieses Mal hab ich das aus unerklärlichen Gründen nicht gemacht. Und so hörte ich den Knall. Ich konnte das gar nicht richtig zuordnen. Dann merkte ich, dass das Auto komisch fuhr, dann wieder, dass das Geräusch nicht besser wurde und dann, dass mir ein Reifen fehlte. Hinten links. 120kmh. A 29. Mahlzeit! Hinter mir kein Auto. Durchatmen. Auf den Seitenstreifen fahren. Ruhig bleiben. Keine Panik. Ich sagte mir das immer wieder und tat einfach alles dagegen. Und ich meine: wirklich alles. Das ganze Register. Ich rief bei dem Freund meiner Mutter an, Kfz-Meister. Der muss doch Ahnung haben. Ich machte den Kofferraum auf, suchte nach Ersatzreifen und Wagenheber, fand ersteren, aber den Heber nicht. Ich rief die Polizei an. Römms, Fahrtwind, 200 Sachen. Nein, nicht mein Puls! Wind peitschte mir ins Gesicht.
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© adacta / PIXELIO
Die Autobahn kennt keine Geschwindigkeitsgrenzen. Aber mit Highspeed erfasst zu werden, bringts vermutlich schneller zu Ende als mit gemäßigten 120 ins Wachkoma verfrachtet zu werden. Ich rief die Polizei an. Ich stellte meinen Rucksack mit roter Lasche in 100 Meter Entfernung auf. Wo war nur das Warndreieck? Wo blieb nur die Polizei? Ich suchte weiter nach Wagenheber und Warndreieck. Das Radio blieb aus. Die Polizei kam viel zu spät. Grummelig stieg EINER aus. Und WIDERWILLIG rief er den ADAC. Kommunikation lief schleppend. Er auf dem Seitenstreifen. Ich hielt mich hinter einem Zaun auf. Ich sollte doch weg von der Fahrbahn, Muttis Freund sagte das doch. Polizei weg. Gott, was dachte der von mir?! Wo bleibt der ADAC? Ich gehe zum Kofferraum, ein letztes Mal. Ich suche und finde: das Warndreieck. Entscheide, dass der Rucksack seinen Zweck tut. Dann kommt der Wagenheber zum Vorschein. Ich entscheide mich: mutig zu sein. Ich will doch was zu erzählen haben, wenn ich das hier überlebe. Ich wechsele den ersten Reifen meines Lebens. Ich überlebe. Am Seitenstreifen auf der A29. Nur die A1 hätt das noch toppen können!
…Urlaub ohne die Erzeugerfraktion
Wir hatten es geschafft! Die Schlacht war geschlagen, und wir waren die Sieger. Stolz ohne Ende und mit einem Auto voll Gepäck und Proviant brachen wir nun auf zum ersten Urlaub ohne Eltern am Ostseestrand. Hinfahren durften uns die Erziehungsberechtigten noch. Aber dann waren wir endlich allein. Vier pubertierende Mädchen allein im Bungalow.
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Die Nächte wurden zu Tagen. Es wurde sich geliebt und gestritten ohne Ende. Die Urlaubskasse wurde voll ausgeschöpft, der Strand in Beschlag genommen und die Freiheit genossen. Nach zwei Wochen, die auch in unserer geliebten Seifenoper nicht turbulenter hätten ablaufen können, fühlten wir uns ein bisschen wie die einzigen Überlebenden eines schrecklichen Unglücks, als das Auto unserer Eltern in Sicht kam und wir wieder nach Hause fuhren. Erschöpft, um eine Erfahrung reicher, aber glücklich.
…mit 40 kmh der Schwerkraft trotzen
Als ich vor so einigen Jahren zum Geburtstag einen dieser tollen Fahrradcomputer geschenkt bekam, war völlig klar, was zuerst gemacht werden muss: Ein Geschwindigkeitsrekord muss her! Und da unsere Straße leicht abschüssig war, musste auch genau diese für den Versuch herhalten. Dass sie außerdem wie ein Hufeisen geformt ist, sollte später noch eine wichtige Rolle spielen. Ich begann also an einem schönen heißen Sommertag mit kurzer Hose und T-Shirt los zu brettern. Der Geschwindigkeitsmesser kletterte in ungeahnte Höhen, ich trat in die Pedale wie ein Verrückter, 34, 35, 36, 37… immer höher stieg der Messer an. Dann endlich 40!!! Juhu!!! Als ich dann aber den Kopf hob, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich zwar genug Straße hatte, um auf 40 km/h zu beschleunigen, aber kein einziger Meter Bremsweg zur Verfügung stand. Tief fliegend schlug ich mit dem Vorderrad am Bürgersteig an und wurde aus meinem Sattel über den Maschendrahtzaun auf die andere Seite des Bürgersteigs katapultiert… gerne wäre ich im Zaun gelandet, denn hinter dem Zaun bremsten ja Gott sei Dank nur dornenbewehrte Rosenbüsche meinen Aufprall. Als ich nach ca. 1 Minute des lauten Stöhnens langsam aufstand, sah ich, dass ich eine regelrechte Schneise durch die Büsche gerissen hatte und gute 3 m geflogen war. Das Rad hatte auch einen guten Teil zur Zerstörung des Vorgartens beigetragen, denn es hat beim Aufschlag den Zaun gewichtig zu Boden gepresst. Glücklicherweise hat mich keiner dabei gesehen… und mir geht’s gut, danke!
…auf Tuchfühlung mit der Kreisstadt
Endlich! Ich hatte das Abitur in der Tasche und war nun offiziell an der Hochschule Vechta eingeschrieben. Wer wollte mich jetzt noch aufhalten?
An einem schönen Tag im Oktober sollte es nun soweit sein. In Vechta wartete ein Schlüssel auf mich. Der Schlüssel zur Freiheit! Aber wo ist Vechta eigentlich? Mit vielen guten Ratschlägen und Landkarten machten wir uns auf den Weg. Schließlich kamen wir an. Aber wo war hier die Stadt? Einzelne Gebäude, kein Supermarkt, keine Bank. Wo war ich gelandet?
Besichtigung der WG. Ganz klar, hier wohnen Studenten. Der Kühlschrank war voll, voll mit Bier. Ich war froh, dass ich an diesem Tag noch nicht bleiben musste. Und Bremen und Osna sind ja auch nicht weit.
…einen Freund haben
Bildnachweis: Karen Ishikawa
Foto: Karen Ishikawa
Mein erster Freund war wiederum ein Freund meiner Cousine. Ein netter Junge mit der Aussicht auf einen eigenen Handwerksbetrieb. Groß, blond und mit Brille (denn das sind die besten Typen). Und besagte Verwandte fand wohl, dass es langsam an der Zeit sei, mich zu liieren. Ich war ja immerhin schon 14! Im besten Clueless-Style berichtete sie uns dann gegenseitig von unserer Großartigkeit – großartige Hobbies, großartiger Musikgeschmack (ich hatte damals noch gar keinen Musikgeschmack, bei und zu Hause lief nur FFN), großartige Nettigkeit – und vereinbarte ein erstes Treffen auf ihrem Geburtstag. Es existieren immer noch Fotos davon, anscheinend hatte ich Spaß, an den ich mich aber dank einer Flasche Blue Curaçao zwecks Aufregungsbekämpfung nicht mehr erinnern kann. Als einziges sind mir seine warmen, treuen Hundeaugen im Gedächtnis geblieben (leider stellte er sich als gar nicht so treu heraus, aber das wäre wohl eher eine Episode für „Mein erstes Mal: sich trennen“). Und so kam es von einem Date zum nächsten und von einem Kuss zur Beziehung. Und wie sehr ich verliebt war! Er war toll… Aber vor allem war ich vergeben. Liiert. Eine Pionierin in der Klasse. Das war sicher genauso ausschlaggebend für mein verklärtes Dauergrinsen. Das erste Mal einen Freund haben ist ein großes Gefühl. Ein Gefühl von Verliebtheit, aber auch von Herzschmerz. Mit den Eltern feilschen, um Fahrdienst betteln, die Pille nehmen, den ersten Sex haben, sich ver- und unverstanden fühlen. Vom Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Pubertät pur und das zu zweit.
…blau gelbe Impressionen
Bildnachweis: Björn Franke
Foto: Björn Franke
Ich war 21, hatte grade meine erste WG bezogen und brauchte: Möbel. Woher? IKEA! Ja, als jung-dynamische Landpomeranze klang das nach Abenteuer und großer Welt. Her mit Ektorp, Lunna und Köttbullar. Rein in den Konsum. Oh, es war ein Genuss, erst die Fahrt mit der Straßenbahn, dann die S-Bahn nach Köln-Godorf und schließlich der Bus zum Parkplatz… Auf der Heimfahrt beanspruchte ich vier Sitze und mehrere der großen blauen IKEA-Taschen, um all den Krimskrams (natürlich war ich an GLIMMA, den 100 Teelichtern, auch nicht vorbeigekommen) mit sämtlich verfügbaren Verkehrsmitteln in meine Wohnung zu befördern. Mein erstes Mal IKEA? Teuer!
…ungenügende Leistung bringen
Ich war jung, dynamisch trotz Rauchens oder gerade deswegen, in der neunten Klasse, die längste Zeit Streber gewesen. Ich war nun rebellisch (siehe Rauchen), aufmüpfig schon immer, ansonsten jeglichem Unterrichtsgeschehen gegenüber desinteressiert. Ich sagte natürlich nur dann was, wenn ich schweigen sollte und umgekehrt. Und dann war es soweit, ich arbeitete da wirklich drauf hin. Ich wollte es so: Nach Jahren der Zweier, manchmal Einser und der nur wenig befriedigenden Dreier und völlig inakzeptablen Vierer und sinnlosen Fünfer: Endlich die Sechs! Das Fach: Physik. Lichtbrechungswinkel, Fallgeschwindigkeiten, Wellen,… Ich hatte einfach keine Antworten parat auf Optik, Mechanik und wie das alles hieß. Auf die wirklich wichtigen Fragen, etwa wie die Relativitätstheorie denn funktioniere, hatte mein Lehrer entweder keine Antwort für mich, der ja eh nichts verstand oder schlichtweg auch keine Ahnung, was er natürlich nicht zugab. Egal. Denn endlich war sie da, die Sechs! Wie cool man damit war!
Bildnachweis: pixelio.de 178429
© Hans-Peter Reichartz / PIXELIO
…Selbstfolter für die Schönheit
„Aua…aaaaah…uuuuuh…oh Mensch…tut das weeeeh!!! Ach, ich stell mich nur an, andere machen das doch auch… OH MEIN GOTT!!!! Werden diese Schmerzen jemals enden??“ Ich schaue auf die Anleitung. „WAAAAS? Die Achseln soll man sich damit machen können? Die BINKINIZONE? Sind die wahnsinnig??“ Ich weiß nicht, ob ein Mann sich vorstellen kann, wie das ist, wenn man sich jedes Haar einzeln ausreißt, wenn die fiesen kleinen Metallscheiben ein Haar zu packen bekommen und es samt Wurzel von seinem von Natur aus angestammten Platz gewaltsam entfernen. Jedes Haar, ein neuer individueller Schmerz. Schön! Mein erstes Mal epilieren, war auch mein letztes Mal, bin ich eben ein Schattenparker und greife lieber das erste…zweite…zweihundertste Mal zum Rasierer.
…Selbstbezacherln mit Instantsuppe
…irgendwann muss man es ja mal machen und Erfahrungen mit Herrn Knorr sammeln. Sich zum Bespiel selbst bekochen und eine ganz ganz tolle „KNORR Gemüse satt Instantsuppe“ kredenzen. 80% Gemüse, Olivenöl und Kräuter – vegetarisch, cholesterinfrei und fettarm – für 2 Teller…irre, dacht ich mir…dummerweise weiß ich nicht, was die gute Suppe gekostet hat, naja. Das Kochen stellte kein großes Problem dar…500ml Wasser warm machen, einrühren…ziehen lassen. Sieht aus wie Babybrei. Suppe? Hmm, eher wie Püree, nur flüssiger. Gemüse? War bestimmt drin, irgendwo. Ach, kommt schon…war halt einfach zu kochen und mein erstes Mal „Gemüse satt Suppe“!
…Synapsenstreik
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Es ist Nacht…ich sitze vor meinem PC und starre auf den Bildschirm. Vor mir: ein leeres Worddokument. Der Cursor, der markiert, wo ich mich gerade im nicht vorhandenen Satz befinde, scheint mich zu verhöhnen…sein Aufblinken gleicht mechanischem, rhythmischem Gelächter: Ha-ha-ha. Meine Augen brennen und meine Finger liegen eiskalt auf den Plastiktasten. Schreiben, schreiben: JA! Nur was denn?? Ich schaue zur Seite und sehe eine Motte, die immer und immer wieder mit dem Kopf gegen meine Fensterscheibe fliegt, ich betrachte sie eine Weile, vielleicht würde mir diese Art der Kopfarbeit auch mehr zusagen? Der Blick auf den Bildschirm, wieder die Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit. Ich mache den Versuch, einige unbeholfene Buchstaben in eine Reihe zu bringen. Faszinierend, wie lange man dafür brauchen kann und das nur, um sie dann in einem Anfall enttäuschter Wut innerhalb von zwei Sekunden wieder auszulöschen. Ich lasse den Kopf leicht mit der Schreibtischplatte kollidieren: „Denk nach…denk nach…denk…aua.“ Schmerz- auch nicht hilfreich. Jede Formulierung gleicht dem Erklimmen des Mount Everest. Die deutsche Sprache in all ihren Facetten erscheint mir feindlich gesinnt, mein Kopf- eine dumpfe pochende Kugel. Ich raufe meine Haare und blicke auf die Uhr: 3.47 Uhr. Mehr als Zeit um die persönliche Escape-Taste zu drücken und ins Bett zu gehen, abspeichern muss ich ja nichts. Morgen wird mein PC wieder in der Ecke auf mich warten, wie eine dicke, fiese, hässliche Spinne. Mein erstes Mal Schreibblockade? Ja und mit Sicherheit nicht die letzte. Aber wahrscheinlich wird mein nächstes erstes Mal die Überwindung derselben sein…
…die Alternative zum Automobil nutzen
Wenn Benzinpreise Höhen erreichen, die selbst Krösus für inakzeptabel halten würde, überlegt sich auch ein eingefleischter Autofahrer, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. So geschah es, dass ich mich an einem ganz gewöhnlichen Freitagnachmittag, auf einem ganz gewöhnlichen Bahnhof in Niedersachsen zur einer ganz gewöhnlichen Zugfahrt einfand. Zumindest dachte ich dies. Stutzig machte mich bereits im Vorfeld die Planung der Fahrt. Noch gut gelaunt, stellte ich bei einem Blick auf den Fahrplan im Internet fest, dass eine sonst eineinhalbstündige Autofahrt per Bahn 3,5 Stunden dauern sollte. Zweimal Umsteigen mit eingeschlossen. Nun gut, Lesen soll bilden, her mit der Unterhaltungsliteratur. Die erste Etappe betrug 40 Minuten und brachte neue Einblicke in die Jamba Klingelton Welt. Auch wurde mein, so dachte ich, bisher reichhaltiges Vokabular an Flüchen und Beschimpfungen durch modernere Kreationen erweitert, die dem einen oder anderen hätten die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Froh, diesen Zug nach 40 Minuten verlassen zu können, stieg ich aus, um in den nächsten Zug zu wechseln. Bei einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass mir kaum noch zwei Minuten für den Umstieg blieben. Jetzt war nicht vorhandenes, sportliches Talent gefragt. Die Reistasche in der einen, den Tragebeutel in der anderen Hand und den Rucksack auf dem Rücken, spurtete ich hastig über die Brücke und kam, wenn auch mit Schweißperlen auf der Stirn, auf der anderen Gleisseite an. Pünktlich zum Einstieg in die nächste Bahn.
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Gute zweieinhalb Stunden sollten nun noch vor mir liegen. Ganz schön lange Zeit, dachte ich so bei mir. Doch hatte ich die Rechnung ohne eine junge Dame gemacht, die mich bereits nach kurzer Zeit mehr oder weniger unfreiwillig in ihr Talk Show-taugliches Privatleben einweihte. So war ich mir nach drei viertel Fahrzeit nicht mehr wirklich sicher, ob nun der der erste oder zweite Freund Vater des Kindes sei oder die beste Freundin doch eine Verräterin und ob der kleine Sohn mit englischem Vornamen jemals die deutsche Sprache ohne Sch-Laute erlernen würde, war ebenfalls fragwürdig. Ich hoffte, sie einmal auf einer meiner 10 nächsten Fahrten wieder zu treffen, um etwaige Verständnisprobleme klären zu können. Bei meinem nächsten und gleichzeitig letzten Umstieg war ich dennoch froh, mein Ziel fast erreicht zu haben. Es war inzwischen dunkel geworden und laut meiner Berechnung durfte ich an diesem Bahnhof tatsächlich etwas verschnaufen, bevor die nächste Bahn kommen sollte. Doch etwas war an diesem Ort seltsam. Wer in seinem Leben schon einmal die Verfilmung Langoliers von Stephen King gesehen haben sollte, würde nun meiner Beschreibung folgen können. Es war seltsam still an diesem Bahnhof, fast beängstigend. Ein junger Mann kam auf mich zu und fragte, ob ich in dieselbe Richtung wolle wie er. Als ich dies bejahte, zeigte er auf eine große Uhr am Gebäude und erklärte, dass der Zug bereits vor 15 Minuten abgefahren sei. 15 Minuten? Mein Zug hatte 15 Minuten Verspätung gehabt? Wieso hatte das niemand den Fahrgästen erklärt? War es ihnen etwa egal, dass man im Nichts landen würde? Nun gut, der nächste würde garantiert bald kommen, versuchte ich mich zu beruhigen. Doch auch hier war der Wunsch der Vater des Gedanken, denn drei Stunden sollte ich schon noch auf den Nachfolger warten. So blieb mir nichts anderes übrig, als per Telefon Jemanden zu bitten, mich von diesem trostlosen Ort abzuholen. Gut zweieinhalb Stunden später saß ich mit einem Tee in der Hand in einem warmen Zimmer. Fazit meiner ersten längeren Reise in der Nordwestbahn: durch Fahrtkostenbeteiligung und Handygesprächen hatte ich mein durch Zugfahren Erspartes zu einem Großteil wieder verloren, von verschwendeter Lebenszeit und eventueller Gefährdung wichtiger Gehirnzellen durch Jamba Monatspakete und ungeklärter Vaterschaften ganz zu schweigen. Dafür habe ich mir allerdings geschworen, beim nächsten Tankstopp mein Auto auch nur ein ganz kleines bisschen zu verfluchen.
…Verschönerung der Eigen-Fassade
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© Jeanne / PIXELIO
Damals, also schon länger her, so mit 15, war ich bei einer Freundin zu Besuch. Ich weiß nicht warum, aber wir färbten uns die Haare. Das machte ich, seit ich so alt war, regelmäßig, also mir die Haare färben. Von Braun auf Bronze, Kupfer, irgendwie blond. Also auf jeden Fall heller. Und da geschah es, als ich mir die Haare danach wusch, dass noch ein wenig Schaum in den Haaren war. Schauma! Und da ging ich mit meinen Händen durch die Haare. Und auf einmal waren sie so James Dean bis Elvis-mäßig zu einer Tolle hochgestylt. Ohne Schaum wäre das völlig undenkbar gewesen, und ich war so stolz auf mich, dass ich das fortan immer machen sollte, zunehmend mit sämtlichen Gelsorten. Und zwar, wenn auch in Variationen, bis heute. Und da fällt mir ein, es gibt es ein Bild von mir aus ungestylten Zeiten. Natürlich gibt’s mehrere, aber auf dem geh ich gar nicht. Das Schlimme: Es ist auf meiner eigenen Konfirmation. Und nun weiß ich, auf wen man hören sollte, wenn es um Stylingtipps geht. Gott ist es scheinbar nicht, denn morgens, also am Tag meiner Konfirmation, sagte meine Mutter zu mir: Willst du nicht ein wenig was in die Haare machen. Mein Gott, musste sie mich lieben, dass sie mich ohne Gel außer Haus lies.
…Konsum illegaler Substanzen
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Ich bin ein wenig im Zwiespalt. Kann ich im Hochschulmagazin über Drogen schreiben? Und zwar nicht als sozialwissenschaftlich motivierte Abhandlung, sondern als Erfahrungsbericht? Welcher noch nicht einmal abschreckend als Junkie in der Gasse endet? Aber wenn nicht in einem Unimagazin, wo dann? Ich meine, wem wird gewöhnlich Drogenkonsum zugetraut? Und wer müsste selber über Pro und Contra an einer Hochschule mit pädagogischem Schwerpunkt Bescheid wissen? Eben.
Mein erstes Mal illegale Drogen nehmen war gänzlich unspektakulär. Das einzige, was mir irgendwo hinstieg -und leider nicht in den Kopf, sondern in den Magen- war das Nikotin. Mir als Nichtraucher war speiübel. Das war‘s. Aber ein junger Mensch lässt sich nicht so schnell abschrecken und somit testete ich beim nächsten Versuch das Peace nicht in einem Joint, sondern in einer Bong (selbstgebaut aus einer Wasserflasche). Wir wollten auf ein Dorffest, welche bekanntlich ohne zumindest legale Drogen nicht auszuhalten sind: die Zelte stets taghell erleuchtet, die Landelite zu finden in der Jungschützenecke und der DJ ergießt nicht nur schlechte Musik in die biergeschwängerte Luft, er kann auch miese Ansagen. Nachdem ich mir die Lunge aus dem Hals und das THC in den Kopf gehustet hatte, schien der unterdurchschnittliche Radiotechno blau, alle Menschen nett und zu Hause erwartete mich nur Fressflash statt Kater.
…Kongressiale Eindrücke
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© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Ich war beim internationalen Kongress des Psychodramainstituts für Europa (Pife) in Berlin, als Studentin, ohne Abschluss und ohne besondere Vorkenntnisse. Ich muss verrückt gewesen sein. Tausend Szenarien schwirrten mir durch den Kopf, was alles schief gehen kann und auf wie viele verschiedene Arten ich mich blamieren könnte. Ich war drauf und dran, alles abzusagen.
Trotzdem stürzte ich mich ins Getümmel. Ich deckte mich mit Literatur ein und knüpfte erste zarte Kontakte und schon war ich mitten drin. 190 Leute aus 17 Nationen! Ich hab noch nie so viele Sprachen auf einem Haufen gehört.
Der nächste Kongresstag nahm mich voll in Anspruch. Vorträge und Workshops ließen keine Langeweile aufkommen und boten mir viel Gelegenheit weitere Kontakte zu knüpfen, welche dann am Abend auf der Party vertieft werden konnten. Mein Zustand nach durchwachter Nacht war am Sonntag grenzwertig. Nichtsdestotrotz habe ich es irgendwie nach Hause geschafft. Mein erstes Mal Kongress- großartig!
…Tupper-Party ab 18
Durch mehrere Zufälle und einige liebenswert-verrückte Freundinnen saß vor einigen Wochen diese Frau bei mir im Zimmer. Die Dildofee. Zwei dieser Körbe der Marke „Mutti geht mal einkaufen“ brachte sie mit und ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich wissen wollte, was es darin zu bestaunen gab. Mit acht Mädels saßen wir im Kreis um Sekt und Wodkabowle zur Hemmschwellensenkung und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
„Ja Hallo, ich bin eure Dildofee, ich sag mal „du“, ne? Und als erstes möchte ich euch die Raupe Nimmersatt vorstellen!“ Zack, fing die Dame an zu plaudern und zauberte als erstes etwas länglich-blaues mit einem freundlichen Gesicht aus ihrer Wunderkiste. Hibbeliges Kichern, rote Wangen und ziemlich viel Neugier war die Reaktion. Ob wir wohl mal anfassen dürften? „Klar, also alles, was ich euch hier heute Abend vorstelle ist absolut jungfräulich und natürlich dürft ihr anfassen, probieren, gucken soviel ihr wollt, darum seid ihr ja hier!“ „Oh, guck mal, wie niedlich, die hat ja sogar `ne Nase…“ Keine Frage, mit niedlichen Gesichtern und weicher Oberfläche kriegt man die Mädels, besonders wenn der Wodka anschlägt.
Nachdem uns die verschiedenen Vorzüge dieses Dildos aufgezählt wurden, unter anderem würden Männer ihn aufgrund des Comicgesichtes nicht als Konkurrenz wahrnehmen, sei das Ding absolut leicht zu reinigen und dank des Saug-Sockels sogar als Klorollenhalter zu verwenden, verschwand die Nervosität und wir wussten auf einmal, warum Dildoparties auch als das Gegenstück zur Tupperparty gelten: acht Weiber lassen sich in aller Ruhe über die Vor- und Nachteile von unkaputtbaren Plastikteilen informieren und tauschen ihre Erfahrungen aus. Besser als bei Dr. Sommer.
Gegen Mitternacht ging eine spannende Veranstaltung zu Ende, die für eine Menge Lacher und Information gesorgt hatte, ohne anrüchig zu sein. Ganz ohne Peinlichkeiten hatten wir einen tollen Abend, der nicht viel gemein hatte mit der Erwachsenen-Ecke aus der Videothek. Und wenn ihr auch mal Lust habt, vor der nächsten Uniparty mal ganz anders vorzuglühen, findet ihr alle Informationen unter: www.dildofee.de
von Britta Simon, Ihna Grensemann, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

Benazir Bhutto – ein Nachruf

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Bildnachweis: wikipedia.de
Benazir Bhutto, 1953-2007
Urheber: IFaqeer / Wikimedia Commons (Lizenz: GNU)
Wie ein Phönix aus der Asche tauchte am 19. Oktober 2007 Benazir Bhutto auf der politischen Weltbühne auf.
An diesem Tag berichteten alle Sender von ihrer triumphalen Ankunft in Karachis. Es wurden jubelnde Massen gezeigt und eine Frau, welche nichts weniger zum Ziel hatte, als Pakistan von Pervez Musharraf und seinem Militärregime zu befreien und die Demokratie im Land zu etablieren.
Das klang zu schön um wahr zu sein. Um Mitternacht desselben Tages wurde dieser Siegeszug dann auch jäh durch zwei Sprengsätze, welche in unmittelbarer Nähe von Bhuttos Konvoi explodierten, beendet.
135 Menschen verloren in dieser Nacht ihr Leben. Benazir Bhutto blieb unverletzt. Doch nur 69 Tage später hatte sie nicht mehr so viel Glück. Sie wird auf einer Wahlkampfveranstaltung von einem Selbstmordattentäter beschossen und stirbt durch eine Bombe, welche der Terrorist unmittelbar nach den Schüssen zündet. Mit ihr verloren noch etliche weitere Menschen ihr Leben. Zurück bleibt ein Land im Schockzustand. Wieder einmal haben Terroristen einen Hoffnungsträger der Demokratie ermordet und somit die Hoffnung vieler Millionen Menschen auf Frieden und Stabilität vernichtet. Doch wer war Benazir Bhutto, und woher hatte sie diese Macht, welche sie letztlich das Leben kostete? Sie war die Tochter des ehemaligen Premierministers von Pakistan, Zufikar Ali Bhutto. Sie studierte in Harvard und Oxford Politik, Philosophie und Wirtschaftslehre. Nach ihrem Studienabschluss kehrte sie nach Pakistan zurück. 1977 wurde ihr Vater nach einem Putsch inhaftiert und 1979 schließlich gehängt. Daraufhin wurde Benazir Bhutto vom neuen Machthaber unter Hausarrest gestellt. 1984 wurde ihr erlaubt auszureisen. Sie ging nach Großbritannien und wurde Exilführerin der Partei ihres Vaters, der PPP (Pakistan Peoples Party).
1988 fanden erstmals nach elf Jahren wieder demokratische Wahlen in Pakistan statt. Benazir Bhutto gewann diese und wurde als erste Frau in einem islamischen Land Premierministerin. Ihre Regierung währte jedoch nur 2 Jahre. Schon 1990 wurde sie wegen Korruptionsvorwürfen abgesetzt. 1993 gelang es ihr ein zweites Mal, an die Spitze der Regierung gewählt zu werden. Doch auch diesmal wurde die Regierung nach 3 Jahren 1996 wegen erneuter Korruptionsvorwürfe aufgelöst. Benazir Bhutto bestritt diese Vorwürfe. Es kam nie zur Anklage. Von 1999 bis 2007 lebte sie im Exil in Dubai und den Vereinigten Staaten.
Sie war also keine Unbekannte auf dem politischen Parkett, ihr plötzliches Auftreten kein Zufall. Es gab Spekulationen, nach denen die amerikanische Regierung, besorgt ob Musharraf´s Schwäche, einen Deal mit Selbigem und Bhutto eingefädelt hat. Demnach sollte Musharraf seine Uniform ablegen und damit auch seinen Oberbefehl über das Militär, dürfe aber weiter Präsident bleiben. Benazir Bhutto sollte wieder als Premierministerin installiert werden.
Dieses Vorgehen erscheint in keinster Weise demokratisch und seine Umsetzung fragwürdig. Zwar hat Musharraf seinen Teil mittlerweile erfüllt und zeigt sich nun der Öffentlichkeit im Anzug. Aber ändert das wirklich etwas und wird er sich jetzt, da die Oppositionsführerin tot ist, weiter dazu verpflichtet fühlen? Desweiteren hätte Benazir Bhutto gar keine dritte Amtszeit als Premierministerin antreten dürfen. Denn die pakistanische Verfassung sieht maximal zwei Legislaturperioden für den Premier vor.
Die Korruptionsvorwürfe gegen Benazir Bhutto konnten nie geklärt werden. Nur unter einer rechtlich zweifelhaften Amnestie konnte sie überhaupt in ihr Heimatland zurückkehren. Die Wahrheit hat sie nun mit ins Grab genommen. Doch was auch immer an diesen Vorwürfen dran ist, so war sie doch eine Hoffnungsträgerin für ein Land, welches sich nach Frieden und Stabilität sehnt. Sie konnte ihre Ziele nicht mehr selber erreichen. Aber vielleicht strahlen ihre Persönlichkeit und ihre Ideale auch über ihren Tod hinaus und sorgen für eine Fortführung der demokratischen Bestrebungen in Pakistan. Um den Willen und die Ideen von Benazir Bhutto weiter zu führen und umzusetzen, hat ihr 19-jähriger Sohn Bilawal Bhutto Zardari am 30. Dezember 2007 den Parteivorsitz der PPP übernommen.
von Stefanie Bruns

Von Leid und Liebe, Tränen und Träumen

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Jeder kennt das Tagebuch der Anne Frank. Die Geschichte eines jüdischen Mädchens, das sich vor den Nazis versteckt hielt und schließlich doch sterben musste. So tragisch es auch ist, so war ihr Schicksal leider doch kein Einzelfall.
Ebenso erging es einem jüdischen Mädchen in Rumänien, Selma Meerbaum Eisinger. Auch sie lebte erst in einem Ghetto bevor sie schließlich mit 18 Jahren in ein Arbeitslager deportiert wurde und dort verstarb. Auch sie hat der Nachwelt etwas hinterlassen:
Auf abenteuerliche Weise wurde durch all die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit ein Gedichtband mit 57 Gedichten gerettet. Der Band trug den Namen Blütenlese und so heißt er auch heute noch. Darin enthalten sind sowohl ihre Übersetzungen von Gedichten, also auch eigene Gedichte. Geschrieben in einer unwägbaren Zeit und ihrer großen ersten Liebe gewidmet. Ihre Sprache war Deutsch und ihre Worte entfalten große Kraft.
Nicht selten möchte man weinen, immer ist man berührt, und niemals kann man sich diesen Versen entziehen.
Selma Meerbaum-Eisinger: Blütenlese
Signatur: 140 815
von Stefanie Bruns

Unser Semesterticket – ein Streitgespräch

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Pro
Die Wintersportgebiete im Harz, die Badeorte an der Nordsee, dazwischen Städte wie Hannover, Hamburg und Wildeshausen: Niedersachsen ist nicht wirklich scheiße. Wer sich davon erst noch überzeugen muss, kann es dank des Semestertickets der Deutschen Bahn völlig kostenlos. Vorausgesetzt natürlich, er studiert nicht in Vechta. Im Gegensatz zu anderen niedersächsischen Universitäten gilt unser Semesterticket nur im deutlich kleineren Streckennetz der Nord-West-Bahn.
Angeblich haben wir das selber so gewollt: Vor Jahren hat es Umfragen gegeben, denen zufolge die Vechtaer Studenten kein Interesse an einem niedersachsenweit gültigen Semesterticket, dass Mehrkosten von ca. 57,- € pro Halbjahr bedeuten würde, haben. Doch ist dieses Nein noch aktuell? Viele von uns sind Pendler und Wochenendheimfahrer, eine Bahncard 50 kostet mittlerweile selbst mit Ermäßigung 110,- €, ein Liter Normalbenzin fast 1,40 €, das Semesterticket würde sich für die meisten innerhalb kurzer Zeit bezahlt machen.
Auch andere Gründe wurden angeführt:
Das Semesterticket
ziemlich überschaubar
Die Bahn habe kein ernsthaftes Interesse, den Vechtaer Studenten ein Semesterticket zur Verfügung zu stellen, denn die Hochschule Vechta sei zu klein, der Bahnhof zu weit weg. Außerdem müsse die Uni eine heftige Vertragsstrafe zahlen, falls die Rechnung der Bahn zu spät bezahlt werden würde. Unüberwindliche Hürden? Unlösbare Probleme? Zumindest Vertragsstrafen lassen sich vermeiden, indem der Vertag einfach erfüllt wird. Für unsere Studentenvertreter ist das Thema Semesterticket mittlerweile durch. Zu Recht? Was spräche dagegen, erneut herauszufinden, ob sich die Mehrheit von uns ein solches Ticket wünscht, und – wenn das der Fall sein sollte – dafür zu sorgen, dass wir es bekommen?
von Stefan Hirsch
Contra
Unsere Pendler nutzen größtenteils das Auto und haben keine Lust auf die Bahn. Dazu kommt, dass alle Nichtpendler natürlich auch nicht einsehen, nicht 57,00 Euro, mehr bezahlen sollen für nichts.
Diese Diskussion führen wir in schöner Regelmäßigkeit, jedenfalls solange ich an dieser Uni bin, und das sind schon 3,5 Jahre. Der Asta hat sich diesbezüglich auch schon mit der Deutschen Bahn auseinandergesetzt. Die ist grundsätzlich nicht wirklich interessiert, weil Vechta nun mal keinen DB Bahnhof hat und erst ab Bremen bzw. Osnabrück dieselbe genutzt werden könnte.
Dazu kommt noch, dass wir mit 3500 Studierenden verhältnismäßig klein sind und es deshalb für die Bahn nicht gerade attraktiv ist, mit uns Geschäfte zu machen.
Auch nicht unerheblich sind natürlich die Bedingungen eines solchen Vertrages. Hier müssen wir uns nur an die Unstimmigkeiten mit der NWB erinnern. Das fängt bei laminierten oder vorläufigen Studentenausweisen an und lässt sich fortführen. Da die DB nun aber um einiges größer ist, sieht deren Vertrag auch Vertragsstrafen vor. Diese haben eine ganz erhebliche Höhe und würden fällig werden, wenn zum Beispiel die Überweisung nicht rechtzeitig kommt. Nun kennen wir die Uni und ihre Studenten. Da werden Studiengebühren und Semesterbeiträge zu spät gezahlt, im schlimmsten Fall erst nach Mahnung. Dann muss das Geld noch verteilt werden (Asta, Studentenwerk, NWB, Studiengebühren, Verwaltung). Das dauert. Der Asta erhält seine Gelder oft erst sehr spät. Deshalb wird angenommen, dass ein Risiko besteht, den Vertrag vielleicht nicht 100 % erfüllen zu können.
Hannover Hbf – per Semesterticket unerreichbar
Foto: Björn Franke
Die Gelder, die dann fällig würden, hätten ganz erhebliche Auswirkungen auf uns alle. Nun kann man sagen, dass das alles eine Frage der Organisation ist und zu lösen wäre. Meiner Meinung nach ist das eher ein strukturelles Problem und eben nicht so ohne weiteres aus der Welt zu schaffen.
Vollversammlungen wegen des Semestertickets gab es in den letzten Semestern des Öfteren. Denn der Asta muss sich jedes Mal die Legitimation der Studentenschaft holen, um den Vertrag zu verlängern. Diese sind nicht nur sehr schlecht besucht, dort wird auch oft über einen Euro mehr gemosert. So wurde zwar seither nicht mehr über ein Niedersachsenticket abgestimmt, aber es scheint eben auch kein Interesse daran zu geben.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 6. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Von Leid zu Lebensfreude, von Hypnose zur Heilung

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Wer wollte nicht mal einen Blick hinter die Kulissen werfen? Wer wollte nicht gern Wissen wie, ein großer Denker zu seiner Erkenntnis kommt, wie er sein Leben gestaltet, wovor er Angst hat und wann er weint?
Irvine D. Yalom ist bekannt für seine Veröffentlichungen zum Thema Psychotherapie. In „Und Nietzsche weinte“ begibt er sich mit Hilfe der Fiktion an die Anfänge derselbigen. Im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts trifft Herr Dr. Breuer (bekannt für die Erforschung des Gleichgewichtssinns) auf den schwer kranken Nietzsche. Dieser befindet sich in der Blüte seines Schaffens und möchte trotz starker Beschwerden eigentlich gar nicht behandelt werden.
Doch seiner Auftraggeberin Lou Salomé zuliebe liefert sich Dr. Breuer spannende, intellektuelle Rededuelle mit Nietzsche, um ihn von einer Behandlung seiner Psyche zu überzeugen. Letztlich gelingt es ihm durch eine List, ihn in einer Klinik unterzubringen, um dort das Experiment psychische Genesung zu starten. Dr. Breuer hat einen jungen Protege: Ein junger Medizinstudent namens Freud, welcher bei ihm ein und aus geht und für den Verlauf der Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird.
Tiefe Einsichten über Begegnungen, Enttäuschungen, Sehnsüchte, Macht und Ohnmacht, kurzum über das Leben bietet die Lektüre dieses dabei auch immer spannenden Romans. Es ist fast so, als erlebte die Leserschaft die Geburt der Psychotherapie mit.
Irvine D. Yalom: Und Nietzsche weinte
Signatur: 383222
von Stefanie Bruns

Esens – Die kleine Stadt der großen Bären

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Weiter geht‘s nicht
Endstation Esens
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Die frische Luft, die durch den kleinen Ort zieht, schmeckt nach Meer. Wir sind mitten in Esens, der letzten Station auf der Semesterticketroute, wenn man gen Norden zieht. Der Weg ist weit, aber er lohnt sich, denn der charmante Ort mit seinen gerade 7000 Einwohnern bietet mehr als man erwartet. Das ist natürlich ein Verdienst der Nordseetouristen, aber dazu später mehr. Als wir aus dem Zug steigen, sind wir zuallererst im Niemandsland. Das Ballungszentrum von Esens, oder nennen wir es Innenstadt, ist noch ein paar Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Auffallend in Esens, welches auch einen eigenen Wikipedia-Artikel sein Eigen nennen darf, ist die Dichte an Bärenskulpturen, die an vielen Straßenecken zu bewundern sind. Mal bunt bemalt, mal im Anzug. Esens legt Wert auf seine Bären, denn es ist das Wappentier des Ortes, wie wir auf einer nett gemachten Infotafel erfahren. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die dieses Städtchen liebenswert machen: Das unterirdische Flüsschen, welches durch Glaspflastersteine zu sehen ist, die Innenstadt, die mit kleinen Geschäften zum Stöbern einlädt und die Restaurants mit ihren kulinarischen Spezialitäten. Aber aufgepasst, wo es so angekündigt ist, bekommt man auch wirklich keine Pommes! Großartige Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht erwarten, es ist eher das Urlaubsflair, das uns entspannen lässt. Ein lohnenswerter Spaß sind die Scooter, die man vor dem Museum („Holarium“) finden kann und die wesentlich interessanter sind als die 3D-Illusionenausstellung selber. Hier kann man für kurze Zeit noch mal Kind sein, wie zwei unserer Redakteure feststellen. Wir merken schon, dass Esens eher eine Durchgangsstation zum Meer ist. Ein zweites Mal werden wir aber doch auf Esens treffen: wenn wir von der Nordsee zurück zum Bahnhof wollen. Also verscherzen wir es uns lieber nicht mit den durchweg netten Einwohnern und genießen das Meer.
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Der Weg zum Meer
Die Stadt hat ja einiges zu bieten, doch die meisten zieht es doch nach Esens, weil sie Meer sehen wollen. Das ist auch ohne weiteres möglich, nur nicht in Esens. Jedenfalls nicht direkt.
Doch es fahren regelmäßig Busse nach Bensersiel direkt zum Hafen. Dort angekommen ist es möglich eine Fahrt mit der Fähre zu machen. Aber auch ein Strandspaziergang hat seinen ganz eigenen Charme. Wer nach kurzem Fußmarsch bis zum Meer gekommen ist fi ndet einen schönen Sandstrand an dem auch so manches Strandgut angespült wurden ist. Das lässt das Entdeckerherz natürlich hochschlagen. Von der klassischen Muschel bis hin zum Hühnergott
Ist alles zu finden und auch die Erbauer von Burgen kommen auf ihre Kosten. Aufgrund der Nähe zu Esens lohnt sich auch ein Kurztrip ans Meer um die Seele baumeln zu lassen.
Und so erreicht ihr Esens:
Ihr kommt mit der NWB über Bramsche und Sande nach Esens, alternativ über Delmenhorst und Sande. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von Vechta mit dem Bus (ja, mit dem Bus!) nach Ahlhorn zu fahren, und dort in die NWB nach Sande umzusteigen, von wo ihr nach Esens kommt. Allerdings kostet der Bus etwas. Schaut am Besten auf: Bahn.de
von Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 06: Esens

LOST in Hasbruch

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X-treme geht in die zweite Runde. Und wie das so ist bei Fortsetzungsreihen, muss es noch extremer sein. Noch abgedrehter, blutiger, kranker. Kein Problem. Das Thema: Verloren im Wald. So ließ sich ein Teil der Redaktion an einem gewöhnlichen Samstagabend aussetzen. Wo? Das ist die Überraschung. Was zu machen ist? Ebenfalls Überraschung. Die Planung oblag dem übrig gebliebenen Teil der Redaktion, dem Orgateam. Lest zunächst, was passieren sollte und schließlich das, was daraus wurde. Und erfahrt, dass x-treme ein extrem dehnbarer Begriff und somit Auslegungssache für jedes einzelne Redakitonsmitglied sein sollte. PS Schaltet das Licht aus, dann wirkt‘s authentischer.
von Björn Franke, Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, René Kohn, Sebastian Dargel und Stefanie Bruns
Angsthasen allein im Wald
Das Orgateam grübelte lange und heckte was aus – Gruselig soll es werden – der Plan
Wenn. Wenn dieses Wörtchen nicht wäre. Dann hätten wir nie „Blair Witch Project“ gesehen oder „Das Mädchen“ gelesen. Dann wüssten wir nicht, was im Wald alles passieren kann. Wenn man allein ist. Nachts. (Seltsame Figuren aus Stöcken hängen in den Bäumen. Vorm Zelt findet man einen abgetrennten Finger. Vor lauter Panik streitet man sich mit seinen Weggenossen. Man landet in einem Hexenhaus. Ein Bär verfolgt einen.) Dann hätte das Orga- Team nicht zur Hälfte aus totalen Angsthasen bestanden.
„Und wenn ihnen was passiert? Das würde ich mir nie verzeihen.“ Von Anfang an bin ich von der Nachts-verlorenim- Wald-Idee nicht begeistert. Es gibt doch nette andere Vorschläge. Aber Mel, René und Dargel wollen nichts Nettes, sie wollen Action und Grusel. Und da ich im Survival- Team sicher vor Angst gestorben wäre (und das ist nicht wirklich übertrieben), werde ich Organisierende. Als erstes muss ein geeigneter Wald gefunden werden. Es gibt in Deutschland einfach keine mit in Maine oder Burketsville vergleichbaren Wälder. Vor allem nicht im Norden. Größter erreichbarer ist der Hasbruch zwischen Hude und Delmenhorst, eine knappe Autostunde entfernt. 627 Hektar Wildnis – durchzogen von guten deutschen Wanderwegen. Und Wegweisern, wie wir später feststellen werden. Wir haben viele Ideen, von „wir setzen sie ohne Geld und Handy aus und sie müssen zurück nach Vechta kommen“ bis „und am Zielpunkt verstecken wir ein Prepaid-Handy, auf dem noch genau das Geld für eine SMS ist“. Und alle sterben mit dem unberechenbaren Faktor Gefahr. Was ist, wenn sich einer das Bein bricht? Sie in eine Höhle stürzen? Einer von ihnen ausrastet und die anderen abmetzelt? (Weitere Ideen siehe oben.) Angsthasenhirne können sich viele Szenarien ausmalen. Somit erlauben wir ein Handy, Taschenlampen und packen Notfallverpflegung in Form von Keksen und Getränken ein.
Bildnachweis: rk
In der Nacht- und Nebelaktion festgehalten:
Die Wanderkarte, die eigentlich
nicht gefunden werden sollte.
Foto: René Kohn
Steffie lässt sich von den „Drei Fragezeichen“ inspirieren und schreibt ein Rätsel, welches unseren Abenteurern den Weg weisen soll und Britta macht es ihnen nicht leicht und verpackt das Lösungswort, welches uns die drei schicken müssen, damit wir sie abholen, in Wissensfragen. Nicht leicht – das denken wir jetzt noch. Außerdem schreiben wir eine liebevoll – ach, ich meine gruselig – angekokelte Einladung, die die drei in der nächsten Sitzung erhalten. Dass alles passiert bei den ersten beiden konspirativen Treffen, jedoch wird kein dritter Termin mehr gefunden, so dass wir den Hasbruch nicht näher als über Google Earth kennen lernen. Aber hey, da sieht er ganz schön wild und gefährlich aus! Am 27.10. schließlich kaufen Björn und ich, eingestellt auf eine lange Nacht, mehrere Liter Cola ein und fahren zum Treffpunkt. Dort erwarten uns die Mutigen schon, ein bisschen weiß im Gesicht und gar nicht mehr so mutig. Wir nehmen ihnen ihre Wertsachen ab („Habt ihr auch wirklich alles abgegeben? Wenn ich euch jetzt filze und noch was finde, müsst ihr ohne Taschenlampe los!“) und verbinden ihnen die Augen. In den Autos läuft der Soundtrack des hier so oft erwähnten Filmes und die Hasenfüße (ich erinnere: zwei vom Orga-Team) gruseln sich, während Mel sich anscheinend entspannt (unglaublich! Sie sieht nichts, ist auf dem Weg ins Ungewisse und entspannt sich!). Nach einer stillen Stunde, in der wir kein Wort sprechen und ich nur einmal aus Versehen an die Spieluhr auf Brittas Amaturenbrett komme, sind wir am Hasbruch, setzen das Survival-Team aus (ich umarme noch mal alle, wer weiß, ob ich sie je wieder sehe?), lassen sie bis zehn zählen, laufen wie die Bekloppten und schließen uns im Auto ein. 40 Minuten später, wir sitzen in der Pizzeria, piept Björns Handy. Eine SMS. Mit dem Lösungswort…
von Julia Stock
Im Wald
Was geschah – das Actionteam berichtet
Am 27.10.2007 war es soweit. Mit einem mulmigen Gefühl bestieg ich mein Auto. Draußen dämmerte es, und es krochen bereits feine Nebelschwaden über das taufeuchte Gras. Ein letztes Mal tanken, ehe ich die Auffahrt zum Sonnenkamp hochfahre. Was mich wohl erwartet? Zögernd biege ich um die Ecke und parke mein Auto, bereits jetzt fröstelt es mich ein wenig, es ist frisch geworden draußen. Dargel und René kommen dazu. Punkt 19 Uhr biegen zwei dunkle Autos ein… unsere Transportfahrzeuge.
Bildnachweis: rk
Bloß nicht verlaufen, sonst sind wir verloren!
Foto: René Kohn
Das Orga-Team nimmt uns unsere Sachen ab, es bleiben uns nur ein Handy und eine Kamera. Ich werde von den männlichen Teilnehmern getrennt. Die Augen werden uns verbunden. Gespannt setze ich mich ins Auto, ein leichtes Kribbeln im Bauch. Meine Fahrer steigen ein, es wird kein Wort mit mir gesprochen… ich halte den Atem an und lausche, eine CD wird eingelegt (Blair Witch Soundtrack, mit Einspielungen aus dem Film). Wir setzen uns in Bewegung. Bis Visbek kann ich den Weg nachvollziehen, danach lässt mich mein Orientierungssinn im Stich. Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo mich meine Fahrer hinbringen, wir halten kurz, um zu tanken – Stille. Auf einmal erklingt die Melodie einer Spieluhr… ich grinse in mich hinein, gut gemacht das ganze Szenario, ein leichter Schauer wandert über meine Haut. Nach ca. einer Stunde sind wir am Ziel und werden mit verbundenen Augen aus den Autos geholt. Blind und mit der Hand des Nebenmanns in der eigenen stolpern wir einige Meter weiter. „So, wir geben euch jetzt einen Rucksack. In diesem befinden sich alle Sachen, die ihr braucht. Ihr zählt jetzt bis zehn und dann nehmt die Augenbinden ab“. Wir hören Schritte, die sich eilig über Kies entfernen und fangen langsam an zu zählen: Acht – neun – Motoren starten, Reifen drehen durch – zehn.
Wir nehmen unsere Augenbinden ab und stehen auf einem stockdunklen Waldpfad und sehen noch die Rücklichter des letzten Autos das um die Ecke biegt. Wir sind allein. Irritiert schauen wir uns um. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich höre meinen eigenen Atem und das Rauschen der Bäume – Schweigen. Als erstes öffnen wir den Rucksack und entfalten den enthaltenen Brief. Das Gedicht enthält einige Hinweise, mit ihrer Hilfe und der Wuchsrichtung des Mooses an den Bäumen, biegen wir auf den rechten Pfad ab… tiefer hinein in den Wald. Der Vollmond erhellt den Weg, die Taschenlampe durchbricht mit ihrem schwachen Licht die restliche Dunkelheit. Die Stimmung im Team ist gut, wir halten die Augen offen… nach nicht vorhandenen Hinweisen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein Wegweiser eröffnet uns drei neue Möglichkeiten… Amalieneiche, Jagdhütte, Kühlingen. Unser Rätsel bringt uns auf die Idee, den Weg Richtung Eiche einzuschlagen (Rätsel?). Der Waldboden gibt sanft unter unseren Füßen nach, im Wald neben uns raschelt es.
Bildnachweis: rk
Das Haus am Ende – es hätte gruselig werden können.
Foto: René Kohn
Ein Blitzen am Ende des Wegs lässt uns aufschauen… was ist das? Eine Wanderkarte! Das Orga-Team wollte bestimmt nicht, dass wir an ihr vorbeikommen… wir fotografieren die Karte, lösen das Rätsel. Ich schaue auf die Uhr, 40 Minuten sind wir in diesem Wald… Soll´s das gewesen sein? Wir schlagen den Weg Richtung Treffpunkt ein… nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel.
X-treme ist eindeutig was anderes… gruselig auch… witzig war es mit Sicherheit, aber leider auch viel zu kurz. FAZIT: Man kann sich in norddeutschen Wäldern, bei vollem Bewusstsein, nur schwer verlaufen.
von Melanie Ehlert

PDF-Version der Sonderausgabe No 2

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Das liebe Geld…

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Bildung ist teuer, das ist nicht erst seit den Studiengebühren so. Deshalb steht jeder von euch vor der Frage, wie soll ich das alles finanzieren? Es gibt die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KFW in Anspruch zu nehmen oder, sofern berechtigt, BAföG, zu beziehen. Doch eine wesentlich bessere Alternative wäre ein Studierendenstipendium. Bekommen könnt ihr das bei den sieben großen Begabtenförderungswerken (www.begabtenfoerderungswerke.de) oder bei kleineren Stiftungen und Vereinen.
Recherche lohnt sich, denn es gibt mehr Menschen, die euch fördern wollen als Ihr denkt. Ein Einser-Abitur ist nicht notwendig. Begabtenförderungswerke legen bei ihrer Auswahl Wert auf gute Schul-und Studienleistungen (um die 2,0) und gesellschaftliches und/oder politisches Engagement. Leitsatz ist, dass Lebenswege gefördert werden sollen, keine Karrieren. Dementsprechend gehört bei den meisten Stiftungen zur finanziellen Förderung auch eine ideelle Förderung, welche euch die Möglichkeit eröffnet euch weiter zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Bei der Auswahl eurer Stiftung solltet ihr darauf achten, welche zu euch passt, denn diese repräsentiert ihr auch als Stipendiat. Zögert nicht euch zu bewerben, denn zur Zeit haben die Begabtenförderungswerke so viel Geld wie noch nie. Die Bundesbildungsministerin will mit ihrer Bildungsoffensive so viele Studierende fördern wie möglich.
Euer Ansprechpartner an der Uni ist Lars Hoffmeier (Referent für Forschungsförderung, e-Mail: lars.hoffmeier[at]uni-vechta. de, Raum: E 021)
von Stefanie Bruns
Stipendium in der Tasche? Zum Studentenvertreter gewählt?
Zwei weitere Gründe sich als Student mal gehen zu lassen
Foto: Karen Ishikawa

Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Hochschule gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie du deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in deinem Sinne mitzugestalten, kannst du dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet euch an euren Fachrat.
Studentenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das Stupa kümmert sich um Besatz lange, welche die gesamte Studentenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studentenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studentenschaft.
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studentenparlament nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studentenschaft. Informationen zum Hochschulalltag und die Sprechzeiten der Referenten findet ihr auf der AStA Homepage. (www.asta-uni-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Hochschulseite (www.uni-vechta.de), dem schwarzen Brett und auch im Vorlesungsverzeichnis. Wenn dann noch Fragen offen sind, kann euch der Asta-Referent für Hochschulpolitik Mathias Pornhagen sicher weiterhelfen.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 5. Ausgabe

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Von Traurigem und Tiefsinnigem, von Liebe und Lyrik

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Träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume“, heißt es auf der ersten Seite dieses Lyrikbandes von Sonja Schröder. Getreu diesem Motto hat sie sich einen Traum erfüllt und in Eigenregie dieses kleine aber feine Bändchen heraus gebracht. In fünf Themen aufgeteilt, welche von Traurigem bis zum Hoffnungszeichen reichen, präsentiert sie dem geneigten Leser ihre Verse. Ihre Gedichte sind kurz und prägnant. Sie braucht nicht viele Worte, um starke Bilder zu schaffen. Ganz nach dem Motto ´weniger ist mehr´ glänzen ihre Gedichte durch einen sehr minimalistischen Einsatz von Stilmitteln.
Sonja Schröder ist Studentin der Hochschule Vechta, schon seit Kindertagen bringt sie ihre Gedanken in literarische Form. Neben Veröffentlichungen in Zeitschriften und Zeitungen kann sie auch einige Literaturpreise ihr eigen nennen. Ihr Repertoire ist dabei nicht auf die Lyrik beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf Prosatexte. Es macht großen Spaß, diese Autorin zu entdecken.
Sonja Schröder: Seelenschnupfen
Signatur: 356 356
von Stefanie Bruns

Das Märchen vom mündigen Bürger

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Es war einmal ein Junge namens Heinrich. Er lebte in einem kleinen Fürstentum. Sein Vater verdiente das Brot für die Familie als Bauer. Eines Abends, während des Essens, erzählte der Vater ihm von einem neuen Erlass des Fürsten. Er polterte und schimpfte, dass die Adeligen nur Unsinn im Kopf hätten. Schon wieder wollte der Fürst ein Fest geben und verlangte für diesen Monat die doppelten Abgaben. Das nannte er dann Politik. „Ich nenne das Verschwendung“, wetterte der Vater, „er sollte lieber die Steuern für seine Untertanen senken oder ihnen mehr zum Leben lassen. Sonst wird es bald Unruhen geben.“
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Als er schon im Bett lag, dachte Heinrich noch lange an diese Worte. Wusste denn der Fürst nicht, wie seine Untertanen dachten? Warum sagte es ihm keiner? Warum entschied er alles allein? Er überlegte und kam zu dem Entschluss, dass doch besser alle bestimmen sollten, was im Land passiert. Aber wie?
Auch am nächsten Tag beschäftigte ihn dieser Gedanke sehr. Er saß auf der Wiese hinter dem Haus an einen Baum gelehnt, als ein Schmetterling sich zu ihm gesellte. Gedankenverloren sah er ihn an und erkannte nur langsam, dass das kleine Geschöpf auf seinem Knie gar kein Schmetterling war. Eine kleine Elfe saß da, und schaute ihn neugierig an. „Warum sitzt du hier so trübselig anstatt zu spielen? Es ist doch ein herrlicher Tag.“ Heinrich erzählte ihr von seinem Vater, dem Fürsten und seiner Idee. Kaum hatte er seine Rede beendet, sprang sie fröhlich auf. „Ich schau mal, was ich tun kann.“ Noch ehe Heinrich fragen konnte, was sie denn überhaupt tun könne, war die kleine Elfe verschwunden. Vorsichtig sah er sich um, aber alles schien wie immer. Auch zu Hause konnte er nichts Ungewöhnliches entdecken. Nicht beim Abendessen und auch nicht bevor er schlafen ging. Am nächsten Morgen hatte er die Begegnung mit der Elfe schon wieder vergessen. Doch als ein Bote an die Tür des Bauern klopfte und seinen Vater dazu einlud, zum Fürsten zu kommen, (denn alle mündigen Bürger dürften jetzt über die Geschicke des Landes mitbestimmen), erinnerte sich Heinrich wieder und strahlte. Die Elfe hatte es also wirklich geschafft.
Von nun an gingen der Vater und alle anderen mündigen Bürger des Fürstentums einmal die Woche zum Fürsten, um die anstehenden Entscheidungen zu treffen. Alle waren glücklich und zufrieden. Doch eines Tages trug der Fürst ein heikles Anliegen vor. Er wollte sich mit anderen Fürstentümern verbünden, gemeinsam seien sie stärker. Doch alle Verbündeten verpflichteten sich auch, die anderen in Zollfragen und Geldangelegenheiten einzubeziehen. Der Fürst versicherte, dass bereits alles vorbereitet und der Vertrag aufgesetzt wäre und sie nur Vorteile davon hätten. Genau diese Äußerung jedoch entfachte den Unmut in der Versammlung. Wie konnte alles vorbereitet sein, wenn er sie noch gar nicht gefragt hatte. Nein, das ging nicht, da war man sich einig. Sie zeterten und schrien alle durcheinander. Der Fürst erhob schließlich seine Stimme: „Es muss eine Entscheidung getroffen werden.“ Noch einmal warb der Fürst mit schillernden Worten für sein Vorhaben, doch immer wieder wurden Vorbehalte und Ängste aus der Menge geäußert, die breite Zustimmung fanden. Der Fürst kam dagegen nicht an. So wurde das Bündnis abgelehnt.
Als er den Fürsten des Bündnisses diese Nachricht überbrachte, reagierten sie mit Unverständnis. „Du kannst doch nicht die einfachen Untertanen eine solch gewichtige Entscheidung treffen lassen.“ „Aber bisher hat es doch gut funktioniert.“ „Das mag sein, aber wissen deine Untertanen denn auch, was passiert, wenn ihr Land allein bleibt? Wissen sie, was die anderen Fürsten planen? Haben sie die Geschichte und die Diplomatie studiert? Haben sie den Vertrag gelesen?“ Der Fürst überlegte kurz, und musste diese Nachfragen dann verneinen. „Das sind einfache Leute. Ich bin nicht mal sicher, ob alle lesen können.“ Daraufhin erntete der Fürst nur noch Spott und wurde mit den Worten nach Hause komplimentiert, dass er wiederkommen solle, wenn er die Entscheidungsgewalt hätte. Geknickt fuhr er also zurück in sein Schloss.
Bei der nächsten Versammlung berichtete er von diesem Zusammentreffen und stellte die Frage in den Raum, wer lesen könne. Nur wenige Hände wurden gehoben. Er schloss die Frage an, wer denn lesen lernen wolle. Es hoben sich nicht viel mehr Hände. „Aber ihr müsst lesen können, damit ihr mündige Bürger seid.“ Empörung machte sich unter den Anwesenden breit. „Für sowas habe ich keine Zeit, und ich weiß doch auch so Bescheid.“, schrie Heinrichs Vater.
Resigniert sank der Fürst in seinen Sessel. So ging es nicht weiter. Wenn die Bürger mit entscheiden wollten, mussten sie über alles Bescheid wissen.
Zu Hause erzählte natürlich auch der Vater Heinrich von diesen Vorkommnissen. Dieser zog sich anschließend ganz betrübt in sein Zimmer zurück. Was war schief gelaufen? Warum funktionierte die direkte Abstimmung nun nicht mehr?
Am nächsten Morgen fragte er den Vater, warum er nicht lesen lerne um zu verstehen, was der Fürst sagt. Doch dieser wiegelte nur ab. „Von sowas bekommst du kein Essen auf den Tisch.“ Außerdem habe er sich ja schon entschieden und werde sich auch nicht mehr umstimmen lassen.
Wieder saß Heinrich auf der Wiese, angelehnt an die alte Eiche und schaute angestrengt ins Gras. Wo diese Elfe nur wieder steckte? Gegen Abend schließlich setzte sie sich wieder auf sein Knie und fragte: „Warum sitzt du hier so betrübt?“ Heinrich schilderte ihr, was geschehen war. Die Elfe lauschte. Aber diesmal wusste Heinrich keine Lösung des Problems. So flog die Elfe wieder von dannen, ohne eine Idee, was sie für Heinrich tun könne. So war sie es, die nun wach lag und grübelte. Sollte sie alles wieder rückgängig machen, als ob es die direkte Mitbestimmung nie gegeben hätte? Oder könnte sie wirklich alle Bürger dazu bewegen, lesen zu lernen um die nötigen Kenntnisse zu erwerben?
Bildnachweis: bf
Foto: Björn Franke
Aber wer würde dann die Felder bestellen und die Tiere füttern, wenn alle beschäftigt wären? Sollten die Bürger vielleicht einige aus ihrer Mitte wählen, die sich fortan nur noch mit den Staatsgeschäften auseinander setzen und von den anderen mitversorgt würden? Aber wer würde dann kontrollieren, was diese tun?
Wie sie es auch drehte und wendete, sie konnte keine Lösung finden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so grübeln Heinrich und die Elfe noch heute…
von Stefanie Bruns

Bremen

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© Jan von Bröckel / PIXELIO
Ihr habt schon immer das Bedürfnis gehabt, einmal musizierende Tiere zu sehen? Wolltet schon immer mal live dabei sein, wenn sich jemand vom Hochhaus stürzt? Kein Problem. Unsere fünfte Station auf unserer Semestertickettour macht’s möglich. Und es ist keine geringere als Bremen gewesen.
Bremen.
Hansestadt. Fisch. Grün-Weiß. Mittlerweile auch Orange. Fußball. Becks. Eine Stadt, in der Männerträume wahr werden. Eine Stadt, 550.000 Einwohner… Bei mäßigem Wetter, aber mit bestem Vorhaben und wie immer hochmotiviert ging es in die größere Stadt des Zweistädtelandes. Neben Studenten, die noch keine Studiengebühren bezahlen müssen und entsprechend schön auf den Putz hauen können, bringt diese Stadt auch astreine Soapkarrieren hervor: Der ehemalige Manager des Fußballvereins Werder Bremen ist derweil Senator für Bildung und Wissenschaft. Möglicherweise mag das eine mit dem anderen
Umstand zutun haben. Ach so, vom Haus hat sich übrigens niemand gestürzt. Wir wohnten lediglich einem Tatortdreh bei. Nach einer Dreiviertelstunde Sensationsgeilheit hatten wir allerdings keine Muße mehr, noch länger auf den Sprung zu warten. Wir mussten ja schließlich weiterkommen, um für euch Bremen zu erkundschaften.
das Bremer Schnoorviertel
© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Wer sich schon in Bremen befindet sollte es auf keinen Fall verpassen, das Bremer Schnoorviertel zu besuchen. Hier findet der geneigte Besucher viele hundert Jahre hanseatische Geschichte und kann in den engen Gassen beim Bummeln schon mal die Zeit vergessen. Doch nicht nur das Bummeln wird im Schnoor groß geschrieben, auch die Kultur hat ihren festen Platz. Verschiedene Galerien und Museen lassen sich hier ebenso finden wie Theater und Varieté. Ein näherer Blick lohnt sich!
St. Petri Dom
Bremen hat auch für Freunde sakraler Gebäude, sei es um zu beten oder die Pracht zu bewundern, einiges zu bieten. Neben der St. Martini Kirche im Schnoor Viertel, der Atriumkirche und der Unser Liebfrauenkirche ist besonders der St. Petri Dom hervorzuheben. Dieses frühgotisch geprägte Bauwerk besitzt eine besonders imposante dreischiffige Basilika mit einem doppelten Chor und zwei Krypten. Angesichts all dieser Pracht ist es nicht verwunderlich, dass es zwei Männer brauchte um den Dom eine solche Größe zu verleihen. So begann einst im Jahre 1041 der Erzbischof Bezelin mit dem Bau, welchen sein Nachfolger Adelbert vollendete. Heute ist er ein Ort der Besinnung, des Staunens, der Erinnerung und nicht zuletzt der Bildung. Denn neben seiner eigenen langen Geschichte, welche vor allem in den ältesten Teilen, der Ost – und der Westkrypta, spürbar wird beherbergt das alte Gemäuer heute auch ein Museum. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Gut, lecker, Johnny be goods
Eher zufällig trieb uns der Hunger in dieses Truckerlokal. Die rustikale Innenausstattung hat ihren ganz eigenen Charme. Aber das Besondere ist hier definitiv das angebotene Essen. Neben einer großen Auswahl an Burgern gibt es auch andere typisch amerikanische Spezialitäten. Einzig für die Vegetarier ist das Angebot etwas dünn. Ansonsten findet sicher jeden den Burger seines Geschmacks. Bei all ihrer Unterschiedlichkeit haben diese eins gemeinsam sie sind riesig und werden mit einer ordentlich Portion Beilagen serviert. Richtigen Hunger sollte man also mitbringen. Die Preise sind den Portionen angemessen. Aber es ist sicher nicht billig. Doch gutes Essen darf auch seinen Preis haben, oder?
das Universum Science Center
© w / PIXELIO
Derjenige, der sich bei seinem Bremen-Ausflug mehr Zeit mitgebracht hat, sollte auf jeden Fall 8 Euro (ermäßigter Preis für Studenten) in seinem Portemonnaie zurückhalten für einen Besuch im Universum. Insgesamt 250 Stationen auf rund 4000 m² Ausstellungsfläche laden ein zum spielerischen Entdecken, Staunen und Erleben rund um die Themen Mensch, Erde und Kosmos. (Beispielsweise kann man in einem kleinen Nachgebauten Wohnzimmer am eigenen Leib erfahren, wie sich ein Erdbeben anfühlt) Weitere Informationen gibt es auf www.universum-bremen.de
Wenn der Tag des Bummelns und der Kultur dann nicht zu lange war, gilt es das Nachtleben von Bremen zu erobern. Hier einige Tipps von uns zur Abendgestaltung.
Tower
Direkt in der City und keine 5 Min vom Bremer Bahnhof entfernt findet man den Tower Music Club. Im mittelalterlichen Stil gehalten gibt es für Freunde der alternativen Musik hier von Di bis Sa ab 22 Uhr Programm. Neben wechselnden Events wie Livekonzerten oder Visionpartys könnt ihr hier an jedem ersten Freitag im Monat in der AtmosFear Dark Wave, Industrial und Gothic sowie EBM erleben. Der letzte Freitag im Monat steht ganz im Zeichen der lauten Töne. Unter dem Stichwort Kerosene gibt es eine bunte Mischung aus Hardcore, Punk, Ska und Emo. Samstags heißt es Tanzen, denn dann erwartet den Besucher unter dem Motto StereoSurfin´die Tower Tanznacht.
Der Dienstag Abend wird besonders uns Studenten erfreuen, denn dann heißt es nicht nur freier Eintritt sondern ebenso Bier zu vergünstigten Preisen. Für weitere Infos klickt auf www.tower-bremen.de
Stubu
Ebenfalls am Rembertiring gelegen und somit nahe am Bremer Hauptbahnhof befindet sich das Stubu, ein Klassiker in der Bremer Partyszene. Auf inzwischen 5 Areas wird gespielt, was das Herz zum Tanzen begehrt. Wenn man sich des Öfteren im Bremer Nachtleben bewegt, kann man sicher sein, das eine oder andere bekannte Gesicht hier in den frühen Morgenstunden noch zu erleben. Allerdings muss man zum Einlass Geduld mitbringen, kann die Wartezeit immerhin bis zu zwanzig Minuten dauern. Die Getränkepreise liegen im Durchschnitt, Beck´s kostet 2,50, Wodka Redbull 5,50. Das Stubu ist täglich ab 21 Uhr geöffnet, die Happy Hour (zwei Getränke zum Preis von einem) ist von 21- 23 Uhr. Da die Internetpräsenz eher dürftig ist, empfehlen wir für weitere Infos die direkte Durchwahl. Stubu Bremen: 0421- 326398
Woodys
Wer auf dem Weg zum Stubu noch einen Abstecher in die Rockszene machen möchte, ist im Woodys gut aufgehoben. Jeden Samstag erwartet den Besucher ab 22 Uhr die Nightsession mit bekannten Stücken aus den Charts, aber auch Klassikern aus dem Bereich Rock und Pop. Freitags bietet das Woodys „Bremens beste Rocknacht seit ´89“. Eine Mischung aus aktuellen Rocksongs, aber auch Altbewährtem, das man immer wieder gerne hört. Das Ambiente gleicht einem größeren Partykeller, das Durchschnittsalter liegt schätzungsweise bei Anfang bis Mitte Zwanzig. An allen Öffnungstagen lockt das Woodys mit Vodka-Energy für 1 Euro. Für mehr Infos klickt auf www.woodys.de
Paddy`s Pit
Für Fans des klassischen Irish Pubs bietet das Paddy´s Pit am Bremer Hauptbahnhof eine perfekte Anlaufstation. Mit viel Liebe zum Detail wurde das Paddy´s mit alten Kirchenbänken ausgestattet, die ein gemütliches Ambiente herstellen. Wer sein Englisch etwas aufbessern möchte, wird ebenfalls nicht enttäuscht, da die „Amtssprache“ im Pit Englisch ist. Am Wochenende sorgt Livemusik für Stimmung. Auch Fußballfans kommen in diesem Pub nicht zu kurz, denn wer zuhause kein PayTV zur Verfügung hat, kann Livespiele bei einem kühlen Bier im Pub genießen. Täglich geöffnet ab 17 Uhr. Weitere Infos unter www.paddys-bremen.de
Il Mio in der Lloydpassage
Entweder nach einem langen Einkaufsbummel oder direkt am Abend. Das Il Mio in der Bremer Lloydpassage lädt allemal zu einem Besuch ein. Direkt an der Galeria Kaufhof gelegen bietet es einen Blick auf die Llyodpassage. Innen ist das Il Mio auf verschiedenen Ebenen stilvoll aber modern eingerichtet. Vom klassischen Bier bis zu extravaganten Cocktails ist hier alles zu finden. Auch der Magen bleibt nicht leer, dafür sorgt eine reichhaltige Speisekarte mit Fingerfood oder Hauptspeisen. Die Preise liegen dem Bremer Nachtleben angemessen im Durchschnitt. Öffnungszeiten sind Montags bis Samstags 8.00 Uhr- open End und Sonntags von 10 Uhr open End. Weitere Informationen unter www.restaurant-ilmio.de
Modernes
Eines der umfangreichsten Programme bietet das Modernes am Neustadtwall 28 in Bremen. Etwas versteckt in einer Seitenstraße und etwa 15 min zu Fuß von der Innenstadt verspricht das Modernes jedoch auf großen Raum eine bunte Mischung an Unterhaltung. So kommen sowohl Freunde der 70er und 80er Jahre als auch Anhänger der moderneren Musik in regelmäßigen Abständen auf ihre Kosten. Auch Mottopartys sowie die WiwiJura Partys der Hochschule Bremen locken regelmäßig Publikum in die Bremer Neustadt. Geöffnet ist das Modernes am Freitag und Samstag ab 23Uhr. Die Bierpreise liegen um die 2,50 Euro. Mehr Informationen findet ihr unter www.modernes.de
La Viva
„Garantierter Partyspaß“ verspricht das La Viva Bremen auf seiner Homepage. Ob dies zutrifft, muss man wohl selbst herausfinden. Möglichkeit dazu hat der Besucher Freitags und Samstags jeweils ab 22 Uhr. In drei Bereichen werden Hits der 70er, 80er und 90er, Black Music und aktuelle Charts gespielt. Der Getränkepreise sind dem Nachtleben entsprechend, das Bier bekommt ihr ab 2,50. Einlass ist ab 18 Jahren in angemessener Kleidung, das heißt, es wird klassisch bereits an der Tür sortiert. Mehr Informationen zum La Viva bekommt ihr auf einer meines Erachtens sehr gut gestalteten Internetseite. www.laviva-disco.de
Und so erreicht ihr Bremen:
Vechta – Bremen
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h, 18.32h, 20.32h + 7.32h – 16.32h st.
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Bremen – Vechta
Mo.-Fr. 6.20h – 21.20h st.
Sa. 08.20h- 18.20h st. + 20.20h
So. 10.20h, 12.20h, 14.20h + 16.20h – 21.20h st.
von Britta Simon, Melanie Ehlert, René Kohn und Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 05: Bremen

48 Stunden – nichts als wach
Wenn‘s nach 45 doch nicht besser wird

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uniVista vs. Schlafparalyse
Bildnachweis: pixelio.de
© Engelbogen / PIXELIO
Der Schlaf, ein zentrales und lebenswichtiges Grundbedürfnis…Der Entzug desselben wirkt sich nicht nur auf unseren Körper aus. Diverse Studien belegen, dass Menschen misstrauisch, reizbar, übellaunig und schreckhaft werden, wenn sie nicht ihr benötigtes Schlafpensum bekommen. Ebenso werden Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflusst. Wenn der Schlaf über einen längeren Zeitraum, ob freiwillig oder gezwungenermaßen auf ein absolutes Minimum reduziert, oder gar völlig verhindert wird, stellen sich vermehrt Depressionen, Halluzinationen und Sinnestäuschungen ein. Das klang so spannend, das mussten wir unbedingt ausprobieren! Vier unerschrockene Redaktionsmitglieder begannen somit unsere neue Reihe: uniVista x-treme. Wir haben uns gefragt, was passiert denn tatsächlich, wenn man seinem Körper den Schlaf entzieht? Ist es schwer, lange wach zu bleiben? Ist man überhaupt noch in irgendeiner Art und Weise leistungsfähig? Und da 24 Stunden wach sein nun mal gar keine Herausforderung sind, haben wir uns überlegt, 48 Stunden wach zu bleiben. Ein Termin war gefunden, stellte sich nur die Frage, wie x-treme man dieses Wochenende gestalten sollte. „Noch extremer“ war die Devise und so wählten wir als Ort des Geschehens einen geheimen und sterilen Raum. Der PC sollte die einzige mediale Ablenkung sein, mit max. 4 Stunden Internetzeit für jeden. 48 Stunden wach sein…am selben Ort…mit denselben Leuten, das war die Ausgangssituation. So starteten wir am Samstag den 26.05.2007 um 9 Uhr morgens das Experiment, voraussichtliches Ende Montag der 28.05.2007 ebenfalls 9 Uhr morgens.
von Melanie Ehlert, René Kohn, Stefan Hirsch und Stefanie Bruns
Das Protokoll
6:02 Uhr / 21 Std. wach:
Ein Durchhänger erfasst die Gruppe seit nunmehr einer gewissen Weile. Erste Unmutsäußerungen werden laut. Unmutsblicke können auch schon gesehen werden, weil erste technische Verluste in Kauf genommen werden müssen. Bisher alle Versuche erfolglos, die Technik wiederzubeleben.
Erster Kleiderwechsel am Morgen. Stefan nun mit hoch stehendem Kragen, schwarz, langärmlig.
Rene Kohn
09:26 Uhr / 24 Std. und 26 Min. wach:
Die ersten Schwächeanfälle wurden dank der Cam dokumentiert. Ich fühle mich komischerweise, bis auf dieses Sausen in meinem Kopf, recht fit. Erste Auffälligkeiten: Ich habe Schwierigkeiten mich auf eine Sache zu konzentrieren, denke an viele Dinge gleichzeitig, und versuche sie gleichzeitig zu begreifen, was mir bis jetzt noch nicht einmal gelang. Das kreative Potential hingegen ist gigantisch.
Melanie Ehlert
Zwischen 11:00 Uhr und 11:30 Uhr / 25-26 Std. wach:
Konsequenz der geballten Kreativität: Habe ein Dutzend Bilder mit Farbstiften gemalt. Die erste Geschichte steht und wird von Stefan vorgelesen. Melanie ist der Lyrik verfallen. Sehr schön! Stress mit den Sich-nicht-an-die- Regeln-Halter. Diskussion über Sinn und Zweck einer Aktion wie dieser. Was man gemacht hat, zählt nicht. Was man macht, zählt. Heißt: nicht schlafen!
Gesundheitlicher Zustand: Leichte Kopfschmerzen, mittlerweile gehabt, schon wieder vorbei. Vibrationen im Mundbereich. Was bedeutet das? (öh, klingt auf jeden Fall echt schräg… :-P)
Rene Kohn
12.00 Uhr / 27 Std. wach:
In meinem Kopf macht sich eine angenehme, warme Schwere breit. Das Sausen hat sich zu einer sanften Brise gelegt und streift meinen kreativen Geist. Habe heute schon wieder hochtrabende Lyrik geschaffen…Bis jetzt noch keinen Kampf gegen den gemeinen, feigen Sekundenschlaf gefochten. Mal gucken, ob der Wicht sich heute noch blicken lässt. Nein. Wir werden heute noch viel schaffen…, bestimmt, ganz bestimmt.
P.S: Nacken- und Schulterpartie ist eine komplette Verspannung… warum? Weiß der Geier…
Melanie Ehlert
14:05 Uhr / 29 Std. wach:
Während Melanie versucht, sich über einschlägige Chatprogramme fit zu halten um nicht einzuschlafen, schreib ich mal wieder einige Eindrücke. Mittlerweile geht’s wieder richtig gut. Weder ein Kribbeln im Gesicht noch Kopfschmerzen oder Sonstiges. Habe zwischendurch Badminton gespielt. Im Büro!
Stefan ist derweil auch in eine oder mehrere Schlafphasen gefallen. Sprich: Der Zweikampf ist eröffnet. Melanie braucht ein Battle, sonst hält sie es nicht durch.
Rene Kohn
15:31 Uhr / 30,5 Std. wach:
Zwischenzeitlich stechende Schmerzen am Hinterkopf. Nach Austausch mit der noch wachen Melanie haben wir beide festgestellt, dass das wohl nichts Sonderbares ist, weil wir es beide haben. Allgemeiner Austausch über Nebenwirkungen von Schlafentzug. Man ist doch nicht nur müde.
Immer wieder keimt die Frage in einem auf, was mache ich hier nur? Und die Tatsache, dass es weder hier drinnen und noch weniger draußen jemanden geben könnte, der einem das beantwortet, macht das Ganze nicht besser. Rühren daher die Kopfschmerzen? Denken sich diese kleinen, kaum zu definierenden und letztlich unverstandenen Reize etwa: Scheiß auf Synapsen! Wir schleudern uns direkt gegen die Hirnrinde! Nur hindurch.
Noch bin ich stolz auf mein Nervenkostüm!
Rene Kohn
15.41 Uhr / 30 Std. 42 Min. wach:
Sein Nervenkostüm in allen Ehren, aber ich glaube er besitzt keins mehr. Kopf fühlt sich nach wie vor dumpf an, kann mich aber noch gut artikulieren und den Gesprächen unserer Besucher und Mitstreiter folgen. Nacken verhärtet sich zusehends, kommt wahrscheinlich vom x-treme PC- und Stuhl- Hocking. Wollte noch soviel machen, aber verspüre eine zunehmende Gleichgültigkeit gegen alles was nicht koffeinhaltig ist, oder der direkten Erheiterung meiner Person dient.
Schlafentzug macht auch zu großen Teilen egoistisch, habe ich festgestellt…noch siegt meine soziale Ader, aber wer weiß wie lange….
Melanie Ehlert
Ab 17 Uhr / Über 32 Stunden wachh:
Waren draußen. Essen beim Chinesen. Befürchtete Müdigkeit machte sich umso mehr breit, umso mehr ich aß. Starrer Blick auf Straßenszenerie, während alle anderen gepflegte Konversation betrieben. Rauchen. Schule. Zahnarzt-Grusel-Geschichten. Lehnte mich zurück, zahlte brav die Rechnung und kaufte noch ein Eis. Kühles hilft ungemein gegen Müdigkeit. Da bleibe ich dran, habe ich beschlossen. Vielleicht fahre ich also noch das eine oder andere Mal diese Nacht zur Tanke.
BJO IST DA. 19.33 UHR: Freude. Einmal ein anderes Gesicht.
Rene Kohn
19.37 Uhr / 34 Stunden und 37 Minuten wach:
Auch ich freue mich, Bjo zu sehen, ein bekanntes Gesicht, jemand der zumindest ungefähr nachvollziehen kann, warum und wieso wir das tun, was wir tun.
3:20 Uhr /4 2 Stunden und 20 Minuten wach:
Melanie Ehlert
So langsam werden die Augen wieder ein wenig schwer. Melanies angekündigte Schwächelphase steht an und ich lasse mich scheinbar beeindrucken. Die letzten Stunden waren aber auch intensiv. Ablenkung und Aktion durch Spieleabend. Lustiges Begrifferaten, sprich wir haben Tabu gespielt, was der Redaktion mehr liegt als Activity. Meine Augen werden nicht zufallen. Und ich spüre die Müdigkeit im Nacken, was daran liegt, dass Melanie dort irgendwo sitzt.
Ansonsten muss ich sagen, bin ich positiv überrascht von meiner…naja, ich hab schon ein wenig damit gerechnet, eigenen Stärke. Allerdings stören mich die einen oder anderen roten Augen anderer. Und ich merke, dass ich eine gewisse Sensibilität entwickle gegenüber dummen Kommentaren. Aber sonst: alles locker. Bis später.
Rene Kohn
3:32 Uhr / 42 Stunden und 32 Minuten wach:
Nach einer, schon etwas aus der Bahn werfenden nachmittäglichen Schwindelanfallerfahrung, muss ich sagen dass es mir richtiggehend gut ging, bis ca. 3 Uhr, momentan zwischenzeitliche Gähnattacken und ein dumpfes Gefühl auf den Augenlidern, bis hoch zum Haaransatz. Konzentration ist angemessen, Gesprächen kann man noch gut, bis sehr gut folgen. Ebenso kreative Aufgaben lösen, oder neue Lösungsansätze finden.
Bemerke leicht aggressive und genervte Tendenzen in der gesamten Gruppe. Mich eingeschlossen. Halte mich selbst aber geschlossen, um nicht etwas zu sagen, dass ich eventuell bereuen könnte.
Melanie Ehlert
05.42 Uhr / 44 Stunden und 42 Minuten wach:
Boar, es ist hart, René sagte zwar immer, nach 45 wird alles besser, aber wahrscheinlich war das nur ein fieses Gerücht, damit ich enttäuscht zusammenbreche, wenn dem nicht so ist. Warte jedenfalls seit mittlerweile 44 Minuten auf diesen Jungbrunneneffekt. Er tritt nicht ein…kann er auch nicht, denn ich habe gerade erfahren, dass mein Mathe mittlerweile zu wünschen übrig lässt und ich mich noch in der 44 Stunde befinde. Nacken und Schultern tun mir nach wie vor weh…meine Augenlider neigen immer wieder dazu, sich bleischwer und meine Augen gequollen anzufühlen. Ansonsten ist alles paletti und ich sitze hier, um kurz vor Schluss noch einmal ein bisschen was für die Nachwelt festzuhalten. 48 Stunden klingen eigentlich recht kurz…nach wie vor empfinde ich das auch so… das Wochenende ist irgendwie an mir vorbeigezogen…es war eigentlich nicht langweilig und schwer war es auch nicht. Die 48 Stunden wach zu bleiben, erweist sich jetzt, so knapp vor Schluss, als ein bisschen anstrengend, aber ich glaube, das ist einfach das Wittern der Zielgeraden, was den einen oder die andere ein bisschen kribbelig macht. Kommen wir zu unserer Fragestellung: Tendenziell sollte man in der Prüfungszeit besser keine 48 Stunden am Stück wach bleiben. Für den Körper ist es eine ungewohnte Zeitspanne, die er ohne Schlaf auskommen muss. Etwas auswendig zu lernen erwies sich schwerer als gedacht, etwa der Rollentext, den wir alle lernen wollten…ja…der ist beinahe noch so unberührt wie zuvor ;), fehlt einem ohne Schlaf doch der rechte Elan. Sind eure Aufgaben kreativer Natur und müsst ihr verrückte Einfälle haben, nur zu…ich kann die Nachts-wach-bleiben- Aktion für euch nur empfehlen, denn nachts hat man doch nach wie vor die besten Einfälle ;o)
Melanie Ehlert
07.21 Uhr / 46 Stunden und 21 Minuten wach:
Es geht gerade mal so gar nicht…aber so überhaupt nicht mehr. Da ist man seit über 46 Stunden wach und verschwendet keinen schnöden Gedanken an die Zeit und jetzt schleicht sie nur so dahin. Bin im Moment richtig müde, aber so richtig! Muss zwischendurch immer mal wieder aufstehen und umherlaufen, weil ich sonst merke, wie ich die Augen verdrehe, scheint ein erneuter Müdepunkt zu sein, den es zu überwinden gilt. Kann auch nur schwer Realität und was weiß ich auseinander halten, muss noch was schreiben…und das soll jetzt noch gemacht werden und wenn ich mit dem Kopf auf der Tastatur einschlage. René hält sich tapfer, muss ihn gerade ein bisschen bewundern, gesteh ich jetzt mal so, wobei er auch auffällig viel nebenbei macht…hat fast leichte Stefan’sche Basteltendenzen…Hauptsache was zu tun ;o)
Melanie Ehlert
7:30 Uhr / 46 Stunden und 30 Minuten:
Ich lenke mich derweil seit geraumer Zeit ab mit wichtiger Hausarbeit sowie mit technisch hoch komplizierten Verfahren. Jetzt bin ich fertig. Sitzen strengt an. Schreiben auch.
© Linda Dahrmann / PIXELIO
Und ja doch, selbst die Artikulation kostet schon mehr Aufwand. Ein Corny bewahrte mich vor einem wahrscheinlichen Hungertod. Wobei ich gerade noch dachte, ich hätte keinen Hunger, sondern das wären allmählich die Auswirkungen dieses Experiments: der körperliche Verfall. Tja, nun bin ich wieder fit, bis auf die davor beschriebenen Symptome und das Gefühl, irgendetwas ganz dringend tun zu müssen… Tschö.
Rene Kohn
07.58 Uhr / 46 Stunden und 58 Minuten wach:
Kribbeln/ Taubheitsgefühl rechte Hand…

PDF-Version der 4. Ausgabe

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Von Hochmut und Hoffnungen, von Piouretten und Parteigenossen

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Rudolf Nureyev war ein begnadeter Tänzer. Gehasst und verehrt zugleich, fanden sowohl Liebesbriefe und Hotelschlüssel als auch Todesdrohungen und Scherben den Weg auf seine Bühne. Was veranlasste zu derartiger Polarisation? Wer war der Mensch Rudolf Nureyev? Colum McCann begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, welche in Russland kurz nach dem zweiten Weltkrieg beginnt, über Paris in den 1960er Jahren und New York in den 70ern den Spuren des großen Künstlers folgt und schließlich in London, Brighton, 1991 endet. Es gelingt McCann in seinem, zum größten Teil fiktivem Roman, das nur wenig bekannte Leben des Tänzers mit großem Einfühlungsvermögen nachzuvollziehen. Die übergangslosen Perspektivwechsel, welche sowohl die Sicht des Protagonisten als auch die seines direkten und weiteren Umfeldes wiedergeben und der stark metaphorische Schreibstil, zeichnen ein sehr umfassendes Bild von Nurejews Charakter und seinen Lebensumständen. Der Leser findet sich wieder in einem Wechselbad der Gefühle. Auch für Menschen die mit Ballet nicht unbedingt etwas anzufangen wissen, ist dieses Buch ein absoluter Leckerbissen und gehört durchaus zu der Kategorie: Lesenswert.
Colum McCann: Der Tänzer
Signatur: 380513
von Stefanie Bruns

Kinder oder Karriere?
Ansichten über den Stand der Gleichberechtigung und das Dilemma der Frauen

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Kinder kriegen oder Karriere machen oder beides gleichzeitig? Diese Frage müssen sich junge Frauen heute wahrscheinlich mehr denn je stellen. Einerseits verlangt die Emanzipation und das eigene Selbstwertgefühl natürlich das Streben nach Höherem. Andererseits ist da die von den Medien propagierte „Pflicht“ zum Kinder kriegen. Denn ansonsten würden wir ja aussterben. So die feste Überzeugung mancher einflussreicher Medienmacher.
Doch wenn ich Karriere mache und ein Kind habe, bin ich eine Rabenmutter. Wenn ich Kinder kriege und für deren Erziehung zu Hause bleibe, bin ich „nur“ eine Hausfrau. Ich verdiene kein eigenes Geld mehr und das mit der Karriere kann ich wohl vergessen. Mache ich Karriere und verzichte ich auf Kinder, dann bin ich ein egozentrischer Mensch, der ja nur an sich denkt.
Bildnachweis: Karen Ishikawa
Bild: Karen Ishikawa
Egal, wie ich mich entscheide, es ist doch nie richtig. Denn etwas bleibt dabei immer auf der Strecke. Kulturoptimisten mögen jetzt einwenden, dass die Männer ja auch mithelfen können bei der Kindererziehung und überhaupt sei das ja eine Entscheidung von zwei Menschen. Letzteres ist sicher richtig. Doch gerade bei der Frage, wer den Erziehungsurlaub nimmt, ist unsere Gesellschaft nicht viel weiter gekommen. Männern, die es gern wollen, werden Steine in den Weg gelegt und die Bezeichnung „Hausmann“ findet bei den wenigsten Mitmenschen ein positives Echo. Die gesellschaftliche Realität sieht so aus, dass der Mann in der Regel den besser bezahlten Job hat und sein Ausscheiden aus dem Beruf undenkbar ist, da die Familie von dem Gehalt der Frau allein nicht leben kann. Denn Frauen verdienen auch im 21. Jh. weniger als Männer, selbst wenn sie die gleiche Arbeit verrichten und da hören die Ungerechtigkeiten noch lange nicht auf. Da eine Frau, warum auch immer, natürlich für die Versorgung der Kinder zuständig ist, stellen Arbeitgeber Mütter nur äußerst ungern ein. Bei Vätern haben sie dieses Problem nicht. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sinken also für eine Frau mit Kind rapide. Wenn man nicht gerade Ursula von der Leyen heißt, ist es auch mit der Kinderbetreuung nicht gerade zum Besten bestellt. Kindergartenplätze gibt es viel zu wenig, Tagesmütter kosten viel Geld und ein intaktes Familiennetzwerk, in dem Oma und Opa auf das Kind aufpassen können, ist heute nicht mehr die Regel. Denn ein Arbeitnehmer muss ja mobil und flexibel sein. Diese Schlagwörter wurden uns in den vergangen Jahren von Wirtschaft und Politik nur so um die Ohren gehauen. Die Folge davon ist nicht selten, dass Oma und Opa Hunderte von Kilometern entfernt leben.
In Art. 3,2 GG heißt es: „Frauen und Männer sind gleichberechtigt.“ Doch die gesellschaftliche Wahrheit ist eine andere. Die wiederbelebte Diskussion und die zahlreichen Publikationen zum Thema zeigen, dass es noch viel zu tun gibt, auch für die Generation nach Alice Schwarzer. Denn kaum haben wir uns an unsere Rechte gewöhnt und eine Frau an der Spitze der Regierung, fordert eine andere ihre Geschlechtsgenossinnen auf, wieder zurück an den Herd zu gehen und ihr Leben der Familie und dem Mann zu widmen. Das scheint mir mehr als paradox, zumal besagte Autorin selbst lieber karrierefördernd am Freitagabend eine Talkshow moderiert anstatt sich pflichtbewusst ihren Kindern und ihrem Mann zu widmen.
Sehen wir den Fakten ins Auge: auch wenn wir jetzt Bundeskanzlerin sind, so finden sich doch erschreckend wenig Frauen in führenden Positionen. Dies gilt sowohl für die Wirtschaft (laut DIW waren es im Jahre 2004 gerade mal 30 % weibliche Führungskräfte und gar nur 22% mit umfassenden Führungsaufgaben), als auch für den akademischen Bereich (so promovieren gerade mal 37,9% aller Studentinnen – Bilanz Chancengleichheit der Bundesregierung 2006).
Bezeichnend ist bei den Führungskräften auch, dass weibliche Führungskräfte in der Wirtschaft bis zu 33 % weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Im Fernsehen scheint die Welt in Ordnung. Die Frauen moderieren Nachrichtensendungen zur besten Sendezeit, leiten Diskussionsrunden, dürfen Kommissarin spielen und sogar die geheiligte Sportschau moderieren. Doch wer hinter die Kulissen schaut, sieht deutlich, bei wem die Macht liegt. Die Fäden ziehen nach wie vor die Männer. So gibt es selbst in den Öffentlich-Rechtlichen nur eine einzige Intendantin.
Doch damit nicht genug, dass Frauen nur einen geringen Anteil in den Führungspositionen haben. Sie müssen dann auch noch den Ansprüchen von Weiblichkeit genügen. Eine Frau muss also klug und sexy sein und darf in ihrem Führungsstil auf keinem Fall zu maskulin wirken. Es ist doch erschreckend, dass allen Ernstes im deutschen Fernsehen die Frage thematisiert wird, ob Frau Merkels Frisur dem neuesten Trend entspricht oder warum sie nicht wie Magret Thatcher einst eine Handtasche mit sich herum trägt. Diese wirklich lächerliche Diskussion über das Äußere unserer Regierungschefin zeigt doch nur allzu deutlich, dass sie zu dieser Zeit nicht ernst genommen wurde und wahrscheinlich von manchen Wegbegleitern bis heute nicht ernst genommen wird. So mussten wir nach dem Wahlsieg aus allen Mündern hören: Die kann’s doch nicht.
Egal, wo ich hinschaue. Die Frauen scheinen mir noch lange nicht gleichberechtigt gegenüber den Männern und ich denke, dass es noch lange dauern wird und noch viele Schlachten gefochten werden müssen bis es soweit ist. Es gilt, für unsere Rechte und Chancen einzutreten!
von Stefanie Bruns

Der 2. Alumnitag an der Uni Vechta 2007
Informationen rund um den zweiten Alumni-Tag an der Hochschule Vechta

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Grafik: Hochschule Vechta
In den USA und anderen Ländern ist die Pflege der Ehemaligen längst eine Selbstverständlichkeit. Absolventen bleiben ihrer Hochschule verbunden. Sie sind Aushängeschild für die Institution und Ansporn für Studierende. Zudem liefern sie im Austausch mit der Hochschule neue Impulse für Forschung und Praxis. Große Netzwerke können so entstehen und gepflegt werden.
Auch die Hochschule Vechta möchte dieses Konzept umsetzen. Deshalb wird es in diesem Jahr am 12. Mai den zweiten Alumni-Tag an der Hochschule geben. Eingeladen sind dazu längst nicht nur Ehemalige. Es wird ein breites Programm angeboten, an dem selbstverständlich auch alle Studierenden teilnehmen können. Denn es soll ja kein nostalgisches Ehemaligentreffen werden, sondern ein Austausch zwischen Ehemaligen, Lehrenden und Studierenden stattfinden, bei dem sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft zum Tragen kommen soll. Die einzelnen Fachbereiche haben Vorträge und Stände vorbereitet und wer lieber laufen will statt zu sitzen, findet dazu Gelegenheit bei einem Fußballturnier. Am Abend wird die Band Bidla Buh den Flair der 20er Jahre wieder aufleben lassen. Unsere Mensa sorgt anschließend mit einem reichhaltigen Buffet auch für das leibliche Wohl und legt die Grundlage für die anschließende Alumniparty. Diese wird ganz traditionell vor B1 statt finden. Wer dann nach durchtanzter Nacht immer noch nicht genug hat, kann sich am 13. Mai ab 10 Uhr bei einem Katerfrühstück von den Strapazen erholen.
Wenn auch ihr etwas auf die Beine stellen wollt oder euch fragt, was denn euer Fachbereich so anbietet, wendet euch bitte an eure Fachräte oder direkt an unsere Alumnibeauftragte Melanie Phillip. Sie ist offen für alle Fragen und Anregungen.
Aber Alumni ist noch viel mehr als nur dieser eine Tag der Begegnung im Jahr. Auch das World Wide Web kann und soll genutzt werden, um das ganze Jahr in Kontakt bleiben zu können und Impulse und Ideen im Austausch zu entwickeln. Hierfür kann sich jeder kostenlos unter www.uni-vechta.de/alumni registrieren. Dort steht dann eine Plattform zur Verfügung. Der Newsletter informiert die registrierten Nutzer über die neuesten Entwicklungen und es wird ein fachspezifisches Angebot an Seminaren und Vorträgen geben. Eine Job- und Praktikumsbörse soll es den Studierenden außerdem erleichtern, den Einstieg in die Praxis zu erleichtern.
Alumni geht also jeden etwas an und jeder kann davon profitieren. Der Austausch zwischen regionalen und überregionalen Praxisfeldern sorgt für neue Impulse und Möglichkeiten.
Doch das Konzept lebt von der Beteiligung. Deshalb sollten auch Studierende sich nicht scheuen, an diesem Tag auf den Campus zu kommen und sich an den Angeboten zu beteiligen. Ihr könnt dabei nur gewinnen.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 3. Ausgabe

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uniVista im Gespräch mit dem StuPa-Präsidenten

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Kurz vor Weihnachten trafen wir Eugen Reck, Präsident des Studentenparlaments und fragten nach, was das eigentlich ist: das Studentenparlament oder im Uniabkürzungsdeutsch: StuPa. Und was eigentlich macht der Präsident selbst? Wie steht er zu aktuellen Themen, etwa zum Boykott 2007, zu der Master- Problematik? Heraus kam ein offenes Gespräch, das weder kritische Töne noch Selbstkritik missen ließ.
Zunächst einmal das, was man fragen muss, wenn man an der HS Vechta studiert: Warum Vechta?
(lacht) Das frage ich mich schon die ganzen letzten sieben Semester. Nein, ehrlich: Vechta ist einfach eine tolle Stadt. Tolles Umfeld hier, dieses Familiäre, Kleine.
Also schon eine bewusste Entscheidung gewesen, nach Vechta zu kommen? Oder lieben gelernt?
Zur Person:
Eugen Reck, 23 Jahre alt
Umweltwissenschaften (7. Sem.)
StuPa-Präsident seit einem Jahr
Nein, nein, schon bewusst. Das Studium hier hat mir zugesagt, bereits im Vorfeld, als ich das Curriculum gelesen habe. Von daher war Vechta eine gute Lösung.
Bist du noch in anderen Gremien außer im Studentenparlament aktiv?
Ja, ich bin der ZKLS (Zentrale Kommission für Lehre und Studium), mittlerweile, ich glaube, im zweiten Jahr.
Kommen wir zu deiner Beschäftigung im Studentenparlament: Wie kam es dazu, dass du ins StuPa gekommen bist?
Ich wurde von so einer Art Fachrat Umweltwissenschaften angesprochen. Bei uns hat sich das so ergeben, dass wir relativ zeitnah, nachdem unser Studium begonnen hatte, erfahren haben, dass wir eine auslaufende Betreuung erhalten. Da kamen dann höhere Semester auf mich zu und meinten, wir bräuchten frische Leute in den Gremien, damit auch unsere Belange mit vertreten werden und ein ordentliches Studium gewährleistet wird.
Wie plötzlich kam die Präsidentschaft auf dich zu?
Ja, die kam in der Tat plötzlich. Ich war ja nur studentischer Vertreter und wurde dann von den alten Hasen, die noch drinnen waren, angesprochen.
Es wurde also eher an dich herangetragen?
Ich habe nicht danach geschrien: Ich möchte unbedingt! Aber es macht mir Spaß… Ich bin in diese Position hineingewachsen. So ein Amt ist auch nicht gerade einfach. Man muss die ganzen Formalia drauf haben, früher oder später. Ich habe mir aber von vornherein gesagt, wenn du Präsident bist, dann machst du eine eigene Politik, mit der sich die Leute identifizieren können. Auch wenn das manchmal etwas unbürokratischer zugeht.
Wie kann man sich das denn vorstellen: den Alltag eines StuPa-Präsidenten?
Jetzt zur Weihnachtszeit relativ stressig. Am letzten Freitag war dann auch die Examensfeier, der ich auch tatkräftig zur Seite stehen durfte. Als StuPa-Präsident hat man meist auf solchen Veranstaltungen ein studentisches Grußwort zu halten, deswegen sollte das Bedürfnis eine Rede zu halten auch da sein.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den anderen Gremien an der Uni? Beispielsweise mit dem AstA. Wie kann man sich das vorstellen?
In dem letzten Jahr, in dem ich StuPa-Präsident gewesen bin, war die Zusammenarbeit sehr gut. Ich bin in die Strukturen eingeführt worden, die mir vorher so nie bekannt waren.
Zu dem StuPa im studentischen Alltag: Wann wende ich mich als Student eigentlich ans StuPa?
Quasi immer, wenn du denkst, du wirst in deinem Studium falsch behandelt Wir haben zum Beispiel gerade relativ zeitnah ein Problem, und zwar geht es um die Leute, die in den Master of Education gewechselt haben. Das Zeitproblem ist so gravierend ist, dass es mittlerweile Gespräche mit Frau Rieken und Herrn Jungwirth gegeben hat. Und es wurde festgestellt, dass zwei Semester für so ein kompaktes Studium, mit Fachpraktikum dazwischen und Masterarbeit gleich im Anschluss und im Vorfeld zig Referate und Klausuren einfach nicht zu schaffen sind.
Also man hat eine Prüfungsordnung erstellt, ohne darauf zu achten, ob die auch realisierbar ist?
Nein, nein. Die Hochschule selbst hat damit relativ wenig zu tun. Sie kriegt einen Rahmen vom Land, welches sagt: In zwei Semestern müsst ihr das alles durchpauken, was wir uns vorstellen. Frau Rieken sagte mir, sie hätte mit dem Staatssekretär gesprochen, der wiederum meinte: Alles klar, wir können auf drei Semester gehen, aber dann können wir auch gleichzeitig tausend Lehrer weniger einstellen, weil die Absolventen durch einen dreisemestrigen Master in eine höhere Besoldungsstufe kommen. Das ist ein ganz einfaches Rechenspiel. Und da bitten Frau Rieken und Herr Jungwirth auch um eine breite Front in der Studentenschaft… Solchen Problemen versuchen wir dann Herr zu werden, indem wir Komissionen zu solchen Problemstellungen bilden, die dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Stichworte im Fall des Masterstudiengangs sind etwa Veränderungen am Modulaufbau sowie bei den Leistungsnachweisen) konstruktive Lösungen suchen und die Vorschläge sodann an die ZKLS weiterreichen.
Das StuPa hat also durchaus Einfluss?
Ja, das StuPa ist ein ausführendes Instrument. Von uns geht eine Initialzündung aus bzw. von den Studierenden.
Also, man kann schon sagen: Ihr vom StuPa seid die fleißigen Arbeiter im Hintergrund, die auch durchaus entscheidungsbefugt sind. Davor steht dann etwa der AStA, der in der Regel ja der Ansprechpartner für die Studenten ist. Kann man das so sagen?
Ich würde das gar nicht so abtrennen. Natürlich macht der AStA viel Öffentlichkeitsarbeit. Und viele gehen erst einmal zum AStA, wenn sie Probleme haben, da sie auch feste Sprechzeiten haben.
Die hast du nicht?
Da hat mich noch nie jemand drauf angesprochen. Ich bin quasi immer in der Sprechstunde. Sprecht mich an! Das ist kein Thema. Also das StuPa ist öffentlich!
Vielen ist auch gar nicht bekannt, dass man als Öffentlichkeit an den Sitzungen des StuPas teilnehmen kann?
Ja, das ist richtig. Jedes Mal wird das mit auf die Einladungen drauf geschrieben. Vielleicht spiegelt sich darin der politische Verdruss wider. Viele kommen halt nur, wenn sie aktuell ein Problem haben. Wenn natürlich alles gut läuft, dann machen sich die wenigsten die Mühe, beispielsweise an Sitzungen von uns teilzunehmen. Das ist natürlich falsch, da es immer was zu tun gibt. Ich würde mir schon wünschen, dass mehr Öffentlichkeit vertreten wäre.
Du hast die Politikverdrossenheit angesprochen. Immerhin gab es im letzten Jahr eine regere Wahlbeteiligung, ganze zehn Prozent mehr als zum Vorjahr, also über zwanzig Prozent. Aber das ist ja immer noch erschreckend gering. Wenig Rückhalt aus der Studentenschaft, die ja letztlich auch euch bestätigt in der Arbeit, die ihr macht. Was fehlt hier?
Ich würde sagen, es fehlen uns die Mittel. Es wird andererseits schon seit Jahren immer wieder beschlossen, dass wir eben mit geringen Mitteln werben wollen. Die Uni soll nicht plakatiert werden.
Also keine Atmosphäre der Konkurrenz?
Wir wollen ein StuPa schaffen, das wirklich zusammen arbeitet. Man könnte natürlich einiges machen. Ich habe in der Wahlkommission vorgeschlagen, ein Online-Voting einzuführen, das auch den Etat nicht allzu sehr belastet und darüber hinaus an anderen Unis praktiziert wird. Das Online-Voting erscheint mir eine ganz praktikable Lösung für eine höhere Beteiligung, wird wahrscheinlich aber erst in ein, zwei Jahren kommen. Ich hoffe natürlich, dass auch ohne diese Möglichkeit, die Wahlbeteiligung bei den kommenden Wahlen wieder ein wenig steigen wird.
Noch ein paar Worte von dir zum Boykott 2007, der ja nun unmittelbar bevorsteht.
Ich war auf der Vollversammlung, die ich insgesamt als gelungen empfunden habe. Ich selbst werde am Boykott 2007 teilnehmen.
Dein Tipp, wie viele machen mit?
Ich hoffe, wir schaffen die tausend. (grübelt)
Noch einmal zum Fastschluss dieses Gespräches: Warum sollten sich Studenten engagieren in studentischen Gremien? Was hat er/sie davon?
Erst einmal glaube ich, dass man alles, was man vorgesetzt bekommt, hinterfragen sollte. Wer hier nicht nachfragt, ist selber schuld. Allein deswegen sollte jeder zur Wahl gehen. Man muss sensibilisiert werden für die Probleme auf dem Campus. Letztlich bekommt aber auch jeder aktive Student im Studienbetrieb mit, was falsch läuft, seien es überfüllte Räume, Probleme mit den Dozenten. Diese Stimmen brauchen wir. Studentische Gremien und Organe leben vom Input.
Eugen, wir danken dir für das Gespräch.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns

Die richtige Mixtur: Geld und Ansehen

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Wettbewerbe und Stipendien versprechen nicht nur ein dickes Plus auf dem Konto, sondern auch große Anerkennung und einen Blickfang für den Lebenslauf. Das Vorurteil, dass dabei nur Musterstudenten mit dem Schnitt 1,0 eine Chance haben, trifft dabei nur bedingt zu. Gute Noten sind sicher von Vorteil, aber nicht alleiniges Kriterium.
Gerade bei den Studentenwettbewerben, welche von Bundesministerien, Botschaften, Stiftungen oder Zeitschriften sowie vom deutschen Studentenwerk ausgeschrieben werden, ist zu erst einmal Kreativität gefragt. Es werden Aufsätze zu bestimmten Themen, eine Kurzgeschichte oder auch die Gestaltung eines Plakats, das Drehen eines Films oder die Entwicklung eines Spiels gefordert. Es ist also für jeden etwas dabei und die Mühe lohnt sich. Die Preise reichen von 500 Euro bis hin zu 10 000 Euro, ganz abgesehen von dem Prestige, das jeden Gewinner durch einen solchen Preis erwartet. Zudem wird meistens nicht nur der erste Platz ausgezeichnet, sondern auch der zweite und dritte. Trotz der oftmals hohen Summen, welche ausgeschrieben werden, ist die Beteiligung an solchen Wettbewerben in der Regel eher gering, was wohl daran liegt, dass die meisten Studierenden von der Existenz dieser Bewerbe gar nicht wissen. Die Chance also, einer unter wenigen oder sogar der Einzige zu sein, ist somit nicht gering. Mitmachen lohnt sich in jedem Fall. Weitere Informationen zu den aktuellen Ausschreibungen findet ihr am Ende des Artikels.
Stipendien sind in Deutschland noch nicht so populär wie zum Beispiel in den USA. Aber es gibt Bemühungen unserer Bundesbildungsministerin, Anette Schavan (selbst Stipendiatin der Konrad Adenauer-Stiftung), eine möglichst hohe Zahl von StudentInnen durch die 11 großen Begabtenförderungswerke zu fördern. Die aktuelle Quote liegt bei 0,7 % aller Studierenden und soll auf 1 % erhöht werden. Die Begabtenförderungswerke haben so viel Geld wie selten zuvor. Die Möglichkeit ist also günstig. Auch unsere Uni hat jüngst 20 Stipendien ausgeschrieben, welche den Auserwählten die Studiengebühren ersparen. Doch eine einmalige Zahlung ist eher untypisch für diese Art von Förderung.
Die Stipendien, welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMF) und von verschiedenen Begabtenförderungswerken (z.B. Konrad Adenauer-Stiftung, Friedrich Ebert- Stiftung, Heinrich Böll-Stiftung, Cusanuswerk u.v.m.) vergeben werden, enthalten eine monatliche Unterstützung von bis zu 525 Euro, je nach Einkommen. Hinzu kommt noch Büchergeld in Höhe von 80 Euro pro Monat. Die inländischen Studiengebühren sind nicht Teil des Stipendiums. Die finanzielle Förderung ist jedoch längst nicht alles: Ebenso ist eine ideelle Förderung Bestandteil eines Stipendiums bei den großen Stiftungen. Den Stipendiaten wird persönliche Beratung bei Studienfragen und Berufsfindung geboten. Zudem werden eine Vielzahl von Seminaren nur für die Stipendiaten organisiert, welche für eine umfangreiche zusätzliche Bildung sorgen und die Möglichkeit beinhalten sich mit anderen Studenten anderer Fachrichtungen auszutauschen und Netzwerke zu bilden. Die Reisekosten, welche für die Seminare anfallen, werden dabei von der Stiftung übernommen. Eine Bewerbung sollte möglichst früh im Studium geschehen. Bereits Abiturienten können sich für eine Studienförderung bewerben. Es wird empfohlen, dass man sich ab dem 2. bis zum 4. Semester bewirbt. Als Faustregel gilt, dass der Bewerber noch nicht 2/3 seiner Studienzeit rum haben sollte.
Bei Bachelorstudenten, welche den Master ranhängen wollen, gelten noch einmal andere Maßstäbe. Auswahlkriterien sind neben überdurchschnittlichen Studienleistungen (1-2 im Notenschnitt) auch ehrenamtliches Engagement in Kirche, Verein und/oder an der Uni etc. Denn die Begabtenförderungswerke wollen Biographien fördern, keine Karrieren und das induziert, dass das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen einen hohen Stellenwert hat. Aus diesem Grund sollte man sich auch mit den Grundsätzen der Stiftung identifizieren können, bei der er oder sie sich bewirbt.
Nähere Informationen zu den Begabtenförderungswerken und den einzelnen Stiftungen könnt ihr auf den jeweiligen Homepages finden. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich im Internet zu informieren, kann sich auch innerhalb der Hochschule an den Referenten für Forschungsförderung Lars Hoffmeier (E021) wenden. Außerdem sind an der Hochschule zwei Stiftungen mit jeweils einem Vertrauensdozenten vertreten. Das ist zum einen Prof. Dr. Joachim Kuropka, Vertrauensdozent für die Konrad Adenauer-Stiftung, zum anderen Prof. Dr. Martin Winter, Vertreter der Hans Böckler-Stiftung.
Bewerben lohnt sich in jedem Fall. Denn entgegen der langläufigen Meinung, dass sich da bestimmt Tausende bewerben und man sowieso keine Chance hat, ist die Bewerberzahl auch bei den großen Stiftungen eher gering, gemessen an der Gesamtzahl der Studierenden im Bundesgebiet. So haben sich bei der Konrad Adenauer- Stiftung im vergangenen Jahr 1072 Studenten beworben, von denen letztlich 392 in die Stiftung aufgenommen wurden. Die Chance steht also nicht schlecht. Wer dennoch glaubt, dass er bei keiner der oben genannten etablierten Stiftungen eine Chance hat, für den gibt es auch noch unbekannte, kleine Organisationen, die Stipendien teilweise nach Ortszugehörigkeit oder Studiengang vergeben. Beispiele hierfür sind: Für die Historiker und Archäologen die Gerda Henkel-Stiftung
(www.gerda-henkel-stiftung.de), für arme Ärztekinder der Hartmannbund (www.hartmannbund.de), für diskriminierte Examenskandidaten die Peter Fud-Stiftung, für Studenten mit Migrationhintergrund etwa die Vodafone-Stiftung (vodafone-stiftung.de) u.v.m. Es lohnt sich also einfach mal, bei Google das Stichwort Stipendium einzugeben. Und auch hier zählt, ähnlich wie bei den Wettbewerben: Wer wagt, der gewinnt. Neben den bereits oben genannten finanziellen Vorteilen eines solchen Stipendiums ist auch die karrierefördernde Wirkung nicht zu unterschätzen. Viele Politiker wie Ex-Kanzler Schröder oder Oskar Lafontaine sind beispielsweise Stipendiaten und auch die Sprecherein der Tagesschau (Petra Gerster) ist in ihrer Studienzeit in den Genuss der Begabtenförderung gekommen.
Auch für Doktoranten oder solche, die es werden wollen, gibt es die Möglichkeit, über die Stiftungen gefördert zu werden (Graduiertenförderung). Innerhalb der Hochschule sind die KFN (Kommission für Nachwuchsförderung) und auch die KFG (Kommission für Frauenförderung und Gleichstellung) für diese Form von Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zuständig.
Also Vorteile über Vorteile für vergleichsweise wenig Aufwand. Deshalb: Traut euch und bewerbt euch! Letztlich könnt ihr nur gewinnen.
von Stefanie Bruns
Stipendien

Von Libidoökonomie und Liebesdienst – Von Götzenliebe und Gottes Krieger

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Feridun Zaimoglu ist ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Er ist im anatolischen Bolu (1964) geboren und lebt seit nun über 30 Jahren in Deutschland. Nach einem Studium der Kunst und der Humanmedizin wohnt und arbeitet er als freier Schriftsteller in Kiel und schreibt auch für verschiedene Wochenzeitungen. 2003 erhielt er für seine Erzählung „Häute” den Publikumspreis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Diese und elf weitere Erzählungen finden sich in dem Buch “Zwölf Gramm Glück”. Wie der Titel schon sagt, geht es um das Glück im Leben oder das, was der Mensch dafür hält und wonach er sein ganzes Leben vielleicht vergeblich sucht. Feridun Zaimoglu scheut dabei nicht den Kontrast. So spielen seine Geschichten sowohl im Kiez deutscher Großstädte, als auch in Hinterhöfen von touristischen Badeorten. Zwischen Mann und Frau geht es dabei nicht immer zart zu. Die Protagonisten seiner Erzählungen setzen das Glück meist mit dem Finden der Liebe gleich. Sehnsüchtig und schmerzvoll versuchen sie mit der Wirklichkeit zurecht zu kommen und nicht an ihr zu zerbrechen. Die Sprache, welche oft ebenso rau und direkt ist wie die Wirklichkeit, die sie beschreibt, fesselt den Leser von Anfang an und verschafft ihm so eine ganz andere Sicht auf die Dinge des alltäglichen Lebens.
Feridun Zaimoglu: Zwölf Gramm Glück
Signatur: CQYz132
von Stefanie Bruns

Wir waren zum Glück in Osnabrück

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Nachdem wir in unserer letzten Ausgabe den Dörfern eine Chance gewährten, ist es für die dritte uniVista wieder Zeit gewesen, eine Stadt zu besichtigen. Nicht irgendeine Stadt natürlich! Wie alle Orte, denen wir in dieser Rubrik einen Besuch abstatten, musste auch Osnabrück allerhöchsten Ansprüchen standhalten. Der Anspruch ist (Trommelwirbel bitte): Man muss den Ort mit unserem Semesterticket erreichen! Osnabrück hat diese Prüfung mit Bravour bestanden und bevor ich nun weiter dem zweiten großen O in Niedersachsen die Show stehle, lass ich die City für sich selbst sprechen. Also eigentlich spricht die Stadt ja durch die Finger, die das hier tippen, die wiederum meine sind, aber naja…egal, jetzt kommt Osna!

Marienkirche
Die erste Station, die die furchtlose Redaktion in Osnabrück ansteuerte, war die Marienkirche, die direkt am schönen alten Rathaus der Stadt gelegen ist. Die Geschichte der Marienkirche geht zurück bis zum Jahre 800. Für die, die sich nicht vorstellen können wie lange das her ist: Sehr, sehr, sehr, sehr lange! Wer bei dem Anblick der Kirche denkt, dass die Fassade schon gewaltig ist, wird vom inneren des Gotteshauses nicht minder begeistert sein. Jeder Stein, jede Figur, der prächtige Altar und vor allem das riesige Triumphkreuz haben ungeheure Ausstrahlungskraft und lassen den Besucher in eine angenehme Ruhe verfallen. Ein toller Einstand.
Das Heger-Tor

Besonders geschichtstreue Menschen bezeichnen es als Waterloo-Tor. Das ist eigentlich auch der korrekte Name für das heimliche Wahrzeichen Osnabrücks, aber wer sich mit ein paar Freunden aus Osna am Abend beim Waterloo-Tor verabredet, wirdhöchstwahrscheinlich einsam bleiben, da diese Bezeichnung keiner kennt.
Das Tor war ein Geschenk an Osnabrück, da einige der Stadtsöhne bei der Schlacht von Waterloo der siegreichen Seite beistanden. Einen Blick ist das Tor, egal wie es denn nun heißt, aber wert.

Der Dom
Waren wir von der Marienkirche schon begeistert, setzte der Dom noch eins oben drauf. Das klingt jetzt zwar stark danach, dass wir eine Pilgerfahrt nach Osna gemacht haben, dem ist aber nicht so! Alte Städte haben alte Gebäude, und genau diese machen den Charme einer Stadt aus. Das Bauwerk, wie es heute zu sehen ist, besteht seit 1277. Der Dom Sankt Peter, so der volle Name des Doms, ist schlicht atemberaubend. Wer in Osna nur Lust auf eine Kirche hat, dem lege ich den Dom näher als die Marienkirche. Hier ist nicht nur alles ein wenig größer, auch gibt es neben dem Gotteshaus selbst noch eine nette Nonne, die einem die Geschichte des Doms näher bringt und die einem eine kleine Tür zu einem sehr interessanten Ort zeigt. Selbst ausprobieren. Die Tür klemmt übrigens etwas!
Felix-Nussbaum-Haus
In dem von Daniel Libeskind (Architekt des Jüdischen Museums in Berlin) entworfenem Museum, welches alleine schon einen Besuch wert wäre, sind viele Bilder des 1944 in Auschwitz ermordeten Malers und Graphikers Felix Nussbaum zu sehen. Erfahrt mehr über den Maler der Neuen Sachlichkeit und über die Tragik des jüdischen Schicksals, seine Kindheit in Osnabrück sowie über sein Leben und Wirken in Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich und Belgien. Zitat: „Wenn ich untergehe – lasst meine Bilder nicht sterben – zeigt sie der Nachwelt!“
Lotter Straße 2, dienstags bis freitags von 11 bis 18 h und samstags und sonntags von 10 bis 18 h geöffnet. Ermäßigter Eintrittspreis 3 €.


Ausstellung: Bilder, die lügen
Wenn man eh schon im Felix- Nussbaum-Haus ist, sollte man sich ein X für ein U vormachen lassen und sich die Wanderausstellung „Bilder, die lügen“ anschauen. Hier werden anhand vieler Ausstellungstücke die Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern deutlich. Bekanntestes Beispiel sind wohl die gefälschten Hitler-Tagebücher von Konrad Kujau.
Die Ausstellung ist im Eintrittspreis zum Felix-Nussbaum-Haus enthalten.
Erich Maria Remarque- Zentrum
Das Remarque-Zentrum zeigt eine vielfältige Ausstellung über den 1898 in Osnabrück geborenen Schriftsteller, welcher mit Im Westen nichts Neues Weltruhm erlangte. Besonders sehenswert sind seine handschriftlichen Notizen, studentenfreundlich ist der Preis: einfaches Interesse.
Am Markt 6, dienstags bis freitags von 10 bis 13 h und 15 bis 17 h, samstags und sonntags von 11 bis 17 h geöffnet.
Bagel´ s
Das Bagel´s ist ein kleines Café in Osnabrücks Innenstadt, in dem es gesunde und schmackhafte Bagel- Spezialitäten gibt. Es ist rauchfrei und hat eine Kinderspielecke, dementsprechend muss man sich auf eventuellen Kinderlärm einstellen, wenn man denn einen Platz ergattert. Das Bagel´s ist nämlich hochfrequentiert und es ist nicht unnormal, länger warten zu müssen. Die Preise gehen von einem unbelegtem Bagel für 80 Cent bis zum Überraschungsfrühstück (gibt’s immer) für 9,90 €.
Herrenteichsstraße 18, montags bis freitags von 7.30 bis 22 h, samstags von 7.30 bis 23 h und sonntags von 10 bis 21 h geöffnet.
Sausalitos
Das Sausalitos ist sicher jedem ein Begriff, immerhin gibt es diesen Mexikaner in 22 Städten Deutschlands. In Osnabrück bietet er ein südländisches Ambiente mit einem Mix aus Cocktails, Tortillas, Taccos und lauter Musik. Die Happy Hour lädt gemischtes Publikum, aber vor allem junge Partylustige ein, so dass hier oft nur eine Tischreservierung zum Sitzplatz verhilft.
Montags 17 bis 20 h alle Speisen zum halben Preis, täglich 17 bis 20 h Cocktail-Happy Hour.
Kommenderiestr. 32-34, täglich von 17 bis mindestens 1 h geöffnet.

Nachtwächterwanderung
Ein absoluter Höhepunkt einer jeden Osnabrücker-Stadterkundung ist die Führung durch den mittelalterlichen Stadtkern in einer Nachtwächterwanderung.
Um 20.00 h versammeln sich alle Interessierten vor dem Rathaus. Dort beginnt die Reise mit einer Einführung ins abendliche Programm. An dessen Ende hat jeder Mitwanderer einen Obolus von 6 € an die diensthabenden Nachtwächter zu entrichten. Außerdem werden die Gruppen ausreichend mit Laternen eingedeckt.
Die Wanderung führt dann nicht nur durch die Gassen und an den Mauern der Altstadt entlang, sondern auch in so manch altes Gemäuer. So sind ein Wehrturm in der Stadtmauer und der Bürgerturm, sowie ein Tunnel Bestandteil der Führung (spätestens an diesen Orten hat sich dann auch jedem der Zweck der Laternen erschlossen).
Währenddessen erfährt der geneigte Zuhörer nicht nur etwas über das Leben der Nachtwächter und Bürger der damaligen Zeit, die Nachtwächter wissen auch eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen, welche selbst für den alteingesessenen Osnabrücker interessant sind. Nach gut 3 Stunden endet die Wanderung dann, wo sie begonnen hat, im Rathaus.
Nightlife Osnabrück oder besser: Kultur nach 23 Uhr
Nach 23 Uhr machte sich das uniVista-Team auf, um das Nachtleben Osnabrücks zu erkunden. Dem geneigten Leser, der gerne auch die Clubs erkunden möchte, die wir hier auf diesen Seiten vorstellen, sei geraten, auch als begeisterter NWB-Fahrer das Auto zu benutzen. Viele der Clubs liegen weit auseinander und wenn man in seinem Partygepäck nicht auch verschiedenes Schuhwerk mit sich führen möchte, um der Wandertour und dem Dresscode gerecht zu werden, dem sei das doppelt ans Studentenherz gelegt.
Con-3
Um sich auf einen abwechslungsreichen Partyabend in Osnabrück einzustimmen oder auch mal, um mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen, eignet sich das Con-3 hervorragend. Eine außergewöhnliche Bar- Lounge, in der kein Einrichtungsgegenstand dem anderen gleicht, da alles handgefertigt und somit einzigartig ist. Besonders interessant: Getränkekarten eingebunden in Fachliteratur. Die Preise sind akzeptabel, ein Bier liegt um die 2,00 Euro. Zu finden ist das Con-3 in einer alten Industriehalle auf dem World of Video-Gelände an der Hannoverschen Straße.
Weitere Informationen unter: www.con-3.com

Alando-Palais
Ein Etablissement der gehobenen Klasse verspricht das Alando-Palais am Pottgraben. Frei nach dem Motto „In ist, wer drin ist“ wird nicht jedem der Einlass gewährt. Gepflegtes Erscheinungsbild ist top. Wer den prüfenden Blicken der Türsteher jedoch standhalten kann, erlebt eine Diskothek der besonderen Art mit mallorquinischem Flair. Dementsprechend besonders gestaltet sich auch der Eintrittspreis, der in der Regel bei 6,00 Euro pro Person liegt. Getränke sind ab 2,00 Euro zu erhalten.
Mehr unter: www.alando-palais.de
Kleine Freiheit
Als nette Location mit Partykeller-Flair erwies sich die Kleine Freiheit in der Hamburgerstraße. Durch den Partybus, (ja es steht tatsächlich ein Bus am Eingang durch den man kraxelt um in das Gebäude zu gelangen), kletterten wir in die erste Station unserer Nachttour. Hier finden sich Leute, die gerne zu Rock- und Popklängen feiern und das an diesem Abend auch ordentlich taten. Die Getränkekarte war relativ vielseitig, wobei man natürlich als verwöhnter Vechtaer Student Cola-Korn für 4 Euro etwas überteuert finden muss. (Becks 2,50, Cola 2 Euro) uniVista meint: Ein Ort an dem Mann und Frau sich gern auch länger aufgehalten hätten. Eintritt i. d. R. vier Euro.
Mehr unter: www.kleinefreiheit.info

Hyde Park
Etwas außerhalb vom Osnabrücker Zentrum im Fürstenauer Weg liegt der Hyde Park, eine gute Location für Freunde der alternativen Musik. Freitags gibt es wechselnde Events (Rocknacht, Rabenschwarze Nacht usw.). Samstag steht Easy Listening auf dem Programm. Die Bierpreise sind dem Nachtleben Osnabrücks angepasst und liegen um die 2,00 Euro.
Mehr Informationen zu den laufenden Veranstaltungen unter: www.hyde-park.de
Impuls
Das Impuls ist relativ einfach zu finden. Mitten in Osnabrück unter der Stadthalle kann man ab 23 Uhr zu Houseklängen die Hüften schwingen. Die Location ist recht verwinkelt und überschaubar. Die Preise sind unserer Meinung nach den restlichen Stationen angepasst (Becks 2,50 Euro, Wasser 2,00 Euro). Wer gegen Ende einer Partynacht nochmal richtig tanzen möchte, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Den Mädels sei gesagt, dass es eigentlich keinen Dresscode gibt, wir haben allerdings kein weibliches Wesen mit Turnschuhen gesehen. Eintritt 6 Euro.
Mehr unter: www.impulsclub.net
von Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, Sebastian Dargel, Björn Franke und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Osnabrück:
Hin
Mo.-Fr. 5.29h – 20.29h st.
Sa. 7.29h – 19.29h st.
So. 9.29h – 17.29h zweist. + 17.29h – 20.29h st.
Zurück
Mo.-Fr. 7.26h – 22.26h st.
Sa. 7.26h – 15.26h st. + 15.26h – 22.26h zweist.
So. 9.26h – 13.26h zweist. + 13.26h – 22.26h st.

Bilderalbum
uniVista No. 03: Osnabrück

PDF-Version der Sonderausgabe No 1

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Marmeladen-Doppeldecker (Doppel Whopper?) – Marmeladenkuss

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Ganz einfach und superlecker! Ihr braucht für den Teig 300g Mehl, sowie 200g Margarine und 100g Zucker. Die genannten Zutaten vereint ihr alle in einer Schüssel mittlerer Größe und dann alles richtig durchkneten. Habt ihr einen geschmeidigen Teig in der Schüssel liegen, könnt ihr erst mal verschnaufen, denn dieser kommt nun für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Nach kurzer Pause wird der Teig möglichst dünn auf der Tischplatte ausgerollt. Aus dem Teig stecht ihr Formen aller Art. Sinnvoll ist es, von jeder Form mindestens zwei zu haben. Ist der Teig in viele kleine Förmchen verarbeitet, ab aufs Blech und bei mittlerer Hitze goldgelb backen. Kekse abkühlen lassen. Nun nehmt ihr Marmelade und verteilt diese großzügig auf einem Keks. Dann legt ihr einen zweiten oben drauf und es ist vollbracht! Damit die Marmelade die zwei Hälften auch zusammenhält, einen Moment stehen lassen. Wem das noch nicht süß genug ist, kann natürlich die Kekse auch noch mit Zuckerguß oder Schokolade verzieren.
von Stefanie Bruns

PDF-Version der 2. Ausgabe

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uniVista im Gespräch mit der Präsidentin der Hochschule Vechta

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Bildnachweis: Lea Weber
“Ich befürworte die Studiengebühren,
wenn sie der Hochschule zu Gute kommen.”
Bild: Lea Weber
Die Präsidentin der Hochschule Vechta macht keinen Hehl daraus, dass sie für Studiengebühren ist.
Ein Grund für uns, nachzufragen.
Sie sind für Studiengebühren?
Das ist richtig. Ich habe da mit meiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten Ich befürworte die Studiengebühren, wenn sie der Hochschule zu Gute kommen und denke auch, dass sie zur zukünftigen Finanzierung und Gestaltung der Hochschulen in Deutschland notwendig sind.
Die Einnahmen der Studiengebühren durch die Hochschulen könnten doch dazu führen, dass sich das Land aus der Finanzierung der Hochschulen zurückzieht oder diese Gelder gar dazu verwendet werden, Haushaltslöcher zu stopfen. Sehen Sie darin eine Gefahr?
Die Studiengebühren werden vollständig zur Verbesserung der Lehre und Forschung in der Hochschule verwendet Lediglich 0,1% der eingenommenen Gelder kommen in den Ausfallfond. Mit diesen Geldern kann die Bank die notwendige Sicherheit garantieren Da sie Kredite vergibt, ohne diese zu verlangen.
Der Zukunftsvertrag, welcher zwischen den Ländern und der LHK (Landeshochschulkonferenz, Anmerkung der Redaktion) geschlossen wurde und bis 2010 gilt, sichert, dass die Länder sich nicht aus der Finanzierung verabschieden oder auf die Mittel zugreifen. Die Gefahr sehe ich jedoch durchaus. Deshalb wurde von der LHK aus eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Sprecherin ich bin, welche sich mit dieser Problematik auseinandersetzt und entsprechende Forderungen ausarbeitet.
Sollten die Gelder zweckentfremdet werden, bin ich auch gegen die Studiengebühren und würde protestieren.
Sie halten die Studiengebühren für sozialverträglich?
Da es die Studienkredite gibt, welche an alle, unabhängig von ihren Eltern oder anderen Sicherheiten, vergeben werden, halte ich sie in der Tat für sozialverträglich Ohne diese Kredite wäre das nicht der Fall. Es ist jedoch zu beobachten, dass die jetzt immatrikulierten Erstsemester diesen Kredit nur in geringer Zahl in Anspruch genommen haben Ich möchte jeden dazu ermutigen, hiervon Gebrauch zu machen, wenn Bedarf besteht
Inwiefern halten Sie Ihre Aussage für gerechtfertigt, wenn man die Feststellung von Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW) dagegenstellt Zitat: „Wir wissen dank unserer Sozialerhebungen, wie es den Studierenden sozial und finanziell geht. Ein Viertel muss mit weniger als 600 Euro im Monat auskommen. Das sind sogar 40 Euro weniger, als die Familiengerichte derzeit als Orientierungswert für den studentischen Bedarf ansetzen.”
83 Euro monatlich für die Studiengebühren zurückzulegen, ist sicher eine Belastung für den Einzelnen. Das möchte ich ja gar nicht kleinreden. Nichtsdestotrotz haben Hochschulabsolventen immer noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als andere und entsprechende Verdienstaussichten Für so eine Ausbildung sollte dann auch bezahlt werden
Ab welchem Betrag halten Sie die Gebühren für nicht mehr sozialverträglich?
(Hintergrund: 500€ seien „akzeptabel und zumutbar”, so Assenmacher an anderer Stelle.)
(überlegt) Das ist schwer zu sagen. Die Sozialverträglichkeit hängt ja von Faktoren wie der Wirtschaftsentwicklung ab und das kann man heute noch nicht kalkulieren. Zukünftig werden die Studiengebühren sich sicher noch erhöhen. Wünschenswert wäre auch eine Staffelung, da ja auch die Verdienstaussichten in den einzelnen Studienrichtungen sehr unterschiedlich sind.
Werden Abiturienten aus so genannten bildungsferneren Schichten nicht an einem Studium gehindert durch die Studiengebühren ?
Der Anteil von Studierenden aus einkommensschwächeren Schichten betrug ohne Studiengebühren lediglich 12%. Die soziale Vermischung wird sich durch die Einführung der Studiengebühren nicht verändern
Bildnachweis: Lea Weber
“Sollten die Gelder zweckentfremdet
werden, bin ich auch gegen die
Studiengebühren und würde protestieren.”
Bild: Lea Weber
Also Status Quo?
Das Problem liegt woanders: Soziale Gerechtigkeit setzt für mich früher an. Es wäre viel wichtiger, Kindergärten beitragsfrei zu machen und mehr in die frühkindliche Bildung und Grundschulen zu investieren. Denn dort liegt die Ursache für die soziale Ungleichheit. Und überhaupt zeigt ein Blick ins Ausland – nehmen Sie zum Beispiel Österreich -, dass die soziale Schere nicht weiter auseinander geht durch Studiengebühren.
Stichwort Stipendien?
Ja, es befindet sich ein Stipendiensystem für die Hochschule im Aufbau. Die Vize- Präsidentin Frau Rieken ist daran umfassend beteiligt. Wir haben dafür auch extra eine neue Stelle geschaffen, welche sich darum kümmert. Auch Frau Kocar, unsere Gleichstellungsbeauftragte, ist an der Erarbeitung eines Fundraisingkonzepts für die Hochschule beteiligt.
Ich denke, dass es hier auch eines gesellschaftlichen Wandels bedarf, damit sich ein Wettbewerb entwickelt und es für Unternehmen und andere Institutionen attraktiv wird, Studenten zu unterstützen und sich finanziell an ihrer Ausbildung zu beteiligen. Das wird sicher nicht von heute auf morgen gehen. Doch wir sind da, denke ich, auf einem guten Weg.
In welcher Form haben die Studenten Einfluss auf die Verwendung der Studiengebühren?
Die Studierenden sind beteiligt an der Diskussion, wie die Studiengebühren eingesetzt werden und letztlich auch an den Entscheidungen. In der AG Studiengebühren sind zwei Studierende vertreten und in den beschließenden Kommissionen gibt es auch studentische Vertreter.
Besteht nicht die Gefahr, dass ein Institut oder eine Fachrichtung besonders gefördert wird, damit die Uni ein Aushängeschild hat?
Das ist nicht der Fall und das wird auch nicht so eintreten. Wir wollen das Studium für alle Studierenden verbessern und Ausgewogenheit ist da ganz wichtig. Des Weiteren halte ich Transparenz für ganz wichtig.
Bildnachweis: Lea Weber
“Wie müssen bauen.”
Bild: Lea Weber
Was assoziieren Sie mit Seminararbeit?
Ich denke, dass die Seminararbeit im BA-Studiengang nicht den gleichen Umfang haben sollte wie zu meiner Zeit. Ich hatte ein ganzes Semester Zeit, mich mit einem Thema zu beschäftigen. Die Seminararbeit im BA-Studiengang kann aufgrund der Dichte der Prüfungsleistungen nicht so umfassend ausfallen. Das ist meine persönliche Meinung.
Wir wollten eigentlich auf etwas anderes hinaus (aber vielen Dank für Ihre Einschätzung), sprich: die Arbeit in einem Seminar.
Ein Seminar sollte eine kleine Gruppe sein, in der intensiv gearbeitet werde kann. Klar ist, dass ein Seminar keine Massenveranstaltung sein sollte.
Wie kann das gewährleistet werden bei so vielen Erstsemestern?
In der Vergangenheit ist uns das leider nicht immer gelungen. Besonders in den Bereichen Pädagogik und pädagogische Psychologie gab es in diesem Zusammenhang große Defizite. Das geht nicht an mir vorbei und wir arbeiten an der Verbesserung dieser Zustände.
Die Studiengebühren waren also hilfreich?
Da waren die Studiengebühren schon eine große Hilfe. Denn damit konnten wir die Vielzahl von Tutoren für die Einführungswoche bezahlen. Außerdem haben wir für den Studiengang Bachelor Soziale Arbeit so 32 SWS zusätzliches Lehrangebot finanzieren können.
Wie sehen Sie die Zukunft der Hochschule Vechta?
Der Standort Vechta hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert und die Existenz der Hochschule ist gesichert. In diesem Zusammenhang sind die steigenden Studierendenzahlen ein starkes politisches Argument. In Göttingen und Braunschweig sinken die Studierendenzahlen. Wohingegen Vechta seinen Zuwachs nahezu verdoppeln konnte.
Bildnachweis: Lea Weber
Bild: Lea Weber
Und dieser Zuwachs ist nun beendet oder wie viele Studenten mehr verträgt die Uni derzeit?
Ich finde die Zahl 3500 schön, das habe ich immer gesagt. Aber eins steht fest: Wir müssen bauen! Die Qualität von Lehre und Forschung soll noch steigen. Als ich vor zwei Jahren mein Amt übernommen habe, war der Zustand der Lehre ja nicht der beste. Es gab viele vakante Professuren und Verwaltungen von Professuren, da die Existenz der HS Vechta damals ja noch in regelmäßigen Abständen in Frage stand.
Im WS 07/08 wird der Studiengang Bachelor soziale Arbeit einen NC haben?
Ja, das auf jeden Fall
Frau Assenmacher, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Interview führten Stefanie Bruns, Sebastian Dargel und René Kohn.

Von Broilern und Bildzeitungen, von Mösen und Millionendeals

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Paprika ist Chefin einer Werbeagentur in Berlin. Sie ist stinkreich und absolut neurotisch. Soziale Kontakte sind ihr verhasst. Deshalb vermeidet sie diese, wo es nur geht. Wenn sie ihr luxuriöses Apartment dann doch mal verlassen muss, weil sich nicht alle Belange des täglichen Lebens in der Badewanne liegend und telefonierend erledigen lassen, führt sie stets Desinfektionsspray und eine Walther PKK mit sich, nur für alle Fälle.
Doch trotz ihrer Menschenfeindlichkeit, welche sie nicht zu verbergen sucht, dringen immer mehr Leute in ihre abgeriegelte Weh ein. Da sind zum einen ihre neuen Broiler Nachbarn Maik, mit ai und Mändy, welche einen Bärschenclubb betreiben und Paprikas schlimmste Albträume verkörpern. Zum anderen tritt Valmont in ihr Leben und verwickelt sie in eine Liebschaft, deren Folgen noch nicht absehbar sind.
Else Buschheuer: Ruf mich an
Signatur: CQYb 9612
von Stefanie Bruns

Brettorf

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uniVista hat auch für diese Ausgabe keine Kosten und Mühen gescheut, um euch einen neuen Ort auf der Nordwestbahnroute näher zu bringen.
Weder Infektionskrankheiten noch elektrische Schiebetüren konnten uns davon abhalten, unsere Pflicht zu tun und uns innerhalb von einer halben Stunde vom inoffiziellen Hintern der Welt zum offiziellen chauffieren zu lassen, um ihn EUCH zu präsentieren. Ja, es gibt einen Ort an dem noch weniger geht als in Vechta an einem Regentag: Brettorf.
Nach kurzer Fahrt hält die Nordwestbahn in Richtung Bremen an diesem gottverlassenen Ort. Erste Impressionen schildet eine mitreisende Redakteurin mit folgenden Worten:
„Beschwingten Schrittes schreite ich durch die grüne Au und labe meinen Geruchssinn am frischgemähten Gras. Nie erblickte mein Auge schönere Landschaft, nie roch meine Großstadt geplagte Nase reinere Luft… doch nun zurück zu Brettorf. “
Die nackte Wahrheit ist in der Tat nicht ganz so idyllisch. Doch bevor wir uns auf den Weg in die unbekannten Straßen begeben, müssen wir sicherstellen, dass wir hier auch wieder weg kommen. Also wird der Fahrplan sorgfältig studiert und erstaunt stellen wir fest dass der „brettorfsche” Fluchtwunsch sehr groß sein muss, denn selbst um 22.52 Uhr fährt die NWB noch nach Vechta zurück. Weg kämen wir also auf jeden Fall. Wir machen uns auf… um zu finden, was zu finden ist, wenn etwas zu finden sei, um es zu finden, falls wir es finden sollten …Wir folgen einer langen, sehr langen Straße. Vereinzelt sind Häuser zu sehen, jedoch keine Bewohner. Hat Brettorf überhaupt Einwohner? Die Straße ist belebt, ein reger Durchgangsverkehr sorgt für einen gehobenen Geräuschpegel. Doch niemand hält an! (An dieser Stelle müsst ihr euch die Akte X Titelmusik denken!)
Nach einem langen, beschwerlichen Marsch erreichen wir das Industriegebiet Brettorfs. Es gibt also Arbeit. Aber uns drängt sich mittlerweile eine ganz andere Frage auf. „Was essen die Einwohner Brettorfs?” Trotz intensiver Suche finden wir keinen Supermarkt, keine Tankstelle, keinen kleinen Laden, kurz: NICHTS! Doch wovon leben die Einwohner dann? Etwa von Luft und Liebe? Essen sie sich gegenseitig? Würde das die fehlenden Einwohner erklären? Mittlerweile ist es kalt geworden, es dämmert. Feuchtigkeit und Kälte durchdringen unsere Kleidung. Sie schließt sich wie eine knöchrige Klaue um unsere Gliedmaßen und lässt uns in regelmäßigen Abständen erschauern. Unsere erschöpften Augen erblicken jedoch, kurz bevor wir aufgeben wollen, eine junge Einwohnerin.
ES GIBT LEBEN!
Sie versichert uns jedoch sogleich: „Ich wohne hier auch nicht freiwillig.” Was hat das zu bedeuten? Etwa, dass die Einwohner Brettorfs gezwungen werden, hier zu leben? Das wirft ein vollkommen neues Licht auf die leeren Straßen. Ein schauriges Licht …Auf die Frage nach etwas Essbarem antwortet sie: „Es gibt ein Restaurant”, wahrscheinlich in irgendeiner dunklen Gasse. Wir finden es jedenfalls nicht und sind uns auch nicht einmal mehr sicher, ob wir es finden wollen. Ebenso bleibt uns die Zuckerdose, der Dorfkrug, das Leben in Brettorf verborgen und wer weiß, welches dunkle Geheimnis noch… (Akte X Musik …)
von Britta Simon, Melanie Ehlert und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Brettorf:
Hin
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h – 16.32h st. + 18.32h, 20.32h
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Zurück
Mo.-Fr. 6.52h – 22.52h st.
Sa. 8.52h – 11.52h st. + 12.58h – 18.58h st. + 20.52h, 22.52h
So. 10.52h, 12.52h, 14.52h + 16.52h – 22.52h st.

PDF-Version der 1. Ausgabe

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PDF-Version dieser Ausgabe:


Studiengebühren-Boykott 2007

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Die Studiengebühren sind da. Doch der Widerstand ist noch nicht am Ende. Bundesweit wird ein Boykott der Studiengebühren für das Sommersemester 2007 geplant. Die Aktion, welche sich Boykott 07 nennt, soll wie folgt ablaufen:
Jeder Student überweist seine 500€ anstatt an die Universität auf ein Treuhandkonto. (Die Studienbeiträge gehen wie gewohnt an die Uni.) Dieses Treuhandkonto wird von einem Anwalt geführt und es gelten AGBs, welche verhindern, dass der Anwalt frei über das Geld verfügen kann oder sonstige krumme Dinge passieren können. Durch die AGBs ist also rechtlich alles gesichert.
Hat bis zu einem bestimmten Stichtag ein gewisses Quorum (25-30%) der Studentenschaft der Hochschule Vechta auf dieses Treuhandkonto eingezahlt, wird davon ausgegangen, dass eine Exmatrikulation einer solch hohen Zahl der Studenten unwahrscheinlich wäre. Das Geld wird in diesem Fall an die Studenten zurück überwiesen, das Gesetz wird somit ad absurdum geführt und die Aktion hätte ihr Ziel erreicht.
Ist das Quorum nicht erfüllt, werden die 500€ fristgerecht von dem Treuhandkonto an die Hochschule überwiesen, und es ist quasi nichts passiert.
Diese Aktion wird bundesweit an beinahe allen Hochschulen stattfinden. Das Studentenparlament hat für unsere Universität einen Beauftragten gewählt, Johannes Doll.
Habt ihr noch Fragen? Siehe Infobox!
von Stefanie Bruns
E-Mail: vechta[at]boykottinfo.de

Dafür oder dagegen – eine 500€ teure Nullrechnung?

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studiengebuehren01
500€ zusätzlich zu den Studienbeiträgen und den Lebenshaltungskosten aufzubringen ist kein Pappenstiel und, da brauchen wir uns nichts vormachen, nicht von jedem zu leisten. Gerade Abiturienten aus einkommensschwachen Familien sind nicht in der Lage, ohne finanzielle Unterstützung (Bildungskredit, BAföG) zu studieren. Für diese wird sich die Situation in Zukunft verschärfen und ein Studium mit Risiken verbunden sein. Sie müssen den Mut haben, sich schon in jungen Jahren hohen finanziellen Verantwortungen zu stellen. Das kann von Vorteil sein, erscheint aber zunächst einmal als Nachteil und könnte von einem Studium eher abschrecken.
Zunächst einmal muss gesagt werden, dass ein Blick ins Ausland genügt, um festzustellen, dass Studiengebühren erstens keine Seltenheit mehr sind und zweitens in der Höhe von 500€ pro Semester als durchaus moderat bezeichnet werden können. Die Frage ist also diese: Können wir es uns leisten, keine Studiengebühren zu erheben, während andere dieses Instrument benutzen und damit in Bildung investieren? Wer Bildung als wichtige Ressource begreift, von der der (Bildungs-) Standort Deutschland als Exportweltmeister maßgeblich abhing und auch in Zukunft abhängig sein wird, kann nicht den Kopf schütteln, wenn Versuche unternommen werden, das Bildungssystem grundlegend zu reformieren. Die durchaus wirtschaftliche Vokabel heißt in diesem Sinne natürlich Wettbewerb. Und den werden wir haben, wenn Studenten erst einmal entscheiden, an welcher Uni sie ihr Geld lassen wollen, um eine angemessene Ausbildung in Angriff nehmen zu können. Wer wird es sich beispielsweise noch gefallen lassen, dass Hörsäle überfüllt sind und auf Treppenstufen gesessen werden muss? Oder gar: Dass sich neuhochschulsprachlich (Teil-) Module überschneiden. Das Bachelor-/Mastersystem sieht eine stringentes Studium vor, die Studiengebühren ebnen dafür den Weg. Die viel zitierte Meinung, Studiengebühren seien höchst unsozial – hier müssen dann mal wieder die sozial schwächeren Familien herhalten oder die bildungsfernen Schichten -, übersieht zwei Dinge: Zum einen ist hier auf den Bildungskredit zu verweisen, der elternunabhängig und den Bedürfnissen entsprechend in Anspruch genommen werden kann. Zum anderen möchte ich darauf hinweisen, dass ein universitärer Abschluss nach wie vor angesehen ist und entsprechend entlohnt wird. Wer sich also entscheidet, ein Studium auf-zunehmen und sich dieses nur mittels eines Bildungskredites leisten kann, der wird sich diesen Schritt sehr wahrscheinlich gut überlegt haben, entsprechend zielstrebig voranschreiten, das stringente Studium erfolgreich abschließen anstatt in Nebenjobs abzutauchen und als Akademiker gutes Geld verdienen. Und schließlich: Was ist daran sozial ungerecht, wenn künftige breite Schultern schon am Anfang etwas in deren Wachstum investieren? So gesehen sprechen wir bei Studiengebühren klar von einem Prinzip der Solidarität.
Selbst wenn Studenten ihr Studium als eine Investition in die Zukunft ansehen und bereit sind, die notwendigen Mittel dafür aufzubringen, ändert das noch nichts an den maroden Hochschulen und dem zurückgebliebenen Bildungssystem in Deutschland. Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Gelder der Studierenden wirklich zusätzliche Mittel für die Hochschulen darstellen. Wahrscheinlicher ist, dass die Länder ihre Finanzierung, im selben Umfang wie die Studiengebühren fließen, zurückfahren und die Universitäten letztendlich eher mit weniger Mitteln ausgestattet werden um sich dem Wettbewerb zu stellen. So gesehen würde es sich bei den Studienbeiträgen nur um eine Umfinanzierung handeln und nicht um eine Verbesserung. Indiz hierfür ist auch die beschlossene Föderalismusreform, welche vorsieht, dass Bildung nun vollkommen zur Ländersache wird und damit auch die Finanzierung von Schulen und Hochschulen. Bei dem viel beschworenem Wettbewerb, welcher durch die Studiengebühren angeregt werden soll, handelt es sich um genau so ein Luftschloss. Denn nach welchen Kriterien wird ein Abiturient wählen, wenn es Länder ohne Studiengebühren gibt? Die finanzielle Belastung wird sicher ein ausschlaggebender Punkt sein, wichtiger als Ruf und Reputation. Somit stellen die Studiengebühren also einen Wettbewerbsnachteil dar, so lange es Bundesländer gibt, welche sie nicht erheben.
Bleiben wir zunächst in Niedersachsen und glaubt man hierzulande den Worten des niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, dann sollen die Studiengebühren klar zur Verbesserung der Lehre an den Hochschulen eingesetzt werden. (Stratmann-Brief aus dem Jahre 2005) Natürlich kann es nicht sein, dass Studenten die Schwarzen Löcher einer wie auch immer missratenen Finanzpolitik stopfen. Hier ist Transparenz angesagt und einzufordern. Und wie viel mehr ist es das Recht einer mittlerweile zahlenden Klientel, eine gute Ausbildung zu erfahren?
Sind wir doch gespannt, was sich die – und nun bundesweiten und gebührenpflichtigen – Universitäten einfallen lassen, um neue Akademiker ausbilden zu können und somit unter anderem an potenzielles Nachwuchspersonal zu kommen. Eröffnen wir den Ideenwettbewerb und schauen wir, wer mithalten kann. Neuzeitliche mitteleuropäische Völkerwanderungen, Studentenscharen, welche die gebührenfreien Unis überlaufen werden, kann ich mir nur schwer vorstellen. (Und die Flucht ins Ausland brächte ohnehin nicht viel.) Schließlich werden auch die noch studiengebührfreien Bundesländer bzw. vielmehr die dort vorhandenen Universitäten einsehen und schließlich ihr gutes Recht einfordern, dass die Einführung von Studiengebühren eine Chance für die Bildung sein kann. Dass StudentInnen Semester für Semester 500 € dafür ausgeben, um in einem maroden Bildungssystem” studieren zu können, bezweifle ich dabei doch stark. Studiengebühren bedeuten mit Sicherheit ein Umdenken in unserer Gesellschaft – sie bedeuten aber vor allem, dass nicht nur gedacht wird und Zustandsbeschreibungen, etwa die eines heruntergekommenen Bildungssystems gemacht werden, sondern sie bieten einen möglichen Reformansatz für mehr Wettbewerb und Unabhängigkeit in der Hochschulpolitik an. Die halbjährliche Zahlung der Gebühren ist dabei nicht nur ideen-, sondern darüber hinaus handlungsorientiert und das gleich im Doppelpack: Zum einen mag die Gebühr den einen oder anderen Studenten dazu anregen, über seine gewählte Universität nachzusinnen. Zum anderen: kann je nach Beurteilung eine aktive Teilnahme und entsprechende Unterstützung der Uni ebenso möglich sein wie das Zücken einer gelben oder roten Karte.
Die Entwicklung eines solchen Wettbewerbs ist höchst zweifelhaft. So bezahlen die Studenten auch das Studentenwerk und doch wissen nur wenige, was für Leistungen ihnen für diesen Beitrag zustehen und fordern diese auch nicht ein. Ebenso steigt der Identifikationsgrad nicht an und das, obwohl es Möglichkeiten gibt, im Studentenwerk mitzuwirken und die studentische Meinung gegenüber der Leitung des Studentenwerks geltend zu machen. Doch für diese ehrenamtlichen Ämter finden sich kaum Interessenten. Aus diesem Grunde halte ich es auch für fraglich, ob Studiengebühren tatsächlich motivierend wirken und sich die Studenten plötzlich mehr mit ihrer Hochschule auseinandersetzen und sich engagieren, um bei der Verteilung der Studiengebühren mitzuwirken und somit die Hochschule zu unterstützen. Gleichsam erscheint mir diese von den Befürwortern der Studiengebühren angepriesene Dienstleistungsmentalität an einer Hochschule für unangemessen. Es geht ja nicht darum, dass Studenten und Hochschule gegeneinander arbeiten. Vielmehr ist es in der Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler und Akademiker wichtig, in Zusammenarbeit mit den Lehrenden zu lernen und sich zu bilden. Doch für diese Zielsetzung ist die Druckausübung ä la „ich hab dafür bezahlt” unproduktiv.
Außerdem ist ein Studium ja nicht nur die Anhäufung von Fachwissen. Dieses gehört als Basis sicher unbestritten dazu. Doch es sollte auch darum gehen, den Menschen zu bilden und Aktivitäten über das Studium hinaus, beispielsweise in der Studentenvertretung, Chor, Theater etc. zu fördern anstatt das ohnehin schon enge Korsett der neuen Bachelorstudiengänge durch enorme Finanzen noch enger zu binden. Denn hohe Kosten verursachen auch einen hohen Leistungsdruck. Zwar wird unentwegt darauf hingewiesen, dass die Kredite zur Finanzierung der Studiengebühren von den Eltern unabhängig vergeben werden, aber welcher Student ist denn tatsächlich von Anfang an finanziell unabhängig und bei wie vielen Studenten zahlen nicht doch Mama und Papa die Miete und letztlich auch die Gebühren? Um sich in so jungen Jahren so hoch zu verschulden, braucht es Mut und Vertrauen in die Zukunft. Das deutsche Volk hat sich diesbezüglich jedoch noch nie besonders risikofreudig gezeigt. Das wird deutlich an der geringen Geburtenrate und an der in den letzten Jahren sehr hohen Sparquote. Die Menschen haben in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und Terrorismus eher Angst vor der Zukunft, als dass sie in sie investieren und ein Mentalitätswandel ist nicht in Sicht.
Im Zeichen der Globalisierung den Kopf in den Sand zu stecken oder einen Sonderweg ohne Studiengebühren zu gehen – beide Handlungen scheinen wenig konstruktiv zu sein, um der zunehmenden kulturellen, gesellschaftlichen und vor allem der wirtschaftlichen Verflechtung im Weltgeschehen als einer der Protagonisten weiterhin beiwohnen zu können. Bildung schafft Perspektiven, kann Auswege aus Sackgassen bieten. Und den Karren an die Wand fahren, das würden wir geradewegs tun, wenn wir die nun viel zitierte Chance in den Studiengebühren versäumten. Dass Hochschulbildung nun neben Fleiß auch mehr Geld kosten soll, beteiligt die StudentenInnen an einer Entwicklung, die seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten zu erkennen ist: Um den Sozialstaat zu erhalten, muss jeder bereit sein, etwas dafür zu tun. Dass zukünftig Besserverdienende quasi einen Vorschuss hierfür bezahlen, kann darüber hinaus als ein Zeichen gesehen werden, wieder mehr Mut und Vertrauen in die Zukunft zu haben Warum sollen nun gerade hierfür die StudentInnen herhalten? Vielleicht mag der Vergleich mit den 68ern hinken, von denen sich unsere Generation sowieso eklatant unterscheiden soll und mit Sicherheit auch wirklich unterscheidet, aber eines muss in der nach wie vor verändernden Kraft des Hochschulbetriebes gesehen werden: Gut aufgelegte Universitäten ebnen nicht nur den Weg für Tausende von gut ausgebildeten Arbeitskräften, sie machen darüber hinaus den Weg frei für Gedanken, überhaupt für das Nachdenken über uns und können die Zukunft unseres Landes auf allen Ebenen klar mitgestalten. Hierfür zu bezahlen, warum nicht?
von René Kohn und Stefanie Bruns

Von Autoren zu Abenteurern, vom Lesen zur Lebensgefahr

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Der neueste Roman von Walter Moers führt den Leser erneut ins fantastische Zarmonien. Dort erbt Hildegunst von Myhtenmetz ein perfekt geschriebenes Manuskript. Die Suche nach dem Verfasser führt den Dichter aus der Lindwurmfeste in die Stadt der Bücher: Buchhain. Durch eine List wird er in die unter der Stadt liegenden Katakomben verschleppt. Hier lauern viele Gefahren, welche unseren Helden herausfordern. Neben den schrecklichen Buchlingen, Bücherjägern oder Spinxxxen können auch Bücher in diesen dunklen Gängen in den Wahnsinn treiben oder sogar töten…
Walter Moers: Die Stadt der tränenden Bücher, ein Roman aus Zarmonien
Signatur : 5.2 R moe
von Stefanie Bruns
Die Vier Wege zum Glück – Ausleihen ganz leicht
Bibo betreten
(Ab nun: Pssst!)
ab an die PC Station
(Notizen auf Zettel machen, z.B. die Signatur des Buches)
und ans Regal
(einmal herausgeholt, nicht wieder zurück! Vgl. der Signaturen)
schließlich ausleihen
(Buch vorzeigen, Karte hinhalten, freundlich Auf Wiedersehen sagen und Rückgabefrist beachten)
Sollten weitere Fragen und Probleme auftauchen, wendet euch ans freundliche Bibo-Personal oder an die belesene und ausleiherprobte Reaktion der uniVista.

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