Musik

Inhaltsverzeichnis:

Umsonst und draußen
Amusement für arme Heranwachsende

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
Der größte Stress dürfte mittlerweile für die meisten vorbei sein, im Geldbeutel herrscht aber aufgrund des erhöhten Frustbier- und Schokikonsums der letzten Wochen gähnende Leere. Unter erhöhtem Risiko und aus reiner Selbstlosigkeit haben wir in den letzten Jahren die zwei folgenden Amusementmöglichkeiten getestet und für gut befunden: Das Line-up stand zu Redaktionsschluss leider noch nicht fest, war bisher aber immer super. Viel Spaß ;o)
© Rainer Sturm / PIXELIO
Staatsforsten Open Air
Datum: 05.08. – 06.08.2011
Bakum / Büschel, Niedersachsen
Beginn: 15 Uhr
Das Staatsforsten hat sich in den letzten 22 Jahren zum größten Open-Air-Festival in der Umgebung gemausert und bietet für jeden Musikgeschmack, von Rock, Metal über Jazz bis Hip Hop und Reggae, Gelegenheit sich auszutoben. Das Tolle am Staatsforsten ist außerdem, dass ihr, zugegeben mit einiger Ausdauer, eigentlich hinlaufen könnt.
Außerdem gibt uns das Festival jedes Jahr die Möglichkeit, der Kunst von regionalen, (noch) unbekannten, Bands zu frönen.
Campen ist auf dem Festivalgelände ab Freitag 12 Uhr möglich.
Wutzrock-Festival
Datum: 26.08. – 28.08.2011
Hamburg, Moorfleeter Deich
Beginn: 18 Uhr
Auf dem Festivalgelände findet ihr zwei Bühnen, auf denen von Musik über Theater bis zu Poetry Slams vieles geboten wird. In den letzten Jahren waren Bands wie Die Sterne, Rantanplan oder I-Fire zu sehn.
Zusätzlich gibt es einen kleinen Markt, wo ihr Essen, Trinken und ganz viel unnützen, aber hübschen Kram erwerben könnt. ;o)
Als besonderen Tipp können wir empfehlen, am legendären Schlafsackwetthüpfen teilzunehmen. Bei Anreise mit dem Zug empfiehlt es sich, bequemes Schuhwerk zu tragen, da es die Autorin bisher noch nie geschafft hat, den Shuttlebus zu erreichen und deshalb immer zu Fuß vom Bahnhof zum Festivalgelände laufen musste.
Achja: Nehmt Anti-Mückenspray mit, da ein Teich in unmittelbarer Nähe vor sich hin schlummert. Ansonsten stehen ausreichend kostenlose Park- und Campingplätze zur Verfügung.
von Freya Kuhn

Hey Mr. DJ …
... eine neue Playlist!

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
Hast du nicht den besten Job der Welt? Du, der Meister der Atmosphäre, der Wegweiser einer Party, hast die Macht, die Menschen wie Puppen tanzen zu lassen und das mit dem richtigen Knopfdruck, mit einer passenden Scheibe und dem richtigen Instinkt.
Nutze deine Macht, spüre den perfekten Moment und lass die Party explodieren. Natürlich, du wirst behaupten, dass man es nicht allen Gästen Recht machen kann, dass jeder etwas anderes braucht um sich in Ekstase zu tanzen. Doch lass dir helfen.
Von Semester zu Semester hat man nämlich das Gefühl, dass neben einzelnen Lichtblicken die Playliste einer Uniparty sich ständig wiederholt. Und wenn nach “Wannabe” von den Spice Girls nicht “Everybody” von den Backstreet Boys läuft, dann lief es schon davor. Und man braucht nicht lange zu warten und es werden eine halbe Stunde später, fast schon traditionell zu “Killing in the Name of” von Rage Against the Machines, die Köpfe gebangt.
Kann man es zum Beispiel erwarten, sich innerhalb drei Tracks zu fühlen wie in einem Berliner Electro-Schuppen und gehört ein Partyhitmix von Pur tatsächlich zu einer gelungenen Abendgestaltung für junge Menschen?
uniVista hat sich stichprobenartig informiert: Dazu haben wir uns auf den Weg gemacht und auf dem Campus rumlungernde Studenten gefragt:
Was ist an der Musikgestaltung gut? Was geht besser?
© Christian Steiner / PIXELIO
“Im Großen und Ganzen ok. Also, die aktuellen Charts finde ich in Ordnung. Aber wenn man den ganzen Abend da ist, hört man ein Lied um die 10 Mal und Schlager oder sowas muss ich auch nicht haben. Rock würde ich mir wünschen.” (Annika Peters, 4. Semester, Biologie/Designpädagogik)
“Am 6. April war ja Waldhof. Das fand ich sehr gut. Da war ja auch so viel Mischmasch. Katy Perry und Purhitmix. Also dieser Hitmix muss sein. Also auf Partys ruhig Charts und R&B und sowas. Diese Remixe stören mich manchmal, aber die finden ja manche ganz gut auf Unipartys, aber bin ich halt nicht so der Fan von.” (Sinja Vollriede, 4. Semester, Mathematik/Designpädagogik)
“Die Musik auf den Unipartys ab 3 Uhr ist ein Grund,um zu gehen. Ich würde sagen, da fehlt die gesunde Mischung. Da gibt es bestimmt nur eine Playlist. Da könnte man die 2 ‚Dancefloors‘ in der Wunderbar für Abwechslung nutzen.” (Andreas Hemmer, 6. Semester Sachunterricht/ Deutsch)
“Die Musik auf den Unipartys ist auch ein Grund, vor um 3 zu gehen. Auf jeder Uniparty ist die Musik auch wirklich gleich, gerade Waldhof. Und das ist irgendwann langweilig, sehr langweilig. Es ist ja auch immer so eine Sache, ob man diese Popsachen, die jetzt gerade IN sind auch so supertoll findet, wie David Guetta und so Sachen. Das ist eine Sache, wo viele sagen, das ist nicht mein Ding und deswegen nicht dort hingehen.” (Anne Stahmleder, 6. Semester Sachunterricht/Deutsch)
“Ich will mehr Grunge, mehr Rock, mehr Indie, mehr Reggae. Dass Musik nicht immer die Gleiche ist. Die aktuellen Lieder kenne ich nicht, aber es wiederholt sich halt auf jeder Uniparty alles wieder.” (Anonym)
Hey Mr. DJ, bitte betrachte dies nicht als Beleidigung, sondern als freundliche Unterstützung. Ob du sie annimmst und zukünftig alte Tracks in die Tonne und Neue auf die Tanzfläche rotzt, sei ganz dir selbst überlassen.
von Tobias Kunz

Smells Like Musikrubrik

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
So. Ein Musikartikel zum Thema “Trash” muss her. Gute Idee, eigentlich. Der erste Gedanke: Rezensiere eine Platte, die du total trashig findest. Doch dann kommt dir der Gedanke, es könnte viele Menschen geben, die diese toll finden und dir aufs Dach steigen.
Unwillkürlich frage ich mich, ob es nicht etwas gibt, das musikalisch ist und trotzdem harmloserweise mit “Trash” verbunden werden kann. Natürlich! Wer erinnert sich nicht daran? Die MitschülerInnen, die schwarze T-Shirts mit kreuzäugigen Smileys trugen, über denen der knallgelbe Schriftzug Nirvana prangte. Zumeist jüngeren Alters. Und möglicherweise hatte man selbst ein T-Shirt dieser Art. Stimmt, da war ja mal was. Aber was war das überhaupt?
Der Begriff “Grunge” bedeutet zwar nicht gerade trashig, dafür schmutzig oder dreckig. Ursprünglich bezeichnete er keine Jugendkultur und wurde auch nicht in den Neunzigern erfunden. Denn in den späten Sechzigern kamen einige Bands mit einem raueren und dreckigeren Klang als die Bands im restlichen Rockgenre daher, darunter The Stooges und The Velvet Underground. Mit rohen Akkorden und verzerrten Soli ließen sie ihre Songs kaum im Studio bearbeiten. Sie wurden als “grungy” bezeichnet und beeinflussten mit ihrem ungewöhnlichen Sound nicht nur die aufkommende Punkmusik. Jahre später, in den späten Achtzigern, beriefen sich einige Bands im Nordwesten der Vereinigten Staaten, in Seattle, auf diese Grundlagen.
Die Anfänge der Szene werden von Quelle zu Quelle unterschiedlich beschrieben. Eine einheitliche Aussage ist jedoch, dass die Bands, die später die Aufmerksamkeit der Musikwelt erlangen sollten, zunächst im “Untergrund” experimentierten. Sie wurden von diversen College-Rundfunksendern gespielt, was bald die Aufmerksamkeit kleiner Labels auf die Bands zog. So wurde 1988 in Seattle das Label Sub Pop gegründet, das eng mit dem Produzenten Jack Endino zusammen arbeitete. Es vertrat Bands wie Green River, Soundgarden und eben auch das Aushängeschild der Szene, Nirvana. Ein Label, ein Produzent, ein Klang, ein Genre. Die Bands des Labels ähnelten sich nicht nur im Klang, auch in den Texten ging es zumeist um die gleichen Dinge. Depression und Außenseitertum konnten hier ausgemacht werden, allerdings waren natürlich Ausnahmen möglich. Der “Seattle-Sound” war geboren.
Die Öffentlichkeit außerhalb von Seattle reagierte verhalten, doch in der Stadt selbst war man begeistert. Schließlich erschien 1991 Nirvanas “Nevermind” samt dazugehöriger Single “Smells Like Teen Spirit” und führte den Grunge-Hype herbei. MTV spielte das Video rauf und runter und die Augen und Ohren der Welt, auch die der Major-Labels, richteten sich auf Stadt und Sound. Nirvana hatte bereits vor Erscheinen des Albums einen Vertrag mit einem Major unterschrieben, andere Bands folgten diesem Beispiel in der kommenden Zeit, so auch Soundgarden.
Doch zum Begriff der Jugendkultur gehört nicht nur die Musik, sondern auch ein einheitliches Auftreten. In Seattle war das Flanellhemd ein Kleidungsstück für jedermann. Mit dem Aufkommen des Grunge-Hypes wurde es zum Dresscode der Szene; ein Stück Corporate Identity. Ob das im Sinne der Bands war, lässt sich bestreiten.
Die Vermarktung war im vollen Gange, der Druck von außen stieg an, die Medien brauchten immer neues Futter. Infolgedessen herrschten in vielen Bands Differenzen und einige Künstler äußerten, sie könnten mit dem Druck nicht umgehen. Kurt Cobain, Sänger Nirvanas, äußerte sich wie folgt: “Famous is the last thing I wanted to be.”
Und so wurde er zu einer der tragischsten Personen in der Geschichte der Musik. Seit den Neunzigern heroinabhängig versuchte er damit ein Magenproblem in den Griff zu bekommen, an dem er schon lange Jahre litt. 1994 fand die Grunge-Szene mit Cobains Tod dann ihr jähes Ende. Am 8. April wurde er tot in seinem Haus in Seattle aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind noch immer umstritten; abseits der Verschwörungstheorien lautet die offizielle Todesursache: Selbstmord.
Nach Cobains Tod trennten sich viele Bands und der Hype um Grunge legte sich. Die bekannteste Seattle-Band, die noch heute performt, ist Pearl Jam. Andere Künstler haben neue Bands gegründet, beispielsweise Dave Grohl, ehemaliger Nirvana-Schlagzeuger und jetzt Sänger der Foo Fighters, oder Chris Cornell, ehemaliger Soundgarden-Sänger und danach bei Audioslave.
Apropos tragische Figuren des Musikbusiness: “Nevermind” löste im Januar 1992 Michael Jacksons “Dangerous” von der Nummer Eins der Billboard-Charts ab.
von Pia Klein

“Singt dem HERRN ein neues Lied…”

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
herrn12
© smithy / PIXELIO
Wer kennt sie nicht? Xavier Naidoo und U2 sind einer breiten Masse bekannt. Wie aber steht es mit Jars of Clay oder Kutless? Alle vier haben jedoch eines gemeinsam: Den – durch ihre Musik ausgedrückten – offensiven oder defensiven Bezug zum Glauben, sowie einem göttlichen Wesen. Ob die Texte frei assoziierbar oder beim Namen genannt mit Glauben und Gott verbinden, sie können eindeutig oder mutmaßlich der christlichen Populärmusik zugeordnet werden. Das Attribut „christlich“ benennt zum einen den sozialen Ort dieser Musik – christlich orientierte, engagierte Menschen. Zum anderen beinhaltet es im Wesentlichen die geistliche Orientierung, die diese Musik beinhaltet, welche grob in „Lobpreis“ und „Anbetung“ unterteilt werden kann.
Beide Ausdrucksmöglichkeiten des Glaubens sind in unterschiedlichen Weltreligionen enthalten. Im „Lobpreis“ ehrt der Gläubige Gott und rühmt Seine Taten. In der „Anbetung“ verehrt er Gottes Wesen. In beiden Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigen sich Interpreten der – unter Kennerkreisen bekannt als – Contemporary Christian Music (deutsch: Zeitgenössische christliche Musik) häufig mit Themen der Bibel und des christlichen Glaubens sowie mit gesellschaftlichen und alltäglichen Erfahrungen. Anzutreffen sind Stile wie Gospelrock, Sacropop oder Neues Geistliches Lied (NGL) meist im – oft noch – sonntags stattfindenden Gottesdienst freikirchlicher Gemeinden. Allgemein unter „christlicher Populärmusik“ bekannt ist der Ausdruck des Glaubens durch zeitgenössische Stile aber auch in den beiden Landeskirchen. So begann zum Beispiel der junge Kirchenmusiker Helmut Barbe 1956 Jazz-Elemente in sein Musical Halleluja Billy zu integrieren und seit 2000 gibt es in der evangelischen Landeskirche in Bayern einen  ersten Fachverband, den Verband für christliche Populärmusik in Bayern e.V.
Nicht für alle Zeitgenossen ist „dem Herrn ein neues Lied zu singen“ gleichermaßen auf die Gegenwart zu beziehen. Skeptik und Ablehnung finden sich in konservativen Kreisen, welche z.T. unbiblische Anpassungen an den sog. „Zeitgeist“ befürchten oder 1966 seitens der deutschen katholischen Bischofskonferenz, welche sich gegen die Art der Kirchenmusik aussprach, die Elemente von Jazz und „geistlichem Schlager“ ins Traditionelle integrierte. Als Überschrift dieses Artikels ist der Teil der Argumentation für die christliche Populärmusik gewählt, der von den Befürwortern angeführt wird. „Historisch betrachtet“ so ein Grundtenor der Befürworter „entsprach selbst das traditionelle Kirchenliedgut in seiner Entwicklung den Strömungen der jeweiligen Zeit“. Erfolg der Pro-Argumentation war unter anderem, als 1996 das Evangelische Kirchengesangbuch durch das Evangelische Gesangbuch abgelöst wurde, welches Lieder „neuerer Zeit“ ins Verzeichnis aufgenommen hatte.
Egal für welche der Positionen ich mich entscheide, in den christlichen Gruppierungen unserer Uni finden sich beide Stilrichtungen als Ausdruck des Glaubens. Und statt in erster Linie zu konkurrieren, ergänzen sich die KHG (Katholische Hochschulgemeinde) mit UNIted in Christ musikalisch, sodass Gläubige aus unterschiedlichen Kirchengemeinden Gott auf „ihre Weise“ zusammen preisen und anbeten können.
von Johanna Olberding

Phänomen Boygroup
Nervig oder beeindruckend?

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
boygroup12
Boygroups = Klone?
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Boygroups! Es ist davon auszugehen, dass alle Leser sich darüber im Klaren sind, was der Begriff „Boygroup“ bedeutet. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, hier ein schnelles Briefing, damit wir auf dem gleichen Stand sind: Eine Boygroup oder Boyband, ist eine Gruppe von meist vier oder fünf zusammengewürfelten jungen Männern im Teenager- und/oder Twen-Alter. Jetzt könnte man denken, das sind doch Bands wie die Beatles damals oder so. Aber der Unterschied besteht darin, dass die Mitglieder einer Boygroup so unterschiedlich wie möglich sein sollen, damit auch für jedes Groupie mindestens einer der Jungs es Wert ist, angehimmelt zu werden. Aber das wohl wichtigste Merkmal einer Boygroup ist, dass die Jungs nahezu synchron singen und tanzen. Sie könnten ebenso gut Klone mit zumindest unterschiedlichen Haarfarben sein. Wollen wir uns mal erinnern, wer denn so in den letzten zehn bis zwanzig Jahren unsere Popwelt begeistert hat und sämtliche junge Frauen zum Ausflippen brachte. Kennt ihr noch diese hier:
  • Die smarten Jungs von The Backstreet Boys. Für einen 2. Pop-Frühling nie zu schade.
  • Die absoluten Schmusesänger von Boyz II Men.
  • Die Stehaufmännchen von New Kids on the Block, die übrigens dieses Jahr ein Comeback starten wollen und mit Bands wie den Pussycat Dolls und Timbaland starten. Außerdem gelten die Jungs als die Boygroup ever. Sie haben in den 1990ern dieses Phänomen überhaupt erst ausgelöst.
  • Die Boys von ‘NSYNC. Ohne Justin würde sich heute kaum noch jemand an die Jungs erinnern.
  • Die Dauerbrenner Take That. Sie können es einfach nicht lassen. Betrachtet man die Verkäufe ihrer Platten und Konzerttickets sind auch eine ganze Menge Menschen froh darüber. Auch wenn man diese Band eigentlich nicht mehr als Teenieband bezeichnen kann, denn sie sind mittlerweile alle in den 30ern und ohne Robbie ist es auch nicht so wie vor zehn Jahren.
Und nein, die Band, die alle jungen Mädchen heutzutage zum Kreischen bringt und von der man behauptet, dass sie die Plattenverkäufe der Beatles übertroffen haben, ist natürlich nicht vergessen worden. In vielen Toplisten des Internets werden sie als schlechteste Band in der Geschichte des Plastik-Pops betitelt, Tokio Hotel. Es ist davon auszugehen, dass diese Listen von Männern und Frauen unseres Alters erstellt worden sind, denn bei Bills, Toms, Gustavs und Georgs Zielgruppe handelt es sich um weibliche Fans im Alter von 10-16 Jahren.
Aber der Grund, warum Tokio Hotel nicht in der Liste aufgeführt wurde, ist ein ganz naheliegender. Sie gelten der Definition nach nicht zu den Boybands. Obwohl alle Mitglieder vermeintlich Jungs sind, so besagt eine Definition, dass die Mitglieder einer typischen Boyband singen und tanzen, aber ihre Instrumente nicht selber spielen. Demzufolge ist Tokio Hotel eine Band, aber keine Boyband.
Doch wieso gibt es so viele Boybands und warum verfallen junge Mädchen in eine Art Hysterie, wenn sie dieselben live auf einer Bühne sehen oder bei manchen auch bereits im Fernsehen?
Eine genaue Erklärung, die auf empirischen Daten basiert, kann hier leider nicht gegeben werden, aber es bestehen seit geraumer Zeit ein paar interessante Theorien zu diesem Phänomen. Eine ist, dass das Kreischen und Weinen aus der Urzeit stammt. Die Mädchen stehen laut dieser Theorie unter einem so enormen Druck, der durch überaus hohe Erwartungen an den Liebling entsteht, dass das Kreischen beim Anblick desselben als ein Energieausgleich anzusehen ist. Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes Luft.
Eine zweite und wahrscheinlichere Theorie besteht darin, dass überschüssige Hormone bedingt durch die Pubertät verrückt spielen und somit leicht außer Kontrolle geraten. Beim Anblick des Angebeteten kompensieren sich diese Hormone und äußern sich in Form einer Hysterie, eines Schrei- oder Weinkrampfes. Könnte dies gesundheitsschädlich sein? Diese Frage lässt sich ebenso nicht ganz eindeutig beantworten, denn obwohl eine Boyband eine Lebenserwartung von maximal zwei Jahren am Pophimmel (Comeback ausgeschlossen) hat und somit die Hysterie kurzweilig sein sollte, sorgen die USA dafür, dass immer ausreichend Nachschub besteht. Für eine Teenieband, die dem Popzenit Lebewohl gesagt hat, werden drei bis vier Neue gecastet. Dieses auch gerne publik im Fernsehen, womit die Wartezeit bis zur ersten Single überbrückt werden kann.
Abschließend ist zu sagen: Keine Angst, meine Lieben, Boybands wird es immer geben.
Und an unsere Generation gerichtet: Wer sich über Boygroups lustig macht, sollte mal überlegen, warum er sämtliche Texte auswendig mitsingen kann. Denkt mal drüber nach.
von Jessica Barbato

Vom Potential der Musik im Religionsunterricht

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
religion11a
Jesus goes Pop!
© Gerd Altmann / PIXELIO
Welche Themen werden in einem religionspädagogischen Seminar eigentlich behandelt? Diese und andere Fragen werden häufig an einen Theologiestudenten gerichtet. Da dieses eine pädagogische Ausgabe ist, soll auch gerade die Religionspädagogik näher in den Blick genommen werden. Wohl kaum jemand der Leser würde vermuten, dass StudiVZ, Dailysoaps, Talkshows, Familienstrukturen, Gewalt in der Schule, Mediation, Gottesbilder in der Kunst oder Frieden in der Musik dem Bereich der Theologie zuzuordnen sind. Um einen kleinen Eindruck zu gewinnen, soll explizit auf den Punkt der Funktion der Musik im Religionsunterricht näher eingegangen werden.
Einerseits werden Jugendliche durch die Musik mit einem Medium angesprochen, dessen Benutzung ihnen selbstverständlich ist, anders als wohlmöglich bei einem Bibeltext. Andererseits wird dem Schüler vor Augen geführt, dass in der heutigen Zeit religiöse Fragen immer noch einen hohen Stellenwert haben. Es wäre jetzt natürlich ein Trugschluss, der Meinung zu sein, dass Musik als eine Art Allheilmittel eingesetzt werden kann. Die in der Musik angesprochenen religiösen Inhalte können aber gleichzeitig eine neue Ebene darstellen, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Die Darstellungsskala beschreibt verschiedene Phänomene wie Stimmungsregulierung, emotionaler Stimulus, Symbol für Gruppenzugehörigkeit, Möglichkeit der Abgrenzung und Distanzierung von der Erwachsenenwelt, Mittel der Identitätssuche, Sozialisationsinstanz sowie Protestpotential. Ebenso dienen sie dazu, sich abzulenken, als eine Art Ersatzerlebnis. Musik kann dabei behilflich sein, die religiöse Sprachlosigkeit zu überwinden, da es einigen Textpassagen gelingt, im Ansatz das auszudrücken, was viele zwar emotional erleben, gleichzeitig aber nicht verbalisieren können.
Literaturtipps:
Böhm, Uwe, Buschmann, Gerd (2000): Popmusik – Religion – Unterricht. Modelle und Materialien zur Didaktik von Popularkultur.
Schwarze, Bernd (1997): Die Religion der Rock- und Popmusik. Analysen und Interpretationen.
Einige Anreize bezogen auf das Thema Frieden in der Musik sollen exemplarisch genannt werden. Lieder, die Frieden thematisieren, finden sich in der Klassik, der Rock- und Popmusik, der Reggaemusik sowie der Schlagermusik. Diese Lieder richten sich gegen Rechtsradikalismus, Gewalt in verschiedenen gesellschaftlichen Konstrukten und setzen sich mit häufig tabuisierten Themen auseinander. Songs wie „War“ von Bob Marley, „Friedenspanzer“ von den Ärzten oder „Peace on Earth“ von U2 widmen sich dem Frieden. Solche Songtexte beinhalten ein großes Potential für den Unterricht und lassen sich gut darin einbetten. Dadurch wird bei den Schülern eine Grundsehnsucht der Menschen angesprochen, die leider noch nicht umgesetzt wurde: ein friedvoller Umgang, der durch gegenseitigen Respekt und Anerkennung gekennzeichnet ist. Da Frieden in allen Religionen als erstrebenswertes Ziel und nicht nur als Gesinnung betrachtet wird, sondern sich auch auf der interaktionalen, zwischenmenschlichen Ebene ereignet, kann dies einen Ansatzpunkt für die Religionspädagogik bedeuten.
von Thomas Deters

“Er war Superstar. Er war populär.”

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
Grabmal von Johann Hölzel in Wien
So lauten die Worte nicht irgendeines Songs irgendeines Künstlers. Hier nämlich wittert Geschichte, Ruhm, Erfolg, Anerkennung. Es handelt sich dabei nämlich um einzigartiges deutschsprachiges Kulturgut, das auch in Übersee so viel Anerkennung fand, dass es sich ganze drei Wochen an der Spitze der Billboard-­Charts halten konnte. Für alle, die nun immer noch krampfhaft in ihren musikalischen Erinnerungen suchen, möge das Geheimnis nun gelüftet werden: Rock Me Amadeus, so nennt sich der Chartbreaker. Und dahinter steht Falco. Und um seine Geschichte oder sagen wir, um einige Stationen davon wird es in diesem Artikel gehen, anlässlich zu seinem 10. Todestag. Das ist der eine Grund, warum gerade Falco ausgewählt wurde, es ist darüber hinaus aber auch die musikalische Geschichte, die etwas Verklärtes, zuweilen vielleicht auch etwas Mystisches an sich hat. Man mag dafür auch das Wort Legende bemühen.
Wo ist er denn also? Mit dem weitaus weniger vermarktungsfähigen Namen Johann Hölzel erblickt dieser im Jahre 1957 in Wien als einziger von drei Überlebenden die Welt. Johanns Geschwister verliert die Mutter nämlich bereits in der Schwangerschaft. Diesen doch eher außergewöhnlichen Umständen folgt im Grunde eine typische Künstlersozialisation: Mit Stützflügel und Plattenspieler war er schon in den ersten Jahren bestens ausgerüstet worden. Die Attestierung des absoluten Gehörs mit fünf Jahren lässt irgendwie darauf schließen, dass Fähigkeiten vermutet und bestätigt wurden, mehr dann aber auch nicht. Im Jugendalter brach er die Schule, wie kann es anders sein, natürlich ab, fing eine Berufsausbildung zum Bürokaufmann bei einer Versicherungsanstalt an, die er auch an den Nagel hing, um dann über einen kurzen Abstecher beim österreichischen Wehrdienst im Bundesheer endlich wieder der eigentlichen Passion zu folgen – der Musik – und begann ein Studium am Wiener Musikkonservatorium, das er wiederum schmiss, um „ein richtiger Musiker“ zu werden. Mit E-Gitarre und Bass zog er vornehmlich durch Wien und machte sich einen Namen vor allem in der Underground-Szene. Ach ja, was den Namen angeht, so spielte hier der Skispringer mit dem durchaus sprechenden Namen, Falko Weißpflog, auch der „Falke“ genannt, den Namenspatron.
Falco, bestach durch zweierlei, was sich im Grunde nie ändern sollte: Zum einen war es sein äußerliches Gebärden, so kokettierte er gerne mit gespielter oder ernsthafter (?) Eitelkeit und Dekadenz. Beispiel: Bei einem Auftritt trug er über seinem Anzug einen Plastikschutz. Zum anderen waren es seine Texte, die teils so provokativ anmuteten, dass sie von Hörsendern boykottiert wurden. Bekanntestes Beispiel hierfür ist wohl die 1986 erschiene Single-Auskopplung aus seinem erfolgreichsten Album (Falco 3), Jeanny und das dazugehörige Video, in dem er sich selbst in Zwangsjacke als Frauenmörder darstellt. Begründung: Gewalt verherrlichend. Neben Gewalt ist es aber vor allem die Wiener Drogenszene, welche er lyrisch mal deutlich, mal unterschwellig ironisch bearbeitet. Dass der Mann mit dem Koks in den 90er Jahren auftaucht – stilistisch nun im Elektro-Pop-Gewand –, trägt dem Spiel mit der doppelten Bedeutung vor diesem Hintergrund Rechnung. Die dreifache Bedeutung mag ersehen werden, wenn man Falcos Alkohol- und Drogenprobleme ergänzt.
Es sind diese Doppeldeutigkeiten und Verweise zwischen Künstler und Werk, die Falcos Geschichte ausmachen. Er war ein Selbstinszenierer par exellence und wusste dies auch gut zu verpacken, sei es in Plastikschutzfolie oder in programmatisch anmutende Texte. Beispiele gefällig? Siehe Überschrift. Mit diesen Zeilen schaffte Falco den internationalen Durchbruch, und ob damit nur Amadeus gemeint war, wer weiß es… Die ganze Welt dreht sich um mich, hieß es Ende der 90er in der Egoist. Die wohl berühmtesten Worte hörten wir aber nach seinem Ableben bei einem tragischen Autounfall in der Dominikanischen Republik, seiner letzten Heimat, wenn er in Out Of The Dark sprechsingt: Muss ich denn sterben, um zu leben? Das ewige Hinterherhängen nach dem einstmals großen Erfolg in den 80er Jahren sollte nach seinem Tod vorbei sein, denn er schaffte es ein zweites Mal durchzustarten, leider ohne es selbst mitzubekommen.
Ach ja, und wer nun meint, hey, Falco, der war doch voll uncool, und der konnte doch gar nicht rappen, dem sei gesagt, dass er mit Der Kommissar den ersten erfolgreichen Rap-Song eines ‚Weißen’ auf sich vereinigen konnte – noch vor Eminem! In diesem Sinne.
von René Kohn

Das war euer Sommer: Festivals
Rock am Ring, Serengeti, Hurricane, Fun 'n Crust oder Wacken - findet heraus, welches Festival zu euch passt

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
Zwischen Schwenkbier und Wellenbrechern
Rock am Ring 01. – 03. Juni 2007
Mittwoch, 30.05.07, sehr früh morgens. Vor uns liegen fünf Tage Rock am Ring, also viel Spaß, Bier, nette Leute und vor allem gute Musik zum Abrocken… Bis es soweit ist, erstmal mit dem Gepäck Tetris spielen, lange im voll gepackten Auto sitzen und einen Zwischenstopp für den letzten Einkauf einlegen. Grad angekommen, geht’s weiter mit der Zeltplatzsuche, was bei einem ausverkauften Festival mit über 80.000 Besuchern mehr als schwierig ist, wenn man nicht stundenlang zum Parkplatz und zum Festivalgelände laufen will.
Endlich etwas gefunden, die Nachbarn sind akzeptabel und der Waldrand entpuppt sich trotz Trampelpfad und offenem Zaun ausnahmsweise nicht als WC-Ersatz. Die ersten beiden Tage sind zwar etwas verregnet, doch wir lernen schnell Schwenkbier kennen. Ganz einfach ein Band am Pavillon befestigen, Flaschenöffner daran anbinden, Bierflasche an den Flaschenöffner hängen, ein bisschen schwenken lassen, Flasche abziehen und *prost*.
Aber es geht ja um die Bands. Wir starten den Freitag mit BILLY TALENT, müssen dafür zwar auf RAZORLIGHT verzichten, aber den Platz im ersten Wellenbrecher will niemand aufgeben, da noch MUSE kommen und LINKIN PARK dem ersten Abend an der Centerstage einen mehr als würdigen Abschluss verpassen. Von einem Ende ist noch lange nicht die Rede, denn es geht gleich rüber zur Alternastage, wo THE WHITE STRIPES und abschließend EVANESCENCE unsere Nacht noch verlängern.
Der Tag danach verläuft wie immer. Man versucht, ihn irgendwie zu überstehen und man setzt am besten da fort, wo man am Abend aufgehört hat, um den richtigen Einstieg für den zweiten Festival-Tag zu bekommen. Es erwarten uns immerhin die BEATSTEAKS, aber bis die auf der Bühne stehen, vertreiben wir uns die Zeit mit den KAISER CHIEFS, MANDO DIAO und der Suche nach einer Erinnerung in Form eines T-Shirts. Damit kann man nicht früh genug anfangen, wie wir am Sonntag bemerken, da wir uns Samstag nicht entscheiden konnten. Sonntag war dann nur noch ein lächerlicher Rest übrig. Doch was ist schon ein T-Shirt, wenn man die beste Band der Welt sehen kann. Niemand Geringeres als DIE ÄRZTE beenden den letzten Tag, und die will anscheinend niemand verpassen. Deshalb ist es auch schon vier Stunden vorher total überfüllt, was aber bestimmt auch an den Vorgängern GOOD CHARLOTTE, VELVET REVOLVER und KORN liegt. Wem es bei den ÄRZTEN zu voll ist, der kann sich Richtung Alternastage bewegen und dort in einer überschaubaren Menge mit den SCISSOR SISTERS und WIR SIND HELDEN den letzten Abend ausklingen lassen.
Wie der Montag aussieht, weiß jeder, der mal auf einem Festival war, und ich erspare mir daher Ausschweifungen in unsere Aufräumaktionen. Stattdessen gebe ich allen, die vom 6.-8. Juni 2008 noch nichts vorhaben, einen Tipp. Es gibt schon Karten für Rock am Ring 2008.
von Corinna Gritzka
Foto: Melanie Ehlert
Matsche, Musik und Mutti
Du ziehst Gummistiefel an, um die Tanzfläche zu rocken? Der Kräuterschnaps tritt anstelle deiner Mutti? Um viertel nach acht läuft kein Film, sondern deine Lieblingsband und das live direkt vor deinen Augen? Das geordnete Chaos deiner Studentenbutze weicht heillosem Durcheinander von holländischen Bierdosen, Grillgut und Papiertellern, das sich um dich herum auftürmt und bis zu deinen Knien reicht? Umrahmt ist der Schauplatz von Absperrbändern, schmalen Stangen, die so gerade eben die Planen der Pavillonlandschaften zusammenhalten, welche sich vor den blauen und grünen Bühnen dieser Welt befinden. Wo wir sind? Richtig, in Scheeßel. Auf dem Hurricane-Festival. Die elfte Auflage fand in diesem Sommer statt. 55.000 Besucher jubelten den ca. 60 Bands zu und sorgten für ausgelassene Partystimmung. Platzregen und Weltuntergangsstimmung des letzten Jahres gab es dieses Mal (zum Glück) nicht, dafür aber jede Menge gute Musik. Neben den Großen wie zB FANTA 4, INCUBUS, MARILYN MANSON, PLACEBO und PEARL JAM überzeugten aber vor allem auch die kleineren Bands, hier etwa THE SOUNDS, KINGS OF LEON, PERCUPINE TREE oder auch SNOW PATROL. Aber sind wir doch ehrlich: kleine Bands gibt’s doch gar nicht mehr. Fazit: Hurricane 2007 – drei Tage Party mit richtig gutem Sound und absolut hörbaren Tracks.
von René Kohn
Serengeti
Endlich ein Festival für die Region Ostwestfalen-Lippe sollte es sein. Außerdem wild und hungrig. Das Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock, welches das zweite Jahr in Folge den Sommer bereicherte. Nun gut, dieses Festival ist noch jung und somit lernfähig. Dass Zeltplätze in Nähe zum Gelände toll wären. Dass eine Besuchermeute auch gut mehrere Essensstände plündern kann. Dass quadratmetergroße Matschpfützen mit Stroh trockengelegt werden können. Dass zu hohe Getränkepreise den Umsatz auch nicht fördern.
Trotzdem spürte ich das Herzblut an jeder Ecke. Die Betreiber des Schwimmbades etwa, von mir mit einem imaginären Verdienstkreuz ausgezeichnet. Die Bands, die trotz hektoliterweise Regen gut gelaunt waren. Die Polizisten, die uns einen Parkplatz freihielten.
Seit diesem Festival weiß ich, dass ich schon ganz schön alt bin. Zumindest gefühlt doppelt so alt wie das Gros der Besucher. Aber auch, wie bequem ein Auto sein kann und wie toll jemand ist, der mit einem fühlt und lacht. Und im Schlamm tanzt.
von Julia Stock
Spiderschwein meets Gangstas
Höchstenbach, 80km südlich von Köln. Ein beschaulicher Ort im Westerwald, könnte man meinen. Nicht so vom 9.- 11. August, denn da gabs beim neunten Fun&Crust was auf die Ohren. KORPIKLAANI, DISILLUSION und DOG EAT DOG sowie unbekanntere Bands wie beispielsweise DEATHTERROR und MOTORJESUS sorgten für Stimmung. Bei letzterer mag man sich allersdings fragen, was eine Crossover-HipHop-Band auf einem Metal-Festival zu suchen hat. Die am Samstag Abend zu Dog Eat Dog anreisenden HipHopper stießen dann auf nicht besonders viel Begeisterung bei den überwiegenden Metalfans, ebensowenig wie das Wetter. Es regnete des Öfteren, sodass man auf dem Campinggelände ohne Weiteres ein Schlammcatchen hätte durchführen können. Somit ein kleines Festival mit Staatsforsten Flair und mit 10 Euro Eintritt durchaus erschwinglich. Einziges Manko: Anfahrtskosten.
von Björn Franke
Mehr als das, ein Lebensgefühl
Vor solchen Leuten hat uns unsere Großmutter immer gewarnt: langhaarig, schwarz gekleidet und benietet. Kurz: Metaller. Trotzdem ist es eines der Festivals mit dem wenigsten Krawall und Vandalismus.
Das Wacken Open Air lockt jeden August Tausende von Metalfans (in diesem Jahr offiziell 60.000 zahlende Besucher) aus aller Welt in das beschauliche Dorf Wacken in Schleswig-Holstein. In den drei Festivaltagen, welche gerne auf eine Woche ausgedehnt werden, liegen auch alle Einwohner im Metallfieber: Im Kaufhaus für die Landfrau hängt das Manowarshirt einträchtig neben Kleingeblümten. Beladen mit Bier, Grillkohle und frühstückssaftigem Erdbeerlimes stürmten wir das nasse Gelände, um im Endeffekt einen sonnigen Zeltplatz in Zurückfallentfernung zu den Bühnen zu finden. Und dann fünf Tage Wacken. Was mehr ist als ein Festival. Es ist ein Lebensgefühl mit seinem ganz eigenen Charme „Wer pennt der brennt und waschen ist nicht Heavy Metal!!!“
von Julia Stock

V-City Festival 2007

Indexseiten:     [Rubriken]     [Ausgaben]     [Autoren]
 
 
 
Romantisch ging die Sonne unter, ehrfürchtiges Schweigen breitete sich im Walde aus, die Tiere versammelten sich, um dem Schauspiel beizuwohnen…
Aber wer war schon im Wald?
Laut und live – das war die Devise am Mittwoch, 13. Juni 2007 im Gulfhaus beim ersten V-City-Festival. Der AStA und die uniVista hatten geladen und ihr kamt reichlich. Knapp 500 Leute ließen sich von guter Livemusik was auf die Ohren geben und sorgten für eine tolle Stimmung, so dass wir, eure Redaktion, schon von einer weiteren Party träumen.
Den Anfang machte die Band New Page of History aus Dinklage. Die jungen Newcomer überzeugten mit guter handgemachter Musik und großer Stimme. Trotz der schwierigen Startposition schafften sie es, euch zum Tanzen zu motivieren.
Die Cover-Band
New Page of History
Foto: Björn Franke
Nach einer kurzen Umbaupause begann die Rock-Pop-Combo der Uni, ganz klar mit Heimvorteil, ihr Programm zu spielen. Tolle Stimmen, ungewöhnliche Instrumente und ansprechende Titel sorgten für eine heiße Stimmung. Selbst die T-Shirts klebten an den Leibern…
Die erste Non-Cover-Band des Abends war nach der Combo am Start. SwanSea aus Oldenburg ließ die Menge toben. Die Temperatur erreichte ungeahnte Höhen und der Beat ging in die Beine. Die drei Jungs ließen sich im heißen Scheinwerferlicht nicht lumpen und bewiesen, dass auch unbekannte Titel, wenn sie nur gut genug sind, für Begeisterungsstürme sorgen können!
Die Hip-Hopper Cleva `n` Smart
Foto: Susann Franke
Für die Freunde gepflegten Hip-Hops stand als letzter Live-Act Cleva `n` Smart auf der Bühne. Die Menge poste und bekam es von der Bühne zurück. Gefühlte 48° C im Raum ließen keinen Platz für cooles Abhängen; die Menge war mit Spaß und allen Sinnen dabei, sich von Rhythm and Rhymes akustisch versorgen zu lassen.
Nach den gelungenen Live-Auftritten der vier Bands war der Abend noch nicht zu Ende, DJ Crystal übernahm die musikalische Begleitung und ließ seine Dancing- People noch bis tief in die Nacht vor der Bühne nicht zur Ruhe kommen.
Auch den Außenbereich des Gulfhauses habt ihr gut gefüllt und mal wieder bewiesen, wie partytauglich die Vechtaer Studenten sind. Wir hoffen, ihr hattet mindestens soviel Spaß wie wir und bedanken uns an dieser Stelle an das Team vom Gulfhaus, sowie bei allen Beteiligten und Die natürlich euch für euer zahlreiches Erscheinen.
von Ihna Grensemann

Bilderalbum
uniVista No. 05: V-City Festival

Kontakt

uniVista
Campusmagazin Vechta
Driverstr. 22
Raum CN 2 (hinter dem N-Gebäude)
Postfach 12 an der Uni (vor B1)
49377 Vechta
fon: 04441-15-617
email: redaktion[at]univista.de